Naturschützer und Forscher wollen die rund 200 Bauern im Jordantal davon überzeugen, dass sie anstelle von Schädlingsmitteln Schleiereulen einsetzen. Dies bewirkt bessere Ernten, erspart Kosten und schont die Umwelt, berichtet das Internetportal Proplanta.de. Gekennzeichnet ist das "Projekt Eule" von natürlichem Misstrauen und Problemen bei der Kommunikation der Beteiligten untereinander.
Jossi Leschem, israelischer Ornithologe und Gründer des Projekts (1983), weiß um die Schwierigkeiten. Doch auch wenn Leschem mit seinen Partnern umgehen kann und sie als "gute Freunde" bezeichnet, sagt er: "Ich rede mit ihnen nie über Politik, denn wenn du mit Politik anfängst, scheiterst du."
Ein weiteres Problem besteht in der Religion und dem Aberglauben in der arabischen Welt, in der Schleiereulen einen schlechten Ruf haben. "Die Menschen glauben, dass sie Unglück oder Tod bringen. Sie fliegen in der Nacht, sie sind mysteriös, sie nisten in alten oder verlassenen Häusern", sagt Samih Darawasch, ein weiterer Ornithologe.
Bereits 2.200 Brutkästen sind von israelischen Naturschützern aufgestellt worden. Und tatsächlich zeigen die Eulen schon allein durch ihre Anwesenheit Wirkung: Ratten, Feld- und Wühlmäuse kommen weniger aus ihren Löchern, vermehren sich nicht so rasant und fressen dadurch weniger. Auf diese Weise konnten einige Bauern bereits 30 Prozent mehr Ernte einfahren.
Leschem ist sich der Schwierigkeiten bewusst und das Problem des Misstrauens wird nach seiner Ansicht auch weiterhin bestehen, doch immerhin ist ein weiterer Schritt getan. Ihm bleibt nur zu hoffen, dass einige Bauern ihre Meinung noch ändern werden und den Schleiereulen eine Chance geben. Der Ornithologe meint: "Das Symbol für Frieden ist die Taube. Aber ich glaube, im Nahen Osten ist es die Eule. Vögel kennen keine Grenzen (…) Sie sind eine starke Kraft, wenn es darum geht, Menschen zusammenzubringen."