Hamas im Westjordanland kritisiert Machtübernahme in Gaza

NABLUS (inn) - Hamas-Führer im Westjordanland haben am Dienstag Kritik an der Machtübernahme ihrer Gruppierung im Gazastreifen geäußert. Zudem forderten sie Hamas-Mitglieder auf, ihre Waffen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zu übergeben. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an".

„Wir verurteilen die militärische Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas“, sagte der Hamas-Führer Mussa al-Charras vor Journalisten in Nablus. „Dasselbe gilt für alle anderen Maßnahmen, die darauf folgten.“

Nach seinen Angaben haben die Hamas-Führer in der Autonomiestadt und die PA eine Abmachung getroffen. Dadurch habe jeder Hamas-Aktivist, der seine Waffe abgebe, keine Strafe zu befürchten und werde innerhalb von 40 Minuten freigelassen. „Dieser Schritt wurde nach einer Diskussion zwischen Brüdern aus der Bewegung in Nablus beschlossen“, so der Hamas-Führer. Sie hätten während der ganzen Geschichte der Gruppierung eine wichtige Rolle gespielt. „Sie wurden nach dem Militärcoup im Gazastreifen von den palästinensischen Sicherheitskräften inhaftiert. Deshalb fordern wir Hamas-Mitglieder auf, die persönlichen Waffen an die Palästinensische Autonomiebehörde abzuliefern, die sie gekauft haben, als sich die Stadt in einem Zustand des Chaos befand.“

Al-Charras fügte hinzu, die PA wolle der islamischen Schule der Hamas in Nablus eine Zulassung erteilen. Zudem werde sie nach und nach Organisationen der Gruppierung wieder öffnen, die geschlossen worden seien. Ferner seien kürzlich 14 Hamas-Anhänger aus palästinensischen Gefängnissen freigekommen.

Die Hamas hatte im vergangenen Juni gewaltsam die Macht im Gazastreifen übernommen. Vorher bildete sie eine Koalition mit der gegnerischen Fatah. Diese dominiert die PA.

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