Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 23 Feb 2020 21:30:17 +0100 <![CDATA[Der Nahost-Konflikt auf YouTube]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/02/23/der-nahost-konflikt-auf-youtube/ Eine Filmkritik von Jörn Schumacher]]> Wenn Studenten einer amerikanischen Universität Internet-Filme ansehen, die von den Aktivitäten der israelischen Armee im Westjordanland handeln, stehen sie vor derselben Aufgabe wie der durchschnittliche westliche Beobachter auch: Wie kann man den Wahrheitsgehalt des Gezeigten bewerten? Inwiefern sitzt man hier vielleicht gerade anti-israelischer Propaganda auf?

Der israelische Filmemacher Ra’anan Alexandrowicz („The Law in These Parts“, 2011 und „The Inner Tour“, 2001) wollte diesen Fragen mit seinem Film „The Viewing Booth“ auf den Grund gehen. Er lud Studenten ein, eine Auswahl von Internet-Videos zum Nahost-Konflikt zu sehen und diese in Echtzeit zu kommentieren. Dabei filmte er die Versuchsteilnehmer. Bei den Filmchen handelte es sich um Videos der Menschenrechtsorganisation B’Tselem.

Zumeist sind dabei israelische Soldaten zu sehen, die mit Palästinensern umgehen wie mit verdächtigen Straftätern. Die Betrachter müssen sich nun verschiedene Fragen stellen: Gehen die israelischen Soldaten mit den Palästinensern unangemessen brutal um? Haben palästinensische Kinder eine bessere Behandlung verdient? Ist das gezeigte Verhalten der Personen angemessen oder nicht?

Ohne Kontext nur Emotion

Die Versuchsteilnehmerin Maia Levy ließ den Filmemacher dabei besonders aufhorchen. Denn, so sagt er später im Film, ihre Reaktionen zeigten: Maia ist genau jene Vertreterin von Beobachtern, für die Alexandrowicz seine Filme dreht, und für die wohl auch die Aktivisten von B’Tselem ihre Arbeit machen.

Maia erkennt schnell, dass bei den Filmchen der Kontext fehlt. Es ist nur zu sehen, was Einheiten der israelischen Armee oder Kippa tragende Jugendliche Palästinensern antun. Was davor war, was die Palästinenser ihrerseits gesagt oder getan haben, wird nicht gezeigt.

Maia scheint schon einige YouTube-Videos von B’Tselem gesehen zu haben, denn ihr Blick ist durchdrungen von Skepsis. Ist das wirklich alles echt, was sie da sieht? Sind die Filme vielleicht gefälscht? Wurde vielleicht sogar alles nur für die Kamera inszeniert? So authentisch die verwackelten Handy-Clips auch wirken mögen, immer besteht die Möglichkeit, dass im Dienste der Propaganda für die jeweils andere Seite eine Szene absichtlich so für die Kamera aufgeführt wurde.

Ein Experiment zum Experiment

Die interessante metamediale Analyse des Regisseurs besticht vor allem dadurch, dass Alexandrowicz Maia als einzige Versuchsteilnehmer ein zweites Mal zur Medienanalyse einlädt, sechs Monate nach dem ersten Versuch. Nun zeigt er ihr aber nicht nur erneut das schon bekannte Videomaterial, sondern auch die Aufnahmen von ihr, wie sie damals das Material gesichtet hat. Nun kann Maia ihre eigenen Gedanken kommentieren, die sie damals geäußert hat. So entsteht eine Meta-Analyse des medialen Kampfes zwischen Israelis und Palästinensern. Am Ende wird der Versuchsleiter selbst nachdenklich und zeigt sich fasziniert von der sehr kritischen und – wie sie selbst zugibt – pro-israelischen Perspektive Maias.

Mit seinem Film beleuchtet Alexandrowicz die mediale Schlacht, die jederzeit im Internet gefochten wird: um Bilder, Emotionen und den richtigen Blickwinkel. Auf YouTube, Vimeo und Co. heischen kurze Handy-Videos um die Aufmerksamkeit der User. Und jedes Video möchte einen besonderen Aspekt des Nahost-Konflikts aufzeigen.

„The Viewing Booth“ ist damit ein interessanter Beitrag zur Diskussion darüber, inwiefern Bilder und Videos in den Medien unsere Meinung zum Nahost-Konflikt beeinflussen, ja, maßgeblich erst erzeugen. Was die gezeigten Video-Schnipsel angeht, ist wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse diejenige, die Maia ziemlich bald ausspricht: Sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Ohne Kontext wirken martialisch in eine Wohnung eindringende israelische Soldaten auf zuverlässige Weise erschütternd. Doch das Warum, den Grund für den Einsatz im Westjordanland, zeigt so ein wenige Minuten langer Ausschnitt nicht. Warum ein palästinensischer Junge von einem Soldaten weggescheucht wird, erfährt der Zuschauer nicht. Wie auch? Die Handy-Videos erklären nichts, sie schaffen keinen Kontext, sondern sollen ausschließlich das, was Filme am besten können: Emotionen wecken.

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Sun, 23 Feb 2020 12:04:00 +0100
<![CDATA[Deutschland und Frankreich kritisieren „Siedlungsbau“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/22/deutschland-und-frankreich-kritisieren-siedlungsbau/ Nach der Ankündigung neuer Wohneinheiten in Ostjerusalem hat sich die deutsche Regierung am Freitag „zutiefst besorgt“ über den Status der Zwei-Staaten-Lösung geäußert. Die geplanten Bauten gefährdeten einen „zusammenhängenden und lebensfähigen palästinensischen Staat“. Frankreich verurteilte die Ankündigung. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag bekanntgegeben, 5.200 Wohneinheiten in Giv'at HaMatos und Har Homa zu errichten. Daneben sollen 1.000 Wohneinheiten für Araber in Beit Safafa entstehen; diesen Aspekt ließen sowohl Frankreich als auch Deutschland unerwähnt.

Von: df

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Sat, 22 Feb 2020 13:43:00 +0100
<![CDATA[DIG-Präsident Becker: Zahlungen an Hamas einfrieren]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/21/dig-praesident-becker-zahlungen-an-hamas-einfrieren/ TEL AVIV (inn) – Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Uwe Becker, fordert die Bundesregierung auf, Zahlungen einzufrieren, die in den von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas kontrollierten Gazastreifen fließen. Auf diese Weise solle die Freilassung von israelischen Geiseln erwirkt werden, die dort von der Hamas festgehalten werden. Dies erklärte Becker bei einem Treffen mit Leah Goldin, der Mutter des 2014 von der Hamas entführten und getöteten israelischen Soldaten Hadar Goldin, am Mittwoch in Tel Aviv.

Die Goldin-Familie konnte ihren Sohn Hadar bis heute nicht beerdigen, weil die Hamas sich weigert, die sterblichen Überreste des Israelis herauszugeben. Die Goldins teilen ihr Schicksal mit der Familie von Oron Schaul, dessen Leichnam sich ebenfalls noch in Gaza befindet. Außerdem hält die Hamas die Israelis Abraham Mengistu und Hischam al-Sajad gefangen. Beide haben die Grenze zwischen Israel und Gaza als Zivilisten überschritten.

Hadar Goldin und Oron Schaul kämpften gemeinsam als Soldaten der israelischen Armee im Gazakonflikt 2014. Entführt wurden sie jedoch durch einen Hinterhalt der Hamas, nachdem ein Waffenstillstandsabkommen, das die bewaffneten Auseinandersetzungen beenden sollte, eigentlich bereits in Kraft getreten war. DIG-Präsident Becker fordert, der Hamas den Geldhahn zuzudrehen, bis Mengistu und Al-Sajad frei und die sterblichen Überreste von Goldin und Schaul in der Obhut ihrer Familien sind. Damit greift er einen Vorschlag von Leah Goldin auf, für den er nun politische Unterstützung in Deutschland mobilisieren möchte.

Indirekte Unterstützung von Hamas-Terror

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärt dazu, dass es diese Problematik sehr ernst nehme und keine Beziehungen zur Hamas unterhalte. Auch finanziell unterstütze es die Organisation nicht. Da die Hamas aber seit 2007 im Gazastreifen regiert und somit auch den dortigen palästinensischen Verwaltungsapparat kontrolliert, profitiert sie von Zahlungen, die im Rahmen von humanitären Hilfspaketen, Entwicklungshilfe und Bildungsarbeit auch von der deutschen Bundesregierung an die Palästinenser geleistet werden.

Laut Zahlen, die das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite veröffentlicht, unterstützte Deutschland Hilfsmaßnahmen in Gaza und im Westjordanland allein im Jahr 2017 mit 34,5 Millionen Euro. Im gleichen Jahr flossen 7,5 Millionen Euro für den deutsch-palästinensischen Bildungs- und Kulturaustausch. Seit Anfang der 80er Jahre habe die Bundesregierung über 1,2 Milliarden Euro für bilaterale Vorhaben in „Palästina“ zugesagt, wovon bis zum Mai 2018 rund eine Milliarde ausgezahlt worden sei.

Hinzu komme der deutsche Anteil an den Entwicklungsprogrammen von EU, Weltbank und Vereinten Nationen. Insbesondere ihre Zahlungen an das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge, UNRWA, hat die Bundesregierung kürzlich stark erhöht. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters überwies Deutschland der UN-Hilfsorganisation noch in der ersten Hälfte des Jahres 2018 eine Summe von 81 Millionen Euro. Nachdem die USA im Sommer desselben Jahres angekündigt hatten, ihre Zahlungen an das Werk einzustellen, hatte die Bundesregierung mitgeteilt, sie wolle einen Teil der so wegbrechenden Zahlungen ausgleichen und ihren Beitrag entsprechend erhöhen.

Vorwurf: Ausschließlich für palästinensische Flüchtlinge

Die UNRWA sah sich zuletzt häufig mit Korruptions- und Antisemitismusvorwürfen konfrontiert. 2014 wurde ein von dem Hilfswerk verwaltetes Gebäude nach Angaben der Organisation von der Hamas als Waffenlager missbraucht. Kritisiert wird unter anderem, dass die UNRWA ausschließlich für palästinensische Flüchtlinge zuständig ist, während Flüchtlinge aus allen anderen Teilen der Welt vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) betreut werden.

Bei dem Treffen in Tel Aviv sagte Leah Goldin, dass nur jene Gelder eingefroren werden sollen, die dem Terror der Hamas zugutekommen. Da die zivile Infrastruktur des Gazastreifens und der Terrorapparat der Hamas aber eng miteinander verwoben sind, ist fraglich, wie sich eine solche Trennung praktizieren lässt.

Israel mit Geiseln erpresst

In der Vergangenheit gelang es islamistischen Terror-Organisationen im Nahen Osten mehrfach, mit Hilfe von Geiselnahmen Zugeständnisse von Israel zu erpressen. Im Austausch für den israelischen Soldaten Gilad Schalit ließ Israel im Oktober 2011 insgesamt 1.027 palästinensische Gefangene – darunter rechtskräftig verurteilte Mörder und Terroristen – frei. Für die Leichen der israelischen Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev gab Israel 2008 sechs lebende und die sterblichen Überreste von 199 militanten Libanesen, größtenteils Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Hisbollah, heraus.

In Israel sind diese Deals umstritten. Zu den Kritikern gehören insbesondere auch Angehörige von Opfern der aus israelischen Gefängnissen entlassenen Terroristen. Deshalb fordert Leah Goldin, „den Spieß umzudrehen“. Anstatt die Hamas mit der Freilassung von Terroristen für die Entführung von Israelis zu belohnen, solle Druck auf die palästinensische Organisation ausgeübt werden. Zum Beispiel indem westliche Staaten Zahlungen an die Hamas einfrieren. Diesen Vorschlag greift Becker nun auf. Insbesondere möchte er die Gruppe deutsch-israelischer Parlamentarier im deutschen Bundestag dazu bewegen, sich dafür einzusetzen, der Hamas den Geldhahn zuzudrehen.

Leah Goldin betont, dass es ihr nicht nur um ihren Sohn, sondern um ein allgemeines humanitäres Anliegen gehe. UN-Resolution 2474 verlange von allen Parteien eines bewaffneten Konflikts, Maßnahmen zu ergreifen, um Vermisste aufzufinden und dafür zu sorgen, dass die sterblichen Überreste von Opfern zurückgeführt werden können. Auch Becker betonte, dass er Leah Goldin als Beispiel für tausende von Müttern sehe, die ein ähnliches Schicksal durchleiden.

Trotz Versprechen: Derzeit wenig konkretes Handeln

Die Familie hat ihr Anliegen bereits vor vielen hochrangigen internationalen Politikern vorgebracht. Neben israelischen Parlamentsabgeordneten und Israels Premierminister trafen die Goldins auch EU-Politiker in Straßburg und UN-Generalsekretär António Guterres in New York. Im Januar begleiteten die Familien von Hadar Goldin und Oron Schaul Israels Präsident Reuven Rivlin zu einer Gedenkfeier, anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, im Deutschen Bundestag. Dort bat Rivlin Deutschland um Unterstützung, um die israelischen Geiseln aus den Fängen der Hamas zu befreien. Dennoch hat Leah Goldin das Gefühl, dass kaum etwas unternommen werde.

Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Berlin erklärte, dass ihm derzeit keine konkreten Vorhaben bezüglich der von der Hamas zurückgehaltenen Israelis im Rahmen der deutsch-israelischen Beziehungen bekannt seien. Im Gegensatz dazu heißt es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin, dass man in dieser Angelegenheit mit der israelischen Regierung in engem Kontakt stehe. DIG-Präsident Becker fordert, der Bitte, die Israels Präsident Rivlin an den Bundestag richtete, konkrete Taten folgen zu lassen und der Hamas den Geldhahn zuzudrehen, bis Mengistu und Al-Sayad frei und die sterblichen Überreste von Goldin und Schaul in der Obhut ihrer Familien sind.

Von: Marc Neugröschel

Der Autor ist freier Journalist in Jerusalem und Vorstandsmitglied der DIG in Aachen.

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Fri, 21 Feb 2020 15:18:00 +0100
<![CDATA[Neuer „Pompeo-Wein“ aus Psagot]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/21/neuer-pompeo-wein-aus-psagot/ Das Weingut in der israelischen Siedlung Psagot in Samaria produziert einen Wein, der nach dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo benannt ist. Dies sei „ein Zeichen der Dankbarkeit“, teilte das Unternehmen mit. „Das Signal der US-Regierung ist extrem wichtig und stärkt unseren Kampf gegen den Boykott und die scheinheilige Kampagne des Europäischen Gerichtshofes“, sagte Unternehmenschef Ja'akov Berg. Er bezieht sich damit auf eine EuGH-Entscheidung, nach der Siedlungsprodukte als solche gekennzeichnet werden müssen. Die USA hingegen betrachten die Siedlungen nicht mehr als „per se illegal“.

Von: ser

In der aktuellen Ausgabe 1/2020 des Israelnetz Magazins lesen Sie mehr Hintergründe zur Entscheidung des EuGH. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/556677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online.

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Fri, 21 Feb 2020 14:36:00 +0100
<![CDATA[Vor 50 Jahren: Erster israelischer Außenminister in Deutschland]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/21/vor-50-jahren-erster-israelischer-aussenminister-in-deutschland/ Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen hat es mehr als fünf Jahre gedauert, bis Politiker der Regierungen Deutschlands oder Israels zu offiziellen Besuchen kamen. Als es 1970 soweit war, geschah dies allerdings nicht aus Höflichkeit oder Zuneigung. Als der israelische Außenminister Abba Eban 1970 in Bonn vorstellig wurde, hatte er vielmehr Gesprächsbedarf.

Die seit Oktober 1969 regierende sozialliberale Koalition unter Willy Brandt (SPD) wollte die Beziehungen zu den arabischen Ländern – den erklärten Feinden Israels – verbessern. Im Sommer 1965 hatten 14 arabische Länder die Beziehungen zu Deutschland aufgekündigt, weil Deutschland nun diplomatische Beziehungen zu Israel pflegte. Bei allem Misstrauen betonte Eban gegenüber Außenminister Walter Scheel bei ihrem zweieinhalb-stündigen Gespräch: „Israel hindert die Bundesrepublik nicht an guten Beziehungen zu den Arabern. Es sind doch die Araber, die alles versuchen, die Bundesrepublik an guten Beziehungen zu Israel zu hindern.“

Terror gegen Juden

Wie das Magazin „Spiegel“ damals beobachtete, war es jedoch eine andere Geschichte, die das Verhältnis trübte: Scheel hatte angeregt, dass doch eigentlich die Zeit gekommen sei für eine „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Damit war gemeint, dass Bonn nicht mehr speziell vereinbarte Gelder an Jerusalem zahlt. Israel war auch angesichts der ständigen Bedrohungen durch die arabischen Staaten auf Finanzhilfen angewiesen. Eban teilte Scheel jedenfalls mit: „Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel können nicht normalisiert werden.“

Abgesehen von dem finanziellen Aspekt sprachen aus diesem Satz wohl auch frische Eindrücke. Der Nazi-Terror hatte zwar knapp 25 Jahre zuvor sein Ende gefunden. Eban steuerte zunächst auch nicht Bonn an, sondern besuchte die Stätte des früheren Konzentrationslagers Dachau bei München. Doch Gewaltakte und Terror gegen Juden, auch und gerade auf deutschem Boden, hatten kurz vor dem Besuch eine erschreckende Aktualität erhalten:

  • Einen Tag vor der Ankunft Ebans verunglückte eine Maschine der Swissair durch einen palästinensischen Bombenanschlag auf einem Flug von Zürich nach Tel Aviv; der Anschlag hatte vermutlich einer El-Al-Maschine gegolten, die von München allerdings verspätet gestartet war. Das Paket mit der Bombe kam daher in die Swissair-Maschine.

  • Eine Woche vor dem Besuch Ebans, am 13. Februar, kamen sieben Juden bei einem Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde in München ums Leben. Hier vermuten Historiker einen linksterroristischen Hintergrund.

  • Am 10. Februar wurde ein Israeli bei einer versuchten Flugzeugentführung durch Fatah-Terroristen auf dem Flughafen München-Riem getötet.

Der Ort München als Schauplatz dieser Gewalt ist für den Historiker Wolfgang Kraushaar kein Zufall. Er vermutet, dass die Akte eben dort stattfanden, weil dies die erste Station von Ebans Aufenthalt war. Dass München zwei Jahre später während der Olympischen Sommerspiele wieder Schauplatz von Terror gegen Juden sein würde, wollte damals niemand ahnen.

Von: Daniel Frick

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Fri, 21 Feb 2020 14:05:00 +0100
<![CDATA[Iranische Studenten wollen Grab von Esther und Mordechai abreißen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/21/iranische-studenten-wollen-grab-von-esther-und-mordechai-abreissen/ Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit hat besorgt auf iranische Berichte reagiert, nach denen extremistische Studenten die Grabstätte der biblischen Figuren Esther und Mordechai abreißen wollen. Demnach hat die Studentengruppe „Basidsch“ in der Provinz Hamadan damit gedroht, das Gebäude durch ein palästinensisches Konsulat zu ersetzen. Als Grund nannte sie Rachewünsche gegenüber den USA und Israel wegen des Nahostplans von US-Präsident Donald Trump. Die Kommission betonte, die iranische Regierung trage die Verantwortung für den Schutz religiöser Stätten.

Von: eh

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Fri, 21 Feb 2020 13:58:00 +0100
<![CDATA[Israelis verlassen Quarantäne-Schiff „Diamond Princess“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/21/israelis-verlassen-quarantaene-schiff-diamond-princess/ Israel hat elf Staatsbürger von dem vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ ausgeflogen. Sie wurden am Freitag zunächst ins Scheba-Krankenhaus nach Tel HaSchomer gebracht und sollen dort weitere 14 Tage unter Quarantäne stehen. Vier bereits infizierte Israelis werden weiterhin in einem japanischen Krankenhaus versorgt. Mit ihrer Rückkehr rechnen die Behörden nächste Woche. Derweil hat das Gerücht, dass in Jericho Corona-Patienten behandelt würden, zu Panik und Protesten geführt. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat die Gerüchte aber umgehend dementiert.

Von: mas

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Fri, 21 Feb 2020 13:26:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Junge verliert Sehkraft auf einem Auge]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/21/palaestinensischer-junge-verliert-sehkraft-auf-einem-auge/ Ein neunjähriger Palästinenser hat trotz Behandlung in einem israelischen Krankenhaus sein Sehvermögen auf einem Auge verloren. Der Junge war am Samstag vermutlich von einem israelischen Polizisten in Issawija mit einem Gummigeschoss getroffen worden. Der Einsatzbeamte sagte bei polizei-internen Ermittlungen, er habe auf eine Wand gezielt, um seine Waffe zu kalibrieren. Laut Polizei und Ärzten könnte der Junge aber auch von Steinen getroffen worden sein, die Palästinenser warfen. Wie ein Zeuge berichtete, hatte es vor dem Schuss am Ort des Zwischenfalls einen Menschenauflauf und Rufe in Richtung Polizei gegeben.

Von: ser

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Fri, 21 Feb 2020 13:22:00 +0100
<![CDATA[Wüstenfreunde wollen Reisefreude wecken]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/02/21/wuestenfreunde-wollen-reisefreude-wecken/ TEL AVIV (inn) – Der Tourismus in Israel boomt und seit einigen Jahren brechen die Israelis fast monatlich ihre Rekorde. Der Erfolg im Tourismusgeschäft kommt nicht von ungefähr: „Trotz geringem Budget hat unser Ministerium eine Revolution in der Marketingpolitik in Gang gebracht und wir hoffen, dass sich dieser Trend auch 2020 fortsetzt“, zeigt sich Jariv Levin optimistisch. Der Likud-Politiker ist seit 2015 Tourismusminister. „Nach wie vor ist Israel ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.“

Trotzdem will dieses Ziel promotet werden. Und dazu trägt unter anderem der „International Mediterranean Tourism Market“ (IMTM) bei. Die Messe fand in diesem Jahr zum 26. Mal statt. Levin zeigte sich bei der Eröffnung auf dem Tel Aviver Messegelände in der vergangenen Woche erfreut: „Es ist die größte Tourismusmesse, die wir in Israel je erlebt haben.“

Insgesamt zeigten 570 Aussteller aus mehr als 50 Ländern neue Angebote und Ziele für Besucher. Und auch Botschafter aus 23 Ländern besuchten die Messe. Trotz erschwerter Bedingungen wegen des Coronavirus meldeten die Veranstalter der zweitägigen Messe mehr als 14.000 Besucher.

Unter den Ausstellern präsentierten sich Fluggesellschaften und Hotels, Tourismusministerien und Stadtverwaltungen. Besucher waren Restaurant- und Pensionsbetreiber, Inhaber von Reiseagenturen und reisefreudige Israelis, sowie Blogger und Reiseführer. Der deutschsprachige Reiseführer Chaim erzählt: „Einerseits ist mir hier viel zu viel Getümmel. Andererseits bleibe ich durch das Angebot hier immer auf dem neuesten Stand.“ Seine Tochter nickt zustimmend: „Nach dem Armeedienst bereite ich mich zur Zeit auf eine längere Reise nach Indien vor. An Indiens Stand konnte ich mir viele Anregungen holen.“

Inspiration aus Marokko

In Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurde diskutiert, wie sich das Problem der Besuchermassen in den großen Städten wie Jerusalem und Tel Aviv als Möglichkeit für periphere Gebiete wie die Negevwüste umwandeln ließe. „Jeder Reisende sucht doch heute das Besondere und will nicht nur das Standardprogramm absolvieren“, sagt Hadassa Jitzchak aus der Wüstenstadt Jerocham. Die junge Frau hat mehrere Monate in Marokko verbracht und in Marrakesch bei dem Künstler Ibrahim Zuak das Töpferhandwerk gelernt. „Als ich nach Israel zurückkam, habe ich Zuaks traditionelle Lehre mit moderner Technologie verbunden und stelle heute alte schöne marokkanische Kunst her, die für alle zugänglich ist.“

In dankbarer Erinnerung an ihren Lehrer hat die Töpferin ihr kleines Studio „Zuak“ genannt: „Dort gebe ich Kurse, welche die lokale Gesellschaft und die Wüsten-Umgebung mit einbinden. Durch meine Arbeit versuche ich, die verschiedenen Elemente zu verbinden: Orient und Okzident, Tradition und Moderne, Judentum und Islam. Ich bin überzeugt, dass aus all dem Schönheit entstehen kann.“ Mit ihrem Partner Avischai führt sie ein kleines Hostel, durch das „wir Besucher mit der Schönheit, den Menschen und der Kultur der Negevwüste bekanntmachen möchten“.

Neben der internationalen Zielgruppe ist der IMTM auch für den Binnentourismus wichtig. Und so wenden sich viele der Aussteller auch an ihre Landsleute. Die Wüstenstadt Arad zum Beispiel versucht, ihre Angebote für in- und ausländische Besucher zu vermarkten.

In einer Broschüre unter dem Namen „Fenster zur Wüste“ finden sich zahlreiche Angebote von einheimischen Musikern, Gästen, Töpfern und Gastgebern. Die Facebookseite ist zwar auf Hebräisch, Interessierte können die Mitglieder allerdings auch auf Englisch kontaktieren.

Ein begeisterter Jordanier

Die Wüste kennt auch Nyasi Schabaan. Zur IMTM ist er aus Jordanien angereist. Zusammen mit seinem Sohn leitet er dort eine Reiseagentur. „Ich bin als Beduine in Petra geboren. Ich war überzeugt, dass unser schöner Ort ein Weltwunder ist. Doch als ich das erste Mal nach Saudi-Arabien reiste, habe ich verstanden, dass Petra im Vergleich zu diesem riesigen schönen Land nur eine Miniatur ist.“

Schabaan ist offensichtlich begeistert: „Dadurch, dass Israelis künftig nun auch nach Saudi-Arabien fahren dürfen, erschließt sich für uns ein großer Markt. Ich arbeite gern und schon viele Jahre mit Israelis zusammen. Hoffentlich künftig nun auch in Saudi-Arabien. Von Eilat braucht man weniger als eine Stunde, und man ist schon an einem der schönsten Orte der Welt.“

Im Jahr 2019 sind 4,5 Millionen Touristen nach Israel gekommen. Und auch 2020 startete schon mit guten Zahlen: Im Januar kamen fast 309.000 Touristen nach Israel, das waren 8 Prozent mehr als im Januar 2019 und 20 Prozent mehr als im Januar 2018. Die Einnahmen, die Israel aus dem Tourismus in diesem Monat hatte, belaufen sich auf 1,5 Milliarden Schekel beziehungsweise gut 403 Millionen Euro.

Auf der Messe waren viele Aussteller aus Europa und Fernost vertreten. Israelis zeigten großes Interesse an diesen Reisezielen. Wer die vielen Angebote aus dem Ausland sieht, fragt sich unweigerlich, wo Israelis ihren Urlaub verbringen. Das Tourismusministerium hat in einer neuen Studie festgestellt: Unter Israelis, die ihre Reisen ins Ausland planen, ist das Portal booking.com die beliebteste Website. Und warum sollte ein Israeli es nicht auch zu Hause nutzen? Viele israelische Angebote sind jedenfalls auch dort vertreten.

Von: mh

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Fri, 21 Feb 2020 12:03:00 +0100
<![CDATA[Israelische Botschaft bekundet Beileid]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/20/israelische-botschaft-bekundet-beileid/ Die Botschaft des Staates Israel in Berlin hat angesichts des Anschlags in Hanau mit zehn Todesopfern ihr Mitgefühl bekundet. „Wir trauern um die Opfer des schrecklichen Terroranschlags in Hanau“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. „Wir verurteilen dieses abscheuliche Verbrechen, das durch Rassismus, Antisemitismus und eine Ideologie der ‚weißen Übermacht‘ motiviert war.“ Unter den Opfern sind nach Angaben der türkischen Botschaft auch fünf Türken. Der mutmaßliche Angreifer ist tot, die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Von: eh

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Thu, 20 Feb 2020 15:47:00 +0100
<![CDATA[Das Land der Bibel mit neuen Augen sehen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/02/20/das-land-der-bibel-mit-neuen-augen-sehen/ Eine Rezension von Dana Nowak]]> Wie gefährlich ist eine Reise nach Israel? Was macht Jerusalem so heilig, so schwierig, so einzigartig? Sind Juden intelligenter als Nichtjuden? Diesen und anderen Fragen geht der Journalist und Reiseleiter Wolfgang Sotill in seinem Buch „Israel, 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten“ auf den Grund.

Das Buch enthält Fragen, die dem Autor wiederholt von Touristen während seiner Tätigkeit als Reiseleiter gestellt wurden. „Mein Ziel ist es, Fakten zu vermitteln, Zusammenhänge aufzuzeigen und Klischees aufzubrechen“, schreibt Sotill in seinem Vorwort. Eine Reise nach Israel sieht er als ein „geistiges Abenteuer“ und einen „bereichernden Prozess“. Dabei kommt er zu der Erkenntnis, dass jede noch so gut geführte Tour nie der Endpunkt, sondern immer nur der Ausgangspunkt für weitere Fragen sein könne, „egal ob im Bereich des Glaubens oder in der Politik“.

Unterteilt sind die 40 Fragen in die Kategorien „Land & Leute“ sowie „Judentum, Christentum, Islam“. Dazu gibt es die Zeittafel „Was war wann?“. Sie verschafft einen kompakten Überblick über die Entwicklungen im Heiligen Land. Erster Eintrag: Das Jahr 3760 vor Christus: „Schöpfung der Welt nach mythologisch-jüdischer Zeitrechnung.“

Sotill stellt sich in seinem Werk auch politischen Themen. Sachlich, fundiert und ausgewogen gibt er Antworten auf Fragen wie „Sind die Siedler ein Hindernis für den Frieden?“ oder „Was hat Europa mit dem Nahostkonflikt zu tun?“. Dabei lässt er immer wieder auch jüdische und arabische Stimmen zu Wort kommen. Informativ erläutert er zudem, warum Israel, das zu einem großen Teil aus Wüste besteht, über ausreichend Wasser verfügt. Dabei erfährt der Leser viel über Innovationen im Bereich der Landwirtschaft. Speziell gezüchtete Tomaten, die kein überschüssiges Blattwerk haben, Getreide, dessen Halmlänge halbiert wurde oder Aale, die in der Wüste gezüchtet werden, sind nur einige „überraschende Antworten“ und Beispiele für den Erfindungsreichtum der Israelis.

In der Antwort auf die Frage „Welche Orte sollte man unbedingt besuchen?“ schreibt Sotill von der „Mauer zwischen Israel und Palästina“. Das ist schade. Ausschließlich den Begriff „Mauer“ zu verwenden, ist irreführend. Schließlich bestehen nur etwa 50 Kilometer dieser mehr als 700 Kilometer langen Sperranlage aus einer rund acht Meter hohen Mauer. Der Großteil ist eine Mischung aus Stacheldrahtzaun mit Bewegungsmeldern, Gräben und Sandstreifen. Immerhin nennt Sotill den Grund für den „Mauerbau“: den Schutz vor palästinensischen Attentaten.

40 Antworten für einen Neubeginn

Die Anzahl der Fragen hat Sotill nicht zufällig gewählt, sondern weil die Zahl 40 in der Bibel eine große Rolle spielt. Sie stehe für eine Wende, einen Neubeginn. In seinem Vorwort schreibt Sotill, er wünsche sich, dass die Leser nach der Lektüre der 40 Antworten Israel mit neuen Augen sehen. „Niemand erwartet eine unkritische Jubelstimmung, aber sehr wohl fundierte Urteile, die keine oberflächlichen Vorurteile mehr sind. Das ist es, was Israel verdient.“

Insgesamt ist dieses Buch Israel-Interessierten zu empfehlen, die hinter die Kulissen blicken und tiefer in das Land der Bibel eintauchen wollen, das voller Gegensätze steckt. Der sehr persönliche Schreibstil, die kurzen Anekdoten, die bunte Themenmischung bieten ein informatives und zugleich sehr unterhaltsames Lesevergnügen. Schön anzusehen sind außerdem die Fotos von Christian Jungwirth. Zwar kommen die Bilder von Jerusalem, dem Felsendom oder anderen Aufnahmen ohne Lebewesen in schwarz-weiß eher schwach herüber, die Porträts der unterschiedlichsten Menschen hingegen sind wirklich ausdrucksstark.

Wolfgang Sotill: „Israel, 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten“, Styria, 240 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-222-13634-4

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Thu, 20 Feb 2020 15:27:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 20. Februar 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/02/20/nachrichten-vom-20-februar-2020/ Thu, 20 Feb 2020 14:57:00 +0100 <![CDATA[Palästinensischer Premierminister fordert Anerkennung „Palästinas“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/20/palaestinensischer-premierminister-fordert-anerkennung-palaestinas/ Der palästinensische Premierminister Mohammed Schtaje hat sich am Mittwoch in Ramallah mit Vertretern der Europäischen Union getroffen. In einem Gespräch mit dem „Palästina-Beauftragten“ der EU, Sven Kühn von Burgsdorff, forderte er Europa auf, „Palästina“ als Staat anzuerkennen. Dies sei nach Donald Trumps „Deal des Jahrhunderts“ notwendig. Schtaje betonte weiterhin die Bedeutung der Europäer für „Palästina“ auf politischer und entwicklungspolitischer Ebene.

Von: mas

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Thu, 20 Feb 2020 14:43:00 +0100
<![CDATA[Israel und Palästinenser beenden Handelsstreit]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/20/israel-und-palaestinenser-beenden-handelsstreit/ JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Nachdem die Palästinenser das Einfuhrverbot für israelische Kälber am Donnerstag aufgehoben haben, erlaubt nun auch Israel wieder den Import von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus den Palästinensergebieten. Das teilte der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett mit. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit. Möglich wurde die Beilegung des Handelskonflikts durch Gespräche der beiden Seiten. Die israelische Delegation wurde von Landwirtschaftsminister Zachi Hanegbi angeführt.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hatte im Oktober beschlossen, ein Einfuhrverbot für israelische Kälber und Schafe zu erlassen. Die Palästinenserführung teilte als Begründung mit, sie wolle wirtschaftlich von Israel unabhängig werden. Israel befürchtete durch diesen Schritt jedoch einen wirtschaftlichen Schaden für israelische Viehzüchter. Das Verteidigungsministerium sprach daher ein Importverbot für landwirtschaftliche Produkte aus den Autonomiegebieten nach Israel aus. Darauf reagierten wiederum die Palästinenser mit Importverboten auf israelische Produkte wie Obst, Gemüse und Wasserflaschen.

Mit dem beendeten Handelsstreit ist nun auch das internationale Export- und Importverbot für die Palästinenser aufgehoben. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA.

Von: mas

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Thu, 20 Feb 2020 14:38:00 +0100
<![CDATA[Beschwerden in der Armee leicht rückläufig]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/20/beschwerden-in-der-armee-leicht-ruecklaeufig/ Im Jahr 2018 ist die Zahl der Beschwerden von Soldaten über Kommandeure leicht zurückgegangen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht das Armeeprüfers Eitan Dahan hervor. Insgesamt gingen 6.749 Beschwerden ein, zuvor waren es über 7.000. Etwa 61 Prozent davon beurteilten die zuständigen Prüfer als legitim. Die Soldaten beklagten unter anderem, Kommandeure verweigerten Urlaubstage oder medizinische Behandlungen. Auch verletzende Bemerkungen führten zu den Beschwerden. Die Armee teilte mit, sie begrüße die Kritik und bemühe sich weiter darum, Fälle dieser Art einzudämmen.

Von: df

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Thu, 20 Feb 2020 14:17:00 +0100
<![CDATA[Kritik an Berliner Humboldt-Universität]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/20/kritik-an-berliner-humboldt-universitaet/ Der Berliner Beauftragte gegen Antisemitismus, Lorenz Korgel, hat am Montag die Humboldt-Universität für eine Diskussionsrunde mit dem BDS-Verfechter Georg Meggle kritisiert. Die Veranstaltung trug den Titel: „Wer ist Antisemit – eine philosophische Begriffserklärung“. Korgel sagte der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“: „Wenn anti-israelischer Boykott und Delegitimationskampagnen direkt unterstützt werden, ist die Linie zum Israel-bezogenen Antisemitismus überschritten.“ Der ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck bezeichnete die Einladung Meggles als „hochproblematisch“.

Von: tk

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Thu, 20 Feb 2020 14:13:00 +0100
<![CDATA[Israel lockert Gaza-Sanktionen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/20/israel-lockert-gaza-sanktionen/ ERES (inn) – Nach drei Tagen ohne Raketenangriffe hat Israel am Mittwoch Sanktionen für den Gazastreifen wieder gelockert. In diesem Zuge verteilt die zuständige Armeebehörde COGAT 7.000 Einreisegenehmigungen pro Tag für Feldarbeiter und Geschäftsleute. Das ist ein neuer Höchststand seit der Machtübernahme der Terror-Organisation Hamas im Jahr 2007. Zuletzt lag die Zahl bei 5.000. Darüber hinaus dehnte die Armee die Fischereizone wieder auf 15 Seemeilen (knapp 28 Kilometer) aus.

Die Hamas hatte vergangene Woche zugesichert, das Abfeuern von Raketen zu unterbinden. Auch Brandballons sollen nicht mehr auf israelisches Gebiet fliegen. Die Zusage steht im Zusammenhang von Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe. Israel sagte im Gegenzug die Lockerung der Sanktionen zu.

Die Umsetzung zögerte sich jedoch hinaus, da es am Samstag zu einem Raketenbeschuss kam und die Luftwaffe reagierte. Israel macht die Hamas für alle terroristischen Aktivitäten im Gazastreifen verantwortlich. Am Mittwochmittag setzten sich die Kampfhandlungen fort: Nach Angaben der Armee feuerte ein Scharfschütze der Terrorgruppe Islamischer Dschihad auf Soldaten an der Grenze. Es gab keine Berichte über Verletzte. Die Soldaten erwiderten das Feuer. Ob sich der neuerliche Vorfall auf die Grenzpolitik auswirkt, blieb zunächst unklar. Israel hatte am Dienstagabend allerdings erklärt, dass sie Maßnahmen nur gelten, solange Ruhe herrscht.

Von: df

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Thu, 20 Feb 2020 14:07:00 +0100
<![CDATA[Palästinenser bei Zusammenstößen mit palästinensischer Polizei getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/20/palaestinenser-bei-zusammenstoessen-mit-palaestinensischer-polizei-getoetet/ Ein 17-jähriger Palästinenser ist am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen, die er bei gewaltsamen Zusammenstößen mit palästinensischen Sicherheitskräften erlitten hatte. Am Dienstag waren südlich von Dschenin im Westjordanland Feiern nach der Entlassung eines Palästinensers aus israelischer Haft eskaliert, wie palästinensische Medien berichten. Dabei traf eine Kugel den Jugendlichen, Salah Sakarene, an der Brust. Drei weitere Menschen wurden leicht verwundet. Die Palästinensische Autonomiebehörde leitete Untersuchungen zu Sakarenes Tod ein.

Von: eh

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Thu, 20 Feb 2020 13:52:00 +0100
<![CDATA[Saudische Zeitung schreibt über Zusammenarbeit von Muslimbrüdern und Nazis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/20/saudische-zeitung-schreibt-ueber-zusammenarbeit-von-muslimbruedern-und-nazis/ DSCHEDDAH (inn) – Die saudische Tageszeitung „Okaz“ hat am Dienstag einen Artikel über die geschichtlichen Verbindungen der Muslimbruderschaft mit deutschen Nationalsozialisten veröffentlicht. Darüber berichtet die in Washington ansässige Beobachtungsstelle MEMRI. Die mediale Offensive sei Teil einer fortwährenden Eskalation zwischen dem Königreich und der Muslimbruderschaft (MB).

Das Stück trägt die Überschrift: „Die Nazibruderschaft“. Der stellvertretende Chefredakteur Chalid Taschkandi geht darin auf die Verbindungen des Muslimbruderschaft-Gründers Hassan al-Bana zu den Nazis ein: „Al-Bana schlug vor, 50.000 Kämpfer der MB-Organisation in Ägypten und der arabischen Welt zu rekrutieren, damit diese als muslimische Nazis im Zweiten Weltkrieg kämpfen.“ Diese hätten anschließend Seite an Seite mit den Deutschen die Alliierten bekriegt. Al-Bana selbst habe in Kairo für die Nationalsozialisten spioniert.

Das Blatt aus Dscheddah benennt ebenso die Kontakte des Großmuftis von Jerusalem zum Dritten Reich: „Mohammed Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem und der MB-Repräsentant in Palästina, war das Bindeglied, das die Rekrutierung von Arabern organisierte, damit diese unter der Flagge der Nazi-Armee kämpften.“

Die enge Zusammenarbeit von Muslimbrüdern und Nazis ist bekannt. Al-Husseini wurde später SS-General und war ein Freund Heinrich Himmlers. Die im Gazastreifen regierende Terror-Organisation Hamas ist ein Ableger der Muslimbruderschaft. Sie zitiert Al-Bana in ihrer Charta: „Israel wird existieren und wird weiter existieren, bis der Islam es auslöscht, wie er andere vor ihm ausgelöscht hat.“

Von: tk

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Thu, 20 Feb 2020 11:36:00 +0100
<![CDATA[Chefanklägerin Bensouda sprach mit Schtaje]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/20/chefanklaegerin-bensouda-sprach-mit-schtaje/ Die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH), Fatou Bensouda, hat sich mit „Mohammed Schtaje, dem Premierminister von Palästina“, getroffen. Das Gespräch habe am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz stattgefunden, teilte sie am Dienstag mit. Zudem kam sie mit der Staatssekretärin im Auswärtigen Amt in Berlin, Antje Leendertse, zusammen. Deutschland unterstützt Israel mit der Auffassung, es gebe keinen Staat Palästina – und damit auch keine Grundlage für eine IStGH -Rechtsprechung. Bensouda hatte am 20. Dezember bekanntgegeben, dass sie den „Staat Palästina“ anerkenne.

Von: eh

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Thu, 20 Feb 2020 11:10:00 +0100
<![CDATA[„Jede Nacht die Bilder vor Augen“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/19/jede-nacht-die-bilder-vor-augen/ Nachum Rotenberg ist während des Welt-Holocaust-Forums in die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem gekommen, um zu erinnern. Im Einzelgespräch berichtet er auf Hebräisch von seinen Erlebnissen. 1928 als Sohn einer Bäckerfamilie im polnischen Lodz geboren, wuchs er unter harten Umständen im Ghetto auf.

Doch schon vorher erlebte er Diskriminierung: „Ich ging in eine Schule, auf der es neben den christlichen Polen auch viele Juden gab“, erzählt der 91-Jährige den Menschen, die es hören wollen. „Antisemitismus hat es bereits vor dem Krieg gegeben. In der Schule prüften die Lehrer immer unsere Fingernägel. Und wenn da Dreck drunter war, bekamen wir Juden einen Schlag auf die Finger, die Christen blieben verschont.“

Einmal habe ihm eine Lehrerin einen Zettel geschrieben. „Sie war eine tolle Frau, ich weiß nicht, ob sie Christin oder Jüdin war. Sie schrieb meiner Mutter, dass ich immer mein Butterbrot auf dem Stuhl liegen lassen würde. Ich hatte einfach keinen Hunger. Also gab ich es Jurek, meinem Banknachbarn. Der nahm es dankbar an. Mit der Besatzung der Deutschen von Polen im September 1939 durften wir Juden auch nicht mehr zur Schule gehen. Alle Volksdeutschen sollten sich melden. Einmal sah ich Jurek wieder. Er trug das Hakenkreuz und als ich ihn grüßte, rief er mir ‚Heil Hitler‘ zu. Dann wandte er sich von mir ab, als würde er mich nicht kennen.“

„Ich habe starke Zweifel, ob es einen Gott gibt. Wenn es einen Gott gäbe, wie kann er so etwas Schreckliches zulassen? Warum?“

Der Mann mit den kurzen weißen Haaren erzählt in knappen Sätzen: „1944 wurden wir abgeholt. Wir sollten zum Arbeiten kommen. Geld und alle Wertsachen sollten wir mitnehmen. Man nahm uns alles sofort ab. Als wir in Auschwitz ankamen, wurden mein Bruder und ich von meinen Eltern getrennt. Wir wussten, man würde sie zum Krematorium führen. Wir hatten keine Zeit, uns von ihnen zu verabschieden.“ Rotenberg guckt fassungslos: „Es war fürchterlich: Hunde bellten, die deutschen Soldaten brüllten, die abgeführten Menschen schrien. Die Menschen wurden verbrannt, es stank fürchterlich und die Asche hing dunkel am Himmel.“ Nach einer Pause fährt Rotenberg fort: „Wir schrien das ‚Schma Israel‘, doch nichts geschah. Kein Feuer, das vom Himmel fiel und die Nazis zum Stoppen brachte. Ich habe starke Zweifel, ob es einen Gott gibt. Wenn es einen Gott gäbe, wie kann er so etwas Schreckliches zulassen? Warum?“

Eine Arbeit zum Tod

Der sechs Jahre ältere Bruder Schmulik wurde zum Arbeiten in den Steinbruch geschickt. Nachum selbst meldete sich als Koch: „Sie fragten, ob es Köche unter uns gäbe. Alle meldeten sich, sie brauchten aber nur zwei. Sie wollten die nehmen, die am wenigsten wogen. Ich hatte Glück. Sie nahmen mich, weil ich nur 28 Kilogramm wog. Der andere wog 29 Kilogramm. Ich wusste, dass mein Körper zu schwach sein würde, um viel Essen aufzunehmen. Der andere aß viel. Er bekam Durchfall und starb noch in der selben Nacht.“

Rotenberg stützt sich auf seinen Stock, sein Blick schweift in die Ferne, doch wenn er erzählt, ist er konzentriert: „Schmulik wurde krank, er hatte Staub in den Lungen vom Steinbruch. Er bekam nichts zu essen, wir hatten keine Kleidung und keine Heizung. Irgendwann beschlossen die Deutschen, dass sie uns zum Arbeiten in Deutschland brauchten. Sie waren stark unter Druck. Sie hatten noch nicht einmal mehr Zeit, uns zu tätowieren.“ Rotenberg lächelt kaum merklich. „Deshalb habe ich keine Nummer am Arm.“

Nur wenige Wochen später, noch vor dem Winter 1944, wurden die Brüder nach Ahlem bei Hannover verlegt. Dort war ein Außenlager des bei Hamburg gelegenen KZ Neuengamme. „Schmulik war so schwach, er kam sofort ins Revier.“ Rotenberg spricht Hebräisch, doch an dieser Stelle benutzt er den alten deutschen Begriff für die Krankenstation. „Kurze Zeit später starb er. Wie bei so vielen war die offizielle Todesursache eine Grippe. Doch wir alle wussten, dass es der Staub in den Lungen von der Arbeit im Steinbruch war.“

Neues Leben in Israel

Rotenberg selbst konnte in der Wäscherei arbeiten. „Das war eine viel leichtere Arbeit als die im Steinbruch.“ Wann er aus Ahlem befreit wurde? Genau wisse er das nicht mehr, es müsse aber nach dem Pessachfest 1945 gewesen sein: „Da gab es eine Familie mit vier Kindern, bei denen wir feiern konnten. Ich erinnere mich, dass wir jemanden vor die Tür schickten, damit wir nicht entdeckt würden.“ Und dann kam die Befreiung: „Die Gestapo und SS waren schon geflohen. Mit einem Mithäftling floh ich. Wir suchten solange, bis wir in einem Stall eines deutschen Bauern unterkamen. Als die Deutschen hörten, dass der Krieg zu Ende ist, schlachteten sie ein Schwein. Aber ich konnte nichts davon essen. Nicht etwa aus religiösen Gründen. Ich war zu schwach und habe das Fett einfach nicht vertragen. Einen Tag später brachten uns die Amerikaner in das Heidehaus, ein Krankenhaus.“ Freuen konnte er sich nicht: „Meine ganze Familie war doch tot.“

1946 wanderte Rotenberg ins damalige Mandatsgebiet Palästina ein. Heute lebt er in Ramat Gan, nahe Tel Aviv. Er hat zwei Kinder, sechs Enkel und zwei Urenkel. Seine Tochter Sari ist 1966 geboren. Sie hat ihren Vater in die Gedenkstätte begleitet und erzählt nun selbst: „Lange habe ich nichts über die Geschichte meines Vaters gewusst. Ich habe immer nur schlimme Geschichten über die Deutschen gehört. Erst vor 15 Jahren fing er an zu erzählen. Bis heute fällt es mir schwer, nach Deutschland zu fahren.“ Bei aller Abneigung gegen Deutsche spricht sie jedoch mit Respekt von der heutigen Generation in Deutschland: „Inzwischen hat mein Vater richtig gute Freunde in Hannover. Die rufen ihn zum Schabbat an, haben ihm auch schon oft finanziell ausgeholfen.“ Und was wohl am wichtigsten ist: „Sie haben dafür gesorgt, dass Schmulik einen echten Grabstein in Hannover bekam. Den sucht mein Vater regelmäßig auf.“

1975 fuhr er zum ersten Mal wieder nach Deutschland, um in Berlin am Prozess gegen den Lagerältesten Heinrich Johann Wexler auszusagen. „Ich wollte mich an ihm rächen. Er hatte so viele Menschen auf dem Gewissen!“ Heute fährt er nach Deutschland, um jungen Menschen von seinen Erlebnissen zu berichten. Er hat sie auch schriftlich festgehalten: „Ich habe jede Nacht die Bilder vor Augen“ – so lautet der Titel des Büchleins, das in der Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem veröffentlicht wurde.

Die Zahl der Zeitzeugen wird auch in Israel immer kleiner, im Jahr 2019 sind 14.800 von ihnen gestorben. Noch gibt es Überlebende und noch bleibt Zeit, ihnen zuzuhören. Zusammen mit seinem Sohn fährt Rotenberg am 1. Mai wieder nach Neuengamme, um dort mit Interessierten seine Geschichte zu teilen.

Von: mh

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 1/2020 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Wed, 19 Feb 2020 13:08:00 +0100
<![CDATA[Besonders viele Wehrdienstabbrecher in Sderot]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/19/besonders-viele-wehrdienstabbrecher-in-sderot/ SDEROT (inn) – Rekruten aus der Kleinstadt Sderot in der Nähe des Gazastreifens brechen besonders häufig ihren Wehrdienst ab. In vielen Fällen sind posttraumatische Störung die Ursache. Dieses Problem war Thema eines Treffens zwischen Vertretern von Armee und Stadtverwaltung in der vergangenen Woche.

Demnach beendeten 28 Prozent der jungen Männer und Frauen aus Sderot ihren Militärdienst vor dem eigentlichen Abschluss. Die Zeitung „Yediot Aharonot“ bezeichnet sie als „Kassam-Generation“. Denn seit 20 Jahren leidet Sderot unter palästinensischen Angriffen aus dem Gazastreifen, mit Mörsergranaten, Kassam-Raketen, in jüngster Zeit auch mit Branddrachen oder Sprengstoffballons. Das wirkt sich auf die Psyche der Israelis aus, die dort aufwachsen.

Bei dem Treffen ging es um Wege, um mit der Herausforderung umzugehen. Demnach sollen die Schüler ab dem 11. und damit vorletzten Schuljahr auf das vorbereitet werden, was sie beim Wehrdienst erwartet. Ein Vorschlag war, dass der Lehrer die Klasse nach dem Erstbescheid zum Militär begleitet. Zudem sollen die Verantwortlichen nach der Rekrutierung von Anfang an darauf achten, ob ein Wehrdienstleistender unter posttraumatischen Störungen leidet. Auch soll ein besonderer Referent für das Thema ernannt werden. Bürgermeister Alon Davidi dankte den Armeevertretern für ihre Bereitschaft, in die Stadt zu kommen und sich über die Probleme zu informieren.

Von: eh

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Wed, 19 Feb 2020 10:11:00 +0100
<![CDATA[Israelnetz baut um]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/02/18/israelnetz-baut-um/ Facebook, dann werden Sie nichts verpassen.]]> Tue, 18 Feb 2020 17:17:00 +0100 <![CDATA[Universität entschuldigt sich für „Palästina“-Karte]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/18/universitaet-entschuldigt-sich-fuer-palaestina-karte/ Die arabische Al-Quds-Universität in Jerusalem hat sich am Samstag nach Protesten für eine Landkarte entschuldigt, die nur den Gazastreifen und das Westjordanland als „Palästina“ ausweist. Etliche Palästinenser sahen darin eine Ähnlichkeit zu den Vorschlägen von US-Präsident Donald Trump in seinem Friedensplan. Palästinenser veröffentlichen häufig Karten, in denen das gesamte Gebiet vom Mittelmeer bis zum Jordan als „Palästina“ deklariert wird. Die öffentliche Universität teilte mit, sie befürworte ein „Palästina vom Fluss bis zum Meer“.

Von: tk

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Tue, 18 Feb 2020 14:57:00 +0100
<![CDATA[Bahrain verurteilt Mann, der israelische Flagge verbrannte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/18/bahrain-verurteilt-mann-der-israelische-flagge-verbrannte/ MANAMA (inn) – Ein bahrainisches Gericht hat einen Mann, der eine israelische Flagge verbrannte, zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Oberste Gericht lehnte seine Berufung ab. Der Verurteilte hatte im vergangenen Mai eine illegale pro-palästinensische Demonstration organisiert. Zusammen mit zehn anderen Menschen habe er mehrere Zugangsstraßen zum Dorf Abu Saiba blockiert, indem er Feuer legte. Anschließend habe er eine israelische Flagge verbrannt, berichtet die Nachrichtenagentur „Middle East Eye“ unter Berufung auf die bahrainische Zeitung „Al-Bilad“.

Lokale Nachrichtenquellen berichten über kritische Kommentare von Bahrainern in Sozialen Medien. Dutzende äußerten dort den Verdacht, ihre Regierung wolle sich mit Israel gut stellen. Obwohl in der arabischen Welt bisher nur Jordanien und Ägypten diplomatische Beziehungen zu Israel pflegen, ist in den vergangenen Jahren eine stete Annäherung der Golfstaaten an den jüdischen Staat zu beobachten. Im Juli des vergangenen Jahres hatte es das erste offizielle Treffen der Außenminister von Israel und Bahrain, Israel Katz und Chaled Bin Ahmad al-Chalifa, gegeben.

Al-Chalifa sagte der Onlinezeitung „Times of Israel“ 2019: „Israel ist ein Land der Region und es ist natürlich da, um zu bleiben.“ Einem israelischen Fernsehsender sagte der Außenminister: „Israel ist historisch ein Teil des Erbes dieser Region. Also hat das jüdische Volk einen Platz unter uns.“

Von: tk

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Tue, 18 Feb 2020 14:39:00 +0100
<![CDATA[Hamas lobt verstorbenen Attentäter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/18/hamas-lobt-verstorbenen-attentaeter/ Die Hamas hat am Montag einen verstorbenen Palästinenser für dessen Schussangriff auf Israelis gelobt. Die Armee hatte den Leichnam des 51-Jährigen im Zentrum des Westjordanlandes entdeckt. Nach ihren Angaben handelt es sich um den Attentäter, der am 6. Februar nahe der Siedlung Dolev in Samaria das Feuer auf Soldaten eröffnete und einen am Kopf verletzte. Die Israelis schossen auf ihn und begannen eine Verfolgungsjagd. Die Hamas würdigte den Attentäter als „Märtyrer Palästinas“. Er sei Allahs Ruf gefolgt, nachdem er die „Schussoperation gegen die Soldaten der Besatzung ausgeführt hatte“.

Von: eh

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Tue, 18 Feb 2020 14:32:00 +0100
<![CDATA[Kanaanitischer Tempel freigelegt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/18/kanaanitischer-tempel-freigelegt/ LACHISCH (inn) – Israelische und amerikanische Archäologen haben die Überreste eines kanaanitischen Tempels freigelegt. Das gab die Hebräische Universität in Jerusalem am Montag bekannt. An der Stätte in der antiken Stadt Lachisch finden sich Spuren der Verwüstung. Nach Ansicht der Forscher entstanden diese während der in der Bibel beschriebenen Landnahme unter Josua.

Die Ausgrabungen leiteten der Israeli Josef Garfinkel und Michael Hasel von der Southern Adventist University in Tennessee. Sie gaben an, erstmals liege den Archäologen ein symmetrischer Bau aus der kanaanitischen Zeit in dieser Größe vor. Die Wissenschaftler machten an den baulichen Überresten zwei Zeiten mit größeren Zerstörungen aus: Mitte des 13. und Mitte des 12. Jahrhunderts vor Christus. Offen bleibe die Frage, auf welche der biblische Bericht in Josua 10,31 f. zutrifft.

Altes Schriftzeichen

Zu den Funden in Lachisch zählt auch eine Tonscherbe mit dem hebräischen Buchstaben Samech. Es handelt sich nach einem Bericht der Zeitung „Jerusalem Post“ um den ältesten Beleg für dieses Schriftzeichen. Hinzu kommen Artefakte aus Gold und kultische Figuren, die den von den damaligen Völkern als Gottheit verehrten Baal zeigen.

Nach Ansicht Garfinkels belegen die Funde auch eine weitere biblische Notiz: Die im Zweiten Chronikbuch (11,5–10) beschriebene Befestigung von 15 Städten unter König Rehabeam, dem Enkel von König David. Unter den Städten war auch Lachisch. Erste Untersuchungen der 1929 entdeckten archäologischen Stätte konnten dies so nicht bestätigen. Daher kamen Zweifel an der Genauigkeit des biblischen Berichtes auf. Doch Garfinkel gelang es, Befestigungen aus besagter Zeit zu finden.

Von: df

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Tue, 18 Feb 2020 14:09:00 +0100
<![CDATA[Ehemaliger Spion fleht um israelische Hilfe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/18/ehemaliger-spion-fleht-um-israelische-hilfe/ Ein Libanese, der für den Geheimdienst Mossad die Terror-Miliz Hisbollah ausspionierte, bittet derzeit vergeblich um die Hilfe Israels. Die Onlinezeitung „Times of Israel“ gibt ihm das Pseudonym Benjamin Philip. Nach zwei Jahren in Hisbollah-Haft und mehreren Jahren Flucht sucht Philip Asyl in Europa. Israel verweigere ihm eine Aufnahme und antworte weder auf E-Mails noch auf Anrufe. Der Libanese sagt: „Ich weiß, sie denken, ich bin nur ein dummer Araber. Aber ich habe noch immer eine israelische Flagge zu Hause. Ich liebe Israel.“ Im Libanon erwarte ihn jahrzehntelange Haft.

Von: tk

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Tue, 18 Feb 2020 12:07:00 +0100
<![CDATA[Hidschab-Trägerin macht Karriere bei der israelischen Polizei]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/18/hidschab-traegerin-macht-karriere-bei-der-israelischen-polizei/ JERUSALEM (inn) – Erstmals erhält eine Muslima mit Hidschab den Rang eines Leutnants bei der israelischen Polizei. Sabrin Sa'adi stammt aus einer traditionell muslimischen Familie in einer nordisraelischen Beduinenstadt.

Nach eigenen Angaben hat sie wegen der Laufbahn Drohungen aus ihrer religiösen Gemeinschaft erhalten. Doch sie habe keine Furcht, sagte sie der Zeitung „Yediot Aharonot“. „Ich fürchte nur Allah.“

Der Sprecher von Premier Benjamin Netanjahu, der für Arabisch zuständig ist, Ofir Gendelman, beglückwünschte die junge Polizistin. Er schrieb am Montag auf Twitter: „Ich teile immer gern Geschichten über arabische Israelis, weil ihre Geschichten in den internationalen Medien selten gehört werden. Gratulation an Oberfeldwebel Sabrin Sa’adi, eine Polizeioffizierin, die Hidschab trägt und die Leutnant bei der israelischen Polizei wird!“

Das US-Journal „The Algemeiner“ weist darauf hin, dass die israelische Polizei 2016 eine Sondereinheit eingerichtet hat, um die Sicherheit in den arabischen Gemeinden zu verbessern. Seitdem hätten sich als 600 Araber und 55 Araberinnen eingeschrieben. Zudem seien 80 neue Polizeistationen im arabischen Sektor eingerichtet worden.

Von: eh

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Tue, 18 Feb 2020 11:56:00 +0100
<![CDATA[Abbas telefoniert mit Merkel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/18/abbas-telefoniert-mit-merkel/ Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat in einem Telefonat mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag seinen Widerstand gegen den US-Friedensplan bekräftigt. Er plädierte für eine internationale Friedenskonferenz als Alternative. Zudem dankte er Deutschland für die finanzielle Unterstützung. Merkel betonte, Deutschland setze sich für eine Zwei-Staaten-Lösung ein.

Von: df

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Tue, 18 Feb 2020 11:19:00 +0100
<![CDATA[Neues Israelnetz Magazin beleuchtet Kennzeichnung von Siedlungsprodukten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/02/17/neues-israelnetz-magazin-beleuchtet-kennzeichnung-von-siedlungsprodukten/ Die Mitgliedsländer der Europäischen Union sollen laut Gerichtsbeschluss Produkte aus israelischen Siedlungen besonders kennzeichnen. Hintergründe zu dieser Problematik beleuchtet das Israelnetz Magazin in seiner neuen Ausgabe 1/2020. In der Zeitschrift erfahren Sie außerdem, wo sich die wichtigsten Grabstätten jüdischer Propheten befinden und was Pilger mit ihnen verbinden. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

Von: inn

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Mon, 17 Feb 2020 16:54:00 +0100
<![CDATA[Schtaje bekräftigt Ablehnung des US-Friedensplans]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/17/schtaje-bekraeftigt-ablehnung-des-us-friedensplans/ MÜNCHEN (inn) – Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mohammed Schtaje, seine Abneigung gegenüber dem neuen Nahostfriedensplan wiederholt. Der Plan von US-Präsident Donald Trump werde sehr bald beerdigt, sagte er am Sonntag in einer Diskussionsrunde, die sich mit „Palästina“ befasste.

Einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ zufolge kritisierte der Fatah-Politiker, dass der zukünftige palästinensische Staat zerstückelt und „ohne Souveränität“ sein solle. Gleichzeitig könne Israel nach dem Friedensplan große Teile des Westjordanlandes annektieren. Schtaje rief andere Länder auf, den Vorschlag abzulehnen. Dabei betonte er, dass die Palästinenser offen seien für „ernsthafte“ Verhandlungen.

Ferner kündigte Schtaje an, die Palästinenser wollten den Druck auf Israel durch internationale Organisationen erhöhen. In diesem Zusammenhang verwies er auf die „Schwarze Liste“, auf der 112 Firmen aufgezählt werden, die Handel mit israelischen Siedlungen betreiben. Der UN-Menschenrechtsrat hatte sie in der vergangenen Woche veröffentlicht.

Schtaje thematisierte auch die Knessetwahlen am 2. März. Dazu merkte er an, der Unterschied zwischen Oppositionsführer Benny Gantz und Premier Benjamin Netanjahu sei „nicht größer als der Unterschied zwischen Coca-Cola und Pepsi-Cola“.

Sarif kritisiert „Dämonisierung“ des Iran

Auf der internationalen Konferenz in München kam auch der iranische Außenminister Dschavad Sarif zu Wort. Er sprach 40 Minuten auf Englisch und griff vor allem die USA an, wie das Magazin „Politico“ berichtet. „Europa muss bereit sein, nass zu werden, wenn es gegen den gefährlichen Strom des US-Alleingangs schwimmen will“, rief er die europäischen Länder zum Widerstand gegen die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika auf.

In seiner Rede betonte Sarif, dass der Iran ein Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverteidigung habe. „Die Vereinigten Staaten haben uns nie vergeben, dass wir unser Recht auf Selbstbestimmung ausgeübt haben“, sagte er. „Als Folge waren wir lange das Ziel einer ungesunden Fixierung, sagen wir einer Besessenheit, die bis zum heutigen Tag andauert. Die Dämonisierung meines Landes ist zu einem bequemen Kreuz geworden, das sieben amerikanische Präsidenten in Folge trugen, und zu einer noch bequemeren Nebelwand, hinter der sich Amerikas regionale Kunden verstecken können.“

Sarif warf den USA vor, die iranische Regierung stürzen zu wollen. Sie schickten Militär 10.000 Kilometer weit in den Nahen Osten, um diesen zu destabilisieren. Als Beispiele nannte er amerikanische Aktionen im Irak und in Syrien. Zudem kritisierte der iranische Minister die amerikanische Unterstützung für den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman nach dem Mord an dem Journalisten Dschamal Chaschoggi.

Die Münchner Sicherheitskonferenz begann in diesem Jahr am vergangenen Freitag und ging am Sonntag zu Ende. Mehr als 450 Meinungsführer aus aller Welt nahmen daran teil, unter ihnen waren Staatsoberhäupter und Minister, aber auch führende Vertreter aus Wirtschaft, Medien, Forschung und Zivilgesellschaft. Zu den Teilnehmern zählten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Von: eh

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Mon, 17 Feb 2020 15:13:00 +0100
<![CDATA[Massengebet an der Klagemauer]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/17/massengebet-an-der-klagemauer/ JERUSALEM (inn) – Hunderte Menschen haben am Sonntag an der Jerusalemer Klagemauer wegen des Coronavirus' für China gebetet. Zuvor hatte der Oberrabbiner der Stadt Safed, Schmuel Elijahu, zum Massengebet an der heiligsten Stätte des Judentums aufgerufen. Die Chinesen sollten wissen, dass das jüdische Volk an sie denkt und für sie betet, sagte der Rabbi.

Wie die Zeitung „Times of Israel“ berichtet, waren fast 1.000 Menschen dem Aufruf zum Gebet gefolgt, darunter auch mehrere chinesische Staatsbürger. Neben hebräischen Gebeten wurde ein Gebet auch auf Mandarin gesprochen.

Infizierte Israelis bleiben in japanischem Krankenhaus

Unter den Betenden war auch der Israeli Raphael Dahan, dessen Eltern sich an Bord der „Diamond Princess“ befinden. Das Kreuzfahrtschiff liegt seit fast zwei Wochen im Hafen der japanischen Stadt Yokohama in Quarantäne. Von den mehr als 3.700 Passagieren sind über 350 mit dem Virus infiziert, unter ihnen auch drei Israelis. Sie befinden sich zur Behandlung in einem Krankenhaus. Zwölf weitere israelische Touristen, die keine Symptome aufweisen, sind noch an Bord. Die Quarantäne-Zeit endet am Mittwoch.

Israel bereitet sich nun darauf vor, diese nicht infizierten Staatsbürger von Bord zu holen. Die USA haben bereits am Sonntag Hunderte bislang nicht infizierte US-Bürger mit Hilfe des japanischen Militärs abgeholt. Etwa 40 Amerikaner sind infiziert und bleiben in Krankenhäusern in Japan.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagte bei der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag: „Diejenigen, die nicht infiziert sind, kommen nach Israel in Quarantäne. Diejenigen, die infiziert sind, bleiben in Absprache mit der japanischen Regierung dort. Wir haben einen Arzt geschickt, der ihnen hilft. Natürlich beten wir für das Wohlergehen aller.“

Quarantäne für Heimkehrer aus Thailand

Das israelische Gesundheitsministerium hat zudem am Sonntag die Quarantäne-Regelungen verschärft. Israelis, die aus Thailand, Hongkong, Singapur und Macau zurückkehren, müssen zwei Wochen lang isoliert werden. Von der Maßnahme ist auch der Oberrabbiner von Jerusalem, Schlomo Amar, betroffen, der derzeit Singapur besucht. Bislang galt die Quarantäne-Regelung nur für Rückkehrer aus China.

Die israelische Fluggesellschaft El Al hat derweil die Anzahl ihrer Flüge nach Bangkok um die Hälfte reduziert. Ziele in China fliegt El Al gar nicht mehr an. Ausländer, die sich kürzlich in China aufgehalten haben, dürfen aktuell nicht nach Israel einreisen.

Weltweit wurden laut Bundesgesundheitsministerium bislang 71.710 Menschen mit dem Coronavirus gemeldet, davon sind 1.775 Menschen verstorben. Die meisten leben oder lebten in China.

Von: dn

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Mon, 17 Feb 2020 14:08:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Gefangener mit elf Handys im Bauch gefasst]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/17/palaestinensischer-gefangener-mit-elf-handys-im-bauch-gefasst/ Ein palästinensischer Sicherheitsgefangener ist vergangene Woche beim Versuch erwischt worden, elf Handys in das Megiddo-Gefängnis im Norden Israels zu schmuggeln. Die Geräte sowie 15 SIM-Karten befanden sich in drei Paketen im Bauch des Fatah-Mitglieds, teilten israelische Behörden am Sonntag mit. Durch ein Magnetometer und anschließende Röntgenaufnahmen wurde der Schmuggel festgestellt. Laut der Behörden waren die Handys „dazu gedacht, terroristische Aktivitäten außerhalb der Gefängnismauern zu lenken“. Der Gefangene kam in Einzelhaft.

Von: mab

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Mon, 17 Feb 2020 12:01:00 +0100
<![CDATA[Großmufti verbietet Mitarbeit an US-Friedensplan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/17/grossmufti-verbietet-mitarbeit-an-us-friedensplan/ Der Großmufti von Jerusalem, Muhammad Hussein, hat ein religiöses Gutachten zum Nahostfriedensplan von US-Präsident Donald Trump veröffentlicht. Darin heißt es laut der Organisation „Palestinian Media Watch“: „Wer an dem Deal mitarbeitet, verrät Allah, seinen Propheten, die gesegnete Al-Aqsa-Moschee, Jerusalem und Palästina.“ Der Plan stehle Jerusalem seinen rechtmäßigen Eigentümern. „Wer diese ungerechte Aggressivität plant oder willentlich unterstützt oder dazu schweigt, verdient es, von Allah, seinen Engeln und allen Menschen verflucht zu werden“, ergänzte der Großmufti.

Von: eh

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Mon, 17 Feb 2020 11:52:00 +0100
<![CDATA[Amazon in der Kritik]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/02/17/amazon-in-der-kritik/ Das Online-Versandhaus Amazon steht in der Kritik, weil es Bestellungen ab einem Wert von 49 Dollar kostenfrei nach Israel liefert – Ortschaften in Judäa und Samaria eingeschlossen. Benachbarte palästinensische Ortschaften müssen hingegen Versandkosten bezahlen, wenn sie als Adresse „Palästinensische Autonomiegebiete“ angeben. Nennen sie jedoch Israel als Land, profitieren sie ebenfalls und die Waren werden kostenfrei zugestellt. Der kostenlose Versand nach Israel ab einem bestimmten Bestellwert ist Teil einer Werbeaktion zum Start von Amazon in Israel im vergangenen November.

Von: dn

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Mon, 17 Feb 2020 11:29:00 +0100
<![CDATA[„Das Schmierentheater muss enden“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/17/das-schmierentheater-muss-enden/ Israelnetz: Herr Becker, Sie sind Bürgermeister und Stadtkämmerer in Frankfurt am Main, Antisemitismusbeauftragter der Hessischen Landesregierung und neuerdings Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Wie schaffen Sie das alles?

Uwe Becker: Dazu gehört eine strenge Disziplin, ein gutes Maß an Organisation von Terminen und inhaltlichen Fragen und eine Begeisterung für die Themen, um die ich mich in den unterschiedlichen Rollen kümmere. Dann passt das über sieben Tage 24 Stunden.

Sie haben ja auch noch Kirchen als Thema Ihrer kommunalpolitischen Arbeit.

Genau. Es ist eine der Facetten, die gerade auch dieses gesamtgesellschaftliche Wirken ausmachen, und insofern haben sich immer auch die Themen zueinander gefügt. Deshalb sehe ich das alles immer auch als Gesamtwerk meiner Aufgabe.

Wie kaum ein anderer deutscher Politiker treten Sie für Israel ein. In Frankfurt haben Sie ein Verbot der anti-israelischen Boykottbewegung BDS initiiert und 2017 auch durchgesetzt. Woher rührt Ihr Engagement für den jüdischen Staat?

Das Engagement setzt sich aus drei Säulen zusammen: Die eine Säule ist das Bewusstsein, in der jüdischsten Stadt in Deutschland zu leben, in der jüdisches Leben immer schon Teil der Identität der Stadt war und ist. Frankfurt ist eng verbunden mit Tel Aviv, damit sind frühe Begegnungen mit Israel entstanden. Mein erster Besuch war 2004, eine offizielle Delegationsreise. Dabei habe ich mich in Land und Leute verliebt. Ich begann, mich stark fürs Kulturelle, Geschichtliche, Politische zu interessieren. So sind die Dinge zusammengekommen und haben dazu beigetragen, dass ich mich diesem Engagement nicht nur verpflichtet fühle, sondern innerlich sehr stark das Bewusstsein habe, mich für dieses Miteinander auch einzusetzen.

Nur wenige politisch Verantwortliche positionieren sich so klar zugunsten Israels wie Sie. Stoßen Sie in Ihrer eigenen Partei auf Widerstand?

Nicht auf Widerstand, das nicht. Sicherlich teilen nicht alle die Begeisterung im vollen Umfang, aber es gibt ein gemeinsames Einstehen für Israel quer durch die eigene Partei. Das gilt aber auch für die übrigen, zumindest mal demokratischen Parteien, auch da wieder in Abstufungen. Aber ich bin mit meinen Positionen noch nie auf Widerstand gestoßen, sondern allenfalls auf ein Nachfassen und Nachfragen, weil ich die Position sehr pointiert vertrete. Ich erachte es für wichtig, dass man da auch eine klare Sprache spricht und nicht, wenn es um das Bekenntnis zu einem befreundeten Land geht, allzu diplomatische Floskeln wählt.

Was tun Sie, um andere von Ihrer Haltung zu überzeugen?

Ich versuche, Menschen davon zu überzeugen, überhaupt mal nach Israel zu reisen. Denn meine Erfahrung ist, dass all das, was man hier aufnimmt, was man hier liest, lernt, in den Medien anschaut, nicht das wirkliche Wahrnehmen der Situation vor Ort ersetzt. Wenn ich es hinbekomme, Menschen nach Israel zu führen, kann ich sie oft viel klarer mit der Situation vor Ort konfrontieren, von den Sicherheitsaspekten bis hin zur israelischen Küche. Das alles so aufzunehmen, gelingt eben nicht über Bücher, das gelingt nur durch einen Besuch. Aber auch, wenn das nicht möglich ist, versuche ich, Menschen mit meiner Überzeugung ein Stück weit anzustecken und Neugier zu wecken, Fragezeichen erstmal dort entstehen zu lassen, wo vorher Urteile oder Vorurteile waren, und darin auch immer wieder nicht nachlassen. Das halte ich für das Entscheidende. Viele haben mit vielen Themen zu tun, und dann reicht nicht immer der Fokus, um zumindest Interesse zu wecken und zu versuchen, das richtige Israelbild zu zeigen.

Interessanterweise haben fast alle Menschen eine Meinung zum Nahostkonflikt, auch wenn sie sich gar nicht damit auskennen. Das ist bei anderen Themen nicht so. Wie ging es Ihnen, als Sie das erste Mal wieder aus Israel zurück waren und dann wieder die deutschen Medienberichte gelesen oder vielleicht mal in ein Schulbuch geschaut haben?

Man stellt schon fest, dass es ein sehr weites Auseinanderklaffen gibt, allein schon in den Überschriften. Häufig fehlt es Journalisten sicher an Zeit, wenn sie sich nicht speziell mit Israel befassen, die Komplexität der Situation überhaupt in Zeilen zu bringen. Dann begrenzt es sich eben auf ein sehr oberflächliches und damit häufig sehr falsches Bild, und es fällt umso mehr auf, je häufiger man vor Ort ist, wie weit die Realität und das Bild hier in Deutschland auseinanderfällt. Das finde ich besonders bedauerlich, weil sich das umgekehrte Bild, was Israelis von Deutschland haben, inzwischen in der Regel positiv verhält. Daher muss das eher negative bis neutrale Image, das Israel in Deutschland hat, dazu führen, dass sich noch viel mehr Menschen engagieren und sich aufmachen, das wirkliche Bild Israels hier in Deutschland zu zeigen.

Wer sich offen zugunsten Israels positioniert, bekommt oft zu hören, er ignoriere das Leid der Palästinenser. Wie reagieren Sie auf solche Kritik?

Ich sage, dass der größte Teil der Palästinenser – Kinder, Frauen, Männer – sich genauso wie alle anderen Menschen auf der Welt ein Leben in Frieden, Freiheit, Wohlstand, Sicherheit wünscht, und dass ich mir das auch für die Menschen dort wünsche. Aber aus meiner Sicht ist die Situation nun einmal nicht zuvorderst durch die israelische Politik dort bestimmt. Die Hamas trägt Verantwortung für das Leben im Gazastreifen. Die Menschen erhalten eben nicht die Mittel, die ja in Dollar und Euro überwiesen werden. Vieles fließt in Terrorinfrastruktur, was man in soziale Infrastruktur stecken könnte.

Die Palästinensische Autonomiebehörde finanziert mit vielen Mitteln eben auch Terror, begünstigt Terrorfamilien mit Rentenprogrammen, macht damit den Terror lukrativ. Das sind alles Mittel, die, wenn sie anständig eingesetzt würden, das Leiden von Palästinenserinnen und Palästinensern verringern würden. Klar würde ich mir ein noch mutigeres Umgehen der israelischen Regierung mit dem Friedensprozess an der einen oder anderen Stelle wünschen. Das blende ich nicht aus, blende aber auch die Gesamtsituation nicht aus. Man muss klar benennen, dass es nicht zuvorderst israelische Politik ist, sondern das Unvermögen, die Korruption und der Terror, den die korrupte Führung der Hamas letztlich den eigenen Menschen antut, maßgeblich mitverantwortlich dafür ist.

Im Februar 2018 haben Sie in Tel Aviv mit drei weiteren Bürgermeistern eine Koalition gegen Hass ins Leben gerufen. Diese richtet sich auch gegen BDS. Welche Pläne hat diese Allianz?

Wir wollen, dass dort, wo die Menschen leben, also in Städten, Kreisen und Gemeinden, alles unternommen wird, um gegen Hass, Antisemitismus und eben gerade auch gegen BDS einzustehen. Ziele sind dabei, aufzuklären, Programme zu initiieren, die schon früh Menschen sensibilisieren für alle Formen von Menschenfeindlichkeit, aber ganz besonders Judenfeindlichkeit angesichts des wachsenden Antisemitismus. Die Koalition will dafür sorgen, dass sich Kommunalpolitiker in aller Welt für ein gutes Miteinander einsetzen und gegen jegliche Form von Hass, Rassismus, Antisemitismus, BDS einstehen. Dazu gehört auch die Aufklärung darüber, was BDS eigentlich ist – da diese Gruppierung es nach wie vor sehr gut versteht, die eigene Zielsetzung hinter der Fassade von einer Menschenrechtsorganisation zu verbergen.

Eine Menschenrechtsorganisation, die dafür gesorgt hat, dass 500 Palästinenser ihre Arbeitsplätze bei SodaStream verloren haben, weil die Firma umgezogen ist.

Genau, oder eben in anderen Städten, in denen sie Palästinensern, die eine Chance sehen würden auf Wohlstand, auf ein ordentliches Leben, diese Perspektive rauben, weil sie blind Strukturen zerstören, von denen im Moment auch ein großer Teil von Palästinenserinnen und Palästinensern wirtschaftlich abhängig ist.

In Deutschland gibt es viele Diskussionen darüber, ab wann Kritik an Israel antisemitisch ist. Wo setzen Sie hier die Grenze?

Für mich verläuft die Grenze dort, wo die Diskussion nach anderen Standards läuft, als sie bei jedem anderen Land der Welt angelegt werden. Die Israelis sind zuvorderst diejenigen, die über die eigene Politik und die eigene Regierung am stärksten diskutieren. Jetzt gibt es demnächst die dritte Wahl, daran ist abzulesen, wie politisch es dort zugeht. Im Gazastreifen und im Westjordanland hat es insgesamt noch keine drei Wahlen gegeben. Ohne dass das jetzt das Musterbeispiel ist, sieht man, wie politische Diskussion laufen können.

Man kann sich auch in Deutschland über Regierungspolitik in Israel auseinandersetzen. Aber sehr häufig wird eben nicht über konkrete Regierungspolitik diskutiert, sondern unter Israelkritik nimmt man ein ganzes Land und damit auch die Bevölkerung in Gänze in Haftung. Oft wird das eingeleitet mit der Diskussion darüber, dass man ja nochmal darüber reden darf. Da verlaufen für mich die Linien, wo aus einer Kritik an konkreten Regierungsentscheidungen ein Antizionismus und damit letztlich auch ein Antisemitismus wird.

Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, warum überhaupt so viele so oft über Israel diskutieren wollen. Denn das tut man ja in aller Regel über andere Länder auch nicht. Insofern ist dieser Ansatz, auch über Israel diskutieren zu wollen, bei vielen schon ein Indiz dafür, dass man sich nicht über reine Politik unterhält, sondern über viel mehr, und dann eine Stellvertreterdebatte entflammt.

Also eher so: Niemand sagt, ich fahre nicht nach Marokko, weil es die Westsahara illegal okkupiert hat?

Genau. Oder eine Diskussion über die Krim nehme ich auch in Deutschland kaum wahr. Aber man diskutiert jede Woche oder jeden zweiten Tag an irgendeiner Stelle im Land über Israel. Und sehr häufig sind es auch sehr ähnliche Persönlichkeiten, die da einen Wanderzirkus im Land veranstalten und überall als Referenten auftreten – immer mit der Aussage: Man wird ja mal diskutieren dürfen, und das findet fast das ganze Jahr über statt. Auch das zeigt, dass es häufig um mehr geht als nur um konkrete politische Entscheidungen Israels, über die man eben einmal diskutieren will.

Viele Menschen aus Ländern wie Syrien oder dem Irak sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen. In ihrer Heimat wurden sie zum Hass gegen Israel und Juden erzogen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, bei solchen Migranten ein Umdenken zu bewirken?

Wir müssen diesen Menschen vermitteln, dass zur Zugehörigkeit zu unserem Land Offenheit und Freiheitsrechte gehören sowie ein besonderer Bezug zum Staate Israel. Diese Menschen können ja erstmal nichts dafür, dass sie vom Kindergarten über die Schule vermittelt bekommen haben, dass Juden des Teufels und israelische Juden ebenso des Teufels sind. Hier gilt es, diesen häufig sehr jungen Menschen aufzuzeigen, was Israel aus unserer Sicht ausmacht, was es bedeutet, wofür die deutsche Staatsräson steht und auch einfach schlichtweg jüdisches Leben nahezubringen, von dem diese Menschen in aller Regel nur in Feindbildern, bis hin zu „Al-Dschasira“, erfahren haben.

Da gilt es an einer Reihe von Stellen die Vermittlung im Bereich von Bildung, zu verstärken, dass aufgezeigt wird, wie Juden in Deutschland leben, was sie dazu beigetragen haben, dass sich dieses Land so positiv hat entwickeln können, und wie jüdisches Leben ausschaut. Ich glaube, der Bildungsauftrag dort ist ein anderer, aber ein nicht minder großer, weil er gerade diese Generation berührt, die ja auch wieder Kinder haben wird. Damit entscheidet sich die Frage, ob sich dieser Gedanke fortpflanzt oder ob eine neue Generation mit einem anderen Bild von Juden und einem anderen Bild von Israel aufwächst. Da haben wir einiges zu tun.

Im Dezember hat Deutschland eine gegen Israel gerichtete UN-Resolution abgelehnt, was sonst nicht oft geschieht. Wenn Deutschland eine „besondere Verantwortung“ für Israel hat, sollte es dann nicht viel öfter aus dem EU-Konsens ausscheren, wenn es um anti-israelische Abstimmungen geht?

Ja, sollte es, wobei ich mich eher dafür aussprechen würde, dass Deutschland sich stärker dafür einsetzen sollte, dass Europa insgesamt diese Diffamierungskampagne gegen Israel nicht mehr mitmacht. Dann lieber mal eine Resolution, die im Text schwieriger klingt, aber mit einem deutlichen europäischen Nein versehen, als eine abgemilderte Resolution, an der man auch noch mitgewirkt hat, die aber am Ende nichts anderes bedeutet als eine Diffamierung Israels.

Eine überschaubare Zahl von Ländern bringt regelmäßig Resolutionen auf den Weg, mit dem einzigen Ziel, Israel an den Pranger zu stellen. Dieses Schmierentheater muss dadurch beendet werden, dass man sich mit diesen Fragen gar nicht mehr auseinandersetzt, sondern diese Resolutionen schlichtweg ablehnt. Und damit ein sehr deutliches deutsches wie auch europäisches Statement setzt und sagt: Es ist Schluss mit der fortlaufenden Diffamierung Israels. Das heißt nicht, dass man bei den UN nicht über Fragen des Nahen Ostens diskutieren kann und auch Resolutionen verfasst.

Das heißt, Deutschland sollte gleich sagen: Es ist uns völlig egal, wie diese Resolution noch geändert wird, wir stimmen dagegen.

Richtig. Ich glaube, das wird man vielleicht an der einen oder anderen Stelle, wenn es konkrete Anlässe gibt, nochmal differenzierter betrachten müssen, aber die Fortführung dieses Theaters braucht ein energisches deutsches Nein. Damit wäre dann auch das, was dort beschlossen wird, nicht mit der Wertigkeit versehen, die es heute hat. Eine Enthaltung kann ja noch so gedeutet werden, dass Deutschland mit der einen oder anderen Resolution leben kann. Deswegen wünschte ich mir da ein häufigeres Nein Deutschlands.

Zwei Oppositionsparteien im Bundestag fallen derzeit mit pro-israelischen Anträgen auf: Die AfD hat etwa im Juni ein Verbot der Hisbollah gefordert. Die FDP wiederum macht sich dafür stark, dass Deutschland die gesamte Miliz als Terrorgruppe behandelt. Wie bewerten Sie diese Vorstöße?

Bevor ich zur inhaltlichen Bewertung komme, will ich klar sagen, dass ich das bei der AfD als reine Alibiaktivitäten sehe. Die möchten sich eine Maske von Israel- und Judenfreundlichkeit aufsetzen, während sie den Boden für Antisemitismus bereiten in diesem Land, wie das keine andere Partei im Deutschen Bundestag tut. Insofern muss man unterscheiden zwischen dem, was eine AfD macht und dem, was eine FDP macht.

Inhaltlich bin ich klar der Auffassung, dass man die Hisbollah in Deutschland insgesamt verbieten muss. Die Initiative, die jetzt beschlossen worden ist im Bundestag, ist ein wichtiger richtiger Schritt. Ich glaube, er muss tatsächlich zu einem gänzlichen Verbot führen, weil man nicht zwischen einem politischen Arm und einem terroristischen militärischen Arm unterscheiden kann. Es ist eine Organisation, und die ist hochgradig terroristisch ausgerichtet. Da dürfen auch keine Rücksichtnahmen auf diplomatische Gesprächswünsche in Richtung Libanon im Weg stehen. Eine klare Abgrenzung ist nötig, und die muss in ein Verbot der Hisbollah münden.

In Israel gibt es keine Partei, die einen militärischen Flügel hat.

Nein, und ich sage, auch wenn das Äpfel und Birnen sind, immer: Man stelle sich einmal vor, man würde bei der NSDAP zwischen der Partei und der SA trennen und sagen, das eine sind die Bösen – und was wären denn dann die anderen? Bei der Hisbollah versucht man aus den Gründen der Gesprächsfähigkeit in Richtung Libanon, eine künstliche Unterscheidung zu vollziehen. Aber die führt dazu, dass man unterm Strich organisiertes Verbrechen und Terrorismus zumindest in der operativen Weise mit möglich behält, obwohl mit einem klaren Verbot die Dinge richtig zu regeln wären.

Wann steht Ihre nächste Israelreise an?

Die nächste steht Mitte Februar an. Dort führe ich eine Delegation von Kommunalpolitikern zur internationalen Kommunalkonferenz nach Tel Aviv. Und im Mai ist dann wieder das Board of Governors der Tel Aviver Universität, dem ich angehöre.

Können Sie überhaupt noch sagen, wie oft Sie schon im Land waren?

(lacht) Ich habe nach der 20. Reise irgendwann aufgehört zu zählen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Elisabeth Hausen

Eine Kurzfassung dieses Interviews finden Sie in der Ausgabe 1/2020 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Mon, 17 Feb 2020 11:26:00 +0100
<![CDATA[Syrisches Parlament verurteilt armenischen Völkermord]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/14/syrisches-parlament-verurteilt-armenischen-voelkermord/ Das syrische Parlament hat am Donnerstag einstimmig den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich anerkannt und verurteilt. Den Antrag stellte die Syrisch-Armenische Parlamentariergruppe. Der syrische Botschafter in Armenien, Mohammad Hadsch Ibrahim, sagte, die Nachfolger der damaligen Täter begingen heute das gleiche Verbrechen an Syrern. Damit bezog er sich auf türkische Militäraktionen in Syrien. Das türkische Außenministerium kritisierte die Entscheidung: „Dies ist ein Bild der Heuchelei von einem Regime, das jahrelang jegliche Art von Massaker an seinem eigenen Volk verübt hat.“

Von: eh

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Fri, 14 Feb 2020 14:48:00 +0100
<![CDATA[Mit Technologie aus Israel gegen Wassermangel in Gaza]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/02/14/mit-technologie-aus-israel-gegen-wassermangel-in-gaza/ ABASAN AL-KABIRA (inn) – Das israelische Unternehmen Watergen, das Wasser aus Luft gewinnt, hat seine Technologie im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals im Gazastreifen eingesetzt. Ein Wassergenerator erzeugt dort sauberes Trinkwasser, das in dem Küstenstreifen Mangelware ist.

Der Generator wurde am Mittwoch in der Stadt Abasan al-Kabira im südlichen Gazastreifen eingeweiht. Das Gerät vom Typ „Gen-M“ kann bis zu 800 Liter Wasser pro Tag produzieren. Dieses wird aus der natürlichen Luftfeuchtigkeit gewonnen: Die Maschine kühlt die Luft, wodurch Wasser entsteht. Das wird dann verschiedenen Behandlungen zur Reinigung sowie einem Mineralisierungsprozess unterzogen. Zum Arbeiten benötigt der Generator lediglich Strom. Für eine nachhaltige Energieversorgung ist er mit Sonnenkollektoren ausgestattet.

Die Geräte „Gen-M“ eignen sich für den Gebrauch im Innen- und Außenbereich. Sie können mit einem kleinen Lastkraftwagen unkompliziert zum Einsatzort transportiert werden. Besonders geeignet sind sie für Büros, Krankenhäuser oder Schulen. Im Einsatz sind die Generatoren von Watergen unter anderem in den USA, in Russland, Costa Rica, Kolumbien, Usbekistan, Vietnam, Indien, Indonesien sowie in zahlreichen afrikanischen Ländern. Auch im Palast des Prinzen Albert II. von Monaco ist ein Wassergenerator von Watergen in Betrieb.

Arava-Institut: „Vertrauen aufbauen und Hoffnung wiederherstellen“

Das Pilotprojekt im Gazastreifen ist eine Kooperation von Watergen, dem israelischen Arava-Institut für Umweltstudien, der palästinensischen Organisation Damour, die sich für die Entwicklung der Gemeinden einsetzt, und der Stadt Abasan al-Kabira. In einer Erklärung von Watergen heißt es dazu: „Als Reaktion auf unsere Überzeugung, dass jeder Mensch, unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Religion, ein Grundrecht auf sauberes Trinkwasser hat, helfen wir einigen Nachbarn Israels, Zugang zu Süßwasser zu erhalten – einer Ressource, an der es im Gazastreifen mangelt."

Laut dem Direktor des Arava-Instituts, David Lehrer, zeige die Einführung von Watergen im Gazastreifen, „dass Palästinenser und Israelis mehr können, als sich gegenseitig anzugreifen". Er fügte hinzu: „Wir können stattdessen zusammenarbeiten, um das Leben zu verbessern, humanitäre Probleme zu lösen, Vertrauen aufzubauen und die Hoffnung wiederherzustellen.“

Das Wasserproblem im Gazastreifen

Im Gazastreifen haben nur etwa zehn Prozent der rund 1,9 Millionen Palästinenser Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein Aquifer, das die Menschen jahrzehntelang mit Wasser versorgte, wurde überbeansprucht und durch illegale Brunnenbohrungen mit Salzwasser aus dem Meer vermischt und so weitestgehend zerstört. Zudem gelangen Dünger und Abwasser ungefiltert ins Grundwasser und machen es ungenießbar. Israel beliefert das Gebiet zwar mit Wasser, kann jedoch nicht den gesamten Bedarf decken. Dem Wassermangel wird zudem durch Entsalzungsanlagen entgegengewirkt.

Von: dn

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Fri, 14 Feb 2020 14:40:00 +0100
<![CDATA[„Keine Kindersoldaten mehr in Gaza“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/02/14/keine-kindersoldaten-mehr-in-gaza/ JERUSALEM (inn) – Weltweit gibt es mehr als 300.000 Kindersoldaten in 20 verschiedenen Ländern. Nach Schätzungen werden davon jährlich 10.000 in Lagern der Hamas ausgebildet. Um auf deren missliche Lage aufmerksam zu machen, hat sich die aus mehreren Organisationen bestehende Koalition zur Rettung palästinensischer Kindersoldaten gegründet. Diese veranstaltet vom 18. bis 21. Februar eine weltweite Solidaritätswoche. In deren Rahmen werden an verschiedenen internationalen Campussen Protestveranstaltungen stattfinden.

Zusätzlich wenden sich die Initiatoren in einem offenen Brief an das Europäische Parlament und die US-Kinderfürsorge. Darin fordern sie eine Verurteilung des Einsatzes von palästinensischen Kindern als Soldaten. „Seit Jahrzehnten nehmen Kinder die Rolle von Kämpfern, menschlichen Schutzschilden, Randalierern, Arbeitern oder Selbstmordattentätern ein“, heißt es in dem Brief. Ihre Kindheit werde durch schwere Verletzungen, Gefangenschaft oder den Tod „verkürzt“. So seien schätzungsweise 160 Kinder beim Graben von Terrortunneln nach Israel gestorben.

In dem Brief werfen die Organisationen der Weltgemeinschaft weiterhin eine mangelnde Bereitschaft vor, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dieser fehlende Einsatz habe Organisationen wie die Hamas, die Fatah oder den Islamischen Dschihad nur weiter bestärkt.

Kritik an UN-Institutionen

Der Brief zitiert ebenfalls eine Studie aus dem Jahr 2016. Diese ergab, dass viele von der US-Regierung genehmigte Schulbücher des Flüchtlingshilfswerks UNRWA Kinder für den Kampf gegen Israel begeisterten. Im Brief werden ebenfalls „aufhetzende und gewalttätige Kindersendungen“ in den Palästinensergebieten kritisiert, die „zum Dschihad und Terrorismus aufrufen“. Das müsse aufhören, fordert die Koalition der Organisationen.

Die Organisation „NGO Monitor“ wirft derweil dem UN-Menschenrechtsausschuss vor, Beweise für die Ausbeutung von Kindern im Gazastreifen auf ein Minimum reduziert zu haben oder bewusst die Präsentation von Beweisen verhindert zu haben. „NGO Monitor“ kritisiert zudem das Desinteresse von UNICEF an der Situation der palästinensischen Kinder.

Von: mas

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Fri, 14 Feb 2020 14:38:00 +0100
<![CDATA[Ein Fünftel der deutschen Professoren sieht Ablehnung Israels als Meinungsfreiheit]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/14/ein-fuenftel-der-deutschen-professoren-sieht-ablehnung-israels-als-meinungsfreiheit/ Ein Fünftel der deutschen Hochschullehrer tut sich offenbar schwer mit der Existenz des Staates Israel. Das geht aus einer Umfrage hervor, bei der das Institut für Demoskopie Allensbach um die Jahreswende Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten in Deutschland online befragt hat. Die entsprechende Frage lautete: „Was sollte an einer Universität erlaubt sein?“ Die Antwort „Israel als Staat ablehnen“ bejahten 20 Prozent der Dozenten.

Von: eh

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Fri, 14 Feb 2020 14:33:00 +0100
<![CDATA[Spielbergs Firma verfilmt Roman über Nahostkonflikt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/02/14/spielbergs-firma-verfilmt-roman-ueber-nahostkonflikt/ UNIVERSAL CITY (inn) – Die Produktionsfirma von Steven Spielberg hat sich die Filmrechte an einem Roman über den israelisch-palästinensischen Konflikt gesichert. Dieser erscheint am 25. Februar unter dem Titel „Apeirogon“ bei Random House. Autor ist Colum McCann, der aus der irischen Hauptstadt Dublin stammt und in New York lebt.

In dem Roman geht es um einen israelischen und einen palästinensischen Vater. Jeder von ihnen hat im Konflikt eine Tochter verloren. Aus ihrer Trauer heraus werden sie gemeinsam aktiv.

Die Produktionsfirma „Amblin Partners“ kann sich gerade über drei Oscars für den Film „1917“ freuen. Nun macht sie sich an die Verfilmung eines Romans, den die Zeitung „New York Times“ vorab zu einem der am meisten erwarteten Bücher des Jahres 2020 gekürt hat. Der Autor hat bereits mehrere internationale Bestseller verfasst, seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Unter anderem stammt „Transatlantik“, ein Roman über die Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert, aus seiner Feder. Sein Buch „Zoli“ widmet sich einer Roma, die sich während des Holocaust in den Wäldern um Bratislava versteckt und dadurch überlebt.

Autor: „Apeirogon“ bei Spielbergs Firma in guten Händen

McCann reagierte erfreut darauf, dass die Firma seinen neuen Roman verfilmen will: „Steven Spielberg und seine Firma haben immer an der vordersten Front des Geschichtenerzählens gewirkt“, zitiert ihn der „Hollywood Reporter“. Ihre Arbeit werde von einer tiefen moralischen Besorgnis angetrieben. „Sie gehen an den Kern der Themen unserer Zeit. Ich bin entzückt, dass die Geschichte von Rami und Bassam in ihren Händen sein wird. Das Wort ‚apeirogon‘ bezeichnet eine Form mit einer abzählbar unendlichen Anzahl von Seiten, und wenn einer die nahezu unendlichen Formen und Nuancen unserer Zeit erfassen kann, dann ist es das Team Amblin.“

Produktionschef Holly Bario sagte am Dienstag: „Colum ist einer der besten Autoren unserer Zeit. ‚Apeirogon‘ präsentiert einen Meister auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Colum hat Menschlichkeit in ihrer rohesten, wirklichsten und ergreifendsten Form eingefangen.“

Von: eh

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Fri, 14 Feb 2020 11:54:00 +0100
<![CDATA[Pompeo kritisiert Vereinte Nationen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/14/pompeo-kritisiert-vereinte-nationen/ Die „Schwarze Liste“ zeige die „anti-israelische Voreingenommenheit“ der Vereinten Nationen. Das erklärte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag. Er sei „empört“, dass eine solche Liste veröffentlicht wurde. Weiterhin forderte er alle UN-Mitgliedsstaaten auf, „die diskriminierende Boykottkampagne“ gegen Israel abzulehnen. Unterdessen kündigten israelische Siedler an, eine Klage gegen die UN vorzubereiten. Der Vorsitzende des Regionalrats von Samaria, Jossi Dagan, bezeichnete die UN als eine „antisemitische und heuchlerische Organisation“, die Israel schaden wolle.

Von: mas

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Fri, 14 Feb 2020 11:43:00 +0100
<![CDATA[„Ein Tag in der Knesset“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/14/ein-tag-in-der-knesset/ Eine neue Folge der Sendung „Israelnetz TV – die Doku“ ist am Samstag um 16 Uhr auf Bibel TV zu sehen. Israelnetz und Moderator Doron Schneider besuchen die Knesset in Jerusalem. Hier gibt es zahlreiche Kunstwerke wie die Chagall-Teppiche, die Erlebnisse aus biblischer und moderner Zeit des jüdischen Volkes zeigen. Wir erfahren zudem etwas über die Geschichte des Gebäudes – dessen Name sich aus der Bibel ableitet. Und wir sprechen mit einer Ministerin über die Herausforderungen in der israelische Politik. Bisherige Sendungen finden Sie in der Bibel TV-Mediathek sowie auf unserer Homepage.

Von: dn

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Fri, 14 Feb 2020 10:07:00 +0100
<![CDATA[Ultra-orthodoxe Israelin gewinnt Halbmarathon]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2020/02/13/ultra-orthodoxe-israelin-gewinnt-halbmarathon/ Die 30-Jährige Israelin Beatie Deutsch hat den 18. Miami-Halbmarathon in einer Zeit von 1:16:40 Stunden gewonnen. Für die ultra-orthodoxe Jüdin und Mutter von fünf Kindern war es der erste Wettkampf in ihrem alten Heimatland. 2009 wanderte sie von New Jersey nach Israel aus. Ihr nächstes sportliches Ziel sind die Olympischen Spiele in Tokia. Dort möchte sie Israel im Marathon vertreten. Zum Problem für die religiöse Frau könnte aber der Starttermin, ein Samstag, werden. Die Schabbatregeln würden ihr eine solche Teilnahme verbieten.

Von: mas

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Thu, 13 Feb 2020 15:16:00 +0100
<![CDATA[Facebook sollte Hanan Aschrawi sperren]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/02/13/facebook-sollte-hanan-aschrawi-sperren/ Eine Beobachtung von Ulrich W. Sahm]]> „Am Sonntag löschte Facebook ein Posting der ‚Jüdischen Rundschau‘, einer von Rafael Korenzecher herausgegebenen liberal-konservativen jüdischen Zeitung. In dem Posting schreibt ein Autor der Zeitung darüber, dass der Begriff ‚Palästinenser‘ keine historischen Wurzen habe, sondern erst unter PLO-Chef Yassir Arafat aus politischen Gründen für die in der Westbank, im Gaza-Streifen, in Israel und Jordanien lebenden Araber geprägt worden sei.“ Das war am Sonntag auf der Seite „Tichys Einblick“ zu lesen.

Weiter hieß es: „Facebook stufte die kurze Darstellung als ‚Hassrede‘ ein. Eine nähere Begründung erhielt die ‚Jüdische Rundschau‘ dafür nicht. Der Chefredakteur der ‚Jüdischen Rundschau‘, Simon Akstinat, teilte mit, sein Blatt prüfe derzeit, ob es gegen Facebook wegen der Löschung klagen werde.“

Wenn diese Behauptung schon als „Hassrede“ gilt, dann sollte auch die Chefpropagandistin der Palästinenser, Hanan Aschrawi, gesperrt werden. In einem mitgeschnittenen Interview fragten wir sie, warum die Palästinenser sich nicht an Regeln halten, wie sie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgezwungen worden seien. Weil Deutschland den Weltkrieg angezettelt und dann verloren habe, wurde in Jalta von den Siegermächten beschlossen, Deutschland dafür mit Verzicht auf deutsche Territorien zu strafen. So fiel Königsberg an die Russen, Schlesien und Danzig an die Polen und weitere Gebiete gingen an Tschechien. Wir meinten, dass die Palästinenser doch mehrere Kriege verloren hätten. Wieso sie deshalb nicht einfach verzichten und Israel wenigstens sein Staatsgebiet ab 1948 zugestehen könnten.

Aschrawi antwortete, dass die Palästinenser noch nie einen Krieg verloren hätten. Wir hakten nach und erwähnten Israels Unabhängigkeitskrieg von 1948. Da behauptete sie: „1948 gab es noch keine Palästinenser.“

Da laut palästinensischer Propaganda schon Frauen des palästinensischen Tamimi-Clans, Vorfahren der Ikone Ahed Tamimi, im Garten Eden Zeugen waren, wie Eva Adam mit einem Apfel verführte, oder nach Angaben des palästinensischen Gouverneurs von Nablus Jesus der „erste Palästinenser“ war, hatte Aschrawi eine sehr gewagte Äußerung gemacht: Historisch völlig korrekt behauptete sie, dass es „Palästinenser“ erst seit 1968 gebe, als nämlich Arafat eine neue Version der Charta der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) formulierte und dabei die Araber im Gebiet des britischen Mandatsgebietes als „Palästinenser“ bezeichnete.

Vergleich mit Kurden und Katalonen

Jeder Sprachwissenschaftler oder wohl auch Völkerrechtler dürfte bestätigen, dass es ein Volk erst gibt, wenn es auch einen Namen hat. Das gilt auch für Deutschland. Niemand würde behaupten, dass es „Bundesbürger“ vor 1949 gab. Genauso ist es absurd, von „Israelis“ vor der Gründung des Staates im Jahr 1948 zu reden. Und gleichzeitig würde niemand behaupten, dass es die Menschen, die heute das Volk ausmachen, vorher nicht gegeben hätte. Sie trugen halt einen anderen Namen oder waren als separates Volk noch nicht in die Geschichte eingegangen.

Ein anderes Beispiel: Die Türkei versucht die Kurden zu negieren, obgleich sie ein uraltes und seit Jahrhunderten bekanntes Volk mit eigener Sprache und Kultur sind. Ankara bezeichnet sie entweder als „Türken“ oder als „Bergtürken“. Laut Völkerrecht, was immer das ist, steht ihnen bis heute kein eigener Staat zu. Ähnliche Probleme empfinden die spanischen Katalonen.

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Thu, 13 Feb 2020 14:26:00 +0100
<![CDATA[UN veröffentlichen „Schwarze Liste“ mit Unternehmen in israelischen Siedlungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/02/13/un-veroeffentlichen-schwarze-liste-mit-unternehmen-in-israelischen-siedlungen/ GENF / JERUSALEM (inn) – In einer am Mittwoch veröffentlichten Liste nennt das UN-Menschenrechtsbüro 112 Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu israelischen Siedlungen unterhalten. Die entsprechenden Firmen hätten „besondere Bedenken bezüglich der Menschenrechte“ ausgelöst, teilte das Büro in Genf mit. Die Fertigung dieser Liste sei auf eine spezifische Resolution des UN-Menschenrechtsrats von 2016 zurückzuführen.

Demnach sind 94 der Unternehmen in Israel ansässig, die restlichen 18 verteilen sich auf die USA, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Thailand und Luxemburg. Viele der gelisteten Firmen, wie Airbnb, Expedia oder TripAdvisor, arbeiten im Tourismussektor. Andere stammen aus der Bau- oder Wirtschaftsbranche, aber auch der Sicherheitstechnikhersteller Motorola Solutions ist betroffen.

Das UN-Menschenrechtsbüro betonte, dass die Liste die geschäftlichen Aktivitäten explizit nicht als „illegal“ brandmarken würde. Auch ziehe sie keine juristischen Konsequenzen nach sich, sagte ein Sprecher der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.

Palästinenser feiern „Sieg für das Völkerrecht"

Genau diese fordert nun aber der palästinensische Premierminister Mohammed Schtaje. Die Veröffentlichung der Liste „ist ein Schritt zur Aufdeckung von Siedlungen und den Versuchen, sie zu legalisieren“, sagte er gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA. Nun müssten die Unternehmen ihre Niederlassungen in „den illegalen israelischen Siedlungen“ schließen, da diese gegen internationales Recht verstießen. Als Alternative schlägt Schtaje den Firmen vor, ihre Sitze in Städte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu verlegen. Er kündigte zeitgleich an, „eine Entschädigung für die illegale Nutzung unseres besetzten Landes“ zu fordern.

Auch der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, fand lobende Worte und sieht in der Liste die Chance, „internationales Recht wiederherzustellen“. Als einen „Sieg für das Völkerrecht“ bezeichnete der palästinensische Außenminister, Riad al-Maliki, die 112 Firmen umfassende Datenbank.

„Anti-israelische Linie des Menschenrechtsrates“

In Israel ist die Empörung dagegen groß. „Mit der Veröffentlichung dieser Liste hat die UN-Hochkommissarin jegliche Glaubwürdigkeit und Fähigkeit verloren, Menschenrechte in unserer Region zu fördern“, teilte die diplomatische Vertretung Israels in Genf, am Sitz des UN-Menschenrechtsbüros, mit. Diese Entscheidung werde schwerwiegende Folgen für die Beziehung Israels zum UN-Menschenrechtsbüro haben.

Außenminister Israel Katz bezeichnete die Liste als „eine beschämende Kapitulation vor dem Druck von Ländern und Organisationen, die daran interessiert sind, Israel zu schaden“. Die Entscheidung, die „anti-israelische Linie des Menschenrechtsrates fortzusetzen“, sei ein Makel für den UN-Menschenrechtsrat. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, die Zusammenarbeit mit dem Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, vorerst zu beenden. „Jeder, der uns boykottiert, wird selbst boykottiert.“

Auch die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, kritisierte den Menschenrechtsrat auf Twitter scharf: „Die UNO hat heute einen neuen Tiefpunkt erreicht, indem sie ihre antisemitische schwarze Liste von Unternehmen veröffentlicht hat, die angeblich an israelischen Siedlungsaktivitäten beteiligt sind. Der Zeitpunkt, nachdem die USA einen Friedensplan veröffentlicht haben, ist bestenfalls hinterhältig und manipulativ. Beschämend."

Derweil versucht Bachelet die Gemüter zu besänftigen. Ihr sei bewusst, dass dieses Thema sehr umstritten ist. Dennoch sei sie mit dem Bericht zufrieden, weil dieser auf Fakten basiere und die Anfrage des UN-Menschenrechtsrates erfülle.

Von: mas

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Thu, 13 Feb 2020 13:54:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 13. Februar 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/02/13/nachrichten-vom-13-februar-2020/ Thu, 13 Feb 2020 13:39:00 +0100 <![CDATA[Drei israelische Familien eröffnen Kampagne]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/13/drei-israelische-familien-eroeffnen-kampagne/ Die Familien von Oron Schaul, Hadar Goldin und Avera Mengistu eröffnen am Wochenende eine Kampagne, um auf das Schicksal der drei Israelis aufmerksam zu machen. Schaul und Goldin fielen 2014 im Gazastreifen. Ihre Leichen und der Zivilist Mengistu befinden sich in den Händen der Hamas. Die Kampagne in den Sozialen Medien und mittels Plakaten soll bis zu den Knessetwahlen am 2. März währen. Am 26. Februar ist eine Großveranstaltung in Be’er Scheva geplant. Die Kampagne steht unter dem Hashtag „#Hifsaknu_lischtok“ – „Wir haben aufgehört_zu schweigen“.

Von: eh

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Thu, 13 Feb 2020 13:21:00 +0100
<![CDATA[Gegen Kennzeichnung von Siedlungsprodukten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/02/13/gegen-kennzeichnung-von-siedlungsprodukten/ Zwei Organisationen schließen sich im Kampf gegen die Kennzeichnung von Siedlungsprodukten in der Europäischen Union zusammen: „The Lawfare Project“ und die „Israel Allies Foundation“. Ihnen stehen insgesamt fast 1.400 Juristen zur Verfügung. Der Direktor von „The Lawfare Project“, Brooke Goldstein, sagte, der Europäische Gerichtshof habe „eine Büchse der Pandora von unbeabsichtigten Folgen für den weltweiten Handel geöffnet“. Der Präsident der „Israel Allies Foundation“, Josh Reinstein, erwartet von der Partnerschaft einen Politikwandel gegen den „antisemitischen Gerichtsbeschluss“.

Von: eh

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Thu, 13 Feb 2020 11:19:00 +0100