18. Knesset vereidigt

JERUSALEM (inn) - Mehr als drei Monate nach Auflösung des israelischen Parlaments wurde am gestrigen Dienstagnachmittag die 18. Knesset vereidigt. Staatspräsident Schimon Peres forderte in seiner Eröffnungsrede die Fortführung der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. Ein Abkommen sollte wenn möglich innerhalb der vierjährigen Amtszeit getroffen werden.

Es widerspreche Israels Prinzipien, ein anderes Volk zu beherrschen, ebenso wenig wolle Israel beherrscht werden, sagte der 85-jährige Friedensnobelpreisträger vor den etwa 1.000 Anwesenden.

Peres rief die insgesamt zwölf Parteien in der neu gewählten Knesset zur Einheit auf. Er forderte von den 120 Abgeordneten, wichtige Entscheidungen nicht zu vertagen, sondern zu handeln. “Sie haben die Möglichkeit, zwischen einfacher Untätigkeit oder schmerzhaften Entscheidungen zu wählen”, sagte Peres. Etwa ein Sechstel der Knessetmitglieder ist weiblich. Unter den Abgeordneten sind insgesamt 31 neue Gesichter.

“Vier große Herausforderungen”

Derzeit sehe sich Israel mindestens vier großen Herausforderungen gegenüber, fügte der Präsident hinzu. Zum einen müssten die Verhandlungen mit den Palästinensern in dieser Amtszeit abgeschlossen werden. Zum anderen müsse die Zukunft der jungen Generation oberste Priorität haben. Ferner müssten Israels Qualifikationen in wissenschaftlicher Hinsicht weiterentwickelt werden. Und schlussendlich gebe es den Anspruch, Israel als eine aufgeklärte Nation zu präsentieren, die eine gerechte Gesellschaft verkörpere.

“Wir sind stolz auf unsere Demokratie. Sie hat bewiesen, dass sie in Zeiten des Friedens, aber auch in Zeiten des Krieges funktioniert. Sie hat Probleme und Sorgen überstanden und hat uns befähigt, große Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. So, wie wir aufrichtig zu unserer Nation sind, so sind wir loyal gegenüber unserer Demokratie. Israel hat keine Kämpfe verloren, noch haben wir Frieden abgelehnt. Wir haben Redefreiheit ermöglicht und die Wüste begrünt (…). Wie kann man nicht ermutigt sein, angesichts eines solchen Staates. Wie können wir ihn nicht mehr und mehr lieben? Er verdient all unsere Bemühungen. Jedes mutige Handeln. Jedes Opfer. Jede Hoffnung. Auch wenn ein Fehler gemacht wurde, ist Israel vorangekommen. Und wenn es Erfolg hatte, hat es sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Ich eröffne diese Sitzung als ein tief bewegter Mann des Vertrauens”, so Peres.

Zum vorübergehenden Knessetsprecher wurde der dienstälteste Abgeordnete, Michael Eitan, vom Likud-Block ernannt. In der vorherigen Knesset hatte dieses Amt Dalia Itzik von der Kadima-Partei inne. Sie wird sich auch in dieser Amtszeit wieder zur Wahl stellen und unter anderem gegen ihren Vorgänger Reuven Rivlin (Likud) antreten.

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