Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 30 Mar 2020 21:53:45 +0200 <![CDATA[Rabbiner ruft Ultra-Orthodoxe angesichts der Corona-Krise zur Räson]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/30/rabbiner-ruft-ultra-orthodoxe-angesichts-der-corona-krise-zur-raeson/ JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Im Kampf gegen das Coronavirus lehnen viele Ultra-Orthodoxe die Maßnahmen der Regierung ab. In Bnei Brak bei Tel Aviv kamen am Samstagabend rund 400 Menschen zur Beerdigung eines Rabbiners. Nach Angaben von Augenzeugen schritt die Polizei nicht ein. Der Verstorbene, Rabbi Zvi Schenkar, gehörte zu den religiösen Leitern, die sich gegen die Anweisungen der Behörden infolge der Corona-Krise stellten.

Sicherheitsminister Gilad Erdan sprach von einem Verstoß: „Ich fordere die Polizeikräfte auf, Maßnahmen der Regierung gleichermaßen in allen Sektoren der Gesellschaft umzusetzen, ohne Ausnahmen“, sagte er. Haredim machen 40 bis 60 Prozent der Corona-Patienten in den großen israelischen Krankenhäusern aus. Gesundheitsminister Ja’akov Litzman sprach sich dafür aus, notfalls ganze Städte oder Stadtteile unter Quarantäne zu stellen, in denen vorwiegend Haredim leben. Der Minister gehört selbst der ultra-orthodoxen Tradition an.

Als Reaktion auf die verbotene Massenveranstaltung setzte die Regierung den ebenfalls ultra-orthodoxen Innenminister Arje Deri als Koordinator ein. Er soll sich mit Bemühungen um eine Eindämmung der Epidemie in der Gesellschaft der Haredim befassen. Der ranghöchste Rabbiner der ultra-orthodoxen Welt, Chaim Kanievsky, reagierte ebenfalls. Er rief Juden auf, nicht mehr Gottesdienste mit mindestens zehn Teilnehmern abzuhalten, sondern zu Hause zu beten. Bei Verstößen sollten Juden an die Polizei übergeben werden, forderte er laut der Zeitung „Ha'aretz“.

Netanjahu-Beraterin infiziert

Indes hat sich die Zahl der Infizierten in Israel von Sonntagabend bis Montagmorgen um 100 auf 4.347 erhöht. Dies gab das Gesundheitsministerium bekannt. Demnach befinden sich 80 Patienten in einem kritischen Zustand, 63 werden beatmet. Bislang sind 16 Israelis an Folgen der Lungenkrankheit gestorben. Ein 82-Jähriger verstarb in Italien. 134 Infizierte sind wieder genesen. Wachsende Sorge bereitet Experten die möglicherweise nicht ausreichende Zahl an Beatmungsgeräten, wenn sich die Krankheit weiter ausbreitet.

Unter den Infizierten ist auch eine Mitarbeiterin von Benjamin Netanjahu, Rivka Paluch. Sie berät den Premierminister in Angelegenheiten von Ultra-Orthodoxen. Am Donnerstag trafen sich die beiden zu einem Gespräch, wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet. Nach Paluchs Angaben hatten sie dabei keinen engen Kontakt. Netanjahu begibt sich in Quarantäne.

Schtaje beschuldigt Soldaten

Schwere Vorwürfe gegen israelische Soldaten erhob unterdessen der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mohammed Schtaje: Es gebe Berichte, nach denen Armeeangehörige absichtlich das Virus unter Palästinensern verbreiten wollten. Das geschehe über Türgriffe von Autos. Das größte Motiv sei dabei Rassismus. Im Westjordanland und im Gazastreifen sind mittlerweile mehr als 100 Fälle von Infektionen registriert. In Syrien wurde ein erstes Todesopfer gemeldet – eine am Coronavirus erkrankte Frau sei in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land gestorben.

Die Hamas im Gazastreifen wiederum enthob den Leiter des staatlichen Pressebüros, Salama Maruf, vorübergehend des Amtes. Er hatte Journalisten in ein Quarantänezentrum für infizierte Palästinenser gelassen. Dieses befindet sich in Rafah an der Grenze zu Ägypten. Ein Berichterstatter und ein Kameramann mussten sich vorsorglich in Quarantäne begeben. Eine Sonderkommission untersucht den Vorfall.

Weniger Verkehrstote

Eine positive Auswirkung haben die strengen Einschränkungen des Alltags infolge der Pandemie: Die Zahl der Verkehrstoten ist zurückgegangen. Starben im Februar noch 22 Menschen in Israel bei Unfällen, so waren es vom 1. bis 29. März 15. Im März 2019 gab es 25 Todesopfer, im Jahr zuvor 23. Seit Beginn dieses Jahres wurden 61 Tote gezählt, das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 82 Opfern ein Rückgang um 26 Prozent. Die Zahl der tödlichen Unfälle sank um 24 Prozent von 75 auf 57.

Die Israelische Nationalbibliothek dokumentiert, wie sich die Corona-Krise weltweit auf Juden auswirkt. Dies solle Wissenschaftlern helfen, das tägliche Leben und soziale Trends zu verstehen, hieß es in einer Mitteilung. Die Bibliothek bat die Öffentlichkeit um Beiträge, etwa Mails zu Online-Gottesdiensten in Synagogen.

„Als die dynamische Einrichtung der nationalen Erinnerung für den Staat Israel und das jüdische Volk weltweit sehen wir es als natürliche Rolle für uns an, Materialien zu sammeln und aufzubewahren, die sich auf den Einfluss des Coronavirus auf jüdisches Leben und Alltagshandeln beziehen.“ Mit diesen Worten begründete der Kurator der Chaim-und-Hanna-Salomon-Judaicasammlung, Joel Finkelman, das Projekt.

Von: eh

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Mon, 30 Mar 2020 14:26:00 +0200
<![CDATA[Microsoft zieht sich aus israelischem Startup „AnyVision“ zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/03/30/microsoft-zieht-sich-aus-israelischem-startup-anyvision-zurueck/ REDMOND (inn) – Der Softwaregigant Microsoft will seine Anteile an dem israelischen Gesichtserkennungs-Startup „AnyVision“ veräußern. Der Entscheidung war eine Prüfung über den Einsatz der Technologie bei der Überwachung von Palästinensern im Westjordanland vorausgegangen. Die Veräußerung der Anteile an „AnyVision“ sei „im besten Interesse beider Unternehmen“ getroffen worden, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

„AnyVision“ war nach einem Bericht des amerikanischen Senders NBC in die Kritik geraten. In dem Beitrag hieß es, die Gesichtserkennungstechnologie des Unternehmens werde von der israelischen Regierung zum Zwecke einer Massenüberwachung von Palästinensern im Westjordanland eingesetzt. Unter anderem die linksgerichtete Organisation „Jewish Voice for Peace“ (Jüdische Stimme für Frieden) hatte daraufhin eine Kampagne gestartet und Microsoft aufgefordert, die Kooperation mit „AnyVision“ aufzugeben. Eine entsprechende Petition war von 75.000 Menschen unterzeichnet worden. Menschenrechtler argumentieren, dass die Verwendung von Gesichtserkennungstechnologien durch Staaten oder Organisationen ein zu hohes Missbrauchspotential berge.

Microsoft gab nach dem Fernsehbericht eine unabhängige Untersuchung bei der internationalen Wirtschaftskanzlei „Covington & Burling“ in Auftrag. Diese ergab, dass mit der Technologie von „AnyVision“ kein Massenüberwachungsprogramm im Westjordanland betrieben wird oder wurde, wie das in einigen Medien verbreitet worden war. Die Gesichtserkennung werde aber an israelischen Checkpoints zur Erfassung von Palästinensern eingesetzt. Dies hatte „AnyVision“ bereits zuvor bekanntgegeben.

BDS spricht von Erfolg

Die Untersuchung habe verdeutlicht, dass es als Minderheitsinvestor eines Unternehmens nicht möglich sei, die Verwendung von sensiblen Technologien so zu kontrollieren, wie das bei internen Projekten der Fall ist, teilte Microsoft nun in der Stellungnahme mit. Das Unternehmen kündigte an, sich daher nicht mehr an Firmen beteiligen zu wollen, die Gesichtserkennungssoftware verkaufen. Vielmehr setze es künftig auf die Entwicklung eigener Technologien in diesem Bereich.

Der Mitbegründer der Israel-Boykott-Organisation BDS (Boykott, Desinvestition, Sanktionen), Omar Barghuti, begrüßte die Microsoft-Entscheidung zu „AnyVision“. Diese sei „ein schwerer Schlag für dieses zutiefst mitschuldige israelische Unternehmen und ein Erfolg für eine beeindruckende BDS-Kampagne unter der Leitung von ,Jewish Voice for Peace'“. Weiter sagte er: „Israels Kriegsverbrechen gegen Palästinenser mit der Komplizenschaft vieler Unternehmen wie ,AnyVision' dauern trotz der Bedrohung durch das Coronavirus an, so dass unser Widerstand gegen sie und unser Bestehen auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit nur weitergehen können.“

Microsoft hatte im vergangenen Juni 74 Millionen Dollar in „AnyVision“ investiert. Wann und an welches Unternehmen diese Anteile nun veräußert werden, ist noch nicht bekannt.

Von: dn

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Mon, 30 Mar 2020 14:21:00 +0200
<![CDATA[Schlaflos in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/30/schlaflos-in-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat in der Nacht zum Sonntag Gespräche mit Blau-Weiß-Chef Benny Gantz geführt. Dabei habe es „bedeutende Verständigungen und Fortschritte“ gegeben – genauere Informationen gaben die Beteiligten nicht bekannt. Die Sitzung begann am Samstagabend und endete erst am Sonntagmorgen um 7 Uhr Ortszeit.

Die Gespräche waren möglich geworden, weil sich Gantz am Donnerstag in einem überraschenden Zug auf eine Regierung mit Netanjahu einließ. Seine Bündnispartner Jair Lapid (Jesch Atid) und Mosche Ja'alon (Telem) verließen daraufhin das Parteienbündnis Blau-Weiß. Ein Knesset-Oberausschuss bestätigte diese Loslösung am Sonntag. Zugleich legte er fest, dass Gantz weiterhin den Namen „Blau-Weiß“ verwenden darf. Andernfalls hätte der Politiker wieder auf den Parteinamen „Chossen LeIsrael“ zurückgreifen müssen.

Der Oberausschuss bestätigte noch einige weitere Anträge: So dürfen die beiden Telem-Abgeordneten Zvi Hauser und Joas Handel die Fraktion „Derech Eretz“ (Weg des Landes) bilden; die beiden wollen mit Blau-Weiß zusammenarbeiten. Die Abgeordnete Radir Kamal-Mrech, die erste drusische Abgeordnete überhaupt, wird Blau-Weiß verlassen und sich „Jesch Atid“ anschließen; die Abgeordnete Pnina Tamano-Schatta geht den umgekehrten Weg (2013 war sie die erste äthiopisch-jüdische Abgeordnete in Israel).

Bangen um Posten

Die nun angelaufenen Gespräche zwischen Netanjahu und Gantz bewerten allerdings nicht alle Fraktionen im Likud-Block positiv. Jamina fürchtet angesichts der Gerüchte, die die Gespräche mit sich bringen, einen Bedeutungsverlust. Sie drohte damit, in die Opposition zu gehen, sollte Netanjahu Gantz zu viele Zugeständnisse machen.

Zu den Gerüchten gehört etwa, dass Jamina die Ministerien für Verteidigung (Naftalie Bennett), Verkehr (Bezalel Smotritsch) und Bildung (Rafael Peretz) verliert. Netanjahu versicherte am Sonntag Vertretern der rechten und religiösen Parteien zwar, dass dies nur Gerüchte seien. Die Jamina-Politikerin und frühere Justizministerin Ajelet Schaked meldete am Montag im Armeesender „Galei Zahal“ jedoch Zweifel an: „Gegenwärtig sieht es so aus, als ob alles, was dem rechten Flügel und Jamina wichtig ist, dem linken Flügel überlassen wird.“

Politische Planspiele

Bei „Galei Zahal“ hieß es weiter, dass das Verhandlungsteam des Likud erwägt, Verteidigungsminister Bennett das Außenministerium zu überlassen. Der Block um Gantz habe an diesem Posten kein Interesse und ziehe etwa das Bildungsministerium vor. Der derzeitige Bildungsminister Peretz ist in den vergangenen Monaten aufgrund seiner Äußerungen in die Kritik geraten, etwa zum Thema Therapie für Homosexuelle oder Heirat mit Nicht-Juden.

Die Likud-Partei von Netanjahu sagte der Onlinezeitung „Times of Israel“, derzeit sei es der Plan, die Ministerien gleichmäßig auf die Blöcke zu verteilen. Anderen Medienberichten zufolge soll es 36 Ministerposten geben. Bei dieser Zahl würden fast alle der 15 Abgeordneten von Blau-Weiß ein Ministeramt erhalten. Zu dem Block kommen möglicherweise noch drei Abgeordnete von der Arbeitspartei und Gescher. Dies wären dann 20 Abgeordnete für 18 Ministerposten.

Von: df

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Mon, 30 Mar 2020 12:39:00 +0200
<![CDATA[Jemenitischer Gelehrter sieht Juden hinter dem Coronavirus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/30/jemenitischer-gelehrter-sieht-juden-hinter-dem-coronavirus/ In seiner Freitagspredigt hat der jemenitische Gelehrte Ibrahim al-Ubeidi behauptet, Juden und Amerikaner hätten COVID-19 erschaffen. Das berichtet die Medienbeobachtungsstelle MEMRI. Laut Al-Ubeidi ist das Ziel der Juden die Schließung religiöser Stätten in Mekka und Medina. Huthi-Führer Hussein Badredin al-Huthi habe dies vorausgesagt. Zudem kritisierte Al-Ubeidi, dass Saudi-Arabien seine Beziehungen zu Israel normalisiert. Die saudischen Monarchen seien in Wirklichkeit Juden, die von einem Juden namens Mordechai aus dem Irak abstammten.

Von: tk

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Mon, 30 Mar 2020 11:39:00 +0200
<![CDATA[Muslime kritisieren Prinz Harry für Einladung von Israelis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2020/03/30/muslime-kritisieren-prinz-harry-fuer-einladung-von-israelis/ Britische Muslime haben das Mitglied der Königsfamilie Prinz Harry kritisiert, weil er israelische Soldaten zu den Invictus-Spielen eingeladen hat. Diesen Sportwettbewerb hat er für verwundete Armeeangehörige und Veteranen gegründet. Israel hat bisher nicht daran teilgenommen. Die nächste Austragung soll 2022 in Deutschland stattfinden. Der Zeitung „Daily Mail“ zufolge verweist die muslimische Gemeinschaft wie andere Organisationen auf Untersuchungen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Israel wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen und im Westjordanland.

Von: tk

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Mon, 30 Mar 2020 11:08:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser sehen Zusammenarbeit mit Israel weniger kritisch]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/03/27/palaestinenser-sehen-zusammenarbeit-mit-israel-weniger-kritisch/ JERUSALEM (inn) – Der Ausbruch der Corona-Pandemie scheint die Vorbehalte vieler Palästinenser bezüglich einer Zusammenarbeit mit Israel zu zerschlagen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sprechen palästinensische Beamte offen über die Vorteile einer Kooperation.

So forderte Mohammed Arafeh, ein Beamter aus dem Gesundheitsministerium, „alle Differenzen und Konflikte beiseite zu legen und sich im Kampf gegen das Coronavirus zusammenzuschließen“. Es wäre „töricht und unverantwortlich, sich der Zusammenarbeit zwischen den Palästinensern und Israel zu widersetzen“. Arafehs Vorgesetzte, Gesundheitsministerin Mai Alkailah, verkündete bereits vor einigen Tagen, dass Corona-Proben in Abstimmung mit dem israelischen Gesundheitsministerium an das Scheba Krankenhaus in Tel HaSchomer geschickt wurden.

Seitdem gibt es einen regen Austausch und tägliche Treffen, um die Bemühungen zur Verhinderung der Verbreitung des Virus zu koordinieren. Neben dem Informationsaustausch beliefert Israel Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen mit Testkits und Schutzanzügen. Außerdem gibt es eine gemeinsame Koordinierungsstelle und Schulungen für medizinisches Personal.

Lob für palästinensische Regierung

Trotz der Restriktionen im wirtschaftlichen Bereich zeigt sich die palästinensische Öffentlichkeit zufrieden damit, wie die Verantwortungsträger mit der Krise umgehen. Es gebe eine große Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft für die Entscheidungen des Premierministers Mohammed Schtaje und seiner Sicherheitskräfte, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Besonders die schnellen Maßnahmen und der transparente Informationsfluss kämen in der Bevölkerung gut an. Der Sozialarbeiter Suhad Schamali aus der Nähe von Ramallah lobte gegenüber der „Jerusalem Post“ die „professionelle Führungsweise“ der Regierung.

Schtaje komme weiterhin dessen Präsenz zugute, erklärt der Café-Besitzer Nidal Tajeh der israelischen Zeitung. Anders als Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verstecke er sich nicht, sondern sei „jetzt der wahre Führer“.

Hälfte der Palästinenser glaubt an bewusste Verbreitung

Dieses Bild wird auch von einer Meinungsumfrage des Palästinensischen Zentrums für öffentliche Meinung (PCPO) bestätigt. Sie ergab, dass 68 Prozent der Befragten eine Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern im Kampf gegen das Coronavirus positiv bewerten. 80 Prozent zeigten sich zufrieden mit der Arbeit der eigenen Behörden. Ähnlich viele (84 Prozent) bekundeten ihre Sorge, dass sich das Virus weiter in den palästinensischen Gebieten ausbreite. 43 Prozent der Befragten empfinden den Umgang mit dem Virus als „übertrieben“. Fast die Hälfte aller Teilnehmer der Umfrage (47 Prozent) vermutet, dass das Virus nicht einfach mutierte, sondern absichtlich verbreitet wurde.

Von: mas

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Fri, 27 Mar 2020 14:33:00 +0100
<![CDATA[Herausforderer Gantz und Netanjahu wollen Regierung bilden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/27/herausforderer-gantz-und-netanjahu-wollen-regierung-bilden/ JERUSALEM (inn) – Der bisherige Oppositionsführer Benny Gantz hat am Donnerstagabend den Sitz des Knessetsprechers eingenommen. Der rechte Block um den Likud von Premierminister Benjamin Netanjahu wählte Gantz – insgesamt erlangte er 74 Stimmen. Es gab 18 Gegenstimmen. Die anderen Fraktionen einschließlich „Jesch Atid“ („Es gibt Zukunft“), die ein Teil von Gantz‘ Parteienbündnis Blau-Weiß war, beteiligten sich nicht an der Abstimmung. In seiner Antrittsrede kündigte Gantz die Bildung einer „Einheitsregierung“ an.

Der ehemalige Armeechef begründete dies mit dem Hinweis auf die Corona-Krise: „Dies sind ungewöhnliche Tage, die ungewöhnliche Entscheidungen verlangen. Ich beabsichtige, auf jede mögliche Weise eine nationale Notfallregierung zu prüfen und voranzubringen.“ Dies sei nicht die Zeit für innere Zerrissenheit. Gleichzeitig warnte er: „Netanjahu weiß es gut und wir haben es in den vergangenen Tagen bewiesen: Wir werden niemals die Demokratie kompromittieren.“

Blau-Weiß ist Geschichte

Das Parteienbündnis Blau-Weiß ist an der Entscheidung zerbrochen. Nur Gantz‘ Partei „Chossen LeIsrael“ („Widerstandskraft für Israel“) geht mit Netanjahu zusammen. „Jesch Atid“ von Jair Lapid (13 Abgeordnete) will in die Opposition gehen. Was aus Telem von Mosche „Boogie“ Ja'alon (5 Sitze) wird, ist zur Stunde ungewiss. Möglichweise steht sie vor einer Spaltung. Nach dieser würden zwei Mitglieder der neuen Koalition beitreten und die anderen in die Opposition gehen.

Auf Twitter verabschiedete sich Gantz von seinen bisherigen Weggefährten mit den Worten: „Jair, Boogie, danke für den Weg, den wir über das vergangene Jahr hinweg zusammen gestaltet haben. In meinen Augen werdet ihr immer Patrioten sein, die dieses Land lieben und an jeder Stelle für es einstehen.“ Er begründete seine Entscheidung: „Am Ende des Weges, glaube ich, dürfen wir Israel nicht zu einer vierten Wahl zerren in dieser sehr schwierigen Zeit, in der das Land mit dem Coronavirus und seinen Konsequenzen umgehen muss. In diesem Punkt sind wir verschiedener Meinung.“

Netanjahu bleibt Premier – vorerst

Lapid reagierte mit harscher Kritik: „Die Corona-Krise gibt uns nicht das Recht oder die Erlaubnis, unsere Werte aufzugeben.“ Gemeinsam hätten sie versprochen, „nicht mit Extremisten und Verbrechern“ in einer Regierung zu sitzen. Er habe mit Gantz zusammengearbeitet, weil dieser „mir in die Augen geguckt und gesagt hat, er werde niemals Teil dieser bösartigen Regierung werden“. Für Lapid steht fest: „Benny Gantz hat kampflos aufgegeben und ist in Netanjahus Regierung gekrochen.“

Nach ersten israelischen Medienberichten soll Netanjahu für weitere 18 Monate, bis September 2021, Premierminister bleiben. Danach übernimmt Gantz diesen Posten. Bis dahin soll Gantz als Verteidigungsminister dienen und Juli Edelstein (Likud) würde möglicherweise auf den Posten des Knessetsprechers zurückkehren. Mit Gabi Aschkenasi soll „Widerstandskraft für Israel“ zudem den Außenminister stellen. Auch das Justizministerium geht an die Partei von Gantz.

Von: tk

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Fri, 27 Mar 2020 14:28:00 +0100
<![CDATA[Armee unterstützt Polizeikräfte]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/27/armee-unterstuetzt-polizeikraefte/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee unterstützt ab Sonntag die Polizei mit 500 Soldaten bei der Durchsetzung der Corona-Regeln. Das teilte ein Sprecher am Freitag mit. Die Soldaten werden bewaffnet sein und gemeinsam mit den Polizisten auftreten. Zuvor erhalten sie noch ein Training zur Vorbereitung auf die Arbeit im Zivilbereich. Der Schritt erfolgt nach Angaben der Armee auf Anfrage der Polizei und mit Genehmigung der Regierung.

Die Soldaten sollen die Polizei etwa bei der Patrouille oder bei der Aufrechterhaltung von Straßenblockaden helfen. Die Urlauberstadt Eilat im äußersten Süden des Landes hatte am Donnerstag die beiden großen Zugangsstraßen (Nummer 12 und 90) gesperrt, die Polizei errichtete dort Kontrollpunkte.

Inzwischen sind in Israel zehn Patienten mit Corona-Infekt gestorben. Die Zahl der Infizierten hat die Marke 3.000 überschritten und lag am Freitagmorgen bei 3.035.

Schabak: Überwachung erfolgreich

Der Inlandsgeheimdienst Schabak erklärte, dass seit Beginn seiner Beobachtung von bestätigten und potentiellen Coronavirus-Patienten mehr als 500 Personen positiv auf das Virus getestet wurden, nachdem sie in Quarantäne versetzt worden waren. Derzeit befinden sich über 60.000 Menschen in Israel unter Zwangsquarantäne. „Wären diese Bewohner nicht schnell identifiziert und isoliert worden, hätten sie unwissentlich viel mehr Menschen infiziert“, hieß es in der Erklärung.

Die digitale, nicht anonymisierte Überwachung der Mobiltelefone stand lange in der Kritik. Diese milderte sich erst ab, als die Knesset einen Ausschuss einrichtete, der die Maßnahme kontrolliert. Israel ist nach Angaben des Israelischen Demokratie-Instituts das einzige Land der Welt, das im Rahmen seiner Bemühungen um die Eindämmung des Virus einen Geheimdienst zur „Verfolgung“ seiner eigenen Bevölkerung einsetzt. Normalerweise setzt der Schabak diese Überwachung bei Terroristen ein.

Hotels für Einreisende

Am Donnerstag eröffnete das erste auf die Behandlung von Corona-Patienten spezialisierte Krankenhaus: Fachkräfte hatten das Scharon-Krankenhaus in Petach Tikva innerhalb von zwei Wochen in ein solches umgewandelt. Die Patienten wurden in andere Krankenhäuser gebracht, und das Personal erhielt eine spezielle Ausbildung zum Umgang mit der Virus-Erkrankung. In dem Krankenhaus sind 200 Betten vorhanden, und für Ernstfälle stehen 40 Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Das Verteidigungsministerium hat unterdessen einen Aufruf an Hotelmanager herausgegeben: Diese sollen Vorschläge einreichen, wie sich deren Hotels als Quarantänelager verwenden lassen. Dort sollen dann Israelis untergebracht werden, die zum anstehenden Passahfest aus dem Ausland kommen. Das Passahfest beginnt am 8. April mit dem Sederabend.

Die Hotels müssen dabei bestimmte Kriterien erfüllen: Die Gebäude müssen alleinstehend sein und mindestens 200 Räume aufweisen. „Mit dem anstehenden Passahfest setzen wir alles daran, Israelis aus dem Ausland heimzubringen, so dass sie während des Festes der Freiheit zuhause sein können“, heißt es laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ in dem Aufruf des Ministeriums.

El Al in Bedrängnis

Nach Schätzung des israelischen Außenministeriums sind derzeit noch bis zu 1.500 israelische Urlauber im Ausland gestrandet. Bei den Rückholaktionen halfen mehrere Regierungen, unter anderem auch die deutsche. Am Donnerstag flogen mithilfe der indischen Luftgesellschaft Air India 317 Israelis ins Land zurück.

An den Rückholaktionen haben sich natürlich auch israelische Fluggesellschaften beteiligt, allen voran El Al. Während diese Art von Flugbetrieb weitergeht, hat El Al am Donnerstagabend sämtliche kommerziellen Flüge ausgesetzt; neben der Heimholung von Israelis sollen nur noch Frachtflüge stattfinden. Diese Maßnahme gilt zunächst bis zum 4. April. Außerdem wird die Fluggesellschaft weitere Beschäftigte in den „unbezahlten Urlaub“ schicken; dieses Schicksal traf bereits 5.500 Mitarbeiter. Erst am Mittwoch hat El-Al-Chef Gonen Usischkin einen Brandbrief an die Regierung geschickt. Darin forderte er Hilfen in Höhe von 300 Millionen US-Dollar.

Hilfspaket für die Wirtschaft

Um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern, hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu das Finanzministerium am Donnerstagabend angewiesen, einen Hilfsplan auszuarbeiten und bis Freitagmittag vorzulegen. Dieser soll einen Umfang von umgerechnet etwa 20,2 Milliarden Euro haben.

Die Arbeitslosenrate steigt weiter an und liegt inzwischen bei 21,2 Prozent, vor Ausbruch der Krise waren es 3,6 Prozent. Seit März sind mehr als 723.000 Arbeitsuchende hinzugekommen, insgesamt sind es knapp 881.000.

Von: df / Ulrich W. Sahm

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Fri, 27 Mar 2020 14:05:00 +0100
<![CDATA[Angriff auf Grenzpolizei]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/03/27/angriff-auf-grenzpolizei/ Unbekannte haben am Freitag im Westjordanland nahe der Siedlung Jitzhar ein Fahrzeug der Grenzpolizei mit Brandsätzen angegriffen. Verletzt wurde niemand, an dem Jeep entstand Sachschaden. Hinter der Tat werden radikale Siedler vermutet. Armeevertreter sprachen von einem Terroranschlag. Premier Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Naftali Bennett und andere Politiker verurteilten die Tat scharf. Ein Angriff auf Sicherheitskräfte sei immer ein Verbrechen, besonders aber in einer Zeit, in der Grenzschutzbeamte und Polizei dabei helfen, die Corona-Krise zu überwinden, sagte Netanjahu.

Von: dn

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Fri, 27 Mar 2020 13:27:00 +0100
<![CDATA[Iranischer Karikaturist setzt auf Corona-Verschwörungstheorien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/27/iranischer-karikaturist-setzt-auf-corona-verschwoerungstheorien/ Der Organisator mehrerer Holocaust-leugnender Karikaturwettbewerbe im Iran, Masud Schojaei-Tabatabai, hat sich einem neuen Thema zugewandt. Für seinen kürzlich ins Leben gerufenen Wettbewerb „Wir besiegen Corona“ erhielt er bereits mehr als 2.000 Einsendungen aus aller Welt – die meisten kamen aus China. Die Karikaturen thematisieren die Herkunft des Virus. Demnach trügen die USA die Schuld an der Ausbreitung der Krankheit, um China und den Iran zu besiegen. Auf Anweisung des Regimes berichteten bereits iranische Medien über solche Theorien, in denen das Virus als „biologische Waffe“ bezeichnet wurde.

Von: mas

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Fri, 27 Mar 2020 10:58:00 +0100
<![CDATA[900.000 Juden beten für Ende der Corona-Krise]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/26/900000-juden-beten-fuer-ende-der-corona-krise/ JERUSALEM (inn) – Rund 900.000 Juden aus aller Welt haben sich in einem Gebet gleichzeitig wegen des Coronavirus an Gott gewandt. Zu der Gebetsaktion am Mittwochnachmittag hatten unter anderem die Oberrabbiner Israels aufgerufen. Unterstützt wurde die Initiative von anderen prominenten Rabbinern aus aller Welt. Ins Leben gerufen hatte die Aktion der Student Jarden Leitner. Dieser wollte, dass das jüdische Volk im Gebet zusammensteht, „wie es das noch nie in der Geschichte getan hat“. „Wenn das Volk Israels vereint ist, kann nichts zu groß sein“, erklärte Leitner.

Das Gebet wurde auf einer eigenen Webseite, sowie auf Facebook und anderen Plattformen, live übertragen. Teilnehmende Rabbiner rezitierten Psalmen, Bittgebete und bliesen Schofarhörner.

Rabbiner sehen besondere Verantwortung des jüdischen Volkes

Gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“ erklärte der Oberrabbiner Safeds, Schmuel Elijahu: „Wir alle wissen, dass es einen Schöpfer gibt, der die Welt nicht einfach erschaffen hat und sie dann verließ. Vielmehr ist er in ihr zu finden – und wir beten zu dem Einen, der die Welt erschaffen hat und sie führt. Er kann das jüdische Volk und die ganze Welt heilen.“

Auch der Vorsitzende der Orthodoxen Union in Israel, Avi Berman, verwies auf die Kraft des Gebets. Es sei die Rolle der Juden, „an den Schöpfer der Welt zu appellieren“. Wenn das jüdische Volk zusammenkomme, würden seine Gebete erhört werden.

Im Vorfeld der Gebetsaktion äußerte der zionistisch-orthodoxe Rabbinerverband „Zohar“ Kritik an dem ursprünglichen Vorhaben der Oberrabbiner geäußert. Diese befürworteten neben dem Onlinegebet auch Zehn-Mann-Gebetsgruppen in den Synagogen. In Israel sind allerdings Versammlungen in Synagogen aufgrund der Corona-Krise verboten.

Von: mas

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Thu, 26 Mar 2020 14:31:00 +0100
<![CDATA[Hisbollah kämpft jetzt gegen Corona]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/03/26/hisbollah-kaempft-jetzt-gegen-corona/ Die libanesische Terrormiliz Hisbollah mobilisiert 25.000 Einsatzkräfte für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Darunter befinden sich 1.500 Feld-Ärzte und 3.000 Krankenpfleger. Daneben werden eigene und angemietete Krankenhäuser gestellt. Der Chef des Exekutivrats der Hisbollah, Sajed Haschem Safidine, sagte: „Es ist ein echter Krieg, den wir mit der Geisteshaltung eines Kriegers angehen müssen.“ Dabei wolle seine Organisation den Regierungsapparat nicht ersetzen, sondern ergänzen. Im Libanon sind bisher 333 Corona-Infektionen erfasst. Sechs Menschen sind gestorben.

Von: tk

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Thu, 26 Mar 2020 14:27:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu: Völlige Stilllegung möglich]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/26/netanjahu-voellige-stilllegung-moeglich/ JERUSALEM (inn) – Sollte sich das Coronavirus in Israel weiter ausbreiten, könnte die Regierung in wenigen Tagen die Stilllegung des Landes vollständig ausweiten. Das sagte Premier Benjamin Netanjahu am Mittwochabend. In diesem Fall wäre nur noch die Besorgung von Essen und Medizin erlaubt. Die Regierung bereite sich sowohl logistisch wie auch rechtlich darauf vor.

Zugleich versuchte Netanjahu, mit Beginn des Frühlingsmonats Nisan Optimismus zu versprühen. Im Nisan entkam das Volk Israel laut biblischer Überlieferung der ägyptischen Gefangenschaft. „Wir überlebten den Pharao, und obwohl der Kampf hart und kompromisslos wird, werden wir auch Corona überleben.“

Arbeitslosigkeit bei über 20 Prozent

Vorerst hält die Ausbreitung des Virus trotz der bereits ergriffenen Maßnahmen an. Die Zahl der Infizierten lag am Donnerstagmorgen nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 2.666. Von ihnen befinden sich demnach 39 in kritischem Zustand. Fünf mit Infekt sind gestorben, am Donnerstag kamen drei weitere Todesfälle hinzu. 66 haben sich inzwischen erholt. Von Mittwochmorgen bis Donnerstagmorgen wurden 5.240 Tests vorgenommen.

Die Krise wirkt sich auch weiter auf die israelische Wirtschaft aus. Inzwischen hat die Arbeitlosenrate die 20-Prozent-Marke überschritten. Seit Anfang März sind 700.000 Arbeitssuchende hinzugekommen.

Am Mittwochabend schloss zudem die Grabeskirche in Jerusalem ihre Pforten. Gottesdienste werden stattfinden, allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl. Die Kirchenverantwortlichen wollen damit zur Eindämmung des Virus beitragen. Die Maßnahme soll zunächst eine Woche lang bestehen.

Die beiden israelischen Oberrabbiner ordneten infolge eines Beschlusses der Regierung die Schließung aller Synagogen an. Gebet unter freiem Himmel, „wenn möglich in der Nähe einer Synagoge“, sei weiterhin zulässig. Die Gläubigen sollten jedoch die Abstandsregeln beachten. Laut den Regelungen der Regierung, die seit Mittwochabend gelten, müssen in Israel alle Gotteshäuser schließen.

In den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) liegt die Zahl der Infizierten bei 75, im Gazastreifen bei neun. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Ein Sprecher der Autonomiebehörde rief Regierungen in aller Welt dazu auf, den Palästinensern Corona-Tests zur Verfügung zu stellen; es herrsche ein „großer Mangel“ an dieser Ausrüstung.

Armeechef: Streitkräfte in Bereitschaft

Ebenso wie Netanjahu sieht der israelische Armeechef Aviv Kochavi den Höhepunkt der Krise noch kommen. Damit sei auch die Armee gefordert, sich stärker an den Hilfsmaßnahmen zu beteiligen, schrieb er laut der Zeitung „Jerusalem Post“ in einem Brief an Kommandeure.

Die Armee bleibe indessen weiter in der üblichen Alarmbereitschaft, um sich bei einem möglichen Angriff zur Wehr setzen. Auch eine größere Militäroperation sei bei Bedarf weiterhin möglich. Nach Angaben der Armee ist die Zahl der Terroranschläge im Westjordanland um 50 Prozent zurückgegangen. In einer „normalen“ Woche zählt die Armee im Schnitt bis zu 35 Anschläge. Der Rückgang ist vermutlich auf die strikten Ausgangsregeln bei den Palästinensern zurückzuführen.

Verteidigungsminister Naftali Bennett sprach am Mittwoch davon, dass besonders die kommenden Tage kritisch seien: „Wir nähern uns der exponentiellen Phase der Epidemie.“ Zwar gebe es Verständnis in der Bevölkerung für die Quarantäne-Maßnahmen, und das stimme ihn optimistisch. „Aber in den nächsten Tagen werden wir in die Hocke gehen.“

Bahnverkehr gestoppt

Zu dieser Bewegung gehört bereits die Aussetzung des Bahnbetriebs im ganzen Land. Seit Mittwoch fährt in Israel auf unbestimmte Zeit kein Zug mehr. Die Bahnbetriebe folgen damit nach eigenen Angaben einer Entscheidung des Verkehrsministeriums.

Eine andere Art von Verkehr erfährt zumindest eine Einschränkung: Netflix hat angekündigt, die Qualität seines Streamingangebotes in Israel zu reduzieren. Dies geschehe infolge einer Anfrage der Regierung. Da sich viele Israelis in Heimquarantäne befinden, nutzen sie auch verstärkt das Internet. Der Datenverkehr hat laut der Internetanbieter in der Krise um 30 Prozent zugenommen. Netflix hat die Maßnahme auch für Indien angekündigt.

Rivlin fordert „Kunst des Gehorsams“

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin rief die Bürger in Israel noch einmal eindringlich dazu auf, sich an die Corona-Regeln zu halten. Es bedürfe nun der „Kunst des Gehorsams“ zum Wohle aller. „Sogar wenn wir meinen, dass die Maßnahmen falsch sind, müssen wir gehorchen und uns daran halten.“

Für die Kinder kündigte Rivlin indessen ein besonderes Angebot an: Am Donnerstagabend, 19 Uhr Ortszeit, wird er in einem Livestream die Kindergeschichte „Tefilaila“ („Nachtgebet“) der Autoren Michal Cohen Chai und Maja Hanoch vorlesen. Damit will er Kindern mögliche Ängste nehmen. Rivlin schrieb auf Twitter: „Das ist ein Gebet, das alle bösen Gedanken verbannt, ein Gebet, das uns beruhigen wird, wenn wir schlafen gehen.“ In der Geschichte geht es darum, dass es wichtig ist, auch für die scheinbar selbstverständlichen Dinge Danke zu sagen.

Von: df

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Thu, 26 Mar 2020 14:14:00 +0100
<![CDATA[Amir Peretz ist Interimssprecher der Knesset]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/26/amir-peretz-ist-interimssprecher-der-knesset/ Der Oberste Gerichtshof hat am Mittwoch den Vorsitzenden der Arbeitspartei (Avoda), Amir Peretz, zum neuen Knessetsprecher ernannt. Er tritt damit interimsmäßig die Nachfolge von Juli Edelstein an. Dieser war am Mittwoch von seinem Posten zurückgetreten. Vorausgegangen war ein Machtkampf mit dem Obersten Gerichtshof. Peretz soll am Donnerstag die Knesset zur Wahl eines neuen, ständigen Sprechers einberufen. Experten rechnen dem Blau-Weiß-Politiker Meir Cohen die größten Chancen zu. Dieser könne mit der Unterstützung des linken Lagers und der „Vereinigten Liste“ auf die benötigte Mehrheit kommen.

Von: mas

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Thu, 26 Mar 2020 10:55:00 +0100
<![CDATA[Abbas erkundigt sich nach Gesundheit von Merkel und Prinz Charles]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/26/abbas-erkundigt-sich-nach-gesundheit-von-merkel-und-prinz-charles/ Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat sich per Telegramm an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den britischen Thronfolger Prinz Charles von Wales gewandt. Das britische Königshaus bestätigte am Mittwoch, dass Prinz Charles positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Abbas wünschte ihm schnelle Erholung. Merkel wünschte er Gesundheit und Glück. Die Kanzlerin wurde negativ auf das Virus getestet, befindet nach Kontakt mit einem Infizierten aber in Quarantäne. Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldete, Merkel sei mit dem Virus infiziert.

Von: tk

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Thu, 26 Mar 2020 10:46:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 26. März 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/03/26/nachrichten-vom-26-maerz-2020/ Thu, 26 Mar 2020 10:33:00 +0100 <![CDATA[Pegel des Sees Genezareth auf höchstem Stand seit 2004]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/03/26/pegel-des-sees-genezareth-auf-hoechstem-stand-seit-2004/ TIBERIAS (inn) – Der Wasserpegel des Sees Genezareth ist in diesem Winter so hoch gestiegen wie seit 2004 nicht mehr. Am Donnerstag stand er bei 209,24 Metern unter dem Meeresspiegel. Das sind 44 Zentimeter unter der oberen roten Linie, ab der das Gewässer überzulaufen droht. Seit Anfang des Jahres stieg der Pegel um mehr als 2,20 Meter.

Auch wenn der Regen nun nachlässt, ist damit zu rechnen, dass sich das „Galiläische Meer“ weiter füllt, da das Schmelzwasser aus den Golanhöhen herab geflossen kommt. Sollte sich der Wasserstand der roten Linie annähern, müsste ein Damm nahe des Kibbutz Degania am südlichen Zipfel des Sees geöffnet werden. Im Februar sagte ein Sprecher der israelischen Wasserbehörde der Onlinezeitung „Times of Israel“, dass die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent liege, dass es so weit kommt.

Gute Nachricht in Zeiten von Corona

In israelischen Medien wurde die Meldung vom hohen Wasserstand zum Teil als positive Gegennachricht zur Corona-Krise gefeiert. Nach Angaben der israelischen Wasserbehörde liefert der Kinneret zwischen einem Viertel und einem Drittel der natürlichen Wasserversorgung Israels.

Der Wasserpegel wird seit 1926 erfasst. Der Höchststand wurde 1969 gemessen, er betrug 208,20 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Tiefstand wurde im November 2001 mit 214,87 Metern unter dem Meeresspiegel gemessen. Diese Marke gilt heute ungefähr als „schwarze Linie“, unter die der Wasserstand nicht absacken sollte.

Von: ser

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Thu, 26 Mar 2020 10:00:00 +0100
<![CDATA[Israel befürwortet Entscheidung des Olympischen Komitees]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2020/03/25/israel-befuerwortet-entscheidung-des-olympischen-komitees/ Das Israelische Olympische Komitee befürwortet die Verschiebung der Sommerspiele in Tokio auf das Jahr 2021. Mit der Erklärung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ende eine schwere Zeit der Unsicherheit, erklärte die Organisation. Die Entscheidung sei unvermeidbar gewesen. Dennoch sei die Enttäuschung groß. „Doch im Sport ist Enttäuschung Teil des Prozesses und des Weges zum Erfolg.“ Der israelische Vertreter beim IOC, Alex Gilady, sprach gegenüber der Zeitung „Jerusalem Post“ von der „besten Lösung“. Eine Absage wäre weder der olympische noch der japanische Weg gewesen.

Von: eh

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Wed, 25 Mar 2020 15:04:00 +0100
<![CDATA[Deutsch-israelische Kooperation in Zeiten von Corona]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/25/deutsch-israelische-kooperation-in-zeiten-von-corona/ JERUSALEM / BERLIN (inn) – Deutschland und Israel arbeiten zusammen, um Staatsangehörige nach Hause zu bringen, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet sind. Nach Informationen des israelischen Journalisten Amichai Stein sollen 23 Israelis mithilfe eines deutschen Charter-Fluges aus Peru ausgeflogen werden. Gleichzeitig habe Israel einem deutschen Bürger geholfen, Bolivien zu verlassen. Deutschlands Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, bestätigte via Twitter entsprechende Bemühungen deutscher Diplomaten in Peru. Zu genauen Zahlen äußerte sie sich nicht. Der israelische Diplomat Avi Nir-Feldklein sprach von einer „außergewöhnlichen Geste“.

Unterdessen telefonierte Benjamin Netanjahu am Dienstag „ausführlich“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie ein Pressesprecher des Premierministers mitteilte. Dabei hielten die Regierungschefs fest, dass Experten beider Länder in ständigem Austausch bleiben sollen. Konkret sei es um eine finanzielle und ökonomische Kooperation sowie die Beschaffung medizinischer Materialien gegangen.

Parallel dazu beauftragte Netanjahu am Dienstag den Mossad und das Verteidigungsministerium, eine Kommandozentrale einzurichten, um medizinische Ausrüstung zu besorgen. Der israelische Auslandsgeheimdienst hatte bereits in der vergangenen Woche nach Medienberichten Tausende Corona-Testsätze ins Land gebracht.

Weitere Verschärfung der Beschränkungen

In der Nacht auf Mittwoch beschlossen israelische Regierungsvertreter nach mehrstündigen Diskussionen eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die am Mittag veröffentlicht wurden. Demnach wird die Bewegungsfreiheit weiter eingeschränkt. So dürfen sich Angehörige eines Hausstandes nur noch für kurze Zeit und nur bis zu 100 Meter entfernt vom eigenen Wohnort aufhalten. Davon ausgenommen sind unter anderem Einkäufe, Gänge zum Arzt oder zur Arbeit, aber auch die Teilnahme an Demonstrationen. Verstöße sind strafbewehrt.

Der öffentliche Personenverkehr wird auf 25 Prozent des üblichen Betriebes heruntergefahren. In Privatautos dürfen sich nur noch zwei Personen gleichzeitig aufhalten. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für Taxis. Arbeitgeber werden verpflichtet, die Temperatur ihrer Angestellten zu messen.

Wie in Deutschland bleiben Betriebe des täglichen Bedarfs geöffnet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wäre eine Schließung von Supermärkten aber durchaus möglich. Allerdings handle es sich dabei um ein Extremszenario, das „derzeit nicht auf der Agenda“ stehe. Medienberichten zufolge bestehen grundsätzliche Unstimmigkeiten zwischen Gesundheits- und Finanzministerium bezüglich der Schärfe der Anti-Corona-Maßnahmen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, inwiefern extrem negative Auswirkungen auf die israelische Wirtschaft im Sinne der Eindämmung des Virus hinzunehmen sind.

2.170 Infizierte, fünf Tote

Israel zählte am Mittwochmittag 2.170 Infektionsfälle und rangiert damit nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf Platz 20 der weltweiten Infektionszahlen. Fünf Personen sind an den Folgen des Virus gestorben. Laut Forschungsergebnissen aus Beraterkreisen der Regierung hat sich etwa die Hälfte der infizierten Israelis im Ausland angesteckt. Bei gut einem Drittel kann die Infektionskette auf einen Kontakt im öffentlichen Raum in Israel selbst zurückgeführt werden. Davon fingen sich die meisten – etwa 24 Prozent – den Erreger in Synagogen ein.

In den palästinensischen Gebieten registrierte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bisher 62 infizierte Menschen. Davon leben fast alle im Westjordanland. PA-Premierminister Mohammed Schtaje forderte am Dienstag alle in Israel arbeitenden Palästinenser auf, zum eigenen Schutz nach Hause zurückzukehren. Israel hatte palästinensischen Angestellten in wichtigen israelischen Wirtschaftssparten in der vergangenen Woche erlaubt, eine Zeit lang im Land zu bleiben, anstatt alltäglich in die Autonomiegebiete zurückzukehren. Palästinensische Politiker klagen jedoch über schlechte Lebensbedingungen.

Unterdessen verlangte das Außenministerium der PA die Freilassung palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen. Die Behörde sieht die Gesundheit der Palästinenser vernachlässigt. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA wirft sie Israel deshalb eine Verletzung völkerrechtlicher Vorschriften vor. Die Forderung nach Freilassung tausender Gefangener hatte zuvor bereits die Arabische Liga erhoben.

Von: ser

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Wed, 25 Mar 2020 15:00:00 +0100
<![CDATA[Oxfam entfernt „Protokolle der Weisen von Zion“ aus Online-Shop]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/25/oxfam-entfernt-protokolle-der-weisen-von-zion-aus-online-shop/ OXFORD (inn) – Die Wohltätigkeitsorganisation Oxfam hat für den Handel mit der antisemitischen Schrift „Protokolle der Weisen von Zion“ um Entschuldigung gebeten. Sie entfernte die Bücher aus ihrem Online-Shop. Dort war eine Ausgabe von 1936 für umgerechnet 110 Euro und eine Ausgabe von 2002 für 14 Euro angeboten worden.

Der israelische Botschafter für Großbritannien, Mark Regev, hatte am 13. März auf die Angebote bei Twitter mit einem Screenshot aufmerksam gemacht und geschrieben: „Warum verkauft @OxfamGB antisemitische Literatur?“ Der Geschäftsführer von Oxfam Großbritannien, Danny Sriskandarajah, entschuldigte sich per Telefon bei dem Botschafter und twitterte: „Die Bücher wurden vernichtet & wir wollen daraus eine Lektion lernen. Das hätte nicht passieren sollen. Es tut uns leid, dass es passiert ist und für die Beleidigung, die es verursacht hat.“ Regev twitterte später, dass er den Anruf und die Bitte um Entschuldigung schätze. Laut Oxfam hatten freiwillige Mitarbeiter die Bücher fotografiert und eingestellt.

Im Jahr 2014 war Oxfam mit einer seiner Botschafterinnen, der amerikanischen Schauspielerin Scarlett Johansson, aneinandergeraten. Diese machte Werbung für das israelische Getränkeunternehmen „SodaStream“, das zu der Zeit auch im Westjordanland produzierte. Oxfam beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Johansson.

Die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind ein antisemitisches Pamphlet, das auf Fälschungen beruht. Es erschien zuerst 1903 im russischen Zarenreich und gibt vor, Aufzeichnungen eines Treffens von jüdischen Weltverschwörern zu enthalten. In den fiktionalen Reden wird angestrebt, Staaten zu zerstören und eine jüdische Weltherrschaft zu errichten. Bereits im Jahr 1921 entlarvte die britische Zeitung „The Times“ die „Protokolle“ als Fälschung. Auch der Berner Prozess von 1933 bis 1935 kam zu dem Ergebnis, dass es sich um Schundliteratur handelt. Trotzdem glauben noch heute viele Antisemiten und Verschwörungstheoretiker, besonders in islamischen Ländern, an deren Echtheit.

Von: tk

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Wed, 25 Mar 2020 13:59:00 +0100
<![CDATA[Knessetsprecher Edelstein wirft das Handtuch]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/25/knessetsprecher-edelstein-wirft-das-handtuch/ JERUSALEM (inn) – Knessetsprecher Juli Edelstein hat am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt. Damit reagierte er auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes. Dieser hatte am Montag verfügt, dass das israelische Parlament bis Mittwoch einen neuen Sprecher wählen müsse. Damit war der Likud-Politiker nicht einverstanden und betonte, er werde das Ultimatum nicht akzeptieren. Zuvor hatte er die Aktivitäten der Knesset ausgesetzt, um schneller eine Einheitsregierung zu erlangen, was die Richter kritisierten.

In seiner Rücktrittserklärung sparte Edelstein nicht mit Kritik am Gericht: Die Entscheidung habe keine Rechtsgrundlage, sie basiere vielmehr „auf einseitiger und extremistischer Auslegung“ und widerspreche den Satzungen der Knesset. Sie stelle „eine grobe und überhebliche Einmischung der Judikative in die Angelegenheiten der gewählten Legislative“ dar. Zudem verletze sie in beispielloser Weise die Souveränität des Volkes und der Knesset, sie untergrabe die Grundlagen der israelischen Demokratie.

Edelstein ging auch auf die Zeit ein, die er in der Sowjetunion im Gefängnis verbrachte: „Als einer, der für das Recht, als Bürger im Staat Israel zu leben, einen hohen persönlichen Preis von Jahren der Haft und Zwangsarbeit gezahlt hat, muss ich nicht erklären, wie sehr ich den Staat Israel und das Volk Israel liebe“, schrieb er. „Und deshalb, als Demokrat, als zionistischer Jude, als einer, der gegen finstere Regime gekämpft hat, als Vorsitzender dieses Hauses – werde ich nicht zulassen, dass Israel der Anarchie hingegeben wird. Ich werde mich nicht an einem Bürgerkrieg beteiligen!“

Vergleich mit Begin

Dabei verglich sich der Politiker mit einem früheren Untergrundkämpfer und späteren israelischen Premierminister: „Ich werde im Geiste von Menachem Begin handeln, der im Juni 1948, in den Tagen von Altalena, einen Bürgerkrieg verhindert hat.“ Das Schiff „Altalena“ hatte damals Waffen für die Organisation „Irgun“ nach Israel gebracht, die Begin anführte. Zu dieser Zeit hatte er dem Aufruf von Regierungschef David Ben-Gurion, alle militärischen Gruppen außer der Armee aufzulösen, bereits zugestimmt. Da die Lieferung dieser Abmachung widersprach, wurde das Schiff von der Armee letztlich beschossen und geriet in Brand.

Edelstein betonte, dass Israel in den Tagen der Corona-Epidemie Einheit und damit eine Einheitsregierung aus Likud und Blau-Weiß benötige. Er fügte an: „Deshalb, für den Staat Israel und um den Staatsgeist in Israel zu erneuern – trete ich hiermit von meinem Amt als Vorsitzender der Knesset zurück.“ Die Erklärung endet mit den Worten: „Lasst uns beten, und auch handeln, für bessere Tage.“

Edelstein bleibt beharrlich

Nach der Rücktrittsankündigung wandte sich der Rechtsberater der Knesset, Ejal Jinon, an Edelstein: Dieser müsse die Abstimmung nichtsdestotrotz abhalten. Andernfalls verstoße er gegen den Gerichtsentscheid. Kurz darauf informierte Jinon das Gericht darüber, dass der Knessetsprecher die Abstimmung weiterhin verweigere. Der Rücktritt wird erst nach 48 Stunden gültig, bis dahin hat Edelstein das Amt noch inne.

Dem Fernsehsender „Kanal 13“ zufolge sagte der Knessetsprecher Verbündeten, das Plenum sei und bleibe aufgeschoben. „Das Oberste Gericht kann keine Richter schicken, um die Vollversammlung zu eröffnen. Ich hoffe, sie werden sich nicht in solch einer äußerst verantwortungslosen und unstaatsmännischen Weise verhalten.“

Am Montag hatte der Likud eine Knessetsitzung boykottiert, in der Blau-Weiß Sonderausschüsse bildete. Der Chef der Oppositionspartei, Benny Gantz, sagte, die Knesset gehöre Israels Bürgern. Ihre öffentlich gewählten Vertreter würden sich an die israelischen Gesetze und an richterliche Anordnungen halten. „Niemand steht über dem Gesetz.“ Sein Parteigenosse Jair Lapid warf die Frage in den Raum, wo die „anständigen Mitglieder des rechten Lagers“ seien.

Es war das erste Mal seit der Staatsgründung, dass ein Knessetvorsitzender zurücktrat. Edelstein hatte das Amt im März 2013 angetreten. Sein Vorgänger war der heutige Staatspräsident Reuven Rivlin.

Von: eh

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Wed, 25 Mar 2020 13:58:00 +0100
<![CDATA[Orthodoxe Rabbiner erlauben Videokonferenzen beim Passahfest]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/25/orthodoxe-rabbiner-erlauben-videokonferenzen-beim-passahfest/ 14 sephardische orthodoxe Rabbiner haben wegen der Corona-Krise ein Urteil unterschrieben, das Videokonferenzen während des Sederabends am 8. April erlaubt. Der Gebrauch elektronischer Geräte ist am Schabbat und an Festtagen eigentlich untersagt. Die Geistlichen argumentieren, es handele sich um eine „Notsituation“. Sie vergleichen es mit der Erlaubnis, am Schabbat Kranken zu helfen. Es solle Traurigkeit von den Alten abgewendet werden. Bedingung ist, dass die Geräte vor dem Fest eingeschaltet werden. Der aschkenasische Oberrabbiner David Lau bezeichnete die Entscheidung als „Schande“.

Von: tk

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Wed, 25 Mar 2020 11:12:00 +0100
<![CDATA[EU zahlt 82 Millionen Euro an UNRWA]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/25/eu-zahlt-82-millionen-euro-an-unrwa/ Die Europäische Union stellt in diesem Jahr 82 Millionen Euro für die UN-Hilfsorganisation für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) bereit. Das Geld ist für Bildung, Gesundheit und sonstige Angelegenheiten von Palästinensern im Westjordanland, dem Gazastreifen sowie Syrien, dem Libanon und Jordanien bestimmt. Laut dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell trage die EU so dazu bei, die Aussicht auf Frieden am Leben zu erhalten. EU-Kommissar Olivér Várhely sprach von einem „Beitrag zur Stabilität in der Region“. 2019 kamen über die Hälfte der Hilfsgelder für die UNRWA aus der EU und ihren Mitgliedsstaaten.

Von: ser

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Wed, 25 Mar 2020 10:34:00 +0100
<![CDATA[Israel fährt öffentliches Leben weiter runter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/03/24/israel-faehrt-oeffentliches-leben-weiter-runter/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat angekündigt, die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger weiter einzuschränken, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Haus oder die Wohnung darf dann nur noch verlassen, wer Lebensmittel oder Medikamente besorgen oder zur Arbeit gehen muss. Sportliche Aktivitäten oder Gassi gehen mit dem Hund wird laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ nur noch in einem Umkreis von 30 bis 50 Metern gestattet sein. Ob auch der öffentliche Verkehr eingestellt wird, ist zur Stunde nicht bekannt. Sicher ist, dass er stark eingeschränkt wird. Zudem dürfen Taxis nur noch einen Fahrgast auf einmal befördern.

Die Streitkräfte bereiten über 2.000 Soldaten darauf vor, die Polizei bei der Durchsetzung der Verbote zu unterstützen. Diese sollen zunächst für sieben Tage gelten. Premierminister Benjamin Netanjahu hat außerdem ein Expertenteam damit beauftragt, ein staatliches Hilfspaket auszuarbeiten. Dieses soll Beschäftigten unter die Arme greifen, die wegen der Corona-Krise in unbezahlten Urlaub geschickt wurden.

Zweischneidige Kritik der PA

Unterdessen warnt der unabhängige staatliche Generalinspektor Matanjahu Englman, das israelische Gesundheitsministerium wäre mit einer Pandemie völlig überfordert. Es mangele an Ausrüstung wie Betten und Beatmungsgeräten. Laut Behörden sind in Israel binnen eines Tages 449 neue Infektionen erfasst worden. Insgesamt leiden nun 1.659 Israelis an COVID-19, davon befinden sich 31 im kritischen Zustand. Die Zahl der Todesopfer stieg am heutigen Dienstag auf zwei: Eine 67-Jährige mit Vorerkrankungen starb im Wolfssohn-Krankenhaus in Holon. Sie war dort wegen des Coronavirus behandelt worden.

In Anbetracht der bisher schon gültigen Regeln hat die Beobachtungsstelle „Palestinian Media Watch“ palästinensische Kritik dokumentiert. Die offizielle Zeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verurteilt Israel für die Schließung der Al-Aqsa-Moschee. Auf der anderen Seite kritisiert sie die Hamas dafür, dass diese Moscheen nicht schließt. Der Leitartikel unterstellt Israel, die Krise auszunutzen, um Muslime vom Tempelberg zu vertreiben. Das Editorial bemängelt, dass die Hamas sich nicht an die Sicherheitsvorgaben der PA hält. Derweil fordert die Hamas mit Verweis auf das Coronavirus ein Ende der von der PA verhängten Sanktionen. Im Gazastreifen gibt es bisher zwei registrierte Infizierte.

Iran bekommt Hilfe von EU

Eine Aufhebung von Sanktionen verlangt auch der Iran. Die USA hatten humanitäre Hilfe angeboten. Der iranische Präsident Hassan Rohani sagte dazu: „Wenn sie wirklich helfen wollen, brauchen sie nur die Sanktionen aufzuheben.“ Die Europäische Union kündigte am Montag an, dem Iran Hilfsgüter im Wert von 20 Millionen Euro zu senden. In der Islamischen Republik sind bisher fast 2.000 Menschen an dem Virus gestorben.

Jordanien geht mit seiner Ausgangssperre so weit, dass sogar Supermärkte geschlossen bleiben. Das Militär liefert den Bürgern Lebensmittel.

Autor: tk

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Tue, 24 Mar 2020 14:56:00 +0100
<![CDATA[Chaos in der Knesset]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/24/chaos-in-der-knesset/ JERUSALEM (inn) – Neben der Corona-Krise muss Israel auch eine handfeste politische Krise bewältigen. Diese hält nach der dritten Wahl binnen eines Jahres an, erfährt in dieser Woche aber eine Zuspitzung. Die Lager werfen sich undemokratisches Verhalten vor, und auch der Oberste Gerichtshof kommt bei der Betrachtung der Lage zu diesem Schluss.

Die Richter haben am Montag Knessetsprecher Juli Edelstein gerügt, weil er den Parlamentsbetrieb nach der Vereidigung der Abgeordneten eine Woche zuvor pausieren ließ; damit fand auch die Wahl eines Sprechers zunächst nicht statt. Edelstein führte an, erst müsse Klarheit in der Frage der Regierungsbildung herrschen, nur dann könne sich das Parlament mit der Wahl eines Sprechers befassen.

Die Richter wiesen dieses Argument nun zurück. „Die Knesset ist souverän“, heißt es in dem Urteil. „Die anhaltende Weigerung, der Knesset zu erlauben, über einen permanenten Sprecher abzustimmen, unterwandert die Grundfeste der Demokratie.“ Am Mittwoch müsse eine Sprecherwahl durchgeführt werden.

Spannende Entwicklungen

Nun wird zu sehen sein, wie Edelstein auf das Urteil reagiert. Bei einer Anhörung vor dem Urteil machte er den Richtern deutlich, dass er kein Ultimatum akzeptieren werde. Aus seiner Sicht würde das bedeuten, dass das Oberste Gericht in die Angelegenheiten der Knesset eingreift.

Beobachter sehen aufgrund dieser Gemengelage eine Verfassungskrise im Anmarsch. Dies umso mehr, als Vertreter des rechten politischen Lagers Edelstein dazu aufriefen, das Urteil zu ignorieren. Tourismusminister Jariv Levin (Likud) lamentierte etwa, der Gerichtshof habe die Knesset übernommen. Die frühere Justizministerin Ajelet Schaked (Jamina) bemerkte: „Nur die Knesset ist befugt zu entscheiden, wann sie zusammentritt und wann sie in Übereinstimmung mit dem Gesetz Abstimmungen abhält.“

Likud: „Knesset-Diebstahl durch Blau-Weiß“

Neben dieser Entwicklung haben sich auch die Fronten zwischen den politischen Lagern verhärtet. Am Montag traten die Abgeordneten erstmals wieder zusammen – unter Beachtung der Corona-Regeln. Dabei bildeten die Abgeordneten des Lagers um Blau-Weiß zunächst einen Oberausschuss, der die Bildung weiterer Ausschüsse festlegt. Danach riefen sie sechs Sonderausschüsse auf Zeit ins Leben, darunter einen, der die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus überwacht.

Dies alles geschah unter dem Boykott der Likud-Abgeordneten, die sich sämtlichen Abstimmungen verweigerten. Als Grund gaben sie an, die Bildung der Ausschüsse sei in Zeiten einer Übergangsregierung nicht legitim. Die Partei sprach am Dienstagmorgen von einem „Diebstahl“ der Knesset durch Blau-Weiß, da alle Ausschüsse mehrheitlich vom Gegenlager besetzt und geführt sind. Ein solches Vorgehen habe es in der Knesset noch nie gegeben, und die Zusammensetzung der Ausschüsse spiegele auch nicht die Sitzverteilung im Parlament wider. Die Likud-Abgeordneten würden bei den „undemokratischen Diskussionen und Abstimmungen“ nicht mitmachen.

Besonderer Vorsitz

Besonders pikant scheint der Umstand, dass ein Vertreter des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“ den Ausschuss für Arbeit und Wohlfahrt leiten soll. Der Ausschuss befasst sich auch mit der Unterstützung von Terror-Opfern und verwundeten Soldaten. Zugleich gehören Abgeordnete der „Vereinigten Liste“ zu Unterstützern von Terroristen. Der Vorsitzende des Bündnisses, Ajman Odeh, besuchte 2018 etwa eine Konferenz der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP).

Angesichts dieser Zerwürfnisse scheint eine Einheitsregierung ferner denn je. Politische Vertreter beider Parteien sagten laut der Zeitung „Yediot Aharonot“, seit Donnerstag habe es diesbezüglich keine Gespräche mehr gegeben. Nichtsdestotrotz rief der amtierende Regierungschef Benjamin Netanjahu Oppositionsführer Benny Gantz am Dienstagmittag noch einmal dazu auf, eine Einheitsregierung zu bilden. Mit Blick auf die Corona-Krise schrieb er auf Twitter: „Die israelischen Bürger brauchen eine Einheitsregierung, um ihr Leben und ihren Lebensunterhalt zu retten.“ Jetzt sei nicht die Zeit, vierte Wahlen auszurufen. „Wir wissen beide, dass die Unterschiede zwischen uns klein sind. Ich warte auf Sie.“

Von: df

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Tue, 24 Mar 2020 14:08:00 +0100
<![CDATA[Herz aus zwei Ziffern gewinnt Logo-Wettbewerb]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/03/24/herz-aus-zwei-ziffern-gewinnt-logo-wettbewerb/ BERLIN / TEL AVIV (inn) – Der Entwurf einer Design-Studentin aus Bottrop und einer Texterin aus Berlin wird zum Logo für das 55-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen. Das gab die zuständige Jury bekannt. Die israelische Botschaft in Berlin und die deutsche Botschaft in Tel Aviv hatten im Februar einen Wettbewerb ausgeschrieben.

Für das Logo wurden daraufhin 82 Vorschläge eingesandt. Die Jury wählte den Entwurf der Design-Studentin Ann-Katrin Giesen und der Texterin Tabea Stöhr. Sie schrieben zu ihrem Vorschlag: „Das Logo zeigt ein Herz, das aus einer mittig gespiegelten 55 besteht. Es symbolisiert die freundschaftlichen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern, und vereint durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der Ziffern den Blick in die Vergangenheit mit der Zukunft.“

Als Deutsche seien sie sich der Geschichte ihres Landes bewusst, heißt es weiter in der Erklärung. Sie freuten sich, durch den Entwurf zu den deutsch-israelischen Beziehungen etwas Positives beitragen zu dürfen. „Das Leben in einer multikulturellen Stadt wie Berlin hat uns gezeigt, wie produktiv interkultureller Austausch sein kann und wie wichtig es ist, ihn auch zukünftig zu schützen.“

Am 12. Mai 1965 hatten die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel offiziell ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Diesem Schritt gingen jahrelange Verhandlungen voraus – unter anderem über eine Entschädigung für wirtschaftliche Verluste von Juden durch den Holocaust.

Von: eh

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Tue, 24 Mar 2020 12:24:00 +0100
<![CDATA[Letzte deutsche „Gerechte unter den Völkern“ gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/24/letzte-deutsche-gerechte-unter-den-voelkern-gestorben/ Die letzte deutsche „Gerechte unter den Völkern“ ist am Montag gestorben. Am heutigen Dienstag wäre Gertrud Steinl 98 Jahre alt geworden. Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte Steinl den Ehrentitel im Jahr 1979 verliehen. Israel führte ihn nach seiner Staatsgründung ein, um Nichtjuden zu würdigen, die sich während der nationalsozialistischen Herrschaft einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten. Steinl versteckte 1943 eine jüdische Arbeitskollegin in ihrem Elternhaus in Graslitz im damaligen Sudetenland.

Von: tk

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Tue, 24 Mar 2020 10:55:00 +0100
<![CDATA[Eden Alene darf Israel 2021 beim ESC vertreten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/03/23/eden-alene-darf-israel-2021-beim-esc-vertreten/ Die Sängerin Eden Alene sollte Israel beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam vertreten. Doch der Musikwettbewerb wurde aufgrund der Corono-Pandemie abgesagt. Alene ist die erste Israelin mit äthiopischen Wurzeln, die für den ESC ausgewählt wurde. Nun gab die israelische Rundfunkanstalt „Kan“ bekannt, dass die 19-Jährige Israel beim ESC 2021 vertreten darf. Nach einer Ankündigung der Europäischen Rundfunkunion dürfen die Künstler aber nicht mit dem für 2020 ausgewählten Lied antreten. Der israelische Beitrag „Feker Libi“ galt als einer der Favoriten.

Von: dn

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Mon, 23 Mar 2020 14:40:00 +0100
<![CDATA[Amnestie wegen Corona-Krise]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/23/amnestie-wegen-corona-krise/ Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat einige Häftlinge begnadigt. Das teilte sein Sprecher Nabil Abu Rudeine am Sonntag mit. Es handele sich um Gefangene, die mindestens die Hälfte ihrer Strafe abgesessen hätten. Die Amnestie sei Teil der Maßnahmen wegen der Corona-Krise. Sie diene dazu, eine Überfüllung der palästinensischen Gefängnisse zu vermeiden. Häftlinge, die wegen schwerer Vergehen verurteilt wurden, profitierten nicht von der Begnadigung.

Von: eh

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Mon, 23 Mar 2020 14:22:00 +0100
<![CDATA[Vom Hisbollah-Agenten zum israelischen Rabbiner]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/23/vom-hisbollah-agenten-zum-israelischen-rabbiner/ ZEFAT (inn) – Seit 23 Jahren lebt Rabbi Avraham Sinai in Israel, seine Söhne dienten in Eliteeinheiten des Militärs – doch ursprünglich stammt er aus dem Libanon. Dort war er Spion der Hisbollah, die sich die Vernichtung des jüdischen Staates auf die Fahnen geschrieben hat. Der Nachrichtensender „n-tv“ hat die ungewöhnliche Geschichte des ehemaligen Muslims in einem Beitrag auf seiner Internetseite aufgegriffen.

Als Ibrahim Jassin wurde der heute 57-Jährige im Libanon geboren, seine Eltern waren Schiiten. Der Bürgerkrieg, der 1975 begann, entfremdete ihn von der Heimat. „Hier ist das Paradies und dort die Hölle“, sagt der Rabbi gegenüber „n-tv“ über Israel und den Libanon. „Wo der einzelne Mensch nicht mehr zählt und seine Würde antastbar ist, ist die Hölle.“ Die Brutalität der syrischen Armee und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) war aus seiner Sicht „erbarmungsloser als der Krieg in Syrien“. So hätten PLO-Kämpfer seine kleine Tochter an zwei Autos gebunden, die voneinander wegfuhren – und sie auf diese Weise getötet. 1982 begrüßte er, wie viele andere Libanesen, die israelischen Besatzer als Befreier.

Auch die Hisbollah empfand er als brutal. Dennoch spionierte er für die schiitische Miliz. 1985 wurde er von Hisbollah-Kämpfern entführt und monatelang in einem Bunker gefoltert. Grund war der damals noch nicht gerechtfertigte Verdacht, er arbeite mit Israel zusammen. Imad Mughnija habe vor Sinais Augen dessen kleinen Sohn lebendig verbrannt. Der Hisbollah-Führer kam 2008 bei einer Explosion in der syrischen Hauptstadt Damaskus ums Leben, die Hisbollah macht Israel für seinen Tod verantwortlich.

Israels Hilfe zahlt sich aus

Auch nach der Ermordung seines Babys arbeitete der Libanese weiter für die Hisbollah, denn er sann auf Rache. Später kam er in Kontakt mit dem israelischen Kommandeur Zachi Bareket. Dieser sorgte nämlich dafür, dass Sinais Frau bei der Geburt einer Tochter Hilfe von israelischen Ärzten bekam. Sie wurde nach Haifa ausgeflogen und dort versorgt.

Der israelische Kommandeur hatte den Hintergedanken, durch solche Aktionen das Vertrauen von Libanesen zu gewinnen. In diesem Fall war er erfolgreich. Bis heute verbindet Sinai und Bareket eine Freundschaft. Der Agent spionierte gleichzeitig für die Hisbollah und für Israel. Der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“ sagte er im vergangenen Jahr: „Wenn ich Zachi anrief, um ihm von Terroristen zu erzählen, wusste ich, dass sie aus meinem Dorf gejagt würden und das fand ich gut.“ Zudem bekam er Treibstoff und einen Passierschein für die Checkpoints, ebenso wie ein von Palästinensern beschlagnahmtes Gewehr.

Doch wurde er 1989 gefangen genommen und verbrachte ein Jahr in einem syrischen Gefängnis. Nach seiner Freilassung setzte er die gefährliche Agententätigkeit fort, bis er 1997 nach Israel gebracht wurde. Mittlerweile lebt er im galiläischen Zefat, das auch als Safed bekannt ist. „Gott wollte, dass ich weiterlebe“, sagte er gegenüber „n-tv“. Ausgerechnet durch den Koran kam er dazu, die Tora zu studieren. Denn dieser lehre, dass darin die Wahrheit liege.

Koran weckte Interesse an Judentum

Mit seiner Familie trat er zum Judentum über. Nach eigenen Angaben hatte er bereits in der Haftzeit davon geträumt, als Jude in Safed zu leben. Er wurde orthodoxer Rabbiner. Heute führen nur der älteste Sohn und die jüngste Tochter ein religiöses Leben. Die restlichen fünf Kinder sind säkular eingestellt. „Sie sind dankbar, ein freies Leben in Israel zu genießen und sprechen kein Arabisch“, erzählte er.

Bareket merkte in einem Gespräch mit „Yediot Aharonot“ an: „Wir sind nicht Freunde, sondern Brüder. Wenn er überall im Land Vorträge hält, komme ich für eine kurze Einführung. Erst dann kommt er mit seinem ultra-orthodoxen Gewand herein, und jeder ist schockiert.“ Sinai bezeichnet den Libanon als wunderschön – doch Israel sei seine neue Heimat.

Von: eh

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Mon, 23 Mar 2020 14:15:00 +0100
<![CDATA[Sicherheitsminister Erdan erwägt vollständige Stilllegung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/23/sicherheitsminister-erdan-erwaegt-vollstaendige-stilllegung/ JERUSALEM (inn) – Israel muss sich auf weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens gefasst machen, „wenn die Öffentlichkeit nicht mitmacht und nicht diszipliniert ist“. Das sagte der Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, am Montag dem Radiosender „Reschet Bet“ mit Blick auf die von der Regierung verordnete Ausgehsperre. Sollten sich die Israelis nicht daran halten, könnten weitere hundertausende Menschen gezwungen werden, nicht zur Arbeit zu gehen. Die Polizei behandelt derzeit 126 Fälle von Verstößen gegen die Regeln; in 19 davon geht es um die Verbreitung von Fehlinformationen.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Israel ist inzwischen auf 1.238 gestiegen. Das gab das Gesundheitsministerium am Montagvormittag bekannt. Von den Betroffenen befinden sich 24 in kritischem Zustand. Am Freitagabend war erstmals ein Infizierter verstorben. Es handelt sich um den 88-jährigen Holocaust-Überlebenden Arje Even, der eine Woche zuvor mit Vorerkrankungen eingeliefert wurde.

Aktuell bleiben 75.000 in Heimquarantäne, weil sie im Verdacht stehen, mit Infizierten in Kontakt gekommen zu sein. Das Gesundheitsministerium bietet seit Sonntag auch die App „HaMagen“ („Der Schild“) an. Mithilfe der App können Nutzer sehen, ob sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Gedankenspiele und Absagen

Unterdessen erwägen die Verantwortlichen in der Gesellschaft weitere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Einer Verschiebung des Passahfestes, das am Abend des 8. April beginnt, erteilte der Oberste Gerichtshof jedoch eine Absage. Sie wäre möglich gewesen, wenn die Richter dieses jüdische Jahr 5780 zu einem Schaltjahr erklärt hätten. Dann würde ein zusätzlicher Monat, Adar II, eingeschoben, der am Mittwochabend begänne. Ein Schaltjahr kommt alle zwei bis drei Jahre vor; erst im vergangenen Jahr war dies der Fall. Die Richter urteilten, der Oberste Gerichtshof habe nicht die Befugnis wie einst der Sanhedrin, aufgrund einer Notlage ein Schaltjahr auszurufen.

Auch ein anderes Gedankenspiel ist inzwischen abgelehnt: Die Verschiebung der Umstellung auf die Sommerzeit, die in der Nacht zum Freitag ansteht. Der Gedanke hierbei: Am Abend wäre vorerst keine zusätzliche Stunde Sonnenlicht vorhanden; dies würde dazu führen, dass die Israelis eher zuhause bleiben. Die israelische Behörde für Digitales wies darauf hin, dass viele Computer bereits auf die Umstellung programmiert seien und eine Änderung sehr teuer wäre. Innenminister Arje Deri (Schass) ließ seinen Vorschlag daraufhin fallen.

Der aschkenasische Oberrabbiner David Lau rief die Bevölkerung indessen auf, am Mittwoch zu fasten, sofern dies gesundheitlich möglich ist. „Schwierige Tage treffen Israel und die ganze Welt. In dieser Zeit ist es an uns, in die Gewissensprüfung zu gehen.“ Lau mahnte an, sich mehr als zuvor an die Gebote zu halten. Der Mittwochabend markiert den Beginn des Monats Nisan, der auch als Schöpfungsmonat gilt und in biblischen Zeiten den Jahresbeginn darstellte.

Die Corona-Krise trifft auch das religiöse Leben andernorts: Am Sonntag schloss die für den Tempelberg zuständige jordanische Behörde Waqf das Areal. Israel hatte bereits zuvor den Mughrabi-Zugang für Juden und Touristen gesperrt.

Schaden für die Wirtschaft

Als eine weitere Folge der Pandemie steigt die Arbeitslosenrate in Israel sprunghaft an. Im Februar lag sie noch bei 3,6 Prozent, nun bei 17,8 Prozent. Allein im März sind mehr als 572.000 Arbeitsuchende hinzugekommen. Zu 90 Prozent handelt es sich um Personen im unbezahlten Urlaub, berichtet die Nachrichtenseite „Walla“. Und weitere Arbeitssuchende werden dazukommen: Am Montag kündigte die amerikanische Schnellrestaurant-Kette McDonald's an, den Betrieb vorerst einzustellen; nur fünf der 180 Filialen sollen geöffnet bleiben. Das bedeutet, dass 4.000 Angestellte in den „unbezahlten Urlaub“ gehen müssen.

Angesichts der Notlage überwies die israelische Regierung umgerechnet etwa 31 Millionen Euro an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA). Armeechef Aviv Kochavi und andere Militärs hatten Finanzminister Mosche Kahlon darauf hingewiesen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu einem Zusammenbruch der PA führen könnten. Kahlon genehmigte daraufhin am Donnerstag die Überweisung. In den von der PA verwalteten Gebieten des Westjordanlandes sind 57 Infektionen bekannt. Regierungschef Mohammed Schtaije verhängte am Sonntag eine weitreichende Ausgehsperre, die zunächst zwei Wochen gelten soll.

Am Sonntag bot die Armeebehörde für die Regierungstätigkeiten in den Gebieten (COGAT) für palästinensische Hilfskräfte einen Kurs in der Region Jericho an. Dabei ging es um Methoden der Patientenuntersuchung, um die Einrichtung von Quarantäne-Abteilungen und den Schutz des medizinischen Personals vor Infektionen.

Finanzielle Hilfe erreicht auch den Gazastreifen. In diesem Fall überwies Qatar eine Sonderzahlung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar. Im Gazastreifen gibt es offiziell zwei Fälle von Corona-Infektionen. Die Behörden empfahlen der Bevölkerung, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben.

Von: df

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Mon, 23 Mar 2020 13:20:00 +0100
<![CDATA[Mit Handyüberwachung gegen das Virus]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/03/23/mit-handyueberwachung-gegen-das-virus/ Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm]]> Früher klingelten „Vertreter“ an der Haustür und überredeten die überraschten Bewohner, unnützes Zeug zu kaufen. Heute klingelt das Telefon. Da hagelt es dann „Umfragen“ oder einen Redeschwall zu Versicherungen, politischen Parteien oder anderen Themen. Noch schlimmer ist es im Internet. Wer einmal etwas erworben hat, wird dank der „Cookies“ zielgerichtete Reklame zu diesem oder ähnlichen Produkten auf allen angeklickten Seiten vorfinden. Man kann sich kaum gegen diese Überschwemmung schützen oder sie abstellen. Gegen dieses Vorgehen scheint niemand Einwände zu haben, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht.

Jede Firma kann einen zielgerichteten Kundenkreis finden. Bei der Telefonauskunft oder im Internet findet man mühelos alle Telefonnummern der Klempner, Glaser oder anderer Berufe aufgelistet, dazu ihre Wohngebiete und jegliche andere „Profile“. Das ist alles legitim und öffentlich.

Die Namen, Kontaktdaten und Telefonnummern der Corona-Patienten sind nur beim Gesundheitsamt gespeichert. Nun hat die Regierung den Inlandsggheimdienst Schabak damit beauftragt, mit den Telefonnummern der Corona-Infizierten zu ermitteln, welche anderen Menschen sich in deren Nähe aufgehalten haben und ob sie mit dem Bus oder mit der Eisenbahn durch das Land gefahren sind. Dank der Smartphone-Technologie lassen sich die Aufenthaltsorte auch rückwirkend erkunden und die Telefonnummern jener Smartphone-Besitzer, die sich in in der Nähe des Betroffenen aufgehalten haben.

Erprobte Methode im Kampf gegen Terror

Israels Geheimdienst nutzt diese technischen Möglichkeiten im Kampf gegen Terror, um Terroristen und deren Bekanntenkreis auszukundschaften. Doch jetzt, wo diese Methode bei unbescholtenen Corona-Kranken angewendet werden soll, um potentiell angesteckte Menschen zu finden, um sie in die Quarantäne zu schicken – zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen –, gibt es einen Aufschrei wegen unerlaubten Eindringens in die Privatsphäre. Israel werde so zu einem diktatorischen Überwachungsstaat.

Ist diese Kritik wirklich berechtigt oder entspringt sie eher einer mythischen Angst vor den unheimlichen Machenschaften der Geheimdienste? Niemand weiß, wer all jene im Klub, Konzert, Park oder Bus waren, denen ein Infizierter begegnet ist und die er vielleicht angesteckt hat. Was ist schlimm daran, wenn nun die potenziell Angesteckten per Anruf aufgefordert werden, sich in ihrem Heim aufzuhalten und ihre Umgebung vor weiterer Ansteckung zu schützen?

Das scheint eine moderne und effektive Methode zu sein, die unkontrolliert grassierende Virus-Pandemie in den Griff zu bekommen. Ist es wirklich ein Eingriff in meine Privatsphäre, wenn man mir telefonisch mitteilt, dass ich möglicherweise angesteckt bin, um mich und meine Familie schützen zu können? Oder sollte ich lieber herumlaufen, die Großeltern, Kinder und besten Freunde gefährden und im schlimmsten Fall sogar ihren Tod herbeiführen?

Fragwürdiges Anprangern

Das ist, als wollte man die Polizei daran hindern, Unfallstellen auf der Autobahn oder Baustellen großräumig abzusperren, um weitere Unfälle zu vermeiden. Da könnte man genauso einwenden, dass unsere hochheilige Bewegungsfreiheit in unerträglicher Weise eingeschränkt wird.

Wir teilen freiwillig alle unsere Daten den Fluggesellschaften, dem Reisebüro oder Amazon mit. Mit diesem Wissen wird bewusst Schindluder betrieben, aber es dient auch dazu, uns zu identifizieren, falls das Flugzeug abstürzt. Und ausgerechnet jetzt, wo die „Überwachung“ lebensrettend sein kann, wird der „Überwachungsstaat“ angeprangert, nur weil jene Behörde beauftragt wird, die schon Erfahrung mit solchen Bewegungsprotokollen von Smartphones gesammelt hat.

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Mon, 23 Mar 2020 12:58:00 +0100
<![CDATA[Virtuelle Demo gegen Knesset-Pause]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/23/virtuelle-demo-gegen-knesset-pause/ Mehr als 700.000 Menschen haben am Sonntag virtuell gegen die Aussetzung des Parlamentsbetriebs demonstriert. Der Veranstalter, die Organisation „Darkenu“ („Unser Weg“), übertrug die Kundgebung aufgrund der Einschränkungen wegen des Coronavirus im Internet. Als Sprecher trat unter anderen der frühere Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schabak, Juval Diskin, auf. Knessetsprecher Juli Edelstein hatte den Parlamentsbetrieb gestoppt, um eine Einheitsregierung schneller herbeizuführen. Am Montag sollen die Abgeordneten aber wieder tätig werden.

Von: df

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Mon, 23 Mar 2020 10:46:00 +0100
<![CDATA[Die Gewinner stehen fest]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/20/die-gewinner-stehen-fest/ WETZLAR (inn) – Danke an alle, die mit uns 20 Jahre Israelnetz gefeiert haben! Ein besonderes Dankeschön gilt den Teilnehmern unseres Gewinnspiels für die vielen schönen Leser-Zeugnisse.

Die Gewinner wurden am heutigen Freitag ermittelt und werden per E-Mail benachrichtigt.

Gerne berichtet Israelnetz auch in Zukunft für Sie topaktuell aus Israel und dem Nahen Osten. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, freuen wir uns über Ihre Unterstützung. Gott segne Sie!

Von: Israelnetz

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Fri, 20 Mar 2020 14:32:00 +0100
<![CDATA[Regierung verhängt Ausgangssperre]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/20/regierung-verhaengt-ausgangssperre/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat am Donnerstagabend eine Ausgangssperre für ganz Israel verordnet. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus weiter eingedämmt werden. Die Zahl der Infektionsfälle ist am Freitagvormittag auf 705 gestiegen.

Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte in den vergangenen Tagen die Gesamtbevölkerung eindringlich dazu aufgerufen, Sozialkontakte nach Möglichkeit zu vermeiden. Sein Appell richtete sich insbesondere auch an die Araber in Israel. Kritik gibt es aber auch an Ultra-Orthodoxen, die trotz der Ansteckungsgefahr weiter in Jeschivas zusammenkommen oder zu Hochzeiten mit vielen Gästen.

Bislang waren diese Aufrufe nur eine Empfehlung. Am Donnerstag betonte Netanjahu, dass dies nun nicht mehr der Fall ist: „Es ist eine bindende Anordnung, die von der Exekutive durchgesetzt wird.“ Er bat die Bevölkerung um Verständnis und Zusammenarbeit.

Die Ausgangssperre bedeutet, dass die Israelis nur in folgenden Fällen ihre Wohnung oder ihr Haus verlassen dürfen:

  • Um auf Arbeit zu gehen

  • Für Besorgungen (Essen, Medizin) oder um notwendige Dienstleistungen zu erhalten

  • Für medizinische Behandlung

  • Um Blut zu spenden

  • Um an Demonstrationen teilzunehmen

  • Um Rechtssachen zu klären

  • Für unorganisierten Sport in Gruppen mit höchstens fünf Teilnehmern

  • Für kurze Spaziergänge

  • Für Hochzeiten, Beerdigungen oder zum Gebet mit bis zu zehn Teilnehmern

  • Um anderen Menschen zu helfen, die aufgrund ihres Alters, ihrer Krankheit oder ihrer Behinderung Hilfe benötigen

  • Für andere lebensnotwendige Gründe, die hier nicht aufgeführt sind

Bei all diesen Bestimmungen gilt, dass Personen immer mindestens zwei Meter Abstand wahren müssen. In einem Auto dürfen insgesamt nur zwei Personen fahren (bei Familienmitgliedern auch mehr). Werden Güter geliefert, sollen diese an der Haustür abgestellt werden.

Oberstes Gericht: Massenüberwachung nur mit Knesset

Das öffentliche Leben war in Israel schon zuvor reduziert. Die Nutzung des Nahverkehrs ist in den vergangenen Tagen im Vergleich zu der Zeit vor dem Ausbruch der Krise um etwa 39 Prozent zurückgegangen. Das berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf Daten der Mobilitäts-App Moovit. In der französischen Hauptstadt Paris beläuft sich der Wert auf 55 Prozent.

In Tel Aviv hat nun auch eine Durchfahrtsstation zum Test auf Infektionen ihre Arbeit aufgenommen. Die Eröffnung sollte schon am Mittwoch erfolgen, es fehlten aber Testsätze. Die auf einem Parkplatz aufgebaute Station des Roten Davidsterns ist ein Pilotprojekt; wenn sie sich als erfolgreich erweist, sollen weitere Stationen in anderen Städten dazukommen.

Unterdessen hat sich das Oberste Gericht am Donnerstag zu der umstrittenen Massenüberwachung durch den Inlandsgeheimdienst Schabak geäußert. Mit der Maßnahme will die Regierung ermitteln, welchen Menschen sich ein Infizierter auf weniger als zwei Meter und für länger als zehn Minuten genähert hat. Die Richter sagten, bis Dienstag müsse ein Knessetausschuss gebildet werden, der sich mit den Notfallregelungen befasst. Geschehe dies nicht, müsse die Überwachung beendet werden.

Knessetsprecher Juli Edelstein hatte den Parlamentsbetrieb bis Montag ausgesetzt. Nach eigenen Angaben will er damit die beiden stärksten Parteien, Blau-Weiß und Likud, in eine Einheitsregierung drängen. Die Maßnahme sehen Kritiker hingegen als „undemokratisch“. Am Donnerstag versicherte Edelstein, die Knesset könne am Montag zusammentreten und dann auch Ausschüsse bilden.

Von den Regelungen in der Corona-Krise ist auch die Alija, die Einwanderung nach Israel, betroffen. Am Donnerstag kam eine Gruppe von 24 Einwanderern aus Nordamerika in Israel an. Die Mitglieder müssen, wie alle Einreisenden, erstmal in eine zweiwöchige Quarantäne. Das kann ihrer Freude aber nichts anhaben: „Wir freuen uns auf zwei Wochen Entspannung nach dem Drunter und Drüber bei den Vorbereitungen auf die Alija während der Pandemie“, sagte ein älteres Ehepaar, das nach Netanja ziehen wird, laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. „Wir sind zuhause, und es gibt keinen Ort, wo wir lieber sein wollen.“

Von: df

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Fri, 20 Mar 2020 13:20:00 +0100
<![CDATA[Gantz zu Einheitsregierung mit Netanjahu bereit]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/20/gantz-zu-einheitsregierung-mit-netanjahu-bereit/ Der Chef des Parteienbündnisses Blau-Weiß, Benny Gantz, schließt eine Einheitsregierung mit Benjamin Netanjahu als Premierminister nicht länger aus. „Momentan müssen alle Optionen auf dem Tisch liegen. Es wäre verantwortungslos von mir, nicht alle Alternativen in Erwägung zu ziehen“, erklärte Gantz gegenüber dem Fernsehsender „Kanal 12“. Der Herausforderer Netanjahus war von Präsident Reuven Rivlin am Montag mit der Bildung einer Regierung beauftragt worden. Parallel verhandelt er angesichts der Corona-Krise mit Netanjahu über eine Notstandsregierung.

Von: dn

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Fri, 20 Mar 2020 11:44:00 +0100
<![CDATA[Prophetengräber in Nahost]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/03/20/prophetengraeber-in-nahost/ Das „Grab der Patriarchen“ oder die Höhle Machpela in Hebron im Westjordanland ist eine wichtige Stätte des Judentums. Der Tradition zufolge ruhen hier die drei Erzväter Abraham, Isaak und Jakob, sowie ihre Frauen Sara, Rebekka und Lea. Obwohl das Neue Testament in Apostelgeschichte 7,16 dieses Grab in Sichem, dem heutigen Nablus, verortet, gilt Machpela auch für manche christliche Konfessionen als heilige Stätte. Auch Muslime führen sich auf den Stammvater Abraham zurück. Deswegen gehört zu dem Baukomplex die Abrahamsmoschee, ein Kirchenbau aus Kreuzfahrerzeit, der erobert wurde. Im nördlichen Teil gibt es eine Synagoge für jüdische Pilger. Vor Ort herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Die Stätte und die Stadt sind einer der Streitpunkte im Nahostkonflikt. Die israelische Armee bewacht das Grab. Die islamische Stiftung Waqf, die auch für den Tempelberg zuständig ist, verwaltet es.

Das Grab des Daniel – oder Mausoleum des Daniel – befindet sich im iranischen Susa. An diesem Ort soll der Tradition nach der Prophet Daniel begraben sein. Im Buch Daniel 8,2 ist der Ort erwähnt: „Ich hatte eine Vision, und während ich sie sah, befand ich mich in der Burg Susa, die in der Provinz Elam liegt, am Ulai-Kanal.“ Obwohl in der Bibel nichts über den Tod des Propheten berichtet ist, findet sich sein Grab nach jüdischer und arabischer Überlieferung dennoch in Susa. Das Mausoleum ist eine muslimische Pilgerstätte. Insgesamt sechs Orte beanspruchen, die Ruhestätte des Daniel zu sein, darunter sind auch Kirkuk im Irak und Samarkand in Usbekistan.

Das Grab des Propheten Hesekiel befindet sich laut jüdischer Annahme in Al-Kifl im Irak. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts kamen bis zu 5.000 Juden aus Bagdad und anderen großen Städten während des Passahfests zur Stätte. Die irakische Gemeinde bildete einst eine der größten und bekanntesten jüdischen Gemeinden im Nahen Osten. Heute ist das Grab Teil der Al-Nuchailah-Moschee. Der muslimischen Tradition nach liegt dort ihr Prophet Dhu l-Kifl, der oft als Hesekiel identifiziert wird. Zu Zeiten Saddam Husseins wurde die Stätte geschützt. Ein weiteres Bauwerk in Dezful im südwestlichen Iran wird auch als mögliches Grab Hesekiels identifiziert.

In den „Gräbern der Propheten“ auf dem oberen Westhang des Jerusalemer Ölbergs sollen Haggai, Maleachi und Sacharja ihre letzte Ruhe gefunden haben, besagt eine mittelalterliche jüdische Tradition. Von den letzten drei jüdischen Propheten wird angenommen, dass sie im 6. bis 5. Jahrhundert vor Christus lebten. Bei der Stätte handelt es sich um in Felsen geschlagene Katakomben. Archäologen haben die frühesten Grabkammern auf das 1. Jahrhundert vor Christus datiert, was der Tradition widerspricht.

Die Grabstätte des Propheten Samuel, des letzten Richters Israels, liegt nördlich des Jerusalemer Stadtteils Ramot. Auf dem Areal befindet sich eine Moschee, die früher eine Kirche war. Das Grab ist in einer unterirdischen Kammer, in der es eine Synagoge gibt. Auf dem Jerusalemer Berg Zion wird das Davidsgrab nach jahrhundertelanger Tradition in einem Bauwerk in unmittelbarer Nähe der deutschen Dormitio-Kirche als Grabstätte des biblischen Königs David verehrt. Es gilt als eine wichtige heilige Stätte im Judentum. Die Authentizität der tatsächlichen Grabstätte Davids gilt als zweifelhaft. Die Mehrheit der Historiker und Archäologen sehen sie nicht als das eigentliche Grab Davids an. Laut der Bibel (1. Könige 2,10) wurde er wie die anderen Könige von Juda in der Davidsstadt begraben. Diese liegt etwa 700 Meter weiter östlich.

Aaron, der biblische Hohepriester und Bruder des Mose, liegt der Tradition nach auf dem Berg Hor (Dschabal Harun), in der Nähe von Petra, im Süden Jordaniens begraben. Weil Juden am Aarongrab angeblich beteten, hatte Jordanien das Betreten der Stätte im August 2019 verboten. Nachdem Israels Präsident Reuven Rivlin Ende 2019 mit dem jordanischen Prinzen Ghazi Bin Mohammed Gespräche führte, wurde das Grab für Israelis wieder eröffnet. Wiederum ist der Ort von Moses Grab laut der Bibel (5. Mose 34) niemandem bekannt. Auf dem Berg Nebo zeigte Gott Mose das Land, „von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben“. Er durfte selbst nicht hinein: „So starb Mose [...] im Lande Moab nach dem Wort des HERRN. Und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber Bet-Peor.“ Muslime glauben, dass Moses Grab mit dem Namen „Nabi Musa“ im Westjordanland nahe Jericho lokalisiert ist.

Die Stätte, an der Josef, ein Sohn des Erzvaters Jakob, begraben liegen soll, befindet sich bei Nablus, dem biblischen Sichem. Die von Israelis „Kever Josef“ genannte Grabstätte wurde mehrmals von Palästinensern zerstört und schlussendlich zu einer Moschee umgebaut. Laut mancher muslimischer Quellen gilt das Grab der Patriarchen als Josefs Ruhestätte. Auch die Grabstätten des jüdischen Führers aus biblischer Zeit Josua Ben Nun und seines Mitarbeiters Kaleb befinden sich nach jüdischer Tradition nahe der Autonomiestadt Nablus in der palästinensischen Ortschaft Kifl Hares. Josua war der Nachfolger von Mose und führte die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei in das von Gott verheißene Land Kanaan. Von Josuas Tod heißt es in Richter 2,8 und 9: „Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbteils in Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaasch.“ Muslimische Traditionen nennen weitere Orte als Josuas Grabstätten, etwa in der Türkei.

Das Rahelgrab in der Nähe von Bethlehem gilt als Begrabungsort der Matriarchin Rahel, Jakobs zweiter Frau. Die Stätte ist Muslimen heilig. Seit wenigen Jahrzehnten wird von palästinensischer Seite aus politischen Gründen die Bezeichnung Bilal-Moschee bevorzugt, der traditionelle arabische Name ist „Rahel-Kuppel“. Die Hebräische Bibel kennt zwei Lokalisierungen des Grabs der Rahel, jeweils nördlich und südlich von Jerusalem, wobei das heutige Rahelgrab der Südtradition entspricht.

Auch für das Grab des Propheten Jesaja gibt es verschiedene Traditionen: Eine besagt, es liege im iranischen Isfahan, eine andere benennt das Tal Nachal Dischon in der Region Galiläa, eine dritte sieht es auf der Silwan-Seite des Kidrontals südlich der Davidsstadt.

Das Grab des Propheten Hosea liegt laut jüdischer Tradition auf dem jüdischen Friedhof in Safed im Norden Israels. Der Rabbiner Emil G. Hirsch und der Theologe Karl Viktor Ryssel schrieben in der „Jewish Encylopedia“ wiederum, dass diese Tradition haltlos sei.

Von: Martina Blatt

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 1/2020 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

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Fri, 20 Mar 2020 11:00:00 +0100
<![CDATA[Vereinte Nationen ernennen neuen UNRWA-Chef]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/20/vereinte-nationen-ernennen-neuen-unrwa-chef/ Der Schweizer Philippe Lazzarini leitet in Zukunft das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA). UN-Generalsekretär António Guterres gab die Personalie am Mittwoch bekannt. Lazzarini ist seit 30 Jahren in Konfliktregionen tätig. Zuletzt war der 56-Jährige stellvertretender UN-Koordinator im Libanon. Lazzarini tritt die Nachfolge von Pierre Krähenbühl an, der ebenfalls aus der Schweiz stammt. Gegen Krähenbühl wurden im vergangenen Jahr Vorwürfe wegen Machtmissbrauchs laut; im November trat er von seinem Posten zurück.

Von: df

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Fri, 20 Mar 2020 10:32:00 +0100
<![CDATA[Dieb gibt wegen Coronavirus Beute zurück]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/19/dieb-gibt-wegen-coronavirus-beute-zurueck/ JERUSALEM (inn) – Vor 15 Jahren hatte ein unbekannter Täter eine Waffe gestohlen, die bei Ausgrabungen in Jerusalem gefunden wurde. Jetzt hat er die Ballistenkugel der Altertumsbehörde zurückgegeben. Laut der Tageszeitung „Ha'aretz“ ist er durch die Vorstellung eines drohenden Untergangs durch die Corona-Pandemie so aufgewühlt gewesen, dass er sich zu dem Schritt entschlossen hatte.

Er vermutete, dass durch das Coronavirus „das Ende der Welt nahe ist“. Seine Einsicht teilte der reumütige Dieb durch den Facebook-Post eines Mosche Manies mit. Dieser vermittelte die Rückkehr des Artefakts, ohne die Identität des Diebes preiszugeben.

In dem Facebook-Post ist zu lesen: „Es ging um zwei rebellische Jugendliche, die vor 15 Jahren auf dem Ausgrabungsgelände unterwegs waren. Dabei stießen sie auf die Ballistensteine, die auf Festungsanlagen katapultiert worden waren. Einer der Jungen nahm einen der Steine mit nach Hause.“

„Die Zeit war reif“

Laut „Ha'aretz“ hat ihn das Diebesgut in dieser Zeit nicht allzu sehr belastet. Als der Familienvater nun die Wohnung für das bevorstehende Passahfest herrichtete, stieß er auf die damalige Beute. Der Mittler Manies erklärt: „Gemeinsam mit dem apokalyptischen Gefühl, das das Coronavirus auslöste, fühlte er, die Zeit sei reif, sein Gewissen zu beruhigen. Er bat mich, ihm zu helfen, es an die israelische Behörde zurückzugeben.“

In Israel kommt es häufig zu Diebstählen solcher Artefakte. Einer der außergewöhnlicheren Fälle von Reue war die Rückkehr eines akribisch gravierten Kreidestein-Ossuars aus der Zeit des Zweiten Tempels. 2011 hatte ein Mann aus Tel Aviv das Artefakt zurückgegeben, das er „einige Zeit zuvor“ von einem arabischen Händler gekauft hatte. Die antike Schachtel bewahrte er bei sich zu Hause auf.

Von: jbw

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Thu, 19 Mar 2020 14:05:00 +0100
<![CDATA[Auszeichnung geht nach Israel und in die USA]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/03/19/auszeichnung-geht-nach-israel-und-in-die-usa/ Der Israeli Hillel Furstenberg von der Hebräischen Universität in Jerusalem erhält den diesjährigen Abelpreis. Mit diesem wird das Lebenswerk von Mathematikern geehrt. Furstenberg (84) teilt sich die Auszeichnung mit dem jüdischen US-Amerikaner Grigory Margulis (74) von der Yale Universität in New Haven. Die Mathematiker erhalten den Preis für ihre bahnbrechenden Forschungen auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der Abelpreis gilt als „Nobelpreis der Mathematik“. Er wird seit 2003 von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften vergeben und ist mit umgerechnet 700.000 Euro dotiert.

Von: dn

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Thu, 19 Mar 2020 13:29:00 +0100
<![CDATA[Bericht: Mossad bringt 100.000 Corona-Testsätze nach Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/19/bericht-mossad-bringt-100000-corona-testsaetze-nach-israel/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat Medienberichten zufolge in der Nacht zum Donnerstag etwa 100.000 Corona-Testsätze eingeflogen. In den kommenden Tagen will die Behörde insgesamt vier Millionen Testsätze nach Israel bringen.

Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu bestätigte den Bericht des Fernsehsenders „Kanal 12“. Dabei blieb aber offen, aus welchen Ländern das Material kommt und warum der Mossad involviert ist. Der stellvertretende Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Itamar Grotto, monierte zudem, dass diese Testsätze nicht den Bestandteil enthielten, der zur Zeit knapp ist: spezielle Wattetupfer, um Abstriche vorzunehmen.

Netanjahu hatte am Dienstag angekündigt, die Zahl der Tests stufenweise auf bis zu 5.000 pro Tag zu erhöhen. Dabei sagte er auch, seine persönlichen Beziehungen zu diversen Staatenlenkern einbringen zu wollen.

Aufruf an israelische Araber

Am Mittwoch traf sich Netanjahu mit führenden Ärzten aus dem arabischen Sektor. Wie bereits bezüglich der Gesamtbevölkerung kritisierte er, dass sich viele nicht an die Vorgaben hielten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Ich bitte um die Kooperationsgemeinschaft des gesamten arabischen Sektors“, sagte Netanjahu laut einer Mitteilung. „Ich bitte Sie um Ihrer selbst willen und für unsere gemeinsame Zukunft, halten Sie sich bitte streng an die Anweisungen.“

Mittlerweile sind in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstagmorgen 529 Infektionsfälle bekannt. Der Ansprung um fast 100 Fälle ist mit der größeren Verfügbarkeit von Tests zu erklären. Der Großteil der Infizierten zeigt leichte bis mittelschwere Symptome, bei sechs Israelis ist der Zustand ernst. Von den 529 haben sich zwölf bereits erholt. Am Donnerstagmorgen wurde die letzte Patientin aus dem Krankenhaus entlassen, die vom Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ kam.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin sprach unterdessen mit dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas. Rivlin sagte, Zusammenarbeit sei notwendig, um die Gesundheit sowohl von Israelis als auch von Palästinensern zu schützen. „Unsere Fähigkeit, in Krisen zusammenzuarbeiten, ist ein Zeugnis für unsere Fähigkeit, in Zukunft für unser aller Wohl zusammenzuarbeiten“, sagte Rivlin nach Angaben seines Büros. Abbas begrüßte laut einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA die israelische Initiative, die Bemühungen zur Eindämmug des Virus abzustimmen.

Sonderbestimmung für Schabbat

Die Pandemie wirkt sich in Israel auch auf das religiöse Leben aus. Der sefardische Oberrabbiner, Jitzchak Josef, urteilte am Mittwoch, dass Gläubige am Schabbat via Handy für die Behörden erreichbar bleiben müssen. Der tragende Gedanke bei der Sonderregelung ist „Pikuach Nefesch“, das „Achten auf die Seele“, zu dessen Zweck auch religiöse Regelungen ausgesetzt werden können. Normalerweise ist die Nutzung elektronischer Geräte am Schabbat nicht erlaubt.

Josef forderte zudem, dass Synagogen innerhalb von Krankenhäusern schließen. In den kleinen Gebetsräumen könnten Gläubige nicht die Vorgaben des Gesundheitsministeriums einhalten.

Um die wirtschaftlichen Folgen des Virus abzumildern, hat die israelische Zentralbank dem Bankensystem 15 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Sie schöpft dabei aus den Auslandsreserven, die sich auf 130 Milliarden US-Dollar belaufen.

Von: df

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Thu, 19 Mar 2020 13:24:00 +0100
<![CDATA[Heuschreckenschwärme im Nahen Osten erwartet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/03/19/heuschreckenschwaerme-im-nahen-osten-erwartet/ JERUSALEM (inn) – Am Horn von Afrika bilden sich aktuell riesige Heuschreckenschwärme, die in den kommenden Wochen in Richtung des Nahen Ostens ziehen und diesen voraussichtlich während des Passahfestes, das am 8. April beginnt, erreichen werden. Experten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), „Locusts Watch“, gehen jedoch davon aus, dass Israel verschont bleibt.

Bereits jetzt zerstören die Schwärme Ernten in Afrika – dabei würden sie noch weiterwachsen, erklärt der Bereichsleiter von „Locusts Watch“, Keith Cressman, auf der eigenen Webseite. Das sei „äußerst alarmierend“. Eine solche Heuschreckenplage habe es seit mehr als 30 Jahren nicht gegeben. Diese „beispiellose Bedrohung für die Ernährungssicherheit“ könnte durch die Corona-Pandemie noch vergrößert werden. Der Kampf gegen das Coronavirus binde wichtige Ressourcen und schränke die Reisefähigkeit ein. Dadurch könne eine angemessene und rechtzeitige Bekämpfung der Heuschreckenschwärme behindert werden, sagte Cressman gegenüber der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Zu den Ländern, die am stärksten betroffen sein dürften, gehören „Locusts Watch“ zufolge Kenia, Äthiopien, Somalia, Iran, Pakistan und der Sudan. Mit Hilfe der Analysen von Satellitenbildern, Wetterdaten und historischen Daten versuchen Wissenschaftler, die exakte Wanderung der Schwärme zu prognostizieren, um bestmögliche Strategien gegen die Heuschreckenschwärme zu entwickeln .

Von: mas

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Thu, 19 Mar 2020 13:09:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 19. März 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/03/19/nachrichten-vom-19-maerz-2020/ Thu, 19 Mar 2020 10:52:00 +0100 <![CDATA[Fliehkräfte im Anti-Netanjahu-Lager]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/18/fliehkraefte-im-anti-netanjahu-lager/ JERUSALEM (inn) – Als am Montag die Abgeordneten der neuen Knesset vereidigt wurden, war auch Iman Chatib dabei. „Mitchajewet ani“ – „Ich schwöre“, legte sie auf Hebräisch ihren Eid ab. Ein besonderer Moment. Denn mit Chatib, einer Araberin aus Galiläa, ist erstmals eine Kopftuchträgerin im israelischen Parlament vertreten. Sie ist über die arabische „Vereinigte Liste“ in die Knesset eingezogen. Die hatte bei den Wahlen Anfang März so stark abgeschnitten wie noch nie: 15 Parlamentarier entsendet sie nun in das Herz der Demokratie.

Unter Chatibs Kollegen ist auch Heba Jasbak. Die 34-Jährige gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern ihrer Partei. Vor den Wahlen hatte das Oberste Gericht darüber beraten, ob sie überhaupt antreten darf. Jasbak hatte in der Vergangenheit Terroristen zugejubelt. 2015 teilte sie auf Facebook einen Beitrag, in dem Samir Kuntar als „Held“ bezeichnet wurde. Kuntar hatte 1979 in Naharia einen Anschlag mit mehreren Toten verübt. Das Oberste Gericht entschied dennoch mit einer Stimme Mehrheit, Jasbak antreten zu lassen. Das ausschlaggebende Votum für die Araberin kam von Richterin Anat Baron, die selbst einen Sohn bei einem Terroranschlag verloren hat.

Levy-Abekasis trennt sich von ihrer Fraktion

In der neuen Knesset bilden die Araber die drittstärkste Fraktion und damit einen entscheidenden Faktor, mit dem vor allem der Herausforderer von Premier Benjamin Netanjahu, Benny Gantz, umgehen muss. Der Chef des blau-weißen Parteienbündnisses ist für eine Mehrheit jenseits der Netanjahu-treuen Parteien zwingend auf die Araber angewiesen. Die haben Gantz kürzlich überraschenderweise geschlossen als Premierminister empfohlen. Das setzt den ehemaligen Armeechef unter Druck, denn vor den Wahlen hatte er ausgeschlossen, mit den Arabern zu kooperieren. Nach der Wahl wird nun plötzlich innerhalb des blau-weißen Bündnisses ernsthaft über eine Minderheitenregierung unter Tolerierung der „Vereinigten Liste“ diskutiert – möglicherweise auch, um das Verhandlungsgewicht gegenüber Netanjahu zu erhöhen.

Doch in Gantz' eigenem Lager droht diese Situation gefährliche Fliehkräfte zu entfachen. Vor allem Abgeordnete der Telem-Fraktion des einstigen Likud-Verteidigungsministers Mosche Ja'alon innerhalb des blau-weißen Bündnisses üben Widerstand. Eine weitere Abgeordnete ist Gantz bereits von der Fahne gegangen: Orly Levy-Abekasis, Chefin der Gescher-Partei, hat sich im Wahlkampf mit zwei linken Parteien zusammengeschlossen. Die Fraktion von Arbeitspartei, Meretz und Gescher galt neben Blau-Weiß bisher als einzige feste Bank für Gantz. Doch weil der mit den Arabern liebäugelt, verweigerte Levy-Abekasis, Tochter des früheren Außenministers und Begin-Verbündeten David Levy, ihm die Zustimmung und empfahl ihn nicht beim Präsidenten. Sie will zukünftig als unabhängige Einzelabgeordnete in der Knesset sitzen.

Völlig unklar ist auch, wie Gantz die Araber an einen Tisch mit Avigdor Lieberman bringen will, der die „Vereinigte Liste“ in der Vergangenheit als „fünfte Kolonne“ bezeichnet hat. Und so steht weiterhin auch die Option einer lagerübergreifenden Einheits- oder „Notregierung“ von Likud und Blau-Weiß im Raum, über die zurzeit verhandelt wird. Diese Option war zwar bereits nach den vergangenen Wahlen gescheitert. Gantz hat eine Zusammenarbeit mit dem angeklagten Netanjahu mehrmals und mit Nachdruck ausgeschlossen. Nun könnte ihm aber das Coronavirus einen Chance bieten, dieses Versprechen zu brechen und dabei dennoch sein Gesicht zu wahren.

Die politische Schlacht tobt weiter – trotz Corona

Doch nach drei erbittert geführten Wahlkämpfen sind die Fronten mehr als verhärtet. Der politische Kampf geht trotz Corona weiter. Jair Lapid, Co-Chef des blau-weißen Bündnisses, setzte am Dienstag zu einer neuerlichen Attacke gegen Netanjahu und sein Lager an. Die scharfen Corona-Verordnungen würden von einer „illegitimen Regierung“ beschlossen. Israel sei keine Demokratie mehr. Er bezog sich damit auch auf Vorwürfe gegen Knesset-Sprecher Juli Edelstein (Likud), wonach dieser das Parlament bewusst lahmzulegen versuche. Medienberichten zufolge schaltete sich am Mittwoch sogar Staatspräsident Reuven Rivlin in die Kontroverse ein. Die Demokratie dürfe nicht beschädigt werden, sagte er demnach in einem Telefonat mit Edelstein.

Bereits am Montag hatte das blau-weiße Bündnis mehrere Gesetzesentwürfe auf den Weg gebracht, die unter anderem die Amtszeit eines Premiers auf höchstens acht Jahre beschränken wollen. Zudem soll verboten werden, einem angeklagten Knesset-Abgeordneten den Auftrag zur Regierungsbildung zu erteilen – Vorschläge, die eindeutig auf Netanjahu gemünzt sind.

Von: ser

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Wed, 18 Mar 2020 15:15:00 +0100
<![CDATA[Aschdod will mit Tel Aviv konkurrieren]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/03/18/aschdod-will-mit-tel-aviv-konkurrieren/ ASCHDOD (inn) – Die israelische Großstadt Aschdod möchte in Zukunft mehr von den immer neuen israelischen Touristenrekorden profitieren. Allein im Jahr 2019 kamen 4,5 Millionen Besucher nach Israel. Ihr Geld gaben sie größtenteils in Jerusalem und Tel Aviv aus. Aschdod will sich in Zukunft ein größeres Stück vom Kuchen sichern. Dafür sollen in den kommenden zehn Jahren 15 neue Hotels mit insgesamt 4.000 Zimmern gebaut werden. Hinzu kommen eine Kongresshalle und ein Wasserpark.

Derzeit stehen in der Hafenstadt nur zwei Hotels, die selbst noch ziemlich neu sind, und drei Motels. Insgesamt kommt Aschdod damit auf 400 Gästezimmer. Angesichts der 55.000 Räume in Israel ist das viel zu wenig, meint der Tourismus-Vorsitzende der Stadt, Ofer Deri. Gegenüber der Wirtschaftszeitung „Globes“ erklärt er, dass die meisten Besucher nur für einen Tag in die Stadt kommen. Deri will die Touristen mit den neuen Angeboten dazu bewegen, auch über Nacht in Aschdod einzukehren. Nach Tel Aviv fährt man von dort nur 40 Minuten, nach Jerusalem eine Stunde.

Zwei der neuen Hotels befinden sich bereits im Bau, eines davon gehört zur Hilton-Kette. Wegen seiner Nähe zum Meer gebe es dagegen Widerstand aus der Bevölkerung. Der ist aber aus Sicht des städtischen Tourismusbüros unbegründet. Laut Deri werden nur 1,5 Kilometer des 7,5 Kilometer langen Küstenstreifens bebaut.

Der Hauptgegner steht fest

Mit Jerusalem sei es aufgrund dessen großer historischen Komponente nicht realistisch, in einen Wettstreit zu treten, sagt Deri. Dem nördlichen Nachbarn Tel Aviv kündigt er jedoch eine Preisschlacht an: „Ich plane, mit Tel Aviv zu konkurrieren. Bei allem gebotenen Respekt vor Tel Aviv: Aschdod wird den Unterschied bei den Hotelpreisen nutzen, um Tel Aviv den Kampf anzusagen.“ Zugleich fordert Deri jedoch ein Umdenken beim Tourismus-Ministerium. Dieses verenge seine Werbestrategie zu stark auf Jerusalem und Tel Aviv: „Es hat ein Budget von hunderten Millionen Schekeln, um Israel zu bewerben, und es bewirbt nur zwei Städte.“

Die 250.000-Einwohner-Stadt Aschdod hat eine Jahrtausende alte Geschichte. Als Hochburg der Philister findet sie Erwähnung in der Bibel. Heute beherbergt die Stadt ein weltweit einzigartiges Museum über die Kultur der Philister. Das moderne Aschdod wurde 1956, nach der Staatsgründung Israels, ins Leben gerufen. Es ist bekannt für seine bunt zusammengewürfelte Einwohnerschaft. Ein Drittel der Aschdoder besteht aus Juden der ehemaligen Sowjetunion. Auch eine große Zahl marokkanischer, georgischer, äthiopischer, französischer und argentinischer Juden lebt dort. Entsprechend breit aufgestellt ist die Küche der Stadt. Besonders stolz sind die Aschdoder auf ihren Fisch. Die Stadt landet auf Ranglisten der schönsten israelischen Städte regelmäßig auf einem der vordersten Plätze.

Von: tk

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Wed, 18 Mar 2020 14:26:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu: „Seien Sie diszipliniert und verantwortungsvoll“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/18/netanjahu-seien-sie-diszipliniert-und-verantwortungsvoll/ JERUSALEM (inn) – Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu die Bevölkerung am Dienstag eindringlich dazu aufgerufen, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Zur Zeit handele es sich noch um eine Empfehlung, nicht um eine Anordnung; dies könne sich jedoch ändern. Israel befinde sich inmitten einer „gewaltigen Krise“, deren Höhepunkt noch nicht erreicht sei.

Netanjahu betonte, alle Maßnahmen, die die Regierung bislang ergriffen habe, würden nichts bringen, wenn sich die Israelis nicht an die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums halten. Viele hätten das Ausmaß der Krise noch nicht verstanden, etwa wenn sie zum Strand gehen oder auf den Straßen flanieren. „Ich bitte Sie, zeigen Sie Disziplin und Verantwortung.“

In seiner Ansprache informierte Netanjahu die Öffentlichkeit über weitere Maßnahmen der Regierung. Bereits am Dienstagmorgen war die umstrittene digitale Überwachung in Kraft getreten. Inzwischen ist eine Petition beim Obersten Gerichtshof eingegangen; die Richter müssen nun prüfen, ob dieser Schritt rechtens ist.

In einer weiteren Maßnahme der Regierung geht es darum, die Zahl der Tests auf 3.000 bis 5.000 pro Tag zu erhöhen. Gemessen an der Bevölkerungsgröße sei dies ein weltweiter Spitzenwert, sagte Netanjahu. Neben der heimischen Produktion würden weitere Testsätze importiert. Als weitere Maßnahmen bereiteten sich die Krankenhäuser verstärkt darauf vor, Corona-Patienten aufzunehmen.

Politiker infiziert

Inzwischen sind in Israel 427 Infektionsfälle registriert. Zu den bekannteren gehört Innenminister Arje Deri (Schass) und der Minister für regionale Zusammenarbeit, Zachi Hanegbi (Likud). Auch zwei Abgeordnete von Blau-Weiß, Ram Ben-Barak und Alon Schuster, sind infiziert. Die Politiker haben sich in Heimquarantäne begeben. Am Mittwochmorgen hieß es, dass alle 120 Knesset-Abgeordneten „sofort“ auf das Coronavirus getestet werden.

Am Dienstag teilte der israelische Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, mit, dass er ebenfalls infiziert sei. Bereits seit Freitag befinde er sich in Heimquarantäne, am Dienstag wurde er positiv getestet. Ihm gehe es jedoch „gut“, schrieb er auf Twitter. Auch sein Stellvertreter, der Gesandte Aaron Sagui, wurde positiv getestet. Die Botschaft bleibt laut einer Mitteilung „bis auf Weiteres“ geschlossen. Die Angestellten befinden sich in Heimquarantäne.

Teststation für Autoinsassen kommt nicht in Fahrt

Unterdessen versuchen israelische Behörden weiter, der Lage Herr zu werden. In Tel Aviv sollte am Mittwochmorgen eigentlich eine erste Durchfahrtsstation zum Test auf Infektionen eröffnen. Das Vorhaben zögert sich nun jedoch hinaus, da es zu wenig Testsätze gebe, berichtete Fernsehsender „Kanal 13“. Der Vorrat reicht demnach nur für einen Tag. Nachschub aus Krankenhäusern sei jedoch angefordert.

Stationen dieser Art sind auch in anderen Städten geplant. Damit sollen sich Menschen testen lassen können, die eine entsprechende Bescheinigung vom Arzt haben, ohne aus dem Auto auszusteigen.

Das Verteidigungsministerium hat am Dienstag angekündigt, dass die zentralen Veranstaltungen zum jährlichen Tag des Gedenkens an die Terror-Opfer und Gefallenen (Jom HaSikaron) ohne Publikum stattfinden werden. Stattdessen würden die Zeremonien per Livestream übertragen. Die sonst üblichen kleineren Veranstaltungen auf den Militärfriedhöfen des Landes sind abgesagt.

Der Gedenktag findet am 4. Tag des jüdischen Monats Ijar statt, in diesem Jahr beginnt er am Abend des 27. April. Er geht nahtlos in den fröhlichen Unabhängigkeitstag über. Inwiefern dieser Feiertag eingeschränkt wird, ist noch nicht bekannt.

Reisebeschränkung für Palästinenser

Auch in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde weiten die Behörden die Maßnahmen aus. Derzeit sind dort 41 Fälle bekannt. PA-Regierungschef Mohammed Schtaje verkündete am Dienstag eine Bewegungssperre: Ab Freitag dürfen die Palästinenser nicht mehr nach Israel, bis dahin können sie noch nötige Dinge regeln.

Im Gazastreifen sind noch keine Fälle bekannt. Die regierende Terror-Organisation Hamas will aber zwei Quarantänestationen aufbauen. Dort sollen auch Personen untersucht werden, die durch die Übergänge von Ägypten oder Israel in das Gebiet kommen.

Jordanien im Ernstfall

Inzwischen hat auch Jordanien die Einschränkungen verschärft. In dem Nachbarland Israels sind bei knapp zehn Millionen Einwohnern 35 Infektionsfälle bekannt. Am Dienstag aktivierte Premier Omar al-Rassas nach königlicher Erlaubnis das „Verteidigungsgesetz“, das der Regierung mehr Befugnisse erteilt. So ordnete Rassas die Schließung aller Organisationen und Einrichtungen an, deren Betrieb nicht notwendig ist. Reisen innerhalb des Landes sind nur noch für humanitäre Hilfsdienste, Medienvertreter oder wichtige Arbeitskräfte erlaubt. Armeeeinheiten sind laut der staatlichen Nachrichtenagentur „Petra“ in der Nähe größerer Städte stationiert, um die Einhaltung der Maßgaben zu überwachen.

Rassas betonte in einer Fernsehansprache, die Grundrechte der Bürger wie Meinungsfreiheit oder Eigentum seien nicht gefährdet. Allerdings werde die Regierung gegen die Verbreitung von Panik oder falscher Nachrichten über das Virus vorgehen.

Von: df

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Wed, 18 Mar 2020 13:15:00 +0100
<![CDATA[Jüdische Astronautin schickt Grüße aus dem All]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/03/18/juedische-astronautin-schickt-gruesse-aus-dem-all/ Der Anblick der Stadt Tel Aviv aus dem Weltraum hat die jüdische Astronautin Jessica Meir dazu veranlasst, über Twitter einen Gruß zu verbreiten. Sie schrieb: „Wenn ich auf die Stadt hinabblicke, in der mein Vater aufgewachsen ist, nehme ich mir einen seiner häufigsten Aussprüche zu Herzen: ,Auch dies wird vorübergehen‘. Kluge Worte, an die man sich erinnern sollte, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten.“

Von: dn

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Wed, 18 Mar 2020 12:42:00 +0100
<![CDATA[Ab jetzt wird jeder Israeli überwacht]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/03/17/ab-jetzt-wird-jeder-israeli-ueberwacht/ JERUSALEM (inn) – Im Kampf gegen das Coronavirus hat die israelische Regierung am Dienstagmorgen die flächendeckende Überwachung seiner Bevölkerung angeordnet. Die Notfallmaßnahme erlaubt es dem Inlandsgeheimdienst Schabak, den Standort jedes Israelis – in erster Linie über dessen Smartphone – zu erfassen und sein Bewegungsprofil aufzuzeichnen. Die Behörde kann so ermitteln, welchen Menschen sich ein Infizierter auf weniger als zwei Meter und für mehr als zehn Minuten genähert hat. Anhand der Informationen kann das Gesundheitsministerium diese dann in Quarantäne schicken.

Der Knesset-Abgeordnete und Leiter des Sicherheitsausschusses Gabi Aschkenasi vom Oppositionsbündnis Blau-Weiß bezeichnete die Maßnahme als „Griff nach Macht“. Anders als von Premier Benjamin Netanjahu versprochen, umging die Regierung mit der Entscheidung die Knesset. Zudem hatte Netanjahu angekündigt, die Überwachung auf 30 Tage zu begrenzen und die gesammelten Daten danach direkt zu löschen. Nun soll die Maßnahme so lange andauern, wie der Notstand in Kraft bleibt. Die Daten sollen erst 60 Tage nach dessen Ende gelöscht werden.

Wirtschaft gerät unter Druck

Am Sonntag hat sich der 80-jährige Staatspräsident Reuven Rivlin einem COVID-19-Test unterzogen. Es wurde keine Infektion festgestellt. Laut seinem Büro handelte es sich um eine reine Vorsichtmaßnahme. Kurz zuvor war auch Netanjahus Test negativ ausgefallen.

Die Tel Aviver Börse wurde am Montag für eine halbe Stunde geschlossen, nachdem der Index für die Top-35 der gehandelten Unternehmen um 8 Prozent eingebrochen war. Mit am stärksten betroffen war die Aktie der Hotelkette Fattal, die 29 Prozent verlor.

Am heutigen Dienstag teilte Verteidigungsminister Naftali Bennett mit, dass die Einreise von Arbeitskräften aus den palästinensisch verwalteten Gebieten stark eingeschränkt wird. Nur noch Menschen, die in „essentiellen“ Sektoren arbeiten, würden hereingelassen. Dazu gehören der Gesundheitssektor sowie Landwirtschaft und Baugewerbe. Weitere Entscheidungen würden von Fall zu Fall getroffen. Die Arbeiter dürfen jedoch nicht mehr hin- und herreisen, sondern müssen für ein bis zwei Monate in Israel bleiben. Die Arbeitgeber sind angewiesen, für Unterkünfte zu sorgen.

Auch Terror lahmgelegt?

Im Gazastreifen haben die Behörden am Montag den Besuch von öffentlichen Gebeten in Moscheen eingeschränkt. Die Richtlinie verbietet Grippepatienten und Menschen mit anderen Infektionskrankheiten sowie älteren Personen und Immunschwachen die Teilnahme. Es gehe darum, ihr Leben zu schützen und eine Ansteckung Dritter auszuschließen.

Unterdessen legt das Coronavirus in Israels Nachbarschaft wohl noch einen weiteren „Sektor“ lahm: Die israelischen Streitkräfte deuten an, dass der Iran seine terroristischen Aktivitäten stark zurückgefahren hat. Armeesprecher Hidai Silberman sagte am Montag: „Es gibt Länder, die diese Corona-Geschichte weit schlimmer getroffen hat als uns. Und eine Folge davon ist, dass ihre Aktivitäten sich verlangsamen.“ Der Iran ist unter den weltweit am stärksten betroffenen Ländern. Nach offiziellen Zahlen gibt es dort bisher knapp 15.000 Infizierte. Über 800 Iraner sind an dem Virus bereits gestorben.

Von: tk

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Tue, 17 Mar 2020 14:43:00 +0100
<![CDATA[Anklage gegen mehrere Soldaten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/03/17/anklage-gegen-mehrere-soldaten/ Die israelische Armee hat zusammen mit der Polizei und dem Inlandsgeheimdienst Schabak einen großen Waffenschmuggelring ausgehoben. In diesem Zusammenhang wurden 21 Personen verhaftet. Unter den Verdächtigen sind Soldaten, israelische Zivilisten sowie Palästinenser. Offenbar haben Armeeangehörige Waffenteile und Munition von ihren Militärbasen gestohlen und diese auf dem Schwarzmarkt sowie an Palästinenser im Westjordanland verkauft. Gegen die beteiligten Soldaten wurde bereits Anklage erhoben.

Von: dn

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Tue, 17 Mar 2020 14:41:00 +0100
<![CDATA[Prophetie – gesagt und getan?!]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/prophetie-gesagt-und-getan/ Wir sehen heute den modernen Staat Israel und die Einwanderungen von Juden aus aller Welt in dieses Land der Bibel. Ein Zufall in der Weltgeschichte? Die Staatsgründung auf UNO-Beschluss einfach ein günstiger Moment der Weltpolitik nach dem Ende des zweiten Weltkrieges? Oder doch die Erfüllung uralter Prophetenworte in unseren Tagen?

An dieser Stelle wird es spannend. Denn hier scheiden sich die Geister. Und zwar ganz grundsätzlich. Es geht um die Frage: Ist die Bibel Gottes Wort, Gottes Offenbarung – gesagt und aufgeschrieben von Menschen aus Fleisch und Blut auch mit Worten und Vorstellungen ihrer Zeit? Wobei Propheten im Blick auf die Zukunft oft vergleichend schreiben, weil ihnen genaue Begriffe fehlen. Welches Wort sollte der Prophet für ein Flugzeug, ein Auto oder einen Hubschrauber wählen? Im Magazin „Chrismon“ (12/2018) finden sich solche Gedanken im Zusammenhang mit der Geburt des Jesuskindes und der Sicht des Evangelisten Matthäus:

Ein eigenartiger Satz steht an dieser Stelle der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Matthäus. Das alles geschehe, damit sich ein Prophetenwort erfülle: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“, auf Deutsch: Gott mit uns (Matthäus 1,22f. mit Bezug auf Jesaja 7,14).

Da darf, da muss man stutzen. Kann es einen solchen Sprung über die Zeiten überhaupt geben, liegen doch Jahrhunderte – sechs bis sieben – zwischen der Lebenszeit der Propheten und der Geburt Jesu. Das müssen ja begabte Männer und Frauen sein, die so lange Zeit vor den Ereignissen wissen, was bevorsteht. Matthäus führt eine ganze Reihe solcher frühen Ankündigungen an: Was er über die Geburt Jesu und deren Umstände anführt, gilt ihm als Erfüllung alter Weissagungen.

Solch rückdatierte Prophetie ist auch heute sehr verbreitet. „Wir ahnten schon immer, dass dieses Kind einmal ein berühmter Mathematiker werden wird“, sagen Eltern.

Verheißungen werden Wirklichkeit!

Das ist Klartext genug mit der Kernaussage: Biblische Prophetie als Vorausschau über Jahrhunderte gibt es nicht. Niemand kann über lange Zeiten ankündigen, was in der Zukunft sein wird. Doch schauen wir ins Buch Hesekiel und in die Zeitung. Israel ist heute ein moderner Industriestaat mit einer Hightech-Branche von Weltniveau. Die landwirtschaftlichen Erfolge setzen Maßstäbe in der Nutzung der Wüsten mit einem Minimum an Wasserverbrauch. Die Tröpfchen-Bewässerung stammt aus Israel und der USB-Stick ebenfalls. Zufall oder sichtbar gewordene Verheißungen?

„Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen und will das Korn rufen und will es mehren und will keine Hungersnot über euch kommen lassen. Ich will die Früchte der Bäume und den Ertrag des Feldes mehren, dass euch die Völker nicht mehr verspotten, weil ihr hungern müsst.“ (Hesekiel 36,28ff.).

Biblische Prophetie spannt einen Bogen weit in die Zukunft, aus der Zeit des Propheten gesehen. Es gibt eine Erfüllung auf einer kurzen zeitlichen Linie oft noch in dessen Lebenszeit. Zugleich ist eine lange Line zu entdecken. Hesekiel kündete das Ende Babylons und einen Neuanfang für Israel an. Es geschah so. Und der Prophet verheißt eine Sammlung des Volkes aus allen Ländern, die noch gar nicht geschehen war. Erfüllt sich das gegenwärtig in der Rückkehr von Juden und dem Neuanfang im modernen Staat Israel? Viele Juden und Christen sehen darin ein Zeichen der Treue Gottes in seinem Wort und sagen: Ja!

Von: Egmond Prill

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 1/2020 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online.

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Tue, 17 Mar 2020 14:30:00 +0100