Die Raketen des Typs „Schihab 3“ haben eine Reichweite von 1.300 Kilometern und könnten damit jedes Ziel in Israel erreichen. Deren Abschuss sei lediglich die „erste Reaktion“ auf einen Angriff, so die Webseite. Weitere mögliche Angriffsziele seien einige Dutzend Stützpunkte der US-Armee im Irak.
Der französische Außenminister Bernard Kouchner warnte am Sonntag, die Welt müsse sich angesichts der nuklearen Bedrohung aus dem Iran „auf das Schlimmste“ gefasst machen. Der Minister sprach von einem „Krieg“, betonte jedoch zugleich die Notwendigkeit weiterer Versuche, die Situation durch Gespräche zu entspannen. In der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ sagte Kouchner: „Der Iran tut, was dem Irak gefällt. Nirgendwo in der Welt gibt es derzeit eine größere Krise als diese.“
Israel reagierte gelassen auf die Drohung aus Teheran. Man höre genau hin, glaube aber nicht alles, was die iranische Regierung von sich gebe, ließ das Büro von Premierminister Ehud Olmert verlauten. „Ich glaube nicht einmal, dass der durchschnittliche Iraner diese Sachen glaubt“, sagte ein Vertrauter Olmerts am Montag laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Vor einigen Wochen behauptete der Iran, 3.000 Zentrifugen in Betrieb genommen zu haben, die Uran für eine Atombombe anreichern könnten, so dass diese noch in diesem Jahr fertiggestellt sein könnte. Auch dies glaube kaum jemand in der Welt, so der israelische Vertreter. „Sie wollen die Welt glauben machen, dass sie den Punkt ohne Widerkehr bereits überschritten haben, so dass jeder weitere Druck auf den Iran hoffnungslos wäre.“
Ahmadinedschad: „Wir wollen Frieden“
Olmert selbst äußerte sich am Montag ähnlich. Vor Journalisten sagte er, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wolle der Welt Angst machen, dass sein Land längst in der Lage sei, die Atombombe zu bauen. Ahmadinedschad erklärte in einer Live-Sendung des iranischen Fernsehens am Sonntag, sein Land wolle Frieden und Freundschaft mit den USA. „Unsere Botschaft an die amerikanische Nation ist eine Botschaft des Friedens, der Freundschaft, der Bruderschaft und des Respekts vor allen Menschen“, sagte der Präsident im staatlichen Satellitensender „Jame Jam“. Dies berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.
D er Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Mohammed el-Baradei,
kritisierte am Montag, dass manche bereits von einem Angriff auf den Iran sprächen. Er nannte dies einen „Hype“; eine militärische Intervention gegen den Iran sei nur die letzte Möglichkeit, die zudem vom UN-Sicherheitsrat beschlossen werden müsste. „Es gibt gewisse Regeln, wie man Streitkräfte einsetzt, und ich hoffe, dass jeder eine Lektion aus der Situation im Irak erlernt hat, wo 700.000 unschuldige Zivilisten ihr Leben verloren haben wegen des Verdachts, dass ein Land Nuklearwaffen hat.“
Protest gegen Auftritt vor UN
Ahmadinedschad wird laut der „Jerusalem Post“ voraussichtlich vor der 62. Generalversammlung der Vereinten Nationen sprechen, die in dieser Woche in New York abgehalten wird. Mehrere jüdische Verbände in den USA haben Protest dagegen eingereicht. „Wir finden, dass der Protest wegen der rhetorischen Eskalation Ahmadinedschads dieses Jahr besonders wichtig ist“, sagte Malcolm Hoenlein, stellvertretender Vorsitzender einer Konferenz großer jüdischer Organisationen. „Er hat Verhandlungen dazu benutzt, sein (Atom-)Programm weiterzuführen, ohne es je ändern zu wollen“, sagte Hoenlein. Der Iran unterminiere die NATO, stifte Unruhen im Irak und unterstütze die radikal-islamische Hisbollah-Miliz, fuhr er fort. Aus diesen Gründen sei die Anwesenheit Ahmadinedschads vor den UN, deren Satzung er verletze, nicht zu dulden.
Es wäre Ahmadinedschads dritter Besuch in den USA, seit er im Jahr 2005 zum Präsidenten des Iran gewählt wurde. Sein Visa erlaubt es ihm nicht, sich weiter als 40 Kilometer um das UN-Gebäude in New York zu entfernen.