Der Attentäter fuhr um die Mittagszeit mit einem Caterpillar-Bulldozer aus dem Hof des Caesar-Hotels entgegen der Fahrtrichtung auf die Sarei-Israel-Straße und bog dann links auf die Jaffa-Straße in Richtung Innenstadt ab. Er warf zwei Linienbusse um und zerquetschte mehrere Fahrzeuge samt ihrer Insassen, soweit diese nicht fliehen konnten. Bevor der Amokfahrer zum Stillstand gebracht werden konnte, wurde noch ein Kleinwagen unter ihm begraben.
Der 30-jährige Palästinenser aus dem Ostjerusalemer Stadtteil Zur Baher war verheiratet und hatte zwei Kinder. Wie jeder Araber aus dem Ostteil der israelischen Hauptstadt hatte er zwar keine Staatsbürgerschaft, aber eine Daueraufenthaltserlaubnis und damit de facto – abgesehen vom Wahlrecht – alle Rechte eines Israelis und konnte in ganz Israel problemlos arbeiten. Er war als Baggerfahrer an den Bauarbeiten der neuen Jerusalemer Straßenbahn beteiligt. Diese Vorteile hatte er offensichtlich zu einem Anschlag genutzt, wie ihn die Geschichte des terrorerfahrenen jüdischen Staates bislang nicht kannte. Allerdings war der Mann laut Jerusalemer Polizeichef aufgrund seines kriminellen Hintergrunds aktenkundig.
Gestoppt wurde der Bulldozerattentäter erst, als ein 18-jähriger Wehrdienstpflichtiger, der gerade erst seine Grundausbildung mit Auszeichnung bestanden hatte, auf das fahrende Baufahrzeug aufsprang und den Attentäter erschoss. Getötet wurde er dann durch weitere Schüsse aus der Waffe des Polizisten Eli Misrachi, der zu Hilfe eilte. Die Szene wurde von einem Kameramann des britischen Fernsehsenders BBC gefilmt.
Bislang hat sich keine der einschlägigen palästinensischen Organisationen zu dem Anschlag bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter ist und spontan gehandelt hat. Der Vater des Täters sagte bei einem Verhör gegenüber den Beamten: „Mein Sohn hat nie über Pläne für einen Terroranschlag gesprochen. Wenn er das getan hätte, hätte ich versucht, ihn davon abzuhalten.“
Eli Jischai, Vorsitzender der Schass-Partei, sagte nach dem Anschlag, die Bewegungsfreiheit der israelischen Araber müsse eingeschränkt werden. Es dürfe nicht mehr allen automatisch eine unbegrenzte Arbeitsgenehmigung ausgestellt werden. Zudem sollte das Haus des Attentäters zerstört, seiner Familie sämtliche staatliche Zuwendungen gestrichen und die Angehörigen des Landes verwiesen werden.