3sat-Beitrag über israelisches Café

TEL AVIV (inn) - Das "Café Tamar", dass der Besucher in der Schenkinstraße in Tel Aviv vorfindet, ist kein gewöhnliches Kaffeehaus. In Israel ist es eine Institution. Der Fernsehsender "3sat" stellt das Lokal am morgigen Samstag um 19.20 Uhr in dem Beitrag "Utopie mit Milch und Zucker" vor.

Seit der Gründung 1941 wurden im “Café Tamar” vor allem von linken Intellektuellen heftige gesellschaftliche Debatten geführt. Die Wochenzeitung “Jüdische Allgemeine” umschreibt das Lokal als Ort, “in dem Lebenslust und Politfrust heftig aufeinanderprallen”. Die Schenkin-Straße und das Café symbolisierten den Traum von einem linken, europäisch geprägten jüdischen Staat.

Im Café selbst scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Einrichtung sei in den 50er Jahren modern gewesen. Die Wände sind mit Karikaturen und Fotos von lebenden und toten Stammgästen tapeziert. Zu den prominenten Besuchern zählen der Schriftsteller Joram Kaniuk, der Eichmann-Jäger Rafi Eitan oder der “Exodus”-Kommandant Jossi Harel.

“Heute tummelt sich dort eine bunte Mischung von Menschen – ein Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft”, heißt es in dem Hinweis zur Sendung. Viele von ihnen hätten sich einen entspannten Umgang mit existenziellen Bedrohungen wie Selbstmordanschlägen und Scud-Raketen angewöhnt.

Stammgast ist auch Rafi Kishon, der Sohn von Ephraim Kishon, der den Humor seines Vaters geerbt hat und die Menschen gern zum Lachen bringt. Das genaue Gegenteil davon ist der Grafiker David Tartakover, der das ganze Land mit seinen Plakaten, die unter anderem Verletzte nach palästinensischen Selbstmordanschlägen zeigen, schockierte. Viele von ihnen haben nach der Ermordung von Premier Jitzhak Rabin 1995 in unmittelbarer Nähe zum Café aufgegeben. Die heutige Besitzerin des Cafés war eng mit den Rabins befreundet.

Samstag, 17. April, 19.20-19.50 Uhr, 3sat

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