Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sat, 18 Aug 2018 08:32:27 +0200 <![CDATA[Attentäter in der Jerusalemer Altstadt erschossen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/17/attentaeter-in-der-jerusalemer-altstadt-erschossen/ Ein israelischer Araber aus Umm el-Fahm hat am Freitagnachmittag in der Jerusalemer Altstadt versucht, auf einen Polizisten einzustechen. Er sei auf eine Gruppe Polizisten zugekommen, teilte die Polizei mit. Der Angreifer wurde erschossen. Eine Polizistin erlitt einen Schock, wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ meldet. Der Vorfall ereignete sich im muslimischen Viertel. Der Araber war den Sicherheitsbehörden bislang nicht aufgefallen.

Von: eh

]]>
Fri, 17 Aug 2018 17:49:00 +0200
<![CDATA[Armee: Untersuchungen zum „Schwarzen Freitag“ abgeschlossen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/17/armee-untersuchungen-zum-schwarzen-freitag-abgeschlossen/ TEL AVIV (inn) – Die Armee betrachtet die Untersuchungen zum „Schwarzen Freitag von Rafah“ als abgeschlossen. Das teilte der Leiter der militärischen Rechtsabteilung Scharon Afek mit. Es werde keine weiteren Ermittlungen oder Strafmaßnahmen geben.

Am 1. August 2014 hatte die islamistische Hamas eine Waffenruhe ausgenutzt und eine Armeeeinheit aus dem Hinterhalt angegriffen. Dabei tötete sie drei Armeemitglieder. Es gelang ihr, den Leichnam des Soldaten Hadar Goldin zu packen und wegzuführen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd wurden neben 42 Terroristen auch 72 Zivilisten durch Armeefeuer getötet, hunderte verwundet. Den Leichnam hat die Hamas bis heute nicht herausgegeben.

Klagen erschwert

Afek kommt nach diversen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Armee zwar operative Fehler begangen hat; diese seien aber kein Grund für weitere Strafmaßnahmen – wie etwa beteiligte Offiziere zu degradieren oder nicht mehr zu befördern. Die Angriffe seien legal gewesen – keiner sei aus Rache heraus erfolgt. Zudem seien die ungewöhnlichen Umständen zu beachten: Es ging darum, einen entführten Soldaten zurückzuholen – die Armee ging damals davon aus, dass Goldin noch lebte.

Nach Einschätzung des früheren Leiters der militärischen Rechtsabteilung, Liron Libman, sind die Untersuchungen gründlich durchgeführt worden. Damit sei es prinzipiell auch erschwert, wegen dieses Vorfalls vor internationalen Gerichten zu klagen, sagte er der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Libman zufolge ist es vor allem Aufgabe des jeweiligen Staates, derartige Untersuchungen durchzuführen; dies sei nach internationalen Standards geschehen.

Von: df

]]>
Fri, 17 Aug 2018 15:08:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser überfährt Siedlerin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/17/palaestinenser-ueberfaehrt-siedlerin/ ARIEL (inn) – Die 42-jährige Israelin Hava Roisen ist am Donnerstagabend von einem palästinensischen Autofahrer erfasst und getötet worden. Der Vorfall ereignete sich auf der Route 60 im Westjordanland nahe Roisens Wohnort, der ultra-orthodoxen Siedlung Immanuel rund 45 Kilometer von Jerusalem. Der Knackpunkt dabei: Handelt es sich um einen Unfall oder war es Absicht und somit ein Terroranschlag?

Die Meinungen gehen auseinander. Fakt ist soweit: Der Mann beging zunächst Fahrerflucht, wurde später aber nahe des palästinensischen Dorfes Dschit gesehen. Dort stellte er sich der palästinensischen Polizei. Ein Sprecher der Palästinensischen Autonomiebehörde sagte der Onlinezeitung „Times of Israel“, der 63-jährige Fahrer behaupte, es handle sich um einen Unfall, nicht um einen Terroranschlag.

Fahrer spricht von Angst vor Vergeltung

Als Grund für seine Fahrerflucht habe der Mann Angst angegeben. Er habe befürchtet, getötet zu werden, wenn er anhalte. Damit bezieht er sich darauf, dass sich der Unfall im Gebiet israelischer Siedlungen ereignete. Der Mann werde in palästinensischer Verwahrung bleiben und nach palästinensischem Recht belangt werden, sagte der Sprecher.

Das israelische Militär stellte indes eigene Ermittlungen an. Laut vorläufigen Ergebnissen handelt es sich „höchstwahrscheinlich“ um einen Unfall. Die Möglichkeit eines Anschlags schließe das Militär trotzdem noch nicht völlig aus.

Roisen war aus der früheren Sowjetunion nach Israel eingewandert und hatte dort als Fotografin gearbeitet. Für ihren Beruf war sie viel im Land unterwegs – nach Angaben eines Anwohners von Immanuel häufig per Anhalter. Womöglich befand sie sich deswegen an der Straße, als sich der Mann in seinem Auto näherte.

Siedler vermuten Anschlag

Der Vorsitzende der Regionalverwaltung von Samaria, Jossi Dagan, erkennt bei dem Vorfall indes Anzeichen eines terroristischen Anschlags. Er betonte, die fragliche Kreuzung sei gut beleuchtet. Es seien nirgendwo Bremsspuren zu erkennen, die darauf hindeuteten, dass der Fahrer versucht habe, anzuhalten oder auszuweichen. „Das ist ein weiterer Terroranschlag, ein kaltblütiger Mord an einer Einwohnerin Samarias auf einer zentralen Straße im Staat Israel“, sagte der Siedlerführer. „Aber wir Einwohner von Samaria werden weiter stark bleiben und das Leben heiligen.“

Der Begriff „Staat Israel“ bezieht sich streng genommen nicht auf das Westjordanland, das in weiten Teilen lediglich unter israelischer Militärverwaltung steht. So hat das israelische Parlament keine gesetzgeberische Kraft in dem Gebiet.

Nach Angaben eines Sprechers der Lokalverwaltung von Samaria befindet sich der Ort in der Nähe der Stelle, an der im Januar ein Rabbi von einem Hamas-Terroristen erschossen worden war.

Nach dem Vorfall hatten rund 30 israelische Siedler an der Unfallstelle protestiert. Nach einigen Meldungen hebräischsprachiger Medien hätten sie dabei vorbeikommende Palästinenser mit Steinen beworfen.

Von: rmj

]]>
Fri, 17 Aug 2018 14:09:00 +0200
<![CDATA[Schabak-Leiter Argaman warnt vor Hamas-Deal]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/17/schabak-leiter-argaman-warnt-vor-hamas-deal/ Der Leiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schabak, Nadav Argaman, hat vor einem Waffenstillstands-Deal mit der Hamas gewarnt. Ein solcher würde den Terroristen die Botschaft vermitteln, dass sich Gewalt lohne, sagte er laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“. Außerdem würde er die Autorität des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, schwächen. Neben Argaman hat sich auch Bildungsminister Naftali Bennett skeptisch zu dem Deal geäußert. Über die Fortschritte der von Ägypten vermittelten Gespräche gibt es derzeit widersprüchliche Angaben.

Von: df

]]>
Fri, 17 Aug 2018 11:44:00 +0200
<![CDATA[Israel richtet Kontrollforum für Erdgas ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/08/17/israel-richtet-kontrollforum-fuer-erdgas-ein/ Das israelische Energieministerium hat der Einrichtung eines öffentlichen Forums zur Kontrolle von schädlichen Emissionen bei der Verarbeitung von Erdgas zugestimmt. Hintergrund sind anhaltende Proteste gegen die geplante Lage der Anlage für das Gasfeld „Leviathan“. Sie soll rund zehn Kilometer vor der israelischen Küste bei Haifa entstehen. Das Forum wird aus Vertretern des Energieministeriums, örtlicher Behörden und Umweltorganisationen bestehen. Dort sollen unter anderem Diskussionsrunden stattfinden. Mit der Einrichtung reagiert das Ministerium auf die Forderung nach mehr Transparenz.

Von: rmj

]]>
Fri, 17 Aug 2018 11:37:00 +0200
<![CDATA[„Geburtsstunde des islamistischen Terrors“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/geburtsstunde-des-islamistischen-terrors/ STRASSBURG (inn) – Bei der Jahreszahl 1979 liegt die Assoziation zur iranischen Revolution unter Ajatollah Chomeini nahe. Ein in Vergessenheit geratenes historisches Kapitel des selben Jahres beleuchtet die Dokumentation „Mekka 1979 – Urknall des Terrors?“. Sie läuft am 21. August abends auf dem Sender Arte.

Rund 500 bewaffnete Kämpfer stürmten am 20. November 1979 früh morgens die Große Moschee in Mekka. Knapp 100.000 Pilger befanden sich dort zum Morgengebet. Bei der zweiwöchigen Belagerung – die Minarette wurden mit Scharfschützen besetzt – starben fast 1.000 Menschen. Der Sender Arte, der die Dokumentation ausstrahlt, bezeichnet das „lange totgeschwiegene Ereignis“ als „wahrscheinliche Geburtsstunde des islamistischen Terrors“. Hier sei der „religiös motivierte, weltweit agierende islamistische Terror entstanden, der seine blutige Spur bis nach Europa und Amerika zog“.

Französische Anti-Terror-Einheit half aus

Die heiligste Stätte des Islam wurde zu einer Festung ausgebaut. Die Terroristen forderten die Abdankung der saudischen Königsfamilie und den Wiederaufbau eines radikal-islamischen Staates. Sie wollten den Abbruch aller Beziehungen zum Westen und die Rückkehr zu einem „ursprünglichen und reinen Islam“. Nur mit der Unterstützung einer neu aufgebauten französischen Anti-Terror-Einheit und dem Einsatz von Gas bekam das saudische Militär die Situation wieder unter Kontrolle.

Fünf Jahre recherchierte Regisseur Dirk van den Berg mit einem internationalen Team für die Dokumentation. Laut Arte erhielt er Zugang zu bislang noch unbekannten Privatarchiven aus Militär- und Zivilkreisen. Es geht van den Berg vor allem auch darum, die Folgen aufzuzeigen. Der Film analysiert, wie das saudische Königshaus als Reaktion auf den Terror fortan wahhabitischen Fundamentalisten viel Spielraum ließ. Deren radikalste Vertreter wurden in die Welt geschickt und predigten beispielsweise in Afghanistan.

Auch geht es darum, zu zeigen, wie wohl der aktuelle Kronprinz Mohammed Bin Salman der erste saudische Herrscher sein könnte, der dieses Ereignis ideologisch hinter sich lässt. In einer Pressekonferenz sagte er vor Kurzem: „Wir werden keine 30 Jahre unseres Lebens verschwenden, um uns mit extremistischen Ideen zu beschäftigen. Wir werden sie heute und sofort zerstören.“ Die Dokumentation spürt laut Arte den politischen, religiösen und geopolitischen Folgen nach, die der damalige Schock bis heute hinterlassen hat.

„Mekka 1979 – Urknall des Terrors“, Regie: Dirk van den Berg, 50 Minuten, am 21. August um 22.10 Uhr auf Arte. Anschließend ist die Doku bis zum 19. Oktober in der Arte-Mediathek anschaubar.

Von: mm

]]>
Fri, 17 Aug 2018 09:58:00 +0200
<![CDATA[Niedrigste Abwanderungsrate seit 26 Jahren]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/16/niedrigste-abwanderungsrate-seit-26-jahren/ JERUSALEM (inn) – Die Zahl der Auswanderer ist im Jahr 2016 auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1990 gewesen. Das teilte das israelische Statistikamt in dieser Woche mit. Demnach verließen 15.200 Israelis das Land für eine längere Dauer als ein Jahr; 1990 waren es 24.700. Umgekehrt kamen 8.900 Israelis zurück. Das „Defizit“ – 6.300 mehr Abwanderer als Rückkehrer – ist das drittniedrigste seit 1990. Insgesamt lebten im Jahr 2016 bis zu 596.000 Israelis im Ausland.

Aufgrund der Einwanderung und anderer Faktoren verzeichnete Israel im Jahr 2016 jedoch ein Bevölkerungswachstum. Im Jahr 2016 machten 27.000 ihre „Alija“. Die meisten Neueinwanderer kamen laut der damaligen statistischen Angaben aus Russland.

Hohe Abwanderung während Terror

Der Höchstand der Abwanderung wurde im Jahr 2002 erreicht. Damals verließen 27.300 Israelis das Land. Zu diesem Zeitpunkt war die zweite „Intifada“ mit zahlreichen Terroranschlägen in vollem Gange. Die Zahl ist umso gewichtiger, als Israel damals erheblich weniger Einwohner hatte: 4,6 Millionen im Vergleich zu gegenwärtig 8,8 Millionen.

Für die Tageszeitung „Jerusalem Post“ sind die Zahlen Beleg dafür, dass die „ständigen“ Berichte über abwanderungswillige Israelis übertrieben sind. Oft werden die Sicherheitslage, die hohen Lebenshaltungskosten oder bessere Arbeitsmöglichkeiten im Ausland als Abwanderungsgründe genannt. Erst am Dienstag hat der frühere Premier Ehud Barak in einem Radiointerview zu Protokoll gegeben, ihm persönlich gehe es gut, „als Staatsbürger aber furchtbar“ – und führte dabei die Nachrichtenlage als Grund an. Angesichts der Zahlen zieht die „Jerusalem Post“ das Fazit: „Nicht jeder würde Barak zustimmen.“

Von: df

]]>
Thu, 16 Aug 2018 15:22:00 +0200
<![CDATA[Ägyptischer Geheimdienstchef zu Verhandlungen in Tel Aviv]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/16/aegyptischer-geheimdienstchef-zu-verhandlungen-in-tel-aviv/ TEL AVIV (inn) – Der ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel hat am Mittwoch Tel Aviv besucht, um Details eines Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas zu besprechen. Das berichtet die arabischsprachige Londoner Zeitung „Al-Hajat“. Kamel wird nach Informationen der Zeitung am Donnerstag auch in Ramallah erwartet, um Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu treffen.

Ägypten hatte bereits in der gegenwärtigen Waffenruhe vermittelt. Die Hamas hatte hier von einem Feuerpause-Abkommen gesprochen. Israel hatte dies nicht bestätigen wollen, hatte jedoch den Grenzübergang Kerem Shalom geöffnet.

Der von Kamel vermittelte Plan sehe neben einem Waffenstillstand auch humanitäre Projekte im Gazastreifen vor. Ägypten solle außerdem in indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas über Gefangenenaustausche vermitteln. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte am Mittwoch via Facebook die Möglichkeit eines Waffenstillstandes direkt davon abhängig gemacht, ob die Hamas zwei israelische Gefangene sowie die Leichen zweier gefallener israelischer Soldaten freigibt.

Verhandlungen gehen an PA vorbei

Palästinenserpräsident Abbas sieht die Verhandlungen indes kritisch. In den palästinensischen Autonomiegebieten konkurriert seine Partei „Fatah“ mit der Hamas um die politische Vorherrschaft. Ein ebenfalls von Ägypten vermitteltes Versöhnungsabkommen zwischen beiden war im Oktober vergangenen Jahres gescheitert. Es wird erwartet, dass Kamel bei seinem Besuch bei Abbas einen neuen Versuch starten wird.

Ägypten verhandelt bisher mit der Hamas und anderen Terrorgruppen um den Waffenstillstand mit Israel. Nach Informationen der New Yorker Zeitung „Jewish Press“ besuchten zeitgleich zu Kamels Tel Aviv-Reise hochrangige Delegationen von Hamas und Islamischem Dschihad Kairo. Abgesandte einiger kleinerer Terrorgruppen seien ebenfalls vor Ort gewesen.

Abbas bezweifelt jedoch, dass es der Hamas in Sachen palästinensische Einheit und Versöhnung mit der „Fatah“ ernst sei. Am Mittwoch sagte er bei einer Sitzung des Zentralrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO): „Die Hamas hat prinzipiell kein Interesse daran, eine Versöhnung zu erreichen“. Daher werden die von Ägypten mit ihr geführten Verhandlungen in Sachen Israel als Untergraben der Autorität der PA verstanden.

Für PA sind Verhandlungen „Karneval“

Assam al-Ahmad, ein Mitglied des Zentralrats, sagte dem palästinensischen Radio, der Waffenstillstand sei „Verrat am palästinensischen Volk und ihrer Sache“. Die Führungsriege in Ramallah habe keine Zeit für „nutzlosen Karneval“. Es seien nicht alle relevanten Gruppen involviert; dafür seien irrelevante vertreten.

Nach Informationen von „Al-Hajat“ soll das Waffenstillstandsabkommen am Freitag in Kairo bekannt gegeben werden.

Von: rmj

]]>
Thu, 16 Aug 2018 15:20:00 +0200
<![CDATA[Das entspannte Musikgenie Itzhak Perlman]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/08/16/das-entspannte-musikgenie-itzhak-perlman/ Eine Filmkritik von Michael Müller]]> Der 70-jährige Itzhak Perlman sitzt mit seinem Elektro-Scooter im Violinen-Geschäft seiner Kindheit. Der Stargeiger, der noch in Palästina unter britischem Mandat geboren wurde, in Israel aufwuchs und als Erwachsener in New York lebt, ist in Tel Aviv beim Ladenbesitzer Annon Weinstein zu Besuch. In dieser Nachbarschaft ist Perlman aufgewachsen. Sie schauen sich gemeinsam alte Violinmodelle an. Das sei eine Violine, die ein Jude in Warschau versteckte, als die Deutschen kamen, erzählt Weinstein. Dessen Familie habe die Violine mit nach Jerusalem retten können. Im Inneren einer anderen Violine zeigt er Perlman die Inschrift „Heil Hitler 1936“ – daneben ist ein Hakenkreuz eingeritzt.

Der Dokumentarfilm „Itzhak Perlman – Ein Leben für die Musik“, der einen der virtuosesten Musiker der Welt portraitiert, erzählt davon, wie jede Violine ihre eigene Geschichte hat. Noch wichtiger ist in diesem Fall aber der Mann, der das Instrument spielt. Der Violinenmacher Weinstein fasst es in diesem Moment so zusammen: „Itzhak, du hast eine Gabe. Du spielst so, als würdest du mit der Violine beten.“ Wer sich für klassische Musik interessiert, kennt den Namen Itzhak Perlman. Aber auch wer mal das Meisterwerk „Schindlers Liste“ sah, hat schon Perlmans Musik gehört. Das melancholische, unvergessliche Violin-Thema des Films hat er nämlich für Regisseur Steven Spielberg eingespielt.

Zu Gast bei Obama und Netanjahu

Im Elektro-Scooter in Tel Aviv sitzt er nicht wegen seines Alters, sondern weil er mit vier Jahren an der Kinderlähmung Polio erkrankte. Seither ist er auf Gehhilfen angewiesen. Wenn aber die Dokumentation eines ist, dann ein lebensbejahendes, unterhaltsames und beschwingtes Sehvergnügen. Die amerikanische Dokumentarfilmerin Alison Chernick begleitet Perlman und seine Frau Toby durch den Alltag – aber auch zur Verleihung der Friedensmedaille, die ihm US-Präsident Barack Obama übergibt. Sie fahren nach Jerusalem zum jüdischen Nobelpreis, wo der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu das Paar am Abend zu sich nach Hause einlädt. „Jeden Staatschef zu treffen, ist aufregend. Wir müssen nicht über Politik sprechen. Wir können über Essen und Musik reden“, sagt Perlman vor dem Treffen mit einem Augenzwinkern.

Gleichzeitig ist die Dokumentation eine Liebesgeschichte. Sie zeigt Perlmans Liebe zur Musik und zu seinem Instrument, das atmet und dessen Holz sich je nach Wetterlage verändert. Aber es ist auch die Liebesgeschichte zu seiner Frau Toby, die ihm den klassischen Komponisten Franz Schubert näher brachte. Für Perlman war es in seiner Jugend unmöglich, Schubert musikalisch zu entdecken, weil er zu dieser Zeit komplett auf das israelische Radio angewiesen war. In jeder Szene ist der Respekt zwischen Itzhak und Toby zu sehen, ist die Leidenschaft in Gesprächen und Gesten wahrzunehmen. Sie verliebte sich in ihn, als sie Perlman spielen hörte.

Seltene Archivaufnahmen aus Israel

Der Film nähert sich Perlmans Leben mit einer guten Mischung aus frisch gedrehten Aufnahmen und seltenem Archivmaterial. Zu sehen ist etwa Perlmans internationaler Durchbruch von 1958 in der Ed Sullivan Show. Als 13-Jähriger verzauberte er dort auf der Violine das amerikanische Publikum. Es gibt schöne schwarzweiße Interview-Ausschnitte auf Hebräisch, die Perlman in den 1970er-Jahren gegeben hat. Auch ist er mit dem Israel Philharmonica Orchestra auf Tour zu sehen. Überhaupt gibt es viel sehr gute Musik zu hören – unter anderem bei einem Auftritt Perlmans mit der amerikanischen Poplegende Billy Joel. Sie üben für ein Konzert den Hit-Song „We Didn't Start the Fire“ neu ein.

Aber Regisseurin Chernick strebte keine reine Heldenverehrung an. Ohne Zweifel ist Perlman eine inspirierende Figur, die mit seinem nach ihm benannten Musikprogramm eine Förderung für Nachwuchskünstler ins Leben gerufen hat. Aber der Film zeigt auch seine Probleme im Alltag, wenn er mit dem Elektro-Scooter an einem verschneiten New Yorker Tag über den spiegelglatten Bordstein vorankommen will – und scheitert. Lange Zeit waren seine Krücken zu Beginn seiner Karriere ein Hindernis. Es hieß, damit könne er auf der Bühne kein herausragender Künstler werden. Tatsächlich steht sein Name heute wie fast kein anderer für das Geigenspiel selbst. Dabei löst es der Film elegant, dass die Erkrankung immer wieder in Episoden gestreift, aber nie das alles dominierende Thema wird. Perlman ist heute ein entspanntes Genie, durch den die Musik wie das Leben strömt. „Itzhak Perlman – Ein Leben für die Musik“ zeigt das in jeder Minute.

„Itzhak Perlman – Ein Leben für die Musik“, Regie: Alison Chernick, 83 Minuten, ab 6 Jahren freigegeben, seit dem 9. August in den deutschen Kinos

Von: Michael Müller

]]>
Thu, 16 Aug 2018 14:01:00 +0200
<![CDATA[Abbas: Hamas will keine Aussöhnung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/16/abbas-hamas-will-keine-aussoehnung/ RAMALLAH (inn) – Die Hamas ist nicht ernsthaft an einer Aussöhnung mit der Fatah interessiert. Das hat der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, bei seiner Fernsehansprache am Mittwoch in Ramallah gesagt. Seine Rede war der Auftakt zur zweitägigen Konferenz des palästinensischen Zentralrates, der das zweitwichtigste politische Organ der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist.

„Die Hamas hat prinzipiell keine Absichten, eine Aussöhnung zu erreichen“, sagte Abbas laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. In den vergangenen Wochen hatte es unter der Schirmherrschaft Ägyptens Gespräche zwischen Hamas und Fatah gegeben. Im Oktober 2017 hatten beide ein Abkommen unterschrieben. Es fehlten aber die Fortschritte.

Für die Lösung der Krise im Gazastreifen sieht der PA-Präsident nichtsdestotrotz nur einen Weg: Die Hamas muss die Kontrolle an die PA-Regierung abgeben. Abbas bringt das Konzept auf die Formel: „Eine Regierung, ein Gesetz und eine legitimierte Kraft ohne Milizen“.

Die Hamas verdrängte die Fatah im Jahr 2007 aus dem Gazastreifen und regiert seither in dem Gebiet. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Issadin-al-Kassam-Brigaden, sowie andere Gruppen im Gazastreifen besitzen Tausende von Waffen. Hamas-Vertreter verteidigten in der Vergangenheit immer wieder den Waffenbesitz dieser Gruppen. Sie sind nicht bereit, die Waffen an die PA abzugeben.

„USA sind Lügner“

Der PA-Präsident kritisierte in seiner Rede auch die USA scharf: „Ich schwöre zu Allah, sie sind Lügner.“ Die Amerikaner seien unehrlich, wenn sie behaupteten, sie wollten den Palästinensern in Gaza helfen und die humanitäre Krise dort abmildern. Wieder verurteilte er die Pläne des US-Präsidenten Donald Trump, als Vermittler im israelisch-palästinensischen Konflikt aufzutreten: „Wir waren die ersten, die dagegen gekämpft haben und wir werden weiter kämpfen, bis er scheitert.“ Abbas, der gewöhnlich lange Reden bei solchen Anlässen hält, sprach weniger als 13 Minuten.

Von: mm

]]>
Thu, 16 Aug 2018 11:52:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu stellt Sicherheitskonzept vor]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/16/netanjahu-stellt-sicherheitskonzept-vor/ Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch das „Sicherheitskonzept 2030“ für Israel präsentiert. Danach ist beabsichtigt, das Sicherheitsbudget um 0,2 bis 0,3 Prozent des Bruttonationaleinkommens anzuheben – das sind umgerechnet etwa 838 Millionen Euro. Diese Erhöhung betreffe alle Sicherheitsbereiche – vom Auslandsgeheimdienst Mossad bis zum Militär. Es gebe aber gewisse Schwerpunkte, die besonders gefördert werden sollen: Cybersicherheit, Raketenabwehr und die Fertigstellung der Sicherheitszäune.

Von: mm

]]>
Thu, 16 Aug 2018 11:28:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 16. August 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/08/16/nachrichten-vom-16-august-2018/ Thu, 16 Aug 2018 11:14:00 +0200 <![CDATA[Polizei verhinderte Messerattacke]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/16/polizei-verhinderte-messerattacke/ Die Jerusalemer Polizei hat nach eigenen Angaben vergangene Woche eine terroristische Messerattacke in der Jerusalemer Altstadt vereitelt. Das gab sie am Mittwoch bekannt. Der Verdächtige, ein 26-Jähriger aus Hebron, war in den vergangenen Tagen verhört worden. Aufgefallen sei er am 8. August durch „verdächtiges Verhalten“. Bei einer Durchsuchung seien ein Messer und eine Dose Pfefferspray gefunden worden. Der Mann habe zunächst behauptet, zum Beten nach Jerusalem gekommen zu sein, dann aber sein Vorhaben gestanden. Laut der polizeilichen Stellungnahme sei ein Angriff verhindert worden, „der schreckliche Folgen gehabt haben könnte“.

Von: rmj

]]>
Thu, 16 Aug 2018 10:57:00 +0200
<![CDATA[Völkerverständigung beim Computerseminar]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/15/voelkerverstaendigung-beim-computerseminar/ JERUHAM (inn) – Juden, Palästinenser und Beduinen treffen sich in einem gemeinsamen Seminar – ihr Ziel ist es, Computerexperten zu werden und dabei die Kultur des jeweils anderen besser zu verstehen. Im zweiwöchigen Tech2Peace-Seminar (Technik-für-den-Frieden-Seminar) in der Negev-Stadt Jeruham haben sie alle Möglichkeiten dazu.

Die Teilnehmer, die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind, kommen laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ aus Israel, Ostjerusalem und dem Westjordanland. Die Männer und Frauen essen gemeinsam und nehmen in der Gruppe auch außerhalb des Seminars an kulturellen und sozialen Veranstaltungen in Jeruham und in der Umgebung teil.

„Ideen besitzen keine Nationalität“

Der Initiator des Seminars, Dschamal Alkirnawi, der die Start-up-Firma „A New Dawn“ leitet, sagte: „Es ist unglaublich zu sehen, wie die Teilnehmer sich untereinander austauschen und verbinden.“ Die Firma hat es sich zum Auftrag gemacht, die Kluft zwischen Beduinen und Juden im Süden des Landes zu schließen. Er hofft, dass sich dieses Gruppengefühl auch über das Seminar hinaus halten wird. „Wir bieten Beduinen, Palästinensern und Juden eine Plattform, um sich kennenzulernen. Sie teilen die selben Träume. Ideen besitzen keine Nationalität“, sagte Alkirnawi.

Obwohl Englisch die bestimmende Sprache in den Gesprächen untereinander ist, ist Alkirnawi etwas aufgefallen: Einige der Palästinenser lernten im Seminar von ihren Kollegen Hebräisch, einige Israelis versuchten sich im Arabischen. Neben dem Computer-Workshop gibt es auch das Angebot zu Diskussionsrunden, in denen über den israelisch-palästinensischen Konflikt gesprochen werden kann. Es ist geplant, dass die Absolventen zukünftigen Kandidaten als Mentoren zu Rate stehen werden. Das Tech2Peace-Seminar wird neben dem New Israel Fund und der Zionistischen Weltorganisation auch von der Konrad-Adenauer-Stiftung finanziell unterstützt.

Von: mm

]]>
Wed, 15 Aug 2018 14:58:00 +0200
<![CDATA[Israel öffnet Übergang Kerem Schalom vollständig]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/15/israel-oeffnet-uebergang-kerem-schalom-vollstaendig/ JERUSALEM / GAZA (inn) – Der Warenübergang Kerem Schalom ist seit Mittwochmorgen wieder geöffnet. Nach einer Phase der relativen Ruhe an der Grenze zum Gazastreifen hat sich der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman in Absprache mit der Armee zu diesem Schritt entschlossen. Auch wurde die Fischereizone des Gazastreifens wieder auf neun Seemeilen, was 17 Kilometern entspricht, ausgeweitet.

Israel hatte den Übergang für gewerbliche Güter am 9. Juli geschlossen. Benzin und Gas wurden seit dem 17. Juli nicht mehr in den Gazastreifen gelassen. Gegen Ende des Monats war Kerem Schalom kurzzeitig für Benzin wieder geöffnet. Nach der fortgesetzten Gewalt der Palästinenser bei den Ausschreitungen an der Grenze und mit dem Einsatz von Branddrachen wurde der Übergang am 1. August wieder geschlossen.

Lieberman: Hamas hat verstanden

In einem Interview am Mittwoch gab Lieberman laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ seine Erklärung, warum es in den vergangenen Tagen so ruhig geblieben ist. Es habe damit zu tun, dass die im Gazastreifen regierende Hamas starke Treffer einstecken musste. Sie habe verstanden, dass der nächste Konflikt mit Israel noch stärkere Schläge bedeuten würde. „Es ist offensichtlich, dass die Hamas signifikant geschwächt wurde. Wenn sie die Gewalt fortsetzt, wird die Reaktion des israelischen Militärs stärker sein, als sie es bislang erlebt hat“, sagte Lieberman.

Die israelische Luftwaffe hatte als Reaktion auf den Beschuss aus dem Gazastreifen vergangene Woche militärische Ziele der Hamas angegriffen, bei der laut des palästinensischen Gesundheitsministeriums drei Menschen starben. Die Wiedereröffnung will der Verteidigungsminister auch als Botschaft an die zwei Millionen Palästinenser verstanden wissen, die im Gazastreifen leben. Der Frieden solle in ihrem eigenen Interesse liegen.

Potenzial zum Singapur des Nahen Ostens

Lieberman betonte, dass Israel niemals direkt mit der Hamas verhandeln würde. Sein Land spreche mit Zwischenhändlern wie den Vereinten Nationen, den USA und Ägypten. Israelische Medien berichten von einer fragilen Waffenruhe, die am Donnerstag angekündigt wurde und Dienstag in Kraft trat. Die Hamas hat dahingehende Gespräche mit Ägypten bestätigt.

In einem Facebook-Posting richtete sich Lieberman auf Arabisch direkt an die palästinensische Bevölkerung in Gaza: „Die Bewohner müssen verstehen, dass Israel nicht das Problem, sondern die Lösung ist. Das Problem ist die Hamas-Führung, die Zivilisten als Live-Munition und menschliche Schutzschilde missbraucht.“ Gaza habe das Potenzial, das Singapur des Nahen Ostens zu werden, wenn die Hilfsmittel für die Menschen und nicht für Terror benutzt würden.

Bennett: Gibt Hamas nur eine Verschnaufspause

Der israelische Bildungsminister Naftali Bennett, der Mitglied im Sicherheitskabinett und Vorsitzender der Partei „HaBeit HaJehudi“ ist, stellte sich Dienstagabend gegen einen Waffenstillstand mit der Hamas, ohne dass Israel seine Gefangenen frei bekommt. Er warnte, dass diese Verhandlungsweise die Hamas in eine Art „Hisbollah 2“ verwandeln würde.

Der Waffenstillstand gebe der Hamas nur die Möglichkeit, sich wieder mit Zehntausenden von Raketen zu bewaffnen und Israel zu bedrohen. „Nach 130 Tagen des Terrors und der Raketenangriffe dürfen wir die Terroristen nicht belohnen, ohne dass wir unsere Gefangenen wieder bekommen“, sagte Bennett. Bei den Gefangenen handelt es sich um die Israelis Avraham Mengistu und Hischam al-Sajed.

Von: mm

]]>
Wed, 15 Aug 2018 14:49:00 +0200
<![CDATA[„Süddeutsche“-Analyse bleibt einseitig]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/08/15/sueddeutsche-analyse-bleibt-einseitig/ Eine Analyse von Ulrich W. Sahm]]> Der Journalist Stefan Kornelius hat für die „Süddeutsche Zeitung“ am 9. August eine Videoanalyse zum Nahostkonflikt abgeliefert. Dabei ist dem Leiter des Ressorts Außenpolitik etwas geglückt, was auch den besten Reportern vor Ort nur selten gelingt: Kein einziger Satz ist frei von Ressentiment. Um diese „Leistung“ zu verstehen, bietet es sich an, sie Stück für Stück unter die Lupe zu nehmen.

„In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag flogen 180 Raketen und Geschosse aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium. Die israelischen Streitkräfte flogen ihrerseits 150 Angriffe auf Ziele im Gazastreifen und richteten dort auch große Zerstörung an. Ist der Krieg also noch zu vermeiden?“

Raketen aus dem Gazastreifen „fliegen“ also, von niemandem abgeschossen, einfach so auf israelisches Territorium. Sie landen nicht, sie treffen nicht, sie zerstören nichts und verursachen keine Verletzungen. Zwar wissen die Israelis, dass dahinter die Hamas steckt, zwar musste sogar die Säuglingsstation des Krankenhauses von Be'er Scheva in Bunker verlegt werden, tausende Familien im Süden Israels sind traumatisiert – aber Kornelius erwähnt davon nichts.

Demgegenüber fliegt die israelische Luftwaffe nicht nur Angriffe, was sehr viel gefährlicher klingt, sondern „richtet auch große Zerstörungen“ an. All das betont Kornelius; allerdings sagt er nicht, was zerstört wurde: Waffendepots der Hamas und Kommandozentren.

„Seit März beobachten wir die Eskalation des Konfliktes, seitdem die Amerikaner nämlich ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt haben und seitdem Bewohner des Gazastreifens, angeführt von Hamas-Aktivisten, an der Grenze zum Teil auch sehr gewaltsam gegen Israel protestiert haben. Israel hat sich gewappnet, hat die Grenze verteidigt – den Grenzzaun, wie es immer nur hieß.“

Weil die Amerikaner „nämlich“ ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt haben, und seitdem Bewohner des Gazastreifens „auch sehr gewaltsam“ protestiert haben (gegen was eigentlich? Gewiss nicht wegen der Botschaft, sondern weil sie Israel stürmen wollen!), beobachtet Kornelius die „Eskalation“. Israel verteidigt die Grenze, „den Grenzzaun, wie es immer nur hieß“. Hätte Israel sich überrennen lassen sollen?

„Daraufhin hat die Hamas die Strategie verändert und mit Flugdrachen israelisches Territorium angegriffen. Es kam zu Buschfeuern, es kam zu einer Bedrohung und vor allem zu einer großen Unruhe innerhalb der israelischen Bevölkerung.“

Die Hamas „hat mit Flugdrachen israelisches Territorium angegriffen“. Interessante Formulierung. Solange da nur „Territorium“ angegriffen wird, kann man ja beruhigt sein. Offenbar handelt es sich um ein paar kahle Hügel in der Wüste. Also alles nicht weiter schlimm. Dass an den Flugdrachen Brandsätze hingen, vergaß Kornelius zu erwähnen. Tausende Quadratkilometer verbrannter Wälder und Weizenfelder, abgefackelte Naturschutzgebiete samt Bienenstöcken und hunderter brütender Vögel, die Schreie der Tiere über der brennenden Wüstenlandschaft, Raketenalarm im Minutentakt und die Angst der Bauern in den Kibbutzim sind wohl für ihn nicht erwähnenswert. Wer Kornelius zuhört, erhält den Eindruck: Die Bedrohung kam nur irgendwie, quasi aus heiterem Himmel, genauso wie die Unruhe der israelischen Bevölkerung im Süden, die seit Wochen keine Nacht mehr ruhig schlafen kann. Ebenso wenig erwähnenswert sind für Kornelius mit Drachen, Luftballons und gasgefüllten Kondomen eingeflogene Sprengsätze, die auf Kinderspielplätzen landen.

„Seit wenigen Wochen nun hat sich das Ganze auf die militärische Ebene verlagert. Raketen fliegen und die israelische Luftwaffe schießt dagegen. Die Frage ist eben nur, wie kann dieser Konflikt gestoppt werden.“

Jetzt hat sich alles auf die „militärische Ebene verlagert“? Seit wann ist der Gazastreifen ein anerkannter Staat mit einer stehenden Armee, also Militär? Und schon wieder „fliegen“ die Raketen, offenbar ohne, dass sie jemand zündet und auch ohne, dass sie landen. Wieder ist es nur die israelische Luftwaffe, die etwas tut: Sie „schießt dagegen“. Merke: Gefährlich ist nur Israel.

„Vermittler der Vereinten Nationen und aus Ägypten sind eigentlich gescheitert. Die Hamas signalisiert zwar immer wieder ihren Friedenswillen ...“

Wo bitteschön, wann und mit welchen Worten hat die Hamas ihren „Friedenswillen“ bekundet? Kornelius müsste uns zumindest auf eine dieser Friedensbekundungen von Hamas aufmerksam machen – denn außer ihm scheint niemand diese gehört zu haben.

„… aber gleichzeitig möchte sie demonstrieren, dass sie Israel nicht das Recht zubilligt, alleine über die Regeln dieses Konfliktes zu bestimmen.“

Wie bitte? Ist es etwa bisher nicht die Hamas, die Raketen „fliegen“ lässt, jüngst sogar bis Be'er Scheva, und täglich – trotz eines angeblichen Waffenstillstandes – bis zu zehn Waldbrände verursacht? Sind das etwa keine „Regeln“?

„In Israel selbst gerät Premier Netanjahu unter Druck der Hardliner, die sich umgekehrt den Druck der Hamas nicht gefallen lassen will.“

Wer oder was ist eigentlich ein „Hardliner“? Niemand in Israel, weder Hardliner noch „Weicheier“, will sich dem Druck der Hamas beugen. Denn das hieße, kollektiv Selbstmord zu begehen.

„Beide Seiten wissen, dass ein Krieg die Probleme des Gazastreifens nicht lösen wird. Im Kern dieses jüngsten Konfliktes steht nämlich die Erkenntnis, dass dieses Fleckchen Land nicht bewohnbar und nicht regierbar ist – nicht unter den Konditionen, die Israel seit dem letzten Krieg 2014 aufgezwungen hat und immer stärker durchsetzt.“

Einer der schönsten Küstenstreifen am Mittelmeer, seit Jahrtausenden besiedelt, ist unbewohnbar? Und nicht regierbar? Was macht denn die Hamas, wenn sie nicht in Gaza regiert? Und wem hat Israel eigentlich Konditionen aufgezwungen? Falls Kornelius die Blockade meint, so ist nicht zu vergessen, dass diese schon kurz nach der Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 kam. Kornelius versäumt auch zu erwähnen, dass die Hamas mit Attentaten die Schließung aller Warenübergänge erzwungen hat. So wie er nichts darüber sagt, wer jüngst die Gas- und Ölleitungen im (letzten offenen) Übergang Kerem Schalom verbrannt hat. Und wer kontrolliert eigentlich die Grenze im Süden? Liegt da nicht irgendwo Ägypten? Alles Konditionen, die Israel aufgezwungen hat?

„Wird es also zu einem wirklichen Krieg kommen? Die politische Vernunft sagt: Nein. Denn Israel hat kein Interesse, die Hamas wegzufegen und es am Ende mit einer noch radikaleren Gruppierung zu tun zu haben. Und auch die Hamas hat kein Interesse, ihre letzten Pfründe im Gazastreifen zu verlieren. Ob am Ende aber die politische Vernunft gewinnt, oder ob doch die Logik der Gewalt siegt, dass weiß im Nahen Osten niemand.“

„Krieg“ ist ein Fachbegriff, wobei stehende Armeen zweier Staaten mit ihren uniformierten Soldaten aufeinander schießen. Einen „wirklichen Krieg“ kann es also gar nicht geben. Oder meint der Sicherheitsfachmann Kornelius eine „Militäroperation“? In Israel steht ein „Wegfegen der Hamas“ nicht zur Debatte, sondern vielmehr eine erneute israelische Militärbesatzung, was zur Folge hätte, dass die Hamas und „radikalere Gruppen“ weggefegt würden. Doch jeder in Israel weiß, welch hoher Preis dafür gezahlt werden müßte, weshalb selbst die von Kornelius erwähnten „Hardliner“ davor zurückschrecken.

Ob die Hamas tatsächlich fürchtet, „ihre letzten Pfründe“ zu verlieren, ist eine gute Frage. Denn bei den letzten israelischen Militäroperationen von 2009, 2012 und 2014 hat sie nur dazugewonnen. Die kaputten Häuser lassen sich mit Milliardenspenden der Europäer wieder errichten. Und je mehr Tote es als „menschliche Schutzschilde“ gibt, desto mehr Anerkennung erhält die Hamas in der Welt und kann so ihr Terror-Regime weiter festigen. Es stärkt die Hamas auch bei ihrem Zwist mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah, wenn sie heldenhaft den bösen Zionisten die Stirn bietet und Widerstand leistet. Widerstand gegen ein „Besatzungsregime“ (trotz israelischem Rückzug aus Gaza 2005) goutieren und legitimieren sogar die Vereinten Nationen

Von wem erwartet Kornelius schließlich „politische Vernunft“ und was versteht er unter „Logik der Gewalt“? Das beantwortet er uns nicht.

Von: Ulrich W. Sahm

Eine Version dieses Artikels ist zuvor bei „Audiatur Online“ erschienen.

]]>
Wed, 15 Aug 2018 13:51:00 +0200
<![CDATA[Zehn Tonnen Post für Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/15/zehn-tonnen-post-fuer-palaestinenser/ JERICHO (inn) – Etwa zehn Tonnen an Postsendungen sind in den vergangenen Tagen in Jericho angekommen. Die an Palästinenser im Westjordanland adressierten Briefe und Pakete hat Israel aus verschiedenen Gründen seit dem Jahr 2010 zurückgehalten. Sogar ein Rollstuhl aus der Türkei und Medikamente sind Teil der Lieferung gewesen.

Dass Israel einige Sendungen aus Sicherheitsgründen zurückgehalten habe, könne er verstehen, berichtet der Filialleiter Ramadan Ghasawi dem AFP-Korrespondenten Hossam Ezzedine in Jericho. Andere seien aus verwaltungstechnischen Gründen nicht weitergeleitet worden.

Ghasawi befürchtet, dass seine Mitarbeiter in den kommenden zwei Wochen allein mit der Sichtung dieser Sendungen zu tun hätten. In der Zwischenzeit türmten sich diese zu Hunderten in seiner Postfiliale in Jericho.

Direkte Zustellungen geplant

Wie Ezzedine berichtet, sagte der Kommunikationsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde Allam Musa am Dienstag, die Kontrolle der Israelis beschneide die Wirtschaft und Bewegungsfreiheit der Bewohner des Westjordanlandes.

Die Postsendungen für Palästinenser im Westjordanland verwaltet derzeit Israel. Im September 2016 haben beide Seiten ein Abkommen unterschrieben, das eine direkte Zustellung von Postsendungen aus aller Welt in die palästinenisch verwalteten Gebiete ermöglicht. Ein Zeitplan wurde damals nicht vereinbart.

Wie der Koordinator der Regierungsaktivitäten in den (Palästinenser-)Gebieten (COGAT) gegenüber Israelnetz mitteilte, hat es bislang noch keine direkten Postsendungen an Palästinenser gegeben. Das Projekt befinde sich jedoch in „fortgeschrittenem Stadium“. Die Freigabe der Post sei als Geste zu verstehen, „die über den Geist des Buchstabens hinausgeht“.

Von: mh

]]>
Wed, 15 Aug 2018 13:48:00 +0200
<![CDATA[Sachbuchautor Reza Aslan: Auch ich wurde verhört]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/15/sachbuchautor-reza-aslan-auch-ich-wurde-verhoert/ Der iranisch-amerikanische Sachbuchautor Reza Aslan hat sich nach dem Journalisten Peter Beinart ebenfalls über Verhöre am Ben-Gurion-Flughafen beschwert. Die Methoden hätten ihn an einen „Polizeistaat“ erinnert, schrieb er auf Twitter. Unterdessen hat die israelische Generalstaatsanwaltschaft laut der Tageszeitung „Ha'aretz“ damit begonnen, ähnliche Vorfälle aus den vergangenen Monaten zu untersuchen. Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Dina Silber habe entsprechende Anfragen an den Inlandsgeheimdienst Schabak gerichtet.

Von: df

]]>
Wed, 15 Aug 2018 11:22:00 +0200
<![CDATA[Zwei israelische Universitäten unter den besten Hundert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/08/15/zwei-israelische-universitaeten-unter-den-besten-hundert/ Das Technion in Haifa und die Hebräische Universität in Jerusalem gehören zu den 100 besten Universitäten der Welt. Die alljährliche Bewertung, die auch als Shanghai-Rangliste bekannt ist, setzte das Technion auf Platz 77. Damit verbesserte es sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Plätze. Die Hebräische Universität schaffte es 2017 noch nicht in die Rangliste, ist dieses Mal aber auf Platz 95 zu finden. Auf Platz eins landete die Harvard-Universität in Boston. Der Präsident der Hebräischen Universität, Ascher Cohen, freute sich: „Der Aufwärtstrend seit vergangenem Jahr ist ein Beleg für unsere harte Arbeit.“

Von: mm

]]>
Wed, 15 Aug 2018 10:12:00 +0200
<![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung entschuldigt sich für Mauervergleich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/14/konrad-adenauer-stiftung-entschuldigt-sich-fuer-mauervergleich/ BERLIN / JERUSALEM (inn) – Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat sich für einen Vergleich von der Berliner Mauer zur israelischen Sperranlage zum Westjordanland entschuldigt. Die CDU-nahe Stiftung hatte zur Erinnerung an die Berliner Mauer eine Collage aus anderen Mauern verschiedener Länder gepostet. Der Vergleich mit der israelischen Sperranlage rief Kritik hervor.

Am Montag schrieb die Konrad-Adenauer-Stiftung auf Twitter: „Zu viele Mauern und Sperranlagen weltweit!“ Dazu setzte sie die Hashtags #berlinermauer und #1961. Die dazu gepostete Collage zeigte verschiedene Mauern auf der Welt: zwischen den USA und Mexiko, Saudi-Arabien und dem Jemen, Marokko und einer spanischen Enklave, Indien und Bangladesch sowie Marokko und der Westsahara. Unter den Bildern befindet sich auch die Sperranlage von Israel zum Westjordanland. Auf Facebook schrieb die Stiftung: „Seit dem Mauerfall 1989 sind etwa 50 neue Mauern und Sperranlagen weltweit entstanden.“

Kritik in Deutschland und Israel

Der Vergleich mit der Mauer, welche die ehemalige DDR baute, um ihre Bürger von der Landesflucht abzuhalten, stieß sowohl in Deutschland als auch in Israel auf Widerstand. Der Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, sagte der Tageszeitung „Jerusalem Post“: „Die Stiftung ist daran gescheitert, zwischen gerechtfertigten und nicht gerechtfertigten Mauern zu unterscheiden.“ Die israelische Mauer sei gebaut worden, um Menschenleben zu retten und Terrorismus zu stoppen. Sie habe viele Leben bewahrt.

Der deutsche Journalist Robin Alexander von der Tageszeitung „Die Welt“ reagierte auf Twitter: „Wie könnte man als CDU-nahe Stiftung die aktuelle Debatte um Koalitionen mit der Linken inhaltlich unterfüttern? Man veröffentlicht zum Jahrestag des Mauerbaus daneben Fotos der Anlagen, die Israel schützen sollen. Sorry für den Zynismus, aber es ist zu krass, liebe Konrad-Adenauer-Stiftung.“ Der Grünen-Politiker Volker Beck schrieb: „Man kann doch nicht eine Schutzanlage vor eindringenden Terroristen mit einer Mauer, die die eigenen Bürger einsperrt, vergleichen, bloß weil man vom Baumarkt dafür die gleichen Materialien braucht.“

Stiftung erklärt sich

Nach der Kritik in den Sozialen Medien erklärte die Stiftung auf Facebook: „Wir haben uns entschlossen, die ursprünglich hier gezeigte Bildcollage zu entfernen, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen.“ Gleichzeitig betonte sie ihren täglichen Auftrag, „konsequent gegen Geschichtsvergessenheit“ vorzugehen und das „Unrecht der SED-Diktatur stets klar“ zu benennen. Auf Twitter schrieb die Stiftung: „Um es noch einmal ganz klar zu formulieren: Der Mauerbau steht für sich und ist mit keiner anderen Grenzanlage weltweit zu vergleichen!“

Gegenüber der „Jerusalem Post“ äußerte sich der Leiter der Stiftung in Jerusalem, Alexander Brakel. Er sagte, der Facebook-Post stamme nicht von seinem Büro in Israel. „Es gab keine Absicht, Israels Sicherheitszaun mit der Berliner Mauer zu vergleichen.“ Er habe sich für den falschen Eindruck entschuldigt, der entstanden war.

Laut Angaben des israelischen Außenministeriums sind die palästinensischen Terrorattacken in Israel durch die Sperranlage signifikant zurückgegangen. Zum Beispiel seien die Angriffe von 2002 auf 2003 um 30 Prozent zurückgegangen. Auch habe es im selben Zeitraum einen Rückgang von 50 Prozent gegeben, was tödliche Anschläge durch Terroristen betrifft.

Von: mm

]]>
Tue, 14 Aug 2018 13:54:00 +0200
<![CDATA[Journalist Beinart am Flughafen verhört]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/14/journalist-beinart-am-flughafen-verhoert/ TEL AVIV (inn) – Der bekannte amerikanische Journalist Peter Beinart ist am Sonntag eine Stunde lang am Ben-Gurion-Flughafen für ein Verhör festgehalten worden. Das machte er am Montag in einem Artikel für das amerikanisch-jüdische Magazin „Forward“ bekannt. Dabei kritisierte er insbesondere, dass der Sicherheitsbeamte ihm keinen Grund für die Befragung genannt habe.

Dem Bericht zufolge reiste Beinart mit seiner Frau und zwei Kindern nach Israel, um der Bat Mitzwa seiner Nichte beizuwohnen. Bei Ankunft am Flughafen und nach der üblichen Passkontrolle wurde er in einen Raum zum Verhör gebracht. Der Beamte sprach ihn auf seine Beteiligung an einem Protest in Hebron an; Beinart hatte dort bei seinem vorigen Israel-Besuch für die Rechte von Palästinensern demonstriert.

Beinart: Trump bestärkt Netanjahu

In der weiteren Befragung sei es darum gegangen, ob Beinart mit Organisationen verbunden sei, die zu Gewalt anstiften, Anarchie verbreiten oder die israelische Demokratie gefährden. Dies verneinte Beinart ebenso wie die Frage, ob er sich bei seinem jetzigen Aufenthalt an weiteren Protesten beteiligen wolle.

Für Beinart ist der Vorfall Beleg dafür, wie sehr US-Präsident Donald Trump den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu bestärkt: „Eine israelische Regierung, die weder die liberale Demokratie noch die Herrschaft des Rechtes respektiert, weiß, dass sie Seelenverwandte in Washington hat.“ Der Vorfall habe ihn daran erinnert, dass Israel zwar für die jüdische Zukunft stehe; doch um auf diese Zukunft stolz zu sein, müsse er darum kämpfen.

Netanjahu: Israel ist eine offene Gesellschaft

Netanjahu bemühte sich indes, die Wogen zu glätten. Ein „Behördenfehler“ habe zu der Befragung geführt, heißt es in einer Mitteilung seines Büros. „Israel ist eine offene Gesellschaft, die alle willkommen heißt – Kritiker ebenso wie Unterstützer. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem Menschen ihre Meinung offen sagen können.“

Der Inlandsgeheimdienst Schabak, der für das Verhör verantwortlich ist, entschudligte sich bei Beinart. Die Beamten hätten die Sachlage falsch bewertet. Der Vorfall werde untersucht.

Beinart für Siedlungsboykott

Beinart hat in der Vergangenheit für verschiedene Publikationen geschrieben, darunter das „Time Magazine“ und die „New York Times“. Aktuell verfasst er Kolumnen für die linksgerichtete israelische Tageszeitung „Ha'aretz“.

Als Kritiker der israelischen Siedlungspolitik hat er im Jahr 2012 in der „New York Times“ zum Boykott von Siedlungen aufgerufen, „um Israel zu retten“. Unter anderem sprach er sich dafür aus, die Begriffe „Judäa“ und „Samaria“ für die Bezeichnung der entsprechenden Gebiete zu streichen. Die Begriffe „unterstellen, dass es jüdisches Land war und immer sein wird“.

Die Knesset hat am 6. März 2017 neue Einreisebestimmungen festgelegt. Demzufolge ist es möglich, denjenigen die Einreise zu verwehren, die Israel oder die Siedlungen boykottieren. Beinart betonte in seinem Artikel, er boykottiere zwar die Siedlungen, aber nicht Israel.

Von: df

]]>
Tue, 14 Aug 2018 13:40:00 +0200
<![CDATA[Israelischer Schüler entblößt sich in KZ]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/14/israelischer-schueler-entbloesst-sich-in-kz/ Ein israelischer Schüler hat sich am Freitag im ehemaligen Vernichtungslager Majdanek in Polen entblößt. Der 17-Jährige, der sich auf einem Schulausflug befand, hat nach Angaben der polnischen Polizei die Hosen heruntergezogen und seinen nackten Hintern den Baracken zugewandt. Der Elftklässler musste eine Strafe zahlen; er und seine Freunde sind mittlerweile nach Israel zurückgeschickt worden. Das israelische Bildungsministerium nannte den Vorfall „sehr schwerwiegend“ und kündigte „angemessene Disziplinarmaßnahmen“ an.

Von: rmj

]]>
Tue, 14 Aug 2018 13:38:00 +0200
<![CDATA[Ehemaliger Mossad-Chef für Sanktionen gegen Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/14/ehemaliger-mossad-chef-fuer-sanktionen-gegen-hisbollah/ Sanktionen gegen den Libanon sind ein besseres Mittel als militärische Gewalt, um mit der Hisbollah-Miliz fertig zu werden. Diese Ansicht hat der ehemalige Mossad-Chef Tamir Pardo in einem Interview geäußert, das die saudische Nachrichtenseite „Elaph“ am Montag veröffentlichte. Er sprach sich zudem für einen Abzug der iranischen Truppen aus Syrien aus. Gleichzeitig äußerte er Zweifel daran, dass Russland dies bewirken könne. Bereits früher hatte das Magazin den israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Generalstabschef Gadi Eisenkot interviewt.

Von: eh

]]>
Tue, 14 Aug 2018 12:22:00 +0200
<![CDATA[Wenn Kinderspielzeug zur Waffe wird]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/14/wenn-kinderspielzeug-zur-waffe-wird/ GAZA / SDEROT (inn) – Die israelische Blockade des Gazastreifens richtet sich jetzt auch gegen Spielzeug. Israel hat in den letzten Wochen im Hafen von Aschdod drei Container mit Zehntausenden Ballons beschlagnahmt, die auf dem Weg in den Gazastreifen waren. Das berichtete der israelische „Kanal 10“.

Normalerweise erfreuen solche Ballons Kinder bei Geburtstagsfeiern. Es wurde nicht gemeldet, wer die Container nach Gaza geschickt hat. Fast täglich versenden jedoch wohltätige Organisationen wie die „Allianz für Wiederaufbau“ Spendenaufrufe, Kinder im Gazastreifen mit Spielzeug auszustatten.

Doch nun haben die israelischen Sicherheitsbehörden die Ballons beschlagnahmt. Dadurch wollen sie die Hamas daran hindern, sie für ihren Brandstiftungs-Terrorismus gegen Israel einzusetzen.

Verheerende Umweltschäden

Im Laufe der letzten vier Monate hat die im Gazastreifen regierende Hamas Tausende von Brandsätzen in israelisches Gebiet geschickt. Diese haben zur Zerstörung von mehr als 7.500 Hektar Land, Hunderten von Hektar Weizenfeldern und 2.700 Hektar Naturschutzgebieten geführt.

Mehr als 1.000 Brandsätze wurden mit Kinderdrachen oder mit heliumgefüllten Ballons über die Grenze geflogen, was mehr als 750 Brände auslöste – durchschnittlich 11 pro Tag. Das bewirkte unmittelbare Schäden von über 3 Millionen US-Dollar. Es wird Jahre dauern, bis die von der Hamas verursachten ökologischen Schäden wieder behoben sind.

Trotz eines von der Hamas am Donnerstag verkündeten Waffenstillstands schickten die Palästinenser von Gaza weiterhin Brandsätze nach Israel. Am Montag brach im Re'im-Gebiet der Region Eschkol im Süden Israels ein Großbrand aus.

Bereits am Samstag landete ein riesiger Branddrachen mit einer Spannweite von über 4 Metern aus Gaza auf einer Hochspannungs-Stromleitung in der Nähe des Kibbutz Sufa. Dadurch wurde in der Region die Stromzufuhr gestoppt. Techniker mussten mit einem Kran der Israel Electric Company das Gerät entfernen, ehe es einen Brand auslösen konnte. Ebenfalls am Samstag neutralisierte die Polizei einen Terrorballon aus Gaza, der neben einem Speisesaal in der Region Eschkol landete. Außerdem brach ein Feuer im Naturschutzgebiet Nir Am aus.

Netanjahu: Kampagne gegen Terror

Zu Beginn der Kabinettssitzung am Sonntag erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu, Israel befinde sich „inmitten einer Kampagne gegen den Terror in Gaza. Es bedeutet einen Schlagabtausch. Der wird nicht mit einem Schlag enden. Unsere Forderung ist klar – ein vollständiger Waffenstillstand. Mit weniger werden wir nicht auskommen“, unterstrich er.

Weiter sagte der Premierminister: „Bis jetzt haben wir Hunderte von militärischen Zielen der Hamas zerstört. In jeder Runde verlangt die israelische Armee einen zusätzlichen hohen Preis. Ich werde hier nicht unsere operativen Pläne verraten. Aber sie sind fertig. Unser Ziel ist es, die Ruhe für die Bewohner des Südens und des an den Gazastreifen angrenzenden Gebiets wiederherzustellen. Dieses Ziel wird in vollem Umfang erreicht werden.“

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Tue, 14 Aug 2018 11:59:00 +0200
<![CDATA[Zwei-Staaten-Lösung immer unbeliebter]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/14/zwei-staaten-loesung-immer-unbeliebter/ Die Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung schwindet unter Palästinensern und jüdischen Israelis. Laut einer Erhebung des palästinensischen Forschungszentrums für Politik und Umfragen sowie des Tami Steinmetz Friedenszentrums am Montag erreicht sie die niedrigsten Zustimmungswerte seit fast zwei Jahrzehnten. Demnach unterstützen 43 Prozent der Palästinenser und jüdischen Israelis die Zwei-Staaten-Lösung. Vergangenes Jahr lag unter Palästinensern dieser Wert bei 52 Prozent und unter jüdischen Israelis bei 47 Prozent. Bei den arabischen Israelis bleibt dagegen die Unterstützung mit 82 Prozent konstant hoch.

Von: mm

]]>
Tue, 14 Aug 2018 11:07:00 +0200
<![CDATA[Vereinte Nationen rechnen mit IS-Anschlägen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/14/vereinte-nationen-rechnen-mit-is-anschlaegen/ Die Terror-Organisation Islamischer Staat hat im Irak und in Syrien bis zu 30.000 Mitglieder. Das besagt ein Expertenbericht für den UN-Sicherheitsrat, der am Montag vorgelegt wurde. Trotz militärischer Niederlagen bleibe ein „Kernbestand“ der Gruppe erhalten. Nichtsdestotrotz wandle sich der IS von einem staatenähnlichen Gebilde zu einem Terrornetzwerk – besonders im Irak. Sobald er sich neu organisiert habe, sei wieder vermehrt mit Anschlägen zu rechnen, heißt es in dem Bericht. Dies gelte auch für das Terrornetzwerk der Al-Qaida.

Von: df

]]>
Tue, 14 Aug 2018 11:06:00 +0200
<![CDATA[PLO will Israel aus UN werfen lassen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/13/plo-will-israel-aus-un-werfen-lassen/ Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) will Israel aus den Vereinten Nationen werfen lassen. Das Mitglied des Exekutivkomitees der PLO, Ahmad Madschdalani, verglich ihren Antrag mit der Situation in Südafrika. Auch da habe es „eine rassistische Herrschaft gegeben“ und das Land sei inzwischen in einer „rechtlichen und verfassungsrechtlichen Überprüfungsphase“. „Seit Israel sich durch das neue Nationalstaatsgesetz und diskriminierende Praktiken als rassistischer Apartheidstaat definiert hat, sind viele Länder der internationalen Gemeinschaft geneigt, die palästinensische Sache zu unterstützen“, teilte die PLO mit.

Von: mm

]]>
Mon, 13 Aug 2018 16:06:00 +0200
<![CDATA[Labour-Chef Corbyn soll palästinensischer Terroristen gedacht haben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/13/labour-chef-corbyn-soll-palaestinensischer-terroristen-gedacht-haben/ LONDON (inn) – Der Chef der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn soll im Jahr 2014 palästinensischen Terroristen die Ehre erwiesen haben. Das berichtet das britische Boulevardblatt „The Daily Mail“ am Sonntag online. Es veröffentlichte Fotos, die Corbyn bei einer Gedenkveranstaltung in Tunesien zeigen. Bei dem Gedenken soll es auch um Terroristen gegangen sein, die an dem Anschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972 beteiligt waren.

Die Labour-Partei, deren Chef Corbyn im Jahr 2015 wurde, bestreitet den Bericht. Vielmehr habe er an einer Veranstaltung zum Gedenken an 47 Palästinenser teilgenommen, die 1985 bei einem israelischen Luftschlag ums Leben kamen. In einem Artikel für die sozialistische Tageszeitung „Morning Star“, in dem Corbyn von dem Gedenken berichtete, erwähnte er die Olympischen Spiele nicht. Aber er betonte, dass bei der Veranstaltung auch Kränze an Gräbern derjenigen niedergelegt wurden, „die von Mossad-Agenten 1991 in Paris getötet wurden“.

Für die „Daily Mail“ ist das ein Hinweis, dass es bei dem Gedenken auch um die Drahtzieher des Olympia-Massakers ging. Sie nennt vier Palästinenser: Hajel Abdel-Hamid, Salah Chalaf und Fakhri Alomari wurden 1991 in Tunis getötet – sie gehörten dem Schwarzen September an, der Terrorgruppe, die das Massaker in München ausübte. Hinzu kommt Atef Bseiso, der Leiter des palästinensischen Geheimdienstes, der 8. Juni 1992 in Paris getötet wurde. Israel bestreitet, für die Tötungen verantwortlich zu sein. Unklar ist, warum Corbyn das Jahr 1991 in Zusammenhang mit Paris erwähnt.

Witwen fordern Entschuldigung

Ilana Romano und Ankie Spitzer, die beide bei dem Massaker 1972 ihre Ehemänner verloren, übten Kritik an Corbyn und verlangten von ihm eine Entschuldigung. Romano nannte Corbyn eine „Gefahr“. „Ihm ist es egal, wenn er Familien verletzt. Eine Person, die an das Grab von Mördern geht, will keinen Frieden.“ Spitzer nannte Corbyn „hasserfüllt“. Beide sagten: „Wir erinnern uns nicht, dass Herr Corbyn die Gräber unserer getöteten Väter, Söhne und Ehemänner besucht hat.“

Kritik ereilt Corbyn auch aus der Politik. Der britische Innenminister Sajid Javid forderte Corbyn via Twitter zum Rücktritt auf. Der Vorsitzende des britisch-jüdischen Dachverbands Jewish Leadership Council, Jonathan Goldstein, nannte Corbyns Besuch in Tunesien „widerwärtig“. „Dieser Mann ist nicht dazu geeignet, ein Mitglied des Parlaments zu sein, geschweige denn ein nationaler Führer.“ Der Vorsitzende der Freunde Israels in der Labour-Partei, Joan Ryan, verlangte eine Erklärung. Corbyn müsse sich zudem bei den Familien der Opfer entschuldigen.

Die Labour-Partei und insbesondere Corbyn stehen seit längerem in der Kritik, Antisemitismus und Anti-Israelismus in ihren eigenen Reihen zu verharmlosen. Aktuell sind viele Juden in Großbritannien darüber empört, dass sich die Partei weigert, die Antisemitismus-Definition der „Internationalen Allianz zum Gedenken des Holocaust“ (IHRA) vollständig anzunehmen. Einer der von Labour zurückgewiesenen Klauseln besagt, dass es antisemtiisch ist, die israelische Politik mit den Nazis zu vergleichen. Die Labour-Abgeordnete Margaret Hodge nahm dies zum Anlass, ihren Parteichef als rassistisch und ihre Partei als antisemitisch zu bezeichnen.

Von: df

]]>
Mon, 13 Aug 2018 14:08:00 +0200
<![CDATA[Demonstranten schwenken palästinensische Flaggen bei Protest gegen Nationalstaatsgesetz]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/13/demonstranten-schwenken-palaestinensische-flaggen-bei-protest-gegen-nationalstaatsgesetz/ TEL AVIV (inn) – Massendemonstration am zweiten Wochenende in Folge: Erneut haben am Samstag in Tel Aviv zehntausende Menschen ihre Ablehnung gegen das „Nationalstaatsgesetz“ zum Ausdruck gebracht. Zu der Demonstration auf dem Rabin-Platz hatten arabische Israelis aufgerufen. Das Besondere war, dass Dutzende Anwesende während der Protestaktion palästinensische Flaggen schwenkten. Damit widersetzten sie sich einer Bitte des Hohen Arabischen Kontrollausschusses, der dazu aufgefordert hatte, das Schwenken entsprechender Fahnen zu unterlassen, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Manche Demonstranten skandierten gegen Israel gerichtete Parolen und machten ihre Unterstützung für „Palästina“ deutlich. Ausrufe wie „Mit Blut und Feuer werden wir Palästina erlösen“ oder „Millionen von Märtyrern marschieren nach Jerusalem“ waren zu hören. Die Gruppe lief vom Rabin-Platz zum Platz des Kunstmuseums der Stadt. Dort hielten die Organisatoren die Kundgebung mit dem Motto „Nein zum Nationalitätsgesetz, Ja zu Gleichheit“ ab. Demonstranten hielten Schilder mit den Aufschriften „Gerechtigkeit und Gleichheit jetzt“ oder „Apartheid“. Laut Veranstalter erschienen 30.000 Menschen am Samstagabend.

Der Verzicht auf palästinensische Flaggen sollte verhindern, dass sich jüdische Israelis von einer Teilnahme abhalten lassen, hieß es von den Organisatoren. Aktivisten der arabischen Partei „Balad“ (Fraktion der „Vereinigten Liste“) wurden trotzdem mit entsprechenden Fahnen gesehen. Zuvor hatten sie die Aufforderung zum Verzicht scharf kritisiert.

Netanjahu: „Kein besseres Zeugnis für Notwendigkeit des Nationalstaatsgesetzes“

Das frühere Knessetmitglied und der langzeitige Anführer der linksgerichteten „Hadasch“-Partei Mohammad Barakeh leitet nun den Hohen Arabischen Kontrollausschuss. Diese unabhängige politische Organisation zielt darauf ab, politische Aktivitäten verschiedener arabisch-israelischer Gruppen zu koordinieren. Auch wenn er die Menschen aufgefordert hatte, auf die Flaggen zu verzichten, könne er „nicht kontrollieren, was die Leute machen“, sagte er Reportern der „Times of Israel“. In seiner Rede betonte er das Ziel, „die Abscheulichkeit auszulöschen und den von Netanjahu und seiner Regierung verursachten Schandfleck – genannt Nationalstaatsgesetz – zu entfernen“.

Premier Netanjahu kritisierte via Twitter das Schwenken der palästinensischen Flaggen. Er schrieb: „Es gibt kein besseres Zeugnis für die Notwendigkeit des Nationalstaatsgesetzes.“ Er kündigte an: „Wir werden weiterhin stolz die israelische Flaggen erheben und [unsere Nationalhymne] Hatikva voller Stolz singen.“

Druse: „Israel ist stärkste Demokratie der Welt“

Kritik an der Aktion kam auch von den Drusen. Der ehemalige Knessetabgeordnete Schachiv Schnaan erklärte laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“: „Wir sind gegen das Schwenken der palästinensischen Flagge. Ich denke, dass das unnötig ist.“ Schnaans Sohn wurde vergangenes Jahr während seines Dienstes als Grenzpolizist bei einem Anschlag am Tempelberg getötet. Der Druse wunderte sich und richtete sich an die Fahnen-Schwenker: „Wenn Sie protestieren, um Gleichheit in Ihrem Land zu haben, warum schwenkt man Flaggen eines anderen Staates?“ Es sei andererseits nichts Neues, dass arabische Israelis ein Identitätsproblem haben und „zwischen der nationalen palästinensischen Identität und ihrem wirklichen Leben in Israel in Partnerschaft mit dem Staat hin- und hergerissen sind“.

Auch das Knessetabgeordnete und Druse Saleh Saed (Zionistische Union) pflichtete Schnaan bei. „Das war unnötiger Trotz, der unsere berechtigte Kampagne gegen das Nationalstaatsgesetz schädigt.“ Er werde nicht aufhören, seine Meinung zu sagen. „Das ist legitim, das ist Demokratie und das ist auch das schöne an Israel, das immer wieder beweist, dass es die stärkste Demokratie der Welt ist.“

Am Samstag vor einer Woche hatte die Gemeinschaft der Drusen den Protest gegen das Nationalstaatsgesetz mitorganisiert. Mindestens 50.000 Menschen kamen.

Das Gesetz schreibt den jüdischen Charakter des Staates Israel fest und zählt zu den Grundgesetzen, die in Israel einer Verfassung gleichkommen. Unter anderem hält es den Status Jerusalems – „als ganzes und vereint“ – als Hauptstadt Israels fest, erklärt den jüdischen Kalender zum Staatskalender und legt verschiedene jüdische Feiertage fest, darunter auch den Schabbat als wöchentlichen Ruhetag. Besonders umstritten ist die Sprachregelung: Hebräisch ist Amtssprache, während Arabisch den Status einer „besonderen“ Sprache hat.

Von: mab

]]>
Mon, 13 Aug 2018 14:06:00 +0200
<![CDATA[Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/himmelhoch-jauchzend-und-zu-tode-betruebt/ BERLIN / GLASGOW (inn) – Die Israelin Lonah Chemtai Salpeter ist am Sonntag im Berliner Olympiastadion in Tränen aufgelöst. Am Mittwoch hatte die Läuferin noch triumphal über 10.000 Meter die Goldmedaille bei den European Championships gewonnen gehabt. Über 5.000 Meter hat sie aber einen mentalen Aussetzer, als sie glaubt, die vorletzte sei bereits die letzte Runde.

Salpeter befindet sich gerade im Sprint mit der späteren niederländischen Siegerin Sifan Hassan. Die Israelin hat beste Aussichten, sich mit ihr ein spannendes Finale zu liefern. Aber bei der Überquerung der Ziellinie, eine Runde vor Schluss, stoppt Salpeter, weil sie glaubt, dass Rennen sei bereits vorbei. Als sie den Fehler bemerkt, beginnt sie völlig entgeistert wieder loszulaufen. Sie schafft noch den vierten Platz, ist aber untröstlich ob der verpassten Chance, eine weitere Medaille gewonnen zu haben. Später wird sie wegen des frühzeitigen Wechsels ihrer Bahn auch noch disqualifiziert.

Die 29-jährige Israelin, die ihre Konkurrenz über die 10.000 Meter mit der Fabelzeit von 31 Minuten und 43,3 Sekunden weit hinter sich ließ, darf sich aber vor allem über ihre Goldmedaille freuen. Sie war die erste Israelin, die bei einer Europameisterschaft als Gewinnerin triumphieren konnte.

Arbeitete in der kenianischen Botschaft

Ihre Geschichte hat leicht märchenhafte Anklänge: Salpeter wurde in Kenia geboren. Sie kam das erste Mal im Jahr 2008 nach Israel. Dort arbeitete sie laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ in der kenianischen Botschaft in Tel Aviv. Als sie in einem Park joggte, entdeckte sie der Lauftrainer Moti Misrahi, der ihr vorschlug, professionell zu trainieren. Später traf sie den Trainer Dan Salpeter, die beiden heirateten. 2016 wurde sie israelische Staatsbürgerin. Staatspräsident Reuven Rivlin lobte die Läuferin: „Lonah hat uns gezeigt, was ein Sieg ist.“

Die zweite Medaille für Israel bei den European Championships holte am Sonntag der 21-jährige Turner Artem Dolgopyat. In das Finale hatten ihn die Teamkollegen Alex Shatilov und Andrey Medvedev begleitet, die sich mit guten Leistungen auch qualifizieren konnten. Dolgopyat, der in der Ukraine geboren wurde und dessen Familie, als er zwölf Jahre alt war, nach Israel auswanderte, gewann im Bodenturnen Silber hinter dem Briten Dominick Cunningham. Bei einem seiner Elemente trat er bei einer Landung nicht auf die Matte. Ansonsten wäre womöglich auch Platz eins eine Option gewesen. Bronze ging an den Russen Artur Dalaloyan.

Neuer Landesrekord im Marathon

Eine weitere bemerkenswerte Leistung schaffte der Israeli Marhu Teferi: Er brach den 15 Jahre alten Landesrekord im Marathon am Sonntag. Insgesamt erreichte er Platz sieben. Auf der Strecke in Berlin schaffte er eine Zeit von 2 Stunden und genau 13 Minuten. Der 26-Jährige, der Israel auch bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 vertrat, wurde in Äthiopien geboren.

Beim Hochsprung der Damen kam es in Berlin zu einem besonderen Moment: Bevor der Wettkampf losging, spielten die Veranstalter eine Videobotschaft der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann ein. Der war vor 82 Jahren von den Nazis der Start bei den Olympischen Spielen in Berlin verweigert worden. Dabei galt sie als Titelfavoritin. Im vergangenen Jahr war Bergmann mit 103 Jahren in New York verstorben. An ihrem Geburtstag hatte sie davor aber eine kurze Grußbotschaft aufgenommen. Die Aktion war von den Veranstaltern als Zeichen gedacht, dass in Deutschland nie wieder ein solches Unrechtsregime geduldet werde.

Die European Championships haben dieses Jahr zum ersten Mal in dieser Form stattgefunden. Sie umfassten Europameisterschaften aus sieben Sportarten. Vom 2. bis 12. August fanden sie in Glasgow und Berlin statt. Während die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin ausgetragen wurden, gab es die europäischen Meisterschaften im Schwimmen, Radsport, Rudern, Triathlon, Golf und Turnen in Glasgow. Aus Israel nahmen insgesamt 44 Sportler an den Wettkämpfen teil.

Von: mm

]]>
Mon, 13 Aug 2018 13:57:00 +0200
<![CDATA[PA lässt Krebsmedikamente nach Gaza liefern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/13/pa-laesst-krebsmedikamente-nach-gaza-liefern/ Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) lässt Krebsmedikamente in den Gazastreifen liefern, um einem akuten Mangel zu begegnen. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma’an“ am Montag. Demnach sind dem Rantisi-Krankenhaus in Gaza-Stadt 45 der 60 benötigten Medikamente ausgegangen. Rund 700 Krebspatienten werden dort behandelt. Gesundheitsminister Dschawad Awad gab an, die Medikamente würden auf direkte Anweisung von Präsident Mahmud Abbas und Premierminister Rami Hamdallah geliefert. Hintergrund des Mangels sind Sanktionen vom vergangenen Jahr, mit denen die PA Druck auf die Hamas ausüben will.

Von: rmj

]]>
Mon, 13 Aug 2018 11:36:00 +0200
<![CDATA[Schwester von Jasser Arafat gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/13/schwester-von-jasser-arafat-gestorben/ Die Schwester des früheren Palästinenserführers Jasser Arafat, Chadidscha Arafat, ist am Samstag im Alter von 86 Jahren in einem Krankenhaus in Kairo gestorben. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Die genaue Todesursache wurde nicht bekannt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bedauerte ihren Tod. Er würdigte ihre „herausragende Rolle bei der palästinensischen Revolution“. Chadidscha kam wie auch ihr Bruder Jasser in Kairo zur Welt. Zuletzt stand sie mehreren Wohltätigkeitsorganisationen vor, die sich um Palästinenser im Nahen Osten kümmern.

Von: df

]]>
Mon, 13 Aug 2018 11:03:00 +0200
<![CDATA[Herzog fordert Juden weltweit zur Einigkeit auf]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/13/herzog-fordert-juden-weltweit-zur-einigkeit-auf/ Der neue Leiter der Jewish Agency, Jitzchak Herzog, hat bei seiner ersten Auslandsreise in den USA die Juden weltweit zur Einigkeit aufgerufen. Vor einer Gruppe jüdischer Leiter warnte er vergangene Woche vor einem Zerbrechen des jüdischen Volkes aufgrund geographischer Hindernisse. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Israelische und Diaspora-Juden sollten eine starke Verbindung pflegen. Herzog sei aber „sehr [...] bewusst, dass sich Diaspora-Juden von Israel entfernen“. Er werde alles in seiner Macht tun, um ein Auseinanderdriften zu verhindern, und beschwor: „Wir sind eine Nation.“

Von: mab

]]>
Mon, 13 Aug 2018 10:41:00 +0200
<![CDATA[PA soll Häftling vergiftet haben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/13/pa-soll-haeftling-vergiftet-haben/ Der palästinensische Häftling Ahmed Abu Hamadeh, der im Gefängnis der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Jericho saß, ist am Sonntag in einem Krankenhaus in Ramallah gestorben. Er war Chef einer bewaffneten Gang, die im Raum Nablus von der PA als größter Gegner angesehen wurde. Hamadehs Familie macht für seinen Tod die PA verantwortlich. Bevor er ins Krankenhaus kam, sei der 26-Jährige gesund gewesen. Ein Familienmitglied beschuldigte die Autonomiebehörde, ihn vergiftet zu haben. Laut der PA starb er an den Wunden, die er sich in einem früheren Schusswechsel mit Sicherheitsbeamten zugezogen hatte.

Von: mm

]]>
Mon, 13 Aug 2018 10:27:00 +0200
<![CDATA[Israel droht Krokodil-Plage]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/13/israel-droht-krokodil-plage/ JERICHO (inn) – Hunderte Krokodile sind in einer verlassenen Farm im Jordantal gestrandet, nachdem der Unternehmer Gadi Biton sie im Stich gelassen hat. Er wollte ihre Haut für die Lederherstellung verkaufen. Doch 2012 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Krokodile unter Artenschutz stellt. Deshalb dürfen sie nicht getötet werden, um ihr Fleisch und die kostbaren Häute zu verkaufen.

Gescheiterte Touristenattraktion

Ursprünglich hatte Biton Ende der 1990er Jahre einige Krokodile in die Siedlung Patzael im Jordantal, nahe der Durchgangsstraße 90 nördlich von Jericho, gebracht. Sie dienten als Touristenattraktion. Doch wegen palästinensischer Gewalt in der Region blieben die Besucher fern. Wegen des Gesetzes konnte sich der Unternehmer der Tiere nicht mehr entledigen. Versuche, sie nach Zypern zu exportieren, scheiterten am Widerstand der Bewohner dort. Jetzt ist die Farm verlassen, während die Raubtiere auf einer Lagune in der Sonne faulenzen.

David Elhajani, Leiter des Regionalrats im Jordantal, befürchtet das Schlimmste: „Ein Krokodil kann über 100 Jahre alt werden. Hier auf der Farm gibt es große und kleine Krokodile, das heißt, es schlüpfen immer neue Krokodile. In fünf Jahren haben wir vielleicht tausende Krokodile – und keine Lösung. Und wenn ein Krokodil es bis in den Jordan schafft und wir dann einen internationalen Zwischenfall am Grenzfluss haben, dann wacht vielleicht jemand auf und versucht, eine schnelle Lösung für dieses Problem zu finden. Aber einfach wird das nicht.“

Am Unterlauf des Jordans gibt es beiderseits der Grenze, auf der jordanischen wie auf der israelischen Seite, eine vielbesuchte „Taufstätte Jesu“, wo christliche Pilger hinab zum Jordan steigen, um sich taufen zu lassen.

Vor einigen Jahren entkamen 70 Krokodile. Sie wurden jedoch nach einer dreitägigen Jagd wieder eingefangen. Versorgt werden die gestrandeten Reptilien heute von einem Tierpfleger, der ihnen einmal in der Woche tote Hühner als Futter bringt.

Mangelnde Kooperationsbereitschaft

Jetzt muss das israelische Militär eine „praktische Lösung“ für die Krokodile finden. Denn die Siedlung mit der verlassenen Krokodilfarm liegt in dem von Israel kontrollierten Teil des Westjordanlandes. Dort gilt die als „Zivilverwaltung“ bezeichnete militärische Besatzung. Sie ist auch für alle zivile Belange verantwortlich. Die Militäreinheit COGAT beklagt die mangelnde Kooperation des Farmbesitzers und hat vorerst noch keine Lösung gefunden.

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Mon, 13 Aug 2018 10:07:00 +0200
<![CDATA[Schusswechsel zwischen palästinensischen Sicherheitskräften und Beduinen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/11/schusswechsel-zwischen-palaestinensischen-sicherheitskraeften-und-beduinen/ Zwischen palästinensischen Sicherheitskräften und bewaffneten Beduinen ist es am Freitag im Westjordanland zu einem Schusswechsel gekommen. Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Al-Asaria (Bethanien) nahe Jerusalem, wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ meldet. In der Nacht zuvor war bei einer Razzia der Sicherheitskräfte ein Mensch getötet worden. Anlass für die Razzia waren Tankstellen, die Beduinen in der Region illegal betreiben.

Von: eh

]]>
Sat, 11 Aug 2018 14:57:00 +0200
<![CDATA[Rekordzahl an Frauen in Kampfeinheiten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/10/rekordzahl-an-frauen-in-kampfeinheiten/ JERUSALEM (inn) – Noch nie sind den Kampfeinheiten der israelischen Armee so viele Frauen beigetreten wie in den vergangenen zwölf Monaten. Insgesamt kamen 1.050 Rekrutinnen dazu. In den zwölf Monaten zuvor waren es 150 weniger. Im Jahr 2012 waren es lediglich 547.

Vertreter aus Politik und Gesellschaft begrüßen den Zulauf. Die Frauen-Organisation Na'amat lobte Armeechef Gadi Eisenkot dafür, den Trend zu fördern. „Die Zahlen zeigen, dass die Armee weibliche Kämpfer benötigt“, teilte die Organisation auf Facebook mit. Der stellvertretende Minister für Diplomatie Michael Oren twitterte: „Geschlechter-Gleichheit ist gut für alle. Euch allen eine frohe Rekrutierung!“

Unterschiedliche Anforderungen

Der erhöhte Frauenanteil bei den Soldaten stößt allerdings auch auf Kritik. Beklagt wird, dass das Anforderungsprofil für die einzelnen Einheiten gesenkt werde, um Frauen zuzulassen. So werden weibliche Panzereinheiten nur innerhalb Israels eingesetzt und erhalten daher auch ein anderes Training. Das gleiche gilt auch für die insgesamt vier gemischten Einheiten; diese werden nur zum Grenzschutz eingesetzt. Soldatinnen müssen zudem nur vier Magazine für ihre Waffen bei sich tragen, die Männer hingegen sechs.

Nichtsdestotrotz erhalten Frauen immer mehr verantwortlichere Posten innerhalb der Armee. Am Dienstag wurde bekannt, dass eine Armeepilotin die erste Kommandeurin einer Luftwaffen-Einheit wird. Im Juni haben Frauen erstmals den Rang eines Panzerkommandeurs erhalten.

In Israel besteht grundsätzlich Wehrdienstpflicht für Männer und Frauen. Minderheiten wie Araber sind davon ausgenommen. Männer müssen zwei Jahre und acht Monate Wehrdienst leisten, Frauen zwei Jahre. Dabei besteht die Möglichkeit, in Einheiten zu kommen, die nicht in den Kampf ziehen – sie gehen dann etwa in die Verwaltung oder zur Grenzkontrolle.

Von: df

]]>
Fri, 10 Aug 2018 15:31:00 +0200
<![CDATA[Lage in Südisrael beruhigt sich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/10/lage-in-suedisrael-beruhigt-sich/ GAZA / SDEROT (inn) – Die radikal-islamische Hamas hat nach eigenen Angaben eine Feuerpause mit Israel erreicht, die Ägypten und andere internationale Akteure vermittelt hätten. Diese sei seit Mitternacht in Kraft, sagte ein Vertreter der Terrorgruppe am Freitag. Israel bestritt hingegen, dass es ein Abkommen gebe. Dennoch kehrte nach dem bislang heftigsten Schlagabtausch seit der Operation „Starker Fels“ im Sommer 2014 relative Ruhe in dem Gebiet um den Gazastreifen ein.

Bereits am Donnerstag hatte die Hamas von einer Feuerpause gesprochen. Doch zwei Stunden später schlug eine Rakete aus dem Gazastreifen in der 40 Kilometer entfernten Wüstenhauptstadt Be'er Scheva ein. Als Reaktion beschoss die Luftwaffe ein Gebäude, das die Hamas Armeeangaben zufolge als Hauptquartier für den internen Sicherheitsdienst nutzte – zudem diente es als Kulturzentrum. 18 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Die Hamas machte eine radikale Salafistengruppe für den Abschuss der Langstreckenrakete nach Be'er Scheva verantwortlich.

Deutschland und USA betonen Israels Recht auf Selbstverteidigung

Das Auswärtige Amt in Berlin kritisierte die Angriffe auf Israel: „Den massiven Raketen- und Mörserbeschuss auf israelische Städte und Dörfer aus Gaza heraus verurteilen wir auf das Schärfste. Solche Handlungen, die Leib und Leben Unschuldiger in Gefahr bringen, sind nicht zu rechtfertigen“, sagte die Sprecherin von Bundesaußenminister Heiko Maas, Maria Adebahr, laut einer Mitteilung des Ministeriums. Zudem unterstrich sie das Selbstverteidigungsrecht Israels. Wichtig sei jedoch auch, dass alles getan werde, um eine Zuspitzung der Lage zu verhindern.

Auch das US-Außenministerium verurteilte die palästinensischen Angriffe am Donnerstag. Sprecherin Heather Nauert wurde in einer Pressekonferenz um eine Reaktion auf die Langstreckenrakete und den darauf folgenden israelischen Luftangriff gebeten. „Wir verurteilen die Raketenangriffe auf Israel und fordern ein Ende der zerstörerischen Gewalt“, sagte sie laut der Nachrichtenseite „The Washington Free Beacon“. „Wir unterstützen vollkommen Israels Recht, sich zu verteidigen und zu handeln, um derartige Provokationen zu verhindern.“ Die Hamas sei verantwortlich für die Gewalt in Gaza und für die dortige humanitäre Lage.

Kritik an einseitiger BBC-Schlagzeile

Unterdessen beschwerte sich das israelische Außenministerium bei der britischen Rundfunkanstalt BBC über eine Schlagzeile auf Twitter: „Israelische Luftschläge töten schwangere Frau und Kleinkind“. Denn jeder Hinweis auf den vorausgegangen Raketenhagel mit elf Verletzten fehlte. Der Sprecher des Ministeriums, Emmanuel Nahschon, antwortete: „@BBCWorld dies ist eine formelle Beschwerde von @IsraelMFA. Diese Überschrift ist eine absichtliche Falschdarstellung der Wirklichkeit (das ist die höfliche Entsprechung von ‚dies ist eine LÜGE‘, wenn Sie es nicht verstehen). Israelis wurden von der Hamas angegriffen, und die israelische Armee handelt, um sie zu schützen. Ändern Sie das SOFORT!!!“

Daraufhin blieb die Schlagzeile bei Twitter. Aber die von der BBC verbreitete Fassung erhielt den Zusatz: „nachdem Raketen Israel trafen“. Auf Anfrage des israelischen Senders „i24News“ teilte die britische Rundfunkanstalt mit: „Obwohl die ursprüngliche Schlagzeile nicht sachlich falsch war, haben wir sie aktualisiert, um mehr Kontext hinzuzufügen.“ Der Sprecher der israelischen Botschaft in London, Jehuda Aviv, hakte nach. Er lobte die Änderung, kritisierte aber, dass die Reihenfolge verkehrt sei. Auch habe die BBC im Tweet nicht über den Hamas-Terror informiert.

Veranstaltungen abgesagt

Da sich die Lage am Freitag beruhigte, kehrten die meisten Israelis in der Region um den Gazastreifen zur Routine zurück. Der Bahnverkehr zwischen Aschkelon und Sderot wurde wiederaufgenommen. Angesichts der angespannten Sicherheitslage wurden allerdings mehrere kulturelle Veranstaltungen abgesagt. In Aschkelon verschoben die Veranstalter eine Queen-Tribut-Show mit 2.500 Besuchern auf einen noch nicht genannten Termin. Im Bsor-Nationalpark findet das für das Wochenende geplante Heißballonfestival nicht statt. „Monate der Vorbereitung sind in Rauch aufgegangen; 4.000 Tickets für das Festival wurden bereits verkauft, und der Schaden für den Tourismus in der Region dürfte in die Millionen gehen“, kommentierte die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Zunächst hieß es ferner, das Qualifikationsspiel für die Fußball-Europa-League zwischen dem israelischen Meister Hapoel Be’er Scheva und dem zypriotischen Verein Apoel Nicosia müsse verschoben werden. Die beiden Mannschaften traten aber am Donnerstagabend in Be'er Scheva vor etwa 10.000 Zuschauern gegeneinander an. Das Spiel endete mit einem 2:2-Unentschieden.

Eine besondere Herausforderung stellte sich einer Cateringfirma im Kibbutz Sa’ad, fünf Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt: Sie konnte wegen der Angriffe 2.000 bestellte Mahlzeiten nicht an Kindergärten und Sommerlager ausliefern. Die Mitarbeiter beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen: Sie spendeten das Essen an die Tafel und an andere Einrichtungen, die Bedürftige unterstützen, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Dass die Portionen zur Verfügung standen, gaben sie über Facebook bekannt. Der Eintrag endete mit einem Zitat aus dem Gebet, das Juden im Gedenken an Verstorbene sprechen, dem Kaddisch: „Der Frieden schafft in Seinen Höhen, Er schaffe Frieden über uns.“

Von: eh

]]>
Fri, 10 Aug 2018 14:54:00 +0200
<![CDATA[Israels Botschafts-Sprecherin lobt zum Abschied deutsche Presse]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/08/10/israels-botschafts-sprecherin-lobt-zum-abschied-deutsche-presse/ Eigentlich war es verboten. Aber es war ein schöner Samstag und ich hatte es vergessen. Im Juni lief ich mit meinem fünfjährigen Sohn durch meine geliebte Nachbarschaft in Charlottenburg und kam zufällig am Demonstrationszug des sogenannten „Al-Quds-Tages“ vorbei, der an diesem Tag durch die Straßen kroch. (Anmerkung der Redaktion: im Iran ein gesetzlicher Feiertag, an dem es alljährlich zu Massendemonstrationen gegen Israel kommt). Unsere Sicherheitsabteilung der Botschaft will nicht, dass wir dort hingehen, schließlich demonstrieren dort Menschen mehr oder weniger offen für die Vernichtung Israels. Mein Sohn hörte die wütenden Sprechchöre und fragte, was die Leute wollen.

Ich versuchte, eine einfache Antwort zu geben.

„Sie hassen Israel“, sagte ich.

„Hassen sie auch Deutschland?“, fragte mein Sohn.

Vier Jahre lang habe ich als Pressesprecherin der Israelischen Botschaft gearbeitet. Ich war gerne in Deutschland. Wie es für Diplomaten üblich ist, gehe ich nun nach Israel zurück. Über den Satz meines Sohnes muss ich in diesen Tagen viel nachdenken. Er brachte mich darauf, dass sich in Deutschland viel verändert hat, seit ich angekommen bin, und wie sehr diese Veränderungen die Medienwelt betreffen.

Als ich vor vier Jahren nach Deutschland kam, hatte dieser Prozess der Veränderung gerade begonnen. Nur wusste ich davon noch nichts.

Was im Nahen Osten passiert, bleibt nicht im Nahen Osten

Wir waren im Alarmzustand. Es war Sommer 2014, die Militäroperation „Starker Fels“ im Gazastreifen lag gerade hinter uns. In Deutschland hatten Teilnehmer auf Anti-Israel-Demonstrationen im ganzen Land „Hamas! Hamas! Juden ins Gas“ oder „Schlachtet die Juden“ gerufen. Die Polizei war anfangs damit überfordert. Und auch in vielen Medien begann die Aufarbeitung dieser Welle von Judenhass mitten in Deutschland etwas schleppend. Aber sie gewann schnell an Kraft.

Damals, als Anhänger von Terror-Organisationen wie Hamas und Hisbollah durch deutsche Städte marschierten, war etwas geschehen. Es war für alle sichtbar, aber vielleicht fehlte noch das Bewusstsein dafür: Was im Nahen Osten passiert, bleibt nicht im Nahen Osten.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Auch wenn dieser Sommer für uns Israelis einen Tiefpunkt markierte, bin ich doch gerne nach Deutschland gekommen. Als ich sah, dass eine große Zeitung die Gesichter aller 64 bei der Operation in Gaza getöteten israelischen Soldaten gedruckt hatte, berührte mich das sehr.

Wir empfinden die Berichterstattung nicht immer als fair

Überhaupt schien mir, dass Israel in deutschen Medien nicht wie ein außenpolitisches Thema behandelt wurde, sondern in seiner Prominenz eher wie ein deutsches. Ich meine damit die Häufigkeit der Berichterstattung: Über den israelisch-palästinenischen Konflikt war täglich etwas in deutschen Medien zu lesen oder zu hören.

Aber das hat sich geändert.

Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich zugebe, dass ich als Pressesprecherin für Israel ein Interesse daran habe, dass Konflikt und Militär nicht ständig in der Presse sind. Israel ist viel mehr als der Konflikt. Auch empfinden wir die Berichterstattung nicht immer als fair. Wir werden gelegentlich zu den Angreifern gemacht und jene, die offen zu unserer Vernichtung aufrufen, zu den Opfern. Aber bleiben wir ehrlich: Natürlich ist uns das Thema auch aus anderen Gründen unangenehm. Es ist nie gut, bewaffnete Konflikte zu führen – auch wenn man es muss.

Vielleicht muss man für die Konflikte des Nahen Ostens nicht mehr nach Israel schauen. Araber und Juden. Kurden und Türken. Sunniten und Schiiten. All die Probleme und auch Hoffnungen, die damit verbunden sind, finden Journalisten nun auch in Berlin, Bonn, Stuttgart oder Leipzig.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 hat sich der Fokus der Medien weiter verschoben. Wirklich prominent findet der Nahost-Konflikt nur noch in seinen traurigen Höhepunkten in Zeitungen und Fernsehen statt. Sind No News aus unserer Sicht Good News? Vielleicht. Neues Top-Thema dagegen ist der Islamismus in Deutschland. Ich bin mir ganz sicher: Wenn heute Anhänger der Hamas durch Berlin laufen und „Jude, Jude, feiges Schwein“ rufen würden, so wie im Jahr 2014, es wäre viel schneller in den Schlagzeilen als damals.

Antisemitismus unter dem Deckmantel der Israelkritik

Spätestens, seitdem israelische Flaggen in Berlin gebrannt haben, stand eine wichtige Botschaft prominent in allen wichtigen deutschen Medien, die wir zuvor mühsam und in sperrigen Sätzen in Hintergrundgesprächen erklären mussten: Es gibt Antisemitismus unter dem Deckmantel der Israelkritik. Heute weiß fast jeder Journalist, was damit gemeint ist. Auch, dass Kritik an Israel selbstverständlich nicht gleich antisemitisch ist. Leider gibt es diesen versteckten Antisemitismus in der Bevölkerung immer noch. Viel mehr: Er nimmt leider zu, wie zahlreiche Studien nahelegen.

So änderte sich auch das, was Journalisten von uns gewöhnlich wissen wollen. Anstelle von: „Wann wird es bei uns endlich Frieden geben“, rückte diese Frage auf den ersten Platz: „Welchen Antisemitismus finden hier lebende Israelis bedrohlicher? Den importierten Antisemitismus der Einwanderer aus Ländern des Nahen Ostens oder den klassischen deutschen?“ Wir können dazu nur sagen, dass Antisemitismus für uns immer schlimm ist, egal von wem er kommt.

Plötzlich aber hatten wir „neue Freunde“, die wir uns nicht ausgesucht hatten. Es fing in Dresden an, als bei Pegida-Spaziergängen auf einmal israelische Flaggen auftauchten. Und das war erst der Anfang. Später äußerten Politiker der AfD auf verschiedenen Kanälen ihre Unterstützung für Israel. Mit anderen Äußerungen aus der Partei passt das aber gar nicht zusammen. Eine der jüngsten ist die Sache mit dem „Fliegenschiss“.

Keinen Kontakt zur AfD

Zu den Fragen, die uns von Journalisten am häufigsten gestellt werden, ist eine weitere neue dazu gekommen: Was wir von der AfD halten. Wir als Diplomaten müssen sensibel sein. Es ist nicht unsere Aufgabe, innenpolitische Themen zu kommentieren. Aber wir haben mehrfach offiziell erklärt, dass wir keinen Kontakt mit der AfD haben.

Auch Vertreter der AfD melden sich gelegentlich bei uns in der Botschaft. Meist mit der Frage, welche Anhaltspunkte wir denn dafür hätten, dass es in der AfD überhaupt Antisemitismus gebe. In der AfD tun einige so, als wenn er gar nicht existierte.

Antisemitismus ist nicht nur ein Problem für Juden, sondern auch für die deutsche Gesellschaft. Journalisten der traditionellen Medien in Deutschland sind sich dessen bewusst. Und doch war es eine weitere Veränderung der Medienwelt, die eine große Öffentlichkeit schockierte: In einem sechs Minuten langen Facebook-Video beschimpfte ein Deutscher einen israelischen Gastwirt in Berlin. Er fing damit an, Israel zu kritisieren und endete mit der Ansage, alle Juden würden in den Gaskammern landen.

Deutsche Presse war beste Medienschule

Später erzählte mir ein junger Bekannter, dass er so etwas als Jude in Deutschland selbst schon erlebt hatte und er erleichtert sei, dass nun alle sehen könnten, wie sich das anfühlt. Bei allen Nachteilen, die Soziale Medien mit sich bringen: Es ist gut, dass solche Angriffe nun öffentlich werden.

Die deutsche Presse war für mich die beste Medienschule, die ich jemals hätte haben können. Ich habe großen Respekt vor der Qualität des Journalismus in Deutschland. Es gibt so viele hochwertig gemachte Titel, so viel investigative Recherche, davon kann ein kleines Land wie Israel nur träumen.

Zurück zur Frage meines Sohnes. Die Menschen, die auf der „Al-Quds“-Demonstration zur Vernichtung Israels aufrufen – natürlich hassen sie nicht nur Israel, sondern auch das, was Deutschland ausmacht: Demokratie, Freiheit, Rechtsstaat. Aber sie haben mit deutschen Journalisten einen starken Gegner.

Adi Farjon ist israelische Diplomatin, von 2014 bis 2018 war sie Pressesprecherin der israelischen Botschaft in Deutschland.

Dieser Text wurde zuerst auf dem Medien-Portal meedia.de veröffentlicht. Wir danken für die freundliche Veröffentlichungsgenehmigung.

Von: Adi Farjon

]]>
Fri, 10 Aug 2018 13:03:00 +0200
<![CDATA[Hamas bietet falsche Raketenalarm-App]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/10/hamas-bietet-falsche-raketenalarm-app/ Die Hamas hat eine täuschend echte Raketenalarm-App entwickelt. Damit nutzen die Islamisten die aktuellen Raketenangriffe auf Israel für sich aus, warnte die israelische Cybersicherheits-Firma ClearSky am Donnerstag. „Wenn man die App herunterlädt, übernimmt sie die Kontrolle über das Smartphone“, sagte der Geschäftsführer Boas Dolev laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Unter anderem könne der Betreiber mit der App Bilder schießen und Anrufe tätigen. Einmal installiert, sei die App nicht mehr zu löschen. Dolev empfiehlt, Apps nur bei bekannten Anbietern wie Google herunterzuladen.

Von: df

]]>
Fri, 10 Aug 2018 12:49:00 +0200
<![CDATA[Juden und Muslime gedenken Holocaust-Opfern]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/10/juden-und-muslime-gedenken-holocaust-opfern/ Junge Juden und Muslime aus Deutschland haben am Donnerstag im früheren Konzentrationslager Auschwitz gemeinsam der Opfer des Holocaust gedacht. Der Rahmen war eine fünftägige Bildungsreise. Die muslimischen Teilnehmer sind Geflüchtete aus Syrien und dem Irak. Organisiert wurde die Reise vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZDM) und der Union progressiver Juden (UpJ). „Die Trauer eint uns“, sagte der Syrer Chaled Naeem am Rande der Veranstaltung der Deutsche Presse-Agentur. Rabbi Henry G. Brandt zeigte sich in seinem Grußwort „tief beeindruckt“, dass Juden und Muslime zu dieser Gelegenheit zusammengefunden haben.

Von: rmj

]]>
Fri, 10 Aug 2018 12:16:00 +0200
<![CDATA[Uri Avnery nach Schlaganfall im Krankenhaus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/08/10/uri-avnery-nach-schlaganfall-im-krankenhaus/ TEL AVIV (inn) – Der ultralinke Friedensaktivist Uri Avnery ist in kritischem Zustand in das Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv gekommen. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Ha'aretz“ hat der 94-Jährige am vergangenen Samstag einen Schlaganfall erlitten und ist nun bewusstlos.

Der Schriftsteller und ehemalige Knesset-Abgeordnete setzt sich seit 70 Jahren für einen palästinensischen Staat ein, schreibt „Ha'aretz“. Damals haben sich die heutigen Palästinenser jedoch noch als „Araber aus Palästina“ bezeichnet und noch nicht einmal einen eigenen Staat für sich beansprucht.

Aktivist und Kolumnist

Avnery ist Gründer der Friedensbewegung Gusch Schalom. Er war Chefredakteur der Wochenzeitung „HaOlam HaSeh“ nach dem Vorbild des „Spiegel“ unter Rudolf Augstein, den er schon in Deutschland kennengelernt hatte.

Anat Saragusti, eine Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, die Avnery nahe steht, hat am späten Mittwoch auf Facebook einen Kommentar abgegeben: „Es kann davon ausgegangen werden, dass er diese Woche seine wöchentliche Kolumne nicht schreiben wird. Einmal hat er mir halb im Scherz gesagt: ‚Wenn Sie meine Kolumne am Freitag nicht erhalten, sollten Sie wissen, dass ich gestorben bin.‘ Also er ist nicht gestorben, aber er ist nicht bei Bewusstsein. In genau einem Monat, am 10. September, feiert er seinen 95. Geburtstag, und zu seinen Ehren wird bereits eine Veranstaltung im Savta (ein Theater und Kulturzentrum in Tel Aviv, Anm. der Red.) vorbereitet. Ich war heute dort und hoffe auf das Beste, drücke die Daumen." Die Feier ist für den 21. September geplant.

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Fri, 10 Aug 2018 11:56:00 +0200
<![CDATA[Katars Emir bekundet Unterstützung für Palästinenserstaat]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/10/katars-emir-bekundet-unterstuetzung-fuer-palaestinenserstaat/ Katar unterstützt das „palästinensische Projekt“. Das hat Emir Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani am Donnerstag versichert. In Doha kam er mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen. Anschließend zitierte Chefunterhändler Saeb Erekat den Emir gegenüber der katarischen Nachrichtenagentur QNA mit den Worten: „Wir können keine andere Lösung akzeptieren als den unabhängigen Staat Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt in den Grenzen von 1967.“ Zudem habe Al-Thani die Bedeutung der nationalen Einheit betont. Abbas lobte Katars Bemühungen um den Wiederaufbau im Gazastreifen.

Von: eh

]]>
Fri, 10 Aug 2018 10:55:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser in der Schweiz zu vier Monaten Haft verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/09/palaestinenser-in-der-schweiz-zu-vier-monaten-haft-verurteilt/ Ein Palästinenser, der einen Kippa tragenden Juden in einem Schweizer Zug angriff, ist zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angriff erfolgte im Februar in einem Zug nahe Lausanne. Der Aggressor war laut der israelischen Tageszeitung „Ha'aretz“ ein 40-jähriger Mann, der in Gaza geboren wurde. Demnach stahl er dem Opfer eine Wasserflasche, ein Buch und die Kippa, die er in einen Abfalleimer schmiss. Er habe auch seine Uhr gestohlen, seine Brille zerbrochen und ihm laut Zeugen gedroht, die Kehle aufzuschlitzen.

Von: mm

]]>
Thu, 09 Aug 2018 16:00:00 +0200
<![CDATA[Israelische Firma deckt Sicherheitslücke bei WhatsApp auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/08/09/israelische-firma-deckt-sicherheitsluecke-bei-whatsapp-auf/ Die israelische Cyber-Sicherheitsfirma „Check Point Software Technologies“ sagt, sie habe eine Sicherheitslücke bei der Kommunikationsanwendung WhatsApp aufgespürt. Diese Lücke soll es Hackern erlauben, Nachrichten abzufangen und gefälschte Nachrichten an Nutzer zu schicken. Damit sei es einfach, Fehlinformationen zu verbreiten. Check Point hat bereits WhatsApp über die Lücke benachrichtigt. Aber die Firma, die mittlerweile zur sozialen Plattform Facebook gehört und weltweit 1,5 Milliarden Nutzer hat, teilte mit, dass sie wegen der Beschaffenheit der Anwendung das Problem nicht sofort lösen könne.

Von: mm

]]>
Thu, 09 Aug 2018 15:25:00 +0200
<![CDATA[Livni: „Wir glauben an den Bund Gleichberechtigter“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/09/livni-wir-glauben-an-den-bund-gleichberechtigter/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Oppositionsführerin Zippi Livni sieht das Nationalstaatsgesetz im Widerspruch zur Unabhängigkeitserklärung. Das betonte sie am Mittwoch in einer Sonderdebatte in der Knesset. „Wir werden die Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung wieder in unser Leben zurückbringen. Dazu verpflichten wir uns, und wir werden kämpfen, bis wir die Wahlen gewinnen.“

Die Sonderdebatte zum Nationalstaatsgesetz musste trotz Sommerpause stattfinden, nachdem 25 Abgeordnete dies gefordert hatten. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu war laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ jedoch nicht zugegen. Seine Anwesenheit kann nur mit den Unterschriften von 40 Abgeordneten erzwungen werden. Dennoch sagte Livni an Netanjahu gerichtet: „Ihre Zeit ist vorbei“; sie forderte Neuwahlen.

Suche nach Gleichberechtigung

Insbesondere bemängelte Livni, dass das Nationalstaatsgesetz kein Bekenntnis zu gleichen Rechten für Minderheiten enthalte. „Wir sind die Seite, die an einen Bund Gleichberechtigter glaubt“, sagte die 60-Jährige. „Jeder Bürger Israels hat die gleichen Rechte.“

Während ihrer Rede hielten Aktivisten auf den Besucherrängen Kopien der Unabhängigkeitserklärung hoch. Das Sicherheitspersonal der Knesset verwies sie der Plätze. Das Zeigen von Plakaten oder ähnlichen Dingen ist im Plenum verboten.

Umstrittenes Gesetz

Neben der politischen Opposition protestieren auch Teile der Gesellschaft gegen das Gesetz. Am Samstag kamen dazu Zehntausende in Tel Aviv zusammen. Die Gemeinschaft der Drusen sieht sich durch das Gesetz als Bürger zweiter Klasse. Inzwischen sind beim Obersten Gericht auch Petitionen gegen das Gesetz eingegangen, unter anderem von der Organisation Adalah, die sich für die Rechte von Arabern in Israel einsetzt.

Das Gesetz ist auch innerhalb der Regierung nicht unstrittig. Zum Unmut Netanjahus glänzten einige Regierungsmitglieder durch Abwesenheit, als am Montag der Ausschuss zum Gespräch mit den Drusen zum ersten Mal tagte; zum Teil schickten sie ihre Stellvertreter vor. Netanjahu sagte, er werde solch ein Verhalten nicht noch einmal dulden.

Als Ergebnis der ersten Sitzung kündigte er an, die Knesset werde in der kommenden Sitzungsperiode den Status und die Rechte von Minderheiten klären: „Wir haben acht Jahre lang am Nationalstaatsgesetz gearbeitet. Ich will nicht sagen, dass wir weitere acht Jahre dafür brauchen, aber es werden auch nicht acht Tage sein.“

Von: df

]]>
Thu, 09 Aug 2018 14:54:00 +0200
<![CDATA[Israelische Langstreckenläuferin gewinnt Gold in Berlin]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2018/08/09/israelische-langstreckenlaeuferin-gewinnt-gold-in-berlin/ Die Läuferin Lonah Chemtai Salpeter hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin eine Goldmedaille für Israel geholt. Die 29-Jährige gewann am Mittwochabend das 10.000-Meter-Finale in 31:43.29 Minuten. Den zweiten Rang belegte die Niederländerin Susan Krumins vor Meraf Bahta aus Schweden. Salpeter stammt aus Kenia und lebt seit zehn Jahren in Israel. Im März 2016 erhielt sie die israelische Staatsbürgerschaft. Auf unterschiedlichen Laufstrecken hält sie insgesamt zehn nationale Rekorde.

Von: eh

]]>
Thu, 09 Aug 2018 14:36:00 +0200
<![CDATA[Kuwait Airways entschädigt Israelin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/09/kuwait-airways-entschaedigt-israelin/ Eine Gruppe britischer Pro-Israel-Anwälte sagt, dass sie Kuwait Airways gezwungen habe, eine israelische Frau zu entschädigen. Die Fluggesellschaft sperrte sie für den Flug von London nach Bangkok im vergangenen November aufgrund ihrer Nationalität. Mandy Blumenthals Erfahrung am Heathrower Ticketschalter für Kuwait Airways wurde auf Video festgehalten. Es zeigte einen Vertreter der Fluggesellschaft, der wiederholt sagte, dass die Fluggesellschaft ihr kein Ticket verkaufen könne, weil sie Israelin sei.

Die Ablehnung eines öffentlichen Dienstes für eine Person wegen ihrer Nationalität ist nach britischem Recht verboten. Blumenthal, eine langjährige Pro-Israel-Aktivistin, ist ebenfalls britische Staatsbürgerin. „Kuwait Airways hat sich bereit erklärt, einer israelischen Staatsbürgerin, der ein Ticket für einen Flug der Kuwait Airways von London nach Bangkok aufgrund ihrer Nationalität verweigert wurde, einen erheblichen Schadenersatz plus Kosten zu zahlen", sagte die Interessengruppe „UK Lawyers for Israel“ (Britische Anwälte für Israel) in einer Erklärung auf ihrer Webseite. UKLFI half Blumenthal, Kuwait Airways wegen der Ablehnung zu verklagen.

„Kuwait Airways akzeptiert keine israelischen Passinhaber“

Die Gesellschaft hat jedoch keine Haftung anerkannt, obwohl sie einen unbestimmten Geldbetrag als Entschädigung angeboten hat. Der Vorfall ereignete sich im November 2017, als Blumenthal sich an den Schalter von Kuwait Airways wandte, um ein Ticket von Heathrow nach Thailand auf einem Flug mit Zwischenlandung in Kuwait zu kaufen. Die Verkäuferin am Ticketschalter informierte sie: „Kuwait Airways akzeptiert keine israelischen Passinhaber ... Es ist eine allgemeine Regel bei Kuwait Airways." Die Fluggesellschaft ist gebunden, da sie sich an ein kuwaitisches Gesetz halten muss, das ihr untersagt, kommerzielle Transaktionen mit „in Israel ansässigen Personen oder Personen oder mit der israelischen Staatsbürgerschaft“ durchzuführen. Das Gesetz hat der Fluggesellschaft mehrere lukrative Routen gekostet, da sich Beamte in den USA und der Schweiz für frühere israelische Kläger entschieden haben.

Kuwait Airways hat ihre Strecke New York-London im Jahr 2015 gestrichen, nachdem die US-Regierung ihr befohlen hatte, Israelis vom Flug auszuschließen. Nach einem Gerichtsverfahren in der Schweiz strich die Fluggesellschaft im Jahr 2016 alle innereuropäischen Flüge.

Deutsches Urteil überraschte

Ein deutsches Gericht überraschte die Kritiker im vergangenen November mit einem Urteil zugunsten der Fluggesellschaft. Darin argumentierte es, dass es „nicht vernünftig" sei, von ihr zu verlangen, dass sie gegen die Gesetze ihres Landes verstoße, ungeachtet der Angemessenheit dieser Gesetze. Diese Entscheidung wird angefochten und könnte Kuwait Airways die Flüge ab Frankfurt kosten. „Das Gesetz ist eindeutig: Direkte Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit bei der Erbringung von Dienstleistungen für die Öffentlichkeit ist illegal. Frau Blumenthal hat einen Dienst erwiesen, indem sie die illegale Politik von Kuwait Airways aufgezeigt hat. Kuwait Airways ist nun gesetzlich verpflichtet, diese Politik zu beenden oder seine Dienstleistungen im Vereinigten Königreich zu beenden", sagte UKLFI.

Der arabisch-israelische Facebook-Star Nusseir Jassin erklärte: „Liebes Kuwait. Wenn du Israel boykottieren willst, nur zu. Verweigere mir den Service", sagte er im Video. „Aber gib mir auch deine USB-Sticks, deine Handys, deine sicheren Autos, deine Viber-App, deine Waze-App oder deinen Antivirus-Programm. Das ist auch Israel." In seinem Video beschuldigte er Kuwait, sich nicht um die Palästinenser zu kümmern. „Wenn du Israel wegen Palästina boykottieren willst, denke ich nicht, dass es dich wirklich interessiert, weil du auch zwei Millionen muslimische palästinensische Israelis boykottierst, wie ich einer bin."

Von: Ulrich W. Sahm

]]>
Thu, 09 Aug 2018 14:24:00 +0200
<![CDATA[EU hat Finanzierung noch nicht beendet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/09/eu-hat-finanzierung-noch-nicht-beendet/ Die Europäische Union hat noch keine Entscheidung bezüglich der Finanzierung der linksgerichteten Dachorganisation „Freedom Protection Council“ getroffen. Das sagte eine Sprecherin am Mittwoch vor Journalisten. Vielmehr untersuche die Staatengemeinschaft etwaige Vertragsbrüche und taxiere die Finanzierung. Am Dienstag hatte Israels Premier Benjamin Netanjahu mitgeteilt, die EU habe die Unterstützung für die Organisation eingestellt. Die Nachricht stammte aus einem Brief an die israelische Botschaft in Brüssel, der nach Informationen der Zeitung „Ha’aretz“ allerdings nicht offiziell war.

Von: eh

]]>
Thu, 09 Aug 2018 14:04:00 +0200
<![CDATA[Wie BDS nicht den israelischen Fußball boykottierte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/08/09/wie-bds-nicht-den-israelischen-fussball-boykottierte/ HERZOGENAURACH / JERUSALEM (inn) – „Team Gerechtigkeit punktet! Adidas sponsert nicht mehr den israelischen Fußballverband“: Das steht auf einem Banner der internationalen Webseite der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Auf dem Bild dazu demonstrieren fünf BDS-Aktivisten mit Schildern vor dem Adidas-Gebäude in Amsterdam. So verkauft BDS das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem internationalen Sportausrüster Adidas und der israelischen Fußballnationalmannschaft.

Tatsächlich hat Israel schlicht den Ausrüster gewechselt. Wie Adidas auf Anfrage von Israelnetz mitteilte, ist der Vertrag ausgelaufen und nicht über die vereinbarte Laufzeit verlängert worden. „Diese Entscheidung wurde auf Basis geschäftlicher Überlegungen getroffen und steht in keinem politischen Zusammenhang“, sagt Adidas. Der Sportartikelhersteller danke dem israelischen Fußballverband für die Zusammenarbeit und wünsche weiterhin viel Erfolg.

„Puma sichert uns die besten Bedingungen“

Ende Juli hatte Israel einen Vier-Jahres-Vertrag seiner Fußballnationalmannschaft mit dem Sportartikelanbieter Puma bekanntgegeben. Auch die Frauen- und Jugendmannschaften werden von Puma ausgerüstet. „Die Wahl von Puma war Teil unserer Langzeitstrategie, die besten Bedingungen für unsere israelischen Mannschaften zu sichern“, sagte der Geschäftsführer des israelischen Fußballverbandes, Rotem Kamer. Puma war bereits Ausstatter der Israelis von 1996 bis 2008.

Im vergangenen März haben laut BDS 130 palästinensische Fußballklubs Adidas aufgefordert, ihre Zusammenarbeit mit dem israelischen Fußballverband aufzukündigen. Im Juni gab die israelfeindliche Boykottbewegung eine Petition gegen diesen Vertrag im Adidas-Gebäude in Amsterdam ab.

BDS hat auch gleich eine Warnung an Puma, den neuen Ausrüster der israelischen Fußballnationalmannschaft, ausgesprochen: „Die ikonisch springende Katze wäscht Israels Militärbesatzung und die Verletzung palästinensischer Rechte rein.“ Das Logo von Puma zeigt die gleichnamige Katzenart. „Wir fordern Puma auf, das Sponsoring des israelischen Fußballbundes zu beenden, solange Israel gegen internationales Recht verstößt und die Palästinenser unterdrückt“, schreibt BDS. Höchstwahrscheinlich wird die Bewegung dann wieder in vier Jahren einen Triumph feiern, wenn der neue Vertrag der israelischen Mannschaft mit Puma endet.

Von: mm

]]>
Thu, 09 Aug 2018 13:42:00 +0200