Peres lädt Muslime zum Fastenbrechen ein

JERUSALEM (inn) - Israelis und Palästinenser stünden näher vor einer strategischen Entscheidung als jemals zu zuvor. Das sagte der Gründer der "Islamischen Bewegung", Scheich Abdallah Nimr Darwisch, am Dienstagabend. Er sprach während eines Abendessens anlässlich des Fastenbrechens, zu dem Israels Staatspräsident Schimon Peres hochrangige Vertreter der muslimischen Gemeinschaft eingeladen hatte.

Beide Seiten seien sich einig, dass sich Israel auf die Grenzen von 1967 zurückzieht und bestimmte Gebiete ausgetauscht werden, so Darwisch. Er ist zugleich einer der geistigen Führer der "Islamischen Bewegung" – einer großen religiös-politischen Gruppierung israelischer Araber. Laut Peres betragen die Differenzen zwischen Israelis und Palästinensern bei der Frage zum Grenzverlauf weniger als fünf Prozent.

Peres betonte während des Treffens, dass Koexistenz von Juden und Arabern möglich sei. "Wir alle sind Nachkommen unseres Vaters Abraham", so der Staatspräsident. "Der Gott, zu dem ihr auf Arabisch betet und der eine, zu dem wir auf Hebräisch beten, befiehlt uns nicht, uns mit Bomben zu bewerfen, sondern zu beten", sagte Peres weiter. Eine Welt ohne Islam wäre "jämmerlich", ebenso eine Welt ohne Judentum, Christentum oder Buddhismus.

Er glaube fest daran, dass es eine Lösung für den Nahost-Konflikt gebe. Israel habe in den 60 Jahren seines Bestehens sieben Kriege ausgefochten, aber auch zwei Friedensabkommen getroffen. "Haben wir nicht das eroberte Land an Ägypten zurückgegeben? Wir haben auch Jordanien alle Wasserressourcen zurückgegeben. So haben wir die Besatzung beendet. Ich bin sicher, dass sich dieses Szenario mit den Palästinensern wiederholen wird", sagte Peres laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot".

An dem traditionellen Fastenbrechen nahmen auch der jordanische und der türkische Botschafter in Israel teil.

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