„Ich schätze Ihre Rede und akzeptiere den Bedarf eines entmilitarisierten palästinensischen Staates“, sagte Berlusconi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu nach dem Gespräch. Auch schätze er die Forderung seines Gastes, „dass Israel als jüdischer Staat anerkannt wird“. Daraufhin lud ihn Netanjahu ein, in der Knesset eine Rede zu halten. Dies berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.
Berlusconi rief Israel auch auf, „das Bauen in den Siedlungen im Westjordanland einzustellen, weil das den Chancen schaden kann, Frieden zu erreichen“. Auch der italienische Außenminister Franco Frattini forderte, dass der Siedlungsbau eingefroren werde. Seine Regierung würde einen solchen Schritt wertschätzen.
Netanjahu: „Diskussion über Siedlungsbau ist Zeitverschwendung“
Wenige Stunden vor den Gesprächen hatte Netanjahu in einem Interview im italienischen Fernsehen seine Kritiker angegriffen. Die internationale Diskussion um Israels Standpunkt bezüglich der Siedlungen bremse den Friedensprozess im Nahen Osten. Er meine: „Je mehr Zeit wir für die Diskussion über das Thema verschwenden, umso mehr Zeit verschwenden wir, anstatt in Richtung Frieden voranzukommen“.
Ein weiteres Thema bei der Pressekonferenz mit Berlusconi war die aktuelle Lage im Iran. Die Gewalt gegen die Demonstranten zeige, „dass der Iran die größte Bedrohung“ für den Frieden sei, sagte Netanjahu. „Die Bemühungen der iranischen Bürger, die mit Schießereien auf den Straßen konfrontiert sind, sind würdig, von freien Leuten in der ganzen Welt Anerkennung zu erhalten.“
Italien war die Auftaktstation von Netanjahus erster Europareise seit seinem Amtsantritt. Von dort aus fliegt er weiter nach Frankreich.