Menschenrechtler sollen im Auftrag der UN herausfinden, ob während der Operation „Gegossenes Blei“ von israelischer Seite Kriegsverbrechen begangen wurden. Agbaria bat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in einem Brief, bei den Untersuchungen helfen zu dürfen, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er habe mit eigenen Augen die „brutalen und gnadenlosen“ Ergebnisse des israelischen Militärs im Gazastreifen gesehen.
„Als Mitglied der Knesset und als jemand, der mehr als 30 Jahre im medizinischen Bereich in angesehenen israelischen Einrichtungen gearbeitet hat, bitte ich nun darum, als aktiver Teil an der Untersuchungsgruppe teilzunehmen“, schreibt er. „Ich will die Delegation mit meinem medizinischen Wissen und meinen Erfahrungen unterstützen.“
Er selbst habe den Gazastreifen nach der Operation „Gegossenes Blei“ besucht. Dabei habe er nicht nur die Zerstörung durch die Israelis gesehen, sondern vor allem die verletzten Palästinenser in den Krankenhäusern, die gefährliche Verbrennungen erlitten hatten. Die Verletzungen wiesen darauf hin, „dass Israel laut internationalem Menschen- und Strafrecht von unzulässigen Waffen Gebrauch gemacht“ habe.
Zudem forderte Agbaria das Komitee in dem Brief auf, die Kriegsverbrechen, die die Israelis während der Offensive begangen hätten, nicht zu verschleiern. Er hoffe, dass das „Ergebnis der Untersuchung die Israelis wegen Kriegsverbrechen vor Gericht“ bringe. Weiter kritisierte er die Entscheidung der israelischen Regierung, die Untersuchung nicht zu unterstützen. Diese hingegen fordert, dass untersucht werden solle, aus welchem Grund der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen nach acht Jahre noch kein Ende gefunden habe.