UN-Vertreter: „Israel muss angemessen auf palästinensische Angriffe reagieren“

GAZA / SDEROT (inn) - Der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten hat eine diplomatische Lösung für den Konflikt zwischen Israel und dem Gazastreifen gefordert. Das Problem der palästinensischen Raketenangriffe könne militärisch nicht gelöst werden, sagte der UN-Vertreter John Holmes am Wochenende bei einem Besuch in der Region.

„Das einzige, was einen dauerhaften Unterschied bewirken wird, ist ein Friedensabkommen“, so Holmes. „Man kann diese Probleme nicht militärisch lösen. Sie müssen durch Verhandlungen gelöst werden.“ Er besuchte den Gazastreifen und die israelische Stadt Sderot, die besonders im Visier der palästinensischen Angriffe ist.

Über die humanitäre Lage im Gazastreifen zeigte sich Holmes „schockiert“. Er appellierte an Israel, die Grenzübergänge zu öffnen und die Versorgung der Zivilbevölkerung zu erleichtern.

„Beispiel an britischer Regierung nehmen“

Im Gespräch mit der Zeitung „Ha´aretz“ sagte Holmes, die Antwort auf die Kassam-Raketen müsse aus humanitärer Sicht angemessen sein. Als Beispiel nannte er die britische Regierung, die trotz des Terrors niemals einen Angriff auf Nordirland in Erwägung gezogen habe. Vielmehr habe sie nach anderen Mitteln zur Lösung der Krise gesucht. Der Brite war an den Verhandlungen im Nordirlandkonflikt beteiligt.

Er sei sich bewusst, dass Bewohner der raketengeplagten Region Druck auf die israelische Regierung ausübten und eine Reaktion auf die Angriffe forderten, so Holmes. Auch wisse er, dass Unterschiede zur Lage in Nordirland bestünden. Aber es gebe keine Zauberformeln.

Bei seinem Aufenthalt in Sderot verurteilte Holmes den palästinensischen Raketenbeschuss: „Es gibt dafür keine Rechtfertigung. Die Angriffe sind wahllos.“

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