Hamas weist Aufruf zur Einheitsregierung zurück

GAZA (inn) - Die Hamas hat die Aufforderung des palästinensischen Premierministers im Westjordanland, Salam Fajjad, zur Versöhnung mit der Fatah am Montag als "unglaubwürdig" bezeichnet. Um zu zeigen, dass es der Fatah-Partei ernst sei, müsse diese erst inhaftierte Hamas-Mitglieder entlassen, sagte Sami Abu Suhri, ein Sprecher der islamischen Organisation.

"Diesen Erklärungen fehlt Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit, sie ergeben keinen Sinn, angesichts der anhaltenden Verhaftungen und der Folter in Fatah-Gefängnissen im Westjordanland", erklärte Abu Suhri laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an". Für eine Aussöhnung müssten die Verhaftungen von Hamas-Anhängern beendet und die bisherigen Häftlinge freigelassen werden. Zudem müsse die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) den Wohltätigkeitorganisationen der Hamas wieder erlauben, den Palästinensern zu helfen.

Abu Suhri betonte zudem: "Die Bildung einer Einheitsregierung könne nur im Zusammenhang mit einer allumfassenden nationalen Lösung erreicht werden und nicht mit einer teilweisen." Damit reagierte er auf den Vorschlag Fajjads, bis zu den für September geplanten Wahlen eine Einheitsregierung zu bilden. Der Premier hatte der Hamas angeboten, sie könne bis zu den Abstimmungen die Sicherheitskontrolle im Gazastreifen behalten, falls sie das Angebot annehme und die Waffenruhe mit Israel einhalte.

Palästinensische Organisationen fordern Aussöhnung

Unterdessen haben am Montag 81 palästinensische gemeinnützige Organisationen aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen die zerstrittenen Parteien Hamas und Fatah zur Versöhnung aufgerufen. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten sie die Gruppen dazu auf, "praktische Maßnahmen zu ergreifen, um die Streitigkeiten zu beenden".

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