Lieberman dämpft Erwartung an Friedensgespräche

JERUSALEM (inn) - Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat Zweifel an einem Erfolg der Friedensgespräche mit den Palästinensern geäußert. Er warnte vor zu großen Erwartungen an die Verhandlungen.

„Wir werden mit jemanden einen Vertrag eingehen, der selbst auf wackeligen Füßen steht“, sagte Lieberman in einer Sendung des israelischen Rundfunks und bezog sich dabei auf Mahmud Abbas. Die Palästinenser schadeten dem Friedensprozess. „Für sie ist dies nur eine große Show, um Israel für seine Erfolglosigkeit in den Gesprächen zu beschuldigen.“

Am heutigen Montag traf sich Lieberman zu einem Gespräch mit dem Staatspräsidenten Schimon Peres. Der Außenminister plädierte für ein zurückhaltendes Vorgehen in den Verhandlungen mit den Palästinensern, der Präsident hingegen wünschte den schnelleren Weg. Peres bezeichnete das Gespräch als „ein Duett zwischen dem optimistischsten und dem pessimistischsten israelischen Diplomaten“.

Lieberman forderte im Rundfunk zudem, dass sich Israel als verantwortungsbewusster Staat realistische Ziele setzen solle. Die Enttäuschung, die sonst folge, könne alles „ruinieren“, was bisher erarbeitet worden sei. Deswegen sei sein erstes Ziel eine Übergangslösung: eine Konzentration auf die Gebiete der Wirtschaft und Sicherheit.

Der Außenminister fügte ferner hinzu, dass er den direkten Verhandlungen des Premierministers Benjamin Netanjahu „eine Chance geben“ wolle. „Wir würden uns freuen, wenn ein regionaler Friede im Nahen Osten erklärt würde, ich will jedoch an der Realität festhalten.“ Peres sagte, dass nun die Zeit gekommen sei, „um ja zu sagen“. Sowohl die Israelis als auch die Palästinenser hätten einen langen Prozess durchlaufen, der sie für Verhandlungen bereit gemacht habe.

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