Hamas verbietet Zeitungen aus Westjordanland

GAZA (inn) - Die radikal-islamische Hamas will den Einfluss der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im Gazastreifen so gering wie möglich halten. Kurz nachdem Israel die Einfuhr dreier Zeitungen aus dem Westjordanland in den Gazastreifen genehmigte, verbot die Hamas deren Verkauf.

Es handelt sich um die Zeitungen „Al-Quds“, „Al-Ajjam“ und „Al-Hajat al-Dschadida“. Die beiden letzten werden von der PA finanziert und in Ramallah herausgegeben. Die Zeitung „Al-Kuds“ befindet sich in Privatbesitz und erscheint in Ostjerusalem. Alle drei gelten als Sprachrohr der Fatah-Partei und der Autonomiebehörde.

Im Rahmen der Lockerung der Gaza-Blockade hat Israel nun die Einfuhr der Zeitungen wieder genehmigt. Am Mittwoch sollten die ersten Exemplare in den Gazastreifen gebracht werden. Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ wurden jedoch alle Ausgaben von der Hamas-Polizei am Eres-Grenzübergang beschlagnahmt.

Der palästinensische Journalistenverband im Westjordanland verurteilte das von der Hamas ausgesprochene Verbot und forderte dessen Aufhebung. Es sei „unfassbar“, dass eine palästinensische Regierung die Verteilung von Zeitungen verbietet, nachdem Israel die Erlaubnis dafür gegeben habe. Die Einfuhr palästinensischer Zeitungen sei eine Form, die Blockade des Gazastreifens zu brechen. Die Entscheidung der Hamas festige lediglich die Spaltung zwischen den Palästinensern und „schadet der sozialen Struktur der palästinensischen Gesellschaft“, erklärte der Verband.

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