Sie seien von ihren Vorgesetzten zu den Angriffen aufgefordert worden, teilten die Soldaten in der Militärakademie Oranim mit. Zudem hätten sie bewusst und ohne Anlass palästinensisches Eigentum zerstört. Das Protokoll der Gespräche wurde am Donnerstag veröffentlicht. Ein Armeesprecher sagte laut der Zeitung „Ha´aretz“, bislang hätten die Verteidigungsstreitkräfte keine Informationen über derartige Vorfälle gehabt.
Andere Soldaten, die ebenfalls an der Operation „Gegossenes Blei“ beteiligt waren, äußerten Zweifel an den Vorwürfen ihrer Kameraden. Es sei unwahrscheinlich, dass Armeeangehörige danach gestrebt hätten, Palästinenser ohne Anlass zu töten. Im Gegenteil seien die Soldaten speziell angewiesen worden, das Feuer nur auf bewaffnete Terroristen oder auf Personen zu richten, die eine Bedrohung darstellten, so der 21-jährige Assaf Danziger gegenüber der Tageszeitung „Jediot Aharonot“.
Verteidigungsminister Ehud Barak bekundete infolge der Anschuldigungen sein Vertrauen darauf, dass die Untersuchungen äußerst sorgfältig ablaufen würden. „Wir haben die moralischste Armee der Welt“, sagte er dem israelischen Rundfunk. „Ich habe Dutzende Jahre in Uniform verbracht. Ich weiß, was in Jugoslawien, Afghanistan und dem Irak passiert ist. Ich sage Ihnen, dass vom Generalstabschef bis hinunter zum letzten Soldaten die moralischste Armee der Welt bereit ist, Anordnungen von der israelischen Regierung anzunehmen.“