Wie die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ berichtet, ging gegen Mittag eine Mitteilung ein, derzufolge zwei Zivilisten einen israelischen Soldaten in ein Fahrzeug gezwungen hätten. Dies habe sich nahe eines Militärstützpunktes beim Ben Gurion-Flughafen ereignet. Die Informationen kamen von einer Soldatin. Daraufhin errichteten die Sicherheitskräfte zahlreiche Straßensperren im Großraum Tel Aviv. Außerdem wurden zwei Hubschrauber eingesetzt.
Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Verzögerungen. Am Abend brach die Armee die Suche ab. Die Truppen erhielten die Anweisung, ihre normalen Tätigkeiten wiederaufzunehmen. Die Tageszeitung „Ha´aretz“ zitierte einen Vertreter der Sicherheitskräfte mit den Worten: „Soldaten und Zivilisten missdeuten gewöhnlich, was sie sehen, und dann berichten sie, sie hätten eine Entführung beobachtet.“ Alle paar Wochen gebe es Berichte über solche Vorfälle, die sich meist als falsch herausstellten.
Noch bevor von der Soldatin die Rede war, die nach eigenen Angaben die „Entführung“ beobachtet habe, erhielt die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma´an“ per E-Mail ein Bekennerschreiben von einer Gruppierung, die sich „Al-Quds-Armee“ nennt. „Eine Gruppe unserer Widerstandskämpfer hat einen zionistischen Soldaten in der Nähe des Ben Gurion-Flughafens entführt und sich ohne Zwischenfall mit dem Soldaten zurückgezogen“, hieß es darin. „Wir werden später Einzelheiten über den gefangenen Soldaten liefern.“ Dem sei die Organisation jedoch nicht nachgekommen.