Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 20 Oct 2021 16:19:34 +0200 <![CDATA[„Missionare vom Wehrdienst ausschließen“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/20/missionare-vom-wehrdienst-ausschliessen/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee sollte missionarisch gesinnte Menschen, die an Jesus glauben, nicht zum Wehrdienst zulassen. Das fordert die jüdische Organisation „Yad L’Achim“ in einem Brief an Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß). Anlass ist ein Papier, das sich an messianische Juden beim Militär richtet.

Nach Einschätzung der Anti-Missions-Bewegung soll die Broschüre der Organisation „Natzor“ zwar Angehörigen der messianischen Bewegung helfen, ihren Glauben zu wahren. Doch sie trainiere die Wehrdienstleistenden auch darin, ihre Kameraden zum Glaubensübertritt zu bewegen. Denn gerade im Militärdienst seien Menschen häufig emotional verwundbar und deshalb leichter zu beeinflussen, heißt es in einer Mitteilung von „Yad L’Achim“. Demnach erfahren die messianischen Juden in dem Papier auch, welche missionarischen Argumente für Gespräche mit religiösen Soldaten einerseits und mit Säkularen andererseits nützlich sein könnten.

In dem Brief an Gantz schreibt „Yad L’Achim“, christliches Predigen in der Armee „steht in völligem Widerspruch zu den Anordnungen der Armee und der moralischen Logik“. Weiter heißt es: „Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte müssen eine harte Haltung gegen hemmungsloses Predigen in ihren Rängen mit dem Ziel der Konvertierung zum Christentum einnehmen. Es ist klar, dass kein Raum für missionarische Gottesdienstausübung ist, die die delikate Zusammensetzung der Armee verändern und der jüdischen Nation einen Dolchstoß versetzen will.“

In dem Zusammenhang verweist die Organisation auf den vor 26 Jahren ermordeten Regierungschef Jitzchak Rabin. Als Verteidigungsminister „entließ er den Missionar Richard (Arje) Sorku-Ram aus dem Reservedienst, der Christentum predigte“. „Yad l'Achim“ fährt fort: „Wir ersuchen Sie, den Militärdienst von Soldaten zu beenden, die tätig sind, um Juden zum Verlassen ihrer Religion zu bewegen. Außerdem sollten Sie keine Mitglieder der Sekte mehr rekrutieren, im Wissen, dass sie trainiert werden, zu ihren Kameraden zu predigen.“ Mit „Sekte“ meint die Organisation die messianischen Juden.

Foto: Soldat mit Neuem Testament erregt Aufsehen

Bereits am 8. Oktober hatte ein Foto, das die Bodentruppen der Armee auf Instagram veröffentlichten, die Gemüter erhitzt. Darauf ist ein Soldat zu sehen, der seinen Eid auf ein Neues Testament ablegt. Genauer gesagt handelt es sich um eine vollständige christliche Bibel in hebräischer Sprache. Auf dem Titel finden sich oben die Worte „Tora, Nevi'im, Ketuvim“. Das steht für „Tora, Propheten, Schriften“. Die Abkürzung „Tanach“ ist eine Bezeichnung für die Hebräische Bibel. Darunter steht „we-HaBrit HaChadascha“ – „und das Neue Testament“.

Die Bodentruppen verwendeten das Bild als Illustration für die Nachricht, dass zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder eine Vereidigung als Präsenzveranstaltung möglich war: „Erstmals seit dem Ausbruch des Coronavirus wurden am 21. August neue Rekruten der Bewaffneten Corps in einer traditionellen Zeremonie beim Monument der Bewaffneten Corps vereidigt!“

Laut der Nachrichtenseite „All Israel“ führte die Veröffentlichung zu einer „Explosion“ in den Sozialen Medien. Nutzer warfen der Armee vor, sie versuche, Rekruten zum Christentum zu bekehren. Viele Israelis reagierten verärgert, weil das Neue Testament im Verbund mit der Hebräischen Bibel erschien. Möglicherweise war ihnen nicht bewusst, dass für Christen das Alte und das Neue Testament Gottes Wort sind.

In der israelischen Armee dürfen Christen auf eine Bibel mit dem Neuen Testament schwören und Muslime auf einen Koran. Jüdische Soldaten verwenden bei der Vereidigung einen Tanach. Allerdings nehmen die Christen dafür meist eine arabische Bibel.

Auf dem Bild ist außerdem ein Logo von „Natzor“ zu sehen. Es deutet darauf hin, dass es sich bei dem Soldaten um einen messianischen Juden handelt, der Hebräisch spricht.

Die Armee teilte unterdessen mit, sie nehme Vorwürfe ernst, nach denen messianische Juden missionarische Schriften an Soldaten verteilten. „Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte sind ein Schmelztiegel der israelischen Gesellschaft. Daher ist es angemessen, sie vor missionarischen Aktivitäten zu schützen“, zitiert „All Israel“ aus der Stellungnahme. „Das Militäroberrabbinat arbeitet hart, um die Moral unserer Truppen zugunsten all unserer Soldaten zu stärken, aus allen Religionen. Die Realität, in der externe missionarische Kräfte versuchen, die Armee zu infiltrieren, ist seltsam und gefährlich.“

Rapper: Stolz auf jeden, der Israel beschützt

Zwei Tage nach der Veröffentlichung stellte der israelische Rapper Joav Eliasi das Foto ebenfalls online. Daneben platzierte er einen Soldaten mit einem Koran. Der Künstlername des rechtsgerichteten Aktivisten lautet „HaTzel“ (Der Schatten). Er schrieb dazu: „Ich habe gesehen, dass viele die Stirn runzelten wegen des Fotos von einem Soldaten, der seinen Eid auf das Neue Testament ablegt. Also hat die israelische Armee auch Christen. Das ist weder unheimlich noch seltsam. Jeder schwört auf das, was er glaubt.“

Der Rapper betonte: „Sie geloben, das Land Israel und das Volk Israel mit ihren Leben zu schützen. Christen und Aramäer schwören auf das Neue Testament, Muslime auf den Koran, Juden auf den Tanach. Ermutigt sie, deprimiert sie nicht! Die israelische Armee ist ein Schmelztiegel, und dies ist ein bewegendes Foto! Ich bin stolz auf jeden, der dieses Land beschützt.“

Dieser Beitrag erhielt mehr als 13.000 „Gefällt mir“-Angaben. Messianische Juden bemühten sich in Kommentaren, Verständnis für ihre Gruppierung zu wecken. Einer schrieb: „Ich bin jüdisch, israelisch – und ich glaube, dass Jeschua der jüdische Messias ist. Ich werde mich nicht wegen der Meinung einer Mehrheit umstimmen lassen.“

Von: eh

]]>
Wed, 20 Oct 2021 15:09:00 +0200
<![CDATA[Bennett trifft Botschafter der Emirate und Bahrains]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/20/bennett-trifft-botschafter-der-emirate-und-bahrains/ Der israelische Premierminister Naftali Bennett hat am Montag die Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains, Mohammed al-Chadscha und Chaled al-Dschalahma, in Jerusalem empfangen. Die beiden Männer sind die ersten Botschafter ihrer Länder in Israel, seit diese im Zuge der Abraham-Abkommen diplomatische Beziehungen zum jüdischen Staat aufgenommen haben. Al-Chadscha überreichte Bennett eine offizielle Einladung aus dem Königshaus zu einem Besuch in den Emiraten. Bennett betonte die Wichtigkeit guter Beziehungen für die Stabilität der gesamten Region.

Von: cs

]]>
Wed, 20 Oct 2021 15:01:00 +0200
<![CDATA[Israel erlaubt Registrierung von 4.000 Palästinensern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/20/israel-erlaubt-registrierung-von-4000-palaestinensern/ JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Israel hat angekündigt, eine Legalisierung des Aufenthaltsstatus von 4.000 Palästinensern im Westjordanland zuzulassen. Nach Angaben der israelischen Koordinierungsstelle für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) profitieren davon zwei unterschiedliche Gruppen. Zum einen handelt es sich um 2.800 Palästinenser, die vor 2007 aus dem Gazastreifen ins Westjordanland übergesiedelt sind. Bei ihnen wird die entsprechende Adressänderung genehmigt. Zum anderen geht es um 1.200 Menschen, die bisher gar nicht registriert waren und nun erstmals palästinensische Identitätskarten erhalten.

Der Vorsitzende der Kommission für zivile Angelegenheiten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Hussein al-Sheich, bestätigte, dass sein Gremium eine entsprechende Genehmigung erhalten habe. Bereits „heute“ würden 4.000 Namen bekanntgegeben, erklärte er am Dienstag. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA sollten die Betroffenen ab Mittwoch die Möglichkeit haben, die Bestätigung entgegenzunehmen, um dann einen palästinensischen Identitätsausweis zu beantragen. Medienberichten zufolge ist es die erste größere Registrierungsaktion dieser Art seit 2009.

Gantz: Leben der Palästinenser verbessern

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) sprach am Dienstag von einer „humanitären“ Aktion. Die betroffenen Einwohner lebten seit vielen Jahren in Judäa und Samaria. Die Maßnahme sei „Teil meiner Politik, die Wirtschaft zu stärken und das Leben der Palästinenser in Judäa und Samaria zu verbessern“. Bereits Ende August hatte Gantz PA-Präsident Mahmud Abbas (Fatah) getroffen. Danach gab er einen 500 Schekel schweren Kredit für die Autonomiebehörde bekannt. Anfang Oktober trafen Minister der linken Meretz-Partei mit Abbas zusammen.

Die Frage des Aufenthaltsstatus für Palästinenser im Westjordanland ist immer wieder ein zentraler Ansatzpunkt für Kritik an der israelischen Politik. Die zionismuskritische internationale Organisation „Human Rights Watch“ etwa machte dies im April zu einem Aspekt ihres Berichts, in dem sie Israel „Apartheid“ vorwirft. Darin beklagt sie, dass Israel zahlreichen Palästinensern die Registrierung verweigere, die sich eine Zeit lang außerhalb des Westjordanlands aufgehalten hätten beziehungsweise aus Gaza kämen. Letztere müssten etwa fürchten, wieder in die Küstenenklave abgeschoben zu werden.

Kritik von links und rechts

Der Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika im deutschen Auswärtigen Amt, Christian Buck, teilte am Dienstag mit, die israelische Ankündigung sei „eine wichtige Entwicklung und ein weiterer positiver Schritt, um Vertrauen aufzubauen und Kooperation zwischen Israelis und Palästinensern herzustellen“. Die Direktorin der linken israelischen Organisation HaMoked, Jesicca Montell, gestand zwar zu, dass es sich für die 4.000 Menschen um eine „lebensverändernde“ Geste handle, wies aber auf „zehntausende“ weitere Menschen hin, die immer noch unregistriert seien.

In Israel meldeten sich indes Kritiker aus der Opposition zu Wort, die die Maßnahme für zu weitgehend halten: Juli Edelstein aus der Likud-Partei von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu rief die Rechte dazu auf, den „Amoklauf der Linken“ zu stoppen. Bezalel Smotritsch von der weiter rechts stehenden Partei „Religiöser Zionismus“ sprach von „zehn weiteren Grad in Richtung der postzionistischen Ära“. Die Regierung von Premierminister Naftali Bennett (Jamina) sei „gefährlich für die Zukunft des Staates Israel“.

Von: ser

]]>
Wed, 20 Oct 2021 14:59:00 +0200
<![CDATA[Biden schlechter für Israel als Trump]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/20/biden-schlechter-fuer-israel-als-trump/ Laut einer Umfrage meinen 53 Prozent der Israelis, US-Präsident Joe Biden sei schlechter für Israel als Donald Trump. Die Stimmung spiegelt sich auch in anderen Antworten wider. So wurden die USA-Israel-Beziehungen in diesem Jahr auf einer Skala von 1 bis 10 mit 6,46 bewertet, und 35 Prozent betrachteten die Beziehungen als gut. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Im vergangenen Jahr erreichte die Bewertung noch 8,05 auf der Skala, und 67 Prozent der Befragten stuften die Beziehungen als gut ein. Neben den USA zählten die Israelis Russland und Deutschland zu den wichtigsten Partnern.

Von: mls

]]>
Wed, 20 Oct 2021 13:52:00 +0200
<![CDATA[Taucher findet Kreuzfahrerschwert vor Israels Küste]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/10/20/taucher-findet-kreuzfahrerschwert-vor-israels-kueste/ HAIFA (inn) – Ein Taucher hat vor der israelischen Küste ein 900 Jahre altes Schwert aus der Zeit der Kreuzritter entdeckt. Außerdem fand er mehrere andere Artefakte, teilte die Israelische Altertumsbehörde (IAA) mit. Er war nur mit einem Schnorchel ausgestattet. Gezeitenströmungen hatten den Sand verschoben und antike Anker, Töpferwaren und vor allem das beeindruckende Schwert freigelegt.

Der Taucher, Schlomi Katzin, stammt aus der nordisraelischen Stadt Atlit südlich von Haifa. Er nahm das Schwert mit an Land, weil er befürchtete, dass es gestohlen oder unter der nachfolgenden Verschiebung des Meeresbodens begraben werden könnte. Der Taucher kontaktierte daraufhin Nir Distelfeld, einen Inspektor der Abteilung für Raubprävention der Altertumsbehörde für den nördlichen Bezirk. Dort meldete er den Fund.

Bei der Übergabe des Schwertes an die Abteilung für Nationale Schätze erhielt Katzin eine Anerkennungsurkunde für gute Bürgerschaft, schreibt die IAA in ihrer Erklärung. „Das Schwert, das in perfektem Zustand erhalten ist, ist ein schöner und seltener Fund“, äußerte sich Distelfeld. Es hat eine mehr als 1 Meter lange Klinge.

Der Inspektor sagte in einem Rundfunkinterview, dass die Funde zusätzlich den Beweis dafür liefern, dass Atlit den Kreuzfahrern als Hafen diente. Das war bisher nicht bekannt.

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Wed, 20 Oct 2021 08:48:00 +0200
<![CDATA[Schwedische Außenministerin besucht Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/19/schwedische-aussenministerin-besucht-israel/ JERUSALEM (inn) – Israels Staatspräsident Jitzchak Herzog hat der schwedischen Außenministerin Ann Linde (Sozialdemokraktische Arbeiterpartei Schwedens) für die Ausrichtung der internationalen Holocaust-Konferenz in Malmö gedankt. Am Montag empfing er sie in Jerusalem. Herzog hatte auf der Konferenz per Videozuschaltung eine Rede gehalten.

Es war der erste Besuch eines schwedischen Chefdiplomaten in Israel seit mehr als einem Jahrzehnt. Anlass für die Eiszeit in den Beziehungen war unter anderem die schwedische Anerkennung des „Staates Palästina“ im Jahr 2014. Ein besonders scharfer Kritiker dieses Schrittes war der damalige Außenminister und heutige Finanzminister Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu). So sagte etwa Lindes Amtsvorgängerin Margot Wallström (Sozialdemokraktische Arbeiterpartei Schwedens) einen für 2015 geplanten Besuch in Israel ab, weil Lieberman ihn aus Protest boykottieren wollte.

Ein persönliches Geschenk aus dem Nationalarchiv

Linde traf am Montag auch den israelischen Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) – und überraschte ihn mit einem besonderen Mitbringsel aus dem schwedischen Nationalarchiv. Dort wurde eine Auflistung der Schutzpässe entdeckt, die der Diplomat Raoul Wallenberg während des Zweiten Weltkrieges an Zehntausende Juden in Ungarn ausstellte. Auf den mit Schreibmaschine beschriebenen Blättern finden sich auch die Namen zweier Angehöriger des israelischen Ministers: seines Vaters Josef „Tommy“ Lampel (später Lapid) und seiner Großmutter Katharina Lampel. Die Pässe retteten den beiden Juden das Leben.

Lapid nahm das Geschenk laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ zu Tränen gerührt entgegen: „Das ist unglaublich. Ist es in Ordnung, wenn ich Sie umarme? Wow.“ Er werde die Liste in Ruhe seiner Mutter zeigen – und sie danach in seinem Büro verwahren.

„Ohne einen mutigen schwedischen Diplomaten würde ich nicht hier stehen“

Wenig später ging Lapid auf der Pressekonferenz nochmals auf seine Familiengeschichte ein: „In meinem Elternhaus gibt es eine hölzerne Schachtel, wo mein verstorbener Vater ein paar Erinnerungsstücke aufbewahrte, die den Holocaust überdauert haben.“ Dazu gehörten ein gelben Stoffetzen mit dem Buchstaben J für „Jude” sowie Fotos und Briefe. „Und es gibt einen ‚Wallenberg-Pass‘, ein Dokument voller Siegel und Unterschriften, die verhehlen sollten, dass Raoul Wallenberg praktisch keine Autorität hatte, es meinem Vater auszustellen. Aber er tat es. Er gab meinem Vater und meiner Großmutter die schwedische Immunität, nahm sie unter seine Fittiche und rettete ihre Leben. Ohne einen mutigen schwedischen Diplomaten, Frau Außenministerin, würde ich heute nicht hier stehen.“

Der israelische Außenminister ergänzte, zwischen den beiden Ländern bestehe eine lange Freundschaft. Es habe aber auch Auseinandersetzungen gegeben. „In den vergangenen Jahren haben diese Auseinandersetzungen dazu geführt, dass wir auseinanderdrifteten. Heute ändern wir das.“ Schweden sei gegenüber Israels Sicherheit verpflichtet und unterstütze das Recht der Juden auf einen eigenen Staat in ihrer historischen Heimstätte. Dies habe Linde erst vorige Woche bei der Holocaust-Konferenz in Malmö bekräftigt.

Weiterreise nach „Palästina“

Von Jerusalem reiste die schwedische Außenministerin weiter ins Westjordanland – und bekräftigte auf Twitter die offizielle Haltung ihrer Regierung: „Eben in Palästina eingetroffen. Bin erfreut über meinen ersten Besuch in Palästina als Außenministerin.“ Sie freue sich auf die Begegnungen mit Außenminister Riad al-Maliki, Präsident Mahmud Abbas und Premierminister Mohammed Schtaje (alle drei Fatah).

Von: eh

]]>
Tue, 19 Oct 2021 15:07:00 +0200
<![CDATA[Kommandeur von Deir Jassin gestorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/19/kommandeur-von-deir-jassin-gestorben/ Ben-Zion Cohen war im israelischen Unabhängigkeitskrieg mitverantwortlich für die umstrittene Einnahme des arabischen Dorfes Deir Jassin. Am Samstag ist er im Alter von 94 Jahren gestorben. Als Kommandeur der paramilitärischen zionistischen Untergrundorganisation „Irgun“ befehligte Cohen eine der Truppen, die am 9. April 1948 mehr als 100 Dorfbewohner töteten, darunter viele Zivilisten. Er hatte seine Soldaten angewiesen, Granaten in Wohnhäuser zu werfen, und dabei den Tod von Frauen und Kindern in Kauf genommen. Die Palästinenser verwenden in Bezug auf Deir Jassin den Begriff „Massaker“.

Von: cs

]]>
Tue, 19 Oct 2021 14:03:00 +0200
<![CDATA[Nicht mit Romanen Politik beeinflussen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/10/19/nicht-mit-romanen-politik-beeinflussen/ Politiker und Schriftsteller – diese beiden Berufe sind kaum miteinander vereinbar. Darüber waren sich zumindest zwei Teilnehmer einer Gesprächsrunde am Sonntagabend einig: die israelischen Autoren Yishai Sarid und Odeh Bischarat.

Die Dritte im Bunde, Emilie Moatti, wäre möglicherweise anderer Ansicht gewesen. Sie sitzt seit März für die Avoda (Arbeitspartei) in der Knesset, hat aber auch schon einen vom Bildungsministerium ausgezeichneten Roman veröffentlicht und für die Tageszeitung „Ha'aretz“ geschrieben. Doch sie befand sich auf dem Weg nach Sderot zu einem Filmfestival, war nur im ersten Teil der Videokonferenz ab und zu dabei, dann verschwand ihr Bild wieder vom Bildschirm. Zuletzt verabschiedete sich die 41-Jährige mit der Mitteilung, dass sie nun zu einem Empfang müsse.

Das Thema der Videokonferenz lautete: „Writing on Politics“ (Über Politik schreiben). Anlass war die bevorstehende Frankfurter Buchmesse, die am Mittwoch beginnt. Zugeschaltet waren Teilnehmer unter anderem aus Deutschland, Portugal, Spanien, den USA und Brasilien.

Politiker mehr in Öffentlichkeit als Autoren

Sarid kennt fast nur Beispiele von Schriftstellern, die mit dem Schreiben aufhörten, als sie in die Politik gingen. Denn Politik sei sehr fordernd, sie verlange eine Maske. Zudem könne ein Autor ein paar Jahre in Ruhe an einem Buch arbeiten, dann trete er vorübergehend in die Öffentlichkeit. Politiker hingegen könnten sich der Öffentlichkeit kaum entziehen, beobachtet der 56-Jährige.

Der Schriftsteller selbst ist Sohn des 2015 verstorbenen Meretz-Politikers Jossi Sarid, der unter dem vor 26 Jahren ermordeten Premier Jitzchak Rabin Umweltminister war. In dem Videogespräch sagte er, wer in Israel lebe, könne immer von Politik berührt werden. Doch Autoren schrieben aus ihrem Herzen heraus – und nicht, um Politik zu beeinflussen. Bischarat ging noch weiter: Wenn er wolle, dass sein Roman Einfluss ausübt, werde dieser albern und gehe nicht in die Tiefe. Für politischen Einfluss habe er habe er seine Kolumne bei „Ha'aretz“.

Die Literatur hat aus Bischarats Sicht vielmehr die sehr wichtige Aufgabe, die Menschen zusammenzubringen. Wenn ein Jude sein fiktionales Werk lese, könne er erkennen: In der arabischen Gesellschaft gibt es dieselben Charaktere wie bei Juden. Die Familie des 63-jährigen Arabers wurde im israelischen Unabhängigkeitskrieg, der 1949 endete, aus der zerstörten Ortschaft Ma'alul bei Nazareth vertrieben.

„Hoffnung auf Frieden schwindet“

Sarids neuestes Buch trägt den Titel „Menazachat“ (Siegerin). Es handelt von einer Psychologin und ihrer Karriere bei der israelischen Armee. Als ihr Sohn seinen Wehrdienst bei einer Kampfeinheit antreten soll, kommt sie ins Nachdenken über ihre bisherige Einstellung zum Militär. Der Friedensprozess breche zusammen, sagte Sarid auch im Hinblick auf seinen Vater, der am Oslo-Prozess beteiligt war und „gebrochenen Herzens“ gestorben sei. Die Hoffnung verschwinde, und dieses Gefühl habe den Weg in seine Bücher gefunden.

Der Wehrdienst begleite einen Israeli den Rest des Lebens, ergänzte Sarid. Seine Protagonistin wolle alles tun wie die Männer, wolle auch an der Front sein. Der israelische Feminismus gehe derzeit in diese Richtung. Frauen sagten: „Wir können alles tun, was Männer tun – auch den Feind töten in Kampfeinheiten.“ In dieser Hinsicht seien Frauen nicht pazifistischer.

Alternative Themen zum Konflikt finden

Bischarats Romane zeigen nach seiner eigenen Aussage das komplexe Leben in Israel. Leser sollten fühlen, was er gegenüber seinem Volk empfinde. Die Araber in Israel machten nur 20 Prozent der Bevölkerung aus. Aber sie seien mächtig, als Ärzte und in anderen wichtigen Posititionen. Nach der großen Tragödie der Nakba, also der Vertreibung nach der israelischen Staatsgründung, und anderen Katastrophen hätten die Araber die Kraft gehabt, wieder aufzustehen.

Palästinensische Autoren schrieben nur über den Konflikt mit den Israelis, und wie Araber litten, merkte Bischarat an. „Und sie haben recht.“ Aber man sollte nicht dabei verweilen. Araber hätten auch gesellschaftliche Probleme, die nichts mit der hebräischen „Parascha“ zu tun hätten – „nicht nur, dass israelische Regierung uns diskriminiert“. Hier verwendete er im englischen Gespräch das hebräische Wort, das für den wöchentlichen Tora-Abschnitt steht, aber auch schlicht „Angelegenheit“ bedeuten kann.

Das aktuelle Buch „Donia“ schildert drei Generationen einer arabischen Familie in Israel. Jede Generation leidet auf ihre Weise unter den Folgen der Vertreibung nach dem Unabhängigkeitskrieg. Donia ist eine Araberin, die eines Tages verschwindet. Ihr Name ist das arabische Wort für „Welt“. Das Buch berühre alle Seiten des Lebens. Vielen Leuten gefalle es, sie wollten über ihre Probleme sprechen, sagte der Autor.

Seine Bücher schreibt Bischarat auf Arabisch, also in seiner Muttersprache. Hebräisch bezeichnete er als „Cousinsprache“. Es sei eine schöne Sprache, in der er Zeitungsartikel verfasse. Die Bücher würden von Freunden oder auch ihm selbst ins Hebräische übersetzt. Beide Autoren waren sich einig, dass sie keine Sprache boykottieren würden – auch wenn sie in einem Land gesprochen wird, mit dessen Politik sie nicht einverstanden sind. Damit kritisierten sie die Forderung der irischen Schriftstellerin Sally Rooney, ihre Bücher nichtvon einem israelischen Verlag ins Hebräische übersetzen zu lassen.

Ärgerliche Reaktion auf Äußerung zu arabischen Terroristen

Emotional wurde das Gespräch, als Sarid auf Ursachen für den stockenden Friedensprozess zu sprechen kam: Auch jüdische, aber viele arabische Terroristen seien daran schuld. Palästinenser hätten, getrieben von extremen Religiösen, Busse in die Luft gesprengt und erste Anfänge des Friedens zerstört. Es sei falsch, die gesamte Gesellschaft zu beschuldigen, sagte er wieder mit Blick auf Rooney.

Bischarat gab ihm recht, reagierte aber ärgerlich: Die Wurzel des Übels sei die Besatzung, echauffierte er sich. Sie sei die Giftpflanze, die den Frieden zerstöre. Sarid erwiderte, er lebe in einer Demokratie und könne als Israeli seine Meinung äußern. Dies sei Palästinensern in den besetzten Gebieten nicht möglich. Der Konflikt habe nicht 1967 mit dem Sechs-Tage-Krieg begonnen, sondern 1948. Er sei bereit fürs Gespräch mit jemandem, der das Recht von Juden respektiert, in ihrem Staat zu leben – und sage: „Wir wollen auch irgendwo leben.“ Aber wenn jemand sage: „Ihr Juden habt kein Recht darauf, hier zu leben“, dann habe er ein Problem damit.

Hier schritt Moderator Felix Zeltner vom Veranstalter „The Hof“ ein und lenkte das Gespräch wieder auf das Buch des Arabers. Die Diskussion blieb friedlich. Im Schlusswort sollten sich die Autoren vor allem an die junge Generation wenden. Bischarat riet jungen Menschen dazu, dass die Besten von ihnen in die Politik gehen sollten. Sarid regte an, nicht in der Vergangenheit festzustecken, sondern in die Zukunft zu blicken. „Überlasst die Geschichte den Geschichtsbüchern“, beendete er seinen Aufruf.

Von: eh

]]>
Tue, 19 Oct 2021 11:47:00 +0200
<![CDATA[Zwischen Israel und China: Haifas neues Hafenterminal]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/10/19/zwischen-israel-und-china-haifas-neues-hafenterminal/ Die langgezogene Bucht von Haifa ist ein natürlicher Tiefwasserhafen mit bis zu 12,5 Metern Fahrrinnentiefe. So wie dieser Hafen unter den Kreuzfahrern ab dem 12. Jahrhundert eine Blüte erlebte, erging es ihm in der Zeit des vorstaatlichen Israels. Nachdem die Briten den ausgebauten Hafen 1933 in Betrieb nahmen, ging es stetig aufwärts. Es trafen immer mehr Passagierschiffe ein, das Export- und Importvolumen stieg, Industriebetriebe ließen sich nieder und auch die Stadt Haifa wuchs.

Noch für die Mitte des vorigen Jahrzehnts galt, dass im Haifaer Hafen etwas über 1.000 Arbeiter beschäftigt sind, jährlich in Spitzenzeiten 200.000 Passagiere abgefertigt, rund 1,5 Millionen Container und insgesamt 29,5 Millionen Tonnen Güter bewältigt werden. Doch auch das ist inzwischen Geschichte.

Ein Tiefwasserhafen im tiefen Wandel

Anfang September 2021 beging Israel einen feierlichen Akt, den Jitzchak Blumental, Geschäftsführer der staatlichen Firma Israel Ports Company, als „Beginn der Revolutionierung der Wirtschaft des Landes“ bezeichnete. Verkehrsministerin Merav Michaeli (Arbeitspartei) meinte: „Israel lässt sich auf ein neues Abenteuer ein.“

Dieses Abenteuer begann 2015, als der Zuschlag der Ausschreibung für den Betrieb der neuen Hafenanlagen an die staatlich-chinesische Firma Shanghai International Port Group ging. Zwar verzögerte sich die Bauphase, die satte 1,5 Milliarden Euro verschlang. Doch seit einigen Wochen lenkt im ersten von zwei Terminalteilen tatsächlich dieser chinesische Betreiber die Geschicke; und dies für nicht weniger als 25 Jahre.

Dank fortschrittlicher Infrastruktur und Technologie können hier Schiffgiganten nicht nur in Empfang genommen, sondern ihre 18.000 und mehr Container sogar in Rekordzeit gelöscht werden. Wegen mangelnder Kapazitäten kam es bislang selbst bei viel kleineren Ladungen immer wieder zu Verzögerungen, die die israelische Wirtschaft monatlich rund 190 Millionen Euro kosteten. Das bescherte Israels Verbrauchern deftige Aufschläge auf ohnehin hohe Produktpreise. Das neue Terminal bringt es auf eine jährliche Kapazität von 800.000 Containern, die innerhalb eines Jahres verdoppelt werden soll. Das schafft noch mehr Arbeitsplätze und steigert das Handelsvolumen um zirka 400 Millionen Euro.

Natürlich wird die chinesische Betreiberfirma Waren aus aller Welt abwickeln, obschon Israel vor allem auch auf mehr Handel mit seinen Partnern der Abraham-Abkommen hofft. Wenngleich Experten das durchaus begrüßen, so schürt der Betrieb des Haifaer Hafenterminals durch eine staatliche Firma des aufstrebenden Chinas dennoch vielfältige Bedenken.

China in Israel

Für Israel ist China ein wichtiger Handelspartner geworden. Das bilaterale Handelsvolumen stieg von 43,1 Millionen Euro zu Beginn der 1990er Jahre auf 11,3 Milliarden Euro im Jahr 2017 an. Noch bedeutsamer sind die Investitionen im Land. Chinesische Konzerne, ob in staatlicher oder privater Hand, kaufen sich vermehrt in israelische Firmen ein, wie 2015 im Fall des 1926 gegründeten Lebensmittelkonzerns Tnuva.

Doch chinesische Konzerne übernehmen auch israelische Traditionsfirmen, darunter der Kosmetikkonzern Ahava. Israelische Firmenneugründungen haben sie ebenso im Visier wie Risikoinvestitionen und den Aufbau von Forschungs- und Entwicklungszentren. Wenn Chinesen 2014 gerade einmal für 258 Millionen Euro Investitionen in Israel tätigten, waren es 2015 bereits 1,7 Milliarden, eine Summe, die schon das Folgejahr 2016 mit 14,2 Milliarden Euro weit in den Schatten stellte.

Strategische Bedenken

Doch auf China trifft man ebenfalls in einem anderen israelischen Bereich: Großbauprojekte, darunter Infrastrukturen wie das Straßentunnelprojekt bei Haifa, der Bau der Bahntrasse Tel Aviv-Jerusalem und der Tel Aviver Straßenbahn, aber auch der Ausbau des Hafens Aschdod. Während Israelis beim Verkauf von 56 Prozent der Tnuva-Aktien an zwei chinesische Firmen das Gefühl hatten, ausverkauft zu werden, warnte Ex-Mossad-Chef Efraim Halevy bereits 2013 wegen ganz anderer Begleiterscheinungen vor chinesischen Investitionen in israelische Infrastrukturprojekte: „Wenn China das israelische Schienennetzwerk nicht nur baut, sondern betreibt, so werden die USA das nicht verstehen.“

Genau das geschah, als Israel der Shanghaier Firma den Zuschlag für den Betrieb des Hafenterminals Haifa gewährte. Die USA waren schlichtweg entsetzt darüber, dass eine Firma des chinesischen Regimes nahe ihrer in Haifa stationierten 6. Flotte agieren soll. Auch israelische Experten begehrten auf, da sich in unmittelbarer Nähe nicht nur bedeutsame Industrieanlagen befinden, sondern auch israelische Militäranlagen, darunter die strategisch besonders wichtigen U-Boote.

Spätes Wachwerden

Angesichts der zunehmenden chinesischen Präsenz und der immer eindringlicheren Warnungen von Experten wie Politikern, dachte Israel 2019 über einen interministeriellen Kontrollmechanismus nach. Obwohl es zunächst beim Nachdenken blieb, führte die Endphase einer anderen Ausschreibung vor Augen, dass sich in Israel ein Haltungswandel zu vollziehen scheint.

Im Frühjahr 2020 zeichnete sich ab, dass die Hongkonger Firma Hutchison Whampoa den Zuschlag für Bau und Betrieb der größten Meerwasserentsalzungsanlage der Welt an Israels südlicher Mittelmeerküste ergattern könnte. Die Firma untersteht Li Ka-Shing, der seit 2019 zu den 30 Reichsten der Welt zählt und beste Kontakte zum chinesischen Regime pflegt. Eine Meerwasserentsalzungsanlage hört sich in politisch-strategischen Dimensionen zunächst nicht dramatisch an. Doch angesichts der Tatsache, dass Israel nicht mit Niederschlägen gesegnet ist und bei stetig wachsender Bevölkerung auf überschaubare Süßwasserreserven blickt, kommt einer chinesischen Beteiligung vor allem im Hinblick auf eine Betriebsoption eine enorme geopolitische Bedeutung zu.

Davor warnte auf das Eindringlichste US-Außenminister Mike Pompeo Mitte Mai 2020, als er trotz rollender Covid-Pandemie nach Israel reiste. Erneut spielten militärische Aspekte eine Rolle, die die USA mehr umzutreiben schienen als Israel. In unmittelbarer Nähe der geplanten Anlage befindet sich der israelische Luftwaffenstützpunkt Palmachim, der auch von US-Streitkräften genutzt wird. Nicht minder wichtig: Um die Ecke liegt das Atomforschungszentrum Nahal Sorek.

Letztlich sprach Israel Bau und Betrieb der Meerwasserentsalzungsanlage zwei israelischen Firmen zu. Bezüglich des neuen Hafenterminals Haifa mag das Land an wirtschaftlicher Front zweifelsohne gewinnen, könnte aber wegen dieses „Abenteuers“ mit Leichtigkeit auch Verluste zu beklagen haben; im Verlauf eines Vierteljahrhunderts, so weiß das gerade erst im 74. Jahr bestehende Israel, kann schließlich viel passieren.

Von: Antje C. Naujoks

Antje C. Naujoks studierte Politologie an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Die freischaffende Übersetzerin lebt seit fast 35 Jahren in Israel, davon ein Jahrzehnt in Be‘er Scheva.

]]>
Tue, 19 Oct 2021 11:30:00 +0200
<![CDATA[Deutscher und israelischer Luftwaffenchef erhalten Auszeichnungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/19/deutscher-und-israelischer-luftwaffenchef-erhalten-auszeichnungen/ Der israelische Luftwaffenchef Amikam Norkin hat das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik erhalten. Die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, überreichte ihm die Auszeichnung am Dienstag im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bei der Zeremonie erhielt auch der deutsche Luftwaffenchef Ingo Gerhartz eine Medaille der Anerkennung aus den Händen des israelischen Armeechefs Aviv Kochavi. Kochavi dankte Gerhartz für die Zusammenarbeit. Die deutsche Luftwaffe nimmt derzeit in Israel an der internationalen Übung „Blue Flag“ teil.

Von: df

]]>
Tue, 19 Oct 2021 10:41:00 +0200
<![CDATA[Israelnetz Magazin befasst sich mit Folgen der Klimaveränderung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/10/19/israelnetz-magazin-befasst-sich-mit-folgen-der-klimaveraenderung/ Die Klimaveränderungen dürften Israel in den kommenden Jahrzehnten zu schaffen machen. Welche Auswirkungen sie bereits jetzt auf die Temperaturen haben und wie die Israelis damit umgehen, schildern wir in der neuen Ausgabe 5/2021 des Israelnetz Magazins. Zudem befassen wir uns mit neuen Vorwürfen der „Apartheid“ gegen den jüdischen Staat. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441/5667700, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gern senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

Von: inn

]]>
Tue, 19 Oct 2021 10:39:00 +0200
<![CDATA[Beförderungssperre gegen Major verhängt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/18/befoerderungssperre-gegen-major-verhaengt/ Ein israelischer Kommandeur wird wegen „exzessiver Gewalt“ drei Jahre lang nicht befördert. Das teilte die Armee am Sonntag mit. Es geht um zwei Vorfälle südlich von Hebron, bei denen der Major eine Einheit befehligte. Er sei dabei mit unmäßiger Gewalt gegen linke israelische Demonstranten und gegen einen Palästinenser vorgegangen. Diese hätten die Soldaten zuvor angegriffen. Die Armee betonte, dass der Offizier seit Jahren „professionell und verantwortungsvoll“ gehandelt habe. Doch diesmal sei sein Handeln von den Standards abgewichen, die bei solchen Vorfällen erwartet würden.

Von: eh

]]>
Mon, 18 Oct 2021 14:18:00 +0200
<![CDATA[Politiker würdigen ermordeten britischen Abgeordneten Amess]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/18/politiker-wuerdigen-ermordeten-britischen-abgeordneten-amess/ Premierminister Naftali Bennett hat den ermordeten britischen Abgeordneten Sir David Amess als „wahren Freund der jüdischen Gemeinschaft und des Staates Israel“ gewürdigt. Am Freitag bekundete er den Angehörigen auf Twitter sein Beileid. Auch Oppositionsführer Benjamin Netanjahu bezeichnete Amess in seiner Beileidsbekundung als „Freund Israels“. Der Politiker war seit 1998 ehrenamtlicher Sekretär der Konservativen Freunde Israels. Am Freitag wurde der 69-Jährige in einer Methodistenkirche erstochen. Ein 25-Jähriger wurde festgenommen, die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv.

Von: eh

]]>
Mon, 18 Oct 2021 13:55:00 +0200
<![CDATA[Berichte: Israel tötete syrischen Militärberater]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/18/berichte-israel-toetete-syrischen-militaerberater/ MADSCHDAL SCHAMS (inn) – Die israelische Armee hat syrischen Medienberichten zufolge einen wichtigen Militärberater des Al-Assad-Regimes auf den Golanhöhen erschossen. Während das Parlament und Regierungsamt in Damaskus dies verurteilten, äußerte sich die israelische Armee nicht dazu. Sie verwies auf die Gepflogenheit, sich nicht zu ausländischen Medienberichten zu äußern.

Bei dem angeblich durch Israel Getöteten handelt es sich um Midhat as-Saleh. Der Druse soll Geheimdienstoffizier der Armee für die Golanhöhen gewesen sein. Angeblich habe er in seiner Position Bemühungen des Iran und der Terror-Organisation Hisbollah unterstützt, dauerhaft Militärbasen in dem Gebiet einzurichten. Außerdem bemühte er sich offenbar darum, Drusen auf der israelischen Seite des Golan für diese Zwecke zu gewinnen.

As-Saleh befand sich von 1985 bis 1997 als Sicherheitsgefangener in israelischer Haft. Anschließend floh er nach Syrien und wurde dort Parlamentarier. Im Jahr 2005 ernannte der syrische Machthaber Baschar al-Assad ihn zum Berater für den Golan.

Details noch unklar

Die Tötung erfolgte den Berichten zufolge nahe seines Wohnhauses in Ain el-Tinah. Der Ort liegt rund 4 Kilometer von der militärischen Pufferzone auf dem Golan entfernt. Laut syrischen Medienberichten schoss ein Scharfschütze auf As-Saleh, doch kursieren auch Berichte über einen Drohneneinsatz.

Israelische Beobachter sagen einhellig, dass die Tötung eine kraftvolle Botschaft an Syrien und den Iran bedeutet – falls tatsächlich die israelische Armee dahintersteckt. Der jüdische Staat bekämpft seit Jahren Versuche der Hisbollah oder des Iran, sich dauerhaft an der Grenze militärisch festzusetzen.

Von: df

]]>
Mon, 18 Oct 2021 12:34:00 +0200
<![CDATA[Guatemala benennt Straßen und Plätze „zu Ehren Israels“ um]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/18/guatemala-benennt-strassen-und-plaetze-zu-ehren-israels-um/ GUATEMALA-STADT (inn) – Als zweites Land nach den USA hat Guatemala im Mai 2018 seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt und damit die Hauptstadt Israels anerkannt. Seitdem hat Mattanja Cohen, israelischer Botschafter für Guatemala und Honduras, alle Hände voll zu tun. Am laufenden Band erhält er Einladungen, der Einweihung neuer Straßennamen beizuwohnen. In kleinen Gemeinden wie in der Hauptstadt Guatemala-Stadt schmücken große Plaketten mit dem Namen „Jerusalén capital de Israel“ Plätze und Straßen.

Mal werden alte Gassen umbenannt, mal neue Straßen mit dem besonderen Namen bedacht. In der Gemeinde Siquinalá, Escuintla, hatte die israelische Regierung 39 Häuser an Familien gestiftet, die durch den Ausbruch des „Volcán de Fuego“ (Feuervulkan) 2018 obdachlos geworden waren. Die Straße, die die neuen Häuser zieren, ist eine von bislang rund 30 mit dem Namen „Jerusalem, Hauptstadt Israels“. Neben Cohen, der niemals fehlen darf, und dem Bürgermeister nahmen auch Vertreter der jüdischen Gemeinde Guatemalas und Mitglieder der guatemaltekisch-israelischen Parlamentariergruppe an der feierlichen Einweihung teil.

Keine Überzeugungsarbeit nötig

Der Name ist wie die Botschaftsverlegung selbst eine politische Äußerung. In Europa würde er als „politisch unkorrekt“ gelten und Widerstand hervorrufen. Denn „Jerusalem“-Straßen gibt es einige auf der Welt, aber die Bezeichnung als „Hauptstadt Israels“ wäre in den Augen vieler eine Provokation. In Guatemala hingegen schließt sich eine Stadt nach der anderen euphorisch dem neuen Trend an. Laut Cohen ist dafür keine Überzeugungsarbeit nötig. Denn über die Hälfte der Einwohner Guatemalas seien evangelikale Christen und gegenüber Israel positiv eingestellt.

Der Bürgermeister der Hafenstadt Puerto Barrios, Licenciado Hugo Sarceño, hat sogar angekündigt, zu Ehren Israels alle Straßen in seiner Stadt nach Ortschaften im jüdischen Staat zu benennen. „Wir glauben, dass jeder, der dem Staat Israel hilft, von Gott gesegnet wird“, sagte er. Als große Unterstützer des jüdischen Staates seien er und seine Stadt an guten Beziehungen zwischen Guatemala und Israel interessiert. Und er fügt hinzu: „Die Verbindung darf nicht nur zwischen den Regierungen bestehen, sondern zwischen den Völkern unserer Länder.“

Im Oktober 2021 konnte Cohen in La Gomera, ebenfalls in der Gemeinde Escuintla, die 27. Straße mit dem neuen Namen einweihen. Er glaubt, dass noch in diesem Jahr weitere folgen werden.

Von: cs

]]>
Mon, 18 Oct 2021 12:16:00 +0200
<![CDATA[Nach Austausch gegen Schalit: Terrorkarriere bei der Hamas]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/18/nach-austausch-gegen-schalit-terrorkarriere-bei-der-hamas/ Am 18. Oktober 2011 gab es für Israel eine gute und eine schlechte Nachricht – oder vielmehr 1.027 schlechte. Die gute: Der von der Hamas entführte Soldat Gilad Schalit war nach mehr als fünf Jahren Geiselhaft wieder frei. Ausgemergelt zwar, und mit deutlichen Spuren der langen Zeit der Gefangenschaft, aber am Leben. Damit endete ein Hoffen und Bangen, denn Lebenszeichen von dem jungen Israeli waren während der Geiselhaft Mangelware.

Die schlechte Nachricht: Wie bereits früher hatte sich Israel die Rückholung eines Vermissten etwas kosten lassen – diesmal wurden 1.027 palästinensische Terroristen aus Sicherheitsgefängnissen entlassen. Sie waren für den Tod von insgesamt etwa 200 Menschen verantwortlich, büßten an sich lebenslange Haftstrafen ab. Doch die Hamas hatte Israels Verpflichtung weidlich ausgenutzt, jeden Bürger zurückzuholen – ob tot oder lebendig, ob Soldat oder Zivilist.

Nötig wurde dieser Gefangenenaustausch infolge eines Überfalls auf einen Armeeposten nahe des Gazastreifens. Dieser ereignete sich am 25. Juni 2006. Bewaffnete Palästinenser drangen durch einen Tunnel auf israelisches Gebiet vor und überraschten die Soldaten. Zwei wurden erschossen, der damals 19-jährige Schalit verwundet und an einen unbekannten Ort im Gazastreifen verschleppt.

Entlassene Terroristen: Herausforderung für israelischen Sicherheitsapparat

Zehn Jahre später befasst sich der Journalist Elior Levi in der Zeitung „Yediot Aharonot“ mit den freigelassenen Palästinensern. Ein Großteil der 1.027 Terroristen habe tatsächlich die Vergangenheit hinter sich gelassen, merkt er an. Doch manche seien nicht nur auf den Weg des Terrors zurückgekehrt, sondern auch zu einer riesigen Herausforderung für den israelischen Sicherheitsapparat geworden. In dem Beitrag richtet der Autor das Scheinwerferlicht auf sieben ehemalige Häftlinge, die nach der Freilassung Karriere bei der radikal-islamischen Hamas machten.

Diese Palästinenser seien dafür bestimmt gewesen, ihr Leben im israelischen Gefängnis zu beenden, schreibt Levi. Doch sie seien zu einer Speerspitze der Hamas geworden: „Ein Teil der Freigelassenen vom Schalit-Deal schaffte es, die Schicht aufzubauen, die zwischen militärischer Fähigkeit und strategischem Denken verbindet.“ Ein leuchtendes Beispiel dafür sei Jahja Sinwar, der heutige Führer der Hamas im Gazastreifen.

Mit Sinwar bildeten Taufiq Abu Naim und Rahawi Muschta ein Kleeblatt, heißt es weiter in dem Artikel: „Es handelt sich um ein Dreiergespann. Sie sind ein Herz und eine Seele seit den Tagen, in denen sie eine Zelle im israelischen Gefängnis miteinander teilten – und bis heute. Noch mehr – ihr gemeinsames Leben führte dazu, dass sie drei Teile wurden, die ein Ganzes ergeben.“ Alle drei verbrachten 22 Jahre in israelischer Haft.

Jahja Sinwar

Jahja Sinwar wurde 1962 im Flüchtlingslager Chan Junis im Süden des Gazastreifens geboren, damals befand sich das Gebiet unter ägyptischer Herrschaft. Er war Mitbegründer der Madschd-Brigaden, eine Art Inlandsgeheimdienst der Hamas. Sinwar machte Jagd auf „Kollaborateure“. Eigenhändig ermordete er mehr als zehn Palästinenser, die der Zusammenarbeit mit Israel verdächtigt wurden – und wurde als „Schlächter von Chan Junis“ bekannt. Deshalb wurde er verhaftet und 1989 zu fünfmal lebenslänglich verurteilt.

Einer der Entführer von Schalit war der Bruder des Häftlings, Muhammad Sinwar. Als Kommandeur des militärischen Armes der Hamas in Chan Junis setzte er sich dafür ein, dass Jahja auf die Liste der zu Befreienden kam. Nach der Freilassung begann dessen kometenhafter Aufstieg, 2017 wurde er zum Hamas-Führer in Gaza gewählt.

Taufiq Abu Naim

Taufiq Abu Naim stammt aus einer Beduinenfamilie, die infolge des Unabhängigkeitskrieges 1948/49 aus der Gegend von Be’er Scheva nach Gaza geflohen war. Er wuchs in einem Flüchtlingslager auf. Auch er wurde wegen Mordes an „Kollaborateuren“ verhaftet und 1989 verurteilt. 1991 versuchten er und Sinwar, einen Tunnel zu graben und aus dem Gefängnis zu fliehen. Doch der Plan misslang.

Vier Jahre nach der Freilassung im Rahmen des Schalit-Deals wurde Abu Naim zum Leiter der Sicherheitsapparate der Hamas in Gaza ernannt. Er bekämpfte salafistische Aktivisten, die der Terrorvereinigung Islamischer Staat nahe stehen. 2017 explodierte ein Sprengsatz neben seinem Fahrzeug, er überlebte mit mittelschweren Verletzungen. Salafisten galten als Hauptverdächtige für den Anschlag.

Rahawi Muschta

Rahawi Muschta kam in Sadschaaja in Gaza auf die Welt, in seiner Familie gab es viele Hamas-Anhänger. Auch er war am Aufbau der Madschd-Brigaden beteiligt und wurde ihr Leiter für den Norden des Küstenstreifens. 1988 explodierte ein Sprengsatz in seiner Hand, er verlor mehrere Finger. Verhaftet wurde er, weil er an der Entführung zweier Soldaten beteiligt war.

Ein Jahr nach seiner Freilassung wurde Muschta ins Politbüro der Hamas in Gaza gewählt. Er reiste mit Gesandtschaften nach Kairo und verhandelte über einen weiteren Gefangenenaustausch. Zudem führte er über Katar indirekte Gespräche mit Israel wegen Geldern für die Menschen im Gazastreifen.

Sahar Dschabarin

Vier weitere Freigelassene ordnet die israelische Zeitung der „Aruri-Schule“ zu: Saleh al-Aruri gründete den Stab der Hamas im Westjordanland. Dafür rekrutierte er persönlich Palästinenser. Zu dieser Gruppe gehört Sahar Dschabarin, der in Salfit zwischen Nablus und Ramallah geboren wurde. Er ist einer der Gründer des militärischen Hamas-Armes im Westjordanland. An der An-Nadschah-Universität in Nablus rekrutierte er Studenten für die Terrorgruppe. Der bedeutendste von ihnen war Jahja Ajasch, genannt „Der Ingenieur“. Er war für zahlreiche Selbstmordanschläge verantwortlich, setzte seine Fähigkeiten beim Erstellen von Sprengsätzen mit großer Zerstörungskraft ein. Ajjasch starb bei der Explosion eines Mobiltelefons, das er in Reparatur gegeben hatte. Dahinter steckte der israelische Inlandsgeheimdienst.

Dschabarin selbst wurde Anfang der 1990er Jahre wegen Mitwirkung an tödlichen Anschlägen verhaftet. Er verbrachte 18 Jahre im Gefängnis. Dort übersetzte er Bücher aus dem Hebräischen ins Arabische. Nach seiner Freilassung wurde er in die Türkei ausgewiesen – und begann sofort wieder eine Tätigkeit für die Hamas. Er freundete sich mit Al-Aruri an und organisierte Anschläge im Westjordanland. Auch arbeitete er für die pro-iranische Gruppe innerhalb der Terror-Organisation. Mit einer Delegation traf er in Teheran Vertreter der Revolutionsgarden. Zudem entwickelte er ein Finanzsystem für die Hamas. Auch er ist an Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch beteiligt.

Abdel Rahman Ranimat

Abdel Rahman Ranimat stammt aus der Ortschaft Zurif, nordwestlich von Hebron. Er ist Jahrgang 1972. Als Student an der Universität Hebron rekrutierte er junge Palästinenser für den militärischen Flügel der Hamas. Schließlich wurde er mit seinem Komplizen Dschamal al-Hur von Sicherheitskräften der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verhaftet. 1997 entschied der damalige Verantwortliche für den Präventiven Sicherheitsdienst, Dschibril Radschub, die beiden Gefangenen nach Nablus zu verlegen.

Doch der Transport wurde von israelischen Soldaten überfallen, die Häftlinge wurden festgenommen. Die Hamas ist bis heute überzeugt, dass es eine Absprache zwischen der Armee beziehungsweise dem Inlandsgeheimdienst Schabak und palästinensischen Sicherheitskräften gab und der Überfall inszeniert war. In Israel war Ranimat 14 Jahre inhaftiert.

Nach der Freilassung kam er in den Gazastreifen. Al-Hur befindet sich hingegen bis heute in Haft. Al-Aruri rekrutierte Ranimat gemeinsam mit einem weiteren Palästinenser, Masen Fuqaha, der ebenfalls freigekommen war. Sie sollten den Hamas-Stab für das Westjordanland leiten. Diese Gruppe besteht aus Terroristen, die aus dem Westjordanland stammen, aber nach Gaza oder ins Ausland abgeschoben wurden. Ranimat war verantwortlich für den Aufbau von Hamas-Zellen im Raum Hebron.

Fuqaha wurde 2017 von Unbekannten erschossen, die Hamas beschuldigte Israel. Sie verhängte sogar eine interne Ausgangssperre über den Gazastreifen, um die Attentäter zu fassen. Israel hat weder dementiert noch bestätigt, dass es hinter dem Vorfall steckt. Ranimat befürchtet seitdem, das nächste Ziel zu werden. Deshalb habe er sich auf die Achse Gaza-Türkei-Katar verlegt, schreibt Levi.

Dschihad Jarmur

Ein weiterer ehemaliger Häftling aus dem Westjordanland ist Dschihad Jarmur. Er wurde 1967 im Jerusalemer Stadtteil in Beit Hanuna geboren und studierte Maschinenbau. 1994 beteiligte er sich an der Entführung des Soldaten Nachschon Waxman, damals noch als Fahrer. Der Israeli starb bei einem Befreiungsversuch. Jarmur wurde wegen der Entführung und Tötung verurteilt, er verbrachte 17 Jahre in Haft. In dieser Zeit wurde er einer der Anführer der Hamas-Häftlinge.

Nach der Freilassung kam er in die Türkei, dort arbeitete er für den Westjordanland-Stab. Er heiratete die Tochter seines Freundes Sakaria Nadschib, ebenfalls ein ehemaliger Häftling. Als Chef der Hamas in der Türkei versucht er, die Beziehungen mit dem Land zu stärken. Er organisiert dafür Besuche der Hamas-Führung in Ankara.

Mussa Dudin

Mussa Dudin wiederum kam 1974 in Dura südlich von Hebron zur Welt. Seine Familie ist mit der Hamas verbunden. An der An-Nadschah-Universität wurde er von Al-Aruri rekrutiert, der sein Mentor wurde. Wegen eines Anschlages, bei dem zwei Soldaten ums Leben kamen, wurde er 1992 inhaftiert und blieb 19 Jahre im Gefängnis.

Nach der Freilassung schickte ihn Israel nach Katar. Von dort verlegte er 2017 seinen Wohnsitz in den Libanon. Anlass war eine Liste von Personen, die Katar auf internationalen Druck hin auswies. Dabei spielte Israel eine zentrale Rolle, weil Terror von Doha aus geplant werde. Dudin beteiligt sich an den aktuellen Verhandlungen. Dabei geht es um die Freilassung der entführten Zivilisten Avera Mengistu und Hischam al-Sajed sowie um die Rückgabe der Leichen von Hadar Goldin und Oron Schaul, die während der Operation „Starker Fels“ 2014 im Gazastreifen fielen.

Zehn Todesopfer bei Anschlägen von Freigelassenen

Im Jahr 2017 sagte der damalige israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu), von den 1.027 freigelassenen Terroristen seien 202 wieder inhaftiert. Heute sind es etwa 70. Zehn Israelis starben in den vergangenen zehn Jahren bei Anschlägen, an denen ehemalige Häftlinge vom Schalit-Deal beteiligt waren. Zu den Opfern zählen die drei Talmudschüler Naftali Frankel, Gil-Ad Schaar und Ejal Jifrach, die 2014 von Hamas-Terroristen entführt und ermordet wurden. Dies führte zur Militäroperation „Starker Fels“ gegen die Terrorinfrastruktur im Gazastreifen.

Maurice Hirsch wurde 2013 zum Militärgeneralstaatsanwalt für Judäa und Samaria ernannt. Angesichts des zehnten Jahrestages äußerte er im Gespräch mit der Zeitung „Israel Hajom“: „Die Freilassung von Terroristen war ein sehr schwerwiegender Vorfall; es gab Staatsanwälte, die viele schlaflose Nächte durchgemacht hatten, um sie ins Gefängnis zu bringen, und auf einen Schlag wurden all diese Häftlinge freigelassen.“

Freude über Tod israelischer Kinder: Ahlam Tamimi

Als Beispiel für eine besonders schlimme Terroristin, die im Austausch gegen Schalit freikam, nannte Hirsch Ahlam Tamimi. Sie lebt in Jordanien. Am 9. August 2001 fuhr sie den Attentäter zum Tatort, der sich in der Jerusalemer Pizzeria Sbarro in die Luft sprengte und 15 Menschen mit in den Tod riss. „Und sie lächelte, als sie erfuhr, dass acht Kinder unter den Toten waren.“

Im März dieses Jahres strich Interpol Tamimi von der Liste der meistgesuchten Verbrecher, weil die Organisation in Jordanien keine Verfügungsgewalt hat. Das FBI sucht sie hingegen noch. Denn zwei Todesopfer waren amerikanische Staatsbürger. Die US-Bundespolizei stuft die Terroristin als „bewaffnet und gefährlich“ ein.

Nach ihrer Freilassung sagte Tamimi der jordanischen Webseite „Ammon News“, sie bereue ihre Beteiligung an dem Anschlag nicht: „Ich habe mich dem Pfad des Dschihad um Allahs willen gewidmet, und Allah hat mir Erfolg gewährt. Wollen Sie, dass ich verurteile, was ich getan habe? Das steht außer Frage. Ich würde es wieder tun.“ 2012 übernahm sie die Moderation einer Sendung im Hamas-TV, die sich mit palästinensischen Häftlingen befasst.

Ehud Olmert (Kadima) war gerade israelischer Premierminister geworden, als sich die Entführung ereignete. Kurz darauf gab er grünes Licht für Verhandlungen um einen Gefangenenaustausch. Doch wie sein Nachfolger Benjamin Netanjahu (Likud) die Angelegenheit handhabte, kritisiert er bis heute: „Es war ein völliges Einknicken“, sagte Olmert in einem Interview der „Yediot Aharonot“. „2011, als Millionen Menschen in den Straßen marschierten, entschied Netanjahu, einen Deal abzuschließen, in dem wir die Schwergewichte der Mörder freilassen. Da waren welche dabei, die ich nicht einmal in Erwägung gezogen hatte.“

Schalit: Hamas hatte Angst um Gesundheitszustand

Doch zurück zur guten Nachricht des 18. Oktober 2011. Gilad Schalit hat die Strapazen der Geiselhaft einigermaßen überwunden. Seit Ende Juni ist er mit Nitzan Schabbat verheiratet. In einem Interview, das die Nachrichtenseite „Mako“ am 24. September veröffentlichte, erzählte er von seiner Gefangenschaft. Er sei sehr dünn gewesen, und das habe den Entführern Sorge bereitet: „Sie hatten furchtbare Angst, dass sich mein Gesundheitszustand verschlimmern würde. Der Wert eines lebenden Soldaten ist anders als der eines toten Soldaten. Es war aus ihrer Sicht wichtig, dafür zu sorgen, dass ich lebe.“

Anfang Oktober 2009 übergab die Hamas ein kurzes Video an Israel, das den Entführten mit einer Zeitung vom 14. September zeigte. Dazu sagte er in dem Interview: „Sie diktierten mir, was ich im Video sagen musste.“ Im Austausch gegen die Aufnahme ließ Israel 20 Palästinenserinnen frei.

Auf die Frage, in welcher Sprache er sich mit den Hamas-Aktivisten verständigt habe, antwortete Schalit, ein Teil der Palästinenser habe Hebräisch oder Englisch gekonnt. Mit den anderen habe er etwas Arabisch gesprochen.

Schalit vermutet, dass ihm sein Hang zum Einzelgängertum geholfen hat, die lange Zeit mit wenig Gesellschaft zu überstehen: „Man muss die ganze Zeit mit sich selbst sein. Nicht zerbrechen.“ In der Vergangenheit „war ich nicht der geselligste Mensch, der von einer Menge Freunde und einer großen Familie umgeben war“.

Im Radio von Vermittlungsversuchen erfahren

Wie sich Israel um seine Befreiung bemühte, erfuhr er durch israelische Nachrichten im Radio. „Übrigens war das schwer für mich, das zu hören.“ All die Verhandlungen hätten mit einer Enttäuschung geendet. „Es weckte große Verzweiflung, das zu hören.“

Seinen heutigen Zustand bezeichnet Gilat Schalit als gut: „Ich habe diese Jahre relativ gut überstanden. Zwar befinde ich mich in Behandlung, aber insgesamt habe ich mich rehabilitiert und bin heute ein arbeitender Mensch. Ich habe geheiratet, ich führe ein normales Leben, Routine. Die Zeit damals war schwer und lang.“

Von: Elisabeth Hausen

]]>
Mon, 18 Oct 2021 11:48:00 +0200
<![CDATA[Israelische Athletinnen erfolgreich]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/10/18/israelische-athletinnen-erfolgreich/ Israelische Athletinnen blicken auf zwei erfolgreiche Tage zurück. Am Sonntag gewannen die Judokas Gefen Primo und Ras Herschko beim Grand Slam in Paris Gold in ihren Gewichtsklassen; Inbar Lanir erzielte Bronze. Im Medaillenspiegel kam Israel nach Japan und Russland auf den dritten von 45 Plätzen. Bereits am Samstag war Elisabeth Kovalev in der aus Russland stammenden Kampfsportart Sambo erfolgreich: Bei einem Nachwuchsturnier in Thessaloniki gewann die 17-Jährige Gold.

Von: df

]]>
Mon, 18 Oct 2021 11:13:00 +0200
<![CDATA[Neuer Schabak-Chef verspricht Plan für Kampf gegen Gewalt unter Arabern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/15/neuer-schabak-chef-verspricht-plan-fuer-kampf-gegen-gewalt-unter-arabern/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak hat einen neuen Chef: Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Ronen Bar trat das Amt am Mittwoch an. Sein Vorgänger Nadav Argaman wurde in einer Zeremonie am Donnerstag gewürdigt. Er hatte den Posten fünfeinhalb Jahre inne.

Premierminister Naftali Bennett (Jamina) dankte Argaman für dessen Einsatz: „Nadav, wir kennen uns seit Jahren, aber in den letzten Monaten bin ich noch mehr mit dem besonderen und genauen Geist vertraut geworden, den du eingebracht hast.“ Argaman war 43 Jahre im Dienst für Israel beschäftigt. Davon arbeitete er 38 Jahre für den Inlandsgeheimdienst.

Staatspräsident Jitzchak Herzog sagte laut der „Jerusalem Post“: „Die Israelis schulden Ihnen großen Dank – für die Dinge, die sie wissen, und noch mehr für die vielen Dinge, die sie nicht wissen und vielleicht niemals wissen werden.“ Der 61-Jährige habe den Geheimdienst mit Professionalität und Entschlossenheit geleitet. „Mit Ihnen an der Spitze hat die Organisation Hunderte Terroranschläge verhindert und viele israelische Leben gerettet.“

Argaman bekundete die Hoffnung, „dass der Dienst, den ich hinter mir lasse, weiter eine moralische Organisation mit einer klaren und einfachen Vision bleiben wird. Eine Organisation, die dazulernt und besser wird und aus Erfolgen und Misserfolgen Lehren zu ziehen weiß und keine Fehler wiederholt. Eine Organisation, die die völlige Präzision und die Kontrolle über die kleinen Einzelheiten ebenso würdigt wie die Fähigkeit, weit zu gehen – zu denken, zu fliegen und zu träumen.“ Der Schabak werde für ihn immer eine große Familie bleiben.

Herzog: Bar ist vorbereitet

Dem neuen Schabak-Chef bescheinigte Herzog bei dessen offizieller Begrüßung, er sei durch Erfahrung vorbereitet für das Amt. Doch es handele sich um den Posten mit der höchsten Verantwortung in dem Geheimdienst. „Der Dienst ist mit vielen schwierigen und bedeutsamen Herausforderungen verbunden. Ich habe keinen Zweifel, dass Sie sie erfolgreich meistern werden“, sprach er Bar Mut zu.

Der 55-Jährige würdigte seinen Vorgänger Argaman: „Du hast die Organisation in vielen Gebieten vorangebracht. Ich habe keinen Zweifel, dass Dein Beitrag eine bedeutsame Infrastruktur für die kommenden Jahre liefern wird“, zitiert ihn die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Bar hat in der Eliteeinheit „Sajeret Matkal“ der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte gedient – ebenso wie Bennett. Nach dem Militärdienst trat er in den Schabak ein. 2011 wurde er Leiter der für Operationen zuständigen Abteilung, fünf Jahre später übernahm er die Verantwortung für die Entwicklung von Ressourcen. Seit 2018 war er stellvertretender Chef des Inlandsgeheimdienstes.

Herausforderung: Kampf gegen Gewalt unter Arabern

Eine neue Aufgabe kommt auf den Schabak zu: Er soll sich nach dem Willen der Regierung im Kampf gegen Gewalt in der arabischen Gesellschaft einbringen. Wie weit die Beteiligung gehen soll, steht noch nicht fest. Bar äußerte sich in seiner Antrittsrede dazu: „Der Geheimdienst wird nicht untätig herumstehen.“ Er versprach einen Plan dazu, wie der Schabak in angemessener Balance eingreifen könne.

„Israel muss die arabische Gesellschaft einbeziehen und stärken“, betonte Bar. „Sie ist daran interessiert, sich in die israelische Gesellschaft zu integrieren. Dies kann durch Investition in Infrastruktur, Bildung und Wohlfahrt geschehen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Strafverfolgung zu erhöhen und Abschreckung einzurichten, um die Zahl der Waffen in ihrem Besitz zu verringern und ihre Motivation zu handeln zu verhindern.“

Zudem äußerte sich der neue Geheimdienstchef zu den Palästinensern: „Israel muss einen Weg finden, mit der Palästinensischen Autonomiebehörde zu kooperieren und wirtschaftliche Projekte mit internationaler Hilfe zu fördern. Gleichzeitig muss es die Hamas im Westjordanland, im Gazastreifen und ihren Hauptquartieren im Ausland schwer treffen.“ Bars Amtszeit endet 2026.

Der Inlandsgeheimdienst Schabak existiert seit 1949. Die Bezeichnung „Schabak“ ist eine Abkürzung; sie steht für „Scherut haBitachon haKlali“ („Allgemeiner Sicherheitsdienst“). Eine andere geläufige Bezeichnung ist Schin Bet, was ebenfalls eine Abkürzung ist; sie steht für „Scherut Bitachon“ („Sicherheitsdienst“).

Von: eh

]]>
Fri, 15 Oct 2021 15:36:00 +0200
<![CDATA[Deutschland fördert „palästinensische Identität“ Ostjerusalems]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/15/deutschland-foerdert-palaestinensische-identitaet-ostjerusalems/ Vordergründig geht es um Tourismus, doch offenbar steckt auch viel Politik dahinter: Die Europäische Union und Deutschland haben am Dienstag ein „Programm für die Entwicklung des Tourismus in Ostjerusalem“ gestartet. Laut EU ist es das erste Projekt mit Deutschland im Rahmen des „Ostjerusalem-Programms“, über das der Staatenverbund die Palästinenser des Stadtteils jährlich mit Millionenbeträgen unterstützt.

Auch das jetzige Vorhaben richtet sich nicht an alle Ostjerusalemer, sondern nur an Palästinenser. Einer Mitteilung der EU zufolge steht dahinter nicht zuletzt das Anliegen, „die palästinensische Identität der Stadt aufrechtzuerhalten“ sowie „das palästinensische Erbe“ zu bewahren. Es gebe einen „beunruhigenden Trend zunehmender Not für das palästinensische Leben in diesem Teil der Stadt“, heißt es darin.

„Palästinenser in Ostjerusalem sehen sich täglich mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert“, erklärte der er aus Deutschland stammende EU-Vertreter bei den Palästinensern, Sven Kühn Von Burgsdorff. „Für uns ist Ostjerusalem Teil des besetzten palästinensischen Gebietes, und der Status Jerusalems als zukünftige Hauptstadt von zwei Staaten sollte immer respektiert und geschützt werden.“

Hilfe für Neustart nach Corona

Israel wird in der Mitteilung nicht explizit erwähnt, doch offenbar richten sich die Äußerungen auch gegen die Politik des jüdischen Staats, der den Ostteil Jerusalems 1980 annektiert hat. Laut Zahlen des „Jerusalem Instiute for Policy Research“ lebten mit Stand 2019 hier 354.000 Araber und 227.100 Juden. In der Altstadt von Ostjerusalem befindet sich auch die sogenannte Klagemauer, der wichtigste religiöse Ort des Judentums.

Der neue Vertreter Deutschlands in Ramallah, Oliver Owcza, ließ sich in der EU-Mitteilung mit weniger politischen Aussagen zitieren: Das Projekt solle neue Konzepte fördern und zu besseren Arbeitsmöglichkeiten beitragen, denn „als Deutsche und Europäer schätzen wir Tourismus, der von guter Qualität ist“.

Konkret beabsichtigt das Projekt, den Wiedereinstieg in den Tourismusmarkt nach den Corona-Maßnahmen zu fördern, aber auch technische, strategische und finanzielle Hilfestellung für Unternehmer im Tourismussektor zu leisten, damit diese „neue Produkte und Dienstleistungen“ entwickeln. Am Dienstag wurde zudem ein „Hub (Zentrum) für die Entwicklung des Tourismus“ im „Herzen Ostjerusalems“ eingeweiht, das dem palästinensischen Tourismussektor als kreativer Arbeitsort zur Verfügung stehen soll.

Israelnetz hat im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nach weiteren Details des Projekts gefragt, unter anderem zum finanziellen Umfang sowie zur Frage, ob auf diese Weise auch ein politischer Anspruch der Palästinenser auf Ostjerusalem gefördert werden soll. Ein Ministeriumssprecher kündigte Auskunft an, die am Freitagnachmittag jedoch noch nicht vorlag.

Von: Sandro Serafin

]]>
Fri, 15 Oct 2021 15:23:00 +0200
<![CDATA[Sechs Tote bei Protesten im Libanon]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/15/sechs-tote-bei-protesten-im-libanon/ Ein Aufmarsch der Hisbollah vor dem Präsidentenpalast im christlichen Teil der libanesischen Hauptstadt Beirut ist am Donnerstag eskaliert. Sechs Menschen starben, als während der Protestaktion aus den umliegenden Gassen plötzlich Schüsse fielen. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Hisbollah fordert die Absetzung des Untersuchungsrichters Tarek Bitar, der wegen der Explosion im vergangenen Jahr im Hafen von Beirut gegen die schiitische Terror-Organisation ermittelt. Weil Bitar Christ ist, verläuft der Streit entlang konfessioneller Linien. Beobachter befürchten einen neuen Bürgerkrieg.

Von: cs

]]>
Fri, 15 Oct 2021 12:05:00 +0200
<![CDATA[USA wieder Mitglied im UN-Menschenrechtsrat]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/15/usa-wieder-mitglied-im-un-menschenrechtsrat/ Nach drei Jahren sind die USA am Donnerstag wieder in den UN-Menschenrechtsrat eingetreten. Unter Präsident Joe Bidens Vorgänger Donald Trump hatten die USA das Gremium verlassen. Als Grund nannte Trump unter anderem unverhältnismäßige Kritik an Israel. Die USA wurden mit 168 Stimmen von 193 Mitgliedern der UN-Generalversammlung in New York für drei Jahre in den Rat gewählt. Auch autoritäre Staaten wie Russland und China sind Mitglieder im Rat, was oft kritisiert wird. Dem Geschäftsführer von UN-Watch Hillel Neuer zufolge sind nur 31,9 Prozent der Mitglieder freie Demokratien.

Von: efr

]]>
Fri, 15 Oct 2021 11:52:00 +0200
<![CDATA[Hackerangriff auf Hillel-Jaffe-Krankenhaus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/15/hackerangriff-auf-hillel-jaffe-krankenhaus/ HADERA (inn) – Nach einem Hackerangriff auf das Hillel-Jaffe-Krankenhaus in Hadera ist der Normalbetrieb noch nicht wiederhergestellt. So hat das Personal laut dem Verwaltungsleiter Amnon Ben Mosche keinen Zugriff auf das Hauptsystem mit den Patientenakten. Auch das genaue Ausmaß des Schadens war am Freitag noch unklar. Die Küstenstadt Hadera liegt nördlich von Tel Aviv.

Der bereits am Mittwochmorgen erfolgte Angriff gilt als der größte seiner Art auf das israelische Gesundheitssystem. Es handelt sich dabei um sogenannte Ransom-Software: Die Hacker sperren den Zugriff auf wichtige Daten und verlangen Lösegeld – in diesem Fall in einer Höhe von 10 Millionen US-Dollar.

Laut einem Bericht des Fernsehsenders „Kanal 12“ darf das Krankenhaus als Regierungseinrichtung das Lösegeld nicht selbst zahlen. Ein externes Unternehmen agiert in dessen Namen und hat Kontakt zu den Erpressern aufgenommen.

Grundbetrieb geht weiter

Das Krankenhaus hat Behandlungen verschoben, die nicht dringend sind. Zudem hat es den Rettungsdienst Magen David Adom gebeten, nur dringende Fälle herbeizubringen. Mit einem alternativen Computersystem haben die Ärzte immerhin Zugriff auf die zentral gespeicherten nationalen Patientendaten.

Nach Einschätzung des Computerexperten Ido Geffen hätte der Angriff auch schlimmer ausfallen können, wie er gegenüber der Nachrichtenseite „Times of Israel“ schildert. So seien nach einer ersten Bestandsaufnahme keine medizinischen Geräte betroffen. Der Angriff sei über das Internet erfolgt: Der oder die Hacker hätten Zugriff auf ein Passwort und damit auf das Netzwerk des Krankenhauses erhalten.

Das Hillel-Jaffe-Krankenhaus ist nach dem Arzt Hillel Jaffe benannt, der 1891 einwanderte. Er wollte mit seinem Können eine aktive Rolle in der zionistischen Unternehmung spielen. Seine Priorität lag auf der Bekämpfung der Malaria. 1936 starb er. 1957 wurde bei Hadera ein Behandlungszentrum in einfachen Holzhütten eingerichtet und nach ihm benannt. 1980 erfolgte die Eröffnung des modernen Gebäudes.

Von: df

]]>
Fri, 15 Oct 2021 11:15:00 +0200
<![CDATA[Smotritsch: Ben-Gurion hätte Araber rauswerfen sollen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/14/smotritsch-ben-gurion-haette-araber-rauswerfen-sollen/ Aus Sicht des Abgeordneten Bezalel Smotritsch (Religiöser Zionismus) hätte Staatsgründer David Ben-Gurion damals alle Araber aus dem Land werfen müssen. Auf Protestrufe arabischer Abgeordneter erwiderte er, es sei ein „Fehler“, dass diese hier sind. Die arabische Abgeordnete Aida Tuma-Sliman (Vereinigte Liste) nannte Smotritsch einen „Faschisten“. Äußerungen wie diese seien die Abgeordneten gewohnt. „Aber denken Sie nicht an uns. Denken Sie daran, wie sich jeder Araber in dem Land fühlt, wenn derartige Äußerungen beiläufig in der Knesset gemacht werden.“

Von: df

]]>
Thu, 14 Oct 2021 14:55:00 +0200
<![CDATA[Herzog erklärt Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/14/herzog-erklaert-unterschied-zwischen-israelkritik-und-antisemitismus/ MALMÖ (inn) – Der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog hat die Welt aufgerufen, die Arbeitsdefinition der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken (IHRA) anzunehmen. Er beteiligte sich am Mittwoch in einer Videoansprache am Malmöer Internationalen Forum zum Holocaust-Gedenken und dem Kampf gegen Antisemitismus. Dieses stand unter der Überschrift „Remember ReAct“ (Erinnern ReAgieren).

Ursprünglich hatte der schwedische Premierminister Stefan Löfven (Sveriges Socialdemokratiska Arbetareparti) für den Oktober 2020 zu dem Internationalen Forum eingeladen. Es sollte unter anderem an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnern. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Konferenz um ein Jahr verschoben.

„Die IHRA ist zu einem weithin akzeptierten Referenzpunkt im Kampf gegen Antisemitismus und Holocaust-Leugnung geworden“, sagte Herzog in seiner Rede laut Mitteilung des israelischen Präsidialamtes. „Mehr als 30 Länder haben die IHRA-Arbeitsdefinition zum Antisemitismus angenommen. Ich rufe alle Nationen auf, das zu tun.“ Schweden übernimmt am 1. März 2022 für ein Jahr den Vorsitz der IHRA

Jeder hat das Recht, Regierungspolitik zu kritisieren

Zum Unterschied zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus führte Herzog aus: „Als echter Demokrat und ehemaliger israelischer Oppositionsführer in der Knesset unterstütze ich es nicht nur, sondern ich bestehe auf dem Recht jedes Bürgers oder jeder Gruppe, eine Regierung wegen ihrer Politik zu kritisieren. Aber wenn Kritik einer speziellen israelischen Politik dazu führt, dass Israels Existenzrecht in Frage gestellt wird – dann ist das nicht Diplomatie, sondern Dämonisierung und Antisemitismus, weil Israel der Nationalstaat des jüdischen Volkes ist.“

Themen der Konferenz waren Holocaust-Gedenken, Bildung zum Holocaust, Antisemitismus in Sozialen Medien sowie der Kampf gegen Antisemitismus und andere Formen des Rassismus. Zu den Teilnehmern aus etwa 50 Ländern zählten auch der israelische Historiker Jehuda Bauer und Diasporaminister Nachman Schai (Arbeitspartei). Ferner waren der ruandische Minister für nationale Einheit, Jean-Damascène Bizimana, und der Staatsminister für Europa im deutschen Außenministerium, Michael Roth, zugegen. Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, forderte, die EU müsse den internationalen Kampf gegen Antisemitismus anführen.

Die schwedischen Gastgeber haben als ein Ziel des Forums konkrete Schritte für den Kampf gegen Antisemitismus angegeben. Herzog sagte denn auch: „Der Pfad, den wir heute einschlagen, ist entscheidend für die Zukunft der europäischen Juden und Gemeinden, und für die Zukunft Europas als moderne, tolerante Gesellschaft. Juden müssen frei sein, überall, wo sie sind, ein volles, offenes und stolzes jüdisches Leben zu führen. Sie müssen sicher sein.“

Von: eh

]]>
Thu, 14 Oct 2021 14:40:00 +0200
<![CDATA[„Israel behält sich vor, gegen iranisches Atomprogramm vorzugehen“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/14/israel-behaelt-sich-vor-gegen-iranisches-atomprogramm-vorzugehen/ WASHINGTON (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid ist in Washington mit seinem amerikanischen und seinem emiratischen Amtskollegen zusammengekommen. Bei dem Treffen mit Antony Blinken und Abdullah Bin Sajed al-Nahjan am Mittwoch ging es für Lapid vornehmlich um das iranische Atomprogramm.

Der Jesch-Atid-Chef sprach im Anschluss von einem „kraftvollen Treffen“. Er sei dankbar für die „Allianz und Freundschaft“ zwischen diesen Staaten. „Es ist eine Quelle der Hoffnung für die ganze Welt.“ Zugleich betonte Lapid, Israel behalte sich vor, jederzeit und auf jedwede Weise gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen. „Das ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Verantwortung.“ Als Begründung nannte Lapid öffentliche Drohungen Teherans, Israel zu vernichten.

Lob für Kooperationen

Blinken und Al-Nahjan stellten die Bilanz nach einem Jahr Abraham-Abkommen in den Fokus. Für Blinken fällt sie positiv aus: Es gebe Botschaften, Direktflüge und Tourismus zwischen Israel und den Emiraten. Eine Frucht sei zudem, dass die drei Länder nun gemeinsam regionale Themen besprechen könnten, etwa Syrien und Iran.

Der Demokrat verkündete zudem, die drei Länder hätten zwei neue Arbeitsgruppen gegründet: Eine befasse sich mit religiöser Koexistenz, um Antisemitismus und Islamophobie zu begegnen. Bei der zweiten Arbeitsgruppe gehe es um Wasser und Energie. Blinken lobte die Pläne der beiden Länder: die Emirate wollen demnach bis 2050 komplett emissionsfrei werden, Israel wolle die Emissionen bis dahin um 85 Prozent senken.

Bezüglich des Atomabkommens mit dem Iran zeigte sich Blinken auf Nachfrage eines Journalisten pessimistisch. Der Iran habe bislang wenig Willen gezeigt, sich erneut an das 2015 geschlossenen Deal zu halten. Hinzu komme, dass Teheran inzwischen massiv an der Anreicherung von Uran arbeite.

Palästinenser im Blick

Al-Nahjan dankte den USA für die Unterstützung bei den Normalisierungsabkommen. Das Narrativ in der Region habe sich in ein positives verwandelt, gerade bei den jungen Menschen. „Wir sind offenkundig tief beeindruckt von unserer wachsenden Beziehung mit Israel, aber wir werden immer davon abhängig sein, dass wir in den USA einen Freund, einen Partner haben“, sagte er laut einer Mitteilung des amerikanischen Außenministeriums.

Die neue Partnerschaft sieht Al-Nahjan auch als Möglichkeit, Frieden zwischen Israel und den Palästinensern voranzubringen. „Die Palästinenser werden das wichtigste Element eines Friedenserfolges in der Region sein.“ Aktuell seien beide nicht gesprächsbereit, doch es gebe positive Entwicklungen, etwa durch Treffen israelischer Minister mit Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde. Ende August war Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) nach Ramallah zu einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) gereist.

Lapid war bereits am Dienstag in Washington eingetroffen. Als erstes besprach er sich mit dem Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan. Zudem traf er mehrere Politiker, darunter die amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris und die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi.

Von: df

]]>
Thu, 14 Oct 2021 12:14:00 +0200
<![CDATA[Eine bizarre Interessengemeinschaft]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/10/14/eine-bizarre-interessengemeinschaft/ Fast täglich berichten Medien von Razzien der israelischen Armee in der Zone A des Westjordanlandes, die der Kontrolle der Palästinenser untersteht. Darauf folgt regelmäßig palästinensische Empörung von offizieller Seite. Was kaum bekannt ist: Hinter diesen Vorgängen steckt ein Plan.

Israelis und Palästinenser haben in den Osloer Verträgen eine „vorübergehende“ Zusammenarbeit ihrer Sicherheitskräfte unterschrieben. Trotz vieler Krisen und einer deutlichen Verschiebung der Zuständigkeiten hat diese Kooperation bis heute Bestand. Mehr denn je sind die beiden Konfliktparteien aufeinander angewiesen.

Geschichte der Zusammenarbeit

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) entstand erst in den Neunzigerjahren im Zuge des Osloer Friedensprozesses. Israel hat sie als legitime Vertretung der Palästinenser anerkannt und ein entsprechendes Gesetz ratifiziert. Umgekehrt hat die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO), aus der die PA hervorgegangen ist, ihre Anerkennung Israels als souveräner Staat nie in geltendes Recht gegossen. Der Osloer Friedensprozess war ursprünglich als „Interimsabkommen“ auf fünf Jahre angelegt. Er gilt als gescheitert. Trotzdem legt er bis heute die Rahmenbedingungen für das Miteinander von Israel und der PA fest.

Aus Oslo stammt auch die Einteilung des Westjordanlandes in A-, B- und C-Gebiete. In den A-Gebieten sollte die PA die alleinige Kontrolle ausüben. Hier liegen die großen palästinensischen Städte mit einem Großteil der palästinensischen Bevölkerung. Die B-Gebiete stehen unter gemeinsamer palästinensischer und israelischer Sicherheitskontrolle. In den C-Gebieten, wo sich die meisten jüdischen Siedlungen befinden und die militärstrategisch besonders wichtig sind, ist Israel allein zuständig. Außerdem obliegt Israel der Schutz der Außengrenzen zu Luft, Boden und See.

Während der „Zweiten Intifada“ beteiligten sich große Teile des palästinensischen Sicherheitsapparates an terroristischen Aktivitäten. Erst im Zuge eines neuen Friedensplans, der Roadmap 2003, wurden die palästinensische Polizei und Geheimdienste neu strukturiert und wiederaufgebaut. Aber die Zusammenarbeit mit Israel war nachhaltig gestört. Das änderte sich auch nicht, als Mahmud Abbas 2004 als Nachfolger Jasser Arafats das Amt des Präsidenten der PA antrat.

Gemeinsamer Feind Hamas

Erst 2006/2007, als nach dem Wahlsieg der Terrorgruppe Hamas die Einheitsregierung mit der Fatah (stärkste Gruppierung innerhalb der PLO) scheiterte, entstand eine neue Interessenlage. Plötzlich teilten die PA und Israel ein Leidwesen: die Bedrohung durch die Hamas. Der Sicherheitsdienst der Autonomiebehörde hatte bei blutigen Auseinandersetzungen viele Beamte verloren und musste sich schließlich aus Gaza zurückziehen.

Im Winter 2008/2009 reagierte Israel mit der „Operation Gegossenes Blei“ auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Die Hamas nutzte die Gelegenheit, um sich weiterer Fatah-Anhänger zu entledigen und ließ sie als „Spione“ oder „Kollaborateure mit Israel“ hinrichten. Auch im Westjordanland intrigiert die Hamas gegen die Fatah.

Mit internationaler Unterstützung hat die PA in ihrem Verwaltungsbereich ihr Gewaltmonopol durchgesetzt und Milizen entwaffnet. Dazu zählen die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, also der militante Arm der Fatah, und die Hamas. Dennoch stellt die Terror-Organisation für die Autonomiebehörde eine immense Bedrohung dar. Sie besitzt größeren Rückhalt in der Bevölkerung. Die Umfragewerte von Präsident Abbas sind seit Jahren im Keller. Demokratische Wahlen würde die Hamas für sich entscheiden. Deswegen haben weder Israel noch die PA ein echtes Interesse daran.

Fatah und Hamas zwischen Zwist und Versöhnung

Mehrmals haben Fatah und Hamas vergeblich versucht, eine Aussöhnung herbeizuführen. Es gibt aber immer zumindest Teile der Hamas, die für die PA eine Gefahr darstellen. 2018 waren gerade wieder engere Gespräche zwischen den verfeindeten Brüdern im Gange, als ein Sprengsatz neben dem Wagen des damaligen palästinensischen Premierministers Rami Hamdallah explodierte. Dieser hatte in einem gut gesicherten Konvoi den Gazastreifen besucht. Mahmud Abbas machte die Hamas für den Anschlag verantwortlich. Diese verurteilte die Tat als „Versuch, den Versöhnungsprozess zu untergraben“.

Ob nun die Hamas als Ganzes dahintersteckte, nur Teile von ihr oder andere Akteure, die freie Hand für das Attentat hatten – klar ist, dass die Terror-Organisation Israel und die PA eher spalten als verbinden möchte. Deswegen wird sich die Gruppierung vor allem in Zeiten der Annäherung nicht zu Anschlägen auf Fatah-Mitglieder bekennen. Klar ist auch: Wenn hohe Beamte der PA Personenschutz brauchen, dann weniger vor Israelis als vielmehr vor Hamas-Terroristen.

Füreinander die „Drecksarbeit“ erledigen

Der israelische Geheimdienst beschäftigt eine Einheit arabisch-sprechender Juden, die „Mista’aravim“, die unter Palästinensern verdeckt ermitteln. Sie sollen Terroranschläge verhindern. Die meisten Informationen erhält der jüdische Staat aber von den Arabern selbst – entweder direkt vom Sicherheitspersonal der Autonomiebehörde oder von „gekauften“ Privatpersonen. Im Januar 2016 prahlte der Leiter des palästinensischen Allgemeinen Sicherheitsdienstes, Madschid Faradsch, damit, in nur vier Monaten 200 Angriffe auf Israel vereitelt und über 100 Palästinenser verhaftet zu haben. Laut israelischen Schätzungen verhindert der Geheimdienst der PA etwa 30 bis 40 Prozent der Angriffe aus dem Westjordanland. Aussagen wie die von Faradsch hört man eher selten, da die enge Zusammenarbeit mit Israel in der palästinensischen Bevölkerung auf wenig Verständnis stößt.

Gleichzeitig bezahlt Israel zahlreiche, wahrscheinlich Tausende Privatpersonen, die unter ihren arabischen Nachbarn Spionagearbeit leisten und Verdachtsfälle melden. Diese inoffiziellen Informanten erhalten in der Regel gutes Geld, laufen aber Gefahr, von der PA hart bestraft zu werden, wenn sie auffliegen. Und das, obwohl sie im Prinzip dieselbe Aufgabe erledigen wie die offiziellen Sicherheitsbeamten. Trotzdem verfolgt die PA „Kollaborateure“ mit aller Strenge. Sie hofft, damit zumindest ein bisschen ihr angeschlagenes Image wieder aufzubessern. Aber die Doppelmoral bleibt auch den Palästinensern nicht verborgen. Einige tausend ehemalige Informanten hat der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak als Schutz vor dem Zugriff der PA in Israel angesiedelt, viele von ihnen in Sderot nahe der Grenze zu Gaza.

Aber auch umkehrt erledigt Israel für die PA unliebsame Arbeiten. Der palästinensische Sicherheitsapparat ist „aufgebläht“, die Beamten überbezahlt. Dennoch sind es in der Regel israelische Einheiten, die nachts ins Westjordanland einfallen und Razzien bei Terrorverdächtigen durchführen. Dies tun sie auch in den A-Gebieten, wo laut Vertrag die PA allein für die Sicherheit zuständig ist, und zwar fast täglich. Die notwendigen Informationen stammen meist vom palästinensischen Geheimdienst. Dieser nutzt das System auch, um Politiker der Hamas, die zu viel Einfluss gewinnen, an Israel auszuliefern. Wenn dann die israelischen Einheiten anrücken, zieht sich die palästinensische Polizei zurück. Am nächsten Tag verurteilt Mahmud Abbas routinemäßig, dass Israel die palästinensische Souveränität verletzt und unschuldige Bürger abgeführt habe.

„Meistens ist das Show“, meint Itamar Marcus, Direktor der Beobachtungsstelle „Palestinian Media Watch“, im Gespräch mit israelnetz. „In Wahrheit sind sie jedes Mal hellauf begeistert, wenn Israel jemanden von der Hamas festnimmt. Jetzt sogar noch mehr als früher. Die PA fürchtet die Hamas zutiefst, weil sie so stark ist und so viel mehr öffentliche Unterstützung erhält. Laut jüngsten Umfragen wollen 80 Prozent der Palästinenser, dass Abbas zurücktritt. Die Hamas führt in den Umfragen.“

Wahlvolk beschwichtigen

Die Empörung dient also wiederum der Beschwichtigung des palästinensischen Wahlvolkes, das sich mehr und mehr hinter der Hamas versammelt. Mit einem Sicherheitssektor, der fast die Hälfte der Angestellten im Öffentlichen Dienst beschäftigt, und scharfer Rhetorik gegen Israel bei gleichzeitiger Kooperation versucht die PA, ihre Bürger an sich zu binden. Israel unterstützt dieses Bemühen und lässt deswegen die wüsten Beschimpfungen nach jeder Razzia über sich ergehen.

Es bleibt die große Frage, wie die Zusammenarbeit weitergehen würde, wenn die verbündeten Kontrahenten irgendwann tatsächlich mit vereinten Kräften die Strukturen der Hamas zerschlagen sollten.

Von: Carmen Shamsianpur

]]>
Thu, 14 Oct 2021 11:59:00 +0200
<![CDATA[Israelische Politiker treffen sudanesischen Minister]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/14/israelische-politiker-treffen-sudanesischen-minister/ Zwei israelische Regierungsvertreter haben am Mittwoch den sudanesischen Justizminister Nasreddin Abdulbari getroffen. Der Minister für Regionale Angelegenheiten, Issawi Fredsch, sprach nach eigenen Angaben mit ihm über bilaterale Projekte. Abdulbari schlug demnach bei dem Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Austauschprogramm vor. Die Abraham-Abkommen, denen der Sudan im Januar beigetreten war, bezeichnete er als „richtigen und notwendigen Schritt“ in Richtung eines regionalen Friedens. Ein weiteres Gespräch gab es mit dem stellvertretenden israelischen Außenminister Idan Roll.

Von: eh

]]>
Thu, 14 Oct 2021 11:07:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 14. Oktober 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/10/14/nachrichten-vom-14-oktober-2021/ Thu, 14 Oct 2021 10:38:00 +0200 <![CDATA[Israelischer Tourismusminister warnt vor iranischen Atomplänen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/13/israelischer-tourismusminister-warnt-vor-iranischen-atomplaenen/ Der israelische Tourismusminister Joel Rasbonov hat den Iran wegen Unterstützung von Terrorgruppen wie Hisbollah und Hamas kritisiert. Zudem sagte er, Atomverhandlungen versteckten die wahren Absichten des iranischen Regimes. Wenn die Pläne Erfolg hätten, werde das den gesamten Nahen Osten verändern. Rasbonov sprach in Kasachstan beim Forum der Konferenz für Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA). Daran nahmen 27 asiatische Länder teil. Der iranische Vertreter verließ während der Rede des israelischen Ministers aus Protest den Saal.

Von: eh

]]>
Wed, 13 Oct 2021 15:08:00 +0200
<![CDATA[Bahrainische Besucher in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2021/10/13/bahrainische-besucher-in-jerusalem/ Neun Aktivisten aus Bahrain haben vorige Woche das jüdische Viertel der Jerusalemer Altstadt besucht. Die Organisation „Scharaka“ initiierte den achttägigen Besuch der Delegierten. Eigenen Aussagen zufolge war die Gruppe darüber überrascht, dass Juden und Muslime ein „normales Leben“ dort führten. „Scharaka“ setzt sich für Verständigung und Frieden zwischen Israel und den Unterzeichnern der Abraham-Abkommen ein. Der arabische Name bedeutet übersetzt „Partnerschaft“. Die Bahrainer besuchten auch die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und trafen Politiker der Knesset.

Von: efr

]]>
Wed, 13 Oct 2021 14:38:00 +0200
<![CDATA[Wissenschaftliche Inspiration in Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/10/13/wissenschaftliche-inspiration-in-israel/ Einer der diesjährigen Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises hat einige seiner wissenschaftlichen Grundlagen in Israel gefunden. Der amerikanisch-israelische Ökonom Joshua D. Angrist, Professor am Wissenschaftsinstitut von Massachusetts (MIT), lehrte von 1991 bis 1995 an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Untersuchungen in Israel

In Israel entwickelte Angrist Methoden, um für „natürliche Experimente“ sichere Rückschlüsse zu ziehen. Bei solchen Experimenten geht es meist um gesellschaftliche Untersuchungen. Ein Problem dabei ist, die Auswirkung etwa von politischen Entscheidungen festzuhalten, da es wenig Vergleichsmöglichkeiten gibt.

In Israel traf Angrist auf den besonderen Umstand, dass die Größe von Schulklassen nicht mehr als 40 sein darf. Diese Regel geht auf den jüdischen Gelehrten Maimonides (1138–1204) zurück. Angrist führte daher Untersuchungen durch, die der Frage nach dem Zusammenhang von Klassengröße und Schulleistungen nachgehen.

Das Nobelkomitee würdigte Angrist für die methodologischen Beiträge in dem Feld der „natürlichen Experimente“. Angrist teilt sich eine Hälfte des Preises mit dem amerikanisch-niederländischen Ökonom Guido W. Imbens (Universität von Kalifornien in Berkeley). Die andere Hälfte geht an den Kanadier David Card (Universität Standford).

„Loyaler Freund Israels“

Schon vor seiner Zeit an der HU war Angrist mit Israel verbunden: Er kam 1960 in Ohio in einer jüdischen Familie zur Welt, und nach dem College-Abschluss lebte er von 1982 bis 1985 in dem jüdischen Staat. Dort diente er auch in der Armee. Von 2004 bis 2005 hielt er sich nochmals an der Hebräischen Universität auf. 1994 gehörte er einer Arbeitsgruppe im Finanzministerium an, die sich mit dem israelisch-palästinensischen Arbeitsmarkt befasste.

Der Präsident der Hebräischen Universität, Ascher Cohen, sagte zu der Auszeichnung: „Sein Preis ehrt uns und ist ein großes Privileg für die vielen Studenten, die gemeinsam mit ihm lernen durften.“ Angrists Professorenkollege Victor Lavy von der HU, mit dem er in den 1990er Jahren zusammenarbeitete, bezeichnete Angrist als „loyalen Freund des Staates Israel und der Hebräischen Universität“.

Von: Daniel Frick

]]>
Wed, 13 Oct 2021 14:32:00 +0200
<![CDATA[Platz zu Ehren eines japanischen Judenretters eingeweiht]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/13/platz-zu-ehren-eines-japanischen-judenretters-eingeweiht/ JERUSALEM (inn) – Die Stadt Jerusalem hat am Montag einen Platz zu Ehren des japanischen Diplomaten Chiune Sugihara eingeweiht. Er hatte während des Zweiten Weltkrieges in Litauen Transitvisa an Juden ausgestellt und dadurch zahlreiche Menschenleben gerettet. Da er sich dem Willen seiner Regierung widersetzte, bedeutete die Aktion das Ende seiner diplomatischen Karriere.

Bei der Einweihung war der 72-jährige Sohn des Judenretters, Nobuki Sugihara, zugegen. Er lebt in Belgien. Ende der 1960er Jahre hatte er an der Hebräischen Universität studiert und nahe des Platzes im Südwesten Jerusalems gelebt. Die Gegend von Ir Ganim und Kiriat Jovel habe sich so entwickelt, dass sie fast nicht mehr wiederzuerkennen sei, sagte er. „Der Anblick ist anders, die Bäume sind größer, die Leute sind gewachsen, Überlebende haben Kinder und Enkel bekommen.“

Sein Vater hätte „sich nie vorgestellt“, dass so viele Empfänger der Visa überleben würden, ergänzte der Sohn laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Mittlerweile gebe es mehrere Hunderttausend Nachkommen der Geretteten. Auf seine Frage, warum er damals geholfen habe, sei die Antwort des Vaters gewesen: Er habe Mitleid mit den Menschen gehabt, die sich vor dem Konsulat in Kovno – dem heutigen Kaunas – versammelten. Sie hätten sonst nirgendwo hingehen können. „Er mochte nichts von ‚gerettet‘ hören. Er tat einfach, was er tun konnte.“

Der japanische Botschafter in Israel, Koji Tomita, bekundete bei der Zeremonie seinen Stolz, „einen so entschlossenen älteren Kollegen zu haben“. Bürgermeister Mosche Leon bezeichnete die Feier als emotionalste Einweihungszeremonie seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren. Dies liege an der Zahl der Nachkommen, die dank Sughiharas Handeln leben könnten. Der Familie des Diplomaten sagte er: „Wir lieben Sie. Wir werden immer wertschätzen, was Sie getan haben – und mit ‚wir‘ meine ich die Bewohner Jerusalems und das Volk Israel.

Visa auch ohne nötige Dokumente

Chiune Sugihara diente in Kovno als stellvertretender japanischer Konsul. Nachdem Nazideutschland im September 1939 Polen überfallen hatte, flohen zahlreiche Juden ins damals unabhängige Litauen. 1940 versammelten sich Flüchtlinge vor dem Konsulat und baten um Transitvisa, um über die Sowjetunion nach Japan gelangen zu können. Der Diplomat fragte bei seiner Regierung an, erhielt aber keine Erlaubnis.

Die Webseite der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem zitiert ihn mit den Worten: „Etwa am 10. August entschied ich, dass es keinen Sinn mehr hatte, weiter mit Tokio zu verhandeln. Am folgenden Tag begann ich aus eigenem Antrieb, mit voller Verantwortung von meiner Seite, den Flüchtlingen japanische Transitvisa auszustellen. Dabei achtete ich nicht darauf, ob Soundso die nötigen Dokumente hatte oder nicht.“

Sugihara gab mehr als 3.000 Visa an jüdische Familien und Einzelpersonen aus. Dazu gehörten etwa 300 Lehrer und Schüler der Mir-Jeschiva. Diese wurde nach einer Zwischenstation in der chinesischen Stadt Schanghai nach Jerusalem verlegt, wo sie bis heute im Viertel Beit Israel existiert. Yad Vashem merkt an, es sei der einzige Fall, in dem eine Talmudschule komplett vor den Nationalsozialisten gerettet wurde.

Amtlichen Stempel an Flüchtling übergeben

Der Konsul indes schrieb alle Visa per Hand, er arbeitete Tag und Nacht. Seine Ehefrau Yukiko massierte ihm zwischendurch die schmerzenden Finger. Als er ausreisen musste, begleiteten viele Juden ihn und die Familie zum Abschied an den Bahnhof. Noch im Zug stellte er die lebenswichtigen Dokumente aus und reichte sie den Verfolgten durch das Fenster. Den Stempel des Konsluates übergab er einem der Flüchtlinge, der damit weitere Juden retten konnte.

Zum Ende des Krieges wurde die Familie von den Russen für 18 Monate in einem sibirischen Kriegsgefangenenlager interniert. Nach seiner Rückkehr nach Japan wurde Sugihara aus dem diplomatischen Dienst entlassen. Das kam für ihn nicht überraschend: „Ich hatte keinen Zweifel, dass ich eines Tages von meiner Arbeit im Außenministerium gefeuert werden würde.“

Im Jahr 1984 erkannte Israel die Taten des Japaners an, er wurde als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. 1985 starb er im Alter von 86 Jahren. Japan würdigte sein Handeln 2000 posthum.

An der Einweihung nahmen auch Überlebende und deren Nachkommen teil. Manche hatten Listen von Empfängern der Visa und gerahmte Kopien der Dokumente dabei, schreibt die Nachrichtenseite „Japantimes“. Ein 94-jähriger Jude dankte dem Sohn dafür, dass dessen Vater ihm ein Transitvisum ausgestellt hatte. Dieser habe das Leiden und die Probleme der Juden verstanden und entsprechend gehandelt. Da viele Visa für Familien galten, ist anzunehmen, dass der als „japanischer Oskar Schindler“ bekannte Diplomat etwa 6.000 Juden vor der NS-Verfolgung gerettet hat.

Gott mehr gehorcht als den Menschen

Sugihara selbst drückte es einmal so aus: „Jene Menschen erzählten mir, was für einem Horror sie ausgesetzt würden, wenn sie nicht von den Nazis wegkamen, und ich glaubte ihnen. Es gab keinen anderen Ort, wo sie hätten hingehen können. Sie vertrauten mir. Sie erkannten mich als legitimen Funktionär des japanischen Ministeriums an. Wenn ich länger gewartet hätte, selbst wenn die Erlaubnis gekommen wäre – es hätte zu spät sein können.“

Ein weiterer Beweggrund für sein Handeln findet sich in einem Zitat, das Yad Vashem dokumentiert: „Ich mag meiner Regierung den Gehorsam verweigert haben, aber hätte ich es nicht getan, dann hätte ich Gott den Gehorsam verweigert.“

Von: eh

]]>
Wed, 13 Oct 2021 14:32:00 +0200
<![CDATA[Größte byzantische Weinfabrik der Welt entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/10/13/groesste-byzantische-weinfabrik-der-welt-entdeckt/ JAVNE (inn) – In Israel ist eine 1.500 Jahre alte byzantinische Weinfabrik in der Größe eines modernen Fußballfeldes ausgegraben worden. Sie zeigt, wie Winzer die Nachfrage nach hochwertigem Weißwein deckten, der in der gesamten antiken Welt beliebt war. In der Stadt Javne, etwa 23 Kilometer südlich von Tel Aviv gelegen, konnten fünf Weinpressen nach Angaben der Israelischen Altertumsbehörde einst rund 2 Millionen Liter pro Jahr produzieren.

Jede Weinpresse war 225 Quadratmeter groß, wobei jeweils noch ein Trittboden dazu gehörte. Dort wurden die Trauben barfuß zerkleinert, um die Flüssigkeit zu extrahieren. Ebenso wurden Fächer für die Gärung des Weins gebaut. Daneben fanden sich zwei riesige achteckige Fässer zum Sammeln des Weins.

Die steinernen Strukturen sind so gut erhalten, dass es immer noch leicht ist, sich den Weinherstellungsprozess vorzustellen – von der Plattform, auf der sich die Traubenstapel unter ihrem eigenen Gewicht auftrennen und den Saft für die erlesensten Weine freisetzen, über den Boden, auf dem die Trauben gestampft werden, bis hin zu den Auffangwannen.

Von Gaza ins Ausland verschifft

Dutzende von großen und dünnen Weinkrügen, die in großen Brennöfen vor Ort hergestellt wurden und bis zu 25 Liter fassen können, wurden ebenfalls gefunden. Solche Krüge mit Deckel konnten stabil in Öffnungen gesteckt werden, die noch erhalten geblieben sind.

Diese seien als „Gaza-Gefäße" bekannt und seien von den nahe gelegenen Häfen Aschkelon und Gaza ins Ausland verschifft worden, hieß es aus der Altertumsbehörde. Solche Krüge wurden in ganz Europa gefunden – ein Beweis dafür, dass der Wein sehr begehrt war.

Jon Seligman, einer der Ausgrabungsleiter, erklärte, dass Wein in der Antike ein weit verbreitetes Getränk war, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen serviert wurde. Er wurde oft als Ersatz für Wasser verwendet, das nicht immer sicher zu trinken war, oder als Zusatzstoff zur Verbesserung des Geschmacks und des Nährwerts.

„Fünf riesige Weinpressen direkt nebeneinander zu haben, zeigt, dass es hier ein industrielles Design gibt“, sagte Seligman. „Es ist unmöglich, zu wissen, wie der Wein damals geschmeckt hat.“ Er wies darauf hin, dass antike Texte das Getränk als einen leichten Weißwein beschrieben, der „angenehm im Geschmack“ war.

Riesige Anlage

Nach Angaben der Altertumsbehörde handelt es sich um die größte „Weinfabrik“ in der damaligen Zeit. Die Anlage umfasst eben die fünf prächtigen Weinpressen, Lagerhäuser für die Reifung und Vermarktung des Weins und Öfen zum Brennen der Tonamphoren, in denen der Wein gelagert wurde. Hinzu kommen Zehntausende von Fragmenten und intakte irdene Amphoren, also aus Ton, sowie ein gut geplanter Zugang zwischen den Einrichtungen.

Die Ausgrabungen sollen wieder zugeschüttet werden, um sie vor den bevorstehenden Winterregen zu schützen. Doch ist geplant, sie zu renovieren und im nächsten Jahr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Bericht in den Fernsehnachrichten nannte auch wunderbar geschnitzte steinerne Nischen. Sie zeigen, wie wohlhabend die Besitzer der Weinpresse waren. Ebenso hieß es, dass die freien Flächen in der „Weinfabrik“ so riesig waren, dass sie dem damaligen Sanhedrin (Hohen Rat) genügend Platz boten, um dort zu tagen.

Der Sanhedrin war eine Versammlung von 71 Gelehrten, später Rabbiner, die in jeder Stadt als Tribunal dienten. Im Jerusalemer Sanhedrin wurde Jesus zum Tode verurteilt und zu Pontius Pilatus geschickt. Dieser sollte als römischer Statthalter das Urteil aussprechen und vollstrecken, da die jüdische Bevölkerung unter römischer Besatzung dazu nicht befugt war.

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Wed, 13 Oct 2021 12:23:00 +0200
<![CDATA[Bennett: Müssen Macht der Ultra-Orthodoxen beschränken]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/13/bennett-muessen-macht-der-ultra-orthodoxen-beschraenken/ Premierminister Naftali Bennett hat am Dienstag auf der jährlichen Konferenz der „Jerusalem Post“ Kritik am ultra-orthodoxen Einfluss geübt. Er sei froh, dass es Haredim gebe, ein Israel ohne Religion sei nichts, was er wolle. „Aber wir müssen ihre Macht beschränken“, sagte der modern Orthodoxe. Zur politischen Linken erklärte er: „Natürlich haben wir viele Differenzen, aber ich bin froh, dass es diesen Gegenpol gibt.“ Dass sich seine Regierung „um alle Israelis“ kümmere, sei „eine Neuheit“. Bei der Konferenz sprachen auch zahlreiche andere Politiker, darunter Staatspräsident Jitzchak Herzog.

Von: ser

]]>
Wed, 13 Oct 2021 10:19:00 +0200
<![CDATA[Drohnen liefern Sushi aus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/10/12/drohnen-liefern-sushi-aus/ Drohnen haben am Montag Sushi im Großraum Tel Aviv ausgeliefert. Im Rahmen eines Testprogramms der israelischen nationalen Drohnen-Initiative müssen sie verschiedene Aufgaben erledigen. Diese werden ihnen über ein gemeinsames Kontrollsystem zugeteilt. Fünf Unternehmen sind an den Tests beteiligt, deren Drohnen täglich etwa 300 Flugstrecken zurücklegen. Geplant sind auch Transporte von Blutspenden und -blättchen in medizinische Einrichtungen. Das Projekt dient dem Aufbau eines nationalen Netzwerkes in der Luft, das der Öffentlichkeit zugutekommen soll.

Von: efr

]]>
Tue, 12 Oct 2021 13:54:00 +0200
<![CDATA[Mehr israelisches Wasser für Jordanien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/12/mehr-israelisches-wasser-fuer-jordanien/ Israel verdoppelt im kommenden Jahr die Menge des an Jordanien gelieferten Wassers. Dazu unterzeichneten die israelische Energieministerin Karine Elharrar und der jordanische Wasserminister Mohammed al-Nadschar am Montag in Jordanien ein Abkommen. Elharrar sagte: „Die Unterzeichnung eines Abkommens zur Erhöhung der Wassermenge ist eine eindeutige Erklärung, dass wir gute nachbarliche Beziehungen anstreben.“ Außenminister Jair Lapid schrieb auf Twitter, es handele sich um einen weiteren Schritt der Zusammenarbeit zwischen Israel und Jordanien bei den Herausforderungen der Staaten.

Von: eh

]]>
Tue, 12 Oct 2021 13:41:00 +0200
<![CDATA[Israels hausgemachte Front]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/12/israels-hausgemachte-front/ Der gerade ausgeklungene September zählte 30 Tage. Die israelische Nation zählte 32 Verkehrstote.

Das Monatsende brachte fünf Tote bei einem einzigen Unfall: eine 36-jährige Frau mit ihren drei Kindern, deren Ehemann und Vater aus dem Krankenhaus per Ambulanz zur Beerdigung gefahren wurde. Und der unfallverursachende 76-jährigen Busfahrer, der mit dutzenden Verkehrsvergehen registriert ist. Zum Zeitpunkt seiner Beisetzung wurde die Mehrheit der 40 Kinder, die er transportiert hatte, weiter stationär behandelt. Seit Jahresbeginn beläuft sich Israels Bilanz auf 249 Verkehrstote.

Traurige Größenordnung

Viel hat sich in Israel in Sachen Verkehrssicherheit getan, wozu mehr gehört als die in aller Welt gelobte Mobileye-Technologie. Obwohl Israel nicht mehr wie bis in die 1970er Jahre hinein als Land mit unverhältnismäßig vielen fatalen Verkehrsunfällen gilt, ist die Gesamtbilanz erschreckend: Seit Gründung des Staates 1948 kamen mehr als 30.000 Personen dadurch ums Leben.

Das sind rund 6.000 Personen mehr, als das Land seit 1880, als Statistiken zur entstehenden vorstaatlich-jüdischen Gemeinschaft angelegt wurden, an gefallenen Soldaten und Terror-Opfern betrauert. Dieses kaum fassbare Zahlenverhältnis macht einsichtig, warum nicht nur Gefallene und Kriegsversehrte im israelischen Lebensalltag eine Rolle spielen, sondern ebenfalls die Blutspur auf den Straßen.

Die Ausgangslage im Vergleich

Laut einem Bericht für Verkehrssicherheit von 2020 verfügt Israel über rund 20.000 Kilometer Straßennetz. Davon sind 57 Prozent urbane Verkehrswege, auf denen sich die große Mehrzahl der Unfälle ereignet, aber weniger als 40 Prozent der Toten gezählt werden. 2019 waren in Israel bei einer Bevölkerungsgröße von etwas über neun Millionen Personen 3,6 Millionen Fahrzeuge registriert, die überwältigende Mehrheit PKWs, deren Zahl sich in den vergangenen 20 Jahren annähernd verdoppelte.

2018, in einem Jahr mit „nur“ 316 Verkehrstoten, verschlangen Unfallfolgen 14 Milliarden Schekel (rund 3,7 Milliarden Euro). Das macht 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

Im Vergleich zu dem bezüglich Bevölkerung fast gleichaufliegenden Österreich mit fast doppelter Fahrzeugzahl und drei Mal so vielen Unfällen, kommt Israel dennoch mit Leichtigkeit an die Statistik der österreichischen Verkehrstoten heran. Es ringt zudem mit einer zirka 15-mal höheren Folgelast für das Bruttoinlandsprodukt. Beide Parameter deuten an, wie belastend abgesehen vom menschlichen Leid im Fall von Tod wie auch Verletzung die sozioökonomischen Folgen sind.

Russisches Roulette, egal mit welchem Verkehrsmittel

Israels Busse und insbesondere LKWs machen einerseits einen geringen Anteil der zugelassenen Fahrzeuge aus, kommen andererseits aber auf einen hohen Kilometerstand. Sie sind verhältnismäßig häufig in Unfälle verwickelt, vor allem in Unfälle mit Todesfolge. Davon sind nicht nur PKWs, auf deren Insassen 36 Prozent (2019) der israelischen Verkehrstoten entfallen, sondern ebenfalls Zweiradfahrer aller Art betroffen.

Seit einigen Jahren steigt in Israel nicht nur die Zahl der tödlich verunglückten Fahrradfahrer; von 2018 auf 2019 um erschreckende 112 Prozent. Es kommen zudem immer mehr Personen zu Schaden, die mit Elektro-Rädern und E-Rollern unterwegs sind. Für 2019 ist festzuhalten, dass Radfahrer 10 Prozent und motorisierte Zweiradfahrer 18 Prozent der 355 Verkehrstoten ausmachten.

Diesbezüglich spielt eine Rolle, dass deren Zahl sprunghaft angestiegen ist, zugleich aber kaum für adäquate Infrastrukturen und schon gar nicht für eine Anpassung der Verkehrsvorschriften gesorgt wurde. Die hinterherhinkenden israelischen Behörden wurden erst wach, als eine weitere Verkehrsteilnehmergruppe, die Fußgänger, vor allem wegen der neuen Kategorie der motorisierten Zweiräder Tote zu beklagen hatte. Fußgänger rangieren gleich hinter PKW-Insassen mit rund 25 Prozent Anteil an zweiter Stelle der israelischen Verkehrstoten.

Extreme Widersprüche

Israel ist ein Land der Widersprüche. Es gilt seit Jahrzehnten als Paradies für Vegetarier und avancierte überdies zur „globalen Veganer-Hochburg“. Trotzdem rangiert Israel an der Spitze des weltweiten Verzehrs von Hühnerfleisch. Ebenso trifft zu: Trotz Tausender von Raketen sind wenige zivile Todesopfer zu beklagen, wozu beiträgt, dass sich die Bevölkerung an die behördlichen Schutzanweisungen hält.

Springt jedoch eine Ampel auf Rot um – und in Israel geschieht das graduell, da zunächst das grüne Licht drei Mal blinkt, bevor oranges und dann erst rotes Licht aufleuchtet –, bleibt der Fuß vieler Fahrer auf dem Gaspedal. Das Überfahren einer „kirschgrünen“ Ampel ist so etwas wie Volkssport und rangiert in Israel mit über 20 Prozent an der Spitze aller Verkehrsregelverstöße.

Verkehrsregeln als freundlich gemeinte Empfehlungen

Grundsätzlich gilt für Israel: Gas und Hupe sind wichtiger als die Bremse. Die Rechts-vor-links-Regel ist auch in Israel bekannt, wird aber schlichtweg nicht praktiziert. Wer fährt, der fährt, wer zögert, hat das Spiel verloren, und wer fährt und zudem hupt, der verschafft sich nach Landesgepflogenheiten die Vorfahrt, egal was Regeln besagen.

Wie in vielen Ländern der Welt, ist auch in Israel überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Rund die Hälfte aller motorisierten Verkehrsteilnehmer, so zeigen die Statistiken, hält sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen. Dabei kommt sowohl die typisch israelische Unverfrorenheit zum Vorschein, als auch ein wenig fürsorglicher Egoismus. Anderen ist anzumerken, dass sie gerade daran arbeiten, ihre aufgestauten Aggressionen abzubauen.

Das Endergebnis ist oftmals das gleiche: Aus Israels Straßen sind wahrhafte Kamikazekommandos unterwegs. Selbst auf Überlandstraßen mit einer Beschränkung von 120 Kilometern pro Stunde rauschen Autos regelrecht vorbei, und das vielfach bei nicht wirklich idealem Straßenzustand. Der Landesrekord dürfte bei rund 240 Kilometern pro Stunde liegen; bekannt lediglich aus einem Grund: ausnahmsweise erwischt. Das aber natürlich nicht während der Fahrt, sondern erst wegen eines bei Facebook eingestellten Clips.

Slalom beliebt

Ebenso oft kommt es vor, dass plötzlich ein Fahrzeug rechts wahrzunehmen ist, obwohl sich da lediglich ein Standstreifen befindet. Slalomfahren ist besonders beliebt, erst recht, wenn dafür drei oder vier Spuren zum beliebigen Fahrbahnwechsel verfügbar sind. Selbst bei solchen Manövern wird ein Accessoire hartnäckig ignoriert: der Blinker. Zugleich ist die Einhaltung von Mindestabstand in Israel Garant dafür, dass sich ein Fahrzeug reinquetscht. Selbst behäbige Lastwagen scheren auf Schnellstraßen nach links direkt vor andere überholende Fahrzeuge aus, sollten diese nicht dicht genug aufschließen – egal, bei welcher Geschwindigkeit.

Was in den meisten Ländern wohl in die Kategorie „Überfallkommando“ fällt, gilt in Israel bestenfalls als zügige Fahrweise, erst recht wenn Fahrer unter 24 Jahren unterwegs sind, die satte 19 Prozent aller Unfälle verursachen. Wie meinte doch einmal eine Freundin zu mir: „Wir wollten noch ein drittes Kind, nur so zur Sicherheit, schließlich läuft ein Kind statistisch Gefahr, in der Armee umkommen, und eins hat Chancen, den Straßenverkehr nicht zu überleben …“

Von: Antje C. Naujoks

Antje C. Naujoks studierte Politologie an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Die freischaffende Übersetzerin lebt seit fast 35 Jahren in Israel, davon ein Jahrzehnt in Be‘er Scheva.

]]>
Tue, 12 Oct 2021 13:15:00 +0200
<![CDATA[Knesset-Gruppe für Abraham-Abkommen eingerichtet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/12/knesset-gruppe-fuer-abraham-abkommen-eingerichtet/ JERUSALEM (inn) – Die Knesset hat eine Gruppe gegründet, die sich den Abraham-Abkommen widmet. Die Abgeordneten Ofir Akunis (Likud) und Ruth Wasserman Lande (Blau-Weiß) stehen ihr vor. Am Montag waren zur Eröffnung der Berater und Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner, und dessen Frau Ivanka Trump zugegen.

Verteidigungsministerminister Benny Gantz (Blau-Weiß) betonte laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“, dass die Abkommen möglich gewesen seien, weil Israel zuvor auf eine Annexion von Teilen des Westjordanlands verzichtet hatte. Er sei sich sicher, dass weitere Abkommen folgen. Die bereits bestehenden müssten dabei weiter gestärkt werden. Außerdem gelte es weiter, Frieden mit den Palästinensern zu erreichen.

Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) dankte Donald Trump und dem ebenfalls anwesenden Oppositionsführer Benjamin Netanjahu (Likud) für ihre Rolle bei den Abkommen. Netanjahu war zum damaligen Zeitpunkt israelischer Regierungschef. Lapid rief auch andere Länder und die Palästinenser zum Frieden auf: „Diejenigen, die im Nahen Osten leben, sind eingeladen, sich umzusehen und zu erkennen, welche Länder in einer besseren Lage sind – diejenigen, die nach Frieden streben, oder diejenigen, die nach Krieg streben.“

Neues Friedens-Zentrum

Ebenfalls am Montag wurde das „Friedman-Zentrum für Frieden durch Stärke“ mit einem Galadinner in Jerusalem eröffnet. Es ist benannt nach dem früheren US-Botschafter in Israel, David Friedman. Der Spruch „Frieden durch Stärke“ gilt als Credo von Netanjahu, der nach eigenem Bekunden immer anstrebte, die Beziehungen in Nahost aus einer Position der Stärke heraus zu gestalten.

Das Zentrum führt in seiner Selbstbeschreibung die im biblischen Buch Jesaja Kapitel 2 beschriebene Friedensvision an.Friedman erklärte außerdem, er wolle Jerusalem ins Zentrum der Normalisierungs-Bestrebungen und -Förderungen setzen. In diesem Zusammenhang sei es auch ein Ziel, mehr muslimische Touristen in die Stadt zu bringen.

An dem Eröffnungsabend wurde der frühere US-Außenminister Mike Pompeo mit dem ersten „Frieden-durch- Stärke-Preis“ ausgezeichnet. Der Chef des Fußball-Weltverbandes FIFA, Gianni Infantino, war bei seinem ersten offiziellen Israelbesuch ebenfalls zugegen. Er stellte die Möglichkeit in den Raum, dass Israel zusammen mit einem arabischen Land auch einmal die Fußball-Weltmeisterschaft austrägt.

Palästinenser protestieren

Der palästinensische Fußballverband (PFA) sagte indes ein Treffen mit dem FIFA-Präsidenten in Ramallah ab. Denn das Galadinner fand im Toleranzmuseum statt, das zum Teil auf dem muslimischen Mamilla-Friedhof nahe der Nordwestecke der Altstadt gebaut wurde. Vor etwa zehn Jahren kam es in diesem Zusammenhang zu einem Gerichtsstreit.

Der Chef des PFA, Dschibril Radschub, sprach in einer Mitteilung vom Dienstag von einem „totalen Affront gegen die Werte der religiösen Toleranz und der friedvollen Koexistenz, die auch die FIFA unterstützt“.

Von: df

]]>
Tue, 12 Oct 2021 12:57:00 +0200
<![CDATA[Erster Präsident der Islamischen Republik gestorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/12/erster-praesident-der-islamischen-republik-gestorben/ PARIS (inn) – Abolhassan Banisadr war der erste Präsident des Iran nach der Islamischen Revolution 1979. Nun ist er im Alter von 88 Jahren im Krankenhaus Salpêtrière in Paris gestorben.

Banisadr wurde 1933 in der Provinz Hamadan im Westen des Iran geboren. Seine Familie war mit Ruhollah Chomeini befreundet, der die Revolution anführte und nach dem Sturz des Schahs oberster geistlicher Führer der Islamischen Republik wurde.

Schah-Gegner und Chomeini-Vertrauter

Als junger Mann nahm Banisadr an Demonstrationen gegen das Schah-Regime teil und kam mehrmals ins Gefängnis. Anfang der Sechzigerjahre verließ er den Iran und schloss sich in Frankreich der Exilopposition um Ajatollah Chomeini an. Als dieser 1979 in den Iran zurückkehrte und die Herrschaft antrat, war Banisadr eng an seiner Seite. 1980 machte Chomeini ihn zum ersten Präsidenten der neugegründeten Islamischen Republik Iran.

Aber bereits 1981 wurde er seines Amtes wieder enthoben. Die offizielle Begründung lautete schlichtweg „Unfähigkeit“. Banisadr selbst betont in seinen Darstellungen im Nachhinein seine wachsende Opposition zu Ajatollah Chomeini. „Ich war wie ein Kind, das seinen Vater dabei beobachtet, wie er langsam zum Alkoholiker wird“, sagte er einmal in einem Interview. „Die Droge war in diesem Fall die Macht.“ Er habe daran geglaubt, dass die Revolution dem Iran Freiheit und Demokratie bringen würde, und sei eines Besseren belehrt worden.

Ein Architekt des Mullah-Regimes

Richtig ist, dass Chomeini seinen Anhängern Freiheit versprochen hatte. Zuallererst Freiheit vom Schah. Als Sprössling einer klerikalen Familie teilte Banisadr die strengen religiösen Vorstellungen Chomeinis. Seine westlichen Anzüge können leicht darüber hinwegtäuschen, dass er das heutige Mullah-Regime seit der Planungsphase aktiv mitgestaltet hat. Unter anderem warf ihm das iranische Parlament seine enge Verbindung zu den oppositionellen, aber nicht weniger radikal-islamischen Volksmudschaheddin und ihrem Anführer Masud Radschawi vor.

Gemeinsam mit Radschawi floh Banisadr 1981 nach Frankreich. Dazu rasierte er sich seinen für ihn typischen Schnurbart ab. Iranische Medien verbreiteten die Nachricht, er sei als Frau verkleidet entkommen – also auf besonders unehrenhafte Weise. Über seinen Tod berichtet beispielsweise die iranische Nachrichtenseite „Farsnews“ kurz angebunden: Der erste Präsident des Iran sei wohl im Krankenhaus in Paris gestorben. Nachdem das Parlament ihn aufgrund seiner Inkompetenz abgesetzt habe, sei er nach Frankreich geflohen und habe in den letzten 40 Jahren gegen das iranische Volk gearbeitet.

Schwere Vorwürfe auch aus der Opposition

Aber auch viele Regimegegner haben wenig Lob für Banisadr übrig. Er gilt als Verräter – am Schah, an Chomeini und am iranischen Volk. Den Schah sieht ein Großteil der später geborenen Generation in einem verklärten Licht. Sein Umgang mit politischen Gegnern hat angesichts der Mullah-Herrschaft an Schrecken verloren. Die Religionsfreiheit und der wirtschaftliche Aufschwung unter dem letzten Schah erscheinen aus heutiger Sicht geradezu paradiesisch.

Chomeini mag zwar niemand leiden. Trotzdem gilt ein Bündnis mit Radschawi als Verrat – und Verrat unter Freunden als höchst verwerflich. Und das iranische Volk habe Banisadr verraten, als er im Iran-Irak-Krieg als oberster Befehlshaber keine Verstärkung in eine der schlimmsten Schlachten des Krieges schickte. Ihm wird zur Last gelegt, dass die beiden großen Grenzstädte Chorramschahr und Abadan unter hohen Verlusten an den Irak gefallen sind. Erst nach Banisadrs Absetzung hat der Iran sie zurückerobert. Manche sagen, er habe damit die Herrschaft Chomeinis schwächen wollen, andere werfen ihm Unfähigkeit vor. In jedem Fall sei es richtig gewesen, ihm die Präsidentschaft zu entziehen. Auch seine Flucht deuten noch manche als Verrat.

Mit unzähligen Interviews und regimekritischen Schriften aus dem französischen Exil konnte Banisadr seinen Ruf bei den Iranern nicht mehr retten. Der Mann, der sich anfangs noch als Exilpräsident betrachtete und auf Unterstützung hoffte, geriet in Vergessenheit. Bei einer Umfrage zu beliebten iranischen Führungspersönlichkeiten unter rund 18.000 Iranern innerhalb und außerhalb des Landes tauchte sein Name 2018 nicht einmal auf. Im Gegensatz dazu kommt Reza Schah, der Sohn des letzten iranischen Schahs, auf fast 40 Prozent.

Von: Carmen Shamsianpur

]]>
Tue, 12 Oct 2021 12:05:00 +0200
<![CDATA[Papst telefoniert mit Abbas]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/12/papst-telefoniert-mit-abbas/ Papst Franziskus hat die Bedeutung einer „Zwei-Staaten-Lösung“ zwischen Israelis und Palästinensern bekräftigt. Dies berichtete die palästinensische Nachrichtenseite WAFA am Montag. „Wir alle wollen eine Zwei-Staaten-Lösung, und Ostjerusalem ist die Hauptstadt des Staates Palästina“, sagte er demnach bei einem Telefongespräch mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas. Dieser äußerte seine Wertschätzung über die „Freundschaft“ mit dem katholischen Kirchenoberhaupt.

Von: eh

]]>
Tue, 12 Oct 2021 11:26:00 +0200
<![CDATA[Kirchen kritisieren vorübergehende Erlaubnis für „stilles Gebet“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/12/kirchen-kritisieren-voruebergehende-erlaubnis-fuer-stilles-gebet/ Jerusalemer Patriarchen und Kirchenleiter haben am Montag die Entscheidung einer Richterin kritisiert, ein „stilles Gebet“ für Juden auf dem Tempelberg zuzulassen. An sich dürfen auf dem Gelände nur Muslime beten. Die Entscheidung beeinträchtige das exklusive Recht der Muslime auf ihre heilige Stätte, erklärten die Patriarchen. Die Kirchen stünden an der Seite ihrer muslimischen Brüder „in dieser Ungerechtigkeit“, die sie getroffen habe. Bereits am Freitag hatte das Bezirksgericht die Entscheidung allerdings wieder aufgehoben. Damit reagierte es auf einen Einspruch der Jerusalemer Polizei.

Von: eh

]]>
Tue, 12 Oct 2021 11:09:00 +0200
<![CDATA[FIFA-Chef: Weltmeisterschaft in Israel möglich]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/12/fifa-chef-weltmeisterschaft-in-israel-moeglich/ Der Chef des Fußball-Weltverbands FIFA, Gianni Infantino, hält es für möglich, dass Israel zusammen mit einem arabischen Land eine Weltmeisterschaft austrägt. Das sagte der Schweiz-Italiener am Montag bei der Eröffnung des „Friedman-Zentrums für Friede durch Stärke“ in Jerusalem. Das Zentrum ist benannt nach dem früheren US-Botschafter in Israel, David Friedman. Ziel der Einrichtung ist es, den durch die Abraham-Abkommen entstandenen Frieden zwischen Israel und Teilen der arabischen Welt zu fördern.

Von: df

]]>
Tue, 12 Oct 2021 10:49:00 +0200
<![CDATA[Israelisch-amerikanischer Ökonom gewinnt Nobelpreis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/10/11/israelisch-amerikanischer-oekonom-gewinnt-nobelpreis/ Unter den drei diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträgern ist auch ein US-Amerikaner mit israelischer Staatsbürgerschaft: Joshua Angrist. Der 61-Jährige lehrte unter anderem an der Hebräischen Universität Jerusalem, bevor er 1996 ans „Massachussetts Institute of Technology“ in Cambridge in den USA wechselte. Angrist und der niederländisch-amerikanische Wissenschaftler Guido Imbens werden gemeinsam für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalbeziehungen ausgezeichnet. Dritter Preisträger ist der in Kanada geborene Arbeitsmarktforscher David Card.

Von: eh

]]>
Mon, 11 Oct 2021 14:28:00 +0200
<![CDATA[Ägyptische Pilgerkarte aus dem 14. Jahrhundert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/10/11/aegyptische-pilgerkarte-aus-dem-14-jahrhundert/ JERUSALEM (inn) – Im Jerusalemer Israel-Museum wird derzeit eine sehr ungewöhnliche Landkarte aus dem 14. Jahrhundert ausgestellt. Das 11 Meter lange Pergament hat ein ägyptischer Jude gezeichnet und illustriert. Es wurde zusammengerollt in der Nationalbibliothek von Florenz aufbewahrt, sodass die Farben nicht durch Lichteinfall zerstört wurden.

Der Name des Künstlers ist nicht bekannt. Er hat eine Pilgerreise erst durch die Sinaihalbinsel und dann durch das Heilige Land bis hinauf zum Libanon unternommen und daraus eine Landkarte geschaffen. Einige markante Stellen, wie etwa das Jaffator von Jerusalem oder den Tempelberg, hat er in Bildern festgehalten und auf Hebräisch beschriftet, was der Karte einen zusätzlichen Wert verleiht.

Doktorarbeit über die Landkarte

Die Kuratorin Rachel Sarfati weiß schon seit über zehn Jahren von der Landkarte. Sie hat sie ausführlich studiert und darüber ihre Doktorarbeit verfasst.

Nachdem sie bereits für ihren Masterabschluss Schriftrollen aus etwas späteren Jahrzehnten erforscht hatte, erfuhr Sarfati zum ersten Mal von einer Kollegin, die in Israel zu Besuch war, von dem alten Kairoer Pergament in Florenz. Das war im Jahr 2007. Sarfati bat um Fotos und Scans der Schriftrolle. „Ich wusste sofort, dass es sich um ein echtes Exemplar handelt“, sagt sie. „In der Sekunde, in der ich sie sah, wusste ich, dass sie aus einer frühen Periode stammte. Ich konnte die feinen Details auf den gescannten Fotos sehen, und ich kannte die Ikonographie und die Beschreibungen dieser Epochen.“

Antike Orte in vertrauter Landschaft

Es handelt sich um ein Relikt, das Stätten und Orte zeigt, die in der Antike erbaut und besucht wurden. Sie befinden sich jedoch in einer Landschaft, die den Museumsbesuchern sehr vertraut ist. Dies wird in der Ausstellung „Painting a Pilgrimage" (Eine gemalte Pilgerfahrt) mit digitalen Karten zum Anfassen und zwei wandgroßen Diashows unterstrichen, die einen bildlichen Überblick über diese Orte in der heutigen Zeit bieten.

Die Schriftrolle, die von dem jüdisch-ägyptischen Reisenden geschrieben und illustriert worden war, war irgendwann nach Italien gelangt. Wahrscheinlich geschah dies mit italienischen Pilgern.

Sarfati sah die Schriftrolle erst 2011 persönlich, aber sie hatte bereits begonnen, das Pergament und seine Geschichte zu erforschen. Elhanan Reiner, ein Professor der Abteilung für jüdische Geschichte an der Universität Tel Aviv, wurde ihr Doktorvater. Sarfati schrieb ihre Dissertation über das Thema ägyptische Pilgerrollen aus dem 14. Jahrhundert und fasste ihre Forschungsergebnisse schließlich im Katalog für die derzeit im Museum gezeigte Ausstellung zusammen.

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Mon, 11 Oct 2021 12:36:00 +0200
<![CDATA[Mehr als 500 Teilnehmer bei Online-Solidaritäts-Schachturnier]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/11/mehr-als-500-teilnehmer-bei-online-solidaritaets-schachturnier/ Mehr als 500 Schachspieler aus 80 Ländern haben am Samstag an einem Online-Turnier teilgenommen. Ziel der Aktion war es, Verbundenheit zwischen den Völkern und Ländern zu stärken und das Schachspielen zu fördern. Zu den Organisatoren gehörte der Israeli Lior Aisenberg von der Initiative „Chess4Solidarity“. An dem Turnier nahmen auch Spieler aus Ländern wie Indonesien oder Libyen teil, die keine Beziehungen zu Israel pflegen.

Von: df

]]>
Mon, 11 Oct 2021 12:12:00 +0200
<![CDATA[Ehemaliger israelischer Soldat an Berliner S-Bahn angegriffen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/11/ehemaliger-israelischer-soldat-an-berliner-s-bahn-angegriffen/ Ein ehemaliger israelischer Soldat ist am Freitagabend in Berlin angegriffen worden. Der 29-Jährige trug einen Pullover mit einem Emblem der israelischen Streitkräfte, als ihn ein Unbekannter auf seinen Glauben ansprach. Als sich der Israeli dem Unbekannten zuwandte, wurde ihm Reizgas ins Gesicht gesprüht. Anschließend wurde er zu Boden gestoßen. Da er nicht mehr sehen konnte, ist unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Nach dem Übergriff versorgten Rettungssanitäter den Verletzten. Der Vorfall ereignete sich auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Nöldnerplatz in Berlin-Lichtenberg.

Von: efr

]]>
Mon, 11 Oct 2021 11:38:00 +0200
<![CDATA[„Iranisches Atomprogramm ist Thema großer Dringlichkeit“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/11/iranisches-atomprogramm-ist-thema-grosser-dringlichkeit/ JERUSALEM (inn) – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Einsatz ihres Landes für die Sicherheit Israels bekräftigt. „Deutschland ist nicht neutral, wenn es um die Fragen der Sicherheit Israels geht“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntag im Beisein des israelischen Premiers Naftali Bennett (Jamina) in Jerusalem.

Merkel hatte nach einem Gespräch mit Bennett an der israelischen Kabinettssitzung teilgenommen. In der anschließenden Pressekonferenz betonte sie, vor dem Hintergrund des Holocaustes sei es ein „Glücksfall, ein Schatz“, dass Deutschland und Israel in vielen Bereichen, etwa Naturschutz und Wirtschaft, eng zusammenarbeiteten. „Dieser Schatz muss immer wieder gepflegt werden.“ Besonders die Fähigkeiten Israels im Hightech-Bereich seien bewundernswert.

Bezüglich des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern erklärte Merkel, eine „Zwei-Staaten-Lösung“ sei „nahezu aussichtslos“. Dennoch plädierte sie dafür, diese nicht abzutun. Die Frage müsse im Blick behalten werden, wie Palästinenser „sicher und in einem Staat leben können“. Zentral für Merkel sei aber ein „sicherer, jüdischer und demokratischer Staat Israel“.

Dauerthema Atomprogramm

Ein offenkundig wichtiger Punkt bei dem Besuch war das iranische Atomprogramm. Merkel betonte, dies sei ein „Thema großer Dringlichkeit“. Sie habe mit Bennett bereits am Morgen ausführlich darüber gesprochen und werde dies auch am Abend bei einem gemeinsamen Abendessen tun.

Bennett unterstrich die Bedeutung des Themas ebenfalls in seiner Stellungnahme bei der Pressekonferenz: „Wir sehen, wie die Iraner gegenwärtig ohne einen nuklearen Schirm in Syrien, im Irak, im Libanon, im Jemen, im Gazastreifen und am Golf agieren. Man muss sich das Ausmaß des Schadens nur vorstellen, wenn die Welt wüsste, dass hinter diesem rücksichtslosen Vorgehen auch noch eine Atomwaffe steht.“ Schon zuvor in der Kabinettssitzung mit Merkel kam er auf dieses Thema zu sprechen.

Anerkennung für Führungsrolle

Dass Merkel an der „festlichen Kabinettssitzung“, wie Bennetts Büro es beschrieb, teilnahm, darf als Ausdruck der Anerkennung gelten, die Merkel in Israel hat. Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) drückte es so aus: „Während Ihrer langen Regierungszeit gab es keinen einzigen Moment, in dem Sie versucht haben, der Erinnerung an den Holocaust aus dem Weg zu gehen. Stattdessen führten sie ein ganzes Volk, ein ganzes Land dazu an, sich die Geschichte mit schmerzlicher Ehrlichkeit anzusehen.“

In der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem schrieb Merkel in ihrem Eintrag in das Gästebuch, jeder Besuch hier berühre sie aufs Neue im Innersten. „Die hier dokumentierten Verbrechen gegen das jüdische Volk sind uns Deutschen immerwährende Verantwortung und Mahnung.“

Stipendium im Namen Merkels

Im weiteren Verlauf ihres Besuches kam Merkel auch mit Staatspräsident Jitzchak Herzog zusammen. Dort erhielt sie auch die Gründungsurkunde für das Ehrenstipendium, das das Weizmann-Institut für Wissenschaften in ihrem Namen eingerichtet hat.

Der Aufenthalt in dem jüdischen Staat war der absehbar letzte von Merkel als Kanzlerin. Eigentlich war er für Ende August geplant. Wegen der Ereignisse in Afghanistan sagte sie den Termin jedoch ab. Merkel besuchte Israel während ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft sieben Mal.

Von: df

]]>
Mon, 11 Oct 2021 11:30:00 +0200
<![CDATA[Proteste gegen „Entweihung muslimischer Gräber“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/10/11/proteste-gegen-entweihung-muslimischer-graeber/ In der Jerusalemer Altstadt sind am Sonntag in der Nähe des Löwentors palästinensische Demonstranten mit Polizisten aneinandergeraten. Laut Polizei warfen sie Steine, eine Person sei festgenommen worden. Nach palästinensischen Angaben wurden zehn Palästinenser verletzt. Sie protestierten gegen eine „Entweihung muslimischer Gräber“. Bauarbeiter hatten zuvor nahe eines Friedhofes menschliche Überreste entdeckt. Diese wurden zurückgebettet, nachdem die Polizei sie begutachtet hatte. Palästinensische Medien berichteten indes, israelische Arbeiter hätten Gräber exhumiert, um einen Park zu bauen.

Von: eh

]]>
Mon, 11 Oct 2021 10:53:00 +0200
<![CDATA[Mehr Araber in den Hightech-Sektor]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/10/11/mehr-araber-in-den-hightech-sektor/ „Moona – A Space for Change“ (Raum für Veränderung) heißt die Organisation, die 2013 von dem ehemaligen israelischen Luftwaffenpiloten Assaf Brimer gegründet wurde. Ihre Zentrale sitzt im Norden Israels in dem arabischen Dorf Madschd al-Kurum. Dort weihte die Organisation auch die neuen Akademien ein. Neben dem Gründer nahmen der Wirtschaftsberater der US-Botschaft, Larry Memmott, und mehrere Bürgermeister teil. „Die Biden-Regierung misst dem wirtschaftlichen Aufstieg der israelischen Mittelschicht und der Peripherie große Bedeutung bei“, sagte Memmott laut einem Bericht in der „Jerusalem Post“.

Das Ziel von Moona ist es, Gruppen miteinander zu verbinden, die durch Konflikte, aber auch Alter und sozialen Status voneinander getrennt sind. So arbeiten in den Akademien arabische und jüdische Israelis, orthodoxe und säkulare Juden und Muslime, Schüler und Rentner zusammen. Von Fachpersonal werden sie an verschiedenste Technologien herangeführt, wie sie zum Beispiel in modernen Robotern und Drohnen zum Einsatz kommen.

Die Firmenphilosophie lautet: „Du wirst wachsen, wenn dein Nachbar wächst“. Eine gesunde Gesellschaft brauche sozialen Zusammenhalt, sagte Brimer. Außerdem könne sich nie das volle Potenzial einer Gesellschaft entfalten, solange nicht alle Zugang zu entsprechendem Wissen hätten. Ein Kind, das nie einen Ingenieur getroffen habe, könne sich auch nicht entscheiden, selbst einer zu werden. Laut der Webseite von Moona gelingt es, über 80 Prozent der mehreren tausend Schüler später in höhere Berufe zu vermitteln.

Bis Ende 2022 will die Organisation zehn weitere Zentren in ganz Israel eröffnen und plant schon über die Landesgrenzen hinaus. Brimer möchte in Zukunft auch die Palästinenser in Gaza einbeziehen und sein Modellprojekt weltweit verbreiten.

Von: cs

]]>
Mon, 11 Oct 2021 08:02:00 +0200
<![CDATA[Merkel bekräftigt deutsche Verantwortung für Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/10/10/merkel-bekraeftigt-deutsche-verantwortung-fuer-israel/ Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verbrechen am jüdischen Volk, die in Yad Vashem dokumentiert sind, als „ewige Erinnerung für die Verantwortung der Deutschen“ und als „Warnung“ bezeichnet. Am Sonntagnachmittag besuchte die CDU-Politikerin die Jerusalemer Gedenkstätte. Zuvor war sie mit Premierminister Naftali Bennett zusammengekommen. Dabei bekräftigte sie die deutsche Verantwortung für Israels Sicherheit, die auch zukünftige Regierungen tragen würden. Bennett sagte, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien noch nie so gut gewesen wie in Merkels Amtszeit.

Von: eh

]]>
Sun, 10 Oct 2021 18:59:00 +0200