Wie die Tageszeitung „Ma´ariv“ unter Berufung auf die libanesische Zeitung „A-Safir“ berichtet, wurde der mutmaßliche Kollaborateur von der Spionageabwehrabteilung der libanesischen Armee in Gewahrsam genommen. Er stammt aus einem Flüchtlingslager im Libanon. Dem Bericht zufolge soll der Mossad-Agent über eine europäische Telefonnummer mit dem Palästinenser kommuniziert haben. Später hätten sie E-Mail-Kontakt gehabt. Der Verdächtige habe für seine Tätigkeit im Libanon große Geldsummen aus Israel erhalten.
Das Kampfflugzeug des Navigators Ron Arad war am 16. Oktober 1986 im Libanon abgeschossen worden. Er und der Pilot konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten. Der Pilot wurde von der israelischen Armee in Sicherheit gebracht. Arad hingegen wurde von libanesischen Kämpfern verschleppt. Seine Tochter war damals 15 Monate alt. Das letzte Lebenszeichen von dem Vermissten gab es 1987.
100 Festnahmen in zwei Jahren
Zudem gab die libanesische Armee die Festnahme dreier weiterer Kollaborateure bekannt. Diese hätten unabhängig voneinander agiert und seien auch unabhängig voneinander gefasst worden. Sie hätten sich um Informationen über Terrorgruppen und die Armee bemüht. „Es handelt sich um einen weiteren qualitativen Erfolg, der zu den früheren Schlägen hinzukommt, die dem Mossad zugefügt wurden“, sagten libanesische Vertreter gegenüber „A-Safir“.
In den vergangenen zwei Jahren haben die libanesischen Sicherheitskräfte etwa 100 Verdächtige festgenommen. Die meisten sollen versucht haben, sich in die Hisbollah einzuschleusen. Gegen etwa 50 der mutmaßlichen Kollaborateure wurde Anklage wegen Spionage für Israel erhoben.