Trotz „Flotten-Affäre“: Freundlicher Empfang für Peres in Südkorea

SEOUL (inn) - Israels Staatspräsident Schimon Peres ist am Dienstag mit einer traditionellen Militärparade zu einem Arbeitsbesuch im südkoreanischen Seoul empfangen worden. Zahlreiche Menschen waren zu seiner Begrüßung erschienen und schwenkten koreanische Flaggen.

Israels Staatsoberhaupt bedankte sich für die freundliche Aufnahme. „Der Empfang durch die Regierung und das koreanische Volk ist herzlich und bewegend, vor allem angesichts der Vorfälle der vergangenen Tage“, sagte Peres kurz nach der Landung laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“. Er spielte damit auf die international heftig kritisierte israelische Erstürmung der „Hilfsflotte“ für den Gazastreifen an, bei der neun Menschen ums Leben gekommen waren.

Begleitet wird Peres unter anderen von Industrie- und Handelsminister Benjamin Ben-Elieser, Kommunikationsminister Mosche Kahlon und von mehr als 60 führenden Geschäftsleuten. „Die israelische Delegation und ich sind gekommen, um die strategische, diplomatische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten zu erweitern und zu vertiefen“, sagte Peres. Auch der Atomstreit mit dem Iran soll besprochen werden.

Im Laufe des heutigen Mittwochs will Peres verschiedene Forschungs- und Entwicklungszentren sowie Industriegebiete besuchen. Am Donnerstag ist ein Treffen mit Südkoreas Staatspräsident Lee Myung-Bak geplant.

Keine Ehrendoktorwürde für Peres

Ursprünglich sollte Peres während seines Aufenthaltes die Ehrendoktorwürde der Korea-Universität erhalten und an der Hochschule einen Vortrag halten. Die Veranstaltung wurde nach der blutigen Razzia auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“ jedoch abgesagt. Laut der Tageszeitung „Ha´aretz“ fürchte Südkorea um die Sicherheit von Israels Staatsoberhaupt, da pro-palästinensische Demonstranten zahlreiche Protestaktionen geplant hätten. Unter anderem sei es einer Gruppe gelungen, den Reiseverlauf von Peres in Erfahrungen zu bringen. Die Gruppe habe diesen und Informationen zum Hotel, in dem die israelische Delegation übernachtet, auf ihrer Internetseite veröffentlicht und zu Demonstrationen aufgerufen.

Nach den Vorfällen vom 31. Mai wurde berichtet, Südkorea habe den Besuch von einem offiziellen Staatsbesuch zu einem Arbeitsbesuch degradiert. Am Dienstag hieß es allerdings sowohl aus Peres‘ Büro als auch aus Südkorea, der Besuch sei von Anfang an als Arbeitsbesuch geplant gewesen.

Die Regierung von Vietnam hatte Peres nach der Erstürmung der Flotte gebeten, seinen anstehenden Besuch aufgrund der anti-israelischen Stimmung im Land abzusagen.

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