US-amerikanische Touristin bei Jerusalem ermordet

BEIT SCHEMESCH (inn) - In einem Wald bei Beit Schemesch nahe Jerusalem ist am Sonntagmorgen eine Touristin aus den USA tot aufgefunden worden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde sie von zwei Arabern ermordet. Die Frau war mit einer Freundin unterwegs. Diese wurde bei dem Überfall schwer verletzt und konnte entkommen.

Bei der Getöteten handelt es sich um Christine Logan. Ihre Begleiterin, Kaye Susan Wilson, stammt aus Großbritannien und arbeitet in Israel als Touristenführerin. Die 46-Jährige schilderte gegenüber der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ den Überfall. Demnach waren beide Frauen am Samstag in dem Wald wandern, als sie zwei arabisch aussehenden Männern begegneten, die auf Hebräisch um Wasser baten. Die Männer hätten sich zunächst entfernt. Dann seien sie jedoch zurückgekommen und hätten die Frauen mit einem großen Messer angegriffen, gefesselt, geknebelt und beraubt.

„Sie kamen, um zu töten“

„Ich hatte große Angst, aber meine Freundin wurde hysterisch. Ich habe ihr gesagt, sie soll still sein, aber sie sagte ihnen: ’nehmt das Geld, nehmt alles‘, und sie nahmen alles. Einer von ihnen nahm mir die Kette mit dem Davidstern wie ein Gentleman vom Hals, dann hat er zwölf Mal auf mich eingestochen. Sie kamen, um zu töten. Niemand läuft ohne Grund mit einem Messer wie diesem herum“, so Wilson. Sie habe sich schließlich tot gestellt. Nach einiger Zeit habe sie sich aufgerafft, um Hilfe zu holen. „Ich habe es geschafft, loszugehen und zu einem Parkplatz zu gelangen, wo etwas Seltsames geschah. Ein israelisches Fahrzeug kam an und parkte etwa zehn Meter von mir entfernt. Der Fahrer sah direkt zu mir, aber ich konnte nicht schreien, also fuhr er weiter. Ich musste weitere 20 Meter laufen, dann habe ich Kinder gesehen, ich habe mich umgedreht, damit sie meine gefesselten Hände sehen konnten und sie haben die Polizei gerufen“, erzählte Wilson weiter.

Die Polizei und die Armee leiteten anschließend eine großangelegte Suchaktion ein. Am Sonntagmorgen fanden sie Logans Leiche. Die Suche nach den Tätern dauert weiter an. Bis zum Montagmorgen gab es noch keine Verdächtigen. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“, die Ermittler vermuteten in erster Linie einen nationalistischen Hintergrund. Dennoch ermittle die Polizei in alle Richtungen. Noch am Sonntag sprachen Polizisten mit Wilson im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus. Einem Sprecher der Klinik zufolge verbessere sich der Zustand der Britin, möglicherweise könne sie in zwei bis drei Tagen entlassen werden. Laut Rosenfeld haben die Täter die Frauen eindeutig töten wollen: „Hier ging es nicht darum, nur die Geldbörse zu nehmen. Es war ein schlimmes Verbrechen. Wir sprechen über zwei Frauen, die in einem Jerusalemer Wald spazieren gingen, wir sprechen nicht über Judäa und Samaria.“

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