In einem Telefonat mit ihrer georgischen Amtskollegin Jekaterina Tkeschelaschwili dankte Livni für die Unterstützung bei den Bemühungen, israelische Touristen aus der Krisenregion zu evakuieren. Israel werde den Georgiern je nach Bedarf helfen, sagte sie laut dem Internetportal „Walla“.
Verletzter Journalist in Jerusalem
Am Mittwochmorgen traf der verletzte Reporter Zadok Jeheskeli in Israel ein. Er arbeitet für die Tageszeitung „Jediot Aharonot“. In Gori wollte er mit einem internationalen Team Versuche dokumentieren, humanitäre Hilfe in die umkämpfte Stadt zu bringen. Offenbar wurde er durch eine russische Kugel verwundet. Der Kameramann Stan Storimans, der beim niederländischen Sender RTL angestellt war, kam ums Leben. Zudem erlitten ein georgischer und ein griechischer Journalist Verletzungen, schreibt die Zeitung „Ha´aretz“.
Jeheskeli wurde in der georgischen Hauptstadt Tiflis operiert. Zwei Ärzte der Jerusalemer Universitätsklinik und ein israelischer Sanitäter begaben sich ins dortige Krankenhaus. Nach Angaben der Mediziner hatte die Kugel den Israeli an der Schulter getroffen und mehrere Organe verletzt. Über Nacht besserte sich sein Zustand soweit, dass er nach Israel geflogen werden konnte. Nun wird er im Jerusalemer Hadassa-Krankenhaus in Ein Kerem weiter behandelt.
Jeheskelis letzte Schlagzeile: „Rettet uns“
Die Zeitung „Jediot Aharonot“ hatte den 52-jährigen Vater von zwei Kindern nach Georgien geschickt, um über den jüngsten Konflikt mit Russland um die Region Südossetien zu berichten. Am Dienstag lautete die Schlagzeile seines Artikels: „Rettet uns“.
Jeheskeli ist einer der dienstältesten Journalisten der „Jediot Aharonot“. In den 80er Jahren erhielt er Morddrohungen von den Anhängern des Fußballvereins Beitar Jerusalem. Zweimal griffen ihn Fans an, so dass er ärztlich behandelt werden musste.
Die prorussische Region Südossetien strebt eine international anerkannte Unabhängigkeit nach dem Vorbild des Kosovo an. Völkerrechtlich gilt sie als Teil Georgiens. Auch Abchasien will sich von dem Land abspalten. Immer wieder kommt es in dem Gebiet zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Georgien und Russland. In den vergangenen Tagen eskalierten die Kämpfe, zahlreiche Menschen wurden getötet. In der Nacht zum Mittwoch einigten sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe.