Kanada: Professoren gegen „Israel-Apartheid-Woche“ an Universität

TORONTO (inn) - In Kanada haben 125 Dozenten der Universität Toronto gegen die jährliche "Israel-Apartheid-Woche" (IAW) protestiert. Sie forderten die Hochschule auf, die antiisraelische Veranstaltung auf ihrem Campus zu untersagen.

Im Februar fand die „Apartheid-Woche“ auf dem Gelände der Universität statt. Dabei wurde die israelische Politik gegenüber den Palästinensern mit der einstigen Rassentrennung in Südafrika in Verbindung gebracht. Nun veröffentlichten die 125 Hochschullehrer einen ganzseitigen Artikel in der kanadischen Zeitung „National Post“. Darin riefen sie die Universität auf, „sich der Ausrichtung der Israel-Apartheid-Woche entgegenzustellen“ und „zu verhindern, dass diese hasserfüllte und spaltende Veranstaltung in zukünftigen Jahren an unsere Universität zurückkehrt“.

Bereits vor einem Jahr hatten 70 jüdische und nichtjüdische Dozenten infolge der IAW einen ähnlichen Brief an die Universität Toronto unterzeichnet. Doch obwohl diese ihre Besorgnis äußerte, konnte die IAW auch in diesem Jahr stattfinden. Die Hochschule berief sich bei ihrer Entscheidung auf die Redefreiheit, die geschützt werden müsse. Dies berichtet die „Jerusalem Post“.

„Bühne für Holocaustleugner“

„Einerseits werden sie nichts erlauben, das als Beleidigung für andere Minderheiten angesehen wird“, sagte einer der Verfasser des Briefes, Eldad Zacksenhaus. „Aber sie haben kein Problem, denjenigen eine Bühne zu geben, die zur Zerstörung Israels aufrufen, den Holocaust leugnen oder Terror befürworten.“

Im Jahr 2006 wurde bei der IAW unter anderen Ward Churchill besonders herausgestellt, der die Ansicht vertrat, der Massenmord an den europäischen Juden sei in keinster Weise ein „festgelegtes Ziel der Nazipolitik“ gewesen. Im Mittelpunkt stand auch As´ad Abu Khalil, der forderte, dass sich Israel „dem Willen der Palästinenser unterwirft“. Außerdem sorgte der israelische Professor Ilan Pappe für Aufsehen – er unterstützt die Hamas und hat zur Auflösung des Staates Israel aufgerufen.

Eine weitere kanadische Einrichtung, die McMaster-Universität, habe ähnliche Beschwerden über die IAW erhalten und sie eingestellt, so Zacksenhaus. „Das macht Hoffnung. Aber wir können diesen Kampf nicht allein führen. Redefreiheit kann nicht als Erlaubnis benutzt werden, um Lügen zu verbreiten.“

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