Israel sandte infolge des Attentats Beschwerdebriefe an den UN-Generalsekretär, den Sicherheitsrat und internationale Hilfsorganisationen. Darin warf es palästinensischen Terrorgruppen vor, einen humanitären Grenzübergang angegriffen zu haben, der eine Lebensader für die Bevölkerung im Gazastreifen sei. Im Gegensatz zu UN und Hilfswerken „schert sich die Hamas nicht um die Bevölkerung von Gaza“, schrieben die Israelis laut der Zeitung „Ha´aretz“. In einer offiziellen Mitteilung hieß es: „Jeder, der Augen im Kopf hat, kann sehen, dass es das Ziel der Terroristen ist, möglichst viele Israelis zu töten und jedes Anzeichen für eine Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern zu unterminieren.“
Palästinenser warnten vor Angriff
Vier bewaffnete Palästinenser waren an dem Überfall beteiligt. Sie erschossen die Israelis Oleg Lipson (37) und Lev Tscherniak (53) aus nächster Nähe. Nach Angaben des Sicherheitsoffiziers im westlichen Negev, Joav Peled, hatten palästinensische Koordinatoren für die Brennstoffversorgung vor dem geplanten Angriff gewarnt. „Es ist im Interesse der Palästinenser, dass weiter Treibstoff in den Gazastreifen weitergeleitet wird. Deshalb gaben sie der israelischen Seite, den Männern, die dort arbeiteten, Informationen über das Eindringen und warnten sie.“ Israelische Lastwagen bringen den Brennstoff zu dem Lager bei Nahal Os. Von dort wird er über eine unterirdische Pipeline in den Gazastreifen gepumpt.
Nach dem Attentat nahm die Armee die Verfolgung der Täter auf. Zwei Terroristen wurden erschossen, ihre Komplizen erreichten einen Fluchtwagen, der auf der anderen Seite der Grenze auf sie wartete. Am Abend trafen israelische Raketen ein Fahrzeug und ein Haus in Gaza-Stadt. Dabei wurden nach Angaben des Militärs einer der Attentäter und ein weiterer Palästinenser getötet. Bei einem weiteren Raketenangriff starben vier Palästinenser, darunter ein Mitglied der Terrorgruppe „Mudschahedin-Brigade“ und sein Bruder.
Israelische Sicherheitskräfte vermuten, dass die Attentäter einen oder mehrere Soldaten entführen wollten. Dafür spreche der bereitgestellte Fluchtwagen. „Es hätte sehr viel schlimmer kommen können“, sagte ein Armeesprecher. Ein Vertreter der Terrorgruppe „Volkswiderstandskomitees“ bestätigte, dass das vorrangige Ziel des Überfalls die Entführung eines Soldaten gewesen sei. Im Juni 2006 war Gilad Schalit bei einem ähnlichen Angriff in den Gazastreifen verschleppt worden.
Israel beschuldigt Hamas
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und Außenministerin Zipi Livni machten die Hamas für das Attentat verantwortlich. In Gesprächen mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk teilten sie mit, dass Israel die Verantwortung für alle Angriffe aus dem Gazastreifen bei der Gruppierung sehe, weil sie dort an der Macht sei. Der Islamische Dschihad und die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden hatten sich zu dem Überfall bekannt. Die „Volkswiderstandskomitees“ gaben bekannt, dass drei Gruppierungen daran beteiligt gewesen seien.
Der Hamas-Sprecher Fawsi Barhum lobte den Angriff als „heldenhaft und mutig“. Seine Organisation sei dafür nicht verantwortlich, aber sie unterstütze den „Widerstand“.