Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 11 Nov 2019 21:34:39 +0100 <![CDATA[Der Mauerfall aus israelischer Sicht]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2019/11/11/der-mauerfall-aus-israelischer-sicht/ „Freude über den Fall der Mauer; Furcht vor einer deutschen Einheit“ – diese Schlagzeile der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“ aus dem November 1989 fasst die widersprüchlichen israelischen Gefühle jener bewegenden Tage vor 30 Jahren zusammen. Zur Anteilnahme an der Freude derjenigen, die sich ihre Reisefreiheit mit friedlichen Mitteln erkämpft hatten, gesellte sich die Furcht vor dem Wiedererstarken des Landes, das keine 50 Jahre zuvor den Massenmord an sechs Millionen Juden organisiert hatte.

Damals konnte keiner ahnen, in welche Richtung sich Deutschland entwickeln würde. Doch nach dem Tod des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) schrieb die Zeitung am 20. Juni 2017 über Verträge, die er mit dem damaligen israelischen Regierungschef Jitzchak Schamir in den 80er Jahren abgeschlossen hatte. Weiter heißt es in dem Nachruf: „Etwa sechs Jahre später fällt die Berliner Mauer und Helmut Kohl vereinigt Ost- und Westdeutschland. Manche befürchteten, dass wieder ein großes Deutschland entstehen würde, ein Viertes Reich. Unter ihnen waren Holocaustüberlebende, die laut ihre Stimme erhoben. Gerade Schamir und (Schimon) Peres, die den Standpunkt und die Aufgabe des modernen Deutschlands verstanden, unterstützten die Einheit, und Kohl, der diese moralische Unterstützung brauchte, war Israel bis zu seinem letzten Tag dankbar.“

Wiedervereinigung nur auf der „fast messianischen“ Tagesordnung

Direkt nach dem Fall der Mauer rechneten die Israelis allerdings nicht mit einer Wiedervereinigung. Der Botschafter in Bonn, Benjamin Navon, schrieb am 14. November 1989 in einem Telegramm nach Jerusalem: „Die Angelegenheit der deutschen Einheit stellt für Israel nur bezüglich der Zunahme des deutschen Nationalismus ein Thema dar. Die Einheit ist vielleicht auf der ‚fast messianischen‘ Tagesordnung in Deutschland, aber sicher nicht auf der faktischen Tagesordnung.“

Anlass für das Telegramm war eine bevorstehende Debatte in der Knesset. Der Diplomat zitierte den Vorsitzenden der Republikaner, Franz Schönhuber, der zu den Flüchtlingen aus der DDR geäußert hatte: „Soll GSD-Pack drüben bleiben“. Navon betonte, dass sich Deutschland im Vergleich zur Nazizeit verändert habe: „Wenn Schönhuber, der sich nicht davor scheut, nationalistische Gefühle für seine politischen Bedürfnisse zu nutzen, dieses Thema nicht bemüht, gibt es eine Grundlage für die Annahme, dass Nationalismus und Einheit im heutigen Deutschland nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen.“

Am 16. November wies das Außenministerium die israelischen Vertretungen an, Ostdeutschland aufzurufen, die historische Verantwortung für die Scho'ah zu übernehmen, wie es Westdeutschland bereits getan habe. In der DDR gab es allerdings keinen israelischen Botschafter, weil die beiden Länder nie offizielle Beziehungen hatten. Das Ministerium bekundete Unterstützung für Freiheit und Demokratie. Bei der Frage der Einheit Deutschlands forderte es eine neutrale Haltung. Botschafter Navon sprach am 21. November mit dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt. Der SPD-Politiker erwartete zu jenem Zeitpunkt keine baldige Einheit, sondern eine Föderation.

„In ihrem Herzen eine Mauer“

Doch wie geht Israel heute mit dem Gedenken an den Mauerfall um? Zum 30. Jahrestag brachte die Rundfunkanstalt „Kan“ eine Dokumentation unter der Überschrift: „BeLiba Choma“. Die hebräischen Worte sind dem bekannten Lied „Jeruschalajim schel Sahav“ (Jerusalem von Gold) von Naomi Schemer entnommen, in dem es um das geteilte und nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 wiedervereinigte Jerusalem geht. Die Übersetzung lautet: „In ihrem Herzen eine Mauer".

In dem Beitrag kommen Zeitzeugen zu Wort, auch ein ehemaliger ostdeutscher Häftling. Der Überwachungsterror der Stasi und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit sind anschaulich dargestellt. Moderatorin Antonia Yamin geht am noch bestehenden Rest der Mauer entlang und sagt: „Es war die wichtigste Nacht in der Geschichte des modernen Deutschlands. Am 9. November 1989, als Massen die Berliner Mauer zu Fall brachten, gab dies das Signal für die Einheit Deutschlands. Es war auch die Nacht, die in der Folge Deutschland zur wichtigsten Großmacht in Europa machte. Schwer zu glauben, aber Deutschland, wie wir es heute kennen, besteht insgesamt 30 Jahre. Ein junger Staat in jeder Hinsicht.“

Auch die linksgerichtete Tageszeitung „Ha'aretz“ widmet sich dem Thema. „30 Jahre nach ihrem Fall ist die Berliner Mauer immer noch Teil der DNA der Stadt“ lautet die Schlagzeile eines Artikels, in dem es unter anderem um die noch bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West geht.

Israelischer Zeitzeuge: Neonazis demonstrierten für Großdeutschland

Die Zeitung „Ma'ariv“ wiederum lässt einen Israeli zu Wort kommen, der im November 1989 die historischen Ereignisse live miterlebt hat – Gideon Kotz. Bereits zehn Jahre zuvor war er, ausgehend von der Leipziger Buchmesse, auf Einladung der Behörden durch die DDR gefahren. Mit Blick auf die Holocaust-Verbrechen habe er sich damals gedacht: „Endlich sehe ich Deutsche, die bestraft werden“, erinnert er sich. „Traurigkeit und Eintönigkeit herrschten überall. Dieser Eindruck änderte sich natürlich mit dem Übergang in den Westen.“

Am 9. November war Kotz in West-Berlin und wartete an der Mauer: „Von der anderen Seite der Mauer waren laute Schläge zu hören. Die Mauer begann zu zittern. Die Geräusche von der anderen Seite waren immer deutlicher zu hören. Die Gemeinde des Westens, Berliner um mich herum, hielt ihren Atem an. Sehr langsam öffnete sich ein kleines Loch in der Mauer, und Steine begannen zu fallen. Plötzlich erschien ein Kopf und danach Beine und der Körper eines jungen Mannes, mager und schwärzlich. Hinter ihm kam eine junge Frau mit zerrissenen Jeans heraus. Solche Dinge gibt es also auch im Osten. Man konnte Tränen in den Augen der beiden sehen. Die Deutschen, die normalerweise zurückhaltend sind, begannen laut zu rufen und zu klatschen. Ein kleiner Junge kam mit Blumen in seinen Händen angerannt und reichte sie der jungen Frau.“

Auch der „Ma'ariv“-Autor erwähnt das Thema Nationalismus: „Unter den Tausenden Neugierigen, die sich am Brandenburger Tor versammelten, stachen neonazistische Demonstranten hervor, die Flaggen schwenkten und dazu aufriefen, Großdeutschland wieder aufzurichten.“

Jüdische Gemeinde im Osten hatte positive Erwartungen

Kotz sprach auch mit dem damaligen Leiter der jüdischen Gemeinde in Ost-Berlin, Peter Kirchner. Dieser äußerte ihm gegenüber die Vermutung, „dass die Öffnung der Tore die Gemeinde positiv beeinflussen würde und endlich die Aufnahme von Beziehungen mit der Schwestergemeinde im Westen ermöglichen würde“. Die Synagoge in der Oranienburger Straße sei seit Jahren mit Geldern aus dem Westen restauriert worden. „Die jüdische Gemeinde im Osten wandte sich auch mit einem offiziellen Gesuch an die Behörden, diplomatische Beziehungen mit Israel aufzunehmen. Die Antwort war, dass es derzeit keine Regierung gebe, und wenn eine solche errichtet werde, werde sie zu dem Thema eine Entscheidung treffen.“

Heute ist das wiedervereinigte Deutschland für Israel ein wichtiger Partner. Die Ängste vor einem „Vierten Reich“ sind vom Tisch. Doch neonazistische Tendenzen und antisemitische Äußerungen in Deutschland werden vom jüdischen Staat immer noch besonders aufmerksam beobachtet – sei es im Osten oder im Westen.

Von: Elisabeth Hausen

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Mon, 11 Nov 2019 15:37:00 +0100
<![CDATA[Eine Revolution sieht anders aus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/11/eine-revolution-sieht-anders-aus/ Ein Gastbeitrag von Lukas Reineck]]> BEIRUT (inn) – Es ist Revolution im Libanon. Banken, Schulen und Universitäten sind vorübergehend geschlossen, die Hauptverkehrsstraßen blockiert, die Zufahrt zum Flughafen zeitweise komplett gesperrt. Es gibt wenige Ausnahmen: Für 100 Dollar können Menschen auf dem Rücksitz eines Motorrollers vom Flughafen nach Beirut fahren. Ein Schnäppchen versteht sich: bei drei Kilometern Entfernung.

Seit Beginn der Revolution Mitte Oktober demonstrierten eine Million Menschen friedlich auf den Straßen. Bei etwa sechs Millionen Einwohnern ist das eine beachtliche Zahl. Am 27. Oktober zog sich eine Menschenkette durch die Hauptstadt Beirut. Sie war ein klares Statement für friedliche Proteste. Für den Libanon ist das eine Sensation.

Politische Elite zum Abdanken bewegen

In den wichtigsten Städten waren die Menschen Tag und Nacht auf den Beinen. „Wir wollen, dass die Regierung uns eine Grundversorgung bietet. Wir brauchen eine funktionierende Müllentsorgung, verlässliche öffentliche Verkehrsmittel und eine durchgängige Elektrizität“, wünscht sich eine Beiruter Demonstrantin. Den Menschen geht es aber um mehr, viel mehr. Sie wollen das politisch-konfessionelle System im Zedernstaat verändern. Die politische Elite soll abdanken. Stattdessen soll es eine technokratische Regierung geben.

Die Regierung hat ihr Vorhaben zurückgenommen, die sozialen Medien mit 6 Dollar monatlich zu besteuern. An der miserablen Gesamtsituation des Landes ändert das wenig. Der Libanon hat enorme Schulden. Die Waldbrände in den Bergen zerstören die Umwelt, die syrischen Flüchtlinge sind eine weitere Herausforderung.

Der Staat ist seit seiner Gründung in den 1920er Jahren multi-konfessionell. Mehr als 18 Religionsgemeinschaften leben hier. Ungefähr 30 Prozent der Bevölkerung sind Christen, darunter maronitische, griechisch-orthodoxe, armenische und protestantische Christen. Die Verfassung sieht vor, dass der Präsident maronitischer Christ, der Regierungschef Sunnit und der Parlamentspräsident Schiit ist.

Präsident hat einen Drei-Punkte-Plan

Am 29. Oktober 2019 trat Sa'ad al-Hariri als Regierungschef zurück. Der Druck der landesweiten Proteste war ihm zu hoch. Al-Hariri produzierte Negativschlagzeilen, als bekannt wurde, dass er einem südafrikanischen Supermodel 16 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen überwies. Angeblich ohne Gegenleistung, sagte die Begünstigte.

Der libanesische Präsident Michel Aun sprach am 3.November während seiner Fernsehansprache von einem Drei-Punkte-Plan für den Zedernstaat. Der 84-Jährige möchte Korruption bekämpfen sowie eine libanesische Zivilgesellschaft und Wirtschaft aufbauen. „Das ist ein Witz. Jedem ist klar, dass die Fernsehansprache zusammengeschnitten war. Bei seiner Ansprache ist er mehrmals eingeschlafen. Unser Präsident ist nicht handlungsfähig“, belustigt sich ein Demonstrant in Beirut über den Fernsehauftritt.

Die islamisch-schiitische Hisbollah-Partei hielt sich bisher weitgehend zurück. Sie steht hinter der Regierung. Ihre Anhänger gingen nur einmal gewalttätig gegen die Demonstranten in der Beiruter Innenstadt vor. Die geistlichen Leiter der katholischen, orthodoxen und protestantischen Kirchen haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht: das „Bikri-Statement“. Es richtet sich an die Protestierenden, die Regierung und die internationale Gemeinschaft.

Preise für Grundnahrungsmittel haben sich verdoppelt

Auch auf dem Land demonstrieren die Menschen. Die Bekaa-Ebene im Grenzgebiet zwischen Syrien und Libanon konnte tagelang niemand bereisen. Mancherorts dienten brennende Autoreifen als Straßensperren. Mal sind die Straßen offen, mal gibt es kein Durchkommen. Nanor Kelenjian-Akbascharian leitet dort ein armenisch-evangelisches Internat. Sie schildert die Konsequenzen: „Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich verdoppelt. Wir hatten Probleme, mit unserem Budget für die Küche auszukommen. Die Schule ist seit Beginn der Revolution geschlossen. Die Internatskinder konnten keinen Unterricht besuchen. Wir mussten sie wieder zu ihren Eltern schicken, obwohl nicht immer klar war, ob die Straßen offen sind.“

Welche Richtung nimmt die Revolution, die bis heute keinen Namen oder einen Revolutionsführer hat, in den nächsten Wochen? Ihre Anhänger fordern Veränderungen. Doch wer aus dem Volk Verantwortung übernimmt, darauf kann keiner eine Antwort geben. Ein Abendspaziergang durch Beirut bietet ein unerwartetes Bild. Überall rauchen Menschen Wasserpfeife, verteilen kostenlos Essen und verschenken libanesische Flaggen an Passanten.

Demonstranten blockieren die Straßen mit Sofas. Darauf sitzen sie und lesen gemütlich Zeitung. Man sieht Stände von Umweltinitiativen, die über Recycling aufklären. Arabische Rap-Musik ist zu hören. Ein UN-Gebäude ist wegen des starken Straßenverkehrs von einer hohen Mauer umgeben. Jetzt ist diese zu einem Gesamtkunstwerk geworden. Streetart mit politischen Botschaften schmückt das ansonsten graue Bauwerk.

Konfessionelles System des Landes hat die Menschen getrennt

Die Menschen sind fröhlich, tanzen und flirten. Wer es nicht besser weiß, könnte denken, der Libanon habe die WM gewonnen oder feiere ein riesiges Volksfest. Eine Revolution sieht anders aus. „Die arabischen Worte für Party und Revolution klingen sehr ähnlich. Vielleicht ist das der Grund, warum die Revolution wie eine große Party wirkt oder wir Libanesen einfach gerne feiern“, sagt eine junge Frau über die Proteste und schmunzelt.

Doch noch ist nichts gewonnen. Der Premierminister ist zurückgetreten. Aber das heißt nichts. Al-Hariri hat während seiner Saudi-Arabien-Reise schon einmal den Rücktritt vom Rücktritt erklärt. „Das konfessionelle System hat die Menschen getrennt. Trotz der multi-konfessionellen Gesellschaft kennen sich die Menschen nicht. Beirut ist das beste Beispiel. Jede Konfession hat ihre eigenen Stadtteile und jeder lebte vor sich hin. Jetzt rücken die Menschen zusammen und lernen sich erstmals kennen“, erzählt eine palästinensische Ärztin in einer Bar. Sie lebt schon seit einigen Jahren im Libanon.

Bei der Fahrt durch Beirut fällt eines besonders auf: Es sind fast nur junge Menschen auf den Beinen. Obwohl die meisten älteren Menschen auch für die Revolution sind, halten sie sich bedeckt. Die Angst ist groß, wieder in einen blutigen Bürgerkrieg zu geraten. Die Erinnerung daran ist bei älteren Libanesen noch lebhaft im Gedächtnis. Für sie wäre es das schlimmste Szenario, was dem Libanon passieren könnte. Das kann niemand wollen.

Christen und Muslime stehen vor den gleichen Herausforderungen. Wie sollen sie mit dieser korrupten Regierung fertig werden? Zum ersten Mal in der modernen libanesischen Geschichte trennt sie nicht die konfessionelle Zugehörigkeit, sondern die libanesische Identität eint sie. Die libanesische Flagge ist dabei das wichtigste Symbol in diesen Tagen. Vielleicht ist das schon ein wichtiger Zwischenschritt hin zur Veränderung: Gemeinsam auf die Straße zu gehen und zu spüren, dass man gemeinsam meist mehr erreichen kann als getrennt.

Lukas Reineck arbeitet für die Hilfsorganisation Christlicher Hilfsbund im Orient e.V.

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Mon, 11 Nov 2019 14:53:00 +0100
<![CDATA[Bennett ist neuer Verteidigungsminister]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/11/bennett-ist-neuer-verteidigungsminister/ JERUSALEM (inn) – Das israelische Kabinett hat am Sonntag Naftali Bennett zum Verteidigungsminister ernannt. Der Chef der Partei „Neue Rechte“ übernimmt das Amt von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Beobachter sehen den Schritt im Kontext der aktuellen Gespräche über eine Regierungsbildung, die derzeit Blau-Weiß-Chef Benny Gantz führt. Netanjahu wolle verhindern, dass Bennett mit der Partei Blau-Weiß koaliert. Aus diesem Grund bot er ihm den Posten am Freitag an, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Wahl der Ministerposten

Bennetts Parteifreundin Ajelet Schaked twitterte, ebenfalls am Freitag, Netanjahu habe ihnen die Wahl gelassen zwischen zwei kleineren Ressorts – Landwirtschaft, Diaspora oder Wohlfahrt –, oder einem größeren, nämlich Verteidigung. Letztlich habe sich Bennett für Verteidigung entschieden. Schaked sagte, dies sei „richtig für den Staat Israel“.

Der 47-Jährige bekleidete von 2013 bis Juni 2019 diverse Regierungsämter: Zunächst war er Minister für Wirtschaft, Diaspora und Religion. Im Jahr 2015 gab er das Wirtschafts- und Religionsressort ab und wurde Bildungsminister. Am 2. Juni 2019 feuerte Netanjahu sowohl Bennett als auch Schaked, die bis dahin Justizministerin war.

Altbekannte Ambitionen

Bennett wollte bereits nach dem Rücktritt von Avigdor Lieberman (Unser Haus Israel) im November 2018 Verteidigungsminister werden und dazu sein Amt als Bildungsminister aufgeben. Er drohte mit dem Ausstieg aus der Regierung; damals war er noch Vorsitzender der Partei „Jüdisches Haus“. Letztlich lenkte er jedoch ein.

Die Regierungskrise hielt aber weiter an, so dass die Koalition am 23. Dezember Neuwahlen für den 9. April ankündigte. Bei diesen Wahlen verpasste Bennetts neu gegründete Partei „Neue Rechte“ den Einzug in die Knesset. Da Netanjahu nach den Wahlen mit der Regierungsbildung scheiterte, kam es am 17. September erneut zu Wahlen. Auch hier konnte Netanjahu keine Regierung bilden, so dass seit dem 23. Oktober Gantz am Zug ist. Die Frist dazu läuft Mitte kommender Woche ab, eine Verlängerung ist nicht möglich.

Lieberman droht mit Ultimatum

Doch auch unter Gantz' Leitung kommt es nicht voran. Am Samstag warf Lieberman sowohl Gantz als auch Netanjahu Führungsschwäche vor. Er forderte vor allem von Netanjahu, sich von den ultra-orthodoxen oder nationalreligiösen Parteien loszusagen – also auch von Bennetts „Neuer Rechten“. Er drohte damit, einen anderen Kandidaten zu unterstützen, falls es nicht bald zu einer Einheitsregierung mit Blau-Weiß, dem Likud und mit seiner Partei komme; auf keinen Fall wollten die Israelis eine dritte Wahl.

Bei der wöchentlichen Kabinettssitzung ging Netanjahu auf diese Äußerungen ein. Er sagte, er sehe keine Notwendigkeit einer dritten Wahl. Er sprach sich für eine „breite Einheitsregierung“ aus. „Dafür ist es noch nicht zu spät.“

Einer am Samstag veröffentlichten Umfragen zufolge wollen 54 Prozent der Israelis, dass Gantz bei der Regierungsbildung Erfolg hat, anstatt zum dritten Mal binnen eines Jahres wählen zu gehen. 30 Prozent wollen ihn hingegen scheitern sehen, 15 Prozent zeigten sich unentschieden. Die mit 30 Prozent größte Zustimmung hätte eine Koalition von Blau-Weiß, Likud und den ultra-orthdoxen Parteien.

Von: df

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Mon, 11 Nov 2019 13:37:00 +0100
<![CDATA[„Friedensinsel“ geht an Jordanien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/11/friedensinsel-geht-an-jordanien/ Ein Pachtvertrag zwischen Jordanien und Israel über Ländereien im Grenzgebiet südlich des Sees Genezareth ist am Sonntag abgelaufen. Nach 25 Jahren schloss die israelische Armee den Übergang zur sogenannten „Insel des Friedens“. Jordanien hatte den im Friedensvertrag von 1994 beschlossenen Pachtvertrag mit Israel nicht verlängert. Im vergangenen Oktober hatte König Abdullah II. erklärt, Jordanien wolle wieder die gesamte Souveränität über Al-Bakura und Al-Ghamr, im Hebräischen Naharajim und Zofar. Der Monarch gab an, unter internem Druck zu stehen.

Von: dn

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Mon, 11 Nov 2019 12:14:00 +0100
<![CDATA[Waldbrände in Nordisrael]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/11/11/waldbraende-in-nordisrael/ Im Norden Israels sind in der Nacht zum Montag mehrere Waldbrände ausgebrochen. In Haifa wurden zwei Menschen leicht verletzt. Auch ein Mann im arabischen Dorf Dahi erlitt leichte Verletzungen, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. 22 Häuser wurden evakuiert. Für die Feuerausbrüche sind vermutlich die für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen verantwortlich. Zudem wurden Brände in der Nähe der Städte Karmiel und Nahalal gemeldet. Die israelischen Feuerwehr- und Rettungsdienste gaben mittlerweile bekannt, dass alle Feuer unter Kontrolle sind.

Von: mab

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Mon, 11 Nov 2019 12:03:00 +0100
<![CDATA[NASA schickt 2020 israelischen Mini-Generator zur ISS]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2019/11/11/nasa-schickt-2020-israelischen-mini-generator-zur-iss/ Die NASA schickt bei ihrem ersten Start 2020 einen von Israel entwickelten Miniatur-Stromerzeuger zur Internationalen Raumstation (ISS). Sie will erproben, wie der Generator unter kosmischer Strahlung und den enormen Temperaturschwankungen im Weltraum-Betrieb funktioniert. Das geht aus einer Erklärung der Ben-Gurion-Universität im Negev (BGU) hervor. Dieser Prototyp stelle einen „großen Schritt vorwärts für kommerzielle Raumfahrtmissionen“ dar, da es „realisierbare innovative Solarlösungen zu erfinden“ gelte. Professor Jeffrey Gordon von der BGU sowie US-Kollegen entwarfen das Gerät.

Von: mab

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Mon, 11 Nov 2019 11:10:00 +0100
<![CDATA[Aufstieg der russischen Juden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/08/aufstieg-der-russischen-juden/ Uns Einwanderer aus der Sowjetunion hassen sie hier in Israel besonders“, schreibt eine anonyme Entrüstete in einem russischsprachigen Forum. Sie ist sich sicher: „Solange wir weiter schweigen, werden sie uns unterdrücken.“ Sie will eine Demonstration organisieren, denn in Israel fühle sie sich wie eine Bürgerin zweiter Klasse, Diskriminierung sei allgegenwärtig. Ein gewisser Alexander Svetlitsch antwortet darauf: „Ich bin der erste, der auf die Straße geht. Sag nur Bescheid.“ Wer das liest, gewinnt den Eindruck, dass russischsprachige Einwanderer in Israel ziemlich aufgebracht sind.

Der Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren ging nicht nur mit wirtschaftlichem Chaos, sondern auch mit antisemitischen Begleiterscheinungen einher. Viele Juden machten in den 90er Jahren daher von ihrem Rückkehrrecht nach Israel Gebrauch. Knapp eine Million sogenannter „russischer Juden“ – der Begriff ist ungenau aber gebräuchlich für die russischsprachigen Juden aus dem postsowjetischen Raum – emigrierten. Die nie dagewesene Masseneinwanderung stellte das kleine Israel vor enorme Herausforderungen. Zu Spitzenzeiten kamen tausend Menschen pro Tag. Mittlerweile machen die Russischsprachigen 20 Prozent der jüdischen Bevölkerung aus. Damit ist Israel das Land mit dem höchsten Anteil russischer Muttersprachler außerhalb des postsowjetischen Raums. Bis heute sind die Einwanderungszahlen aus Russland und der Ukraine überdurchschnittlich. Vergangenes Jahr trafen von dort 19.305 Olim ein, das waren 64 Prozent der gesamten Einwanderung. Zum Vergleich: Aus Deutschland kamen 185.

In mittleren und kleinen Städten wie Aschdod oder Carmel stellen die russischen Juden mittlerweile ein Drittel der Einwohner. Wer schon einmal in Israel war, kann bestätigen: An fast jeder Straßenecke hört man russische Wortwechsel. Der Vorsitzende des Ebenezer Hilfsfonds zur Unterstützung von Olim, Hinrich Kaasmann, schildert es so: „Beim Einkauf im Supermarkt ist es völlig ausreichend, wenn man Russisch kann, weil an der Kasse ohnehin jemand sitzt, der Russisch spricht. Auch unter Hilfskräften in Krankenhäusern und in Autowerkstätten spielt Russisch eine große Rolle.“ Mark Mostov, der seit 1984 in Israel lebt, erzählt von einem Witz, der in Israel die Runde macht: „Was ist die zweitwichtigste Sprache in Israel? Antwort: Hebräisch.“ Der Witz suggeriere, dass Russisch weiter verbreitet sei als Hebräisch. Natürlich ist das übertrieben; dennoch sagt es einiges über die Realität aus.

Festhalten am Russischen

Und doch sind die Einwanderer aus der Sowjetunion immer noch „die anderen“. Zum Teil haben sie durch eigene Versäumnisse dazu beigetragen. Viele schwänzten nach der Ankunft in Israel die Ivrit-Kurse. Sie sprechen Russisch in der Familie, mit ihren Freunden und haben einen russischen Arbeitgeber. Sie lesen die russischsprachige israelische Zeitung „Westi“, schauen im Fernsehen den russischsprachigen „Kanal 9“ und pflegen ein besonderes Verhältnis zu ihren Herkunftsländern, zumeist Russland oder die Ukraine. Zwar trübt dies in den meisten Fällen nicht ihre Loyalität zum jüdischen Staat, aber Integration in die israelische Gesellschaft sieht anders aus.

Umgekehrt begegneten ihnen die Israelis mit Vorbehalten. In den 90er Jahren kursierten in der Boulevardpresse Schauermärchen über „russische Prostituierte“ und die „russische Mafia“. Die Israelis waren enttäuscht, dass nicht wie erwartet lauter Glaubensbrüder und -schwestern kamen. Nur eine verschwindend kleine Zahl russischer Juden ist religiös: Zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die meisten von ihnen verstehen sich als areligiös – und wollen sich keinen Glauben überstülpen lassen. In der Sowjet­union definierte sich ihr Jüdischsein nicht über Religion, sondern über ethnische Zugehörigkeit.

Hinzu kommt, dass etwa 250.000 der Einwanderer nach den religiösen Rechtsvorschriften, der Halacha, nicht als Juden gelten. Nach dem Rückkehrgesetz dürfen alle heimkehren, die einen jüdischen Eltern- oder Großelternteil haben, egal ob väterlicher- oder mütterlicherseits. Laut der Halacha gilt jedoch nur als Jude, wer es mütterlicherseits ist. Die Konsequenz ist, dass Rabbiner sowie religiöse Politiker verlautbaren, hunderttausende der russischen Einwanderer seien keine echten Juden. Die sogenannten „Vaterjuden“ empfinden das als Hohn. Ironischerweise wurden sie in der Sowjetunion am meisten verfolgt. Dort galt als jüdisch, wer einen jüdischen Vater hatte.

Wer nach der Halacha nicht als Jude gilt, kann in Israel nicht beim Rabbiner heiraten – und eine standesamtliche Heirat gibt es nicht. Eine Eheschließung ist für sie daher nur im Ausland möglich. Außerdem werden sie nicht auf jüdischen Friedhöfen beerdigt. „Als wir zwei Monate im Libanon für dieses Land kämpften und unsere Freunde wie Hunde außerhalb der Friedhofsmauer verscharrt wurden, haben wir verstanden, dass sich keiner für uns interessiert“, schreibt ein verbitterter Nutzer im russischen sozialen Netzwerk „Vkontakte“. Für zusätzlichen Frust sorgt bei den oft salopp so genannten „Russen“, dass ihre Kinder sich an der Front in Lebensgefahr bringen, während die Ultra-Orthodoxen von der Wehrpflicht ausgenommen werden und zugleich Sozialhilfe kassieren.

Die russischsprachigen Einwanderer haben das Gefühl, selbst nichts geschenkt bekommen zu haben. In den 90er Jahren mussten „ehemalige Chefs großer Werke für einen Hungerlohn“ und „Diplom-Ingenieure als Putzkraft“ arbeiten, berichtet eine Frau bei „Vkontakte“. Hinrich Kaasmann von Ebenezer bestätigt: „Einwanderer, die zwischen 30 und 40 Jahre alt waren, als sie Mitte der Neunziger nach Israel kamen, berichten fast alle, dass sie extrem hart körperlich gearbeitet haben – teilweise zwei Schichten an einem Tag, also etwa zwölf Stunden.“ Den Neueinwanderern gegenüber seien Israelis außerdem teils arrogant aufgetreten, nach dem Motto: „Großzügig wie wir sind, lassen wir euch bei uns arbeiten.“

Dennoch eine Erfolgsgeschichte

Doch die „Russen“ bissen die Zähne zusammen und arbeiteten sich hoch. Ihr überdurchschnittlicher Bildungsgrad sollte Israel in den kommenden Jahren einen enormen Aufschwung bescheren. Über 60 Prozent der Einwanderer verfügen über einen Hochschulabschluss, darunter 75.000 Ingenieure, 40.000 Lehrer und 15.000 Ärzte. In den 90er Jahren kletterte das Wirtschaftswachstum Israels auf 6 Prozent. 13.000 russische Wissenschaftler sorgten für einen Innovationsschub in Physik, Mathematik, Informatik und Biochemie. Der Investor Menasche Esra, marokkanischer Jude und einstiger Pionier im Bereich kabellose Netzwerke, sagt anerkennend: „Man darf nicht vergessen, dass der Hightech-Sektor in Israel nicht dieses Level erreicht hätte ohne die Alija aus der ehemaligen UdSSR in den 90er Jahren.“ In Israel genießen russischsprachige Einwanderer zunehmend den Ruf, der mit dem der Deutschen vergleichbar ist: Sie gelten als zuverlässig, fleißig und diszipliniert. Esra sagt: „Die Arbeit der Einwanderer aus der UdSSR zeichnet sich dadurch aus, dass sie genauer und qualitativ hochwertiger ist.“

Die russischsprachige YouTuberin Daria zeigt sich auf ihrem Kanal „Daria IsrLife“ überzeugt: Wer sich anstrengt, kann es in Israel zu etwas bringen. „Viele schreiben mir, dass ihnen die Leute erzählen, in Israel würden Nichtjuden gehasst und diskriminiert und bekämen hier keine Arbeit.“ Daria hält das für völlig überzogen. Sie hat einen jüdischen Vater, aber eine Mutter, die nur väterlicherseits jüdisch ist, also ist Daria nach den religiösen Gesetzen keine „echte“ Jüdin. Trotzdem sagt sie: „Ich kann nicht verstehen, warum ich in meinem eigenen Zuhause – und Israel ist mein Zuhause – ausgegrenzt werden sollte.“ Israel sei eine rechtsstaatliche Demokratie. Wer einen Job nicht bekommt, weil er halachisch kein Jude ist, könne dagegen klagen. Sie ist überzeugt: „Wenn ihr einen guten Job kriegen wollt, strengt euch an und werdet konkurrenzfähig. Der Arbeitgeber wird euch nicht zu seinem eigenen Schaden ablehnen, nur weil ihr nicht jüdisch seid.“

Gelungene Integration

Darias Beispiel zeigt: Obwohl die meisten russischen Juden mit rechtlicher Benachteiligung wie etwa der Eheschließung hadern, werden sie zu einem respektierten Teil der Gesellschaft. Stimmen wie die der eingangs zitierten Entrüsteten gibt es zwar auch heute noch, sie werden aber weniger. Besonders die „Generation 1,5“ gilt mittlerweile als gut integriert: Es sind diejenigen, die in den 90ern als Kinder nach Israel kamen. Durch die Schule und vor allem den Wehrdienst beherrschen sie die hebräische Sprache. Auf der Webseite der Denkfabrik „Shaharit“ erklären sie: „Wir haben uns in die Gesellschaft integriert und sind vollständig israelisch. Trotzdem tragen wir auch unser kulturelles Gepäck, das wir nicht aufgegeben haben und im Gegenteil sogar pflegen und bewahren wollen.“

Obwohl das auch für die Generation 2,0 der in Israel Geborenen gilt, zeigen Studien hier bereits deutliche Unterschiede zur älteren Generation: 70 Prozent von ihnen glauben laut einer Untersuchung des Washingtoner „Pew Research Centers“ an Gott. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als bei den Eltern. Es ist auch wahrscheinlicher, dass sie sich an die koscheren Gesetze beim Essen halten oder am Schabbat Kerzen anzünden. Im Unterschied zu den Älteren organisieren sich die Jungen zunehmend, um ihre Anliegen zu vertreten. Ein Beispiel ist das „Novij-God-Projekt“, bei dem russisch-sprachige Familien israelische Familien nach Hause einladen und sie am traditionellen russischen Neujahrsfest teilnehmen lassen.

Politischer Machtfaktor

Dabei haben die russischen Juden in ihrer Funktion als Wähler bereits ohne eigenes Zutun erheblichen Einfluss. Die Onlinezeitung „Times of Israel“ titelte diesen Sommer: „Die Russen kommen … an die Wahlurnen. Israelische Politiker wachen endlich auf.“ Ohne die russischsprachige Gemeinschaft lassen sich keine Wahlen mehr gewinnen, das ist den meisten Politikern klar. Mit „Israel Beiteinu“ hat sich unter Leitung von Avigdor Lieberman seit 1999 eine „russische“ Partei dauerhaft etabliert. Lieberman bekleidete bereits mehrere Ministerämter, war etwa Außen- oder Verteidigungsminister. Und Regierungschef Benjamin Netanjahu ging im letzten Wahlkampf mit Plakaten auf Stimmenfang, auf denen er dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hand schüttelt. Jair Lapid vom Parteienbündnis Blau-Weiß versuchte es gar mit einem Video, in dem er eine halbe Minute Russisch sprach, ohne es selbst zu verstehen.

Einige „Russen“ finden solche Auftritte zu plump. Der YouTuber „Shalin“ etwa zitiert einen Auftritt des damaligen Wirtschaftsministers Naftali Bennett, der seinen russischsprachigen Mitbürgern 2014 zum neuen Jahr gratulierte und dabei demonstrativ Olivier-Salat aß, ein russisches Nationalgericht. Shalin berichtet: „Als ich das gesehen habe, hätte ich fast blutige Tränen geweint. Ich nehme ihm das überhaupt nicht ab. Es wirkt so unnatürlich.“ Außerdem vergäßen die Politiker die russische Gemeinschaft „augenblicklich“, sobald der besondere Anlass vorbei sei, entrüstet sich Shalin. Er will, wie viele andere, nicht mehr nur die zweite Geige spielen. Die russischen Juden wollen die Geschicke ihres Landes mitbestimmen. Demonstrieren müssen sie wohl gar nicht. Ihr Fleiß und ihre bloße Masse verleihen ihnen das nötige Gewicht.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 5/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: Timo König

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Fri, 08 Nov 2019 14:28:00 +0100
<![CDATA[Nikki Haley mit Herzl-Preis ausgezeichnet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/08/nikki-haley-mit-herzl-preis-ausgezeichnet/ NEW YORK (inn) – Die frühere amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hat am Mittwoch in New York den Herzl-Preis des Jüdischen Weltkongresses (WJC) erhalten. Die Organisation ehrt die 47-Jährige damit für deren Israel-Einsatz. WJC-Präsident Ronald S. Lauder nannte sie in seiner Lobrede „die heute vielleicht mutigste Frau Amerikas“.

Haley sagte in ihrer Dankesrede, die Vorurteile der Vereinten Nationen gegenüber Israel hätten den Frieden lange verhindert. Zudem hätten sie die Illusion geschaffen, dass Israel irgendwann einmal verschwinden würde. „Israel wird nicht verschwinden. Wenn die Welt das anerkennt, wird Frieden möglich.“

Haley bekleidete seit Anfang 2017 zwei Jahre lang das Amt der UN-Botschafterin. Zuvor war sie Gouverneurin von South Carolina. In ihrer Rede sagte sie, als Neuling bei den Vereinten Nationen habe sie schnell gelernt, dass gewisse „veraltete Gebräuche“ gängige Praxis waren. Als Beispiel nannte sie die monatliche Verunglimpfung Israels im Sicherheitsrat. In dieser Situation sei es das Wichtigste, „keine Angst davor zu haben, sich auf seine eigenen Werte zu verlassen. Einer dieser Werte ist es, sich für seine Freunde einzusetzen“.

„Wer sich für Israel einsetzt, macht sich Feinde“

Lauder würdigte Haleys Einsatz gegen Doppelmoral und Vorurteile gegenüber Israel. Er merkte an, der Herzl-Preis sei eine Anerkennung dafür; er bedeute aber auch eine Verpflichtung: „Sie werden nicht in der Lage sein, sich auszuruhen, denn wir erwarten sogar größere Dinge von Ihnen.“ Der Einsatz für Israel bringe es mit sich, dass man sich Feinde macht. „Aber das stellt Sie auf die richtige Seite der Geschichte. Und wenn es jemanden in diesem Saal gibt, der das Feuer, den Mut und den Glauben hat, die Prüfung zu bestehen, dann sind Sie es.“

Erst vergangene Woche hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenfalls den Herzl-Preis erhalten. Zu den Preisträgern gehören außerdem der frühere israelische Staatspräsident Schimon Peres, der frühere deutsche Verleger Axel Springer und der frühere US-Außenminister Henry Kissinger.

Von: df

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Fri, 08 Nov 2019 14:17:00 +0100
<![CDATA[Hamas-Führer kritisiert Twitter und Facebook]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/08/hamas-fuehrer-kritisiert-twitter-und-facebook/ Ein Mitglied des Hamas-Politbüros hat Sozialen Medien vorgeworfen, sich von Israel instrumentalisieren zu lassen. Twitter habe unlängst Dutzende Konten von Palästinensern wegen deren Haltung zugunsten des „Widerstandes“ gesperrt, sagte Mohammed Nasal am Dienstag vor Journalisten. Auch sein eigenes Konto sei betroffen. Facebook gehe ähnlich vor. Nasal rief Palästinenser, Araber und Muslime auf, Facebook und Twitter aus Protest zu boykottieren. Die Sozialen Medien hätten die Meinungsfreiheit eingeschränkt und seien voreingenommen gegen das palästinensische Volk, beklagte er.

Von: eh

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Fri, 08 Nov 2019 14:13:00 +0100
<![CDATA[Herzog fordert mehr Einsatz gegen Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/08/herzog-fordert-mehr-einsatz-gegen-antisemitismus/ HALLE (inn) – US-Außenminister Mike Pompeo hat am Donnerstag die Synagoge in Halle besucht, die am 9. Oktober Ziel eines Anschlags war. Begleitet wurde er dabei unter anderem von seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas und dem Vorsitzenden der israelischen Einwanderungsbehörde Jewish Agency, Isaak Herzog.

Die Gruppe legte zudem vor dem Döner-Imbiss, in dem der Attentäter einen 20-jährigen Mann erschossen hatte, Blumen nieder. Pompeo sagte dazu: „Es ist mir eine Ehre, an Ihrer Seite zu sein und Amerikas Mitgefühl für das, was hier stattgefunden hat, zu teilen und die Welt daran zu erinnern, dass Antisemitismus nicht nur auf bestimmte Orte beschränkt ist.“ Der US-Außenminister forderte ein gemeinsames Vorgehen gegen Antisemitismus und gegen Angriffe auf die Religionsfreiheit.

Herzog: Schärfere Gesetze bei Hassverbrechen

Der frühere Oppositionsführer in Israel, Herzog, bezeichnete es als Wunder, dass die Juden von Halle an Jom Kippur keinem Massaker zum Opfer gefallen seien. Führende Politiker weltweit müssten sich zu einem „unerbittlichen Kampf gegen Antisemitismus zusammenschließen, indem sie die jüdischen Institutionen schützen, aber vor allem durch Aufklärung und eine feste Gesetzgebung gegen Hassverbrechen“.

Herzog hält sich angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Europa für Gespräche mit Politikern und jüdischen Vertretern in Deutschland auf. Pompeo ist anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls zu Besuch.

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Attentäter erfolglos versucht, in die Synagoge von Halle einzudringen. Zu dem Zeitpunkt begingen rund 50 Juden den Feiertag Jom Kippur. Später erschoss der Deutsche auf der Straße eine Passantin. In einem nahegelegenen Döner-Imbiss tötete er einen Mann. Der 27-Jährige Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Von: dn

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Fri, 08 Nov 2019 13:51:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Politiker: Israel und IS sind Zwillinge]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/08/palaestinensischer-politiker-israel-und-is-sind-zwillinge/ Ein palästinensischer Kolumnist und Politiker hat Israel mit der Terror-Organisation Islamischer Staat verglichen. An die Verbrechen des IS komme nur Israel heran, schrieb Muwaffaq Matar im offiziellen Blatt der Palästinensischen Autonomiebehörde, „Al-Hajat al-Dschadida“. Matar ist Mitglied im Revolutionsrat der Fatah. In der Kolumne vom 29. Oktober bezeichnete er Israel und den IS als „Zwillinge“. Israel sei der „größte, tiefste und gefährlichste Sumpf des Terrors für die Region und die Welt“ und müsse „trockengelegt“ werden.

Von: df

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Fri, 08 Nov 2019 11:13:00 +0100
<![CDATA[Israelis belegen in Dubai 2. Platz]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/11/07/israelis-belegen-in-dubai-2-platz/ DUBAI (inn) – Israelische Schüler haben in Dubai den zweiten Platz bei der Robotik-Olympiade „FIRST Global Challenge“ belegt. Die Aufgabe für die Teams aus aller Welt bestand in diesem Jahr darin, Lösungen für die Beseitigung von Kunststoff aus den Weltmeeren zu entwickeln. Die Israelis erhielten zudem einen Sonderpreis für ihre außergewöhnliche Unterstützung der anderen Teams.

Der internationale Wettbewerb fand zum dritten Mal statt. An ihm beteiligten sich in diesem Jahr Teams aus 191 Staaten. Er ermutigt Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zur Entwicklung von Robotern. Die Schüler erhalten für den Bau ein Starterset mit Rädern, Drähten, Bausteinen und anderen Materialien.

In diesem Jahr galt es, Roboter zu entwickeln, die Kugeln in verschiedenen Größen einsammeln. Die Kugeln stellen Verschmutzungen im Meer dar. Sie müssen von den Robotern zu bestimmten Ablageplätzen gebracht werden, unter anderem zu einem Objekt mit mehreren Etagen in der Mitte des Spielfeldes. Am Ende muss sich auch der Roboter auf dieses Objekt begeben. Für die verschiedenen Erfolge gibt es Punkte. Bei dem Wettbewerb treten immer Dreierteams gegeneinander an.

Nach der Rückkehr präsentierte das israelische Team Premierminister Benjamin Netanjahu und Wissenschaftsminister Ofir Akunis seinen Roboter. Netanjahu sagte dazu laut einer Mitteilung seines Büros: „Dies ist wirklich eine große Ehre für den Staat Israel. Sie waren in Dubai, das ist kein Zufall.“ Israel verfüge über Technologien und Fähigkeiten, die im Umgang mit „einem gemeinsamen Feind sowohl im Sicherheits- als auch im zivilen Bereich“ relevant seien. Deshalb habe der jüdische Staat mittlerweile Beziehungen zu vielen Ländern, fügte der Regierungschef hinzu.

Tunesier verweigern Händeschütteln

Die Leiterin des israelischen Teams, Osnat Duman, sagte nach ihrer Rückkehr, die Israelis hätten sich in Dubai als Botschafter ihres Landes verstanden. Sie seien die ganze Zeit über sehr freundlich und wie „wichtige Personen“ behandelt worden.

Der Bauplatz des Teams habe sich neben denen des Iraks und Irans befunden, da die Anordnung alphabetisch erfolgt sei. Lediglich die Tunesier hätten sich geweigert, den Israelis die Hände zu schütteln. An die ungewöhnliche Teilnahme der Israelis in einem arabischen Land habe schließlich nur noch ein Sicherheitsbeauftragter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schabak erinnert. Er war für den Schutz der Jugendlichen zuständig. „Am Ende des Tages ging es nur noch um Menschen, nicht um Länder“, sagte Duman.

Erster Platz für Weißrussland

Den ersten Platz der Olympiade belegte Weißrussland. Dem Team gehörten auch syrische Flüchtlinge an. Der Gründer von „FIRST Global Challenge“, Dean Kamen, betonte, dass es bei der Veranstaltung weniger um einen Wettbewerb gehe: „Die Kinder haben es verstanden. Für sie ist dies kein Wettbewerb. Dies ist eine Kooperation. Dies ist ein Fest der Technologie.“

Die Olympiade findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Der Wettbewerb dient der Völkerverständigung. Jugendliche sollen inspiriert werden, sich mit den Problemen dieser Welt zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr wurde die Olympiade in Mexiko-Stadt ausgetragen. Das Thema war „Energie“. Im Jahr 2017 drehte sich in Washington alles um das Thema „Wasser“.

Von: dn

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Thu, 07 Nov 2019 14:20:00 +0100
<![CDATA[Hotovely: Israel unterstützt die Kurden in Nordsyrien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/11/07/hotovely-israel-unterstuetzt-die-kurden-in-nordsyrien/ JERUSALEM (inn) – Seit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Nordsyrien hat die israelische Regierung die Kurden unterstützt. Das sagte die stellvertretende Außenministerin Zippi Hotovely am Mittwoch in der Knesset. Israel sieht demnach die Unterstützung auch als Gegengewicht zum iranischen Einfluss in der Region.

„Israel hat zahlreiche Anfragen zur Unterstützung erhalten, hauptsächlich im diplomatischen und humanitären Bereich“, sagte die Likud-Politikerin laut der Nachrichtenagentur „Reuters“. „Wir identifizieren uns mit der großen Not der Kurden, und wir helfen ihnen durch eine Reihe von Kanälen.“

Hilfe auch aus der Zivilgesellschaft

Von der Hilfe profitiert nach den Worten Hotovelys letztlich auch der jüdische Staat. „Israel hat ein herausragendes Interesse daran, die Stärke der Kurden und anderer Minderheiten als moderate und pro-westliche Elemente in Nordsyrien zu erhalten.“ Umgekehrt wäre der Zusammenbruch der Kurden ein „negatives und gefährliches Szenario“: „Es ist absolut klar, dass so ein Ereignis negative, vom Iran angeführte Elemente in der Region stärken würde.“

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hatte den Kurden bereits Mitte Oktober Hilfe zugesagt. Kurz zuvor hatten die Türken nach dem Abzug von etwa 1.000 US-Soldaten mit ihrer Militäroffensive in dem Gebiet begonnen.

Auch die israelische Zivilgesellschaft hat ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen: Bei einem Spendenaufruf sollen umgerechnet rund 78.000 Euro für Bedarfsgüter wie Decken zusammenkommen. Nach zwei Wochen sind 4 Prozent dieser Summe eingegangen. Der Aufruf läuft noch etwa zweieinhalb Monate.

Von: df

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Thu, 07 Nov 2019 12:39:00 +0100
<![CDATA[„Tröstet, tröstet mein Volk“]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2019/11/07/troestet-troestet-mein-volk/ Gott schreibt Geschichte in unserer Zeit und vor unseren Augen. Lassen wir uns mit dem Kalender und der Bibel in der Hand die Augen öffnen für eine Wirklichkeit, die sich aus der Weltgeschichte nicht ausklammern lässt: Gott handelt. Nach Jahrhunderten in der Fremde kommen Juden nach Israel. Das hat die Welt noch nicht gesehen – das kann die Welt auch nicht erklären. Das erklärt sich nur aus der Bibel und aus dem Willen Gottes. Das gilt auch für das Ereignis unserer Tage, den „Mauerfall“.

Deutsche Einheit – eine Gabe

Der 9. November 1989 wurde zum größten Glücksfall in der Geschichte der Deutschen! Die Mauer, die noch hundert Jahre stehen sollte, ein Regime, das ewig zu den Siegern der Geschichte zählen wollte, kam auf den Müll. Mauerspechte hämmerten schon in der ersten Nacht der Freiheit, vom 9. auf den 10. November, Löcher in den „antifaschistischen Schutzwall“. Das schlimmste, was einer Diktatur geschehen kann, passierte: Sie wurde lächerlich. Drei Jahrzehnte danach erinnern Feste und Feierlichkeiten an den „Mauerfall“. Doch dieses Bollwerk der Teilung ist nicht einfach umgefallen. Der lebendige Gott hat ein Wunder bewirkt.

Juden und Christen glauben an einen Gott, der sich in der Geschichte zeigt. Aus der Vielzahl, dem Alltäglichen und scheinbar Zufälligen lassen sich Linien und Fäden erkennen. Diese Fäden aber hält Gott in der Hand. Israel glaubt an einen Gott, der sich in der Geschichte erweist. Und so sind auch Termine und Zahlen weniger „Zufall“ als Anstöße zum Nachdenken. Gerade das „Gedenken“ zieht sich einem roten Faden gleich durch die Bibel. Gedenken heißt Innehalten im Strom der Zeit und die Zeit erkennen. Propheten und Psalmdichter mahnen immer wieder: Gedenke dessen, was Gott getan hat.

Und so denken wir an den 9. November 1989, den Fall der Berliner Mauer. Diese Nacht jedoch ist unverrückbar hineingeschrieben in den 9. November 1938, die Pogromnacht in Deutschland. Die Geschichte vermerkt die sogenannte „Reichskristallnacht“, den organisierten Beginn des Massenmordes an den europäischen Juden.

Israel – bleibende Aufgabe

Was lässt sich vor diesem Hintergrund über die Geschichte und das Geschick der Deutschen im Zusammenhang mit dem Schicksal der Juden sagen? 1938: Das Deutsche Reich unter Adolf Hitler steht auf der Höhe seiner Macht. Nach dem „Anschluss“ Österreichs nennt sich Deutschland inzwischen Großdeutsches Reich.

Zehn Jahre später hatte sich alles verändert: Vom Deutschen Reich war nicht mehr viel übrig. 1948 war aber auch jenes Jahr, das den Juden einen eigenen Staat bescherte. Nach fast zweitausend Jahren der Zerstreuung und der Verfolgung gründete das Volk der Juden wieder einen Staat. Am 14. Mai des Jahres 1948 rief David Ben-Gurion den modernen Staat Israel aus. Zehn Jahre nur sind zwischen 1938 und 1948 vergangen, die Welt aber hatte sich grundlegend verändert. Deutschland ist am Ende, Israel an einem neuen Anfang. In Deutschland beginnt 1949 mit der Gründung zweier selbständiger Staaten ein Kapitel radikaler Trennung in Ost und West. Doch am 9. November 1989 war nach vierzig Jahren die Zeit der Trennung abgelaufen.

Deutsche in Ost und West haben von Gott Chancen erhalten: eine Chance in der Hinwendung zum lebendigen Gott und eine Chance für die Zuwendung zu Gottes Volk. Das bisher letzte Wort Gottes für Deutschland heißt Gnade und beruft uns in eine Aufgabe: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott“ (Jesaja 40,1). Kann das für die Politik bedeuten: Bei UN-Abstimmungen zuerst auf Israel zu schauen und nicht auf den Beifall der Welt? Heißt das für die Kirche, neu auf den Staat Israel zu blicken und der Boykott-Bewegung BDS eine Absage zu erteilen? Und was heißt es für uns überhaupt in diesem Land im Herbst 2019?

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 5/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: Egmond Prill

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Thu, 07 Nov 2019 12:00:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 07. November 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/11/07/nachrichten-vom-07-november-2019/ Thu, 07 Nov 2019 11:20:00 +0100 <![CDATA[USA spenden für Fußballprojekt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/07/usa-spenden-fuer-fussballprojekt/ Die USA haben einmalig 200.000 US-Dollar für ein Fußballprojekt in Jerusalem gegeben. Mit dem Geld wollen die Amerikaner die Nachbarschaftsliga fördern, die der Zweitligaverein Hapoel Katamon betreibt. Das Projekt bietet Fußballtraining und -turniere sowie Nachhilfe-Zentren für jüdische und arabische Kinder. Das Projekt stehe im Einklang mit der Washingtoner Friedensvision, sagte der US-Botschafter in Israel, David Friedman. Die USA hatten vor etwas mehr als einem Jahr angekündigt, ihre Beiträge für das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) komplett einzustellen.

Von: df

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Thu, 07 Nov 2019 10:57:00 +0100
<![CDATA[Antisemitismusbeauftragter Klein bei Konferenz in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/06/antisemitismusbeauftragter-klein-bei-konferenz-in-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat am Montag an einer Konferenz des israelischen Präsidenten zum wachsenden Antisemitismus teilgenommen. Reuven Rivlin hatte Sonderbeauftragte von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA sowie die EU-Koordinatorin im Kampf gegen Antisemitismus, Katharina von Schnurbein, in seine Residenz geladen, um die „neue Realität für Juden in der ganzen Welt“ zu diskutieren. Der Sprecher des Präsidenten sprach von einer „speziellen Dringlichkeitssitzung“. Neben Klein nahm auch die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, an der Konferenz teil.

„Ihre deutlichen Stimmen und Ihre Arbeit sind entscheidend, gerade in einer solch herausfordernden und feindlichen Zeit“, lobte Rivlin die anwesenden Sonderbeauftragten. „Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass Antisemitismus nicht nur ein jüdisches Problem, sondern ein Problem für die gesamte Menschheit ist“, sagte er weiter. Es gebe „keine andere Option als ‚Null Toleranz‘“. Dass Schulen und Synagogen bewacht werden müssten, sei nicht normal: „Sicherheitsmaßnahmen lösen das Antisemitismus-Problem nicht, sie weisen lediglich auf den Ernst der Lage hin.“

Rivlin ging auch auf feindliche Einstellungen gegenüber dem Staat Israel ein: „Man kann uns kritisieren, solange es Kritik ist. Wenn es aber in Boykott und andere Aktionen gegen Israel umschlägt, die durch Antisemitismus beeinflusst sind, werden wir es nicht akzeptieren“, mahnte der Präsident und sprach sich dafür aus, die Antisemitismusdefinition der „Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken“ (IHRA) „auf allen Ebenen“ zu übernehmen. Die Definition wertet auch Angriffe auf den Staat Israel als antisemitisch, wenn dieser dabei „als jüdisches Kollektiv verstanden“ werde.

Klein: Einladung „Zeichen der Anerkennung“

Deutschlands Antisemitismusbeauftragter Klein rief die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, im Kampf gegen Antisemitismus die Kräfte zu bündeln. Antisemitismus nehme neue Formen an. „Eine starke internationale Reaktion muss Teil der Lösung sein“, forderte Klein.

Im Interview der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA) nannte Klein die Einladung Rivlins „ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung der israelischen Regierung dafür, dass in einigen europäischen Staaten und in den USA Strukturen geschaffen wurden, um den Kampf gegen den Antisemitismus aufzunehmen“. Er sei beeindruckt, „wie sehr beachtet wird, was wir in Deutschland machen“, sagte Klein und drückte seinen Wunsch aus, dass auch andere Länder einen ausschließlichen Antisemitismusbeauftragten benennen.

Die Beauftragte der EU-Kommission, von Schnurbein, versuchte Optimismus zu verbreiten. „Als jemand, der den Fall der Berliner Mauer miterlebt hat – etwas, von dem wir dachten, dass es niemals passieren könnte – weiß ich, dass Veränderung möglich ist“, sagte die gebürtige Deutsche. Sie verwies unter anderem auf Fortschritte im Bereich der Bekämpfung von „Hate-Speech“ im Internet. Die EU sei sich ihrer Verantwortung bewusst und werde ihr gerecht werden.

Im Januar wird in Jerusalem unter der Schirmherrschaft von Präsident Rivlin das fünfte „Weltholocaustforum“ unter dem Motto „Holocaust erinnern, Antisemitismus bekämpfen“ stattfinden. Unter den zahlreichen Staats- und Regierungschefs, die an der Veranstaltung teilnehmen werden, ist auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.

Von: ser

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Wed, 06 Nov 2019 13:48:00 +0100
<![CDATA[„Die UNRWA ist dringend reformbedürftig“]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2019/11/06/die-unrwa-ist-dringend-reformbeduerftig/ In diesen Wochen treffen sich die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen zu ihrer Generalversammlung. Ein Punkt, der bei dieser 74. Sitzungsperiode besprochen wird, ist die Mandatsverlängerung des UN-Hilfswerkes für Palästina-Flüchtlinge in Nahost, UNRWA. Das seit 1949 existierende Flüchtlingshilfswerk, das ausschließlich für Palästinenser zuständig ist, muss alle drei Jahre ein neues Mandat beantragen.

Eine Verlängerung gilt jedoch als reine Formsache – und das, obwohl die UNRWA ursprünglich als eine zeitlich begrenzte Einrichtung gedacht war. Doch die Verweigerung der arabischen Staaten gegenüber einer Friedenslösung mit Israel hat den Nahostkonflikt und damit auch das Wirken der UNRWA in die Länge gezogen. Die Organisation ist mittlerweile seit 70 Jahren aktiv. Dabei gäbe es neben der zeitlichen Komponente genügend weitere Gründe, die UNRWA viel kritischer zu sehen.

Antisemitismus, Hamas und Korruption

Bereits seit Längerem wirft unter anderem die Organisation „IMPACT-se“ dem Hilfswerk vor, Antisemitismus durch Schulbücher und Lehrpläne nicht ausreichend zu unterbinden. Immerhin betreibt es mehr als 700 Schulen und unterrichtet hunderttausende Schüler. Sein Einfluss ist also immens. Zeitgleich wurden UNRWA-Gebäude von der Hamas im Gazastreifen als Waffenlager missbraucht. So hat die UNRWA nach eigenen Angaben die im jüngsten Gazakonflikt (2014) in ihren Einrichtungen gelagerten Waffen der lokalen Regierung zurückgegeben – der Hamas. Seither sind Mitarbeiter UNMAS (UN-Organisation zur Beseitigung von Sprengmitteln und Minen) in Gaza stationiert.

Deswegen sei davon auszugehen, dass die Linien zwischen der UNRWA und der Hamas im Gazastreifen schwammig verlaufen, meint Josias Terschüren, Öffentlichkeitsdirektor der deutschen Organisation „Initiative 27. Januar“. Eine Studie von UN-Watch, bei der die Social-Media-Kanäle der UNRWA-Mitarbeiter untersucht wurden, kam zum gleichen Schluss. Außerdem fanden sich bei vielen leitenden Angestellten antisemitische und terrorverherrlichende Inhalte. Teilweise wurde gar zur Tötung von Juden und zur Auslöschung Israels aufgerufen.

In jüngerer Vergangenheit sind nun auch Korruptionsvorwürfe gegen den Generalsekretär Pierre Krähenbühl erhoben wurden. So soll der Schweizer unter anderem aufgrund einer Liebschaft mit einer Beraterin unliebsame Kollegen aus Entscheidungsprozessen ausgeschlossen haben. Das veranlasste schließlich das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, seine Zahlungen in Höhe von 22,3 Millionen Franken auszusetzen. Krähenbühl indes hat die Konsequenzen aus den Vorwürfen wegen Misswirtschaft gezogen: Am Mittwoch gab er bekannt, dass er sein Amt vorübergehend niederlege. Vize-Chef Christian Saunders übernehme die Gesamtverantwortung. Mittlerweile haben weitere wichtige Geldgeber ihre Zahlungen eingestellt. Darunter sind Belgien, die Niederlande und Australien.

Besonders der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis fand in diesem Zusammenhang deutliche Worte in Richtung UNRWA: Für ihn stehe das Hilfswerk einer Lösung im Weg. Die Vereinten Nationen schafften bei den Palästinensern die Illusion, dass alle Flüchtlinge eines Tages zurückkehren könnten. Dadurch werde der Konflikt am Leben erhalten.

„Die UNRWA ist Teil des Problems“

Mit der Meinung steht Cassis nicht allein da. Terschüren sieht vor allem den vererbbaren Flüchtlingsstatus als entscheidendes Problem. Dieser wird bei der UNRWA über die väterliche Linie weitervererbt. Auf diese Weise sind aus ursprünglich 750.000 Flüchtlingen (1948-1949) mittlerweile 5,3 Millionen „Flüchtlinge“ geworden.

Die UNRWA sei ein Flüchtlingshilfswerk, „das nicht die Mission hat, den Flüchtlingen zu helfen, sondern das sie durch den Flüchtlingsstatus als Geiseln im Nahostprozess hält“. Das Hilfswerk halte so den Status quo aufrecht und trete zudem als politischer und quasi-staatlicher Player auf. Das von palästinensischer Seite geforderte „Recht auf Rückkehr“ für die 5,3 Millionen palästinensischen „Flüchtlinge“ bedrohe Israel als jüdischen und demokratischen Staat existenziell. Das widerspreche der deutschen Staatsräson.

Dabei bestünde die eigentliche Aufgabe des Hilfswerks darin, apolitisch zu sein. Als politischer Player verfehle sie ihr Mandat und werde „zu einem Teil des Problems“. Deswegen sei die UNRWA „dringend reformbedürftig“, merkt Terschüren an.

Wie soll es weitergehen?

Die deutsch-israelische Politikberaterin Melody Sucharewicz spricht gar der UNRWA ihre weitere Existenzberechtigung als „eigenständige Organisation“ ab. Neben all den Skandalen sieht die ehemalige Sonderbotschafterin Israels ebenfalls den vererbbaren Flüchtlingsstatus als entscheidenden Punkt. „Die betreuten Flüchtlinge sind seit zwei Generationen keine Flüchtlinge mehr. Ein relevanter Teil der heute von der UNRWA registrierten Menschen stammt aus arabischen Nachbarstaaten, ist angeheiratet und brachte Familie mit.“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt sieht „teils radikale Kräfte am Werk, die die UNRWA und die Arbeit der Organisation für Terrorstrukturen und für das Schüren von Hass und Antisemitismus missbrauchen“. Diesen Leuten gehe es darum, „den Konflikt wachzuhalten und weiter anzuheizen“. Sollten die Vereinten Nationen gegen diese Missstände nichts unternehmen, müsse die Frage gestellt werden, ob die UNRWA einem Friedensprozess nicht mehr schade, als sie ihm nutzen könne.

Die Rolle Deutschlands

Vor allem von Deutschland verlangt Müller-Rosentritt mehr Engagement, um „einen Reformprozess anzustoßen“. Mit Hilfe des nichtständigen Sitzes im UN-Sicherheitsrat, den Deutschland noch bis Ende 2020 innehat, könne die Bundesrepublik maßgeblich mithelfen.

Ähnlich sieht Terschüren die Situation. Die Möglichkeiten dazu hätte Deutschland, sagt der Lobbyist. Deutschland gab 2018 insgesamt 177,8 Millionen US-Dollar an die Organisation und wurde dadurch zum zweitgrößten Nettozahler hinter der Europäischen Union, die sich mit knapp 179 Millionen Dollar beteiligte. Wer also die Rechnung bezahlt, der könne sich nicht vor der politischen Verantwortung drücken. Es sei absurd, dass ein solch gewichtiges Land mit Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse der UN davon spreche, nichts ändern zu können, aber „zeitgleich die Schecks unterschreibt“.

Auch der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht eine Reform der UNRWA vor. Allerdings lässt er offen, wie und in welchem Umfang dies geschehen soll. Darin sieht Terschüren Chancen und Probleme zugleich – letzteres, weil das SPD-geführte Auswärtige Amt der Meinung sei, dass die UNRWA die Forderung nach Reformen erfülle, indem sie ihre selbsterarbeiteten Änderungsvorschläge umsetze. Dabei handele es sich aber „nur um kosmetische Reformen“, erklärt Terschüren. Vielmehr bräuchte es jedoch grundsätzliche und strukturelle Veränderungen. Diese müssten auf eine klare Trennung zwischen dem Leisten humanitärer Hilfe und der Anerkennung eines vermeintlichen Flüchtlingsstatus hinauslaufen.

Geschickte Lobbyarbeit

Woher kommt also die teils unkritische Haltung Deutschlands gegenüber der UNRWA? Während die Abgeordnete Beatrix von Storch (AfD) „starke pro-islamische Kräfte innerhalb der Bundesregierung“, sowie Unwissenheit der Parlamentarier vermutet, sieht Sucharewicz „jahrzehntelange Propaganda der UNRWA“ als Ursache. Die Einflussnahme von zahlreichen palästinensischen Organisationen auf die Abgeordneten habe den Fokus auf das Elend und die Hilflosigkeit der Palästinenser gerichtet. Zeitgleich seien Korruption und antisemitischer Lehrstoff verschwiegen worden. Daher sei Aufklärung im Bundestag notwendig.

Ob der Ausgang der Abstimmung zur Mandatsverlängerung mit Spannung erwartet werden darf, bleibt allerdings zu bezweifeln. Dafür sorgt gewissermaßen ein Wesenszug der UN: Entscheidend bei Abstimmungen in der Vollversammlung sind die blockfreien Staaten. Innerhalb dieses Blocks haben islamische Staaten eine deutliche Mehrheit. Das führe dazu, dass die UN-Vollversammlung über einen Dominoeffekt in ihrem Wesen eine „natürliche Anti-Israel-Haltung hat“, erklärt Terschüren.

Spannend dagegen bleibt die Haltung Deutschlands gegenüber der UNRWA – sowohl auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene.

Von: Martin Schlorke

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Wed, 06 Nov 2019 13:37:00 +0100
<![CDATA[Inhaftierte Jordanier wieder in ihrem Heimatland]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/06/inhaftierte-jordanier-wieder-in-ihrem-heimatland/ Die beiden von Israel inhaftierten Jordanier befinden sich wieder in ihrem Heimatland. Am Mittwoch geleitete die israelische Armee die beiden Männer über den Allenby-Übergang. Israel hatte sie wegen des Verdachts auf „schwere Sicherheitsgefährdung“ zwei Monate lang inhaftiert. Dies führte zu diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern. Infolge der Freilassung soll auch der jordanische Botschafter in Israel, Ghassan Majali, auf seinen Posten nach Tel Aviv zurückkehren.

Von: df

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Wed, 06 Nov 2019 11:46:00 +0100
<![CDATA[Palästinensische Feuerwehrmänner üben in Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/06/palaestinensische-feuerwehrmaenner-ueben-in-israel/ RISCHON LEZION (inn) – Etwa 20 palästinensische und israelische Feuerwehrmänner haben am Dienstag in Israel an einer gemeinsamen Praxisübung teilgenommen. An der Feuerwehr-Akademie in Rischon LeZion lernten sie „neue Methoden, um mit Feuern in Gebäuden und Autos umzugehen“, wie die Behörde für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) mitteilte. Bei der Übung sei es auch darum gegangen, verletzte Personen möglichst schnell aus schwer zugänglichen Orten zu befreien.

Bereits am Sonntag trafen sich der palästinensische Koordinator für Zivilschutz, Jussef Nassar, und der Leiter der Israelischen Feuer- und Rettungskräfte, Dedi Simchi. Die beiden sprachen laut COGAT über „weitere gemeinsame Aktivitäten“ und „Innovationen im Bereich der Feuerbekämpfung“.

In der Vergangenheit haben Feuerwehrmänner beider Seiten regelmäßig zusammengearbeitet. So halfen die Palästinenser bei den Großbränden in der Region Jerusalem im Jahr November 2016 mit Löschfahrzeugen aus.

Von: df

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Wed, 06 Nov 2019 11:11:00 +0100
<![CDATA[Oberstes Gericht bestätigt Ausweisung von HRW-Regionalleiter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/06/oberstes-gericht-bestaetigt-ausweisung-von-hrw-regionalleiter/ Das Oberste Gericht in Jerusalem hat am Dienstag die geplante Ausweisung des Regionalleiters von „Human Rights Watch“ (HRW), Omar Schakir, für rechtens erklärt. Das Innenministerium hatte 2018 entschieden, das Arbeitsvisum Schakirs nicht zu verlängern, weil dieser Boykottaktionen unterstütze. HRW erklärte, man befürworte keinen Boykott Israels, sondern fordere Unternehmen dazu auf, „ihre menschenrechtliche Verantwortung zu erfüllen, indem sie ihre Beziehungen zu illegalen Siedlungen beenden“. Schakir muss das Land innerhalb von 20 Tagen verlassen. Seine Organisation kann einen anderen Vertreter entsenden.

Von: ser

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Wed, 06 Nov 2019 11:01:00 +0100
<![CDATA[Ramallah ist „kreative Stadt“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/11/06/ramallah-ist-kreative-stadt/ Ramallah hat sich dem Netzwerk „Kreative Städte“ der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, UNESCO, angeschlossen. Das berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA am Montag unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Konkret gehe es um Musik. Zu diesem Bereich gehören bereits 65 Städte weltweit, insgesamt besteht das Netzwerk aus 265 Städten. Bürgermeister Mussa Hadid sagte, der Schritt sei „ein großer Erfolg und eine positive Herausforderung“. Er werde „konkrete Ergebnisse für unsere Ziele von Wachstum und Nachhaltigkeit für das Wohl der gesamten Gesellschaft bringen“.

Von: eh

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Wed, 06 Nov 2019 10:46:00 +0100
<![CDATA[Hamas droht Blau-Weiß-Chef Gantz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/11/05/hamas-droht-blau-weiss-chef-gantz/ GAZA (inn) – Hamas-Führer Jahja Sinwar hat den Chef der Partei Blau-Weiß, Benny Gantz, vor einem Militärschlag gegen den Gazastreifen gewarnt. Sollte Gantz Regierungschef werden und gegen den Gazastreifen vorgehen, „werden Sie den Tag verfluchen, an dem Sie geboren sind“, sagte Sinwar am Montag in Gaza-Stadt.

Der 57-Jährige bezog sich damit auf Äußerungen Gantz' nach den Raketenangriffen auf Israel vom Wochenende. Der frühere Armeechef warf der Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu Passivität vor. Er kündigte an, wieder gezielte Tötungen als Mittel der Abschreckung anzuwenden, sollte er Regierungschef werden.

Eindeutige Warnungen

Sinwar sprach im Falle eines Militärschlags von „unnachgiebigem Raketenfeuer“ auf Tel Aviv: „Wir werden Tel Aviv angreifen und die Sirenen sechs Monate lang am Morgen, am Abend und in der Nacht aufheulen lassen“, zitiert ihn die Onlinezeitung „Times of Israel“. „Wir werden die Städte des Feindes in Geisterstädte verwandeln, wenn er uns weiter angreift.“

In der Nacht zum Samstag hatten Terroristen aus dem Gazastreifen zehn Raketen auf Südisrael abgefeuert, wie die Armee berichtete. Eine Rakete traf ein Wohnhaus in Sderot; verletzt wurde niemand. Das Abwehrsystem Eisenkuppel fing acht Geschosse ab. Die Luftwaffe reagierte mit einem Beschuss von Terrorzielen in dem Küstenstreifen; dabei wurde ein Palästinenser getötet. Die Europäische Union verurteilte am Sonntag die Raketenangriffe auf Israel.

Von: df

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Tue, 05 Nov 2019 12:18:00 +0100
<![CDATA[„Türen für Jugendliche aufstoßen“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/05/tueren-fuer-jugendliche-aufstossen/ Sie zeigt ein charmantes Lächeln, wenn sie spricht. Ihre Fingernägel sind mattweiß lackiert, und ihre Worte unterstreicht sie mit gefühlvollen Bewegungen ihrer schlanken Hände. Doch wer sich mit Fatmeh Sibdeh unterhält, der spürt sofort ihre Zielstrebigkeit. Mit großem Ernst spricht sie von ihrer Kindheit, von ihren Lebenserfahrungen, von ihren Zielen als junge arabische Frau mit israelischem Pass.

Fatmeh ist Managerin und Mutter – sie ist stolz darauf, dass sie und ihre Familie in vierter Generation in Jaffa leben, jenem weltberühmten Vorort von Tel Aviv mit traditionsreicher arabischer Prägung und biblischer Geschichte. Als erste Araberin hat die 32-jährige studierte Sozialwissenschaftlerin den Direktorenposten des Arabisch-jüdischen Gemeindezentrums in ihrer Heimatkommune Jaffa übernommen. „Ich liebe es, ein Teil von Jaffa zu sein“, sagt sie. Und ihre Tätigkeit an der sozialen und mentalen Schnittstelle zweier kultureller Prägungen als Araberin, die in Israel lebt, empfindet sie nicht als Job, sondern als herausfordernde Berufung.

Das Gemeindezentrum liegt fast direkt am historischen Hafenrand von Jaffa. Dort bieten jüdische und arabische Sozialarbeiter, die für die Stadt Tel Aviv tätig sind, unter anderem Förder-, Sport-, Spiel- und Motivationsprogramme für arabische Jugendliche – ein zentrales Ziel ist es, mit ihnen zusammen Lebenswege in die moderne israelische Gesellschaft zu finden.

„Wir sind eine Familie“

Für Fatmeh ist es nicht nur eine schöne Vision, sondern selbst erlebte gesellschaftliche Integration, wenn sie sagt: „Die Wahrheit ist doch: Wir sind eine Familie – jüdisch, muslimisch und christlich.“ Das gelte für das Team und die Besucher des Arabisch-jüdischen Gemeindezentrums. Und es müsse für die vielfältige Gesellschaft im Staat Israel gelten. Ihre eigene Identität als begabte, verantwortungsbewusste und auch karriereorientierte Araberin im modernen Israel beschreibt sie als „multikulturell“. Ihr Leben sei vielfältig geprägt, herausfordernd und manchmal so widersprüchlich wie die Gesellschaft, in der sie lebt.

Sie war Schülerin, als sie sich entschied, aus der abgeschotteten arabischen Parallelwelt ihres Heimatortes und ihrer Familie auszubrechen. Die Eltern hatten sie auf eine französische Schule geschickt. Aber das reichte Fatmeh nicht. Eines Tages konfrontierte sie ihren Vater und ihre Mutter mit dem Ziel, eine jüdische Schule in Tel Aviv besuchen zu wollen. Nur etwa zehn Kilometer lagen zwischen ihrem Elternhaus und der jüdischen Lehranstalt – in den Augen ihrer Familie war diese Schule Lichtjahre entfernt: „Das geht nicht: Ein arabisches Mädchen kann nicht mit dem Bus zur Schule nach Tel Aviv fahren“, sagten sie.

Fatmeh muss lachen, als sie dies erzählt. Aber damals erlebte sie es als schmerzliche Auseinandersetzung in der Familie. Und sie ließ nicht locker. Für sie als erste Araberin auf der jüdischen Schule sei anfangs alles aufregend und verwirrend gewesen. Dennoch habe sie schnell Freunde gefunden, in der Bibel studiert und Hebräisch quasi als zweite Muttersprache gelernt. Das sei elementar im heutigen Israel. Viele arabische Jugendliche würden sich viele Chancen verbauen, wenn sie nicht Hebräisch lernen. Ein halbes Jahr später wechselte auch ihre Schwester auf die Schule in Tel Aviv – 20 weitere arabische Schüler aus Jaffa folgten. „Ich habe einen exzellenten Abschluss gemacht“, erzählt Fatmeh Sibdeh, und man sieht ihr an, wie stolz sie darauf ist.

Dennoch: Die Geschichte ihres sozialen Aufstiegs ist keine geradlinige Jubel- und Erfolgsstory, sondern es ist ein Weg mit Umwegen, mit Enttäuschungen. Denn trotz ihrer Spitzennoten, so berichtet Fatmeh, erhielt sie nur eine mäßige Einstufung für die Hochschulzulassung und konnte deshalb erst einmal kein Studium aufnehmen. Das israelische Bildungssystem hat an dieser Stelle eine Barriere, unter der auch jüdische Schüler leiden. Für ein arabisches Mädchen aus Jaffa muss es besonders schwierig gewesen sein. „Aber ich bin eine Kämpferin“, sagt Fatmeh. Ihr charmantes Lächeln ist einem fast stechenden Blick gewichen. Fatmeh lässt keinen Zweifel daran, dass sie hartnäckig ist, wenn es darum geht, wichtige Ziele im Leben zu erreichen.

Westjordanland keine Alternative

Doch als sie 20 Jahre alt war, wusste sie nicht: „Was soll ich tun mit meinem Leben?“ Sie heiratete früh, inzwischen ist sie zweifache Mutter. Nebenbei machte sie an der Hochschule ihren Bachelor und schaffte schließlich auch den Master-Abschluss.

Beruflich engagierte sie sich fünf Jahre lang in Initiativen, die arabische Frauen unterstützen. „Zugleich war mir immer auch wichtig, mit meinen Eltern und der Familie in Frieden zu leben“, sagt Fatmeh. Lange Zeit konnten sie und ihr Mann sich nur eine 60-Quadratmeter-Wohnung leisten. Da das Leben im palästinensischen Westjordanland viel weniger Geld kostet als in Tel Aviv, überlegte das junge Ehepaar damals: „Sollen wir vielleicht nach Ramallah ziehen? Aber mir war wichtig: Ich gehöre nach Jaffa. Hier will ich als arabische Frau und Mutter leben und arbeiten.“

Wenn sie an ihre wechselvolle Ausbildung an israelischen Schulen und Hochschulen zurückdenkt, dann ist da durchaus so etwas wie Ärger: „Dass die mich nicht gleich zum Studium zugelassen haben, war enttäuschend“, sagt sie. Aber die inzwischen erfahrene Sozial-Managerin blickt vor allem nach vorn und sieht die positive Entwicklung. Die städtischen Behörden und den israelischen Staat, durch die sie heute eine sinnstiftende Arbeit hat und Geld verdient, kritisiert sie nicht. Sie freut sich, dass sie eine gute Bildung erhalten und einen passenden Beruf finden konnte. Und sie hofft, dass sie arabische Jugendliche, die heute in Israel leben, motivieren, beraten und unterstützen kann, damit sie einen guten Weg für ihr Leben finden.

Auf Nachfrage bekräftigt sie: Als sie damals trotz bester Schulnoten nicht gleich zum Studium zugelassen wurde, da sei sie fast entmutigt gewesen. Heute ist sie überzeugt: „Ich kann durch meine Erfahrungen und durch meine Ausbildung einen Beitrag dazu leisten, dass arabische Jugendliche, die in Israel leben, bessere Zukunftsperspektiven bekommen.“

Von: Christoph Irion

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Tue, 05 Nov 2019 11:49:00 +0100
<![CDATA[Iranischer Judoka erhält Flüchtlingsstatus in Deutschland]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/11/05/iranischer-judoka-erhaelt-fluechtlingsstatus-in-deutschland/ Deutschland hat den iranischen Judoka Saeid Mollaei als Flüchtling anerkannt. Die Behörden und der Judoverband im Iran hatten ihn genötigt, im August bei den Weltmeisterschaften in Tokio auf seinen Wettkampf zu verzichten, um nicht später auf den Israeli Sagi Muki zu treffen. Dieser gewann den Titel in der Klasse unter 81 Kilogramm. Mollaei floh nach Deutschland. Nun trainiert er in der Hoffnung, die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu schaffen. Dort möchte er mit dem internationalen Flüchtlingsteam antreten.

Von: eh

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Tue, 05 Nov 2019 11:20:00 +0100
<![CDATA[Geschichte hinter Gebäuden entdecken]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/11/05/geschichte-hinter-gebaeuden-entdecken/ JERUSALEM (inn) – Bis heute bildet die evangelisch-lutherische Erlöserkirche im Herzen der Altstadt von Jerusalem das Zentrum der deutsch-, arabischsprachigen und weiteren protestantischen Gemeinden Jerusalems. Der Bau wurde nach Plänen des Architekten Friedrich Adler 1893 begonnen und am Reformationstag 1898 im Beisein des deutschen Kaisers Wilhelm II. eingeweiht.

Die Kirche dient als Sitz der Propstei. Was vielen nicht bekannt ist: Anfang des 20. Jahrhunderts lag die Propstei in der Prophetenstraße 42, wenige Hundert Meter nordwestlich der Altstadt. Die Architektin Valentina Nelin berichtet etwa 80 interessierten Israelis über die Geschichte des Gebäudes: „Seit etwa 60 Jahren befindet sich hier das ORT-College, eine Fachhochschule, in der vor allem technologische Fächer gelehrt werden.“ Sie betont nachdrücklich: „Es ist der einzige Ort in ganz Jerusalem, wo auch Landschaftsarchitektur angeboten wird.“

Nelin hat sichtlich Freude, als sie den Besuchern erklärt: „Dies ist ein historischer Ort. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Rahmen seiner Orientreise auch Jerusalem besuchte, brachte er seinen ganzen Stab mit. Der umfasste mehrere Hundert Soldaten. Die wollten zusammen unterkommen und ihre Zelte aufschlagen. Man bot ihm dieses Grundstück an.“ Sie zeigt den Besuchern ein Foto aus dem Jahr 1898: Darauf ist der Kaiser zu sehen, vor einem großen Zelt, das von vielen kleineren Zelten umstellt ist. „Natürlich war es ein diplomatischer Besuch. Doch die Unterkunft hatte den Charakter eines Militärlagers. Der Kaiser weihte auch die Erlöserkirche in der Altstadt ein. Doch während seines sechswöchigen Besuches wohnte er die ganze Zeit auf diesem Gelände.“

Die Zuhörer sind begeistert, als sie erfahren, dass sich hier auch das historische Treffen zwischen dem Kaiser und Theodor Herzl zugetragen hatte: „Das Treffen dauerte nicht länger als eine halbe Stunde, doch Herzl und seine Begleiter waren zuversichtlich.“ Von dem Treffen zwischen Herzl und dem Kaiser gibt es kein Foto, doch Nelin zeigt ein Bild, das Herzl und vier weitere Männer im schwarzen Anzug abbildet. Unter den Zuhörern befinden sich auch mehrere Fremdenführer, einer ruft aus: „Herzl schrieb in sein Tagebuch, dass er am Morgen der Zusammenkunft extra keinen Knoblauch gegessen hatte. Man wollte den Kaiser doch nicht schockieren.“

Nelin erzählt weiter: „Herzl hatte gehofft, mithilfe des Kaisers den Weg zu einem Judenstaat zu ebnen. Anfangs zeigte sich der Kaiser demgegenüber offen, später berief er sich allerdings auf die Landeshoheit des osmanischen Sultans.“ Das Gelände gehörte der deutschen protestantischen Gemeinde. Nur fünf Jahre nach diesem historischen Zeltlager wurde das Gebäude errichtet, das bis heute in der Prophetenstraße zu sehen ist. Als es in der Altstadt zu eng geworden war, musste man außerhalb bauen, und so beherbergte dieses Gebäude über mehrere Jahre die protestantische Propstei. Später wurde daneben eine deutschsprachige Jungenschule errichtet. Zwischen 1918 und 1926 lebte dort der britische Gouverneur von Jerusalem, Ronald Storrs.

„Architekt für das aktuelle Gebäude war Paul Palmer, der Sohn eines Freundes des legendären Conrad Schick.“ Und auch dieser hinterließ deutliche Spuren seines deutschen, protestantischen Erbes. Wer genau hinschaut, kann links und rechts der vorderen Giebelfenster die Worte des großen Reformators Martin Luther entdecken: „Ein feste Burg ist unser Gott.“ Nelin verweist darauf, dass das Gelände morgens und abends von Studenten übervölkert ist. „Doch wer in den Nachmittagsstunden kommt, so zwischen halb vier und halb sechs, kann freundlich den Wächter fragen, ob er mal einen Blick in das Gelände und auf das Gebäude werfen darf. Das ist dann in der Regel kein Problem, auch wenn man zum Gebäude selbst nur Zugang erhält, wenn darin gerade Ausstellungen stattfinden.“

Offenes Haus für alle

Nelins Tour findet statt im Rahmen des Projekts „Offenes Haus“, das 1992 in London gegründet wurde. Ziel ist, die Architektur von Gebäuden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei bekommen die Bewohner einer Stadt einmal im Jahr kostenfrei die Möglichkeit, Gebäude von innen zu erleben und mit Experten in den Dialog zu treten, um sich besser mit ihrer Umgebung auseinandersetzen zu können. In Israel sind Tel Aviv und Jerusalem seit 2007 Teil der Initiative „Häuser von innen“, wie sie auf Hebräisch genannt wird.

Am dritten Septemberwochenende hatten bereits in Tel Aviv mehr als 150 Gebäude ihre Türen geöffnet. Weltweit nehmen inzwischen 47 Städte an dem Programm teil. Im deutschsprachigen Europa sind es derzeit Wien (seit 2012), Zürich (seit 2016) und Basel (seit 2018).

Häuser als Publikumsmagnet

An den geführten Touren, die in Jerusalem zwischen Donnerstagmorgen und Samstagabend ein- bis viermal angeboten wurden, nahmen jeweils zwischen 30 und mehrere Hundert Personen teil. Eine von ihnen ist Sara-Jael. Sie ist extra aus der Siedlung Beit El angereist, um sich historische Gebäude anzuschauen, und berichtet: „Toll an dem Projekt ist, dass Häuser und auch Privatmenschen ihre Türen öffnen, zu denen ich allein nie Zugang hätte. Ich selbst bin in der Prophetenstraße aufgewachsen und erinnere mich besonders an die 70er Jahre. Da waren so viele schöne Häuser, wir wussten aber niemals wirklich, was sich hinter den hohen Mauern verbirgt.“

Ein Beispiel ist das Tabor-Haus, das ursprünglich von Conrad Schick als Wohnhaus für seine Familie entworfen und gebaut wurde. Zwischen 1882 und 1901 wohnte er dort. Aufgrund der Mischung von europäischen und nahöstlichen Bauelementen sticht das Haus aus seiner Nachbarschaft hervor. Heute ist es Eigentum der Schwedisch-Lutherischen Kirche und enthält ein theologisches Seminar. Teddy Kollek, der zwischen 1965 und 1993 Bürgermeister von Jerusalem war, bezeichnete es einst als „das schönste Haus in ganz Jerusalem“.

Das wollte sich auch Sara-Jael dieses Jahr endlich von innen anschauen. Die Mittfünfzigerin erzählt: „Heute Morgen ging ich hin und es waren etwa 45 Besucher da. Für mich sah es früher immer so schön und mysteriös aus.“ Doch die national-religiöse Jüdin schaut befremdet ihre Gesprächspartner an. „Als wir reingingen, sah ich eine Kapelle, eine kleine Kirche, mit einem Jesus und so. Da bin ich schnell wieder rausgegangen.“

Schosch, eine pensionierte Lehrerin aus Ramat Gan, gibt zu: „Jerusalem ist mir fremd und ich komme nicht gerne her. Aber dieses Festival ‚Häuser von innen‘ ermöglicht auch mir, mich durch ihre architektonischen Besonderheiten der Stadt anzunähern. Durch die Führungen erfährt man sehr viel über den Hintergrund der Gebäude und bekommt einen ganz eigenen Zugang zur Stadt.“

Von: mh

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Tue, 05 Nov 2019 10:53:00 +0100
<![CDATA[Israel übergibt jordanische Gefangene]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/05/israel-uebergibt-jordanische-gefangene/ Israel will zwei inhaftierte Jordanier in dieser Woche den jordanischen Sicherheitskräften übergeben. In diesem Zug wird auch der jordanische Botschafter, Ghassan Majali, nach Tel Aviv zurückkehren. Das teilte das israelische Außenministerium am Montag mit. Der Inlandsgeheimdienst Schabak hatte die beiden Jordanier Ende August und Anfang September mit Verdacht auf „schwere Sicherheitsgefährdungen“ festgenommen. Daraufhin holte das haschemitische Königreich seinen Botschafter zu Konsultationen nach Amman.

Von: df

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Tue, 05 Nov 2019 10:37:00 +0100
<![CDATA[Negativrekord: Tel Aviv unter Top5 der Stau-Städte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2019/11/04/negativrekord-tel-aviv-unter-top5-der-stau-staedte/ Tel Aviv gehört zu den fünf am stärksten frequentierten Städten der Welt. Um einen Kilometer in der Mittelmeer-Metropole zu fahren, braucht man durchschnittlich 2,38 Minuten. Das geht aus Unternehmensstatistiken der Navigations-App Waze hervor, über die unter anderem die Tageszeitung „Ha'aretz“ berichtet. Den Negativrekord stellt die philippinische Hauptstadt Manila mit fast 5 Minuten für einen Kilometer auf. Im kolumbianischen Bogota sind es etwa 4 Minuten, gefolgt von der indonesischen Hauptstadt Jakarta und Sao Paulo in Brasilien.

Von: mab

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Mon, 04 Nov 2019 16:15:00 +0100
<![CDATA[Jüdische Astronautin schickt Israelbilder aus dem Weltall]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/04/juedische-astronautin-schickt-israelbilder-aus-dem-weltall/ BAIKONUR (inn) – Besondere Perspektive: Die jüdische Astronautin Jessica Meir hat aus dem Weltraum Bilder von Israel geteilt. Auf Twitter veröffentlichte sie am Freitag drei spektakuläre Aufnahmen. Meir schrieb Mitte Oktober Geschichte, als sie zusammen mit ihrer Astronauten-Kollegin Christina Koch als erstes rein weibliches Team bei einem Weltraumspaziergang im Arbeitseinsatz aktiv war. Gestartet waren sie von der kasachischen Raumstation nahe der Stadt Baikonur.

Zu ihrem Post schrieb sie: „Die weltweite Reise meines Vaters als Chirurg aus dem Nahen Osten nach Europa und schließlich in die USA war für viele in meiner unmittelbaren und erweiterten Familie eine Inspiration.“ Dazu setzte die 42-Jährige den Hashtag #TheJourney (die Reise).

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, wurde Meirs Vater 1925 in Bagdad geboren und sechs Jahre später verließ die ganze Familie als Folge von Antisemitismus den Irak. Sie ließ sich im britischen Mandatsgebiet Palästina nieder.

1948 kämpfte Meirs mittlerweile verstorbener Vater in Israels Unabhängigkeitskrieg. Schließlich ging er nach Schweden, um Arzt zu werden. Dort lernte er seine Frau, Meirs Mutter, kennen. Die Krankenschwester wuchs in einer christlichen schwedischen Familie auf. Das Paar zog aufgrund eines Jobangebots nach Maine.

Israel-Flagge und Menora-Socken als persönliche Gegenstände

Obwohl die Mutter nicht zum jüdischen Glauben konvertierte, identifizierte sich die Familie als jüdisch und besuchte eine Synagoge. Meir sagt laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“, dass das Jüdisch-Sein ein wichtiger Teil ihrer Identität sei: „Ich persönlich bin keine wirklich religiöse Person, aber ich denke, dass mein jüdischer kultureller Hintergrund offensichtlich ein großer Teil meiner Kultur und insbesondere meiner Tradition ist.“

Zur Internationalen Raumstation ISS dürfen Astronauten persönliche Gegenstände mitnehmen. Meir brachte unter anderem die israelische Flagge und ein Sockenpaar mit Menora-Motiv mit. Im Frühjahr 2020 soll die Astronautin zur Erde zurückkehren.

Von: mab

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Mon, 04 Nov 2019 14:22:00 +0100
<![CDATA[„Wir müssen wachsam bleiben“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/04/wir-muessen-wachsam-bleiben/ FRANKFURT/MAIN (inn) – Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die europäischen Länder dazu aufgefordert, stärker gegen den Iran vorzugehen. Auf dem 1. Europäischen Israelkongress in Frankfurt am Main empfahl er am Sonntag, bei einzelnen Maßnahmen nicht auf eine gesamteuropäische Lösung zu warten – wie etwa bei der Frage eines Hisbollah-Verbotes.

Grenell betonte weiter, die Gefährlichkeit des iranischen Regimes ergebe sich aus der Verbindung von Antisemitismus und dem Streben nach regionaler Vorherrschaft. Der Iran wolle in der muslimischen Welt der legitime Führer des Antizionismus sein. Zudem trage er den Terrorismus nach Europa. „Wir müssen wachsam bleiben“, mahnte Grenell.

Kritik an deutscher Israel-Politik

Der Frankfurter Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker kritisierte das Abstimmungsverhalten Deutschlands bei den Vereinten Nationen, wenn es um Israel geht: „Wenn bei den Vereinten Nationen eine falsche, sehr schlechte Resolution gegen Israel in eine schlechte Resolution umgewandelt wird und deshalb Deutschland meint, sich neutral verhalten zu müssen, ist das traurig“, sagte der CDU-Politiker. „Richtig wäre, wenn Deutschland bei einer sehr schlechten Resolution gegen Israel mit einem klaren Nein stimmen würde – und wenn alle europäischen Staaten in diesem Fall mit Nein stimmen würden. Dann würden solche Resolutionen die Bedeutungslosigkeit bekommen, die sie ohnehin haben.“

Becker nahm auch zu der Äußerung Stellung, Israels Existenzrecht sei deutsche Staatsräson. Er verwies auf die Schwierigkeiten, die gesamte Hisbollah zur Terrorgruppe erklären zu lassen. Bei der NSDAP würde niemand auf die Idee kommen, zwischen der Sturm-Abteilung (SA) und dem „politischen Flügel“ zu unterscheiden. Genau das geschehe aber im Umgang mit der Hisbollah. Iranische Erklärungen, Israel müsse von der Landkarte gewischt werden, sowie das Potential für einen Angriff und die Unterstützung von Terror seien Grund genug für eine Sanktionierung.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte: „Antisemitismus tarnt sich zunehmend als Israelkritik. Früher hieß es ‚Nieder mit den Juden‘, heute heißt es häufig ‚Nieder mit Israel‘. Dieser Hass gegen den jüdischen Staat darf nicht hingenommen werden. Foren wie der 1. Europäische Israelkongress sind essenziell, denn sie unterstützen das Engagement für Israel und gegen israelbezogenen Antisemitismus. Es bedarf aber auch in der Gesamtgesellschaft eines verstärkten Einsatzes gegen Juden- und Israelhass.“

Vernetzen und lernen

Zum 1. Europäischen Israelkongress waren 150 Vertreter von pro-israelischen Organisationen angereist. Sie kamen aus 15 europäischen Ländern, dazu aus den USA und aus Israel, zum gemeinsamen Austausch. Unterstützt von Experten behandelten sie Probleme wie Antisemitismus und Antizionismus in Diskussionen und Arbeitsgruppen. Dabei ging es etwa um die Frage, wie einseitiger Kritik am Staat Israel am besten entgegenzutreten ist. Auch kurdische Israelfreunde waren bei der Konferenz in Frankfurt zugegen.

Organisiert haben den Kongress die Direktoren des gemeinnützigen Vereins „ILI – I Like Israel“, Sacha Stawski und Maya Zehden. Er baut auf dem Modell des Deutschen Israelkongresses auf, der seit 2010 fünfmal stattfand. Nach dem Willen der Organisatoren sollen in Zukunft auch in einzelnen europäischen Ländern nationale Israelkongresse ins Leben gerufen werden.

Von: df

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Mon, 04 Nov 2019 13:56:00 +0100
<![CDATA[EU fordert bedingungslosen Stopp palästinensischer Angriffe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/11/04/eu-fordert-bedingungslosen-stopp-palaestinensischer-angriffe/ Die EU hat die jüngsten palästinensischen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel verurteilt. Diese Angriffe auf Zivilisten seien „inakzeptabel“ und müssten „sofort und bedingungslos aufhören“, heißt es in einer Erklärung vom Sonntag. Palästinenser hatten am Freitag zehn Raketen auf Südisrael abgefeuert. Dabei war ein Wohnhaus in der Stadt Sderot getroffen worden. Verletzt wurde niemand. Israel reagierte auf den Beschuss mit Luftangriffen auf die Terror-Infrastruktur im Gazastreifen. Dabei wurde ein Palästinenser getötet, drei weitere wurden verletzt.

Von: dn

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Mon, 04 Nov 2019 12:40:00 +0100
<![CDATA[„Ein Muskel für Israel“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/04/ein-muskel-fuer-israel/ JERUSALEM (inn) – Der Christliche Mediengipfel, eine viertägige Konferenz für christliche Medienmacher, hat am Sonntagabend in Jerusalem begonnen. Er findet zum dritten Mal statt. Der Einladung von der Pressestelle der Regierung folgten mehr als 150 Medienleute aus 30 Ländern. Zudem waren zahlreiche Journalisten christlicher und jüdischer Medien anwesend, die im Land stationiert sind.

Gastgeber für den Eröffnungsabend war das 2015 eröffnete Museum der Freunde von Zion (FoZ). Weil der Platz im Museum nicht für alle gereicht hätte, wurde vor dem Museum eigens ein Zelt aufgebaut.

Evangelikale Denkfabrik eröffnet

Am Eröffnungsabend stand die Einweihung eines neuen Medienzentrums in Jerusalem im Vordergrund: Im Beisein von Premierminister Benjamin Netanjahu und dem US-amerikanischen Botschafter David Friedman eröffnete Mike Evans, der Gründer des Museums, das FoZ-Medienzentrum. Auch Jerusalems Bürgermeister Mosche Leon war anwesend, als die Mesusa an der Tür des neuen Zentrums angebracht wurde.

Seit der Gründung hat das Museum seine Ausstellungsfläche verdreifacht. In der kleinen Rivlin-Straße im beschaulichen Stadtteil Nachalat Schiv'a im Herzen Jerusalems wirken die vor einigen Wochen angebrachten beleuchteten FoZ-Schilder auf Passanten ein bisschen protzig, asie zeigen sich verunsichert: „Schade um das Flair der kleinen Gasse“.

Der Amerikaner Evans ist jedoch überzeugt: „In einer Zeit, in der Israel von vielen Ländern der Welt angefeindet wird, braucht Israel uns mehr denn je. Wir zählen heute 67 Millionen Freunde von Zion.“ Damit beruft er sich auf die Follower in den Sozialen Medien sowie auf die Besucher, die bereits im Museum gewesen sind. Auf die Boykottbewegung BDS möchte er eine Antwort geben: „Wir Evangelikale sind etwa eine Milliarde Menschen. Darin liegt eine große Kraft. Und es wird Zeit, dass die erste evangelikale Denkfabrik gegründet wird. Israel bekommt damit einen Muskel, den es bis heute nicht hatte und der ihm hilft, stark gegen sämtliche Boykottaufrufe anzugehen.“

Noch wirken die neuen Räume auf den Beobachter steril und unbenutzt, sie sind bestuhlt und große Flachbildschirme flimmern vor den weißen Wänden. Evans spricht von „der neuesten Technologie. Ihr werdet staunen, wenn ihr seht, wie sich die Bildschirme vor euren Augen auf- und zusammenklappen. Wir werden einen Campus für Social Media haben. Das Medienzentrum ist ein Geschenk an Israel. Die Hauptkriege des 21. Jahrhunderts werden aus Medienkriegen bestehen. Und deswegen wollen wir uns einmischen und das Schlachtfeld nicht unseren Feinden überlassen. 41 Prozent der Weltbevölkerung sind jünger als 25 Jahre. Darauf müssen wir reagieren.“

Netanjahu dankt Christen für Freundschaft

In seiner Rede betonte Premierminister Benjamin Netanjahu, wie wichtig US-Präsident Donald Trumps Schritt gewesen sei, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen und die Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet anzuerkennen. Größere Proteste in der arabischen Welt seien ausgeblieben. „Im Nahen Osten vollzieht sich eine bahnbrechende Veränderung gegenüber Israel. In vielen Ländern werden wir nicht länger als Feind wahrgenommen, sondern als Verbündeter gegenüber dem militanten Islam, wie er von militanten Sunniten wie Al-Qaida und IS auf der einen Seite, und eben zunehmend auch von militanten Schiiten, die vom Iran und seinen Verbündeten unterstützt werden, geführt wird.“ Die arabischen Staaten würden anerkennen, dass diese Milizen sie ebenso bedrohten wie den jüdischen Staat, und seien deshalb auf Israels Seite.

„Dass wir gemeinsame Interessen verfolgen, ist gut. Wir wollen wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit fördern. Das ist ein wichtiger Schritt zum Frieden. Doch heißt es nicht zwingend, dass wir gemeinsame Werte haben. Was wir dagegen heute hier auf dem Mediengipfel erleben, zeigt, dass wir Werte teilen. Wir haben eine Allianz von denen, die an unsere große judäo-christliche Tradition glauben. Wir haben keine besseren Freunde in der Welt als unsere christlichen Freunde. Danke für eure Freundschaft. Es ist sicher kein Zufall, dass Israel der einzige Ort im Nahen Osten ist, wo Christen umfassende Religionsfreiheit genießen.“

Netanjahu betonte die Meinungsfreiheit, die in Israel herrsche. Auf die kritische Frage eines israelischen Reporters antwortete er: „Wie Sie wissen, darf selbst der Premierminister in Israel kritisiert werden. Israel hat ein funktionierendes Rechtssystem und gute Gerichte, die unseren Respekt verdienen.“

US-Botschafter Friedman spricht über Turmbau zu Babel

Mit großem Beifall wurde US-Botschafter David Friedman begrüßt. „Die große Frage ist, wie wir Technologie verantwortlich einsetzen, dass sie uns zu etwas Gutem dient. Wir alle kennen die hohen Kosten von Technologie. Etwa, wenn uns die Technologie stundenlang vor dem Bildschirm fesselt, statt dass wir Zeit mit unseren Familien, Freunden oder in unseren Gebetshäusern zu verbringen.“

Friedman nahm die Zuhörer mit in eine kurze Bibelbetrachtung. „Im aktuellen Wochenabschnitt Noah lesen wir vom Turmbau zu Babel. Die Menschen entdecken, was für ein ungeheurer Fortschritt es ist, statt Steinen Ziegel zu verwenden. Ihr Ziel war aber nicht etwa, günstigere Häuser für alle herzustellen, sondern sich selbst ‚einen Namen zu machen‘. Das missfiel Gott, und so griff er ein, um das Projekt zum Stoppen zu bringen. Wenn wir uns das neue Medienzentrum anschauen, sehen wir, dass Technologie in seinem besten Sinne und zu einem guten Ziel benutzt wird.“

Auch Friedman betonte: „Die Kriege des 21. Jahrhunderts sind vor allem ideologischer Art. In dieser Zeit brauchen wir ganz besonders Freunde, die zu uns stehen.“

Jürgen Bühler, Präsident der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem (ICEJ), wies darauf hin, dass Israel „keine besseren Freunde als die Evangelikalen hat“. Diese neue Art der Christen, die sich über die ganze Welt erstrecke, gelte es ernst zu nehmen. „Solch ein Mediengipfel, wie wir ihn heute hier erleben, wäre vor 20 und noch vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen. Doch heute gibt es eine phänomenal wachsende Anzahl von Christen, die an Israels Seite und mit dem jüdischen Volk stehen.“

Von: mh

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Mon, 04 Nov 2019 12:22:00 +0100
<![CDATA[SodaStream ersetzt Plastik- durch Metallflaschen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/11/04/sodastream-ersetzt-plastik-durch-metallflaschen/ Der SodaStream-Standort in Aschkelon plant, Einwegflaschen aus Plastik aus seinem Sortiment zu nehmen. Wiederverwendbare Metallflaschen sollen diese ersetzen. Das berichtet das israelische Wirtschaftsmagazin „Globes“. In den entsprechenden Flaschen befindet sich Sirup in unterschiedlichen Geschmacksvariationen wie Cola, Orange oder Eistee. Durch den für Anfang 2021 geplanten Vorstoß soll die Produktion von Millionen von Wegwerfflaschen eingestellt werden. Darüber hinaus plant IKEA Israel, Einwegplastik-Geschirr ab 2020 nicht mehr zu verkaufen und es nicht mehr in seiner Cafeteria zu nutzen.

Von: mab

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Mon, 04 Nov 2019 11:15:00 +0100
<![CDATA[Sportveranstaltung für palästinensische Jungen und Mädchen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/11/04/sportveranstaltung-fuer-palaestinensische-jungen-und-maedchen/ Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen im Sport war Thema einer Veranstaltung am Freitag in Ramallah. Daran nahmen mehr als 260 palästinensische Kinder teil. Die Vertreterin der UN-Frauenorganisation beim „Staat Palästina“, Maryse Guimond, sagte: „Sowohl Jungen als auch Mädchen sollten an jedem Sport teilnehmen können und unterstützt werden, um ihr volles Potential zu entfalten.“ Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA weist darauf hin, dass aufgrund traditioneller Geschlechternormen Mädchen und Frauen in den Palästinensergebieten immer noch Probleme haben, wenn sie Sport treiben wollen.

Von: eh

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Mon, 04 Nov 2019 11:03:00 +0100
<![CDATA[Brasilianische Veteranen bei Freundschaftsspiel in Haifa]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/11/01/brasilianische-veteranen-bei-freundschaftsspiel-in-haifa/ Ehemalige Fußballstars aus Brasilien haben am Dienstag in Haifa ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl israelischer Veteranen ausgetragen. Die Gäste siegten vor etwa 28.000 Zuschauern mit 4:2. Das Spiel solle die Werte des Fußballs verbreiten, sagte der Champions-League-Sieger Kaká. Außer ihm standen unter anderen die Brasilianer Ronaldinho, Roberto Carlos, Rivaldo, Cafu und Emerson auf dem Platz. Am Tag vor dem Spiel hatten die 14 brasilianischen Sportler die Klagemauer in Jerusalem besucht. Zudem statteten sie Kindern im Rambam-Krankenhaus von Haifa einen Besuch ab.

Von: eh

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Fri, 01 Nov 2019 14:46:00 +0100
<![CDATA[„Nicht jeder kann den Elefanten wieder verpacken“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/01/nicht-jeder-kann-den-elefanten-wieder-verpacken/ Mohammad Darawshe gilt als Experte des jüdisch-arabischen Zusammenlebens in Israel. Der israelische Araber hat einen Masterabschluss der Universität Haifa in Konflikt- und Friedensforschung und studierte im Bachelorstudiengang Englisch und Politikwissenschaft in Jerusalem. Erst kürzlich erhielt er eine Gastprofessur für arabisch-israelische Koexistenz an der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Israelnetz: Wo in Israel liegt Ihr Wohnort genau?

Mohammad Darawshe: Iksal ist ein kleines Dorf im Norden Israels. Es wurde bereits im Alten Testament im Buch Josua 19 erwähnt (lacht). Es ist also eine alte Stadt und meine Familie lebt dort seit rund 800 Jahren – meine Kinder in der 28. Generation. Das Dorf Iksal liegt ungefähr zehn Autominuten von Nazareth entfernt. In Nazareth wurden auch meine Mutter und ich selbst geboren. Meine Familie ging dort zur Oberschule. Ich studierte später in Jerusalem und Haifa, baute mein Haus aber in Iksal.

Das klingt nach einem sehr landverbundenen Menschen. Sie sind darüber hinaus Direktor des „Zentrums für Gleichheit und gesellschaftliches Miteinander“ bei Givat Haviva, das seit 1963 als jüdisch-arabisches Zentrum für Frieden dient und 2001 den UNESCO-Friedenspreis erhielt.

Stimmt, ich bin auch in erster Linie Direktor einer Nichtregierungsorganisation. Für unsere jüdisch-arabische „Friedenserziehung“ nutzen wir verschiedene Strategien. Zum Beispiel bringen wir jüdische und arabische Kinder dazu, gemeinsam Hummus zu essen oder Musik zu hören. Dabei bemerken die Kids, dass sie dieselben Gerichte oder Sänger lieben oder dieselben Hobbys teilen. Dann sprechen wir über ihre individuellen Konflikterfahrungen. Das schafft Verständnis und versöhnt miteinander. Die Krux ist, sehr sensibel vorzugehen. Jeder kann einen Elefanten auspacken, aber nicht jeder kann den Elefanten wieder verpacken! Wir wollen nicht, dass die Kinder hinterher denken: Das Treffen war okay, solange wir nicht über den Konflikt gesprochen haben. Ziel ist es, sich trotz aller Differenzen zu tolerieren. Das gelingt, wenn man sich auf gemeinsame Interessen konzentriert. Wir müssen bloß die Regeln schaffen, die das Miteinander lebbarer machen.

Spannend war auch Ihre Forschungstätigkeit an der Robert Bosch Academy in Berlin. Dort erforschten Sie den Umgang der Europäer mit sozialen Minderheiten.

Während meines Aufenthalts in Deutschland im Jahr 2016 untersuchte ich alteingesessene Minderheiten in Europa. Die Frage war: Was geschah in Italien mit der deutschsprachigen Minderheit, was in Deutschland mit den Dänen oder Sinti und Roma? Die Geschichte zeigt, dass sich Minderheiten in Europa, die bereits vor der eigentlichen Nationsbildung im Land lebten, kaum angepasst haben – weder sprachlich noch kulturell. Ganz im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten von Amerika, in denen der Erwerb der US-Staatsbürgerschaft jedem dort geborenen Kind automatisch ermöglicht wird. Dennoch verlangen unterrepräsentierte Volksgruppen häufig Kollektivrechte, die ihre Identität schützen. Viele Länder gewähren ihnen eine gewisse Autonomie, indem sie identitätsstiftende Regularien schaffen. Etwa in Flensburg, wo dänische Kindergärten und Altenheime entstanden sind. Dort können dänische Kinder und Senioren von alteingesessenen Familien in ihrer Herkunftssprache sprechen.

In Israel wird der arabischen Minderheit an den Universitäten nicht die Möglichkeit gewährt, sich in ihrer Muttersprache auszudrücken – finden Sie das kritikwürdig?

Die Notwendigkeit der arabischen Minderheit in Israel, die Sprache des Landes zu sprechen, ist selbstverständlich weitaus höher als für Israelis, Arabisch zu sprechen. Dennoch wäre Bilingualität beider Gesellschaftsgruppen ein Weg, zwischenmenschliche Barrieren abzubauen. Abseits davon befeuert die israelische Regierung momentan jedoch eher die gesellschaftliche und wirtschaftliche Segregation zwischen Arabern und Juden.

Ich denke nicht, dass Palästinensern gleich welcher Art eine Arbeitsstelle in Israel verwehrt werden sollte, weil ein Palästinenser zuvor einen Gewaltakt verübt hat.

In welcher Hinsicht – haben Sie ein Beispiel dafür?

Seit Miri Regev Kulturministerin geworden ist, kritisieren israelische und arabische Aktivisten die Bestrebungen, Künstler zu fördern, die keine vermeintlich israelkritischen Werke schaffen. Das Loyalitätsgesetz, das Kürzungen „antidemokratischer“ Künstleretats erlauben wollte, wurde von der Knesset glücklicherweise gekippt. Dennoch weiß ich von jüdischen Theatergruppen, die von Kürzungen durch das Ministerium für Kultur und Sport bedroht wurden, weil sie sich weigerten, vor Siedlern aufzutreten.

Das führt zu meiner nächsten Frage. Was halten Sie von Bestrebungen der transnationalen Kampagne des BDS, durch Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen den Staat Israel zu isolieren? Manche der BDS-Aktivisten bestreiten ja auch das Existenzrecht Israels ...

Ich unterstütze Verhandlungen, aber ich denke nicht, dass Siedlungen in der Westbank und im Gaza oder weitere Militarisierung dem Frieden dienen. Einige Segmente der BDS, die zu Fortschritt führen würden, finde ich unterstützenswert. Wenn eine israelische Firma versucht, Palästinenser als Mitarbeiter auszuschließen, empfinde ich das als diskriminierend und boykottwürdig.

Auf der anderen Seite haben bereits Palästinenser mit Arbeitsgenehmigungen in Israel Anschläge verübt – insofern ist es doch gut möglich, dass israelische Firmen aus Sicherheitsgründen vorsichtig bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter geworden sind?

Ich denke nicht, dass Palästinensern gleich welcher Art eine Arbeitsstelle in Israel verwehrt werden sollte, weil ein Palästinenser zuvor einen Gewaltakt verübt hat. Damit schließe ich alle Palästinenser mit ein – seien es israelische Bürger, Einwohner ohne israelische Staatsbürgerschaft wie in Ostjerusalem oder aber Palästinenser mit einer Arbeitserlaubnis. Ich kenne ebenfalls israelische Juden, die einen Gewaltakt verübt haben. Rechtfertigt dies das Brandmarken aller israelischen Juden als Kriminelle? Insgesamt denke ich jedoch, dass blanke Ächtung israelischer Firmen, die keine Palästinenser einstellen, nur den radikalen rechten Flügel befeuern würde. Das lässt sich intelligenter lösen. Man kann einen einzelnen Professor oder eine einzelne Firma boykottieren. Aber würde man große israelische Banken meiden, beträfe das beispielsweise auch meine Arbeit im Zentrum für jüdisch-arabische Koexistenz. Unsere Organisation wird von der Bank HaPoalim und der Bank Le‘umi unterstützt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Maria Köpf

Maria Köpf lebt als freie Journalistin in Berlin. Sie studierte Germanistik und Judaistik an der Freien Universität in Berlin. Während ihrer sechsmonatigen Mitarbeit in einem jüdisch-arabischen Friedensprojekt im Kinderheim Neve Hanna in Kiriat Gat am Rande der Negev-Wüste erlebte sie die Kontroversität der Geschichte Israels ebenso wie die Zugewandtheit der israelischen Bevölkerung gegenüber innovativen Einflüssen und fremden Menschen.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 5/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Fri, 01 Nov 2019 14:31:00 +0100
<![CDATA[Amerikanischer Botschafter Grenell kritisiert Merkel wegen Wortwahl gegenüber Iran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/11/01/amerikanischer-botschafter-grenell-kritisiert-merkel-wegen-wortwahl-gegenueber-iran/ BERLIN (inn) – Der Botschafter der USA in Berlin, Richard Grenell, hat eine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Iran kritisiert. Sie habe als Reaktion auf eine Drohung gegen den jüdischen Staat von „anti-israelischer“ Rhetorik, aber nicht von Antisemitismus gesprochen. Der amerikanische Diplomat ist nicht der erste, der solche Vorwürfe gegenüber der deutschen Regierung erhebt.

In diesem Fall geht es um eine Äußerung des Vorsitzenden des Komitees für nationale Sicherheit und Außenpolitik, Modschtaba Sonnur. Der General sagte laut des Medienbeobachtungsinstitutes MEMRI am 11. Oktober: „Wenn Israel oder Amerika einen Fehler machen, wird Israel nicht länger als 20 oder 30 Minuten leben.“

Botschafter Grenell sagte dem Sender „Fox News“: „Mit der Zerstörung Israels zu drohen, ist etwas, das nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, vor allem wenn die Drohungen von offiziellen Vertretern des iranischen Regimes kommen, die regelmäßig Terror als Waffe der Einschüchterung nutzen. Wenn jemand Ihnen zeigt, wer er ist, dann glauben Sie ihm.“

Kritik nicht neu

Bereits Anfang Oktober hatte die Zionistische Organisation Amerikas (ZOA) Merkel kritisiert: Sie habe die genozidalen Bestrebungen des Iran gegen den jüdischen Staat Israel ignoriert. Überhaupt vermieden Kanzlerin und Regierung es, Antisemitismus in Erklärungen zum Iran zu benennen.

Hintergrund war hier ein Zitat des Chefkommandeurs der Revolutionsgarden, Hossein Salami. Er hatte mit Bezug auf Israel gesagt: „Dieses böse Regime muss von der Landkarte gewischt werden.“ Das sei nicht länger ein Traum, sondern ein erreichbares Ziel. 40 Jahre nach der Revolution habe der Iran „es geschafft, die Kapazität zu erlangen, um den Hochstapler namens zionistisches Regime zu zerstören“.

Daraufhin erklärte das Auswärtige Amt: „Wir verurteilen die jüngsten Drohungen von Seiten der iranischen Revolutionsgarden gegen Israel auf das Schärfste. Solche israel-feindlichen Äußerungen sind in keiner Weise hinnehmbar. Das Existenzrecht Israels ist nicht verhandelbar. Wir fordern Iran auf, sich zu friedlichen Beziehungen mit allen Staaten in der Region zu bekennen und praktische Schritte zur Deeskalation zu unternehmen.“

Warum nicht in Farsi übersetzt?

Benjamin Weinthal von der Tageszeitung „Jerusalem Post“ fragte nach, ob die iranischen Äußerungen antisemitisch seien. Ein Regierungssprecher entgegnete: „Wir haben der Antwort des Auswärtigen Amtes nichts hinzuzufügen.“ Weinthal fragte auch über Twitter, warum der deutsche Botschafter Michael Klor-Berchtold die offizielle Erklärung nicht auf Farsi getwittert habe und warum das Außenministerium sie nicht übersetzt habe. Darauf erhielt er keine Antwort.

ZOA-Präsident Morton A. Klein kommentierte die deutsche Erklärung mit den Worten: „Wir leben in einem surrealen Zeitalter, in dem die offenkundigsten, offensichtlichsten, erschreckendsten Äußerungen von Hass gegen die Juden und deren kollektive Existenz von ausländischen Regierungen verbissen ignoriert, schöngefärbt oder verwässert werden.“ Er fügte an: „Offenbar würden, komme was da wolle, ausländische Führungspersönlichkeiten wie Kanzlerin Merkel vorige Woche, lieber etwas anderes sagen oder tun, als die offensichtliche Tatsache aussprechen und verurteilen, dass, in diesem Fall, das iranische Regime danach gestrebt hat, den jüdischen Staat Israel auszulöschen, und es immer noch tut.“

Experten: Deutschland muss iranische Bestrebungen deutlicher verurteilen

Der Antisemitismusexperte und Gaststipendiat der Universität Oxford, Charles Small, sagte der britischen Zeitung „Express“: „Für die deutsche Regierung nach dem Holocaust ist es ungebührlich, zu schweigen und die ideologische Verpflichtung des iranischen Revolutionsregimes, Israel und die jüdische Souveränität zu zerstören, nicht deutlich und empört zu verurteilen – vor allem angesichts der Geschichte des deutschen Antisemitismus und des Massenmordes und der Zerstörung, die er verursachte.“

Auch der Professor der Politikwissenschaften an der israelischen Bar-Ilan-Universität, Gerald Steinberg, teilt diese Ansicht: „Die Deutschen, und vor allem Merkel, sollten die Ersten sein, die die genozidalen Drohungen des Iran gegen den jüdischen Staat als Antisemitismus anprangern. Stattdessen flüchten sie sich hinter das Gerücht, dass ‚anti-israelische‘ Sprache von Antisemitismus unterschieden werde könne. Sie unterminieren damit den internationalen Konsens hinter der Arbeitsdefinition der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA).“

Steinberg ergänzte: „Jeder Aspekt der iranischen Kampagne zur Zerstörung Israels ist verankert in Hass gegen Juden und jüdische nationale Selbstbestimmung. Das schließt ein, dass viele der Bilder Nazi-Propaganda nachmachen. Solange sie im Amt bleibt, sollte Merkel höchste Priorität dafür einräumen, den Schaden wiedergutzumachen, den sie angerichtet hat, indem sie dem Iran nicht entgegentrat.“

Die Zionistische Organisation Amerikas wirft der Bundesregierung des Weiteren vor, die neuen US-Sanktionen gegen den Iran umgehen zu wollen. „Sie ist an Einnahmen aus dem Handel mit dem Iran mehr interessiert als am Wahren von Frieden oder an Schritten gegen diejenigen, die mit Völkermord drohen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Kritik an Gratulation zum Revolutionsjubiläum

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht ebenfalls in der Kritik. Er hatte im Februar dem Iran offiziell zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution gratuliert. Zum selben Anlass nahm Außenminister Heiko Maas (SPD) an einem Empfang der iranischen Botschaft in Berlin teil.

Von: eh

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Fri, 01 Nov 2019 14:28:00 +0100
<![CDATA[Die Region Tel Aviv bietet demnächst Busse am Schabbat]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/11/01/die-region-tel-aviv-bietet-demnaechst-busse-am-schabbat/ TEL AVIV (inn) – In der Region Tel Aviv werden in den kommenden Wochen auch am Schabbat Busse fahren. Die Stadt Tel Aviv-Jaffa hat am Dienstag ein entsprechendes Budget genehmigt. Es beläuft sich auf umgerechnet rund 380.000 Euro für sieben Linien mit Kleinbussen. Diese fahren dann zwischen Tel Aviv, Giv'atajim, Kiriat Ono und Ramat HaScharon.

Rechtliche Finessen

Die beteiligten Städte setzen das Angebot zunächst probeweise um. Damit keine rechtlichen Schwierigkeiten entstehen, ist es fürs Erste kostenlos. Damit gilt es nicht als „Öffentlicher Nahverkehr“, der in Israel während des Schabbats untersagt ist.

Sollten sich die Schabbat-Linien bewähren, müssten Passagiere dafür auch bezahlen. Um die Schabbat-Regelung zu umgehen, dürften sie das Ticket dann nicht bei Fahrtantritt erwerben. Denkbar wäre aber eine Pauschalgebühr, die für ein Vierteljahr oder länger gilt.

Die Initiative für das Projekt ging von Tel Aviv aus. Ron Huldai, seit 1998 Bürgermeister der Stadt, ließ dazu die umliegenden Städte anfragen. Bat Jam und Holon hatten Interesse signalisiert. Dort verhindern finanzielle Engpässe aber eine Beteiligung.

Gemischte Reaktionen

Die Politiker der Partei Blau-Weiß, Jair Lapid und Benny Gantz, begrüßten die Schabbat-Linien. Gantz sieht dies als guten Kompromiss: „Die Maßnahme beachtet den besonderen Charakter des Ruhetages und die persönliche Freiheit, den Schabbat nach eigenem Ermessen zu gestalten: In der Synagoge, bei den Eltern am anderen Ende der Stadt oder einfach am Strand.“

Verkehrminister Bezalel Smotritsch von der religiös geprägten Partei „Jüdisches Haus“ übte jedoch Kritik: „Ertrotzte Aktionen wie diese vergrößern den Spalt in der israelischen Gesellschaft.“ Er kündigte an, rechtliche Mittel zu prüfen, um die Initiative zu stoppen.

Von: df

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Fri, 01 Nov 2019 11:59:00 +0100
<![CDATA[Škoda-Produktion mit israelischer Software]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/11/01/skoda-produktion-mit-israelischer-software/ Der tschechische Autobauer Škoda wird die Software des israelischen Start-ups Seebo nutzen, um die Produktion effizienter zu gestalten. Das teilte Seebo am Donnerstag in Tel Aviv mit. Die Software analysiert die Abläufe am Fließband oder automatische Prozesse bei der Produktion. „Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Autobranche geht über das Autonome Fahren hinaus“, sagte Seebo-Chef Lior Akavia. „Die Zusammenarbeit zeigt das anhaltende Interesse von Škoda, innovativ zu sein. Wir sind stolz darauf, Teil dieser Strategie zu sein.“

Von: df

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Fri, 01 Nov 2019 10:52:00 +0100
<![CDATA[Streit um Brief eines Holocaust-Opfers]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/31/streit-um-brief-eines-holocaust-opfers/ TEL AVIV / JERUSALEM (inn) – Das Tel Aviver Bezirksgericht hat die Versteigerung des Briefes eines Holocaust-Opfers gestoppt. Der Brief sollte zusammen mit vier weiteren am Dienstag beim Auktionshaus Dynasty in Jerusalem unter den Hammer kommen.

Verwandte des Holocaust-Opfers hatten gegen die Auktion protestiert. In einer ersten Anhörung vor Gericht verlangte das Auktionshaus 10.000 US-Dollar für den Verkauf des Briefes. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Ha'aretz“.

Verfasst hat den Brief die damals elfjährige Rachel Mintz im Jahr 1937. Auf Hebräisch schrieb sie Kindern im damaligen Mandatsgebiet Palästina. Sie schilderte dabei ihr Leben in Polen, den Antisemitismus, den sie dort erfuhr und ihren Wunsch, nach Palästina auszuwandern. Als 16-Jährige wurde sie von Deutschen ermordet, nachdem ein Jude aus ihrer Heimatstadt Zarki ihr Versteck verraten hatte.

Weitere Verhandlung angedacht

Der Besitzer des Briefes, Dudi Silberschlag, gehört dem Beratungsgremium der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem an. Nach eigenen Angaben hat er den Brief auf einem Flohmarkt in Jaffa erworben. Vor Gericht sagte er, ein Stopp des Verkaufs würde „irreparablen“ finanziellen Schaden mit sich bringen.

Die Verwandten bestehen darauf, dass Silberschlag den Brief ihnen oder dem Archiv von Yad Vashem überlässt. Der Richter urteilte, dass Silberschlag mit der Familie weiter verhandeln muss. Bei dem Brief handele es sich nicht nur um ein Sammlerstück, sondern um eine persönliche Erinnerung für die Familie. Die Verhandlung soll kommende Woche vor Gericht weitergehen.

Yad Vashem betont, dass Silberschlag kein regulärer Mitarbeiter ist. Die Position im Beratungsgremium erfolge durch politische Ernennung oder auf freiwilliger Basis. In einer Stellungnahme heißt es: „Es ist moralisch verwerflich und höchst geschmacklos, wenn jemand mit persönlichen Gegenständen oder Dokumenten von Holocaust-Opfern oder aus der Zeit des Holocaust handelt.“

Von: df

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Thu, 31 Oct 2019 12:32:00 +0100
<![CDATA[USA mit sechs Golfstaaten gegen Revolutionsgarden und Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/31/usa-mit-sechs-golfstaaten-gegen-revolutionsgarden-und-hisbollah/ RIAD (inn) – Sechs Golfstaaten und die USA haben zusätzliche Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Es geht um 25 Firmen und Einrichtungen, die den Revolutionsgarden oder der Hisbollah-Miliz im Libanon nahestehen. Beteiligt sind neben den USA die Golfstaaten Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und Vereinigte Arabische Emirate. Die Länder gehören dem 2017 von den USA errichteten Zentrum für Bekämpfung von Terrorfinanzierung (TFTC) an.

Der israelische Außenminister Israel Katz begrüßte die Initiative. Dies sei der richtige Weg, um iranischer Aggression zu begegnen, schrieb der Likud-Politiker am Mittwoch auf Twitter.

Die Sanktionen richten sich unter anderem gegen Firmen, die die Baschidsch-Widerstandstruppen unterstützen. Das US-Finanzministerium wirft der paramilitärischen Untergruppe der Revolutionsgarden vor, die „Opposition mit brutaler Anwendung von Gewalt zu unterdrücken“ und Kämpfer für regionale Konflikte zu liefern. Auch Unterstützer der Hisbollah stehen auf dem Index.

US-Finanzminister: Iran darf bösartige Aktivitäten nicht eskalieren

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, wurden alle 25 Firmen und Einrichtungen bereits 2018 in einem Bericht des Finanzministeriums zu Sanktionen genannt. Minister Steven Mnuchin sagte am Mittwoch bei einem Geschäftsforum in der saudischen Hauptstadt Riad zu der neuen Maßnahme: „Diese Aktion zeigt die einmütige Haltung der Golfnationen und der Vereinigten Staaten, dass der Iran nicht seine bösartige Aktivität in der Region eskalieren darf.“

Von: eh

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Thu, 31 Oct 2019 12:22:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 31. Oktober 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/10/31/nachrichten-vom-31-oktober-2019/ Thu, 31 Oct 2019 11:12:00 +0100 <![CDATA[„Deutsche Firmen dürfen iranisches Regime nicht unterstützen“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/31/deutsche-firmen-duerfen-iranisches-regime-nicht-unterstuetzen/ Die Kampagne „Stop the Bomb“ wirft dem Internationalen Messe- und Ausstellungsdienst (IMAG GmbH) vor, den internationalen Handel mit dem Regime im Iran zu fördern. In einem offenen Brief an das Unternehmen fordern die Aktivisten ein Ende der Geschäfte mit Firmen, die vom iranischen Regime oder den Revolutionsgarden kontrolliert werden. „Wir halten es für unerträglich, dass ausgerechnet eine deutsche Firma führend daran beteiligt ist, den Handel mit dem einzigen Regime zu fördern, das die Vernichtung Israels zum Kern seiner Außenpolitik erklärt hat“, heißt es in dem Schreiben.

Von: eh

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Thu, 31 Oct 2019 10:51:00 +0100
<![CDATA[70 Jahre jüdisch-arabische Verständigung durch Givat Haviva]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/31/70-jahre-juedisch-arabische-verstaendigung-durch-givat-haviva/ BERLIN (inn) – Die israelische Botschaft in Berlin hat am Montag eine Feier zum 70-jährigen Bestehen des israelisch-arabischen Verständigungsprojekts Givat Haviva veranstaltet. Geladen waren hochrangige Gäste aus Politik, Medien und Öffentlichkeit. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in einer Rede die Verdienste von Givat Haviva. Der Name bedeutet „Havivas Hügel“. Er bezieht sich auf Haviva Reik, eine Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg, die 1944 von den Nazis hingerichtet wurde.

Die Organisation hat 1949 als Kulturstiftung der Kibbutzbewegung ihren Anfang genommen und betreibt seit 1963 die Begegnungsstätte „Jüdisch-Arabisches Zentrum für den Frieden“. Ziel ist die bessere Integration der arabischen Minderheit in den jüdischen Staat. Nach Angaben der Organisation besuchen jährlich 50.000 Menschen den zwischen Tel Aviv und Haifa gelegenen Campus. Zu den Angeboten zählen etwa Kunstprojekte, Forschungszentren zur Scho’ah, der Kibbutzbewegung und der Staatsgründung Israels oder Arabisch-Kurse. Je die Hälfte der Mitarbeiter und des Direktoriums bestehen aus Juden und arabischen Israelis.

Anerkennende Worte vom Bundespräsidenten

Steinmeier lobte Givat Haviva mit den Worten: „Die Organisation leistet einen wichtigen Beitrag zur Verständigung der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Israel.“ Davon habe er sich zusammen mit seiner Frau „bei einem beeindruckenden Besuch des Campus“ 2017 selbst überzeugen können. In seiner Rede kam das Staatsoberhaupt auch auf Entwicklungen in Deutschland zu sprechen. „Der Kampf, das Eintreten gegen Antisemitismus ist nicht erledigt“, sagte Steinmeier und betonte: „Juden sollen hier selbstbewusst leben. Denn jüdisches Leben gehört zu einer Selbstverständlichkeit in diesem Land.“

Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff brachte ebenfalls seine Freude über das 70-jährige Bestehen der Einrichtung zum Ausdruck und bezeichnete Koexistenz und Toleranz als wesentliche Bestandteile der israelischen Demokratie: „Als Givat Haviva 1949 gegründet wurde, überschritt die israelische Bevölkerung knapp die Millionengrenze. Heute ist Israel ein multiethnisches Land mit neun Millionen Einwohnern, in dem die Aufrechterhaltung und ständige Wiederherstellung eines offenen Dialogs zwischen Juden und Arabern für die kommenden Generationen wichtiger denn je ist.“

Von: tk

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Thu, 31 Oct 2019 10:18:00 +0100
<![CDATA[Jordanien holt eigenen Botschafter zu Konsultationen zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/30/jordanien-holt-eigenen-botschafter-zu-konsultationen-zurueck/ TEL AVIV / AMMAN (inn) – Israel hält seit rund zwei Monaten zwei jordanische Staatsangehörige in Gewahrsam. Nun hat das haschemitische Königreich seinen Botschafter in Tel Aviv, Ghassan Majali, zu Konsultationen nach Amman geholt. Bereits Anfang September war der israelische Botschafter in Amman, Amir Weissbrod, wegen der Angelegenheit einbestellt worden. Israel weigere sich, den jordanischen Forderungen nachzukommen und die beiden Gefangenen zu entlassen, begründete Außenminister Ajman Safadi die jetzige Entscheidung. Die Konsultation des Botschafters sei „ein erster Schritt“.

Bei den Festgehaltenen handelt es sich um Heba al-Labadi und Abdul Rahman Miri. Sie waren am 20. August und 2. September am König-Hussein-Grenzübergang festgenommen worden, der bei Jericho ins Westjordanland führt. Laut einer Kommission der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) befinden sie sich in „Verwaltungshaft“. Dies gibt Israel die Möglichkeit, die beiden monatelang ohne Anklage festzuhalten, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“. Demnach soll die Haft verhindern, dass sicherheitsrelevante Informationen nach außen dringen. Ein Richter soll dieses Vorgehen autorisiert haben. Der jordanische Außenminister hält es jedoch für „illegal“.

Kontakte zur Hisbollah vorgeworfen

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak begründet die Festnahme Al-Labadis mit dem „Verdacht einer Involvierung in schwere Sicherheitsgefährdungen“. Nach Informationen ihres Anwalts werden ihr Treffen mit Personen aus dem Umkreis der libanesischen Hisbollah während Reisen nach Beirut in den Jahren 2018 und 2019 vorgeworfen, berichtet die Tageszeitung „Ha'aretz“. Demnach bestätigte der Anwalt, dass es ein Treffen Al-Labadis mit einem Mitarbeiter einer Hisbollah-eigenen Radiostation gegeben habe, während sie sich aus privaten Gründen im Libanon aufhielt. Sie steht unter Verdacht, im Westjordanland Menschen für die Terrorgruppe rekrutieren wollen zu haben, streitet das aber ab.

Nach verschiedenen Medienberichten befindet sich Al-Labadi seit über einem Monat in einem Hungerstreik. Am Mittwoch wurde sie zum wiederholten Male in ein Krankenhaus verbracht. Der andere Festgehaltene, Miri, benötigt nach PA-Informationen regelmäßige Check-Ups wegen einer vergangenen Krebserkrankung. „Wir sehen Israel als verantwortlich für das Leben unserer Bürger an, deren Gesundheitszustände sich in der illegalen, willkürlichen Haft stark verschlechtert haben“, erklärte Außenminister Safadi. Tamar Sandberg, Abgeordnete des linken „Demokratischen Lagers“, forderte Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch dazu auf, den Grund für die „Verwaltungshaft“ zu erklären.

Wird festgenommener Israeli zum Druckmittel?

Unterdessen haben jordanische Sicherheitskräfte einen Israeli festgenommen, der die jordanische Grenze übertreten hatte. Er sei an die „relevanten juristischen Instanzen überstellt worden, um die notwendigen rechtlichen Schritte gegen ihn einzuleiten“, hieß es aus Jordanien. „Wir können den Israeli in Jordanien festhalten und ihn nutzen, um Druck auf die Besatzung auszuüben, die Inhaftierten Al-Labadi und Miri freizulassen“, meldete sich daraufhin der Vorsitzende des Außenausschusses des jordanischen Parlaments, Nidal Ta'ani, zu Wort.

Israelische Beamte relativierten diese Äußerungen jedoch am Mittwoch. „Es kann sein, dass es in Jordanien jemanden gibt, der eine Verbindung zwischen den Fällen herstellt“, zitiert der Journalist Barak Ravid auf Twitter „hochrangige Quellen“. „Aber von der jordanischen Regierung haben wir nichts Offizielles erhalten.“ Demnach habe es in den vergangenen Wochen Treffen zwischen beiden Seiten bezüglich der Festnahme der zwei Jordanier gegeben, die „in ruhiger und guter Atmosphäre“ verlaufen seien. Die Entscheidung, den Botschafter zurückzuholen, sei das Ergebnis innenpolitischen Drucks.

Israel und Jordanien haben vor 25 Jahren einen Friedensvertrag unterzeichnet. Weil die Beziehungen zwischen den beiden Ländern immer wieder angespannt sind, sprechen viele von einem „kalten Frieden“. Zum Jubiläum des Vertrages am 26. Oktober gab es keinerlei Feierlichkeiten. 2017 sorgte der Tod zweier Jordanier bei der israelischen Botschaft in Amman für eine mehrere Monate anhaltende Krise. Zuletzt führte die jordanische Entscheidung, einen Zusatzartikel des Friedensvertrags auslaufen zu lassen, zu Unmut auf israelischer Seite. Nicht wenige jordanische Politiker lehnen das Friedensabkommen mit dem westlichen Nachbarn grundsätzlich ab.

Von: ser

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Wed, 30 Oct 2019 15:16:00 +0100
<![CDATA[USA erkennen Genozid an Armeniern an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/30/usa-erkennen-genozid-an-armeniern-an/ WASHINGTON (inn) – Informationen des „Spiegel“ zufolge hat das US-Repräsentantenhaus am Dienstag mit 405 zu 11 Stimmen eine Resolution verabschiedet, die erstmals von einem Genozid an den Armeniern zwischen 1915 und 1917 im damaligen Osmanischen Reich spricht. Die Vorsitzende des Hauses, Nancy Pelosi (Demokraten), sprach von einer „systematischen Ermordung von 1,5 Millionen armenischen Männern, Frauen und Kindern“.

Das türkische Außenministerium zeigte sich ungehalten und sprach von einer „schamlosen Entscheidung“ im Sinne von „Anti-Türkei-Gruppen“. Der Beschluss gefährde die Beziehungen der beiden Länder.

Der Deutsche Bundestag hatte eine entsprechende Resolution bereits im Jahr 2016 verabschiedet. Darin hieß es unter anderem: „Der Deutsche Bundestag verneigt sich vor den Opfern der Vertreibungen und Massaker an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten des Osmanischen Reichs, die vor über hundert Jahren ihren Anfang nahmen.“ Und weiter: „Das Gedenken des Deutschen Bundestages ist auch Ausdruck besonderen Respektes vor der wohl ältesten christlichen Nation der Erde.“

Israel: Keine offizielle Rede von „Völkermord“

Israel hält sich hingegen diesbezüglich zurück. In offiziellen Verlautbarungen zum 100. Jahrestag des Völkermordes im April 2015 war lediglich vom „Massaker“ oder von der „armenischen Tragödie“ die Rede. Würde Israel den Genozid offiziell anerkennen, würde dies das ohnehin angespannte Verhältnis zur Türkei weiter verschlechtern. In ganz Israel leben zwischen 3.000 und 5.000 Armenier. Im September kündigte Armenien an, eine Botschaft in Tel Aviv zu eröffnen.

Von: al / eh

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Wed, 30 Oct 2019 14:29:00 +0100
<![CDATA[Oslo verbietet Siedlungsprodukte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/30/oslo-verbietet-siedlungsprodukte/ Die norwegische Hauptstadt Oslo hat Produkte aus israelischen Siedlungen für alle städtischen Einrichtungen verboten. Die Vorgabe gilt auch bei internationalen Unternehmen, die in den Siedlungen aktiv sind. Oslo ist die sechste norwegische Stadt mit so einem Verbot; in Trondheim, Tromsø, Vaksdal, Hamar und Lillehammer besteht eine ähnliche Regelung. Die Osloer Stadtregierung setzt sich seit 2015 und erneut seit den Wahlen im September aus Sozialdemokraten, Grünen und Sozialisten zusammen. Die Israel-Boykott-Bewegung BDS begrüßte das Verbot und forderte die Landesregierung auf, dem zu folgen.

Von: df

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Wed, 30 Oct 2019 12:36:00 +0100
<![CDATA[Christen, Juden und Muslime stellen sich gegen Sterbehilfe]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/30/christen-juden-und-muslime-stellen-sich-gegen-sterbehilfe/ VATIKAN-STADT (inn) – In einer gemeinsamen Erklärung haben sich Vertreter von Judentum, Christentum und Islam am Montag im Vatikan gegen Sterbehilfe gewandt. Auch das israelische Oberrabbinat war beteiligt. Die Unterzeichner sprechen sich gegen „jede Form von Euthanasie“ und damit auch gegen assistierten Suizid aus. Denn das widerspreche grundlegend „dem unveräußerlichen Wert des menschlichen Lebens“. Deshalb sei es von Natur aus und in der Konsequenz moralisch und religiös falsch, heißt es in der Erklärung.

Die beteiligten Akteure fordern, Euthanasie und Sterbehilfe – also das „direkte, bewusste, zielgerichtete“ Herbeiführen des Todes oder die Unterstützung eines Patienten bei der Selbsttötung – „ohne Ausnahmen“ zu verbieten. Gesetze sollten die Rechte und die Würde sterbender Patienten schützen, Euthanasie vorbeugen und Palliativmedizin fördern.

Es sei weiter abzulehnen, auf Patienten Druck auszuüben, ihr Leben zu beenden. Auch medizinisches Personal dürfe nicht dazu gedrängt werden, den Tod eines Patienten herbeizuführen oder ihn bei der Selbtstötung zu unterstützen – vor allem nicht, wenn es gegen die eigene religiöse Überzeugung sei.

Die Gesellschaft müsse sicherstellen, dass Patienten nicht den Tod wählen, weil sie anderen nicht zur Last zu fallen wollen. Auch die jeweiligen Glaubensgemeinschaften hätten die religiöse Pflicht, sich um ihre Patienten zu kümmern, ihnen beizustehen und sie zum Beispiel durch Gebete zu unterstützen. Eine von „Glaube und Hoffnung erfüllte Präsenz“ sei der größte Beitrag, den Pflegende und religiöse Menschen leisten können, um den Sterbeprozess menschlich zu gestalten. Auch aus palliativer Sicht sei das sehr wichtig, weil die physische, psychologische und geistliche Dimension eines Menschen zusammenwirkten.

Auf Palliativmedizin spezialisieren

Die Unterzeichner machten sich zudem für eine palliativmedizinische Betreuung am Ende des Lebens stark. Diese habe das Ziel, die beste Lebensqualität für Patienten zu erreichen, die an unheilbaren, fortschreitenden Krankheiten leiden. Darin drücke sich die „edle menschliche Hingabe“ aus, füreinander zu sorgen. „Wir ermutigen Experten und Studenten, sich auf diesem Feld der Medizin zu spezialisieren.“

Die Initiative für diese Erklärung ging vom israelischen Rabbiner Avraham Steinberg aus, der selbst Professor für Medizinethik und Co-Vorsitzender des Nationalen Rates für Bioethik ist. Er präsentierte die Idee Papst Franziskus, der wiederum die Päpstliche Akademie für das Leben damit beauftragte, eine Kommission zusammenzustellen und die Erklärung zu erarbeiten. Von islamischer Seite beteiligte sich die reformorientierte Organisation Muhammadija, die zweitgrößte islamische Organisation Indonesiens.

Israelische Oberrabbiner betonen Wert des Lebens

Die beiden israelischen Oberrabbiner kommentierten die Initiative schriftlich. Der Sepharde Jitzchak Josef schrieb: „Das Töten von Patienten im Endstadium gehört sicher zum Verbot ‚Du sollst nicht morden‘ in den Zehn Geboten. Glücklich ist der Mensch – jeder Mensch –, der nach dem göttlichen Bilde erschaffen wurde. Leben ist eine Gabe vom Schöpfer der Welt, die wir nicht – der Himmel möge es verhüten! – anderen wegnehmen dürfen.“ Allerdings müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um Leiden und Schmerz von Patienten in Todesnähe zu lindern.

Der aschkenasische Oberrabbiner David Lau betonte, welche Bedeutung der Wert des Lebens im Judentum habe: „Es gibt ein ernstes Verbot, den Tod irgendeiner Person herbeizuführen, selbst wenn sie in einer schwierigen und tödlich verlaufenden Situation ist. In gewissen Zeiten ist es möglich, über ein Absehen von Lebensverlängerung zu diskutieren. Aber keine Aktion darf ausgeführt werden, um Leben zu verkürzen. Wer den Sterbenden tötet, der tötet.“ Rabbi Lau ergänzte: „Möge es Sein Wille sein, dass wir diese Haltung der gesamten Menschheit einträufeln.“

Von: jst / eh

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Wed, 30 Oct 2019 11:37:00 +0100
<![CDATA[Soldat zu einmonatiger Arbeitsstrafe verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/10/30/soldat-zu-einmonatiger-arbeitsstrafe-verurteilt/ Ein israelisches Militärgericht hat am Montag einen Soldaten zu einer einmonatigen Arbeitsstrafe und einer Degradierung im militärischen Rang verurteilt. Der Soldat hatte laut Armeeangaben im Juli 2018 ohne Befehl auf einen Palästinenser geschossen, der auf den Gaza-Grenzzaun geklettert war. Der Soldat gestand den Fehler ein. Es ist die erste Verurteilung eines Soldaten in Zusammenhang mit den seit etwa anderthalb Jahren anhaltenden Gewaltprotesten am Gaza-Grenzzaun. Nach UN-Angaben kamen dabei bis März 2019 etwa 200 Palästinenser ums Leben.

Von: ser

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Wed, 30 Oct 2019 11:14:00 +0100
<![CDATA[Schweizer Regierung will israelische Militärfunk-Technik]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/10/30/schweizer-regierung-will-israelische-militaerfunk-technik/ Die israelische Firma Elbit soll Schweizer Soldaten mit taktischen Funkgeräten ausstatten. Das Verteidigungsministerium habe sich nach umfassenden Tests für den israelischen Anbieter entschieden, teilte der Rüstungskonzern am Dienstag mit. Für den Auftrag hatten sich 15 Unternehmen beworben. Der Kauf hat einen Wert von umgerechnet zwischen 180 und 260 Millionen Euro. Das Schweizer Parlament muss die Entscheidung noch absegnen.

Von: tk

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Wed, 30 Oct 2019 11:06:00 +0100