Das Volk Israel habe gute historische Erinnerung an den Iran. Das iranische Volk habe einen besonderen Platz im jüdischen Erbe. Dazu trügen unter anderem die Erinnerung an den Perserkönig Kyros den Großen bei, der die Rückkehr der jüdischen Bevölkerung aus dem babylonischen Exil ermöglichte. Aber auch in der modernen Periode habe es gute Zeiten mit dem Iran gegeben. Man habe gemeinsam Erfahrungen in den Bereichen Landwirtschaft, Wissenschaft und Medizin ausgetauscht und bestmögliche Beziehungen gepflegt, sagte Peres in seiner Ansprache laut der Tageszeitung „Ha´aretz“.
„Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt“
Zu seinem größten Bedauern befänden sich die derzeitigen Beziehungen zwischen beiden Staaten auf ihrem tiefsten Punkt. Dies sei auf die iranische Führung zurückzuführen, die alles versuche, um gegen den jüdischen Staat und dessen Volk zu handeln und damit drohe, Israel zu vernichten. „Ich frage mich, wie ein edles Volk wie Sie in so einem blinden Hass verfangen sein kann, wie Sie einen Führer wählen können, der Menschen verachtet, die von den Nazis ermordet wurden und der ein anderes Land vernichten und morden will. Sie glauben an Gott und wir glauben an Gott, aber an einen Gott des Lebens und Respekts, nicht an einen Gott des Todes und Hasses“, so Peres.
Er hoffe, dass das iranische Volk wieder zu seinem rechtmäßigen Platz unter den aufgeklärten Staaten zurückfinde. Es werde dadurch respektiert und nicht gehasst werden. Er sei sich sicher, dass es dann wie in der Vergangenheit große kulturelle Beiträge leisten werde, so Peres weiter. Seine Ansprache beendete er mit einem traditionellen Neujahrsspruch in der Landessprache Farsi.
Peres‘ Rede wurde von einem Farsi-sprachigen israelischen Radiosender ausgestrahlt, der auch im Iran empfangen werden kann. In der Vergangenheit hatte bereits Israels früherer Staatspräsident Mosche Katzav, der aus dem Iran stammt, Neujahrsgrüße an das iranische Volk gesandt. Peres‘ Rede war jedoch die erste, seit der Holocaustleugner Mahmud Ahmadinedschad Präsident ist.