Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 16 May 2021 18:01:43 +0200 <![CDATA[Massive Angriffe auf Tel Aviv und Umgebung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/16/massive-angriffe-auf-tel-aviv-und-umgebung/ JERUSALEM / GAZA (inn) – Palästinensische Terroristen im Gazastreifen haben am frühen Sonntagmorgen etwa 55 Raketen auf Tel Aviv und weitere Städte in Zentralisrael abgefeuert. Angriffe galten außerdem Zielen im nördlichen Teil des Westjordanlandes und in Südisrael, wie das Militär mitteilte. Insgesamt gab es rund 130 Angriffe. Das System „Eisenkuppel“ fing erneut einen Großteil der Geschosse ab. Zehn Menschen verletzten sich, als sie bei Raketenalarm in Schutzräume rannten.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin telefonierte am Samstag mit seinem israelischen Amtskollegen Benny Gantz (Blau-Weiß). Er bekräftigte Israels Recht auf Selbstverteidigung und verurteilte die Angriffe palästinensischer Terrorgruppen auf israelische Zivilisten. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Am Sonntagmittag setzten die Terrorgruppen ihre Angriffe fort. Zwei Raketen kamen in der Stadt Netivot in der Wüste Negev auf. Eine explodierte in der Nähe einer Tankstelle, die andere löste einen Böschungsbrand aus. In Aschkelon wurde ein acht Monate altes Baby leicht verletzt, als seine Mutter es in einen Bunker brachte.

Luftwaffe bombardiert Haus von Hamas-Führer Sinwar

Die israelische Luftwaffe nahm Samstagnacht erneut Ziele der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad ins Visier. In Chan Junis im Süden des Gazastreifens bombardierte sie die Häuser des Hamas-Führers Jahja Sinwar und seines Bruders Muhammad. Dieser ist verantwortlich für die Personalabteilung der Terrorgruppe. Nach Angaben der Armee dienten die Häuser auch für terroristische Aktivitäten. Offenbar hielt sich zum Zeitpunkt der Angriffe niemand in den Gebäuden auf.

Zudem beschoss die Luftwaffe erneut das Tunnelsystem der Hamas. In Phase 2 sei sie etwa 30 Angriffe geflogen, sagte Armeesprecher Hidai Silberman. Bereits am Donnerstagabend hatte die Luftwaffe ungefähr 450 Raketen auf 150 Ziele der unterirdischen Anlage abgeschossen, die bei der Armee die „U-Bahn“ der Hamas heißt. Ferner seien Waffenverstecke und Büros von Terrorführern beschossen worden. Am Sonntag bombardierte die Luftwaffe weitere Ziele der Hamas.

Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntagmittag mit, seit Montagabend seien 181 Palästinenser in der Operation „Wächter der Mauern“ getötet worden. Auf israelischer Seite gibt es bislang zehn Tote.

Armee: Hochhaus mit Medienbüros beherbergte „militärische Ressourcen“

Indes verteidigte die Armee den Angriff vom Samstag auf ein Hochhaus mit Medienbüros, unter anderem von der Nachrichtenagentur AP. Kritik an der Aktion äußerte unter anderen US-Präsident Joe Biden. Aus dem Militär hieß es, in dem Gebäude hätten sich „militärische Ressourcen“ vom Geheimdienst der Hamas befunden. Die Terrorgruppe verstecke sich hinter den Büros der Medien im Al-Dschalaa-Turm und „nutzt sie als menschliche Schutzschilde“.

Hamas-Sprecher Abu Obeida hatte nach dem Beschuss mit Angriffen auf Tel Aviv gedroht. Dies machte die Terrorgruppe wenige Stunden später wahr. Ferner bezeichnete die Hamas die Raketensalven als Rache für den Tod von zwei Frauen und zehn Kindern bei einem Angriff auf ein dreistöckiges Haus. Aus der Armee hieß es, in dem Gebäude hätten sich Terroristen aufgehalten.

Der Verband der Auslandspresse (FPA) in Israel forderte eine Dringlichkeitssitzung mit israelischen Vertretern, um über den Vorfall zu diskutieren. Er bekundete Besorgnis und Missfallen ob der Entscheidung, das Gebäude mit den Medienbüros anzugreifen. „Wissentlich die Zerstörung der Büros von einigen der größten und einflussreichsten Nachrichtenorganisationen der Welt zu verursachen, wirft zutiefst beunruhigende Fragen bezüglich Israels Bereitschaft auf, die Pressefreiheit zu behindern“, heißt es in einer Mitteilung des FPA vom Samstag.

Demonstrationen gegen israelische Luftangriffe in deutschen Städten

In mehreren deutschen Städten gab es am Samstag Proteste gegen Israels Vorgehen gegen die Terrorinfrastruktur im Gazastreifen. Ein weiterer Anlass für die Demonstrationen war das Gedenken an die „Nakba“. Mit diesem arabischen Wort für „Katastrophe“ bezeichnen Palästinenser die israelische Staatsgründung vor 73 Jahren und deren Folgen für die arabische Bevölkerung im ehemaligen Mandatsgebiet Palästina.

In Berlin, Mannheim, Stuttgart, Hamburg und Frankfurt am Main löste die Polizei Demonstrationen vorzeitig auf. Teilweise hielten sich die Teilnehmer nicht an die Corona-Auflagen. Es kam aber auch zu Ausschreitungen. So gab es laut Polizei in Stuttgart bei einer Versammlung der Organisation „Palästina spricht" offenbar eine „körperliche Auseinandersetzung zwischen einer Kleinstgruppe türkischer und kurdischer Demonstrationsteilnehmer“. In Frankfurt hatte das Verwaltungsgericht ein Demonstrationsverbot der Stadt aufgehoben. Doch wegen Verstößen gegen Auflagen brachen Polizisten die Kundgebung ab.

Die israelische Korrespondentin Antonia Yamin wurde nach eigenen Angaben während einer Demonstration in Berlin mit Feuerwerkskörpern beworfen. Offenbar habe es den Angreifern nicht gefallen, dass sie auf Hebräisch über die Vorgänge berichtete.

Von: eh

Dieser Artikel wurde zuletzt um 13:49 Uhr aktualisiert.

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Sun, 16 May 2021 09:01:00 +0200
<![CDATA[Raketenangriffe dauern an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/15/raketenangriffe-dauern-an/ JERUSALEM / GAZA (inn) – Auch in der Nacht zu Samstag haben palästinensische Terroristen im Gazastreifen israelische Städte angegriffen. Sie feuerten etwa 200 Raketen ab. In der Küstenstadt Aschkelon und in der Wüstenhauptstadt Be'er Scheva wurde je ein Wohnhaus getroffen. 19 Menschen mussten nach dem Einschlag in Be'er Scheva im Krankenhaus behandelt werden. Im Hafen von Aschdod löste ein Geschoss eine Explosion in einem Treibstofflager und damit einen Brand aus. Verletzt wurde dabei niemand, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Am Samstag setzten die Terrorgruppen ihre Angriffe auf Ziele im Süden und im Zentrum Israels fort. In Ramat Gan bei Tel Aviv explodierte eine Rakete. Ein Mann kam dabei ums Leben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Israel auf zehn.

Die israelische Luftangriffe bombardierte über Nacht erneut Ziele der Terrorvereinigungen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen. Armeeangaben zufolge galt der Beschuss unter anderem einem Raketenwerfer, der am Montag für Angriffe im Raum Jerusalem gedient hatte. Zudem seien Terrorzellen getroffen worden, die Raketen abfeuern wollten.

Zehn Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet

Nach palästinensischen Angaben starben bei einem Luftangriff auf ein dreistöckiges Gebäude im Flüchtlingslager Al-Schati acht Kinder und zwei Frauen. Sie alle gehörten zur Familie Abu Hatab. 15 weitere Palästinenser wurden verwundet. Sie wollten das Abschlussfest des Fastenmonats Ramadan, Eid al-Fitr, feiern.

Der Anwohner Said Alghul sagte laut „Times of Israel“, der israelische Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt. Mindestens drei Bomben hätten das Haus getroffen. Nach Angaben der Armee hatten sich ranghohe Hamas-Vertreter in dem Gebäude aufgehalten. Die Zahl der Toten seit Beginn der Raketenangriffe auf Israel am Montagabend beziffert das Gesundheitsministerium in Gaza mit 140.

Am Samstag griff die Luftwaffe ein 14-stöckiges Gebäude an. Darin befanden sich Büros zahlreicher Medien, wie „Al-Dschasira" oder die Nachrichtenagentur AP. Vor dem Beschuss hatte das Militär den Palästinensern eine Warnung zukommen lassen.

Tote bei Ausschreitungen im Westjordanland

Indes protestierten am Freitag an vielen Orten im Westjordanland Palästinenser gegen die israelische Politik in Jerusalem. Laut der Armee warfen sie unter anderem Molotowcocktails. Die Soldaten setzten Mittel zur Auflösung von Demonstrationen ein, aber auch teilweise scharfe Munition. Mindestens neun Palästinenser wurden bei den Auseinandersetzungen getötet, 500 wurden verletzt.

Die Hamas stachelte die Palästinenser zur Gewalt auf: „Steckt den Boden unter den Füßen der Besatzung in Brand“, hieß es aus dem bewaffneten Flügel der Terrorgruppe. Etwa 3.000 Palästinenser beteiligten sich an den Protesten, teilte die Armee mit.

Hisbollah-Aktivist bei Zwischenfall an der libanesischen Grenze getötet

Einen weiteren gewaltsamen Zwischenfall gab es am Freitag an der israelisch-libanesischen Grenze. Demonstranten versuchten, bei Metulla nach Israel einzudringen. Sie legten Gegenstände ab, die das Militär für Sprengsätze hielt. Drei Verdächtige durchschnitten den Grenzzaun. Mit vier weiteren Libanesen legten sie auf israelischem Gebiet ein Feuer, das auf die libanesische Seite übergriff.

Die Armee vermutete einen geplanten Anschlag. Soldaten schossen einem der Verdächtigen ins Bein. Er erlag später seinen Verletzungen. Die Hisbollah-Miliz identifizierte ihn als eines ihrer Mitglieder.

Bereits am Donnerstag waren drei Raketen vom Libanon aus nach Israel abgefeuert worden und im Mittelmeer aufgekommen. Die Hisbollah distanzierte sich von dem Angriff. Am Freitag folgte ein weiterer Beschuss. Zwei Raketen schlugen auf offenem Feld ein. Die in Syrien ansässige „Palästinensische Tahir-Brigade“ bekannte sich zu dem Angriff, wie die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtet.

Zwei arabische Kinder bei Brandbombenanschlag verletzt

Am Freitag kam es erneut zu Ausschreitungen in israelischen Städten. In Akko wurde ein Theater in Brand gesteckt. Dieses gilt nach Angaben von Bewohnern als Symbol für die arabisch-jüdische Koexistenz in der Stadt. Auch Haifa und Umm el-Fahm waren von Unruhen betroffen. Demonstranten warfen Steine und Brandbomben, die Polizei nahm mehrere Personen fest.

In Jaffa wurden bei einem Brandbombenanschlag auf ein Wohnhaus zwei arabische Kinder verletzt: ein zehnjähriges Mädchen und sein zwölfjähriger Bruder. Der Junge wird mit schweren Brandwunden im Krankenhaus behandelt.

Auch in Lod gab es wieder Unruhen. Die Polizei schoss einen Menschen an, der eine Brandbombe auf ein Gebäude der Stadtverwaltung werfen wollte. Er wurde leicht verletzt. In Ostjerusalem kam es zu Zusammenstößen zwischen Arabern und der Grenzpolizei. Ein Polizeiauto wurde angezündet.

Von: eh

Der Artikel wurde zuletzt um 19:12 Uhr aktualisiert.

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Sat, 15 May 2021 15:09:00 +0200
<![CDATA[Bislang mindestens 2.000 Raketen auf Israel abgefeuert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/14/bislang-mindestens-2000-raketen-auf-israel-abgefeuert/ JERUSALEM / GAZA (inn) – Palästinensische Terrorgruppen im Gazastreifen haben ihre Angriffe auf Israel am Donnerstag und am Freitagmorgen fortgesetzt. Diese galten unter anderem den Städten Aschkelon, Aschdod, Be’er Scheva und Javne, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Viele Geschosse wurden abgefangen oder schlugen auf freiem Feld ein.

Eine neue Waffe der Hamas sind mit Sprengstoff beladene Drohnen. Die radikal-islamische Organisation veröffentlichte ein Video von den von ihr so genannten „Schebab-Selbstmorddrohnen“. Die Armee hat nach eigenen Angaben bislang fünf dieser Geschosse abgefangen. Sie enthielten etwa fünf Kilogramm Sprengstoff.

Indes erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Israel auf neun. Eine 50-jährige Frau, die am Dienstag auf dem Weg in einen Schutzraum gestürzt war, wurde für tot erklärt. Zudem glitt Donnerstagnacht eine 87-Jährige aus, als Raketenalarm ertönte. Dabei verletzte sie sich tödlich.

Angriffe auf Terrortunnel

Die Luftwaffe flog am Donnerstagabend mit rund 160 Kampfjets zeitgleich Angriffe auf ein Tunnelsystem der Hamas im Norden des Gazastreifens. Die Aktion dauerte fast 40 Minuten. Dabei wurden etwa 450 Raketen auf 150 Ziele abgefeuert, vor allem im Gebiet der Stadt Beit Lahia. Dies teilte Armeesprecher Hidai Silberman mit. Das israelische Militär nennt das System die „U-Bahn“ der Hamas.

Auch israelische Bodentruppen sind mittlerweile im Einsatz. Allerdings sind sie bislang nicht in den Gazastreifen einmarschiert. Vom Grenzgebiet aus gaben sie Artilleriefeuer auf Hamas-Kämpfer ab, die Angriffe gegen israelische Ziele vorbereiteten.

Am frühen Freitagmorgen bombardierte die Luftwaffe erneut Ziele der Terrorgruppen Hamas und Islamischer Dschihad. Die Angriffe galten vor allem Produktionsstätten für Raketen.

Netanjahu: Operation dauert, bis wieder Ruhe in Israel einkehrt

Seit Montagabend haben Palästinenser mindestens 2.000 Raketen auf Israel abgeschossen. Davon schlugen 330 auf palästinensischem Gebiet ein. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) sagte am Donnerstag, die Hamas und andere Terrorgruppen würden für den Beschuss einen „sehr hohen Preis“ zahlen müssen. Die Operation „Wächter der Mauern“ werde so lange andauern, wie es nötig sei, um Ruhe und Sicherheit in Israel wiederherzustellen.

Das Gesundheitsministerium in Gaza sprach am Freitagmorgen von 119 getöteten Palästinensern. Unter ihnen seien 27 Minderjährige. Laut der Armee handelt es sich bei der Mehrzahl der Toten um Terroristen. Von den Zivilisten seien viele durch fehlgeleitete palästinensische Geschosse ums Leben gekommen. So habe eine Rakete aus dem Gazastreifen eine Schule getroffen, mehrere Kinder seien dabei getötet worden.

Wegen der angespannten Sicherheitslage leitete Israel Flüge vom Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv zum Ramon-Flughafen bei Eilat um. Die Lufthansa setzte ihre Flüge nach Israel aus Sicherheitsgründen vorerst bis zum Montag aus.

Erneut Unruhen in israelischen Städten

Auch die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen arabischen und jüdischen Israelis dauern an. Am Donnerstagabend griff ein arabischer Mob in Jaffa einen 19-jährigen Soldaten brutal an. Er liegt mit einer Hirnblutung im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv, schreibt die Zeitung „Yediot Aharonot“. In Lod wurde erneut eine Synagoge in Brand gesteckt. Ein Sanitäter erlitt Schussverletzungen.

In der arabischen Stadt Umm el-Fahm wurde eine fünfköpfige jüdische Familie mit drei kleinen Kindern in ihrem Auto angegriffen. Die Polizei brachte sie in Sicherheit. Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) hat in den vergangenen Tagen mehrfach zusätzliche Reservisteneinheiten der Grenzpolizei angefordert, um der Ausschreitungen Herr zu werden.

Doch Hass kommt auch von jüdischer Seite: In der Wüstenhauptstadt Be’er Scheva forderten rechtsextreme Juden im Internet dazu auf, Araber anzugreifen und deren Besitz zu beschädigen. Auch in Ramle, einer zentralisraelischen Stadt mit gemischter Bevölkerung, gab es Aufrufe. „Kommt mit Schaufäden und Kippot und Waffen, Gott ist mit uns. Wir haben nichts zu befürchten“, schrieb ein Jude in den sozialen Medien. Ein anderer verbreitete über WhatsApp die Ansicht: „Die Polizei wird nichts tun, sie wird uns Rückendeckung geben und ein Auge zudrücken.“

Von: eh

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Fri, 14 May 2021 15:16:00 +0200
<![CDATA[Punktgenaue Vorwarnung bei Raketenbeschuss]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/14/punktgenaue-vorwarnung-bei-raketenbeschuss/ JERUSALEM (inn) – Die Sirenen bei Luftalarm sind laut und markerschütternd. Sie ertönen in Israel bei Gedenktagen wie dem Holocaustgedenktag oder dem Gedenktag für die gefallenen Soldaten im Frühjahr. Zwei Minuten lang sind dann die Bewohner Israels aufgefordert, still zu stehen, ihre Autos zu stoppen und sich kurz neben sie zu stellen.

Dieser Tage wird Israel von Tausenden Raketen aus dem Gazastreifen beschossen. Aber dann heulen die Sirenen nicht im ganzen Land, sondern nur in den betroffenen Gebieten. Landesweit kann der Raketenalarm jedoch in den knapp drei bis vier Minuten andauernden Rundfunknachrichten oder im Fernsehen miterlebt werden. Gibt es Raketenbeschuss, wird das Programm unterbrochen. Ganz kurz heult eine Sirene und es werden die Orte oder sogar nur die Stadtviertel verlesen, in denen Raketen explodieren könnten. Dazu kommt der Hinweis, dass Bewohner sich sofort in die Sicherheitsräume begeben und dort zehn Minuten lang verweilen sollten.

Aber die Nachrichten werden nur jede volle Stunde gesendet und nicht jeder hört permanent Radio. Die Verantwortlichen wollten eine individuelle Lösung und haben diese jetzt offenbar gefunden: Sie setzten auf eine Methode, die der Geheimdienst Schabak während der Corona-Pandemie angewandt hat.

App mit Geheimdienstmethodik

Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise wurde der Bevölkerung in Israel klar, dass der Schabak jeden überwachen und nachverfolgen könne. Die modernen Smartphones registrieren automatisch den exakten Standort des Besitzers. Das Gesundheitsamt machte sich diese Fähigkeit zunutze, um infizierte Corona-Kranke zu verfolgen und festzustellen, wo sie sich aufhielten und mit wem sie sich getroffen haben. Außerdem konnte die Virusverbreitung besser nachvollzogen werden. Als diese Methoden publik wurden, entstand in Israel eine öffentliche Debatte über die Befugnisse des Geheimdienstes gegenüber der Zivilbevölkerung. Wenig später wurde per Gesetz dem Geheimdienst verboten, unbescholtene Bürger zu überwachen.

Diese Technologie wird offenbar nun jedoch dafür genutzt, die Alarmsirenen ganz individuell in der Hosentasche aufheulen zu lassen, wenn sich jemand in einem möglichen Zielgebiet der Hamas-Raketen aufhält. Die Radare des Raketenabwehrsystems „Eisenkuppel“ registrieren ein Geschoss der Hamas und berechnen die Flugbahn und den Einschlagsort. Smartphone-Nutzer, die sich in dem berechneten Gebiet oder Stadtteil aufhalten, werden mit Hilfe der App individuell gewarnt. Eine großer Sirenen-Alarm, der alle Bewohner der Stadt in Aufruhr versetzt, wäre so obsolet.

Ein weiterer Vorteil ist, dass mit Hilfe der App ebenfalls vor Raketen gewarnt werden kann, die in offenem Gelände einschlagen und deswegen aus Kostengründen nicht vom Raketenabwehrsystem abgeschossen werden. Eine einzelne Rakete des Abwehrsystems „Eisenkuppel“ kostet 60.000 US-Dollar.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 14 May 2021 13:54:00 +0200
<![CDATA[Antisemitismus bricht sich Bahn in Deutschland]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/14/antisemitismus-bricht-sich-bahn-in-deutschland/ BERLIN / BONN / MANNHEIM (inn) – Im Zuge der jüngsten Gewalteskalation im Nahostkonflikt hat es in Deutschland mehrere antisemitische Übergriffe gegeben. In Gelsenkirchen schwenkten am Mittwoch etwa 180 Demonstranten palästinensische, tunesische und türkische Flaggen. Dabei skandierten Sie „Scheiß-Juden!“. Die anwesenden Polizeibeamten schritten nicht ein. Es seien nicht genügend Kräfte vor Ort gewesen, um gleichzeitig die Synagoge zu schützen und Tatverdächtige aus der Menge zu ziehen, sagte ein Polizeisprecher.

Am kommenden Donnerstag soll sich der nordrhein-westfälische Landtag damit beschäftigen. CDU und FDP haben eine Sondersitzung des Innenausschusses beantragt. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte mit: „Unsere Polizei ermittelt die Täter mit aller Konsequenz, damit sie bestraft werden können.“ Bisher sei ein Tatverdächtiger ermittelt worden. Reul sagte am Freitagmorgen, im Täterspektrum befänden sich „nicht nur palästinensische Gruppen“. Es gehe insgesamt um Täter aus dem arabischen Raum, etwa aus Syrien.

In Bremen beteiligten sich am Donnerstag rund 1.500 Menschen an einer Anti-Israel-Demonstration. Eigentlich waren nur 300 Teilnehmer angemeldet. Sie riefen „Freiheit für Palästina!“ und „Allahu Akbar“ (Allah ist größer). Laut Presseberichten hielten sich viele der Demonstranten weder an Abstandsregeln noch an Maskenpflicht.

Vor Synagogen in Bonn und Münster waren zuvor israelische Flaggen angezündet worden. Ebenso vor dem Düsseldorfer Rathaus. In Bonn und Mannheim wurden die Scheiben von Synagogen mit Steinen beschädigt. Unbekannte zündeten eine vor dem Solinger Rathaus gehisste israelische Flagge an. Eine Isarelfahne, die die CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin hisste, wurde gestohlen. Gleiches passierte mit einer Israelflagge vor dem Neubrandenburger Rathaus.

Reaktionen von Politik und Gesellschaft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die antisemitischen Taten: „Wer aber auf unseren Straßen Fahnen mit dem Davidstern verbrennt und antisemitische Parolen brüllt, der missbraucht nicht nur die Demonstrationsfreiheit, sondern der begeht Straftaten, die verfolgt werden müssen!“ Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) appellierte: „Wir alle sind gefordert, deutlich zu machen, dass wir es nicht akzeptieren, wenn Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland für Ereignisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden“.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kritik an der Politik Israels sei in Deutschland selbstverständlich möglich. „Wer solche Proteste aber nutzt, um seinen Judenhass herauszuschreien, der missbraucht das Demonstrationsrecht. Antisemitische Kundgebungen wird unsere Demokratie nicht dulden.“ Ein Sprecher des Innenministeriums ergänzte, der Bund werde den Ländern für zusätzlichen Schutz jüdischer Einrichtungen auf Anfrage Kräfte der Bundespolizei zur Verfügung stellen.

Islamverbände verurteilen die Vorfälle

Der deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein nahm am Freitag Islamverbände in Deutschland in die Pflicht, „sich von Gewalt gegen Jüdinnen und Juden und von Angriffen auf ihre Gotteshäuser zu distanzieren, zu Gewaltfreiheit aufzurufen und deeskalierend auf die muslimische Gemeinschaft in Deutschland einzuwirken“.

Wenig später meldete sich der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, mit einer Verurteilung: „Wer Rassismus beklagt, selbst aber solch antisemitischen Hass verbreitet, hat alles verwirkt. Wer angeblich Israelkritik üben will, dann aber Synagogen und Juden angreift, greift uns alle an und wird meinen Widerstand bekommen.“

Die islamische Religionsgemeinschaft DITIB in Hessen positionierte sich am Donnerstag zu den Vorfällen: „Dies ist auf das Schärfste zu verurteilen und darf keineswegs geduldet werden. Unsere Solidarität gilt den jüdischen Gemeinden.“ Sie warnte davor, „wie die Eskalation des palästinensisch-israelischen Konfliktes missbraucht wird, um das emotional-spirituelle Empfinden der muslimischen Gläubigen in Deutschland zu instrumentalisieren“. Denjenigen, die die tragischen Geschehnisse instrumentalisieren, begäben sich „auf ferne Abwege der prophetischen Tradition“.

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit teilte mit, die nahöstliche Gewalt sei inzwischen auch in Deutschland angekommen: „Unsere Mitgliedsgesellschaften berichten aus verschiedenen Städten von Anschlägen auf Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Diesen Terror, der erneut undifferenziert und kollektiv Jüdinnen und Juden hier vor Ort für Ereignisse in Israel in Haftung nimmt und damit eine zutiefst antisemitische Haltung offenbart, lehnen wir entschieden ab."

Von: tk

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Fri, 14 May 2021 12:26:00 +0200
<![CDATA[Österreich verbietet sämtliche Hisbollah-Symbole]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/14/oesterreich-verbietet-saemtliche-hisbollah-symbole/ Der österreichische Ministerrat hat am Mittwoch das Verbot sämtlicher Symbole der libanesischen Terrormiliz Hisbollah beschlossen. Bisher galt das Verbot nur für Erkennungszeichen des militärischen Zweigs. Nun sind auch die Symbole des politischen Arms miteingeschlossen. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg sprach von einem „ganz klaren Signal“. Da die Gruppe in ihrem Auftreten keine Unterscheidung zwischen dem militärischen und dem politischen Teil mache, reflektiere dieser Schritt nur die Realität, erklärte Schallenberg.

Von: val

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Fri, 14 May 2021 11:48:00 +0200
<![CDATA[Walmart kauf israelisches Start-up „Zeekit“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/05/14/walmart-kauf-israelisches-start-up-zeekit/ Ein Nachteil beim Onlinekauf von Mode ist die fehlende Möglichkeit, die Kleidungsstücke anzuprobieren. Dieses Problem hat das israelische Start-up „Zeekit“ gelöst. Es ermöglicht seinen Nutzern, Kleidung beim Onlineshopping virtuell anzuprobieren. Aus diesem Grunde kündigte der amerikanische EInzelhandelskonzern Walmart an, „Zeekit“ zu kaufen. Mit der Übernahme wolle das Unternehmen ein „personalisiertes und erlebbares“ Einkaufen für die Kunden ermöglichen. „Zeekit“ wurde 2013 gegründet. Über die Höhe des Kaufpreises machte Walmart keine Angaben.

Von: mas

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Fri, 14 May 2021 10:53:00 +0200
<![CDATA[Mit dem Schiff ins Land der Vorväter]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/14/mit-dem-schiff-ins-land-der-vorvaeter/ Alija, so heißt im Hebräischen „Hinaufgehen“. Anfänglich bedeutete es ein Hinaufgehen nach Jerusalem, um dort die jüdischen Feste zu feiern. Heute ist damit die Rückkehr der Juden aus der Diaspora ins Land Israel gemeint, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts meist auf Land- und Wasserwegen erfolgte.

In diesen Tagen feiert der Staat Israel mit einer Multikultigesellschaft aus über 150 Ländern seinen 73. Jahrestag seit der Neugründung durch das UNO-Mandat vom November 1947. Alija wird von staatlicher Seite unterstützt durch die Jewish Agency For Israel, JAfI, die für Prüfung der Dokumente, Organisation und Vorbereitungsprogramme zuständig ist. Seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ engagieren sich auch nicht-jüdische Gruppen für die Rückwanderer, auf Hebräisch „Olim“. Die Zeit der Überfahrten aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten per Schiff ging 2004 zu Ende. Olim kommen heute mit Flugzeugen aus aller Welt.

Ein Oberhausener träumt von Israel

Durch die Geschichte hindurch hat das jüdische Volk Vertreibung und Zerstreuung erlebt. In den Herzen der Juden blieben jedoch Hoffnung und Sehnsucht wach, eines Tages in das Land der Vorväter zurückzukehren und es wieder aufzubauen.

Diese Sehnsucht bewegte nach dem Ersten Weltkrieg auch Walter Bein aus Oberhausen. Im Jahr 1924 verließ er als 20-Jähriger die Stadt, wo er Kindheit und Schulzeit verbracht hatte, und emigrierte nach Palästina, damals noch britisches Mandatsgebiet. 1934 folgten ihm sein Vater Robert Bein, ein Kaufmann, die Mutter sowie sein Bruder. Es wurde eine Alija ins Land der Vorväter.

Sohn Uri erzählt

Wie ging es mit Familie Bein in Israel weiter? Dazu äußert sich gegenüber Israelnetz Uri Atzmon, der Sohn von Walter Bein. Nach 1948 hatte die Familie Bein den hebräischen Namen Atzmon angenommen.

„Vater und Großvater haben wenig über Deutschland und die Alija erzählt. Wir waren ja noch Kinder. Mein Vater Walter gehörte zu einer jüdischen Jugendorganisation: ‚Blau-Weiß‘. Er war als 20-Jähriger nach Palästina eingereist. 1925 wurde er von ‚Blau-Weiß‘ nochmals für ein halbes Jahr nach Deutschland geschickt, um Jugendgruppen für die Alija zusammenzustellen. Viele kamen rechtzeitig nach Palästina; andere wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Die jungen Einwanderer wollten das Land aufbauen und die alten Städte neu mit Leben füllen. Mit ihnen auf dem Rückweg, traf mein Vater auf dem Schiff Lydia Okunsky, meine Mutter, gebürtig aus Posen, heute Polen. Sie reisten zusammen ein, wurden ein Paar und heirateten.

Mein Großvater Robert Bein gab erst unter der Naziherrschaft 1934 sein Geschäft in Oberhausen auf und kam mit der Großmutter zu uns nach Palästina. Wir wohnten als Familien nebeneinander im selben Ort. Leider erlebten die Großeltern die ersehnte Staatsgründung nicht mehr mit.“

Leben im Kibbutz

Nach 1948 kamen im Laufe der Jahrzehnte viele Freiwillige, auch aus Deutschland, in das junge Land, um in Kibbutzim bei der Landarbeit oder Ernte mitzuhelfen. Kibbutzim sind im ganzen Land Israel zu finden. Es waren ursprünglich landwirtschaftliche Siedlungen, in denen Menschen zusammenlebten und arbeiteten und einheitlichen Lohn erhielten. Obstbäume wurden angepflanzt, der Boden bewirtschaftet. Die Bewohner ernteten und verkauften Zitronen, Melonen, Zwiebeln, Datteln, Oliven, alle Arten Gemüse und, nicht zu vergessen, die köstlichen Weinsorten. Wie sagt man bei der Verkostung? „Le Chaim!“ Auf Deutsch: „Zum Leben!“ Für Volontäre bot die Mitarbeit gleichzeitig ein Kennenlernen von neuen Formen des Zusammenlebens in der jüdischen Kultur. Freundschaften wurden geschlossen, wovon einige bis heute bestehen.

Auch Uris Vater Walter Bein lebte mit seiner Familie einige Zeit in einem Kibbutz auf dem Land der Jewish Agency, Giv‘at Brenner. Er wurde 1928 gegründet, am Aufbau wirkte er wie viele deutsche und russische Juden mit. Uris Bruder wurde dort geboren, insgesamt waren sie vier Geschwister.

Im Laufe der Zeit erweiterten viele Kibbutzim ihre Betriebe durch Industrialisierung und mit Tourismusangeboten als zusätzliche Einnahmequelle. Gästehäuser wurden gebaut, Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen, Wellness- und Freizeitprogramme angeboten.

Israelnetz: Uri, wie ging es mit deiner Familie nach dem Leben im Kibbutz weiter?

Uri Atzmon: Zuerst zogen wir nach Tel Aviv. Nach einiger Zeit schlossen wir uns mit einer größeren Gruppe von deutschen und polnischen jungen Juden zusammen, weitere kamen hinzu, und gründeten bei Petach Tikva das Dorf Kfar Sirkin. Wir konnten ungenutzten Boden erwerben und begannen 1936, kleine Wohnhäuser zu bauen. Kuh- und Geflügelstall kamen dazu. Der Garten wurde angelegt und Zitrusbäume gepflanzt. Wir lebten nicht weit entfernt von der Stadt, nur etwa eine Stunde Fußweg. Damals gab es auch noch nicht viel Verkehr auf der Straße. Heute leben etwa 1.500 Einwohner in unserem Dorf.

Die geringe Fläche Boden unseres Dorfes gab nicht genug Ertrag. Das bedeutete, die Männer und Väter benötigten für den Lebensunterhalt eine zweite Einkommensquelle. Die Frauen und Kinder bauten weiter Gemüse an und versorgten Hühner- und Kuhstall. Wir Geschwister halfen mit, ich war damals der Jüngste. Wenn der Vater von seiner Tätigkeit nach Hause kam, packte auch er mit an.

1952 bestand die Möglichkeit, zusätzlichen Boden zu erwerben. Zu der Zeit war aber nur noch etwa ein Drittel des Dorfes in der Lage, die Bearbeitung zu übernehmen. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten bereits die meisten Männer andere Arbeitsstellen gefunden.

Welche Tätigkeit hatte dein Vater außer in der Landwirtschaft?

Als er mit 20 Jahren nach Palästina einwanderte, waren die Landverhältnisse im damaligen Mandatsgebiet der Briten noch nicht geklärt. Er sprach Englisch und kam mit den Engländern gut zurecht. Er fand eine Anstellung im öffentlichen Sicherheitsbereich und war später verantwortlich für den Schutz unseres Dorfes vor Überfällen. Das Dorf sollte ihn bezahlen, hatte aber zu wenig Geld. Mein Vater ging von 1940 bis 1946 zum Britischen Militär. Er wurde in einer speziellen Einheit zur Bombenentschärfung am Suezkanal eingesetzt und als Offizier in Nordafrika.

Nach dem Luxemburger Abkommen 1952 für die deutsch- israelische Wiedergutmachung war er vier Jahre als Vermittler in Köln tätig. Mein Vater ist 1984 in Ramat Gan verstorben. Mein Urgroßvater, der Vater meiner Oma, war im Ersten Weltkrieg Major im deutschen Militär.

Ist jemand aus deiner Familie im Holocaust umgekommen?

Nein, alle haben überlebt. Der ein Jahr ältere Bruder meines Vaters machte mit den Großeltern, Opa Robert Bein, 1934 Alija nach Palästina. Eine Schwester des Vaters, verheiratet mit einem russisch-jüdischen Professor, wanderte nach Amerika aus.

Welche Nachrichten gab es in Palästina über den Holocaust?

Bis 1940 wussten wir nicht viel. Wir lebten 15 Jahre ohne Elektrik und Radio, nur mit Petroleumlampen. Als wir nach und nach mehr erfuhren, wollten wir erst gar nicht glauben, dass so etwas wahr sein konnte.

Wir erhielten mehr Nachrichten durch Fallschirmspringer. 1942 und 1943 waren ausgebildete Elitespringer vom Britischen Militär in das Kriegsgeschehen nach Europa geschickt worden. Sie besorgten Informationen und halfen auch mit, Juden zu finden und herauszuschmuggeln. Sie stellten Kontakte her in Ländern wie Ungarn, Holland, Frankreich, Polen oder Deutschland. Einige von ihnen wurden leider entdeckt und umgebracht.

Eine Nation wird geboren

Am 14. Mai 1948 wurde mit Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Staat Israel von David Ben-Gurion ausgerufen. Eine Vision nahm Gestalt an. Der Traum Theodor Herzls von einer jüdischen Heimstätte wurde wahr.

Der Staat Israel begeht seinen Unabhängigkeitstag allerdings nach dem jüdischen Kalender. In diesem Jahr fiel er auf den 15. April.

Neues Land – neue Namen

Wie kam es zu der Namensänderung von Bein in Atzmon?

Mit der Staatsgründung Israels 1948 sollten auf Veranlassung von David Ben-Gurion sämtliche Angestellten im Sicherheits- und Regierungsbereich einen hebräischen Namen tragen. Dieser Aufforderung kamen beinahe alle nach, auch mein Vater. Er änderte den Namen Bein in Atzmon, das kommt von „ezem“, was „Gebein“ oder „Knochen“ bedeutet. Von da an waren wir die Familie Atzmon.

Und welche Bedeutung hat dein Vorname?

Uri, das heißt: mein Licht. Ich bin während der Feiertage der Chanukkalichter, am 25. Dezember 1933, geboren.

Uri Azmon ist seit 1954 mit Sara Gottdiener, einer 1933 in Ungarn geborenen Jüdin, verheiratet. Sie haben sechs Kinder, 22 Enkel und viele Urenkel in Israel. Erst jetzt im Alter verarbeitet Sara durch Kunst und Vorträge ihre im Holocaust durchlebten Traumata. Uri begleitet sie dabei. Israels Gründungstag nach dem gregorianischen Kalender feiern sie in diesem Jahr vielleicht wieder als Großfamilie zusammen im Garten.

Die Stadt Oberhausen lud bis Ende der 80er Jahre immer wieder ehemalige jüdische Mitbürger in die einstige Heimat ein. Dazu gehörte auch Familie Bein (Atzmon), nach Informationen vom Stadtarchiv Oberhausen.

Von: G. Wedel

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Fri, 14 May 2021 08:02:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 13. Mai 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/05/13/nachrichten-vom-13-mai-2021/ Thu, 13 May 2021 08:53:00 +0200 <![CDATA[Fünfjähriger Israeli stirbt bei Hamas-Angriff]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/13/fuenfjaehriger-israeli-stirbt-bei-hamas-angriff/ JERUSALEM (inn) – Bei einem Raketeneinschlag am Mittwochabend in Sderot sind sieben Menschen verletzt wurden, darunter der Fünfjährige Ido Avigal. Er erlag wenige Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bei einem weiteren Raketeneinschlag in Petach Tikva wurden fünf Menschen leicht verletzt. Seit Mittwochabend schossen Terroristen aus dem Gazastreifen rund 130 Raketen auf Israel ab. Etwa 25 seien noch im Gazastreifen niedergegangen, schrieb die israelische Armee am Donnerstagmorgen auf Twitter. Dutzende Raketen konnten durch das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel abgefangen werden. Seit Beginn des Konfliktes hat die Hamas mehr als 1.600 Raketen abgefeuert. Davon sind rund 400 noch im Gazastreifen niedergegangen. Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel beträgt nach Angaben der Armee im Schnitt 90 Prozent.

Am Abend gab es in mehreren israelischen Städten Ausschreitungen zwischen Arabern und Juden. In Akko wurde ein Jude in seinem Auto von einem arabischen Mob angegriffen. Er kam mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Das berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“. In Bat Jam wurden arabische Geschäfte zerstört und ein arabischer Motorradfahrer angegriffen. Zu gewalttätigen Ausschreitungen und Angriffen kam es auch in Haifa, Lod, Jerusalem und weiteren Städten.

Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) verurteilte am späten Mittwochabend die Ausschreitungen und die versuchten Lynchmorde. Er kündigte an, wieder für Recht und Ordnung sorgen zu wollen. Einen Einsatz von Soldaten lehnte Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) jedoch ab.

USA schicken Spitzendiplomaten

Am Mittwoch kündigte US-Außenminister Antony Blinken an, den hochrangigen Diplomaten Hady Amr in die Region zu schicken. Er soll sich mit führenden Vertretern beider Seiten treffen und im Namen von US-Präsident Joe Biden auf eine Deeskalation der Gewalt drängen. In einem Telefonat mit Netanjahu betonte Blinken Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Israelischen Medienberichten zufolge hat Israels Sicherheitskabinett jedoch eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die Hamas beschlossen. Die Armee solle gezielt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ angreifen, berichtet der Sender „Kanal 12“. Am Mittwoch wurde unter anderem ein 14-stöckiges Hochhaus zerstört. In dem Gebäude hatten nach Angaben der Armee die islamistische Hamas und der Islamische Dschihad Büros.

Dieser Artikel wurde zuletzt um 10.30 Uhr aktualisiert.

Von: mas

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Thu, 13 May 2021 08:28:00 +0200
<![CDATA[Ausnahmezustand in israelischer Stadt Lod]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/12/ausnahmezustand-in-israelischer-stadt-lod/ LOD (inn) – Mehrere israelische Städte sind Dienstagnacht im Chaos versunken. Dies geschah inmitten heftigen Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen und gewalttätiger Ausschreitungen von Palästinensern in Ostjerusalem. In Lod, einer Stadt mit gemischter Bevölkerung, haben Araber in der Nacht Juden angegriffen. Der Bürgermeister Jair Revivo (Likud) sprach von einer „Kristallnacht“. Araber setzten drei Synagogen in Brand, dazu zahlreiche Geschäfte. Dutzende Autos brannten. Auch die Stadthalle und ein Museum wurden angegriffen. Mindestens zwei Menschen wurden schwer verletzt.

Es gibt Berichte über jüdische Vergeltungsangriffe. Ein muslimischer Friedhof der Stadt wurde demnach angezündet. Am Montag war bei Zusammenstößen ein 33-jähriger Araber erschossen worden. Drei Israelis wurden in dem Zusammenhang festgenommen. Sie geben an, in Notwehr gehandelt zu haben. Bürgermeister Revivo beklagte: „Wir haben die Kontrolle über die Straßen verloren.“ Er äußerte die Sorge, dass Jahrzehnte des Bemühens um friedliches Zusammenleben zunichte gemacht würden und warnte vor einem „Bürgerkrieg“.

Der israelische Polizeichef Kobi Schabtai sagte: „Diese Art von Gewalt haben wir seit dem Oktober 2000 nicht erlebt.“ Er bezog sich auf arabische Aufstände zu Beginn des Palästinenseraufstandes, der „Zweiten Intifada“. Schabtai kündigte an, sein Büro nach Lod zu verlegen, bis sich die Lage dort beruhigt.

Dienstagnacht verhängte die israelische Regierung den Ausnahmezustand über Lod. Der seltene Schritt soll der Polizei mehr Handlungsspielraum geben, um etwa Teile der Stadt abzuriegeln. Zudem beschlossen Premier Benjamin Netanjahu (Likud) und Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß), Einheiten der Grenzpolizei nach Lod zu verlegen. Netanjahu besuchte die Stadt südöstlich von Tel Aviv noch in der Nacht und sagte sichtlich angeschlagen: „Wir werden Recht und Ordnung mit eiserner Faust wieder herstellen.“ Notfalls komme eine Ausgangssperre in Betracht.

Berühmtes Fischrestaurant abgebrannt

Gewalttätige Ausschreitungen gab es auch in mehreren mehrheitlich von Arabern bewohnten Orten sowie in Städten mit gemischter Bevölkerung wie Jaffa und Ramle. In der nordisraelischen Hafenstadt Akko wurde das berühmte Fischlokal von Uri Buri angezündet und ist völlig ausgebrannt. Es war eine Anlaufstelle für Israelis und Touristen. Uri Buri (Jeremias) ist berühmt für seinen riesigen Rauschebart und seine Kunst, frischen Fisch zuzubereiten. Er ist bekannt für das friedliche Zusammenleben von Juden mit Arabern und wurde so zu einem Symbol der gemischten Stadt Akko.

Am Mittwochmittag ist Netanjahu in der Stadt eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat die Gewalt am Mittwoch als „brutalen Angriff auf die Koexistenz im Staat Israel“ scharf verurteilt. Er sagte: „Der Anblick des Pogroms in Lod und der Unruhen im ganzen Land durch einen aufgehetzten und blutrünstigen arabischen Mob, der Menschen verletzt, Besitz zerstört und sogar heilige jüdische Orte angreift, ist unverzeihlich.“

Von: tk / uws

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Wed, 12 May 2021 15:31:00 +0200
<![CDATA[Bundesregierung betont „Ursache und Wirkung“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/12/bundesregierung-betont-ursache-und-wirkung/ BERLIN (inn) – Der massive Beschuss großer Teile Israels und die Gegenschläge der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben im Ausland zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Die deutsche Bundesregierung verurteilte den Raketenhagel am Mittwoch aufs Schärfste. Sprecher Steffen Seibert betonte in Berlin, Ziel der Hamas sei es, „wahllos und willkürlich Menschen zu töten“.

Auf Nachfrage, ob die Regierung auch die israelischen Vergeltungsschläge in Gaza verurteile, sagte Seibert: „An einem Tag wie heute ist unsere Haltung sehr klar: Die terroristischen Raketenangriffe auf Israel müssen aufhören. Das ist das, was jetzt passieren muss, damit ingesamt nicht noch mehr Menschen sterben.“ Es gebe eben „Ursache und Wirkung“. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die Hamas habe die Lage „willkürlich herbeigeführt“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier brachte am Mittwoch in einem Telefongespräch mit Israels Präsident Reuven Rivlin seine „uneingeschränkte Solidarität“ mit den Menschen in Israel zum Ausdruck. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bislang nicht persönlich zur Lage geäußert.

Maas äußert sich erneut

Bereits am Dienstagabend, kurz nach Einsetzen des Raketenhagels auf Zentralisrael, hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) via Twitter erklärt, die Attacken aus Gaza seien „absolut inakzeptabel“. Israel habe „in dieser Situation das Recht auf Selbstverteidigung“. Die terroristische Hamas in Gaza verurteilte Maas für seine Äußerungen „vehement“. Diese seien „parteiisch für die israelische Besatzung“.

Vor dem Beschuss Jerusalems am Montag hatte Maas noch „alle Seiten“ zur Deeskalation aufgefordert. Das hatten vor allem in den Sozialen Netzwerken Kritik hervorgerufen. FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sprach von einem „absoluten diplomatischen Tiefpunkt“. Auch der Chef der Jungen Union (JU) Tilman Kuban übte scharfzüngige Kritik.

Die Vize-Bürgermeisterin Jerusalems, Fleur Hassan-Nahum, sagte der „Bild“-Zeitung, es sei „höchst unanständig“, wenn der Minister „jetzt versucht, uns eine Mitschuld an der Gewalt zu geben“. „Welt“-Journalist Robin Alexander merkte unterdessen an, dass Maas in der EU eine einseitige Verurteilung Israels verhindert habe. Das Außenministerium ließ am Mittwoch verlauten, der Außenminister habe „keine Kritik an Israel geübt“.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet äußerte sich am Dienstagabend nach einem Telefonat mit dem Leiter der NRW-Vertretung in Tel Aviv zur Lage: „Unsere tiefe Solidarität gilt Israel #StandWithIsrael“. Grünen-Gegenkandidatin Annalena Baerbock verurteilte die Raketenangriffe „aufs Schärfste“ und erklärte, die Bilder aus Israel erfüllten sie „mit großer Sorge“. Die „Gewaltspirale“ zeige, „wie dringend die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen ist“.

Kurz: „Verbrechen gegenüber Menschen in Israel“

Auch aus vielen anderen Ländern gibt es Reaktionen. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte am Mittwoch, die „terroristischen“ Raketenangriffe müssten eingestellt werden. Alles andere sei „ein Verbrechen gegenüber den Menschen in Israel“. US-Außenminister Antony Blinken telefonierte am Dienstag mit seinem israelischen Amtskollegen Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) und bekräftigte danach seinen Aufruf „an alle Parteien“, die Lage zu deeskalieren. Aus dem Außenministerium hieß es am Mittwoch, auch Minister Maas stehe mit Aschkenasi „in dauerndem Austausch“.

Der UN-Sondergesandte für Nahost, Tor Wennesland, warnte via Twitter: „Stoppt sofort das Feuer. Wir bewegen uns auf einen ausgeprägten Krieg zu.“ Der „Preis für einen Krieg in Gaza“ sei „verheerend“. Das israelische Außenministerium warf Wennesland daraufhin in einem eigenen Tweet vor, das Raketenfeuer auf israelische Städte zu ignorieren.

Zwischenfälle vor Synagogen in Nordrhein-Westfalen

Unterdessen kam es am Dienstagabend in Nordrhein-Westfälen zu zwei antisemitischen Vorfällen, die vermutlich in Zusammenhang mit den Ereignissen in Israel stehen: In Bonn beschädigten mehrere „augenscheinlich jüngere Erwachsene“ den Eingang einer Synagoge. Bei ihrem Eintreffen stellte die Polizei zudem Papierzettel „mit wahrscheinlich arabischen Schriftzeichen“ sowie eine offenbar zuvor angezündete „weiß-blaue Fahne“ sicher. In Münster beobachten Zeugen mehr als zehn Personen „mit arabischem Aussehen“ vor der örtlichen Synagoge, die ebenfalls eine israelische Fahne verbrannten. In beiden Fällen gab es mehrere Festnahmen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, forderte am Mittwoch, den Schutz jüdischer Einrichtungen zu erhöhen. Weiter sagte er: „Wir erwarten gerade von den Bürgern in Deutschland Solidarität mit Israel und der jüdischen Gemeinschaft. Wir alle gemeinsam müssen uns an die Seite des jüdischen Staates stellen.“ Nach „Bild“-Informationen beraten deutsche Sicherheitsbehörden bereits über eine Verstärkung der Schutzmaßnahmen. Auch gegen die liberale jüdische Gemeinde in Hannover soll es laut der Zeitung Drohungen gegeben haben.

Am Mittwochvormittag hisste die Stadt Frankfurt am Main vor dem Rathaus auf dem Römer eine israelische Flagge. Laut Bürgermeister Uwe Becker (CDU) geschah dies aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965. Es sei aber zugleich „mit unserer uneingeschränkten Solidarität mit unseren Freundinnen und Freunden in unserer Partnerstadt Tel Aviv“ verbunden, erklärte der CDU-Politiker. Die „Bild“-Zeitung druckte am Mittwoch zwei kleine israelische Flaggen auf die erste Seite.

Pro-palästinensische Demonstrationen in verschiedenen Ländern

In verschiedenen Teilen der Welt formieren sich derweil pro-palästinensische Demonstrationen. In London versammelten sich am Dienstag laut britischen Medienberichten „tausende“ Menschen nahe „Downing Street 10“. Einige schwenkten palästinensische Flaggen und hielten Plakate mit Aufschriften wie „Free Palestine“ hoch. Auch in New York City gab es eine größere Protestveranstaltung. Aus Sicherheitsgründen wurden Mitarbeiter des israelischen Konsulats in der Stadt laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ nach Hause geschickt. In beiden Städten soll es auch zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen sein.

Auch in Deutschland sind pro-palästinensische Protestveranstaltungen zu erwarten. In Berlin sind für Samstag Demonstrationen zum sogenannten „Nakba-Tag“ angemeldet. Mit dem Tag erinnern Palästinenser an die „Katastrophe“ der israelischen Staatsgründung im Mai 1948. Es ist davon auszugehen, dass die aktuellen Ereignisse die Stimmung zusätzlich anheizen. Auch in Frankfurt am Main und weiteren Städten soll es am Samstag „Nakba-Demonstrationen“ geben.

Von: ser

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Wed, 12 May 2021 13:52:00 +0200
<![CDATA[Tourismusministerin muss Reise in die Emirate absagen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/12/tourismusministerin-muss-reise-in-die-emirate-absagen/ Die israelische Tourismusministerin Orit Farkasch-Hacohen hat ihre Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate abgesagt. Das Büro des Premierministers verweigerte die für die Reise notwendige Erlaubnis, erklärte das Tourismusministerium. Farkasch-Hacohen plante ursprünglich, an der Reisemesse „Arabian Travel Market“ in Dubai teilzunehmen. Auch Außenminister Gabi Aschkenasi war zuletzt an einer Reise in den Golfstaat gehindert worden. Von Mitarbeitern aus dem Büro des Premierministers hieß es, Benjamin Netanjahu wolle zuerst selbst in die Emirate reisen.

Von: val

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Wed, 12 May 2021 12:08:00 +0200
<![CDATA[Alle israelischen Städte auf „Grün“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/12/alle-israelischen-staedte-auf-gruen/ Seit Sonntag sind alle israelischen Städte laut dem Corona-Ampelsystem des Gesundheitsministeriums „grün“. Die Zahl der aktiven Infektionsfälle liegt bei 974. Davon gelten 77 als schwerwiegend. Inzwischen haben 5,4 Millionen Israelis mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht etwa 80 Prozent der Berechtigten. Der Staat will mit der Impfung von Kindern zwischen 12 und 15 Jahren beginnen, sobald die amerikanische Arznei- und Lebensmittelbehörde Impfstoffe in den USA für Kinder freigibt. Dies ist für Biontech/Pfizer ab Donnerstag der Fall.

Von: tk

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Wed, 12 May 2021 11:51:00 +0200
<![CDATA[Erschossener Palästinenser war unbewaffnet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/12/erschossener-palaestinenser-war-unbewaffnet/ Israelische Soldaten haben am Dienstag an der Tapuach-Kreuzung bei Nablus auf Palästinenser geschossen und einen von ihnen tödlich verwundet. Zunächst hieß es, sie hätten einen Anschlag vereitelt. Später stellte sich heraus, dass die beiden unbewaffnet waren. Die Armee untersucht den Vorfall. Indes wurden bei israelischen Razzien im Westjordanland über Nacht zwei weitere Palästinenser getötet. Ein 16-Jähriger kam laut der palästinensischen Nachrichtenseite WAFA in der Autonomiestadt ums Leben, ein 26-Jähriger starb demnach in einem Flüchtlingslager bei Hebron. Die genauen Umstände sind unklar.

Von: eh

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Wed, 12 May 2021 11:29:00 +0200
<![CDATA[Mehrere Todesopfer in Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/12/mehrere-todesopfer-in-israel/ JERUSALEM (inn) – Israel ist auch in der vergangenen Nacht unter massiven Raketenbeschuss geraten. Terroristen aus dem Gazastreifen nahmen vor allem den Großraum Tel Aviv ins Visier. Millionen Menschen suchten Schutz in Bunkern. Von Montagabend bis Mittwochmorgen haben die Terroristen mehr als 1.000 Raketen abgefeuert. Am Mittwoch ging der Beschuss weiter.

Bislang wurden dabei sechs Menschen in Israel getötet. Am Mittwochvormittag starb der 21-jährige Soldat Omer Tabib im Gebiet um den nördlichen Gazastreifen durch das Feuer einer Panzerabwehr-Rakete auf einen Armeejeep. In der Nacht zum Mittwoch kamen bei der zentralisraelischen Stadt Lod der israelische Araber Halil Awad (52) und seine Tochter Nadine (16) ums Leben. In Rischon LeZion wurde die 63-jährige Leah Jom Tov durch einen Raketeneinschlag getötet.

Bereits am Dienstag kam in der Küstenstadt Aschkelon die 32-jährige Altenpflegerin und Mutter eines neunjährigen Sohnes, Soumya Santosh, ums Leben. Laut Medienberichten war der nächste Schutzbunker eine Minute entfernt. Die indischstämmige Frau schaffte es nicht rechtzeitig bis dahin. In Aschkelon kam eine weitere Frau ums Leben, über ihre Identität ist noch nichts bekannt.

Zahlreiche weitere Israelis erlitten Verletzungen oder Panikattacken. So bekam eine 80-Jährige in Tel Aviv einen Herzinfarkt, während sie unter Raketenalarm in einen Schutzbunker lief. Mehrere Wohnhäuser wurden stark beschädigt, darunter eines in Jehud nördlich des Ben-Gurion-Flughafens; dort wurde der Flugbetrieb am Dienstagabend für kurze Zeit eingestellt. In Lod traf eine Rakete einen leeren Bus, der völlig ausbrannte.

Beschuss von Terrorzielen

Die Armee reagierte auf den Beschuss mit Angriffen auf Terrorziele im Gazastreifen. Unter anderem zerstörte sie ein 13-stöckiges Haus, in dem sich laut Medienberichten Büros der Terror-Organisation Hamas befanden. Zuvor warnte die Armee die Einwohner vor dem bevorstehenden Angriff.

Bei den Angriffen wurden auch mehrere führende Militärs der Terrorgruppen im Gazastreifen getötet. Darunter befinden sich der Leiter der Raketen-Sondereinheit des Islamischen Dschihads, Samah Abed al-Mamluk, und der Leiter der Hamas-Panzerabwehr-Einheit, Ijad Fathi Faik Scharir. Am frühen Mittwochnachmittag teilte die Armee mit, sie habe mit Hilfe des Inlandsgeheimdienstes Schabak mehrere hochrangige Mitglieder des Hamas-Generalstabs getötet.

Die Hamas erwiderte diese Tötung mit weiterem massiven Raketenbeschuss, unter anderem auf Aschkelon, Be'er Scheva und Dimona, wo ein Atomreaktor steht. Für 18 Uhr Ortszeit hat sie eine weitere Offensive angekündigt.

Nach Angaben Gesundheitsministeriums im Gazastreifen sind mit Stand 15 Uhr Ortszeit 53 Palästinenser getötet worden, 320 wurden verletzt. Die Armee gab an, viele der Getöteten seien Terroristen.

Israel: Konflikt wird andauern

Unterdessen bemüht sich Ägypten offenbar um Vermittlung zwischen der Hamas und Israel. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte laut der Zeitung „Jerusalem Post“ jedoch, das stehe derzeit nicht zur Debatte. Die Hamas habe Jerusalem angegriffen und zahlreiche weitere Raketen abgefeuert; dafür müsse sie erst einen hohen Preis zahlen.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz teilte am Mittwochnachmittag auf Twitter mit, es gebe im aktuellen Konflikt derzeit kein Enddatum. Die Armee werde ihre Angriffe fortführen, bis es vollständigen und langfristigen Frieden gebe. In den vergangenen Tagen sind auch Transporter gesichtet worden, die Panzer an die Grenze bringen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Armee die Möglichkeit einer Bodenoffensive offen hält. Für den späten Nachmittag ist eine Sitzung des Sicherheitskabinetts angesetzt. Beobachter rechnen damit, dass die Minister dann eine Ausweitung der Operation genehmigen.

Von: df

Dieser Artikel wurde zuletzt um 16.13 Uhr aktualisiert.

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Wed, 12 May 2021 10:50:00 +0200
<![CDATA[Möglicherweise Gegenstück zu antiker Öllampe gefunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/05/11/moeglicherweise-gegenstueck-zu-antiker-oellampe-gefunden/ BUDAPEST / JERUSALEM (inn) – Die kürzlich in Jerusalem entdeckte antike Öllampe könnte die fehlende Hälfte eines Artefakts aus Budapest sein. Das verkündete die Davidstadt-Stiftung am Sonntag. Archäologen hatten bei Ausgrabungen in Jerusalem eine Bronzelampe in Form einer linken Gesichtshälfte gefunden. Ob es eine passende rechte Hälfte gibt und wenn ja, was mit ihr geschah, gab Rätsel auf. Das Stück stammt wahrscheinlich aus dem 1. oder frühen 2. Jahrhundert nach Christus.

Nur Stunden nachdem die Israelische Altertumsbehörde den Fund veröffentlichte, kontaktierte der ungarische Archäologe Gabor Lessanji den Direktor der Ausgrabungen im Nationalpark der Davidstadt, Ari Levi. Er teilte ihm mit: „Vor neun Jahren haben wir bei Ausgrabungen in Aquincum (heutiges Budapest) ein bemerkenswert seltenes Objekt gefunden. Am Fundament eines Gebäudes fanden wir eine bronzene Halb-Lampe, welche die rechte Seite eines Gesichtes zeigte, der Form nach wie eine römische Theatermaske.“

Wie zwei Puzzleteile

Es gebe nur wenige ähnliche Fundstücke weltweit. Diese befänden sich in Museen und privaten Sammlungen. Dennoch sei keines davon so wie diese beiden Hälften: „Es ist sehr schwierig, so etwas akkurat herzustellen. Es ist wahrscheinlich, dass die beiden Hälften aus derselben Künstlerwerkstatt stammen und vielleicht sogar die beiden Teile eines Gesamtstückes darstellen.“

Bei einer Untersuchung stellten Lessanji und Levi bereits fest, dass die Lampenhälften die gleichen Maße haben. Außerdem hat die ungarische Leuchte eine Verbindungsnut. Die Jerusalemer Hälfte hat einen Fortsatz, der genau in die Aussparung passen würde.

Modell aus dem Drucker

Levi sagte nach der Kontaktaufnahme aus Ungarn: „Es war uns von vornherein klar, dass die Lampe in einem europäischen Land hergestellt worden sein musste. Aber ich hätte nicht mit einer so unglaublichen Nachricht gerechnet.“ Die Präsenz eines Gegenstücks in Ungarn, das damals auch unter römischer Herrschaft stand, erlaube eine viel genauere Erforschung.

Derzeit suchen die israelischen Wissenschaftler nach Wegen dafür. Es sei denkbar, ein dreidimensionales Abbild des israelischen Artefakts per 3D-Drucker herzustellen und nach Ungarn zu schicken. Die Wissenschaftler dort könnten dann schauen, ob sich die beiden Stücke zusammenfügen lassen.

Von: tk

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Tue, 11 May 2021 14:09:00 +0200
<![CDATA[Von Flaggentanz, Raketen und antiken Gräbern]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/11/von-flaggentanz-raketen-und-antiken-graebern/ JERUSALEM (inn) – Seit 1968 gedenkt Israel am Jom Jeruschalajim, dem Jerusalem-Tag, der Vereinigung Jerusalems nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Damals, vor 54 Jahren, eroberte Israel den Ostteil Jerusalems und damit auch seine historischen heiligen Stätten wie die Klagemauer.

In den 19 vorangegangenen Jahren hatten Juden keinen Zugang zu diesem Teil der Stadt. Daher ist die Freude über die Wiedervereinigung umso größer. Obwohl das Fest keinen religiösen Bezug hat, rufen sich viele Israelis den traditionellen Festgruß „chag sameach“ zu.

Mit Flaggen und Tänzen von West nach Ost

In den Nachmittagsstunden des 28. Ijar im jüdischen Kalender führt der traditionelle Flaggenmarsch vom Westen der Stadt in die östliche Altstadt. In den ersten Jahren nach 1967 war der Rabbiner Jehuda Zwi Kook mit seinen Schülern singend und tanzend durch die Jaffastraße im Westen zur Klagemauer gezogen.

1974 hatte Jehuda Chasani, ein Schüler Kooks, die Tradition eingeführt, die Route der Oberschüler mit einem Schülerorchester zu begleiten. Bis heute machen Tausende von Schülern den größten Teil der Teilnehmer des Marsches aus. Jeweils in Gruppen der Schulen organisiert, singen sie Lieder, die Jerusalem oder den Glauben an Gott zum Thema haben.

Nachdem der Marsch im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausgefallen war, konnte er in diesem Jahr wieder stattfinden. Die israelische Tageszeitung „Ha'aretz“ hatte wenige Stunden vor dem Marsch getitelt: „Der Flaggenmarsch schadet und ist in jedem Jahr überflüssig, doch in diesem Jahr ist er brandgefährlich“. Die Stimmung im Jerusalem der vergangenen Tage ist aufgeheizt. Allabendlich dokumentieren Fotojournalisten das Geschehen anlässlich des Ramadans rund um das Damaskustor. Dass die Route in diesem Jahr nicht auf den Tempelberg führen würde, stand daher schon einige Tage zuvor fest.

Die Hoffnung, dass der Marsch durch das Damaskustor und das muslimische Viertel führen würde, blieb bei den Teilnehmern dennoch bestehen. Erst um 16 Uhr, eine Stunde vor Beginn des Marsches, titelten israelische Medien, dass die Route angepasst worden sei. Der Stimmung der aus dem ganzen Land angereisten Schüler Dutzender religiöser Oberschulen tat das keinen Abbruch. Mit Tanz, Musik und Gesang versammelten sie sich auf dem Paris-Platz, um durch das Mamilla-Viertel, über die Agron-Straße und die König-Salomo-Straße zum Zahal-Platz zu laufen, der die Neustadt von der Altstadt trennt. Zum Höhepunkt, dem Einzug durch das Jaffator in die Altstadt und von dort an die Klagemauer, kam es nicht mehr.

Raketeneinschläge in Jerusalem zu hören

Inmitten der Gesänge ist gegen 18 Uhr eine Sirene zu hören. Es dauert wenige Sekunden, bis sich der Ruf „Tilim, Raketen!“ in der Menge der Teilnehmer ausbreitet. Die offensichtlich überraschten Sicherheitskräfte, die den Marsch am Rand sichern, rufen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Viele Schüler bleiben im Pulk auf der Straße, andere rennen von der Agron-Straße in den angrenzenden Unabhängigkeits-Park, um sich flach auf den Boden zu legen. Drei Einschläge sind deutlich zu hören. Ein Jugendlicher ruft seinem Freund aufgeregt zu: „Hörst du die Einschläge? VIER! FÜNF!“

Insgesamt schlagen sieben Raketen der Hamas in den westlichen Hügeln von Jerusalem ein, eine Warn-App zeigt auf den Smartphones die Orte der Einschläge, darunter Kiriat Anavim, Givat Jearim und Abu Gosch. Verletzte gibt es keine und mehrere Raketen konnten vom Abwehrsystem „Eisenkuppel“ abgewehrt werden. Direkt nach dem Verstummen der Sirene geben Polizisten Entwarnung: „Es ist alles in Ordnung. Ihr könnt wieder aufstehen.“ Die Jugendlichen zeigen sich nur kurz irritiert und fangen unmittelbar an, die bekannten Siegesworte zu singen: „Am Israel chai, das Volk Israel lebt.“ Andere singen von der Schönheit Jerusalems, nur an einer Stelle tanzen Jungen zu den Worten „Muhammad ist tot“.

Marsch nach Angriffen abgebrochen

Die Jugendlichen ziehen singend weiter und noch bevor die Nachricht alle Teilnehmer des Marsches erreicht, melden israelische Medien, dass der Marsch abgebrochen wird. Die Teilnehmer werden über Lautsprecher gebeten, zu ihren Bussen zurückzukehren. Vereinzelt sind Rufe zu hören, ob man nicht zur Klagemauer gehen wolle. Doch ein solcher Besuch ist nur Einzelnen gestattet. Die Polizei riegelt die Straßen ab, sodass der Zug in mehrere Gruppen geteilt wird. Die Schüler singen weiter und langsam lösen sich die einzelnen Knotenpunkte auf.

Wenige Minuten, bevor die Raketen der Hamas fliegen und für den Abbruch des Marsches sorgen, sagt ein Beobachter über die singenden Jugendlichen schwärmerisch: „Schau, diese nationalreligiösen Jugendlichen stellen unsere Zukunft dar. Sie sind intelligent und optimistisch. Sie sind bereit, sich für unsere Gesellschaft einzusetzen und gehen zur Armee. Wie schade, dass es nur die Nationalreligiösen sind, die diesen Tag feiern und nicht etwa auch der säkulare Teil der Gesellschaft.“

Selbiger Beobachter geht nach dem Marsch zur Klagemauer und berichtet später von einem brennenden Baum. Seine Begleiterin sagt: „Auf dem Tempelberg haben Muslime nach dem Fastenbrechen Feuerwerkskörper geworfen.“ Er ergänzt: „So dicht liegt die Freude der Juden und der Ärger der Muslime über das geeinte Jerusalem beieinander!“

Vorträge zur Erinnerung

Neben Privatinitiativen gibt es zahlreiche offizielle Veranstaltungen. So bietet das Bildungsinstitut Jad Ben Zvi in diesem Jahr 180 Führungen für Interessierte aus dem ganzen Land an. Gegen eine Schutzgebühr von umgerechnet 2,50 Euro können Besucher über die Geschichte der Stadt lernen. Oder über historische Entwicklungen und Bräuche der Stadtviertel und ihrer Gründer. Ein Tourguide führt durch das Kidrontal und erklärt den Besuchern die Hintergründe der jüdischen Gräber.

Während die Touren von Jad Ben Zvi sich vor allem mit jüdischen Inhalten beschäftigen, möchte die Nichtregierungsorganisation „Emek Schaveh“ durch archäologische Touren über das kulturelle Erbe „aller Gemeinschaften, Glaubensrichtungen und Völker“ informieren. Jonathan Misrachi, Archäologe und Geschäftsführer der Organisation, führt unter anderem durch den Unabhängigkeitspark, dort, wo die Jugendlichen vor den Raketen Zuflucht suchen. An den Park grenzen diverse muslimische Gräber, die zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert entstanden sind.

Misrachi ist überzeugt: „Wenn wir die Archäologie der Orte kennen, an denen wir uns bewegen, bekommen wir ein tieferes Verständnis für unsere Wurzeln. Das schließt die Beschäftigung anderer Religionen mit ein.“ Das moderne Jerusalem sei nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern habe eine umfangreiche Geschichte, die durch verschiedene Religionen und Kulturen geprägt worden sei.

Von: mh

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Tue, 11 May 2021 13:48:00 +0200
<![CDATA[Ehemaliger Botschafter Dermer sieht Israel-Unterstützung vor allem bei Evangelikalen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/11/ehemaliger-botschafter-dermer-sieht-israel-unterstuetzung-vor-allem-bei-evangelikalen/ Israel sollte in den USA mehr auf evangelikale Christen setzen als auf Juden. Denn viele dieser Christen unterstützten den jüdischen Staat „leidenschaftlich und unmissverständlich“. Dies sagte der frühere israelische Botschafter in Washington, Ron Dermer, am Sonntag in einem Interview. Unter amerikanischen Juden sei der Anteil der Israelkritiker hingegen hoch. „Die Leute müssen begreifen, dass das Rückgrat der Unterstützung für Israel in den Vereinigten Staaten die evangelikalen Christen sind“, betonte Dermer. Er hatte seine siebenjährige Amtszeit in Washington im Januar beendet.

Von: eh

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Tue, 11 May 2021 12:58:00 +0200
<![CDATA[Israelische Präsidentschaftswahl am 2. Juni]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/11/israelische-praesidentschaftswahl-am-2-juni/ Die israelische Präsidentschaftswahl ist für den 2. Juni terminiert worden. Das gab Knessetsprecher Jariv Levin (Likud) am Montag bekannt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 19. Mai. Voraussetzung dafür sind die Unterschriften von mindestens zehn Knessetabgeordneten. Bisher haben unter anderen der ehemalige Likud-Abgeordnete Jehuda Glick und der ehemalige Arbeitsminister Schimon Schitrit ihre Kandidatur angekündigt. Vergangene Woche hatte Amir Peretz, ehemaliger Avoda-Parteivorsitzender, seine Kandidatur zurückgezogen. Die Amtszeit von Präsident Reuven Rivlin endet am 9. Juli.

Von: val

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Tue, 11 May 2021 12:19:00 +0200
<![CDATA[Teddybär rettet sieben Monate altes Mädchen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/11/teddybaer-rettet-sieben-monate-altes-maedchen/ Ein sieben Monate altes Mädchen hat am Montag eine palästinensische Steinwurf-Attacke mit leichten Schürfwunden überlebt. Dies verdankt das Kind seinem Teddybär. Der fing den Stein ab. Das Spielzeug ist durch einen aufgenähten Spiegel besonders stabil. Der Stein war durch die Heckscheibe das Autos gedrungen, in dem das Mädchen saß. Ihr Vater sagte: „Am Tag der Befreiung Jerusalems haben sie versucht, unsere Tochter zu ermorden, ein sieben Monate altes Baby. In Jerusalem.“

Von: tk

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Tue, 11 May 2021 10:54:00 +0200
<![CDATA[Mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/11/mehr-als-300-raketen-auf-israel-abgefeuert/ JERUSALEM (inn) – Terroristen aus dem Gazastreifen haben von Montagabend bis Dienstagnachmittag mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Geschosse zielten dabei erstmals seit dem Gaza-Konflikt 2014 auch auf die israelische Hauptstadt Jerusalem. In Aschkelon wurden am Dienstagmittag zwei Menschen nach einem Raketeneinschlag getötet. Insgesamt erlitten mehr als 40 Personen leichte bis mittelschwere Verletzungen. Insbesondere die Küstenstädte Aschkelon und Aschdod standen unter Beschuss. Menschen mussten in Bunkern Schutz suchen.

Nach Angaben der Armee fing das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel mehr als 90 Prozent der Geschosse ab. Die Luftwaffe erwiderte das Raketenfeuer mit Angriffen auf mehr als 140 Ziele der Terror-Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad. Die Operation erhielt einen offiziellen Namen: „Wächter der Mauern“. Zu den Zielen gehörten Orte der Waffenherstellung, Militärgebäude und das Haus eines Hamas-Kommandeurs.

Armee: Getötet durch eigenes Raketenfeuer

Nach Angaben des von der Hamas betriebenen Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden 24 palästinensische Araber getötet, darunter neun Minderjährige. Laut Armee sind 15 Hamas-Kämpfer unter den Toten. Weiter hieß es, viele Palästinenser seien durch Raketen getötet worden, die es nicht über die Grenze geschafft hätten und noch im Gazastreifen eingeschlagen seien.

Neben den Raketen kam es in der Nacht auch zu zivilen Unruhen in Israel. Aufständische feuerten Feuerwerkskörper ab, verbrannten Reifen, warfen Steine und blockierten Straßen. In der zentralisraelischen Stadt Lod wurde ein 25-jähriger Araber durch Schüsse tödlich verletzt. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang einen 34-jährigen Juden fest. Laut Berichten war der Araber Teil eines Mobs, der Brandsätze auf Wohnhäuser von Juden warf. Insgesamt nahm die Polizei infolge der gewaltsamen Proteste 67 Verdächtige fest.

Beschuss trotz Entgegenkommen

In Israel wurde der Raketenbeschuss auf Jerusalem mit Verwunderung registriert. Denn einigen ausdrücklichen Forderungen der Palästinenser gaben die Behörden und die Regierung statt. So hatte die Polizei dafür gesorgt, dass der „Flaggentanz“, eine Parade nationalreligiöser Israelis, nicht vom Damaskustor durch die muslimischen Viertel der Altstadt führen würde. Erst sollte der Marsch auf Straßen außerhalb der Altstadt direkt zur Klagemauer umgeleitet werden. Am Ende sagte die Regierung ihn gänzlich ab. Er hatte jedoch bereits begonnen und musste daher abgebrochen werden.

Darüberhinaus verbot die Polizei am Montag Besuche von Juden und Touristen auf dem Tempelberg. Das alles waren Maßnahmen, um die Lage zu beruhigen. Deshalb hatten die Israelis nicht mit dem überraschenden Raketenbeschuss Jerusalems gerechnet, was es seit 2014 nicht mehr gegeben hat.

USA: Israel hat Recht, sich zu verteidigen

Mehrere Länder verurteilten die Angriffe auf Israel. Dabei ließen sich verschiedene Nuancen erkennen. Der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price forderte eine Deeskalation auf allen Seiten und betonte zugleich Israels Recht, sich zu verteidigen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte über den Twitter-Account des Auswärtigen Amtes: „Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung ist durch nichts zu rechtfertigen – und erst recht kein Beitrag zur Lösung des Konflikts, sondern sinnlose neue Eskalation. Alle Seiten stehen in der Pflicht, weitere Opfer unter Zivilisten zu verhindern.“

Offenkundig in Reaktion auf diese Äußerung schrieb der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Bijan Djir-Sarai: „Wer bei mindestens 200 abgefeuerten Raketen auf #Israel beide Seiten zur Mäßigung aufruft, verkennt die Verantwortung der #Hamas für die Eskalation. Israel hat das Recht und die Pflicht, seine eigene Bevölkerung vor derartigen Angriffen zu schützen.“

Von: df/uws

Der Artikel wurde zuletzt um 14:52 Uhr aktualisiert.

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Tue, 11 May 2021 10:20:00 +0200
<![CDATA[Gewaltsame Unruhen auf dem Tempelberg]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/10/gewaltsame-unruhen-auf-dem-tempelberg/ JERUSALEM (inn) – Nach einem Wochenende mit gewaltsamen Ausschreitungen und Raketenangriffen sind die Unruhen in Ostjerusalem am Montagvormittag weitergegangen. Ab etwa 8 Uhr Ortszeit warfen Palästinenser Steine auf die Mughrabi-Rampe, den einzigen Zugang zum Tempelberg für Nicht-Muslime.

Israelische Sicherheitskräfte betraten daraufhin das Areal und gingen gegen die Aufständischen vor. In den Auseinandersetzungen wurden etwas mehr als 300 Palästinenser verletzt, viele kamen ins Krankenhaus. Die Polizei sprach von neun verletzten Beamten, einer musste stationär behandelt werden.

Auch auf den Straßen am Fuße des Tempelbergs kam es zu Gewaltszenen. Bilder einer Sicherheitskamera zeigen, wie Palästinenser das Auto eines jüdischen Fahrers nahe des Löwentors mit Steinen bewerfen. Dieser fährt rückwärts aus dem Bild und dann wieder vorwärts auf eine Fußgängerbarriere zu; offenbar hatte er die Kontrolle über das Auto verloren. Dabei erwischt er einen der angreifenden Palästinenser, der verletzt davonhumpelt. Andere setzen die Angriffe auf das Auto fort, bis ein israelischer Polizist heraneilt und Schüsse in die Luft abgibt.

Fatah ruft zu Gewalt auf

Angesichts der Lage haben die zuständigen Behörden am Montagmorgen – noch vor Ausbruch der erneuten Gewalt – Juden verboten, das Tempelberg-Areal zu betreten. Am Sonntagabend begann der Jerusalem-Tag, mit dem Israel die Wiedervereinigung der Stadt feiert. Angesichts der Spannungen änderten die Behörden die Route der Flaggenparade; diese führt nun nicht mehr wie geplant durch das Damaskustor und durch das muslimische Viertel der Altstadt.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, verurteilte am Montag erneut den „brutalen Sturm und Angriff auf Gläubige in der gesegneten Al-Aqsa-Moschee“. Dies stelle eine neue Herausforderung für die internationale Gemeinschaft dar. Abbas' Partei Fatah hatte am Wochenende zu einer Fortführung der Unruhen aufgerufen.

Tage der Gewalt

Bereits während des Wochenendes waren Palästinenser und israelische Sicherheitskräfte in Ostjerusalem schwer aneinander geraten. Mehr als 300 Palästinenser wurden verletzt. Zehntausende Muslime kamen am Samstagabend anlässlich der „Nacht der Bestimmung“ auf das Tempelberg-Areal. Laut Überlieferung empfing der muslimische Prophet Mohammed in dieser Nacht den Koran.

Auf Bildern ist zu sehen, wie die Muslime für den Kampf gegen israelische Sicherheitskräfte Steine mit Schubkarren heranschafften und zum Teil in der Al-Aqsa-Moschee horteten. Treppenaufgänge wurden mit Felsbrocken blockiert. Während der gewaltsamen Proteste waren zahlreiche Flaggen der Terror-Organisation Hamas zu sehen. Die Gläubigen verbarrikadierten sich zum Teil in der Moschee und griffen von dort die Sicherheitskräfte an.

Raketen und Terrorballons

Die angespannte Lage in Jerusalem war auch in Südisrael spürbar. Terroristen aus dem Gazastreifen feuerten am frühen Montagmorgen Raketen auf Israel ab. Bereits in den Nächten zuvor war mehrmals Raketenalarm zu hören, Menschen liefen in die Schutzbunker.

In einer Reaktion auf diese Ereignisse beschossen Panzer Terrorziele in dem Küstenstreifen. Am Montagmorgen sperrte die Armee den Eres-Übergang wie auch die Fischereizone. Neben den Raketen ließen Palästinenser auch wieder zahlreiche Ballons mit Brand- und Sprengsätzen auf Israel fliegen. Die Feuerwehr bekämpfte über das Wochenende hinweg Dutzende Brandherde, allein am Sonntag waren es 20.

UN: Israel muss sich zurückhalten

UN-Generalseketär António Guterres rief Israel am Sonntag dazu auf, „maximale Zurückhaltung“ zu üben. Der Sicherheitsrat in New York plant am Montag um 9 Uhr Ortszeit, sich mit den Vorfällen in einer Sondersitzung zu befassen.

Im Laufe des Wochenendes riefen mehrere Länder zur Deeskalation auf. Die USA äußerten sich besorgt. Der Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Meir Ben-Schabbat, wies die Äußerungen gegenüber seinem amerikanischen Amtskollegen Jake Sullivan zurück: Ein internationales Eingreifen würde die Aufständischen nur belohnen.

Der Staatenverbund Europäische Union rief bereits am Samstag „alle Seiten“ zur Zurückhaltung auf. Dem schloss sich die Deutsche Bundesregierung am Montag an. Jordanien verurteilte am Sonntag die „barbarischen Angriffe“ auf die Al-Aqsa-Moschee. Ähnlich äußerten sich die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die Golfstaaten kritisierten zudem die geplante Zwangsräumung palästinensischer Familien in Ostjerusalem.

Umstrittene Zwangsräumung

An dieser drohenden Zwangsräumung entzünden sich derzeit die gewaltsamen Proteste. Betroffen sind rund 70 Einwohner im Ostjerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah. Juden hatten Besitzansprüche auf die Grundstücke geltend gemacht und vor Gericht Recht bekommen.

Der Fall landete beim Obersten Gericht. Dieses verschob jedoch die Anhörung, da vier der betroffenen Familien Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit gebeten haben, sich der Sache anzunehmen. Das Gericht gewährte ihm bis zum 8. Juni Bedenkzeit; solange ruht der Fall.

Der Vorwurf der Palästinenser bezieht sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 1970. Demnach können Besitzansprüche wie im vorliegenden Fall wirksam gemacht werden. Die betreffenden Grundstücke haben vor Errichtung des Staates Israel jüdischen Vereinigungen gehört.

Von: df

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Mon, 10 May 2021 14:57:00 +0200
<![CDATA[Jerusalem weiterhin beliebtestes Touristenziel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2021/05/10/jerusalem-weiterhin-beliebtestes-touristenziel/ Jerusalem bleibt für Ausländer das beliebteste Reiseziel in Israel. Entsprechende Zahlen zum Jahr 2019 hat das Tourismusministerium angesichts des Jerusalem-Tages veröffentlicht, der am Montag gefeiert wird. Demnach besuchten 79 Prozent der 4,55 Millionen Touristen die israelische Hauptstadt, Tel Aviv kam mit 74 Prozent auf Platz 2. Von den brasilianischen Urlaubern hielten sich sogar 94 Prozent in Jerusalem auf. Die meisten Besucher der Hauptstadt gaben religiöse Zwecke an – sie wollten Stätten aufsuchen, die Juden oder Christen heilig sind.

Von: eh

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Mon, 10 May 2021 14:54:00 +0200
<![CDATA[Fledermäuse kennen Schallgeschwindigkeit von Geburt an]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/05/10/fledermaeuse-kennen-schallgeschwindigkeit-von-geburt-an/ TEL AVIV (inn) – Fledermäuse sind von Geburt an mit der Schallgeschwindigkeit vertraut. Das hat eine neue Studie der Universität Tel Aviv gezeigt.

Um festzustellen, wo sich Dinge in einem Raum befinden, verwenden Fledermäuse Sonar – sie erzeugen Schallwellen, die auf Objekte treffen und zur Fledermaus reflektiert werden. Die Säugetiere können die Position des Objekts anhand der Zeit abschätzen, die zwischen dem Erzeugen der Schallwelle und deren Rückkehr zur Fledermaus verstreicht.

Diese Berechnung hängt von der Schallgeschwindigkeit ab, die bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen variieren kann. Im Hochsommer bei heißer Luft breiten sich Schallwellen schneller aus als im Winter. Dies kann einen Unterschied von fast 10 Prozent ausmachen. Seit der Entdeckung des Sonars bei Fledermäusen vor 80 Jahren haben Forscher versucht, herauszufinden, ob die Tiere die Fähigkeit, die Schallgeschwindigkeit zu messen, im Laufe ihres Lebens erwerben oder mit diesem Sinn geboren werden.

Nun ist es den israelischen Forschern gelungen, diese Frage zu beantworten. In einem Experiment manipulierten sie die Geschwindigkeit des Schalls. Sie reicherten die Luft mit Helium an, um die Geschwindigkeit zu erhöhen, und betreuten unter diesen Bedingungen sowohl Fledermausbabys ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt als auch erwachsene Fledermäuse. Weder die erwachsenen Fledermäuse noch die Babys waren in der Lage, sich an die neue Schallgeschwindigkeit anzupassen. Sie landeten durchweg vor dem Ziel. Das deutet darauf hin, dass sie das Ziel als näher wahrnahmen – sie passten ihr Verhalten nicht an die höhere Schallgeschwindigkeit an.

Welt in Zeiteinheiten abgebildet

Daraus schlossen die Forscher, dass der Sinn für die Schallgeschwindigkeit bei Fledermäusen angeboren ist und nicht von den Bedingungen abhängt, unter denen sie das Fliegen lernen. Sie fanden heraus, dass im Gegensatz zum Menschen, der die Welt in Entfernungseinheiten abbildet, Fledermäuse die Welt in Zeiteinheiten abbilden. Das bedeutet, dass die Fledermaus ein Insekt in einer Entfernung von neun Millisekunden wahrnimmt, und nicht, wie bisher angenommen, in anderthalb Metern.

Federführend waren dabei der Professor Jossi Jovel, Leiter der Sagol-Schule für Neurowissenschaft und Fakultätsmitglied der Schule für Zoologie in der Fakultät für Lebenswissenschaften, und sein ehemaliger Doktorand Eran Amichai. Dieser arbeitet derzeit am Dartmouth College im US-Bundesstaat New Hampshire. Jovel sagte in einer Pressemitteilung der Universität Tel Aviv: „Wir waren in der Lage, eine sehr grundlegende Frage zu beantworten."

Von: Ulrich W. Sahm

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Mon, 10 May 2021 12:40:00 +0200
<![CDATA[Weniger als 1.000 aktive Fälle]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/10/weniger-als-1000-aktive-faelle/ Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Israel hat ein neues Tief erreicht. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium nur noch 893 Fälle. Eine ähnlich niedrige Zahl hatte es zuletzt im März 2020 gegeben. Trotz der niedrigen Infektionszahlen hält der Corona-Beauftragte Nachman Asch Auslandsreisen noch für verfrüht. Außerhalb Israels seien die Zahlen weiterhin hoch. Selbst mit einer Impfung bestünde die Möglichkeit einer Infektion, erklärte Asch. Von nicht notwendigen Reisen rate er deshalb ab.

Von: val

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Mon, 10 May 2021 12:40:00 +0200
<![CDATA[Besucherzentrum wieder eingeweiht]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2021/05/10/besucherzentrum-wieder-eingeweiht/ Der aktuelle und drei ehemalige Bürgermeister Jerusalems haben am Sonntag ein Besucherzentrum neben dem Platz vor der Klagemauer wieder eingeweiht. Es war zuvor wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Das Zentrum „Kette der Generationen“ zeigt die Geschichte Jerusalems sowie die tiefe Verbindung zwischen den Juden und der Stadt. Bei der Zeremonie am Jerusalem-Tag waren Bürgermeister Mosche Leon sowie seine Amtsvorgänger Nir Barkat, Uri Lupolianski und Ehud Olmert zugegen. Auch der Rabbi der Klagemauer, Schmuel Rabinowiz, beteiligte sich.

Von: eh

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Mon, 10 May 2021 10:46:00 +0200
<![CDATA[Wiedervereinigung Jerusalems jährt sich zum 54. Mal]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/10/wiedervereinigung-jerusalems-jaehrt-sich-zum-54-mal/ JERUSALEM (inn) – Am heutigen Montag begeht Israel den „Jerusalem-Tag“ (Jom Jeruschalajim). Er erinnert an die Wiedervereinigung Jerusalems und die damit verbundene Möglichkeit des Zugangs zur Klagemauer. Vor 54 Jahren hatte Israel Ostjerusalem im Sechs-Tage-Krieg erobert und die beiden getrennte Stadtteile wieder vereint. Nach dem jüdischen Kalender findet der Feiertag am 28. Ijar statt.

Die Festlichkeiten begannen bereits am Sonntagabend mit einer traditionellen Gebetsveranstaltung vor der Klagemauer. In diesem Zug gedachten Israelis erneut der Opfer des Unglücks am Berg Meron. Außerdem wurden Dankesgebete gesprochen, weil Israel die Corona-Pandemie offenbar überstanden hat. Anwesend waren unter anderen die beiden Oberrabbiner, Rabbi Jitzchak Josef und Rabbi David Lau, der für die Klagemauer zuständige Rabbi Schmuel Rabinovitz, sowie der Jerusalemer Bürgermeister, Mosche Leon (Jeruschalajim Schelanu). Die Veranstaltung wurde auf YouTube live übertragen.

Geöffnete Museen und Stadtführungen

Rund um den Jerusalem-Tag gibt es zudem viele weitere Aktionen. Museen und historische Stätten werden ihre Türen bis um 23 Uhr geöffnet haben. Darunter sind beispielsweise die Davidszitadelle, die Tunnel der Klagemauer oder das Herzl-Museum. Viele Hotels bieten spezielle Preise an. Das Jerusalemer Forschungsinstitut Jad Ben Zvi bietet überdies eineinhalbstündige Stadtführungen an. Am Montagabend findet ein traditioneller Flaggentanz statt.

Dieses vielfältige Angebot soll dafür sorgen, dass alle Israelis und nicht nur nationalistisch-religiöse Gruppen einen Zugang zu den Feierlichkeiten finden, erklärte der Generaldirektor des Jerusalem-Ministeriums, Avi Cohen. In den vergangenen Jahren war der Jerusalem-Tag vermehrt mit einem Marsch durch den arabischen Teil der Stadt aufgefallen. Von arabischen Bewohnern war dieser als Provokation angesehen worden.

Anteil der jüdischen Bevölkerung sinkt

Mehr als fünf Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung zeigt sich ein verändertes Bild der Bevölkerung: Waren 1967 noch 74,2 Prozent der Menschen in Jerusalem jüdisch, so sind es 2021 nur noch 62 Prozent. Der Anteil der arabischen Bevölkerung ist gestiegen. Heute sind 38 Prozent der Jerusalemer arabisch, 1967 waren es 25,8 Prozent. Dies zeigt eine neue Studie des Jerusalemer Instituts für politische Forschung. Insgesamt hat Jerusalem etwa 936.000 Einwohner.

Von: val

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Mon, 10 May 2021 07:39:00 +0200
<![CDATA[Rakete auf Israel abgefeuert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/09/rakete-auf-israel-abgefeuert/ Palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen haben in der Nacht zum Sonntag eine Rakete auf Israel abgefeuert. Sie schlug auf freiem Feld ein. Die Luftwaffe reagierte mit Angriffen auf Terrorziele in dem Küstenstreifen. Am Samstagabend protestierten zudem Palästinenser am Gaza-Grenzzaun; dabei setzten sie Reifen in Brand. Unterdessen gingen die Unruhen in Ostjerusalem weiter; dabei wurden 90 Palästinenser verletzt. Die Proteste entzünden sich am Streit um eine geplante Hausräumung. Am Samstagabend begann mit der „Nacht der Bestimmung“ ein Höhepunkt des Fastenmonats Ramadan.

Von: df

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Sun, 09 May 2021 08:52:00 +0200
<![CDATA[„The Guardian“ entschuldigt sich für Unterstützung der Balfour-Deklaration]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/07/the-guardian-entschuldigt-sich-fuer-unterstuetzung-der-balfour-deklaration/ Die britische Zeitung „The Guardian“ hat ihre journalistischen Fehler aufgelistet. In dieser Aufzählung wird auch die Haltung zur Balfour-Erklärung genannt. Zunächst habe „The Guardian“ das Vorhaben einer jüdischen Heimstätte in Palästina gefeiert und „mit ermöglicht“. 1917 schrieb der Herausgeber Charles Scott: „Die bestehende arabische Bevölkerung Palästinas ist klein und auf einer niedrigen Stufe der Zivilisation." Die Zeitung habe damals nicht die Rechte der Palästinenser im Blick gehabt, entschuldigt sich „The Guardian“. Israel sei heute nicht das Land, das „The Guardian“ gewollt hätte.

Von: mas

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Fri, 07 May 2021 14:52:00 +0200
<![CDATA[Schabak: PFLP entwendete europäische Hilfsgelder]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/07/schabak-pflp-entwendete-europaeische-hilfsgelder/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak wirft Terroristen der marxistischen „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) vor, Hilfsgelder der Europäischen Union entwendet zu haben. Das gab die Organisation am Donnerstag bekannt. In diesem Zusammenhang nahm der Schabak in den vergangenen Wochen eine Reihe von Verdächtigen fest.

Laut dem Geheimdienst hat sich die PFLP über ihre Gesundheitsorganisation, den Ausschuss für Arbeitsgesundheit (HWC), mit unlauteren Methoden an europäische Geber gewandt, um Gelder zu erheischen. Dazu gehören aufgeblasene Rechnungs- und Gehaltsangaben, erfundene Projekte oder gefälschte Dokumente.

Die Hilfsgelder habe die PFLP dann für Terrorzwecke missbraucht. Sie habe damit Familien getöteter Terroristen unterstützt oder neue Mitglieder angeworben.

Förderungen aus Europa

Laut einem Bericht der Organisation NGO Monitor hat zwischen 2017 und 2020 allein die schwedische Regierung rund 5,71 Millionen Euro an den HWC gezahlt.Von der Europäischen Kommission erhielt der HWC demnach zwischen 2014 und 2016 rund 356.000 Euro.

Angesichts der neuen Vorwürfe suchte Israel einmal mehr das Gespräch mit europäischen Regierungen. Israelische Diplomaten trugen laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ in den Hauptstädten die Bitte vor, von Zahlungen an Organisationen abzusehen, die mit der PFLP verbunden sind.

Im Juni 2020 hatte die PFLP andere palästinensische Organisationen aufgerufen, gegen eine Anti-Terror-Klausel der EU Widerstand zu leisten. Die Klausel schließt die finanzielle Unterstützung für Gruppen aus, die einen Teil der Fördergelder möglicherweise an terroristische Organisationen weitergeben. Im August 2019 verübte die PFLP einen Terroranschlag, bei dem die junge Israelin Rina Schnerb getötet wurde.

Von: df

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Fri, 07 May 2021 14:28:00 +0200
<![CDATA[Öllampe in Gesichtsform entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/05/07/oellampe-in-gesichtsform-entdeckt/ JERUSALEM (inn) – Archäologen haben bei Ausgrabungen in der alten Davidstadt in Jerusalem eine seltene Bronze-Öllampe gefunden. Geformt ist sie wie ein Gesicht, das der Länge nach halbiert ist. Die Israelische Altertumsbehörde bezeichnete die Entdeckung als „einzigartigen Fund“. Es sei die erste Lampe ihrer Art, die in Israel gefunden wurde.

Laut dem Archäologen Juval Baruch wurden verzierte bronzene Öllampen bereits im gesamten Römischen Reich ausgegraben. Die Entdeckung in Jerusalem sei jedoch ein „sehr seltenes Objekt“, von denen es nur wenige auf der ganzen Welt gibt. Besonders sei, dass das Gesicht halbiert ist.

Unklar ist allerdings, warum das Gesicht in dieser Weise geteilt ist. Eine Erklärung könnte sein, dass die Lampe ursprünglich an einem flachen Objekt oder an einer Wand befestigt war und beispielsweise als Wandlampe diente, vermuten die Archäologen.

Docht birgt Geheimnisse

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass der Docht der Lampe außergewöhnlich gut erhalten ist. Mikroskopische Untersuchungen zeigten, dass der Docht aus Flachs besteht und Ölreste enthält. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob die Lampe in Gebrauch war und welches Öl verwendet wurde, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Ausgegraben wurde die Lampe in den Fundamenten eines Gebäudes aus römischer Zeit. Die Archäologen vermuten, dass das Gebäude nach der Tempelzerstörung im Jahr 70 nach Christus errichtet wurde. Die Besitzer haben die Öllampe, unabhängig von der vorherigen Verwendung, bewusst ins Fundament eingebaut, erklärt die Altertumsbehörde. Dieser Brauch sei in der Antike weit verbreitet gewesen und sollte den Bewohnern Glück bringen. Die Ausgrabung zeige zudem, dass auch nach der Tempelzerstörung massive Bauwerke in Jerusalem errichtet wurden. Das sei ein klarer Beweis für die weiterhin wichtige Bedeutung der Stadt.

Von: mas

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Fri, 07 May 2021 14:14:00 +0200
<![CDATA[Steht Deutschland in der UNO zu Israel?]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/05/07/steht-deutschland-in-der-uno-zu-israel/
Weiterführende Links
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Fri, 07 May 2021 12:37:00 +0200
<![CDATA[„Weltstrafgerichtshof soll israelische Reaktion auf Ermittlungen nicht akzeptieren“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/07/weltstrafgerichtshof-soll-israelische-reaktion-auf-ermittlungen-nicht-akzeptieren/ JERUSALEM (inn) – Israelische Wissenschaftler und Aktivisten haben in einem Brief an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ihr Misstrauen gegenüber ihrem eigenen Staat bekundet. Sie forderten die scheidende Chefanklägerin Fatou Bensouda auf, Israels Schlussfolgerungen aus Ermittlungen zu möglichen „Kriegsverbrechen“ nicht zu akzeptieren. Den Brief vom Donnerstag haben 185 Israelis unterzeichnet, wie die Zeitung „Ha'aretz“ berichtet.

Als Anlass nennen sie die „Anfrage an die israelische Regierung, klarzustellen, ob sie Beschwerden wegen Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten, einschließlich Gaza und Ostjerusalem, untersuchen will“. Dem fügen die Unterzeichner an: „Uns ist klar, dass eine solche Anfrage im Einklang mit Ihren Abläufen in solchen Fällen erforderlich ist, und wir respektieren Ihre Methode.“ Der IStGH solle sich jedoch bei der Sammlung von Material von israelischen Menschenrechtsorganisationen unterstützen lassen.

Diskriminierung von Palästinensern angeprangert

„Wir wollen in dieser frühen Phase unseren tiefen Verdacht geltend machen, basierend auf früherer Erfahrung, dass der Staat Israel, einschließlich seiner investigativen und rechtlichen Einrichtungen, nicht beabsichtigt, Beschwerden wegen Kriegsverbrechen ernsthaft zu untersuchen“, zitiert die israelische Zeitung aus dem Brief. Der Verdacht stütze sich „auf eine sehr hohe Zahl dokumentierter Fälle, die anscheinend Kriegsverbrechen enthalten, die Israel in den besetzten Gebieten in grober Verletzung internationalen Rechtes begangen hat“. Die meisten seien überhaupt nicht untersucht worden. „Einige endeten mit Freispruch infolge einer oberflächlichen und unangemessenen Untersuchung.“

Fälle von „Diskrkiminierung, schwerer Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Enteignung palästinensischen Landes für das Ziel israelischen Siedelns, willkürliche Kollektivstrafen (wie Ausgangssperren und Blockaden)“ seien eine Untersuchung durch das Gericht wert, heißt es weiter. Die Verfasser führen auch Beispiele an.

Laut „Ha'aretz“ zählen zehn Träger des Israel-Preises zu den Unterzeichnern. Hinzu kämen 35 Professoren, Reserveoffiziere, Schriftsteller, linke Aktivisten und andere. Namen nennt das Blatt in der englischen Version des Artikels nicht. Nur in der hebräischen Fassung erscheinen ein paar Namen, die aber den meisten Deutschen unbekannt sein dürften. Erwähnt sind unter anderen der Indologe David Schulman, die Schauspielerin Einat Weitzman oder die Übersetzerin Ilana Hammerman.

Von: eh

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Fri, 07 May 2021 12:13:00 +0200
<![CDATA[Holocaust-Überlebender Jitzchak Arad verstorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/07/holocaust-ueberlebender-jitzchak-arad-verstorben/ Der ehemalige Leiter von Yad Vashem und Holocaust-Überlebende Jitzchak Arad ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Dies wurde am Donnerstag bekannt. Arad leitete die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem von 1972 bis 1993. Zudem war er bis zu seinem Tod als Vizepräsident in deren Vorstand aktiv. Arad wurde 1926 im damaligen Polen geboren. Während seine Eltern von den Nazis umgebracht wurden, konnte er fliehen. Mit 16 Jahren schloss er sich sowjetischen Partisanen an. Im Jahr 1945 wanderte er ins Mandatsgebiet Palästina aus. Seine Bücher zum Thema Holocaust sind preisgekrönt.

Von: val

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Fri, 07 May 2021 11:53:00 +0200
<![CDATA[EU setzt Israel auf „Grüne Liste“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/07/eu-setzt-israel-auf-gruene-liste/ Die Europäische Union hat ihren Mitgliedsstaaten empfohlen, die Reisebeschränkungen für israelische Touristen aufzuheben. Am Donnerstag aktualisierte der Europäische Rat seine „Grüne Liste“ mit Nicht-EU-Ländern, für die er eine Lockerung der Beschränkungen vorschlägt. Dadurch können geimpfte und nicht geimpfte Israelis in die EU reisen, ohne in Isolation zu müssen. Außenminister Gabi Aschkenasi begrüßte die Entscheidung. Sie würde den Weg für eine Rückkehr zum „normalen Leben“ ebnen. In die Liste werden Länder aufgenommen, deren Zwei-Wochen-Inzidenz weniger als 25 beträgt. In Israel liegt sie bei 10.

Von: mas

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Fri, 07 May 2021 11:27:00 +0200
<![CDATA[Abkommen zwischen israelischer Nationalbibliothek und emiratischem Nationalarchiv]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/05/07/abkommen-zwischen-israelischer-nationalbibliothek-und-emiratischem-nationalarchiv/ Die Nationalbibliothek Israels in Jerusalem und das Nationalarchiv der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi haben am Mittwoch eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie wollen „zusammenarbeiten für gemeinsame und individuelle Ziele“. Das Dokument ist zunächst für drei Jahre gültig und legt Bereiche der Kooperation fest, etwa Digitalisierung, Wissensaustausch, Konferenzen, Workshops und Ausstellungen. Das emiratische Archiv ist das größte der Golfregion. Die israelische Nationalbibliothek versteht sich als nationales Gedächtnis Israels und des Judentums weltweit.

Von: tk

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Fri, 07 May 2021 11:11:00 +0200
<![CDATA[Säkulares Ehepaar unterstützt Hinterbliebene]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/07/saekulares-ehepaar-unterstuetzt-hinterbliebene/ Nach der Meron-Tragödie mit 45 Toten spendet ein israelisches säkulares Ehepaar umgerechnet rund 254.000 Euro an die Hinterbliebenen. Jede der ultra-orthodoxen Familien erhält damit rund 5.600 Euro. Hinter der Aktion steckt der Unternehmer Marius Nacht. Der Mitbegründer des Softwareunternehmens CheckPoint gilt als einer der Gründerväter der israelischen Cybersicherheit-Industrie. Zusammen mit seiner Frau, der Anwältin Inbar Nacht, betreibt er eine Wohltätigkeits-Stiftung. Diese baute bereits während der Corona-Krise ihre Aktivität aus und unterstützte etwa freischaffende Künstler.

Von: df

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Fri, 07 May 2021 10:40:00 +0200
<![CDATA[Methodistische Kirche verkauft Anteile von Caterpillar]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/06/methodistische-kirche-verkauft-anteile-von-caterpillar/ JERUSALEM / LONDON (inn) – Die Methodistische Kirche in Großbritannien hat ihre Anteile an der US-Firma Caterpillar verkauft. Sie begründet diesen Schritt mit dem Einsatz entsprechender Fahrzeuge bei der Zerstörung palästinensischer Häuser. Außerdem wirft die Kirche dem Unternehmen eine schlechte Bilanz in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung vor. Das teilte die pro-palästinensische Organisation „Sabil-Kairos“ am Mittwoch mit.

Der Organisation liegen demnach Fotos vor, die den Einsatz von Caterpillar-Fahrzeugen bei der Zerstörung von Ackerland, Olivenhainen und Häusern zeigen. Darüber hinaus sollen mit den Maschinen, „unter Verletzung des Völkerrechts“, israelische Siedlungen errichtet worden sein. In dem Bericht wird das Mitglied des methodistischen Finanzausschusses, Pfarrer David Haslam, mit den Worten zitiert: „Caterpillar solle sich zutiefst schämen“. Schließlich wisse die Firma genau, wofür die Fahrzeuge eingesetzt werden.

Caterpillar wies dagegen eine direkte Beteiligung an Verkäufen ihres Materials nach Israel zurück. Dies berichtet das katholische „Domradio“.

Keine Ausnahme

Andere Kirchen haben sich in der Vergangenheit aus ähnlichen Gründen ebenfalls von Caterpillar getrennt. 2006 sagte sich die Kirche von England vom Unternehmen los, 2014 ging die amerikanische Presbyterianische Kirche den gleichen Weg.

Im vergangenen Jahr hatte die Methodistische Kirche bereits Anteile an der deutschen Firma HeidelbergCement verkauft. Damals stand der Vorwurf im Raum, der Baustoffkonzern sei am Bau „illegaler israelischer Siedlungen“ beteiligt.

Von: mas

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Thu, 06 May 2021 15:04:00 +0200
<![CDATA[Lapid erhält Mandat für Regierungsbildung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/06/lapid-erhaelt-mandat-fuer-regierungsbildung/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat Jair Lapid am Mittwochabend das Mandat zur Regierungsbildung gegeben. Der Jesch-Atid-Chef hat dafür nun zwei Wochen Zeit. Am Dienstag war Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) mit der Regierungsbildung gescheitert und gab daher sein Mandat zurück.

Rivlin begründete seine Entscheidung in einer Fernsehansprache. Er sagte, Lapid habe aus seiner Sicht bei allen Schwierigkeiten die besten Chancen. Dabei sei die Möglichkeit mit bedacht, dass in einem möglichen Arrangement zunächst Jamina-Chef Naftali Bennett Premierminister werde und Lapid zunächst Ersatzpremier.

Lapid: Einheitsregierung kein Kompromiss

Kurz vor Rivlins Ansprache hatte Bennett angedeutet, er sei bereit für so eine „Einheitsregierung“. Eine fünfte Wahl binnen kurzer Zeit würde das Land „zerstören“. Lapid betonte bei dem Treffen mit Rivlin, eine Einheitsregierung sei kein Kompromiss, sondern „ein Ziel, das wir benötigen“.

Bennett erklärte am Mittwoch, er habe alles getan, um eine Rechtsregierung mit Likud-Chef Netanjahu auf den Weg zu bringen. Doch dieser habe „vor uns die Tür zugeschlagen“. Was genau Bennett damit meinte, erklärte er nicht. Netanjahu hatte bis zuletzt zumindest nach außen hin intensiv um eine Beteiligung von Jamina an der Regierung geworben.

Bennett rief nun seinerseits alle „rechten“ Parteien dazu auf, eine Einheitsregierung zu ermöglichen. Bei einigen wird er noch mehr Überzeugungsarbeit leisten müssten: der Likud, Schass, Vereinigtes Tora-Judentum und der Religiöse Zionismus hatten nach dem Scheitern Netanjahus Präsident Rivlin empfohlen, das Mandat direkt an die Knesset zu geben. Die Abgeordneten hätten in diesem Fall 21 Tage Zeit, um einen Kandidaten zu wählen. Käme es zu keiner Entscheidung, würde es automatisch Neuwahlen geben.

Von: df

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Thu, 06 May 2021 15:02:00 +0200
<![CDATA[16-jähriger Palästinenser erschossen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/06/16-jaehriger-palaestinenser-erschossen/ Israelische Soldaten haben bei einer Hausdurchsuchung im Westjordanland südlich von Nablus einen 16-jährigen Palästinenser erschossen. Das Militär erklärte, am späten Mittwochabend auf Werfer von Molotowcocktails gefeuert zu haben. Ein Sprecher kündigte eine Untersuchung an. Ein zweiter Palästinenser wurde in den Rücken getroffen. Er wird im Krankenhaus behandelt. Die Razzia stand im Zusammenhang mit einem palästinensischen Schussattentat am Sonntag. Dabei wurden drei israelische Talmudschüler verletzt. Der 19-jährige Jehuda Guetta erlag am Mittwoch seinen Verletzungen.

Von: tk

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Thu, 06 May 2021 13:24:00 +0200
<![CDATA[Opfer von Terroranschlag verstorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/06/opfer-von-terroranschlag-verstorben/ ARIEL (inn) – Drei Tage nach einem Terroranschlag ist ein 19-jähriger Israeli seinen Verletzungen erlegen. Jehuda Guetta verstarb am Mittwoch an den Folgen eines Kopfschusses im Tel Aviver Beilinson-Krankenhaus. Er war Talmudschüler in der Siedlung Itamar.

Am Sonntag hatte ein Palästinenser an der Tapuach-Kreuzung bei Ariel das Feuer auf Talmudschüler eröffnet, die an einer Bushaltestelle warteten. Drei Israelis wurden verwundet. Einer der Talmudschüler liegt noch mit einem Schuss in den Rücken im Krankenhaus.

Attentäter bislang nicht als Terrorist bekannt

Derweil melden die Sicherheitskräfte Erfolg bei der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder, dem 44-jährigen Palästinenser Muntasir Schalabi aus Turmus Aja im Westjordanland: Er wurde im Dorf Silwad bei Nablus im Haus von Verwandten entdeckt und mit mehreren Komplizen verhaftet.

Schalabi war bei dem Anschlag leicht verletzt worden, weil Sicherheitskräfte nach dem Attentat auf sein Fahrzeug geschossen hatten. Das Fahrzeug wurde nahe dem Tatort gefunden, aber kurz danach steckten es Palästinenser in Brand.

Den Sicherheitsbehörden war Schalabi bekannt, weil er wegen illegaler Jagd eine Gefängnisstrafe abgesessen hatte. Doch hatten ihm die Behörden bislang keine terroristische Aktivität vorgeworfen. Angeblich hat er auch keiner politischen Gruppe angehört.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 06 May 2021 12:12:00 +0200
<![CDATA[Lawrow will Dialog zwischen Israel und Palästinensern ermöglichen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/06/lawrow-will-dialog-zwischen-israel-und-palaestinensern-ermoeglichen/ Russland möchte sich für einen direkten Austausch zwischen Palästinensern und Israel einsetzen. Das erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch. Zuvor hatte er sich mit seinem palästinensischen Amtskollegen, Raid al-Maliki, getroffen. Lawrow ergänzte, er wolle sich dafür einsetzen, ein Treffen des Nahost-Quartetts einzuberufen. Das Nahost-Quartett wurde 2002 ins Leben gerufen. Es besteht aus den Vereinten Nationen, den USA, Russland und der Europäischen Union und soll die Friedenverhandlungen im Nahen Osten vorantreiben.

Von: val

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Thu, 06 May 2021 11:58:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 06. Mai 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/05/06/nachrichten-vom-06-mai-2021/ Thu, 06 May 2021 11:44:00 +0200 <![CDATA[Amir Peretz zieht Kandidatur zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/06/amir-peretz-zieht-kandidatur-zurueck/ Der israelische Wirtschaftsminister Amir Peretz kandidiert nicht länger für das Präsidentenamt. Dies teilte er am Mittwoch mit. Die Wahl soll spätestens am 9. Juni stattfinden. Peretz teilte auf Facebook ein Foto von sich mit zweien seiner Enkeltöchter. Dazu schrieb er: „Ich möchte meiner Familie mehr Zeit widmen. Etwas, das in den vergangenen 37 Jahren öffentlichen Dienstes sehr schwierig war.“ Er zeigte sich dankbar für die israelische Demokratie. Sie habe ihm, einem Einwanderer aus Marokko, das Erreichen höchster Ämter ermöglicht. Peretz war bereits Verteidigungs- und Umweltminister.

Von: tk

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Thu, 06 May 2021 11:40:00 +0200
<![CDATA[„Grüner Pass“ wird in Israel verlängert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/06/gruener-pass-wird-in-israel-verlaengert/ Die Laufzeit des „Grünen Passes“ wird in Israel bis mindestens Jahresende verlängert. Anspruch haben alle Israelis, die gegen das Coronavirus geimpft sind oder bereits eine Infektion überstanden haben. Inhaber des Passes erhalten schneller bestimmte Grundrechte zurück. Bislang haben mehr als fünf Millionen Personen eine Zweitimpfung erhalten. Eine neue Studie des Gesundheitsministeriums betont die Bedeutung der zweiten Impfdosis: Erst sie verspreche einen Schutz von mehr als 95 Prozent. Die Rate der positiven Corona-Tests liegt mit 0,2 Prozent weiter sehr niedrig.

Von: mas

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Thu, 06 May 2021 11:23:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu gibt Mandat zur Regierungsbildung zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/05/05/netanjahu-gibt-mandat-zur-regierungsbildung-zurueck/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) ist mit der Regierungsbildung vorerst gescheitert. Am Dienstagabend gab er das Mandat kurz vor Ablauf der Frist an Staatspräsident Reuven Rivlin zurück. Dieser hat nun drei Tage Zeit, einen anderen Politiker mit der Regierungsbildung zu beauftragen.

Dieser Politiker wird aller Wahrscheinlichkeit nach Jair Lapid sein. Am Mittwoch traf sich der Chef von „Jesch Atid“ bereits mit Rivlin in dessen Residenz. Die Parteien Avoda, Blau-Weiß, Meretz, „Neue Hoffnung“ und „Israel Beiteinu“ haben gegenüber Rivlin bereits Unterstützung für Lapid signalisiert. Damit sind dem Mitte-Links-Politiker 51 von 61 nötigen Stimmen für eine Regierungsbildung sicher. Für eine Mehrheit benötigt er noch die Unterstützung von Jamina und Ra'am.

Netanjahu hatte bis zuletzt vor allem um Jamina-Chef Naftali Bennett geworben. Er unterbreitete ihm unter anderem das Angebot einer Rotation im Amt des Premierministers. Zuletzt veröffentlichte er ein altes Video von Bennett, in dem dieser eine Koalition mit Lapid ausgeschlossen hatte, „weil ich ein Rechter bin“. Netanjahu kommentierte dies mit den Worten: „Naftali, beweisen Sie, dass Sie immer noch ein Rechter sind.“

Großer Machtanspruch

Doch offenkundig haben diese Aufforderungen nichts genützt. Netanjahu gab schließlich Bennett die Schuld am Scheitern der Gespräche. Auch mit den Stimmen von Jamina hätte der Premier noch nicht die nötige Mehrheit gehabt. Nach seiner Einschätzung wären aber weitere Abgeordnete dazugekommen, wenn sich Bennett für ihn ausgeprochen hätte.

Bennett ging zuletzt offenbar aufs Ganze. Laut der Zeitung „Jerusalem Post“ warb er auch beim Likud um Unterstützung, damit Rivlin ihn als nächstes mit der Regierungsbildung betraut.

Doch ein Abgeordneter von Jamina meldete bereits Bedenken an. Amichai Chikli erklärte, Jamina habe den Wählern versprochen, weder mit der weit links stehenden Meretz zu koalieren, noch Lapid zum Premierminister zu machen. Die Partei erklärte in einer Reaktion, sie respektiere diese Haltung, sei aber entschlossen, eine Regierung zu bilden.

Von: df

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Wed, 05 May 2021 15:19:00 +0200
<![CDATA[Vereinfachte Wiedereinreise für Ausländer]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/05/vereinfachte-wiedereinreise-fuer-auslaender/ Ausländer, die in Israel leben, können das Land nun für kurze Zeit verlassen und mittels eines neuen Formulars wieder einreisen. Dieses muss sieben Tage vor dem Abflug ausgefüllt werden. Die Erlaubnis zur einmaligen Wiedereinreise gilt für 45 Tage nach dem Start. Wie auch Israelis müssen die Rückkehrer bei ihrer Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Derweil entschied die israelische Regierung, ab Donnerstag alle noch bestehenden Besucherzahlbegrenzungen für etwa Sporthallen und Schwimmbäder aufzuheben. Die Rate der positiven Corona-Tests liegt mit 0,2 Prozent weiter sehr niedrig.

Von: tk

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Wed, 05 May 2021 15:18:00 +0200
<![CDATA[Jüngster Zeuge im Eichmann-Prozess gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/05/05/juengster-zeuge-im-eichmann-prozess-gestorben/ JERUSALEM (inn) – Joseph Zalman Kleinman war der jüngste Holocaust-Überlebende, der 1961 während des Eichmann-Prozesses in den Zeugenstand gerufen wurde. Nun ist er laut israelischen Medien im Alter von 91 Jahren gestorben. Kleinman war 1944 mit 14 Jahren nach Auschwitz gekommen. Dort trennten Offiziere ihn direkt nach der Ankunft von seinen Eltern, die in den Tod geschickt wurden. Kleinman selbst überlebte die „Selektion“.

Während des Eichmann-Prozesses erzählte er ausführlich von den Zuständen im Lager, von Peitschenhieben, Krankheiten und Begegnungen mit „Lagerarzt“ Josef Mengele. Der „Todesengel“ hatte eines Tages hunderte Jungen zusammentreiben lassen. Wer zu klein war, sollte den Tod finden. „Alle begannen sich zu strecken, jeder wollte einen oder auch nur einen halben Zentimeter größer sein.“ Doch Kleinman kam nicht auf die geforderte Größe – nicht einmal nachdem er seine zu großen Schuhe heimlich mit Kieselsteinen vollgestopft hatte. Dennoch gelang es ihm am Ende, sich heimlich in die Gruppe derer zu retten, die die „Selektion“ überleben sollten.

Nach mehreren Monaten kam Kleinman nach Kauferingen nahe Dachau, wo ihn die Alliierten im April befreiten. Der Versuch, mit einem Flüchtlingsschiff nach Palästina zu gelangen, schlug fehl: Wie viele andere wurde der Auschwitz-Überlebende von den Briten auf Zypern interniert. Später diente Kaufman in der israelischen Armee.

„Das Volk Israel lebt!“

Im vergangenen Jahr zeigte das israelische Fernsehen Kleinman, wie er während der Sirene am Holocaust-Gedenktag in blau-weiß gestreifter Häftlingskleidung auf seinem Balkon stand. In einem in den Sozialen Netzwerken verbreiteten Video sagte er freudig: „Am Israel Chai“ – das Volk Israel lebt! In den Händen hielt er ein Bild von seinen Nachkommen.

Von: ser

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Wed, 05 May 2021 15:14:00 +0200
<![CDATA[Palästinensischer Journalist inhaftiert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/05/05/palaestinensischer-journalist-inhaftiert/ RAMALLAH (inn) – Der palästinensische Journalist Hassan al-Nadschar ist von Sicherheitskräften der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) festgenommen worden und befindet sich seitdem in Haft. Al-Nadschar war viele Jahre Nachrichtendirektor beim in Ramallah ansässigen Sender „Palestine TV“.

Thabet al-Nadschar, Hassans Vater, sagte gegenüber der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Dienstag: „Dass mein Sohn seit 25 Tagen im Gefängnis sitzt, ist eine große Ungerechtigkeit. Welches Verbrechen hat er denn begangen?“

Thabet erzählt: „Neun Jahre lang hat mein Sohn für ‚Palestine TV‘ gearbeitet. Vor etwa vier Jahren ist ein Streit zwischen ihm und dem Generaldirektor der der Palästinensischen Rundfunkgesellschaft PBC, Ahmad Assaf, entbrannt. Assaf warf ihm üble Nachrede vor. Er und ein paar seiner Kollegen wollten ihn loswerden und versetzten ihn in die Büros der nordpalästinensischen Stadt Kalkilia.“

Nach seiner Kündigung vor mehr als drei Wochen habe Hassan den PA-Präsidenten Mahmoud Abbas (Fatah) auf dessen Privatnummer angerufen, um sich über die willkürliche Kündigung beim staatlichen Sender zu beschweren. Daraufhin sei die Festnahme des 33-Jährigen erfolgt.

Keine Presse aus Angst vor Repressalien

In dem Telefonat, dessen Mitschnitt der „Jerusalem Post“ vorliegt, hatte Al-Nadschar den Präsidenten gebeten, ihm zu helfen. Der 85-Jährige habe ihm geduldig zugehört und ihn schließlich an seinen Büroleiter Said Lahham verwiesen. Dieser würde ihm helfen. Al-Nadschar vereinbarte ein Treffen mit Lahham für den nächsten Tag, doch als er zum verabredeten Zeitpunkt in der Muqataa, dem PA-Hauptquartier, erschien, hätten ihn Sicherheitskräfte festgenommen und in eine Haftanstalt in Ramallah gebracht.

Wie sein Vater und einige palästinensischen Journalisten berichteten, war Al-Nadschar bereits vor einigen Jahren wegen des Vorwurfs der Beleidigung hochrangiger PA-Beamter für drei Monate festgenommen worden. Ein Sprecher der PA-Sicherheitskräfte bestätigte das. Dazu, ob die erneute Inhaftierung, tatsächlich mit dem Anruf bei Abbas zu tun habe, äußerte er sich nicht. Der „Jerusalem Post“ zufolge sind Bemühungen der Al-Nadschar-Familie aus Jatta bei Hebron, Appelle an den Präsidenten in den Medien zu veröffentlichen, bisher erfolglos geblieben. Journalisten aus Ramallah hätten nichts über den Vorgang veröffentlicht, aus Angst, von den PA-Sicherheitskräften bestraft zu werden.

Restriktionen führen zu Selbstzensur

Anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am Montag sagte die palästinensische Journalistin Faten Elwan der „Jerusalem Post“, dass sich seit der Machtübernahme von Abbas vor 15 Jahren die relative Freiheit palästinensischer Journalisten geändert habe: „Plötzlich merkten wir, dass sich unser Land in einen Polizeistaat verwandelt. Jedes Wort, das du sagst, kann gegen dich verwendet werden.“

Die älteren Journalisten wären anfangs nicht angefeindet worden, aber gerade die jüngeren Kollegen und die in den Sozialen Medien Tätigen hätten körperliche und mentale Angriffe erlebt, vor allem, wenn sie kritisch über die PA-Führung berichtet hätten. Die Restriktionen hätten viele schließlich zur Selbstzensur angestiftet. „Was den Journalismus angeht, leben wir in einer dunklen Zeit“, sagte Elwan.

Von der internationalen Organisation „Reporter ohne Grenzen“ sind die palästinensischen Gebiete auf der diesjährigen Rangliste der Pressefreiheit, dem „World Press Freedom Index“, auf Platz 132 von 180 gelistet. Israel liegt demnach auf Platz 82. Die Liste wird jährlich auf der Grundlage von Fragebögen an Journalisten, Forscher, Juristen und Menschenrechtler erstellt.

Von: mh

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Wed, 05 May 2021 13:41:00 +0200