Laut einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“ war die Reise für die Zeit vom 16. bis zum 20. Juni angesetzt. Harpers Mitarbeiter bestätigten eine Fahrt grundsätzlich erst kurz vor der Abreise, deshalb könne man in diesem Fall nicht von einer Absage sprechen. Doch über das Vorhaben sei öffentlich gesprochen worden.
„Die innenpolitische Lage in Israel ist, ganz offen, skandalös“, sagte der frühere kanadische Botschafter in Israel, Norman Spector. „Premierminister Harper hat keinen Anlass, dort zu sein, wenn sein Amtskollege zwei Schritte vom Galgen entfernt ist.“ Damit bezog sich der Diplomat auf Vorwürfe, nach denen Olmert eine große Geldsumme vom amerikanischen Geschäftsmann Morris Talansky erhalten haben soll. Die Staatsanwaltschaft sieht derzeit allerdings keine Grundlage für eine Anklage gegen den Regierungschef.
Rassismuskonferenz: Kanada unterstützt Israel
Kanada gilt als großer Unterstützer Israels. So sagte sie kürzlich ihre Teilnahme an einer für April 2009 geplanten Rassismuskonferenz der UN ab, weil sie befürchte, dass es wie in der Vergangenheit zu antisemitischen Äußerungen kommen könne. Bei der Rassismuskonferenz von 2001 hatten die Vertreter Israels und der USA aus Protest den Saal verlassen, weil Israel als rassistisch und als Apartheidstaat gebrandmarkt werden sollte. Diese Formulierung wurde später fallengelassen.
Man habe gehofft, dass der Vorbereitungsprozess für die Tagung in Genf „die Fehler der Vergangenheit beheben würde“, gab der kanadische Außenminister Maxime Bernier bekannt. „Trotz unserer Bemühungen haben wir den Schluss gezogen, dass sie es nicht tun wird. Kanada wird deshalb nicht teilnehmen.“