Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 18 Sep 2019 07:32:27 +0200 <![CDATA[Gantz knapp vor Netanjahu – oder beide gleichauf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/17/gantz-knapp-vor-netanjahu-oder-beide-gleichauf/ JERUSALEM (inn) – Bei den 22. Knessetwahlen zeichnet sich das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Um 22 Uhr veröffentlichten drei israelische Sender ihre ersten Prognosen. Der Likud von Premier Benjamin Netanjahu und Blau-Weiß von Benny Gantz erhielten der Rundfunkanstalt „Kan“ zufolge je 32 Mandate. Andere Prognosen sprechen von 34 oder 33 Sitzen für Blau-Weiß und 33 oder 31 für den Likud.

Auf Platz 3 liegt die arabische „Vereinigte Liste“ mit 11 bis 13 Sitzen. Darauf folgen Israel Beiteinu (8–10), Schass (8–9), das Vereinigte Tora-Judentum (8), Jamina (6–8), die Arbeitspartei (5–6) und das Demokratische Lager (5–6). Die radikale Kleinpartei Otzma Jehudit ist an der 3,25-Prozenthürde gescheitert.

Eine Regierungsbildung ist derzeit weder im rechten Lager noch im Mitte-Links-Lager möglich. Die absolute Mehrheit liegt bei 61 Sitzen. Der Likud und seine möglichen Koalitionspartner kämen laut „Kan“-Prognose auf 56 Mandate, Blau-Weiß und die möglichen Partner samt der „Vereinigten Liste“ auf nur 54. Sollte sich die Partei des ehemaligen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman, Israel Beiteinu, einem der beiden Lager anschließen, hätte dieses eine absolute Mehrheit.

Ein erstes vorläufiges Endergebnis ist nicht vor Donnerstag zu erwarten. Denn die Stimmen der Briefwahl und der Soldaten werden erst später ausgezählt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 69,4 Prozent – und damit anderthalb Prozentpunkte höher als bei den vorigen Wahlen im April.

Von: eh

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Tue, 17 Sep 2019 21:53:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu und Gantz gleichauf, leichte Vorteile für Blau-Weiß]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/17/netanjahu-und-gantz-gleichauf-leichte-vorteile-fuer-blau-weiss/ Bei den 22. Knessetwahlen zeichnet sich das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Der Likud von Premier Benjamin Netanjahu und Blau-Weiß von Benny Gantz erhielten ersten Prognosen des israelischen Rundfunkanstalt „Kan“ zufolge je 32 Mandate. Andere Prognosen sprechen von 34 oder 33 Sitzen für Blau-Weiß und 33 oder 31 für den Likud. Auf Platz 3 liegt die arabische „Vereinigte Liste“ mit 11 bis 13 Sitzen. Darauf folgen Israel Beiteinu (8–10), Schass (8–9), das Vereinigte Tora-Judentum (8), Jamina (6–8), die Arbeitspartei (5–6) und das Demokratische Lager (5–6).

Von: eh

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Tue, 17 Sep 2019 21:16:00 +0200
<![CDATA[Israelischer Milchspender bereichert deutsche Starbucks-Filialen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/09/17/israelischer-milchspender-bereichert-deutsche-starbucks-filialen/ BERLIN / HERZLIA (inn) – Die amerikanische Kaffeekette Starbucks arbeitet bei ihrem deutschen Ableger jetzt mit der israelischen Firma Milkit zusammen. Das in Herzlia ansässige Unternehmen hat einen Milchspender entwickelt, der bei der täglichen Arbeit Zeit spart und den Verlust von Flüssigkeit minimiert.

Die Fähigkeiten des Spenders, der mit einem 10 bis 14 Liter großen Milchbeutel arbeitet und so umweltbewusst Verpackungen einspart, testete Starbucks in den vergangenen vier Monaten in Geschäften in München und Hamburg. In der vergangenen Woche kam es dann laut des Wirtschaftsmagazins „Calcalist“ zur Abmachung, dass das Milkit-System in 140 Geschäften in Deutschland in den nächsten zwei Jahren installiert werden soll.

Das Start-up Milkit gibt es seit 2014. Sein Milchspender erlaubt es Mitarbeitern, mit drei verschiedenen Knöpfen die Milch genau zu dosieren. Bis heute hat die Firma rund 1,5 Millionen Dollar durch Investoren eingesammelt. Milkit zählt das Carleton-Hotel in Tel Aviv und das Schokoladenunternehmen Max Brenner zu seinen Kunden. Laut Milkit konnten die Starbucks-Geschäfte in Deutschland im Probelauf ungefähr 8 Prozent des Milchverbrauchs einsparen.

Von: mm

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Tue, 17 Sep 2019 16:01:00 +0200
<![CDATA[Persönliche Daten fast aller Bürger Ecuadors im Netz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/17/persoenliche-daten-fast-aller-buerger-ecuadors-im-netz/ QUITO (inn) – Durch ein Datenleck sind persönliche Informationen über fast die gesamte ecuadorianische Bevölkerung an die Öffentlichkeit gelangt. Die israelischen Sicherheitsforscher Noam Rotem und Ran Locar haben die Datenbank vor zwei Wochen entdeckt und ihren Fund mit der Technikseite „ZDnet“ geteilt. Diese berichtete am Montag ausführlich. Rotem und Locar arbeiten für die israelische Webseite „vpnMentor“, die es sich zur Aufgabe macht, virtuelle Netzwerke auf ihre Sicherheit zu prüfen.

Auf dem Server befanden sich demnach Datensätze von 20,8 Millionen Menschen bei einer ecuadorianischen Gesamtbevölkerung von lediglich 16,6 Millionen. Die Differenz erklären die Autoren durch teilweise doppelte Zählung und Daten verstorbener Personen.

Keiner bleibt verschont

Der Großteil der Informationen scheint aus dem staatlichen Zivilregister zu stammen. Einsehbar sind Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse, Familienstatus, Ausweisnummer, Beruf, Telefonnummer und Bildungsstatus der Betreffenden. Dazu gehören auch der Präsident des Landes, Lenín Moreno, sowie der Mitinitiator der Enthüllungsplattform „WikiLeaks“, Julian Assange, der in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl gesucht und die Staatsbürgerschaft bekommen hatte. Von den „gläsernen Bürgern“ sind 6,77 Millionen Kinder. Die Daten sind auf dem aktuellen Stand von 2019. „ZDnet“ hat die Daten nach eigenen Angaben in Stichproben verifiziert.

Außerdem enthält der Index Informationen zu den Verwandtschaftsbeziehungen eines jeden Ecuadorianers. Laut „ZDnet“ ist es damit möglich, Familienstammbäume der gesamten Bevölkerung anzufertigen.

Goldgrube für Verbrecher

Zusätzlich zum staatlichen Register seien aus privatwirtschaftlichen Quellen Bank- und Fahrzeugdaten gelistet. Von sieben Millionen Bürgern ist beispielsweise der Kontostand oder Kredittyp einsehbar, von 2,5 Millionen gibt es Angaben über ihr Auto, wie etwa Fahrzeugtyp und Kennzeichen. „ZDnet“ bemerkt, dass Kriminelle mit dieser Liste wohlhabende Ecuadorianer ausfindig machen könnten und dank genauer Kenntnis über ihre Adresse und Kinder leichtes Spiel hätten, durch eine Entführung Lösegeld zu erpressen.

Lokalisiert wurde das Leck beim Unternehmen Novaestrat, das laut seiner Webseite Marktanalysen anbietet. Kontaktversuche zu der Firma seien bisher nicht geglückt.

Von: tk

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Tue, 17 Sep 2019 14:15:00 +0200
<![CDATA[Israel stellt Pläne für Expo 2020 in Dubai vor]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/17/israel-stellt-plaene-fuer-expo-2020-in-dubai-vor/ JERUSALEM (inn) – Israel will sich bei der Expo 2020 in Dubai als Land präsentieren, das gemeinsam mit anderen Nationen an einer besseren Zukunft arbeitet. Das Außenministerium zeigte am Montag in einem Kurzfilm, wie der israelische Pavillon aussehen soll.

Das Motto der Ausstellung lautet „Dem Morgen entgegen“. Dabei verschmelzen der hebräische und der arabische Schriftzug miteinander, offenbar als Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Israel und den arabischen Ländern.

Israel als findige Nation

Ein zentrales Element der Ausstellung ist der „Pfad der Erfindungen“, der auch zu einem Videosaal mit Panoramabildschirm führt. In der Simulation ist dort die Einladung zu hören: „Kommen Sie und sehen Sie, wohin uns unser Glaube an eine bessere Zukunft geführt hat, und was er der Menschheit geben kann.“ Als Themen der Ausstellung werden unter anderem Energienutzung, Nahrungssicherheit, Bewässerung oder Smart Cars genannt.

Die Expo in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnet am 20. Oktober 2020. Israel gab Ende April bekannt, dass es an der Ausstellung teilnehmen wird.

Von: df

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Tue, 17 Sep 2019 11:12:00 +0200
<![CDATA[Abstimmungsfrist für Soldaten währt 72 Stunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/09/17/abstimmungsfrist-fuer-soldaten-waehrt-72-stunden/ In der israelischen Armee haben die Wahlen zur 22. Knesset bereits am Samstagabend begonnen. Rund 2.500 Soldaten im Pflichtdienst können an etwa 656 Urnen ihre Stimmen abgeben, von denen 140 mobil sind. Den Auftakt machte die Marine. Eine Wahlurne wurde nach Großbritannien zum Stützpunkt Waddington gebracht, wo die Luftwaffe an einer internationalen Übung teilnimmt. Die Frist für die Abstimmung endet wie bei den Zivilisten am heutigen Dienstag um 22 Uhr Ortszeit. Ausgezählt werden die Stimmen der Soldaten ab Mittwoch.

Von: eh

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Tue, 17 Sep 2019 11:12:00 +0200
<![CDATA[Erdogan empfängt Putin und Rohani]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/17/erdogan-empfaengt-putin-und-rohani/ Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen russischen und seinen iranischen Amtskollegen, Wladimir Putin und Hassan Rohani, am Montag zu einem Syrien-Gipfel empfangen. In Ankara berieten sie über die Rebellenhochburg Idlib. Zudem gründeten sie ein Komitee zur Erarbeitung einer syrischen Verfassung. Putin lobte Irans „bedeutenden Beitrag zur Eliminierung von Terroristen“. Rohani attackierte Israel: „Der zionistische Feind hat seine Angriffe in Syrien verdoppelt und sie in den Irak und den Libanon ausgeweitet.“ Israel werde dafür Konsequenzen tragen.

Von: tk

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Tue, 17 Sep 2019 10:37:00 +0200
<![CDATA[Tel Aviver Pizzaladen in der Weltspitze]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2019/09/17/tel-aviver-pizzaladen-in-der-weltspitze/ Das Reiseportal „Big 7 Travel“ hat den Tel Aviver Pizzaladen Bezzo Pizza auf Platz sieben seiner weltweiten Rangliste gewählt. Das Geschäft im Stadtviertel Kerem HaTemanim ist in Israel für seine selbstgemachten Zutaten und seinen jemenitischen Kultureinfluss bekannt. „Deren Pizzas sehen absolut beeindruckend aus, aber das entscheidende Kriterium ist, wie gut sie im Mund schmelzen“, schreibt das Portal. Über das Ergebnis stimmten die Redakteure gemeinsam mit ihren Lesern ab. Auf Platz eins schaffte es L'industrie Pizza aus New York von dem Florentiner Massimo Laveglia.

Von: mm

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Tue, 17 Sep 2019 10:18:00 +0200
<![CDATA[Maas ermutigt zum Einsatz gegen Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/16/maas-ermutigt-zum-einsatz-gegen-antisemitismus/ BERLIN (inn) – Das Auswärtige Amt hat am Sonntag in Berlin zwei Projekte mit dem Schimon-Peres-Preis ausgezeichnet, die sich für die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzen. Bundesaußenminister Heiko Maas forderte bei der Preisverleihung im Roten Rathaus mehr Engagement gegen Antisemitismus.

Ausgezeichnet wurde das Projekt „Mehr als eine Demokratie“, das vom „Adam Institute“ in Jerusalem in Kooperation mit dem „Centrum für angewandte Politikforschung“ ins Leben gerufen wurde. Es fördert in außerschulischen Bildungsprogrammen Demokratieerziehung.

Des weiteren ehrte das Außenministerium das Projekt „Professional Exchange: Understanding and Responsibilities” (Professioneller Austausch: Verständnis und Verantwortlichkeiten). Dahinter stehen die „Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen“ (AGJF) und das Sapir-College im südisraelischen Sderot. Das Projekt bringt Studierende sowie Sozialarbeiter zusammen, um voneinander und miteinander zu lernen.

Bundesaußenminister Maas hob in seiner Rede die Bedeutung des 2017 verstorbenen israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres für die deutsch-israelischen Beziehungen hervor: „Schimon Peres steht stellvertretend für die Vielen, die trotz der deutschen Menschheitsverbrechen auf uns zugegangen sind. Ihnen vor allem ist zu verdanken, dass Deutschland und Israel heute so enge Bindungen haben.“

„Mut haben, den Mund aufzumachen“

Weiter sagte Maas, es sei eine beschämende und unerträgliche Wahrheit, dass es trotz der bitteren Erfahrung der Scho'ah in der Welt und auch in Deutschland wieder Antisemitismus gebe. Der Minister verwies auf eine Studie, laut der 41 Prozent der deutschen Juden im Vorjahr antisemitische Erfahrungen gemacht haben. „Das ist wirklich unfassbar. Das macht uns wütend.“

Doch in der Wut dürfe nicht verharrt werden, sagte Maas und forderte: „Wir müssen den Mut haben, den Mund aufzumachen, wenn antisemitische Klischees verbreitet werden: in der Kneipe, im Freundeskreis, in der Schule oder im Sportverein. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn jemand beleidigt oder angegriffen wird – nur weil er sich als Jude zu erkennen gibt.“

Der Schimon-Peres-Preis wird seit 2017 jährlich vom Auswärtigen Amt in Kooperation mit der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum vergeben. Geehrt werden Initiativen junger Menschen aus Deutschland und Israel, die den bilateralen Dialog ausweiten und fortführen.

Von: dn

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Mon, 16 Sep 2019 15:47:00 +0200
<![CDATA[Graffiti an Eingang zu EU-Botschaft in Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/16/graffiti-an-eingang-zu-eu-botschaft-in-israel/ RAMAT GAN (inn) – Der Eingang zur diplomatischen Mission der Europäischen Union in Israel ist am Sonntag mit Hassgraffiti beschmiert worden. Auf Englisch war dort in roter Farbe zu lesen: „Deutsches Geld tötet Juden“ und „EU raus“. Auch der Fußboden war mit roten Flecken versehen. Zu dem Vandalismus bekannten sich zwei Aktivistinnen, die für ihre Ablehnung illegaler Einwanderung bekannt sind. Deutschland wurde offenbar herausgegriffen, weil es der EU-Mitgliedstaat mit der größten Bevölkerung ist.

Da die Mission sonntags geschlossen ist, befand sich niemand in den Büroräumen in Ramat Gan, als die Tür beschmiert wurde. Der EU-Gesandte in Israel, Emanuele Giaufret, schrieb auf Twitter: „Dieser Vorfall ist bedauerlich und muss verurteilt werden. Wir werden weiter unsere Arbeit tun.“

In einem Video meldeten sich zwei Frauen zu Wort: Scheffi Pas engagiert sich im Süden von Tel Aviv gegen illegale Einwanderung. Merav Hadschadsch ist Mutter einer Polizistin, die 2017 bei einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem getötet wurde. Sie bekannten sich zu dem Vandalismus, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“. Pas stand vor den Graffiti und sagte: „Beendet die finanzielle Unterstützung von Terroristen, beendet die illegale Einwanderung und verlasst Israel!“

Katz: Israel muss Sicherheit der ausländischen Missionen wahren

Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen aufgenommen. Außenminister Israel Katz verurteilte die Tat: „Ich bin entsetzt über den schändlichen Vandalismus der EU-Mission in Israel und verurteile ihn. Israel ist verpflichtet, die Sicherheit aller diplomatischen Missionen zu wahren.“ Er erwarte, dass die Schuldigen bald zur Rechenschaft gezogen würden. Worauf der Vandalismus sich genau bezieht, ist indes unklar.

Von: eh

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Mon, 16 Sep 2019 13:04:00 +0200
<![CDATA[Israels Minister tagen im Jordantal]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/israels-minister-tagen-im-jordantal/ JERUSALEM (inn) – Das israelische Kabinett hat am Sonntag seine letzte Sitzung vor den Parlamentswahlen symbolisch im Jordantal abgehalten. Dort verlieh es dem illegalen israelischen Außenposten Mevo'ot Jericho den Status einer legalen Siedlung.

Die Ansiedlung wurde bereits 1999 als landwirtschaftliche Farm gegründet – auf Land, das Israel als staatlich betrachtet. Allerdings war keine Baugenehmgigung erteilt worden. Heute wohnen in dem Ort nördlich der Stadt Jericho etwa 300 Israelis.

Israels Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit hatte zuvor seinen Widerspruch zu der Legalisierung zurückgenommen. Ursprünglich hatte er Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vorgeworfen, die Kabinettssitzung zu benutzen, um seine persönliche Wahlagenda voranzubringen. Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, hätten ihn neue Informationen zum Friedensplan von US-Präsident Donald Trump zu der Umstimmung bewogen.

Autonomiebehörde kündigt Protesttagung im Jordantal an

Die wöchentlichen Kabinettssitzungen finden normalerweise in Jerusalem statt. Israels Premierminister Netanjahu hatte vor Kurzem angekündigt, er würde nach einem Wahlsieg das Jordantal annektieren. Symbolisch versammelten sich die Minister daher in der israelischen Ortschaft Petza'el im Westjordanland. Aus Protest gegen diese Sitzung im Jordantal tagte das palästinensische Kabinett am Montagnachmittag ebenfalls dort und nicht in Ramallah.

Premier Mohammed Schtaje erklärte bei der Sitzung in der Ortschaft Fasajel, die Regierung treffe sich hier, „um unter unserer Bevölkerung präsent zu sein“. Das Jordantal und die nördliche Gegend um das Tote Meer gehörten den Palästinensern. Israelische Gespräche über eine Annexion seien daher „null und nichtig“, betonte Schtaje. Er kündigte an, die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) werde Israel in internationalen Einrichtungen dafür verfolgen, dass es palästinensisches Land im Jordantal nutze. Israel habe seit der Besatzung 1967 mehr als eine Million Palmen auf dem Gebiet gepflanzt.

Netanjahus Wahlkampfansage zum Jordantal hatte international harsche Kritik ausgelöst. Der Oman wiederholte am Sonntag seine Ablehnung der Annexion. Aus dem Außenministerium hieß es, die Regierung in Muskat unterstütze die Palästinenser „in all ihren Bemühungen, einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt“ zu gründen.

Israel betrachtet das Jordantal als unverzichtbaren Puffer an seiner Grenze zu Jordanien. Die Palästinenser beanspruchen den fruchtbaren Landstrich für einen künftigen Staat.

Von: dn

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Mon, 16 Sep 2019 11:56:00 +0200
<![CDATA[Leichter Regen im Norden und im Landeszentrum]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/09/16/leichter-regen-im-norden-und-im-landeszentrum/ Israelis im Norden und im Landeszentrum haben am Sonntag eine unerwartete Unterbrechung der Sommerhitze erlebt. Dem Rückgang der Temperaturen folgten an vielen Orten die ersten leichten Regenfälle des Sommers. Der Herbst lässt allerdings noch auf sich warten. Für die Knessetwahlen am Dienstag sagen die Meteorologen warmes und sonniges Wetter voraus.

Von: eh

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Mon, 16 Sep 2019 11:03:00 +0200
<![CDATA[„Existenzrecht Israels nicht verhandelbar“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/15/existenzrecht-israels-nicht-verhandelbar/ Wenn Ahmad Mansur über Integration spricht, nimmt der deutsch-israelische Psychologe und Islam-Experte kein Blatt vor den Mund. „Integration ist in erster Linie die Bringschuld der Zugewanderten“ – für diese These aus seinem Buch „Klartext zur Integration: Gegen falsche Toleranz und Panikmache“ sei er attackiert und diffamiert worden. Doch er spricht auch aus eigener Erfahrung. Der Autor erlebte, wie schwer es ist, sich in eine andere Kultur zu integrieren und was es bedeutet, in einer „Parallelgesellschaft“ zu leben.

Vor 15 Jahren kam der arabische Israeli, der seit zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft hat, für das Studium in die Bundesrepublik. Über seine Erlebnisse und seine Forderungen an die Politik und Gesellschaft sprach er am Freitagabend in Herborn. Die Veranstaltung war der Auftakt zur ersten kreisweiten „Interkulturellen Woche“ des hessischen Lahn-Dill-Kreises.

„Sexualität der Frauen kontrollieren“

Mansur listete vier Hauptprobleme der Integration auf. Erstens sei das Thema Gleichberechtigung eine Herausforderung. Es gehe dabei nicht nur darum, dass Männer und Frauen gleichgestellt sind, sondern auch um den Umgang mit Individualität. Viele Migranten stammten aus patriarchalischen Kulturen. Nach Deutschland seien viele Menschen gekommen, vor allem Männer, die jahrelang ihre Sexualität unterdrückt hätten, erklärte der Diplom-Psychologe. Die Auswirkungen davon seien etwa in der Silvesternacht von Köln deutlich geworden. Hier gelte es aber, nicht zu verallgemeinern. Zudem wollten viele eingewanderte Männer die „Sexualität der Frauen, der Ehefrauen und Töchter, kontrollieren“. Deswegen würden manche Muslime in Deutschland radikaler. Denn in der Heimat, beispielsweise in Syrien oder Afghanistan, gab es eine homogenere, konservativere Gesellschaft. Diese habe somit keine Gefahr dargestellt. In Deutschland erlebten manche Migranten Ängste, dass ihnen ihre Identität und Anerkennung weggenommen werde.

Der Umgang mit der Meinungsfreiheit sei zudem ein Problem bei der Integration. Sie bedeute, man darf Kritik üben und offen seine Meinung sagen. Mansur fragte: „Warum haben wir keinen Fortschritt in Jordanien, Gaza, Syrien, aber in Europa schon?“ – wegen der Aufklärung. „Sie war die Geburt des Individualismus, der Aufstand gegen das patriarchische System.“ Und weiter: „Europa hat geblutet, bis die Aufklärung erfolgreich war.“ Das gab und gebe es in den Ländern in Nahost nicht, erklärte der Autor. „Deswegen haben wir in Deutschland Wohlstand und woanders nicht.“ Etwa Syrien sei ein Land, in dem die Menschen seit 40 Jahren lernten, nicht über Politik zu sprechen: „Kritisches Denken ist lebensgefährlich.“ Denn: „Wenn die Menschen anfangen, kritisch zu denken, ist irgendwann auch das Regime in Gefahr.“ Mansur fasst zusammen: Das Fundament unserer Demokratie sei, eine andere Meinung stehen zu lassen. Dass sich nicht alle auf dieses Fundament berufen, wurde an dem Vortragsabend deutlich: Mansur reiste mit mehreren Personenschützern an, die Polizei war präsent. Er sagte: „Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, das mich schützt, dass ich meine Meinung sagen kann.“

„Ich kann Antisemitismus nicht bekämpfen, indem ich Mahnwachen halte oder eine Kippa trage, sondern indem man allen Menschen in der Gesellschaft beibringt, dass das Existenzrecht Israels nicht verhandelbar ist.“

Als dritten Punkt führte Mansur den Umgang mit Religionsfreiheit an. „Religionsfreiheit bedeutet, meine Religion kritisieren zu dürfen. Religionsfreiheit heißt auch die Freiheit von Religion.“ Es sei sein Recht als Demokrat, zu sagen, dass seine Kinder kein Kopftuch tragen müssen. Für ihn bedeutet das Kopftuch die „Tabuisierung der Sexualität“.

Ein weiteres Problem bei der Integration ist laut Mansur der Antisemitismus und der Umgang mit Israel. Er führte verschiedene Beispiele an: „Um in Berlin zusammengeschlagen zu werden, reicht es, Hebräisch zu sprechen.“ Auch das Tragen einer Kippa sei gefährlich. Zudem sei der in Deutschland produzierte Hip-Hop, besonders der Gangsta-Rap, antisemitisch. Laut Mansur glauben viele Jugendliche Verschwörungstheorien und denken, dass der Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 ein Insider-Job der USA und der israelische Geheimdienst Mossad eingeweiht war.

Mansur machte deutlich: „Ich kann Antisemitismus nicht bekämpfen, indem ich Mahnwachen halte oder eine Kippa trage, sondern indem man allen Menschen in der Gesellschaft beibringt, dass das Existenzrecht Israels nicht verhandelbar ist.“ Kritik an Israel und an seiner Politik sei erlaubt. Mansur macht kein Geheimnis daraus, dass er hofft, dass bei den anstehenden Wahlen im jüdischen Staat eine andere Regierung an die Macht kommt. „Man darf Israel kritisieren, aber in dem Moment, in dem ich Israel das Existenzrecht aberkenne, verlasse ich die Grundelemente der demokratischen Gesellschaft.“

Mansur: Abschiebung soll bei Asyl-Missbrauch kein Tabu sein

Mansur sagte, Integration sei eine „Jahrhundertaufgabe, verbunden mit vielen Konzepten“. Wenn Integration ernsthaft und professionell angegangen werden soll, brauche es laut dem Islam-Experten Obergrenzen. Sonst könne der Staat und die Gesellschaft das nicht leisten. „Wir müssen in der Lage sein, die Menschen, die hierher kommen, langfristig zu begleiten.“ Zudem müsse die Rechtstaatlichkeit eine Botschaft haben: Wer Asyl und Schutz sucht, dürfe das Asyl nicht missbrauchen. „Wenn Menschen Asyl missbrauchen, müssen wir ihnen sagen, dass sie ihre Chance verspielt haben – und Abschiebung darf in diesen Fällen auch kein Tabu sein.“

Der Autor erzählte auch von seiner eigenen Geschichte: Als Mansur vor rund 15 Jahren nach Deutschland kam, erlebte er seine ersten Monate als „Trauma“. Er dachte jeden Morgen: „Ich will nach Hause.“ Mansur lebte in Neukölln in einer „Parallelgesellschaft“, wo die Menschen andere Werte und Zukunftsperspektiven hätten. Dort traf er Menschen, die ihm halfen, aber auch Menschen mit Vorurteilen, die die Deutschen und die deutsche Kultur schlecht machten. So entwickelte er selbst eine Abneigung gegenüber Deutschland. Er versuchte dennoch, sich einzubringen, er lernte die Sprache und studierte. Aber: „Es dauerte zwei Semester, bis jemand zu mir ,Hallo‘ sagte.“

„Integration ist erst erfolgreich, wenn wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, als gleichberechtigte Partner ansehen“

Integration sei „ein emotionaler Zugang, um in der Gesellschaft anzukommen“ und „keine Einbahnstraße“. Es bedeutet, auch zu sagen: „Dieses Land ist eine Chance für mich, wenn ich mich an die Regeln halte“. Dazu brauche es zum einen offene Migranten und zum anderen eine Mehrheitsgesellschaft, die bereit ist, diesen Menschen zu begegnen: „Integration ist erst erfolgreich, wenn wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, als gleichberechtigte Partner ansehen“. Doch oft sei der Blick aufeinander ein anderer: Deutsche begegneten den Geflüchteten nicht auf Augenhöhe, „man sieht sie als Kuscheltiere“ an.

Es gebe Menschen, die ankommen wollen und sie würden die Gesellschaft auch irgendwann bereichern, prognostiziert Mansur. Es gibt laut ihm aber auch andere Personen: „Die glauben, das Geld liegt auf der Straße, kassieren Hartz IV, Menschen, die morden, die klauen, die ihre radikalen Ansichten mitgebracht haben.“ Das auszusprechen, dass auch solche Migranten in Deutschland leben, „hat nichts mit Rechtsradikalismus zu tun“, betonte der Autor. Nur wenn man solche Punkte sagen könne, sei eine offene Debatte möglich.

Falsches Signal durch Seenotrettung

Die Seenotrettung sende laut Mansur ein falsches Signal nach dem Motto: Begebt euch in Gefahr und wir retten euch. Er sprach sich dafür aus, die Menschen zu retten, sie in ihre Herkunftsländer zurückzubringen und dann zu klären, ob sie Anspruch auf Asyl haben. Der Islam-Experte sagte aber, dass man „solche Debatten nicht führen darf“. Er wünsche sich mehr offene Diskussionen, diese täten der Gesellschaft gut – und diese seien nötig, um Lösungen zu finden.

Zum Dialog mit dem Islam in Deutschland äußerte er sich auch: „Ich habe das Gefühl, dass man versucht, den Islam in kirchliche Ordnungen zu zwängen.“ Es gebe aber „keine zwei Moscheen“, wie es auf kirchlicher Seite die katholische und evangelische Kirche gibt. Der Großteil der Muslime in Deutschland sei nicht so organisiert, wie es die Kirchen sind. „Wir haben keinen Papst. Das hat Vor- und Nachteile.“ Der interreligiöse Dialog ende immer beim Dialog mit konservativen Gesprächspartnern. Nur 30 Prozent der Muslime in Deutschland seien organisiert: „Die anderen 70 Prozent sind eine Chance.“ Es gehe darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Von: Martina Blatt

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Sun, 15 Sep 2019 14:07:00 +0200
<![CDATA[Von Vergebung und Vergeltung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/09/13/von-vergebung-und-vergeltung/ Als Überlebender der Scho‘ah führe ich regelmäßig Gruppen aus deutschsprachigen Ländern durch Israel. Dabei werde ich sehr oft gefragt, ob ich den Reisenden aus dem „Tätervolk“ vergeben könne. Um diese Frage zu beantworten, ist es mir wichtig zu untersuchen, was die Bibel zum Thema „Vergebung und Vergeltung“ sagt.

Beginnen wir mit 2. Chronik 25,1–4. Dort wird vom jungen König Amazja in Jerusalem berichtet, der die Knechte derer tötete, die seinen Vater erschlagen hatten, aber „ihre Söhne tötete er nicht; denn so steht es geschrieben im Gesetz, im Buch des Mose [5. Mose 24,16], wo der Herr gebietet: Die Väter sollen nicht sterben für die Kinder und die Kinder nicht für die Väter, sondern ein jeder soll nur um seiner Sünde willen sterben“.

„Nur wer sündigt, der soll sterben“

Besonders der Prophet Hesekiel bezieht eindeutig Stellung zum Thema des Generationenerbes persönlicher Schuld: „Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne; jeder, der sündigt, soll sterben“ (Hesekiel 18,4). Weiter heißt es: „Doch ihr sagt: ‚Warum soll denn ein Sohn nicht die Schuld seines Vaters tragen?‘ Weil der Sohn Recht und Gerechtigkeit geübt und alle meine Gesetze gehalten und danach getan hat, soll er am Leben bleiben. Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll ihm allein zugutekommen, und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm allein liegen“ (Hesekiel 18,19–20).

Was bedeutet es nun aber, wenn die Bibel sagt, dass Gott die Sünden der Väter bis zur dritten und vierten Generation an denen heimsucht, die ihn hassen (2. Mose 20,5)? Lehrte nicht Mose, dass der HERR „vergibt Missetat und Übertretung, aber er lässt niemanden ungestraft, sondern sucht heim die Missetat der Väter an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied“ (4. Mose 14,18). In diesem Vers verkündet Gott nicht etwa, dass er Kinder um der Sünden ihrer Väter willen über Generationen hinweg schlägt oder bestraft, sie auch nicht „heimsucht“ im klassisch gewordenen Sinne. Das zugrundeliegende hebräische Wort „pakad“ oder „pakod“, das mit dem Wort „heimsuchen“ übersetzt wird, bedeutet eigentlich „prüfend nachsehen“.

Die Möglichkeit zur Umkehr

Abraham Ibn Esra, ein wichtiger jüdischer Gelehrter des Mittelalters, schrieb, dass Gott den Nachkommen die Möglichkeit zur Umkehr gibt, bevor er bestraft (Jeremia 25,12). Im Talmud heißt es: Gott straft nur, „wenn die Kinder und Kindeskinder es nicht bereuen“ (Sanhedrin 27b).

Lassen Sie uns das Verb „umkehren“ oder „bekehren“ („schuw“) genauer betrachten. In Hesekiel 18 kommt es sechsmal vor. Gott vergibt denen, die in Reue die Abkehr von den Sünden und die Hinwendung zu ihm mit einem gottesfürchtigen und gerechten Lebenswandel vollziehen. Wenn die Nachkommen das Gebot Gottes halten und sich von den Sünden der Väter distanzieren, dann wird der Fluch bis ins dritte und vierte Glied gebrochen und unterbunden.

Es gibt viele Beispiele von Nachkommen großer Verbrecher, die ein von Gott gesegnetes Leben geführt haben. Schma’jah und Avtaljon, deren Ahnen sich zum Judentum bekehrt hatten, sollen Nachkommen gewesen sein von Sanherib, dem assyrischen König (705-681 v. Chr.), der Judäa zur Zeit der Herrschaft Hiskias wiederholt angriff, und den man als „Eichmann seiner Zeit“ bezeichnen könnte. Schma’jah und Avtaljon waren bedeutende rabbinische Gelehrte. Auch manche Kinder deutscher Nazi-­Verbrecher haben aktiv die Begegnung und das Gespräch mit Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen gesucht.

Meine Gedanken zum Thema Vergebung und Vergeltung möchte ich gerne mit einem Zitat aus dem Tagebuch von Etty Hillesum (Das Denkende Herz der Baracke: Die Tagebücher 1941–1943, Freiburg 2014) schließen. Sie wurde am 30. November 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet: „Und sollte es nur noch einen einzigen anständigen Deutschen geben, dann wäre dieser es wert, in Schutz genommen zu werden gegen die ganze barbarische Horde, und um dieses einen anständigen Deutschen willen darf man seinen Hass nicht über ein ganzes Volk ausgießen“ (S. 17).

Israel Yaoz wurde 1928 in Gelsenkirchen geboren. Von 1944 bis 1945 war er im Konzentrationslager Bergen-Belsen inhaftiert. Er ist der einizge Scho‘ah-Überlebende seiner siebenköpfigen Familie. 1948 wanderte er nach Israel ein und wurde Reiseleiter. Er verstarb im Frühjahr 2018. Sein Aufsatz wurde redaktionell gekürzt und bearbeitet. Wir danken der Familie von Israel Yaoz an dieser Stelle ausdrücklich für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. Zum Erscheinen des Aufsatzes haben Brigitta Rosema und Nicolas Dreyer beigetragen.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 4/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: Israel Yaoz

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Fri, 13 Sep 2019 14:15:00 +0200
<![CDATA[Ein Viertel hält Netanjahu für die beste Wahl]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/09/13/ein-viertel-haelt-netanjahu-fuer-die-beste-wahl/ TEL AVIV (inn) – Fast ein Viertel der wahlberechtigten Araber in Israel, 23,6 Prozent, sieht in Benjamin Netanjahu die beste Wahl für das Amt des Premierministers. Erst an zweiter Stelle und weit abgeschlagen folgt ein arabischer Parteiführer. Das ergab eine Umfrage des „Mosche-Dajan-Zentrums für Nahost- und Afrikastudien“ in Tel Aviv.

Demnach gaben rund 9,9 Prozent der befragten Araber an, sie sähen am liebsten den Vorsitzenden der arabischen Hadasch-Partei Aiman Odeh als Premier. 9,6 Prozent hielten Netanjahus Herausforderer Benny Gantz (Blau-Weiß) als geeignetsten Kandidaten für das Amt, gefolgt vom früheren Premier Ehud Barak (7,7 Prozent, Demokratisches Israel), Avigdor Lieberman (7,5 Prozent, Israel Beiteinu) und Ajelet Schaked (7 Prozent Neue Rechte).

Ein Drittel will wählen gehen

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Bezug auf die Umfrage meldet, sind sich bislang rund 32 Prozent der Araber in Israel sicher, dass sie am kommenden Dienstag wählen gehen wollen. 31 Prozent, gaben an, sie seien noch unentschlossen, tendierten aber dazu, ihre Stimme abzugeben. Mehr als 26 Prozent schlossen eine Wahlbeteiligung aus.

Rund 10 Prozent waren unentschlossen, neigten aber dazu, sich nicht zu beteiligen. Als Begründung gaben sie unter anderem eine ausfällige Rhetorik jüdischer Politiker gegenüber der arabischen Gesellschaft, mangelndes Interesse an Politik und das Gefühl, von den arabischen Parteien nicht wirklich repräsentiert zu werden, an. Einige lehnten eine Beteiligung an der Wahl auch aus ideologischen Gründen ab.

Kaum Stimmen für Israels Linke

Rund 80 Prozent der Araber, die wählen gehen wollen, kündigten an, ihre Stimme arabischen Parteien zu geben. Die Unterstützung für die linken israelischen Parteien ist in der Umfrage auf ein historisches Tief gefallen: Der Zusammenschluss der Parteien „Demokratisches Israel“ und Meretz könnte weniger als 1 Prozent der arabischen Stimmen erhalten.

Hingegen kündigten 1,2 Prozent der wahlbereiten Araber an, die Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu zu wählen. 1,4 Prozent wollen für die Partei Blau-Weiß von Benny Gantz stimmen. 1,6 Prozent haben vor, ihre Stimme der Partei Israel Beiteinu von Avigdor Lieberman zu geben. Die ultra-orthodoxe Schas-Partei könnte 1,2 Prozent dieser Wählerstimmen erhalten.

Laut der Umfrage ist die überwiegende Mehrheit der Araber (rund 72 Prozent) in Israel mit ihrem Leben zufrieden. Mehr als 65 Prozent sagten, sie würden gleichberechtigt behandelt. Knapp 65 Prozent teilten mit, sie hätten insgesamt eine positive Meinung zum Staat Israel.

In Israel leben mehr als 9 Millionen Menschen. Etwa 20 Prozent von ihnen sind Araber. Bei den Wahlen im April gab es im arabischen Sektor eine Wahlbeteiligung von 49,2 Prozent. Für die Umfrage wurden 716 Teilnehmer befragt. Die Fehlerquote liegt bei 3,6 Prozent.

Von: dn

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Fri, 13 Sep 2019 13:41:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu wirbt bei Putin um russischstämmige Wähler]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/13/netanjahu-wirbt-bei-putin-um-russischstaemmige-waehler/ SOTSCHI (inn) – Kurz vor den Knesset-Wahlen am Dienstag sucht der israelische Premier Benjamin Netanjahu die Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Beim Staatsbesuch am Donnerstag setzte Netanjahu auch im Hinblick auf die russischstämmigen Wähler in Israel auf die engen Verbindungen mit Moskau.

Schon vor dem Treffen am Schwarzen Meer in Sotschi betonte Netanjahu laut seines Büros die „Menschenbrücke“ zwischen beiden Ländern, welche die zahlreichen russischen Immigranten in Israel bildeten. Auch bedankte sich der Premier für die erreichten Abmachungen hinsichtlich deren Pensionen und Veteranen-Unterstützungen. Netanjahu schwärmte förmlich von den engen persönlichen Beziehungen zwischen ihm und Putin, welche bei israelischen und russischen Militäroperationen in der Region „unnötige und gefährliche Spannungen verhindern“.

„Ich sage es offen, dass das das Grundelement der regionalen Sicherheit ist“, erklärte Netanjahu. „Die militärische Zusammenarbeit zwischen uns ist immer wichtig, aber sie ist es gerade in der jetzigen Zeit, weil es im vergangenen Monat einen erheblichen Anstieg von Versuchen des Iran gab, Israel aus Syrien heraus zu attackieren und dort Präzisionsraketen gegen uns zu platzieren.“

Putin weiß Netanjahu zu schätzen

Putin, der Netanjahu laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ drei Stunden in Sotschi warten ließ, sagte, dass die kommenden Knesset-Wahlen auch für Russland sehr wichtig seien. Er hofft, dass Politiker gewählt würden, die eine enge Verbindung mit Moskau weiter pflegen. Putin betrachtet die „mehr als eineinhalb Millionen Immigranten“ aus der ehemaligen Sowjetunion in Israel als „unser Volk, unsere Landsleute“.

Für den rusisschen Präsidenten sind es vor allem Netanjahus Bemühungen, welche die militärische Zusammenarbeit der Länder „auf ein neues Level“ gehoben haben. Seit 2015 haben sich die beiden 13 Mal persönlich getroffen. Putin kündigte an, im Januar bei einer Gedenkzeremonie in Yad Vashem teilzunehmen, bei der 75 Jahre der Befreiung von Auschwitz gefeiert werden.

Von: mm

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Fri, 13 Sep 2019 11:53:00 +0200
<![CDATA[Netanjahus Facebook-Chatbot für 24 Stunden gesperrt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/13/netanjahus-facebook-chatbot-fuer-24-stunden-gesperrt/ Das soziale Netzwerk Facebook hat am Donnerstag den Chatbot auf der Seite des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu für 24 Stunden gesperrt. Ein Chatbot ist ein automatisiertes System, das bei Usern ein Dialogfenster öffnet und Botschaften verbreitet. Netanjahus Chatbot rief israelische Wähler auf, eine Regierung unter der Beteiligung der Araber zu verhindern, „die uns alle zerstören wollen – Frauen, Kinder und Männer“. Die Äußerung verstieß gegen Facebooks Verhaltensregeln zu Hassreden. Netanjahu spricht von einem „Fehler“, der in seinem Team passiert ist.

Von: mm

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Fri, 13 Sep 2019 11:35:00 +0200
<![CDATA[Staatsanwalt geht von Mord aus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/09/13/staatsanwalt-geht-von-mord-aus/ Im Fall der toten Palästinenserin Israa Ghrajeb geht der palästinensische Generalstaatsanwalt Akram al-Chatib von Mord aus. Drei Familienmitglieder würden angeklagt. Einen sogenannten Ehrenmord schloss Al-Chatib jedoch aus. Die in einem Dorf bei Bethlehem im Westjordanland lebende Familie hatte angegeben, Ghrajeb sei von Dämonen besessen gewesen, vom Balkon gestürzt und am Ende an einem Herzproblem gestorben. Der Fall hatte in arabischen Medien und auf der Straße für Empörung gesorgt. Es gab Demonstrationen, bei denen eine umfassende Untersuchung sowie schärfere Gesetze gegen Gewalt an Frauen gefordert wurden.

Von: dn

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Fri, 13 Sep 2019 11:02:00 +0200
<![CDATA[Verurteilung nach antisemitischem Übergriff in Berlin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/13/verurteilung-nach-antisemitischem-uebergriff-in-berlin/ Ein 15- und ein 18-Jähriger sind in Berlin verurteilt worden, nachdem sie drei jüdische Jugendliche antisemitisch beleidigt und körperlich angegriffen hatten. Auslöser für die Tat war laut des Jugendschöffengerichts das auf einem Handy gespielte israelische Lied „Tel Aviv“. Der Vorfall ereignete sich im Juni 2018 beim U-Bahnhof Zoo. Das Gericht verurteilte den 15-Jährigen zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung. Der 18-Jährige bekam als Strafe einen zweiwöchigen Dauerarrest und 60 Stunden Freizeitarbeit.

Von: mm

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Fri, 13 Sep 2019 10:24:00 +0200
<![CDATA[Arabischsprachiger Twitter-Account des israelischen Außenministeriums beliebt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/12/arabischsprachiger-twitter-account-des-israelischen-aussenministeriums-beliebt/ Heutzutage werden Soziale Medien im Alltag der Menschen für die Informationsfindung immer wichtiger. Umso mehr freut sich das israelische Außenministerium am Mittwoch über einen persönlichen Erfolg. Dessen arabischsprachigen Twitter-Account lesen nämlich 250.000 Menschen. Auch der Auftritt des Außenministeriums in Farsi erfährt regen Zulauf. Auf Twitter hat er 124.000 Follower. „Unsere arabisch- und persischsprachigen Teams verbinden Millionen Menschen im Nahen Osten mit Israel“, schreibt dazu die Israelische Botschaft in Deutschland.

Von: mm

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Thu, 12 Sep 2019 14:17:00 +0200
<![CDATA[Abbas sagt Vater von vermisstem Israeli Hilfe zu]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/12/abbas-sagt-vater-von-vermisstem-israeli-hilfe-zu/ RAMALLAH (inn) – Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat sich am Mittwoch mit Angehörigen des seit fünf Jahren verschollenen äthiopischstämmigen Israelis Avera Mengistu getroffen. Mengistu war 2014 dabei beobachtet worden, wie er die Grenze zum Gazastreifen überquerte. Es wird vermutet, dass die radikal-islamische Hamas ihn seitdem festhält. Dem Treffen wohnten neben Mengistus Vater Eli unter anderem auch sein Bruder Ilan sowie der ehemalige äthiopischstämmige Knessetabgeordnete Schlomo Molla bei.

Letzterer hatte das Treffen nach eigenen Angaben auf Bitten der Mengistus vermittelt. „Die Familie hat ihre Hoffnung seit fünf Jahren in die israelische Regierung gesetzt, aber es ist nichts dabei herausgekommen“, sagte Molla. Äthiophier würden in Israel nicht gleichberechtigt behandelt. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte Anfang September gemeinsam mit dem äthiopischen Regierungschef die Mutter Mengistus getroffen und auch sonst in Reden versprochen, sich für Mengistu einzusetzen. Auch die Eltern des gefallenen israelischen Soldaten Hadar Goldin werfen der Regierung immer wieder vor, nicht genug für die Rückführung ihres Sohnes zu tun.

Abbas will „auf direktem und indirektem Weg“ helfen

Nach übereinstimmenden Teilnehmerberichten zeigte sich Abbas „bewegt“ angesichts des Schicksals des äthiopischen Israelis. Der PA-Präsident habe gesagt, dass er „das Lächeln zurück auf das Gesicht“ des Vaters bringen wolle, berichtete Molla der Onlinezeitung „Times of Israel“. Laut dem israelischen Nachrichtensender „Kan“ erklärte eine PA-Quelle, dass Abbas seiner „Sympathie mit dem Schmerz der Familie, ebenso wie mit dem Schmerz der Familien palästinensischer Gefangener“ Ausdruck verliehen habe. Damit nahm die Quelle offenbar auf in israelischen Gefängnissen inhaftierte Palästinenser Bezug.

Nach Mollas Angaben sagte Abbas der Familie Mengistu seine Hilfe zu. „Er meinte, dass er alles tun werde, um auf direktem und indirekten Weg Informationen zu Mengistus Aufenthaltsort zu erhalten und ihn zu seiner Familie zurückzubringen“, teilte der frühere Politiker mit. Dabei wolle Abbas auch mit Parteien zusammenarbeiten, die Einfluss auf die Hamas hätten. Der Präsident selbst befindet sich mit der Terror-Organisation im Clinch, seitdem diese 2007 die Gewalt im Gazastreifen an sich gerissen und seine Fatah-Partei entmachtet hat. Möglicherweise könnte er versuchen, über einen Vermittler wie Ägypten Informationen von den Islamisten zu erhalten.

Von: ser

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Thu, 12 Sep 2019 14:12:00 +0200
<![CDATA[Dortmund überdenkt Vergabe an BDS-Unterstützerin]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/12/dortmund-ueberdenkt-vergabe-an-bds-unterstuetzerin/ Die britisch-pakistanische Autorin Kamila Shamie soll den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund erhalten. Damit werden Schriftsteller geehrt, die sich für Toleranz, Respekt, Versöhnung und ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Shamie ist als harsche Kritikerin Israels bekannt und unterstützt die umstrittene Boykottbewegung BDS gegen den jüdischen Staat. Eine Übersetzung ihrer Bücher ins Hebräische lehnt sie ab. Nach Kritik an ihrer Entscheidung verkündete die Stadt Dortmund, die Jury werde die Sache noch einmal prüfen. Ihr sei nicht bekannt gewesen, dass Shamie in der Vergangenheit BDS unterstützt habe.

Von: dn

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Thu, 12 Sep 2019 13:58:00 +0200
<![CDATA[Internationale Kritik an Netanjahus Annexionsplan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/12/internationale-kritik-an-netanjahus-annexionsplan/ JERUSALEM (inn) – Die Vereinten Nationen haben den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu am Dienstag gewarnt, dass seine angekündigte Annexion des Jordantals „keinen international gesetzlich bindenden Effekt“ hätte. Netanjahu hatte in einer Wahlkampfansprache in Aussicht gestellt, bei seiner Wiederwahl Israels Souveränität über das Jordantal auszudehnen und letztlich alle jüdischen Siedlungen im Westjordanland annektieren zu wollen.

„Die Position des Generalsekretärs ist dahingehend immer schon klar: Unilaterale Aktionen sind nicht hilfreich im Friedensprozess“, sagte UN-Pressesprecher Stéphane Dujarric im Namen des UN-Generalsekretärs António Guterres. „Jede israelische Entscheidung, seine Gesetze, Gesetzgebung und Verwaltung im besetzten Westjordanland durchzusetzen, wird keinen international gesetzlich bindenden Effekt haben.“ Eine Annexion des Jordantals hätte verheerende Auswirkungen auf eine potenzielle Wiederbelebung der Verhandlungen mit den Palästinensern.

Am 17. September wird in Israel gewählt. Dementsprechend reagierten Netanjahus politische Gegner in Israel auf die Ankündigung der Annexion als Wahlkampfgetöse. Jair Lapid von dem stärksten Gegner von Netanjahus Likud, der Partei Blau-Weiß, nannte seine Äußerungen zum Beispiel einen „Wahlkampfstunt“.

Abbas sieht Freifahrtschein

Mit Ausnahme der USA, die laut offiziellem Vertreter vorab über Netanjahus Äußerung informiert waren und keine Bedenken äußerten, weil sie ihre politische Lösung für den Konflikt nicht gefährdet sehen, fiel das internationale Echo kritisch aus. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas sagte: „Wir haben das Recht, unsere Rechte zu verteidigen und unsere Ziele mit allen Mitteln zu erreichen, was auch immer die Resultate sind, weil Netanjahus Entscheidungen den Resolutionen der internationalen Legitimität und Gesetzgebung widersprechen.“

Auch der jordanische Außenminister Ajman Safadi verurteilte die Ankündigung als „ernsthafte Eskalation, die alle Friedensbemühen unterläuft“. Die Türkei bezeichnete die Äußerung als „rassistisch“ und „illegal“. Aber auch politische Schwergewichte wie Russland verurteilen Netanjahus Wahlkampfversprechen auf den letzten Metern.

Das Vorhaben „kann zu einer Verschärfung der Spannungen in der Region führen und die Hoffnungen für die Etablierung eines zu lange erwarteten Friedens zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn führen“. Das russische Außenministerium forderte eine Rückkehr zu direkten Verhandlungen auf der Basis „relevanter UN-Resolutionen, dem Madrid-Prinzip und der arabischen Friedensinitiative“.

Die EU teilte zu Netanjahus Äußerungen mit: Das Vorhaben untergrabe „die Aussichten auf einen dauerhaften Frieden“ in Nahost. „Die Politik des Baus und der Ausweitung von Siedlungen, einschließlich in Ostjerusalem, ist nach internationalem Recht illegal.“ Die Hisbollah-Miliz im Libanon wiederum machte am Mittwoch die Golfstaaten für die Äußerung Netanjahus mitverantwortlich. „Maßnahmen zur Normalisierung und der Versuch des Golfes, Allianzen mit dem Feind aufzubauen, haben die Möglichkeit geschaffen, arabisches Land weiter zu verringern.“

Von: mm

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Thu, 12 Sep 2019 12:27:00 +0200
<![CDATA[Der Mann, der Falke und Taube war]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/12/der-mann-der-falke-und-taube-war/ Eine Rezension von Sandro Serafin]]> „Naiv“ sei er und möglicherweise „einer Gehirnwäsche unterzogen“, soll Israels legendäre Premierministerin Golda Meir Anfang der 70er Jahre gegen ihren damaligen Botschafter in Washington gewettert haben. Der setzte sich für Kompromissbereitschaft bezüglich eines Zwischenabkommens mit Ägypten ein. Sein Name: Jitzchak Rabin.

Geschildert wird die Anekdote in der Rabin-Biographie von Itamar Rabinovich, die in diesem Jahr auch auf Deutsch erschienen ist. Rabinovich war bei den Friedensinitiativen der 90er Jahre Chefunterhändler Rabins für Syrien.

Mit seinem Buch liefert er auch Antworten auf ebenjene Frage, die vielleicht sogar schon Anfang der 70er Jahre – noch weit weg vom Oslo-Friedensprozess – in Meirs Aussagen mitschwang: Wie wurde aus dem einstigen Palmach-Kämpfer, der im Sechs-Tage-Krieg als Armeechef maßgeblich dazu beitrug, dass sich das israelisch kontrollierte Territorium verdreifachte, ein Mann, der von Teilen der Linken als Friedenstaube, von vielen Rechten als Attentäter gegen israelische Sicherheitsinteressen gesehen wird?

Rabins Entwicklung war konsequent

Rabinovich arbeitet Rabins Weg eng angelehnt an die Geschichte des jüdischen Staates heraus. Er lässt den zurückhaltenden Mann in gutem Licht erscheinen, versucht ihn aber zugleich zu entideologisieren. Dabei zeichnet er das Bild eines Politikers, für den das Streben nach Frieden mit dem nach Sicherheit „untrennbar verknüpft“ war. Keine 180-Grad-Wende also, sondern eine konsequente Entwicklung vom Soldaten hin zum Staatsmann. Die Feststellung des Autors, Rabin sei als Politiker „eine Taube, in militärischer Hinsicht aber ein Falke“ gewesen, erscheint in dieser Darstellung nicht mehr als Widerspruch.

Zugleich entsteht das Bild eines steinigen und mühevollen Weges. Die erste Amtszeit Rabins als Premier erscheint als schwach und wenig mutig. An ihrem Ende stand „der erste reale Machtwechsel in der israelischen Politik“, die Regierungsübernahme durch Menachem Begin und seinen Likud. Begin schloss schließlich den Frieden mit Ägypten, den Rabin vorbereitet hatte. Es ist einer jener Aspekte, die Rabin im Nachhinein auch als tragische Figur erscheinen lassen.

Viel schlimmer ist aber natürlich die Ermordung Rabins durch einen jüdischen Rechtsextremisten 1995. Die ganze Tragik dessen erschließt sich erst in einer Gesamtschau auf Rabins Leben, wie sie diese Biographie liefert. Der Autor fasst es so zusammen: „In einer seltsamen Wendung der Geschichte war ausgerechnet Jitzchak Rabin, der Architekt des großen militärischen Sieges von 1967 […], dazu berufen, mit diesem zweifelhaften Segen umzugehen und schließlich dafür mit seinem Leben zu bezahlen.“

Itamar Rabinovich: „Jitzchak Rabin. Als Frieden noch möglich schien. Eine Biographie“, Wallstein, 307 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 978-3-8353-3452-6

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Von: Sandro Serafin

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Thu, 12 Sep 2019 12:23:00 +0200
<![CDATA[Vereinigte Arabische Emirate planen Kampf gegen Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/12/vereinigte-arabische-emirate-planen-kampf-gegen-antisemitismus/ Gemeinsam mit der Konferenz europäischer Rabbiner arbeiten die Vereinigten Arabischen Emirate an einem Plan, um Hassverbrechen und Antisemitismus in der Welt zu bekämpfen. Die Grundlagen wurden auf einer internationalen Konferenz für religiöse Vertreter in der vergangenen Woche in Moskau gelegt. Der Präsident der Rabbiner-Konferenz, Pinchas Goldschmidt, nannte das Vorhaben einen „Meilenstein im Kampf gegen Antisemitismus“. Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus seien vor allem auch ein großes Problem für Minderheiten in Europa. Im November soll dazu ein Abkommen unterzeichnet werden.

Von: mm

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Thu, 12 Sep 2019 10:46:00 +0200
<![CDATA[Radikaler Siedler verbannt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/12/radikaler-siedler-verbannt/ Israelische Sicherheitskräfte haben einen radikalen Siedler für drei Monate von seinem Zuhause in Samaria verbannt. Neria Sarug aus der Ortschaft Jitzhar sei gefährlich und gewalttätig. Er habe wiederholt Palästinenser und israelische Grenzpolizisten angegriffen, heißt es in einer Erklärung. Der verheiratete Vater von zwei Kindern darf in dieser Zeit auch keinen Kontakt zu 16 seiner Freunde aufnehmen. Einwohner Jitzhars haben am Montag gegen die Verbannung demonstriert. Dem Protest hatte sich auch Verkehrsminister Bezalel Smotritsch angeschlossen.

Von: dn

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Thu, 12 Sep 2019 10:43:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 12. September 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/09/12/nachrichten-vom-12-september-2019/ Thu, 12 Sep 2019 09:23:00 +0200 <![CDATA[Evangelikale Delegation besucht Kronprinz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/11/evangelikale-delegation-besucht-kronprinz/ DSCHEDDAH (inn) – Eine Delegation prominenter Evangelikaler hat sich am Dienstag in der saudischen Stadt Dscheddah mit Kronprinz Mohammed Bin Salman getroffen. Die Gruppe ist bereits seit Montag auf der arabischen Halbinsel. Am heutigen Mittwoch sind weitere Treffen geplant.

Für den Monarchen bot die Begegnung nach Einschätzung von Beobachtern eine Gelegenheit, die Beziehungen zur Stammwählerschaft des US-Präsidenten Donald Trump zu stärken. Von der christlichen Delegation wird erwartet, dass sie sich insbesondere für bessere Beziehungen zu Israel einsetzt. Evangelikale Christen gelten als pro-israelisch, da sie in der Heimkehr der Juden in das Gelobte Land biblische Prophezeiungen erfüllt sehen.

Hochrangige Gesprächspartner

Angeführt wird die Gesandtschaft von Autor Joel Rosenberg, der neben der amerikanischen auch die israelische Staatsbürgerschaft inne hat. Teil der neunköpfigen Gruppe sind außerdem der Vizevorsitzende des Evangelikalen Beraterkreises von Trump, Johnnie Moore, der ehemalige Sprecher des Evangelisten Billy Graham, Larry Ross und der Pastor der Calvary-Albuquerque-Kirche mit mehr als 15.000 Mitgliedern, Skip Heitzig.

Dem Treffen am Dienstag wohnten auf der Gastgeberseite auch die Botschafterin für die USA, Prinzessin Reema Bint Bandar, Vize-Verteidigungsminister Prinz Chalid Bin Salman, der Generalsekretär der Muslimischen Weltliga, Mohammed al-Eissa, und der Außenminister Adel al-Dschubei bei. Die saudische Botschaft in Washington schrieb in einer Pressemitteilung, man habe über die Stärkung von Koexistenz und Toleranz sowie den Kampf gegen Extremismus und Terrorismus gesprochen.

Worten müssen Taten folgen

Rosenberg sagte laut der israelischen Verteilzeitung „Israel Hajom“, er sei dankbar für wachsende Beziehungen mit Saudi-Arabien. Es sei wichtig, „offen, manchmal auch privat, miteinander darüber zu sprechen, was sich unserer Meinung nach im Königreich ändern muss, auch wenn wir schon Fortschritte in so vielen Bereichen feiern“.

Bin Salman steht insbesondere nach dem Mord an dem Journalisten Dschamal Chaschoggi im vergangenen Jahr in der Kritik. Sonntag hatten mit dem parteilosen Angus King und dem Republikaner Todd Young zum ersten Mal nach über einem Jahr auch zwei US-Senatoren den Prinzen getroffen. King sagte: „Er weiß, dass er da ein Problem hat und er hat uns versichert, dass die Verantwortlichen für den Tod Chaschoggis zur Rechenschaft gezogen werden.“ Bin Salman wisse auch um das Problem ziviler Opfer im Jemen-Krieg. „Worte sind wichtig, aber noch wichtiger finde ich Taten. Wir werden sehen, ob den Worten Taten folgen.“

Von: tk

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Wed, 11 Sep 2019 14:46:00 +0200
<![CDATA[Drei Raketen schlagen in Israel ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/11/drei-raketen-schlagen-in-israel-ein/ Drei Raketen aus dem Gazastreifen sind am Mittwoch in Israel eingeschlagen. Eine traf ein Wohngebiet, die Splitter richteten geringen Schaden an einem Wohnhaus an. Zwei weitere schlugen auf offenem Feld ein. In zwei Ortschaften nahe des Gazastreifens ging der Raketenalarm los, die Bewohner suchten Schutz in Bunkern. Als Reaktion auf den Angriff beschoss ein Panzer der israelischen Armee zwei Hamas-Ziele im Norden des Gazastreifens.

Von: df

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Wed, 11 Sep 2019 14:27:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu will Jordantal annektieren]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/11/netanjahu-will-jordantal-annektieren/ RAMAT GAN / ASCHDOD (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Dienstagabend in Ramat Gan erklärt, er wolle das Jordantal und das Gebiet am Nordwestufer des Toten Meeres annektieren. Das entspreche den Sicherheitsinteressen Israels. Auch die Annexion von Siedlungen stellte er erneut in Aussicht, wie schon im Wahlkampf im April – dies aber mit „maximaler Abstimmung“ mit den USA.

Die Pressekonferenz hatte seine „Likud“-Partei als „dramatische historische Erklärung“ angekündigt. Die elektronischen Medien, Fernsehen und Rundfunk schalteten sich live dazu. Doch weil in nur sieben Tagen in Israel gewählt wird, waren sie vom Wahlkommitee aufgefordert worden, Netanjahus Rede mit zeitlicher Verzögerung zu senden und genau zu prüfen, ob er „Wahlpropaganda“ betreibe. Die dürfe keinesfalls ausgestrahlt werden.

Netanjahu: Ostgrenze muss Schutzmauer sein

Mit mehr als einstündiger Verspätung trat Netanjahu im „Makkabi-Dorf“, einem Wohn- und Trainingskomplex für Sportler, an das Mikrofon vor die ungeduldig wartenden Journalisten. In seiner Rede sagte er dann auf einmal: „Sie müssen mir Ihre Stimme geben, damit ich die nächste Regierung bilden und die Annexion durchführen kann.“ Augenblicklich wurde Netanjahu die Stimme abgeschnitten. In den Fernsehstudios hieß es zur Erklärung: „Das ist reine Wahlpropaganda. Wir machen uns strafbar, wenn wir das senden.“ So ging es weiter mit zahlreichen Unterbrechungen.

Zu hören war noch, dass Netanjahu der einzige sei, der das alles mit US-Präsident Donald Trump aushandeln könne. Weiter sagte der „Likud“-Chef, dass das Jordanland und die Golanhöhen die Ostgrenze Israels bilden müssten, damit der Staat nie wieder eine schmale Taille von wenigen Kilometern wie bis 1967 habe. „Diese Ostgrenze muss eine Schutzmauer für Israel sein.“

Politische Blockade nicht unwahrscheinlich

Kaum hatte Netanjahu seine „Absicht“ verkündet, was er nach den Wahlen zu tun gedenke, meldete der israelische Rundfunk, dass „vor wenigen Sekunden“ der Chef der Partei „Blau-Weiß“, Benny Gantz, gewittert habe: „Ich habe schon 2017 verkündet, dass ich das Jordantal annektieren will.“

Gantz ist der stärkste Gegner Netanjahus bei diesem Wahlkampf. Er will Netanjahu im Amt des Premierministers beerben. Laut Umfragen fehlen jedoch beiden Großparteien ausreichend Wählerstimmen, um mit ihrem „rechten“ oder dem „linken“ Block die jeweils andere Seite zu blockieren. Im Augenblick sieht es so aus, als ob weder Gantz noch Netanjahu ausreichend Stimmen erhalten, um die nächste Regierung zu bilden.

Netanjahu muss Veranstaltung unterbrechen

Unterdessen machte sich Gantz auch ein anderes Ereignis, ebenfalls am Dienstagabend, für den Wahlkampf zu nutze. Netanjahu musste eine Veranstaltung in Aschdod unterbrechen, weil aus dem Gazastreifen zwei Raketen auf die Stadt abgeschossen wurden. Seine Leibwächter geleiteten ihn von der Bühne. Gantz wies darauf hin, dass sein Parteifreund Gabi Aschkenasi ebenfalls eine Rede in Aschkelon gehalten hatte, aber trotz Raketenalarms diese auch beendet habe.

Deutlichere Worte fand indes Naftali Bennet vom Rechtsbündnis „Jamina“. Dass Netanjahu wegen der Raketen seine Wahlkampfveranstaltung unterbrechen musste, sei eine „nationale Demütigung“. Die Terror-Organisation Hamas habe keine Furcht mehr vor Israel. „Die Sicherheit wird erst wieder hergestellt werden, wenn Hamas-Führer ausgeschaltet werden, nicht durch Pressekonferenzen.“

Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel fing beide Raketen ab. Die Luftwaffe reagierte auf den Beschuss mit Angriffen auf 15 Ziele im Gazastreifen. Nach Angaben der Armee befanden sich darunter eine Waffenfabrik und ein Terrortunnel. Wie üblich betonte die Armee, dass sie die Hamas für alle Vorgänge im Gazastreifen verantwortlich mache.

Von: Ulrich W. Sahm / df

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Wed, 11 Sep 2019 12:06:00 +0200
<![CDATA[US-Sanktionen gegen Hamas und Revolutionsgarden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/11/us-sanktionen-gegen-hamas-und-revolutionsgarden/ WASHINGTON (inn) – Die USA haben am Dienstag Sanktionen gegen Terroristengruppen und ihre Unterstützerkreise angekündigt. Darunter befinden sich auch die im Gazastreifen herrschende Hamas, die Iranischen Revolutionsgarden und der sogenannte Islamische Staat. Laut des amerikanischen Finanzministeriums zielen die neuen Sanktionen insgesamt auf 15 verschiedene Personen und Organisationen ab.

Die Maßnahmen sollen „die Ressourcen der Terroristen austrocknen, die sie benötigen, um die USA und unsere Verbündeten anzugreifen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Ausländische Finanzinstitute, die weiterhin Geschäfte mit den Terroristen betrieben, würden so zur Rechenschaft gezogen. Die Sanktionen bedeuten zum Beispiel auch, dass jedwede Konten der Personen und Organisationen in den USA gesperrt werden.

Ein explizit genannter Name in der Stellungnahme des US-Finanzministeriums war Muhammad Sa'id Isadi, den es als „Chef des palästinensischen Büros der Iranischen Revolutionsgarden im Libanon“ bezeichnete. Den Revolutionsgarden wird nachgesagt, dass sie die Hamas und die im Libanon agierende Hisbollah mit Material und Waffen im Kampf gegen Israel unterstützen.

Auch auf der schwarzen Liste der Amerikaner steht Saher Dschabarin, welcher der Leiter des Vermögensamts der Hamas in der Türkei ist. „In seiner Funktion als Leiter des Vermögensamtes der Hamas fokussierte sich Dschabarin auf die Entwicklung eines Finanznetzwerkes in der Türkei. Das hatte der Hamas erlaubt, Geld einzusammeln, zu investieren und zu waschen, um es dann nach Gaza oder ins Westjordanland zu transferieren“, heißt es im Schreiben. Die neuen Sanktionen der USA betreffen diverse Persönlichkeiten und Institutionen in der Türkei, zum Beispiel auch einen Juwelenfirma aus dem Süden des Landes.

Von: mm

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Wed, 11 Sep 2019 12:03:00 +0200
<![CDATA[McDonald's kauft israelisches Spracherkennungs-Start-up]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/09/11/mcdonalds-kauft-israelisches-spracherkennungs-start-up/ Die weltgrößte Restaurantkette McDonald's kauft das in Israel gegründete Start-up Apprente. Das teilte der Konzern am Dienstag mit. Ziel sei es, die Aufnahme von Bestellungen im McDrive künftig von Sprachcomputern abwickeln zu lassen. Dafür verfügt Apprente nach eigenen Angaben über die nötige Technologie. Das 16-köpfige Team hat seinen Sitz mittlerweile im kalifornischen Silicon Valley. McDonald's will in der Zentrale ein Techniklabor einrichten, um den Einsatz künstlicher Intelligenz weiter auszubauen. Erste Tests mit Apprentes Spracherkennung laufen zur Zeit in Chicago.

Von: tk

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Wed, 11 Sep 2019 12:00:00 +0200
<![CDATA[Israel und Japan verstärken Zusammenarbeit bei Verteidigung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/11/israel-und-japan-verstaerken-zusammenarbeit-bei-verteidigung/ Israel hat mit Japan am Dienstag eine Absichtserklärung im Bereich der Verteidigung vereinbart. „Ich applaudiere dem wichtigen Abkommen, das heute Morgen mit dem japanischen Verteidigungsministerium unterzeichnet wurde“, äußerte sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu. Die Abmachung werde die Sicherheitszusammenarbeit der Länder vertiefen und stärken. Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung im Hauptquartier des japanischen Verteidungsministeriums in Tokio.

Von: mm

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Wed, 11 Sep 2019 10:59:00 +0200
<![CDATA[Palästinensische Vertreter verhaftet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/11/palaestinensische-vertreter-verhaftet/ Saudi-Arabien hat offenbar im April mehrere Hamas-Vertreter in Haft genommen. Die radikal-islamische Gruppe teilte mit, dass unter anderem der 81-jährige Mohammed al-Chudari festgenommen wurde, der für die Pflege der Beziehungen zu Saudi-Arabien verantwortlich war. Auch sein Sohn Hani und andere Palästinenser seien in Haft. In der Stellungnahme heißt es, die Hamas habe die Sache bislang nicht öffentlich gemacht, um Bemühungen zur Freilassung der Palästinenser zu unternehmen. Diese seien jedoch nicht erfolgreich gewesen. Die Gruppe fordere die saudischen Behörden daher nun öffentlich auf, die Palästinenser freizulassen.

Von: dn

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Wed, 11 Sep 2019 08:28:00 +0200
<![CDATA[Siegel mit biblischem Namen gefunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/siegel-mit-biblischem-namen-gefunden/ JERUSALEM (inn) – Ein winziges Tonsiegel aus der Zeit des salomonischen Tempels in Jerusalem wurde im Abraum von Grabungsschutt gefunden. Das schwarze, nur einen Zentimeter große Siegel enthält in althebräischer Schrift den Namen Adonjahu und den Zusatz „königlicher Verwalter“.

Der Abraum stammte aus Grabungen zu Füßen der Klagemauer, einer Umfassungsmauer des Tempelbergs. Er wird auf das 7. Jahrhundert vor Christus datiert.

Für die Archäologen ist die Entdeckung eines Siegels mit dem Namen einer aus der Bibel bekannten Figur eine ungeheure Sensation. Laut dem Archäologen Eli Schukron ist diese Inschrift einzigartig und „von größter Bedeutung". Die Rolle des königlichen Verwalters taucht mehrmals in der Bibel auf und wird für den obersten Minister am Königshof verwendet. So wurde beispielsweise der Titel „königlicher Verwalter“ im Buch Genesis für die Rolle des Joseph als mächtige Figur am Hof des Pharao in Ägypten verwendet.

Die Tonsiegel, auch Bulla genannt, wurden in der Zeit des Ersten Tempels verwendet, um wichtige Dokumente zu versiegeln, sagte Schukron. Bereits im März war in Jerusalem eine seltene Bulla gefunden worden mit der Inschrift „(gehört) zu Nathan-Melech, Diener des Königs“. Nathan-Melech wird im Buch 2. Könige als Beamter am Hof von König Josia genannt.

Im Februar 2018 wurde ein Siegel gefunden, dessen Inschrift „Zugehörigkeit zu Jesaja“ bedeuten kann und mit dem Propheten Jesaja verbunden sei.

Zivildienstleistende wird bei „Siebprojekt“ fündig

Das jüngste Siegel hat eine israelische Zivildienstleistende gefunden. „Ich warf einen Eimer Erde auf die Siebpalette und begann, sie mit einem Wasserstrahl zu waschen. Und plötzlich, im Staub, identifizierte ich ein kleines Stück schwarzen Ton“, sagte Batja Ofan, die ihren Nationaldienst beim „Siebprojekt“ absolviert.

„Ich verstand sofort, dass es eine Bulla war und es gab viel, viel Aufregung. Für mich ist es einfach erstaunlich, ein Artefakt von vor 2.600 Jahren, aus der Zeit der Könige von Juda, in meiner Hand zu halten“, sagte Ofan weiter.

Bei dem „Siebprojekt“ im Zurim-Tal in Jerusalem wird Erde von Ausgrabungen weggewaschen. So kommen Münzen und Kunstwerke, aber auch Scherben von Cola-Flaschen aus den letzten 3.000 Jahren zum Vorschein.

Schukron zeigte sich von dem Fund begeistert: „Nach 2.600 Jahren kommst du und hältst diese Bulle, mit der ein Brief versiegelt wurde, der vor 2.600 Jahren vom höchsten Minister des Königs geschickt wurde. Das ist etwas Erstaunliches. Es lässt mein Herz schneller schlagen."

Wer war Adonjahu in der Bibel?

Der Name Adonjahu taucht in der Bibel mehrfach auf, aber nicht im 7. Jahrhundert vor Christus – der Zeitspanne des Abraums, in dem das Tonsiegel gefunden wurde. Der berühmteste Adonjahu tritt etwa 300 Jahre vor diesem auf dem Siegel bezeugten Adonjahu auf und ist ein Sohn von König David und Haggit. Er wird Adonja oder Adonjahu genannt.

Es werden zwei weitere Adonjahus in der Bibel erwähnt. Der eine, ein Levit, erscheint in den Chroniken während der Herrschaft Joschafats (etwa 870 bis 849 vor Christus). Der andere Adonjahu lebte während der Herrschaft Nehemias, in der persischen Ära des Zweiten Tempels um 465 bis 424 vor Christus.

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 10 Sep 2019 15:40:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu überrascht mit neuen Iran-Enthüllungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/10/netanjahu-ueberrascht-mit-neuen-iran-enthuellungen/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat am Montag neue Erkenntnisse über das iranische Atomprogramm enthüllt. Während seiner Präsentation im Außenministerium zeigte er den anwesenden Journalisten Aufnahmen eines Komplexes, in dem die Iraner laut seinen Angaben an Atomwaffen forschten. Die Erkenntnisse stammen aus Archivmaterial, das israelische Agenten im vergangenen Jahr aus Teheran gestohlen haben.

„Vor anderthalb Jahren haben wir ein geheimes iranisches Archivmaterial veröffentlicht, welches zeigt, dass der Iran schon seit dem Jahr 2003 an fünf Atomsprengköpfen geforscht hat“, begann Netanjahu seine Mitteilung und fuhr danach fort: „Heute gebe ich bekannt, dass wir mithilfe des Archivmaterials noch eine weitere Stätte gefunden haben. An dieser Stätte hat der Iran Experimente zur Entwicklung von Atomwaffen durchgeführt.“ Während seiner Ansprache zeigte der Premier Vorher-Nachher-Fotos der mutmaßlichen Entwicklungsstätte nahe der Stadt Abadeh: „Als der Iran merkte, dass wir die Stätte entdeckt haben, hat er sie zerstört. Sie haben alles dem Erdboden gleich gemacht und die Beweise vernichtet. Oder es zumindest versucht.“ Das erste Luftbild entstand Ende Juni und das zweite Ende Juli 2019.

Funde der IAEA erhärten vorherigen Verdacht

Bereits im vergangenen Jahr hatte Netanjahu während einer UN-Vollversammlung Erkenntnisse aus dem gestohlenen Archivmaterial veröffentlicht. Netanjahu nahm darauf Bezug, als er sagte: „Letztes Jahr haben wir das geheime nukleare Lagerhaus des Iran in Turkuzabad offengelegt, das der Iran nutzte, um Material und Ausrüstung für sein geheimes Atomprogramm zu lagern. Davor hatte der Iran gemerkt, dass wir hinter ihm her sind und hat die Stätte geräumt. Und dann haben sie sie zugeschüttet. Sie haben alles mit Kies bedeckt.“ So hätte das Regime versucht, die Spuren zu verwischen, was ihm jedoch nicht gelungen sei. Auch hier präsentierte der Premier Luftbilder.

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die IAEA an der Stelle tatsächlich Spuren von Uran gefunden hat. Netanjahu erklärte: „Das ist eine direkte Verletzung des Atomwaffensperrvertrags.“ Die Behörde verlangte von dem Regime eine Erklärung. Der Iran hat sich bisher nicht zu den Funden geäußert.

„Das ist meine Botschaft an die Tyrannen in Teheran: Israel weiß, was ihr tut, Israel weiß, wann ihr es tut und Israel weiß, wo ihr es tut. Wir werden nicht aufhören, eure Lügen zu entlarven. Ich appelliere an die internationale Gemeinschaft, aufzuwachen und zu erkennen, dass der Iran systematisch lügt. Und ich rufe die internationale Gemeinschaft auf, sich den Sanktionen von Präsident Trump anzuschließen. Der einzige Weg, Irans Marsch zur Bombe und seine Aggression in der Region zu stoppen, ist Druck, Druck und noch mehr Druck“. Bisher verfolgen die europäischen Vertragspartner, darunter Deutschland, eine andere Linie. Sie versuchen, das Atomabkommen mit dem Iran zu retten.

Von: tk

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Tue, 10 Sep 2019 15:32:00 +0200
<![CDATA[Riesen-Chanukkia bringt Licht nach Sderot]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/09/10/riesen-chanukkia-bringt-licht-nach-sderot/ AMSTERDAM / SDEROT (inn) – Niederländische Christen haben der nahe dem Gazastreifen gelegenen Stadt Sderot eine riesige Chanukkia gestiftet. Der israelische Ort ist immer wieder Ziel von palästinensischen Raketenangriffen aus dem Küstenstreifen. Das fast elf Meter hohe Geschenk soll die Solidarität der Christen mit den Bürgern der Grenzstadt ausdrücken.

Der Niederländer Arjen Lont, der im Jahr 2013 umgerechnet 36.000 Euro für die Herstellung des Geschenks spendete, schrieb auf Twitter, dass der Leuchter am Sonntag in Sderot aufgestellt worden sei. Die niederländische Organisation „Christen für Israel“ hatte in den vergangenen sechs Jahren zu Chanukka-Feierlichkeiten den sechs Tonnen schweren Gegenstand zum Entzünden der Kerzen regelmäßig im Land eingesetzt.

„Nach dem unaussprechlichen Leid, dem Horror des Holocaust und aktuellen Angriffen auf Israel könnten sich Juden allein gelassen fühlen“, sagte Lont. „Das ist unsere Art zu sagen, dass ihr nicht allein seid und wir hinter euch stehen.“ Die Chanukkia wurde in Sderot im Zentrum eines Verkehrsknotenpunktes aufgestellt und funktioniert nun mit Glühbirnen.

Die offizielle Einweihung ist für den 17. Dezember geplant – fünf Tage vor der ersten Chanukka-Nacht. Vor Ort hat sich dann auch der niederländische Oberrabbiner Binjomin Jacobs angesagt. In einer Stellungnahme der „Christen für Israel“ heißt es: „Aufgrund der dauerhaften Bedrohung durch Raketen wollen wir das Licht der Menora bringen.“

Von: mm

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Tue, 10 Sep 2019 15:17:00 +0200
<![CDATA[Überraschungsparty für Präsident Rivlin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/10/ueberraschungsparty-fuer-praesident-rivlin/ Die israelische Armee hat Staatspräsident Reuven Rivlin am Montag zu seinem 80. Geburtstag mit einer Party überrascht. Das Staatsoberhaupt hatte die Armeebasis Beit Lid im Westjordanland besucht. „Die gesamte Armee feierte den Geburtstag des Präsidenten mit besten Wünschen, Gesang und sogar einem Kuchen“, sagte Rivlins Medienberater Jonathan Cummings. Generalstabschef Aviv Kohavi überreichte dem Geburtstagskind ein Fotoalbum mit einer persönlichen Widmung und 80 Bildern von Rivlins Besuchen bei der Armee. Sämtliche Einheiten hatten zudem Videogrußbotschaften für das Staatsoberhaupt vorbereitet.

Von: dn

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Tue, 10 Sep 2019 11:33:00 +0200
<![CDATA[Schiitische Miliz macht Israel für Luftschlag verantwortlich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/10/schiitische-miliz-macht-israel-fuer-luftschlag-verantwortlich/ Bei Luftschlägen auf eine Militärbasis in der syrischen Al-Bukamal-Region nahe der irakischen Grenze sind laut einer Londoner Beobachtergruppe insgesamt 18 Kämpfer der schiitischen Miliz „Nationalmobilmachung“ (PMF) und des Iran getötet worden. Zudem wurden acht Waffenlager zerstört. Das syrische Staatsfernsehen dementierte Berichte über Todesopfer. Ein anonymer Sprecher der PMF machte Israel für die Schläge verantwortlich. Die PMF ist Teil der irakischen Streitkräfte, wird aber vom Iran finanziert.

Von: tk

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Tue, 10 Sep 2019 11:27:00 +0200
<![CDATA[Jüdisches Filmfestival Berlin & Brandenburg eröffnet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/10/juedisches-filmfestival-berlin-amp-brandenburg-eroeffnet/ BERLIN / POTSDAM (inn) – Die 25. Ausgabe des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg (JFBB) wurde am Sonntagabend im Potsdamer „Hans Otto Theater“ vor rund 500 Gästen eröffnet. Das Filmevent gilt laut der Veranstalter als das größte Forum für den jüdischen und israelischen Film in Deutschland und läuft dieses Jahr unter dem Motto „Celebration!“. In den vergangenen Jahren wurden beim JFBB insgesamt rund 720 Filme aus 47 Ländern gezeigt.

Dror Zahavis Film „Crescendo – #MakeMusicNotWar“ über ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester gab den Startschuss. Die Vereinigung wurde als Zeichen der Annäherung ins Leben gerufen.

Unter den Gästen am Sonntagabend war das „Crescendo“-Filmteam mit Regisseur Dror Zahavi und den Schauspielern Peter Simonischek, Daniel Donskoy, Bibiane Beglau sowie Produzentin Alice Brauner. Auch der Brandenburger Staatssekretär Thomas Kralinski, der Chef der Senatskanzlei Berlin, Christian Gaebler und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, waren Gast. Mit dabei waren zudem der Sänger und Musiker Max Raabe, die Schauspielerinnen Adriana Altaras, Susan Sideropoulos, Sila Sahin sowie die Schauspieler Harald Schrott und Frank Leo Schröder.

„Authentisches Drama über jüdische Familie in Äthiopien“

Die Veranstalter empfehlen verschiedene Werke als Highlights des Festivals. Zu den Empfehlungen gehört etwa der Spielfilm „Fig Tree“, der am Donnerstag im „Delphi LUX“ Deutschlandpremiere feiert. Regie führte Aäläm-Wärque Davidian. Es sei ein „authentisches, bewegendes Drama über eine jüdische Familie in Äthiopien, die vor dem Bürgerkrieg nach Israel fliehen will und ein junges Mädchen, das alles versucht, um ihre Jugendliebe zu retten“.

Unter den Highlights sei zudem „The Bar Mitzvah“ von Regisseur Eytann Fox. Die Serie hat am Mittwoch um 21 Uhr im „Delphi LUX“ ihre Deutschlandpremiere. Die Komödie handelt von einem schwulen Paar aus den USA, das mit seinem Adoptivsohn zur Bar Mitzvah-Feier nach Israel kommt. Dort gerät es laut Beschreibung „in die Arme einer durchgeknallten ,Reiseführerin'“. Noch bis zum 17. September läuft das JFBB.

Von: mab

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Tue, 10 Sep 2019 10:53:00 +0200
<![CDATA[Antisemitischer Angriff auf israelischen Touristen in Kreuzberg]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/10/antisemitischer-angriff-auf-israelischen-touristen-in-kreuzberg/ Ein 21-jähriger israelischer Tourist ist am Montag im Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg tätlich vor einem Nachtklub angegriffen worden, als er sich auf Hebräisch unterhielt. Im Polizeibericht, den die Tageszeitung „Jerusalem Post“ eingesehen hat, wird der Vorfall als „Körperverletzung mit antisemitischem Hintergrund“ eingeordnet. Mit Schlägen ins Gesicht verletzte der Angreifer, der dann flüchtete, den Israeli. Die Untersuchung der Polizei zum Fall läuft.

Von: mm

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Tue, 10 Sep 2019 10:41:00 +0200
<![CDATA[Armee: Raketen aus Syrien auf Israel abgefeuert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/armee-raketen-aus-syrien-auf-israel-abgefeuert/ Milizen in Syrien haben am frühen Montagmorgen Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Das teilte die Armee mit. Die Geschosse schafften es jedoch nicht über die Grenze und schlugen noch auf syrischem Gebiet ein. Die Israelis sehen die iranischen Al-Quds-Brigaden, die Elite-Einheit der Revolutionsgarden, hinter dem Angriff. Die Armee betonte, sie halte das Regime in Damaskus für alle Vorgänge auf syrischem Gebiet für verantwortlich.

Von: df

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Mon, 09 Sep 2019 14:33:00 +0200
<![CDATA[Kooperation mit Rebellen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/kooperation-mit-rebellen/ „Mit fortschreitender Zeit sahen wir, wie der Krieg immer näher an unsere Grenze rückte“, erzählt Marko Moreno, Major der israelischen Armee im Reservedienst, im Gespräch mit der israelischen Journalistin Na’ama Perri. Sie moderiert die Fernsehsendung „Uvda – Tatsache“. Die israelischen Soldaten hätten Rauchwolken vor Damaskus aufsteigen sehen. Eines Tages riefen sie über den Zaun. „So begann der Kontakt zu ihnen. Sie kamen über die Grenze zu uns.“ Mit offensichtlichen Zweifeln seien sie gekommen und gut bewacht.

Woher Moreno bei den ersten Treffen gewusst habe, ob sein Gegenüber nicht plötzlich eine Waffe zücken und auf ihn schießen würde, sobald er ihm nahekommt? „Ich hab es nicht gewusst“, antwortet Moreno auf die Frage Perris. „Es war eine komplett neue Situation.“

Schon beim ersten Treffen machten die Oppositionellen deutlich, dass sie nicht gekommen waren, um mit den Israelis zusammenzuarbeiten. „Er fragte mich: ‚Warum leitest du diese Mission als Geheimdienstoffizier?’ Ich sagte ihm, dass wenn in Israel der Premierminister möchte, dass etwas passiert, er dann seine Geheimdienstleute schickt. Natürlich war das Quatsch. Aber in der arabischen Welt denkt man so. Natürlich hatten wir gemeinsame Interessen. Die Frage ist, wie man das zu Beginn präsentiert.“ Moreno erklärt die Schwierigkeit der Mission: „Die Spielregeln waren hier komplett anders als alles, was ich bisher kannte. Dein Gegenüber ist keine Quelle, das seine Seele verkauft. Hier sind Freiheitskämpfer, die an ihre Sache glauben.“

Trotzdem konnten sie sich auf folgenden Deal einigen: Die Israelis würden verletzte Syrer in Empfang nehmen, um sie zu behandeln. Im Gegenzug würden die Rebellen für Ruhe an der Grenze sorgen. Die Verletzten kamen, es wurden immer mehr, fast jede Nacht trafen sich die Nachbarn an der Grenze.

Deal: Unruhen an der Grenze verhindern

In der Fernsehsendung gesteht Moreno seine Unsicherheit: „Ich wusste, wie man mit Menschen arbeiten muss, um von ihnen Informationen zu bekommen. Doch das hier war etwas ganz anderes, die Aufgabe viel größer. Hier gibt es keine Quelle, keinen Spion im klassischen Sinne. Wir wussten nicht mal, wie wir die, mit denen wir es zu tun hatten, definieren sollten. Sie suchten verzweifelt nach Möglichkeiten, ihre Verletzten zu behandeln. Ich schlug einen Deal vor: ‚Wir bieten euch humanitäre Hilfe. Und ihr schützt das Grenzgebiet.‘ Natürlich wollte ich auch, dass sie uns erzählen, was passiert und sich aktiv dafür einsetzen, Unruhen an der Grenze zu verhindern.“ Im Februar 2013 kamen die ersten sieben Verletzten zur Behandlung nach Israel.

Später wurde die Armee auf Abu M aufmerksam. „Als dieser auf dem Radar der Armee erschien, wussten sie, dass er ihr Mann wäre“, kommentiert Perri „Als ich mich auf das Treffen mit ihm vorbereitete, war ich ziemlich aufgeregt“, erinnert sich Moreno. „Ich wusste, dass er ein einflussreicher Anführer war. Ich dachte, da kommt ein großer Kerl, ein Superkämpfer, ein echter Killer. Als ich ihn dann sah, sah ich einen jungen Mann, fast ein Kind, mit Gel im Haar. Er trug Jeans und eine orangene Lederjacke – er war das komplette Gegenteil von dem Bild, was ich im Kopf hatte.“

„Abu M hatte früher ein Bekleidungsgeschäft. Als er hörte und sah, wie syrische Soldaten in der Nähe vom südlichen Dara’a auf Aufständische schossen, entschied er sich, auch am Kampf teilzunehmen“, erzählt Moreno. „Er sammelte Männer aus seinem Dorf und forderte sie zum gemeinsamen Aufstand auf. Der Mann hatte keine militärische Ausbildung. Ich fragte ihn, wie er ohne Erfahrung die Aktionen plane. Er sagte nur: ‚Ich habe doch keine Wahl‘.“

Zum Schluss des Treffens stand erneut die Abmachung fest: Die israelische Armee würde den syrischen Streitkräften medizinische Versorgung geben und diese würden sie mit Informationen beliefern. „Abu M wusste, dass wir unsere humanitäre Hilfe eingestellt hätten, wenn es einen Anschlag am Zaun gegeben hätte. Von da an waren wir fast täglich in Kontakt.“ Die Syrer erzählten von ihrem Alltag, die Israelis hörten sehr genau zu. „Wir versuchten die Lage zu verstehen, wie viele Kämpfer es gibt“, so Moreno. „Und natürlich muss man sich in solchen Gesprächen empathisch zeigen, wir haben unsere Hilfe angeboten.“

Abu M wollte von Israelis lernen

Symptomatisch für diesen ungewöhnlichen Austausch steht für Moreno eine Begegnung mit Abu M. „Er wollte von uns lernen. Einmal saßen wir mit ihm zum Kaffee auf dem Fußboden zusammen. Was ihn beeindruckte, war nicht der Inhalt des Gesprächs. Sondern der Umstand, dass hier Offiziere mit ihm am Boden saßen. Er sagte: ‚In der syrischen Armee wäre das undenkbar. Wenn ich hätte mit einem Offizier reden wollen, hätte ich ihm erstmal die Schuhe putzen müssen.‘ Er wollte viel von uns lernen.“

„Natürlich hatten auch wir Interesse daran, mehr über die Umstände in Syrien zu erfahren.“ Moreno ist überzeugt, dass diese Informationen auch das Leben der Rebellen gerettet haben: „Wir zeigten ihnen, wie sie herausfinden konnten, ob (der syrische Präsident Baschar) Assad chemische Waffen benutzt. Schließlich lieferten sie uns nicht nur die Informationen, sondern brachten uns Beweise. Wir haben ihnen geholfen, sich selbst zu retten. Als (der damalige US-Präsident Barack) Obama erstmals von Giftgaseinsätzen in Syrien sprach, ging das auf Informationen zurück, die wir von den Rebellen erhalten hatten. Bei seinem Besuch im Mai 2013 in Israel legten wir ihm handfeste Beweise vor.“

Im Winter 2013 merkten die Israelis, dass ein Anschlag im Grenzgebiet geplant war. „Wir wussten aber nicht, wo genau der erfolgen sollte.“ Moreno wandte sich an Abu M. „Schließlich brachte er uns die Informationen, in welchem Zelt die Terroristen saßen. Wir konnten den Anschlag verhindern. Die Rebellen verstanden, dass sie ihre Vertrauenswürdigkeit bewiesen hatten und noch mehr medizinische Unterstützung erwarten konnten.“

Immer wieder hatte Moreno schwere Entscheidungen zu treffen. Einmal sollte er entscheiden, einen Säugling an der Grenze in Empfang zu nehmen, dessen Herz außerhalb der Brust gewachsen war. Dass das Kind überhaupt lebe, zumal unter diesen Umständen, sei ein Wunder, sagte der Militärarzt. Es hätte die Überlebenschance von einem Prozent, der Krankenhausaufenthalt würde mindestens ein Jahr dauern, die Behandlung würde Millionen kosten und etwa 200 weiteren Kindern die Möglichkeit zur Aufnahme ins Krankenhaus und damit die Hoffnung auf Heilung nehmen. Moreno sollte entscheiden. „Schweren Herzens entschied ich mich dagegen, das Kind aufzunehmen. Wir konnten doch das Projekt nicht gefährden. Bei solchen Entscheidungen gibt es kein richtig oder falsch.“

Eine offene Rechnung mit Kuntar

„2014 tauchte Samir Kuntar wieder auf unserem Bildschirm auf“, erinnert sich Moreno. Der damals erst 16-jährige Libanese hatte 1979 als Mitglied der säkularen „Palästinensischen Befreiungsfront“ (PLF) eine israelische Familie in der Küstenstadt Naharija überfallen. Bei dem Anschlag kamen der Vater der Familie sowie die beiden Töchter im Alter von zwei und vier Jahren ums Leben. Kuntar hatte den Schädel der einen Tochter mit seinem Gewehrkolben zertrümmert. Im Verlauf des Überfalls töteten die Terroristen auch zwei Polizisten. Der Angriff erfolgte nach Angaben des Leiters der PLF Abu Abbas in Protest gegen den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten. Israelische Sicherheitskräfte nahmen Kuntar bei der Aktion gefangen. Im Jahr 2008 ließ Israel ihn nach 29 Jahren Haft frei. Kuntar schloss sich der Hisbollah an und übernahm eine Führungsposition, in der er zahlreiche Angriffe auf israelische Soldaten plante.

„Er sollte im Auftrag der Hisbollah eine Infrastruktur in den Golanhöhen schaffen, die Anschläge auf uns und die Grenze ermöglichen sollte“, erzählt Moreno. „Hassan Nasrallah ist ein cleverer, strategisch denkender Mensch. Er hat immer das Potential von Kuntar erkannt. Dieser sollte Terroraktionen ausführen und geheimdienstliche Informationen sammeln. Kuntar wollte auch für die Iraner arbeiten. Er wurde Schiit, die Iraner gaben ihm Geld.“

Im arabischen Nachrichtensender „Al-Majadin“ sprach Kuntar davon, dass die Israelis kranke Syrer in ihren Häusern versorgten, um an geheimdienstliche Informationen zu kommen. Er sagte: „(Verteidigungsminister Mosche) Ja'alon glaubt, dass man in den Golanhöhen keinen Widerstand dulden wird. Doch niemand benötigt dafür seine Genehmigung.“

In anderthalb Jahren plant Kuntar vier Anschläge auf die Grenze. Ja'alon sagt nun: „Kuntar hatte immer Leute hinter sich, ein ganzes Netzwerk. Uns beunruhigte, dass uns die Iraner auf den Golanhöhen gegenübertreten wollten.“

Versuchen, Anschläge zu verhindern

Moreno sagte: „Ich verstand, dass die Uhr zu ticken begann. Die Frage war doch: Wer bekommt wen zu erst? Mir war klar, dass er Anschläge plante und wir diese verhindern mussten. Wir wussten aber nicht, was er plante, welche Waffen er benutzen wollte. Aber wir bereiteten uns vor.“ Als israelische Soldaten im Sommer 2015 eine verdächtige Menschengruppe entdeckten, war es zu spät: Kurze Zeit später hörten sie eine Explosion, bei der es vier verletzte Zivilisten gab.

„Das war ein sehr enttäuschender Moment“, erinnert sich Moreno „der auf der anderen Seite auch Motivation mit sich brachte. Wir wollten das nächste Unglück verhindern und dann offene Rechnungen begleichen.“ Auf einer Veranstaltung der Hisbollah ließ sich Kuntar öffentlich feiern.

„Es war klar, dass man ihn nicht länger schalten und walten lassen konnte.“ Ja'alon erklärt: „Um jemanden wie ihn, der sich in Syrien befand, auszulöschen, sind genaue Informationen nötig. Und dann muss man auf den richtigen Zeitpunkt warten, den richtigen Ort.“ Der Zeitpunkt kam im Dezember 2015, der Ort war der Damaszener Vorort Dscharamana. Zeitungsberichten zufolge waren zwei israelische Flugzeuge in den syrischen Raum eingedrungen und hatten vier Raketen in ein sechsstöckiges Gebäude in Dscharamana geschossen. Das Stadtviertel war in vergangener Zeit Schauplatz von Kämpfen, die den Sturz Assads zum Ziel hatten. Wie die Hisbollah-Zeitung „Al-Manar“ berichtete, hatten Rebellen Israel die Informationen über Kuntars Verbleib zugespielt. Kuntar und neun weitere Hisbollah-Kämpfer kamen bei dem Anschlag ums Leben.

Damals übernahm Israel keine Verantwortung für diesen Luftangriff. Heute erzählt Moreno: „Wer letztlich den entscheidenden Hinweis gab, waren die syrischen Rebellen. Weil sie sich für unsere Hilfe bedanken wollten. Eine Rechnung von fast 40 Jahren war beglichen.“ Ja'alon gibt sich diplomatischer: „Natürlich machen wir unsere Entscheidungen nicht nur von Informationen abhängig, die auf Aussagen von Menschen beruhen.“ Ein leises Lächeln umspielt seine Lippen, als er sagt: „Aber wenn wir solche Aussagen haben, dann hilft das ungemein.“ Moreno ist überzeugt: „Durch seine Auslöschung wurden viele Anschläge verhindert. Von unserer Seite hätte sich der Einsatz schon gelohnt, wenn es auch nur einen einzigen Anschlag verhindert hätte.“

Das Ende der Zusammenarbeit

„Als 2015 Assad weitgehend die Kontrolle an der Grenze übernahm, wusste ich, dass auch die Zusammenarbeit mit den Rebellen zu Ende geht. Sie haben einfach nur noch Kalaschnikows genommen und blind losgefeuert. Ich sagte ihnen: ‚Wozu macht ihr das? Ihr habt doch ohnehin keine Chance und verliert nur Menschen!‘“ Doch sie kämpften erbittert weiter. „In einer schweren Schlacht wurde Abu M durch eine Granate schwer verletzt. Seine Leute riefen uns aufgeregt an. Als wir zur Grenze kamen, sagte der Militärarzt, dass er keine Überlebenschancen hätte.“

Moreno spricht bedächtig, als er die Ereignisse rekapituliert: „Er starb vor unseren Augen. Auf der Stelle verstand ich, dass wir ihm unsere Achtung zollen müssten. Wir alle salutierten, so wie wir es auch vor unseren Kameraden getan hätten. Das war das einzige, was wir tun konnten.“ Die Mission „Gute Nachbarschaft“ ging damit zu Ende.

Von: mh

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Mon, 09 Sep 2019 14:31:00 +0200
<![CDATA[IAEA findet Spuren von Uran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/iaea-findet-spuren-von-uran/ WIEN / TEHERAN (inn) – Inspektoren der Atomenergiebehörde IAEA haben Spuren von Uran in einem Lagerhaus bei Teheran gefunden. Das geht aus einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ hervor. Der Iran hat den Fund trotz einer Aufforderung der IAEA bislang nicht erklärt.

Die IAEA kann dem Bericht zufolge nicht sagen, ob es sich um Material aus der Zeit vor dem Atomdeal handelt, der im Sommer 2015 unterschrieben wurde. In jedem Fall habe es sich nicht um angereichertes Material gehandelt, das für Atomwaffen notwendig ist.

Israel: Berichte bestätigt

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte bereits vor einem Jahr bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung auf das Gebäude hingewiesen. Er sprach damals von einem „geheimen atomaren Lager“. Er forderte die IAEA auf, diese und andere Anlagen zu untersuchen.

UN-Botschafter Danny Danon sieht mit dem Bericht die israelische Darstellung bestätigt. „Das Regime muss nun zur Verantwortung gezogen werden, es darf keinen Freifahrtschein erhalten“, schrieb der israelische Diplomat am Sonntag auf Twitter.

IAEA: Iran installiert leistungsstärkere Zentrifugen

Ebenfalls am Sonntag traf sich der Interimschef der IAEA, Cornel Feruta, mit dem iranischen Außenminister, Mohammed Sarif, und mit dem Präsidenten der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi. Seitens der IAEA hieß es nach dem Treffen nur, der Iran sei zu einer „vollständigen und zeitnahen Zusammenarbeit“ aufgefordert. Sarif rief die IAEA laut der iranischen Nachrichtenagentur „Tasnim“ dazu auf, „die Prinzipien professioneller Arbeit“ beizubehalten und unparteiisch zu handeln.

Der Iran löst sich seit dem Ausstieg der USA im Mai 2018 stufenweise aus dem Atomdeal. Am Montag bestätigte die IAEA, dass die Islamische Republik leistungsstärkere Zentrifugen zur Urananreicherung installiert habe oder derzeit installiere. Ende vergangener Woche hatte Präsident Hassan Rohani mitgeteilt, der Iran halte sich nicht mehr an die Beschränkungen für die Forschung und Entwicklung entsprechender Zentrifugen.

Von: df

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Mon, 09 Sep 2019 13:45:00 +0200
<![CDATA[Israelis in Warschau angegriffen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/israelis-in-warschau-angegriffen/ Mehrere israelische Studenten sind laut Medienberichten am frühen Sonntagmorgen in Warschau brutal attackiert worden. Barak Kaschpizky, der Bruder eines der Opfer, schrieb auf Facebook, die Angreifer – eine Gruppe „Arabischsprechender“ – hätten die Studenten gefragt, ob sie aus Israel stammten. „Als sie dies bejahten, wurden sie gnadenlos angegriffen, begleitet von ,F*** Israel‘-Rufen“, notiert er. Sein Bruder sei kurz bewusstlos gewesen. Das polnische Außenministerium erklärte laut der Nachrichtenagentur PAP, dass die Polizei in dem Fall ermittle.

Von: mab

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Mon, 09 Sep 2019 13:12:00 +0200
<![CDATA[Ein rundum verschwiegener Terroranschlag]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/ein-rundum-verschwiegener-terroranschlag/ Eine Beobachtung von Ulrich W. Sahm]]> Am Samstag sind ein Israeli und dessen Sohn Opfer eines antisemitischen Terroranschlags in dem arabischen Dorf Asun nahe des Übergangs zu Israel bei Kalkilia geworden. Die beiden stammen aus Ofakim bei Be'er Scheva und haben den Zahnarzt Amin Mansur aufgesucht. Eine Zahnbehandlung kostet in den besetzten Gebieten nur halb so viel wie in Israel.

Josef Peretz, 60, und sein Sohn Liber, 17, verließen gerade die Klinik und begaben sich zu ihrem Auto, als ein 15 Jahre alter Palästinenser aus Asun auf sie zuging und fragte, ob sie Juden seien. Als die beiden das bejahten, zückte er ein Messer und stach auf sie ein. Der Sohn versuchte seinen an der Hand verletzten Vater zu schützen und stürzte sich auf den Palästinenser. Der konnte so mehrfach in den Rücken des jungen Israeli stechen und ihn schwer verletzen.

Morddrohungen für Hilfeleistung

Der Arzt hörte offenbar die Geräusche auf der Straße, stürzte aus seiner Klinik heraus und konnte den 15-jährigen Palästinenser in die Flucht schlagen. Ohne seine Hilfe hätte die Messerattacke wohl ein schlimmeres Ende genommen. Die Verletzten wurden per Ambulanz ins Krankenhaus in Israel gebracht.

Inzwischen haben israelische Sicherheitskräfte den Vater des mutmaßlichen Messerstechers verhaftet. Der Täter stellte sich der palästinensischen Polizei. Gleichzeitig erreichten den Arzt Morddrohungen, weil er es gewagt habe, Israelis das Leben zu retten. In den sozialen Netzwerken wurde Mansur von arabischer Seite als „Retter der Siedler“ bezeichnet.

Derartiger Unmut wegen Hilfeleistung für Israelis ist ein bekanntes Phänomen. Ein Arzt aus Hebron, der ebenfalls Israelis nach einem Anschlag geholfen hatte, geriet unter Druck, so dass er nach Israel fliehen musste. Innenminister Arje Deri erteilte ihm eine Aufenthaltsgenehmigung in Israel.

Wirtschaftliche Einbußen befürchtet

Im Dorf Asun wurde indes Ablehnung gegen den Anschlag laut. Denn die dort lebenden Palästinenser sind wirtschaftlich völlig abhängig von den Kunden aus Israel. Arabische wie jüdische Israelis kommen in großen Zahlen in die arabischen Städte, weil die Zahnärzte dort so preiswert sind. Ebenso lassen sie dort günstig ihre Autos reparieren. Auf den Märkten locken Gemüse und andere Waren mit niedrigen Preisen.

Grundsätzlich warnen große rote Schilder israelische Bürger vor Besuchen in den palästinensischen Städten und einem Teil der Ortschaften – wegen akuter Lebensgefahr. Aber vor allem arabische Israelis kümmern sich nicht um diese Warnschilder.

Der Anschlag vom Samstag erhielt große Aufmerksamkeit in den israelischen Medien und könnte dazu führen, dass jetzt weniger Israelis in die arabischen Ortschaften zum Einkaufen fahren. Die Leidtragenden werden die palästinensischen Händler sein – ohne die „israelische Besatzung“ dafür verantwortlich machen zu können.

Keine mediale Aufmerksamkeit

Obgleich es sich hier eindeutig um einen Terroranschlag handelte und es zwei Verletzte gab, wurde der Vorfall in den deutschen Medien völlig ignoriert. Bei anderen Anschlägen berichten die deutschen Medien oft erst, wenn Israel „reagiert“ oder wenn bei einem Mordanschlag ein Palästinenser erschossen wird.

Andererseits mangelt es nicht an kritischen Berichten, wenn jüdische Extremisten Hauswände beschmieren, Autoreifen aufschlitzen oder christliche Priester in Jerusalem bespucken. Dabei werden Extremisten zumeist pauschal als „Siedler“ bezeichnet, selbst wenn deren Wohnort unbekannt ist.

Von: Ulrich W. Sahm

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Mon, 09 Sep 2019 12:31:00 +0200
<![CDATA[Störprotest auf israelischem Filmfestival]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/09/09/stoerprotest-auf-israelischem-filmfestival/ Beim deutsch-israelischen Filmfestival „Seret International“ in Berlin ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Mehrere Personen, darunter Anhänger der Israel-Boykott-Bewegung BDS, störten am Samstag eine Fragerunde nach der Vorführung des Dokumentarfilms „King Bibi“ über Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Die „Jüdische Allgemeine“ berichtet, dass die Aktivisten ein anti-israelisches Plakat zeigten und das Publikum zum Verlassen des Kinos aufforderten. Die Polizei habe die Störer aus dem Saal gebracht, die Fragerunde fand nicht mehr statt. Der Staatsschutz ermittelt.

Von: mab

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Mon, 09 Sep 2019 11:58:00 +0200
<![CDATA[Hisbollah: Haben israelische Drohne abgeschossen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/09/09/hisbollah-haben-israelische-drohne-abgeschossen/ Eine israelische Drohne ist während einer routinemäßigen Aufklärungsoperation im Norden des Landes am Sonntagabend im südlichen Libanon abgestürzt. Das teilte die Armee am Montagmorgen laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ mit. Die Schiitenmiliz Hisbollah gab hingegen an, den unbemannten Flugkörper abgeschossen zu haben. Die Überreste der Drohne seien nun „in den Händen des islamischen Widerstands“. Die israelische Armee erklärte wiederum, dass keine Informationen von der Drohne entnommen werden könnten.

Von: mab

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Mon, 09 Sep 2019 10:36:00 +0200
<![CDATA[Forscher finden Mosaik mit christlichen Motiven]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2019/09/06/forscher-finden-mosaik-mit-christlichen-motiven/ JERUSALEM (inn) – Hippos, östlich des Sees Genezareth, ist eine Fundgrube für Archäologen. Der griechische Name bedeutet Pferd – wegen der Form des Hügels zu Füßen der Golanhöhen. Jetzt melden israelische Archäologen aus Haifa, auf dem Fußboden einer byzantinischen Kirche zahlreiche „christliche Motive“ gefunden zu haben. Darunter ist die Abbildung eines Korbs mit Brotlaiben, einem Pfau und Fisch.

Hippos, auf Hebräisch auch Susita genannt, war eine Stadt, die unter anderem von Herodes dem Großen regiert wurde. Als wohlhabende Stadt gab es in ihr Hunderte Säulen aus rotem ägyptischem Granit. Im Neuen Testament ist oft die Rede von einer „auf einem Hügel liegenden Stadt“, womit Hippos gemeint sein könnte.

Die „verbrannte Kirche“ ist eine byzantinische Kirche, die israelische, polnische und amerikanische Archäologen im Nationalpark Hippos seit 1993 untersuchen. Wahrscheinlich ist die Kirche während der Eroberung der Stadt durch die Sassaniden im Jahre 614 nach Christus in Brand gesteckt worden. Das Sassanidische Reich war das letzte persische Reich vor der Ankunft des Islam und der Araber im Nahen Osten.

Für die Ausgräber war der zerstörerische Brand ein Segen. Denn so wurden die kostbaren Mosaiken mit einer dicken Ascheschicht bedeckt, weshalb sie bestens erhalten geblieben sind.

Der gesamte Innenbereich der Kirche auf einer Fläche von 10 mal 15 Metern wurde freigelegt. Dabei wurden auch Türklopfer aus Bronzeguss in der Form brüllender Löwen gefunden.

Griechische Inschriften

Die Ausgrabungen werden von Michael Eisenberg betreut, im Auftrag des Instituts für Archäologie an der Universität Haifa. Nachdem die Mosaiken auf dem Fußboden der Kirche gereinigt und konserviert waren, konnten die Experten auch zwei griechische Inschriften prüfen und entziffern. Die erste erzählt von den Kirchenvätern Theodoros und Petros, die ein Heiligtum für einen Märtyrer bauten. Die zweite befindet sich in einem Medaillon in der Mitte des Mosaiks. Sie enthält den Namen des Märtyrers, Theodoros.

Die Abbildung der Brotlaibe könnte ein Hinweis auf das im Neuen Testament beschriebene Wunder sein, wie Jesus Tausende Menschen mit fünf Brotlaiben und zwei Fischen versorgt. Andere Mosaike zeigen zwölf Körbe voller Brot. Das Neue Testament beschreibt, wie die Jünger Jesu nicht nur alle Zuhörer ernähren konnten, sondern nach dem Wunder jeweils einen vollen Korb besaßen.

Die Darstellungen in Hippos, auf dem Hügel östlich des Sees Genezareth, werfen Fragen auf zu anderen Stätten im Westen des Gewässers, wo die gleichen Wunder Jesu auf alten Mosaiken dargestellt sind. Berühmt und bekannt ist die „Brotvermehrungskirche“ in Tabgha. Dort ist ein frühchristliches Mosaik mit einem Brotkorb zu sehen.

Genauer Ort der Brotvermehrung bleibt Geheimnis

Ob nun das Wunder Jesu im Osten oder Westen des Sees stattgefunden hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Grabungsleiter Eisenberg ist daher vorsichtig mit einer endgültigen Interpretation der neuen Funde. „Heutzutage neigen wir dazu, die Kirche der Vermehrung in Tabgha im Nordwesten des Sees von Galiläa als Ort des Wunders zu betrachten. Aber bei sorgfältiger Lektüre des Neuen Testaments ist offensichtlich, dass das Wunder nördlich von Hippos in der Stadt stattgefunden haben könnte“, sagte er.

„Die Fische haben in der christlichen Welt eine zusätzliche symbolische Bedeutung“, so Eisenberg weiter. Er betonte, es könne unterschiedliche Erklärungen für die Beschreibungen von Broten und Fischen im Mosaik geben, aber man dürfe die Ähnlichkeit mit der Beschreibung im Neuen Testament nicht ignorieren.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 06 Sep 2019 13:51:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu: Europäer müssen Druck auf den Iran erhöhen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/09/06/netanjahu-europaeer-muessen-druck-auf-den-iran-erhoehen/ LONDON (inn) – Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat am Donnerstag in London mit seinem Amtskollegen Boris Johnson die Lage im Nahen Osten thematisiert. Aufgrund der anhaltenden Debatten um den Brexit dauerte das Treffen nur etwa eine halbe Stunde – die Tageszeitung „Guardian“ maß gar nur 29 Minuten. Dennoch sei es ein Beleg für „Netanjahus Einfluss in der Downing Street“, dass es überhaupt zu dem Treffen kam.

Johnson betonte in der Presserunde vor dem Gespräch, Großbritannien halte „natürlich“ an einer Zwei-Staaten-Lösung fest. Netanjahu antwortete, dass er über dieses Thema „auch“ reden möchte. Sein Hauptanliegen war aber die Iran-Politik. Die europäischen Mächte sowie die Europäische Union wollen auch nach dem Ausstieg der USA an dem Atomdeal festhalten. Netanjahu hatte den Deal jedoch von Anfang an kritisiert. Am Donnerstag forderte er Johnson dazu auf, einen Plan der Franzosen abzuweisen, der trotz der US-Sanktionen den Kauf von iranischem Öl ermöglichen würde.

London: Iran darf keine Nuklearwaffen erhalten

Nach dem Treffen sagte ein Sprecher von Johnson, beide Seiten seien darüber einig, dass der Iran keine Atomwaffen erhalten dürfe. Außerdem müsse das „destabilisierende“ Verhalten des Iran gestoppt werden. Johnson habe bei dem Treffen die „Notwendigkeit des Dialogs und einer diplomatischen Lösung“ betont. Bereits bei Reiseantritt hatte Netanjahu jedoch gesagt, jetzt sei nicht die Zeit für Gespräche. Vielmehr müsse durch Sanktionen der Druck auf den Iran erhöht werden.

Wie die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ berichtet, überwachte eine Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard den Besuch Netanjahus. Diese trete selten in Erscheinung. Die Polizisten tragen Masken, um ihre Identität zu schützen, und sind in der Regel schwer bewaffnet. Die Einheit wurde 2016 infolge terroristischer Anschläge in Europa gegründet.

Von: df

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Fri, 06 Sep 2019 12:54:00 +0200