Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten http://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sat, 21 Jan 2017 07:25:26 +0100 <![CDATA[Israelfreundlich getönt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/20/israelfreundlich-getoent/ Teilen Twittern Teilen

Israelfreundlich getönt

Selten hat sich ein US-Präsident in seinem Wahlkampf derart pro-israelisch geäußert wie Donald Trump. Die israelische Regierung frohlockt angesichts dieser Aussichten, während die Palästinenser bereits an anderer Stelle um Hilfe bitten.

„Wenn ich Präsident werde, sind die Tage der Behandlung Israels als Bürger zweiter Klasse vorüber – von Tag eins an!“ Als Präsidentschaftskandidat schillerte Donald Trump mit klaren Positionen wie diesen zu Israel. Gerade vor Organisationen wie dem „Amerikanisch-Israelischen Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten“ (AIPAC) konnte er sich so als politischer Messias präsentieren, der der Nahostpolitik seines Amtsvorgängers Barack Obama den Garaus macht.

Ob Botschaftsumzug nach Jerusalem oder Ende des Iran-Deals – Trump ließ kein heißes Eisen aus. Was er davon wirklich umsetzen kann, wird freilich erst seine Amtszeit zeigen. Zumal seine Kabinettsmitglieder bei den Senatsanhörungen in manchen Positionen bereits eine andere Meinung vertraten als er. Der damals designierte Außenminister Rex Tillerson sagte etwa, er wolle den Iran-Deal zwar überprüfen, er lehne ihn aber nicht von vornherein ab.

Botschaftsumzug anvisiert

Nicht völlig unrealistisch ist die angekündigte Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die treibende Kraft hinter diesem Projekt scheint Trumps Tochter Ivanka zu sein. Diese sagte bereits Ende Oktober 2015 vor Zuhörern in einer Synagoge in Florida, ihr Vater würde die Botschaft „zu 100 Prozent“ verlegen. Trump zog in dieser Hinsicht erst nach. Denn im Dezember sah er noch davon ab, Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt Israels zu nennen. Aber schon im Januar 2016 sprach er von Jerusalem als der „ewigen Hauptstadt“ Israels; „zu 100 Prozent“ würde er die Botschaft dorthin verlegen.

Der symbolträchtige Schritt wäre vergleichsweise einfach umzusetzen. Denn die Verlegung fordert ein bereits 1995 verabschiedetes US-Gesetz, das zudem Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels vorsieht. Das Gesetz wurde jedoch nie angewendet, da sämtliche Präsidenten bislang sicherheitspolitische Bedenken hatten. Die Palästinenser erheben Anspruch auf Ostjerusalem als Hauptstadt; eine Verlegung der Botschaft würde Verhandlungen erschweren, lautet das Kalkül.

Iran-Deal hat Vorrang

Allerdings räumen weder Trump noch die israelische Regierung der Botschaftsverlegung Priorität ein. „Das ist zwar sehr wichtig, aber es gibt auch andere Dinge“, winkte etwa der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman Anfang Dezember ab. Priorität hat nach den Worten Trumps der Iran-Deal. Dieser sei „katastrophal“ für die USA und für den Nahen Osten. „Wir haben den Terror-Unterstützer Nummer eins mit 150 Milliarden US-Dollar belohnt, und im Gegenzug nichts erhalten.“

Auf der formalen Ebene ergeben sich hier Möglichkeiten für Trump. Der Deal ist kein Staatsvertrag, sondern ein Abkommen zwischen Regierungen. Er gilt, solange sich alle Beteiligten daran halten. Genau so machte es auch das US-Außenministerium unter Obama deutlich. Die Westmächte haben nun bereits moniert, dass der Iran mit Raketentests im März 2016 gegen Vereinbarungen verstoßen habe.

Ob Trump diese Möglichkeiten auch nutzt, steht auf einem anderen Blatt. In einem „Bild“-Interview vier Tage vor seiner Amtseinführung sprach er nicht mehr von einem „Ende“ des Deals; er sei lediglich „unglücklich“ damit. Was genau er nun vorhat, wollte er nicht mehr sagen – angeblich aus taktischen Gründen. Die Aufkündigung des Deals könnte Beobachtern zufolge Probleme mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit sich bringen, mit dem Trump eigentlich zusammenarbeiten will.

Lust auf Verhandlungen

Auch in der Frage der Siedlungen rückte Trump im Wahlkampf von der üblichen Position der Weltgemeinschaft ab. Israel solle den Siedlungsbau fortführen, sagte er im März 2016 der britischen Nachrichtenseite „Daily Mail“. Die Palästinenser hätten tausende Raketen auf Israel abgefeuert, gab er als Begründung an. Zugleich sagte er, er würde es „lieben“, ein dauerhaftes Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern auszuhandeln. „Das wären die Verhandlungen meines Lebens.“

Offen bleibt dabei, ob die Palästinser in Trump einen Vermittler sehen. Immerhin haben sie sich schon angesichts des möglichen Botschaftsumzugs an Russland gewandt. Doch ohnehin haben sie es zunächst mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu tun: Dieser soll als Berater im Weißen Haus unter anderem für Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern zuständig sein. Die Palästinenser haben diese Personalie bereits begrüßt.

Anders als die Palästinenser blickt die israelische Regierung hoffnungsfroh auf Trumps Amtszeit, sieht gar den Anbruch eines neuen Zeitalters. Die Mitte Januar, also wenige Tage vor Trumps Amtseinführung abgehaltene „Friedenskonferenz für den Nahen Osten“ in Paris nannte Israels Premier Benjamin Netanjahu „Zuckungen einer vergangenen Welt“. Die zukünftige Welt werde anders sein – „und sie ist sehr nahe“.

Von: Daniel Frick

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Fri, 20 Jan 2017 13:55:00 +0100
<![CDATA[Scho'ah-Überlebender feiert Religionsmündigkeit]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/20/schoah-ueberlebender-feiert-religionsmuendigkeit/ Teilen Twittern Teilen

Scho'ah-Überlebender feiert Religionsmündigkeit

Ein 82-jähriger Israeli hat am Donnerstag in Haifa seine Bar Mitzva nachgeholt. Als Junge leistete Jakov Edelstein, ein gebürtiger Rumäne, unter der Naziherrschaft Zwangsarbeit in der Landwirtschaft. Mit 13 Jahren konnte er den Beginn der jüdischen Religionsmündigkeit nicht feiern. Bis heute benötigt Edelstein nach eigenen Angaben psychiatrische Behandlung, weil ihn die Bilder und Schmerzen der Scho'ah nicht loslassen. Doch er sei glücklich über seine zwei Söhne und vier Enkel, das eigene Haus sowie die nachgeholte Bar Mitzva. Ältester Gast war eine 98-jährige Auschwitz-Überlebende.

Von: eh

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Fri, 20 Jan 2017 13:51:00 +0100
<![CDATA[Antiquitäten-Schmuggelring aufgedeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2017/01/20/antiquitaeten-schmuggelring-aufgedeckt/ Teilen Twittern Teilen

Antiquitäten-Schmuggelring aufgedeckt

Ermittler der Israelischen Altertumsbehörde haben den bislang größten Antiquitäten-Schmuggelring im Norden Israels aufgedeckt. Die Täter wurden auf frischer Tat in Untergaliläa ertappt, als sie Ausgrabungen in den Ruinen der biblischen Stadt Mischkana durchführten. Die Gruppe bestand aus elf Männern, die alle unter Hausarrest gestellt wurden. Mischkana war ein jüdisches Dorf in der Römerzeit, das auch im Talmud vorkommt. Darin wird es zwischen Zippori und Tiberias lokalisiert.

Von: mm

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Fri, 20 Jan 2017 13:51:00 +0100
<![CDATA[Umfrage zu möglicher Nachfolge Netanjahus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/20/umfrage-zu-moeglicher-nachfolge-netanjahus/ Teilen Twittern Teilen

Umfrage zu möglicher Nachfolge Netanjahus

Die israelische Bevölkerung hat unterschiedliche Vorstellungen, wer Premier Netanjahu beerben sollte, falls dieser wegen der Bestechungs- und Manipulationsvorwürfe zurücktreten sollte. Die Menschen denken auch über zwei ehemalige Likud-Minister nach.

JERUSALEM (inn) – Wenn der israelische Premier Benjamin Netanjahu wegen der aktuellen Ermittlungen gegen seine Person zurücktreten sollte, wäre Sicherheitsminister Gilad Erdan unter den Likud-Wählern der bevorzugte Nachfolger. Das besagt eine Umfrage der Tageszeitung „Ma'ariv“. Die Gesamtbevölkerung hingegen bevorzugt aus den Reihen der Likud-Partei den früheren Innenminister Gideon Sa'ar.

Sympathieträger Jair Lapid

16 Prozent der Likud-Wähler wünschen sich unter den Likud-Kandidaten Erdan als Nachfolger, 13 Prozent sprechen sich für Sa'ar aus. Jeweils 10 Prozent sind für die Kultur- und Sportministerin Miri Regev und den Verkehrsminister Israel Katz. Bei der Gesamtbevölkerung liegt dagegen Sa'ar mit 18 Prozent klar vorne. Bei allen Israelis kommt Sicherheitsminister Erdan laut der Umfrage auf 10 Prozent. Eine Zustimmung, die auch der ehemalige Verteidigungsminister Mosche Ja'alon erreicht. Sowohl Sa'ar als auch Ja'alon sind als Likud-Politiker aus der Knesset zurückgetreten. Beide denken aktuell aber über ein politisches Comeback nach.

Wenn die Bevölkerung aus allen Parteien den Netanjahu-Nachfolger bestimmen könnte, lautet der eindeutige Favorit der Vorsitzende der Partei Jesch Atid, Jair Lapid. 21 Prozent der Bevölkerung wünschen sich ihn als Premierminister, wenn Netanjahu zurücktreten sollte. Auf dem zweiten Platz folgt mit 12 Prozent Bildungsminister Naftali Bennett von der Partei Jüdisches Haus. Die Partei Jesch Atid wäre demnach auch die stärkste Fraktion in der Knesset, wenn jetzt Neuwahlen abgehalten würden.

Laut der Umfrage halten 57 Prozent der Gesamtbevölkerung die Untersuchungen zu Netanjahu hinsichtlich der Bestechungsvorwürfe und der Medienmanipulation für wohl begründet. 28 Prozent sind nicht dieser Meinung. Das „Panel Politics“-Forschungsinstitut führte die Internet-Umfrage unter 517 Israelis am 18. Januar durch.

Von: mm

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Fri, 20 Jan 2017 13:18:00 +0100
<![CDATA[Zahl der Strenggläubigen an Hochschulen steigt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/20/zahl-der-strengglaeubigen-an-hochschulen-steigt/ Teilen Twittern Teilen

Zahl der Strenggläubigen an Hochschulen steigt

Immer mehr Ultraorthodoxe streben einen Hochschulabschluss an, stellt das israelische Statistikamt fest. Allerdings ist die Rate der Studienabbrecher vergleichsweise hoch.

JERUSALEM (inn) – Seit dem Jahr 2009 ist die Zahl der Ultraorthodoxen an israelischen Hochschulen um etwa 250 Prozent gestiegen. Diese Zahl hat das Zentrale Statistikamt veröffentlicht. Im akademischen Jahr 2015/2016 waren demnach 11.013 Ultraorthodoxe an Hochschulen eingeschrieben. Im Jahr 2009/2010 waren dies noch 4.537.

Damit ist die Zahl der Ultraorthodoxen im Studium jedes Jahr im Schnitt um 16,3 Prozent gestiegen. Insgesamt nahm die Zahl der Studenten in Israel jedes Jahr im Schnitt um 1,6 Prozent zu. Der Anteil der Ultraorthodoxen unter jüdischen Studenten liegt bei 4,8 Prozent im Bachelor-Studiengang, bei 2,4 Prozent im Master-Studiengang und bei 0,6 Prozent bei Kandidaten für den Doktortitel.

Langes Studium

Dabei sind allerdings die wenigsten Ultraorthodoxen, 12 Prozent, an klassischen Forschungsuniversitäten eingeschrieben. Zu den Hochschulen zählen in der Statistik auch sogenannte „Academic Colleges“, die nur einen Bachelor-Studiengang anbieten. Dort studieren 48 Prozent der Ultraorthodoxen. Der Rest lässt sich zu Lehrern ausbilden (27 Prozent) oder betreibt ein Fernstudium (14 Prozent).

Hinzu kommt, dass die Zahl der Studienabbrecher vergleichsweise hoch ist: Knapp 24 Prozent haben kein zweites Studienjahr begonnen, bei anderen jüdischen Studenten liegt diese Rate bei 8,2 Prozent. Zudem haben knapp 40 Prozent derjenigen, die sich bereits 2009 eingeschrieben haben, noch immer keinen Abschluss.

Der Rat für Hochschulbildung hat die Einbindung von Ultraorthodoxen zur Priorität erklärt. Im September 2016 hat der Rat angekündigt, dazu umgerechnet 123 Millionen Euro zu investieren. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“. Bildungsminister Naftali Bennett hat zu diesem Anlass gesagt, das Bildungssystem sollte „die Integration von Ultraorthodoxen, Arabern, äthiopischen Einwanderern und der Peripherie nicht aufgeben“.

Von: df

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Fri, 20 Jan 2017 11:58:00 +0100
<![CDATA[Trilliarden Mini-Migranten in Europa]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2017/01/20/trilliarden-mini-migranten-in-europa/ Teilen Twittern Teilen

Trilliarden Mini-Migranten in Europa

Eine großangelegte israelische Untersuchung zeigt: Trilliarden Insekten begeben sich jährlich in Europa auf Völkerwanderung. Die Forscher machen dafür den Klimawandel mitverantwortlich.

Trilliarden Migranten kommen jährlich allein aus Südengland nach Kontinentaleuropa. Das beweist eine neue, in der Zeitschrift „Science” veröffentlichte Studie der Universität Haifa. Die Forscher fanden heraus, dass Insekten die größte kontinentale Migration auf Erden vollziehen. Allein aus dem südlichen Großbritannien wandern jährlich etwa 3,5 Milliarden Insekten nach Europa aus. Ihre Biomasse ist achtmal so groß wie der Zugvögel auf dem Weg zu ihren Winterquartieren in Afrika. Die Forscher befürchten, dass durch die globale Erwärmung die Anzahl der Insekten deutlich zunehmen könnte und Auswirkungen auf Ökosysteme in verschiedenen Teilen der Welt haben werde.

Fliegende Insekten migrieren auf saisonaler Basis. „Sie reagieren sehr empfindlich auf den Klimawandel. Das kann zu dramatischen Veränderungen in der wandernden Insektenbevölkerung führen, was wiederum erhebliche Umweltveränderungen zur Folge haben kann”, erklärt Nir Sapir von der Abteilung für Evolutions- und Umweltbiologie an der Universität Haifa. Er ist einer der Autoren des Artikels in „Science“.

Viele Insektenpopulationen wandern

Obwohl fliegende Insekten eine der größten Populationen auf dem Planeten darstellen, wurde bislang keine umfassende quantitative Untersuchung zum Phänomen der Insektenmigration unternommen. Forscher vermuteten, dass viele Insektenpopulationen wandern. Sie wussten aber nicht, welche Insekten dies tun, wann es geschiehtund was der Umfang der Migration ist.

Eine breit angelegte internationale Studie von Forschern der Universität Haifa, der „Nanjing Agricultural University“, der Universität Exeter, der Hebräischen Universität von Jerusalem, der „University of Greenwich“ und von „Rothamsted Research“ hat erste Klarheit geschaffen.

Radar zur Erforschung der Insektenmigration

Um Daten zu sammeln, wurden vor etwa 15 Jahren Radare in Südengland installiert. Aus den gesammelten Daten wurde die Insektenflut auf einer Fläche von 70.000 Quadratkilometern geschätzt. Die Radare messen das Gewicht der Insekten, die Fluggeschwindigkeit, Richtung und Höhe. Sehr kleine Insekten, die weniger als 10 Milligramm wiegen, werden nicht vom Radar erfasst. Spezielle Netze wurden gespannt, um Proben in der Luft zu fangen. Zwischen 2000 und 2009 wurden Daten zu Insekten gesammelt, die über 150 Metern Höhe fliegen.

Die Ergebnisse zeigten eindeutig eine südliche Bewegung dieser Insektenpopulationen im Herbst und eine nördliche Bewegung im Frühjahr. Die Forscher waren von dem Ausmaß dieses Phänomens überrascht: etwa 3,5 Milliarden Insekten mit einem Gewicht von 3.200 Tonnen Biomasse wanderten in jeder Saison. Die Studie untersuchte die Ausgangspunkte und Ziele der Insektenpopulationen und die von den Mini-Migranten überwundenen Entfernungen. Sie wandern mehrere hundert Kilometer und möglicherweise sogar weiter.

„Da es Beweise gibt, dass diese Migration auch über dem Meer stattfindet und da Großbritannien eine Insel ist, müssen diese Insekten im Frühjahr nach England gekommen sein. Mindestens einige müssen zuvor im Herbst nach Europa geflogen sein”, erklärt Sapir. Die Daten zeigten, dass Insekten den Wind benutzen, um ihr Ziel zu erreichen. Die Insekten nutzten die südlichen Winde im Frühjahr und die nördlichen Winde im Herbst. „Sie wählten die Richtung, in die sie fliegen wollten. Wir waren überrascht, dass Insekten ihre Navigationsfähigkeiten nutzen, um ihre Ziele mit diesen Winden zu erreichen”, so Sapir.

Größere Insekten kombinierten ihre natürliche Flugfähigkeit mit dem Wind und erreichten Fluggeschwindigkeiten bis zu 58 Stundenkilometer. Die Erkenntnisse haben Auswirkung für Ökosysteme und sogar für unseren Alltag. Die meisten Insektenkörper enthalten zehn Prozent Stickstoff und ein Prozent Phosphor. Das macht sie zu ausgezeichnetem Dünger für Pflanzen und Kulturen und zu nahrhaftem Futter für Insektenfresser, wie Vögel und Fledermäuse. Die Insekten spielen zudem vielfältige Rollen in der Natur. Sie bestäuben Pflanzen, sind selber Schädlinge oder vertreiben andere Schädlinge. Sie verbreiten auch Krankheiten und Parasiten.

Klimawandel als Ursache?

„Solch eine riesige Biomasse hat enorme Bedeutung für das Funktionieren der verschiedenen Ökosysteme in weiten Teilen der Welt und für andere Aspekte unseres täglichen Lebens”, sagt Sapir. Zyklen von Stickstoff und Phosphor in der Natur sind extrem wichtig, zumal diese Chemikalien einen Bestandteil in der Nahrungskette bilden. Die Insekten transportieren diese lebenswichtigen Materialien über enorme Distanzen.”

Die Forscher heben einen weiteren Befund hervor: Die gesamte Biomasse der Insekten variiert von Jahr zu Jahr, wobei der Unterschied bis zu 200 Tonnen beträgt. Mehr Insekten werden in wärmeren Sommern geboren, und entsprechend ist die Biomasse der Migration größer. Umgekehrt werden in kühleren Sommern weniger Insekten geboren.

Globale klimatische Veränderungen bedeuten, dass das Klima rund um den Erdball wärmer wird. Mit großer Sicherheit wird deshalb die Zahl der Insekten deutlich zunehmen. „Wir wissen noch nicht, ob sich alle Arten von Insekten stärker reproduzieren, oder ob das nur bestimmte Typen tun. Eine Zunahme der Anzahl bestimmter Insekten könnte schädlich sein, während andere vorteilhaft sein könnten”, erklärt Sapir. „Noch ist ungewiss, ob diese Änderungen begrüßt werden sollten. Sicher ist nur, dass die größte und einflussreichste Kontinentalmigration der Welt weiter überwacht und erforscht werden sollte.”

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 20 Jan 2017 11:30:00 +0100
<![CDATA[Mehrheit für Annektierung der Siedlungsblöcke]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/20/mehrheit-fuer-annektierung-der-siedlungsbloecke/ Teilen Twittern Teilen

Mehrheit für Annektierung der Siedlungsblöcke

Zwei Drittel der jüdischen Israelis wünschen sich, dass die großen Siedlungsblöcke offiziell dem Staatsgebiet angefügt werden. Ein Drittel lehnt einen solchen Schritt ab. Dies geht aus einer Umfrage vom 1. Januar hervor. Anlass für die Veröffentlichung ist die bevorstehende Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Bei der Zeremonie am Freitag werden auch drei Kommunalpolitiker aus israelischen Siedlungen erwartet, schreibt die Tageszeitung „Ma’ariv“.

Von: eh

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Fri, 20 Jan 2017 11:12:00 +0100
<![CDATA[Israelische Hilfe für syrische Flüchtlinge]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/israelische-hilfe-fuer-syrische-fluechtlinge/ Teilen Twittern Teilen

Israelische Hilfe für syrische Flüchtlinge

Vertreter jüdischer und israelischer Nichtregierungsorganisationen sind am Donnerstag auf der griechischen Insel Lesbos eingetroffen. Sie verteilten dort rund 1,5 Tonnen Hilfsgüter an Flüchtlinge. Bei unerwartetem Schnee und Minustemperaturen sitzen diese auf der Insel fest. Die Hilfsgüter wurden innerhalb von fünf Tagen in Israel gesammelt und für den Transport gepackt. Es handelt sich vor allem um warme Kleidung und Decken. Auf Lesbos befinden sich derzeit fast 5.500 Flüchtlinge. Sie stammen vor allem aus Syrien.

Von: dn

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Fri, 20 Jan 2017 11:03:00 +0100
<![CDATA[Katholische Bischöfe verurteilen Siedlungsbau]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/19/katholische-bischoefe-verurteilen-siedlungsbau/ Teilen Twittern Teilen

Katholische Bischöfe verurteilen Siedlungsbau

Fünf Tage verbringen Bischöfe bei einem internationalen Solidaritätstreffen im Heiligen Land. Ihre Abschlusserklärung richtet sich gegen Besatzung und Siedlungsbau.

JERUSALEM / BETHLEHEM (inn) – Katholische Bischöfe aus neun Ländern haben sich bei einem fünftägigen Treffen im Heiligen Land für eine Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen. Am Donnerstag veröffentlichten sie eine Abschlusserklärung unter der Überschrift „Fünfzig Jahre Besatzung fordern zum Handeln auf“. „Seit 1998 fordert unsere Koordinierungsgruppe jedes Jahr Gerechtigkeit und Frieden, doch das Leiden geht weiter. Deshalb muss unser Rufen lauter werden“, heißt es weiter. Das 17. Internationale Bischofstreffen für Solidarität mit der Kirche im Heiligen Land hatte am Samstag begonnen.

Die Teilnehmer halten fest: „Wir alle haben die Verantwortung, uns gegen den fortgesetzten Siedlungsbau zu wenden.“ Dieser untergrabe nicht nur die Rechte der Palästinenser in Gebieten wie Hebron und Ostjerusalem. Er „gefährdet, wie auch die Vereinten Nationen zuletzt festgestellt haben, jede Friedenschance". Damit nehmen die Bischöfe Bezug auf die umstrittene Resolution 2334, die der Weltsicherheitsrat am 23. Dezember verabschiedet hatte.

Die Teilnehmer rufen ferner Christen dazu auf, gewaltfreien Widerstand zu fördern. Dazu habe unlängst auch Papst Franziskus ermutigt.

Am Ende zitieren die Bischöfe die Bibel: „Erklärt dieses fünfzigste Jahr für heilig und ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus!“, steht in 3. Mose 25,10. Aus diesen Anweisungen zum Erlassjahr folgern die Teilnehmer des Treffens: „In diesem fünfzigsten Jahr der Besatzung müssen wir für die Freiheit aller im Heiligen Land beten und alle Menschen tatkräftig unterstützen, die sich für einen gerechten Frieden einsetzen.“ Dass Israel die Palästinensergebiete vor 50 Jahren von Ägypten und Jordanien erobert hat, findet in der Abschlusserklärung keine Erwähnung.

Trierer Bischof: Lethargie unter Palästinensern verbreitet

An dem fünftägigen Treffen haben Bischöfe aus Europa, Nordamerika und Südafrika teilgenommen. Aus Deutschland war der Trierer Bischof Stephan Ackermann dabei. Er stellte laut einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz fest: „Ich erlebe unter den Palästinensern im Heiligen Land weit verbreitet Lethargie und Hoffnungslosigkeit, weil auch nach Jahrzehnten noch keine stabile Friedensregelung gefunden wurde. Dieser Zustand ist unhaltbar. Er kann jederzeit wieder in unkontrollierbare Gewalt umschlagen.“

Die Bischöfe hatten unter anderem die Geburtskirche in Bethlehem und die Grabeskirche in Jerusalem besucht. Zudem ermutigten sie „die schrumpfende Kirche in Gaza“ durch einen Besuch. Von der Bischofskonferenz heißt es weiter: „Im Gebiet zwischen Bethlehem und Hebron konnten die Bischöfe in Augenschein nehmen, wie der fortgesetzte israelische Siedlungsbau und der Verlauf der Sicherheitsmauer die Lebensbedingungen der Palästinenser drastisch verschlechtern.“ Dass Terror eine Ursache für die Sperranlage ist und Hetze und Gewalt von palästinensischer Seite nicht verurteilt werden, bleibt unerwähnt. Dasselbe gilt für Friedensangebote, die von den Palästinensern ausgeschlagen wurden.

Von: eh

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Thu, 19 Jan 2017 17:28:00 +0100
<![CDATA[Der eiskalte Hoffnungsträger]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2017/01/19/der-eiskalte-hoffnungstraeger/ Ein Kommentar von Moritz Breckner]]> Teilen Twittern Teilen

Der eiskalte Hoffnungsträger

Das Aufatmen über das Ende von Barack Obamas Präsidentschaft ist nicht nur in der Regierung Netanjahus unüberhörbar. Die Bilanz des einstigen Hoffnungsträgers ist nicht gut – kaum einer machte es Israel so schwer. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Dass Barack Obama als anti-israelischster US-Präsident seit Jimmy Carter wahrgenommen wurde, lag vor allem an seinem schwierigen Verhältnis zu Premierminister Benjamin Netanjahu. Der Sozialarbeiter aus Chicago hatte von Beginn an keine Ambitionen, den oft als Falken verschrienen Netanjahu als den engen Verbündeten zu behandeln, der er eigentlich ist. Und so belehrte Obama in seiner gewohnt kühlen Manier den von ihm als Hitzkopf empfundenen Netanjahu vor den Augen der Welt.

Sieht man von dem äußerst unklugen und für Israel gefährlichen Iran-Deal ab, den die USA mitzuverantworten haben, sieht das Ergebnis des US-Präsidenten auf dem Papier ein wenig anders aus: „Israels ungelobter Beschützer“, schrieb die „New York Times“ über Obama und rechnete vor, wie die USA unter dessen Administration ein ums andere Mal israelfeindliche Resolutionen bei den Vereinten Nationen blockierten.

Um so erstaunlicher ist es, dass Obama Ende 2016, auf den letzten Metern seiner Präsidentschaft, mit dieser Gepflogenheit brach: Die USA ermöglichten eine absurde anti-israelische Resolution im Weltsicherheitsrat, indem sie der Abstimmung bewusst fernblieben. Im Text wird unter anderem jegliche jüdische Präsenz in Ostjerusalem, einschließlich der Klagemauer, als illegal bezeichnet. Die De-facto-Unterstützung Obamas für die Resolution ergab keinen Sinn angesichts der Tatsache, dass er damit auch mit seiner jahrelangen eigenen Politik brach. Erst 2011 hatten die USA eine fast identische Resolution abgelehnt mit der Begründung, dass diese zu Verhärtungen auf beiden Seiten führe und somit Verhandlungen erschwere.

Offenbar konnte Obama nicht widerstehen, Israel eins auszuwischen – vielleicht aus Frustration darüber, dass man in Jerusalem so verhalten auf die unzähligen Besuche des wohlmeinenden US-Außenministers John Kerry reagiert hatte. Das konservative Magazin „The Weekly Standard“ kommentierte, nach der Entscheidung könne wenigstens keiner mehr anzweifeln, wie anti-israelisch Obama sei: „Er hat acht Jahre lang getan, was er konnte, um Israels Regierung zu untergraben, deren Maßnahmen gegen das iranische Atomprogramm zu torpedieren, und die USA und Israel so weit wie möglich zu entfremden.“

Offener Bruch fürs diplomatische Parkett unüblich

Die Unterstützung für Israel innerhalb der demokratischen Partei ist während der Amtszeit Obamas deutlich zurückgegangen. Auf die Frage, ob sie im Nahostkonflikt eher zu den Israelis als zu den Palästinensern halten, antworteten 2008 noch rund 45 Prozent mit ja, 2017 nur 33 Prozent. Bei den Republikanern bejahen knapp 75 Prozent die Frage. Es liegt auf der Hand, dass diese Zahlen etwas mit der Rhetorik des obersten Demokraten, Obama, zu tun haben.

Die Enthaltung der USA im Weltsicherheitsrat war die bemerkenswerte Klimax der Entfremdung zwischen den beiden Staaten. Es kam zum offenen Bruch zwischen Obama und Netanjahu, und das in einer Weise, wie sie für das diplomatische Parkett alles andere als üblich ist. Israels Regierungschef machte auf Facebook und Twitter klar, dass er von der Regierung Obama in deren finalen Wochen nichts mehr erwartet, und dass er sich auf die konstruktive Zusammenarbeit mit dessen Nachfolger, Donald Trump, freut.

Der erwiderte schlicht: „Halte durch, Israel, der 20. Januar kommt”.

Israel wartet gespannt, ob auf Trumps Versprechen tatsächlich Verlaß ist. Dass der selbsternannte Hoffnungsträger Obama aus dem Amt scheidet, bedauern weder die Israelis, noch deren Freunde in aller Welt.

Von: Moritz Breckner

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Thu, 19 Jan 2017 14:54:00 +0100
<![CDATA[Armenische Christen feiern Weihnachten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/19/armenische-christen-feiern-weihnachten/ Teilen Twittern Teilen

Armenische Christen feiern Weihnachten

Tausende Armenische Christen haben am Mittwoch in der Stadt Bethlehem das Weihnachtsfest gefeiert. Sie folgten einer Prozession, die vom armenischen Patriarchen Jerusalems, Nurhan Manugian, angeführt wurde. Die Christen feierten Gottesdienst in der Geburtskirche. An den Feierlichkeiten nahmen unter anderen Vertreter des Palästinensischen Legislativrats sowie die Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Babun, teil. Armenische Christen in den palästinensischen Autonomiegebieten und in Israel feiern das Weihnachtsfest fast zwei Wochen später als die anderen armenischen Christen und als orthodoxe Denominationen. Bei diesen findet das Weihnachtsfest am 6. Januar statt.

Von: dn

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Thu, 19 Jan 2017 14:26:00 +0100
<![CDATA[Israel erhält erstmals „Arrow 3“-Raketen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/19/israel-erhaelt-erstmals-arrow-3-raketen/ Teilen Twittern Teilen

Israel erhält erstmals „Arrow 3“-Raketen

Mit Raketen einer neuen Generation will Israel seine Lufthoheit sichern. Nach knapp zehn Jahren der Entwicklung ist das neue Abwehrsystem einsatzbereit.

TEL AVIV (inn) – Die israelische Luftwaffe hat am Mittwoch „Arrow 3“-Raketen bei einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Palmachim südlich von Tel Aviv in Empfang genommen. Etwas mehr als ein Jahr nach dem ersten Testflug gilt das neue System nun als einsatztauglich. Der Leiter des israelischen Raketenabwehrsystems, Mosche Patel, spricht von einem „neuen Zeitalter“.

Die „Arrow 3“-Rakete soll Interkontinentalraketen außerhalb der Atmosphäre abfangen und dabei zweimal auf die Ziele schießen können. Auf diese Weise ist es nach Ansicht der Entwickler möglich, nukleare, biologische oder chemische Waffen näher an deren Ausgangspunkt zu zerstören. Mögliche Schadstoffe gehen somit nicht über Israel nieder. Derzeit haben neben Israel nur die USA die Möglichkeit, im Weltall gegen feindliche Raketen vorzugehen.

Umfrangreicher Luftschutz

Das neue Abwehrsystem gilt damit als eines der fortgeschrittensten der Welt. Amerikaner und Israelis haben es seit dem Jahr 2008 gemeinsam entwickelt. Das israelische Rüstungsunternehmen „Israel Aerospace Industries“ und der amerikanische Partner „Boeing“ sind für die Produktion zuständig.

Mit dem „Arrow 3“-System für Langstreckenraketen ergänzt Israel sein dreistufiges Raketenabwehrsystem. Das seit 2011 im Einsatz befindliche System „Eisenkuppel“ ist für Kurzstreckenraketen, etwa aus dem Gazastreifen, zuständig. Das System „Davidschleuder“ für Mittelstreckenraketen befindet sich noch in der Entwicklung.

Unterstützung durch USA

Die Operationsbasen für „Arrow 3“ sind neben Palmachim auch Ein Schemer in Nordisrael. Das System funktioniert im Verbund mit „Arrow 2“-Mittelstreckenraketen. Beide Systeme nutzen ein gemeinsames Radar. Trotz der Operationsfreigabe betont das israelische Verteidigungsministerium, dass die Entwicklung von „Arrow 3“ nicht abgeschlossen sei. „Wir bauen unsere Fähigkeiten gemäß der Entwicklung unsere Bedrohung aus“, sagte ein ungenannter Vertreter des Verteidigungsministeriums laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin „Globes“.

Die USA unterstützen das israelische Raketenabwehrsystem in den kommenden zehn Jahren mit insgesamt fünf Milliarden US-Dollar. Diese Summe ist Teil der im September 2016 vereinbarten Militärhilfen über 38 Milliarden US-Dollar. Die USA haben bereits die Entwicklung des „Arrow 3“-Systems seit dem Jahr 2008 mit insgesamt 594 Millionen US-Dollar unterstützt.

Von: df

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Thu, 19 Jan 2017 14:20:00 +0100
<![CDATA[Araber beschweren sich bei EU]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/19/araber-beschweren-sich-bei-eu/ Teilen Twittern Teilen

Araber beschweren sich bei EU

Arabische Abgeordnete haben sich bei der EU über den Abriss illegaler Bauten in einem Beduinendorf beschwert. Unterdessen bekundeten Hunderte Israelis ihre Solidarität mit den betroffenen Bewohnern.

JERUSALEM (inn) – Nach der tödlichen Gewalt beim Abriss von Häusern im südisraelischen Beduinendorf Umm al-Hiran haben arabische Abgeordnete einen Gesetzesvorschlag für ein Ende der Hauszerstörungen eingereicht. Der arabische Knessetvertreter Ahmad Tibi (Vereinigte Arabische Liste) sagte gegenüber dem israelischen Rundfunk am Donnerstag: „Es ist kein Unfall, dass es Zerstörungsanordnungen für Zehntausende Heimstätten gibt.“

Das Errichten illegaler Gebäude liege nicht in den Genen der Beduinen. Vielmehr gebe es von Seiten der Regierung keine Entwicklungspläne für diese Minderheit, so Tibi. Arabische Israelis seien gezwungen, illegal zu bauen. Der Staat stelle nicht genügend Land zur Verfügung, um dem natürlichen Bevölkerungswachstum der Araber gerecht zu werden.

Zusammen mit dem Parteikollegen Osama Sa'adi hat Tibi einen Gesetzesvorschlag eingereicht. Dieser sieht vor, dass für die nächsten zehn Jahre keine Gebäude mehr abgerissen werden dürfen, die von einem Landbesitzer illegal auf seinem eigenen Land gebaut wurden. Der Stopp gelte nicht für illegale Bauten, die auf Staatsland errichtet wurden, wie dies in Umm al-Hiran der Fall war. Noch gibt es mehr als 40 solcher nicht anerkannter Beduinendörfer. In den zehn Jahren des Stopps soll dann eine umfassende nationale Lösung entwickelt werden.

Araber und Juden protestieren gemeinsam

Mitglieder der „Vereinigten Arabischen Liste“ haben sich am Mittwoch zudem bei der EU über das Vorgehen Israels beschwert. Sie trafen sich mit EU-Botschafter Lars Faaborg-Andersen und dem Direktor für EU-Nachbarschaftspolitik beim Europäischen Amt für Zusammenarbeit, Michael Kohler, um über die Hauszerstörungen zu sprechen.

Unterdessen demonstrierten Hunderte Araber und Juden in verschiedenen Städten gemeinsam gegen „das Blutvergießen und die Zerstörung von Häusern im Negev“. Proteste gab es unter anderem in Tel Aviv, Haifa, Jaffa und Nazareth. Vor der Residenz von Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem hatten sich etwa 200 Demonstranten versammelt, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Die Kundgebungen verliefen friedlich.

Bei der Räumungsaktion am Mittwoch kamen ein Polizist und ein beduinischer Autofahrer ums Leben. Laut ersten Polizeiangaben sei der Beduine mit Absicht in eine Gruppe von Sicherheitskräften gefahren. Augenzeugen berichten davon, dass die Polizei zuerst auf den Beduinen geschossen habe. Dieser habe dann die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und sei in die Israelis gefahren. Von dem Vorfall gibt es Videoaufnahmen, die offenbar die Version der Augenzeugen stützen.

Von: dn

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Thu, 19 Jan 2017 13:45:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 19. Januar]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2017/01/19/nachrichten-vom-19-januar/ Israelnetz TV

Nachrichten vom 19. Januar

Bessere Wasserversorgung im Westjordanland, Erleichterungen für Gaza – das und mehr bei Israelnetz TV!

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Thu, 19 Jan 2017 11:17:00 +0100
<![CDATA[Rechnungsprüfer Schapira kritisiert Jüdischen Nationalfonds]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/19/rechnungspruefer-schapira-kritisiert-juedischen-nationalfonds/ Teilen Twittern Teilen

Rechnungsprüfer Schapira kritisiert Jüdischen Nationalfonds

Der israelische Rechnungsprüfer Josef Schapira sieht „ernsthafte, tiefgehende und vollständige Mängel“ beim Jüdischen Nationalfonds (KKL). In einem Bericht spricht er von Millionenprojekten ohne klare Vorgaben, finanziellen Unregelmäßigkeiten und fehlender Abstimmung mit Regierungsbehörden. Die Ergebnisse hat er dem Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit übergeben. Der KKL gelobte in einer ersten Stellungnahme Besserung.

Von: df

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Thu, 19 Jan 2017 10:56:00 +0100
<![CDATA[Indonesische Muslime besuchen Rivlin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/19/indonesische-muslime-besuchen-rivlin/ Teilen Twittern Teilen

Indonesische Muslime besuchen Rivlin

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Mittwoch eine Delegation muslimischer Führer aus Indonesien empfangen. Bei dem Treffen äußerte er die Überzeugung, in Jerusalem könne jeder seine Religion ausüben – „egal, was die Anti-Israel-Propaganda sagt“. Er hoffe auf eine größere Zusammenarbeit zwischen Israel und Indonesien. Die Gäste hoben die Bedeutung des Dialoges zwischen Religionen und Kulturen hervor. Den Israelbesuch hat der Rat für Australisch-Israelische und Jüdische Angelegenheiten (AIJAC) ermöglicht.

Von: eh

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Thu, 19 Jan 2017 10:55:00 +0100
<![CDATA[Israels erster arabischer Hip-Hop-Superstar]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2017/01/18/israels-erster-arabischer-hip-hop-superstar/ Teilen Twittern Teilen

Israels erster arabischer Hip-Hop-Superstar

Der Spielfilm „Junction 48“ erzählt von der Erfahrung, als junger Araber in Israel aufzuwachsen. Sein Protagonist Kareem will Hip-Hop-Superstar werden. Deswegen ist die Stärke des Films die Musik, die Schwäche aber die Charakterzeichnung. Eine Filmkritik von Michael Müller

Der Endzwanziger Kareem (Tamer Nafar) lebt in der israelischen Stadt Lod noch bei seinen Eltern. Pflichtschuldig arbeitet er als Call-Center-Telefonist, um über die Runden zu kommen. Eigentlich träumt er aber davon, ein Rap-Superstar zu werden und die Konzerthallen Israels zu füllen. Am liebsten würde er das gemeinsam mit seiner Freundin Manar (Samar Qupty) schaffen. Das Schicksal meint es aber nicht gut mit dem Paar: Zuerst stirbt Kareems Vater (Byan Anteer) bei einem Autounfall. Seine schwerverletzte Mutter (Salwa Nakkara), die mit im Wagen saß, wird daraufhin depressiv. Kareems Freunde dealen in der Nachbarschaft mit Drogen. Außerdem machen die Cousins seiner Freundin Druck, dass sie sich fest binden und an die religiösen Vorschriften halten sollen.

Der israelische Film „Junction 48“ von Udi Aloni, der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, wandelt auf den Spuren amerikanischer Hip-Hop-Filme wie „8 Mile“ oder „Straight Outta Compton“. Underdogs und gesellschaftliche Außenseiter sprengen mit ihrem musikalischen Sprachtalent die Grenzen des Systems und kämpfen sich selbstständig aus dem trostlosen Umfeld heraus. Was dabei für den weißen Rapper Eminem die US-Autostadt Detroit und für die schwarze Musikgruppe „N.W.A.“ die kalifornische Stadt Compton war, ist für „Junction 48“ die Stadt Lod.

Der Titel des Films spielt bereits auf die historische Dimension der Stadt an: „Junction 48“ ist ein Synonym für Lod. Die Stadt, in der Petrus in der Apostelgeschichte (Kapitel 9,32) einen Mann heilte, war im Jahr 1948 auch Schauplatz der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Arabern. Es kam zur Flucht und Vertreibung der Araber aus Lod. Der Film charakterisiert die Stadt, die auch mal abfällig als Vorort von Tel Aviv bezeichnet wird, nicht als Moloch, aber als schweres Pflaster für die jungen Protagonisten. Wenn die Polizei Kareem und seine arabischen Freunde auf der Straße sieht, werden diese erst einmal an die Wand gestellt und durchsucht. Die Wohngegend erinnert hier an amerikanische Ghettos.

Die Stärke des Films ist seine Musik

„Hummus, Salat, Pommes Frites dazu“, rappen Kareem und sein Kumpel Amir (Sameh Zakout) auf der Bühne des kleinen Clubs in Lod, der ihnen eine Chance gegeben hat: „Ihr esst gern in unseren Restaurants, aber wenn ihr zu viele von uns seht, wird die Koexistenz zur demographischen Bedrohung.“ Kareem gibt jungen Arabern in Israel eine Stimme. Er drückt mit seinen Songs die Gefühle und Erfahrungen seiner Generation aus. Das Publikum ist aufgeschlossen und angetan von den arabischen Textzeilen. Schnell entsteht eine Party-Stimmung. Die Musik ist eindeutig die Stärke von „Junction 48“. Als Kareem auf der Bühne mitreißend den Song „Verbrenn' es, George“ performt, bei dem es um das unsachgemäße Entsorgen von Beweisstücken bei einer Drogen-Razzia geht, verbreitet das Gänsehaut unter den Zuschauern.

Auf der Bühne scheint die Verbrüderung von arabischen und jüdischen Israelis kurz möglich zu sein. Die jüdischen Rapper RPG (Michael Moshonov) und 67 Carat (Elan Babylon) gratulieren Kareem und seiner Band zu ihrem Auftritt und loben ihre Reime. Sie laden sie auf die After-Show-Party in den Whirlpool ein. Sehr schnell jedoch kriegen sich die Gruppen wegen geschichtlicher Anspielungen und offensichtlicher Meinungsverschiedenheiten in die Haare.

Figurenzeichnung wie ein trotziger Teenager

Auf den ersten Blick erscheint die Figurenzeichnung von jüdischen Israelis in „Junction 48“ einseitig: Reporter benutzen die jungen arabischen Musiker nur, um Schlagzeilen zu machen; die nationalistischen Rapper mit dem tätowierten Davidstern auf der Brust aus dem Whirlpool sind letztlich doch nur auf Krawall und Hetze aus. Sie fühlen sich besonders von Kareems Freundin Manar provoziert, weil sie auch auf der Bühne als stolze Palästinenserin auftritt. Die israelischen Behörden erschweren den Protagonisten ebenso das Leben, wollen etwa das Haus eines arabischen Freundes abreißen.

Tamer Nafar, der Kareem spielt, ist das reale Vorbild für den Protagonisten. Mit der ersten palästinensischen Rap-Gruppe „DAM“ war er im Jahr 2000 Mitbegründer der arabischen Hip-Hop-Szene in Israel. Aber auch wenn das alles genau so im Leben des Musikers passiert ist, der am Drehbuch von „Junction 48“ mitgeschrieben hat, wirkt es in der Filmhandlung so angehäuft eher unglaubwürdig. Es schadet zum Beispiel der Plastizität der Geschichte, wenn alle jüdischen Israelis negativ gezeichnet werden.

Bei genauerer Betrachtung gilt aber diese Figurenzeichnung für fast alle auftretenden Charaktere – mit Ausnahme von Kareem und seiner Freundin Manar. Kareems Freunde dealen mit Drogen und bringen ihr Leben in Gefahr, Manars Cousins wollen, dass sie Kareem wegen ihrer Religion verlässt und drohen mit Ehrenmord. Auch Kareems Mutter ist nach dem Tod ihres Mannes vom Schicksal gebeutelt und führt in der Nachbarschaft bizarre Dämonenaustreibungen mit dem Koran durch. Der Film „Junction 48“ hat die Haltung eines trotzigen Teenagers: Wir zwei gegen den Rest der Welt, könnte das Motto des Paares lauten, was sich auch Regisseur Aloni für seinen Film zu eigen gemacht hat.

Zahlreiche Preise auf internationalen Festivals

„Junction 48“ ist technisch sauber inszeniert, er sieht aus wie ein klein-budgetierter Hollywoodfilm. Die Produzenten-Legende James Schamus, die den unabhängigen amerikanischen Film der 1990er- und 2000er-Jahre stark geprägt hat, griff Regisseur Aloni als Produzent unter die Arme. Auch der deutsche Produzent Stefan Arndt („Das weiße Band“, „Goodbye Lenin“) und der israelisch-amerikanische Regisseur Oren Moverman („The Messenger“) halfen. Der Film hat auf Festivals zahlreiche Preise gewonnen, unter anderem den Publikumspreis der Panorama-Sektion der Berlinale 2016, den Preis als bester internationaler Film auf dem amerikanischen Tribeca-Festival. Zwei israelische Filmpreise gab es für Filmmusik und Sounddesign.

Der Film „Junction 48“ bietet unbekannte, frische Schauspieler und ein solides Generationsportrait eines Teils der jungen arabischen Erwachsenen in Israel. Es flirrt im Film immer genau dann, wenn die Musik die Handlung an den Rand drückt. In den Band-Auftritten und den teils sehr persönlichen, ironischen und wilden Song-Texten liegt die Stärke des Films, der ansonsten zu einseitig seine Figuren charakterisiert.

„Junction 48“, 97 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren, ab 19. Januar im Kino.

Von: Michael Müller

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Wed, 18 Jan 2017 15:18:00 +0100
<![CDATA[Höhere Strafen für Verkehrssünder]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/18/hoehere-strafen-fuer-verkehrssuender/ Teilen Twittern Teilen

Höhere Strafen für Verkehrssünder

Die Strafen für Verkehrsdelikte werden erhöht. Das hat der Wirtschaftsausschuss der Knesset am Dienstag bestätigt. Das Überqueren einer roten Ampel wird in Zukunft mit umgerechnet 370 Euro geahndet. Für Geschwindigkeitsübertretungen von 31 bis 40 Stundenkilometern in Städten und 41 bis 50 Stundenkilometern auf Bundesstraßen und Autobahnen werden 370 Euro fällig. Die neuen Regelungen gelten ab Februar. Die Maßnahme soll die Zahl der Verkehrstoten reduzieren. Im vergangenen Jahr kamen 376 Israelis durch Verkehrsunfälle ums Leben. Das waren so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Von: lre

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Wed, 18 Jan 2017 15:18:00 +0100
<![CDATA[Zwei Tote bei Protesten in Beduinendorf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/18/zwei-tote-bei-protesten-in-beduinendorf/ Teilen Twittern Teilen

Zwei Tote bei Protesten in Beduinendorf

Eine schmerzliche Bilanz: Ein Polizist und ein Bewohner sind Mittwochmorgen bei einer Häuserabriss-Aktion im Beduinendorf Umm al-Hiran ums Leben gekommen. Zahlreiche Polizisten und Dorfbewohner wurden verletzt. Der Sicherheitsminister fürchtet um die Beziehungen zwischen Beduinen und dem israelischen Staat.

UMM AL-HIRAN (inn) – Ein Polizist und ein Demonstrant sind bei Protesten gegen den Abriss von Häusern im Beduinendorf Umm al-Hiran am Mittwoch gestorben. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, wurde der Polizist von einem Beduinen mit einem Auto überfahren. Der Fahrer des Wagens wurde von Sicherheitskräften erschossen. Der getötete Polizist war der 34-jährige Eres Levi. Nach Informationen der Polizei handelte es sich bei dem erschossenen Fahrer um Mussa Abu al-Kia'an.

Über Nacht war die Polizei in das südlich im Negev gelegene Dorf gekommen, um Häuser zu evakuieren, die zur Zerstörung vorgesehen waren. Gegen die Demonstranten setzten die Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen Tränengas und Gummigeschosse ein. Sie hatten das Beduinendorf abgeriegelt, mussten sich aber mit Hunderten Bewohnern auseinandersetzen.

Ein Bewohner des Beduinendorfes, Raed Abu Dschihad, sagte dem staatlichen Rundfunk, dass die Rammaktion mit dem Auto kein geplanter Angriff gewesen sei. Die Polizei habe zuerst geschossen und wegen seiner Wunden habe der Mann den Wagen nicht mehr kontrollieren können. Die Polizei wiederum bezeichnete den Fahrer als Aktivisten der Islamischen Bewegung, der sein Fahrzeug beschleunigte, als er auf die Polizisten zufuhr.

Politiker der „Vereinigten Liste“ am Kopf verletzt

Es laufen Untersuchungen, ob die Person möglicherweise mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Verbindung stand. Die Angehörigen des erschossenen Fahrers stritten diese Anschuldigungen ab und sagten, Abu al-Kia'an sei Lehrer gewesen. „Das sind alles Lügen“, sagte dessen Bruder, der erläuterte, dass Abu Al-Kia'an aus dem Tumult heraus wollte, als die Polizei das Feuer auf den Wagen eröffnete.

Der Fraktionsvorsitzende des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“, Ajman Odeh, war bei der Abrissaktion vor Ort. Er ist bei den Auseinandersetzungen von einem Geschoss am Kopf getroffen worden. Zahlreiche Bewohner und Polizisten sind unterschiedlich schwer verletzt worden. Odeh und ein Polizist kamen zur Behandlung ins Soroka-Krankenhaus nach Be'er Scheva. Die in Haifa ansässige Hilfsorganisation „Adalah“ kritisierte das Vorgehen der Polizei scharf: „Wenn sie mit arabischen Bewohnern zu tun haben, sitzt der Finger der Polizei leicht am Abzug.“

Sicherheitsminister besorgt

Sicherheitsminister Gilad Erdan hofft laut dem Nachrichtensender „i24News“, dass die Gewalt bei der Auseinandersetzung kein Wendepunkt in den Beziehungen zwischen dem israelischen Staat und den Beduinen wird. Es sei eine schwierige Situation für die Polizeikräfte, aber auch den Staat Israel gewesen. Als Reaktion der Vorfälle kündigte der arabische Sektor in Israel für Donnerstag einen Generalstreik an. Schulen und öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Allerdings sollen die Schüler für zwei Stunden erscheinen, um Vorträge über den Abriss von Häusern zu hören, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Das Beduinendorf Umm al-Hiran ist seit längerem ein Spannungsgebiet, in dem es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Bürgern gekommen ist. Das Dorf besteht aus rund 700 Einwohnern eines Beduinenclans, der laut Eigenaussage 1948 von seiner ursprünglichen Ortschaft in den südlichen Negev verlegt wurde. Der israelische Staat hat die Beduinen geduldet, aber das Dorf nie offiziell anerkannt.

Das Beduinendorf soll jetzt durch ein jüdisches Dorf, das Hiran heißen soll, ersetzt werden. Dafür sind 2.400 Wohneinheiten geplant, die neuen Bewohner kämen aus der nahegelegenen Ortschaft Meitar. In der umstrittenen Regierungsentscheidung, den Beduinen-Clan zu verlegen, hatte der Staat den Bewohnern 800 Quadratmeter große Wohnmöglichkeiten in der Stadt Hura angeboten.

Hura ist im Jahr 1989 für die Aufnahme von Beduinen aus nicht anerkannten Dörfern errichtet worden. Das Gericht entschied, dass die Demolierung der Häuser nicht diskriminierend sei, weil die Beduinen die Möglichkeit hätten, in der geplanten Stadt Hiran zu leben, oder aber nach Hura ziehen könnten. Die Bewohner von Umm al-Hiran legten Widerspruch ein und zogen vor den Obersten Gerichtshof. Ihr Widerspruch wurde im Januar 2016 abgelehnt. In Israel leben mehr als 260.000 Beduinen, über die Hälfte in Armut und in nicht anerkannten Dörfern.

Von: mm

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Wed, 18 Jan 2017 14:15:00 +0100
<![CDATA[Sicherheitszaun erhöht]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/18/sicherheitszaun-erhoeht/ Teilen Twittern Teilen

Sicherheitszaun erhöht

Israel hat die neuen Arbeiten am Grenzzaun zu Ägypten abgeschlossen. Der eigentliche Bau war bereits 2014 fertiggestellt. Doch nun hat Israel die Anlage in einigen Bereichen erhöht.

EILAT (inn) – Israel hat den Grenzzaun zu Ägypten stellenweise von fünf auf acht Meter Höhe erweitert. Dies soll illegale Einwanderer abhalten. Die Erhöhung wurde auf einer Strecke von 17 Kilometern vorgenommen. Insgesamt ist der Sicherheitszaun rund 242 Kilometer lang. Er zieht sich vom Gazastreifen bis hinunter nach Eilat am Roten Meer.

Durch den Bau des Zaunes ist die Zahl der aus Afrika kommenden illegalen Einwanderer drastisch gesunken. Vor Abschluss der Bauarbeiten 2014 kamen jeden Monat mehrere Hundert Füchtlinge über die Sinai-Halbinsel nach Israel. Im Jahr 2015 waren es insgesamt noch 213 illegale Einwanderer. Die Erhöhung des Zaunes und der Einbau weiterer Technologien haben dazu geführt, dass es im Jahr 2016 nur noch 11 illegale Grenzüberschreitungen gab. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Die israelische Regierung will durch den Zaun nicht nur illegale Einwanderer abhalten, sondern auch Waffen- und Drogenschmuggel sowie das Eindringen von Terroristen verhindern.

Laut den Vereinten Nationen gibt es in Israel rund 53.000 Asylsuchende. Unter Ihnen sind 36.000 aus Eritrea und etwa 14.000 aus dem Sudan. Die meisten von ihnen gelangten über den Sinai nach Israel.

Von: dn

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Wed, 18 Jan 2017 11:47:00 +0100
<![CDATA[Syrer informieren Israelis über Lage im Bürgerkriegsland]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2017/01/18/syrer-informieren-israelis-ueber-lage-im-buergerkriegsland/ Teilen Twittern Teilen

Syrer informieren Israelis über Lage im Bürgerkriegsland

Zwei Syrer nehmen an einem Kongress in Jerusalem teil, zwei weitere sind zugeschaltet. Sie wollen Israelis die Lage in ihrer Heimat nahebringen. Bei arabisch-israelischen Studenten stößt dies auf Verdruss.

JERUSALEM (inn) – Ungewöhnliche Gäste an der Hebräischen Universität in Jerusalem: Zwei Exilsyrer aus den USA und aus Deutschland haben dort am Dienstagnachmittag an einem Kongress teilgenommen. Die Veranstaltung des Truman-Friedensinstitutes trug den Titel „Syrer sprechen mit Israelis über Syrien“.

Podiumsteilnehmer als „Verräter“ beschimpft

Arabische Studenten unterbrachen die Redner durch Zwischenrufe. Sie kritisierten, dass die beiden an der Konferenz in Israel teilnahmen. „Der Golan ist seit 1967 besetzt", schrie einer der Israelis einen Syrer an. „Du bist ein Verräter und ein Verschwörer.“ Issam Saitun, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, entgegnete: „Schämt euch, ihr lebt im Garten Eden im Vergleich zu den Syrern.“ Der zweite Syrer auf dem Podium war der kurdische Journalist Sirwan Kadschi, der den in USA lebt.

Die Auseinandersetzung begann, als ein Offizier der syrischen Rebellen in Kuneitra per Skype zugeschaltet wurde. Schließlich verließen die protestierenden Studenten den Saal. Die Diskussionsleiterin, die Knessetabgeordnete Xenia Swetlowa (Zionistische Union), sagte: „Das ist nicht angebracht, es ist ein akademischer Kongress. Die Israelis werden weiter mit Syrern sprechen.“

Ein weiteres Skype-Gespräch gab es mit einem Kurden in Nordsyrien. Er sprach über die vergangenen sechs Jahre: „Für die Menschen war es sehr schwer, in diesen Jahren zu überleben. Die Lebensmittelpreise stiegen und die Menschen schafften es nicht, ihre Angehörigen zu versorgen. Kinder gingen nicht in die Schule.“ Er fügte hinzu: „Wir hoffen, dass alle guten Kräfte unseren Volk helfen werden, ein demokratisches und pluralistisches Syrien zu erreichen.“

Syrer bittet Israel um Hilfe

Saitun, der vor 26 Jahren im Golan gelebt hat, sagte der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot": „Der Golan befindet sich unter einer Belagerung der Hisbollah und des Regimes. Wenn Israel den Menschen in der Belagerung helfen kann, wäre das wunderbar.“

Von: eh

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Wed, 18 Jan 2017 11:46:00 +0100
<![CDATA[Brasilien genehmigt israelischen Botschafter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/18/brasilien-genehmigt-israelischen-botschafter/ Teilen Twittern Teilen

Brasilien genehmigt israelischen Botschafter

Erstmals seit dem Jahr 2015 erhält Israel mit Jossi Schelli wieder einen Botschafter in Brasilien. Die Südamerikaner hatten den Siedlerführer Dani Dajan für den Posten abgelehnt.

BRASILIA (inn) – Die brasilianische Regierung hat den Politiker Jossi Schelli für das Amt des israelischen Botschafters zugelassen. Damit endet eine diplomatische Krise zwischen den beiden Staaten. Nach dem Willen Israels hätte der frühere Siedlerführer Dani Dajan das Amt übernehmen sollen; Israel verkündete diese Personalie im Sommer 2015. Brasilien lehnte dies aufgrund der politischen Haltung Dajans jedoch ab.

Im Zuge der Abstimmung mit Brasilien drohte Israel im Dezember 2015 an, die diplomatischen Beziehungen herunterzustufen. In diesem Fall hätte Israel einen Diplomaten zweiten Ranges als Vertreter in das südamerikanische Land entsandt. Im März 2016 ruderte Israel zurück; Dajan wurde Generalkonsul in New York.

Brasilianische Juden enttäuscht

Schelli ist Parteiaktivist und gilt als Vertrauter von Premier Benjamin Netanjahu. Er war im Jahr 2013 kurzzeitig als möglicher Generalsekretär der Likud-Partei im Gespräch. Zuvor war er Generalleiter der Postbehörde. Er hat keine diplomatische Erfahrung. Die jüdische Gemeinschaft in Brasilien zeigte sich entsprechend enttäuscht: Nach der diplomatischen Krise entsende Israel nun einen politischen „Geschäftemacher“ anstatt eines erfahrenen Diplomaten. Hinzu kommt, dass Schelli wegen Falschaussagen vor einem Ernennungsausschuss sowie wegen Betrugs angeklagt wurde. Er durfte daraufhin ab Ende des Jahres 2011 drei Jahre lang keine öffentlichen Ämter annehmen.

Das israelische Außenministerium erklärte am Dienstag, mit der Bestätigung Schellis breche ein neues Kapital der Beziehung zwischen den beiden Länder an. Schelli folgt auf den Drusen Reda Mansur, der von 2014 bis 2015 israelischer Botschafter in Brasilien war.

Von: df

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Wed, 18 Jan 2017 11:28:00 +0100
<![CDATA[EU nimmt Pariser Erklärung nicht geschlossen an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/17/eu-nimmt-pariser-erklaerung-nicht-geschlossen-an/ Teilen Twittern Teilen

EU nimmt Pariser Erklärung nicht geschlossen an

Die EU hat weder die Erklärung der Pariser Konferenz noch die UN-Resolution zum Ende des Siedlungsbaus geschlossen angenommen. Gleichzeitig erklärte der neue Chef des israelischen Außenministeriums die Pariser Konferenz unter einem bestimmten Gesichtspunkt zu einem Erfolg für sein Land.

BRÜSSEL (inn) – Israel zeigte sich etwas beruhigt, nachdem die 28 EU-Außenminister bei einem Treffen am Montag in Brüssel weder eine Stellungnahme zur Annahme der Pariser Erklärung noch zu der UN-Resolution 2334 abgegeben haben. Großbritannien und einige Balkan-Länder hätten eine geschlossene Annahme der Paris-Erklärung blockiert, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dementierte ein Blockieren Großbritanniens.

Der Rat der Europäischen Union traf sich am Montag zu einer Diskussion zum Nahost-Friedensprozess. Dabei wurden keine finalen Beschlüsse gefasst. Laut Quellen der „Jerusalem Post“ hat Frankreich bei dem Treffen darauf gedrängt, dass die EU die aus der Friedenskonferenz hervorgegangenen Erklärung übernehme. Doch dies soll von Großbritannien und einigen Balkan-Staaten verhindert worden sein.

Frieden schaffen ohne betroffene Parteien

Als einziger Teilnehmer der Paris-Konferenz hatte Großbritannien die Unterschrift unter der gemeinsamen Erklärung verweigert. Das britische Außenministerium hatte „große Bedenken“ geäußert „gegenüber einer internationalen Konferenz, die darauf abzielt, den Frieden zwischen den Parteien voranzubringen, die sie nicht mit einbezieht“. Die Pariser Erklärung spricht sich für eine Zwei-Staaten-Lösung, ein Ende der Gewalt in der Nahost-Region und gegen „fortlaufende Siedlungsaktivitäten“ aus.

Während keine Erklärung final angenommen wurde, sagte Mogherini nach dem Treffen in Brüssel, die Pariser Erklärung „spiegelt komplett die von der EU-konsolidierte Position“ wider. Diese treffe auch auf die UN-Resolution 2334 zu, die ein Ende des israelischen Siedlungsbaus fordert.

Zwei-Staaten-Lösung als oberste Priorität für die internationale Gemeinschaft

Laut Mogherini habe Großbritannien die Annahme der aus der Pariser Konferenz hervorgehenden Erklärung nicht blockiert. Der Zweck des jetzigen Treffen sei ein „informeller Austausch“ zu dem Thema gewesen. Als „nützlich“ bezeichnete sie das Zusammenkommen in der französischen Hauptstadt am Wochenende, um die „Verpflichtungen der internationalen Gemeinschaft zur Zwei-Staaten-Lösung zu bekräftigen und sie als oberste Priorität für die internationale Gemeinschaft zu bewahren“.

„Auch wenn wir nicht an der Konferenz teilgenommen haben, ist es uns gelungen, unsere Position deutlich zu machen.“

Unterdessen nannte der neue Chef des israelischen Außenministeriums, Juval Rotem, die Pariser Friedenskonferenz unter gewissen Gesichtspunkten einen Erfolg für Israel. „Der Fakt, dass die Pariser Konferenz keine weitergehende Folge hat, ist aus unserer Perspektive die bedeutendste Errungenschaft“, sagte er dem „Armee Radio“. Rotem ist seit Ende Dezember Generaldirektor des Außenministeriums.

Aus der Konferenz ergeben sich „keine neuen Verpflichtungen“ für Israel. Die Erklärung bestätige Israels Sicht, dass „der einzige Weg zum Frieden über direkte Verhandlungen zwischen den betroffenen Seiten geht“. Weiter sagte er: „Auch wenn wir nicht an der Konferenz teilgenommen haben, ist es uns gelungen, unsere Position deutlich zu machen.“

Zu den Beteiligten der Konferenz zählten US-Außenminister John Kerry. Des Weiteren waren auch die Mitglieder des Nahost-Quartetts – neben den USA die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Russland – sowie der G20-Staaten anwesend.

Von: mab

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Tue, 17 Jan 2017 15:02:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu beklagt Medienkampagne]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/17/netanjahu-beklagt-medienkampagne/ Teilen Twittern Teilen

Netanjahu beklagt Medienkampagne

Die Polizei ermittelt derzeit in zwei Fällen gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Es geht um Absprachen mit Zeitungen und Vorteilsnahme. Netanjahu weist die Vorwürfe zurück und wirft den Medien Einflussnahme vor.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat israelischen Medien vorgeworfen, eine Kampagne gegen ihn zu fahren. Das Ziel sei es, die Regierung zu stürzen, sagte der Likud-Chef am Montagabend bei einem Parteitreffen. Diese Situation sei „unerhört“.

Gegen Netanjahu laufen derzeit zwei polizeiliche Ermittlungen. Im von der Polizei so genannten „Fall 1.000“ geht es um Vorteilsnahme. Netanjahu sowie Familienmitglieder sollen von zwei Geschäftsmännern, darunter Hollywood-Filmproduzent Arnon Milchan, teure Geschenke erhalten haben. In dieser Angelegenheit befragt die Polizei sowohl Netanjahu als auch dessen Ehefrau Sara wie auch einen seiner Söhne, Jair.

Im „Fall 2.000“ geht es um angebliche Absprachen mit dem Herausgeber des Massenblattes „Yediot Aharonot“, Arnon Moses. In einem Telefonat soll Netanjahu diesem versprochen haben, den Umlauf der kostenlosen und regierungsnahen Zeitung „Israel HaJom“ einzudämmen, um die Auflage von „Yediot Aharonot“ zu erhöhen. Im Gegenzug soll „Yediot Aharonot“ regierungsfreundlicher als bislang berichten. In diesem Fall befragte die Polizei den Herausgeber Moses sowie den Redakteur von „Israel HaJom“, Amos Regev.

Netanjahu: Ermittlungen im Fernsehen

Israelische Medien veröffentlichen nahezu täglich Verschriftlichungen besagter Telefongespräche. Eben diese Veröffentlichungen prangert Netanjahu an. Besonders nimmt er dabei den Fernsehsender „Kanal 2“ ins Visier. „Alle Ermittlungen werden im Fernsehen geführt“, meinte Netanjahu vor Parteimitgliedern. „Jeden Abend senden sie ausgewählte und sorgsam gefilterte Transskripte und Lügen zu den beiden fraglichen Angelegenheiten.“ Auf diese Weise gerieten der Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit und die ermittelnden Behörden unter Druck.

Gerade den Umstand, dass Mandelblit die Ermittlungen gegen Netanjahu genehmigt hat, sehen Beobachter als Hinweis für das Ausmaß der Vorwürfe; eine Anklage erscheint vor diesem Hintergrund nicht unwahrscheinlich. Mandelblit fungiert als Rechtsberater der Regierung und steht dieser entsprechend nahe. Erst am Montag sprach Mandelblit von einer „erheblichen Beweislage“ im „Fall 1.000“.

Die Opposition reagiert unterschiedlich scharf auf die erhobenen Vorwürfe gegenüber dem Regierungschef. Jitzhak Herzog von der „Zionistischen Union“ beklagte mit Blick auf die möglichen Zeitungsabsprachen, Netanjahu verkaufe die israelische Demokratie. Der Chef der Partei „Jesch Atid“, Jair Lapid, mahnte, dass auch für Netanjahu zunächst die Unschuldsvermutung gelte. Er kritisierte jedoch, dass die Regierung aufgrund der Ermittlungen ihren eigentlichen Geschäften derzeit nur schlecht nachkomme.

Von: df

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Tue, 17 Jan 2017 14:37:00 +0100
<![CDATA[Schweiz finanziert Versöhnungstreffen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/17/schweiz-finanziert-versoehnungstreffen/ Teilen Twittern Teilen

Schweiz finanziert Versöhnungstreffen

Die Schweiz will einen Teil zur Versöhnung zwischen Hamas und Fatah beitragen: Sie lud Vertreter der zerstrittenen palästinensischen Gruppen zu einem Workshop nach Genf ein. Kritiker sprechen von Geldverschwendung.

GENF (inn) – Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und eine finnische Nichtregierungsorganisation haben ein Versöhnungstreffen für die seit rund zehn Jahren zerstrittenen palästinensischen Parteien Hamas und Fatah organisiert. Wie die „Basler Zeitung“ am Montag berichtet, fand das zweitägige Seminar bereits im Dezember statt.

Das EDA habe die Logistik des Treffens in Genf ermöglicht und mit rund 67.800 Euro finanziert. Weitere 17.000 Euro habe eine nicht namentlich genannte nicht staatliche Organisation aus Finnland beigesteuert. Aus den Gesprächen der Palästinenser hielten sich die Geldgeber zurück. Vertreter beider Parteien diskutierten über die Bildung einer nationalen Einheitsregierung. Sie suchten zudem nach Möglichkeiten, ihren Streit beizulegen, heißt es in dem Bericht.

Die USA und die EU haben die Hamas als Terror-Organisation eingestuft. Die Schweiz unterhält jedoch unter Berufung auf ihre Neutralität Kontakte zu Vertretern der radikal-islamischen Organisation. Für das Seminar genehmigte sie dem hochrangigen Hamas-Führer Mussa Abu Marsuk die Einreise. Dieser lebt derzeit in Ägypten. Der Palästinenser gilt als Nummer zwei der Hamas-Führung im Exil. Sein Name befindet sich auf der „Specially Designated National“-Liste der USA. Dort werden Personen oder Vereinigungen aufgeführt, welche die Sicherheit der USA gefährden oder in terroristische Aktivitäten verwickelt sind.

Viele Treffen, kein Erfolg

Der „Basler Zeitung“ zufolge kritisierten Palästinenser in den sozialen Netzwerken, dass das Treffen nicht in Ramallah oder Gaza stattgefunden habe. Das Geld wäre besser für den Wiederaufbau im Gazastreifen investiert worden.

Nicht bekannt ist, ob das Treffen tatsächlich zu einer Annäherung zwischen Hamas und Fatah geführt hat. Es gab in den vergangenen Jahren eine Vielzahl solcher Aussöhnungstreffen. Viele davon fanden in Katar statt. Bislang blieben all diese Gespräche jedoch ohne Erfolg.

Das Treffen in der Schweiz hatte das „Palästinensische Zentrum für Politikforschung und Strategische Studien“ (Masarat) angeregt.

Von: dn

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Tue, 17 Jan 2017 13:57:00 +0100
<![CDATA[Ehemalige Militärs starten große Medienkampagne]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/16/ehemalige-militaers-starten-grosse-medienkampagne/ Teilen Twittern Teilen

Ehemalige Militärs starten große Medienkampagne

Eine Gruppe ehemaliger Militärvertreter hat am Wochenende mit einer Kampagne für eine Abtrennung von den Palästinensern Aufmerksamkeit erweckt. Sie schalteten in Zeitungen ganzseitige Anzeigen und stellten landesweit Plakate auf. Bildungsminister Bennett erteilt ihnen bereits eine Absage.

JERUSALEM (inn) – Ehemalige hochrangige israelische Militär- und Sicherheitsvertreter haben mit einer Medienkampagne zu einer Abtrennung von den Palästinensern aufgerufen. Sie wendeten sich am Sonntag an Bildungsminister Naftali Bennett, der für eine Annexion von Teilen des Westjordanlands eintritt. Das meldet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Sie sagen Ja zu Abtrennung, und Nein zu einer Annexion. Mit dem Annexionsvorstoß würde sich Israel auf einen Kurs begeben, bei dem es seinen jüdischen und demokratischen Charakter verliere. Die ehemaligen Militärs sprechen sich für eine Zweistaaten-Lösung aus.

Die Gruppe erweckte am Sonntag mit ganzseitigen Anzeigen in zwei großen israelischen Zeitungen und Plakaten im ganzen Land Aufmerksamkeit. Darauf sind auf einem Bild zahlreiche demonstrierende Palästinenser zu sehen, dazu steht auf Arabisch „Bald werden wir die Mehrheit sein“ und auf Englisch „Palästina: Ein Staat für zwei Völker“. Die zwei Sätze beziehen sich auf die im Westjordanland wachsende palästinensische Bevölkerung.

„Wenn wir uns nicht von den Palästinensern abtrennen, wird Israel weniger jüdisch und weniger sicher sein.“

Zu der Kampagne gehören auch Videoaufnahmen einiger Gruppenmitglieder, die folgendes aussagen: „Die 2,5 Millionen Palästinenser im Westjordanland wollen die Mehrheit sein - und das ist es, was wir annektieren wollen? Wenn wir uns nicht von den Palästinensern abtrennen, wird Israel weniger jüdisch und weniger sicher sein. Wir müssen uns jetzt von den Palästinensern abtrennen." So zitiert die Tageszeitung „Jerusalem Post“ aus der Kampagne.

Bennett: „Verschwenden Sie nicht ihr Geld für Palästina“

Der Vorsitzende der Partei „Jüdisches Haus“, Bennett, hat zu einer Annexion einiger Teile des Westjordanlandes aufgerufen – besonders der Zone C, wo Israel die Kontrolle inne hat. Er plant ein Gesetz zur Ausweitung der Souveränität auf die Siedlung Ma'ale Adumim bei Jerusalem.

Als Reaktion auf die Kampagne schrieb der Politiker auf Facebook: „Verschwenden Sie nicht ihr Geld für Palästina, [die Gründung eines palästinensischen Staates] wird es nicht geben.“ Und weiter: „Eine Gruppe ehemaliger Sicherheitsleute von der politisch linken Seite hat Werbungen im Wert von Millionen von Schekeln gekauft, um die israelische Öffentlichkeit zu überzeugen, Palästina hier zu erschaffen.“

Die Offiziere waren Mitglieder einer Gruppe, die als „Kommandeure für Israels Sicherheit“ bekannt ist. Diese setzt sich aus mehr als 200 ehemaligen hochrangigen Militär-, Geheimdienst- und Polizeivertretern zusammen. Sie wollen die Zwei-Staaten-Lösung voranbringen. Diese sehen sie nun in Gefahr. „Bennett und seine Freunde führen uns zur Annexion [des Westjordanlandes]“, sagte der ehemalige Polizeichef Asaf Hefetz am Sonntag vor Journalisten in Tel Aviv.

Der Generalmajor in Reserve, Amnon Reschef, sagte bei derselben Konferenz: „Wir sollten nicht das Westjordanland annektieren und dessen 2,5 Millionen Palästinensern. Wir müssen Israel als eine Demokratie bewahren und als einen Staat des jüdischen Volkes.“

Von: mab

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Mon, 16 Jan 2017 15:42:00 +0100
<![CDATA[Bessere Wasserversorgung für Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/16/bessere-wasserversorgung-fuer-palaestinenser/ Teilen Twittern Teilen

Bessere Wasserversorgung für Palästinenser

Die Wasserversorgung in den Palästinensergebieten soll verbessert werden. Um dies zu ermöglichen, aktivierten Israelis und Palästinenser ihren gemeinsamen Wasser-Ausschuss. Dieser hat seit seit sechs Jahren nicht mehr getagt.

JERUSALEM (inn) – Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) wollen das gemeinsame Wasser-Komitee wiederbeleben. Der „Koordinator der Regierungsaktivitäten in den (Palästinenser-)Gebieten“ (COGAT), Generalmajor Joav Mordechai, sowie der palästinensische Minister für zivile Angelegenheiten, Hussein al-Scheik, unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen. Vertreter des Ausschusses hatten sich zuletzt vor rund sechs Jahren getroffen.

Das Komitee hat die Entwicklung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur im Westjordanland zur Aufgabe. Es wurde 1995 im Rahmen des „Oslo II“-Abkommens ins Leben gerufen.

Israelis und Palästinenser vereinbarten nun die Anpassung der Wasserzuteilungen, die Suche nach neuen Wasserquellen und eine bessere Wasserversorgung insgesamt für Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen. Die Unterzeichnung des Abkommens jetzt im Winter soll es ermöglichen, dass das Komitee im Sommer voll handlungsfähig ist, wenn der Wasserbedarf am höchsten ist.

Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ haben beide Seiten zudem einen strategischen Planungsmechanismus bis zum Jahr 2040 eingerichtet. Dabei gehe es um die Anpassung der Wasserinfrastruktur an den erwarteten Bevölkerungszuwachs.

Generalmajor Mordechai zufolge zeige das Abkommen, dass es möglich sei, Vereinbarungen ohne Einfluss von außen zu erreichen, wenn es um praktische bilaterale Angelegenheit gehe. Das jüngste Abkommen ist eines von vieren, die Israelis und Palästinenser in den vergangenen anderthalben Jahren geschlossen haben. Zuletzt wurden unter anderem Vereinbarungen über die Stromversorgung sowie zum 3G-Mobilfunk im Westjordanland getroffen.

Von: dn

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Mon, 16 Jan 2017 12:09:00 +0100
<![CDATA[Plädoyer für Zwei-Staaten-Lösung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/16/plaedoyer-fuer-zwei-staaten-loesung/ Teilen Twittern Teilen

Plädoyer für Zwei-Staaten-Lösung

In Paris drängen zahlreiche Nationen auf direkte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern. Als einziger Teilnehmer der „Friedenskonferenz“ verweigert Großbritannien die Unterschrift. Für die israelische Regierung ist die Konferenz „nutzlos“.

PARIS (inn) – Mehr als 70 Staaten und Organisationen haben sich am Sonntag auf einer sogenannten Friedenskonferenz in Paris für die Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen. Dies sei der einzige Friedensweg, hielten die Beteiligten in einer gemeinsamen Erklärung fest. Sie riefen Israelis und Palästinenser dazu auf, den gegenwärtigen „Negativtrend“ zu stoppen und „direkte, bedeutsame Verhandlungen zu beginnen“.

Das Ziel der Konferenz war es nach eigenen Angaben, ein „politisches Momentum für Verhandlungen“ zu schaffen, da die Situation derzeit verfahren sei. „Die Krisen in der Region (Syrien, Irak, Jemen, usw.) haben keineswegs die Bedeutung oder symbolische Wichtigkeit des israelisch-palästinensischen Konfliktes geschmälert.“ Der Konferenz ging ein vorbereitendes Treffen im vergangenen Juni voraus.

Zu den Beteiligten der Konferenz zählt US-Außenminister John Kerry, dessen Amtszeit allerdings am Freitag endet. Zugegen waren auch die Mitglieder des Nahost-Quartetts – neben den USA die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Russland – sowie der G20-Staaten. Als einziger Teilnehmer verweigerte Großbritannien die Unterschrift unter die gemeinsame Erklärung. Aus London hieß es, man habe „besondere Bedenken“: Weder Israelis noch Palästinenser seien auf der Konferenz vertreten gewesen; sie habe gegen den Willen Israels stattgefunden; der Zeitpunkt kurz vor dem Amtsantritt eines neuen US-Präsidenten sei schlecht gewählt.

Anreize für Zwei-Staaten-Lösung

Als Beispiele für den „Negativtrend“ notieren die Länder „fortgesetzte Gewalthandlungen und anhaltende Siedlungsaktivität“. Sie berufen sich ausdrücklich auf die am 23. Dezember vergangenen Jahres verabschiedete Resolution 2234 des UN-Sicherheitsrates. In dieser nicht-bindenden Resolution verurteilte das Gremium Siedlungsbau und Hetze. Weiterhin berufen sich die Konferenzteilnehmer unter anderem auf die „Arabische Friedensinitiative“ aus dem Jahr 2002 sowie auf die Resolution 242 aus dem Jahr 1967, die als Grundlage für jedwede Verhandlungen gilt.

Weiter fordern die Teilnehmer Israelis und Palästinenser auf, von einseitigen Schritten abzusehen. Sie stellen zudem verschiedene Anreize für eine Zwei-Staaten-Lösung in Aussicht, darunter eine „europäische privilegierte Partnerschaft“ und „finanzielle Unterstützung für die Palästinensische Autonomiebehörde“. Noch vor Jahresende soll eine weitere Konferenz stattfinden.

Netanjahu: Zuckungen einer alten Welt

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu bezeichnete die Konferenz in der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag als „nutzlos“. Mit diesem Schritt verhärte sich die palästinensische Position, ein Frieden rücke somit weiter in die Ferne. „Ich muss sagen, dass diese Konferenz zu den letzten Zuckungen einer vergangenen Welt gehört. Die zukünftige Welt wird anders sein – und sie ist sehr nah“, sagte Netanjahu laut Mitteilung seines Büros.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas begrüßte hingegen die Konferenz-Erklärung. Diese enthalte „positive Elemente“. Er rief die Weltgemeinschaft auf, einen „Staat Palästina“ anzuerkennen. Abbas nahm zwar nicht an der Konferenz teil, hielt sich aber in Paris auf. Die islamistische Hamas lehnte die Erklärung ab. Es gelte, gegen Israel zu kämpfen, anstatt zu verhandeln.

Kleine Schritte vor Ort

Am Rande der Konferenz kamen Hunderte pro-israelische Demonstranten vor der israelischen Botschaft in Paris zusammen. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Auf Plakaten war demnach zu lesen: „500.000 im Irak getötet – Auch nur eine Pariser Konferenz?“

Die israelisch-palästinensischen Verhandlungen sind seit dem April 2014 auf Eis gelegt. Schritte zu mehr Verantwortung für Palästinenser gab es seither vor Ort, etwa in Fragen des Postwesens oder der Energieversorgung. Erst am Sonntag haben beide Seiten vereinbart, bezüglich der Wasserversorgung nach sechs Jahren Unterbrechung wieder zusammenzuarbeiten.

Von: df

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Mon, 16 Jan 2017 12:03:00 +0100
<![CDATA[Gericht in Kairo erklärt umstrittene Inseln für ägyptisch]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/16/gericht-in-kairo-erklaert-umstrittene-inseln-fuer-aegyptisch/ Teilen Twittern Teilen

Gericht in Kairo erklärt umstrittene Inseln für ägyptisch

Ägypten darf die unbewohnten Inseln Sanafir and Tiran im Roten Meer nicht an Saudi-Arabien übergeben. Das hat das Oberste Verwaltungsgericht in Kairo am Montag verfügt. Die Regierung habe keine Beweise dafür erbracht, dass die beiden Inseln den Saudis zustehen. Sanafir und Tiran liegen am Golf von Akaba. Die Schiffspassagen zu zwei wichtigen Hafenstädten – dem israelischen Eilat und dem jordanischen Akaba – führen an ihnen vorbei. Saudi-Arabien gewährt den Ägyptern seit 1950 die Kontrolle über die Inseln.

Von: eh

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Mon, 16 Jan 2017 11:40:00 +0100
<![CDATA[50 Millionen Dollar teures Kulturzentrum geplant]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2017/01/16/50-millionen-dollar-teures-kulturzentrum-geplant/ Teilen Twittern Teilen

50 Millionen Dollar teures Kulturzentrum geplant

Jerusalem erhält ein neues Kultur- und Kunstzentrum. Das hat die Stadt zusammen mit der „Jüdischen Vereinigung New Yorks“ bekannt gegeben. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 50 Millionen Dollar. 2020 soll das Zentrum eröffnet werden. Es ist Teil eines Programmes, Jerusalem in eine Weltkulturhauptstadt zu verwandeln.

Von: dn

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Mon, 16 Jan 2017 10:56:00 +0100
<![CDATA[Mehr Schmuggel vereitelt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/16/mehr-schmuggel-vereitelt/ Teilen Twittern Teilen

Mehr Schmuggel vereitelt

Die israelischen Sicherheitskräfte haben im vergangenen Jahr 1.226 Schmuggelversuche in den Gazastreifen verhindert. Das hat das Verteidigungsministerium am Sonntag mitgeteilt. Es handele sich um einen Anstieg um 165 Prozent im Vergleich zu 2015. Die Zahl der israelischen Warentransporter, die über den Grenzübergang Kerem Schalom in den Gazastreifen fuhren, erhöhte sich 2016 um 13 Prozent auf 175.000 Lastwagen.

Von: eh

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Mon, 16 Jan 2017 10:55:00 +0100
<![CDATA[Israel wirbt 500 Fachkräfte aus Ausland an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2017/01/16/israel-wirbt-500-fachkraefte-aus-ausland-an/ Teilen Twittern Teilen

Israel wirbt 500 Fachkräfte aus Ausland an

Israel hat am Sonntag beschlossen, 500 Hightech-Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Das meldet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Damit will die Regierung gegen den Mangel an qualifizierten Programmierern und Internetexperten vorgehen. Mehr als umgerechnet 222 Millionen Euro möchte Israel in dieses Programm investieren. Es zielt auch darauf ab, in den kommenden sechs Jahren die Anzahl der Studenten in Hightech-Studiengängen um 40 Prozent zu steigern. Die Regierung plant zudem, mehr Frauen, Araber und ultraorthoxe Juden zum Einstieg in die IT-Branche zu ermutigen. In einem Bericht der „Innovationsbehörde“ des Wirtschaftsministeriums hieß es im Juni, dass es in dem kommenden Jahrzehnt ein Defizit von rund 10.000 Ingenieuren und Programmierern in Israel geben werde.

Von: mab

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Mon, 16 Jan 2017 10:28:00 +0100
<![CDATA[Erstmals palästinensische Botschaft im Vatikan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/14/erstmals-palaestinensische-botschaft-im-vatikan/ Teilen Twittern Teilen

Erstmals palästinensische Botschaft im Vatikan

Präsident Mahmud Abbas hat am Samstag die erste palästinensische Botschaft im Vatikan eingeweiht. Sie befindet sich in einem Gebäude mit den diplomatischen Vertretungen von Peru, Ecuador und Burkina Faso. Vor der Zeremonie hatte Abbas eine kurze Audienz bei Papst Franziskus. „Wir haben betont, wie wichtig es ist, Terror und Extremismus überall in der Welt zu bekämpfen“, sagte er anschließend laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA. Im Januar 2016 hatte der Vatikan „Palästina“ offiziell als Staat anerkannt.

Von: eh

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Sat, 14 Jan 2017 15:38:00 +0100
<![CDATA[Mehr Urlauber als im Vorjahr]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2017/01/13/mehr-urlauber-als-im-vorjahr/ Teilen Twittern Teilen

Mehr Urlauber als im Vorjahr

Israels Tourismusbranche konnte 2016 neue Märkte in Indien und China erobern. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr mehr Urlauber nach Israel als 2015. Die meisten von ihnen waren aus den USA.

JERUSALEM (inn) – Rund 2,9 Millionen Touristen sind im Jahr 2016 nach Israel gekommen. Das waren etwa 4 Prozent mehr als 2015. Der Trend der letzten beiden Monaten des Jahres 2016 lässt auf einen anhaltenden Anstieg hoffen: Im November kamen 288.000 Urlauber nach Israel. Das waren 38 Prozent mehr als im gleichen Monat 2015 und so viele wie noch nie in einem November. Im Dezember waren es 248.000 Urlauber. Das war ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem gleichen Monat 2015.

Mit 648.310 kamen die meisten Touristen 2016 aus den USA, wie das Wirtschaftsmagazin „Globes“ berichtet. Rang zwei belegte Russland mit 440.358 Urlaubern, gefolgt von Frankreich mit 287.450 Touristen. Die weiteren Plätze belegten Großbritannien (181.346) und Deutschland (164.076). Bis auf Frankreich sind die Zahlen in allen Ländern gegenüber 2015 gestiegen.

Mehr Individual-Reisen, weniger Gruppen

Tourismusminister Jariv Levin führt den Anstieg auf verstärkte Kampagnen seines Ministeriums zurück. Vor allem die Metropole Eilat am Roten Meer habe von der Werbung als Winterurlaubsziel für sonnenhungrige Europäer profitiert. Jeder Passagier, der nach Eilat flog, erhielt eine Prämie von 45 Euro. Das Tourismusministerium sei zudem auf Veränderungen im Reiseverhalten eingegangen. Mittlerweile reisten etwa 60 Prozent der Israel-Urlauber individuell und nicht mehr mit organisierten Gruppen ins Land. Das Ministerium arbeite daher jetzt verstärkt mit Online-Reiseportalen wie TripAdvisor und Expedia zusammen.

Neue Märkte in Asien

Erstmals hat das Tourismusministerium zudem in Indien und China um Urlauber geworben. Das indische Magazin „Reise und Freizeit“ zeichnete Israel als bestes Reiseziel für Geschichte und Kulturerbe aus. Auch mehrere chinesische Medien kürten Israel als bestes Reiseziel 2016. Im April eröffnete Chinas größte private Fluggesellschaft Hainan zudem die Strecke Peking-Tel Aviv. Der Erfolg zeigte sich prompt: China war das Land mit dem meisten Zuwachs an Israel-Touristen (69 Prozent) gegenüber 2015. Aus Kroatien kamen 62 Prozent mehr Touristen, aus Weißrussland, Lettland und Georgien waren es 41 Prozent mehr, gefolgt von Malaysia (35 Prozent), den Philippinen (27 Prozent) und Indien (13 Prozent).

Von: dn

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Fri, 13 Jan 2017 15:20:00 +0100
<![CDATA[Wüstenland Israel]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2017/01/13/wuestenland-israel/ Teilen Twittern Teilen

Wüstenland Israel

Weltweit wachsen die Wüsten. Von Nordafrika über den Nahen Osten bis Asien wird der Wüstengürtel breiter, verwüstet im wahrsten Sinne Kulturland und damit Lebensraum für Menschen und Tiere. In Israel dagegen geht das Wüstengebiet zurück.

Es heißt, die Ureinwohner in den Polargebieten haben hundert Worte für Eis und Schnee. Die Völker der Wüste kennen viele Worte für „Wüste“ wie Einöde, Steppe, Weide. Die Geschichten der Bibel erzählen oft Begebenheiten in der Wüste. Der Prophet Elia flieht in die Einöde und wird dort versorgt und neu beauftragt.

Andere Propheten rufen das Volk zur Rückkehr in die Wüsten und zum Neuanfang des Glaubens an diesen Gott, der sich in der Wüste offenbart hatte. Aus dem brennenden Busch hatte dieser Gott Mose gerufen und berufen. Und die Jahrzehnte in den kargen Weiten wurden die „Brautzeit“ für Israel. Die Wüste war der Ort der ersten Liebe zur Jungfrau Israel: „Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste führen und freundlich mit ihr reden. Dann will ich ihr von dorther ihre Weinberge geben und das Tal Achor zur Hoffnung machen“ (Hosea 2,16f). Auch Johannes der Täufer und Jesus wirken in der Wüste und laden von dort aus zu neuem Glauben ein.

Ort des Lebens

In Israel geschieht ein Wunder. Die Wüste erwacht zu neuem Leben. Im Negev sind Fakten zu sehen. Es sind Wunder, geschaffen von Menschen, gewollt vom lebendigen Gott der Bibel. Er hat das vorzeiten aufschreiben lassen:

„Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern, damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen“ (Jesaja 41,18–20).

Gott sagt: „Ich will.“ Immer, wenn Gott das sagt, geschieht etwas. Wir können in unserer Zeit sehen, was andere höchstens erträumen konnten. Und weil wir es sehen können, braucht es niemand mehr zu glauben. Die Verheißungen stehen nicht nur in der Bibel, sondern werden Wirklichkeit mitten in der Wüste. Der Prophet Jesaja geht noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: Das geschieht, „damit man erkenne, merke und verstehe: des HERRN Hand hat dies getan“.

Entgegen dem weltweiten Trend


Aber im Negev ist noch mehr zu sehen: Nicht nur wilde Frühlingsblüher sind zu entdecken, sondern weite Felder und ausgedehnte Palmenhaine links und rechts der Straße. Zwischen den sandfarbenen Geröllhalden und Felsen finden die Augen immer wieder grüne Streifen und Flächen. Die lebensfeindliche Einöde bringt Leben hervor. Und das in einer Zeit, in der weltweit die Wüsten wachsen, versteppen und fruchtbare Flächen versanden. Die Sahara schiebt sich Jahr für Jahr um mehrere Kilometer weiter ins Farmland und die Weidegebiete.

Nördlich von Eilat am Roten Meer werden im Januar Tafeltrauben geerntet und Mini-Tomaten gepflückt. Unter weiten, mit Folie bedeckten Flächen wächst Gemüse. Zwischen den Feldern schimmern Wasserflächen. Es sind künstliche Seen, die vielen Pflanzen und Tieren Heimat geben. Schwärme von Vögeln haben sich niedergelassen. Flamingos ziehen am seichten Ufer entlang. Es sieht alles so normal aus, und gerade das ist das Wunder vor unseren Augen.

Im Wüsten-Kibbutz Jotvata stehen kräftige Milchkühe. Für Touristen längst kein Geheimtipp mehr: Neben der Tankstelle gibt es eine moderne Markthalle samt Theke für Milchprodukte. Besonders beliebt sind Milchgetränke und Joghurt in vielen Varianten. Viele Kilometer weiter in Sde Boker entstanden neben einem Kibbutz eine Feldschule und eine Niederlassung für Solarforschung. Nahe bei einem liebevoll gestalteten Park ruhen David Ben-Gurion und seine Frau. Israels erster Premier, 1886 in Polen geboren und 1973 in Israel gestorben, prägte das Motto: „Israels Zukunft liegt in der Wüste.“ Wir können sehen: Die Zukunft hat begonnen.

Den Artikel „Wüstenland Israel“ finden Sie auch in der Ausgabe 6/2016 des „Israelnetz Magazins“. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online unter www.israelnetz.com.

Von: Egmond Prill

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Fri, 13 Jan 2017 14:26:00 +0100
<![CDATA[Israelis helfen syrischen Flüchtlingen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/13/israelis-helfen-syrischen-fluechtlingen/ Teilen Twittern Teilen

Israelis helfen syrischen Flüchtlingen

Israelis haben zahlreiche Hilfsgüter für syrische Flüchtlinge gesammelt, denen es am Notwendigsten mangelt. In 15 Zentren sortierten landesweit jüdische, arabische und drusische Ehrenamtliche die Spenden, darunter Decken und warme Kleidung. Die Aktion stand unter dem Motto „Chom Enoschi“ (Menschliche Wärme). Initiatoren waren zwei Jugendverbände und das Komitee für den Kampf gegen Völkermord. Bereits vor drei Jahren waren bei einer ähnlichen Aktion 30 Tonnen Hilfsgüter gespendet worden. Sie gelangten durch die Organisation „Israel Flying Aid“ an bedürftige Syrer.

Von: eh

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Fri, 13 Jan 2017 13:23:00 +0100
<![CDATA[Israel lockert Gaza-Blockade]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/13/israel-lockert-gaza-blockade/ Teilen Twittern Teilen

Israel lockert Gaza-Blockade

Das israelische Verteidigungsministerium hat eine Reihe von Maßnahmen zur Lockerung der Blockade des Gazastreifens genehmigt. Verteidigungsminister Lieberman äußerte sich zur Begründung dieses Schritts.

JERUSALEM (inn) – Israel hat eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die den Palästinensern im Gazastreifen zugute kommen sollen. Dazu gehört die Genehmigung, mehr Treibstoff, Baumaterial und Fahrzeuge nach Gaza ein- und auszuführen. Auch sollen mehr Arbeiter die Grenzen passieren dürfen, berichtet die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman kündigte nach dem Bericht an, dass weitere Maßnahmen möglich seien. „Wenn es an der Grenze zum Gazastreifen so ruhig bleibt, werden wir eine deutlich spürbare Erhöhung der humanitären Hilfe ermöglichen.“

„Bemerkenswerte“ Geste Israels

Wie die Zeitung außerdem erfahren haben will, wurde beschlossen, ein Fördersystem zu installieren, um Treibstoff vom Grenzübergang Eres in den nördlichen Gazastreifen zu transportieren. Die Konstruktion solle in etwa einem Jahr beginnen und sei eine „bemerkenswerte“ Geste Israels.

Die Einschränkungen bei der Einfuhr von Fahrzeugen seien bereits gelockert worden, mehrere hundert Fahrzeuge hätten in den vergangenen drei Monaten die Grenze passiert. Dass sich künftig Arbeitskräfte leichter über die Grenze bewegen können, sei ein Wunsch der Dörfer in der Grenzregion gewesen, die oftmals landwirtschaftliche Betriebe unterhalten.

Die Lockerungen der Blockade wurden von Israel ermöglicht, weil es derzeit in der Grenzregion vergleichsweise friedlich verläuft. Israel sei bewusst, dass gerade nach Gaza importierte Baumaterialien in die Hände der Hamas fielen und deren Position stärkten. Oftmals werden solche Materialien zum Bau von Schmuggeltunneln nach Israel missbraucht. Aus israelischen Regierungskreisen heißt es laut „Yediot Aharonot“, im Falle einer Eskalation könnten die Lockerungen wieder beendet werden.

Derzeit passieren rund 1.000 LKW am Tag die Grenze bei Kerem Schalom, berichtet die Zeitung. Vor der Operation „Starker Fels“ im Sommer 2014 seien es nur 300 gewesen.

Von: mb

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Fri, 13 Jan 2017 12:13:00 +0100
<![CDATA[US-Gericht verurteilt Syrien und Iran zu Strafzahlung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/13/us-gericht-verurteilt-syrien-und-iran-zu-strafzahlung/ Teilen Twittern Teilen

US-Gericht verurteilt Syrien und Iran zu Strafzahlung

Durch einen Anschlag verlor eine Familie in Jerusalem ihr Kind, jetzt müssen der Iran und Syrien dafür Strafe zahlen. Ein Gericht in Washington sieht die Staaten als Unterstützer von Terror.

WASHINGTON (inn) – Syrien und der Iran müssen an eine israelische Familie eine Geldstrafe von umgerechnet 168 Millionen Euro wegen Terrorismus zahlen. Das hat ein Bezirksgericht in der amerikanischen Hauptstadt Washington entschieden. Ein drei Monate altes Baby der Familie war im Oktober 2014 durch einen Anschlag in Jerusalem getötet worden.

Der Prozess war in den USA möglich, weil das Todesopfer, Tschaja Zissel Braun, sowohl die israelische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besaß. Den Anschlag hatte ein Hamas-Terrorist aus Ostjerusalem verübt. Er steuerte sein Auto in eine Menschengruppe an der Bahnstation am Munitionshügel. Das Auto erfasste den Kinderwagen; das Mädchen wurde zehn Meter durch die Luft geschleudert und landete mit dem Kopf auf dem Boden. Zwei Stunden später wurde es für tot erklärt. Auch die 22-jährige Keren Jamima Mosquera aus Ecuador wurde bei dem Anschlag getötet.

Kläger: Ein Urteil mit Botschaft

Die Richter gewährten ein Versäumnisurteil, also ein Urteil trotz Abwesenheit der Beklagten. Darin befanden sie, dass sowohl der Iran als auch Syrien die Hamas unterstützen. Die Hamas wiederum sagte schon vor dem Anschlag, der Terrorist, Abed a-Rahman a-Schaludi aus dem Stadtteil Silwan, sei einer ihrer Agenten. Die Organisation lobte den Anschlag und den Attentäter.

Die Direktorin des israelischen Rechtszentrums „Schurat HaDin“, Nitsana Darsan-Leitner, vertrat die Familie Braun vor Gericht. Zu dem Richterspruch sagte sie laut Mitteilung von „Schurat HaDin“: „Das Urteil verbreitet die klare Nachricht, dass auf jeden, der Terror finanziert und unschuldiges Blut auf den Straßen von Jerusalem vergießt, ein hoher Preis ausgesetzt wird.“ Sie kündigte an, auch weiterhin rechtlich gegen Syrien und den Iran vorzugehen.

Von: df

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Fri, 13 Jan 2017 11:36:00 +0100
<![CDATA[Ganz schön solidarisch]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2017/01/12/ganz-schoen-solidarisch/ Ein Kommentar von Daniel Frick]]> Teilen Twittern Teilen

Ganz schön solidarisch

Der Anschlag in Jerusalem hat in der westlichen Welt ungewöhnlich viel Mitgefühl ausgelöst. Manche sprechen von einem Sinneswandel gegenüber Israel. Die Frage ist aber, wie sich das neu gewonnene Verständnis dauerhaft niederschlägt. Ein Kommentar von Daniel Frick

Das Brandenburger Tor leuchtet in israelischen Farben, Paris projiziert eine israelische Flagge auf sein Rathaus, auf dem Rathaus von Rotterdam weht eine solche auf halbmast: Die Solidaritätsbekundungen in Europa nach dem Jerusalemer Lastwagen-Anschlag waren ungewöhnlich eindringlich. Angesichts zahlreicher Terrorangriffe auf dem eigenen Kontinent scheinen europäische Länder ein neues Verständnis für Israels Kampf mit dem Terror an den Tag zu legen.

Der Symbolik entsprechen auch die Worte. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich „zutiefst schockiert“ und fühlte sich erinnert an den Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz kurz vor Weihnachten. Die „Tagesschau“ machte in ihrer Ausgabe am Sonntag mit dem Anschlag auf – in der Anmoderation hieß es sogar, Jerusalem sei „Israels Hauptstadt“. Und schon Anfang Dezember erklärte Bundespräsident Joachim Gauck: „Jetzt, wo der Terror näher an uns in Westeuropa heranrückt, kann ich besser jene Bedrohung erfassen, in der die Israelis seit Jahrzehnten leben.“

Beileid statt Ermahnung

Eine Veränderung lässt sich auch auf der Ebene der Europäischen Union beobachten. Der Europa-Korrespondent der Nachrichtenseite „Jewish Telegraph Agency“ weist darauf hin, dass die EU noch vor zwei Jahren bei einem Autoangriff mit einem toten Polizeioffizier mahnte, Zurückhaltung zu üben. In dem Angriff sah sie damals nur einen Beleg dafür, wie wichtig Verhandlungen seien. In der Stellungnahme zu dem Anschlag vom Sonntag ist ein gänzlich anderer Ton zu vernehmen: Keine Ermahnung, sondern Beileid für die Angehörigen der Opfer, Verurteilung der Gewalt und der Hetze.

Am Mittwoch starteten mehrere Botschafter und Diplomaten aus EU-Ländern eine Solidaritätsaktion für Israel. Mit Verweis auf die Anschläge in Nizza, Berlin und Jerusalem stellten sie in Jerusalem einen Lastwagen auf mit dem Motto: „Verschiedene Städte, gleicher Lastwagen – Vereint gegen Terror“.

Mehr oder weniger explizit machen sich die genannten Akteure damit zu Eigen, was der israelische Premier Benjamin Netanjahu nach fast jedem Anschlag – in Israel oder wo auch immer – wiederholt: Terror geht alle etwas an und ist kein israelischer Sonderfall. Immerhin hatte die schwedische Außenministerin Margot Wallström noch nach den Anschlägen in Paris im November 2015 gemeint, man müsse auf den israelisch-palästinensischen Konflikt schauen, denn dieser sei Ursache für weltweite Radikalisierung.

Eine Frage der Dauer

Spätestens seit den Terrorangriffen im Jahr 2016 – etwa Brüssel und Nizza – erscheint so eine Aussage als altbacken: Denn Terrorismus gibt es offenkundig auch ohne eine Besatzung, die oftmals als Ursache für Gewalt der „Unterdrückten“ herangezogen wird. Allerdings: Diese Erkenntnis hätte Europa auch schon früher haben können; es hätte nur genauer hinsehen müssen. Bekannt ist etwa, dass die Terroristen der jüngsten Terrorwelle in Israel alles andere als schlechte Lebensbedingungen hatten. Abgesehen davon gibt die Mehrheit der Palästinenser für Lebensverschlechterungen gar nicht Israel die Schuld, sondern ihrer eigenen politischen Führung, die sie ohnehin als korrupt ansieht.

Bislang sind die Solidaritätsbekundungen, so begrüßenswert sie auch sind, nicht viel mehr als eine Augenblicksaufnahme. Wichtiger wird sein, ob und wie sich dieses neu gewonnene Verständnis auch dauerhaft zeigt. Eine erste Gelegenheit, das zu beobachten, steht schon vor der Tür: Bei der am Sonntag beginnenden Nahost-Friedenskonferenz werden in Paris etwa 70 Länder auf den israelisch-palästinensischen Konflikt schauen.

Von: Daniel Frick

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Thu, 12 Jan 2017 15:27:00 +0100
<![CDATA[Naziverbrecher starb in Syrien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/12/naziverbrecher-starb-in-syrien/ Teilen Twittern Teilen

Naziverbrecher starb in Syrien

Der NS-Kriegsverbrecher Alois Brunner soll 2001 unter elenden Bedingungen in Syrien gestorben sein. Das berichtet das französische Magazin „Revue XXI“ und beruft sich dabei auf syrische Agenten. Demnach war der SS-Offizier 1954 über Ägypten nach Damaskus gelangt. Dort habe er den Geheimdienst mit aufgebaut, der ihm als Gegenleistung Schutz gewährte. Brunner wurde 1912 in Österreich geboren. Er wird für die Deportation von 128.500 Juden verantwortlich gemacht.

Von: eh

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Thu, 12 Jan 2017 15:09:00 +0100
<![CDATA[Westafrikanischer Staat setzt auf Hilfe aus Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/12/westafrikanischer-staat-setzt-auf-hilfe-aus-israel/ Teilen Twittern Teilen

Westafrikanischer Staat setzt auf Hilfe aus Israel

Zum ersten Mal hat ein Staatspräsident von Sierra Leone Israel besucht. Die Regierung in Jerusalem sicherte dem afrikanischen Staat volle Unterstützung bei seiner Weiterentwicklung zu.

JERUSALEM (inn) – Sierra Leone möchte seine „brüderliche Beziehung“ zu Israel weiter vertiefen. Das hat der Präsident des westafrikanischen Landes, Ernest Bai Koroma, am Mittwoch bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel erklärt.

Wie die meisten afrikanischen Länder hatte auch Sierra Leone nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 seine diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen. Dies erfolgte auf Druck der arabischen Staaten. 1992 nahm es die Beziehungen zu dem jüdischen Staat wieder auf.

Mit Koroma besucht zum ersten Mal ein Präsident aus Sierra Leone Israel. Am Mittwoch traf der Politiker mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen. Koroma lobte die Unterstützung, die Israel seinem Land vor und nach der 1961 erfolgten Unabhängigkeit zuteil werden ließ. Unter anderem habe Israel den Aufbau zahlreicher öffentlicher Gebäude in der Hauptstadt Freetown unterstützt. Koroma dankte zudem für die Hilfe im Kampf gegen Ebola. Der Viruserkrankung waren in Sierra Leone rund 4.000 Menschen zum Opfer gefallen. Israel hatte das Land unter anderem mit einem Feldkrankenhaus unterstützt. Zudem spendete der jüdische Staat zehn Millionen Dollar an den internationalen Ebola-Fonds. Das war die sechstgrößte Spende weltweit.

Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten hätten einige Turbulenzen erfahren. „Aber die Geschichte hat uns gelehrt, bei unseren Erinnerungen nicht an den trüben Momenten zu verweilen, vor allem wenn das Licht der glänzenden Momente weiter strahlt“, sagte Koroma laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Sein Land sei daran interessiert, die Zusammenarbeit mit Israel auszubauen. Besonderes Interesse liege in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Informationstechnologie und Sicherheit.

Solidarität mit Anschlagsopfern

Koroma verurteilte zudem den jüngsten Terroranschlag in Jerusalem und äußerte seine Solidarität mit den Verwundeten und den Hinterbliebenen der vier Todesopfer. Er lud Netanjahu zu einem Besuch nach Sierra Leone ein. Der israelische Premier hat für dieses Jahr mindestens eine Afrika-Reise geplant. Im vergangenen Jahr hatte er mehrere Staaten in Ostafrika bereist. Zuletzt hatte 1987 Jitzhak Schamir Togo besucht.

Netanjahu erklärte, Israel sei mehr als bereit, Sierra Leone zu unterstützen. „Ich weiß, dass Sie einen schrecklichen Bürgerkrieg erlebt haben und sich seit den vergangenen Jahren davon erholen. Wir wollen Teil der Unterstützung sein und dabei helfen, Sierra Leone zu einer helleren und besseren Zukunft zu verhelfen“, sagte der Premier laut einer Mitteilung des Außenministeriums.

Von: dn

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Thu, 12 Jan 2017 14:50:00 +0100
<![CDATA[Falsche Hamas-Frauen spionieren israelische Soldaten aus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2017/01/12/falsche-hamas-frauen-spionieren-israelische-soldaten-aus/ Teilen Twittern Teilen

Falsche Hamas-Frauen spionieren israelische Soldaten aus

Die Frauen lachen über die Scherze der Soldaten und schicken ihnen aufreizende Bilder im Internet. Hinter deren gefälschten Profilen steckt aber die Hamas, die Überwachungsprogramme auf die Telefone der Soldaten überspielt. In einer monatelangen Operation hat das Militär die Hintergründe aufgedeckt.

GAZA / JERUSALEM (inn) – Terroristen mit gefälschten Profilen: Das israelische Militär hat ein Netzwerk der Hamas aufgedeckt. Mitglieder der radikal-islamischen Gruppe sollen sich in sozialen Netzwerken als Frauen ausgegeben haben, um heimlich Überwachungsprogramme auf die Telefone israelischer Soldaten zu überspielen. Wie der staatliche Rundfunk berichtet, haben sich das Militär und der Inlandsgeheimdienst Schabak zusammengetan, um die falschen Profile im Internet ausfindig zu machen. Die Geschichten von einigen Soldaten über verdächtige Online-Aktivitäten brachten das Militär auf die Spur des Hamas-Netzwerks, das vor allem an sensiblen Militärinformationen interessiert ist.

Über mehrere Monate identifizierte die Operation „Hunter's Network“ (Netzwerk des Jägers) zahlreiche der Online-Profile auf Internetseiten wie „Facebook“. Die Hamas hat demnach mit falschen oder gestohlenen Identitäten den Soldaten eine Gesprächssituation vorgegaukelt, um an deren Smartphone-Daten zu kommen. Das Ausspionieren habe sowohl aktive Soldaten als auch Soldaten der Reserve betroffen.

Trojaner im Chat-Programm

Laut Informationen des Militärgeheimdienstes lief das Prozedere jedes Mal ähnlich ab: Die angeblichen Frauen suchten über die sozialen Netzwerke den Kontakt der Soldaten, manchmal auch auf romantische Art und Weise. Um sich besser austauschen zu können, schlugen die Frauen den Soldaten vor, andere Kommunikationsprogramme für ihre Smartphones herunterzuladen. Die Hamas benutzte demnach Programme wie „Wowo Messenger“, „SR Chat“ und „YeeCall Pro“, um auf die Telefone der Soldaten Trojaner-Viren zur Überwachung aufzuspielen.

Wenn der Virus erst einmal auf dem Telefon war, bekamen die Soldaten keine Antworten mehr von den Frauen-Profilen. Die Trojaner hätten der Hamas Zugriff auf alle Bilder, die Aufenthaltsorte der Soldaten, die gesamte Kommunikation der Telefone und die gespeicherten Kontaktdaten gegeben. Durch den Virus sollen auch die Kamera- und Mikrofonfunktion der Smartphones aktiviert worden sein. So seien Gespräche der Soldaten heimlich mitgehört worden. Auch habe es die Funktion gegeben, mit Hilfe des Trojaners weitere Überwachungsprogramme auf das Telefon herunterzuladen, falls die Chat-Programme gelöscht wurden.

„Wo das Telefon war, befand sich auch der Feind“, sagte ein Sprecher des Militärs. Hauptziel seien zwar männliche Soldaten gewesen, aber das Ausspionieren über das Telefon habe auch einige weibliche Soldaten betroffen. Die Aktion betraf mehrere Dutzend Soldaten, darunter auch einen Major. Der militärische Schaden werde als minimal angesehen. Die Aufdeckung der Aktion könne aber die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Gefahren hinweisen, die in sozialen Netzwerken lauerten.

Von: mm

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Thu, 12 Jan 2017 13:54:00 +0100
<![CDATA[Römisches Theater entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2017/01/12/roemisches-theater-entdeckt/ Teilen Twittern Teilen

Römisches Theater entdeckt

Die Ausgrabungen in Hippos-Sussita haben bereits Erstaunliches zu Tage gebracht. Aber eine kulturelle Institution, die zu jeder römischen Stadt gehörte, haben die Archäologen bis vor Kurzem vermisst.

HIPPOS-SUSSITA (inn) – Ausgrabungen der Universität Haifa in Hippos (Sussita) auf den Golanhöhen haben ein großes römisches Theater aufgedeckt. Allerdings liegt das Theater außerhalb der Stadtmauern. Deshalb vermuten die Forscher, dass die Anlage für religiöse Zeremonien und nicht zum Vergnügen der Massen diente.

Der Archäologe Michael Eisenberg von der Universität Haifa leitet das Hippos-Grabungsprojekt. Er sagte: „Die Ausgrabungen außerhalb der Stadt gleichen einer Detektivgeschichte. Als Erstes fanden wir die Maske von Pan, dann das monumentale Tor zu einem mutmaßlichen Heiligtum. Und jetzt fanden wir ein öffentliches Bad und Theater. Beide Einrichtungen der römischen Zeit könnten mit dem Gott der Medizin Asclepius oder mit Göttern wie Dionysos und Pan verbunden sein.“

Hippos mit Blick auf den See Genezareth liegt auf einem mächtigen Hügel etwa zwei Kilometer östlich des Sees, im Nationalpark Sussita, den die israelische Natur- und Parkbehörde betreibt. In der Römerzeit war Hippos eine wichtige Stadt auf dem Golan. In den vergangenen zwei Jahren haben Forscher vom Institut für Archäologie der Universität Haifa immer wieder erstaunliche Entdeckungen gemacht.

Archäologen vermissten Theater

In der ausgegrabenen Stadt fehlte bisher das Theater, also ein öffentliches Gebäude, wo Tausende Menschen sich die beliebten öffentlichen Shows anschauen konnten. Eisenberg erklärt, dass es damals keine sich selbst respektierende römische Stadt erlauben konnte, ohne Theater zu bleiben. Aber bis jetzt wurde keine solche Struktur aufgedeckt. „Sowie unsere Delegation begann, Hippos zu erkunden, warteten wir auf den Augenblick, ein Theater zu finden. Es ist einfach undenkbar, dass eine römische Polis ohne Theater existieren könnte.“

Im Jahr 2015 entdeckten Ausgräber die einzigartige Bronze-Maske des Gottes Pan, die auf dem monumentalen Tor montiert war. Das „Pan-Tor“ wurde von der Zeitschrift „Biblical Archaeology Review“ zu einer der „Top 10 biblischen Archäologie-Entdeckungen des Jahres 2016“ gekürt. Die Befunde führten zur Annahme, dass das Tor der Eingang zu einem großen rituellen Komplex war, der Pan oder Dionysos gewidmet war. Beide Götter wurden oft zusammen angebetet. „In diesem Jahr haben wir, wie Stücke eines Puzzlespiels, das öffentliche Badehaus und das Theater gefunden, die beide Bestandteil des Rituals sind“, erklärt Eisenberg.

Alexander Iermolin, ein Mitglied der Delegation, der die Pan-Maske fand, bemerkte eine Depression, die mit einer Schuttschicht bedeckt war. Er schlug vor, dass dies der Ort des Theaters sein könnte. Nach kurzen Grabungen fanden die Wissenschaftler einen Durchgang und gewölbte Korridore, durch die das Publikum den Sitzbereich erreichten, das sogenannte Vomitorium. Ebenso fanden sie die Basis mehrerer Sitzreihen. Die Sitze selbst sind längst verschwunden. Das Pan-Tor wurde auf das frühe 2. Jahrhundert nach Christus datiert. Sondierungen ergaben, dass das Theater aus der gleichen Zeit stammt.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 12 Jan 2017 11:56:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 12. Januar 2017]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2017/01/12/nachrichten-vom-12-januar-2017/ Israelnetz TV

Nachrichten vom 12. Januar 2017

Anschlag in Jerusalem, Soldat nach Kopfschuss verurteilt – das und mehr bei Israelnetz TV!

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Thu, 12 Jan 2017 10:45:00 +0100
<![CDATA[Gericht: Regierung muss Verbot der Torah-Lesung für Frauen begründen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/11/gericht-regierung-muss-verbot-der-torah-lesung-fuer-frauen-begruenden/ Teilen Twittern Teilen

Gericht: Regierung muss Verbot der Torah-Lesung für Frauen begründen

Der Staat Israel muss „gute Gründe“ dafür finden, dass Frauen nicht laut an der Klagemauer aus der Torah lesen sollten. Das hat der Oberste Gerichtshof in Jerusalem am Mittwoch verfügt – und der Regierung dafür 30 Tage Zeit eingeräumt. Zudem dürfen Frauen nicht mehr besonderen Körperkontrollen unterzogen werden, bei denen Sicherheitskräfte nach Gegenständen wie Torah-Rollen suchen. Die Gruppierung „Frauen an der Klagemauer“ begrüßte die Entscheidung.

Von: eh

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Wed, 11 Jan 2017 16:31:00 +0100
<![CDATA[Britische Sensationsjournalistin mit 105 Jahren gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2017/01/11/britische-sensationsjournalistin-mit-105-jahren-gestorben/ Teilen Twittern Teilen

Britische Sensationsjournalistin mit 105 Jahren gestorben

Als deutsche Panzer im Jahr 1939 auf ihren Einsatz an der deutsch-polnischen Grenze warteten, entdeckte das die junge britische Journalistin Clare Hollingworth. Der Artikel war der Zeitungsknüller des Jahrhunderts. Die Britin, die am Dienstag verstarb, war Korrespondentin für den Nahen Osten und entging nur knapp dem „King David Hotel“-Anschlag in Jerusalem.

LONDON (inn) – Clare Hollingworth war die Reporterin, die als Erste berichtete, dass deutsche Truppen bereitstanden, um Polen am Anfang des Zweiten Weltkriegs zu überfallen. Die Britin, die am Dienstag laut dem britischen Rundfunk BBC in Hongkong mit 105 Jahren verstarb, bereiste im Laufe ihrer journalistischen Laufbahn Konfliktherde rund um die Welt. Hollingworth entkam dabei häufig, wie im Falle des Bombenattentats auf das „King David Hotel“ in Jerusalem im Jahr 1948, nur knapp dem Tod. Aber es war der Moment vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, der ihre Karriere bestimmte.

Seit 1938 arbeitete die damals 27-jährige Hollingworth, die slawische Sprachen in London und Zagreb studiert hatte, in Warschau. Sie half dabei, Flüchtlinge aus dem besetzten Sudetenland mit Nahrung zu versorgen. Die Britin lieh sich in dieser Zeit ein Auto der britischen Botschaft in der polnischen Stadt Katowice aus. Als sie von einem Ausflug ins Deutsche Reich zurückkam – die Grenze durften zu diesem Zeitpunkt ausschließlich diplomatische Fahrzeuge passieren –, sah sie in einem Dorf riesige aufgestellte Sichtschutzwände. Der Wind blies eine der Wände um. Zum Vorschein kamen Panzer, Artillerie und Tausende von deutschen Soldaten.

Ihren Bericht darüber veröffentlichte die britische Tageszeitung „Daily Telegraph“ als Titelgeschichte am 29. August 1939. Weniger als eine Woche, nachdem sie eine richtige Journalistin geworden war, hatte sie damit einen der größten Knüller des 20. Jahrhunderts produziert.

Anschlag in Jerusalem nur knapp entgangen

Im späteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges berichtete Hollingworth auch aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina. Nach dem Krieg wurde sie Korrespondentin für den Nahen Osten und schrieb für britische Zeitungen wie „The Observer“ und „The Economist“.

Sie war nur rund 274 Meter entfernt vom „King David Hotel“ in Jerusalem, als bei einem Bombenanschlag durch die radikal-zionistische Organisation „Irgun“ 91 britische Soldaten starben. Dem damaligen „Irgun“-Anführer Menachem Begin, der später israelischer Premierminister und Friedensnobelpreisträger wurde, brachte sie aufgrund des Anschlags nur Hass entgegen. „Ich würde keine Hand schütteln, an der so viel Blut klebt“, erklärte Hollingworth.

Die BBC nannte Hollingworth, die am 10. Oktober 1911 in Leicester geboren wurde, achtungsvoll „den ersten weiblichen Kriegsreporter“. Ihre Arbeit habe vor allem das technische, taktische und strategische Hintergrundwissen ausgezeichnet. Noch im hohen Alter behielt Hollingworth ihren Reisepass in der Nähe des Bettes, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. „Ich frage immer zuerst, was der gefährlichste Ort für einen neuen Auftrag ist, weil dort die spannendste Geschichte lauert“, erläuterte sie der BBC.

Von: mm

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Wed, 11 Jan 2017 14:58:00 +0100
<![CDATA[Personenschutz für israelischen Staatspräsidenten wird teurer]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/01/11/personenschutz-fuer-israelischen-staatspraesidenten-wird-teurer/ Teilen Twittern Teilen

Personenschutz für israelischen Staatspräsidenten wird teurer

Sicherheit ist ein wichtiger Posten in allen offiziellen israelischen Budgets. Das gilt auch für den Staatspräsidenten, zeigt eine Auflistung des Präsidialamtes.

JERUSALEM (inn) – Die Schutzmaßnahmen für Staatspräsident Reuven Rivlin bei Auslandsreisen haben im Jahr 2015 umgerechnet rund 344.000 Euro gekostet. Bei seinem Amtsvorgänger Schimon Peres wurden noch 270.000 Euro benötigt. Dies hat die „Bewegung für Informationsfreiheit“ am Montag bekanntgegeben. Die nichtstaatliche Organisation hatte zuvor im Präsidialamt um eine Auflistung der Ausgaben angefragt.

Die Flugtickets für das Sicherheitspersonal auf Rivlins Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos wurden demnach mit umgerechnet 2.300 Euro beziffert. Die Teilnahme an der Beerdigung des ersten Premierministers von Singapur, Lee Kuan Yew, im März 2015 kostete 241.500 Euro, der dortige Schutz für das Staatsoberhaupt 59.300 Euro. Der Staatsbesuch in Deutschland zum 50-jährigen Bestehen der bilateralen Beziehungen kommt auf rund 51.600 Euro, der Besuch im Vatikan auf 17.000 Euro. Für die Tschechienreise wurden 97.000 Euro ausgegeben, für den Besuch in den USA 118.100 Euro.

Die Kosten für den Fuhrpark beliefen sich auf 602.000 Euro, der Treibstoff schlug mit 115.000 Euro zu Buche. Pflege, Ausstattung und Material für den Garten am für Gäste vorgesehenen Platz der Residenz kosteten 92.100 Euro. Das Jahresbudget für das Internet in der Residenz des Präsidenten betrug 95.930 Euro. Die Skulpturen der Präsidenten im Garten wurden für 933 Euro restauriert.

Organisation hofft in Zukunft auf regelmäßige Berichte

Die „Bewegung für Informationsfreiheit“ bekundete ihre Freude darüber, „dass die Residenz des Präsidenten die Werte Transparenz und Informationsfreiheit übernimmt“. Gleichzeitig äußerte sie die Hoffnung, die Informationen zu den kommenden Ausgaben ohne Nachfrage zu erhalten – „dass sie also regelmäßig mindestens alle halbe Jahr veröffentlicht werden“.

Aus dem Präsidialamt hieß es laut der Tageszeitung „Ma'ariv“: „Die Daten wurden aus einem konsequenten Streben nach Transparenz und Klarheit bei den Ausgaben der Residenz weitergegeben.“ Die Unterschiede zwischen Rivlin und Peres bei der Sicherheit erklärte es damit, dass die Bedürfnisse durch diejenigen festgelegt würden, die mit dem Personenschutz betraut sind. „Die Residenz des Präsidenten ist nicht befugt, die Umsetzung ihrer Empfehlungen abzuwägen.“

Von: eh

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Wed, 11 Jan 2017 14:53:00 +0100
<![CDATA[Israel holt Chinesen ins Land]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2017/01/11/israel-holt-chinesen-ins-land/ Teilen Twittern Teilen

Israel holt Chinesen ins Land

In Israel gibt es zu wenig Wohnungen und zu wenig Arbeiter, um in kurzer Zeit neue Wohnungen zu bauen. Diesem Engpass will die Regierung nun entgegenwirken: Sie setzt auf Bauarbeiter aus China.

PEKING / JERUSALEM (inn) – Israel will bis zu 20.000 chinesische Bauarbeiter ins Land bringen. Ein entsprechendes Abkommen haben Regierungsvertreter beider Staaten Anfang Januar in Peking geschlossen. Das gab das israelische Ministerium für Wohnungsbau bekannt.

Wie das Wirtschaftsmagazin „Globes“ berichtet, sollen die ersten 6.000 Arbeiter innerhalb der ersten sechs Monate dieses Jahres ins Land kommen. Um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken hat Israel bereits ähnliche Vereinbarungen mit Ländern Osteuropas getroffen. Dort führten israelische Vertreter Bewerbungsgespräche und wählten die Arbeiter aus. In China läuft das anders: Hier sind die chinesischen Behörden für die Auswahl der Arbeiter verantwortlich.

Der Vereinbarung waren lange Verhandlungen vorausgegangen. Israels Finanzminister Mosche Kahlon sagte dazu: „Nach mehr als 18 Monate andauernden Bemühungen freue ich mich, dass unsere Vertreter heute das Abkommen geschlossen haben, Tausende chinesische Arbeiter (ins Land) zu bringen – als ein Katalysator für eine Lösung der Immobilienkrise.“

Innenminister Arje Deri lobte laut „Globes“, dass durch die Vereinbarung die Vermittlungsgebühren wegfielen, die sonst von ausländischen Arbeitern gezahlt werden müssen, wenn diese nach Israel kommen.

Bereits im September 2015 hatte das israelische Kabinett einem Plan zugestimmt, laut dem 20.000 Arbeiter aus China ins Land geholt werden sollten. Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein hatte sich allerdings gegen dieses Vorhaben gestellt. Er befürchtete, dass die Arbeiter von Zwischenvermittlern ausgenutzt werden, da es kein rechtliches Abkommen zwischen den beiden Ländern gab. Die jüngst geschlossene Vereinbarung löst nun dieses Problem.

Der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge gab es im vergangenen Jahr geschätzt 235.000 Bauarbeiter im Land. Davon kamen 42.000 aus den palästinensischen Autonomiegebieten, 3.500 stammten aus China, 2.800 aus Moldawien, 1.000 aus Bulgarien und einige Hunderte aus Rumänien. In diesem Jahr werden rund 1.000 Bauarbeiter aus der Ukraine erwartet.

Von: dn

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Wed, 11 Jan 2017 12:19:00 +0100
<![CDATA[Streit zwischen PA und Hamas wegen Stromversorgung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2017/01/11/streit-zwischen-pa-und-hamas-wegen-stromversorgung/ Teilen Twittern Teilen

Streit zwischen PA und Hamas wegen Stromversorgung

Die Stromversorgung im Gazastreifen ist ein Problem. Israel muss oft als Sündenbock für die miserable Lage herhalten. Aktuell streiten sich die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas um die Verbrauchersteuer.

GAZA (inn) – Derzeit leiden die Bewohner des Gazastreifens unter Strommangel. Aufgrund der winterlichen Kälte ist die Lage besonders schlimm. Strom gibt es teilweise nur drei Stunden am Tag.

„Gestern hatte ich nur drei Stunden und 15 Minuten Strom zu Hause“, zitiert die Onlinezeitung „Times of Israel“ einen Bewohner von Gaza. „Vor zwei oder drei Monaten hatten wir immer noch acht Stunden Elektrizität am Tag … jetzt erhält der komplette Gazastreifen nur um die drei Stunden Strom am Tag. In der Winterzeit kann das sehr gefährlich sein.“

Aufgrund des Strommangels in Gaza werden Lagerfeuer und Kerzen in Häusern angezündet. Dies hat bereits zu fatalen Bränden geführt. Wegen der mangelnden Stromversorgung gibt es Proteste in der Stadt. Die Menschen gingen am Sonntag und Montag auf die Straße, um zu protestieren.

„Es ergibt keinen Sinn, dass der Gazastreifen im Dunkeln bleibt, während arabisches Öl die ganze westliche Welt und die USA mit Strom versorgt“, sagte Chaled al-Batsch, ein Führer des „Islamischen Dschihad“, bei einer Demonstration in Gaza.

Hamas verweigert Zahlungen an Israel

Die Verbrauchersteuer ist der Grund für Spannungen zwischen der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Die PA kauft normalerweise das Öl (inklusive Verbrauchersteuer) komplett von Israel, bevor es nach Gaza transferiert wird. 2015 gab die PA bekannt, dass sie die Last der Verbrauchersteuer nicht mehr übernehme. Die PA verlangt demnach, dass die Hamas ihren Teil des Öls aus dem Kraftwerk aus Gaza bezieht. Das Kraftwerk stellt die Hauptquelle im Gazastreifen dar – neben einem kleinen Anteil Öl, der aus Israel und Ägypten kommt.

Jedes Mal, wenn sich die PA weigert, die Geldmittel für die Verbrauchersteuer bereit zu stellen, kauft das Elektrizitätswerk in Gaza weniger Öl. Demnach wird auch weniger Strom produziert. Bereits zwei Krankenhäuser in Gaza, „Al-Schifa“ und „Nasser“, nutzen Solarenergie für ihre Intensivstationen. Im Herbst 2014 installierte „Schifa“ Solaranlagen mit japanischer Hilfe. Seither gab es keine Unterbrechung der Stromversorgung auf der Intensivstation.

Die Hamas hat seit Juni 2007 die Kontrolle im Gazastreifen. Die terroristische Organisation weigert sich aber, Zahlungen an Israel zu leisten. Die Folge davon sind Schwankungen bei der elektrischen Versorgung in dem Gebiet.

Am vergangenen Sonntag haben sich Vertreter der verschiedenen politischen Fraktionen und Vertreter der Stromwerke Gazas getroffen. Sie versuchten, eine Lösung in der Krise zu finden.

„Es gibt gewiss einen Mangel an Treibstoff", sagte ein Vertreter der israelischen Sicherheitskräfte bereits 2008. „Nichtsdestotrotz ist klar, dass die Hamas die Krise für ihre Bedürfnisse aufbläht, um aus dem Bild von der Dunkelheit in Gaza einen Vorteil für ihre Öffentlichkeitsarbeit in der arabischen Welt und der internationalen Gemeinschaft zu ziehen.“

„Ich konnte nichts sehen“

Auch Ärzte beklagen die mangelnde Stromversorgung in Gaza. Patienten sterben demnach aufgrund der Energiesituation in Krankenhäusern. Kinder sind oftmals die Leidtragenden.

„Ich konnte nichts sehen. Ich versuchte eine künstliche Luftröhre in der Dunkelheit einzulegen. Dies dauert normalerweise fünf Minuten oder sogar weniger. Ich brauchte 25 bis 30 Minuten. Der Junge verstarb … wegen einer Sache, die eigentlich hätte verhindert werden können“, sagte Ben Thomson, ein kanadischer Arzt, 2016 in einem Gespräch mit dem arabischen Nachrichtensender „Al-Dschasira“.

„Das hätte repariert werden können. Er hätte wahrscheinlich überlebt, wenn ich hätte sehen können, was ich tue. Jeden Tag sterben Leute in Gaza, weil es keinen Strom gibt“, bedauert Thomson, der in einem Krankenhaus in Gaza volontiert.

„Manchmal sagen sie uns Hamas. Manchmal sagen sie uns PA. Natürlich gibt es Störungen in der Pipeline mit Ägypten und es gibt Probleme mit Israel. Die lachen doch alle über uns“, sagt ein Bewohner von Gaza, der anonym bleiben möchte.

Von: lre

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Wed, 11 Jan 2017 12:06:00 +0100
<![CDATA[Mit „rechtsradikalen“ Deutschen auf Tour durch Israel]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2017/01/11/mit-rechtsradikalen-deutschen-auf-tour-durch-israel/ Teilen Twittern Teilen

Mit „rechtsradikalen“ Deutschen auf Tour durch Israel

Ein Reporter des Magazins „Neon“ begibt sich mit einer Reisegruppe des Blogs „PI-News“ nach Israel. Dort zeigt er sich schockiert über die Äußerungen der Teilnehmer.

Mit gefälschter Identität, kurzem Haar und angepasster Kleidung hat sich der Reporter des Magazins „Neon“, Marko Maurer, einer Leserreise des ultrarechten und anti-islamischen Blogs „PI“ (Politically Incorrect) angeschlossen. Er wollte im Wallraff-Stil erkunden, wie sich „rechtsradikale“ Deutsche ausgerechnet in Israel aufführen. Die Leitung der Reise übernahm ein Deutscher, der sich als Rainer „Merkava“ vorstellt, entsprechend dem Namen des israelischen Panzers. Die touristische Führung übernahm eine israelisch-deutsche Reiseleiterin, die in dem Artikel „Lea“ genannt wird.

Von den Mitgliedern der Reisegruppe erfährt der Leser nur den Namen des thüringischen Landtags-Abgeordneten Jörg Henke von der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), weil dieser eine öffentliche Person ist. Bei den mitgelieferten Fotos sind alle Gesichter unkenntlich gemacht. Sogar der Kopf des Schäferhundes eines Soldaten bei dem Schießstand, den die Gruppe besuchte, wurde verpixelt.

Maurer stellt ein Profil jedes einzelnen Teilnehmers vor. Manche zählen demnach zur AfD, andere hätten bei Pegida mitgemacht und wieder andere seien einfach nur „konservativ“. Als verdeckter Journalist hat Maurer fleißig „markante Sprüche“ gesucht und gesammelt, aber nur eine dürre Auslese zu Papier gebracht. Einer der Teilnehmer soll vorgeschlagen haben, das Hassan-Beck-Minarett zwischen Tel Aviv und Jaffa zu sprengen, wo sich die Gruppe in Tel Aviv verabredet hatte. Schwarze im HaTikwa-Viertel werden als „Invasoren“ bezeichnet, während „Lea“, die israelische Reiseführerin, dagegenhält.

Ein wirklich problematischer Spruch fiel angeblich in der Gedenkstätte Yad Vashem. „Fabian“ stellte die Zahl der sechs Millionen ermordeten Juden während des Holocaust in Frage. Udo, das AfD-Vorstandsmitglied aus dem Vogtland, ergänzte: „Die Zahl lässt sich bereits in Dokumenten zwischen 1920 und 1923 einkreisen.“ Die wahre Zahl der von Deutschland ermordeten Juden liege nur bei etwa einer halben Million. „Den Rest haben Serben und andere Volksgruppen umgebracht.“ Außerdem sei erwiesen, dass Antisemiten aus den USA Hitler massiv gefördert hätten und dass dieser den Vernichtungskrieg nicht gewollt hätte.

Diese Sprüche waren für die linksgerichtete Zeitung „Ha'aretz“ der Anlass, zu dieser Reise eine große Reportage unter dem Titel „Holocaust-Leugner in Yad Vashem“ zu veröffentlichen.

Was „Lea“ sagt

Die Reiseleiterin „Lea“ konterte laut Maurer: „Freunde, das sind überprüfte wissenschaftliche Zahlen.“ Auf telefonische Nachfrage ordnet „Lea“ die Vorkommnisse ein: „In jeder Gruppe gibt es einen oder zwei Idioten.“ Die meisten Teilnehmer seien „normal“ gewesen und hätten Israel kennenlernen wollen. Politisch hätten sie „rechte Ansichten“ gehegt und sich gegen die muslimische Flüchtlingswelle nach Deutschland ausgesprochen.

Doch zugleich habe sie schon zahlreiche „linke“ Touristengruppen aus Deutschland erlebt, die mit vorgefassten Meinungen über die „Verbrechen“ der Israelis an den Palästinensern ins Land gekommen seien und offen antisemitische Sprüche geäußert hätten. Sie habe getreulich ihres Auftrags der Gruppe das Land Israel gezeigt und „neutral“ erklärt. Teilnehmer, die einige schlimme politische Äußerungen von sich gaben, habe sie schnell zum Schweigen gebracht. Das würdigt auch Maurer in seinem Artikel.

Journalist entlarvt

Nach einer Befragung von „Merkava“ ist Maurer offenbar aufgeflogen. Weil einer der Reiseteilnehmer ein Klappmesser dabei hatte, mit dem er Maurer zuvor eine Bierflasche geöffnet hatte, zog es dieser vor, sich einen Tag vor der Rückreise abzusetzen und nicht in das Hotel zurückzukehren. Ob ihm wirklich Lebensgefahr von den deutschen „Rechtsradikalen“ drohte, wie in seinem Artikel angedeutet, bleibt Spekulation.

Unter dem Artikel über den „Neon“-Bericht auf der Onlineseite von „Die Welt“ gab es den Kommentar eines Detlev Z., der die ganze Geschichte trefflich zusammenfasste: „Der Mann liest PI und reist mit PI-Lesern und ist dann schockiert. Also ehrlich, das ist schon Humor.“

Von: Ulrich W. Sahm

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Wed, 11 Jan 2017 11:12:00 +0100