Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Thu, 01 Oct 2020 06:49:17 +0200 <![CDATA[Infizierte Pilger kehren zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/09/30/infizierte-pilger-kehren-zurueck/ Aus der Ukraine sind etliche mit dem Coronavirus infizierte Menschen nach Israel eingereist. Es handelt sich um Israelis, die zum Grab des chassidischen Rabbiners Nachman in Uman gepilgert waren. Die Stätte zieht vor allem zum jüdischen Neujahrsfest viele Gläubige an. Das israelische Gesundheitsministerium hatte wegen der Corona-Pandemie von einer Reise abgeraten. Tausende ignorierten die Warnung. Medienberichten zufolge wollen viele Heimkehrer sich nicht auf COVID-19 testen lassen. Andere stiegen trotz Symptomen ins Flugzeug. Bereits auf 17 Rückflügen hätten Infizierte an Bord gesessen.

Von: tk

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Wed, 30 Sep 2020 15:56:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu warnt vor neuer Explosion in Beirut]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/09/30/netanjahu-warnt-vor-neuer-explosion-in-beirut/ NEW YORK / BEIRUT (inn) – Bei seiner Rede an die Generalversammlung der Vereinten Nationen ist der israelische Premier Benjamin Netanjahu auf neue Allianzen und einen alten Feind eingegangen. Er adressierte die UN-Mitglieder am Dienstag per Video.

Zunächst sprach Netanjahu über die „guten Neuigkeiten“: Er lobte das Abraham-Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und mit Bahrain. Die Palästinenser hätten viel zu lange ein Vetorecht gegen Frieden und Fortschritt in der Region gehabt.

Netanjahu betonte, auch den Konflikt mit den Palästinensern „ein für allemal“ lösen zu wollen. Der Prozess komme jedoch seit Jahren nicht weiter, da die Gegenseite „völlig unrealistische“ Forderungen stelle, wie etwa das Rückkehrrecht für Millionen von Nachkommen palästinensischer Flüchtlinge.

Die internationale Gemeinschaft habe diese Wünsche zu lange befriedigen wollen: „Dankenswerterweise hat Präsident Trump sich für einen anderen Weg zum Frieden entschieden – einen, der in der Realität verankert ist.“ Auf Grundlage des Plans von US-Präsident Donald Trump sei er bereit zu verhandeln, sobald es die palästinensische Führung auch sei.

„Geheimes Waffenlager“ in Beirut

Die zweite Hälfte von Netanjahus Rede drehte sich um die Bedrohung durch das iranische Regime: In wenigen Monaten werde der Iran über genug angereichertes Uran für zwei Atombomben verfügen. Derzeit arbeite das Land zudem an neuen Zentrifugen, welche die Anreicherung um das 50-Fache beschleunigen würden. Die Europäer hätten ihr Versprechen gegenüber Israel gebrochen, jeden iranischen Verstoß gegen den Atomdeal umgehend zu beantworten.

Außerdem stelle der Iran im Nachbarland Libanon eine unmittelbare Gefahr dar. Netanjahu zeigte auf einer Karte die Stelle in Beirut, wo im vergangenen Monat durch eine Explosion rund 200 Menschen starben. Der Premier zeigte danach eine andere Stelle und sagte: „Hier könnte die nächste Explosion stattfinden.“ Im Dschanah-Viertel unterhalte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ein „geheimes Waffenlager“: „Es ist ein paar Meter entfernt von einer Tankstelle und 50 Meter entfernt von der Treibstofffirma.“

Die hochexplosive Stelle befinde sich inmitten einer Wohngegend: „Ich sage den Bewohnern von Dschanah: Sie müssen jetzt handeln und dagegen protestieren.“ Sonst könne es bald die nächste Tragödie geben. „Ich sage den Menschen im Libanon: Israel will Ihnen nichts Böses. Aber der Iran schon.“ Der Iran und die Hisbollah brächten die Bevölkerung wissentlich in Gefahr.

Nichts gefunden

Kurz nach Netanjahus Rede twitterte die israelische Armee die genauen Koordinaten des mutmaßlichen Waffenlagers und äußerte die Hoffnung, dass Journalisten dort ankommen, bevor die Waffen weggeschafft werden können. Die Terror-Organisation wies die Vorwürfe umgehend zurück. Chef Hassan Nasrallah nannte die Vorwürfe „Hetze“ und beteuerte an das Volk gewandt: „Wenn dort auch nur eine einzige Rakete läge, würde ich keine Minute zögern, Sie darüber zu informieren. Wir lagern keine Raketen an Tankstellen. Wir wissen unsere Waffen gut zu platzieren.“

Für Journalisten organisierte die Hisbollah direkt eine Führung zum besagten Lagerhaus. Raketen wurden dort nicht gefunden. In dem Betrieb zur Eisenverarbeitung gebe es lediglich schwere Maschinen wie Walzen und Sauerstoffflaschen, berichteten die Reporter. Der Direktor des Hisbollah-Pressebüros, Mohammed Afif, sagte laut der Online-Zeitung „Times of Israel“: „Wir beweisen unsere Verantwortungsbereitschaft. Dieser Rundgang geschieht nicht einen, zwei oder drei Tage später, was es Israel erlauben würde, fälschlich zu behaupten, dass die Hisbollah die Raketen weggeschafft habe.“

Von: tk

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Wed, 30 Sep 2020 14:49:00 +0200
<![CDATA[Emir von Kuwait gestorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/30/emir-von-kuwait-gestorben/ KUWAIT-STADT (inn) – Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah war vier Jahrzehnte Außenminister und drei Jahre Regierungschef des ölreichen Staates Kuwait, ehe er 2006 Staatsoberhaupt wurde. Am Dienstag ist er im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte sein Palast der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit.

Scheich Al-Sabah galt als ein erfahrener Politiker und angesehener Vermittler. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nannte ihn der Abgeordnete Ali al-Dakbasi einen „alten Hasen“. Sein diplomatisches Geschick entwickelte Scheich Al-Sabah vor allem während seiner vier Jahrzehnte andauernden Amtszeit als Außenminister. In diese fielen unter anderem die irakische Invasion von 1990 und die Zusammenbrüche der globalen Ölmärkte. Im Juni 2019 besuchte Scheich Al-Sabah in Bagdad die irakische Führung. Er versprach, ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen der beiden Länder aufzuschlagen.

Außenpolitisch legte Scheich Al-Sabah Wert auf eine enge Verbindung zu den USA. Aber auch mit dem Iran pflegte er gute Beziehungen. Als 2017 unter Führung Saudi-Arabiens eine Blockade gegen Katar verhängt wurde, setzte sich Scheich Al-Sabah für eine Entschärfung der Situation ein. Er erwarb den Ruf eines klugen, unerschütterlichen Führers, der sein Land durch viele Krisen lenkte.

Innenpolitisch hatte Scheich Al-Sabah, der das Amt des Staatsoberhauptes als Nachfolger seines Cousins Scheich Saad al-Abdullah al-Salim al-Sabah übernahm, vor allem mit sinkenden Ölpreisen und den Folgen der Proteste des Arabischen Frühlings 2011 zu kämpfen. Gefolgsleute sahen ihn als abgeklärten Herrscher, der Kuwait in einer von Unruhen und Militärgewalt erschütterten Region stabilisierte. Von der Opposition wurde er heftig kritisiert. Unter ihm habe die Meinungsfreiheit stark gelitten. Zudem wurden in den vergangenen Jahren dutzende Oppositionelle und Blogger verhaftet.

Halbbruder wird Nachfolger

Politiker aus aller Welt kondolierten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete Scheich Al-Sabah als ein „außergewöhnliches Symbol der Weisheit und Großzügigkeit, einen Botschafter des Friedens, einen Brückenbauer". Das israelische Außenministerium lobte Scheich Al-Sabah dafür, Kuwait „zu Modernität und Stabilität“ geführt zu haben. Der britische Premierminister Boris Johnson dankte dem Verstorbenen für dessen Beitrag zur Stabilisierung der Region. Auch US-Außenminister Mike Pompeo lobte Scheich Al-Sabah für das Schaffen von Frieden und Wohlstand in der Golfregion“. Er habe Kuwait zu „einem wohlhabenden modernen Staat geformt“. Politiker aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Golfstaaten kondolierten ebenfalls.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Mahmud Abbas sagte zum Tod von Scheich Al-Sabah: „Palästina hat einen arabischen Führer und einen Führer der Menschheit verloren, der sein Leben im Dienste seines Volkes, seiner Nation und der ganzen Menschheit gestellt hat und immer zu unserer nationalen Sache, mit unserem palästinensischen Volk gestanden hat.“ Sein Tod sei ein großer Verlust.

Als Nachfolger wurde der 83-jährige Kronprinz Scheich Nawaf al-Ahmad al-Dschabir al-Sabah vereidigt. Der Halbruder des Verstorbenen führte zuletzt bereits die Regierungsaufgaben des Emirs.

Von: mas

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Wed, 30 Sep 2020 14:17:00 +0200
<![CDATA[Fast 800 Israelis in ernstem Zustand]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/30/fast-800-israelis-in-ernstem-zustand/ Auch nach Jom Kippur steigt die Zahl der Neuinfektionen in Israel weiter an. Im Laufe des Dienstags meldeten die Behörden 4.949 neue Infektionen. Insgesamt zählt Israel nun 64.608 aktive Fälle, davon gelten 797 als ernst, 203 Patienten müssen beatmet werden. 13,9 Prozent aller durchgeführten Tests auf das neuartige Virus sind positiv ausgefallen. Bisher sind 1.528 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: mas

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Wed, 30 Sep 2020 11:20:00 +0200
<![CDATA[Israelischer Katastrophenmediziner hilft auf Lesbos]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/30/israelischer-katastrophenmediziner-hilft-auf-lesbos/ Die Weltgesundheitsorganisation hat den israelischen Katastrophenmediziner Elhanan Bar-On um Unterstützung auf Lesbos gebeten. Bar-On ist seit dem 17. September auf der Insel. Er soll dabei helfen, die nach einem Feuer im Flüchtlingslager Moria zerstörte medizinische Infrastruktur wiederaufzubauen. Dort waren etwa 12.000 Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak untergebracht. Das neue Flüchtlingslager bietet Platz für 10.000 Menschen. Bar-On ist Direktor des Israelischen Zentrums für Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe des Scheba-Krankenhauses in Ramat Gan.

Von: imd

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Wed, 30 Sep 2020 11:16:00 +0200
<![CDATA[Emiratischer Außenminister bestätigt Ablehnung einer Annexion]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/30/emiratischer-aussenminister-bestaetigt-ablehnung-einer-annexion/ Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah Bin Sajed, hat die „völlige Ablehnung der Annexion palästinensischer Gebiete“ bestätigt. Er hielt am Dienstag eine Online-Ansprache in der UN-Generaldebatte. Darin nahm er Bezug auf den Vertrag über eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den Emiraten und Israel: „Mit der Unterzeichnung eines historischen Friedensabkommens mit Israel, mit amerikanischer Unterstützung, konnte mein Land die Entscheidung zur Annexion einfrieren und breite Aussichten eröffnen, einen umfassenden Frieden zu erlangen.“

Von: eh

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Wed, 30 Sep 2020 10:55:00 +0200
<![CDATA[Uruguay entlässt Diplomaten wegen Anti-Israel-Votum]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/30/uruguay-entlaesst-diplomaten-wegen-anti-israel-votum/ Das uruguayische Außenministerium hat seinen Generaldirektor Pablo Sader entlassen, weil der Delegierte bei den Vereinten Nationen irrtümlich für eine anti-israelische Resolution gestimmt hat. Die Resolution beschuldigte Israel der systematischen Menschenrechtsverletzung an Frauen. Dafür stimmten 43 Länder, es gab acht Enthaltungen. Nur Australien, Kanada und die USA votierten dagegen. Der israelische Botschafter in Montevideo, Joed Magen, protestierte nach dem Votum beim uruguayischen Präsidenten Luis Lacalle Pou. Saders Nachfolger wird der ehemalige Stabschef Fernando López Fabregat.

Von: tk

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Wed, 30 Sep 2020 10:47:00 +0200
<![CDATA[Rätsel um Mohammed al-Durah weiter ungelöst]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/09/30/raetsel-um-mohammed-al-durah-weiter-ungeloest/ Ursprünglich wollten sie herausfinden, wie sich ein israelischer Soldat fühlt, der ein palästinensisches Kind erschossen hat. Doch dann stießen die ARD-Redakteure Georg M. Hafner und Esther Schapira auf ein Dickicht aus Widersprüchen und plötzlich verschlossenen Türen. Die Frage, was wirklich mit Mohammed al-Durah geschah, bleibt indes offen.

„Die Authentizität der Medien ist eine Illusion, eine der vielen Selbsttäuschungen unserer Zeit, die in kritiklosem Kinderglauben hingenommen wird. Die Bilder gelten als wahr, weil sie von technischen Geräten aufgezeichnet werden, man vergisst, dass es Menschen sind, die die Kameras führen.“ Dies stellt der in der DDR aufgewachsene und heute in Israel lebende Schriftsteller Chaim Noll fest, als er einen Tag in Hebron beschreibt. Hafner und Schapira haben ähnliche Erfahrungen gemacht – bei ihren Recherchen über den Tod des zwölfjährigen Palästinensers Mohammed al-Durah.

Der französische Fernsehsender „France 2“ strahlte die bekannten Bilder vom 30. September 2000 aus: An der Netzarim-Kreuzung im Gazastreifen stirbt ein Junge in den Armen seines Vaters, offensichtlich tödlich getroffen von einer israelischen Kugel. „Wir konnten es alle sehen“, schreiben Hafner und Schapira im Vorwort zu ihrem Buch „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit“. „Aber was haben wir tatsächlich gesehen? Welche Bilder hat die Kamera gefilmt und welche Bilder sind nur in unserem Kopf entstanden?“ Die Redakteure schildern ihre Recherchen für mehrere ARD-Beiträge zu Mohammed al-Durah, die zwischen 2002 und 2009 ausgestrahlt wurden.

„Diese Bilder sind eine Sensation“

Das Originalmaterial der Kamerabilder erhielten sie nicht, obwohl das unter Journalistenkollegen üblich ist. 55 Sekunden lang ist die Szene, die in der seinerzeit veröffentlichten Fernsehaufnahme zu sehen ist. Der palästinensische Kameramann Talal Abu Rahme hat nach eigenen Angaben sechs Minuten Material geliefert. Der Mitarbeiter des US-Nachrichtensenders CNN war an jenem Tag exklusiv für „France 2“ unterwegs. Er ist der Hauptzeuge der umstrittenen Szene, die trotz der Dramatik niemand sonst aufgenommen hat. Jahre sollten vergehen, bis die Autoren und andere Journalisten weitere Bilder zu Gesicht bekamen: am 27. Februar 2008 in einem französischen Gerichtssaal. Anlass war eine Klage von „France 2“ gegen den französischen Geschäftsmann Philippe Karsenty, der dem Sender vorwarf, gefälschte Bilder verwendet zu haben.

Schapira und Hafner schreiben dazu, der Jerusalemer Korrespondent Charles Enderlin habe eingeräumt, „die Szene um wenige Sekunden gekürzt zu haben, um den Todeskampf des Kindes nicht zu zeigen, weil diese Bilder zu grausam gewesen seien“. Sie ergänzen: „Werden wir also gleich hier im Gerichtssaal die unerträglichen Bilder des Leidens von Mohammed al-Durah sehen? Die Spannung im Saal ist mit Händen zu greifen. Vorgeführt wird allerdings auch jetzt nicht das Masterband, also tatsächlich das Videoband, das Talal Abu Rahme am 30. September 2000 bespielt hat, sondern eine notariell beglaubigte Kopie auf DVD. Zu sehen sind 10 weitere Sekunden des brisanten Materials. Und diese Bilder sind eine Sensation, denn ganz offensichtlich lebt Mohammed al-Durah da noch. Er hebt kurz seinen Arm und scheint unter ihm durchzuschauen. Ist das die angebliche Agonie des Kindes, die dem Publikum nicht zumutbar gewesen wäre? Ja, diese Bewegung sei dem Todeskampf geschuldet und kein Beweis dafür, dass Mohammed die Schießerei überlebt habe, argumentieren France 2 und Charles Enderlin und ernten empörtes Geraune im Zuschauerraum.“

Karsenty wurde in dem Prozess freigesprochen. Der Jude marokkanischer Abstammung hat die Agentur „Media Ratings“ gegründet, die sich kritisch mit der Berichterstattung von Medien nicht nur über den Nahostkonflikt befasst. Im Jahr 2009 äußerte er sich gegenüber Israelnetz zur Berichterstattung über den Vorfall an der Netzarim-Kreuzung und war dabei ähnlich kritisch wie die beiden ARD-Reporter: „Die Szene wird von Palästinensern auf eine Ebene mit den mittelalterlichen Kreuzzügen gestellt. Juden, so die umgedeutete Botschaft, töteten palästinensische Kinder einfach, weil es ihnen Freude mache. In unserem Zeitalter der Globalisierung sind die Bilder in Windeseile um die Welt gegangen, sie wurden zum Symbol für die Konfrontation des Staates Israel, der westlichen Welt und der Araber. Selbst Osama Bin Laden hat diese Filmaufnahmen dazu gebraucht, um unter seiner Gefolgschaft gegen Juden zu hetzen.“

Weiter sagte Karsenty in dem Interview: „Was ich bei meinen eigenen Recherchen aufgedeckt habe, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Statt sich einer wahrhaftigen Berichterstattung zu verpflichten, haben die Medien in Frankreich meine Kollegen und mich als Leugner einer aus ihrer Sicht unumstößlichen Wahrheit dargestellt. Sie taten so, als würden wir den Holocaust leugnen.“

Kein Zweifel an der Seriosität des Kameramannes

Kameramann Abu Rahme hatte kurz nach der ersten Veröffentlichung seiner Bilder unter Eid ausgesagt, dass nur israelische Soldaten für Mohammeds Tod in Frage kämen. Doch genau zwei Jahre nach dem Vorfall teilte er in einem Fax an „France 2“ mit, er habe die damalige Aussage unter Zwang gemacht. Schapira und Hafner beschreiben die Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellten, als sie den Kameramann interviewen wollten. Die Probleme hätten erst nach den vielversprechenden Vorgesprächen im Gazastreifen begonnen: „Talal Abu Rahme erfand immer neue Ausreden und Ausflüchte, er sei viel unterwegs, die verschiedenen Filmfestivals, zu denen er jetzt eingeladen werde, er lebe nur noch aus dem Koffer und könne beim besten Willen keine feste Zusage machen. Versprechen hielt er nicht ein, Verabredungen ebenso wenig. Er schien, warum auch immer, auf der Flucht vor uns zu sein.“

Auch sein Chef Charles Enderlin habe versucht, eine Begegnung mit Abu Rahme zu verhindern. „Erst gegen Ende unserer Dreharbeiten passen wir ihn schließlich in Perpignan ab, wo er gerade zum Kameramann des Jahres ausgezeichnet wird. Streng genommen hätte er an diesem Festival gar nicht teilnehmen dürfen, denn ausgezeichnet werden Fotografien, nicht Filmaufnahmen, aber für diese herausragenden Aufnahmen, für diesen besonderen Einsatz haben die Juroren eine Ausnahmeregelung geschaffen, gegen die keiner Protest erhebt. Hier wird mehr ausgezeichnet als eine Kameraaufnahme, hier geht es um ein politisches Statement, die Solidarität mit dem palästinensischen Volk.“

Die Autoren stellen fest: „Die palästinensischen Kameramänner sind vor Ort, die Korrespondenten warten im fernen Jerusalem. Ohne sie wären sie auf Agenturmaterial für ihre Reportagen angewiesen, mit ihnen können sie wenigstens so tun, als seien sie vor Ort gewesen. Sie liefern sich ihren Mitarbeitern aus. Charles Enderlin und auch seine Nachrichtenchefin sind ganz an der Seite ihres palästinensischen Kollegen und lassen nicht die geringsten Zweifel an seiner Seriosität zu.“

Erstaunlicher Wandel

Mohammeds Vater Jamal al-Durah arbeitete bis zu dem Vorfall für einen israelischen Bauunternehmer, mit dem er eine freundschaftliche Beziehung pflegte und der ihm sogar eine Operation bezahlte. „Seit jenem 30. September 2000 hat sich sein Leben radikal geändert und finanziell deutlich verbessert“, beobachteten Schapira und Hafner während der Recherchen für ihren ersten Film. Die Zeiten des Bauarbeiters seien vorbei. „Er trägt Autogrammkarten bei sich, die seinen Sohn und dessen Märtyrertum abbilden. Bezahlt wurden sie angeblich von Libyen. Er ist der Botschafter für die 2. Intifada. Er reiste nach Ägypten, Jordanien, Libyen, in den Irak und nach Südafrika zur großen UNO-Konferenz gegen Rassismus. Und überall erzählt er seine dramatische Geschichte: Die Geschichte der Ermordung seines Sohnes durch israelische Soldaten. Nur uns hat er sie immer noch nicht erzählt, als wir Mitte Juli 2001 aus Israel wieder abreisen.“

Den Autoren fällt auf, dass der Vater nach dem angeblichen Tod seines Sohnes Israel offenbar nicht mehr kennt. Er verwendet konsequent den Ausdruck „zionistisches Gebilde“ und findet kein gutes Wort für den jüdischen Staat. In seiner Darstellung gibt es viele Unstimmigkeiten, auf welche die Reporter in ihrem Buch hinweisen. So stimmt etwa das von ihm angegebene Datum für seinen Transport in ein jordanisches Krankenhaus nicht mit den Aufzeichnungen der israelischen Grenzpolizei überein. Sein damaliger israelischer Arzt erklärt zudem auf Nachfrage, dass die Verletzungen nicht von dem Vorfall im Gazastreifen stammen könnten. Vielmehr rührten sie von einer früheren Operation her. Ferner hätte der Palästinenser so schwere Verwundungen, wie er sie angeblich erlitten habe, auf keinen Fall überleben können, meint der Mediziner.

Die Reporter erleben Al-Durah als so sanft und freundlich, wie sein ehemaliger israelischer Arbeitgeber ihn geschildert hat. Dessen „Propagandasprache“ passe so gar nicht zu ihm. „Er sagt Sätze auf, politische Parolen, die auswendig gelernt klingen und wirkt dann wie ein schlechter Laienschauspieler. Er bedient alle antijüdischen Klischees. Er erzählt uns von einer israelischen Radiosendung, in der zugegeben worden sei, dass Israel gezielt Kinder töte, ‚damit sich das palästinensische Volk nicht vermehrt‘.“

Viele Korrespondenten, aber keine differenzierten Informationen

Georg M. Hafner und Esther Schapira bringen viele weitere Beispiele für die schwierigen Bedingungen ihrer ausführlichen Recherchen. Diese haben sich durch die Alleinherrschaft der Hamas im Gazastreifen seit dem Juni 2007 noch verschärft: „Damit waren alle unseren palästinensischen Quellen versiegt.“ Die Autoren ergänzen: „Niemand wagte auch nur, mit uns zu reden oder gar für uns zu arbeiten. Sobald wir nur den Gegenstand unseres Filmes erwähnten, schlossen sich die Türen. Sowohl Jamal al-Durah als auch Talal Abu Rahme hatten einen Maulkorb bekommen, nicht nur durch die Hamas, sondern auch durch France 2. Aber auch France 2 selbst wiegelte ab, es gäbe keinen neuen Stand in der Sache und somit auch keinen Anlass für ein neues Interview.“

Immer wieder reflektieren die beiden Redakteure über die Macht der Bilder und die Rolle der Journalisten im „Medienkrieg“: „Dennoch wirft es einmal mehr die Frage auf, wie sehr die Medienpräsenz die Realität verändert. Hätte es die Bilder auch ohne Kamera gegeben? Würden die Steine und Brandsätze auch dann fliegen, wenn kein Journalist dabei wäre? Das mag eine abstrakte Frage sein, aber sie macht deutlich, wie sehr Journalisten im Medienkrieg Beteiligte sind, wie leicht sie instrumentalisiert werden können. Und wie sie zuweilen sogar aktiv die Seiten wechseln und nicht abbilden, sondern inszenieren, nicht berichten, sondern fälschen.“ An anderer Stelle heißt es: „Krieg findet nicht nur auf den Schlachtfeldern statt, sondern auch in den Medien, die über ihn berichten. Starke Bilder sind stärker als jede Munition und Bilder verletzter oder gar toter Kinder sind die stärkste Munition im Medienkrieg.“

Desillusioniert stellen die Autoren fest: „Israel ist das Land mit der mit Abstand größten Korrespondentendichte und ist doch nicht größer als das deutsche Bundesland Hessen. Nach Washington und Moskau ist Israel einer der größten Standorte für die ausländische Presse. Die Hoffnung, wir würden deshalb besonders differenziert und vielfältig über den Nahostkonflikt informiert, erfüllt sich leider nicht.“

Wörtliche Zitate der wichtigsten Protagonisten mit dem englischen Original in der Fußnote belegen die anschaulichen Ausführungen der Reporter. Das spannende und lesenswerte Buch macht deutlich, welche Auswirkungen eine tendenziöse Berichterstattung haben kann und welche Fragen zu Mohammed al-Durah bis heute nicht beantwortet sind. Dazu gehört die Frage, ob der Junge überhaupt getötet wurde, und wenn ja, durch wen. Enderlin und viele andere haben jedenfalls an der ursprünglichen Nachricht festgehalten, nach der Mohammed durch israelische Soldaten erschossen worden sei – trotz aller Widersprüche. Wer nach Argumenten für seine berechtigten Zweifel an dieser Darstellung sucht, hat mit dem Buch von Hafner und Schapira ein gutes Werkzeug in der Hand.

Georg M. Hafner/Esther Schapira: „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit. Der Fall Mohammed al-Durah“, Edition Critic, 164 Seiten, mit 22 Abbildungen, 18 Euro, ISBN 978-3-9814548-7-1

Von: Elisabeth Hausen

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Wed, 30 Sep 2020 10:21:00 +0200
<![CDATA[Juden in Hebron trauern um Miriam Levinger]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/29/juden-in-hebron-trauern-um-miriam-levinger/ HEBRON (inn) – Sie gehörte zu den Pionieren der jüdischen Wiederbesiedelung in der Erzväterstadt Hebron: Miriam Levinger. Am frühen Dienstagmorgen ist sie mit 83 Jahren in Jerusalem gestorben. Sie war vor dem Großen Versöhnungstag Jom Kippur ins Hadassa-Krankenhaus im Stadtteil Ein Kerem gebracht worden, weil sie sich nicht gut fühlte.

Ihr Sohn Mal’achi Levinger würdigte die Verstorbene laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ mit warmen Worten: „Mutter war ein Leuchtturm des Glaubens, die eine ganze Generation lehrte, was Selbstverneinung und Liebe zu Israel ist. Sie war ein Symbol und ein Vorbild für Aufopferung und Pioniergeist, und sie trug mit eigenen Händen zur Erlösung der Erzväterstadt bei. Zweifellos werden ihre Pioniertaten für immer im Buch der Geschichte Israels und des jüdischen Volkes aufgeschrieben sein.“ Ähnlich äußerte sich auch die jüdische Gemeinschaft in Hebron.

Miriam Levinger war die Witwe von Rabbi Mosche Levinger, der als Gründervater der jüdischen Besiedelung in Hebron nach dem Sechs-Tage-Krieg gilt. Neun Monate nach den Kampfhandlungen, im März 1968, zogen sie vor dem Pessach-Fest mit anderen Juden ins „Park-Hotel“ der Stadt und feierten dort den Sederabend. Die Israelis blieben drei Jahre unter Militärschutz in Hebron, dann lebten sie in der nahe gelegenen Siedlung Kiriat Arba.

Elf Jahre nach diesem Vorstoß ließ sich eine Gruppe von Frauen und Kindern im „Beit Hadassa“ in Hebron nieder. Dieses Haus hatte ursprünglich die jüdische Gemeinde als Krankenhaus für Juden und Araber in der Stadt erbaut. Doch nach den Pogromen von 1929 und 1936 mussten die jüdischen Bewohner auf Anweisung der Briten die Stadt verlassen. Nach der Eroberung der Stadt im Juni 1967 nutzte die israelische Armee das Gebäude als Hauptquartier. Mittlerweile stand es leer.

Inspiration durch Wochenabschnitt der Tora

Im Juli 2020 erinnerte Miriam Levinger in einem Kommentar zum Wochenabschnitt „Pinchas“ (4. Mose 25,10–30,1) an die Aktion der Frauen: Um 3 Uhr morgens holte ein Lastwagen sie in Kiriat Arba ab und brachte sie zu dem Gebäude gebracht. Sie kletterten über eine Leiter in den Innenhof und legten die Kinder wieder schlafen. „Das war der Anfang. Unsere Bedingungen waren furchtbar. Kein fließendes Wasser oder Elektrizität. Wir hatten nur chemische Toiletten und viel Schmutz, Staub und Schimmel.“ Heute gehören zu dem Wohnkomplex ein Kindergarten, eine Synagoge und ein Besucherzentrum.

In dem Wochenabschnitt geht es auch um die fünf Töchter des Zelofhad, der keinen Sohn hatte. Nach dem Tod ihres Vaters erwirken sie, dass auch sie als Frauen Anrecht auf ein Erbe erhalten. Doch dies sei sehr theoretisch gewesen, da sich das Volk Israel noch auf der Wüstenwanderung befand und es im Land Israel kein Erbe zu verteilen gab. Dennoch habe sie sich ihnen verbunden gefühlt: „Es war eine besondere Ehre, dass G-tt erklärte, dass die Frauen recht hatten. Es gab Elemente in der Armee, Polizei und Knesset, die Kampagnen gegen uns führten. Ich fühlte mich sicher im Wissen, dass die Juden vor 4.000 Jahren im Gehorsam gegenüber G-ttes Befehl Israel besiedelt hatten.“

Miriam Levinger wurde 1937 in den USA geboren und wanderte 1956 nach Israel ein. Sie besuchte eine Krankenpflegeschule und heiratete 1959 Mosche Levinger. Er stammte aus Jerusalem, seine deutschen Eltern waren 1933 vor den Nationalsozialisten ins Mandatsgebiet Palästina geflohen. Sie bekamen elf Kinder. Er galt als kompromisslos in seinem Kampf um das Recht auf jüdische Besiedelung in Hebron und anderswo. Deshalb wurde er der „Sheriff von Hebron“ genannt. Er starb 2015 und wurde – ebenso wie jetzt seine Ehefrau – in der Erzväterstadt beigesetzt.

Staatspräsident Reuven Rivlin kondolierte der Familie Levinger: „Ich betrauere das Hinscheiden der ersten Mutter der Rückkehrer nach Hebron, der Rabbinerin Miriam Levinger seligen Andenkens“, schrieb er am Dienstag auf Twitter. Sie habe ein Leben mit einer Mission geführt. „Gemeinsam mit dem Rabbi widmete sie sich der Herausforderung, das jüdische Volk nach Hebron zurückzubringen, nicht als vorübergehende Gäste und als Besucher, sondern als Söhne, die nach Hause zurückkehren.“

Von: eh

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Tue, 29 Sep 2020 14:38:00 +0200
<![CDATA[Nur wenige Regelverstöße an Jom Kippur]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/29/nur-wenige-regelverstoesse-an-jom-kippur/ JERUSALEM (inn) – Ein Großteil der Israelis hat sich während des höchsten jüdischen Festtages Jom Kippur von Sonntag- bis Montagabend an Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen gehalten. Laut dem ultra-orthodoxen Journalisten Benny Rabbinowitz hatten einige Synagogen für Gebete geöffnet, die Teilnehmerzahl sei jedoch deutlich geringer ausgefallen als üblich. Viele Gläubige hielten die Gebete im Freien ab. Regelverstöße von Synagogen wurden nicht bekannt.

Zuvor hatte Premierminister Benjamin Netanjahu die Oberrabbiner David Lau und Jitzchak Josef darum gebeten, noch einmal zu betonen, worum sie die Öffentlichkeit bereits gebeten hatten: „Halten Sie sich an die Regeln, tragen Sie Masken, halten Sie Abstand und beten Sie, soweit möglich, im Freien.“ Der Jerusalemer Oberbürgermeister Mosche Lion, selbst orthodoxer Jude, wandte sich mit einem „Notfall-Aufruf“ an die Bürger: „Jemand wie ich versteht den Wunsch, in der gewohnten Synagoge mit Klimaanlage zu beten. Aber dieses Jahr müssen wir darauf verzichten – für unsere Eltern, für unsere Kinder, für uns alle.“

Viel zu tun für Sanitäter

Einsatzkräfte meldeten für die Feiertage 305 Fälle von Ohnmacht. Einige Beter waren dehydriert oder fühlten sich unwohl infolge der hohen Temperaturen im Freien – an Jom Kippur herrschte eine erneute Hitzewelle in Israel. Wegen des vermehrten Betens unter freiem Himmel lag die Zahl der Schwächeanfälle 15 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Die Sanitäter meldeten zudem 129 Verkehrsunfälle von Radfahrern und Skatern. Während Jom Kippur nutzen viele Menschen die leeren Straßen zum Rad-, Skateboard- oder Rollerfahren. Insgesamt wurden 1.818 Patienten ins Krankenhaus eingeliefert, darunter 136 Schwangere. Zwei Frauen entbanden ein Kind. Ein 54-Jähriger starb, nachdem er von einem Auto erfasst wurde.

Die Polizei vergab während Jom Kippur etwa 4.000 Strafzettel wegen Nichteinhaltung der Corona-Regeln. Davon entfallen 2.789 auf Verstöße gegen das Reiseverbot. Den eigenen Wohnort mehr als einen Kilometer weit verlassen durfte nur, wer dafür dringende Gründe geltend machen konnte. Dazu kommen 900 Geldstrafen wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht und etwa 60 für den Aufenthalt am Strand oder an anderen Orten, die eigentlich schließen mussten.

Anti-Netanjahu-Proteste dauern an

Am Dienstag war die Regierung mit einem Gesetz gegen Demonstrationen gescheitert. Es hätte Kundgebungen auf eine Gruppengröße von 20 Menschen limitiert. Da die Knesset nicht zustimmte, fanden auch am Samstagabend große „Anti-Netanjahu-Demonstrationen“ statt. Die Protestierenden prangern den Premier für mutmaßliche Verwicklungen in Korruptionsfällen an.

Derzeit zählt Israel 66.533 aktive Corona-Infektionen. Davon gelten 755 als ernst. Bisher sind 1.507 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: tk

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Tue, 29 Sep 2020 14:29:00 +0200
<![CDATA[Israelischer Fußballer wechselt in die Emirate]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2020/09/29/israelischer-fussballer-wechselt-in-die-emirate/ DUBAI (inn) – Das neue Verhältnis zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wirkt sich auch auf den Sport aus: Der israelische Fußballer Dia Saba nutzt die neuen Möglichkeiten und wechselt zu Al-Nasr SC. Das gab der Klub aus Dubai am Sonntag bekannt. Saba wird damit der erste israelische Fußballer in einer arabischen Profiliga.

Der 27-Jährige postete am Dienstag auf Instagram ein Foto, auf dem er mit dem Trikot seines neuen Arbeitgebers zu sehen ist. Dazu schrieb er: „Wir wurden wie echte Könige empfangen. Es ist alles so beeindruckend und schwer zu beschreiben.“

Karriereausflug nach China

Saba stammt aus einer muslimisch-arabischen Familie. Er kam 1992 in der nordisraelischen Stadt Madschd al-Krum zur Welt. Von 2009 bis 2018 spielte er bei diversen israelischen Vereinen, zuletzt vier Jahre bei HaPoel Be'er Scheva. 2018 trat der Mittelfeldspieler erstmals für die israelische Nationalmannschaft an. Im selben Jahr wechselte er zu Guangzhou R&F. Der chinesische Verein erhält für den Israeli nun eine Ablösesumme von 4 Millionen US-Dollar.

Der Fußballklub Al-Nasr SC wurde 1945 gegründet, also noch vor der Gründung der Emirate im Jahr 1971. Seit der ersten Austragung 1973 konnte er dreimal die Meisterschaft gewinnen, zuletzt 1986. Der jüngste Erfolg ist der Pokalsieg aus dem Jahr 2015, der insgesamt vierte. Die vergangene Saison beendete Al-Nasr SC auf Platz 8 von 13.

Von: df

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Tue, 29 Sep 2020 13:18:00 +0200
<![CDATA[Mehr als 1.500 Tote seit Beginn der Pandemie]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/29/mehr-als-1500-tote-seit-beginn-der-pandemie/ Während des jüdischen Versöhnungstages Jom Kippur sind in Israel 33 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium nach Ende des Feiertags am Montagabend mit. Die Zahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie im März wurde am Dienstagmorgen mit 1.507 angegeben. Derzeit gibt es 66.466 aktive Fälle. 755 Patienten befinden sich in einem ernsten Zustand. Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte, diese Zahl könnte sich in den kommenden Tagen auf 1.500 verdoppeln. Er wies die Krankenhäuser an, sich auf eine solche Situation vorzubereiten.

Von: eh

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Tue, 29 Sep 2020 11:06:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser erinnern an „Zweite Intifada“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/29/palaestinenser-erinnern-an-zweite-intifada/ Palästinenser haben am Montag in Ramallah an den Ausbruch der „Zweiten Intifada“ erinnert. An der Kundgebung zum 20. Jahrestag nahmen mehrere palästinensische Gruppierungen teil. Bei einem Marsch durch die Straßen waren Schilder zu sehen, die zu einer Fortführung der „Intifada“ aufrufen, bis die israelische „Besatzung“ beendet sei.

Von: df

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Tue, 29 Sep 2020 10:42:00 +0200
<![CDATA[Jehuda Glick will Präsident werden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/29/jehuda-glick-will-praesident-werden/ Der frühere Knessetabgeordnete Jehuda Glick will für das Präsidentenamt kandidieren. Der Aktivist für jüdische Rechte auf dem Tempelberg würde Reuven Rivlin nachfolgen, dessen Amtszeit im Spätsommer 2021 nach sieben Jahren endet. Über Rosch HaSchanah sei er zwei Tage lang in sich gegangen und habe danach diesen Entschluss gefasst, sagte Glick: „Ich vermisse die Tage, in denen wir ein Vorbild waren und Licht für die Nationen sein wollten, anstatt einander zu hassen.“ Viele Palästinenser sehen in ihm einen Extremisten. Ein Attentat kostete Glick 2014 beinahe das Leben.

Von: tk

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Tue, 29 Sep 2020 10:42:00 +0200
<![CDATA[Deutscher Botschafter kritisiert Iran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/28/deutscher-botschafter-kritisiert-iran/ GENF (inn) – Der deutsche Botschafter Michael Freiherr von Ungern-Sternberg hat vor dem UN-Menschenrechtsrat iranische Verstöße angeprangert. Zu verurteilen seien Folter, Unterdrückung und Gewalt gegen Oppositionelle, sagte er am Freitag während der 45. regulären Sitzung des Gremiums in Genf. Die Menschenrechtsverletzungen im Iran seien „besorgniserregend“, zitiert ihn die „Deutsche Welle“.

Der Diplomat sprach im Namen von 46 weiteren Ländern, zu denen auch Österreich, die Schweiz und Israel zählen. Er kritisierte Hinrichtungen und nannte als Beispiel den Ringer Navid Afkari. Die Todesstrafe gegen Jugendliche merkte er besonders an. Von Ungern-Sternberg war von 2013 bis 2016 deutscher Botschafter in Teheran.

Iran widerspricht

Der iranische Botschafter Baqaei Hamaneh reagierte empört auf die Vorwürfe. Manche westliche Länder nutzten Menschenrechte als Ausrede, um ihre Ziele zu erreichen, sagte er laut der Nachrichtenagentur „Tasnim“. Deren Umgang mit Menschenrechtsangelegenheiten „wird nur Zwietracht und Pattsituationen zwischen Ländern schaffen und Menschenrechte als Mittel abwerten, um politische Ziele zu erreichen“. Der Diplomat ergänzte: „Manche europäische Länder haben den Menschenrechtsrat in eine Arena verwandelt, um sich in die Angelegenheiten von Entwicklungsländern einzumischen.“

Weiter äußerte Hamaneh: „Es ist bedauerlich, dass manche Länder über das Respektieren von Menschenrechten predigen, während sie die Verbrechen vergessen haben, die sie in der Vergangenheit und Gegenwart verübt haben.“ Sie verdeckten die Tatsache, dass ein Großteil der misslichen Lagen, denen andere ausgesetzt seien, aus der Kolonialpolitik der westlichen Länder herrührten. Der beste Weg, um die Ziele des Menschenrechtsrates zu verwirklichen, sei „Dialog und Zusammenarbeit, auf Grundlage des Prinzips der Neutralität, ohne andere zu stigmatisieren“.

Von: eh

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Mon, 28 Sep 2020 13:52:00 +0200
<![CDATA[Abbas will internationale Friedenskonferenz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/28/abbas-will-internationale-friedenskonferenz/ RAMALLAH / NEW YORK (inn) – Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat in seiner Rede bei der UN-Generalversammlung für eine Friedenskonferenz geworben. Der 84-Jährige forderte UN-Generalsekretär António Guterres dazu auf, diese für den Anfang des kommenden Jahres in die Wege zu leiten.

Nach Abbas' Worten soll diese Konferenz zu einem „echten Frieden“ führen. So ein Friede sei verbunden mit einem Ende der israelischen Besatzung und mit einem unabhängigen palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Auch das „Flüchtlingsproblem“ solle im Rahmen der Konferenz gelöst werden.

Abbas: Kein Mandat erteilt

Abbas kritisierte in seiner Rede am Freitag die Normalisierung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain. Diese Abkommen verletzten die Bestimmungen der Arabischen Friedensinitiative aus dem Jahr 2002. Die Initiative fordert unter anderem einen Rückzug aus „allen“ seit 1967 kontrollierten Gebieten. Abbas monierte außerdem, die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) habe niemandem das Mandat erteilt, im Namen der Palästinenser zu verhandeln.

Der Fatah-Politiker warf darüber hinaus Israel vor, die Zwei-Staaten-Lösung zu unterwandern. Israel verändere außerdem den Charakter und die Identität Jerusalems, indem es heilige Stätten der Christen und Muslime „angreift“, vor allem die Al-Aqsa-Moschee.

„Seit 6.000 Jahren im Land“

An dem Plan von US-Präsident Donald Trump kritisierte Abbas, dass die Palästinenser damit auf 33 Prozent des „Staates Palästina“ verzichten müssten. Palästinenser hätten im „Land ihrer Vorväter“ 6.000 Jahre lang gelebt, betonte Abbas. Und sie würden im Land bleiben, bis sie zu „ihrem Recht“ kämen. „Trotz aller Schwierigkeiten werden wir nicht aufgeben, nicht von grundlegenden Positionen abweichen. Und wir werden triumphieren.“

Abbas hatte seine Rede, wie andere Politiker auch, wegen der Corona-Pandemie zuvor aufgezeichnet, anstatt sie persönlich vorzutragen. Während der Rede des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verließ der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan wegen „antisemitischer Aussagen gegen Israel“ den Saal.

Von: df

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Mon, 28 Sep 2020 11:30:00 +0200
<![CDATA[Sechs Palästinenser in Jauchegrube tödlich verunglückt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/28/sechs-palaestinenser-in-jauchegrube-toedlich-verunglueckt/ Sechs Palästinenser sind am Samstag im Westjordanland unter noch ungeklärten Umständen in eine Jauchegrube gefallen und tödlich verunglückt. Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Dir al-Assal westlich von Hebron. Fünf Menschen starben sofort. Ein 15-jähriger Palästinenser wurde ins Soroka-Krankenhaus in der israelischen Stadt Be’er Scheva gebracht. Doch dort erklärten die Ärzte auch ihn für tot. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Toten um Vater und Sohn, einen weiteren Verwandten und drei Brüder. Die palästinensische Polizei nahm Ermittlungen auf.

Von: eh

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Mon, 28 Sep 2020 11:04:00 +0200
<![CDATA[Rivlin bittet um Gebet für Corona-Opfer]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/28/rivlin-bittet-um-gebet-fuer-corona-opfer/ Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat die Bürger am Sonntag aufgerufen, am Versöhnungstag Jom Kippur der bislang 1.450 Todesopfer der Corona-Pandemie zu gedenken. Er veröffentlichte dafür ein spezielles Gebet. Darin heißt es auch: „Unser Vater, unser König, verhindere die Ausbreitung der Krankheit.“ Indes gestand Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstag Fehler im Umgang mit Corona ein, nachdem das Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 8.315 neue Infektionen bestätigt hatte. Am Sonntagnachmittag, vor Beginn des Feiertags, waren in Israel 68.788 aktive Fälle bekannt.

Von: eh

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Mon, 28 Sep 2020 10:43:00 +0200
<![CDATA[Ägyptische Armee tötet zwei palästinensische Fischer]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/09/28/aegyptische-armee-toetet-zwei-palaestinensische-fischer/ Die ägyptische Marine hat am Freitagmorgen auf ein mit drei Brüdern besetztes palästinensisches Fischerboot geschossen. Dabei tötete sie zwei der Insassen. Den dritten verwundete sie; dieser wird nun in Ägypten behandelt. Grund für die Feuereröffnung war eine angebliche Grenzverletzung. Die Leichen brachten die Ägypter noch am Freitag zurück in den Gazastreifen. Die dort regierende Terror-Organisation Hamas forderte Ägypten auf, den Vorfall zu untersuchen. Sie monierte dabei „wiederholte gewaltsame Behandlung“ von Menschen, die versuchten, einen Lebensunterhalt für ihre Kinder zu bestreiten.

Von: df

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Mon, 28 Sep 2020 10:38:00 +0200
<![CDATA[Scharons Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/09/28/scharons-besuch-auf-dem-tempelberg-in-jerusalem/ Es gibt wohl kein zweites allseits bekanntes Ereignis in der Geschichte Israels, das so viele falsche Mythen erzeugt hat, wie der „provokative“ Besuch des damaligen Oppositionschefs Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem am 28. September vor genau 20 Jahren. Er wird meist fälschlich als Grund des Ausbruchs der „2. Intifada“ bezeichnet, die PLO-Chef Jasser Arafat später propagandagerecht „Al-Aqsa-Intifada“ nannte, nach der bekannten Moschee, die dort zu Beginn des 8. Jahrhunderts nach Christus auf den Ruinen einer christlichen Basilika erbaut worden war.

Wer keinen Grund hat, sucht einen Anlass

Zwei historische Dokumente bezeugen einwandfrei, dass Scharons Besuch zwar als willkommenes Zeichen für den Ausbruch des erneuten blutigen Aufstandes der Palästinenser benutzt wurde, tatsächlich aber der Beschluss zur „Intifada“ lange zuvor gefasst wurde: Zum einen gibt es den von den USA angeordneten Untersuchungsbericht des demokratischen Senators George Mitchell, der den Mythen widerspricht. Zum anderen gibt es einen ausführlichen Zeitungsartikel von Marwan Barghuti, der damals die rechte Hand Arafats war und mit der Organisation des Aufstandes betraut worden war. Dieser Artikel ist also ein Zeugenbericht aus erster Hand.

Warum Arafat nur noch einen Anlass für die „Intifada“ brauchte, ist schnell erzählt: Am 25. Mai 2000 war der letzte israelische Soldat aus dem Südlibanon abgezogen worden, nach einer Besatzungszeit von 18 Jahren. Den Befehl dazu hatte der damalige Premierminister Ehud Barak gegeben. Schon im Mai 1999 hatte er versprochen, dass innerhalb eines Jahres kein israelischer Soldat mehr im Libanon stationiert sein würde. Möglicherweise ließ sich Barak von einer Bewegung namens „6 Frauen“ leiten, die den Abzug wegen der vielen Toten unter den Soldaten infolge von Attacken der Hisbollah-Miliz gefordert hatte. Im Schnitt ging es um 23 gefallene Soldaten pro Jahr. Der Beschluss Baraks stieß auf ein sehr positives Echo in der Bevölkerung Israels, wo jeder tote Soldat betrachtet wird, als sei es der eigene Sohn.

Der Vorsitzende der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hingegen interpretierte den Rückzug auf seine eigene Weise. Laut Barghuti war Arafat erfreut, dass die Israelis sich allein wegen 23 toten Soldaten pro Jahr aus strategisch wichtigen Stellungen zurückziehen. Für ihn war klar: Wenn sie wegen zwei Dutzend Toten freiwillig den Libanon räumen, dann bräuchte man ihnen nur noch mehr Tote zu verursachen, damit sie sich auch aus den übrigen besetzen Gebieten zurückziehen, speziell dem Westjordanland. Das war der Grund für Arafats Beschluss, eine zweite, möglichst blutige „Intifada“ losbrechen zu lassen.

Aufstand lag in der Luft

Noch vor den Friedensverhandlungen im Juli 2000 hat Arafat bei einer Veranstaltung in Nablus den geplanten zweiten Aufstand angedroht, falls die Israelis Konzessionen und speziell einen Rückzug aus dem Westjordanland bei den bevorstehenden Verhandlungen in Camp David verweigern sollten. Im Laufe jenes Sommers liefen auch schon die Vorbereitungen auf Hochtouren. Immer wieder filmten die BBC und andere Medien, wie junge Palästinenser für Angriffe auf israelische Stellungen übten, etwa indem sie zu Trainingszwecken einen Hügel eroberten, auf dem ein Stuhl mit israelischem Fähnchen stand.

Das bevorstehende Ereignis eines weiteren Aufstandes lag also in der Luft. Die israelische Regierung hätte die Möglichkeit gehabt, diese konkreten Vorbereitungen zu stoppen oder wenigstens öffentlich zu machen. Doch Barak und seine Berater weigerten sich, diese Vorgänge zur Kenntnis zu nehmen.

Einen Anlass für den Ausbruch der „Intifada“ lieferte dann die israelische Innenpolitik. Im Juli hat Barak in Camp David den Palästinensern angeblich große Versprechen gemacht, sowohl territorial wie auch in Jerusalem auf dem Tempelberg. Das schmeckte dem rechtsgerichteten Oppositionschef Scharon überhaupt nicht. Er kündigte Proteste und Demonstrationen gegen die Politik des Regierungschefs an.

Besuch war mit den Palästinensern abgesprochen

Als Scharon erklärte, in dem Rahmen der Demonstrationen auch den Tempelberg, eine heilige Stätte des Islam, besuchen zu wollen, gab es Bemühungen, das wegen befürchteter Unruhen zu verhindern. Ein Jerusalemer Gericht konfrontierte Vertreter der Palästinenser, darunter den „Jerusalem-Minister“ Faisal Husseini, mit den Besuchsplänen Scharons.

Die Palästinenser versprachen, persönlich auf dem Tempelberg zu erscheinen und dafür zu sorgen, dass nichts passiert. Den Richtern blieb also keine Wahl, als dem Demonstrationsrecht Scharons nachzugeben. Sie genehmigten die Kundgebung des Oppositionschefs, da nicht mit einer „öffentlichen Ruhestörung“ zu rechnen sei. Und so erschien Scharon am 28. September auf dem Tempelberg, angeblich in Begleitung von 1.000 Polizisten „zu seinem Schutz“. Augenzeugen berichten, dass Husseini und andere offizielle Palästinenser sich mit Abstand auf dem Berg aufhielten. Nach einem kurzen Rundgang verließ Scharon wieder das Gelände, ohne dass es zum geringsten Vorfall gekommen wäre, also weder Steinwürfe noch Schüsse.

Barghuti schrieb später, dass diese „Provokation“ von Scharons Besuch wie ein Gottesgeschenk gekommen sei. Und tatsächlich starteten die Unruhen einen Tag später, am Freitag, dem 29. September, nachdem der Mufti von Jerusalem in der Al-Aqsa-Moschee eine aufhetzende Predigt gehalten hatte. Diese war das Zeichen für die Jugendlichen, mit Steinwürfen gegen die Polizisten auf dem Tempelberg loszugehen. Die reagierten mit Tränengas und scharfen Schüssen. Es war der Auftakt der „Intifada“, die schnell eskalierte.

Israelische Militärkreise zählten in den nächsten fünf Jahren 4.862 Kassam-Raketen und Mörsergranaten, 939 Panzerfäuste und 15.485 Angriffe mit Gewehren. Hinzu kamen 126 Selbstmordattentate, 2.453 Explosionen von Sprengsätzen und 2.101 Granaten. 250 Attentate mit Messern und Versuche, Israelis mit Autos zu überfahren, wurden gezählt. Bei so genannten „gezielten Tötungen“ (Liquidierungen) wurden 74 palästinensische Terroristen getötet.

Urteile gegen Attentäter in USA und Israel

Es gibt bis heute keine einheitliche Statistik über die Opfer auf beiden Seiten, aber noch Jahre später beschäftigen sich die Gerichte mit den Folgen des Terrors: Ein US-Bundesgericht in New York verurteilte im Februar 2015 die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und die PLO wegen Attentaten in Israel zur Zahlung von umgerechnet rund 192 Millionen Euro an Opfer aus den USA. Die Geschworenen befanden die Angeklagten am Montag wegen sechs Anschlägen zwischen 2002 und 2004 für schuldig. Bei den Anschlägen hatte es insgesamt 33 Tote und mehr als 390 Verletzte gegeben. Elf Opferfamilien hatten vor dem Bundesgericht auf Schadenersatz geklagt.

Das Bezirksgericht in Jerusalem sprach am 8. Juli 2019 die PA und die PLO für 17 Terrorattacken während der „Zweiten Intifada“ schuldig. Sie seien mitverantwortlich für die Taten von Terror-Organisationen wie der Hamas und dem Islamischen Dschihad.

Das Urteil belege, dass die Intifada kein Volksaufstand gewesen sei, sondern ein absichtlicher und geplanter Krieg gegen die israelische Zivilbevölkerung, sagte die Vertreterin der geschädigten Familien, Nitzana Darschan-Leitner. Begründet wurde das Urteil damit, dass die PA und die PLO keine staatlichen Organe und somit bei Schadensersatzforderungen nicht durch Immunität geschützt seien. Sie hätten Stipendien an gefangene Terroristen bezahlt und getötete Attentäter verherrlicht, indem sie etwa Straßen, Schulen und öffentliche Plätze nach ihnen benannt haben. Die Autonomiebehörde habe außerdem die Waffen für die Erschießung der Zivilisten finanziert. Die PA soll für 40 Prozent der Kompensationen aufkommen, die Täter für den Rest. Bei den verhandelten 17 Terrorattacken wurden 34 Israelis getötet und sieben verletzt.

Von: Ulrich W. Sahm

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Mon, 28 Sep 2020 08:03:00 +0200
<![CDATA[„Gott sehnt sich nach einer Beziehung mit uns“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/25/gott-sehnt-sich-nach-einer-beziehung-mit-uns/ „Eine brechend volle heilige Stätte, zu Herzen gehende Melodien, ein trübsinniger Rabbi, traurige Gemeindeglieder“– all das gehört für viele Juden zum Großen Versöhnungstag Jom Kippur, der am Abend des 27. September beginnt. Doch in diesem Jahr müssen sie nicht nur in Israel darauf verzichten, gemeinsam mit vielen anderen Gläubigen in einer Synagoge die „Slichot“-Gebete zum Bekennen der Sünden zu sprechen.

Die englischsprachige Webseite „aish.com“, von der das einleitende Zitat stammt, sieht darin allerdings auch eine Chance. Denn in der Gemeinschaft bestehe die Gefahr, die Gebete gedankenlos „herunterzurattern“, um den Anschluss an die anderen Gemeindeglieder nicht zu verlieren. In Corona-Zeiten erhielten Juden die Gelegenheit, die Slichot gemächlich zu sprechen – denn sie hätten alle Zeit der Welt.

„Wie können wir Jom Kippur neu erschaffen ohne diese Atmosphäre, außerhalb der Synagoge, in der profanen Stille unserer Wohnzimmer?“, fragt Rabbi Levi Lebovits auf der Webseite – und kommt zu dieser Antwort: „Zuerst einmal müssen wir uns daran erinnern, dass Tschuva, Umkehr, überall geschehen kann – ob in der Synagoge oder zu Hause. Diese drei notwendigen Schritte zu einer erfolgreichen Tschuva können überall durchgeführt werden, jederzeit: Verantwortung für unsere Taten übernehmen, die Ursache für unsere Missetaten ausmachen und erkennen, dass Gott – fern davon, uns wegen unserer Übertretungen zu verachten – will, dass wir zu Ihm umkehren.“

„Eine der größten Gaben im Leben eines Juden“

In 3. Mose 23,26–32 steht geschrieben: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, euch zu entsühnen vor dem HERRN, eurem Gott. Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden. Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt. Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.“

Jom Kippur gilt als der Schabbat schlechthin. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang fasten Juden an diesem Tag. In der Synagoge wird das Buch Jona gelesen. Der biblische Prophet widersetzte sich Gottes Auftrag, den Menschen in Ninive eine Bußpredigt zu halten. Stattdessen bestieg er ein Schiff, das ihn möglichst weit in die westliche Gegenrichtung bringen sollte – nach Tarsis in Spanien. Doch Gott brachte ihn zur Umkehr, er predigte den Menschen in Ninive das Gericht, und sie taten Buße. Die Stadt im heutigen Irak wurde nicht zerstört, weil Gott mit Gnade auf die Bußbereitschaft der Bewohner reagierte.

Der Jom Kippur am 10. Tag des Monats Tischrei schließt die zehn Bußtage zum Auftakt des jüdischen Jahres ab. Rabbi Lebovits schreibt mit Bezug auf die Slichot: „Bekennen ist nicht leicht, aber es sollte nicht ein Wermutstropfen voller Trübsinn und Negativität sein. Wir müssen uns an das größere Bild erinnern. Jom Kippur ist eine der größten Gaben im Leben eines Juden. Es ist eine wertvolle Gelegenheit, unsere Leben wieder an unseren Zielen auszurichten, uns als Menschen wiederherzustellen und unsere Beziehung mit unserem Schöpfer zu erneuern. In seiner Wurzel ist Jom Kippur ein Tag der wahren Freude.“

Vergebung im Mittelpunkt

Im Hebräischen gibt es drei Wörter für Vergebung: slicha, mechila und kappara. Im täglichen Leben ist in Israel oft „slicha“ zu hören, wenn jemand etwa um Verzeihung bittet für ein versehentliches Anrempeln im Gedränge. Das Wort „mechila“ kann neben der Vergebung auch das Graben eines Tunnels bedeuten, wenn beispielsweise Häftlinge auf solche Weise aus einem Gefängnis entfliehen. Übertragen heißt das: Wer einem Menschen vergibt, dass dieser ihn verletzt hat, ist von der damit verbundenen Last befreit. Der Ausdruck „kappara“ wiederum ist mit „kippur“ verwandt. Die Betonung liegt hier auf der Reinigung. Durch die Vergebung ist es so, als wäre die Tat nie geschehen. Das macht Versöhnung möglich.

Manche schlachten angesichts des Jom Kippur einen Hahn. Dieser geht quasi stellvertretend für den Menschen in den Tod. Die Zeremonie trägt den Namen „Kapparot“.

Die meiste Zeit des Tages verbringen Juden im Gebet. Jom Kippur ist der einzige Tag, an dem sie fünf vorgeschriebene Gebete sprechen. Ohnehin üblich sind das Abendgebet (Aravit oder Ma'ariv), das Morgengebet (Schacharit) und das Nachmittagsgebet (Mincha). Wie auch an anderen Festtagen gibt es spezielle Zusatzgebete, die unter dem Begriff „Mussaf“ zusammengefasst werden. Einzigartig ist das Ne’ila-Gebet, das nach Mincha gesprochen wird. Es verdeutlicht unter anderem, dass der Mensch sich für ein Leben nach Gottes Geboten entscheiden kann.

Niemals zu weit entfernt von Gott

Ne’ila („Abschließen“) ist für Rabbi Lebovits die letzte Gelegenheit, Vergebung und Buße zu erlangen – aber auch ein Grund zur Freude. Dieser stehe der „böse Trieb“ entgegen, der dem Beter heimtückisch einflüstere: „Schau dich an! Du bist so weit abgewichen. Du bist unerlösbar. Wie kannst du auch nur von einer Umkehr träumen? Gott will dich bestimmt nicht zurückhaben.“

Auf solche Einflüsterungen biete das Ne’ila-Gebet eine Antwort: „Du hast nicht recht! Gott will, dass wir zu Ihm umkehren, egal, in welchem Zustand wir uns befinden! Er liebt uns, hat Verlangen nach uns, wartet und sehnt sich nach einer Beziehung mit uns! Wir können Tschuva machen. Wir werden niemals zu weit entfernt sein!“ Diese Erkenntnis ist nach Einschätzung des Rabbiners aus Denver das größte Geschenk des Versöhnungstages.

Wie in der Bibel geboten, steht das öffentliche Leben in Israel an Jom Kippur still. Deutlich mehr noch als an einem gewöhnlichen Schabbat verzichten Juden auf das Autofahren, außer in Notfällen. Die freien Straßen bevölkern Kinder mit Fahrrädern, Skateboards und Rollschuhen. Säkulare Onlinezeitungen teilen mit, sie würden ihre Berichterstattung nach dem Ende des Fastens wiederaufnehmen. Selbst viele Juden, die sich als weltlich einstufen, fasten und beten am Jom Kippur.

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 nach der Zeitrechnung betrat der Hohepriester am Jom Kippur das Allerheiligste. Er opferte einen Ziegenbock und schickte einen zweiten in die Wüste, nachdem er ihn symbolisch mit den Sünden des Volkes Israel beladen hatte. Nach dem Verlust des Heiligtums in Jerusalem ersetzten jüdische Gelehrte das Opfer durch Gebete. Viermal wirft sich ein Jude am Versöhnungstag zu Boden, sonst wird im Stehen gebetet.

Differenzierte Ratschläge zum Fasten in Corona-Zeiten

Auch angesichts der Corona-Pandemie müssen sich Juden Gedanken darüber machen, wie sie auf die veränderte Situation reagieren können. Der sephardische Oberrabbiner in Israel, Jitzchak Josef, veröffentlichte am Mittwoch Richtlinien für Jom Kippur im jüdischen Jahr 5781. Er verweist auf die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. „Unsere Tora ist eine Tora des Lebens. Sie gebietet uns: Und ihr sollt sehr auf eure Seelen achten“, fügt er hinzu – und nennt das als „Pikuach Nefesch“ bekannte Prinzip, nach dem Lebensgefahr die Gebote aufhebt. Deshalb müssten Juden sich vorsehen, dass sie weder sich selbst gefährden noch andere anstecken.

Rabbi Josef rät dazu, dass jeder in der Nähe seines Hauses die Gebete spreche, „bis der Zorn vorübergeht und sich der Himmel erbarmt“. Für das Fasten hat er differenzierte Ratschläge je nach Situation. So soll ein Jude, der ohne Symptome eine Zeit in Selbstisolation verbringen muss, ganz normal fasten. „Wer sich in Isolation befindet und Muskelschmerzen und etwas Husten hat, beginne zu fasten und achte auf Symptome. Wenn er übermäßige Schwäche und Kopfschmerzen empfindet, trinke er über den Tag verteilt einen Liter Wasser. Und wenn er älter als 45 ist oder eine Vorerkrankung hat, und hustet oder Muskelschmerzen hat, soll er nach und nach auch Essen hinzufügen.“

Wer an starkem Husten oder an Atemproblemen leidet, soll erst gar nicht anfangen zu fasten. Wenn hingegen jemand infiziert ist, aber nur den Geruchs- und Geschmackssinn verloren hat, soll er auf Essen und Trinken verzichten. Besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Krankheit verschlimmert, soll er nicht fasten.

Das traditionelle Widderhorn, der Schofar, verkündet das Ende des Feiertags. Gott besiegelt in diesem Augenblick nach jüdischer Auffassung sein Urteil über das weitere Leben der Betenden. Deshalb wünschen Juden einander vor dem Versöhnungstag „Gmar chatima tova“ – eine gute Einschreibung in das Buch des Lebens. Wie auch am Schabbat kennzeichnet das Havdala-Gebet, das zwischen Heiligem und Weltlichem trennt, den Beginn des Alltags. Nun beginnen die Fastenden wieder mit Essen und Trinken. Manche fangen schon an, die Laubhütte für das bevorstehende Sukkot-Fest zu bauen.

Jom-Kippur-Krieg: Überraschungsangriff am Fasttag

Vor 47 Jahren, am 6. Oktober 1973, griffen arabische Truppen während des hohen Feiertages Israel an. Trotz der Überraschung konnten die Israelis den Krieg am Ende für sich entscheiden. Er ging als Jom-Kippur-Krieg in die Geschichte ein, Araber nennen ihn „Oktoberkrieg“.

Von: Elisabeth Hausen

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Fri, 25 Sep 2020 14:53:00 +0200
<![CDATA[Bahrain ruft zu „verstärkten Bemühungen“ um Frieden auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/25/bahrain-ruft-zu-verstaerkten-bemuehungen-um-frieden-auf/ Der König von Bahrain, Hamad Bin Isa al-Chalifa, hat sich am Donnerstag in der UN-Generaldebatte für „verstärkte Bemühungen um eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes“ ausgesprochen. Er bekannte sich zu einem Palästinenser-Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt und der arabischen Friedensinitiative. Die Normalisierung der Beziehungen mit Israel sei Ergebnis „unseres entschlossenen Bemühens um Koexistenz und Kooperation“. Der König lobte die Hilfe der USA und den „mutigen Schritt“ der Emirate. Er betonte, dass im Gegenzug die „Annexion palästinensischen Landes“ gestoppt worden sei.

Von: ser

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Fri, 25 Sep 2020 14:50:00 +0200
<![CDATA[Maas fordert Gespräche zwischen Israel und Palästinensern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/25/maas-fordert-gespraeche-zwischen-israel-und-palaestinensern/ AMMAN (inn) – Die Außenminister Ägyptens, Deutschlands, Frankreichs und Jordaniens sind am Donnerstag zusammengekommen, um Maßnahmen für Frieden in Nahost vereinbaren. An dem Treffen in Amman nahm außerdem die Sonderbeauftragte der Europäischen Union für den Nahost-Friedensprozess teil. Der deutsche Außenmister Heiko Maas (SPD), der sich aktuell wegen einer Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne befindet, ließ sich dazuschalten.

Nach den Beratungen mit seinen Amtskollegen bezeichnete Maas die Abkommen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain als Zeichen, „dass ein friedliches Miteinander in der Region möglich ist, und sie lassen auch erkennen, welches Potential darin für die Menschen in den beteiligten Ländern liegen kann“. Das gelte für Israelis und Palästinenser ganz besonders. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wollen die Außenminister durch das Treffen auf dieser „positiven Dynamik“ aufbauen, um im Nahostfriedensprozess voranzukommen.

In einer Acht-Punkte-Erklärung vereinbarten die Teilnehmer ihre grundsätzliche Ausrichtung für einen Nahostfriedensprozess. Darin fordern die Außenminister beide Parteien auf, wieder einen „glaubwürdigen Dialog“ zu führen. Weiterhin betonen sie ihre „Entschlossenheit, alle Bemühungen um einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden zu unterstützen“. Dieser müsse auf der Grundlage des Völkerrechts, der UN-Resolutionen und anderer vereinbarter Parameter liegen.

Zwei-Staaten-Lösung, Siedlungen, UNRWA und Annexion

Die Teilnehmer des Treffens verständigten sich außerdem über das Festhalten an der Zwei-Staaten-Lösung. Diese müsse einen „unabhängigen und lebensfähigen“ palästinensischen Staat und ein „sicheres und anerkanntes“ Israel gewährleisten. Darüber hinaus verurteilen die Außenminister den Bau von israelischen Siedlungen als „Verletzung des Völkerrechts“, die die Chancen auf eine Zwei-Staaten-Lösung untergraben würden. Daher begrüßen sie die aktuelle Aussetzung der Annexionspläne und fordern einen dauerhaften Verzicht.

Lobende Worte fanden die Teilnehmer auch für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Fflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Dieses nehme eine „unverzichtbare Rolle“ ein.

Von: mas

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Fri, 25 Sep 2020 14:20:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser streben Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/25/palaestinenser-streben-praesidentschafts-und-parlamentswahlen-an/ ISTANBUL (inn) – Die rivalisierenden palästinensischen Parteien Fatah und Hamas setzen ihre Versöhnungsgespräche weiter fort. Am Donnerstag einigten sich Vertreter beider Seiten darauf, Wahlen in den palästinensischen Gebieten abzuhalten. Die Gespräche dazu fanden in Istanbul statt. Am Montag hatte der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um seine Hilfe gebeten.

Laut Dschibril Radschub, dem Generalsekretär des Fatah-Zentralkomitees, sollen die Bürger sowohl über die Zusammensetzung des Parlaments der PA und des Nationalrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) entscheiden, als auch über die Besetzung des Präsidentschaftsamtes. Die nötigen rechtlichen Schritte wurden bislang nicht vollzogen. Auch ein konkretes Datum gibt es noch nicht. In mehreren Medien war jedoch von einer Abstimmung innerhalb der nächsten sechs Monate die Rede.

Radschub sprach laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA von einer „klaren Vision von Mechanismen“, auf die man sich geeinigt habe. Nächster Schritt soll demnach ein Treffen der Generalsekretäre unter Leitung von Fatah-Chef Abbas bis zum 1. Oktober sein. Der PA-Präsident soll die Wahlen dann per Dekret auch rechtlich auf den Weg bringen. Die terroristische Hamas machte die „offizielle und finale Verkündigung des nationalen Konsenses“ in einer Stellungnahme davon abhängig, dass direkt im Anschluss auch die praktische Umsetzung erfolge.

Umsetzung ungewiss

Ob es am Ende wirklich zu Wahlen kommt, ist ungewiss. Die bislang letzten Präsidentschaftswahlen fanden 2005 statt. Die letzten Parlamentswahlen endeten 2006 mit einem Erdrutschsieg der erstmals angetretenen Hamas. Diese vertrieb im Sommer 2007 die Fatah aus dem Gazastreifen. Seitdem haben die beiden Parteien mehrere Anläufe unternommen, die „nationale Einheit“ wiederherzustellen.

Auch über Wahlen wird schon seit Jahren gesprochen. 2014 und 2017 etwa hatten sich die Seiten im Zuge zweier Versöhnungsabkommen auf Neuwahlen innerhalb von sechs beziehungsweise zwölf Monaten verständigt. Im September 2019 nutzte Abbas die große Bühne der UN-Generalversammlung, um eine entsprechende Abstimmung zu verkünden. Mit Blick auf die jetzige Einigung sagte ein Hamas-Vertreter laut der Nachrichtenagentur AFP, dass man nun einen „wirklichen Konsens erreicht“ habe. Ein Fatah-Vertreter sprach von „positiven, fruchtbaren und produktiven“ Gesprächen. Seit Monaten betonen beide Seiten die Notwendigkeit einer Einigung im Angesicht der fortschreitenden Isolation in der arabischen Welt und der pro-israelischen US-Regierung.

Bei Wahlen müsste sich Israel positionieren

Sollten die Wahlen tatsächlich ausgerufen werden, wird auch Israel gezwungen sein, dazu Stellung zu beziehen. Denn die palästinensische Führung wird aller Voraussicht nach auch die Araber Ostjerusalems zur Wahlurne rufen wollen. Die meisten von ihnen haben keine israelische Staatsbürgerschaft, leben aber auf dem Gebiet, über das Israel seit 1980 Souveränität beansprucht. „Ohne Jerusalem wird es keine Wahlen geben“, zitierte die türkische Nachrichtenagentur „Anadolu“ am Donnerstag einen Vertreter des Fatah-Zentralkomitees. Im vergangenen Dezember hatte sich auch Abbas in diese Richtung geäußert. Einen entsprechenden Antrag der Palästinenser ließ Israel zu diesem Zeitpunkt unbeantwortet. Kritiker verdächtigen Abbas, die Frage zum Vorwand zu nehmen, um die Wahlen gegebenenfalls komplett abzusagen, sollte Israel einer Abstimmung in Ostjerusalem nicht zustimmen.

Das zweite Zusatzprotokoll zum Osloer Vertrag von 1995 ermöglicht Wahlen in Ostjerusalem grundsätzlich. 1996, 2005 und 2006 konnte jeweils eine stark begrenzte Anzahl von Arabern ihre Stimmen in israelischen Poststellen abgeben. Viele andere mussten außerhalb der Stadtgrenzen wählen. Bei den Wahlen 2006 hatte sich Israel insbesondere auch wegen der Teilnahme der terroristischen Hamas mit einer Abstimmung in Ostjerusalem schwergetan.

Im Januar schlugen Experten des Tel Aviver „Instituts für Nationale Sicherheitsstudien“ der israelischen Regierung vor, die Frage der Wahl in Ostjerusalem davon abhängig zu machen, dass sich die Hamas und alle anderen Parteien im Vorfeld zu den Osloer Vereinbarungen bekennen. Dies käme einer Absage an Terrorismus und Gewalt gleich. In einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA hieß es am Donnerstag ganz allgemein, die Wahlen sollten überall dort abgehalten werden, wo dies „möglich“ ist. Für die anderen Gebiete müsse man einen „Mechanismus der Repräsentation“ finden.

Von: ser

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Fri, 25 Sep 2020 14:18:00 +0200
<![CDATA[Rivlin mahnt zu Verantwortungsbewusstsein]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/25/rivlin-mahnt-zu-verantwortungsbewusstsein/ Angesichts des verschärften Lockdowns ruft Präsident Reuven Rivlin die Menschen in Israel auf, Disziplin und Respekt für die neuen Anordnungen des Gesundheitsministeriums zu zeigen. „Nun ist es an der Zeit für jeden von uns, Verantwortung zu übernehmen“, sagte der 81-Jährige. Im Laufe des Donnerstags registrierten die Behörden 7.527 Neuinfektionen – ein erneuter Rekordwert. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 59.942. Davon befinden sich 669 Patienten in einem ernsten Zustand. Bisher sind 1.378 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: mas

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Fri, 25 Sep 2020 10:57:00 +0200
<![CDATA[„Chamischim“ für Internationalen Emmy nominiert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/09/25/chamischim-fuer-internationalen-emmy-nominiert/ Die israelische Comedy-Serie „Chamischim“ („Fünfzig“) ist für den Fernsehpreis International Emmy Award nominiert. Das gab die Internationale Akademie für Fernsehkunst und -wissenschaft am Donnerstag bekannt. Die Serie erzählt vom Leben einer verwitweten Drehbuch-Autorin und ihrer drei Töchter. Die Preisverleihung ist für den 23. November in New York geplant.

Von: df

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Fri, 25 Sep 2020 10:30:00 +0200
<![CDATA[Muslimisch, moderat, modern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/25/muslimisch-moderat-modern/ Höher, schneller, weiter – auf den ersten Blick scheint das die Maxime der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu sein, einer Föderation aus den sieben Emiraten Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Quwain, Fudscheira und Ras al-Chaima. In dem Wüstenstaat werden die weltweit größten Bauvorhaben umgesetzt. Hier entstehen Wohnanlagen auf künstlichen Inseln im Meer. Die Regierung beauftragt die international besten Architekten mit dem Bau außergewöhnlicher und futuristischer Gebäude.

Nach außen und durch den Tourismus ist das Bild der VAE besonders durch Dubai geprägt. Das Emirat gehört mittlerweile zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Touristen im Nahen Osten. Doch die sieben Emirate unterscheiden sich grundlegend. Während Dubai den Luxus liebt, auf Prunk und Wachstum setzt und damit Touristen aus aller Welt anlockt, fördert Abu Dhabi vor allem Kunst, Kultur und die Entwicklung neuer Technologien. Auch Nachhaltigkeit ist in dem flächenmäßig größten Emirat ein Thema. Das zeigt unter anderem die noch im Bau befindliche Ökostadt „Masdar City“. Dort sollen einmal 40.000 Menschen CO2-neutral leben. Abu Dhabi, zugleich die Hauptstadt der Emirate, ist topmodern, schick, aber zurückgenommener als Dubai – weniger protzig, weniger kitschig.

Die Emirate sind ein Staat der Superlative: Sie halten zahlreiche Weltrekorde und sind ständig auf der Jagd nach neuen. So gibt es in Dubai mit dem Burdsch Chalifa das höchste Gebäude und direkt davor im „Burdsch Chalifa Lake“ das größte aufeinander abgestimmte Springbrunnensystem. Auf dem Goldmark im Stadtteil Daira kann der mit 64 Kilogramm schwerste Goldring „Star of Taiba“ bewundert werden. In der Scheich-Sajed-Moschee von Abu Dhabi glitzern unterdessen unzählige Swarovski-Kristalle am weltgrößten Kronleuchter.

Im Luxusschlitten auf Streife

In wohl kaum einem anderen Land sind so viele Luxusautos unterwegs wie in den Emiraten. An den Wochenenden reihen sich Lamborghinis, Ferraris und Porsches vor den Hotels. Da liegt es auf der Hand, dass auch die Polizei in Dubai eine Flotte von Luxusflitzern unterhält. Und – wie könnte es anders sein – auch das schnellste Polizeiauto der Welt besitzt: einen 1.000 PS starken Bugatti Veyron. Gerade Dubai legt großen Wert auf Ästhetik: In einigen Stadtvierteln werden Fahrer bereits zur Kasse gebeten, wenn ihr Auto eine Delle hat.

Neben dem ganzen Luxus fallen in den riesigen Einkaufszentren oder den Flughäfen von Dubai und Abu Dhabi auch die vielen gläsernen und mit Scheinen gut gefüllten Spendenboxen auf, in denen Geld für internationale Hilfsorganisationen gesammelt wird.

Geld schien lange Zeit für die VAE keine große Rolle zu spielen. Doch die Weltwirtschaftskrise von 2008 ging nicht spurlos an den Emiraten vorbei. Bauprojekte gehen seitdem schleppender voran. Von den künstlichen Inselwelten vor der Küste Dubais wurde bisher nur die Palmeninsel fertiggestellt. Es fehlen ausländische Investoren. Die Errichtung der Museumsbauten auf der Insel Saadjat in Abu Dhabi verzögert sich immer wieder. Und Dubai konnte 2010 nur dank einer Finanzspritze des Emirs von Abu Dhabi, Chalifa Bin Sajed al-Nahjan, den 828 Metern hohen „Burdsch Chalifa“ fertigstellen. Der Turm trägt daher auch den Namen des Geldgebers. Doch die meisten der dort angebotenen Wohnungen stehen seit Jahren leer, da halfen auch massive Preissenkungen nichts.

Und dennoch hat sich Dubai für den Fall gewappnet, wenn der „Burdsch Chalifa“ in den kommenden Jahren vom Dschedda-Turm in Saudi-Arabien überholt werden sollte. In der luxuriösen Dubai-Mall, mit rund 1.000 Geschäften eines der weltweit größten Einkaufszentren, steht bereits ein Modell für ein noch höheres Gebäude.

Schuften für einen Hungerlohn

Doch der Glanz hat seinen Preis: Fast 85 Prozent der mehr als 9,8 Millionen Einwohner in den Emiraten sind Arbeitsmigranten. Hunderttausende von ihnen schuften für einen Hungerlohn. Die vergleichsweise schlechte Entlohnung nehmen sie in Kauf, entspricht diese doch häufig einem Vielfachen der Bezahlung in ihren Heimatländern. In Abu Dhabi und Dubai müssen Arbeitgeber eine Krankenversicherung für ihre ausländischen Arbeitnehmer bezahlen. Ab einem bestimmten Einkommen dürfen Arbeiter in den Emiraten nach Zustimmung des Arbeitgebers die Familie aus dem Ausland nachholen.

Die Gastarbeiter kommen unter anderem von den Philippinen, aus Indien, Pakistan, Bangladesch, dem Jemen oder Sri Lanka. In den Emiraten leben sie fernab jeglichen Glamours, außerhalb der Stadtzentren in einfachsten Massenunterkünften. Sie arbeiten vor allem im Dienstleistungsbereich und Baugewerbe. Zudem sind sie in Privathaushalten als Haushaltshilfen, Kindermädchen, Gärtner oder Chauffeure beschäftigt – während die Emiratis selbst vor allem bei Regierungsbehörden und staatlichen Einrichtungen wie Polizei, Post oder Banken angestellt sind. Vor allem in Privathaushalten sind Frauen stark gefährdet, Opfer von Misshandlungen zu werden.

Während die Gastarbeiter einen großen Anteil zum Wohlstand der Emirate beitragen, geht der ursprüngliche Reichtum auf die Ölreserven des Staates zurück. Es scheint kaum vorstellbar, dass hier, in der Wüste, vor nur rund 60 Jahren lediglich Beduinenzelte und einfache Häuser standen. Mit der Entdeckung des Erdöls in den 1950er und 60er Jahren änderte sich alles. Die Emirate entwickelten sich zu einem Land der Superlative.

Britisches Protektorat

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich sieben Beduinenstämme zusammenschlossen? Erste archäologische Belege für eine Besiedlung des Gebietes der heutigen Emirate stammen etwa aus dem Jahr 4000 vor unserer Zeitrechnung. An der Küste lebten Menschen vor allem vom Fischfang. In der Wüste waren nomadisierende Stämme unterwegs. Anfang des 16. Jahrhunderts errichteten die Portugiesen Niederlassungen auf dem Gebiet. Sie handelten unter anderem mit Sklaven und Perlen.

Im 18. Jahrhundert gründeten Beduinen die Siedlungen Abu Dhabi und Dubai. Zu dieser Zeit dienten Teile des Küstengebietes bereits Piraten als Ausgangspunkt für Überfälle auf Handelsschiffe. Um dem Abhilfe zu schaffen, schloss Großbritannien mit den ansässigen Scheichtümern Verträge. Sie sicherten den britischen Schiffen freie Fahrt zu, im Gegenzug erhielten Beduinenstämme wirtschaftliche Unterstützung sowie Waffen. 1853 wurde schließlich der „Vertrag des Ewigen Friedens" geschlossen. Er bestätigte die Schutzherrschaft der Briten über die Scheichtümer bestätigt. Letztere verpflichteten sich dazu, den Sklavenhandel und die Piraterie einzustellen.

Sieben Scheichtümer, ein Staat

Als Großbritannien 1967 ankündigte, sich bis zum Jahr 1971 aus der Region zurückzuziehen, schlossen sich die Scheichs von Abu Dhabi und Dubai zusammen. Sie luden die benachbarten Scheichtümer zur Gründung einer Föderation ein. 1971 entstanden somit aus Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Quwain und Fudscheira die Vereinigten Arabischen Emirate. 1972 kam Ras al-Chaima dazu. Die benachbarten Scheichtümer Katar und Bahrain wollten unabhängig bleiben.

Erster Präsident wurde der Emir von Abu Dhabi, Sajed Bin Sultan al-Nahjan. Er verfügte über eine einfache Bildung, die gemäß seiner Zeit und der Region auf die religiösen Prinzipien des Islam und die Lebensweise der Beduinen beschränkt war. Er war im Vergleich der arabischen Staaten ein volksnaher, verhältnismäßig liberaler, prowestlicher und visionärer Herrscher. Seiner Führung ist es zu verdanken, dass sich die Emirate von einem armen Flecken Land geeint in eine der reichsten Regionen der Erde verwandelten. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft versandeten nicht in den Taschen einiger weniger, sondern flossen in den Aufbau des neuen Staates.

Etwa 10 Prozent des weltweit bekannten Erdölbestandes befinden sich auf dem Gebiet der Emirate. Die Reserven sind ungleich verteilt. Mehr als 90 Prozent entfallen auf Abu Dhabi, der Rest auf Dubai und Schardscha. Die anderen Emirate gehen weitestgehend leer aus, doch sie werden an den Einnahmen aus dem Öl- und Erdgasgeschäft beteiligt. Experten schätzen, dass die Vorräte noch etwa 100 Jahre reichen. Die Emirate setzen daher schon seit langem erfolgreich auch auf andere Einnahmequellen.

Bildung für alle

Mit den Erdölfunden entwickelten sich die Emirate zu einem Wohlfahrtsstaat, in dem Bildung von Beginn an ein wichtiges Thema war: Als eine der ersten Maßnahmen führte das Land direkt nach seiner Gründung die Schulpflicht für Jungen und Mädchen ein. Als erstes Land der Region begann es in den 1990er Jahren, massiv in den Ausbau seines Hochschulsystems zu investieren und den Markt für ausländische Anbieter zu öffnen. Laut einem Bericht der Weltkulturerbeorganisation UNESCO konnten im Jahr 2015 mehr als 99 Prozent der Emiratis im Alter zwischen 15 und 24 Jahren lesen und schreiben. In den arabischen Staaten betrug der Anteil der Analphabeten ab 15 Jahren im Jahr 2019 durchschnittlich 25,2 Prozent.

Von Anfang an ließen die Herrscherfamilien die Bevölkerung am Reichtum teilhaben – und sicherten sich so bis heute die Zustimmung zu ihrer Politik. Es sind kaum Steuern zu zahlen. Junge Paare bekommen bei ihrer Hochzeit ein Grundstück und ein Haus geschenkt. Jeder Bürger hat gemäß beduinischer Tradition die Möglichkeit, sich mit Fragen und Anliegen an seinen Emir zu wenden. Anders als beispielsweise in Bahrain gab es in den VAE im Rahmen des „Arabischen Frühlings“ keine Proteste. Das Land ist seit seiner Gründung von politischen Unruhen verschont. Die Herrscher sind darum bemüht, zumindest die einheimische Bevölkerung stets zufriedenzustellen. So gibt es in den Emiraten ein Ministerium für Glück. Aber auch eines für Toleranz und Zukunft.

Eingeschränkte Religionsfreiheit

Obwohl der Islam Staatsreligion ist, gewährt das Land eine gewisse Religionsfreiheit und zeigt sich im Vergleich zu anderen Ländern der Region toleranter. Es gibt Dutzende Kirchen, einige Tempel und eine Synagoge. Die erste Kirche wurde in Abu Dhabi bereits 1965 eingeweiht, noch vor der Staatsgründung. Viele Supermärkte haben abgetrennte Abteilungen. Dort bieten sie unter anderem für die Gastarbeiter Produkte aus Schweinefleisch und andere Waren an, die nicht den islamischen Speisevorschriften entsprechen. Dennoch prägt der Islam den Alltag. Die Mehrheit der Emiratis sind Sunniten (80 Prozent). Etwa 20 Prozent gehören dem schiitischen Islam an.

Das Jahr 2019 erklärten die VAE zum Jahr der Toleranz. Im Palast des Präsidenten in Abu Dhabi wurden aus diesem Anlass unter anderem neben dem Koran eine Bibel und jüdische Schriften ausgestellt. Dennoch sind Muslime und Christen nicht gleichgestellt. Missionierung und Abkehr vom Islam sind verboten. Muslimische Frauen dürfen keine Nichtmuslime heiraten. Auch bei Regierungskritikern hört die Toleranz auf. Hier drohen Gefängnis oder gar die Todesstrafe. Medien werden staatlich kontrolliert, es gibt keine Meinungsfreiheit. Auch Homosexualität oder Drogenhandel können mit der Todesstrafe geahndet werden.

Die Beziehungen zu Israel

Im August überraschten die Emirate mit der Ankündigung, volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen. Der erste Präsident der VAE, Scheich Sajed, bezeichnete den jüdischen Staat noch als „Feind der arabischen Welt“. 1972 erließen die VAE per Gesetz den Boykott Israels. Entsprechend kühl war jahrzehntelang das Verhältnis. Israelis durften nicht einreisen, israelische Flugzeuge den Luftraum der Emirate nicht überfliegen.

Doch etwa ab 2010 kam Bewegung in die Beziehungen. Als erster israelischer Minister besuchte der damalige Minister für nationale Infrastruktur, Usi Landau, die Emirate. In den folgenden Jahren nahm die Annäherung hinter den Kulissen ihren Lauf. Am 15. September 2020 besiegelten die Emirate im Garten des Weißen Hauses in Washington ihr Abkommen für volle Normalisierung der Beziehungen zu Israel.

Hinter der Einigung steckt vor allem, aber nicht nur, die gemeinsame Bedrohung durch den Iran. Israel hat in Bereichen wie Medizin, Landwirtschaft, Wasseraufbereitung oder Cybertechnologie viel zu bieten. Und es ist willens, dieses Wissen mit anderen zu teilen. Die Emirate können hier von den fortschrittlichen Technologien aus Israel profitieren. Auch sie wollen ihre Wüste zum Blühen bringen.

Scheinheilige Toleranz?

Viele Kritiker und Medien werfen den Emiraten eine scheinheilige Toleranz vor. Selbstverständlich müssen Menschenrechtsverletzungen kritisiert, volle Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung angestrebt werden. Doch ein Vergleich mit westlichen Ländern hinkt. Angesichts der Tatsache, dass es im Nahen Osten neben Israel keine weitere Demokratie gibt, stechen die Emirate trotz aller berechtigter Kritik in ihrer Region positiv hervor.

Von: Dana Nowak

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Fri, 25 Sep 2020 10:02:00 +0200
<![CDATA[Tel Aviv startet Pilotprojekt für Elektromobilität]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/24/tel-aviv-startet-pilotprojekt-fuer-elektromobilitaet/ In Tel Aviv sollen Elektrobusse zukünftig beim Fahren aufgeladen werden. Wie die Stadt am Montag mitteilte, wurde dafür ein 600 Meter langes Teilstück einer Straße nahe der Universität mit „elektronischer Infrastruktur“ ausgestattet. Diese Technik unter der Asphaltdecke ermöglicht es speziell ausgestatteten Linienbussen, ihre Batterien während der Fahrt aufzuladen. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, werde es auf andere Orte der Stadt erweitert, sagte Bürgermeister Ron Huldai in der Mitteilung. Das würde Tel Aviv weltweit zur ersten Stadt mit mehreren elektrischen Straßen machen.

Von: imd

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Thu, 24 Sep 2020 15:02:00 +0200
<![CDATA[Israels Bevölkerung wächst auf 9,25 Millionen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/24/israels-bevoelkerung-waechst-auf-925-millionen/ JERUSALEM (inn) – Israels Bevölkerung ist auch im vergangenen jüdischen Jahr angewachsen. Wie das Zentrale Statistikbüro aus Anlass des Neujahrsfestes Rosch HaSchanah bekanntgab, leben im Vergleich zum Vorjahr 1,6 Prozent mehr Menschen in Israel. Der Anstieg fällt allerdings niedriger aus als 2019. Damals lag der Zuwachs bei 2,1 Prozent. Eine Ursache für das geringere Wachstum liege in der geringeren Zahl der Einwanderer. Im gerade beendeten jüdischen Jahr 5780 wanderten 25.000 Menschen nach Israel ein – 13.000 weniger als im Vorjahr.

Israel verzeichnete im vergangenen Jahr etwa 44.000 Todesfälle. Dem gegenüber stehen 170.000 Geburten. Weiterhin heirateten 49.410 Paare, 15.605 haben sich scheiden lassen. In Israel sind 2.667.600 Privathaushalte registriert, in denen durchschnittlich 3,24 Personen leben.

Nach Angaben des Zentralen Statistikbüros leben in Israel 6.841.000 Juden. Das entspricht etwa 74 Prozent der Gesamtbevölkerung, deren Zahl bei 9,25 Millionen liegt. Araber machen 21 Prozent der Bevölkerung (1.946.000) aus. Die restlichen 5 Prozent (459.000) fallen auf andere Gruppen. Ein Drittel der Juden in Israel definiert sich als „religiös“. Davon bezeichnen sich 10,1 Prozent als ultra-orthodox. Als säkular sehen sich 43,1 Prozent. Weitere 22,1 Prozent gaben an, traditionell, aber nicht religiös zu sein.

Eine Prognose für das Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten hat das Zentrale Statistikbüro ebenfalls bekanntgegeben. Demnach wird die Bevölkerung voraussichtlich Ende 2024 10 Millionen Einwohner erreichen. Bis 2065 könne die Zahl auf 20 Millionen ansteigen.

Fast 90 Prozent der Israelis zufrieden

Die Mehrheit der Israelis (88,8 Prozent) ist nach Angaben des Zentralen Statistikbüros mit ihrem Leben zufrieden. Innerhalb der jüdischen Bevölkerung liegt dieser Wert bei 92 Prozent, bei den Arabern sind es 76,5 Prozent. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Zufriedenheit zeigt der Bericht einen Rückgang auf 62,2 Prozent.

Mehr als jeder zehnte Israeli (11,5 Prozent) bezeichnet sich laut der Studie als arm (6,9 Prozent der Juden und 30,9 Prozent der Araber). Etwa 1,7 Millionen Menschen (29,9 Prozent der Bevölkerung) haben Mühe, ihre monatlichen Hausrechnungen zu bezahlen. Angesichts der Corona-Krise gaben 20,2 Prozent der Befragten an, dass sie unter ständigem oder häufigem Stress stehen. Etwa 19,6 Prozent fühlen sich oft oder gelegentlich einsam.

Von: mas

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Thu, 24 Sep 2020 14:34:00 +0200
<![CDATA[„Super-Termiten“ in Israel angekommen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/09/24/super-termiten-in-israel-angekommen/ PETACH TIKVA (inn) – Während Israel mitten im Kampf gegen das Corona-Virus steckt, bahnt sich eine weitere Plage an: In Petach Tikva haben Naturexperten Termiten der zerstörerischen Gattung Formosa entdeckt. Das gab das Umweltministerium am Mittwoch bekannt. Bislang hat es kein Land geschafft, sich effektiv vor diesen Tieren zu schützen.

Die Formosa-Termiten gelten als die aggressivsten der rund 2.000 Termiten-Arten und werden daher auch als „Super-Termiten“ bezeichnet. Sie fressen sich durch alle Zellulose-Stoffe, also etwa Holz, Papier, Tapete oder Pappe. Auch Kupfer- und Bleimaterialien sind vor ihnen nicht sicher. Gegenüber Dämmungen und Plastiken sind sie ebenfalls nicht abgeneigt – mit entsprechenden Enzymen können sie die Stoffe verdauen.

Auswärts essen

Ein Termiten-Staat kann mehrere Millionen Mitglieder aufweisen. Gerade wegen dieser Größe stellen sie eine Gefahr für Gebäude dar. Pro Tag kann so ein Staat 400 Gramm Holz verzehren und bei einem Gebäude in wenigen Monaten erhebliche Schäden verursachen. Die Termiten leben unterirdisch und verlassen für die Nahrungsaufnahme die Kolonie. Nach Angaben der Universität von Florida konnte ein einmal angelegter unterirdischer Staat noch nie vernichtet werden.

Umweltministerin Gila Gamliel hat lokale Behörden angewiesen, nach den Termiten Ausschau zu halten und Vorkommnisse zu melden. Sie warnte laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ davor, dass globaler Handel und die weltweite Erwärmung die Verbreitung der Formosa-Termiten fördert. Die Tiere sind nach der früheren Bezeichnung für Taiwan benannt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Südchina. Sie fühlen sich bei warmen Temperaturen wohl, unterhalb von 10 Grad Celsius erstarren sie.

Von: df

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Thu, 24 Sep 2020 12:30:00 +0200
<![CDATA[Israelische Gesandtschaft besucht Bahrain]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/24/israelische-gesandtschaft-besucht-bahrain/ Erstmals hat am Mittwoch eine israelische Gesandtschaft Bahrain besucht. Die Israelis sprachen mit Vertretern des Inselkönigreichs über Gebiete der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Bereits am Dienstag hatten Kronprinz Salman Bin Hamad al-Chalifa und der israelische Premier Benjamin Netanjahu miteinander telefoniert. Dabei sagte der Bahraini, das neue Abkommen zwischen den Ländern werde die regionale Sicherheit und Stabilität stärken. Zudem informierte Außenminister Abullatif Bin Raschid al-Sajani in einer Videokonferenz die Botschafter des Golfstaats über die Ziele der Vereinbarung.

Von: eh

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Thu, 24 Sep 2020 11:46:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 24. September 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/09/24/nachrichten-vom-24-september-2020/ Thu, 24 Sep 2020 11:26:00 +0200 <![CDATA[Gantz beendet zweitägigen Besuch in USA]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/24/gantz-beendet-zweitaegigen-besuch-in-usa/ Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) hat am Mittwoch einen zweitägigen Besuch in den USA beendet. Er traf dort unter anderen seinen Amtskollegen Mark Esper und Regierungsberater Jared Kushner. „Wir haben über Wege gesprochen, die regionale Gelegenheit zu nutzen, während wir mit Kräften konfrontiert sind, die Stabilität unterminieren“, schrieb Gantz auf Twitter. Die USA seien „ein Anker regionaler Stabilität“. Die beiden Länder wollten ihre Zusammenarbeit vertiefen – „und dabei Israels entscheidenden militärischen Vorsprung für die regionale Sicherheit wahren“.

Von: eh

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Thu, 24 Sep 2020 11:16:00 +0200
<![CDATA[Kompletter Lockdown ab Freitag]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/24/kompletter-lockdown-ab-freitag/ Nachdem die Neuinfektionen fast täglich neue Höchstzahlen erreichen, sollen die Lockdown-Bestimmungen in Israel weiter verschärft werden. Das hat das Corona-Kabinett am Mittwoch beschlossen. Demnach soll das Land ab Freitag für zwei Wochen in einen kompletten Lockdown geschickt werden. Im Laufe des Mittwochs registrierten die Behörden 6.808 Neuinfektionen. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 56.901. Davon befinden sich 667 Patienten in einem ernsten Zustand. Bisher sind 1.335 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: mas

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Thu, 24 Sep 2020 11:10:00 +0200
<![CDATA[Zwischen Völkerrecht und sich wandelnder Realität]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/09/24/zwischen-voelkerrecht-und-sich-wandelnder-realitaet/ Ein Gastbeitrag von Antje C. Naujoks, Be'er Scheva]]> Vor wenigen Tagen unterzeichnete Israel die historischen Verträge mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und mit Bahrain. Eine Schallmauer im Nahen Osten ist durchbrochen. Vieles scheint plötzlich möglich. Wer genau hinsieht, der entdeckt jedoch: Vieles ist möglich, aber nicht alles. Schon im Vorfeld gaben diese beiden arabischen Staaten bekannt, dass sie ihre Botschaften nicht in Jerusalem, sondern in Tel Aviv einrichten werden. Die Medien berichteten eingehend.

Schlagzeilen machten unterdessen auch die Ankündigungen Serbiens und des Kosovo, im Gegensatz dazu möglicherweise Botschaften in Jerusalem einzurichten. Worum dreht es sich eigentlich, wenn es um den Status quo der Stadt Jerusalem geht, über den immer wieder in Zusammenhang mit dem Thema ausländische Botschaften in dieser Stadt die Rede ist?

Der US-Alleingang

Am 6. Dezember 2017 gab der für seine bombastischen Ankündigungen berüchtigte US-Präsident Donald Trump bekannt: „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es Zeit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Er hielt Wort. Schon wenige Monate später wurde das umgesetzt, was der US-Kongress bereits am 24. Oktober 1995 im Zuge des Gesetzes zur Botschaft in Jerusalem (Jerusalem Embassy Act) beschlossen hatte: Die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

Was sowohl Demokraten als auch Republikaner einvernehmlich in Angriff nehmen wollten, setzten die Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama sowie zunächst auch Trump alle sechs Monate aus. Dabei setzen sie das administrative Vetorecht um, über das US-Präsidenten (Presidential Waiver) verfügen. Denn sie teilten die Befürchtungen der Welt, dass Veränderungen des Jerusalemer Status quo zu Spannungen im Nahen Osten, wenn nicht sogar in der gesamten muslimischen Welt führen könnten. Durchaus ein bedenkliches Szenario, denn schließlich ist in 27 Ländern der Welt der Islam Staatsreligion. Rund 1,8 Milliarden Muslime betrachten Jerusalem als drittheiligste Stätte ihres Glaubensbekenntnisses.

Trump scherte sich wenig darum. Die Verlegungszeremonie der US-Botschaft wurde am 14. Mai 2018 ausgerichtet, symbolträchtig am 70. Jahrestag der Deklaration des Staates Israelnach westlichem Kalender. 1948 jubelten Juden in aller Welt, doch noch in der Nacht brach Krieg über den jungen Staat einher. Auch 2018 jubelte Israel, dass der mächtigste Bündnispartner des Landes für die Hauptstadt Jerusalem in die Bresche springt. Dass Trump damit ureigene Interessen verfolgte, war Israel klar, doch angesichts der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Landes war das zweitrangig. Alle Welt wartete gespannt, wie schlimm die Proteste werden würden. Ruhig blieb es zwar nicht, aber zur antizipierten Welle der Gewalt kam es nicht.

Und noch etwas trat nicht ein: Israel hatte gehofft, dass weitere Staaten dem Beispiel der USA folgen würden. Zwar erkannten weitere Länder Jerusalem als Israels Hauptstadt an, darunter Australien und Guatemala. Russland hatte schon 2017 Westjerusalem als Hauptstadt des jüdischen Staates anerkannt. Doch bis Herbst 2020 geschah kaum etwas bezüglich Botschaftsverlegungen, die eine Art Prisma für die Anerkennung der israelischen Präsenz wie auch der israelischen Anrechte in der heiligen Stadt sind. Sogar Staaten, die als Israel wohlgesonnen gelten, wie Ungarn, Tschechien und Brasilien, wählten bislang einen „Weg des geringeren Widerstands“: Sie eröffneten lediglich Handelsvertretungen in Jerusalem.

Der Status quo

Wer im 19. Jahrhundert nach Jerusalem reiste, erlebte diesen Magneten für Abermillionen von Pilgern der drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam als ein verschlafenes, rückständiges Provinzstädtchen. Längst hat sich Jerusalem gemausert, obschon Israels einzige Stadt, die der Millionenmarke entgegensteuert, weiterhin zu den ärmsten des Landes zählt. Zum einzigartigen Charakter tragen nicht nur unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, sondern auch die jüngere Geschichte mitsamt vielbeschworenem Status quo bei.

In Reaktion auf Trumps Alleingang forderte fast die gesamte Welt, „den Status quo der Stadt zu respektieren“. Dieser Status quo wird international als Garant erachtet, dass sich an Jerusalem kein weiterer Krieg im Nahen Osten, oder sogar noch darüber hinaus, entzündet. Der Palästina-Teilungsplan der Vereinten Nationen vom 29. November 1947 erklärte Jerusalem zum Corpus separatum. Mit Entstehen eines Staats für Juden und eines Staats für Araber in dem Gebiet Palästina sollte Jerusalem als „abgesonderter Körper“ internationaler Kontrolle, namentlich den Vereinten Nationen, unterstellt werden. Genau daran wird unter Berufung auf geltendes Völkerrecht noch heute festgehalten. Trotzdem schlug die Realität bereits 1948 eine andere Richtung ein.

Im Verlauf des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948/49 besetzte Jordanien den mehrheitlich von arabischen Bürgern bewohnten Ostteil der Stadt. Israel verlor den Zugang zur heute heiligsten Stätte des Judentums, zur Klagemauer, die ein Überrest des Tempelkomplexes ist – und ebenso zur gesamten Altstadt und Umgebung, also dem Ansiedlungsgebiet des antiken Jerusalems und somit zu einzigartigen Stätten der Geschichte des jüdischen Volkes. Jerusalem war geteilt.

Nicht nur das änderte sich durch den Sechs-Tage-Krieg von Juni 1967, sondern auch die politischen und juristischen Realitäten der Stadt. Als der Staat Israel am 30. Juli 1980 das Jerusalem-Gesetz erließ, nahm die Welt die Anwendung des israelischen Rechts nicht mehr einfach so hin wie nach dem 5. Januar 1950, als die Knesset Jerusalem zur Hauptstadt erlärt hatte. Schließlich ging es nicht mehr „nur“ um das mehrheitlich jüdisch-israelisch geprägte Jerusalem, sondern um die ganze Stadt und damit auch um eine schon damals zahlreiche arabische Bevölkerung. Gegenwärtig stellt sie rund 35 Prozent der 927.000 Einwohner. Allen voran reagierten die Vereinten Nationen, die das Jerusalem-Gesetz für nichtig erklärten und die Mitgliedstaaten zur Verlegung ihrer Botschaften nach Tel Aviv aufforderten. Damals unterhielten 45 Staaten Botschaften in Israel, von denen 13 in Jerusalem lokalisiert waren und verlegt wurden.

Jerusalem: Mikrokosmos der Aspirationen

Israel erachtet die Stadt als seit 1967 wiedervereint, und doch leben die Menschen im Ost- und Westteil der Stadt sehr unterschiedliche Realitäten. Die Palästinenser widmen sich schon etlichen Jahren einer diplomatischen Kampfansage. Sie riefen einen unabhängigen „Staat Palästina“ aus. Indem 138 der 193 UN-Mitgliedstaaten einen unabhängigen „Staat Palästina“ anerkannten, legten sie auch kein Veto gegen die palästinensische Aspiration ein, Al-Quds („die Heilige“, arabische Bezeichnung für Jerusalem) zur Hauptstadt „Palästinas“ zu machen.

Weder israelische Gesetze noch palästinensische Aspirationen haben etwas am Status quo der Stadt geändert, auf den laut Völkerrecht gepocht wird und der nicht mit dem Status quo rund um den Tempelberg zu verwechseln ist. Über den Status der Stadt Jerusalem, die gerne als Herzstück des israelisch-palästinensischen Konfliktes bezeichnet wird, sollen beide Parteien erst im Zuge von Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes entscheiden. Wenngleich eine Entscheidung beiden Parteien im Zuge von direkten Verhandlungen überlassen werden soll, hat die Welt – allen voran die Europäische Union – allerdings bereits entschieden, wie das Endergebnis auszusehen hat: die Umsetzung der Zwei-Staaten Lösung.

Auf den ersten Blick scheint nicht nur rund um Jerusalem vieles in eine Starre verfallen zu sein. Selbst der vielbeschworene Trump-Jahrhundertdeal wurde schon mehrmals mit Schwanengesang bedacht. Doch der vergangene Monat brachte Veränderungen, mit denen erneut maßgeblich die USA und Präsident Trump in Verbindung stehen: Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) normalisierten ihre Beziehungen. Kurz darauf zog Bahrain nach, was insofern Aufsehen erregte, da dieses Land auf das Engste mit Saudi-Arabien verbandelt ist. Dass nennenswerte Kontakte zwischen Israel und gemäßigten arabischen Golfstaaten bestehen, war längst kein Geheimnis mehr. Dennoch ist diese Entwicklung noch bemerkenswerter ist, da Trump um die Zeit der Unterzeichnung der Abkommen in Washington neue pompöse Ankündigungen in den Raum stellte: Weitere arabische Staaten werden folgen und den Staat Israel anerkennen.

Es überrascht nicht, dass diese Scheich-Monarchien ihre Botschaften nicht in Jerusalem, sondern in Tel Aviv eröffnen werden. Es ist ein eindeutiges Statement, wobei jedoch das Völkerrecht kaum eine Rolle spielt. Sie wie auch andere bekräftigen durch den Aufbau einer Botschaft in Tel Aviv die Anerkennung des Staates Israel. Doch durch den Standort Tel Aviv setzen sie zugleich ein deutliches Zeichen, dass sie die palästinensischen Aspirationen in Sachen ihrer Hauptstadt wahrnehmen. Das gilt insbesondere für muslimische Staaten, die dabei selbstverständlich auf den Tempelberg im Blickwinkel haben. Doch niemand kommt um die Tatsache herum, dass Jerusalem seit vielen Jahrzehnten das Regierungs- und Verwaltungszentrum des Staates Israel ist.

Streit zwischen Serbien und Kosovo verzögert Anerkennung

Kommt vor israelisch-palästinensischen Verhandlungen Bewegung in den Status quo? Bei der Lokalisierung von Botschaften in Jerusalem gab es in letzter Zeit neue, ja vielleicht sogar bahnbrechende Neuigkeiten. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić kündigte an, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem verlegen zu wollen. Damit wäre Serbien das erste europäische Land, das einen solchen Schritt wagt. Doch aufsehenerregender ist die Ankündigung des Kosovo, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen und in der Stadt eine Botschaft unterhalten zu wollen. Der Kosovo wäre das erste Land, das ein weiteres Tabu bricht: Muslime bekennen sich offen zu einer jüdischen Verbundenheit mit Jerusalem.

Doch noch bevor tatsächlich etwas geschehen ist, gab es neue Querelen. Serbien und der Kosovo sind einander nicht wohlgesonnen, weshalb Serbien ankündigte, seine Botschaft nicht nach Jerusalem zu verlegen, sollte Israel den Kosovo anerkennen, gegen dessen Unabhängigkeit Serbien nachhaltig Veto einlegt. Weitere Querelen hingen schon zuvor im Raum, als die Europäische Union unmissverständlich klarstellte, dass sowohl Serbien als auch der Kosovo ihre beantragte Mitgliedschaft in der Europäischen Union riskieren, sollten sie ihre Botschaften nach Jerusalem verlegen.

Ob tatsächlich noch mehr Bewegung in diese Angelegenheit kommt, könnte sich demnächst herausstellen: Der Tschad, ein weiteres Land mit muslimischer Mehrheit, kündigte an, eine diplomatische Repräsentanz in Israel aufbauen zu wollen. Sollte Standort der Botschaft des Tschads, wie durchgesickerte Informationen verlautbaren, tatsächlich Jerusalem werden, scheint Bewegung in den Jerusalemer Status quo zu kommen. Es erübrigt sich anzumerken: Nicht alle sind darüber so erfreut wie Israel.

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Thu, 24 Sep 2020 08:15:00 +0200
<![CDATA[„Antisemiten haben Kontrolle über ihr Leben verloren“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/23/antisemiten-haben-kontrolle-ueber-ihr-leben-verloren/ Hass und Antisemitismus kennen keinen rationalen Grund. Das sagte der deutsch-israelische Autor und Psychologe Ahmad Mansour am Dienstag auf der Tagung „Antisemitismus heute“ in Schwäbisch Gmünd. Vielmehr lägen die Ursachen für Rassismus und Judenhass oftmals in der Kindheit. Hass auf andere sei der Versuch, Verantwortung abzugeben. Das sei ein kindliches Verhalten, erklärte Mansour. Wer Verschwörungstheorien und Antisemitismus anhänge, habe die Kontrolle über sein Leben verloren. Psychologisch gesehen seien Verschwörungstheorien ein Ausdruck von Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Der Schlüssel zur Lösung liegt dabei nach Ansicht des Referenten in der Erziehung. Kinder und Jugendliche müssten lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Dadurch würden Kinder zu starken und stabilen Persönlichkeiten reifen. Anderenfalls würden sie irgendwann Verantwortung bei anderen, wie den Juden, suchen, sagte Mansour. Weiterhin sei es wichtig, dass Kinder Empathie lernen, denn „dann haben wir Jugendliche, die nicht hassen“. Vorurteile gegen Juden würden dann immer noch existieren, aber diese ließen sich mit Bildung ausräumen.

Eine größere Rolle im Kampf gegen Antisemitismus müssten auch die Schulen spielen, sagte Mansour. Dafür brauche es allerdings Schulreformen. Es helfe nicht, ausschließlich über den Nahostkonflikt zu informieren und die Schuldfrage am Holocaust zu diskutieren. Auch Besuche von Gedenkstätten versprächen keine langfristige Veränderung. Vielmehr müsse es Begegnungen auf Augenhöhe geben, etwa mit Holocaust-Überlebenden. Eine Atmosphäre müsse geschaffen werden, in der die Jugendlichen auch ehrlich mit ihrer Einstellung und ihren Fragen sein dürfen.

„Werden Rassismus nie abschaffen können“

Weiterhin forderte Mansour ein klares Bekenntnis der Politik gegen Antisemitismus: „Wer Deutscher sein will, wer Teil dieser Gesellschaft sein will, muss die historische Verantwortung Deutschlands mittragen.“ Das sei ein elementarer Teil des „Wir-Gefühls“. Anderenfalls funktioniere Integration nicht. Insbesondere Flüchtlingen müsse vermittelt werden, dass Antisemitismus aus deren Heimatländern in Deutschland nicht willkommen ist. Wer auf Juden losgehe, habe seinen Schutzanspruch verspielt.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie Demokratie wehrhafter werden könne. Mansour forderte die Lehrer in Deutschland auf, Schüler in deren Meinungsbildung zu unterstützen. Es sei notwendig, dass Jugendliche ihre Meinung argumentativ untermauern können. Der Öffentlichkeitsdirektor der deutschen Organisation „Initiative 27. Januar“, Josias Terschüren, stimmte Mansour zu. Er vermisse außerdem die Tiefe in politischen Debatten. Dafür brauche es jedoch Menschen mit klarer Identität, die für ihre Meinung einstehen – auch wenn es unangenehm werden könne. Abschließend sagte Mansour, dass Rassismus nie abgeschafft werden könne. Durch Erziehung zu Empahtie und mit Hilfe der Schulen sei aber ein bewussterer und reflektierter Umgang möglich.

Den Antisemitismuskongress vom 20. bis 22. September im Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd besuchten inklusive der geladenen Gäste rund 280 Menschen. Die Christliche Medieninitiative pro, zu der auch das Christliche Medienmagazin pro und Israelnetz gehören, ist einer der Mitorganisatoren.

Von: Martin Schlorke

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Wed, 23 Sep 2020 14:42:00 +0200
<![CDATA[Waffenlager der Hisbollah explodiert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/09/23/waffenlager-der-hisbollah-explodiert/ Im Südlibanon ist mehreren Medienberichten zufolge am Dienstag um etwa 15 Uhr Ortszeit ein Waffenlager der Hisbollah explodiert. Auf Bildern und Videos aus der Kleinstadt Ajn Kana ist zu sehen, wie sich dabei eine große Rauchwolke bildete. Anwohner berichten von mehreren Verletzten, über Tote ist bislang nichts bekannt. Die libanesische Armee teilte am Abend mit, sie habe mit den Ermittlungen begonnen.

Von: df

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Wed, 23 Sep 2020 11:40:00 +0200
<![CDATA[Mehr als 200.000 Corona-Fälle registriert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/23/mehr-als-200000-corona-faelle-registriert/ In Israel ist die Gesamtzahl der seit März registrierten Corona-Fälle auf mehr als 200.000 gestiegen; davon gelten 140.751 als genesen. Nachdem in den vergangenen 24 Stunden bis Mittwochmorgen 6.861 weitere Menschen positiv getestet wurden, liegt die Zahl der aktiven Corona-Infektionen nun bei 58.175. Davon gelten 631 als ernst. Bisher sind 1.309 Israelis mit COVID-19 gestorben. Insgesamt wurden am Dienstag 59.169 Menschen getestet. Die Rate positiver Tests lag bei 11,6 Prozent. Derweil berät das Corona-Kabinett am Mittwoch über strengere Einschränkungen.

Von: mas

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Wed, 23 Sep 2020 11:30:00 +0200
<![CDATA[Israelischer UN-Botschafter verlässt bei Erdogan-Rede den Raum]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/23/israelischer-un-botschafter-verlaesst-bei-erdogan-rede-den-raum/ Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan hat bei einer Rede des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Generalversammlung der Vereinten Nationen am Dienstag den Saal verlassen. Erdogan klagte Israel an: „Die Besatzung und Unterdrückung ist eine blutende Wunde der Menschheit.“ Er sprach von einer „dreckigen Hand“, die ihre „Dreistigkeit in Jerusalems heiligen Stätten“ ausweite. Erdan erklärte: „Erdogan verbreitet weiter seine Lügen und antisemitischen Aussagen gegen Israel. Es ist wichtig, dass die Welt von den doppelten Standards erfährt, die er seit Jahren anwendet.“

Von: tk

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Wed, 23 Sep 2020 11:15:00 +0200
<![CDATA[Neue Vorwürfe gegen Dahlan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/23/neue-vorwuerfe-gegen-dahlan/ RAMALLAH (inn) – Mohammed Dahlan gilt als Kontrahent des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas. Weil ihn dessen Fatah-Partei ausgestoßen hat, lebt er seit 2011 in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Dort soll der 58-Jährige als Sonderberater von Kronprinz Mohammed Bin Sajed arbeiten. Ranghohe PA-Vertreter werfen ihm vor, an der Entstehung des Abkommens zwischen den Emiraten und Israel mitgewirkt zu haben. Das verstärkt noch den Hass mancher Fatah-Funktionäre auf ihren ehemaligen Weggefährten.

Am Montag haben PA-Sicherheitskräfte im Westjordanland sieben Dahlan-Unterstützer in Gewahrsam genommen. Zu ihnen gehört Hajtham al-Halabi. In einer Mitteilung der Sicherheitskräfte hieß es, er sei in einem Dorf bei Nablus festgenommen worden. Die Aktion sei Teil „der anhaltenden Bestrebungen, Sicherheit und Ordnung umzusetzen“. Weitere Festnahmen wurden nicht genannt. Das PA-Innenministerium wollte auf Anfrage der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ nicht dazu Stellung beziehen.

Vom Kommandeur der Sicherheitskräfte zum Verurteilten

Ein Sprecher von Dahlans Anhängern, Imad Mohsen, äußerte sich zu dem Vorfall. Er bezeichnete die Festnahmen als „politisch motiviert“. Denn Dahlan wurde jahrelang als Abbas-Nachfolger gehandelt. Er stammt aus Chan Junis nahe der Grenze zu Ägypten. Anfang der 1980er Jahre half er, im Gazastreifen die Jugendorganisation der Fatah aufzubauen. Später verbrachte er wegen „Sicherheitsverstößen“ mehrere Jahre in israelischen Gefängnissen.

Nach Unterzeichnung des ersten Oslo-Abkommens im Jahr 1993 wurde er der erste Kommandeur der Präventiven Sicherheitstruppe der PA in Gaza. Doch 2007 übernahm die Hamas gewaltsam die Kontrolle in dem Küstenstreifen, und Dahlan trat als Abbas’ Sicherheitsberater zurück. Viele Fatah-Führer meinen, er trage die Verantwortung für den schnellen Zusammenbruch der PA-Sicherheitskräfte.

Er zog ins Westjordanland und gewann Anhänger. 2011 schloss ihn die Fatah aus, die Sicherheitskräfte durchsuchten sein Haus in Ramallah und nahmen Angestellte fest. Daraufhin verlegte er seinen Wohnsitz in die Emirate. Immer wieder wird er der Korruption beschuldigt. Oder die Fatah wirft ihm vor, die PA-Führung stürzen zu wollen.

Im Jahr 2016 verurteilte ein palästinensisches Gericht Dahlan in Abwesenheit zu drei Jahren Haft. Es legte ihm zur Last, 16 Millionen Dollar veruntreut zu haben – und brummte ihm zusätzlich eine Geldstrafe in der gleichen Höhe auf. Manche Fatah-Mitglieder beschuldigen ihn auch, den im November 2004 verstorbenen Palästinenserführer Jasser Arafat „vergiftet“ zu haben. Dahlan weist die Vorwürfe zurück. Abbas wolle damit ihn und andere Kritiker zum Schweigen bringen.

„Dahlan wirkte am Abkommen mit Israel mit“

Doch auch außenpolitisch steht Dahlan in der Kritik. Aus Ägypten gab es den Vorwurf, er habe 2013 zum Sturz von Präsident Mohammed Mursi beigetragen. Die türkische Führung beschuldigte ihn drei Jahre später, am Putschversuch gegen die Regierung beteiligt gewesen zu sein. Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte seinerzeit: „Es gibt einen Terroristen namens Dahlan, und er spioniert für Israel. Deshalb ist er aus dem Land geflohen.“

Doch nun bietet der Friedensvertrag zwischen den Emiraten und Israel Anlass für neue Vorwürfe. Es bestehe kein Zweifel, dass der frühere Sicherheitschef eine große Rolle dabei gespielt habe, Kronprinz Bin Sajed von dem Schritt zu überzeugen. Er könne das Abkommen nutzen, um auf politische Bühne zurückzukehren und Chancen auf Abbas-Nachfolge zu verbessern, sagten palästinensische Beamte in Ramallah am 16. August.

Der Berater von Abbas, Nabil Scha’ath, bläst in dasselbe Horn: „Dahlan hat schon früher gegen die Interessen seines Volkes und Heimatlandes gehandelt. Er spielte auch eine Rolle beim VAE-Israel-Abkommen und sollte sich schämen“, merkte er gegenüber der Webseite „Chalidsch“ an. In den vergangenen Tagen gab es Proteste, bei denen Palästinenser Bilder von Dahlan und Bin Sajed verbrannten. Die Emirate wollten Abbas durch den Sonderberater ersetzen, sind viele im Westjordanland überzeugt.

Dahlan gehört zu den wenigen Palästinensern, die sich positiv zu dem Abkommen geäußert haben: „Wir rufen die historische Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate bei der Unterstützung der Standhaftigkeit unseres Volkes in seinem Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit in Erinnerung. Die VAE werden ihre Bemühungen nutzen, um direkten Druck auf die amerikanische Regierung auszuüben.“ Sie würden sich dafür einsetzen, den Annexionsplan völlig zu beenden und den Nahostplan von US-Präsident Donald Trump „durch Entscheidungen mit internationaler Legimität und die Arabische Friedensinitiative zu ersetzen“.

„Emirate unterminieren palästinensische Einheit“

Manchen indes ist es schon ein Dorn im Auge, dass Dahlan überhaupt in den Emiraten lebt. So schrieb der politische Analyst Marwan Bischara am 14. August auf der englischen Webseite des katarischen Senders „Al-Dschasira“: „Die Emiratis haben die Palästinenser lange Zeit über ihre heimliche Sicherheitszusammenarbeit mit Israel im Dunkeln gelassen. Sie haben sich nicht mit der palästinensischen Führung beraten oder abgesprochen, als sie ihre Beziehungen mit Israel normalisierten, oder ihre Absicht verkündeten, ein Friedensabkommen zu unterzeichnet. Tatsächlich haben sie schon lange der palästinensischen Not ihren Rücken zugekehrt und unterminieren die palästinensische Einheit, indem sie einen abtrünnigen ‚palästinensischen Führer‘, Mohammed Dahlan, beherbergen und unterstützen.“

Daraus zog er den Schluss: „Palästina ist für die VAE keine ernsthafte Erwägung.“ Die Terminierung des Abkommens habe das Ziel gehabt, Trump und dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu zu helfen, die politisch und rechtlich zu kämpfen hätten.

Von: eh

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Wed, 23 Sep 2020 10:50:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser leiten keine Sitzungen der Arabischen Liga]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/23/palaestinenser-leiten-keine-sitzungen-der-arabischen-liga/ Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) verzichtet darauf, in den kommenden sechs Monaten Sitzungen der Arabischen Liga zu leiten. Das teilte PA-Außenminister Rijad al-Maliki am Dienstag in Ramallah vor Journalisten mit. Konkret geht es um den Rat der Außenminister. Anlass für den Verzicht seien die Abkommen der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains mit Israel, die viele Palästinenser als „Verrat an ihrer Sache“ betrachten. Die Arabische Liga hatte einen palästinensischen Resolutionsvorschlag abgelehnt, der die Normalisierung verurteilen sollte.

Von: eh

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Wed, 23 Sep 2020 10:47:00 +0200
<![CDATA[„Tourismus ist wichtiger Wirtschaftsfaktor“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/09/23/tourismus-ist-wichtiger-wirtschaftsfaktor/ JERUSALEM (inn) – Israels Tourismusministerium hat einen Bericht über den einreisenden Fremdenverkehr im Jahr 2019 veröffentlicht. Laut Ministeriumsdirektor Amir Halevi hat das Rekordjahr die Bedeutung des Tourismus für das Wirtschaftswachstum hervorgehoben. Die Einnahmen im vergangenen Jahr werden nach damaligem Kurs umgerechnet auf rund 5,9 Milliarden Euro geschätzt. Mehr als 4,55 Millionen Besucher kamen ins Land.

Dieser Rekord bilde einen starken Kontrast zur aktuellen Situation. „Deshalb ist die diesjährige Krise extrem. Denn die Tourismusbranche fällt von hoher Aktivität auf gar keine“, sagte Halevi in einer Pressemitteilung. „Wir als Ministerium und als Industrie müssen uns auf Veränderungen einstellen und uns auf den Tag nach der Krise vorbereiten.“

Zufriedene Touristen

Für den Bericht wurden 27.000 Touristen befragt. Von ihnen beschrieben 94,4 Prozent ihren Aufenthalt als gut oder ausgezeichnet. Das Preis-Leistungsverhältnis ihrer Reise bewerteten 60,4 Prozent als gut oder ausgezeichnet.

Jerusalem besuchten 80,3 Prozent der Reisenden, Tel Aviv 74 Prozent und das Tote Meer 52,3 Prozent. Die Region Galiläa bereisten 36,1 Prozent der Befragten. Die durchschnittlichen Ausgaben der Besucher wurden für 2019 auf 1.280 Euro pro Aufenthalt geschätzt. Im Mittel betrug die Aufenthaltsdauer der Befragten 10,2 Nächte.

Touristen, die als Teil einer Reisegruppe in Israel waren, gaben pro Tag durchschnittlich 265 Euro aus, unabhängig Reisende 96 Euro. Die durchschnittlichen Kosten für die Unterkunft betrugen 428 Euro. 51,6 Prozent der Touristen verbrachten ihren Aufenthalt in Hotels oder Feriendörfern, 26,8 Prozent bei Verwandten oder Freunden. 5 Prozent der Reisenden kamen in Hostels unter.

Christen machten über die Hälfte der Besucher aus

Unter 24 Jahren waren 20,6 Prozent der Touristen, 21,3 Prozent waren zwischen 25 und 44 Jahre alt. Zwischen 45 und 54 waren 33,3 Prozent der Befragten und 24,8 Prozent waren mindestens 55. Mit 53,9 Prozent bildeten Christen die größte religiöse Gruppe unter den Reisenden, 25,6 Prozent waren Juden und 1,4 Prozent Muslime.

Nach dem Zweck ihres Besuchs gefragt, gaben 29,4 Prozent der Befragten an, Verwandte oder Freunde besuchen zu wollen. 25,2 Prozent kamen für Touren und Besichtigungen ins Land, 18,8 Prozent für Pilgerfahrten und 14,2 Prozent wollten sich in Israel erholen. Die mit 8,3 Prozent kleinste Gruppe war als Teil einer Delegation oder aus wirtschaftlichen Gründen im Land.

Von: imd

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Wed, 23 Sep 2020 10:05:00 +0200
<![CDATA[Journalisten aus Israel und arabischen Ländern treffen sich online]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/22/journalisten-aus-israel-und-arabischen-laendern-treffen-sich-online/ LONDON / JERUSALEM (inn) – Mehr als ein Dutzend Journalisten und Akademiker aus Israel und arabischen Ländern haben sich am Montag zu einem Online-Gespräch getroffen. An dem zweistündigen Austausch beteiligten sich neben Kommunikationsexperten aus Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Journalisten aus Ländern, die offiziell keine Beziehungen zu Israel pflegen, namentlich Saudi-Arabien, Sudan und Algerien.

Das Web-Seminar veranstaltete der Arabische Rat für Regionale Integration. Der Rat ist eine arabische Initiative, die gegen das in arabischen Staaten verbreitete Tabu kämpft, mit Israelis zu sprechen. Gegründet wurde er in London. Eingangs verlas der israelische Regierungssprecher für arabische Medien, Ofir Gendelmann, ein Grußwort von Staatspräsident Reuven Rivlin auf Hebräisch und Arabisch.

Rivlin: Mein Vater hat den Koran übersetzt

Darin erinnerte Rivlin an seinen Vater, Josef Joel Rivlin, der ein Gelehrter für arabische Sprache und Kultur war und den Koran ins Hebräische übersetzte. Sein Zuhause sei ein Ort gewesen, an dem jüdische, muslimische und christliche Gelehrte zusammenkamen: „Die Buchregale waren voll von religiösen Schriften des Islam und des Judentums.“ Den gleichen Geist erkenne er in der wachsenden Zusammenarbeit untereinander. Die Rolle der Medien bestehe darin, dies dem Publikum mit Klarheit und Genauigkeit zu vermitteln.

Zudem richtete Rivlin den Journalisten aus: „Habt große Träume!“ Er lud sie ein, Korrespondenten nach Israel zu schicken und äußerte die Hoffnung, dass auch israelische Medien Korrespondenten in die Länder entsenden dürften. Das nachfolgende Gespräch entspann sich auf Arabisch, Hebräisch und Englisch, während Moderator Joseph Braude übersetzte.

„Wir kennen uns zu wenig“

Mit dabei war der israelische Kooperationsminister Ofir Akunis, der Rivlins Wunsch nach arabischen Medienvertretern in Israel unterstrich: „Es führt kein Weg daran vorbei. Dies ist der Weg, über den Staat Israel aus der Nähe zu berichten.“ Auch Kommunikationsminister Joas Hendel machte sich für eine umfassendere Berichterstattung stark.

Der Herausgeber der emiratischen Tageszeitung „Alroeia“, Mohammed al-Hamadi, pflichtete bei: „Wir Araber kennen Israel nicht gut genug, nicht so gut, wie wir sollten. Vielleicht kennen auch die Israelis uns nicht gut genug.“ Er gab zu bedenken, dass viele Araber noch Vorurteile gegen Juden hätten und positive Berichterstattung über Normalisierung mit Israel somit zum Ziel von Hass werde.

Hohes Risiko

Die Präsidentin des bahrainischen Journalistenverbandes, Adeia al-Sajed, bestätigte, Journalisten würden in ihrem Land angefeindet, wenn sie das kürzlich geschlossene Abraham-Abkommen befürworten. Nebenbei bemerkte Mohammed Mubarak aus Bahrain, er könne etwa 30 Prozent der hebräischen Wortbeiträge verstehen: „Wir und unsere jüdischen israelischen Nachbarn haben mehr gemeinsam, als uns trennt.“

Der einzige Teilnehmer aus dem Sudan, Al-Nur Abdallah Dschadein, betonte die Rolle der Medien, „die Gesellschaft auf Frieden vorzubereiten“. Wie sein Journalistenkollege aus Algerien, Sami Basis, riskiert er in seinem Heimatland Strafverfolgung, da Kontakt zu Israelis verboten ist. Der Saudi mit ägyptischen Wurzeln Mustafa el-Desuki lobte die beiden für ihren Mut: „Sie brechen das Gesetz, um der ganzen Welt zu zeigen, dass die arabische Welt nicht nur aus gewalttätigen Menschen besteht, sondern dass es auch im Sudan und in Algerien junge Menschen gibt, die Frieden wollen.“

Von: tk

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Tue, 22 Sep 2020 14:10:00 +0200
<![CDATA[„Jede Verschwörungstheorie ist antisemitisch“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/22/jede-verschwoerungstheorie-ist-antisemitisch/ SCHWÄBISCH GMÜND (inn) – In jeder Verschwörungstheorie finden sich antisemitische Elemente. Diese Meinung vertrat Carmen Shamsianpur bei der Tagung „Antisemitismus heute“ im Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd. Diese Formel treffe auch in umgekehrter Reihenfolge zu, sagte die Islamwissenschaftlerin am Montag. Überall dort, wo Antisemitismus auftauche, seien Weltverschwörungstheorien nicht weit entfernt.

Das Zusammenspiel von beiden Phänomen könne bereits im Alten Ägypten beobachtet werden. Im Zweiten Buch Mose fürchtet der Pharao die Israeliten, weil diese „zahlreicher und mächtiger“ als die Ägypter seien. Im Hinblick auf die militärische Stärke des damaligen Weltreiches sei diese Haltung geradezu absurd gewesen. Das könne auch nicht an den Ägyptern vorbeigegangen sein. Seitdem tauchten in der Geschichte immer wieder antisemitische Verschwörungstheorien auf.

Dazu gehörten nach Shamsianpurs Aussage die mittelalterlichen Pestpogrome genauso wie die Kritik an israelischen Siedlungen. Es spiele keine Rolle, wie die Siedlungen politisch bewertet würden – aber sie seien sicher nicht der Grund für Kriege im Nahen Osten.

„Christen sind anfälliger für Verschwörungstheorien“

Im Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise sagte Shamsianpur, dass eine gesunde Skepsis innerhalb einer Demokratie völlig normal sei und eine Demokratie ausmache. Diese Skepsis könne aber auch schnell zu einem irrationalen Gedankenkonstrukt werden. Dabei hielten sich Verschwörungstheoretiker selbst für rationaler als ihre Mitbürger. Wer ihre Meinung nicht teile, habe sich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt, laute ihr Vorwurf oftmals.

Shamsianpur erklärte, dass vor allem Christen für Verschwörungsmythen anfällig seien. Das Christentum zeichne sich durch den Glauben an das Übernatürliche und das abgrundtief Böse aus. Und genau damit spielten Verschwörungsmythen.

Den Antisemitismuskongress vom 20. bis 22. September im Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd besuchen inklusive der geladenen Gäste rund 280 Menschen. Die Christliche Medieninitiative pro, zu der auch das Christliche Medienmagazin pro und Israelnetz gehören, ist einer der Mitorganisatoren.

Von: Martin Schlorke

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Tue, 22 Sep 2020 12:31:00 +0200
<![CDATA[Erste F-35-Kampfpilotin für Einsatz bereit]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/09/22/erste-f-35-kampfpilotin-fuer-einsatz-bereit/ In Israel kommt erstmals eine Pilotin in dem hochmodernen Kampfjet Lockheed Martin F-35 zum Einsatz. Die erste Frau auf diesem Posten ist nur unter dem Namen „Captain S“ bekannt. Sie gilt nach der Amerikanerin Emily Thompson als die weltweit zweite Pilotin, die die Jets auch im Kampfeinsatz fliegt. „Captain S“ gehört dem 116. Geschwader mit dem Spitznamen „Löwen des Südens“ an. Es ist an der Luftwaffenbasis Nevatim bei Be'er Scheva stationiert. Bis November wird Israel 27 F-35-Jets in Betrieb haben. Der jüdische Staat erhält bis 2024 insgesamt 50 dieser Jets aus den USA.

Von: df

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Tue, 22 Sep 2020 12:10:00 +0200
<![CDATA[Parlamentarier-Gehälter um 10 Prozent gekürzt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/09/22/parlamentarier-gehaelter-um-10-prozent-gekuerzt/ Die israelische Regierung hat in der Nacht zum Dienstag weitere Hilfsmaßnahmen für Selbstständige und Angestellte beschlossen. Zuschüsse kann nun beantragen, wer 25 Prozent oder mehr finanzielle Einbußen durch die Corona-Pandemie verzeichnet. Dadurch sollen mehr Menschen von Hilfen profitieren können als zuvor. Das Paket wird umgerechnet 2,6 Milliarden Euro kosten. Zugleich werden Knessetmitglieder auf 10 Prozent ihres Gehalts verzichten. Derzeit zählt Israel 54.149 aktive Corona-Infektionen. Davon gelten 653 als ernst. Bisher sind 1.273 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: tk

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Tue, 22 Sep 2020 11:08:00 +0200
<![CDATA[Israel begrüßt Urteil gegen Burgas-Attentäter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/09/22/israel-begruesst-urteil-gegen-burgas-attentaeter/ Israel begrüßt das Urteil des bulgarischen Sonder-Strafgerichtshofes gegen die Attentäter des Burgas-Anschlags im Jahr 2012. Die Richter hatten am Montag die beiden Hisbollah-Terroristen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit verurteilt. Das Außenministerium in Jerusalem rief alle Länder in Europa dazu auf, rechtlich gegen die Hisbollah vorzugehen; als Beispiel führte es das deutsche Betätigungsverbot an. Bei dem Anschlag in der bulgarischen Küstenstadt Burgas waren fünf Israelis und ein bulgarischer Busfahrer getötet worden. Der Gerichtsprozess begann im Januar 2018.

Von: df

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Tue, 22 Sep 2020 10:41:00 +0200
<![CDATA[Erstes koscheres Restaurant der Emirate eröffnet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/09/22/erstes-koscheres-restaurant-der-emirate-eroeffnet/ Das erste koschere Restaurant der Vereinigten Arabischen Emirate bietet seit Donnerstag seine Dienste an. Das Lokal „Armani/Kaf“ befindet sich im Armani-Hotel im höchsten Gebäude der Welt, Burdsch Chalifa. Die Aufsicht über die Einhaltung der jüdischen Speisegesetze hat der Rabbiner der Chabad-Bewegung in den Emiraten, Levi Duchman. Hotelgäste können sich koscheres Essen auch auf ihr Zimmer bringen lassen. Einen Lieferanten von koscherem Essen gab es in dem Golfstaat schon vor dem historischen Abkommen mit Israel: „Ellis koschere Küche“.

Von: eh

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Tue, 22 Sep 2020 10:35:00 +0200
<![CDATA[Muhammad bleibt an der Spitze]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/09/22/muhammad-bleibt-an-der-spitze/ JERUSALEM (inn) – Miriam und Mohammed bleiben in Israel die beliebtesten Namen für Babys. Das geht aus einer Statistik hervor, die das Amt für Bevölkerung und Einwanderung anlässlich des Neujahrsfestes Rosch HaSchanah veröffentlicht hat.

Demnach belegte bei den Mädchen im vergangenen Jahr Mirjam/Marjam den ersten Platz. Darauf folgten Tamar, Avigail, Adel, Jael, Sara, Noa, Lia, Ela und Schira. Bei den jüdischen Mädchennamen führt hingegen Tamar die Liste an. Auf den weiteren Plätzen liegen Avigail, Jael, Adel, Noa, Schira, Sara, Ela, Maja und Lia.

Bei den Jungen erlangte einmal mehr der muslimische Name Muhammad/Mohammed den ersten Rang. Dahinter finden sich Adam, Josef, Omar, Ariel, David, Lavi, Daniel, Ahmad und Eitan. Bei den jüdischen Eltern ist Ariel am beliebtesten. Lavi, David, Uri/Ori, Daniel, Eitan, Noam, Rafael, Itai und Omar vervollständigen die Liste der zehn häufigsten Namen jüdischer Jungen.

Von: eh

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Tue, 22 Sep 2020 08:02:00 +0200
<![CDATA[Maria Schrader gewinnt Emmy]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/09/21/maria-schrader-gewinnt-emmy/ Die deutsche Regisseurin Maria Schrader hat den Emmy für die beste Regie in der Miniserie „Unorthodox“ gewonnen. Die Netflix-Serie erzählt die Geschichte der Jüdin Esther, gespielt von der Israelin Schira Haas, die aus einer ultra-orthodoxen New Yorker Gemeinde nach Berlin flieht. „Ich bin sprachlos“, sagte Schrader, die auch als Schauspielerin bekannt ist, bei einer Live-Schalte nach Los Angeles am Sonntagabend. Die Emmy Awards gelten als wichtigster US-Fernsehpreis. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Verleihung in diesem Jahr ohne Publikum statt, die Nominierten waren zugeschaltet.

Von: dn

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Mon, 21 Sep 2020 14:35:00 +0200