Protest: „Museum verbreitet Lügen über Israel“

UTRECHT (inn) – Eine Ausstellung im Geldmuseum in Utrecht erzürnt die jüdische Bevölkerung in den Niederlanden. Dort werde vom "Raub der palästinensischen Identität" und der "Erneuerung der palästinensischen Währung" gesprochen und damit bewusst Propaganda betrieben, die "der Wahrheit konträr entgegenläuft", meint das Zentrum für Information und Dokumentation (CIDI) mit Sitz in Den Haag.

Die größte pro-israelische Organisation des Landes hat ihre Ablehnung gegenüber der Ausstellung zum Ausdruck gebracht. Dort werden auf Plakatwänden die Währungen 50 unterschiedlicher Orte ausgestellt und deren genaue Bedeutung erläutert.

„Das erste was die Besucher sehen, nachdem sie das Museum betreten haben, ist der Palästinenser Sami Issa, der eine Kufiya, ein arabisches Kopftuch, trägt und neben der Attrappe eines arabischen Geschäftes steht“, empört sich ein Besucher gegenüber der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz“. Issa beschreibt dort alte Geldnoten, die er als „wirkliche palästinensische Währung“ bezeichnet, „was beweist, dass Palästina existiert“. Indem das Geld durch Banknoten mit hebräischem Text ersetzt worden sei, sei auch „Palästina seiner Identität beraubt worden“.

Ausstellungstexte für seriöse Auseinandersetzung ungeeignet

In einer Beschwerdeschrift an das Museum hat CIDI-Gründer Ronny Naftaniel sein Entsetzen über die „Abkehr des Museums von der Wahrheit“ geäußert. Außerdem schreibt er, dass von 1900 bis 1948 Araber und Juden in Israel osmanische, ägyptische und britische Währung, nie jedoch „palästinensische Währung“ benutzt hätten.

„Das Ganze erweckt den Eindruck, als ob es vor der Gründung Israels einen unabhängigen palästinensischen Staat gegeben habe. Die Ausstellungsstücke im Museum bestärken diesen Eindruck, indem sie von der gestohlenen Identität eines nicht-existenten Staates sprechen. Der politisch motivierte und historisch wenig fundierte Text der Ausstellung ist für jedes Museum ungeeignet, das sich seriös mit der Geschichte des Geldes auseinandersetzt“, schreibt Naftaniel. Das Museum hat den Brief bisher noch nicht beantwortet.

Die Tatsache, dass man keinen Israeli zu Wort kommen lasse, zeige, dass sich das Geldmuseum dem „Kampf gegen den Zionismus anschließe“, wird ein namentlich nicht genannter Besucher zitiert. Das Museum hat jegliche politische Wertung der Ausstellung abgelehnt.

Susanne Fels, Museumssprecherin, wies die Vorwürfe zurück. Sie erklärte dagegen, dass die Ausstellung geeignet sei, „Menschen zusammenzubringen“ und dass man die Texte der Ausstellung nicht verändern werde. „Wir hatten einen israelischen Juden zur Ausstellung eingeladen, der diese aber abgelehnt hat“, fügt Fels abschließend hinzu.

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