Ihr Land befürworte eine faire Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts, aber alle Spieler müssten mehr Ehrlichkeit in die Verhandlungen einbringen, erklärte Gillard am Montag bei einem Gala-Dinner in Jerusalem anlässlich der Eröffnung des australisch-israelischen Führungs-Forums. „Die Ereignisse im Iran beunruhigen uns alle und sind ein Symbol für eine unsicherere Zukunft in dieser Region“, erklärte die Politikerin. Sie seien aber auch eine Erinnerung daran, dass Demokratie ein Privileg sei, dass noch nicht alle Menschen errungen hätten.
„Wir haben vom Irak und von Afghanistan gelernt, dass Demokratie nicht durch Gewalt herbeigeführt werden kann, auch wenn ihre Befürworter fest an ihre Ideale glauben. Deshalb ist die wahre Wurzel demokratischer Freiheit für mich das Gespräch“, sagte Gillard laut dem Nachrichtenportal „Australia“. Es gelte, ehrliche Gespräche zu führen und zu fördern.
„Arabische Staaten müssen von Israel lernen“
Wie die Zeitung „Haáretz“ meldet, betonte der frühere australische Schatzmeister, Peter Costello, während des Dinners die Vorbildfunktion Israels: Arabische Staaten müssten von Israel lernen, dass eine offene Gesellschaft mit freien und fairen demokratischen Wahlen eine Gesellschaft sei, die Wohlstand, gleiche Chancen für Frauen und eine Wirtschaft errichten könne, die die Menschen bereichere. Er betonte, Australien werde Israel weiterhin unterstützen, weil es wisse, dass seine Sicherheit auf der Sicherheit von freiheitlichen und friedliebenden Völkern auf dem ganzen Globus basiere.
Isaac Herzog, Israels Sozialminister, sagte, Australien und Israel seien gleichartige Länder, die durch einen See muslimischer Nationen mit einem Bedarf an Veränderung getrennt seien. Die andauernden Proteste nach der Wahl im Iran gäben Israel eine Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Zukunft im Mittleren Osten.
Bei einem Besuch Jerusalems hatte Vize-Premierministerin Gillard zuvor erklärt: „Wir sollten zugeben, wo wir an unseren Idealen scheitern. Wir sollten zugeben, was jede unsere Nationen noch zu lernen hat, und wir sollten ehrlich sein, damit unser Austausch und unsere Unterschiede wertvoller erscheinen und höher geschätzt werden.“ Gillard war wegen ihres Israelbesuchs in pro-palästinensischen Teilen der australischen „Labor Partei“ unter Druck geraten. Am Montag hatte sie sich mit Premier Benjamin Netanjahu getroffen, am Donnerstag steht ein Besuch des palästinensischen Premierministers im Westjordanland, Salam Fajjad, in Ramallah an.