Am Montagmorgen hatte Netanjahu sein Bürogebäude verlassen, ohne Angaben über sein nächstes Ziel zu machen. Danach informierte er die Öffentlichkeit mehrere Stunden lang nicht über seinen Aufenthaltsort.
Russland oder Mossad?
Die israelische Tageszeitung „Ha´aretz“ meint, Netanjahu sei für ein paar Stunden nach Russland gereist. Dort habe er über dessen Waffenhandel mit dem Iran und Syrien sprechen wollen. Dabei beruft sie sich auf einen nicht näher genannten Jerusalemer Vertreter. Die Reise sei geheim gehalten worden, selbst die israelische Botschaft in Moskau habe nichts davon gewusst. Lediglich der israelische Außenminister und der Verteidigungsminister seien informiert worden.
Auch das Blatt „Jediot Aharonot“ schließt sich dieser Theorie an und fügt hinzu, Netanjahu habe für den Flug einen Privatjet von einem Millionär angemietet. Dadurch habe er seine Reise der Aufmerksamkeit der Medien entziehen wollen. Gleichzeitig berichtet die Boulevardzeitung, das Büro des Regierungschefs habe am Mittwoch verlauten lassen, dass der Premier das israelische Staatsgebiet nicht verlassen habe.
Die palästinensische Zeitung „Al-Manar“ mit Sitz in Ostjerusalem schreibt von einer Reise in ein arabisches Land, zu dem Israel keine diplomatischen Beziehungen habe.
Eine weitere Vermutung veröffentlichte das Web-Portal „Debka“: Netanjahu habe das Hauptquartier des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad besucht, um sich mit dessen Vorsitzendem zu treffen.
Offizielle Mitteilung: „Besuch einer Sicherheitseinrichtung in Israel“
Im Verlaufe des Montags antwortete das Büro des Regierungschefs auf Fragen nach Netanjahus Aufenthaltsort nur, er sei unterwegs, berichtet die „Jerusalem Post“. Nach „Stunden der Spekulation und zahlreichen Rechercheanrufen“ habe es am Montagabend diese „lakonische Mitteilung“ veröffentlicht: „Der Militärattaché des Premierministers berichtet, dass der Premierminister eine Sicherheitseinrichtung innerhalb Israels besucht.“