Wie die Tageszeitung „Ma´ariv“ berichtet, soll das Lager voraussichtlich nahe der ägyptischen Grenze errichtet werden. Die Massenunterkunft soll die grundlegenden Bedürfnisse der Einwanderer nach einem Schlafplatz, Nahrung und Gesundheitsdiensten erfüllen. In den vergangenen Monaten ist die Frequenz der illegalen Einwanderung erneut gestiegen: Allein im Oktober trafen 1.227 potentielle Asylbewerber ein, in den ersten neun Novembertagen waren es 857.
Nach der aktuellen Rechtslage kann jeder illegale Immigrant politisches Asyl beantragen, auch wenn die Erfolgschancen gering sind. Bis zum Ende des Verfahrens, das in manchen Fällen länger als ein Jahr dauert, kann ihn der Staat nicht abschieben. Die Behörden verhängen derzeit keine Geldstrafen gegen Arbeitgeber, die Asylbewerber beschäftigen.
Ein neues Programm soll das Antragsverfahren ändern. Die illegalen Einwanderer können dann 60 Tage lang in dem Auffanglager unterkommen. Sie können die Gegend verlassen, müssen aber jede Nacht zurückkehren. Arbeitgeber, die sie in dieser Zeit beschäftigen, können mit hohen Geldstrafen belangt werden.
Der Vorsitzende der Behörde für Bevölkerung, Einwanderung und Grenzen, Amnon Ben-Ami, sagte am Dienstag gegenüber „Ma´ariv“: „Die Öffentlichkeit in Israel muss verstehen, dass es nicht um die Eindringlinge geht, die schon gekommen sind, sondern um die Hunderttausenden, die in den nächsten Jahren hierherkommen werden.“ Durch das Auffanglager und das strenge Arbeitsverbot werde hoffentlich der Anreiz für eine Flucht nach Israel gesenkt. „Sobald sie nicht arbeiten und damit kein Geld nach Hause schicken können, wird es sich für sie nicht mehr lohnen zu kommen.“