Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 07 Mar 2021 07:29:10 +0100 <![CDATA[„Radio Wien“ sendet Richtigstellung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/03/05/radio-wien-sendet-richtigstellung/ Der ORF-Sender „Radio Wien“ hat nach Kritik an der Anmoderation eines Berichtes über Impfungen in Israel eine Berichtigung nachgeliefert. Der Moderator hatte behauptet, Israel impfe nur Juden. Diese „mehr als unglückliche Formulierung“ bedaure der Sender, hieß es am Mittwoch: „‚Israelis‘ wäre das richtige Wort gewesen“, erklärte der Sprecher. „Israel bietet allen Einwohnerinnen und Einwohnern – auch christlichen, muslimischen und anderen Bürgern – Impfungen an.“

Von: df

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Fri, 05 Mar 2021 14:35:00 +0100
<![CDATA[Österreich und Dänemark gründen Impf-Allianz mit Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/05/oesterreich-und-daenemark-gruenden-impf-allianz-mit-israel/ JERUSALEM (inn) – Mit einer Impf-Allianz wollen die Länder Israel, Österreich und Dänemark zukünftigen Pandemien besser entgegentreten können. Am Donnerstag trafen sich der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud), der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (Socialdemokratiet) in Jerusalem. Zudem besuchten sie ein Fitnessstudio in Modi'in, wo Geimpfte bereits wieder trainieren können.

Anhand des Studios demonstrierte Netanjahu, nach welchem Modell Israel mit dem Grünen Impfpass umgeht: Wer ihn vorweisen kann, erhält Einlass. „In etwa vier bis fünf Wochen werden wir das Impfen aller Menschen ab 50 abschließen“, sagte der Premierminister laut einer Mitteilung seines Büros. „Binnen acht Wochen werden wir die Impfung aller Menschen in Israel, die älter als 16 Jahre sind, beenden – außer derjenigen, die sich um keinen Preis impfen lassen wollen.“

Netanjahu ergänzte, wegen möglicher Mutationen würden Masken noch eine Weile nötig sein. Doch „die Leute werden die Masken bereitwilliger tragen, wenn sie den Eindruck haben, dass sie ins Leben zurückkommen. Es ist ein geringer Preis“. In Israel muss jeder, der das Haus verlässt, eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

Kooperation zur Forschung und Produktion von Impfstoffen

In Jerusalem einigten sich die drei Regierungschefs dann auf die Impf-Allianz. „Israel ist ein Land, das im Kampf gegen das Coronavirus besonders erfolgreich ist“, schrieb Kanzler Kurz nach dem Treffen auf Facebook. „Es freut mich daher sehr, dass wir gemeinsam mit Dänemark und Israel eine Kooperation zur Forschung und Produktion von Impfstoffen abschließen konnten!“

Keiner wisse, wie lange die derzeitigen Impfungen wirksam sein würden, betonte Netanjahu. Deshalb müssten die Länder ihre Bürger gegen ein erneutes Auftreten dieser Pandemie und gegen neue Mutationen schützen. „Wir denken, dass wir durch das Zusammenlegen unserer Ressourcen, der Ressourcen dreier kleiner, aber sehr fähiger und begabter Länder, diesen Herausforderungen besser begegnen können.“

Anteil der Geimpften in Israel deutlich höher

In Österreich haben bislang 502.985 Menschen eine erste Impfdosis erhalten. Beide Dosen wurden 239.389 Menschen und damit 3,09 Prozent der impfbaren Bevölkerung verabreicht. In Dänemark sind 188.169 Menschen einmal und 479.252 Menschen, also 3,24 Prozent, doppelt geimpft.

Israel hat bereits 4.901.143 erste und 3.654.797 zweite Dosen verabreicht. Damit haben 40,37 Prozent der Einwohner einen doppelten Impfschutz. Derzeit sind den israelischen Behörden 41.047 aktive Fälle bekannt. Die Zahl der Schwerkranken wird mit 690 angegeben. Im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind bisher 5.832 Menschen.

Von: eh

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Fri, 05 Mar 2021 14:15:00 +0100
<![CDATA[Israelische Universitäten im Mittelfeld]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/03/05/israelische-universitaeten-im-mittelfeld/ JERUSALEM (inn) – Israelische Universitäten gehören nur bei besonderen Themenfeldern zu den besten 100 der Welt. Das geht aus der diesjährigen Rangliste der britischen Unternehmens Quacquarelli Symonds (QS) hervor. In der Gesamtbewertung schaffte es keine in die Top 100.

Die beste Stätte für höhere Bildung in Israel ist demnach die Hebräische Universität in Jerusalem: Sie kommt auf Platz 177. Die Universität Tel Aviv und das Technion in Haifa folgen auf Platz 230 und 291. Die drei weltweit besten Universitäten sind das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Stanford und Harvard. Das MIT behauptet das neunte Jahr in Folge Platz 1. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ist die einzige Bildungseinrichtung in den Top 10, die nicht zum anglo-amerikanischen Raum gehört.

Gute Einzelbewertungen

Mit Blick auf einzelne Themenbereiche schneiden die Israelis besser ab: So kommt die Hebräische Universität in Jerusalem im Bereich Theologie/Religionswissenschaft auf Platz 13, die Universität Tel Aviv schafft es hier auf Platz 32. Die beiden Universitäten erreichen mit jeweils einem weiteren Programm die Top 100: Philosophie (Jerusalem) und Archäologie (Tel Aviv). Das Technion belegt im Fach Mathematik Platz 66. Bei den Biowissenschaften landet das Weizmann-Institut (Rechovot) auf Platz 75.

Die Bewertung einer Universität erfolgte nach sechs Kriterien: Akademischer Ruf, Zahlenverhältnis Studenten/Dozenten, Zitierungen pro Fakultät, Ruf bei Unternehmen und Internationalität sowohl bei Dozenten als auch bei Studenten. Die Prüfer nahmen für die Zusammenstellung der Liste mit 1.000 Rängen insgesamt 5.500 Universitäten unter die Lupe.

In Israel gibt es ingesamt acht Bildungsstätten mit Universitätsstatus: Die Bar-Ilan-Universität (Ramat Gan), die Ben-Gurion-Universität des Negev (Be'er Scheva), die Hebräische Universität in Jerusalem, das Technion (Haifa), die Universität Ariel, die Universität Haifa, die Universität Tel Aviv und das Weizmann-Institut (Rechovot). Die Universität Ariel ist die einzige im Westjordanland und hat ihren Status im Jahr 2012 erhalten.

Von: df

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Fri, 05 Mar 2021 12:16:00 +0100
<![CDATA[Israeli Deni Avdija unter 20 besten Rookies]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/03/05/israeli-deni-avdija-unter-20-besten-rookies/ Der Israeli Deni Avdija ist in das „Rising Stars Team“ der amerikanischen Basketball-Liga NBA berufen worden. Mit ihm erhielten 19 weitere Neulinge und Spieler des zweiten Jahres in der NBA diese Ehre. Die 20 besten Jungprofis treten traditionell im Rahmen des All-Star-Weekends gegeneinander an. Wegen der Corona-Pandemie findet das Spiel dieses Jahr jedoch nicht statt. Avdija, der als Nummer-1-Pick seines Teams Washington Wizards verpflichtet wurde, ist nach einer Corona-Erkrankung im Januar nur langsam wieder in Tritt gekommen. Sein Trainer bezeichnete ihn dennoch als „großen Teil unserer Zukunft“.

Von: mas

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Fri, 05 Mar 2021 11:57:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu telefoniert mit Harris]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/05/netanjahu-telefoniert-mit-harris/ In einem Telefonat mit Premierminister Benjamin Netanjahu hat die neue US-Vizepräsidentin Kamala Harris am Donnerstag die amerikanische Haltung gegenüber dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bestätigt. Bereits zuvor sagte das Außenministerium, dass die USA die Untersuchungen des IStGH gegen Israel ablehnen. In dem Telefonat ging es auch um die atomaren Bestrebungen des Iran. Die beiden vereinbarten, die Zusammenarbeit gegen „das gefährliche Verhalten des Regimes“ fortzusetzen. Außerdem gratulierte Harris Netanjahu zu Israels erfolgreichem Impfprogramm.

Von: mas

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Fri, 05 Mar 2021 11:12:00 +0100
<![CDATA[Abkommen mit arabischen Staaten helfen Frauen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/05/abkommen-mit-arabischen-staaten-helfen-frauen/ Die israelisch-arabische Normalisierung kann eine Verbesserung der Rolle der Frauen bewirken. Dies äußerten am Mittwoch Teilnehmerinnen einer vom israelischen Außenministerium organisierten Onlinekonferenz. Wenn Israel seine Beziehungen mit früheren Gegnern stärke, werde sich das auf Einzelpersonen auswirken, sagte die bahrainische Journalistin Ahdeja al-Sajed. „Wir sind verantwortlich für die Erziehung der nächsten Generation, die ihren Nachbarn entweder hassen oder lieben wird.“ Die Israelin Ejnat Schlein ergänzte, Frauen müssten in solche politische Entscheidungen einbezogen werden.

Von: eh

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Fri, 05 Mar 2021 10:49:00 +0100
<![CDATA[Die marokkanische Ausnahme]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/05/die-marokkanische-ausnahme/ In der Geschichte Israels gab es Zeiten, in denen Verkleidungskünste ein diplomatischer Gewinn sein konnten. Im Juli 1976 griff der damalige Regierungschef Jitzchak Rabin zu Perücke, falschem Schnurrbart und falscher Brille, um seine Identität bei einem Treffen mit dem marokkanischen König Hassan II. zu verschleiern. Ein Jahr später setzte sich Außenminister Mosche Dajan für seinen Marokko-Besuch eine Sonnenbrille auf, um seine Einäugigkeit zu verbergen, und klebte sich ebenfalls einen Schnurrbart auf. Rabins Amtsnachfolger Menachem Begin verzichtete im November 1977 hingegen auf einen Besuch in Rabat, weil er sich keine Verkleidung antun wollte.

Der karnevaleske Aufwand rührte von dem Umstand, dass damals noch kein arabischer Staat Frieden mit Israel geschlossen hatte – und Gespräche in dieser Angelegenheit eine entsprechend sensible Angelegenheit waren. Zugleich lag Hassan II. einiges daran, entsprechende Vorstöße auf den Weg zu bringen. Ihn trug der Gedanke, dass das „jüdische Genie“ im Verbund mit arabischem Reichtum den Nahen Osten zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum verwandeln würde.

Marokko war dann auch der erste arabische Staat, der den ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat nach seiner Knesset-Rede 1977 unterstützte, während Syriens Machthaber Hafis al-Assad vor Wut schäumte. Hassan II. spielte schließlich eine wichtige Vermittlerrolle beim Frieden zwischen Ägypten und Israel 1979. Das lässt erahnen, worum es bei den Geheimtreffen mit israelischen Spitzenpolitikern ging.

Zu einer umfassenden Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko kam es dennoch erst in diesen Tagen. Am 22. Dezember unterzeichneten die Länder eine entsprechende Verpflichtung. Wie bei den vorherigen Normalisierungsabkommen, etwa mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, war die iranische Bedrohung ein Faktor: Der Iran unterstützte in den vergangenen Jahren die Organisation „Frente Polisario“, die in der West-Sahara gegen Marokko kämpft. Im Jahr 2018 kappte Rabat wegen der Waffen­lieferungen die Beziehungen zu Teheran. Quasi als Gegenleistung für die Normalisierung mit Israel erkannten die USA die marokkanischen Souveränitätsansprüche in der West-Sahara an.

Breites Fundament

Doch die neuen Beziehungen beruhen nicht nur auf der Bedrohung durch den Iran. Wie in vielen Ländern des Nahen Ostens findet sich auch in Marokko eine alte jüdische Kultur, die wohl bis in die Zeit des Zweiten Tempels zurückreicht. Am Vorabend der Staatsgründung Israels lebte in dem nordwestafrikanischen Land mit rund 270.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinschaft in einem muslimischen Land. Bis Mitte der 1960er Jahre hatten allerdings mehr als 200.000 Juden Marokko verlassen. Mitte der 1970er Jahre zählte die Gemeinschaft nur noch 20.000 Mitglieder und heute 3.000 – im Vergleich zu Ägypten mit angeblich 20 verbliebenen Juden ist das jedoch ausnehmend zahlreich.

Zwar hatte sich der Sultan und spätere König Mohammed V., der Vater von Hassan II., während der Nazi-Zeit der Judenverfolgung in seinem Land widersetzt – Marokko war als französisches Protektorat dem Vichy-Regime unterstellt. Dennoch sorgten antisemitische Gewalt und Bedrohung für Auswanderungsbewegungen. Im Juni 1948 kam es etwa in den Städten Udschda und Dscherada zu Aufständen, bei denen 43 Juden umkamen. Auch die Zusicherung von Gleichberechtigung im seit 1957 unabhängigen Marokko verhinderte den fortschreitenden Exodus nicht, Armut spielte ebenfalls eine Rolle. Ab 1959 galt der Zionismus als Verbrechen, die Auswanderung nach Israel wurde verboten – auch weil der König die Beziehungen zu Syrien und Ägypten fördern wollte.

Nachdem Hassan II. 1961 König geworden war, vereinbarte er mit Israel ein Auswanderungsabkommen. Anlass war der Untergang des Schiffes „Egos“, das Juden aus dem Land schmuggelte; der Druck auf Marokko wuchs, die Auswanderung zu liberalisieren. Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad brachte in diesem Rahmen bis 1964 rund 97.000 Juden aus dem Land. Die Operation trug den Namen „Jachin“ – eine Anspielung auf eine der beiden Säulen des Ersten Tempels. Als Gegenleistung zahlte Israel an Marokko einmalig 500.000 US-Dollar – nach heutigem Wert rund 3,5 Millionen Euro – und je 100 Dollar für die ersten 50.000 Juden und 250 US-Dollar für jeden weiteren. Diese Investition lohnte sich aber nicht immer: Viele Juden wählten Frankreich, Kanada oder die USA als neue Heimat.

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Marokkanische Juden in Israel

In Israel leben rund 700.000 Juden mit marokkanischen Wurzeln. Einwanderung aus Marokko gab es über die Jahrhunderte; Vorfahren des früheren Staatspräsidenten Jitzchak Navon (1921–2015) kamen im 18. Jahrhundert. Marokkanische Juden waren 1909 an der Gründung Tel Avivs beteiligt. In den Anfangsjahren Israels erlebten sie vielfach Diskriminierung und galten als ungehobelte Zeitgenossen. Über die Jahre entwickelten sie sich zu den politisch aktivsten unter den orientalischen Juden. Zu den bekanntesten gehören neben Navon auch Innenminister Arje Deri (*1959), Kulturministerin Miri Regev (*1965) und Wirtschaftsminister Amir Peretz (*1952). Im kulturellen Bereich haben sich die Schauspielerin Jael Abecassis (*1967) und die Filmemacherin Ronit Elkabetz (1961–2016) einen Namen gemacht. Das Frühlingsfest Mimuna im Anschluss an Pessach gehört zur Tradition nordafrikanischer Juden und ist inzwischen offizieller Feiertag in Israel.

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Marokkanische Ausnahmestellung

Doch die Vereinbarung zeigt, dass Marokko schon früh aus dem anti-israelischen Konsens der arabischen Staaten ausscherte. Als sich deren Führer im September 1965 in Casablanca zu einem Geheimtreffen zusammenfanden, um einen möglichen Krieg gegen Israel zu besprechen, ließ Hassan II. die Gespräche in dem Hotel heimlich aufzeichnen und übermittelte sie den Israelis. Mit den so gewonnenen Informationen konnte sich die Armee auf einen militärischen Konflikt vorbereiten; heute ist der Triumph im Sechs-Tage-Krieg von 1967 legendär.

Insbesondere nach dem Sechs-Tage-Krieg intensivierte sich der Austausch mit Israel: So besuchte 1977 eine Delegation des Landwirtschaftsministeriums den jüdischen Staat, um dort den Anbau in der Wüste zu studieren. Marokko setzte außerdem auf israelische Bewässerungstechnik.

In einem Land, dessen König viel von der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern hielt, verwundern diese Vorstöße nicht. Und Hassan II. behielt offenbar auch nach den 1970er Jahren seine Vision im Blick. Jedenfalls bereitete er die Madrider Konferenz im Jahr 1991 mit vor, die letztlich zum Frieden mit Jordanien führte. Nach der Unterzeichnung des ersten Oslo-Vertrages 1993 in Washington legte Jitzchak Rabin auf dem Rückweg einen Zwischenstopp in Rabat ein – ohne Perücke, denn es handelte sich um den ersten offiziellen Besuch eines israelischen Premiers. Noch 1986 war Schimon Peres zwar ohne Verkleidung, aber dennoch im Geheimen nach Rabat gekommen.

Das Treffen von 1993 führte dazu, dass die beiden Staaten Verbindungsbüros einrichteten: 1994 in Israel und 1996 in Marokko. Damit war Marokko nach Ägypten und Jordanien der dritte arabische Staat, der offiziell Beziehungen zu Israel pflegte. Dieses Arrangement hielt allerdings nur bis zum Jahr 2000 und dem Ausbruch der zweiten „Intifada“.

Projüdische Politik

Derweil kümmerte sich Hassan II. im Landesinneren um das jüdische Erbe. So entstand 1997 in Casablanca das Museum des marokkanischen Judentums. Wie hoch das Ansehen des Königs war, zeigt die Reaktion auf seinen Tod 1999: Die marokkanische Gemeinschaft in Israel rief damals eine siebentägige Trauerzeit aus.

Hassans Sohn Mohammed VI. führt diese judenfreundliche Politik fort. Seit 2011 hält die Verfassung fest, dass auch die jüdische Gemeinschaft zur nationalen Identität im „muslimischen Staat“ Marokko gehört. Auch Israel sieht die Gemeinschaft in Marokko als Pfund: Bei Bekanntgabe der Normalisierung erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu, dass Juden in Marokko die „Brücke“ für die Beziehungen mit Israel bildeten. Die engen Verbindungen waren ohnehin schon längst da: Vor der Corona-Pandemie kamen jährlich rund 45.000 Israelis als Touristen nach Marokko – die Einreise war über Drittländer oder im Rahmen einer organisierten Tour möglich. Das Tourismusministerium in Rabat rechnet mit 200.000 Besuchern pro Jahr, sobald Direktflüge eingerichtet sind und es die übrigen Umstände zulassen.

Angesichts dieser engen Verbundenheit wirkt die Normalisierung wie ein überfälliger Schritt. Der marokkanische Außenminister Nasser Burita betonte in einem Gespräch mit der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“, die Beziehungen zwischen Marokko und Israel seien „besonders und kein weiteres Mal in irgendeinem arabischen Land zu finden“. Er charakterisierte sie als „schon lange normal“.

Von: Daniel Frick

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 1/2021 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Fri, 05 Mar 2021 08:10:00 +0100
<![CDATA[Israel kritisiert Weltstrafgerichtshof]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/04/israel-kritisiert-weltstrafgerichtshof/ JERUSALEM / DEN HAAG (inn) – Die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat am Mittwoch Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten aufgenommen. Vertreter Israels reagieren auf den Schritt mit Empörung. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) nannte die Entscheidung antisemitisch. Der Strafgerichtshof mache „moralische Soldaten, die gegen Terroristen kämpfen, selbst zu Terroristen“. Präsident Reuven Rivlin sprach von einem „skandalösen“ Schritt. Israel werde „keine Beschwerden gegen die Ausübung seiner Rechte und seiner Verpflichtungen zur Verteidigung seiner Bürger dulden“. Für Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) ist das Vorgehen des IStGH „Belohnung von Terrorismus“.

Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) sagte, die Anklage sei ein politischer Versuch der scheidenden Chefanklägerin Fatou Bensouda, den Kurs für ihren Nachfolger Karim Khan zu setzen. Dieser gilt einem Bericht der Zeitung „Yediot Aharonot“ zufolge als Wunschkandidat der USA, Großbritanniens und Israels. Sie hätten sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt, dass er eine Mehrheit der Stimmen für sich verbuchen konnte. Aus israelischer Sicht gelte der Brite als pragmatisch und sei gegen eine „Politisierung“ des Strafgerichtshofes.

Israelische Oppositionspolitiker schlossen sich der Kritik an. Der Jamina-Vorsitzende Naftali Bennett bezeichnete die Untersuchung als eine „Farce“. Der IStGH sei eine „antisemitische Organisation“. Der Gerichtshof werde Israel nicht daran hintern, sich gegen Terroristen zu verteidigen. Bennetts Parteifreundin Ajelet Schaked bezeichnete das Vorgehen des IStGH als „politisch motiviert, erbärmlich und antisemitisch“. Das berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Der israelische Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit kommentierte die Entscheidung des IStGH mit den Worten: „Wie schon gesagt, verfügt das IStGH in der Angelegenheit nicht über die notwendige Autorität“. Bereits im Februar erklärte das israelische Außenministerium: „Israel ist keine Partei beim IStGH und hat seiner Rechtsprechung nicht zugestimmt. Nur souveräne Staaten können dem Gericht Rechtsprechung übertragen. Und es gibt keinen palästinensischen Staat und es hat auch noch nie einen gegeben.“

Unterstützung aus den USA

Der amerikanische Außenminister Antony Blinken sagte am Donnerstagmorgen: „Die Vereinigten Staaten lehnen die Entscheidung des Strafgerichtshofs entschieden ab und sind darüber zutiefst enttäuscht. Der IStGH hat in dieser Angelegenheit keine Zuständigkeit.“ Ein Sprecher des Außenministeriums betonte darüber hinaus, dass die USA „weiterhin ihr starkes Engagement für Israel und seine Sicherheit aufrechterhalten werden“. Dazu gehöre auch, sich solchen Aktionen zu widersetzen, die sich „ungerechtfertigt gegen Israel richten“.

Der Amerikanisch-Israelische Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten (AIPAC) forderte von US-Präsident Joe Biden, die Sanktionen gegen Beamte des Gerichtshofs aufrechtzuerhalten. Die Lobbygruppe bezeichnete die Untersuchung als „illegitim“ und politisch motiviert. Sie würden sich gegen Israel und die USA richten und seien ein Rückschlag für eine „Verhandlungslösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt“.

Erleichterung bei Amnesty International

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte hingegen die Anklage. Die Untersuchung sei ein „bedeutender Durchbruch für die Gerechtigkeit“. Der Vorsitzende des Internationalen Zentrums für Internationale Gerechtigkeit von Amnesty International, Matthew Cannock, erklärte, dass sich nun eine historische Chance böte, „endlich der allgegenwärtigen und einem halben Jahrhundert andauernden Straflosigkeit ein Ende zu setzen“. Tausende Opfer „völkerrechtlicher Verbrechen“ könnten nun Gerechtigkeit erlangen.

Das Außenministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sprach von einem lang erwarteten Schritt. Gleichzeitig bot die Behörde ihre Unterstützung an. Ein Vertreter der Hamas rief das Gericht auf, gegen Druck von außen standhaft zu bleiben.

Von: mas

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Thu, 04 Mar 2021 14:36:00 +0100
<![CDATA[Israelische Regierung: Iran betreibt „Umwelt-Terrorismus“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/03/04/israelische-regierung-iran-betreibt-umwelt-terrorismus/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Umweltministerin Gila Gamliel hat am Mittwoch einen libyschen Rohhöltanker für die Umweltkatastrophe an der israelischen Küste verantwortlich gemacht. Sie sprach in diesem Zusammenhang von „Umwelt-Terrorismus“, der vom Iran ausgegangen sei. Für eine iranische Urheberschaft gebe es zwar keine handfesten Beweise, aber starke Indizien.

Nach Darstellung der Likud-Politikerin handelt es sich bei dem Tanker um die „Emerald“, die unter der Flagge Panamas fährt. Dieser habe Öl vom Iran nach Syrien transportiert. Am 1. und 2. Februar habe er 50 Kilometer vor der israelischen Küste, in israelischen Gewässern, den Radarmelder abgeschaltet. Dort sei das Öl ins Meer gelangt. Der Tanker sei dann weiter nach Syrien gefahren und befinde sich inzwischen wieder an der Küste des Iran.

Gamliel kündigte auf einer Pressekonferenz an, Schadenersatzforderungen zu stellen für Schäden an „Gesundheit, Natur, Tier- und Pflanzenwelt“. Dafür wende sich Israel an den Schiffsversicherer sowie an den Internationalen Fonds für Ölverschmutzung, der von der UN-Behörde für Internationale Seeschifffahrt verwaltet wird.

Skepsis bei Sicherheitsbehörden

Israelische Medien betonten indes, im israelischen Sicherheitsapparat gebe es noch Zweifel an der Bewertung des Umweltministeriums. Für den Fernsehsender „Kanal 13“ ist es bezeichnend, dass weder der Auslandsgeheimdienst Mossad noch andere Sicherheitseinrichtungen bei dieser Darstellung eingebunden waren. Ein ungenannter Vertreter des Sicherheitsapparates sagte dem Sender „Kan“, der Iran sei allem Anschein nach nicht direkt involviert gewesen.

In Israel waren tausende Freiwillige aufgerufen worden, den Dreck aus dem Sand der Küste einzusammeln und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu entsorgen. Über die bislang entstandenen Kosten dieser Aktion wurde nichts bekannt. Bis ein Besuch am Strand oder ein Bad im Meer möglich ist, wird es wohl noch mehrere Wochen dauern. Die Aufräumarbeiten sind noch längst nicht abgeschlossen.

Einen ersten Hinweis auf die Katastrophe hatte es am 18. Februar gegeben, als ein mit Öl verschmutzter toter Wal an die Küste geschwemmt wurde. In den Tagen darauf wurde das Ausmaß deutlich: Über eine Länge von 160 Kilometern ist die Küste mit Ölklumpen verschmutzt, zahlreiche Meerestiere sind verendet. Von der Katastrophe betroffen ist auch der Libanon.

Von: df / uws

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Thu, 04 Mar 2021 14:29:00 +0100
<![CDATA[Arafats Neffe bei Wahlen mit eigener Liste]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/04/arafats-neffe-bei-wahlen-mit-eigener-liste/ Der frühere palästinensische Außenminister Nasser al-Kidwa tritt bei den Parlamentswahlen am 22. Mai mit einer neuen Liste an. Derzeit ist der 67-jährige Neffe des früheren Palästinenserführers Jasser Arafat Mitglied im Fatah-Zentralkomitee. Die Liste trägt den Namen „Palästinensisches Nationales Demokratisches Forum“. Es gibt etwa 230 Interessenten. Al-Kidwa schloss am Mittwoch nicht aus, Mohammed Dahlan, einen Rivalen von Präsident Mahmud Abbas, aufzunehmen. Zudem äußerte er die Hoffnung, der in Israel inhaftierte Fatah-Aktivist Marwan Barghuti werde den ersten Listenplatz einnehmen.

Von: eh

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Thu, 04 Mar 2021 13:54:00 +0100
<![CDATA[Israelisches Krankenhaus zum dritten Mal unter besten zehn der Welt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/04/israelisches-krankenhaus-zum-dritten-mal-unter-besten-zehn-der-welt/ Das Scheba-Krankenhaus in Tel HaSchomer zählt seit 2019 zu den zehn besten Krankenhäusern der Welt. In dem aktuellen Ranking, das die US-Zeitschrift „Newsweek“ und das Unternehmen „Statista“ veröffentlichen, landet die Einrichtung wie bereits 2019 auf Platz zehn, im Vorjahr erreichte es Platz 9. Laut Geschäftsführer Jitzchak Kreiss unterstreicht dies Israels Ruf als kleines Land mit einer hervorragenden Gesundheitsversorgung. Auf den ersten drei Plätzen finden sich US-amerikanische Krankenhäuser, während die Berliner Charité Platz sechs belegt.

Von: jos

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Thu, 04 Mar 2021 12:39:00 +0100
<![CDATA[Papst plant Reise in den Irak]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/04/papst-plant-reise-in-den-irak/ Papst Franziskus will zu einem viertägigen Besuch in den Irak reisen, um Christen zu besuchen und seinen Dialog mit muslimischen Theologen zu festigen. Es ist die 33. Auslandsreise des 84-Jährigen in seiner achtjährigen Amtszeit als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und die erste nach 15 Monaten.

Den Auftakt bildet am Freitag eine Zeremonie im Präsidentenpalast in Bagdad sowie ein Treffen mit Präsident Barham Salih und Premierminister Mustafa al-Kadhimi. Zudem wird der Papst Bischöfe, Priester und andere Gläubige in der städtischen syro-katholischen Kathedrale „Unserer Lieben Frau der Erlösung“ treffen.

Für den Samstag sieht das Programm eine Reise in Richtung Süden nach Nadschaf vor, um sich mit dem schiitischen Großajatolla Ali al-Sistani zu treffen. Der 90-Jährige gilt als eine der wichtigsten Stimmen in der schiitisch-islamischen Welt.

Der Besuch des Papstes im Norden des Landes wird der Höhepunkt der Reise für die kleine christliche Gemeinschaft im Irak sein. Während der Herrschaft des Islamischen Staates zwischen 2014 und 2017 wurden dort, in der Gegend um Erbil, Mosul und Qaraqusch, Tausende Christen getötet, Hunderttausende flohen aus der Gegend. Papst Franziskus plant Treffen mit Menschen, die in die Städte zurückgekommen sind und versuchen, ihre Gemeinschaften und Kirchen neu aufzubauen. In Mosul wird der Papst am Denkmal für die Opfer des Islamischen Staates ein Gebet sprechen, in Qaraqusch die „Kathedrale der Jungfrau Maria" besuchen, die nach der Schändung durch Krieger des Islamischen Staates neu aufgebaut wurde.

Christen erwarten Trost

Erzbischof Baschar Matti Warda, der die chaldäisch-katholische Gemeinschaft in Erbil leitet, sagte gegenüber Kirchenzeitungen: „Er kommt, um uns von Angesicht zu Angesicht zu sehen und uns zu zeigen, dass wir ihm wichtig sind.“ In Erbil ist eine Messe gemäß der geltenden Corona-Regeln in einem Fußballstadion geplant.

Tausende von christlichen Flüchtlingen seien nach Erbil geflohen, sagte Warda: „Von dieser Erfahrung haben wir Teilen und Großzügigkeit gelernt. Das Böse von ISIS hat das Leben unserer Gemeinschaft beschnitten, aber Gott hat andere Türen mit Liebe und Großzügigkeit geöffnet.“

Kardinal Leonardi Sandri, Präfekt der versammelten orientalischen Kirchen im Vatikan, ist überzeugt, dass Franziskus „diesem Volk - das so sehr gelitten hat und stark dezimiert ist -, der katholischen Kirche und den Christen dieses Landes Trost, Nähe, Brüderlichkeit, Offenheit und Freundschaft“ bringen wolle.

Reise trotz Risiken

Der Papst hat fest vor, die Reise anzutreten - trotz der neuen Corona-Bestimmungen und nächtlichen Ausgangssperren, die im Irak seit vergangener Woche gelten. Er und seine Begleiter werden zum Reiseantritt geimpft sein, sich an die Maskenpflicht und Abstandsregeln halten. Auch die Sicherheitsbedenken räumt der Vatikan aus. Nach den Anschlägen auf einen US-Stützpunkt im Westirak am Mittwoch erklärte Papst Franziskus, dass er die Reise nicht absagen werde. Lange habe er sich gewünscht, die Menschen in dem Land kennen zu lernen, die so viel gelitten hätten.

In einer arabisch untertitelten Videobotschaft wandte sich der Papst am Donnerstag in seiner Muttersprache Spanisch an die arabischen Christen: „Ich komme als Pilger des Friedens, um Bruderschaft zu suchen, die durch den Wunsch nach gemeinsamem Gebet geprägt ist – das gilt auch für Brüder und Schwestern, die andere religiöse Traditionen haben.“ Zu viele Opfer und Märtyrer habe es unter den Christen gegeben: „Durch starke Verfolgungen hindurch habt ihr euren Glauben an Jesus bezeugt. Ich möchte euch der aufrichtigen Liebe und Fürsorge der gesamten Kirche versichern, welche euch und dem tief gezeichneten Nahen Osten nahesteht. Ich möchte euch ermutigen, vorwärts zu gehen.“

Die irakische Regierung habe starke Sicherheitsvorkehrungen zugesagt. Bombenanschläge sind in den vergangenen Jahren zwar insgesamt zurückgegangen, trotzdem kamen allein im vergangenen Monat mindestens 32 Menschen bei einem Doppelanschlag ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt.

Laut Medienberichten verwies der Papst auf Johannes Paul II., dem die Reise in den Irak verboten worden war: „Man kann ein Volk nicht zum zweiten Mal enttäuschen.“

Erster Papstbesuch im Irak

Es ist der erste Besuch eines Papstes im Irak überhaupt. Angesichts der kleinen Zahl der Gläubigen verwundert das kaum: Mit weniger als 3 Prozent der Gesamtbevölkerung – von etwa 40 Millionen – bilden christliche Gruppen im Irak eine sehr kleine Minderheit. Überwiegend zählen sie zu den sogenannten Ostkirchen. Diese umfassen die Chaldäisch-katholische Kirche, die Assyrische Kirche des Ostens, die Alte Kirche des Ostens, die Armenische Apostolische Kirche, die Römisch-katholische Kirche, die Syrisch-katholische Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien sowie die Assyrisch-evangelische Kirche.

In den 1940er Jahren lebten auch etwa 150.000 Juden im Irak. Durch Flucht, Vertreibung und Wegzug nach der Staatsgründung Israels wird heute noch etwa eine Hand voll jüdischer Einwohner im Irak geschätzt.

Von: mh

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Thu, 04 Mar 2021 11:54:00 +0100
<![CDATA[Impfung palästinensischer Arbeiter ab Sonntag]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/04/impfung-palaestinensischer-arbeiter-ab-sonntag/ Israel wird am Sonntag mit der Impfung palästinensischer Arbeiter, die legal in Israel arbeiten, beginnen. Die Impfkampagne soll an Kontrollpunkten und in Industriegebieten durchgeführt werden. Die Behörden rechnen mit 120.000 zu impfenden Palästinensern. In Israel indes ist die Zahl der schwer erkrankten Patienten weiter gesunken. Von den 42.276 bekannten aktiven Fällen handelt es sich bei 699 um schwere Erkrankungen. Die Zahl der Toten erhöhte sich binnen 24 Stunden um 18 auf 5.815 Menschen.

Von: mas

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Thu, 04 Mar 2021 11:34:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 04. März 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/03/04/nachrichten-vom-04-maerz-2021/ Thu, 04 Mar 2021 11:31:00 +0100 <![CDATA[Start-up-Zusammenarbeit zwischen Israel und Monaco]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/03/04/start-up-zusammenarbeit-zwischen-israel-und-monaco/ Die Start-up-Förderer Capsula TAU aus Israel und Monacotech aus dem Fürstentum Monaco wollen im Bereich Grüner Energie zusammenarbeiten. Die beiden Seiten erhoffen sich davon neue wechselseitige Möglichkeiten für den Zugriff auf Märkte und Investitionen. Caspula TAU ist eine Initiative der Universität Tel Aviv und der israelischen Regierung. Monachotech wird von Fürst Albert II. unterstützt. Es handelt sich um die erste derartige Zusammenarbeit zwischen Monaco und Israel.

Von: df

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Thu, 04 Mar 2021 11:25:00 +0100
<![CDATA[ORF-Moderator giftet gegen Israel]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/03/03/orf-moderator-giftet-gegen-israel/ Ein Kommentar von Sandro Serafin]]> Einstiegsmusik ertönt, eine Stimme kündigt „die besten Informationen der Stadt“ an. Montag, 1. März, es ist der regionale Radiosender ORF Wien, die Nachrichtensendung um 10 Uhr. Was dann folgt, hat allerdings mit guter Information wenig zu tun. Der Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft in Österreich spricht später von einem „hetzerischen“ Beitrag, die Österreichisch-Israelische Gesellschaft von „antisemitischer Propaganda“.

Eigentlich ist es nur ein Satz. Aber dieser Satz sorgt für Kopfschütteln: „Der egoistische Impfweltmeister: Israel hat bis jetzt fast nur Juden geimpft, erst jetzt kommen Palästinenser an die Reihe“ – so kündigt der Radiomoderator die Meldung über einen israelischen Regierungsbeschluss an, wonach sich Palästinenser, die zwar in den Autonomiegebieten leben, aber zu Arbeitszwecken nach Israel einreisen, von jetzt an impfen lassen können.

„Egoistisch“? Und: „fast nur Juden geimpft“? Auf Israelnetz-Anfrage spricht der betroffene ORF-Moderator am Mittwoch von einer „blöden Formulierung, über die ich im Nachhinein selbst sehr unglücklich bin“. Er verweist auf den Zeitdruck, unter dem er arbeite, und versichert, dass Antisemitismus bei ihm keinen Platz habe. Trotzdem rutschte ihm ein Satz raus, der jedenfalls das Potential hat, im unbedarften Zuhörer antisemitische Gefühle zu wecken: Ist es nicht so, dass die „egoistischen“ Juden sich mal wieder nur um sich selbst kümmern, massig Impfstoff aufkaufen und gleichzeitig die sowieso schon unterdrückten Palästinenser direkt nebenan dahinsiechen lassen?

Israel impft alle seine Bürger

Natürlich ist das nicht so. In Israel selbst leben rund zwei Millionen Araber, das sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Viele von ihnen sehen sich selbst als Palästinenser. Aber sie haben einen israelischen Pass, können wählen, sind mit der jüdischen Bevölkerung rechtlich gleichgestellt. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, bei ihrer Krankenkasse einen Impftermin zu vereinbaren, ins Impfzentrum zu fahren und sich das Vakzin – vielleicht sogar von einer arabischen Krankenschwester – verabreichen zu lassen. Viele haben das bereits genutzt. Dass Israel bis jetzt „fast nur Juden geimpft“ habe und „erst jetzt“ Palästinenser dran kämen, ist also schon insofern falsch: Die Anmoderation impliziert ohne Grundlage eine ethnisierend-rassistische Impfpolitik des israelischen Staates.

In dem so eingeleiteten Radiobeitrag geht es vor allem um die Impfung von Palästinensern, die außerhalb der israelischen Staatsgrenzen, also in den von der Autonomiebehörde verwalteten Gebiet ohne israelischen Pass leben. Ob Israel für sie moralisch oder rechtlich überhaupt zuständig ist, ist umstritten. Die Regierung beruft sich auf die Osloer Verträge, nach denen die Palästinenser eine eigene gesundheitspolitische Zuständigkeit haben. Die Zeitung „Jerusalem Post“ erfuhr im Dezember zudem, dass die palästinensische Selbstverwaltung bis dato noch überhaupt nicht bei Israel um die Lieferung von Impfstoff gebeten hatte. Interessanterweise bekommen die Zuhörer von ORF Wien diese Fakten im Beitrag des Israel-Korrespondenten, der sich an die Anmoderation anschließt, sogar geliefert. Zu diesem Zeitpunkt aber ist der Bericht schon durch den unmöglichen Zungenschlag der Anmoderation vergiftet.

Neiddebatten

Auch in Sozialen Netzwerken ist immer wieder zu lesen, Israel habe bei der Impfstoffbeschaffung egoistisch gehandelt, nicht nur – wie in dieser Radiomoderation unterstellt – gegenüber den Palästinensern, sondern gegenüber der ganzen Welt. „Impfstoff horten und was bleibt dann z. B. für die Länder in Afrika. Sind die Menschen nicht soviel wert, Herr Netanjahu?“, fragt etwa ein Nutzer bei Twitter.

Die Wahrheit ist: Israels Regierung hat einfach vieles richtig gemacht. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte die Impfungen zur Chefsache, legte genügend Geld auf den Tisch und sicherte so das Wohl der eigenen Bürger, denen er verantwortlich ist. Europas Staaten hätten jederzeit die Möglichkeit gehabt, dasselbe zu tun. Stattdessen schoben sie die Verantwortung einer politisch überforderten EU-Kommissionspräsidentin zu. Kompensiert wird das Versagen nun mit Neid, mal wieder gegenüber Israel.

Der betroffene ORF-Moderator sagte zu Israelnetz, dass Israel „unbestritten beim Impfen sehr schnell etwas sehr Großes auf die Beine gestellt“ habe. Dafür gebühre dem Land Anerkennung. „Ich werde meine Wortwahl künftig sensibler überdenken.“ Aus der ORF-Radiothek wurde die Nachrichtensendung inzwischen entfernt. Später veröffentlichte der ORF eine Richtigstellung. Der Generalsekretär der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Jürgen Tempelmayr, zeigte sich auf Nachfrage zuversichtlich. Es habe ein gutes Gespräch mit der Leitung des Senders gegeben: „Ich denke, es wird in Zukunft in Wien darauf geachtet werden, in den Texten sorgsamer in der Wortwahl zu verfahren.“ Bleibt zu hoffen, dass er damit Recht behält.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Kommentars fand sich ein Link zu der Sendung. Da der ORF sie mittlerweile aus der Radiothek entfernt hat, haben wir den Hinweis auf den Link gestrichen.

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Wed, 03 Mar 2021 15:31:00 +0100
<![CDATA[Aschkenasi: Konstruktiver Dialog mit Washington anvisiert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/03/aschkenasi-konstruktiver-dialog-mit-washington-anvisiert/ JERUSALEM (inn) – Die USA und Israel haben sich darauf geeinigt, bezüglich des Iran keine Entscheidungen zu treffen, ohne den jeweils anderen zuvor darüber zu informieren. Das sagte der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) am Dienstag in einer Videokonferenz mit israelischen Botschaftern im ostasiatisch-pazifischen Raum.

Aschkenasi erklärte laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ weiter, die israelische Regierung habe sich in einem „Forum“ für einen konstruktiven Dialog mit Washington entschieden. Zu diesem Forum zählten neben dem Außenminister auch Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud), Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) und die Köpfe des Sicherheitsapparats. Ziel sei es, die israelischen Interessen zu unterstreichen und ein „großartiges Abkommen“ zu schmieden, das iranische Nuklearwaffen verhindert.

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden strebt eine Neuaushandlung des 2015 unterzeichneten Nuklearabkommens an. Israel befürchtet, dass der Iran seine Kerntechnologie zum Bau einer Atombombe nutzt. Das Regime in Teheran macht keinen Hehl aus seiner Absicht, Israel zu vernichten.

Frühere Generäle: Teheran unter Druck setzen

Indessen haben 1.800 frühere Generäle, Offiziere und Mossad-Agenten Biden vor einer Rückkehr zum Atomabkommen gewarnt. In einem Brief an den US-Präsidenten vom Montag betonen sie, das Atomabkommen bedeute eine „existenzielle Gefahr“ für Israel. Es ermögliche dem Iran einen „sicheren Weg“ zur Bombe.

Die Unterzeichner gehören der im vergangenen Jahr gegründeten Gruppe „HaBitchonistim“ (Die Sicherheitsleute) an. In dem Schreiben fordern sie neue Sanktionen gegen den Iran. Diese sollen Teheran unter Druck setzen, so dass es einen „effektiveren“ Deal akzeptiere. Dieser dürfe keine Auslauffristen haben, sondern müsse sicherstellen, dass der Iran „niemals“ nukleare Kampffähigkeiten erwerbe.

Von: df

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Wed, 03 Mar 2021 14:55:00 +0100
<![CDATA[Weniger Schwerkranke und neue Todesfälle]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/03/weniger-schwerkranke-und-neue-todesfaelle/ Rund 88 Prozent der Israelis über 50 Jahren sind gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen. Dies gab das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Demnach haben bislang 4,8 Millionen Menschen eine und 3,5 Millionen zwei Impfdosen erhalten. Indes ist die Zahl der schwer erkrankten Patienten auf dem niedrigsten Stand seit dem 30. Dezember. Von den 42.733 bekannten aktiven Fällen handelt es sich bei 717 um schwere Erkrankungen. Die Zahl der Toten erhöhte sich binnen 24 Stunden um 18 auf 5.797 Menschen. Auch das ist die geringste Zunahme seit Ende des vergangenen Jahres.

Von: eh

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Wed, 03 Mar 2021 14:14:00 +0100
<![CDATA[Medaille ehrt Soldaten aus Zeit der Besatzung im Libanon]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/03/medaille-ehrt-soldaten-aus-zeit-der-besatzung-im-libanon/ JERUSALEM (inn) – Für Soldaten, die während der fast 18-jährigen israelischen Besatzung im Südlibanon dienten, gibt es nun eine besondere Auszeichnung. Sie gilt sowohl für Israelis als auch für Verbündete von der damaligen Südlibanesischen Armee (SLA). Dies entschied das Kabinett am Montag, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.

Zwischen September 1982 und Mai 2000 waren israelische Soldaten in der südlibanesischen Sicherheitszone im Einsatz. Sie sollten Nordisrael vor Angriffen von Terrorgruppen schützen. Etwa 675 Soldaten fielen während dieser Zeit.

Der Abzug geschah unter Premierminister Ehud Barak (damals Avoda). Der heutige Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) war zu jener Zeit als Brigadegeneral für die Abstimmungzwischen dem israelischen Militär und der SLA zuständig. Er verließ als letzter israelischer Soldat die Sicherheitszone.

Nach dem Rückzug füllte vor allem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz das Vakuum. Viele ehemalige Kämpfer der SLA flohen mit ihren Familien in den jüdischen Staat, weil sie sich im Libanon bedroht sahen. 2006 brach der Zweite Libanonkrieg zwischen der Hisbollah und Israel aus, er währte fünf Wochen.

Komitee beriet über Auszeichnung

Im vergangenen Jahr begann nach dem 20. Jahrestag des Abzuges der Prozess für die neue Auszeichnung. Ein Komitee wurde gegründet, den Vorsitz übernahm der ehemalige Armeechef Schaul Mofas. Er hatte die israelischen Truppen beim Abzug befehligt.

Gantz twitterte am Montagnachmittag: „Jetzt ist es offiziell: eine Auszeichnung für Soldaten der israelischen Armee und der Südlibanesischen Armee, die in der Sicherheitszone im Libanon kämpften. Wir haben in der Regierung die Verleihung der Auszeichnung beschlossen.“ Die Entscheidung habe er nach Empfehlungen von Generalstabschef Aviv Kochavi und des Komitees getroffen.

Weiter schrieb der Verteidigungsminister: „Als letzter Soldat, der den Libanon verließ, empfinde ich es heute als große Ehre, Tausenden Soldaten und Kampfgefährten Anerkennung zu zollen – denen, die nach Hause zurückkehrten und denen, die es nicht taten.“ Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Auszeichnungen so bald wie möglich verliehen würden. „Sie haben es verdient.“

Armeechef Kochavi begrüßte die Entscheidung der Regierung. In einer Mitteilung der Verteidigungsstreitkräfte lobte er die „tapfere Allianz“ zwischen israelischem Militär und SLA und ergänzte: „Unsere Herzen sind heute bei den trauernden Familien, die ihre Lieben während der Jahre der Kämpfe in der Sicherheitszone verloren.“

Nun insgesamt neun Auszeichnungen

Bislang gab es acht Auszeichnungen für Soldaten, die in bestimmten bewaffneten Konflikten kämpften: Für

  • den Unabhängigkeitskrieg 1948/49

  • den Sinaifeldzug 1956

  • den Sechs-Tage-Krieg 1967

  • den Zermürbungskrieg 1967 bis 1970

  • den Jom-Kippur-Krieg 1973

  • den Ersten Libanonkrieg 1982

  • den Zweiten Libanonkrieg 2006

  • die Operation „Starker Fels“ im Gazastreifen 2014

Von: eh

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Wed, 03 Mar 2021 13:44:00 +0100
<![CDATA[101-jährige Israelin wieder deutsche Staatsbürgerin]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/03/101-jaehrige-israelin-wieder-deutsche-staatsbuergerin/ Nach 84 Jahren hat eine 101-jährige Israelin ihre deutsche Staatsbürgerschaft zurückerhalten. Edith Ramon aus Rastatt war 1937 vor den Nationalsozialisten ins damalige Mandatsgebiet Palästina geflohen. Auch ihren Eltern gelang rechtzeitig die Flucht. Ein in England lebender Enkel entdeckte nach dem Brexit, dass seiner Großmutter die Staatsbürgerschaft zusteht. Die Urkunde überreichte Botschafterin Susanne Wasum-Rainer am Samstag persönlich. „Es ist eine sehr große Ehre für uns, dass Edith wieder deutsche Staatsbürgerin sein will“, sagte die Diplomatin.

Von: eh

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Wed, 03 Mar 2021 12:11:00 +0100
<![CDATA[Aschkenasi trifft jordanischen Amtskollegen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/03/aschkenasi-trifft-jordanischen-amtskollegen/ Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) hat am Dienstag seinen jordanischen Amtskollegen Ajman Safadi an der Allenby-Brücke zwischen Westjordanland und Jordanien getroffen. Laut Aschkenasi ging es unter anderem darum, die ökonomische und zivile Kooperation voranzubringen. Safadi teilte mit, er habe deutlich gemacht, dass es keine Alternative zu einer Zwei-Staaten-Lösung gebe. Das Gespräch folgte auf eine Reihe diplomatischer Kontakte in den vergangenen Wochen. Medienberichten zufolge hatte Blau-Weiß-Chef und Vize-Premier Benny Gantz jüngst den jordanischen König Abdullah getroffen.

Von: ser

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Wed, 03 Mar 2021 11:55:00 +0100
<![CDATA[UN-Botschafter Erdan: Iran für Anschlag auf israelisches Schiff verantwortlich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/03/03/un-botschafter-erdan-iran-fuer-anschlag-auf-israelisches-schiff-verantwortlich/ Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan hat am Dienstag in einem Brief Beschwerde über den Iran eingelegt. Das Schreiben ging an den Sicherheitsrat und an UN-Generalsekretär António Guterres. Erdan macht darin den Iran für den Anschlag auf das israelische Frachtschiff „Helios Ray“ verantwortlich. Er forderte vom Sicherheitsrat eine Verurteilung des Anschlags. Zugleich betonte er, dass Israel seine Bürger und seine Souveränität „mit allen notwendigen Mitteln“ schützen werde. Der Frachter ist nach einer Reparatur in Dubai inzwischen wieder im Einsatz.

Von: df

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Wed, 03 Mar 2021 11:54:00 +0100
<![CDATA[Erstmals Kreuzfahrten ab Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2021/03/03/erstmals-kreuzfahrten-ab-israel/ Das Unternehmen „Royal Caribbean Cruises“ will ab Mai Kreuzfahrten von Israel aus anbieten. Damit beginnen und enden erstmals Kreuzfahrten an einem israelischen Hafen. Mitfahren kann nur, wer den grünen Impfpass oder die Genesung von einer Corona-Infektion nachweisen kann. Die Vorgaben gelten für Reisende und Schiffsbesatzung gleichermaßen. Fahrten werden von der israelischen Stadt Haifa aus über Zypern sowie Griechenland angeboten. Die Dauer beträgt zwischen fünf und sieben Tagen.

Von: jos

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Wed, 03 Mar 2021 11:50:00 +0100
<![CDATA[PA bevorzugte Regierungsbeamte und Fußballspieler]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/03/pa-bevorzugte-regierungsbeamte-und-fussballspieler/ Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat eingeräumt, einige Impfdosen nicht wie angekündigt an medizinisches Personal verabreicht zu haben. Zu den Begünstigten zählten Sicherheitsmitarbeiter von Präsident Mahmud Abbas und Premier Mohammed Schtaje. Zudem hätten die Palästinenser die Fußball-„Nationalmannschaft“ immunisiert. 200 Dosen schenkten sie dem königlichen Hof Jordaniens. Palästinensische Aktivisten beklagen seit längerem Intransparenz der PA beim Impfen. Bisher erhielt die PA 12.000 Dosen, allesamt aus Spenden: 2.000 von Israel und 10.000 von Russland.

Von: tk

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Wed, 03 Mar 2021 11:29:00 +0100
<![CDATA[Hohes Gericht: Nicht-orthodoxe Konversionen müssen anerkannt werden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/02/hohes-gericht-nicht-orthodoxe-konversionen-muessen-anerkannt-werden/ JERUSALEM (inn) – Das Hohe Gericht hat am Montag den Übertritt zum Judentum außerhalb des Oberrabbinats für zulässig erklärt, auch wenn er in Israel erfolgt. Damit muss das Innenministerium Konvertierte als Juden anerkennen, die für ihre Entscheidung etwa Gremien des Reform- oder des konservativen Judentums gewählt haben. Das Urteil mit 8 zu 1 Stimmen gilt wegen seiner Tragweite als historisch.

Der Richterspruch betrifft Konversionen in Israel. Im Ausland vorgenommene Konversionen, gleich welcher Bewegung, erkennt der Staat bereits an unter der Voraussetzung, dass die betreffende Bewegung in dem jeweiligen Land bei Juden anerkannt ist.

Wer also nun in Israel als Nicht-Jude lebt und im Land außerhalb der Orthodoxie konvertiert, gilt fortan als Jude. Damit kommt er unter die Vorsehungen des Rückkehrgesetzes und kann Staatsbürger werden. Wie die Nachrichtenseite „Times of Israel“ anmerkt, sind davon nicht viele Menschen betroffen. Doch als Folge des Urteils werde der Staat erstmals das Reform- und konservative Judentum im Land als offizielle Strömungen anerkennen müssen.

Lange Anbahnung

Bislang durften diese beiden Strömungen Menschen auf die Konversion lediglich vorbereiten; so sieht es ein Kompromiss aus dem Jahr 1997 vor. Die Durchführung des Übertritts war der Orthodoxie vorbehalten.

Dem Richterspruch ging ein Verfahren voraus, das sich 15 Jahre hinzog. Die Richter erklärten, die Urteilsfindung immer wieder vertagt zu haben, damit die Politik die Sache per Gesetz regeln kann. In einem Urteil aus dem Jahr 2016 forderten sie, dass der Staat nicht zwischen offiziellen und anderen Konversionsgerichten unterscheiden darf. Da sich aber keine entsprechende Initiative im Parlament abzeichne, sei nun das Urteil erfolgt.

Polarisierendes Urteil

Konservative Gruppierungen reagierten mit Unmut. Der aschkenasische Oberrabbiner David Lau erklärte, wer außerhalb der Orthodoxie konvertiert, „ist kein Jude“. Diese Aussage geht mit dem Urteil konform, denn es fordert vom Oberrabbinat keine Anerkennung, sondern nur vom Innenministerium. Dessen Minister Arje Deri, Chef der ultra-orthodoxen Schass-Partei, sieht in dem Urteil allerdings einen „Schlag gegen den jüdischen Charakter Israels“. Kritische Stimmen kamen auch vom Likud und der Jamina-Fraktion.

Vertreter der liberal-säkularen Parteien begrüßten hingegen das Urteil. Oppositionsführer Jair Lapid (Jesch Atid) erklärte: „Israel muss vollständige Gleichberechtigung aller jüdischen Strömungen haben. Wir alle müssen hier zusammen mit Toleranz und Respekt leben.“ Israel-Beiteinu-Chef Avigdor Lieberman erklärte, seine Partei werde „weiter gegen religiösen Zwang kämpfen und den Charakter des Staates Israels als jüdischen, zionistischen und liberalen Staat erhalten“.

Von: df

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Tue, 02 Mar 2021 15:15:00 +0100
<![CDATA[Israel empfängt ersten emiratischen Botschafter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/02/israel-empfaengt-ersten-emiratischen-botschafter/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Montag den ersten emiratischen Botschafter im jüdischen Staat empfangen. Mohammed Mahmud al-Chadscha überreichte dem Präsidenten sein Beglaubigungsschreiben bei einer Zeremonie in Jerusalem. Israel empfing den Botschafter mit einer Kapelle und einem roten Teppich. Es ist ein weiterer Schritt in der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Ländern.

Rivlin begrüßte Al-Chadscha zunächst auf Arabisch, bevor er seine Rede auf Hebräisch fortführte. Er sagte: „Dies ist eine berührende Zeremonie für mich als Präsident Israels.“ Zudem erinnerte der Präsident an die Liebe seines Vaters für die arabische Sprache: Josef Joel Rivlin übersetzte den Koran als Erster ins Hebräische.

Die Vereinigten Arabischen Emirate entschieden sich als erstes Land zur Unterzeichnung der sogenannten Abraham-Abkommen zur Normalisierung mit Israel. Später schlossen sich Bahrain, Marokko und der Sudan an. Die meisten arabischen Länder hatten eine Anerkennung des jüdischen Staates stets ausgeschlossen.

Beide betonen Gemeinsamkeiten

„Unsere Staaten haben ein gemeinsames Ethos: Ein kleiner Staat, der sich vornimmt, ein trockenes Land in einen blühenden Garten zu verwandeln, allen Widrigkeiten zum Trotz.“ Die gesamte israelische Nation sei bewegt und glücklich, den Emirati willkommen zu heißen: „Staatsführer schließen Abkommen, aber echter Frieden, dauerhafter Frieden wird von Volk zu Volk, von Angesicht zu Angesicht gemacht.“

Al-Chadscha antwortete: „Ich werde jede Anstrengung unternehmen, um die Beziehungen immer enger zu machen und die Kluft zwischen den Ländern und ihren Menschen zu schließen.“ Israel und die Emirate verfolgten einen „zivilisatorischen“ Ansatz, um die Tür für neue Möglichkeiten zu öffnen: „Beide Länder haben eine gemeinsame Mission: Frieden und Sicherheit in der Region zu errichten.“ Der Botschafter rief ins Gedächtnis: „Unsere Länder sind die beiden größten und wichtigsten Volkswirtschaften der Region.“

Längerer Aufenthalt

Laut einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ reiste Al-Chadscha in einem Privatjet an und unterzog sich getreu der Richtlinien des Israelischen Gesundheitsministeriums einem Corona-Test. Er wird mehrere Tage in Israel verbringen, während derer er auch Premierminister Benjamin Netanjahu treffen soll. Zudem kundschaftet der Gesandte nach geeigneten Orten für das Botschaftsgebäude und einen eigenen Wohnsitz.

Etwas früher am Montag hatte Al-Chadscha sich bereits mit dem israelischen Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) getroffen. Dabei sagte er: „Ich bin sehr stolz und fühle mich geehrt, der erste emiratische Botschafter im Staat Israel zu sein.“ Aschkenasi freute sich über die „schnelle Erwärmung der Beziehungen zwischen den Ländern“.

Al-Chadscha eröffnete einen Twitter-Account, auf dem er auf Englisch und Hebräisch postet. Er hat bereits über 30.000 Abonnenten. Auch die emiratische Botschaft hat bereits einen Account.

Von: tk

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Tue, 02 Mar 2021 15:09:00 +0100
<![CDATA[Zweigstelle der tschechischen Botschaft in Jerusalem eröffnet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/02/zweigstelle-der-tschechischen-botschaft-in-jerusalem-eroeffnet/ Die Tschechische Republik hat in Jerusalem eine Zweigstelle ihrer Botschaft eröffnet. Ein tschechisches Honorarkonsulat gibt es bereits in der israelischen Hauptstadt. Nach Angaben des Außenministeriums in Prag soll die neue Niederlassung vor allem eine politische und wirtschaftliche Agenda haben. Ein Zusammenhang mit dem Nahostfriedensprozess bestehe allerdings nicht. Eine Diplomatin nahm am Montag ihre Arbeit in der neuen Vertretung auf.

Von: eh

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Tue, 02 Mar 2021 13:41:00 +0100
<![CDATA[Sportgerichtshof kassiert Sperre gegen iranischen Judo-Verband]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/03/02/sportgerichtshof-kassiert-sperre-gegen-iranischen-judo-verband/ Der internationale Sportgerichtshof CAS hat am Montag die Sperre gegen den iranischen Judoverband aufgehoben. Der Internationale Judoverband (IJF) hatte den Iran im Oktober 2019 von Wettkämpfen ausgeschlossen. Grund waren die wiederholten Weigerungen iranischer Judoka, gegen Israelis anzutreten – zuletzt im Fall von Saeid Mallaei. Der iranische Verband reichte beim CAS in Lausanne Klage gegen die Sperre ein. Das Gericht stellte „schwere Verstöße gegen die IJF-Regeln“ fest, befand die Maßnahme jedoch als zu streng. Eine Disziplinarkommission des IJF soll sich nun damit beschäftigen.

Von: tk

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Tue, 02 Mar 2021 13:05:00 +0100
<![CDATA[Weitere Erleichterungen ab Sonntag geplant]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/02/weitere-erleichterungen-ab-sonntag-geplant/ Ab Sonntag sollen israelische Cafés und Restaurants wieder öffnen. Wer weder geimpft noch vom Coronavirus genesen ist, darf allerdings nur draußen sitzen. Dies entschied das Kabinett am Montag. Auch Hotels und Veranstaltungsorte stehen dann Immunisierten zur Verfügung. Zudem dürfen sich 50 statt 20 Personen in einem Raum versammeln. Erleichterungen sind auch für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 geplant. Derzeit sind den Behörden 39.190 aktive Fälle bekannt. Bislang sind 5.779 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 3,4 Millionen Israelis haben die doppelte Impfdosis erhalten.

Von: eh

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Tue, 02 Mar 2021 13:03:00 +0100
<![CDATA[Lippenbekenntnis oder Sinneswandel?]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/02/lippenbekenntnis-oder-sinneswandel/ Im März 2015 hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Wahltag behauptet: „Arabische Wähler gehen in Massen in die Wahllokale.“ Einerseits wollte er seine Stammwählerschaft wachrütteln, indem er andeutete, die Machtposition des Likud sei gefährdet. Andererseits jonglierte er mit einem schwelenden Gefühl der Voreingenommenheit in der jüdischen Mehrheitsgesellschaft, die die israelisch-arabischen Staatsbürger als Fünfte Kolonne fürchtet.

Bei den zwei Wahlgängen 2019 war der Likud darauf bedacht, durch parteieigene Wahlbeobachter in arabischen Wahllokalen Druck aufzubauen. Zudem versuchte die Partei durchzusetzen, dass in den Wahlkabinen der arabischen Ortschaften Kameras installiert werden. Seit Anfang 2021 jedoch umwirbt Netanjahu plötzlich intensiv die arabische Wählerschaft des Landes.

Der „Meister des Taktierens“

Netanjahu ist bereits zwölf Jahre in Folge Premier. Auch wenn die Meinungen über ihn auseinandergehen, eins kann dem „Meister des Taktierens“ schwerlich abgesprochen werden: ein reicher politischer Erfahrungsschatz. Dann ist jedoch Schluss mit Konsens, denn: Für die einen ist er ein „wahrhafter Zauberer“, der alles für sein Land tut und Herausragendes leistet. Für andere ist er ein „mit allen Tricks arbeitender Schurke“, der um jeden Preis an der Macht bleiben will. Netanjahu, so räumen einige Kommentatoren ein, scheint diese zwei Seiten einer Medaille nahezu perfekt in seiner Person zu vereinen.

Für Israels Premier geht es um mehr als nur die Frage, ob er die nächste Regierung bilden wird. Wegen der juristischen Verfahren schwebt ein Damoklesschwert über seinem Haupt, das auch private Konsequenzen haben könnte. Da die Wahlprognosen kein Ende der Pattsituation in Aussicht stellen, Regierungen in Israel jedoch grundsätzlich nur durch Koalitionen zustande kommen, stellte sich Netanjahu bereits vor einiger Zeit im umstrukturierten Rechtsspektrum neu auf; sicher ist sicher.

Doch er schaut ebenfalls in eine andere Richtung. Seit Anfang des Jahres umwirbt er die arabische Gemeinschaft des Landes. Diese Minderheit Israels macht 21,1 Prozent der Bevölkerung aus. Von diesen 1,9 Millionen Personen ist gerade einmal knapp eine Million volljährig und somit wahlberechtigt. Netanjahu preist neuerdings wieder und wieder das gute Verhältnis zu den arabischen Christen des Landes. Seit kurzem lobt er überdies den Beitrag der muslimisch-arabischen Bürger. Sogar im Lockdown tourte er ausgiebig in arabischen Städten, denen er jahrelang nicht einmal nahegekommen war.

Vor einer Wahl heißt das Motto Wahlkampfversprechen, und Netanjahu gab sich wahrlich großzügig. Er versprach Förderungen und Maßnahmen zur Abhilfe von Problemen, die dieser Wählerschaft auf der Seele brennen. „Arabische Wähler“, so meinte er, „wollen ihre Stimmen nicht mehr an die Opposition verschwenden. Nur der Likud ist dazu in der Lage, ihre Lebenssituation zu verbessern.“ Zudem forderte er, unter arabischen Wählern mindestens zwei zusätzliche Likud-Mandate zu ergattern. Darüber hinaus wagte er eine Premiere für seine Partei, indem er Nael Soabi, einen 49-jährigen Ex-Schuldirektor aus Nazareth, zum ersten muslimischen Knesset-Kandidaten des Likud machte; obschon auf aussichtlosem 39. Platz.

Araber im israelischen Parlament

Seit Gründung der Knesset im Februar 1949 sind Araber im israelischen Parlament vertreten. Bis 1966 lebte die arabische Gemeinschaft des Landes unter Militärverwaltung. Trotz massiv beschränkter Bürgerrechte wurden sie 1952 Staatsbürger und hatten von der ersten Stunde an sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht. Folglich blicken arabische Volksvertreter auf eine reiche Geschichte im israelischen Parlament zurück.

Arabische Volksvertreter sind in unterschiedlichen Parteien vertreten, die das jüdische Establishment repräsentierten. Doch sie haben auch eigene Parteien. Seit 2015 schreibt ein Bündnis von vier arabischen Parteien parlamentarische Geschichte: Chadasch (gegründet 1977, arabisch-jüdisch-kommunistisch), Balad (gegründet 1995, arabisch-sozialistisch), Ra'am (gegründet 1996, arabisch-islamorientiert) sowie Ta´al (gegründet 1996, arabisch-säkular-national) schlossen sich zusammen, um nicht an der angehobenen Prozent-Hürde zu scheitern. Sie sind seither nicht nur durchgängig in der Knesset vertreten, sondern konnten ihren Einfluss ausbauen.

Die „Vereinigte Liste“ brach mehrere Rekorde: Nie zuvor sah Israels Parlament eine so mandatsstarke arabische Fraktion: Mit 15 Sitzen wurde die „Vereinigte Liste“ zur drittstärksten politischen Kraft. Ein weiteres Novum war, dass von zehn Muslimen, drei Christen sowie jeweils einem Drusen und Juden erstmals gleich vier Frauen waren. Unter ihnen Iman Chatib-Jassin, die erste Hidschab-Trägerin in der Geschichte der Knesset.

Das Bündnis hat nicht gehalten. Zum Bruch mit Ra'am kam es, als sich deren Abgeordneter Mansur Abbas für die Zwangstherapie von Angehörigen der LGBT-Gemeinschaft aussprach. Nachfolgend machte er weitere Schlagzeilen. Er fordert, dass arabische Parlamentarier zum Wohl ihrer Gemeinschaft mit „zionistischen Parteien“ kooperieren und sich auch an der Regierung beteiligen sollten. Für die arabische Gesellschaft des Landes ist das bislang ein No-Go. Abbas bezog sich nicht nur auf das jüdische Establishment schlechthin, sondern ganz konkret auf den Likud. Zu dem Zeitpunkt hatte er längst die Nähe zu Netanjahu gesucht, wie er unumwunden in einem Interview für den TV-Sender „Kanal 20“ zugab, der als rechtskonservativ und pro-Netanjahu einzustufen ist. Auch das ungewöhnlich.

Wahlprognosen und Konstellationen

Ob Ra'am den Einzug in die 24. Knesset schaffen wird, hängt unter anderem von der Wahlbeteiligung ab. Im März 2020 war sie mit 71,5 Prozent so hoch wie schon lange nicht mehr. Arabische Bürger gingen nur zu 65 Prozent zur Wahlurne, doch auch dieser Prozentsatz war ungewöhnlich hoch. Für diese Partei könnte eine niedrige Wahlbeteiligung fatal sein, erst recht wenn potenzielle Wähler lieber gleich eine andere Partei wählen, damit ihre Stimme sicher zur Geltung kommt. Das laut Prognosen in Aussicht gestellte eine Mandat wird vermutlich eine Zitterpartie.

Auch der „Vereinigten Liste“ verheißen die Wahlprognosen mit zirka neun Mandaten einen schmerzlichen Rückgang ihres Einflusses. Nicht viel besser ergeht es dem Likud, dem derzeit um die 30 Mandate prognostiziert werden. Mit seinen „natürlichen“ Koalitionspartnern – Rechte und Ultra-Orthodoxe – wäre Netanjahu trotz dreier Koalitionspartner erneut nicht regierungsfähig. Er könnte auf schwierige Verhandlungen blicken. Wieder einmal müsste er für Unterstützung teure Zugeständnisse machen und könnte trotzdem nicht sicher sein, dass die Regierungskoalition stabil ist.

Angesichts eines solchen Szenarios könnte ein Anstieg der arabischen Wählerstimmen für Netanjahu von enormer Tragweite sein. Das ist ein Trend, der bereits bei den Wahlen zur 22. und 23. Knesset, also im September 2019 und im März 2020, auffiel. Denn deutlich mehr Araber des Landes gaben ausgerechnet dem Likud ihre Stimme; darunter waren keineswegs ausschließlich die Drusen, die aufgrund ihrer besonderen Geschichte grundsätzlich dem Likud nahestehen.

Mehr als nur ein Wahlergebnis

Vermutlich wird der Wahlausgang erneut Katerstimmung bringen, auf allen Seiten. Unter dem Strich geht es jedoch um weitaus mehr als den Ausgang einer Wahl. Schaut man genau hin, so geht es ebenfalls nicht darum, ob Netanjahus neuentdeckte Liebe für die arabische Minderheit Israels ehrlich ist. Auf einem anderen Blatt steht, ob er beabsichtigt, seine Wahlkampfversprechen einzulösen.

Auf wieder einem ganz anderen Blatt steht, ob ihm die arabische Gemeinschaft Glauben schenkt. Umfragen zeigten, dass lediglich ein Drittel der arabischen Gemeinschaft Netanjahu den Sinneswandel irgendwie abkauft. Und doch scheint er nicht ganz falsch zu liegen, wenn ihm immerhin ein Drittel Glauben schenkt. Eigentlich kommen ganz andere Aspekte zum Tragen. Die gesellschaftspolitischen Veränderungen im Kreis der arabischen Gemeinschaft Israels, die sich seit Jahren schleichend andeuten, könnten nunmehr wohl Einzug in die Knesset halten.

Immer mehr arabische Wehrdienstleistende

Die arabische Gesellschaft ist einerseits von relativ starren Werten und Normen charakterisiert. Gelebter Pluralismus ist ein heikles Thema. Es kommt nicht von ungefähr, dass junge Araber, die mit Traditionen wie beispielsweise Partnerwahl, sexueller Orientierung oder familiärem Ehrenkodex brechen, fast durchweg den Rückhalt bei Familie und Gemeinschaft verlieren. Dabei spielt ihre Religionszugehörigkeit keine Rolle. Auch Muslime wie Christen, die freiwillig Wehr- oder Sozialdienst leisten, ecken in ihren Gemeinschaften an.

Trotzdem nimmt ihre Zahl Jahr für Jahr zu. Das gilt auch für die beständig wachsende Schicht der Bildungsbürger unter Israels Arabern – für Frauen sogar noch mehr als für Männer. Früher hatten beispielsweise Beduinen den Ruf, heillos rückständig zu sein. Inzwischen blickt die gesamte arabische Gesellschaft Israels beinahe neidisch auf die enorme soziale Mobilität, die diese Gemeinschaft vorzuweisen hat. Das macht die große Armut, die diese Gesellschaft dennoch weiterhin in Strecken zeichnet, allerdings nicht wett.

Insgesamt ist Israels arabische Gemeinschaft eine Gesellschaft, die eine Spannung zwischen Tradition und Aufbruch erlebt: alttradierte Gepflogenheiten Seite an Seite mit den Werten einer westlichen Technologiegesellschaft. Das lässt nicht nur die soziale Schere enorm auseinanderklaffen, sondern bringt auch gewaltige Spannungen mit sich, wenn es um Fragen der Identifikation geht.

Alle wissen, dass sie die Möglichkeit einer sozialen Mobilität dem demokratischen Wesen des Staates Israel verdanken. Das deuten zweifelsfrei auch Meinungsumfragen an. Und doch: Sich dies klammheimlich hinter vorgehaltener Hand einzugestehen ist eine Sache. Es ist durchaus etwas anderes, sich offen dazu zu bekennen. Nicht nur die jüdische Mehrheitsgesellschaft hegt, wie eingangs erwähnt, Bedenken gegenüber der arabischen Minderheit, wenn es um Loyalität geht. Auf der arabisch-israelischen Seite gibt es dafür sozusagen ein Pendant. Wer ausschert und sich auf die Seite der jüdischen Mehrheitsgesellschaft schlägt, wird schnell als „Verräter“ abgestempelt.

Araber wollten bislang keine „zionistischen Entscheidungen“ mittragen

Diese zwei Seiten einer Medaille reflektiert auch die Politik: Das jüdische Establishment beteiligte niemals arabische Parteien an der Regierung. Sie werden noch nicht einmal in den möglichen Zusammenstellungen einer Regierungskoalition berücksichtigt. Araber ihrerseits haben sich immer aktiv an der israelischen Demokratie beteiligt, aber tunlichst davon Abstand genommen, „zionistische Entscheidungen“ mitzutragen, erst recht, wenn es um Aspekte wie Besatzung und Krieg geht.

Daher haben Netanjahus Werbung um die Gunst der Araber des Landes ebenso wie der Vorstoß von Mansur Abbas weittragendere Bedeutungen. Dass hier auf beiden Seiten etwas in Bewegung ist, führt ebenfalls ein anderer Sachverhalt vor Augen: Im Herbst 2019 brach die „Vereinigte Liste“ mit der Tradition ihrer Enthaltung, als die Parteispitze bei Staatspräsident Reuven Rivlin Blau-Weiß-Chef Benny Gantz für die Regierungsbildung empfahl. In der israelischen Geschichte haben sich arabische Parteien einer solchen Stellungnahme immer enthalten; nur ihre Empfehlung Jitzchak Rabins 1992 stellt eine Ausnahme dar.

Doch nicht alles Ausschlaggebende spielt sich auf parlamentarischer Ebene ab. Schließlich ist da auch die „Öffentlichkeit der Straße“. Und auf den Straßen der arabischen Ortschaften brodelt es mächtig. Das ist eines der Themen, die der arabischen Gemeinschaft Israels auf der Seele brennen: Gewalt, illegale Waffen, organisiertes Verbrechen. Das vergangene Jahr brachte traurige Rekorde: ermordete Frauen, bei Schusswechseln in den Straßen umgekommene Männer – beteiligte wie unbeteiligte – und die massive Zunahme der vielfältigen kriminellen Machenschaften organisierter Netzwerke. Häufig forderten Araber auf Großdemonstrationen, der Gewalt endlich ein Ende zu setzen.

Bislang zeigte die arabische Gesellschaft bei diesem Thema mit dem anklagenden Zeigefinger ausschließlich auf die Regierung beziehungsweise auf das jüdische Establishment. Mehr noch: Tauchten in der Vergangenheit israelische Polizisten zur Trennung verfeindeter Familienklans auf, so wurde bei jüdischen Polizisten „Feind“ gezetert und bei arabischen Polizisten „Kollaborateur“ geschmettert. Inzwischen ist die Gewalt so sehr ausgeufert, dass jeder Polizist willkommen ist.

Arabische Selbstwahrnehmung verändert sich

Aber da ist noch mehr: Die arabische Gesellschaft des Landes hat eine Diskussion aufgenommen, die eine wichtige Selbsterkenntnis reflektiert: zur Lösung eines Problems sollte man sich immer auch an die eigene Nase fassen. Das ist gleichermaßen eine massive Veränderung der Selbstwahrnehmung der israelischen Araber wie auch ihrer Platzierung innerhalb der Gesellschaft. Letztlich deckt sich das mit den Forderungen, endlich Schluss mit dem Tabu zu machen und auch parlamentarisch umfassender Verantwortung zu übernehmen.

Arabische Parlamentarier wurden durch junge Israelis ihrer eigenen Gemeinschaft aufgescheucht. In den sozialen Medien diskutieren diese freimütig ihren Wunsch nach besserer Integration, bemängeln die „ideologischen Scheuklappen“ ihrer Volksvertreter, denen sie Vetternwirtschaft ebenso vorwerfen, wie ausschließlich eigene Interessen zu verfolgen. Es sind zaghafte Schritte eines kleinen, aber integralen Bestandteils einer israelischen Gesellschaft, die entlang vieler Definitionen zerklüftet ist. Eventuell ist es sogar der Aufbruch in ein neues Zeitalter. Daher sollten Beobachter vielleicht gar nicht fragen, ob Netanjahu es ernst meint, sondern eher der Hoffnung Platz einräumen, dass nicht Schüsse, Sprengsätze oder Bomben alles erneut zunichte machen.

Von: Antje C. Naujoks, Be´er Scheva

Antje C. Naujoks studierte Politologie an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Die freischaffende Übersetzerin lebt seit fast 35 Jahren in Israel, davon ein Jahrzehnt in Be‘er Scheva.

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Tue, 02 Mar 2021 12:23:00 +0100
<![CDATA[Telefonat zwischen omanischem und israelischem Außenminister]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/02/telefonat-zwischen-omanischem-und-israelischem-aussenminister/ Der Außenminister des Golfstaates Oman, Sajid Badr Hamad al-Busaidi, hat am Montag mit seinem israelischen Amtskollegen Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) telefoniert. Zudem sprach er mit dem Außenbeauftragten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Riad al-Maliki. Gegenüber den beiden Politikern habe Al-Busaidi Unterstützung für direkte Verhandlungen zu einer „Zwei-Staaten-Lösung“ zugesichert, meldet die staatliche Nachrichtenagentur „Oman News Agency“. Der Oman und Israel pflegen keine diplomatischen Beziehungen.

Von: df

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Tue, 02 Mar 2021 11:44:00 +0100
<![CDATA[Tödlicher Unfall bei Demonstration gegen Corona-Maßnahmen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/03/01/toedlicher-unfall-bei-demonstration-gegen-corona-massnahmen/ JERUSALEM (inn) – Bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Jerusalem ist am Sonntagabend ein Mann ums Leben gekommen. Er wurde tödlich verwundet, als ein Minibus gegen ihn fuhr. Der Unfallverursacher ergriff die Flucht, wurde aber später gefasst. Im Verhör sagte er aus, sein Fahrzeug sei mit Steinen beworfen worden, deshalb habe er fliehen wollen. „Ich war sicher, dass sie mich töten würden“, zitiert ihn der Sender „Kanal 13“. Augenzeugen bestätigten die Angriffe auf sein Fahrzeug. Bei dem Getöteten handelt es sich um den 47-jährigen Itamar Ben Abu aus dem Jerusalemer Vorort Mevasseret Zion. Der Fahrer ist Ibrahim Hamad aus Ostjerusalem.

Der Vorfall ereignete sich im ultra-orthodoxen Stadtviertel Mea Schearim. Dort protestierten Israelis in der Nähe des Bildungsministeriums gegen die Einschränkungen wegen der Pandemie. Gleichzeitig hielt Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) in dem Gebäude eine Rede. Er regte an, das Schuljahr um einen Monat bis Juli zu verlängern.

Massenparties trotz Kontaktbeschränkungen

Indes registrierte die Polizei auch am Wochenende zahlreiche Verstöße gegen die Auflagen zum jüdischen Purimfest. Tausende Israelis nahmen am Sonntag an Massenparties in Jerusalem teil. Der Mahane-Jehuda-Markt war bevölkert, im nahegelegenen Viertel Nachlaot feierten Menschen meist ohne Masken und Abstand ein Straßenfest. Bereits am Freitag und Samstag hatten spontane Straßenparties in Tel Aviv und Jaffa viele Menschen angezogen. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Times of Israel“.

Derzeit sind den israelischen Behörden 38.480 aktive Fälle bekannt. Die Rate positiver Testergebnisse sinkt weiter und liegt jetzt bei 5,4 Prozent. Von den Infizierten sind 742 schwer erkrankt. Bislang sind 5.758 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. 4,7 Millionen Israelis haben eine erste Impfdosis erhalten. Zweimal geimpft sind knapp 3,37 Millionen Menschen.

Impfkampagne für palästinensische Arbeiter

Derweil kündigten China und Indien an, sie wollten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Impfstoff zukommen lassen. Über die Zahl der Dosen wurde nichts bekannt. Vorige Woche hatte die Europäische Union den Palästinensern 20 Millionen Euro Unterstützung zugesagt. Die für die israelischen Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten zuständige Behörde (COGAT) wiederum teilte am Sonntag mit: „In den kommenden Tagen wird eine Impfkampagne für palästinensische Arbeiter beginnen, die in Israel angestellt sind, und in den Gemeinden in Judäa und Samaria.“

Bei der Forschung mehr mit dem jüdischen Staat zusammenarbeiten wollen Österreich und Dänemark. Deshalb reisen Kanzler Sebastian Kurz und Premierministerin Mette Frederiksen am Donnerstag nach Israel. „Dort werden wir mit Premierminister Netanjahu eine möglichst enge Zusammenarbeit bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen und Medikamenten vereinbaren“, schrieb Kurz auf Twitter. „Unsere 1. Priorität ist es, die Produktion und Beschaffung von Impfstoffen für die Zukunft zu beschleunigen.“

Am Montag verkündete der Hohe Gerichtshof in Jerusalem ein Urteil zur elektronischen Nachverfolgung von Kontakten zur Eindämmung der Pandemie: Demnach sind sie nur rechtens, wenn eine Person nicht mit den Behörden zusammenarbeitet und ihre Kontakte verschweigt. Die von der Knesset im vergangenen Jahr beschlossene Massenüberwachung mittels Mobiltelefonen sei hingegen rechtswidrig.

Von: eh

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Mon, 01 Mar 2021 14:31:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu: Iran für Explosion auf Frachter verantwortlich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/03/01/netanjahu-iran-fuer-explosion-auf-frachter-verantwortlich/ JERUSALEM / TEHERAN (inn) – Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) hat den Iran für die Explosion auf dem israelischen Frachtschiff „Helios Ray“ verantwortlich gemacht. Dem Radiosender „Reschet Bet“ sagte er am Montag, der Iran sei „der größte Feind Israels, und wir bekämpfen ihn in der gesamten Region“.

Der Iran wies die Beschuldigung zurück. Der Sprecher des Außenministeriums Said Chatibsadeh sagte, Netanjahu leide mit Blick auf den Iran an einer „Angststörung“. Mit den Vorwürfen wolle er von innenpolitischen Problemen ablenken, ergänzte er laut der iranischen Nachrichtenagentur „Tasnim“.

Reparatur in den Emiraten

Die „Helios Ray“ befand sich zum Zeitpunkt der Explosion am Freitag im Golf von Oman. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Am Frachtschiff entstanden jedoch Schäden: Jeweils zwei Löcher direkt über der Wasserlinie an Back- und Steuerbord. Es lief am Sonntag den Hafen von Mina Raschid in Dubai zur Reparatur und Untersuchung an.

Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt. Ein Bericht von „Kanal 13“ nannte am Sonntag insgeheim angebrachte Minen. Das haben offenbar die Untersuchungen ergeben; der Fernsehsender gab jedoch keine Quellen an. Als Urheber gelten die Islamischen Revolutionsgarden. In anderen Berichten hatte es zuvor geheißen, eine Rakete habe das Schiff getroffen.

Die „MV Helios Ray“ war auf dem Weg von Dammam in Saudi-Arabien nach Singapur. Der Fahrzeugfrachter gehört dem israelischen Geschäftsmann Rami Ungar, fährt aber unter der Flagge der Bahamas.

Weitere Anschläge befürchtet

Auch der israelische Armeechef Aviv Kochavi und Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) sprachen von einer iranischen Urheberschaft. Für Gantz ist dabei die Nähe zur iranischen Küste ein Indiz. Er betonte laut der Nachrichtenseite „Walla“ zugleich, die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Indessen ist unklar, ob das Raketenfeuer auf Ziele bei Damaskus in der Nacht zum Montag im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Schiff steht. Syrische Medien sehen dahinter Israel, die Armee äußert sich zu solchen Berichten grundsätzlich nicht.

Angesichts der Explosion auf dem Schiff warnen Sicherheitsexperten, der Vorfall könne der Auftakt zu weiteren Anschlägen im Roten Meer und im Persischen Golf sein. Hinter dem Ausmaß des Schadens könnte Absicht stecken: Ein Handelsschiff zu versenken hätte andere Folgen, als es „lediglich“ zu beschädigen. Insofern habe der Iran mit dem Anschlag ein Signal senden wollen.

Falls der Iran für den Anschlag verantwortlich ist, könnte es sich um eine Vergeltungsaktion handeln. In jüngster Zeit verzeichnete das Atomprogramm Teherans Rückschläge: So kam der Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh im November bei einem Anschlag um. Im Juli zerstörte eine Explosion die Atomanlage in Natanz. Schwer wiegt darüber hinaus die Tötung des iranischen Kommandeurs Hassan Soleimani im Januar 2020.

Von: df

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Mon, 01 Mar 2021 13:49:00 +0100
<![CDATA[Europäische Abgeordnete fordern mehr Engagement für Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/03/01/europaeische-abgeordnete-fordern-mehr-engagement-fuer-palaestinenser/ Rund 440 Abgeordnete aus 22 europäischen Ländern und dem EU-Parlament haben in einem offenen Brief eine israelische „De-facto-Annexion“ von Gebieten im Westjordanland durch Siedlungsbau beanstandet. In dem Schreiben vom Sonntag fordern sie von ihren jeweiligen Außenministern und vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, „Führung“ zu zeigen. „Europa“ müsse dieser Entwicklung im Verbund mit den USA entgegenwirken. Ein Mittel dazu sei die „diplomatische, rechtliche und finanzielle Unterstützung“ der Palästinenser. Die Unterzeichner aus Deutschland gehören der SPD, den Grünen oder der Linken an.

Von: df

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Mon, 01 Mar 2021 10:56:00 +0100
<![CDATA[Abteilung für Jerusalem-Tourismus gegründet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2021/03/01/abteilung-fuer-jerusalem-tourismus-gegruendet/ Eine neue Abteilung im türkischen Direktorat für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) widmet sich dem Jerusalem-Tourismus: die „Abteilung für Umrah und Jerusalem-Besuche“. Das Wort „Umrah“ bezeichnet freiwillige Pilgerfahrten nach Mekka – im Gegensatz zum Hadsch, der einmal im Leben verpflichtend für Muslime ist. Seit 2015 organisiert die Türkei solche Pilgerreisen mit Zwischenhalt in Jerusalem, Hebron, Bethlehem und Jaffa. Die nun dafür zuständige Abteilung hat einen Reiseführer mit der Geschichte Jerusalems und mit Informationen über wichtige Stätten herausgegeben.

Von: eh

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Mon, 01 Mar 2021 10:37:00 +0100
<![CDATA[Israel zwischen Wüstentod und Lebenslicht]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/03/01/israel-zwischen-wuestentod-und-lebenslicht/ Es ist das Wunder von Israels Erhaltung. Die Bibel beschreibt nicht die glorreiche Geschichte eines auserwählten Volkes, eher umgedreht. Die Propheten wettern gegen Könige ebenso wie gegen das gemeine Volk. Sie klagen Gesetzlosigkeit und Gottlosigkeit an. Und der Gott Israels selber findet harte Worte, wenn er sagt: „Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist“ (2. Mose 32,9).

Eine heftige Szene schildert 2. Mose 32: Nach vierzig Tagen auf dem Berg kommt Mose mit den Steintafeln der Gebote zurück ins Lager der Israeliten. Dort hatte sich das Volk inzwischen einen goldenen Stier errichtet und zum Gottesbild erhoben: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat! Mose ist sprachlos. Gott redet Klartext: „Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie verzehre; dafür will ich dich zum großen Volk machen.“ Das scheint das Ende für Israel. Nach der wunderbaren Befreiung aus Ägypten, dem Weg durch das Schilfmeer und der täglichen Versorgung mit Manna und Wasser in den Weiten der Wüste ist Gott fertig mit diesem Volk. Er wird einen Schlusspunkt setzen wie mit der Menschheit in der Sintflut, wo nur Noah und dessen Familie für einen Neuanfang überlebten. Israel soll im Wüstensand verschwinden und mit Mose will Gott neu beginnen, ein neues und gehorsames Volk wachsen lassen.

Doch da geschieht die Wende. Mose stellt sich in den Riss und fleht für das Volk, er erinnert Gott an dessen Zusagen. Ein ergreifender Moment in der Heilsgeschichte. Hätte Mose nicht ganz groß rauskommen können? Er als der Stammvater eines neuen gottgefälligen Volkes! Doch das lehnt er ab: „Ach, Herr, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst.“ Und so wendet sich Gott neu seinem Volk zu und führt es ins verheißene Land.

Lebenslicht als Segensspur

Am Ende bleibt Gott bei seinen Zusagen und hält Wort. Er geht mit dem Volk durch die Weite der Zeiten und setzt es der Welt zum Segen, wie er Abraham verheißen hatte: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Und so erkennen wir neben allen Heimsuchungen und dem Leidensweg Israels zugleich ein Volk mit Segensspuren. Noch mehr: „Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand. Ich habe dich geschaffen und bestimmt zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden“ (Jesaja 42,6). Israel hat der Menschheit nicht nur die zehn Gebote gebracht, sondern auch, begründet in der Ebenbildlichkeit, eine unvergleichliche Botschaft von der Würde jedes Menschen. Israel hat dies der Menschheit vorgelebt: Die Sieben-Tage-Woche mit dem Gebot der Sabbatruhe, nach sechs Tagen Arbeit und Mühe ein freier Tag. Ein „Sabbatical“ als zusätzlich freie Zeit gehört heute zur modernen Lebensweise von Machern und Managern.

Israel hat in großer Treue Gottes Wort bewahrt, indem die heilige Schrift von Generation zu Generation buchstabengenau überliefert wurde. Nicht zuletzt die 2.000 Jahre alten Schriften, die 1947 und danach in Qumran gefunden wurden, lassen diese Schrifttreue erkennen.

Bleibt am Ende die Ankündigung eines messianischen Heilsbringers für das Volk Israel und alle Völker. Millionen Menschen weltweit sehen in Jesus den Messias Israels und folgen dem Christus, den Gott der Welt zum Licht gesetzt hat.

Von: Egmond Prill

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 1/2021 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Mon, 01 Mar 2021 08:02:00 +0100
<![CDATA[Jüdischer Nationalfonds stimmt für Landkauf in Siedlungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/02/26/juedischer-nationalfonds-stimmt-fuer-landkauf-in-siedlungen/ JERUSALEM (inn) – In einer knappen Entscheidung ist der Jüdische Nationalfonds (KKL-JNF) am Donnerstag einen Schritt zum Landkauf in Judäa und Samaria gegangen. Dabei machte eine Stimme Mehrheit im zehnköpfigen Leitungsausschuss den Unterschied. Das Gremium will in einer weiteren Sitzung nach den Knessetwahlen am 23. März endgültig über die Politik im Westjordanland beraten. Für mögliche Landkäufe sind umgerechnet etwa 9,5 Millionen Euro vorgesehen.

Die Abstimmung bedeutet, dass der Nationalfonds die israelischen Siedlungen offiziell unterstützt. Bislang war er in den umstrittenen Gebieten laut der Nachrichtenseite „Axios“ indirekt aktiv. Gerade ein Landkauf würde das Engagement nach Einschätzung der Onlinezeitung „Times of Israel“ aber auf eine neue Ebene heben.

Die Verwaltung des Fonds genehmigte bereits am 14. Februar den Vorschlag zum Landkauf. Demnach soll die Organisation Land in und um Siedlungen herum kaufen; die Errichtung neuer Siedlungen ist hierbei nicht vorgesehen. Auch Landkäufe in den von den Palästinensern verwalteten Gebieten, also in den Zonen A und B, sind ausgeschlossen.

Mahnung des Verteidigungsministers

Der Vorstoß hatte schon eine kritische Reaktion des US-Außenministeriums zur Folge: Er stehe einer „Zwei-Staaten-Lösung“ entgegen, sagte ein Sprecher. Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) hatte sich noch am Mittwoch laut der Zeitung „Ha'aretz“ in einem Brief an den Leiter des KKL-JNF gewandt. Darin mahnte er Avraham Duvdevani, mit der Abstimmung bis nach den Wahlen zu warten, da dies eine „sensible Angelegenheit“ sei und auch Sicherheitsbehörden die Gelegenheit haben müssten, darüber zu beraten.

Zionistisches Engagement

Der im Jahr 1901 gegründete Nationalfonds versteht sich als Teil der zionistischen Bewegung. Er kümmert sich mit zahlreichen Projekten um die Entwicklung des Landes, etwa durch Aufforstung. Heute gehören ihm 13 Prozent des Landes in Israel.

Die siedlungskritische Organisation „Peace Now“ wirft der Organisation vor, schon länger auf indirektem Weg Land in den umstrittenen Gebieten gekauft zu haben. Kritik erreicht den Fonds auch seitens vieler amerikanischer Juden, die in der Regel skeptisch gegenüber den Siedlungen eingestellt sind.

Von: df

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Fri, 26 Feb 2021 14:33:00 +0100
<![CDATA[Äußerung des israelischen Botschafters sorgt für Furore]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/02/26/aeusserung-des-israelischen-botschafters-sorgt-fuer-furore/ TIFLIS (inn) – Vertreter der Opposition in Georgien haben Äußerungen des israelischen Botschafters Ran Gidor für sich vereinnahmt. Sie verbreiteten das Zitat in den sozialen Medien. Konkret ging es um die Festnahme des Vorsitzenden der Vereinten Nationalen Bewegung (UNM), Nika Melia, am Dienstag.

Gidor gab einen Tag später dem Fernsehsender „Pirveli“ ein Interview. Darin sollte es um den Internationalen Strafgerichtshof und das Atomabkommen mit dem Iran gehen, berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“. Doch dann fragte der Interviewer überraschend nach der Razzia, die westliche Staaten kritisiert haben. Dabei waren Polizisten mit einem Kran auf das Dach der Parteizentrale in Tiflis und auf diese Weise ins Gebäude gelangt. Anhänger von Melia versperrten mit Schränken und Tischen den Weg, 20 Oppositionsvertreter wurden festgenommen.

Gidor sagte: „Israel war immer ein starker Bündnispartner von Georgien. Als Freund Georgiens möchte ich Besorgnis über den aktuellen Vorgang äußern. Ich weiß, dass die Regierung denkt, dass das gestrige Geschehen ein Schritt zur Wiedererlangung der Kontrolle über die Lage war. Aber für uns sieht es von außen so aus, als wäre es ein Kontrollverlust.“

Als Erklärung fügte der Diplomat hinzu, seine erste Priorität sei es, israelische Investitionen nach Georgien zu holen. „Ausländische Investoren wollen drei Dinge wissen: dass das Justizsystem unabhängig ist, dass es politische Stabilität gibt und dass man die wirtschaftliche Lage prognostizieren kann.“ Die aktuellen Ereignisse machten es sehr schwierig, Investoren, Geschäftsleute, Journalisten und Kommentatoren davon zu überzeugen, dass Georgien wirtschaftlich stabil sein werde. „Natürlich beziehen wir keine Position zwischen Regierung und Opposition.“

Botschaft: Äußerungen falsch gedeutet

Während die Opposition frohlockte, gab es kritische Stimmen aus dem georgischen Außenministerium: Es handele sich um eine bevormundende Aussage und eine Einmischung in innere Angelegenheiten des Staates.

Die Botschaft reagierte auf Facebook: „Israels Botschaft in Georgien bedauert es, dass einige Worte, die Botschafter Ran Gidor im gestrigen Fernsehinterview äußerte, aus dem Kontext gerissen, fehlgedeutet und für politische Zwecke gebraucht wurden.“ Er habe betont, dass Israel in der aktuellen politischen Krise in Georgien keine Stellung beziehe. Israel hoffe mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft auf eine schnelle Deeskalation und einen Kompromiss, den beide Seiten akzeptierten. „Israel wird Georgien auf seinem Weg zu Wohlstand und Erfolg weiter unterstützen.“

„Freundschaftliches“ Treffen im Außenministerium

Am Donnerstag sprach Gidor im Außenministerium vor. Dieses teilte allerdings mit, das Treffen sei bereits in der vorigen Woche vereinbart worden. „Es fand in einer freundschaftlichen Atmosphäre statt, die die Beziehungen zwischen den beiden Staaten charakterisiert. Israel nimmt keinen Standpunkt in der innenpolitischen georgischen Angelegenheit ein. Wir bedauern, dass die Worte des Botschafters so gedeutet wurden.“

დღეს ისრაელის ელჩს, რან გიდორს ჰქონდა პროდუქტიული და მეგობრული შეხვედრა მის კოლეგებთან საქართველოს საგარეო საქმეთა...

Gepostet von Israel in Georgia am Donnerstag, 25. Februar 2021

Die Botschaft schrieb dazu: „Heute hatte der israelische Botschafter Ran Gidor ein produktives und freundliches Treffen mit seinen Freunden und Kollegen aus dem georgischen Außenministerium: dem stellvertretenden Minister Alexander Chvtisiaschwili und dem Direktor für Nahost und Afrika, Kacha Sicharulidse.“ Sie hätten über verschiedene Aspekte der bilateralen Beziehungen und über ausstehende Themen der Tagesordnung gesprochen.

Von: eh

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Fri, 26 Feb 2021 12:52:00 +0100
<![CDATA[380 Einwanderer eingetroffen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/26/380-einwanderer-eingetroffen/ Am Freitag sind 380 Einwanderer in Israel angekommen. 286 von ihnen stammen aus Äthiopien, 82 aus der Ukraine und 12 aus Südafrika. Die Regierung hatte im September beschlossen, bis Anfang 2021 rund 2.000 Juden aus Äthiopien nach Israel zu bringen. Im Rahmen der Operation „Fels Israels“ waren Anfang Dezember bereits mehr als 400 Einwanderer eingetroffen. Der Ben-Gurion-Flughafen ist derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen, für Einwanderer gelten jedoch Ausnahmen. Die üblichen Hebräischkurse werden mithilfe von Zoom-Konferenzen durchgeführt.

Von: df

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Fri, 26 Feb 2021 11:18:00 +0100
<![CDATA[Israelis wohnen länger im Elternhaus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/26/israelis-wohnen-laenger-im-elternhaus/ JERUSALEM (inn) – Junge Israelis wohnen länger bei ihren Eltern als vor 20 Jahren. Das geht aus einer Studie hervor, die das Zentrale Statistikbüro am Mittwoch veröffentlicht hat. Sie bezieht sich auf das Jahr 2018. Untersucht hat sie die Wohnverhältnisse von Juden und Arabern zwischen 18 und 34 Jahren.

Demnach hat sich der Anteil vor allem bei den 25- bis 29-Jährigen erhöht. Lebten 2000 noch 35,5 Prozent der männlichen Juden dieser Altersgruppe bei ihren Eltern, so waren es 18 Jahre später 40,3 Prozent. Bei den 18- bis 24-Jährigen stieg der Anteil leicht von 86,3 auf 87 Prozent, bei den 31- bis 34-Jährigen von 14,1 auf 16 Prozent. Unter den Jüdinnen nahm der Prozentsatz bei den 25- bis 29-Jährigen von 17,6 auf 26,9 zu. In der Gruppe ab 18 Jahren wuchs er von 70,7 auf 78,6 Prozent, in der Gruppe ab 30 von 5,2 auf 8,1 Prozent.

Einen ähnlichen Trend verzeichnet die Studie bei den arabischen Männern: 2000 wohnten 50,2 Prozent der 25- bis 29-Jährigen im Elternhaus, 2018 waren es 66,4 Prozent. In der Gruppe ab 18 Jahren erhöhte sich die Quote von 92,4 auf 94,2 Prozent, in der Gruppe ab 30 von 11,3 auf 25 Prozent. Von den 25- bis 29-jährigen Araberinnen lebten vor 20 Jahren 23,9 Prozent bei ihren Eltern, 2018 betraf dies 33,2 Prozent. Bei den 18- bis 24-Jährigen erhöhte sich der Anteil von 62,3 auf 76,8 Prozent. Unter den 30- bis 34-jährigen arabischen Frauen sank er hingegen von 14,5 auf 11,7 Prozent.

Kaum Wohngemeinschaften

Insgesamt gab es 2018 etwa 1,96 Millionen junge Menschen der untersuchten Altersgruppe in israelischen Haushalten. Von ihnen wohnte die Hälfte ohne Partner im Elternhaus. 42 Prozent lebten bei ihrem Partner oder hatten bereits eine eigene Familie gegründet. In einer Wohngemeinschaft oder allein waren 7 Prozent zu finden. Solche Lebensformen sind bei ultra-orthodoxen Juden und bei Arabern kaum anerkannt.

Von den Männern wohnten 56 Prozent ohne Partner und Kinder bei ihren Eltern, von den Frauen 44 Prozent. Von den Israelis zwischen 18 und 24 Jahren betraf dies rund 84 Prozent, von den 25- bis 29-Jährigen 37 und von den 30- bis 34-Jährigen 13 Prozent.

Mit ihrer eigenen Familie lebten im Jahr 2000 von den jungen Juden 45,5 und von den Arabern 50 Prozent. 2018 waren es 44,5 Prozent der Juden und 36 Prozent der Araber.

OECD-Vergleich: Israel im Mittelfeld

Das Statistikamt hat die Ergebnisse auch mit den anderen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verglichen. Bei den 25- bis 34-Jährigen lag der Anteil der Skandinavier, die 2018 in ihrem Elternhaus wohnten, bei den Männern unter 10 und bei den Frauen unter 5 Prozent. Die niedrigsten Prozentsätze weist hier Dänemark auf, gefolgt von Norwegen, Finnland und Schweden.

Am anderen Ende der Skala sind Italien, die Slowakei und Griechenland zu finden. Hier wurde der Anteil bei den Männern mit über 50 und bei den Frauen mit über 40 Prozent angegeben. Israel liegt mit 32 und 25 Prozent im Mittelfeld.

In Österreich beträgt die Quote bei den Männern etwa 25 und bei den Frauen etwa 13 Prozent. Die männlichen Schweizer kommen auf rund 22 Prozent, die Schweizerinnen auf ungefähr 12 Prozent. In Deutschland liegen die Werte bei etwa 22 und etwa 11 Prozent.

Von: eh

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Fri, 26 Feb 2021 10:40:00 +0100
<![CDATA[Zahlreiche Verstöße gegen Corona-Auflagen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/26/zahlreiche-verstoesse-gegen-corona-auflagen/ Die israelische Polizei hat in der Nacht zum Freitag 1.300 Bußgeldbescheide wegen Verstößen gegen die Auflagen zum Purimfest erteilt. Diese richten sich gegen Organisatoren oder Teilnehmer von großen Parties. Indes starben ein 26-Jähriger aus Jerusalem und ein 23-Jähriger aus Nazareth, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Beide hatten keine Vorerkrankungen. Derzeit werden 40 Kinder wegen COVID-19 in israelischen Krankenhäusern behandelt. Den Behörden waren am Freitagmorgen 40.445 aktive Fälle bekannt. Bislang sind 5.694 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Von: eh

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Fri, 26 Feb 2021 10:24:00 +0100
<![CDATA[Iraner bei israelischem Schachturnier]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/02/25/iraner-bei-israelischem-schachturnier/ JERUSALEM (inn) – Bei dem internationalen Wettkampf der „Chess4Solidarity“-Initiative haben sich am Montag 438 Schachspieler aus über 40 Ländern duelliert. Das internationale Turnier wurde online ausgetragen. Teilnehmer stammten unter anderem aus Israel und muslimisch geprägten Ländern wie Indonesien, Algerien, Tunesien, Marokko, dem Sudan, dem Jemen und dem Iran. Bei einem ähnlichen Turnier im Januar nahmen Spieler aus Bhutan teil. Zu dem buddhistischen Königreich unterhält Israel erst seit kurzem diplomatische Beziehungen.

Das Turnier ist Teil der französisch-israelischen Städtepartnerschaft zwischen Sarcelles und Abu Gosch bei Jerusalem. Organisiert wurde es von den beiden Städten und dem israelischen Club „Chess4All“ (Schach für Alle), der ein Teil der „Chess4Solidarity“-Initiative ist. Auf der Facebook-Seite von „Chess4All“ heißt es: „Ziel des Turniers ist es, die Beziehungen zwischen Abu Gosch und Sarcelles, zwischen Frankreich und Israel, sowie die Solidarität zwischen den Teilnehmern aus aller Welt zu stärken“.

Israels Kultur- und Sportminister Chili Tropper (Blau-Weiß) zeigte sich in einer Videobotschaft erfreut über das Interesse am Turnier und beglückwünschte alle Teilnehmer.

Das Gesamtpreisgeld des Turniers betrug 1.000 Euro. Den Sieg sicherte sich der Schachgroßmeister Vugar Rasulov aus Aserbaidschan. Zweiter wurde der Israeli David Gorodetsky vor dem Kasachen Aristabek Orseev.

Von: mas

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Thu, 25 Feb 2021 14:31:00 +0100
<![CDATA[Erstes Universitätszentrum für Künstliche Intelligenz gegründet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/02/25/erstes-universitaetszentrum-fuer-kuenstliche-intelligenz-gegruendet/ TEL AVIV (inn) – Die Universität Tel Aviv hat das erste Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und Datenwissenschaft in Israel ins Leben gerufen. Das teilte die Bildungsstätte am Mittwoch mit. Die Gründung erfolgte im Rahmen einer dreitägigen internationalen Konferenz zum Thema KI, die am Mittwoch endete.

Der Leiter des neuen Zentrums, Meir Feder, erklärte, Künstliche Intelligenz und Daten würden in Zukunft alle Aspekte des Lebens beeinflussen. Dies gelte etwa für personalisierte Medizin oder für Finanzsysteme. „Es ist sehr wichtig, humanes Kapital in diesem Bereich auszubilden“, sagte Feder laut einer Mitteilung der Universität. Das Zentrum werde sich etwa an dem Programm „KI für das soziale Wohl“ des Technologiekonzerns Google beteiligen. Neben KI und Datenwissenschaft soll das Zentrum auch für die Grundlagenforschung im relativ neuen Feld der Quantenrechner dienen.

Bei der Konferenz für Künstliche Intelligenz sprachen etwa 75 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Unter den Rednern war auch die emiratische Regierungsbeauftragte für Künstliche Intelligenz, Sumaja al-Hadscheri. Ein Thema der virtuellen Veranstaltung war die Frage, wie Regierungen die Entwicklung Künstlicher Intelligenz fördern können. Die Konferenz findet seit 2019 jährlich statt.

Von: df

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Thu, 25 Feb 2021 13:43:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 25. Februar 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/02/25/nachrichten-vom-25-februar-2021/ Thu, 25 Feb 2021 11:38:00 +0100 <![CDATA[Netanjahu peilt ab April umfassende Öffnungen an]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/25/netanjahu-peilt-ab-april-umfassende-oeffnungen-an/ Nach den Impferfolgen der vergangenen Wochen will Israel ab April die Wirtschaft wieder komplett öffnen. Das kündigte Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch an. Details nannte er zunächst nicht. Außerdem sollen bis zum Beginn der Sommerferien im Juni alle Kinder die Möglichkeit einer Impfung erhalten. In Israel sind bereits mehr als 4,5 Millionen Menschen erstgeimpft. Nach Angaben der Behörden gibt es derzeit 40.147 aktive Corona-Fälle. Im Zusammenhang mit dem Virus sind bisher 5.660 Menschen gestorben.

Von: mas

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Thu, 25 Feb 2021 11:05:00 +0100
<![CDATA[Libanesischer Terrorist Al-Nakasch an COVID-19 gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/25/libanesischer-terrorist-al-nakasch-an-covid-19-gestorben/ Der libanesische Terrorist Anis al-Nakasch ist am Montag im Alter von 70 Jahren in einem Krankenhaus in Damaskus an COVID-19 gestorben. Er wurde in seinem Geburtsort Beirut beigesetzt. Al-Nakasch war 1975 an der OPEC-Geiselnahme in Wien beteiligt; dabei wurden drei Menschen ermordet. 1980 beteiligte er sich an dem versuchten Attentat auf den früheren iranischen Premier Schapur Bachtiar in Paris. Zuletzt leitete er eine Denkfabrik in Beirut. Syriens Machthaber Baschar al-Assad würdigte Al-Nakasch als „Widerstandskämpfer gegen Besatzung und Verteidiger arabischer Anliegen mit Körper und Geist“.

Von: df

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Thu, 25 Feb 2021 10:59:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu und Pelosi sprechen über Frieden in Nahost]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/02/25/netanjahu-und-pelosi-sprechen-ueber-frieden-in-nahost/ Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch mit der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, telefoniert. Die Demokratin schrieb auf Twitter, sie habe „die unauflösliche Verbindung zwischen unseren Nationen und die standhafte Unterstützung des Kongresses für ein sicheres Israel“ bestätigen wollen. Zudem hätten die beiden Politiker über den Umgang mit der Corona-Pandemie gesprochen. Ein weiteres Thema war demnach die gemeinsame Hoffnung auf regionalen Frieden – samt einer „gerechten und dauerhaften Zwei-Staaten-Lösung“.

Von: eh

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Thu, 25 Feb 2021 10:44:00 +0100
<![CDATA[Juden erinnern an vereitelte Vernichtungspläne]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/02/25/juden-erinnern-an-vereitelte-vernichtungsplaene/ „Sie wollten uns vernichten. Wir haben überlebt. Lasst uns essen.“ So fassen viele Juden spaßeshalber die jüdischen Feste zusammen. Das Purimfest etwa erinnert an die Rettung der persischen Juden vor der Vernichtung, die der Regierungsbeamte Haman plante. Dank der jüdischen Königin Esther misslang das hinterhältige Vorhaben. In diesem Jahr beginnt das Fest am Abend des 25. Februar. Wegen der Corona-Pandemie sind die gewohnten Partys in Israel nicht möglich. Über Nacht gibt es sogar eine Ausgangssperre.

Die zugrunde liegende Geschichte erzählt das biblische Buch Esther: Der Jude Mordechai lebte demnach in der persischen Stadt Susa. Seine Verwandte Esther hatte die verstoßene Ehefrau von König Ahasveros, Waschti, ersetzt. In dieser Position gelang es ihr mit viel Mut, die Pläne des Judenfeindes Haman zu vereiteln: Der Beamte hatte beim König erreicht, dass die Perser möglichst viele Juden vernichten sollten. Doch durch Esthers Einschreiten fiel er in Ungnade, der drohende Pogrom wurde abgewehrt.

Das Buch Esther wird am Fest aus einer Schriftrolle vorgelesen – „Megillat Esther“. Da sie als „die Rolle schlechthin“ gilt, trägt sie oft auch nur die Bezeichnung „Megilla“. Kinder und Erwachsene haben gleichermaßen Freude daran, bei jeder namentlichen Erwähnung des Frevlers Haman möglichst viel Krach zu machen: mit Ratschen, Tuten oder anderen Lärminstrumenten. Im Babylonischen Talmud heißt es in Traktat Megilla (4a): „Frauen sind zum Lesen der Esther-Rolle verpflichtet, denn auch sie waren an diesem Wunder beteiligt.“

Neue Ausgabe erinnert an Terror-Opfer

Eine besondere Ausgabe des Esther-Buches hat die Organisation „The Israel Bible“ unlängst herausgegeben. Sie erinnert an Esther Horgen, die am 20. Dezember in Samaria von einem palästinensischen Terroristen ermordet wurde. Der Rabbiner Tuly Weisz sammelte dafür Spenden von fast 1.000 Juden und christliche Zionisten aus aller Welt, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

Bei einem Gespräch mit dem Witwer Benjamin Horgen in der Trauerwoche erfuhr Rabbiner Weisz, dass sich die Ermordete künstlerisch betätigt hatte. Wegen des Vornamens Esther entstand die Idee einer Neuausgabe, die auch ihre Bilder enthalten sollte. Dafür verwendeten die Herausgeber eine neue englische Übersetzung des biblischen Textes von Rabbi Mordechai Gershon. Das Buch enthält auch ein Gedicht, das Esther Horgen einst nach einem Terroranschlag schrieb. Es trägt den Titel „Furcht“. Sie sprach darin über ihren Glauben an Gott. Persönliche Worte von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin sind ebenfalls enthalten. Die Einleitung stammt von Benjamin Horgen.

Das Buch ist binnen drei Wochen fertig geworden – und damit rechtzeitig zu Purim. Die Herausgeber empfinden das als Wunder.

Alte Esther-Rolle an Bibliothek übergeben

Eine besonders alte Megilla hat ein Privatmann kurz vor dem Fest an die Israelische Nationalbibliothek gespendet. Sie entstand vermutlich 1465 auf der Iberischen Halbinsel. Damit handelt es sich um eine der ältesten bekannten Esther-Rollen der Welt. Geschrieben wurde sie mit brauner Tinte auf Leder. Die Schrift ist typisch für sephardische Juden. Das Museum hat die Megilla online zugänglich gemacht.

Zusätzlich zum biblischen Text enthält das historische Dokument traditionelle Segenssprüche, die vor und nach der Lesung gesprochen werden. Dies „bestätigt die rituelle Verwendung dieser Rolle in einer iberischen jüdischen Gemeinde vor der Vertreibung“, sagte der Kurator der Judaica-Sammlung in der Bibliothek, Joel Finkelman, der Nachrichtenseite „Times of Israel“. Im Jahr 1492, also wenige Jahrzehnte nach der Entstehung der Schriftrolle, wurden Juden, die sich nicht taufen ließen, aus Spanien vertrieben. In Portugal gab es vier Jahre später einen ähnlichen Erlass.

Haman warf das Los

Einen Tag vor Purim fasten viele Juden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Königin Esther hatte nämlich, bevor sie mit ihrem Anliegen vor den persischen König trat, mit ihren Gefährtinnen gefastet und gebetet. Dadurch wollte sie sich auf ihre schwere Aufgabe vorbereiten.

Der Name „Purim“ indes lässt sich auf das hebräische Wort „pur“ zurückführen, das „Los“ bedeutet. Denn den für das Gemetzel bestimmten Tag hatte Haman durch das Los ermittelt. Dieses fiel auf den 13. Tag des Monats Adar. Durch einen neuen Erlass des Königs wurden die Juden ermächtigt, sich gegen ihre Angreifer zu wehren. In Erinnerung an diese Errettung vor der Vernichtung feiern Juden bis heute am 14. Adar das Purimfest.

In Israel wie in der Diaspora zogen und ziehen Juden an Purim immer auch aktuelle Vergleiche zur Verfolgung während der Nazizeit oder zu Pogromen. Aus der biblischen Darstellung schöpfen sie die Hoffnung, Gott möge sie in der heutigen Zeit vor Unheil bewahren. Vor bald 75 Jahren, im Oktober 1946, nahm der Herausgeber der NS-Propagandazeitung „Der Stürmer", Julius Streicher, Bezug auf den Tod Hamans und seiner Söhne. Kurz vor seiner Hinrichtung im Rahmen der Nürnberger Prozesse sagte er: „Dies ist mein Purimfest 1946“. Die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem zeigt in einer Onlineausstellung, wie Juden vor, während und nach der Scho'ah Purim begingen.

Verkleidungen gehören zu Purim

Eine wichtige Rolle beim Fest spielt das Verkleiden. Aus diesem Grund erinnert Purim ein wenig an Karneval oder Fasching. Viele Mädchen wählen dafür Esther, aber es gibt neben biblischen Gestalten auch Polizisten, Fantasiefiguren der Kinderliteratur oder Skelette.

Zu den Purim-Bräuchen gehört es vor allem in ultra-orthodoxen Kreisen, möglichst viel Wein zu trinken. Der Feiernde solle nicht mehr unterscheiden können zwischen „Gesegnet sei Mordechai“ und „Verflucht sei Haman“. Eine beliebte Süßspeise sind die sogenannten „Hamantaschen“ oder „Hamansohren“. Das dreieckige Gebäck besteht aus Mürbeteig. Es kann unterschiedliche Füllungen enthalten, etwa aus Mohn, Datteln, Pflaumenmus oder Schokolade.

Von: Elisabeth Hausen

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Thu, 25 Feb 2021 08:01:00 +0100
<![CDATA[Iran schränkt internationale Beobachter ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/02/24/iran-schraenkt-internationale-beobachter-ein/ TEHERAN (inn) – Der Iran hat am Dienstag die Umsetzung eines Zusatzprotokolls zum Atomabkommen (JCPoA) ausgesetzt. Damit ist die Beobachtung des Atomprogramms der Islamischen Republik durch Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zumindest vorübergehend nur noch eingeschränkt möglich. Präsident Hassan Rohani betonte laut iranischen Staatsmedien am Mittwoch am Rande einer Kabinettssitzung, mit der Maßnahme werde die Regierung dem Auftrag des iranischen Parlaments (Madschles) gerecht, erhalte aber gleichzeitig auch die Beziehungen zur IAEA aufrecht.

Hintergrund ist ein im Dezember vom Madschles verabschiedetes Gesetz. Es verpflichtet die Regierung, das Atomprogramm zu intensivieren sowie das Zusatzprotokoll mit der IAEA auszusetzen, sofern die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen nicht aufheben. Durch das Vorgehen will der Iran Verhandlungsdruck auf die USA aufbauen, die unter Donald Trump aus dem JCPoA ausgestiegen waren. Trumps Amtsnachfolger Joe Biden strebt eine neuerliche Verständigung mit dem islamistischen Regime an. Esmail Qua'ani, General der Revolutionsgarden und Nachfolger des Terrormilitärs Kassem Soleimani als Chef der Quds-Einheit, sagte am Dienstag laut der Nachrichtenagentur „Fars“, die USA verstünden „nur die Sprache der Macht“.

Kritik aus Europa

Zum Unmut von Hardlinern im Land betont der Iran, dass er weiterhin mit der IAEA zusammenarbeiten werde. Allerdings soll dies nur noch im Rahmen des JCPoA, nicht mehr auf Grundlage des Zusatzabkommens geschehen. Letzteres ermöglicht eine weitergehende Überwachung, unter anderem in Anlagen, die nicht direkt mit dem Atomprogramm verbunden sind.

Am Sonntag hatten sich IAEA-Chef Rafael Grossi und Vertreter des iranischen Regimes getroffen und eine „technische Vereinbarung“ dazu getroffen, wie die Atomenergiebehörde das Atomprogramm weiter kontrollieren kann. Aus iranischen Regierungskreisen hieß es danach laut Medienberichten, dass das Land unter anderem Aufnahmen von Überwachungskameras zurückhalten werde. Wenn die US-Sanktionen in drei Monaten immer noch in Kraft sind, soll das Videomaterial gelöscht werden. Teheran verlangt, dass die USA zuerst ihre Strafmaßnahmen beenden, bevor weitere Gespräche mit Washington geführt werden können.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs bedauerten die Maßnahmen am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme. Damit verletze der Iran „einmal mehr seine Verpflichtungen aus dem JCPoA“ und verringere Überprüfungsmaßnahmen „in erheblichem Maße“, teilten die drei europäischen Unterzeichner des Abkommens mit. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) sagte am Mittwoch, sein Land betrachte die jüngsten Schritte des Iran als „Bedrohung“. IAEA-Chef Grossi hatte hingegen betont, seine Behörde sei weiterhin in der Lage, „den notwendigen Grad an Überwachungsarbeit“ zu leisten.

Netanjahu: Schon Haman scheiterte an unserer Zerstörung

Unterdessen legte die Atomenergiebehörde am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur „AFP“ zwei Berichte zum iranischen Atomprogramm vor. Demnach ist der Vorrat des Landes an angereichertem Uran inzwischen mehr als 14 Mal so groß, wie nach dem JcPOA zulässig. Gleichzeitig soll sich die Behörde besorgt zeigen angesichts von Erkenntnissen, wonach das Regime nukleares Material auch an mehreren nicht deklarierten Ort gelagert habe. Fragen dazu konnte die iranische Regierung demnach bisher nicht zufriedenstellend beantworten.

In Israel schaut man weiter angespannt auf die Entwicklungen und diskutiert, wie man mit dem von Biden angekündigten Kurs der Annäherung an Teheran umgehen soll. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) berief am Montag ein Treffen von Ministern und Beamten des Sicherheitsapparats ein. Einem Bericht des Fernsehsenders „Kan“ zufolge befinden sich Diplomaten des jüdischen Staates zudem mit Vertretern aus dem saudischen Staatsapparat im Austausch. Netanjahu wandte sich am Dienstag am Rande von Gedenkfeierlichkeiten im obergaliläischen Tel Chai direkt an das islamische Regime. Mit Blick auf das anstehende Purim-Fest, an dem Juden an ihre Rettung vor dem persischen Regierungsbeamten Haman erinnern, sagte er: „Vor 2.500 Jahren hat ein anderer persischer Schurke versucht, das jüdische Volk zu zerstören. Ihr werdet genauso scheitern wie er.“

Von: ser

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Wed, 24 Feb 2021 15:07:00 +0100
<![CDATA[Ausgangssperre für Purim]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/02/24/ausgangssperre-fuer-purim/ JERUSALEM (inn) – Angesichts des anstehenden Purimfestes hat die israelische Regierung am Dienstag eine nächtliche Ausgangsperre verhängt. Die Regelung gilt ab Donnerstagabend bis Sonntagmorgen. In diesen Tagen ist es in der Zeit von halb 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens nicht gestattet, sich weiter als einen Kilometer vom Zuhause wegzubewegen – ausgenommen sind notwendige Besorgungen.

Als weitere Bestimmung ist auch der Aufenthalt in fremden Wohnungen nicht erlaubt. Der öffentliche Nahverkehr wird eingeschränkt, um zu verhindern, dass Menschen zu illegalen Festen gelangen. Das Regierungsamt betonte, dass während der Festtage auch die sonst üblichen Einschränkungen gelten: In geschlossenen Räumen dürfen maximal 10 Personen zusammenkommen, im Freien maximal 20. Daher sind Purim-Paraden oder -Partys nicht gestattet.

Aufruf zur Zurückhaltung

Im vergangenen Jahr hatten die Purim-Feierlichkeiten für einen Anstieg der Infektionen gesorgt. Die großen Veranstaltungen waren damals zwar abgesagt, aber viele begaben sich dennoch auf die Straßen. Premier Benjamin Netanjahu (Likud) sagte, was damals geschehen sei, solle sich nicht wiederholen.

Religionsbehörden der ultra-orthodoxen Gemeinschaften haben ihre Glaubensgruppe indes dazu aufgerufen, sich zu Purim nicht wie üblich zu betrinken. Im Zustand der Trunkenheit könne es zu Verletzungen der Corona-Bestimmungen kommen.

In normalen Zeiten halten sich viele Feiernde an die „Trinkpflicht“ aus dem Schulchan Aruch, der Zusammenfassung religiöser Gebote aus dem 16. Jahrhundert. Darin heißt es, man solle sich derart betrinken, dass man nicht mehr zwischen „Gesegnet sei Mordechai“ und „Verflucht sei Haman“ unterscheiden kann.

Einreisebestimmmungen verlängert

Die Maßnahmen zu Purim stehen auch im Licht erhöhter Ansteckungsraten. Der sogenannte R-Wert ist nach Angaben des Corona-Beauftragten Nachman Asch in den vergangenen Tagen leicht gestiegen. Aktuell liege er bei 0,86, am vergangenen Freitag war mit 0,79 der tiefste Wert seit Monaten zu verzeichnen. Unklar sei noch, ob der Anstieg an den zuletzt vorgenommenen Lockerungen liegt, sagte Asch laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“.

Aktuell sind in Israel 42.045 Infektionsfälle bekannt. Die Rate positiver Testergebnisse liegt weiter bei relativ niedrigen 6,1 Prozent. Die Zahl der schwerwiegenden Fälle gibt das Gesundheitsministerium mit 795 an; Mitte Januar lag diese Zahl noch bei mehr als 1.200. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind 5.648 Menschen.

Impfaufruf mit persönlichen Daten

Am Mittwoch hat die Regierung die Bestimmungen für Einreisende bis zum 9. März verlängert. Ankömmlinge müssen sich bis dahin erst einmal für mindestens zehn Tage zur Quarantäne in Hotels begeben; die Kosten trägt der Staat. Wer eine Impfung oder Genesung nachweisen kann, muss nicht in Quarantäne; verlangt ist hier nur ein Corona-Test vor der Abreise und bei der Ankunft.

Ebenfalls am Mittwoch hat die Knesset ein umstrittenes Gesetz mit 30 zu 13 Stimmen verabschiedet, das der Impfkampagne dienen soll. Demnach darf das Gesundheitsministerium auf Anfrage Daten von nicht-geimpften Personen an das Bildungsministerium und an lokale Behörden weitergeben. Mithilfe der Adressen oder Telefonnummern sollen sich diese Einrichtungen an die Menschen wenden können. Die Regelung gilt drei Monate oder bis zum Ende der Corona-Krise. Die Daten sind zweckgebunden und werden nach 60 Tagen gelöscht.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses in der Knesset, Chaim Katz (Likud), begründete das Gesetz mit der „Notwendigkeit“, sich impfen zu lassen: „Dieses Gesetz soll die Zahl der Impfungen unter denjenigen erhöhen, die meinen, sich nicht impfen lassen zu müssen.“ Die Meretz-Abgeordnete Tamar Sandberg beanstandete die Preisgabe persönlicher Daten. Andere Mittel wie eine Informationskampagne, die zum Impfen ermutige, seien noch nicht ausgeschöpft.

Impfdosen für politische Unterstützung

Mittlerweile sind mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung Israels – rund 3,1 Millionen Menschen – zweitgeimpft. Laut einem Fernsehbericht erwägt Netanjahu, 100.000 Impfdosen des Herstellers Moderna an Länder zu geben, die Israel in der Vergangenheit diplomatisch unterstützt haben. Welche Länder das sind, sei noch nicht entschieden. Als Kandidaten gelten jedoch Honduras, Italien, Tschad oder Tschechien.

Der Plan stößt allerdings auf Kritik. Regierungsmitglieder hatten offenbar keine Kenntnis davon. Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) sagte, Netanjahu verhalte sich wie ein Monarch. Impfdosen ans Ausland zu geben erfordere Diskussion und Zustimmung. Finanzminister Israel Katz (Likud) erklärte ebenfalls, nichts von derartigen Plänen gewusst zu haben.

Von: df

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Wed, 24 Feb 2021 14:32:00 +0100