Gillerman kritisiert islamisches Schweigen zu Terror

NEW YORK (inn) - Israels scheidender UN-Botschafter Dan Gillerman hat am Dienstag vor dem Sicherheitsrat seine Abschiedsrede gehalten. Er beendet seine Amtszeit in New York nach sechs Jahren. Dies berichtet der Nachrichtendienst "Arutz Scheva".

Gillerman trug seine ursprünglich vorbereitete Rede nicht vor, sondern sprach frei und „offenen Herzens“ zu seinen Amtskollegen. Dies sei vermutlich die letzte Gelegenheit, vor dem UN-Sicherheitsrat offiziell als Repräsentant von Israel zu sprechen, so Gillerman. Er wolle deshalb die Gelegenheit nutzen und allen für ihre Unterstützung während seiner Amtszeit und ihren Einsatz beim israelisch-palästinensischen Konflikt danken.

„Das größte Grauen herrscht innerhalb des Islam“

„Das größte Grauen, das meiste Blutvergießen, die meisten Morde, die größte Gewalt spielt sich leider im Islam ab“, leitete Gillerman zu dem Thema Terror über. Unter den Muslimen sei nicht nur die Mehrheit der Terroristen, sondern auch die Mehrheit der Terror-Opfer. Am meisten erschrecke ihn aber das „unheimliche Schweigen in der islamischen Welt“ angesichts des Terrorismus. Er hoffe immer noch auf einen muslimischen Führer, der dem schrecklichen Geschehen Einhalt gebiete. Arabern und Muslimen müsse bewusst werden, dass es ihre Pflicht sei, in dieser Situation Bedürftigen zu helfen und gegen Extremisten vorzugehen.

In seiner Rede nahm Gillerman ebenso Bezug auf das jüngste Attentat durch einen Traktorfahrer. „Stellen Sie sich einmal einen Bulldozer auf der Fifth Avenue oder den Champs Elysées vor, der mit Vollgas in andere Autos rast.“ Gillerman sieht den Vorfall als Phänomen, nicht als Handlung eines bloßen Irren, wie viele Leute nach der ersten „Traktor-Attacke“ über den Fahrer sagten. „Wenn Sie in Paris, Moskau oder New York in ein Café gehen kostet das ein paar Dollar, in Jerusalem kann es Menschenleben kosten.“ Er sei während seiner Amtszeit für seine Überreaktionen und Dramatisierungen kritisiert worden, fährt Gillerman fort. Aber wenn man das Geschehen in Israel mit eigenen Augen sehe, Israel besuche, würde man verstehen, was es bedeute, tagtäglich mit Konflikten konfrontiert zu sein.

„Israel wird siegen“

In seiner Rede lud Gillerman die Zuhörer dennoch nach Israel ein. „Sie werden ein Israel sehen, das sich deutlich von dem unterscheidet, was im Fernsehen vermittelt wird.“ Denn dort zeige man nur Blutvergießen und Gewalt. Israel sei jedoch auch ein großartiges Land, innovativ in Bereichen der Wissenschaft, Medizin und Agrarwirtschaft, sagte Gillerman und fügte am Ende hinzu: „Was auch immer passiert, worüber man auch streiten möge, Israel wird siegen“.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Gillerman in Manhattan seinen offiziellen Abschied gefeiert. Seine Nachfolgerin wird die Juraprofessorin Gabriela Schalev.

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