Der Brief stammt von einer Organisation namens „Pulsa Denura“ – so heißt auch ein kabbalistischer Fluch. In dem auf Englisch verfassten Schreiben heißt es: „Aufgrund ihrer vergiftenden andauernden anti-israelischen und anti-zionistischen Aktivitäten hat die Führung einen offiziellen Bann gegen sie verhängt. Das bedeutet, Sie haben höchstens noch 180 Tage zu leben. Ihr plötzlicher Tod wird sehr grausam und von schrecklichem Leiden und Qualen begleitet sein.“
Unterzeichnet wurde der Brief mit „Johann Rasmunsen“.
Tibi (Vereinigte Arabische Liste) übergab das Schreiben an den Sicherheitsdienst der Knesset und reichte dort Beschwerde ein. Er erhielt zahlreiche Anweisungen, welche Maßnahmen er nun für seine Sicherheit zu treffen habe.
Gegenüber der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ sagte Tibi: „Es ist eine raue Atmosphäre, die Hetze hört nicht auf, nicht auf der Straße und nicht in der Knesset.“ Er machte rechtsgerichtete Knessetmitglieder für Anfeindungen gegen arabische Kollegen verantwortlich. „Sie führen eine Hexenjagd gegen uns. Ich habe keine Angst, diese Dinge werden unsere Position nicht verändern.“
Am Montag hatte auch der Knessetabgeordnete Taleb el-Sana eine Todesdrohung per Fax erhalten. Der Vorsitzende der „Vereinigten Arabischen Liste“ sah hierfür ebenfalls in Israels rechtem Spektrum die Schuld. „Ich beschuldige die faschistische Rechte dafür, dass sie die Atmosphäre vergiftet, während sie versucht, politisches Kapital aus der Krise zu schlagen. Sie trampeln auf den Fundamenten der Demokratie herum“, so El-Sana.
Der israelische Araber hatte nach der blutigen Erstürmung der „Hilfsflotte“ für den Gazastreifen bei seinen jüdischen Landsleuten für Verärgerung gesorgt. Er hatte die Kommandeure der Armee mit Nazis verglichen.