Lieberman trifft französischen Außenminister

PARIS (inn) - Syrien und der Iran stellen eine größere Gefahr für die Welt dar als Libyen. Diese Ansicht äußerte der israelische Außenminister Avigdor Lieberman am Donnerstag in Paris. Dort kam er mit seinem französischen Amtskollegen Alain Juppé zusammen.

Lieberman sagte, Israel begrüße die große Unterstützung des Westens für die Verteidigung unschuldiger Zivilisten gegen die grausame Aggression despotischer Regime. Allerdings dürfe man in dieser Frage nicht selektiv sein. Israel hoffe, dass die Politik, die heute in Libyen zu sehen sei, auch gegen den Iran und Syrien angewendet werde. Dort ermordeten die Regime weiterhin jeden Tag willkürlich und gnadenlos Dissidenten, fügte er laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums hinzu. Die Außenpolitik dieser beiden Länder und ihr negativer Einfluss auf den Nahen Osten und die Welt sei viel gefährlicher als in Libyen.

Juppé hatte am Mittwoch den Bombenanschlag in Jerusalem, der ein Todesopfer forderte, verurteilt. "Heute ist Jerusalem wieder von blindem Terror getroffen worden", wurde er vom französischen Außenministerium zitiert. "Menschenleben sind zerstört worden. Ich verurteile diesen Angriff absolut." Frankreich bekunde "seine tiefe Sympathie mit den Opfern, ihren Familien und engen Freunden, ebenso wie mit den israelischen Behörden. Es bekräftigt seine Solidarität mit dem israelischen Volk, betrübt durch diese schreckliche Tat".

Lieberman dankte dem französischen Außenminister für diese unmissverständliche Verurteilung des Terroranschlags. Zudem würdigte er Frankreichs Verpflichtung gegenüber Israels Sicherheit und das Verständnis für die Entschlossenheit, seine Bürger zu verteidigen.

Die Eskalation der Terroraktivitäten, das Jerusalemer Attentat und den "abscheulichen Mord in Itamar" bezeichnete der israelische Minister als Folge der institutionalisierten Hetze in der Palästinensischen Autonomiebehörde gegen Israel. Die PA investiere viel Energie in die Versöhnung mit der Hamas und dem Dschihad. Sie zeige aber keinen Willen, direkt mit Israel zu verhandeln. In der vergangenen Woche hatte Juppé, der sein Amt am 1. März angetreten hat, angeregt, dass die EU die Anerkennung eines palästinensischen Staates erwägen solle.

Lieberman verwies auch auf den mit Waffen beladenen Frachter "Victoria", den die israelische Marine in der vergangenen Woche aufgebracht hatte. Dies sei in letzter Zeit nicht der einzige Versuch gewesen, Kampfmittel nach Gaza zu schmuggeln.

Bei dem Treffen ging es auch um bilaterale Angelegenheiten und eine Stärkung der Beziehungen zwischen Frankreich und Israel. Juppé nahm eine Einladung in den jüdischen Staat an.

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