Medwedew hatte sich zunächst nur mit Assad getroffen. Israels Staatspräsident Schimon Peres hatte ihn zuvor gebeten, in dem anstehenden Gespräch Israels Friedenswillen gegenüber Syrien zu bekunden. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Assad machte Medwedew jedoch keine Angaben darüber, ob er der Bitte nachgekommen war.
„Die Situation ist sehr, sehr schlecht. Es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen. Ich stimme Präsident Assad zu – die Amerikaner könnten eine aktivere Position einnehmen“, sagte Medwedew gegenüber der Presse. Ein weiteres Aufheizen der Situation im Nahen Osten könne zu einer Katastrophe führen.
Assad erhob vor den Journalisten erneut Anschuldigungen gegen Israel. „Die Ausweisung von Palästinensern aus Jerusalem, Angriffe auf heilige Stätten und die Belagerung der Palästinenser in Gaza sind Schritte und Maßnahmen, die den Friedensprozess komplett entgleisen lassen können“, sagte der syrische Präsident laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.
„Iran hat Recht auf Atomenergie“
Zudem nutzte Assad die Zusammenkunft mit Medwedew dazu, um diesen von einem Veto gegen mögliche UN-Sanktionen gegen den Iran zu überzeugen. Solche Sanktionen seien „nutzlos und würden die Chancen für eine Lösung verkomplizieren“. Laut dem Bericht bekräftigten beide Präsidenten das Recht des Iran auf friedliche Nutzung von Atomenergie.
Gegen Ende des Gespräches schloss sich Hamas-Führer Mascha´al dem Treffen an. Medwedew versicherte diesem, er werde sich für eine Abschwächung der israelisch-ägyptischen Blockade des Gazastreifens einsetzen, damit humanitäre Hilfe in das Gebiet gelange. Er drängte Mascha´al zudem zu einer baldigen Lösung bei den Verhandlungen um die Freilassung von Gilad Schalit.
Medwedew war am Montag in Syrien eingetroffen – laut der Tageszeitung „Ha´aretz“ war dies der erste offizielle Besuch eines russischen oder sowjetischen Staatspräsidenten in dem arabischen Land. Nach dem Besuch in Damaskus reiste Medwedew noch am Dienstagabend zu Gesprächen in die Türkei.