Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 06 Dec 2021 00:45:38 +0100 <![CDATA[Herzog empfängt US-Botschafter Nides]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/05/herzog-empfaengt-us-botschafter-nides/ Der neue Botschafter der USA in Jerusalem, Thomas R. Nides, hat am Sonntag sein Beglaubigungsschreiben an Präsident Jitzchak Herzog übergeben. Dieser betonte das Potential der Abraham-Abkommen zwischen Israel und vier arabischen Staaten. Als größte Herausforderung bezeichnete er die Bedrohung durch den Iran. Nides sagte, die USA blieben dem Bestreben verpflichtet, den Iran nicht an Atomwaffen gelangen zu lassen. Zudem wollten die Vereinigten Staaten die Abraham-Abkommen stärken und die Lage der Palästinenser verbessern.

Von: eh

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Sun, 05 Dec 2021 15:37:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Messerstecher in Jerusalem erschossen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/12/05/palaestinensischer-messerstecher-in-jerusalem-erschossen/ Ein Palästinenser hat am Samstag in Jerusalem nahe des Damaskustores einen ultra-orthodoxen Juden mit Messerstichen am Nacken verwundet. Der 25-jährige Angreifer Mohammad Schawkat Salima wurde von Grenzpolizisten erschossen. Da er zu dem Zeitpunkt auf dem Boden lag, gerieten die Schützen in Kritik. Die Palästinensische Autonomiebehörde forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Definition von „Terrorismus“ nicht Israel zu überlassen. Der israelische Sicherheitsminister Omer Barlev und Premier Naftali Bennett erklärten hingegen, die Grenzpolizisten hätten ordnungsgemäß gehandelt.

Von: eh

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Sun, 05 Dec 2021 14:20:00 +0100
<![CDATA[Israelische Politiker kritisieren Nahostpolitik der Europäischen Union]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/04/israelische-politiker-kritisieren-nahostpolitik-der-europaeischen-union/ BRÜSSEL (inn) – Die Nahostpolitik der Europäischen Union widerspricht den Abkommen, die Israelis und Palästinenser miteinander geschlossen haben. Diese Ansicht äußerte der Leiter des Zentrums für internationales Recht und öffentliche Politik in Nahost, Andrew Tucker, am Donnerstag auf einer Konferenz in Brüssel. Die Denkfabrik hat ihren Sitz in Den Haag. Tucker ist zudem seit 2018 internationaler Berater der Organisation „Christen für Israel International“.

Die Konferenz fand als Präsenzveranstaltung mit Internetübertragung statt. Sie trug den Titel: „Weg zum Frieden. Ein kritischer Blick auf die Zwei-Staaten-Lösung der EU für den israelisch-palästinensischen Konflikt“. Auch Vertreter der Knessetgruppe für christliche Verbündete nahmen teil. Unter ihnen waren deren Vorsitzende Juli Edelstein (Likud) und Sharren Haskel (Neue Hoffnung) sowie der israelische Religionsminister Matan Kahana (Jamina).

Tucker stellte die Forderung der EU in Frage, dass Israel einen Palästinenserstaat unter Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) akzeptieren müsse. Der Mitautor des Buches „Israel on Trial“ (Israel vor Gericht) sagte laut der „Jerusalem Post“: „Unser interdisziplinärer Bericht überprüft die Entstehung und Entwicklung dieser Politik über vier Jahrzehnte, analysiert rechtliche Angelegenheiten und untersucht den breiteren regionalen Kontext. Wir schlussfolgern, dass die Politik der EU politisch motiviert und aus rechtlicher Sicht höchst umstritten ist.“

Der gebürtige Australier fügte hinzu: „Internationales Recht ordnet nicht die spezifische Lösung an, die von der EU gefordert wird. Die EU übernimmt eine einseitige Politik, die den zwischen den beiden Parteien erreichten Abkommen widerspricht.“ Offenbar vergesse sie die aktuellen Wirklichkeiten in den palästinensischen Gebieten und im Nahen Osten. Das sei besonders alarmierend. „Es ist Zeit für einen neuen Zugang.“

Edelstein: „Kennzeichnung von Siedlungsprodukten trägt nicht zum Frieden bei“

Edelstein kritisierte im Vorfeld die Entscheidung der belgischen Regierung, Produkte aus Judäa und Samaria zu kennzeichnen: „Außer dass sie unter Juden und Palästinensern gleichermaßen Arbeitslosigkeit verursachen, erreichen diese Entscheidungen nichts; sie leisten definitiv keinen Beitrag zum Frieden.“

Die stellvertretende Vorsitzende der Knessetgruppe, Sharon Weinstein, sagte: „Es ist besonders wichtig, sich in Brüssel mit christlichen Abgeordneten zu treffen, die langjährige Unterstützer Israels sind. So können wir sie ermutigen, ihre Stimme in der internationalen Arena hören zu lassen.“

Auf der Konferenz sprach auch der niederländische Abgeordnete des Europäischen Parlamentes, Bert-Jan Ruissen (Staatkundig Gereformeerde Partij). Er leitet die Delegation für die Beziehungen zu Israel in der EU. „Der fortgesetzte Aufruf der EU zu einer Zwei-Staaten-Lösung auf Grundlage der Grenzen von 1967 wird der komplexen Situation in dieser Region und den Oslo-Abkommen nicht gerecht“, zitiert ihn die „Jerusalem Post“. „Ernsthafte Friedensverhandlungen können nur Erfolg haben, wenn man sich dieser Wirklichkeit stellt und sie anerkennt.“

Haskel kritisiert „leere Rhetorik“

Die israelische Politikerin Haskel betonte, wer wirklich eine bessere Zukunft für die Menschen in der Nahostregion wolle, „sollte leere Rhetorik und unproduktive Ideen hinter sich lassen“. Sie hätten der palästinensischen Gesellschaft noch keine Vorzüge gebracht. Wichtig sei es, sich mit Menschenrechtsverstößen wie denen zu befassen, die die Hamas dem Gazastreifen und den benachbarten Gebieten aufdränge.

„Wir können nur auf eine bessere Zukunft in dieser Region hoffen, einschließlich für die Palästinenser, wenn wir anerkennen, wer die wahren Aggressoren und Verbrecher sind“, ergänzte die Knessetabgeordnete. „Israel strebt danach, ein Licht für die Nationen zu sein und eine bessere Zukunft nicht nur für seine eigenen Bürger, sondern für die weltweite Gemeinschaft zu formen.“

Religionsminister Kahana bezeichnete es als wichtig, „dass die europäischen Gesetzgeber wissen, dass Israel solide rechtliche und moralische Gründe hat, seine Aktivitäten zu verteidigen, vor allem da sie oft anti-israelischer Rhetorik ausgesetzt sind“. Er habe als Soldat zusammen mit dem israelischen Premierminister Naftali Bennett (Jamina) in einer Spezialeinheit gedient. Zudem sei er ehemaliger Kampfpilot und Staffelkapitän. Daher wisse er, „dass die Aktionen, die die israelische Regierung im Hinblick auf das Sicherheitssystem in Angriff nimmt, sowohl von unserer Verpflichtung gegenüber Israel als jüdischem Staat herrühren als auch von unserer Verpflichtung, die demokratischen Rechte aller Menschen zu schützen“.

Die Knessetgruppe für christliche Verbündete wurde 2007 gegründet. Ihr gehören 20 Abgeordnete aus acht Parteien an. Sie hat das Ziel, direkte Kontakte zu christlichen Führungspersönlichkeiten und politischen Vertretern zu knüpfen und zu pflegen. Dachorganisation ist die „Israel Allies Foundation“ (Stiftung christliche Verbündete, IAF), die 50 Gruppen in aller Welt umfasst. Veranstalter der Konferenz in Brüssel waren die Europäische Christliche Politische Bewegung (ECPM) und die IAF.

Von: eh

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Sat, 04 Dec 2021 19:43:00 +0100
<![CDATA[Eitan Biran nach Italien zurückgekehrt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/12/04/eitan-biran-nach-italien-zurueckgekehrt/ Der einzige Überlebende des Seilbahnunglücks vom Mai, Eitan Biran, ist am Freitag nach Italien zurückgekehrt. Zuvor hatte sein Großvater mütterlicherseits, Schmuel Peleg, die sechsjährige Waise im September über die Schweiz nach Israel gebracht. Doch ein italienisches Gericht hatte die Vormundschaft der Tante väterlicherseits, Aja Biran-Nirko, zugesprochen. Ein israelisches Gericht bestätigte dies im Oktober, dem Großvater wurde Entführung vorgeworfen. Die Angehörigen in Israel erhoben Einspruch. Dieser wurde vom Obersten Gericht abgelehnt.

Von: eh

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Sat, 04 Dec 2021 16:13:00 +0100
<![CDATA[Israelnetz demnächst in neuem Gewand]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/12/03/israelnetz-demnaechst-in-neuem-gewand/ Wie alle Journalisten überlegen wir uns auch bei Israelnetz regelmäßig, wie wir Inhalte besser aufbereiten könne. Ein Ergebnis dieses Prozesses können Sie am Montag begutachten, wenn wir mit einer neuen Seite online gehen.

Da die meisten Menschen ihre Nachrichten schon längst über das Netz beziehen, ist es unser Anliegen, den Online-Auftritt immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. In den wichtigsten Punkten bleiben wir aber beim Alten: Sie erhalten Informationen aus Israel und dem Nahen Osten in bewährter Qualität. Und als Medium, das sich hauptsächlich über freiwillige Spenden finanziert (vielen Dank an alle Unterstützer!), blenden wir weiterhin so gut wie keine Werbung ein.

Sie erwarten ein gut lesbares Layout, klare Strukturen und eine nutzerfreundliche Bedienung. Wir meinen, dass wir Ihnen als Lesern am besten dienen können, wenn wir unsere Inhalte auch technisch und optisch möglichst gut aufbereiten. Deswegen gehen wir neue Wege.

Gute Zusammenarbeit mit auswärtigen Firmen

Besonders dankbar sind wir für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Agentur Morntag aus der Schweiz. Morntag hat für und mit uns auf der Basis des Content Management Systems WordPress eine technische Infrastruktur entwickelt, die den professionellen Ansprüchen eines modernen Medienhauses genügt, flexibel und zukunftssicher ist – und dabei die Kosten niedrig hält.

Neben Morntag danken wir unserem Server-Dienstleister TBits und dem Typo3-Experten Sven Krause, der mehr als 40.000 Beiträge von unserer alten in die neue Webseiten-Installation übertragen hat. So gehen bestehende Verlinkungen nicht verloren – und Sie können in unserem Archiv stöbern.

Montag kein Newsletter

Die Umstellung ist für Montag geplant, an dem Tag versenden wir keinen Newsletter. Vorübergehend werden Sie auch keine aktuellen Meldungen auf unserer Seite lesen können. Besuchen Sie uns gern auf Facebook, dann verpassen Sie nichts.

Eine weitere Änderung betrifft die Kommentare unter den Artikeln. Auch in Zukunft können Sie Ihre Meinung äußern und auf Beiträge anderer Leser reagieren. Allerdings nutzen wir dazu nach der Umstellung nicht mehr „Disqus“, sondern ein mit WordPress verbundenes System. Die bisherigen Kommentare werden gelöscht.

Wir hoffen, dass Ihnen unser neuer Auftritt gefällt. Denn wir wollen, dass Sie sich bei uns gut zurechtfinden. Wahrscheinlich werden Sie nach der Umstellung merken, dass manche Dinge noch nicht perfekt sind. Darum werden wir uns bei Bedarf kümmern. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung, etwa per E-Mail oder über das Kontaktformular.

Ihr Team von Israelnetz

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Fri, 03 Dec 2021 14:20:00 +0100
<![CDATA[Israelische Pharmazeutin ist beste Unternehmerin 2021]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/12/03/israelische-pharmazeutin-ist-beste-unternehmerin-2021/ BRÜSSEL (inn) – Die israelische Pharmazeutin Daphne Haim-Langford hat von der Europäischen Union eine besondere Anerkennung erhalten: Sie wurde als eine der besten Unternehmerinnen 2021 ausgezeichnet. Den ersten Platz teilt sie sich mit zwei weiteren Frauen: der Niederländerin Merel Boers und der Dänin Mathilde Jakobsen.

Beim Treffen des Europäischen Innovationsrates bekam die Gründerin und Geschäftsführerin von Tarsier Pharma den mit 100.000 Euro dotierten Preis überreicht. Dies berichtete die Online-Zeitung „Times of Israel“ am Mittwoch. Das Unternehmen war berechtigt, an dem Wettbewerb teilzunehmen, da Israel Teil des EU-Förderprogramms „Horizont Europa“ ist.

Frauen in Führungspositionen fördern

Die Auszeichnung wird seit 2011 jährlich von der EU an Unternehmerinnen vergeben, die erfolgreich eine eigene Firma gegründet haben und „bahnbrechende Innovationen hervorbringen“.

In einer Unternehmenserklärung sagte Haim-Langford: „Das ist ein besonderer Moment für mich. Die Förderung von Unternehmerinnen ist weltweit eine wichtige Aufgabe, die ich während meiner gesamten Laufbahn anstrebe. Ich glaube, dass es unsere Verantwortung als weibliche Führungskräfte ist, dafür zu sorgen, dass uns viele weitere Frauen folgen werden. Wir sollten dazu Möglichkeiten schaffen und die nächste Generation unterstützen."

Ami Appelbaum, Vorsitzender der israelischen Innovationsbehörde, gratulierte ihr in einer Erklärung: „Israel ist seit Jahren dafür bekannt, dass es an der Spitze der weltweiten technologischen Innovationen steht. Durch den Gewinn dieses renommierten Preises ermutigt Daphne andere Forscherinnen und Unternehmerinnen, die gläserne Decke zu durchbrechen und sich in den verschiedenen Technologiesektoren und vor allem in der Medizin zu profilieren."

Über 20 Jahre in der Biomedizin

Haim-Langford ist seit mehr als 20 Jahren in der biomedizinischen Industrie tätig. Sie ist Mitgründerin des gemeinnützigen, israelischen Biomimicry-Instituts. Dieses fördert Innovationen, die die Natur zum Vorbild nehmen. Ihr 2016 gegründetes Unternehmen Tarsier Pharma entwickelt Behandlungen für Menschen mit autoimmunen Augenkrankheiten, die sich entzünden können.

Anfang dieses Jahres hat das Unternehmen eine klinische Studie für eines seiner Produkte gestartet. Nach eigenen Angaben kann das Produkt die Augenkrankheit „Grüner Star“ genauso wirksam behandeln wie Cortison, aber ohne deren Nebenwirkungen.

Von: mls

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Fri, 03 Dec 2021 14:13:00 +0100
<![CDATA[Resolution ohne jüdischen Bezug zum Tempelberg verliert an Unterstützung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/03/resolution-ohne-juedischen-bezug-zum-tempelberg-verliert-an-unterstuetzung/ NEW YORK (inn) – Die UN-Generalversammlung hat am Mittwoch drei pro-palästinensische Resolutionen verabschiedet. Bei einer ging die Unterstützung im Vergleich zu 2018 allerdings deutlich zurück. Kritikpunkt war, dass in dem Text jeglicher jüdischer Bezug zum Tempelberg fehle.

Die Resolutionen bildeten das „Palästinensische Paket“, das in unterschiedlichen Versionen jedes Jahr verabschiedet wird. Die erste Vorlage trägt den Titel: „Friedliche Lösung der Palästina-Frage“. Sie wiederholt den Aufruf zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in Nahost. Israel fordert sie auf, alle einseitigen Aktionen im „besetzten palästinensischen Gebiet“ zu unterlassen. Die Staaten der Welt sollten Änderungen an den Grenzen von vor 1967 nicht anerkennen. Damit sind die Waffenstillstandslinien von 1949 gemeint. Außerdem sollten sie illegale Siedlungsaktivitäten nicht unterstützen.

Die zweite Resolution heißt „Der syrische Golan“. Sie erklärt die israelische Entscheidung, dem „besetzten syrischen Golan“ Gesetze und Verwaltung aufzuerlegen, für „null und nichtig“. Wie bereits früher wurden die beiden Resolutionen mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Jerusalem-Resolution: 19 Länder ziehen Unterstützung zurück

Ein verändertes Abstimmungsverhalten ist hingegen bei dem Dokument zu beobachten, dessen Titel schlicht „Jerusalem“ lautet. Es befasst sich mit dem Tempelberg. Dieser Ausdruck kommt allerdings nicht vor. Die Resolution fordert „die Aufrechterhaltung des unveränderten Status quo auf dem Haram al-Scharif“. Damit enthält sie nur die unter Muslimen übliche Bezeichnung für das Areal in der Altstadt.

Diese Einseitigkeit kritisierten mehrere Länder. So sagte der Vertreter der USA, Richard Erdman: „Es ist moralisch, historisch und politisch falsch, wenn die Versammlung die sowohl jüdischen als auch muslimischen Verbindungen zum Tempelberg und zum Haram al-Scharif leugnet.“ Von der Seite Großbritanniens hieß es, das Land habe sich wegen der unausgewogenen Formulierung diesmal enthalten. Dies bedeute jedoch keine Änderung der britischen Politik gegenüber Jerusalem.

Insgesamt haben 19 Länder, die 2018 für die Resolution gestimmt hatten, sich diesmal enthalten oder sie gar abgelehnt. Zu letzteren gehören die Tschechische Republik und Ungarn. Vor drei Jahren fand die Resolution 148 Unterstützer, diesmal waren es 129. Gegen die Vorlage stimmten elf Länder, 31 enthielten sich. Beim vorigen Mal zugestimmt und sich nun enthalten haben unter anderen Brasilien, Deutschland, Indien, Kenia, die Niederlande, Österreich und die Ukraine. Kein arabisches Land indes stimmte dagegen oder enthielt sich – auch nicht die neuen Partner Israels wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Bahrain.

Erdan: Ermutigende Entwicklung

Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan beklagte gegenüber der Onlinezeitung einerseits: „Die automatische Mehrheit in den UN, die für pro-palästinensische Resolutionen stimmt, ist schändlich und macht die UN irrelevant und ohne wirklichen Einfluss.“

Doch der Trend stimme ihn andererseits zuversichtlich: „Dass 19 weitere Länder die richtige Entscheidung getroffen und gemerkt haben, dass eine verzerrte und falsche Resolution nicht unterstützt werden konnte, ist eine positive Entwicklung, die wir fördern müssen.“ Ein langer Weg sei noch zu gehen, aber die Veränderung sei wichtig gewesen. „Es besteht kein Zweifel, dass sie in Zukunft weitere Abstimmungen beeinflussen wird.“

Von: eh

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Fri, 03 Dec 2021 14:01:00 +0100
<![CDATA[Mehr amerikanische Evangelikale „ablehnend“ gegenüber Israel als „loyal“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/12/03/mehr-amerikanische-evangelikale-ablehnend-gegenueber-israel-als-loyal/ Evangelikale in den USA sind eher ablehnend gegenüber Israel. Das ergab eine Umfrage von „Infinity Concepts“ und „Grey Matter“. 28 Prozent der evangelikalen Protestanten glauben nicht, dass die Juden jemals Gottes Volk gewesen sind. Außerdem messen sie Israel und dem jüdischen Volk beim eigenen gemeinnützigen Verhalten eine sehr geringe Priorität bei. Ein Fünftel der amerikanischen Evangelikalen kann aber als „Israel-Loyalisten“ gesehen werden. Sie sehen Juden bis heute als Gottes Volk und räumen Israel einen sehr hohen Wert im eigenen Verhalten bei. 53 Prozent sind unentschlossen.

Von: mls

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Fri, 03 Dec 2021 13:36:00 +0100
<![CDATA[Mossad-Chef äußert sich zu Iran-Gesprächen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/12/03/mossad-chef-aeussert-sich-zu-iran-gespraechen/ Der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad hat sich zur Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien geäußert. David Barnea versicherte am Donnerstag, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen werde: „Das ist das Versprechen des Mossad.“ Da Irans Atomprogramm offensichtlich nicht auf zivile Zwecke ausgerichtet ist und das Land dem jüdischen Staat mit Vernichtung droht, lehnt Israel die Verhandlungen ab. Die israelische Armee ist auf militärische Optionen vorbereitet. Allein kann sie das iranische Atomprogramm jedoch nur schwächen, nicht zerstören.

Von: cs

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Fri, 03 Dec 2021 11:22:00 +0100
<![CDATA[Israelische Informantin der Hisbollah verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/12/03/israelische-informantin-der-hisbollah-verurteilt/ Ein Gericht in Israel hat am Donnerstag eine 27-Jährige zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die israelische Araberin May Masarwa lieferte Informationen an einen Agenten der Hisbollah. In seinem Auftrag fotografierte sie unter anderem militärische Anlagen, darunter das Raketenabwehrsystem Iron Dome. Die Staatsanwaltschaft forderte eine dreieinhalbjährige Haftstrafe, da die Tat die Existenz des Staates Israel untergrabe. Da Masarwa jung und nicht vorbestraft ist, fiel das Urteil milder aus. Nach Einschätzung der Richter war der tatsächliche Schaden für den Staat gering.

Von: cs

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Fri, 03 Dec 2021 10:06:00 +0100
<![CDATA[Israels „verlorene“ Nobelpreise]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/12/03/israels-verlorene-nobelpreise/ Als bekannt wurde, dass der am Massachusetts Institut für Technologie (MIT) lehrende Joshua Angrist mit zwei weiteren Wissenschaftlern mit dem 2021 verliehenen Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geehrt wird, gab die Hebräischen Universität Jerusalem eine Glückwunschmitteilung heraus. Darin heißt es unter anderem: „Viele Studierende der Hebräischen Universität erachten es als Privileg, bei ihm gelernt zu haben.“

Da Angrist nicht nur US-Staatsbürger ist, sondern ebenfalls einen israelischen Pass besitzt, stand in Israel neben aller Freude für den Preisträger auch mit großer Ernüchterung das Thema der Abwanderung von Wissenschaftlern auf der Tagesordnung. Die Fachwelt bezeichnet es als „Brain Drain“. Nach wie vor zieht es einen hohen Prozentsatz israelischer Akademiker ins Ausland, vor allem Nachwuchswissenschaftler mit vielversprechendem Potenzial.

„Von Israel inspiriert“

Der heute 60-jährige Angrist wanderte 1982 nach seinem Bachelor-Studium in den USA nach Israel ein und leistete seinen Wehrdienst bei den Fallschirmjägern. Zwar setzte er 1985 sein Studium in den USA fort, kehrte aber 1991 erneut nach Israel zurück. Zunächst unterrichtete er bis 1995 als Dozent an der Hebräischen Universität, die ihn 1995 zum außerordentlichen Professor berief. Doch schon im darauffolgenden Jahr nahm er ein attraktives Lehrangebot des MIT an, das ihn lediglich zwei Jahre später zum ordentlichen Professor berief.

Angrist selbst sagte, dass seine Forschungen von Anfang an von „Israel inspiriert“ waren und es auch immer noch waren, als er 2004 als Professor für einen längeren Forschungsaufenthalt ein drittes Mal nach Israel zurückkehrte. In der Begründung zur Nobelpreisvergabe werden seine frühen empirischen Studien als ausschlaggebend für die Verleihung dieser Auszeichnung angeführt. Kein Wunder, dass in Israel Nachdenklichkeit darüber aufkam, diesen brillanten Akademiker an das MIT verloren zu haben.

Israels akademische Welt

Israel gilt als hochgebildete Nation. Nicht weniger als 49 Prozent der zwischen 25- und 64-jährigen Einwohner haben mindestens einen akademischen Grad vorzuweisen. Zwischen 1989 und 2017 verdreifachte sich die Zahl der Studierenden auf 306.000. Laut Angabe des Rates für höhere Bildung machten zwischen 1985 und 2005 nicht weniger als 360.000 Israelis universitäre Abschlüsse. Trotz jährlichen Studiengebühren zwischen 3.000 und 4.000 Euro, die wegen hoher Lebenshaltungskosten umso schwerer zu bestreiten sind, zählt Israel im laufenden akademischen Jahr mehr als 336.000 Studenten.

Ein Doktortitel kann an einigen wenigen der über 60 akademischen Kollegs oder an neun der zehn Hochschulen des Landes erworben werden, von denen einige zu den weltweit besten Institutionen der höheren Bildung zählen. Gegenwärtig sind 12.000 Doktoranden eingeschrieben. Potenziell repräsentierten sie die Generation der Nachwuchswissenschaftler. Doch gerade sie haben es in Israel extrem schwer, Anstellungen an Institutionen der höheren Bildung zu finden.

Dazu gibt der Rat für höhere Bildung an: 1989 waren an Israels Universitäten 3.884 Lehrkräfte beschäftigt. Bis 2017 stieg ihre Zahl um rund 40 Prozent auf 5.426. Diese Steigerung stand jedoch nicht im Verhältnis zum Wachstum der Bevölkerung des Landes, die sich in diesem Zeitraum annähernd verdoppelte. Seither werden Stellen im akademischen Bereich immer wieder einmal abgebaut, anstatt sie allein schon aufgrund der zunehmenden Studentenzahl aufzustocken.

Mangelnde Zukunftsperspektive

Ohne Ausblick auf Anstellung, ganz zu schweigen von attraktiven Aufstiegschancen, nahm schon vor Jahrzehnten der Anteil der ins Ausland abwandernden Jungakademiker immer mehr zu. Junge Wissenschaftler, die sich eine Karriere in Israel aufbauen wollen, blicken nicht nur auf ein bescheidenes Kontingent akademischer Stellen. Sie müssen zudem in Kauf nehmen, dass in Israel akademische Gehälter festgesetzt sind und sich im Vergleich mit der Entlohnung hochqualifizierter Akademiker in anderen Ländern überdies bescheiden ausnehmen.

Für unzählige Israelis wird ein Stipendium zur Absolvierung eines Post-Doktorates im Ausland zum Karrieresprungbrett. Beginnen sich Nachwuchswissenschaftler erst einmal an ausländischen Hochschulen zu etablieren, werden häufig aus wenigen Jahren etliche mehr oder gar ein „für immer“. Sie haben nicht nur eine Position, auf die sie in Israel so gut wie keine Aussicht gehabt hätten, sondern haben Aufstiegschancen und verdienen auch noch besser. Häufig kommen auch noch attraktive Forschungsbedingungen hinzu, vor allem wenn es um technische Ausrüstung, Labore und ähnliches geht.

Vorrangiges Ziel: Die USA

Zum Thema „Brain Drain“, dem Abgang von Intelligenz, forscht seit Jahren Dan Ben-David, der an der Tel Aviv Universität lehrt. Erst kürzlich warnte er erneut, dass Israel endlich aktiver werden muss, um zum einen Nachwuchswissenschaftlern eine Perspektive zu bieten, so dass sie gar nicht erst ins Ausland gehen und um zum anderen brillante Köpfe aus dem Ausland zurückzuholen. Das gilt insbesondere für israelische Wissenschaftler, die in die USA abgewandert sind. Um das Ausmaß des Phänomens des Akademikerabgangs zu veranschaulichen, sagte Ben-David: „Israelische Akademiker, die zwischen 2003 und 2004 in den USA lehrten und forschten, machen 24,9 Prozent des gesamten akademischen Personals israelischer Institutionen der höheren Bildung aus.“

Mehr noch: Ben-Davids neuere Studien zeigen auf, dass der Prozentsatz der aus Israel stammenden Wissenschaftler vor allem an Hochschulen in den USA weiterhin wächst. Dafür schaute sich dieser israelische Experte die Fachbereiche Chemie, Physik, Philosophie, Computerwissenschaften, Ökonomie und Betriebswirtschaft an 40 führenden US-Universitäten näher an. Er ermittelte, dass in den Bereichen Chemie, Physik und Philosophie israelische Forscher ein Kontingent stellen, das zwischen 10 und 13 Prozent der Gesamtzahl der leitenden Fakultätsmitglieder solcher Fachbereiche in Israel ausmacht. Im Bereich der Computer- und Wirtschaftswissenschaften steigt der Satz auf 21 beziehungsweise 23 Prozent und klettert im Sektor der Betriebswirtschaft gar auf 43 Prozent. „In den USA stößt man auf Fachbereiche für Betriebswirtschaft mit einer doppelstelligen Zahl israelischer Fakultätsmitglieder“, sagte Ben-David dazu.

Staatliche Anreize

Natürlich wandern israelische Nachwuchswissenschaftler nicht nur ins Ausland ab. Einige bleiben im Land, andere kehren zurück. Bereits Anfang der 1980er Jahre gab es in Israel Diskussionen darüber, wie eine Umkehrung des akademischen Abwanderungstrends zu erwirken sei. 2010 rief die Regierung ein vielseitig operierendes nationales Programm zur Rückholung von vielversprechenden Akademikern ins Leben. Abgesehen von steuerlichen Vergünstigungen, mit denen Akademikern die Rückkehr grundsätzlich schmackhaft gemacht werden soll, setzt die Regierung auf ein mehrjähriges Reformprogramm des eigenen Hochschulsektors. Dies geschieht insbesondere im Bereich der Forschungskapazitäten. Darüber hinaus wurden Mechanismen zur Erschließung adäquater Stellen auf dem freien Markt der israelischen Hochtechnologie erschaffen.

2016 konnten die Behörden beispielsweise vermelden, dass 8.900 Israelis, die mehr als ein akademisches Jahr lang im Ausland wirkten, nach Israel zurückkehrten. Doch dann wird es still um das Thema, vor allem bezüglich Angaben zur Integration der Rückkehrer oder gar zur Frage, ob sie im Land geblieben sind. Die israelischen Ministerien sind zwar bemüht, aber sie ziehen nicht an einem Strang, so dass auch die vielversprechendsten Maßnahmen immer wieder ins Stocken geraten.

Israel blickt zwar auf Nobelpreisträger wie die Biologin Ada Jonath und den Chemiker Aaron Ciechanover, die den Weg vom US-amerikanischen MIT zurück nach Israel an das Weizmann-Wissenschaftsinstitut und an das Technion fanden. Doch zugleich muss es auch wahrnehmen, dass weder der gebürtige Kibbuznik Arieh Warshel und der einst aus Südafrika nach Israel eingewanderte Michael Levit am Weizmann-Institut zu halten waren. Sie stockten 2013 die Liste der US-amerikanischen Nobelpreisträger auf.

Von: Antje C. Naujoks

Antje C. Naujoks studierte Politologie an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Die freischaffende Übersetzerin lebt seit fast 35 Jahren in Israel, davon ein Jahrzehnt in Be‘er Scheva.

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Fri, 03 Dec 2021 07:44:00 +0100
<![CDATA[Israeli zu Haftstrafe verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/12/02/israeli-zu-haftstrafe-verurteilt/ Ein israelisches Gericht hat am Mittwoch einen jungen Israeli wegen eines Angriffes auf ein palästinensisches Wohnhaus zu 20 Monaten Haft verurteilt. Im Januar war er an einem Morgen mit sechs Komplizen in das Dorf Sarta südwestlich von Nablus eingedrungen. Er warf eine Blendgranate auf das Haus. Ein 61-jähriger Palästinenser wurde durch Glassplitter verletzt, weitere Bewohner erlitten einen Schock. Der Angeklagte muss umgerechnet rund 17.000 Euro Entschädigung zahlen. Mit der Aktion reagierten die Israelis auf den Tod eines Jugendlichen bei einer Verfolgungsjagd der Polizei.

Von: eh

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Thu, 02 Dec 2021 12:27:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 02. Dezember 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/12/02/nachrichten-vom-02-dezember-2021/ Thu, 02 Dec 2021 12:11:00 +0100 <![CDATA[Lapid fordert schärfere Sanktionen gegen den Iran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/02/lapid-fordert-schaerfere-sanktionen-gegen-den-iran/ PARIS (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) hat bei einem Besuch in Frankreich gefordert, die Sanktionen gegen den Iran zu verschärfen. Bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (En Marche) am Dienstag in Paris warnte er, der Iran wolle Zeit kaufen, um sein Nuklearprogramm voranzubringen.

Lapid betonte, es bedürfe gegenüber dem Iran einer glaubhaften militärischen Abschreckung: „Denn nur das wird das Rennen zu einer Atomwaffe stoppen.“ Zudem betonte er, ein „Plan B“ sei dringlich erforderlich. Gemeint ist offenbar der Fall, wenn diplomatische Mittel nicht ausreichen.

Lapid besprach mit Macron außerdem die bilateralen Beziehungen der Länder. Er beschrieb das Treffen als „lang und herzlich“. Die Presseabteilung des Élysée-Palastes gab allerdings nichts von dem Treffen bekannt.

Vor dem Aufenthalt in Frankreich hatte Lapid in London Station gemacht und dort unteren Premier Boris Johnson und seine Amtskollegin Elizabeth Truss getroffen.

Bennett und Blinken telefonieren

Am Montag begannen in Wien die Atomverhandlungen mit dem Iran. Dabei geht es unter anderem um einen Wiedereintritt der USA in den 2015 geschlossenen Deal. Am Donnerstag telefonierten zu diesem Thema der israelische Premier Naftali Bennett und der amerikanische Außenminister Antony Blinken, der sich derzeit in Europa aufhält.

Bennett sagte laut einer Mitteilung des Regierungsamtes, der Iran betreibe „nukleare Erpressung“. Er bezog sich auf einen in dieser Woche veröffentlichten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde. Demnach hat der Iran in seiner Atomanlage in Fordow damit begonnen, Uran mit fortgeschrittenen Zentrifugen auf 20 Prozent anzureichern. Waffenfähiges Uran bedarf einer Anreicherung von 90 Prozent, aber mit 20 Prozent sind bereits rund neun Zehntel des Aufwandes geleistet.

Von: df

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Thu, 02 Dec 2021 11:57:00 +0100
<![CDATA[Versuchter Lynchmord in Ramallah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/12/02/versuchter-lynchmord-in-ramallah/ RAMALLAH (inn) – Zwei Israelis sind am Mittwochabend trotz der roten Verbotsschilder in die Stadt Ramallah nördlich von Jerusalem gefahren, um in eine Siedlung östlich der palästinensischen Stadt zu gelangen. Beim zentralen Manara-Platz in Ramallah entdeckten junge Palästinenser die Bilder israelischer Rabbiner an dem Fahrzeug mit dem gelben israelischen Nummernschild. Sie stoppten den Wagen, rissen die beiden Israelis aus dem Fahrzeug und wollten sie zu Tode prügeln.

Die palästinensische Polizei bemerkte das Geschehen und griff ein. Sie rettete die beiden frommen Juden und brachte sie in ihrem Fahrzeug zu einem Kontrollpunkt nahe Ramallah, wo sie den israelischen Behörden übergeben wurden.

Derweil haben Palästinenser am Manara-Platz das Fahrzeug der Juden in Brand gesteckt. Es sei völlig ausgebrannt, berichtete der israelische Rundfunk. Die beiden Israelis blieben unverletzt.

Wie in israelischen Medien gemeldet wird, gehörten die beiden Israelis der Braslaw-Chassiden-Gruppierung an. So sind sie schon anhand ihrer Kleidung und den Bärten als orthodoxe Juden zu erkennen.

Fehler zu spät bemerkt

Bei ihrer Befragung durch israelische Sicherheitskräfte ergab sich, dass die beiden Israelis an einem Checkpoint nach dem Weg zum Grab des vor über 2.000 Jahren verstorbenen Matitjahu gefragt hätten. Er war Hoherpriester des Jerusalemer Tempels. Sie besaßen kein Smartphone mit elektronischem Wegweiser. Man habe ihnen erklärt, dass sie nach einer gewissen Strecke rechts abbiegen müssten. Doch sie irrten sich und fuhren bis ins Zentrum von Ramallah. Als sie ihren Fehler bemerkten, war es schon zu spät.

Weil es immer wieder zu Lynchmorden an Israelis gekommen ist, warnen große rote Schilder jegliche Israelis vor Besuchen in den Städten unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Grundsätzlich kooperiert die palästinensische Polizei mit den israelischen Behörden und versucht, solche Fälle von Lynchmord zu verhindern – auch um einen erneuten Einmarsch israelischer Truppen in ihre Gebiete zu verhindern.

Ein Hamas-Sprecher in Gaza, Fausi Barhum, verurteilte das Verhalten der palästinensischen Polizei. Er rief junge Palästinenser dazu auf, Israelis zu ermorden.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 02 Dec 2021 11:55:00 +0100
<![CDATA[Streit um Gebetsrechte]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/12/02/streit-um-gebetsrechte/ Während die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem als „drittheiligste“ Kultstätte des Islams gilt, war der Tempel Salomos für das Volk Israel das einzige Heiligtum. Dasselbe gilt für den Nachfolgebau, der wenige Jahrzehnte vor seiner Zerstörung von König Herodes in beeindruckender Weise ausgebaut wurde. Die Trümmer liegen nun unter dem Felsendom begraben. Dessen goldene Kuppel ersetzt auf jeder Postkarte aus der Heiligen Stadt das einstige Wahrzeichen Jerusalems. Auf dem gesamten Tempelareal ist Nicht-Muslimen das Beten untersagt.

Irreführende Formulierungen

Das Konstrukt vom islamischen „Drittheiligsten“ hat sich in den Köpfen festgesetzt. Als sei das Drittheiligste in irgendeiner Weise besonders heilig. Beispielsweise erklärt die „tagesschau“ in ihrem Bericht vom 21. November über den Mord an dem Israeli Elijahu David Kay: „Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen.“ Solch eine Formulierung legt nahe, dass eine drittheiligste Stätte heiliger sein muss als eine nicht mehr vorhandene.

Außerdem, so suggeriert die „tagesschau“ im Schlusssatz, hielten sich Juden unrechtmäßig in der Nähe des Drittheiligsten auf: „Etwa 200.000 Israelis leben in Ostjerusalem, wo auch 300.000 Palästinenser wohnen. Der israelische Siedlungsbau in Ostjerusalem und dem Westjordanland ist völkerrechtlich illegal. Er wurde unter allen israelischen Regierungen seit 1967 fortgesetzt.“ Das öffentlich-rechtliche Nachrichtenportal verkennt die Bedeutung des Tempelbergs für den jüdischen Glauben. Stattdessen erklärt es Auseinandersetzungen bis hin zu Mord mit jüdischem Fehlverhalten.

Palästinensische Geschichtsrevision

Islamisch geprägte Staaten, die sich sonst in kaum einer Sache einig werden können, arbeiten gemeinsam daran, den jüdischen Anspruch auf den Tempelberg auszuhebeln. Besonders deutlich wird das bei Resolutionen der UNO und ihrer Gremien, in denen das Areal nur noch mit seinem islamischen Namen „Haram al-Scharif“ betitelt wird. Regelmäßig nimmt eine Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten die einseitigen Verurteilungen gegen Israel widerspruchslos an. 2016 leugnete eine UNESCO-Resolution den Wert der Westmauer für die Juden und bezeichnete sie stattdessen als „Burak-Mauer“ – heilig für Muslime, weil ihr Prophet Mohammed einst dort sein fliegendes Pferd „Burak“ angebunden haben soll.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr und immer abstrusere Begründungen hinzu, warum der Tempelberg für Muslime von herausragender Bedeutung sein sollte. 2015 verkündete der damalige und noch amtierende Großmufti von Jerusalem, Muhammad Ahmad Hussein, dass die Al-Aqsa-Moschee zu Lebzeiten Adams, des ersten Menschen, oder auch schon zehntausende Jahre früher von Engeln errichtet worden sei. Einen jüdischen Tempel habe es dort nie gegeben.

Historische Bedeutung für Muslime

Allen historischen Belegen nach war Mohammed nie in Jerusalem. Die Stadt kommt nicht ein einziges Mal im Koran vor. Lediglich ein Hinweis auf die Al-Aqsa-Moschee findet sich, und zwar in Verbindung mit der Legende vom fliegenden Burak. Sie gründet sich auf Sure 17, Vers 1, in dem es heißt, der „Diener“ sei „bei Nacht“ von der „heiligen“ zur „fernen“ („aqsa“) Kultstätte gereist. Alles Weitere sind nachträgliche Interpretationen und Überlieferungen. Eine Al-Aqsa-Moschee gab es damals noch nicht auf dem Tempelberg. Möglich ist lediglich, dass Mohammed den zerstörten Tempel selbst als „ferne Kultstätte“ bezeichnete. Dafür gibt es sogar Anhaltspunkte im Koran. Nichtsdestotrotz bleibt es eine Interpretation. Nach gängiger schiitischer Auslegung befindet sich die „ferne Kultstätte“ im Himmel.

Bereits die Umajjaden und damit die ersten muslimischen Eroberer Jerusalems erbauten Ende des 7. Jahrhunderts auf dem Tempelberg ihre Heiligtümer – Vorgänger von Tempelberg und Al-Aqsa-Moschee. Sie wurden mehrfach umgebaut und erweitert, bis sie ihre heutige Form erhielten. Zerstört hat sie aber niemand mehr, nicht einmal die Kreuzfahrer. Diese haben die beiden Gebäude jedoch für ihre Zwecke umgewidmet. Bis heute zeigt die Al-Aqsa-Moschee Elemente, die wahrscheinlich christliche Anbauten waren. Es gibt zum Beispiel ein „Seitenschiff“ nach Osten hin, das eine Romanische Fensterrose ziert. Die heutige Moschee ist auch der Ort, wo Anfang des 12. Jahrhunderts der Templerorden gegründet wurde. Viele, aber nicht alle christlichen Elemente hat Sultan Saladin nach der neuerlichen muslimischen Eroberung 1187 wieder entfernt.

Auffällig ist, dass Jerusalem mit seinen Heiligtümern in all den Jahrhunderten muslimischer Herrschaft nie ein nennenswerter Wallfahrtsort war. Große Pilgerströme sowie Besuche muslimischer Herrscher blieben aus. Das „Drittheiligste“ des Islam war allenfalls von regionaler Bedeutung. So war es auch unter osmanischer (1516–1917), britischer (1917–1948) und jordanischer (1948–1967) Oberhoheit. Das internationale muslimische Interesse an den Gebäuden auf dem Tempelberg erwachte erst nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967, als die israelische Armee Ostjerusalem unter ihre Kontrolle brachte.

Auch die Entfernung zwischen den islamischen Gebetsorten ist kein Grund, das Drittheiligste so hochzuhalten. Denn Mohammed ist bei seiner Nachtreise nicht etwa ans andere Ende der Welt gereist, von wo aus Muslimen eine Reise nach Mekka und Medina kaum möglich wäre und sie notgedrungen mit dem Drittheiligsten vorliebnehmen müssten. Medina, die zweitheiligste Stätte, liegt gerade einmal 1.200 Autokilometer von Jerusalem entfernt. Mekka mit dem zentralen islamischen Heiligtum, der Kaaba, befindet sich etwas weiter südlich davon.

Historische Bedeutung für Juden

Der Bau des Salomonischen Tempels war das erste und einzige Mal, dass Gott sich auf den ausdrücklichen Wunsch seiner Diener hin dauerhaft mit einem unbeweglichen Ort verband. Es ist der einzige Ort im Judentum, über den Gott laut dem ersten Buch der Chroniken gesagt hat: „So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte. So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit.“ (7,15/16).

Die mobile Bundeslade fand ihren festen Platz im Allerheiligsten des Tempels. Diesen Ort durfte fortan nur der Hohepriester einmal im Jahr betreten. Alle anderen Kulthandlungen spielten sich in den Räumen davor ab. Es war kein Zufall, dass es bei diesem einen Tempel bleiben sollte. Der Gott Abrahams wollte keinen anderen Opferaltar mehr anerkennen. Als König Jerobeam I., der erste König des Nordreichs Israel, in Dan und Bethel alternative Kultstätten erbauen ließ, wurde ihm das zum Verhängnis. Später vergrößerte Herodes das Tempelareal und umgab das künstlich erhöhte Plateau mit einer Umfassungsmauer. Diese war in keiner Weise heilig. Vielmehr markierte sie in römischer Zeit die Grenze zwischen dem religiösen und dem profanen Bereich, dem besetzten Israel und dem fortwährenden jüdischen Gottesdienst.

Im Jahr 70 nach Christus zerstörten die Römer unter Titus den Zweiten Tempel. Es war der wohl größte Einschnitt in der Geschichte des Judentums. Denn auf den Tempel war bis dahin das gesamte jüdische Leben mit seinen Gebeten, Opfern und Festen ausgerichtet.

Der westliche Abschnitt der herodianischen Umfassungsmauer hat nur deswegen so große Bedeutung erlangt, weil er dem Allerheiligsten im zerstörten Tempel wahrscheinlich am nächsten liegt. Die sogenannte „Klagemauer“ ist nicht, wie oft fälschlich angenommen, ein Überbleibsel des Tempels selbst. Alles, was vom Tempel noch übrig sein könnte, liegt tief unter den Fundamten des Felsendoms vergraben. Allein den Wunsch jüdischer Archäologen, dort nach Artefakten zu suchen, werten die Palästinenser als Angriff auf ihre Heiligtümer.

Der „Status quo“

Als Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 Ostjerusalem mit dem Tempelberg der jordanischen Kontrolle entzog, wehte für wenige Minuten die israelische Flagge auf dem Felsendom. Der damalige Verteidigungsminister Mosche Dajan ließ sie sofort wieder entfernen, erklärte freien Zugang zum Tempelareal für alle Religionen und traf sich zehn Tage später mit Vertretern der Muslime in der Al-Aqsa-Moschee. Gemeinsam legten sie den „Status quo“ fest:

Die islamische, von Jordanien finanzierte Stiftung „Waqf-Behörde Jerusalem“ verwaltet das Tempelareal, bis 1984 sogar einschließlich der Westmauer. Juden dürfen den Tempelberg unter gewissen Auflagen betreten, aber dort nicht beten. Das Oberrabbinat verschärfte die Regelung sogar mit einer theologischen Begründung: Niemand wisse genau, wo sich das Allerheiligste des Tempels befunden habe. Wer die Plattform betrete, könne aus Versehen in den heiligen, verbotenen Bereich gelangen. Auch die anderen Teile des Tempels dürften Juden nur im Zustand ritueller Reinheit betreten.

Widerstand gegen die Regelung

Diese Begründung gilt immer noch. Jeder Besucher wird auf einer Wandtafel darüber aufgeklärt, dass die Tora das Betreten des Areals „streng“ verbiete. Allerdings war das nie Konsens, auch nicht unter frommen Juden. Mal regt sich mehr, mal weniger Widerstand dagegen. Besonders der Militärrabbiner Schlomo Goren widersprach dem Oberrabbinat von Anfang an. Es sei zwar nicht klar, wo sich das Allerheiligste befunden habe. Aber man könne Orte ausmachen, an denen es mit Sicherheit nicht gewesen sei. Juden müsse das Gebet auf dem Tempelberg erlaubt sein.

Die jüdischen Kritiker des Status quo trifft besonders hart, dass es israelische Polizisten und Gerichte sind, die sie gewaltsam am Gebet oder sogar Besuch des Tempelareals hindern. Der Hintergrund des Verbots sind Sicherheitsinteressen des jüdischen Staates. Laut Gerichtsbeschluss sei Juden das Gebet auf dem Tempelberg im Sinne der Religionsfreiheit zwar erlaubt. Gleichzeitig sei dieses Recht aber „nicht absolut“. Es könne „unter Berücksichtigung des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden“. Verschiedene Einzelpersonen und Organisationen wehren sich jedoch dagegen, weil diese Einschränkung ein Dauerzustand ist.

Zugangsbeschränkungen für Muslime gibt es nur bei angespannter Sicherheitslage. Meistens gelten diese nur für Männer einer bestimmten Altersgruppe. Al-Aqsa Moschee und Felsendom sind nämlich nicht nur Heiligtümer, sondern dienen beizeiten auch als Lager für Waffen. Wenn es zu Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei kommt, sind diese schnell zur Hand. Als Israel 2017 nach einem Anschlag Metalldetektoren an den Zugängen zum Tempelberg aufstellte, sahen sich die Muslime in ihrer „Religionsfreiheit“ beschränkt. Der Aufschrei war so groß, dass die Regierung die Schutzmaßnahme rückgängig machte. Dabei müssen auch muslimische Pilger nach Mekka solche Sicherheitsschleusen passieren. Aber Mekka ist nicht Jerusalem, die drittheiligste Stadt.

Beten und Bücher verboten

Immer mehr jüdische Touristen sowie Israelis laufen achtlos am Verbotsschild des Oberrabbinats vorbei. Dafür dürfen sie von neun möglichen Eingängen nur einen nützen: die „Mughrabi-Rampe“ gleich neben der Westmauer. Freitags und zu muslimischen Gebetszeiten ist auch dieses Tor geschlossen. Israelische Polizisten und Waqf-Mitarbeiter überwachen alle Zugänge und prüfen gegebenenfalls anhand von Korankenntnissen, ob jemand Muslim ist oder nicht. Anhänger anderer Religionen müssen vor Betreten des muslimischen „Haram“ ihre heiligen Schriften abgeben. Toras, Bibeln und Gebetsbücher sind auf dem gesamten Areal verboten. Laut offizieller Auffassung der muslimischen Seite ist nämlich der gesamte Platz eine Moschee.

Somit ist nicht-muslimisches Gebet untersagt. Wenn ein Jude am Ort der größten Sehnsucht der Diaspora andächtig seine Lippen bewegt, kann das zu einem Platzverweis führen. Arje Lippo, dem genau das passiert war, durfte erst nach über zwei Wochen wieder das Tempelareal betreten. Ein Gericht hatte zwar nicht sein stilles Gebet für legal erklärt, aber den Platzverweis aufgehoben, da Lippo nach Auswertung von Videomaterial niemanden provoziert habe. Die Empörung über das unerhörte Urteil war international. Offizielle Stellen aus Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien zeigten sich erbost über die Entscheidung. Ihr Konsens: Der Tempelberg sei eine ausschließlich islamische Kultstätte, an der Juden nichts zu suchen hätten, schon gar nicht betend.

Ungewisse Zukunft

Juden betreten heute das Tempelareal mit größerer Selbstverständlichkeit und in höheren Zahlen als in den vergangenen Dekaden. Änderungen des Status quo könnten irgendwann unumgänglich sein. Es ist nicht zu erwarten, dass die Waqf-Behörde freiwillig Bereiche für jüdisches Gebet ausweist. Aber eine entsprechende Gesetzesänderung könnte nach einem heftigen Aufschrei bald Normalität werden.

Allerdings müssten die israelischen Behörden weiterhin scharf kontrollieren und dafür Sorge tragen, dass die Gebetsgruppen nicht bald mit dem Spaten anrücken, um den Bau am Dritten Tempel zu beginnen. Das genau ist nämlich die Sorge vieler Muslime, und ganz unbegründet ist sie nicht. Ein guter Teil der Aktivisten, die sich für freies Gebet einsetzen, plant schon viel weiter. Ihren Berechnungen zufolge müsse einer Neuauflage des jüdischen Tempels der Felsendom weichen. Die Moschee könne bestehen bleiben.

Muslime interpretieren jede Änderung des Status quo, auch wenn sie minimal ist, als Schritt in diese Richtung. Deswegen werden sie alles tun, um eine Ausweitung der jüdischen Rechte auf dem Areal zu verhindern. Somit befindet sich die israelische Regierung in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite steht der berechtigte Anspruch auf freie Religionsausübung von Juden, auf der anderen droht nicht weniger als ein Krieg, sollte sie dieses Recht gewähren. So sprechen viele theologische und rechtliche Gründe für das jüdische Gebet auf dem Tempelberg, aber schwerwiegende politische Überlegungen stehen dem entgegen. Es bleibt also „spannend“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Von: Carmen Shamsianpur

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Thu, 02 Dec 2021 11:42:00 +0100
<![CDATA[Unternehmen schließen Hamas-Konten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/12/02/unternehmen-schliessen-hamas-konten/ Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat auf seinen Plattformen Facebook und Instagram über 160 Konten mit Verbindung zur Hamas gelöscht. Nach Angaben des Unternehmens versuchten die Konten, durch „koordinierte Anstrengungen die öffentliche Meinung mit falschen Profilen zu beeinflussen“. Indes hat die deutsche Postbank ein Geldkonto mit Verbindung zur Hamas geschlossen. Inhaber war die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland. Laut Oliver Rittmeier, Sprecher der Postbank, hat sein Unternehmen „kein Interesse daran, Beziehungen zu extremistischen Gruppen zu unterhalten“.

Von: mls

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Thu, 02 Dec 2021 11:30:00 +0100
<![CDATA[Argentinier beantragen palästinensische Staatsbürgerschaft]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/12/02/argentinier-beantragen-palaestinensische-staatsbuergerschaft/ Vor der palästinensischen Botschaft in der Buenos Aires haben sich am Mittwoch einige hundert Demonstranten versammelt. In einem symbolischen Akt reichten sie Anträge auf die palästinensische Staatsbürgerschaft ein. Auch Vertreter von Parteien waren darunter. Die Initiative kam vom „Argentinischen Komitee für Solidarität mit dem palästinensischen Volk“. Der palästinensische Botschafter in Argentinien, Hosni Abdel Wahed, dankte für die Ermutigung im „Kampf gegen die israelische Besatzung, Ungerechtigkeit und Tyrannei“. Nach Brasilien hat Argentinien 2010 „Palästina“ als Staat anerkannt.

Von: cs

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Thu, 02 Dec 2021 10:54:00 +0100
<![CDATA[Byzantinische Basilika in Aschdod mit Gräbern weiblicher Geistlicher]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/12/01/byzantinische-basilika-in-aschdod-mit-graebern-weiblicher-geistlicher/ Die Heilige Mutter Sophronia. Theodosia, die Diakonisse. Gregoria, die Diakonisse. Dies sind einige der Frauen, denen in einer prächtigen byzantinischen Basilika ein Denkmal gesetzt wurde. Israelische Archäologen haben das Gebäude in der südlichen Stadt Aschdod ausgegraben. Die prächtige Mosaikkirche aus dem 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus wird als eine der frühesten und größten christlichen Basiliken gepriesen, die in Israel gefunden wurden.

Sie ist auch eine der ungewöhnlichsten, was zum Teil an der Anzahl und Bedeutung der Gräber und Inschriften liegt, die weiblichen Geistlichen gewidmet sind. Damals wie heute standen die Frauen im Klerus meist im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Es scheint, dass die meisten heiligen Gräber zu einem späteren Zeitpunkt wiederverwendet wurden. Die Forscher fanden nicht nur die Skelette der Menschen, die in den griechischen Inschriften der Kirche verewigt sind. Sie entdeckten auch Knochen, die zu Dutzenden Personen gehören, die irgendwann im 6. Jahrhundert kurzerhand hineingeschüttet und mit Kalk bedeckt wurden. Solche Massengräber sind typisch für große Seuchenausbrüche – in der Antike und auch heute.

Während die Knochen aus der Basilika noch untersucht werden, vermuten Experten, dass sie seltene Beweise für eine Pestepidemie im 6. Jahrhundert nach Christus gefunden haben, die über das Byzantinische Reich und den Rest Eurasiens hinwegfegte. Teile der Basilika wurden erstmals 2017 freigelegt und sind inzwischen vollständig ausgegraben worden.

Grundstück neben einer modernen Villa untersucht

Die Stätte war einst Teil der Stadt Aschdod Jam, die in der Eisenzeit vor mehr als 2.500 Jahren als Haupthafen für die nur wenige Kilometer landeinwärts gelegene Philisterstadt Aschdod diente. Die Israelische Altertumsbehörde untersuchte das Grundstück neben einer modernen Villa, auf dem immer wieder Mosaikfliesen auf der sandigen Oberfläche auftauchten. Die Fußböden der Basilika waren mit exquisiten Mosaiken bedeckt, die Kreuze, kunstvolle geometrische Muster, aber auch Tierszenen und ein Dutzend Inschriften und ein Dutzend Inschriften zu Männern und Frauen zeigen.

Der älteste Text war eine Inschrift in einem der Seitenschiffe, „zum Gedenken an den Priester Gaianos und die Diakonin Severa". Die Jahreszahl lässt sich auf das Jahr 416 nach Christus zurückführen. Da die Mosaikpflasterung des Kirchenschiffs einige Zeit nach dem Bau der Kirche entstanden sein muss, deutet dies darauf hin, dass das Gebäude schon vorher, möglicherweise schon im späten 4. Jahrhundert, existierte, sagt der Archäologe Alexander Fantalkin.

Apropos Jahreszahlen: Die Inschriften tragen Jahreszahlen, die nicht mit den meisten in dieser Zeit verwendeten Kalendern übereinstimmen. So ist die Widmung an Gaianos und Severa auf das Jahr 169 datiert, also auf die Zeit des Bischofs Heraklius. Auf welchen Kalender sich die Jahreszahl bezieht, ist unbekannt. Fest steht, dass Heraklius im 5. Jahrhundert Bischof von Azotos war, und außerdem gab es Mitte des 2. Jahrhunderts keine byzantinischen Basiliken in Israel oder an anderen Orten in der Region. Laut Leah Di Segni, einer Expertin für griechische Epigraphik von der Hebräischen Universität in Jerusalem, folgen die Widmungsinschriften einer seltenen Chronologie, die auf dem Millennium von Rom basiert. Dieses wurde 247 nach Christus gefeiert, um 1.000 Jahre seit dem traditionellen Gründungsdatum der Stadt im Jahr 753 vor Christus zu feiern.

Lang verschollene Tochter?

Allerdings wissen wir nicht, wem die Kirche geweiht war. In der zentralen Apsis befanden sich der Hauptaltar und ein Grab, das wahrscheinlich aus der spätrömischen Zeit vor dem Bau der Basilika stammte. Als die Archäologen das Grab öffneten, fanden sie ein einzelnes Skelett, das ohne jegliche Artefakte begraben war. Dies weist auf eine einfache Bestattung hin, die typisch für frühchristliche Heilige sei, sagt Hila May, eine Anthropologin von der Universität Tel Aviv. Sie untersucht die menschlichen Überreste an diesem Ort.

Für die frühen Christen war es üblich, antike Gräber von Heiligen, Märtyrern oder Propheten zu identifizieren und um sie herum Kirchen zu bauen. Damit wollten sie Pilgerreisen und Gottesdienste fördern, sagt May. Das Grab des Heiligen war demnach auch das einzige, das in späteren Zeiten nicht als Massengrab wiederverwendet wurde.

Leider sind keine Mosaike oder Inschriften in der Apsis erhalten, die zur Klärung der Zugehörigkeit des Grabes hätten beitragen können, und die Kirche wird in den bekannten antiken Texten nicht erwähnt, sagt Fantalkin. Mays Analyse ist noch nicht abgeschlossen, sie vermutet aber, dass das Skelett im Grab einer Frau gehörte.

Daraus ergibt sich eine interessante Theorie: Nach dem Neuen Testament (Apostelgeschichte 8,40) wurde der Apostel Philippus vom Heiligen Geist nach Azotos Paralios gebracht, wo er predigte. Er hatte auch vier unverheiratete Töchter, die begabte Prophetinnen waren (Apostelgeschichte 21,9) und in der frühen Kirche eine wichtige Rolle spielten. Es ist daher möglich, dass sich angesichts der Verbindung von Philippus zu Aschdod Jam die Tradition entwickelt hat, dass eine seiner Töchter dort begraben wurde. Möglicherweise wurde ein altes lokales Grab als ihr Grab identifiziert, was schließlich zum Bau einer Basilika führte, die besonders von weiblichen Geistlichen geliebt wurde, ergänzt Fantalkin.

Dies ist im Moment reine Spekulation, aber welche Person auch immer in der Apsis begraben wurde – sie (oder er) muss als jemand angesehen worden sein, der heilig genug war, um den Bau einer so prächtigen Kirche zu verdienen. Dies veranlasste dann viele Gläubige,sie als letzte Ruhestätte zu wählen.

Der Dienst der Diakoninnen

Zwar gibt es in vielen byzantinischen Kirchen ähnliche Bestattungen und Gedenkinschriften, doch die Menge der Texte und die hohe Zahl der erwähnten Diakonissen und anderen weiblichen Amtsträger ist einzigartig, sagt Joseph Patrich, ein Archäologe und Byzanz-Experte von der Hebräischen Universität. Diese Frauen hatten wahrscheinlich einen hohen Status und verfügten über die Mittel und die Macht, sich auf diese Weise ein Denkmal zu setzen, fügt Di Segni hinzu.

Die "Heilige Mutter Sophronia" sei wahrscheinlich die Oberin eines nahe gelegenen Klosters gewesen, meint sie. Bei den Diakonissen, die den Großteil der in den Inschriften erwähnten Frauen ausmachen, könnte es sich um Nonnen oder weltliche Frauen höheren Alters und gehobenen Standes gehandelt haben. In der byzantinischen Kirche spielten Diakonissen eine wichtige Rolle bei der Taufe von Frauen und bei anderen Riten sowie bei der Betreuung von weiblichen Konvertiten, Kranken und Armen, erklärt Balbina Bäbler. Die Historikerin an der Universität Göttingen ist an dem Projekt beteiligt.

Das Amt des weiblichen Diakons (vom griechischen „diakonos" – Diener oder Gehilfe) wurde in den meisten christlichen Konfessionen im Laufe der Jahrhunderte abgeschafft. Aber in letzter Zeit gibt es Forderungen, diese alte Ordnung wieder einzuführen. Sowohl die orthodoxe Kirche Griechenlands als auch das Patriarchat von Alexandrien und Afrika haben die Rolle wieder eingeführt, während Papst Franziskus eine Kommission eingesetzt hat, die die Möglichkeit eines ähnlichen Schrittes für die katholische Kirche prüfen soll.

Dieses Phänomen findet sich überall in der Kirche. Als die Archäologen ein Grab am Eingang der Basilika öffneten, das als das von „Theodoros dem Magistrianos" (einem lokalen Beamten, der für die Erhebung der Steuern am Hafen zuständig war) gekennzeichnet war, hofften sie, das artenreiche Grab eines wohlhabenden Mannes zu finden. Stattdessen fanden sie einen weiteren Haufen von Knochen, die die schlecht erhaltenen und mit Kalk bedeckten Überreste von bis zu zehn Personen darstellen. Sie hatten das Grab des Magistrianos offensichtlich zu einem späteren Zeitpunkt übernommen.

Neue Leichen hinzugefügt

Die Tatsache, dass die Gräber wiederverwendet wurden, ist auch ohne deren Öffnung offensichtlich. Die meisten sind mit geflickten Mosaiken bedeckt. Das deutet darauf hin, dass diese Teile des Kirchenbodens irgendwann herausgerissen wurden, um neue Leichen zu bestatten, und dann repariert wurden. Dies erläutert Lihi Habas, Archäologin an der Hebräischen Universität und Experte für byzantinische Mosaike.

In einigen Fällen wurde versucht, die ursprünglichen Muster der Bodendekoration wiederherzustellen. Dies geschah mit unterschiedlichem Erfolg. In anderen Fällen seien die Löcher mit einfachen weißen Mosaikfliesen geflickt worden, sagt Habas.

„Sie haben nicht versucht, die Flecken zu verstecken, man kann den Unterschied zwischen dem Original und den Veränderungen sehr deutlich sehen", stellt sie fest. „Wenn es eine minderwertige Reparatur ist, bedeutet das eindeutig, dass es sich um einen Eilauftrag handelte."

Die eiligen Bodenreparaturen, die Massenbestattungen und die Verwendung von Kalk, der normalerweise zur Eindämmung von Gerüchen und Ansteckung verwendet wird, deuten auf eine Zeit der Krise und des weit verbreiteten Todes hin. Dies veranlasst die Forscher zu der Vermutung, dass die späteren Bestattungen mit der so genannten Justinianischen Pest zusammenhängen könnten, die das Byzantinische Reich in den 540er Jahren heimsuchte. Die nach dem damaligen Kaiser benannte Epidemie soll laut antiken Historikern Millionen von Toten gefordert und wesentlich zum Niedergang des Oströmischen Reiches beigetragen haben.

Neue Erkenntnisse zur Epidemie

In den letzten Jahren haben einige Wissenschaftler jedoch in Frage gestellt, ob diese Epidemie wirklich so verheerend war, da in den archäologischen Aufzeichnungen nur wenige Hinweise auf ihre Auswirkungen gefunden wurden. Im Jahr 2013 wiesen Forscher zwar Spuren von Yersinia pestis, dem für die Pest verantwortlichen Erreger, in menschlichen Überresten aus einem Gräberfeld aus dem 6. Jahrhundert in Deutschland nach. Aber es werden noch viel mehr Daten benötigt, um das Ausmaß und die Reichweite dieser antiken Pandemie zu verstehen.

Aus diesem Grund werden May und Kollegen in den Skeletten aus Aschdod Jam nach der DNA von Y. pestis suchen. Sollten sie das Bakterium tatsächlich finden, wäre dies der erste Nachweis der Justinianischen Pest in Israel. Es würde unschätzbare Informationen über die Ausbreitung der Krankheit und die Entwicklung des Erregers liefern, sagt May.

Nach etwa zwei Jahrhunderten turbulenter Existenz fand die Geschichte der Kirche der Diakonissen ein abruptes Ende, als der Komplex um das Jahr 600 durch ein großes Feuer zerstört wurde, merkt Fantalkin an. Der Archäologe vermutet, dass die Feuersbrunst mit einer Naturkatastrophe, zum Beispiel einem Erdbeben, oder möglicherweise mit der persischen Invasion in der Levante während des verheerenden byzantinisch-sasanischen Krieges von 602 bis 628 zusammenhing.

Dacheinsturz bewahrte Mosaike

Was auch immer die Ursache für den Untergang der Basilika war – ironischerweise war es der Einsturz des Daches, der die Böden in einer Art Zeitkapsel aus verbrannten Ziegeln und Balken einschloss. So bewahrte er die prächtigen Mosaike und die rätselhaften Gräber, die darunter lagen, für die Nachwelt.

Die Wiederentdeckung der Kirche der Diakonissen hat nicht nur bei den Forschern, sondern auch bei den christlichen Religionsführern für Aufregung gesorgt. Hochrangige orthodoxe Geistliche hielten dort im Juli eine Liturgie ab, um für die Seelen der Toten zu beten. Der Jerusalemer Patriarch Theophilos III. forderte die israelischen Behörden auf, die Überreste der Kirche zu schützen.

„Es ist unser sehnlicher Wunsch und unsere Hoffnung, dass diese Stätte unversehrt erhalten bleibt und schließlich sowohl für Wissenschaftler als auch für Pilger zugänglich gemacht wird, wie alle anderen heiligen Stätten in unserer Region", sagte Theophilos bei der Zeremonie. „Dies wäre ein lebendiges Zeugnis der Geschichte dieser alten Stadt und würde das friedliche Zusammenleben, die Toleranz und den gegenseitigen Respekt fördern."

Die Stadtverwaltung von Aschdod hat die Ausgrabungen in den letzten Jahren unterstützt. Sie plant, die Stätte „so bald wie möglich" für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, teilte Ofer Dery mit. Er ist Geschäftsführer der städtischen Tourismusentwicklungsgesellschaft. Derzeit warte man auf einen Konservierungsplan für die Überreste der Kirche, der von der Israelischen Altertumsbehörde erstellt werden müsse, fügte Dery hinzu.

Das gesamte Gebiet, das einst Aschdod Jam war, soll ein archäologischer Park werden. Er werde nicht nur die neu entdeckte Basilika, sondern auch eine bestehende Zitadelle aus islamischer Zeit sowie andere antike Kirchen und Gebäude umfassen, die noch ausgegraben werden müssten, sagt Saar Ganor, der Chefarchäologe der Altertumsbehörde für die Region Aschkelon, zu der Aschdod gehört."

„Wir sehen Aschdod Jam als eine Stätte von enormer Bedeutung, auf dem Niveau von Caesarea", sagt Ganor und bezieht sich dabei auf die beeindruckenden Überreste der von Herodes dem Großen erbauten Hafenstadt an der Nordküste Israels. „Aber dafür muss die Stadt Aschdod ein Budget bereitstellen."

In der Zwischenzeit haben Fantalkin und sein Team die Überreste der Basilika wieder vergraben, um sie vor Witterungseinflüssen und Vandalismus zu schützen. Sie hoffen, dass die Schätze der Diakonissenkirche eines Tages, hoffentlich bald, wieder ans Tageslicht kommen werden.

Von: Ulrich W. Sahm

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Wed, 01 Dec 2021 15:15:00 +0100
<![CDATA[Österreich und Tschechien beraten mit Israel Corona-Maßnahmen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/01/oesterreich-und-tschechien-beraten-mit-israel-corona-massnahmen/ JERUSALEM / WIEN / PRAG (inn) – Die Regierungschefs Israels, Österreichs und Tschechiens haben sich am Dienstag zur Corona-Lage beraten. Der österreichische Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) initiierte nach Angaben des israelischen Regierungsamtes die virtuelle Runde, „um von den Erkenntnissen der israelischen Regierung im Umgang mit dem Coronavirus zu hören“.

Premier Naftali Bennett (Jamina) empfahl, so schnell wie möglich mit der Drittimpfung zu beginnen. Die Effekte seien binnen weniger Tage zu sehen, sagte er mit Blick auf die Erfahrung in Israel. Umgekehrt seien zwei Impfungen nicht ausreichend und führten zu Durchbrüchen. Zudem sei es wahrscheinlicher, dass sich Menschen mit zwei Impfungen noch einmal impfen lassen, als dass Menschen, die sich bis heute nicht geimpft haben, damit anfangen.

Von tschechischer Seite war der geschäftsführende Premier Andrej Babiš (ANO 2011) zugeschaltet. Sein Nachfolger Petre Fiala (Demokratische Bürgerpartei) ist bereits ernannt, aber bis die neue Regierung steht, leitet Babiš die Regierungsgeschäfte.

„Drastische Maßnahmen“

Israelische Behörden hatten am Freitag erstmals die Omikron-Variante des Coronavirus im Land entdeckt. Träger war ein Rückkehrer aus dem ostafrikanischen Malawi. Als Reaktion stoppte die Regierung die Einreise von Ausländern. Diese Maßnahme trat in der Nacht zum Montag an Mitternacht in Kraft und hat zwei Wochen Bestand.

Darüber hinaus beschloss die Regierung wieder die Überwachung von Handys durch den Inlandsgeheimdienst Schabak. Die Maßnahme ist im Rahmen der Notfallregulierung bereits in Kraft, soll aber noch zur Abstimmung in die Knesset kommen. Das Mittel der Überwachung im Zusammenhang mit dem Coronavirus hatte Israel erstmals im März 2020 eingesetzt. Ziel ist es, Kontaktketten bei Corona-Fällen nachzuverfolgen.

Gegenüber den Regierungschefs aus Tschechien und Österreich begründete Bennett diese „drastischen Maßnahmen“, wie er es nannte, mit der gegenwärtigen Unsicherheit bezüglich der neuen Variante. Mit Blick auf die Überwachung sagte er: „Wenn es mehr Informationen gibt, können wir diese Maßnahme stufenweise zurücknehmen.“

Seit Dienstag betreibt die israelische Regierung einen neuen Twitter-Account mit Informationen zur aktuellen Corona-Lage. Adressat ist vorrangig die Weltgemeinschaft und Politiker in Verantwortung. Premier Bennett erklärte dazu: „Die Welt hat ein großes Interesse an den Lehren und Erfahrungen gezeigt, die Israel im Kampf gegen COVID-19 gewonnen hat, und Israel ist darauf erpicht, dieses Wissen mit der Welt zu teilen.“

Von: df

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Wed, 01 Dec 2021 15:10:00 +0100
<![CDATA[Tel Aviv hat die weltweit höchsten Lebenshaltungskosten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/12/01/tel-aviv-hat-die-weltweit-hoechsten-lebenshaltungskosten/ LONDON (inn) – Die israelische Küstenmetropole Tel Aviv ist die Stadt mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Das geht aus einer Berechnung des britischen Magazins „Economist“ hervor. Tel Aviv löst damit Paris auf dem ersten Platz ab. Im vergangenen Jahr lag die israelische Stadt noch auf Platz 5 auf dem Index.

Zu dem rasanten Sprung tragen vor allem die Preissteigerungen bei Lebensmitteln bei. Die Waren und Dienstleistungen, die von dem Ranking erfasst wurden, sind in Israel im Preis durchschnittlich um 3,5 Prozent gestiegen. Im Vorjahr waren es 1,9 Prozent. Das ist der schnellste Inflationssprung seit fünf Jahren.

Starker Schekel führt zu Preisanstieg

Der stärkste Anstieg ist bei den Verkehrskosten zu verzeichnen. Hier sorgten die steigenden Ölpreise für eine Erhöhung von 21 Prozent. Weiter ist der Preisanstieg auf die Stärke des israelischen Schekels gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen. Das führt zu einem erhöhten Kaufverhalten. Laut Upasana Dutt, Leiterin des Lebenshaltungskosten-Indexes, haben zudem die Corona-Restriktionen „zu Engpässen in der Versorgung und höheren Preisen geführt“.

Teheran mit höchstem Anstieg

Den höchsten Sprung auf dem Index hat die iranische Hauptstadt Teheran gemacht. Nach Platz 79 im Vorjahr ist sie auf Platz 29 in der aktuellen Liste gelandet. Hier führten vor allem die internationalen Sanktionen zu Engpässen und Preissteigerungen. Die günstigste Stadt der Welt bleibt weiterhin die syrische Hauptstadt Damaskus.

Der weltweite Lebenshaltungskosten-Index vergleicht die Preise von Waren und Dienstleistungen in 173 Städten. Die Daten für die Umfrage wurden im August und September erhoben. Dutt vermutet, dass auch im kommenden Jahr die Preise weiter steigen werden. Zudem gehe sie davon aus, dass die Zentralbanken die Zinssätze anheben werden, um die Inflation einzudämmen: „Der Preisanstieg dürfte sich also gegenüber dem diesjährigen Niveau abschwächen.“

Von: mls

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Wed, 01 Dec 2021 15:10:00 +0100
<![CDATA[Katar zahlt die Gehälter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/12/01/katar-zahlt-die-gehaelter/ Katar und die Terrorgruppe Hamas haben ein neues Abkommen geschlossen. Es regelt die Subventionierung der Gehaltszahlungen an Angestellte im öffentlichen Dienst. Demnach soll Katar über Ägypten Treibstoff in den Gazastreifen liefern. Der Verkaufserlös fließt in die Gehälter. Bis Mai erfolgte die katarische Finanzhilfe in Form von Bargeld, was die israelische Regierung aber mittlerweile unterbunden hat. Aufgrund einer anhaltenden Finanzkrise erhalten Zehntausende Angestellte der Hamas seit Jahren nur Bruchteile ihres Gehalts. Katar steht wegen Terrorunterstützung international in der Kritik.

Von: cs

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Wed, 01 Dec 2021 12:26:00 +0100
<![CDATA[Israel schickt Impfstoff nach Afrika]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/12/01/israel-schickt-impfstoff-nach-afrika/ Israel will „eine bedeutende Anzahl“ an Corona-Impfdosen an afrikanische Staaten schicken. Dies teilte Gesundheitsminister Nitzan Horowitz am Dienstag mit. Dieser Transfer hätte schon längst erfolgen sollen, doch „besser spät als nie“, sagte Dan Turner. Der stellvertrende Generaldirektor für Forschung und Entwicklung am Jerusalemer Medizinischen Zentrum Schaarei Zedek wirbt bereits seit einiger Zeit für einen solchen Schritt. Die Omikron-Variante erinnere daran, dass „auch wir am Ende davon profitieren, wenn wir uns um Bevölkerungsgruppen kümmern, die keine Resourcen haben“.

Von: mh

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Wed, 01 Dec 2021 10:46:00 +0100
<![CDATA[Vergünstigungen für Rückkehrer aus dem Ausland]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/12/01/verguenstigungen-fuer-rueckkehrer-aus-dem-ausland/ Israelische Angestellte, die in Hightech-Firmen im Ausland arbeiten, sollen Steuererleichterungen von etwa 20 Prozent erhalten, wenn sie nach Israel zurückkehren. Dies gilt für zwei Jahre. Zudem müssen Rückkehrer keine Kapitalertragssteuern auf ihre ausländischen Einkünfte zahlen. Die Regeln sollen auch für Ausländer gelten, die gemäß dem Rückkehrgesetz berechtigt sind, Alija nach Israel zu machen. Mit dieser Politik möchte das Innovationsministerium dem Arbeitskräftemangel in Israels Tech-Industrie entgegenwirken.

Von: mh

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Wed, 01 Dec 2021 10:15:00 +0100
<![CDATA[Internationale Solidarität mit Palästinensern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/30/internationale-solidaritaet-mit-palaestinensern/ NEW YORK (inn) – UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat am Montag die „anhaltenden Verletzungen der Rechte der palästinensischen Bevölkerung“ beklagt. Guterres äußerte sich anlässlich des Internationalen Tags der Solidarität mit dem palästinensischen Volk, der alljährlich als UN-Gedenktag am 29. November stattfindet, dem Tag des Teilungsplans für Palästina von 1947. 1977 hatte die Generalversammlung zur „jährlichen Beachtung“ des Tages aufgerufen. 2006 ermutigte sie die Mitgliedsländer zu „weitmöglichster Unterstützung“.

Guterres‘ Stellungnahme wurde im Rahmen einer UN-Sonderveranstaltung anlässlich des Tages verlesen. Darin erklärte der Generalsekretär weiter, „die Situation in dem besetzten palästinensischen Gebiet“ stelle „auch weiterhin eine erhebliche Herausforderung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit dar“. Jüngste hochrangige Kontakte zwischen den Seiten stimmten ihn jedoch auch „hoffnungsvoll“. Er rief dazu auf, „unser unerschütterliches Engagement für das palästinensische Volk und sein Streben nach Verwirklichung seiner unveräußerlichen Rechte“ zu bekräftigen.

Keine Äußerungen von Bundesregierung bekannt

Auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs übersandten Solidaritätsbekundungen. Auf der Internetseite der Vereinten Nationen finden sich vor allem solche aus Ländern, die demokratiedefizitär sind, oder gar zwischen Autokratie und offener Diktatur schwanken. So äußerte etwa der chinesische Präsident und Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Xi Jingping, laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, sein Land messe der palästinensischen Sache große Bedeutung zu.

Der indische Premierminister Narendra Modi sprach von Beziehungen seines Landes mit den Palästinensern, die auf „tiefverwurzelten geschichtlichen und Mensch-zu-Mensch-Beziehungen“ basierten. Irans Präsident Ebrahim Raisi beklagte das „endlose Leiden der Palästinenser und die fortgesetzte Brutalität und das Unrecht gegen sie“ durch „das zionistische Apartheid-Regime“.

In Deutschland spielt der Tag eher keine Rolle. Das Auswärtige Amt verwies auf Anfrage von Israelnetz, inwiefern die Regierung den Tag begehe, lediglich darauf, dass es sich um einen Gedenktag von vielen im UN-Kalender allein im Monat November handle. Indes waren aus dem Landesverband der Linken in Nordrhein-Westfalen Äußerungen anlässlich des Tages zu vernehmen. Die Sprecherin für Antirassismus, Katja Heyn, beklagte in einer Mitteilung, dass Palästinenser tagtäglich „Gewalt, willkürlichen Verhaftungen, bis hin zu Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt“ seien. Zudem äußerte sich der EU-Vertreter bei den UN, Olof Skoog, in einem Schreiben, das aber nicht über eine allgemeine Positionsbeschreibung des Staatenverbundes hinausgeht. Von „Solidarität“ ist darin keine Rede.

Israel protestiert

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, ließ bei der UN-Sonderveranstaltung zum Solidaritätstag ebenfalls eine Erklärung verlesen. Darin bedankte er sich für die internationale Unterstützung. Gleichzeitig kritisierte er Staaten, die diplomatische Büros in Jerusalem eröffnet haben oder Handel mit in Siedlungen ansässigen Unternehmen treiben: „Ihr tragt zum Leiden unseres Volkes bei.“ Die Palästina-Frage werde „der Lackmustest für die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft bleiben“.

Unterdessen verlieh Israel seiner Ablehnung der UN-Gedenkveranstaltung am Montag Ausdruck. UN-Botschafter Gilad Erdan verwies darauf, dass die Araber den Teilungsplan von 1947 abgelehnt haben: „Die UN besitzen die Dreistigkeit, eine Solidaritätsveranstaltung für die Palästinenser an jenem Tag abzuhalten, an dem sie sich selbst für Gewalt entschieden.“ Erdan kritisierte auch, dass das Schicksal der im Kontext der israelischen Staatsgründung aus arabischen Staaten vertriebenen Juden von den UN „komplett ignoriert“ werde: „Die UN verfälschen die Wahrheit, und das werden wir niemals zulassen.“

Von: ser

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Tue, 30 Nov 2021 14:14:00 +0100
<![CDATA[Abbas trifft libanesischen Präsidenten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/30/abbas-trifft-libanesischen-praesidenten/ Mahmud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), hat sich während eines Besuchs in Katar mit dem libanesischen Präsidenten, Michel Aun, getroffen. Zudem sprach er mit dem katarischen Emir, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani. Der Fokus der Gespräche lag auf den „Vergehen“ Israels bezüglich der heiligen Stätten. Abbas ist aufgrund der Eröffnungszeremonie des FIFA-Arabien-Pokals in Katar, an dem die palästinensische Mannschaft teilnimmt. Das Fußballturnier für arabische Nationalmannschaften dient als Vorbereitung für die WM 2022.

Von: mls

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Tue, 30 Nov 2021 14:01:00 +0100
<![CDATA[Gedenktag an die Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/30/gedenktag-an-die-vertreibung-der-juden-aus-arabischen-laendern/ JERUSALEM (inn) – Die Existenz jüdischer Gemeinden in arabischen Ländern sowie im Iran reichte weit in vorislamische Zeit zurück. Hunderttausende Juden flohen im 20. Jahrhundert vor Diskriminierung, Enteignung und Pogromen. Viele von ihnen leben heute in Israel. In den anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens verblieben zwischen 0 und 10 Prozent der einstigen jüdischen Bevölkerung.

Schnelle Integration jüdischer Flüchtlinge

Die geschätzten 850.000 Juden, von denen die meisten nach der Staatsgründung Israels ihre muslimisch geprägten Heimatländer verlassen mussten, gelten auch nach internationalem Recht als Flüchtlinge. Es handelte sich damals nicht um eine Migrationsbewegung in einen neu geschaffenen Staat, sondern um Flucht vor Verfolgung aus Gründen der „Rasse oder Religion“. Dennoch hat ihr Schicksal lange Zeit kaum Beachtung gefunden.

Zum einen gelang dem jüdischen Staat sowie den USA und anderen Aufnahmeländern eine rasche Integration. Zum anderen überlagerte bald das palästinensische Narrativ der „Nakba“ (Katastrophe) das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge.

Keine Integration palästinensischer Flüchtlinge

Eine vergleichbare Anzahl Araber floh im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges sowie späterer Kriege zwischen Israel in die heutigen Palästinensergebiete und Nachbarländer. Dort verblieben die meisten von ihnen in ihrem Flüchtlingsdasein, das die beteiligten arabischen Staaten künstlich aufrechterhalten und als politisches Druckmittel benutzen.

Im öffentlichen Bewusstsein gab es bald nur noch die palästinensischen Flüchtlinge sowie ihre tatsächlichen und vermeintlichen Rechte. Niemand sprach mehr davon, dass die Geschehnisse rund um die Staatsgründung viel mehr einem großen Bevölkerungsaustausch glichen als einer einseitigen Fluchtbewegung.

Richtigstellung eines einseitigen Narratives

Dieser Schieflage hat die israelische Regierung mit der Einrichtung des Gedenktages und weiteren Maßnahmen entgegengesteuert. Im Ausland können Interessierte über die Botschaften Informationsmaterial beziehen. Die Botschaft des Staates Israel in Berlin stellt eine Ausstellung zum Selbstdruck zur Verfügung. 15 Poster klären über die Geschichten der „vergessenen jüdischen Flüchtlinge“ auf

Tatsächlich werden die Stimmen der Flüchtlinge und ihrer Nachkommen in Israel heute bewusster wahrgenommen. Anders ist es bei der UNO: Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen erkennt die jüdischen Flüchtlinge zwar als solche an. Trotzdem hat die UNO bislang keine einzige Resolution zu ihnen verabschiedet. Demgegenüber stehen rund 200 Resolutionen zu palästinensischen Flüchtlingen.

Auf der internationalen Bühne gibt es also noch Aufklärungsbedarf. Allerdings besteht in Zeiten von Abraham-Abkommen die Hoffnung, dass sich in absehbarer Zukunft sogar arabische Staaten am Gedenken an ihre jüdische Geschichte beteiligen werden. Dass dies möglich ist, zeigt zum Beispiel das „Museum des marokkanischen Judentums“, das seit 1997 in Casablanca besteht.

Von: Carmen Shamsianpur

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Tue, 30 Nov 2021 12:46:00 +0100
<![CDATA[Wegen Israel-Boykott: Squash-WM in Malaysia abgesagt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/11/30/wegen-israel-boykott-squash-wm-in-malaysia-abgesagt/ HASTINGS (inn) – Der Squash-Weltverband (WSF) hat die für Dezember geplante Weltmeisterschaft der Männer in Malaysia abgesagt. Grund dafür ist der Ausschluss Israels von dem Turnier: „Für den WSF ist es wichtig, dass keine Nation, die am Wettbewerb teilnehmen möchte, das Ereignis verpasst“, heißt es in einer Mitteilung vom Montag.

Der WSF mit Sitz im englischen Hastings gab an, dass bislang noch keine Visa-Bestätigung für die Israelis vorlag. Das Turnier sollte am 7. Dezember in Kuala Lumpur beginnen. Als zweiten Grund für die Absage nennen die Verantwortlichen die Corona-Pandemie und die neu aufgetretene Omikron-Variante.

Hoffnung auf Besserung

Israel hätte vier Teilnehmer zu dem Turnier geschickt. Für das Land wäre es die erste Weltmeisterschaft gewesen. Wegen des sich abzeichnenden Ausschlusses waren die Israelis auch vor das Weltsportgericht CAS im schweizerischen Lausanne gezogen.

Der Vorsitzende des Israelischen Squash-Verbandes, Aviv Buschinski, begrüßte nun die Absage: „Als alle Beteiligten merkten, dass die Malaysianer Israel verbannen, war ich dankbar, im Brief des Präsidenten vom Einsatz für unsere Teilnahme zu lesen“, sagte er laut der israelischen Verteilzeitung „Israel Hajom“.

Buschinski schlug zudem vor, dass Israel eine Weltmeisterschaft ausrichtet. Dabei könnten auch Mannschaften aus Ländern teilnehmen, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel pflegen. „Für einen professionellen Athleten gibt es nicht Frustierenderes, als gesagt zu bekommen, dass er oder sie nach Jahren des Trainings und der Vorbereitung nicht antreten kann. Doch ich hoffe, dass dieser Vorfall ähnliche Diskriminierung in Zukunft verhindert.“

Zwischen Israel und dem muslimisch geprägten Malaysia bestehen keine diplomatischen Beziehungen, wohl aber Handelsbeziehungen. Im Jahr 1997 durfte mit dem Cricketteam erstmals eine israelische Sportmannschaft in dem Inselstaat antreten. Seither kamen israelische Sportler immer wieder zu Turnieren. In den vergangenen Jahren nahm Malaysia aber wieder eine härtere Haltung ein. Im Jahr 2019 verlor das Land das Recht, die Para-Schwimm-Weltmeisterschaften auszutragen, weil es Israelis aussperren wollte. Das Turnier fand dann in London statt.

Von: df

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Tue, 30 Nov 2021 11:35:00 +0100
<![CDATA[Schwer verwundeter Israeli verlässt Intensivstation]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/11/30/schwer-verwundeter-israeli-verlaesst-intensivstation/ Ein Israeli, der beim jüngsten Terroranschlag in Jerusalem schwer verwundet wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Der 26-Jährige habe die Intensivstation verlassen, teilte das Scha’are-Zedek-Krankenhaus am Montag mit. Für weitere Operationen bleibe er noch in der Klinik. Die Familie rief zum Gebet auf. Am 21. November hatte ein palästinensischer Lehrer aus Ostjerusalem in der Altstadt den 26-jährigen Juden Eli Kay ermordet. Zwei weitere Israelis wurden verletzt. Laut israelischen Behörden war der Attentäter Mitglied der Terrorgruppe Hamas. Er wurde von Sicherheitsbeamten erschossen.

Von: eh

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Tue, 30 Nov 2021 11:34:00 +0100
<![CDATA[Zustimmung für „Zwei-Staaten-Lösung“ bei Palästinensern gesunken]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/30/zustimmung-fuer-zwei-staaten-loesung-bei-palaestinensern-gesunken/ Die Zustimmung zur „Zwei-Staaten-Lösung“ ist bei den Palästinensern zurückgegangen. Das ergab eine Umfrage des Jerusalemer Zentrums für Medien und Kommunikation. Der Wert dafür lag im Oktober bei 29,4 Prozent. Im April war er bei 39,3 Prozent. Währenddessen ist die Zustimmung für einen bi-nationalen Staat von 21,4 Prozent auf 26 Prozent gestiegen. Zwischen den Bewohnern des Gazastreifens und denen des Westjordanlands gibt es große Unterschiede. Erstere bevorzugen die „Zwei-Staaten-Lösung“ (37,9 Prozent), während letztere eher für einen bi-nationalen Staat (30,2 Prozent) sind.

Von: mls

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Tue, 30 Nov 2021 11:02:00 +0100
<![CDATA[Herzog betont jüdische Verbindung zu Hebron]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/29/herzog-betont-juedische-verbindung-zu-hebron/ HEBRON / JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog hat den Auftakt des jüdischen Chanukkafestes in Hebron begangen. Am Sonntagabend entzündete er in der Machpelahöhle die erste Kerze einer Chanukkia. Dort liegen die biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob sowie die Erzmütter Sara, Rebekka und Lea begraben. Die Stätte ist in eine Synagoge und eine Moschee aufgeteilt. Die beiden Bereiche sind streng voneinander getrennt. Nur wer weder Jude noch Muslim ist, erhält Zutritt zu beiden Gebetsstätten.

Bei der Zeremonie in der Synagoge betonte Herzog die jüdische Beziehung zu der Stadt: „Die historische Verbindung der Juden zu Hebron, zum Grab der Patriarchen, zum Erbe der Erzväter und Erzmütter steht außer Frage. Die Anerkennung dieser Verbindung muss jenseits aller Auseinandersetzung sein“, zitiert ihn die Onlinezeitung „Times of Israel“. Linksgerichtete Israelis protestierten in der Nähe gegen den Besuch des Präsidenten.

Herzog betonte aber auch das gemeinsame Erbe von Juden und Muslimen, das trotz der Spannungen in der geteilten Stadt eine Tatsache sei. „Wir werden nicht in allem übereinstimmen, aber wir müssen daran denken, dass ‚wir alle eines Menschen Söhne sind‘.“ Damit verwendete der Präsident ein Zitat aus 1. Mose 42,11. Dort geht es um die Söhne Jakobs, die in Ägypten vor Josef stehen und sich gegen den Verdacht wehren, Kundschafter zu sein.

Arabische Kritik: Provokation gegenüber muslimischen Gefühlen

Die Arabische Liga verurteilte Herzogs Besuch in Hebron am Sonntag. Hintergrund sei die „Judaisierung islamischer und christlicher heiliger Stätten durch die Besatzungsbehörden“. Es handele sich um eine Missachtung und Provokation gegenüber Gefühlen von Muslimen. Die internationale Gemeinschaft müsse das Vorgehen gegen islamische und christliche Heiligtümer zurückweisen. In der Mitteilung war laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA auch von einer „Fortdauer des offiziellen und organisierten Terrors gegen die Palästinenser, ihre Rechte und heiligen Stätten“ die Rede.

WAFA selbst schrieb, Herzog habe „mit strengen Militärvorkehrungen die Abrahams-Moschee gestürmt“: „Der israelische Präsident entzündete die erste Kerze des jüdischen Chanukka-Festes in der Abrahams-Moschee, begleitet von Siedlerführern und Knessetabgeordneten.“

Lichtzünden an der Klagemauer

In Jerusalem entzündeten Regierungschef Naftali Bennett (Jamina) und Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) Lichter an der Klagemauer. Aus der Stiftung für das Erbe der Klagemauer hieß es, die Zeremonien fänden zu Ehren von Eli Kay statt. Der 26-jährige Jude war am 21. November in der Altstadt von einem palästinensischen Terroristen ermordet worden. Er arbeitete als Touristenführer im Bereich der Klagemauer.

Bennett hielt die Zeremonie im Tunnelsystem der Klagemauer ab. Gantz sagte laut einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums beim Lichtzünden: „Wir sind sehr nah an dem Ort, wo sich das Wunder ereignete. Man kann es als Wunder betrachten, dass sie den Ölkrug fanden. Und man kann es auch als Wunder betrachten, dass es jemanden gab, der hinging und danach suchte.“ Chanukka erinnert an den Sieg der Makkabäer gegen die Hellenisten im 2. vorchristlichen Jahrhundert. Danach wurde der Tempel neu eingeweiht. Ein Krug mit heiligem Öl für einen Tag reichte nach jüdischer Überlieferung auf wundersame Weise für acht Tage.

Gantz bezog sich auch auf die Heldentaten der Makkabäer. Diese seien nur durch Einheit möglich geworden. Auch heute sei diese Einheit nötig. Verwundete Veteranen der israelischen Armee und Hinterbliebene von gefallenen Soldaten nahmen an der Feier teil.

Jüdischer Kinderchor in Dubai

Auch auf der Expo in Dubai gab es eine Feier zum Auftakt des Festes. Der Oberrabbiner der Vereinigten Arabischen Emirate, Levi Duchman, entzündete im israelischen Pavillon der Weltausstellung das erste Licht. Dabei waren unter anderen Geschäftsleute, in dem Golfstaat lebende Juden und Touristen zu Gast. Der Kinderchor der örtlichen jüdischen Gemeinde sang Chanukka-Lieder.

Von: eh

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Mon, 29 Nov 2021 14:37:00 +0100
<![CDATA[Israel und Großbritannien wollen Zusammenarbeit ausbauen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/29/israel-und-grossbritannien-wollen-zusammenarbeit-ausbauen/ JERUSALEM (inn) – Israel und Großbritannien wollen im kommenden Jahrzehnt verstärkt zusammenarbeiten, um Handel und Technologie zu fördern und gegen Herausforderungen wie Terrorismus vorzugehen. Das erklärten der israelische Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) und seine britische Amtskollegin Elizabeth Truss (Konservative) in einem gemeinsamen Zeitungsartikel, der in Großbritannien und England erschienen ist. Lapid befindet sich derzeit zu Gesprächen in London.

In dem Artikel betonen die beiden Minister: „Als Verbündete können Großbritannien und Israel Supermächte in Handel und Technologie sein.“ Entsprechend planten die beiden Seiten ein neues Freihandelsabkommen. Die Grundlage dafür sei jedoch eine sichere Welt. Bezüglich des iranischen Atomprogramms erklärten Lapid und Truss daher: „Wir arbeiten Tag und Nacht daran zu verhindern, dass das iranische Regime eine Nuklearmacht wird.“

Zug gegen Hamas

Lapid befindet sich derzeit auf einer zweitägigen Auslandsreise. Nach dem Besuch in Großbritannien ist auch ein Aufenthalt in Frankreich angedacht.

Erst am Freitag hatte das britische Parlament eine Anordnung der Regierung bewilligt, die gesamte Hamas als Terror-Organisation einzustufen. Nach Angaben des Innenministeriums bedeutet das etwa, dass Hamas-Mitglieder oder diejenigen, die sie einladen, nun für bis zu 14 Jahre in Haft kommen können.

Fortsetzung der Atomverhandlungen

Am Montag sollen die Verhandlungen zum Nukleardeal nach Monaten der Pause in Wien weitergehen. Vertreter aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland werden dort mit Diplomaten aus dem Iran zusammenkommen.

Bei den Gesprächen geht es um die Frage des Wiedereintritts der USA in den 2015 geschlossenen Atomvertrag. Der Iran hat seit dem Austritt im Mai 2018 seine Fähigkeiten zur Uran-Anreicherung ausgebaut. Sie übertrifft laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) deutlich die Menge, die im Atomvertrag vorgesehen ist. Erst vergangene Woche beklagte die IAEA zudem, der Iran zeige sich unkooperativ mit Blick auf die Überwachung seiner Atomanlagen.

Von: df

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Mon, 29 Nov 2021 12:51:00 +0100
<![CDATA[Freundschaftsspiel zwischen Minister Elkin und Großmeister Kasparow]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/11/29/freundschaftsspiel-zwischen-minister-elkin-und-grossmeister-kasparow/ Wohnungsbauminister Se‘ev Elkin hat am Sonntag eine Freundschaftspartie Schach gegen den russischen Großmeister Garri Kasparow gespielt. Der Minister ist bekannt für seine Liebe zum Schach. Nach einer Stunde musste sich „der Schachspieler der Knesset“ geschlagen geben, freut sich aber trotzdem: „Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt und gegen meinen Kindheitshelden gespielt“, sagte er nach dem Spiel. Der mehrmalige Weltmeister Kasparow nimmt in Israel als Experte für künstliche Intelligenz an der IMPROVATE-Innovations-Konferenz teil. Die Schachpartie war die Anfangszeremonie der Konferenz.

Von: mls

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Mon, 29 Nov 2021 12:39:00 +0100
<![CDATA[Amir Peretz zum Vorsitzenden der „Israel Aerospace Industries“ ernannt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/29/amir-peretz-zum-vorsitzenden-der-israel-aerospace-industries-ernannt/ Amir Peretz wird neuer Vorsitzender des Flugzeugherstellers „Israel Aerospace Industries“ (IAI). Das bewilligte das israelische Kabinett am Sonntag. Zuvor hatte sich der Beratungsausschuss für Ernennungen gegen den 69-Jährigen ausgesprochen. In einer Stellungnahme heißt es, er verfüge nicht über die entsprechende Erfahrung. Finanzminister Avigdor Lieberman sprach sich jedoch für die Personalie aus. Peretz war bis Januar Chef der Arbeitspartei und von 2006 bis 2007 Verteidigungsminister. Bis Juni 2021 war er Wirtschaftsminister.

Von: mls

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Mon, 29 Nov 2021 11:50:00 +0100
<![CDATA[Israel zwischen Archäologie und Atomforschung]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/11/29/israel-zwischen-archaeologie-und-atomforschung/ Es ist das Wunder von Israels Wissenschaft. Das Land gehört heute zur Weltspitze im Blick auf Forschung auf vielen Gebieten von der Archäologie bis zur Atomwissenschaft. Schon vor der Staatsgründung wurde im damaligen Mandatsgebiet 1912 das Technion in Haifa gegründet. 1918 wurde in Jerusalem der Grundstein für die Hebräische Universität gelegt. Es war von Anfang an ein wichtiges Standbein der zionistischen Bewegung, neben der Urbarmachung des Landes, der Besiedlung und der Industrialisierung, die Wissenschaft zu fördern.

Chaim Weizman, Martin Buber und Albert Einstein waren namhafte Unterstützer wissenschaftlicher Forschung in zu gründenden Hochschulen und Universitäten. 1956 wurden verschiedene Fakultäten aus den 30er Jahren zur Universität Tel Aviv zusammengefasst. In der Wüstenstadt Be‘er Scheva wurde 1969 offiziell die Negev-Universität aus bestehenden Instituten geschaffen. Später erhielt die Uni den Namen Ben-Gurion, in Würdigung des ersten israelischen Premierminister David Ben-Gurion, der im Wüsten-Kibbutz Sde Boker wohnte und sich für die Entwicklung des Negev einsetzte: „Israels Zukunft liegt in der Wüste.“

Mit der Ausrufung des Staats Israel am 14. Mai 1948 begannen im ganzen Land umfangreiche Ausgrabungen und archäologische Forschungen. Ging es einerseits um Wurzeln jüdischer Geschichte und Kultur im Land der Väter, kamen zugleich moderne Methoden der Datierung und der Konservierung zur Anwendung.

Jüdischer Respekt vorm Gesetz und Suche nach der Hintertür

Gehen wir davon aus, dass etwa 0,2 Prozent der Weltbevölkerung jüdische Wurzeln haben. Ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit. Keine neue Erkenntnis: „Du bist das kleinste unter allen Völkern“ (5. Mose 7,7). Dem gegenüber lässt sich feststellen, dass seit 1901 rund 25 Prozent der Nobelpreisträger Juden waren. Könnte es sein, dass Jahrhunderte der Beschäftigung mit den Schriften, kritischer Geist und Gottes Segen den Boden für Neugier, Zweifel und Erkenntnisse bilden? Seit alter Zeit respektieren Juden die Gebote Gottes.

Dennoch wird im Nachdenken hier und da ein Weg am Gesetz vorbei gesucht, ohne den Wortlaut zu verletzen. So hält sich seit der Antike die Geschichte, dass sich der Sabbatweg verlängern ließ, wenn sich der Reiter einen mit Wasser gefüllten Sack auf seinen Esel legte. Denn so wurde es eine Reise zu Wasser.

In ähnlicher Weise gilt der Respekt vor den Naturgesetzen und zugleich die Neugier und die Frage: Gibt es ein Hintertürchen, das neue Räume eröffnet? Und so entstehen interessante Forschungsergebnisse und entsprechende Produkte, die Israel der Welt präsentiert. Der USB-Stick, der 3D-Drucker und Solarfenster stammen aus Israel. Die Pill-Cam ist eine Mini-Kamera, die wie eine Pille geschluckt werden kann und Bilder aus dem Magen-Darm-Trakt liefert. Auch die Cherry-Tomate stammt aus Israel. Diese „Kirsch-Tomaten“ erblickten 1973 das Licht der Welt, Ergebnis von Forschung und Züchtung des Landwirtschaftlichen Instituts der Hebräischen Universität. In diesen Reigen passt auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Angrist.

Der Computerschutz „Firewall“ wurde in Israel entwickelt und hat sogar biblische Bezüge: „Ich will eine feurige Mauer (Firewall) rings um sie her sein und will mich dabei als herrlich erweisen, spricht Gott“ (Sacharja 2,9).

Von: Egmond Prill

Diesen Artikel finden Sie auch in der neuen Ausgabe 6/2021 des Israelnetz Magazins, die kommende Woche erscheint. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Mon, 29 Nov 2021 11:14:00 +0100
<![CDATA[US-Navy rettet iranische Seeleute]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/29/us-navy-rettet-iranische-seeleute/ Ein US-amerikanisches Marineschiff hat am Samstag auf einen Notruf hin zwei iranische Seeleute gerettet. Die beiden Männer trieben acht Tage lang auf einem Fischerboot im Golf von Oman. Laut dem Zentralkommando der US-Navy ging es ihnen gut. Sie wurden untersucht, mit Nahrung versorgt und dann zu einem omanischen Küstenwachschiff gebracht. Von dort aus sollen sie sicher nach Hause gelangen. Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind angespannt, auch aufgrund iranisch-israelischer Auseinandersetzungen auf dem Meer. Iranische Medien berichteten nicht über die Rettungsaktion.

Von: cs

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Mon, 29 Nov 2021 10:53:00 +0100
<![CDATA[Zwischen Wunder und Heldentum]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/26/zwischen-wunder-und-heldentum/ Auf jüdischen Internetplattformen fasst der Oberrabbiner von Südafrika, Warren Goldstein, die Chanukka-Geschichte zusammen: „Vor etwa 2.200 Jahren besetzte das große griechische Imperium, eine Weltmacht, das alte Königreich Israel und unterdrückte die Juden. Bezeichnenderweise waren es die Makkabäer, die Tempelpriester, die sich gegen die Griechen auflehnten, um die Juden zu verteidigen. Mithilfe von Gottes Wunder waren sie in der Lage, die Griechen zu besiegen. Der kleine rituell reine Ölrest, der übrig war, um den Tempelleuchter zu entzünden, hätte eigentlich nur einen Tag reichen können. Doch der Leuchter brannte acht Tage.“

Der Rabbiner fragt die Gläubigen: „Was feiern wir denn nun? Den großartigen militärischen Erfolg? Oder den Umstand, dass das Öl für ein paar Tage mehr brannte? Die Weisen aus dem Talmud sagen uns, dass wir das Wunder feiern sollen.“

Tatsächlich fragen die Talmud-Gelehrten im Traktat Schabbat 21B nach dem Sinn von Chanukka. Sie sprechen davon, dass die Griechen mit dem Betreten des Tempels das Öl entweihten. Der rituell reine Rest habe nur durch ein Gotteswunder für acht Tage gereicht. Die Ausführungen legen fest: „Die Weisen entschieden, dass es ein Hallel geben würde.“

Das Hallel umfasst die Psalmen 113 bis 118 und wird zu den in der Bibel erwähnten Feiertagen gebetet. Es enthält den Dank dafür, dass Gott sein Volk beschützt hat. Chanukka ist kein biblisches Fest, doch spätestens durch das Hallel bekommt es eine besondere – und eine definitiv religiöse – Bedeutung.

Zionisten betonen das menschliche Handeln

Der Begründer des modernen Zionismus, Theodor Herzl (1860–1904), scheint die Ereignisse von Chanukka anders zu deuten. In seinem Buch „Der Judenstaat“ schreibt er: „Darum glaube ich, dass ein Geschlecht wunderbarer Juden aus der Erde wachsen wird. Die Makkabäer werden wieder aufstehen.“ Dass die zionistische Bewegung stärker die menschlichen Taten als das göttliche Handeln betont, wird vor allem in bekannten Liedern der Bewegung deutlich. Der Makkabäer wird zum Vorbild für den starken, unabhängigen Hebräer: „Auf Wunder sind wir nicht angewiesen, wir haben es aus eigener Kraft geschafft.“ Die Zionisten singen: „Uns ist kein Wunder geschehen, wir haben keinen Tonkrug gefunden“ und „Wir sind die Makkabäer, unsere Fahne ist hoch erhöht. Wir haben die Griechen bekämpft und der Sieg ist unser.“

Der Rabbiner Goldstein mag vielleicht erklären: „An Chanukka feiern wir nicht den Sieg über unsere Widersacher. Sondern dass die Lichter von Gottes Tora in jeden Aspekt unseres Lebens scheinen“. Doch die Zionisten singen ihr eigenes Lied: „Für den Kopf des Helden, des Makkabäers, flechten wir einen Siegeskranz.“ Die Spannung zwischen den Gläubigen und den Zionisten bleibt bestehen.

Aschkenasische und sephardische Traditionen, Judentum und Christentum

Für Geschichts- und Fremdsprachenfreunde bietet die Israelische Nationalbibliothek in diesem Jahr das Projekt „8 Nächte, 8 Schätze, 8 Sprachen“. Mit jedem Tag, an dem eine weitere Kerze entzündet wird, stellen Wissenschaftler in einem Kurzvideo ein Objekt aus der Bibliothekssammlung in der Sprache vor, in der das Schriftstück geschrieben wurde.

Französisch, Polnisch, Russisch und Italienisch sind dabei – an Tag vier gibt es einen Einblick in Musikstücke, die von einer Schallplatte abgespielt werden, welche die offizielle Kerzenentzündung von 1957 in der israelischen Präsidentenresidenz aufzeichnete. Dabei ist die Stimme von Jo Amar zu hören, ein Neueinwanderer aus Marokko, der traditionell-aschkenasische Chanukka-Lieder auf seine Weise, also auf sephardische Art, vertont.

Im Video zur sechsten Kerze stellt die Bibliotheksforscherin Chaja Meier-Herr in deutscher Sprache ein Heft vor, das 1914 vom Verband der Deutschen Juden als „Gruß an die jüdischen Soldaten im deutschen Heer“ herausgebracht wurde. Unter anderem ist darin eine Geschichte des Feldrabbiners Georg Wilde abgedruckt, der ein Zwiegespräch zwischen dem Chanukkalicht und dem Weihnachtslicht beschreibt. Sie schließt mit dem Satz: „So wollen wir beide leuchten. Glaube und Treue, Kraft und Liebe wollen wir in die Herzen unserer Bekenner hineinstrahlen, dass sie wetteifern in Achtung der Menschenrechte und in Menschenliebe.“ Vielleicht eignet sich das Chanukkafest, zu zeigen, wie scheinbare Gegensätze in Einklang miteinander stehen können: Gotteswirken und Menschentaten ebenso wie aschkenasische und sephardische oder jüdische und christliche Tradition.

Von: mh

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Fri, 26 Nov 2021 14:48:00 +0100
<![CDATA[Ermittlungen gegen Bhakdi wieder aufgenommen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/26/ermittlungen-gegen-bhakdi-wieder-aufgenommen/ Nach Beschwerden übernimmt die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig das Verfahren gegen Sucharit Bhakdi. Die Staatsanwaltschaft Kiel sah in den antisemitischen Äußerungen des ehemaligen Bundestagskandidaten für die Partei „Die Basis“ keine Volksverhetzung und stellte das Verfahren ein. Die übergeordnete Instanz bezeichnete diese Einschätzung als „rechtlich zweifelhaft“. Zuvor hatte Elio Adler von der „WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen“ Beschwerde eingelegt. Bhakdi hatte mit Blick auf die Corona-Politik Israels gesagt, das Land sei nun schlimmer als Nazi-Deutschland.

Von: cs

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Fri, 26 Nov 2021 14:45:00 +0100
<![CDATA[„Was tut ihr gegen Antisemitismus in Deutschland?“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/26/was-tut-ihr-gegen-antisemitismus-in-deutschland/ Maisenbach-Zainen ist ein Ortsteil des beschaulichen Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. In der strukturschwachen Region werden selten große Investitionen getätigt. Ausgerechnet hier sollen Schulklassen und Jugendgruppen aus dem gesamten Umfeld in einem großen Bildungszentrum ihr Wissen über Israel erweitern. Auch für Touristen, Besucher der umliegenden Kurorte und Menschen mit muslimischem Hintergrund plant das Hilfswerk Zedakah e.V. attraktive Programme. Die Organisatoren können sich schon jetzt vor Anfragen kaum retten.

Eine Spende und eine Frage

2019 begann das Projekt mit zwei entscheidenden Ereignissen. Das eine war eine großzügige, zweckgebundene Spende eines Gastes im Gästehaus „Bethel“: Das sanierungsbedürftige Dach des Versammlungsraumes „Zionsaal“ sollte mit einem Geschoss für Jugendliche aufgestockt werden. Das andere war die Angst einer Holocaust-Überlebenden. Frank Clesle, Leiter der Zedakah-Zentrale, begegnete ihr am Rande einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November in Berlin. Sie schilderte ihm, sie verspüre wieder Angst. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle war gerade einen Monat her. Clesle berichtete ihr vom Dienst an Holocaust-Überlebenden in Israel und den vielen Freiwilligen, die dort arbeiten. Aber das genügte ihr nicht. Der wachsende Antisemitismus in Deutschland weckte in ihr die Frage: „Was tut ihr dagegen?“. Aus diesen beiden Komponenten entstanden die ersten Pläne für das „iP-Zentrum“. „iP“ steht für „israelPerspektive“. Sowohl für die bauliche als auch die inhaltliche Umsetzung gab es von allen Seiten Rückenwind. Von der Zustimmung der Ämter, öffentlichen und privaten Fördergeldern, ehrenamtlichen Helfern bis hin zum Wetter begünstigte alles die schnelle Realisierung des Vorhabens. Im September 2021 wurden die neuen Räume eingeweiht – und waren bis Ende des Jahres so gut wie ausgebucht.

Gedenkkultur und Pädagogik stehen oft ratlos vor neuen Herausforderungen. Multiethnische Schulklassen, neue Formen des Antisemitismus und Holocaust-Erziehung ohne Zeitzeugen sind nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder kommen Studien in diesem Bereich zu alarmierenden Ergebnissen. Israelbezogener Antisemitismus und judenfeindliche Verschwörungstheorien nehmen zu. 40 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland wissen nur wenig bis gar nichts über den Holocaust. Viele gute Initiativen gibt es bereits, aber sie sind offensichtlich nicht ausreichend.

Deswegen kann das iP-Zentrum auch eine Antwort für diejenigen sein, die sich fragen: Was können wir tun? Der neue Bereichsleiter des Bildungszentrums, Alexander Cyris, sowie Frank Clesle und ihre Mitstreiter haben die Unmöglichkeiten einfach ausgeblendet und sind mutige Schritte nach vorn gegangen. „Wir haben uns vorgenommen, früh anzufangen“, erklärt Cyris das Konzept, „und zwar sowohl bei der Zeitgeschichte als auch beim Alter der Schüler.“ Denn die meisten außerschulischen Bildungsangebote richteten sich an Jugendliche ab der Mittelstufe und setzten erst beim Holocaust oder der Staatsgründung Israels an. „Wir haben schon unsere ersten Entwürfe für Kindergartenkinder in der Schublade liegen. Begonnen haben wir mit Programmen für die Klassenstufen drei und vier. Die Kinder werden spielerisch und multimedial an das Thema herangeführt. Uns ist wichtig, auch die Geschichte Gottes mit seinem Volk zu vermitteln.“

Ausblick erinnert an „Yad Vashem“

Besonders die Bildungspläne in Baden­Württemberg für den evangelischen Religionsunterricht liefern hierfür eine Steilvorlage. Anhand des Auszugs aus Ägypten sollen Schüler „biblische Traditionen zu Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden“ kennenlernen. So heißt auch das anderthalbstündige Programm, das im Bildungszentrum bislang am meisten erprobt wurde: „Exodus“. Ein Film, ein XXL-Puzzle, kreative Lego-Installationen und multimediale Frage­Antwort-Spiele helfen Kindern und Jugendlichen, den Exodus „miteinander zu erleben“.

Nichts von alledem ist zu sehen, wenn ein Besucher den großen, holzgetäfelten Raum betritt. Das flache Dach verläuft schräg zu einer großen Fensterfront hin und unterstreicht das Wort „Perspektive“. Die Aussicht erinnert ein bisschen an den weiten Ausblick, den Besucher der israelischen Holocaust-Gedenkstätte „Yad Vashem“ am Ende der Ausstellung genießen – den Blick auf ein lebendiges Israel, in dem Juden frei und selbstbestimmt leben. Vor dem großen Fenster des Zentrums soll ein Israel-Park in Form des jüdischen Staates entstehen.

Alles in dem nahezu leeren Raum, selbst die Kleiderhaken, ist in den Wänden versteckt und öffnet sich erst, wenn man Knöpfe drückt oder Fragen richtig beantwortet. Dann springt eine beleuchtete Schublade auf und gibt neue Puzzleteile, Lego-Pakete oder Tablets frei. Eine treppenförmige Sitztribüne am Rand kann so auseinandergenommen werden, dass daraus Tische, Bänke und Regale entstehen.

Der Raum beherbergte bereits eine Ausstellung der Künstlerin Marlis Glaser. Mit wenigen Handgriffen war die Halle, in der Kunstinteressierte zahlreiche Werke aus Glasers „Abraham­Projekt“ betrachten konnten, umgebaut in einen Schulungsraum für einen Kunst-Workshop mit Jugendlichen. Am 9. November eröffnete eine Ausstellung mit Lokalbezug, „Judenverfolgung im Landkreis Calw“. Schüler einer Realschule haben sie gemeinsam mit ihrem Lehrer ausgearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Schuldekanat will das iP-Zentrum Schüler und Studenten ermutigen, selbst aktiv und kreativ zu werden und den Raum für ihre eigenen Projekte gegen Antisemitismus zu nutzen.

Die letzten Überlebenden

Regelmäßig werden den Schulklassen auf der großen Leinwand Live-Schaltungen zu Holocaust­Überlebenden in Israel angeboten. Ohne großen Reiseaufwand kann so ein direkter Kontakt entstehen. Und wenn das nicht mehr geht, können die Kinder der Holocaust­Überlebenden den Platz ihrer Eltern einnehmen und deren bewegende Geschichten aus ihrer eigenen Perspektive erzählen.

„Das Echo ist riesig“, sagt Cyris strahlend. „Sowohl die Rückmeldung aus den bisherigen Durchläufen als auch das Interesse von verschiedensten Seiten ist grandios. Eine Polizeihochschule hat angefragt, ob wir Schulungen zur Sensibilisierung für Antisemitismus durchführen. Dabei stehen wir noch ganz am Anfang. Von den fertigen Plänen sind erst 20 Prozent realisiert. Aber wir sehen eine große Not im Bildungssystem und sind entschlossen, Antworten zu finden.“ Besonders dankbar ist Cyris den ehrenamtlichen Pädagogen, Bauarbeitern und Schreinern, ohne die das Projekt nicht möglich geworden wäre. Auf der Webseite bittet Zedakah um Einsendung von Ideen und sucht „Personen für die ehrenamtliche, pädagogische Mitarbeit zur Ausarbeitung von Stundenentwürfen für Schulklassen und Gruppen“. Auch hier kann sich jeder einbringen. Der leer erscheinende Raum bietet Infrastruktur für Menschen jeden Alters, ihn mit persönlichem Einsatz gegen Antisemitismus zu füllen, ob als Lernender oder Lehrender, als handwerklich oder musisch Begabter.

„Unser Projekt allein wird den Antisemitismus nicht aufhalten“, sagt Cyris. „Aber es ist eine Antwort auf die Frage, was wir tun können, und es kann ein Modell für viele andere sein, die sich diese Frage stellen.“ Die Materialien seien so konzipiert, dass sie bei Bedarf auch in Serie produziert werden können. „Außerdem ist fast alles transportabel. Ich kann es in den Kofferraum packen und damit im gesamten deutschsprachigen Raum in die Schulklassen gehen. Wir werden Multiplikatoren ausbilden und mit Gottes Hilfe eine große Nachfrage bedienen.“

Von: Carmen Shamsianpur

Diesen Artikel finden Sie auch in der neuen Ausgabe 6/2021 des Israelnetz Magazins, die kommende Woche erscheint. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Fri, 26 Nov 2021 14:26:00 +0100
<![CDATA[Erster Fall der neuen südafrikanischen Variante in Israel entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/26/erster-fall-der-neuen-suedafrikanischen-variante-in-israel-entdeckt/ In Israel ist die neue Corona-Variante aus Südafrika aufgetreten. Das teilten Gesundheitsbehörden am Freitagmorgen mit. Ein Rückkehrer aus Malawi hatte sich angesteckt. Zwei weitere gelten als Verdachtsfälle. Premier Naftali Bennett berief als Reaktion ein Krisentreffen ein. Er sagte: „Israel ist am Rande einer Notsituation.“ Bereits am Donnerstagabend hatte er aus Sorge vor der Variante Einreisebeschränkungen für sieben afrikanische Länder beschlossen. Rückkehrer müssen mindestens eine Woche in Isolation. Um diese aufzuheben, sind zwei negative PCR-Tests notwendig.

Von: mls

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Fri, 26 Nov 2021 13:06:00 +0100
<![CDATA[Polen lässt Botschafterposten in Israel vorerst unbesetzt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/26/polen-laesst-botschafterposten-in-israel-vorerst-unbesetzt/ Polen entsendet vorerst keinen Botschafter nach Tel Aviv. Das verkündete das Außenministerium am Donnerstag. Im August hatten zuerst Israel, dann Polen ihre Gesandten zurückbeordert. Grund war ein Streit über ein polnisches Gesetz. Es schließt die Rückgabe von Eigentum aus, das nach dem Zweiten Weltkrieg konfisziert wurde. Israel bezeichnete die Entscheidung, die Ansprüche vieler Holocaust-Überlebender betrifft, als antisemitisch. Dennoch soll die israelische Geschäftsträgerin der Botschaft in Warschau, Tal Ben-Ari Ja'alon, bald zurückkehren.

Von: cs

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Fri, 26 Nov 2021 12:42:00 +0100
<![CDATA[Union-Berlin-Delegation besucht Yad Vashem]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/11/26/union-berlin-delegation-besucht-yad-vashem/ Im Vorfeld des Europa-Conference-League-Spiels gegen Maccabi Haifa hat eine Delegation des Bundesligaclubs Union Berlin am Donnerstag die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht: „Es war uns ein tiefes Bedürfnis, unsere offizielle Reise nach Israel für den Besuch dieses besonderen Ortes zu nutzen und ich bin sehr dankbar, dass wir hier sein konnten“, sagte Vereinspräsident Dirk Zingler. Während des Hinspiels in Berlin war es von Seiten der Union-Fans zu antisemitischen Vorfällen und tätlichen Angriffen gekommen. Der Club verurteilte die Vorfälle scharf. Das Spiel am Donnerstag in Haifa gewann Berlin mit 0:1.

Von: mas

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Fri, 26 Nov 2021 11:35:00 +0100
<![CDATA[Israel und Marokko unterschreiben historisches Verteidigungsabkommen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/11/25/israel-und-marokko-unterschreiben-historisches-verteidigungsabkommen/ RABAT (inn) – Israel hat mit Marokko ein historisches Verteidigungsabkommen geschlossen. Verteidigungsminister Benny Ganz (Blau-Weiß) und sein marokkanischer Amtskollege Abdellatif Ludiji unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Absichtserklärung. Damit soll eine enge Kooperation der zwei Länder unter anderem in den Bereichen Geheimdienst, Industrie und militärischer Ausbildung entstehen.

In Zukunft können dadurch die Verteidigungsministerien der Länder einfacher miteinander kommunizieren und Informationen austauschen. In der Vergangenheit war das nur durch die Geheimdienste möglich. Auch kann Israel jetzt einfacher Waffen an das nordafrikanische Land verkaufen.

Sohar Palti, Leiter des politisch-militärischen Büros des Verteidigungsministeriums, bezeichnete das Abkommen als „strategische Allianz des Wissens“. Obwohl Marokko nicht denselben Bedrohungen wie Israel ausgesetzt sei, hätten die Länder Gemeinsamkeiten im Kampf gegen den internationalen islamischen Terrorismus. Die Terrorgruppen Islamischer Staat und Al-Qaida operierten genauso in Afrika wie im Nahen Osten.

Erster Besuch eines Verteidigungsministers seit Normalisierung

Vor rund einem Jahr haben Israel und Marokko ihre Beziehungen normalisiert. Diese haben nach Einschätzung der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“ für Israel nicht den unmittelbaren praktischen Wert wie ähnliche mit Bahrain oder den Emiraten. Beide sind wertvolle Partner im Kampf gegen den Iran. Dennoch sehe Jerusalem die marokkanische Beziehung als wichtig an, da sie eine starke und natürliche Kooperation ermögliche, die nicht auf Gegenleistung beruhe. Ein Beamter des Verteidigungsministeriums nannte das Abkommen mit Marokko „beispiellos“. Zwar habe Israel auch mit Jordanien und Ägypten enge Sicherheitsbeziehungen, aber keine Absichtserklärung.

Verteidigungsminister Ganz reiste schon am Dienstagabend nach Rabat, der Hauptstadt von Marokko. Es ist der erste Besuch eines israelischen Verteidigungsministers in dem Land, seit sich die Beziehungen normalisiert haben. Am Mittwochmorgen besuchte er das Mausoleum der Könige Mohammed V. (1957–1961) und Hassan II. (1961–1999). Dort legte er Kränze auf die Grabstätte der Monarchen. Anschließend ging es zur Unterzeichnung des Abkommens. Danach traf er sich mit dem marokkanischen General Abdelfattah Luarak und dem Außenminister Nasser Burita. Worüber gesprochen wurde, ist nicht bekannt. Am Donnerstag besuchte er die Talmud-Tora-Synagoge, bevor er nach Israel zurückflog.

Parallel zu Gantz‘ Besuch waren erstmals israelische Sicherheitskräfte in Uniform in Marokko. Die Delegation bestand aus drei Offizieren aus dem Verteidigungsministerium. Zwei davon haben marokkanische Wurzeln. Es wird geschätzt, dass etwa 700.000 Israelis marokkanische Wurzeln haben. Auf Nachfrage der „Times of Israel“ beschrieb einer der Offiziere, Noam Arbeli, den Besuch als „sehr aufregend“.

Historische Verbindung zwischen Marokko und Israel

In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „L'Observateur du Maroc et d'Afrique“ sprach Gantz von einer gemeinsamen Vision von Frieden und Stabilität für das eigene Volk, die Region und die Welt. Er betonte die historisch enge Verbindung zwischen den beiden Ländern. Dabei ging er besonders auf die Rolle von König Mohammed V. zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein, der die jüdische Bevölkerung geschützt habe. „Das Vermächtnis von König Mohammed V. hallt bis heute nach“, schrieb Gantz anerkennend. Die gegenseitigen Beziehungen hätten im Abraham-Abkommen ihren Höhepunkt erreicht. „Seit 1977, als ich den Konvoi von Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat sicherte, habe ich keinen solchen Optimismus mehr erlebt. Ich habe nie vergessen, dass der wichtigste aller Kämpfe der Kampf um Frieden und Stabilität ist.“

Er ergänzt: „Angesichts der jüngsten positiven Entwicklungen bin ich zuversichtlich, dass wir mit unseren marokkanischen Freunden und unter der Führung unseres großen Verbündeten, den Vereinigten Staaten, zusammenarbeiten werden, um die Beziehungen zu Jordanien, Ägypten, den Mitgliedern des Abraham-Abkommens, neuen Partnern in der Region sowie zu unseren palästinensischen Nachbarn zu stärken.“

Von: mls

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Thu, 25 Nov 2021 15:39:00 +0100
<![CDATA[Malaysia schließt Israel von Squash-WM aus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/11/25/malaysia-schliesst-israel-von-squash-wm-aus/ JERUSALEM (inn) – Im Dezember startet in Malaysia die Squash-Weltmeisterschaft der Männer – allerdings ohne Israel. Wegen angeblicher Sicherheitsbedenken verweigern malaysische Behörden den israelischen Sportlern die Einreise. Auf Nachfrage der „Jerusalem Post“ erklärte der Präsident des malaysischen Verbands, Gerard Moneiro, dass sein Land „nicht in der Lage ist, die Sicherheit und das Wohlergehen israelischer Sportler zu garantieren“. Verantwortlich sei dafür der israelisch-palästinensische Konflikt: „Wie überall auf der Welt gibt es Sympathisanten des Konflikts, die nicht zögern werden, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Unmut gegenüber der Nation Israel und ihrem Volk zu zeigen.“

Der Vorsitzende des israelischen Squash-Verbands, Aviv Buschinsky, bezeichnete das Vorgehen Malaysias als „politische Diskriminierung“. Aktuell laufe diesbezüglich ein Schlichtungsverfahren beim Welt-Squash-Verband. Sollte dieses nicht erfolgreich sein, werde Israel vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ziehen.

Israels Sport- und Kulturminister, Chili Tropper (Blau-Weiß), bezeichnete die Situation als „besonders absurd“. Das israelische Team sei vom Weltverband für das Turnier eingeladen worden und habe bereits alle notwendigen Gebühren bezahlt: „Ich kann nicht glauben, dass es in der heutigen Zeit noch Platz für Diskriminierung und die Vermischung von politischen Erwägungen und Sport gibt“, sagte Tropper. In einer Pressemitteilung des Weltverbands vom 9. November war Israel noch als Teilnehmer an der Weltmeisterschaft gelistet.

Die Weltmeisterschaft sollte ursprünglich in Australien stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie ins muslimisch geprägte Malaysia verlegt. Es wäre die erste Teilnahme Israels an einer Squash-Weltmeisterschaft gewesen. Der südostasiatische Staat unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Israelis dürfen in das Land normalerweise nicht einreisen.

Kein Einzelfall

In der Vergangenheit wurden bereits mehrmals israelische Sportler von Wettkämpfen ausgeschlossen. Zudem verweigern regelmäßig arabische oder iranische Sportler den Wettkampf mit Israelis.

Malaysia hatte bereits 2019 israelischen Sportlern die Teilnahme an der Para-Schwimm-Weltmeisterschaft verweigert. Daraufhin entzog das Internationale Paralympische Komitee (IPC) Malaysia die Ausrichtung und verlegte die Wettkämpfe nach London.

Von: mas

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Thu, 25 Nov 2021 14:34:00 +0100
<![CDATA[Corona-Beauftragter warnt vor „fünfter Welle“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/11/25/corona-beauftragter-warnt-vor-fuenfter-welle/ JERUSALEM (inn) – Der Corona-Beauftragte der israelischen Regierung sieht das Land „am Anfang der fünften Welle“. Das sagte Salman Sarka am Mittwoch dem Sender „Kan“. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz (Meretz) erklärte ebenfalls am Mittwoch, dass eine vierte Impfung notwendig werden könne.

Anlass für diese Einschätzungen sind Daten des Gesundheitsministeriums. Demzufolge haben neun Prozent der am Dienstag registrierten Neuinfizierten bereits drei Impfungen. Besondere Sorge bereitet jedoch der Umstand, dass von den Infektionen besonders Kinder betroffen sind. Das Gesundheitsministerium sagte am Mittwoch, knapp 40 Prozent der am Dienstag registrierten Neuinfizierten seien jünger als zwölf Jahre. Israel hat am Dienstag als zweites Land nach den USA mit der Impfung der Fünf- bis Elfjährigen begonnen.

„Die Pandemie ist noch da“

Sarka erklärte weiter, er sei bislang davon ausgegangen, dass es eine neue Virusvariante sein würde, die die neue Welle auslöst. „Der Anstieg (der Infektionszahlen) ist zu früh und zu schnell.“ Seiner Vermutung nach verzichten viele Israelis auf eine Drittimpfung, weil sie meinen, die Gefahr sei vorüber. Das stimme jedoch nicht: „Die Pandemie ist noch da.“

Bislang hatten bei insgesamt 9,2 Millionen Einwohnern rund 700.000 Impfberechtigte noch gar keinen Impftermin; rund 4 Millionen (43 Prozent) sind drittgeimpft. Das Gesundheitsministerium registrierte bislang 8.180 Corona-Tote. Das sind etwa 89 pro 100.000 Einwohner; in Deutschland liegt dieser Wert bei 120.

Entspannung mit Fragezeichen

Zuletzt hat die Entwicklung aber auf eine Entspannung der Lage hingedeutet. Die Zahl der Schwererkrankten ist seit einem zwischenzeitlichen Hoch von Anfang August bis Ende September mit bis zu 767 rückläufig und liegt derzeit bei etwa 120. Das gleiche gilt für die Zahl der Toten pro Tag: Anfang September waren es noch knapp 40, seit Mitte Oktober wurde der Wert nicht größer als 10.

Die Zahl der Neuinfizierten geht ebenfalls seit Mitte September zurück. In den vergangenen Tagen war es aber zu stärkeren Anstiegen gekommen, besonders in der Gruppe der Ungeimpften.

Trotz der Befürchtungen seitens der Gesundheitsexperten erleichtert Israel die Einreise ins Land. Ab Freitag genügt es, vor der Abreise einen beaufsichtigten Schnelltest zu machen anstatt eines PCR-Tests. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Globes“. So ein Antigentest ist wesentlich billiger, dafür auch ungenauer. Am Ben-Gurion-Flughafen müssen Passagiere vor dem Eintritt ins Land jedoch nach wie vor einen PCR-Test vornehmen, der kostenlos angeboten wird. Bis die Ergebnisse da sind, besteht Quarantänepflicht.

Von: df

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Thu, 25 Nov 2021 14:11:00 +0100
<![CDATA[Israel verurteilt Entscheidung, Produkte aus Siedlungen zu kennzeichnen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/25/israel-verurteilt-entscheidung-produkte-aus-siedlungen-zu-kennzeichnen/ Israel hat am Mittwoch die Entscheidung Belgiens, Produkte aus Siedlungen zu kennzeichnen, verurteilt. Der stellvertretende Außenminister Idan Roll meinte dazu auf Twitter: „Ich habe meine Treffen mit der belgischen Außenministerin (Sophie Wilmès) und dem Parlament abgesagt. Die Entscheidung trägt nicht zur Förderung des Friedens in der Region bei.“ Ein Sprecher der belgischen Regierung erklärte, dass Belgien nur internationales und EU-Recht anwende; dieses unterscheide zwischen Produkten aus Israel und Produkten aus Siedlungen. „Die belgische Politik gegenüber Israel hat sich nicht geändert.“

Von: mls

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Thu, 25 Nov 2021 14:08:00 +0100
<![CDATA[Ampel-Koalition will sich für „Zwei-Staaten-Lösung“ stark machen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/25/ampel-koalition-will-sich-fuer-zwei-staaten-loesung-stark-machen/ Am Mittwoch haben die drei Ampel-Parteien ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Darin bekennen sich SPD, Grüne und FDP zu Israels Sicherheit als Staatsräson. Zudem wolle die künftige Bundesregierung sich „weiter für eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage der Grenzen von 1967 einsetzen“. Die Koalitionäre begrüßen die Abraham-Abkommen und verurteilen die „anhaltende Bedrohung des Staates Israels und den Terror gegen seine Bevölkerung“. Über das Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen steht im Vertrag: „Wir machen uns stark gegen Versuche antisemitisch motivierter Verurteilungen Israels.“

Von: mas

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Thu, 25 Nov 2021 14:07:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 25. November 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/11/25/nachrichten-vom-25-november-2021/ Thu, 25 Nov 2021 11:25:00 +0100 <![CDATA[Herzog warnt vor Iran und Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/11/24/herzog-warnt-vor-iran-und-antisemitismus/ LONDON (inn) – „Die Welt hat nicht viel Zeit“, um eine Lösung bezüglich des iranischen Atomprogramms zu finden. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative Partei) bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Jitzchak Herzog am Dienstag. Herzog forderte seinen Gastgeber und die anderen westlichen Verbündeten auf, bei dem in der kommenden Woche stattfindenden Atomgesprächen eine harte Haltung einzunehmen: „Seien Sie so hart wie möglich, denn wir glauben nicht, dass sie (der Iran, Anm. d. Red.) in gutem Glauben handeln, und nur wenn alle Optionen auf dem Tisch liegen, können sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen.“

Vor dem Gespräch mit Johnson hatte Herzog bereits mit 100 britischen Abgeordneten über das iranische Atomprogramm gesprochen. Er forderte sie auf, Druck auf die britische Regierung auszuüben, damit diese in den Atomverhandlungen Härte gegenüber dem Iran zeige.

Johnson: „Schrecklicher“ Anschlag in Jerusalem

Herzog dankte dem britischen Premier für die Bestrebungen, die gesamte Hamas als Terrorgruppe einzustufen. Dies sei „eine sehr wichtige Botschaft an Terror-Organisationen und globale Radikale, die versuchen, die Situation im Nahen Osten zu untergraben“. Johnson bezeichnete die geplante Einstufung als richtigen Schritt. Außerdem verurteilte er den Terroranschlag der Hamas in Jerusalem. Dabei kam am Sonntag ein Israeli ums Leben, vier weitere Menschen wurden verletzt: „Ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Es war eine schwierige und umstrittene Entscheidung, aber ich denke, es war die richtige Entscheidung, und übrigens eine Entscheidung, die meiner Meinung nach durch den entsetzlichen Vorfall, den wir in Israel gesehen haben, fast sofort bestätigt wurde. Schrecklich“, sagte Johnson.

Bei einer Veranstaltung des Londoner Fußballclubs Chelsea am Sonntag zeigte sich Herzog in einer Ansprache besorgt über Antisemitismus im Sport: „Die Kultur und Politik des Sportes bringen manchmal das Schlimmste des Menschen zum Vorschein. Das sehen wir immer wieder bei antisemitischen Vorfällen inner- und außerhalb der Stadien.“ Bei der Veranstaltung war auch der russisch-israelische Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch anwesend.

„Alle Juden sollen sich in Israel zu Hause fühlen“

Herzog traf sich während seiner Reise ebenfalls mit Vertretern des britischen Judentums. Dabei machte er deutlich, dass Israel jederzeit Juden willkommen heiße: „Wir investieren viel Zeit und Mühe, um sicherzustellen, dass alle Juden, wo auch immer sie leben, egal welcher Strömung sie angehören und egal woran sie glauben oder nicht glauben, sich in Israel zu Hause fühlen.“

Am Montag traf sich Herzog sich mit Prinz Charles, dem britischen Thronfolger, zu einem Gespräch über den Klimawandel, regionale Bedrohungen und der Erinnerung an den Holocaust. Ebenfalls am Montag gab es ein Treffen zwischen Herzog und der Außenministerin Elizabeth Truss. Am Dienstagabend endete der dreitägige Großbritannien-Besuch.

Von: mas

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Wed, 24 Nov 2021 15:02:00 +0100
<![CDATA[Australien stuft gesamte Hisbollah als Terrorgruppe ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/11/24/australien-stuft-gesamte-hisbollah-als-terrorgruppe-ein/ CANBERRA (inn) – Australien hat am Mittwoch die gesamte Hisbollah als Terror-Organisation eingestuft. Das Land folgt damit dem Beispiel Großbritanniens, Israels, Kanadas, der USA und anderer Staaten. Bislang stand nur der militärische Arm der schiitisch-libanesischen Gruppe auf der Liste.

Innenministerin Karen Andrews (Liberale Partei Australiens) erklärte in Canberra, dass die international agierende Hisbollah auch für Australien eine „echte“ und „glaubwürdige“ Bedrohung darstelle. Das berichtete der australische Sender ABC. Diese Einschätzung durch das Ministerium ist die Voraussetzung für die Einstufung einer Gruppe als Terror-Organisation. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Kontrolle und Strafverfolgung der Aktivitäten der Hisbollah und ihr nahestehender Vereine.

Seit 2003 führte Australien die Hisbollah-Miliz, also ihren bewaffneten Flügel, sowie deren Auslandsgeheimdienst „ESO“ (External Security Organisation) auf der Terrorliste. Ähnlich verfahren die EU und Deutschland. Vorrangiger Grund dafür ist, dass die Hisbollah zu großen Teilen den Libanon kontrolliert und mitregiert. Wenn ein Land auch ihre politischen und sozialen Aktivitäten sanktioniert, erschwert das die diplomatischen Beziehungen zum Libanon erheblich.

Der israelische Premierminister Naftali Bennett (Jamina) dankte der australischen Regierung für den Schritt. Er hatte Anfang November am Rande der UN-Klimakonferenz in Glasgow für das Hisbollah-Verbot geworben. Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) bezeichnete Australien als engen Freund Israels im Kampf gegen den globalen Terrorismus. Es gebe „keine separaten Flügel für terroristische Organisationen“, sagte er laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“. Die Hisbollah sei „ein Körper, und jede Trennung zwischen ihren Flügeln künstlich“.

Als verlängerter Arm des Iran droht die Hisbollah („Partei Allahs“) Israel mit Vernichtung. Sie wurde 1982 im Libanon unter Beteiligung der iranischen Revolutionsgarden gegründet. Bis heute unterstützt das Mullah-Regime die Terror-Organisation politisch und militärisch. Es finanziert den größten Teil der Hisbollah-Aktivitäten im In- und Ausland.

Neben der Hisbollah hat Australien auch die rechtsextremistische Gruppe „The Base“ (die Basis) auf die Terrorliste gesetzt. Sie ist die zweite rechtsterroristische Vereinigung mit dieser Einstufung. Alle anderen der rund 30 Organisationen auf der australischen Terrorliste können dem Islamismus zugerechnet werden. Islamistische und rechtsextreme Organisationen weisen teils große inhaltliche Übereinstimmungen auf. 2019 bekam die Hisbollah-Miliz im Libanon Besuch von einer Delegation europäischer Neonazis, darunter der damalige EU-Abgeordnete Udo Voigt und der ehemalige Münchner Stadtrat Karl Richter.

Bei allen weltanschaulichen Unterschieden gibt es auch eine große Bewunderung füreinander. Gemeinsamkeiten gibt es vor allem im Bereich der Feindschaft gegenüber Israel und dem Judentum. Mit mäßiger Wirkung gilt seit 2020 in Deutschland ein Betätigungsverbot für Vereine, die der Hisbollah zugerechnet werden.

Von: cs

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Wed, 24 Nov 2021 14:39:00 +0100