Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 12 Dec 2018 02:22:07 +0100 <![CDATA[Leinendocht wirft Licht auf byzantinische Zeit]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/12/11/leinendocht-wirft-licht-auf-byzantinische-zeit/ Israelische Archäologen untersuchen derzeit den 1.500 Jahre alten Docht einer Öllampe. Er wurde bereits in den 1930er Jahren vom Amerikaner Harris Dunscombe Colt entdeckt. Der Fundort, die alte Stadt Schivta, liegt in der Wüste Negev. Der Docht ist aus Leinen hergestellt, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Bislang seien in Israel erst zwei ähnliche Exemplare aus byzantinischer Zeit gefunden worden. Möglicherweise habe das Artefakt zur Beleuchtung einer Kirche gedient. Die Leinendochte wurden seinerzeit in ein Glasgefäß gelegt, das mit Öl gefüllt war.

Von: eh

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Tue, 11 Dec 2018 15:08:00 +0100
<![CDATA[Israelische Vorwürfe gegen Jüdisches Museum Berlin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/11/israelische-vorwuerfe-gegen-juedisches-museum-berlin/ JERUSALEM / BERLIN (inn) – Ein offiziell wirkendes Schreiben aus Israel fordert die deutsche Bundesregierung auf, ihre finanziellen Zuwendungen für bestimmte Organisationen zu überdenken. Denn diese unterstützten Gruppen, die anti-israelische Tendenzen zeigten. Die Herkunft des Briefes ans Kanzleramt und ans Bundesministerium für Entwicklung ist unklar, wie die links-liberale Tageszeitung „taz“ berichtet.

„Wir hätten gern, dass die Bundesregierung ihre weitere finanzielle Unterstützung an den vollständigen Stopp solcher Aktivitäten knüpft“, zitiert die „taz“ aus dem Schreiben. Zu den kritisierten Organisationen gehören kirchliche Werke wie „Brot für die Welt“ oder „Misereor“, aber auch parteiliche Stiftungen oder das Jüdische Museum in Berlin. Dem Bericht zufolge trägt es weder Absender noch Unterschrift, wie es bei inoffiziellen Arbeitsdokumenten zwischen Regierungen gängige Praxis ist. Das israelische Ministerium für strategische Angelegenheiten indes hat gegenüber der Berliner Zeitung dementiert, dass der Brief von ihm stammt.

Die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ wiederum zitiert das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu mit den Worten: „Der Premierminister hat gegenüber verschiedenen Führungspersönlichkeiten der Welt das Thema der Finanzierung israelischer und palästinensischer nichtstaatlicher Organisationen ausgeführt, die die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte als Kriegsverbrecher darstellen, palästinensischen Terror unterstützen und zum Boykott des Staates Israel aufrufen. Israel wird diese Organisationen weiter bekämpfen."

Konkret geht es um die Unterstützung israelischer Gruppen wie „Breaking the Silence“ durch „Brot für die Welt“ oder „B'Tselem“ durch „Misereor“. Auch die internationale Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) wird genannt. Die kritisierten Organisationen, zu denen auch die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung und die Linken-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung gehören, weisen die Vorwürfe zurück. „Partner in Israel und Palästina“ würden sorgfältig ausgewählt, fasst die „taz“ die Reaktionen zusammen. Zudem gebe es Unbedenklichkeitsprüfungen durch das Auswärtige Amt. Weiter heißt es in dem Artikel: „Auf israelischer Seite sind von der Beschwerde vor allem Organisationen betroffen, die mit der BDS-Bewegung in Verbindung gebracht werden oder die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete kritisieren.“

Vorwürfe gegen Museum nicht neu

Doch auch das Jüdische Museum in Berlin sieht sich Vorwürfen ausgesetzt. In dem Schreiben heißt es, eine aktuelle Ausstellung über Jerusalem gebe „größtenteils die muslimisch-palästinensische Sichtweise“ wieder. Ferner veranstalte das Museum regelmäßig Diskussionen mit prominenten BDS-Unterstützern.

Diese Vorwürfe sind allerdings nicht neu. Bereits im Sommer prangerte der israelische Journalist Eldad Beck die Einrichtung an, weil sie Referenten mit israelfeindlichen Ansichten zu Veranstaltungen einlade. Zu den Wurzeln dieser Entwicklung schrieb er: „Von Anfang an agierte das Jüdische Museum in Berlin, um eine Trennung zwischen Judentum sowie Zionismus und Israel zu schaffen. Am Eingang zum Museum wird das Land Israel als einer der Fokusse der Diaspora dargestellt, zu denen die Juden Deutschlands aus ihrer angestammten Heimat wie New York oder Buenos Aires flohen – und nicht als Land der Väter, in das sie aus dem wirklichen Exil in Deutschland zurückkehrten.“

Aus Becks Sicht will das Museum die klare Botschaft verbreiten: „Wenn die Scho'ah die deutsche Sünde ist, ist die Strafe dafür der Zionismus und Israel. All die Jahre seines Bestehens hat das Jüdische Museum politische Tätigkeiten unter einem kulturellen Deckmantel durchgeführt, die einseitiger Kritik an Israel und dem Verneinen des zionistischen Gedankens gewidmet waren.“

Kritikpunkt: Alles auf Besatzung zurückgeführt

Als Beispiel für einen fragwürdigen Referenten führte der Israeli den palästinensischen Experten für „Friedens- und Konfliktstudien“ Sa'ad Atschan an. Dieser sei „ein Aktivist für die Förderung der Rechte der LGBT-Gemeinde“ und „ein ranghoher Aktivist der Boykottbewegung gegen Israel, BDS“. Das Thema des Vortrags im Juli lautete: „Queer und Palästinenser in Ostjerusalem sein“.

Atschan, der aus Ramallah stammt, hätte „von dem rosanen und wunderbaren Leben der LGBT in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde erzählen können“, merkte Beck an. „Aber er entschied, seinen Vortrag auf Ostjerusalem zu konzentrieren, das bekanntlich vom Staat Israel annektiert wurde. So kann man mit mehr Begeisterung erzählen, dass der Grund für die Probleme der palästinensischen LGBT natürlich die israelische Besatzung ist. Ohne diese gewaltige Besatzung wäre das Leben der palästinensischen Schwulen, der Lesben und der Transvestiten ein Paradies.“ Der Journalist bemängelte, dass eine solche Propaganda „unter dem Deckmantel des Jüdischen Museums in Berlin“ möglich sei – mit Finanzierung der deutschen Behörden.

Indes hat die Vorsitzende der israelischen Oppositionspartei „Meretz“, Tamar Sandberg, das Schreiben an die Bundesregierung kritisiert: „Während Netanjahu gegen das Jüdische Museum in Berlin aktiv ist, hilft er Ungarns antisemitischem Premierminister Viktor Orbán, ein dubioses Holocaust-Museum einzurichten, das Ungarn von seiner Rolle im Holocaust freispricht.“

Kritiker zweifeln an Echtheit des Schreibens

Die „taz“ wiederum geht auf Zweifel an der Echtheit des Briefes ein – und stützt die Vermutung, dass dieser von der israelischen Organisation „NGO Monitor“ stammen könnte. „Kritiker in Israel sehen in der Arbeit von NGO Monitor eine gezielte politische Kampagne gegen ‚linke‘ Organisationen, die der Besatzung des Westjordanlands und des Gazastreifens kritisch gegenüberstehen“, schreibt sie dazu. Menschenrechtler in Israel klagten über schrumpfende Handlungsspielräume. „NGO Monitor“ arbeite eng mit der konservativen Regierung von Netanjahu zusammen. Organisationen, die dieser nahestünden, würden nicht beobachtet.

Der „taz“-Artikel endet mit dem Hinweis, ein Sprecher der Bundesregierung habe auf Anfrage zum Umgang mit dem Schreiben mitgeteilt, dass die „Förderung einer lebendigen Zivilgesellschaft Ziel deutscher Außen- und Entwicklungspolitik“ sei. Zu ihren Grundsätzen zählten der Schutz der Menschenrechte sowie Meinungsfreiheit. „Bleibt die Bundesregierung bei ihren Prinzipien, dürfte der Druck aus Israel anhalten“, folgert die links-liberale Zeitung.

Von: eh

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Tue, 11 Dec 2018 14:18:00 +0100
<![CDATA[„Oman gewährt Israel Überflugrechte“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/11/oman-gewaehrt-israel-ueberflugrechte/ JERUSALEM (inn) – Israelische Flugzeuge dürfen den Oman und möglicherweise bald auch den Sudan überfliegen. Das hat Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag mitgeteilt. „Als ich im Oman war, hat Sultan Kabus bin Said mir bestätigt, dass El Al über den Oman fliegen darf“, sagte der Regierungschef vor israelischen Diplomaten in Jerusalem.

Praktische Auswirkungen hat die Zusage des Sultans allerdings noch nicht. Der Golfstaat grenzt an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen. Keines dieser Länder hat Israels Fluggesellschaften bislang Überflugrechte gewährt. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, teilte Netanjahu mit, dass er daran arbeite, von Saudi-Arabien eine entsprechende Genehmigung für israelische Fluglinien wie El Al zu erhalten.

Der Premier deutete zudem an, dass israelische Fluggesellschaften bald auch über den Sudan fliegen dürfen. Derzeit ist diesen erlaubt, Ägypten, den Tschad und Nigeria zu überfliegen. Käme der Sudan hinzu, könnten israelische Airlines Non-Stop-Flüge nach Südamerika anbieten. Dies würde beispielsweise die Flugzeit von Israel nach Brasilien um zwei Stunden verkürzen.

Von: dn

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Tue, 11 Dec 2018 13:59:00 +0100
<![CDATA[Wegen Botschaftsplänen: Araber appellieren an Präsident Bolsonaro]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/11/wegen-botschaftsplaenen-araber-appellieren-an-praesident-bolsonaro/ Die Arabische Liga befürchtet eine Verschlechterung der Beziehung zu Brasilien. Das teilte deren Generalsekretär Ahmed Abul Gheit in einem Brief dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro mit. Weiterhin heißt es darin, dass „Israel ein Land ist, das palästinensische Gebiete gewaltsam besetzt, darunter Ostjerusalem“. Eine Verlegung der Botschaft würde daher Völkerrecht verletzen. Der Brief liegt der Nachrichtenagentur Reuters vor. Nach seiner Wahl im Oktober hatte Bolsonaro angekündigt, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem zu verlegen.

Von: mas

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Tue, 11 Dec 2018 13:03:00 +0100
<![CDATA[Sara Netanjahu allein auf offiziellem Besuch]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/11/sara-netanjahu-allein-auf-offiziellem-besuch/ Die Ehefrau von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, Sara, ist am Dienstag zu einem offiziellen Besuch in Guatemala eingetroffen. Israelische Vertreter bezeichnen den Besuch als „historisch“, da es das erste Mal sei, dass die Frau eines israelischen Regierungschefs allein eine offizielle Reise ins Ausland antritt. Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit bestätigte, dass Sara Netanjahu als Privatperson eine Delegation begleite. Sie habe keinen speziellen Status. Der Besuch erfolgt auf Einladung der Frau des guatemaltekischen Präsidenten Jimmy Morales, Patricia Marroquin de Morales.

Von: dn

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Tue, 11 Dec 2018 10:24:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Immobilienhändler in Israel ermordet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/11/palaestinensischer-immobilienhaendler-in-israel-ermordet/ DSCHALDSCHULIA (inn) – Ein arabischer Immobilienhändler aus dem Westjordanland ist am Freitag in Israel erschossen worden. Er hatte keine Bedenken, palästinensisches Land an Juden zu verkaufen. Dies könnte der Grund für den tödlichen Angriff auf ihn gewesen sein. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) habe ihn wegen des Landverkaufs an Juden im Visier gehabt, schreibt die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ und beruft sich auf eine PA-Quelle.

Bei dem Ermordeten handelt es sich um den 50-jährigen Ahmed Salama. Er stammte ursprünglich aus der Autonomiestadt Kalkilia, lebte aber seit Jahren im arabischen Lokalverband Dschaldschulia nordöstlich von Tel Aviv. Dank seiner Heirat mit einer israelischen Araberin besaß er die israelische Staatsbürgerschaft. Palästinenser führen dies jedoch auf seine „Kollaboration“ zurück.

Salama wurde am vergangenen Mittwoch aus nicht genannten Gründen von der israelischen Polizei festgenommen und anschließend wieder freigelassen. Seine Familie sagte, die Sicherheitskräfte hätten ihr Haus nach illegalen Waffen durchsucht. Er habe im Verdacht gestanden, auch Waffenhändler zu sein, dies aber von sich gewiesen.

Bewohner der Ortschaft Bidja im Westjordanland, südwestlich von Nablus, reagierten zufrieden auf den Mord. Denn im Osten liegt der illegale Außenposten Ma'ale Jissrael, nördlich der Siedlung Barkan. Dieser entstand auf Gelände, das der Vater des Immobilienhändlers, Raschad, einst an Juden verkaufte. Anschließend war die Familie aus Kalkilia geflohen. Die Palästinenser in der Gegend nennen den Außenposten „Raschads Siedlung“. Der Vater gilt in Bidja als „schmutziger Verräter und Kollaborateur mit Israel“.

Bereits der Vater wurde ermordet

Die Polizei untersucht indes, ob die tödlichen Schüsse auf Ahmed Salama mit dem Landverkauf zusammenhängen. Er war bekannt dafür, Begeisterung für den Staat Israel kundzutun. Sein Vater jedenfalls sowie dessen Geschäftspartner wurden einst ermordet, weil sie Grundstücke an Juden verkauft hatten. In der Palästinensischen Autonomie gilt dies als Straftat.

Von: eh

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Tue, 11 Dec 2018 10:16:00 +0100
<![CDATA[Mehr als 1.500 Minen bei Taufstelle Jesu entfernt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/10/mehr-als-1500-minen-bei-taufstelle-jesu-entfernt/ KASR AL-JAHUD (inn) – Die Entschärfung von Minen im Gebiet um Kasr al-Jahud, die Taufstelle Jesu, schreitet voran. Seit Frühling dieses Jahres haben Spezialisten 1.500 Sprengfallen bei drei von sieben Kirchen unschädlich gemacht. Die Arbeiten sollen bis Dezember 2019 abgeschlossen sein.

Israel hatte die Minen in den Jahren nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 um die Kirchen gelegt. Damit wollte die Armee verhindern, dass sich jordanische Soldaten in den Gebäuden verschanzen.

Seit dem Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien im Jahr 1994 hat sich die Lage aber geändert. Im Jahr 2016 verkündete die britische Organisation Halo Trust, das Gebiet von Minen zu befreien. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits Ende 2016 beginnen. Wegen finanzieller Engpässe verzögerten sich jedoch die Arbeiten. Inzwischen kamen etwa 2,6 Millionen US-Dollar aus Spenden zusammen. Die israelische Regierung beteiligt sich an dem Projekt mit 2 Millionen US-Dollar.

Von: df

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Mon, 10 Dec 2018 15:11:00 +0100
<![CDATA[Israel appelliert an französische Justizministerin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/10/israel-appelliert-an-franzoesische-justizministerin/ PARIS (inn) – Der Dachverband der jüdischen Organisationen in Frankreich, CRIF, wehrt sich gegen eine geplante Auszeichnung für zwei anti-israelische Gruppen: B'Tselem und Al-Haq. Sie sollen am heutigen Montag zusammen mit anderen Organisationen einen Menschenrechtspreis erhalten. Allerdings werde die französische Justizministerin Nicole Belloubet die Verleihung nun doch nicht persönlich vornehmen, teilte der Präsident des CRIF, Francis Kalifat, am Sonntag mit.

Zuvor hatte der Dachverband das Justizministerium über die anti-israelischen Umtriebe der beiden Gruppen informiert. Im Zentrum standen hierbei die Verbindungen zur Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). „Die Übergabe des Preises durch das Justizministerium an eine Vereinigung, die die Kampagne für BDS und die Delegitimierung Israels führt, wäre im Hinblick auf das Gesetz und die wiederholten Erklärung des Präsidenten der Republik und der Regierung unbegreiflich“, heißt es in dem Schreiben. Der CRIF forderte eine Erklärung für die Auswahl der designierten Preisträger.

„Boykott ist in Frankreich illegal“

Bei den Informationen über die beiden Gruppen stützte sich der Verband auf den „NGO Monitor“. Er schrieb: „Al-Haq ist eine palästinensische Organisation, ein herausragender Akteur der diskriminierenden BDS-Kampagnen und des juristischen Krieges gegen den Staat Israel.“ Als Beispiel nannte er kritische Berichte über den Mobilfunkanbieter Orange, französische Banken und Unternehmen, die beim Bau der Straßenbahn mitwirkten. Darin sei die Regierung aufgefordert worden, Druck auszuüben, damit die Unternehmen und Finanzinstitute ihre Unterstützung zurückziehen.

Ferner wies der CRIF darauf hin, dass der Direktor von Al-Haq, Schawan Dschabarin, 1985 wegen seiner aktiven Rolle in der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) verurteilt wurde. Diese werde von der EU, den USA, Kanada und Israel als Terrorgruppe eingestuft. Allgemein stellte der Dachverband fest: „Boykott ist in Frankreich illegal. Die militanten Anhänger des Israelboykotts werden regelmäßig von französischen Gerichten wegen Aufruf zu Hass und Diskriminierung verurteilt.“

B’Tselem wiederum wird als eine politisierte israelische Organisation dargestellt, die Israel fälschlicherweise „Apartheid“, „Kriegsverbrechen“ und „Zwangsumsiedlungen“ vorwerfe. In den Jahren 2016 und 2018 habe deren Direktor Hagai El-Ad vor dem Weltsicherheitsrat „entschiedene internationale Aktion“ gegen Israel gefordert. Zwischen 2014 und 2017 habe das französische Generalkonsulat in Jerusalem der Organisation rund 90.000 Euro zugeteilt.

Israelische Kritik

Auch die stellvertretende israelische Außenministerin Zippi Hotovely hat die beiden Nominierungen kritisiert. Sie forderte die französische Regierung dazu auf, die „bedauernswerte“ Entscheidung zu überdenken, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. „B’Tselem ist eine Organisation, die wiederholt einseitige Berichte mit unseriösen Quellen veröffentlicht hat, um Israel zu schaden“, schrieb die Likud-Politikerin. „Al-Haq ist eine Organisation, die an BDS gegen Israel beteiligt ist und deren Mitglieder dokumentierte Verbindungen zu Terror-Organisationen haben, einschließlich der Volksfront für die Befreiung Palästinas.“ Netanjahu habe bei einem Treffen mit Staatspräsident Emanuel Macron die französische Unterstützung für diese Organisationen kritisiert, schrieb Hotovely weiter.

Von: eh

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Mon, 10 Dec 2018 14:31:00 +0100
<![CDATA[Zwei amerikanische Polizeibehörden verlassen Sicherheitstagung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/10/zwei-amerikanische-polizeibehoerden-verlassen-sicherheitstagung/ Auf Druck zweier pro-palästinensischer Gruppen hat sich die Polizei des US-Bundesstaates Vermont sowie der Stadt Northampton in Massachusetts von einem Seminar in Israel zurückgezogen. Die Gruppen warfen dem Veranstalter ADL vor, „diskriminierende und repressive Polizeiarbeit“ zu unterstützen. Dagegen betonte der ehemalige Polizeichef von Durham in North Carolina, Jose Lopez, im Seminar gehe es ausschließlich um Führerschaft und das richtige Vorgehen bei Terroranschlägen. Die Polizei von Boston hat sich dem Druck nicht gebeugt, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Von: mas

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Mon, 10 Dec 2018 12:09:00 +0100
<![CDATA[Israel ist vollwertiges Mitglied der FATF]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/10/israel-ist-vollwertiges-mitglied-der-fatf/ Die „Arbeitsgruppe für finanzielle Maßnahmen gegen Geldwäsche“ (FATF) hat Israel als 38. Mitglied aufgenommen. Das gab das internationale Gremium am Montag in Paris bekannt. Im Februar 2016 war Israel als Beobachterstaat der FATF beigetreten. Seither habe Israel gezeigt, wie wichtig dem Staat ein gesundes Finanzsystem ist, sagte FATF-Präsident Marshall Billingslea. „Israel hat einen robusten Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung geschaffen.“ Das Land werde einen wertvollen Beitrag leisten, den Missbrauch des Finanzsystems zu vermeiden.

Von: df

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Mon, 10 Dec 2018 11:08:00 +0100
<![CDATA[Israel verkauft Drohnen an Vietnam]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/12/10/israel-verkauft-drohnen-an-vietnam/ Das Unternehmen „Israel Aerospace Industries“ verkauft drei unbemannte Fluggeräte an die vietnamesische Regierung. Das meldet die Zeitung „Jerusalem Post“. Demnach handelt es sich um drei Drohnen vom Typ „Heron 1“. Vietnam wolle diese für Routinemissionen einsetzen. Die Verkaufssumme beträgt 160 Millionen Dollar. Asiatischen Medien zufolge werden die Drohnen automatisch starten und landen können. Zudem seien sie selbst bei extremen Wetterbedingungen einsatzfähig.

Von: eh

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Mon, 10 Dec 2018 10:51:00 +0100
<![CDATA[Terrorangriff: Schwangere schwer verletzt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/09/terrorangriff-schwangere-schwer-verletzt/ OFRA (inn) – Bei einem palästinensischen Terrorangriff am Ortseingang der Siedlung Ofra nördlich von Jerusalem sind am Sonntagabend sieben Personen verwundet worden. Eine Frau im siebten Schwangerschaftsmonat wurde dabei schwer verletzt. Ihr Kind wurde noch am Abend entbunden. Das Frühchen war zunächst wohlauf, im Verlauf der Nacht verschlechterte sich jedoch dessen Zustand. Die Mutter befindet sich nach einer Operation auf dem Weg der Besserung. Ihr Ehemann wurde bei dem Anschlag ebenfalls verwundet.

Nach Angaben der Armee hatten Palästinenser im Vorbeifahren auf eine Gruppe von Menschen gefeuert. Soldaten beschossen zwar das Auto, die Täter konnten aber fliehen. Bis zum Montagmittag war eine Suche nach ihnen im Gange. Eine Videokamera zeichnete den Vorfall auf. Darin ist zu sehen, wie ein weißer Kleinwagen heranrauscht und kurz Halt macht. Zu seiner Rechten ergreifen Menschen die Flucht, der Kleinwagen fährt nach wenigen Sekunden weiter.

Hamas: „Heldenhafte Operation“

Die Terror-Organisation Hamas begrüßte den Anschlag und bezeichnete ihn als „heldenhaft“. Er sei eine Bestätigung für die Legitimität des „Widerstandes“ gegen die „zionistische Besatzung und ihre Siedler“, sagte Hamas-Sprecher Abdelatif al-Kanu laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. „Er beweist, dass jeglicher Versuch, den palästinensischen Widerstand zu verurteilen, angesichts des Begehrens und des Heldenmutes des palästinensischen Volkes scheitert.“

Die Partei Jüdisches Haus forderte nach dem Anschlag, Wohnhäuser in der Siedlung Ofra, deren rechtlicher Status umstritten ist, nachträglich zu legalisieren. Betroffen sind laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ 500 von 700 Wohnhäusern in der Ortschaft mit etwa 3.400 Einwohnern. Das im Februar 2017 verabschiedete Regelungsgesetz sieht für so einen Fall eine Entschädigung von 125 Prozent vor. Im März 2017 hatte die Armee neun illegal errichtete Häuser auf Anweisung des Obersten Gerichtes zerstört.

Die USA verurteilten unterdessen den Anschlag. Der Botschafter in Israel, David Friedman, sprach von einer „weiteren bösartigen Tat des palästinensischen Terrorismus“. Via Twitter kritisierte er auch das Lob der Hamas sowie die UN-Generalversammlung, die es am vergangenen Donnerstag versäumt hatte, die Hamas zu verurteilen.

Von: df

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Sun, 09 Dec 2018 21:56:00 +0100
<![CDATA[Keine Verurteilung des Hamas-Raketenfeuers bei den Vereinten Nationen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/07/keine-verurteilung-des-hamas-raketenfeuers-bei-den-vereinten-nationen/ NEW YORK (inn) – Die UN-Generalversammlung verurteilt nicht das Raketenfeuer der Hamas auf Israel. Eine entsprechende Resolution verpasste am Donnerstag in New York die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Für die Resolution stimmten 87 Länder – darunter auch Deutschland –, 58 stimmten dagegen, 32 enthielten sich. Es wäre das erste Mal gewesen, dass die Vollversammlung die Hamas direkt verurteilt.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht das Votum dennoch als Erfolg, da zum ersten Mal eine Mehrheit der Länder gegen die Hamas abgestimmt hat. Er dankte allen Ländern, die für die Resolution gestimmt hatten, für ihre „prinzipientreue Haltung“. Insbesondere lobte er die UN-Botschafterin Nikki Haley für ihre Initiative. „Das ist ein wichtiger Erfolg für die USA und Israel“, schrieb Netanjahu auf Twitter.

Auch der israelische UN-Botschafter Danny Danon sieht das Abstimmungsergebnis positiv: „Zum ersten Mal bei den UN verurteilte eine Rekordzahl von 87 Ländern die Hamas wegen ihres Raketenfeuers und ihres Gebrauchs von ziviler Infrastruktur für militärische Zwecke gegen Israel.“ Auch er dankte seiner amerikanischen Amtskollegin Haley dafür, eine entsprechende Zahl an Stimmen organisiert zu haben.

Die Hamas sprach am Freitag in einer Stellungnahme von einem „Triumph bei der Generalversammlung“. Das Votum sei ein Meilenstein für das palästinensische Volk, sagte der Chef des Politbüros im Gazastreifen, Ismail Hanije, laut einer Mitteilung der Terror-Organisation. Er dankte allen Nationen, die der „israelischen Besatzung und ihrer aggressiven Politik“ entgegengetreten seien. „Diese politische Unterstützung für die Palästinenser und ihren Widerstand hebt die Legitimität des palästinensischen Freiheitskampfes hervor.“

Von: df

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Fri, 07 Dec 2018 14:45:00 +0100
<![CDATA[EU veröffentlicht Erklärung zum Kampf gegen Antisemitimus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/07/eu-veroeffentlicht-erklaerung-zum-kampf-gegen-antisemitimus/ Die Europäische Union hat am Donnerstag eine Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus veröffentlicht. Darin ruft der Rat die Mitgliedsländer unter anderem dazu auf, eine „ganzheitliche Strategie zur Vermeidung aller Formen von Antisemitismus“ umzusetzen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kritisierte, dass dabei die Antisemitismus-Definition der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken nur als Orientierung, jedoch nicht als verbindlich gilt. Laut dieser Definition kann Kritik an Israel auch als antisemitisch gelten, etwa wenn der Zionismus als antisemitisch bezeichnet wird.

Von: df

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Fri, 07 Dec 2018 12:56:00 +0100
<![CDATA[UNIFIL-Missionschef besichtigt von Israel entdeckten Tunnel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/07/unifil-missionschef-besichtigt-von-israel-entdeckten-tunnel/ BEIRUT / JERUSALEM (inn) – Die internationale Schutztruppe UNIFIL hat die Existenz eines Tunnels an der israelisch-libanesischen Grenze bestätigt. Am Donnerstag besuchte der Missionsleiter und Truppenkommandeur, Generalmajor Stefano Del Col, mit einem technischen Team die Stätte nahe der Ortschaft Metulla. „Auf Grundlage der Inspektion der Stätte kann die UNIFIL bestätigen, dass dort ein Tunnel existiert“, heißt es in einer Mitteilung der UNIFIL. Nun sei es wichtig, sich ein genaues Bild von dem Vorfall zu machen.

Israel geht davon aus, dass die Hisbollah-Miliz diesen und einen zweiten Tunnel für Angriffszwecke gegraben hat. Am Donnerstag warnte die Armee Bewohner des libanesischen Dorfes Kfar Kila vor möglichen Explosionen: „Wir wissen nicht, ob die Hisbollah innerhalb jener Tunnel Sprengsätze gelegt hat“, schrieb der arabische Sprecher Avichai Adrai auf Twitter. „Wir raten Ihnen, darüber nachzudenken, ob Sie weiter in diesen Häusern leben können, wo eine tickende Zeitbombe Ihre Sicherheit bedroht.“ Wenn die Armee ihre Aktivität beendet hat, werde sie die Bewohner darüber informieren, dass es wieder sicher ist, in ihre Häuser zurückzukehren.

Libanon beschwert sich beim Sicherheitsrat

Vor möglichen Explosionen warnte das Militär die Libanesen in Kfar Kila auch auf anderem Wege: über das örtliche Telekommunikationsnetz. Dies zog eine Beschwerde beim Weltsicherheitsrat nach sich. Israel habe das libanesische Kommunikationsnetzwerk gehackt, schrieb UN-Botschafter Amal Mudallali am Donnerstag in einem Brief an das Gremium. Er warf Israel vor, eine politische und diplomatische Kampagne gegen den Libanon zu beginnen.

Die Verbreitung der Warnung über das libanesische Kommunikationsnetz stelle „einen neuen und äußerst ernsten Angriff auf die Sicherheit der Bürger des Libanon dar, bei dem Israel die Würde und Privatsphäre von Einzelpersonen verletzt und eine direkte Drohung gegen ihr Leben äußert“, zitiert die Nachrichtenseite „i24news“ aus der Beschwerde. Der Rat müsse alle nötigen Maßnahmen ergreifen, „um dieser systematischen Kampagne entgegenzutreten, die von Israel unternommen wird, sowie Israels fortwährenden Verletzungen libanesischer Souveränität, die eine Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität der gesamten Region sind“.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete den Brief am Freitag als „heuchlerisch“. Er sagte: „Die libanesische Regierung, unter deren Herrschaft die Hisbollah eine unterirdische Stadt von Tunneln und Fabriken für Präzisionsraketen gegen Israel aufgebaut hat, versucht in heuchlerischer Weise, Israel zu verurteilen, das tätig ist, um seine Bürger zu schützen.“

Netanjahu: UNIFIL muss handeln

Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte am Donnerstag einer Gruppe ausländischer Botschafter vor Ort die Lage an der Nordgrenze. Er forderte sie auf, die Aggression der Hisbollah einstimmig zu verurteilen und die Sanktionen gegen die Terrormiliz zu intensivieren. „Die UNIFIL sollte ihre Rolle ausweiten, weil es offensichtlich nicht geschehen ist. Die UNIFIL soll den Transfer von Waffen in den Südlibanon beobachten, wenn nicht gar stoppen.“ Am Ende des Zweiten Libanonkrieges im Sommer 2006 habe es 15.000 Raketen gegeben. „Nun gibt es etwa zehnmal so viele, und wir haben nicht einen einzigen Fall, eine einzige Beschwerde oder einen Bericht der UNIFIL erlebt.“

Die israelische Armee hatte am Dienstagmorgen bekannt gegeben, dass die Operation „Nördlicher Schutzschild“ begonnen habe. Ziel sei es, gegen Terrortunnel der Hisbollah vorzugehen. Bislang hat das Militär nach eigenen Angaben zwei solche Gänge entdeckt. Deutschland und Großbritannien haben die Hisbollah wegen der Tunnel kritisiert.

Von: eh

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Fri, 07 Dec 2018 12:48:00 +0100
<![CDATA[Rechnungsprüfer verbietet Israel-Boykott]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/07/rechnungspruefer-verbietet-israel-boykott/ Ortschaften in Chile dürfen Israel nicht boykottieren. Das hat der chilenische Nationale Rechnungsprüfer angeordnet. Zuvor hatte sich unter anderem der Präsident der Jüdischen Gemeinschaft Chiles, Schai Agosin Weisz, beschwert. Er kritisierte, dass die Stadt Valdivia Geschäfte mit Firmen verboten hat, die Verbindung zu Israel haben. Die Stadtverwaltung hatte zudem dazu aufgerufen, Israels Botschafter aus Chile auszuweisen. Sie hatte die Stadt zur ersten in Lateinamerika erklärt, die „frei von israelischer Apartheid“ sei.

Von: dn

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Fri, 07 Dec 2018 12:17:00 +0100
<![CDATA[Palästinensischer Staatsanwalt berät Internationalen Strafgerichtshof]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/07/palaestinensischer-staatsanwalt-beraet-internationalen-strafgerichtshof/ Der palästinensische Generalstaatsanwalt Ahmad Barrak ist am Mittwoch in ein Komitee des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag gewählt worden. Es berät das Gericht bei der Nominierung von Richtern, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldet. Die Entscheidung fiel in der 17. Sitzung der Versammlung der Vertragsstaaten. Diese währt noch bis zum 12. Dezember.

Von: eh

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Fri, 07 Dec 2018 10:20:00 +0100
<![CDATA[In 929 Tagen durch die Bibel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/07/in-929-tagen-durch-die-bibel/ „Tescha schtajim tescha – TaNaCH bejachad (Neun zwei neun – Bibel für alle)“, so lautet der Name des Projekts, das seit einigen Jahren zum Alltag vieler Israelis gehört. Die Hebräische Bibel umfasst 929 Kapitel. Wer an fünf Werktagen, von Sonntag bis Donnerstag, jeweils ein vorgegebenes Kapitel liest, hat also in gut dreieinhalb Jahren die gesamte Hebräische Bibel durchgelesen. Neben den einzelnen Kapiteln der Bibel, die in jugendlichem Layout aufgeführt sind, stehen Lieder, Gedichte, Kurzvideos, Audiodateien, Fotos und Gedanken von Prominenten zur Verfügung. Diese sind auf der Homepage, über App auf dem Smartphone oder per Email zugänglich.

Präsent und doch so fremd

Die moderne hebräische Sprache ist voller biblischer Ausdrücke. Straßennamen sind nach biblischen Orten, Ereignissen oder Personen benannt. Israelis lernen biblische Inhalte in der Schule und selbst viele säkulare Juden können die Geschichten aus dem Stegreif nacherzählen. Trotz allem ist die Bibel dem Volk fremd geworden. Dieser Meinung ist zumindest der nationalreligiöse Rab­biner Benny Lau: „Wir wollen die Bibel dem Volk zurückgeben. Zu lange war sie durch die Jeschiven und Universitäten vom Volk getrennt“, hat er in den vergangenen fünf Jahren immer wieder betont. Mit dem Projekt „929“ möchte Lau Menschen ermutigen, verstärkt ihre Bibel zu lesen. Nach eigenen Angaben haben sich im ersten Zyklus knapp 300.000 Menschen in irgendeiner Form an dem Programm beteiligt, davon etwa drei Viertel Nichtreligiöse. „929“ verleiht der Bibel Bedeutung in heutiger Zeit. Wenn Lau über die Bibel spricht, werden biblische Propheten zu Journalisten, Könige zu Politikern und falsche Propheten sind „fake news“.

Der erste 929-Zyklus war Ende 2014 in hebräischer Sprache eröffnet und Mitte Juli mit dem letzten Kapitel beendet worden: Zig Tausende lasen zum Abschluss 2. Chronik 36. Mit dem Ende des Zyklus und anlässlich des 70-jährigen Staatsjubiläums Israels wurde auch eine kommentierte 929-Bibelausgabe herausgegeben. Die drei Kilogramm schwere Ausgabe besteht aus der Bibel und drei Büchern zum TaNaCH: Jedes Kapitel aus Tora (5 Bücher Mose), Neviim (Propheten) und CHtuvim (Schriften) ist auf einer halben Seite kommentiert oder illustriert. Subventioniert ist der Band von der Witwe von Mischael Cheschin, einem ehemaligen Oberrichter von Israel.

Dass „929“ so erfolgreich geworden ist, ist wohl auch Laus Bekanntheitsgrad zu verdanken: Er ist im israelischen Radio zu hören und im Fernsehen zu sehen, zudem war er seit 2002 bis Oktober dieses Jahres Rabbiner der von Aschkenasen gegründeten Jerusalemer Ramban-Synagoge. Seine Gottesdienste und wöchentlichen Vorträge erfreuen sich großer Beliebtheit. Und sein Cousin ist der amtierende Oberrabbiner in Israel, David Lau.

Doch trotz Laus Prominenz ist „929“ keine „One-Man-Show“, sondern ein Volksprojekt. Mehrere Hundert Autoren wirken darin mit: Musiker, Reiseleiter und Forscher; Dichter, Historiker und Rabbiner; Journalisten, Schriftsteller, Armee-Kommandeure und Politiker – sie alle haben sich schon öffentlich mit einzelnen Kapiteln der Bibel auseinandergesetzt. Dabei deckt die Autorenschaft ein breites politisches und religiöses Spektrum ab: Der Journalist der linksgerichteten Tageszeitung „Ha’aretz“ Gideon Levy gehört ebenso dazu wie der Likud-Politiker Jehuda Glick, der „Jahrtausendgelehrte“ Rabbiner Adin Steinsaltz schreibt ebenso wie die Bibelprofessorin der Hebräischen Universität Jaira Amit.

Bibel für alle

Wie nun funktioniert der Bibelleseplan? Auf der Homepage ist in ansprechendem Layout der komplette Text des jeweiligen Kapitels abgebildet. Wer möchte, kann es sich vorlesen lassen und sich die Kommentare aus der jüdischen Tradition zu einzelnen Wörtern oder Versen anzeigen lassen. Zudem gibt es eine Zusammenfassung des Kapitels und Gedanken von verschiedenen Menschen des öffentlichen Lebens dazu. Zeitweise konnten sich Interessierte eine einminütige Audiodatei über einen Vers aus dem jeweiligen Kapitel über WhatsApp senden lassen. Gelesen wurde die Auslegung vom bekannten Sänger Kobi Oz.

Anstelle eines weiteren Kapitels steht freitags eine Wochenzusammenfassung zur Verfügung. Dazu gibt es ansprechend animierte Kurzvideos zum Thema der Abschnitte der vergangenen Tage. Ferner treffen sich Kleingruppen zum Bibellesen, außerdem werden Ausflüge an biblische Orte des Geschehens, Vorträge und Filmabende organisiert. Dabei traten vereinzelt auch arabische Künstler auf.

Bibelstudium mit dem Präsidenten

Der prominenteste Gastgeber für Veranstaltungen von „929“ ist wohl Staatspräsident Reuven Rivlin. Zu Beginn des Projekts, Chanukka 2014, hatte er über sein Büro mitteilen lassen: „Die Gelegenheit, hier, in der Residenz der Präsidenten Israels, ein volkstümliches israelisches Projekt zu beherbergen, das auf den Pfaden der Hebräischen Bibel schreitet, ist für mich die Erfüllung eines Traumes. Das ‚Bibelseminar‘ der Präsidentenresidenz ist eine langjährige präsidiale Tradition. Israels Präsidenten sahen im Studium der Bibel ein bedeutsames Charakteristikum ihrer Arbeit. Die Bibel stellte für sie einen Werte- und Moralkompass für die gesamte israelische Gesellschaft dar.“

Deshalb lädt er die „929“-Gemeinde zweimal im Jahr in seine Residenz ein. Als Bürger wolle er an der Seite der Israelis die Bibel studieren. Zum Auftakt sagte er: „Die Bibel fordert von uns das Gute, das Moralische und das Gerechte. Die Bibel sucht den Menschen, der sich jeden Tag entscheidet.“ Eine Entscheidung sei eine moralische Tat, „die erforderlich ist beim Bestehen klarer und entgegengesetzter Möglichkeiten: Licht und Dunkelheit, Gutes und Böses, Leben und Tod“. Dabei gehe es nicht um ein Freizeitseminar. „Die Bibel ist das explosivste Buch in der Geschichte. Sie hat Sklaven befreit, Nationen geschaffen und Unterdrückte aufgerichtet.“ Die Bibel bedeute Gottes Aufforderung an Abraham: „Gehe los“. Rivlin bezeichnete die Hebräische Bibel als „Personalausweis des jüdischen Volkes, aber auch der gesamten Menschheit“. Obwohl das Chanukka-Fest darin nicht erwähnt sei, sei es als Lichterfest ein passender Zeitpunkt für den Beginn der Aktion. Denn die Bibel verbreite Licht in der Welt.

Für zwei Jahre schrieb der Dichter Omri Sharet im ersten Zyklus Artikel für das Projekt: „‚929‘ ist eine großartige Idee. Es bringt Menschen dazu, den TaNaCH zu öffnen und ihn zu lesen.“ Der Hobbyhistoriker zeigt sich hoch erfreut: „Wir müssen uns mehr mit dem TaNaCH beschäftigen. Wir sollten ihn mehr lesen, aber auch mehr seine Bedeutung für unsere Identität und Religiosität in unserem Leben verstehen. Auch wenn es nicht in jedem der Artikel konkret zum Ausdruck kommt – ‚929‘ bietet eine tolle Möglichkeit, diese Botschaften einem breiten Publikum verfügbar zu machen.“ Besonders gefreut hat ihn, wenn Leser ihm schrieben, dass sie auf seine Artikel warteten und er merkte, dass sie für Menschen Relevanz hatten.

Die Bibel setzt neue Maßstäbe

Der promovierte Judaist und Bibelforscher Micha Goodman sagte bei einem 929-Treffen über die Bibel: „Dieses Buch ist unsere Heimat. In ihm sind wir lokal verortet. Doch seine Botschaft ist nicht an territoriale Grenzen gebunden. Sie sprengt Grenzen.“

Mit Bezug auf die Unabhängigkeitserklärung machte er deutlich: „Wir sind ein Volk, das lokal verortet ist, nämlich in der Bibel, aber mit einer Botschaft, die universell gültig ist. Im TaNaCH sind drei Ideen festgehalten, die universelle Gültigkeit haben und die Menschheit verändert haben: Es gibt erstens eine neue Auffassung von Gott: Demnach gibt es nur einen Gott, der universell gültig ist. Zweitens entwickelt die Bibel eine neue Auffassung von Macht und Herrschaft. Demnach muss die Macht von Politikern und Regierenden beschnitten werden. Es ist eine biblische Idee, Politiker zu kritisieren. Dieses Konzept hat die Welt verändert. Drittens gibt es eine neue Auffassung von Zeit. Vor der Bibel drehte sich die Zeit im Kreis, jedes Ereignis begann immer wieder von neuem, allerdings ohne Gedächtnis. Die Bibel schafft ein neues Konzept: die Zeit wird linear, weil Gott und Mensch aus der Natur heraustreten. Erst dadurch wurde Zukunft überhaupt möglich.“

Nun auch auf Englisch

Im Sommer hat der zweite Zyklus des Bibelleseplans begonnen und seitdem gibt es ihn auch in englischer Sprache. Prominente Autoren der englischen Seite sind der Dichter Jakob Azriel sowie der britische Rabbiner Jonathan Sacks. Letzterer amtiert auch als internationaler Präsident von „929“.

Der englische Internetauftritt ist ähnlich wie das Original gestaltet: das Kapitel ist schriftlich aufgeführt, zudem lässt es sich als Audiodatei anhören. Zusätzlich gibt es weiterführendes Material in Form von Fotos, Kurzvideos, Skizzen oder Gedichten. Täglich wird ein hebräisches Schlüsselwort aus dem Kapitel erklärt.

Der Vorsitzende von „929 Englisch“ ist der nationalreligiöse Rabbiner Adam Mintz aus New York. Mit dem Projekt solle auch der Dialog zwischen den Juden aus Israel und aus der Diaspora gefördert werden. Das tägliche Kapitel könne als Basis für Ideenaustausch dienen. Der Onlineausgabe der Tageszeitung „Jerusalem Post“ sagte er: „Menschen, die sich ernsthaft Gedanken um ein bestimmtes Kapitel machen und einen aufmerksamen Zugang zur Bibel haben, wollen wir eine Online-Hilfe für ernstzunehmenden jüdischen Inhalt bieten.“

„929“ bekommt Unterstützung vom israelischen Bildungsministerium, finanziert sich aber hauptsächlich aus Privatspenden. Der Leseplan „929“ orientiert sich an der Aktion „Daf Jomi (tägliches Blatt)“, bei der seit 1923 hunderttausende Juden in aller Welt jeden Tag zwei bestimmte Talmud-Seiten studieren. Auf diese Weise wird der gesamte Talmud gelesen. Doch der Reiz, die Bibel statt der Auslegungen zu lesen, scheint um einiges höher zu sein. Joe ist vor fast zehn Jahren nach Israel eingewandert. Als Fremdenführer interessiert sich der gebürtige amerikanische Jude für jüdisches Schrifttum. „Der große Vorteil von ‚929‘ ist, dass es so einfach ist. Wenn ich mir jeden Werktag ein Kapitel aus der Bibel vornehme, habe ich in dreieinhalb Jahren die ganze Bibel durchgelesen. Für das Daf Jomi brauche ich mehr als sieben Jahre.“ Joe ist begeistert: „Außerdem wird die Bibel so wirklich für jeden zugänglich. Ein Kapitel schaffe ich täglich gut. Und wenn ich mal ein paar Tage nicht zum Lesen komme, hole ich es leicht wieder auf. Wenn ich dann noch Zeit habe, lese ich auch die zugehörigen Kommentare.“

„929“ hat viele Freunde

Auch Jael gehört zu den Nutzern. Immer wieder zieht die messianische Jüdin in ihrem persönlichen Bibelstudium die Kommentare von „929“ zurate. „Für eine Kinderkonferenz suchte ich kürzlich eine Auslegung zum Propheten Maleachi. Das Schöne ist, dass sich die Kommentare bei ‚929‘ stark am Bibeltext orientieren, und nicht so sehr an den Texten der späteren jüdischen Tradition. Ich konnte fast alles eins zu eins übernehmen. An ‚929‘ finde ich klasse, dass der TaNaCH hier für säkulare und traditionsbewusste Juden zugänglich wird, die sich im Alltag sonst weniger damit beschäftigen.“

Auch Tom, der als Mordechai in eine ultra-orthodoxe Familie geboren ist, mag „929“. Wenn er auch heute säkular ist, ist er überzeugt: „‚929‘ ist ein tolles Projekt, das viele Menschen zum Bibelstudium ermutigt. Es ist wichtig, die Bibel zu kennen.“

Ende Juli starteten Hunderttausende Israelis das Bibelstudium von vorne – wieder begannen sie mit dem ersten Kapitel des ersten Buches Mose: „Bereschit bara Elohim et haSchamajim ve‘et ha‘Aretz“ – „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Der Bibelleseplan sieht das letzte Bibelkapitel für den 2. Februar 2022 vor. Dieses endet mit der Beschreibung des Endes der babylonischen Gefangenschaft: Kyrus, der König von Persien, berichtet vom Auftrag Gottes, „dem Gott des Himmels ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei der HERR, sein Gott, und er ziehe hinauf!“ Eine Verheißung, die dieser Tage aktueller denn je klingt. Für alle Bibelliebhaber lohnt sich ein Blick auf die Homepage 929.org.il deshalb in jedem Fall.

Hintergrund

„929“ ist ein Bibelleseplan, der in mehr als dreieinhalb Jahren (929 Arbeitstage) fortlaufend durch die Bibel führt. An jedem Tag wird ein Kapitel vorgeschlagen und Material zum Studium bereitgestellt. Dabei wirken Religiöse und Säkulare mit, Journalisten, Schriftsteller und Politiker. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, die Bibel dem jüdischen Volk wieder näher ins Bewusstsein zu bringen. Seit Sommer 2018 ist auch Material in englischer Sprache verfügbar.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 5/2018 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online.

Von: mh

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Fri, 07 Dec 2018 10:06:00 +0100
<![CDATA[Von der Einseitigkeit der Trump-Kritiker]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/12/06/von-der-einseitigkeit-der-trump-kritiker/ Ein Kommentar von Elisabeth Hausen]]> „Wie kann er das tun? Damit löst er einen Flächenbrand aus. Es wird Tote geben.“ Diese und ähnliche Befürchtungen waren vor einem Jahr zu hören, nachdem US-Präsident Donald Trump Jerusalem zur israelischen Hauptstadt erklärt hatte. Damit verband er die Ankündigung, die Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Natürlich ist es legitim, Politiker für ihre Entscheidungen zu kritisieren – auch wenn es sich in dem Fall um die Einlösung eines Wahlversprechens handelt, um die sich die drei Amtsvorgänger gedrückt hatten. Doch eine solche Kritik müsste sich dann gleichermaßen gegen alle richten, die solche Entscheidungen treffen. Das ist hier nicht der Fall.

Trump gab seine Erklärung am 6. Dezember 2017 ab. Zweieinhalb Wochen später folgte der Präsident von Guatemala, Jimmy Morales. Die erste Nachricht schlug weltweit hohe Wellen, die zweite ging unter. Ein Grund dafür ist, dass die USA weltpolitisch viel bedeutender sind als Guatemala. Zudem mag es in der westlichen Welt auch am Zeitpunkt gelegen haben: Morales kündigte die Botschaftsverlegung an Heiligabend an. Doch auch in der islamischen Welt, wo die christlichen Feiertage keine Rolle spielen, blieb es ruhig.

Ähnliches war zu beobachten, als die Präsidenten ihre Pläne verwirklichten: Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am 14. Mai stand im Zentrum der Berichterstattung und der Diskussionen, während die Eröffnung der guatemaltekischen Vertretung zwei Tage später ein Randthema war. Am 21. Mai folgte noch Paraguay, das allerdings nach dem Präsidentenwechsel mittlerweile einen Rückzieher gemacht hat.

Hamas darf ungestört zündeln

Eine Art „Flächenbrand“ hat die Nachricht indirekt tatsächlich ausgelöst – und zwar in Israel, das sich aus Sicht der Kritiker an sich nur dadurch schuldig gemacht haben dürfte, dass es die Umzüge der Botschaften nicht verhinderte. Das wäre aber auch ein unzulässiges Eingreifen in die Belange anderer Staaten gewesen.

Am 30. März, dem Karfreitag, begannen die Proteste zum „Großen Marsch der Rückkehr“ an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel, die bis heute Freitag für Freitag andauern. Als einen Grund der als „friedlicher Protest“ deklarierten Aktion nennen die Initiatoren die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem – aber nicht die der guatemaltekischen Vertretung. Ein Protest, dessen Teilnehmer Granaten und andere Waffen, Branddrachen und -ballons einsetzen, ist nicht friedlich. Dass die israelische Armee militärisch dagegen vorgeht, gehört zu ihrer Aufgabe, die eigene Bevölkerung zu schützen.

Die Branddrachen haben zahllose Felder, Wälder und Naturschutzgebiete in Südisrael zerstört. Zudem hat die Hamas mehrmals an der Grenze Autoreifen angezündet, um den Soldaten die Sicht zu nehmen. Organisationen, die sich mit Kritik überschlagen, wenn die USA ein internationales Klimaabkommen nicht unterzeichnen, hielten sich hierzu auffällig zurück. Greenpeace etwa reagierte auf eine erste Israelnetz-Anfrage Ende Mai wegen der Autoreifen überhaupt nicht. Auf eine zweite Bitte um die offizielle Stellungnahme der Organisation drei Monate später, in der auch die Branddrachen erwähnt waren, verwies die deutsche Vertretung die Redaktion an die Niederlassung in Israel. Die Antwort der dortigen Mitarbeiter kam prompt: „Wir haben beim Thema Branddrachen nicht reagiert und werden zu dem Thema keine Stellung beziehen.“

Wenn die Hamas Naturschutzgebiete im jüdischen Staat abbrennt, gelten die Dogmen der Umweltorganisation offenbar nicht mehr. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wer Trump für den Botschaftsumzug verurteilt, muss Morales ebenfalls kritisieren. Und wer generell Umweltsünder anprangert, darf vor der Hamas nicht kapitulieren.

Von: Elisabeth Hausen

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Thu, 06 Dec 2018 14:16:00 +0100
<![CDATA[Berichte: Merkel blockierte mögliche Botschaftsverlegungen nach Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/06/berichte-merkel-blockierte-moegliche-botschaftsverlegungen-nach-jerusalem/ BERLIN (inn) – Unbestätigten Berichten zufolge hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Druck auf osteuropäische Staaten ausgeübt, damit diese ihre Botschaft nicht nach Jerusalem verlegen. Die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ hatte am 15. November zuerst darüber berichtet. Die Regierung teilte dem Journalisten Benjamin Weinthal damals auf Anfrage lediglich mit: „Wir können über vertrauliche Gespräche keine Auskunft geben.“

Am 29. November meldete sich der Gründungsdirektor der Lobbygruppe „Europäische Koalition für Israel“, Tomas Sendell, auf Facebook zu Wort. Aus osteuropäischen Ländern höre er „seit einiger Zeit“, dass die dortigen Regierungen Anrufe von Merkel bezüglich eines Botschaftsumzugs erhalten hätten. Merkel habe dabei deutlich gemacht, dass ein Umzug unter keinen Umständen stattfinden dürfe.

Wie Sendell weiter mitteilte, habe er mit einigen deutschen Politikern in Brüssel über die Angelegenheit gesprochen. Von den Anrufen wüssten diese nichts. Sie alle würden schockiert sein, dass es von allen Ländern der Europäischen Union ausgerechnet allein Deutschland sein sollte, das einen Botschaftsumzug blockiert – nicht nur den eigenen, sondern auch den anderer Länder. „Das ist nicht das Deutschland, das wir mal kannten. Das ist nicht einmal die Angela Merkel, die wir mal kannten.“ Sendell gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass Deutschland wieder „der“ Freund Israels in der Europäischen Union wird.

Warnung vor Umzug

Für den deutschen Journalisten Henryk M. Broder werfen diese Berichte die Frage auf, „ob das vielleicht der Anfang vom Ende der zur deutschen Staatsräson erklärten Sicherheit Israels sein könnte“. Ein Sprecher der Bundesregierung antwortete auf eine entsprechende Anfrage: „Die Sicherheit des Staates Israel ist Teil der Staatsräson Deutschlands. Diese wiederholt von Bundeskanzlerin Merkel getroffene Feststellung gilt.“ Die Antwort veröffentlichte Broder am Mittwoch auf dem Weblog „Achse des Guten“.

Der Publizist Thomas Ettinger kommt in einer Analyse für die Seite „Mena-Watch“ zu der Einschätzung: „Abseits der üblichen Lippenbekenntnisse lässt sich der zunehmend anti-israelische Kurs der deutschen Außenpolitik kaum mehr leugnen.“ Darüber hinaus missachte Merkel die Souveränität anderer Länder.

Von: df

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Thu, 06 Dec 2018 13:46:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 06. Dezember 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/12/06/nachrichten-vom-06-dezember-2018/ Thu, 06 Dec 2018 11:48:00 +0100 <![CDATA[Trumps Glaubensberater in Samaria]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/06/trumps-glaubensberater-in-samaria/ Der evangelikale Pastor und Vertraute des US-Präsidenten, Jim Garlow, hat Samaria besucht. Im Rahmen seiner Reise entzündete er vor Ort die Chanukkahkerzen. Garlow äußerte sich glücklich über den „wundervollen Tag“ in der Region. Dennoch sei er traurig, dass „Journalisten, Akademiker und viele andere“ Lügen über Samaria verbreiten. Es sei wichtig zu sehen, „was das jüdische Volk durchmacht, damit diese Realität existiert“. Die Reise war Teil eines Projekts des Ministeriums für strategische Angelegenheiten, berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Von: mas

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Thu, 06 Dec 2018 11:43:00 +0100
<![CDATA[Wissenschaftsnation Israel startet durch]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/12/06/wissenschaftsnation-israel-startet-durch/ Siebzig Jahre nach der Staatsgründung sind wissenschaftliche Erfolge, wirtschaftliche Leistungen und die intensive Wüsten-Landwirtschaft unübersehbar. Gelegentlich ist zu hören: Die meisten Nobelpreisträger seien Juden. Im Internet kursieren Namen und Listen. Wie auch immer: Lehre und Wissen prägen seit Jahrhunderten das jüdische Volk. Die Beschäftigung mit den Geboten der Bibel ist oft die Suche nach einem Weg am göttlichen Gesetz vorbei, ohne es zu verletzen. Das führt auch in der Wissenschaft zu genialen Ergebnissen.

Elektroauto für die Hosentasche?

Ende Oktober war unter der Schlagzeile „Israel baut faltbares Elektroauto“ zu lesen, dass ein Start-up-Unternehmen ein Auto entwickelt hat, das sich umweltfreundlich und platzsparend vor allem in Städten bewähren soll. Die Firma „City-Transformer“ hat ein Elektromobil vorgestellt, das auf Knopfdruck eingeklappt werden kann. Es ist dann nur noch einen Meter breit und passt sogar auf einen Parkplatz für Motorräder. Udi Meridor, Innovationschef der Firma, zeigte sich überzeugt von der Zukunft dieses Flitzers. Nach dem Eingang von 10.000 Vorbestellungen solle die Produktion starten.

Das Magazin „Focus“ (28.10.2018) schreibt: „Das Auto ist dann für den Privatgebrauch und für Carsharing vorgesehen – zunächst in Tel Aviv, dann auch in europäischen und asiatischen Städten. Eine Version des Kleinstwagens ist speziell für Unternehmen vorgesehen. Es kann Waren bis zu 1.000 Kilogramm transportieren. Außerdem kann das Auto nach Unternehmensangaben hilfreich für Einsätze in schwer zugänglichen Gebieten oder in Menschenmassen sein – zum Beispiel für medizinische Ersthelfer.“

Israel ist ein Land mit Spitzenforschung im breiten Spektrum der Wissenschaft und der Produkt-Innovationen. Ein hierzulande kaum beachteter Bereich ist die israelische Raumfahrt. Ins Rampenlicht geriet sie 2003 durch den tragischen Absturz der US-Raumfähre „Columbia“ mit dem Wissenschaftsastronauten Ilan Ramon an Bord.

Ein Spatz auf dem Mond?

Anfang 2019 soll eine israelische Mondmission starten. Auf einer langen elliptischen Bahn wird die Sonde „Sparrow“ (Spatz) zwei Monate unterwegs sein. Wenn alles klappt, wird Israel nach der Sowjetunion, den USA und China die vierte Nation sein, die auf dem Mond landet. Geplant ist der Start mit einer SpaceX-Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Mit nur eineinhalb Metern Höhe und knapp 600 Kilogramm Gewicht, rund zwei Drittel sind Treibstoff, wird der Spatz die kleinste Sonde sein, die bislang auf dem Erdbegleiter landete.

Entwickelt wurde sie von „SpaceIL“, einer Gruppe israelischer Raumfahrtenthusiasten um den Software-Unternehmer und Milliardär Morris Kahn. Im Sommer wurde nach dem Besuch des NASA-Administrators Jim Bridenstine in Israel ein Abkommen fixiert. Es sieht unter anderem vor, dass auf den Raumsonden von SpaceIL ein NASA-Laser-Retroreflektor-Array installiert wird, das die Bodenaufzeichnung nach der Mondlandung unterstützt.

Nicht nur Raumfahrt-Experten werden Anfang 2019 beim Stichwort „Mond“ an die US-Mission Apollo 8 denken. Am Heiligabend 1968 zog das Raumschiff 100 Kilometer über der Mondoberfläche. Dabei entstand das weltbekannte Foto vom Erdball im tiefschwarzen All. Und es ertönte die Stimme der Astronauten: „Für alle Menschen unten auf der Erde hat die Besatzung der Apollo 8 eine Botschaft, die wir euch senden möchten: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser, und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott teilte das Licht von der Dunkelheit.“

Diesen Artikel finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe 6/2018 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online.

Von: Egmond Prill

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Thu, 06 Dec 2018 11:32:00 +0100
<![CDATA[Deutschland und Großbritannien kritisieren Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/06/deutschland-und-grossbritannien-kritisieren-hisbollah/ Deutschland und Großbritannien haben die Hisbollah am Mittwoch für den Bau von Terrortunneln verurteilt. Der britische Nahost-Minister Alistair Burt sagte, die Hisbollah verstoße gegen UN-Resolutionen und bedrohe damit die Stabilität Israels und des Libanon. Für die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, ist das Tunnelsystem Ausdruck des „aggressiven Verhaltens“ der Hisbollah und verletzt die territoriale Integrität Israels.

Von: df

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Thu, 06 Dec 2018 11:09:00 +0100
<![CDATA[Finanzminister Kahlon in Washington]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/06/finanzminister-kahlon-in-washington/ Familienmitglieder und Politiker aus aller Welt haben am Mittwoch offiziell von George H. W. Bush Abschied genommen. Israel war durch Finanzminister Mosche Kahlon bei der Trauerfeier in Washington vertreten. Dieser sagte dort: „Präsident Bush hat einen enormen Beitrag zu den hervorragenden Beziehungen zu den Vereinigten Staaten geleistet." Zudem würdigte Kahlon Bushs Verdienste um die Einwanderung der Juden aus der Sowjetunion und aus Äthiopien. Bush starb am vergangenen Freitag in seinem Haus in Houston in Texas. Er wurde 94 Jahre alt. Von 1989 bis 1993 war er 41. Präsident.

Von: dn

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Thu, 06 Dec 2018 11:05:00 +0100
<![CDATA[Frankreich zeichnet B'Tselem aus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/05/frankreich-zeichnet-btselem-aus/ Die israelische Nichtregierungsorganisation B'Tselem erhält einen französischen Preis für Menschenrechte. Justizministerin Nicole Belloubet wird zudem die palästinensische Partnerorganisation Al-Haq und weitere Preisträger am Montag in Paris auszeichnen. Der Preis geht in diesem Jahr an Organisationen, die wegen ihrer Menschenrechts-Arbeit belästigt und unter Druck gesetzt würden. „Das ist eine besondere Ehre“, hieß es von den Preisträgern. B'Tselem ist in Israel hochumstritten. Die Organisation sieht ihre Aufgabe darin, die „israelische Besatzung“ in den palästinensischen Autonomiegebieten zu beenden.

Von: ser

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Wed, 05 Dec 2018 16:22:00 +0100
<![CDATA[Antisemitismus hat viele Gesichter]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/12/05/antisemitismus-hat-viele-gesichter/ Eine Rezension von Marc Neugröschel]]> Judenhass hat viele Gesichter. Mal ist er chauvinistisch und rechts-nationalistisch. In anderen Fällen geriert er sich als liberaler Kampf für die soziale Gleichstellung von Minderheiten. Unter Christen und Muslimen kursiert er ebenso wie unter Atheisten oder gar Juden selbst. In ihrem aktuellen Buch mit dem Titel „Der Neue Antisemitismus“ gibt die bekannte amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt einen Überblick über diese unterschiedlichen Erscheinungsformen, in denen das anti-jüdische Ressentiment heute zu Tage tritt und stellt heraus, was sie voneinander trennt, und doch gleichzeitig miteinander verbindet.

Der breiteren Öffentlichkeit ist Lipstadt vor allem aufgrund des Gerichtsverfahrens bekannt, welches der britische Holocaustleugner David Irving gegen sie angestrengt hatte. In einem ihrer Bücher schrieb Lipstadt, dass Irving Fakten fälsche und manipuliere. 1996 verklagte Irving Lipstadt und ihren Verlag deshalb vor einem britischen Gericht wegen übler Nachrede – und verlor, nachdem Lipstadt in einem aufwändigen Verfahren die Wahrheit ihrer Anschuldigungen gegen Irving nachgewiesen hatte.

Täuschende Bewegungen

Holocaustleugnung ist aber nur eine der vielen Ausdrucksformen des Antisemitismus, die Lipstadt in ihrer Neuerscheinung diskutiert. Rechtsradikale Verschwörungstheorien werden ebenso unter die Lupe genommen wie links-liberale Campus-Aktivisten, welche die Kampagne der sogenannten BDS-Bewegung in die amerikanischen Universitäten tragen. BDS ist die Abkürzung für das englischsprachige Motto „Boycott, Divestment, Sanctions“. Auf Deutsch heißt das: Boykott, Desinvestionen (was so viel wie Kapitalabzug bedeutet) und Sanktionen.

Die Kampagne, die sich mit diesem Titel bezeichnet, ruft zu einem Boykott des Staates Israel auf. Nach dem Wunsch ihrer Initiatoren soll dieser so weit gehen, dass selbst israelische Universitätsprofessoren, welche die Politik der israelische Regierung kritisieren, oder jüdische Künstler, die eigentlich nichts mit israelischer Politik zu tun haben, daran gehindert werden sollen, in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Die Initiative verbucht regelmäßig Erfolge. Und so berichtet Lipstadt von israelischen Rednern an amerikanischen Universitäten, die nicht zu Wort kommen, weil sie von einem demonstrierenden Mob niedergebrüllt werden, oder von jüdischen Künstlern, die von Festivals ausgeladen werden. Während sich die BDS-Bewegung nach außen hin als Kampagne für die Rechte der Palästinenser geriert, schreibt Lipstadt, laufen ihre politischen Forderungen letztendlich darauf hinaus, die Existenz des Staates Israel zu untergraben.

Lipstadt berichtet auch davon, wie andere Bewegungen, die sich ein Engagement für soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen schreiben, und deren proklamierte Ziele eigentlich nichts mit dem Nahostkonflikt zu tun haben, Israel dämonisieren und Juden diskriminieren. Konkret nennt Lipstadt das Beispiel von Frauenrechtsgruppen und Kampagnen für die Akzeptanz von Homosexualität, die dadurch aufgefallen sind, dass sie jüdische Symbole von ihren Veranstaltungen zu verbannen versuchten. Ferner kommt die Autorin auf antisemitische Angriffe auf Synagogen, jüdische Schulen und andere jüdische Einrichtungen in Europa und Amerika zu sprechen. Sie beschäftigt sich mit gewalttätigen antisemitischen Übergriffen auf Einzelpersonen, Morden und Terroranschlägen wie auch mit subtil-antisemitischen Äußerungen, die Akademiker ganz nebenbei in die Runde werfen.

Die Geschichtsprofessorin beschreibt außerdem, wie Antisemitismus heute auf unterschiedlichen Wegen starken Einfluss auf die Agenda führender Politiker nimmt. Auf diese Weise werde der Judenhass salonfähig gemacht. Osteuropäische Rechtspopulisten geraten hier ebenso ins Fadenkreuz der Autorin wie Jeremy Corbyn, der Chef der britischen Labour-Partei, und US-Präsident Donald Trump.

Lipstadt betrachtet aber nicht nur die antisemitischen Vorfälle an sich, sondern auch die gesellschaftlichen Reaktionen darauf. Während es Fälle gibt, in denen antisemitische Positionen und Aktivitäten unwidersprochen im Raum stehen bleiben, gibt es andere, in denen sich breiter kollektiver Widerstand gegen Judenhass formiert.

Allerdings beschränkt Lipstadt ihre Ausführung auf das Geschehen in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika. Den Nahen Osten, wo Antisemitismus heute wahrscheinlich am stärksten verbreitet ist, spart Lipstadt in ihren Ausführungen aus. Zu islamischem Antisemitismus äußert sie sich nur, insofern er eine unmittelbare Bewandtnis für konkrete Geschehnisse in der westlichen Welt hat. Ebenfalls keine Erwähnung finden Lateinamerika und Südafrika, wo Antisemitismus auch sehr stark verbreitet ist.

Fiktiver E-Mail-Austausch

Strukturiert sind Lipstadts Ausführungen als fiktiver Austausch von E-Mails zwischen ihr selber, einer Studentin und einem Professoren-Kollegen. In ihrem Schriftwechsel teilen sie sich ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Ideen zum Thema Antisemitismus mit. Die fiktive Studentin und Lipstadts fiktiver Dozenten-Kollege treten dabei vor allem als Fragesteller in Erscheinung, während Lipstadt die Beobachtungen der beiden einordnet. Das ganz erinnert ein wenig an jene Form der Dialektik, die man etwa aus den Schriften des Philosophen Platons oder auch aus dem Talmud kennt.

Mit dieser für heutige Verhältnisse eher unorthodoxen Methode geht die Autorin ein stilistisches Abenteuer ein, das zwar durchaus seine Reize hat, allerdings – wie das bei Abenteuern oft der Fall ist – nicht immer gut geht. Zum Teil wirken vor allem die Einleitungen der Briefe derart konstruiert, dass man sich beim Lesen schon mal fremdschämen kann. Auf der anderen Seite überzeugen die Dialoge durch ihre gute Lesbarkeit. Für die dramaturgischen Holprigkeiten am Beginn der fiktiven E-Mails wird der Leser außerdem durch inhaltlich fundierte und gut strukturierte Betrachtungen zum Thema entschädigt. Lipstadt ist nun mal Historikerin und keine Romanautorin.

Plädoyer für Meinungsfreiheit

Das Buch ist aber auch ein Plädoyer für kompromisslose Meinungsfreiheit, von der Lipstadt auch Antisemiten nicht ausnehmen möchte. Von Kommunikationsverboten hält sie überhaupt nichts. „Das Gesetz als Mittel zu gebrauchen, um jene, mit denen wir nicht übereinstimmen, zum Schweigen zu bringen, ist töricht und gefährlich. (…) Antisemitismus muss bekämpft werden, doch muss dieser Kampf strategisch geführt werden. Gerade im freien Austausch der Ideen erweisen sich die Extremisten als das, was sie sind. Und nur in diesem freien Austausch kommt die Wahrheit ans Licht, während Vorurteile und Intoleranz als das entlarvt werden, was sie sind.“ Damit bleibt Lipstadt einer Auffassung treu, die sie bereits ihrem Widersacher, dem Holocaustleugner David Irving gegenüber vertreten hat. Eine Haftstrafe, die jener wegen seiner antisemitischen Geschichtsfälschung absitzen musste, lehnte sie ab.

Mit diesem Bekenntnis zu einer radikalen Auslegung des Prinzips der Redefreiheit, welche auch den Austausch antisemitischer Ideen toleriert, gibt Lipstadt ein mutiges politisches Statement ab, was sicherlich noch zu so mancher Kontroverse führen wird. Denn ein großer Teil der Bemühungen im heutigen Kampf gegen Antisemitismus besteht in der Tat in dem Versuch, die Kommunikation antisemitischer Positionen zu unterbinden, anstatt ihnen entgegenzutreten. So verabschiedete die israelische Regierung kürzlich ein Gesetz, das BDS-Aktivisten die Einreise nach Israel verbieten soll. Dass die Umsetzung dieser Bestimmung problematisch und nicht besonders erfolgreich ist, zeigt der Fall der Amerikanerin Lara Alqasem. Die BDS-Aktivistin hatte im vergangenen Oktober, entgegen den Bemühungen der israelischen Regierung, ihre Erlaubnis, nach Israel einzureisen, vor einem israelischen Gericht erstreiten können. Nun studiert sie an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Bei alledem bleibt unklar, ob nach Lipstadts Meinung auch antisemitische Hassreden im Internet toleriert werden sollen. Lipstadt erkennt an, dass Hassredner über soziale Medien „ein größeres Publikum [erreichen], mit dem sie früher nie in Berührung gekommen wären. So werden offene Bekundungen von Hass zur Normalität.“ Soziale Netzwerke werden heute von der Politik und gesellschaftlichen Gruppen daher dazu angehalten, Hassreden und diskriminierende Inhalte von ihren Plattformen zu verbannen. In der Praxis werden solche Forderungen aber nur sehr eingeschränkt umgesetzt. Erst kürzlich wurde Facebook-Chef Mark Zuckerberg heftig kritisiert, weil er bekundet hatte, Inhalte, die den Holocaust leugnen, nicht von seiner Internetplattform löschen zu wollen. In dieser Debatte über die Regulierung des Internets wird Lipstadt nicht daran vorbeikommen, sich genauer zu positionieren.

Eine Frage der Definition

Ebenfalls streitbar ist Lipstadts Einschätzung, wonach Jeremy Corbyn, so wie auch ein Teil der BDS-Anhängerschaft, zwar dazu beitragen würde, dass antisemitische Ideen Aufwind bekämen, selber aber nicht unbedingt als Antisemiten einzustufen seien. Dies wirft die Frage auf, welche Denkhaltungen einen Menschen tatsächlich zum Antisemiten machen. Lipstadt hält bestimmten Akteuren zugute, dass sie tatsächlich einfach nur für bessere Lebensbedingungen für die Palästinenser und für mehr soziale Gerechtigkeit seien und sich dabei von antisemitischen Ideologen und Ideen fehlleiten ließen. Doch scheint sie dabei zu übersehen, dass der Antisemitismus sich selber eigentlich immer schon als so etwas wie eine Befreiungsbewegung begriffen hat, der die Menschheit vom Joch einer halluzinierten jüdischen Unterdrückung emanzipieren wollte. Auch Antisemiten des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Marr und Eugen Dührung wollten nach eigenem Bekunden „eigentlich nur“ die soziale Krise der europäischen Gesellschaften bekämpfen. Ihr Antisemitismus bestand aber eben gerade darin, dass sie fälschlicherweise die Juden für diese Probleme verantwortlich machten. Dementsprechend waren sie der Ansicht, dass sie die Juden bekämpfen müssten, um die sozio-kulturellen und politischen Probleme der Menschheit zu lösen.

Es ist genau dieses Grundmuster des Antisemitismus, das heute von BDS-Anhängern repliziert wird, wenn diese den jüdischen Staat als Alleinverantwortlichen für soziale und politische Probleme des Nahen Ostens ins Visier nehmen. Denn in Wirklichkeit haben diese Probleme eine Vielzahl von Ursachen, die zu großen Teilen auf Entwicklungen und Tendenzen in der arabischen und muslimischen Welt selbst beruhen. Man muss sich nicht erst die Vernichtung des jüdischen Staates wünschen, um Antisemit zu sein. Schließlich gab es auch vor Hitlers „Endlösung“ einen Antisemitismus, der (noch) nicht so weit ging, dass er Juden physisch ermorden wollte.

Alles in Allem ist Lipstadts Buch eine gut strukturierte und gut zu lesende Übersicht über die gegenwärtige Erscheinungsformen des Antisemitismus in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa. Dabei ist es umfassend und übersichtlich zugleich. Allerdings präsentiert das Buch weder neue Forschungsergebnisse noch neue Betrachtungen des Problems. Auch die konkreten Fallbeispiele, an denen Lipstadt das Phänomen des aktuellen Antisemitismus veranschaulicht, sind zum größten Teil bekannt. Der Verdienst des Buches besteht daher vor allem darin, unterschiedliche Beobachtungen aktueller antisemitischer Entwicklungen in einer integrierten Abhandlung zusammenzuführen. Damit eignet sich das Buch für Menschen, die sich einen Überblick über die Problematik verschaffen wollen.

Von: Marc Neugröschel

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Wed, 05 Dec 2018 15:42:00 +0100
<![CDATA[Zehntausende protestieren in Tel Aviv]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/05/zehntausende-protestieren-in-tel-aviv/ Etwa 30.000 Menschen haben am Dienstagabend in Tel Aviv gegen ein „Versagen der Behörden“ protestiert. Sie bezogen sich auf die zunehmende Gewalt gegen Frauen. Tagsüber hatten bereits Tausende Frauen in Israel gestreikt. Sie erinnerten an die 24 Frauen, die seit Jahresbeginn gewaltsam zu Tode kamen. Am Mittwoch trat ein Ministerausschuss zusammen, der sich mit dem Problem befassen soll. Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete Gewalt gegen Frauen als eine „Form des Terrors“ und sagte Gelder für den Kampf dagegen zu. Das meldet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Von: eh

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Wed, 05 Dec 2018 15:06:00 +0100
<![CDATA[200 Holocaust-Überlebende entzünden Licht]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/05/200-holocaust-ueberlebende-entzuenden-licht/ Am dritten Tag des jüdischen Lichterfestes haben Überlebende des Holocaust die Chanukkakerzen in Jerusalem entzündet. Die Ministerin für soziale Gleichheit, Gila Gamliel, war ebenfalls anwesend, berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“. Sie sei dankbar, dass die 200 nun einen Teil ihrer verlorenen Kindheit nachholen konnten. Rabbiner Schmuel Rabinowitz bezeichnete die Überlebenden als ein Licht, das bis heute leuchtet. Die Aktion fand im Rahmen der „Nacht der Holocaust-Überlebenden“ statt. Auch in Berlin, Moskau und New York feierten Juden so den dritten Abend des Lichterfestes.

Von: mas

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Wed, 05 Dec 2018 14:57:00 +0100
<![CDATA[Zahl der Haredim in der Armee stark gestiegen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/05/zahl-der-haredim-in-der-armee-stark-gestiegen/ JERUSALEM (inn) – Dem Report des Forschungs- und Informations-Zentrums (RIC) der Knesset zufolge haben im August vergangenen Jahres 7.250 Haredim in der israelischen Armee gedient. Im Vergleich zu 2014 dienten 2017 rund 50 Prozent mehr ultra-orthodoxe Juden in der israelischen Armee.

2017 haben 3.272 Studenten der religiös-zionistischen Jeschivot einen Aufschub ihres Militärdienstes erfolgreich beantragt und 113 wurden völlig vom Dienst freigestellt. Im gleichen Jahr haben 1.345 ihren Dienst in der Armee begonnen. Das sind 711 mehr als noch 2014. Dennoch ist im Vergleich zu den Vorjahren ein Anstieg bei den Aufschüben zu erkennen. Die Zahl der Befreiungen ist im vergangenen Jahr auf 113 gesunken (2014 waren es 527).

Trotz Anstieg der Rekrutierungen: Quote nicht erfüllt

Im Jahr 2014 wurde ein Gesetz verabschiedet, welches den Umfang von Ausnahmen und Aufschüben des Militärdienstes begrenzen soll. In diesem Kontext sind auch die vorliegenden Zahlen des RIC zu betrachten. Im Vergleich zu 2014 ist die Zahl der vom Militärdienst Befreiten stark zurückgegangen. Gab es vor dieser Neuregelung noch 18.007 solcher Ausnahmen, waren es 2017 nur 2.848. Angestiegen ist dagegen die Zahl der Dienstaufschübe (von 23.997 auf 27.440). Die Mindestquote an einberufenen Haredim wurde in keinem der Jahre erfüllt.

Die Hälfte der 7.250 ultra-orthodoxen Militärdienstleistenden ist in verschiedenen Kampfeinheiten stationiert. Ein Großteil dient im im religiösen „Netzha Jehuda Batalion“ (Judas Ewigkeits-Bataillon). Weiterhin arbeitet ein Drittel in technischen Einheiten. Nur ein Prozent leistet den Dienst außerhalb der Armee.

Dem Bericht zufolge stellt das Finanzministerium über 47 Millionen Euro für die Integration religiöser Soldaten bereit. Zusätzlich gibt es Unterstützungsprogramme für ultra-orthodoxe Soldaten, die aufgrund ihres Militärdienstes von ihrer Familie verstoßen wurden. Genaue Zahlen, wie viele Israelis davon betroffen sind, existieren nicht. Der Bericht zeigt auch eine finanzielle Diskrepanz zwischen der Unterstützung von solchen „einsamen Soldaten“ und Haredim, berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen

Generell liegt die Vermutung nahe, dass die Zahl der Rekrutierten auch aufgrund der höheren Anzahl an Wehrpflichtigen gestiegen ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Definition von Haredim im Gesetz des „Israelischen Verteidigungsdienstes“: Wer als Jugendlicher für mindestens zwei Jahre in einer ultra-orthodoxen Jeschiva gelernt hat, ist bereits in der Statistik erfasst.

Von: mas

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Wed, 05 Dec 2018 14:53:00 +0100
<![CDATA[500 ultra-orthodoxe Kinder in Großbritannien geimpft]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/05/500-ultra-orthodoxe-kinder-in-grossbritannien-geimpft/ Die Masernwelle in Israel hat in den vergangenen zwei Monaten auch die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien erreicht. Besonders in den Londoner Vierteln Hackney und Haringley, wo viele ultra-orthodoxe Juden wohnen, konzentrieren sich laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ die Erkrankungen. Im Zuge dieser Entwicklung wurden 500 Kinder ultra-orthodoxer Eltern geimpft. Es wird vermutet, dass sich die Erwachsenen die Viren bei einem Aufenthalt in Israel eingefangen und nach Großbritannien geschleppt haben. In Israel kommt es derzeit zum schwersten Ausbruch der Infektionskrankheit seit zehn Jahren.

Von: df

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Wed, 05 Dec 2018 14:36:00 +0100
<![CDATA[Was es mit der Militäroperation in Nordisrael auf sich hat]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/05/was-es-mit-der-militaeroperation-in-nordisrael-auf-sich-hat/ Um Punkt 7:30 Uhr am Dienstagmorgen gab die militärische Pressezensur eine wichtige Mitteilung des Militärsprechers frei. Der verkündete den Beginn der Militäroperation „Nördliches Schutzschild“ an der Grenze zum Libanon. Rundfunkreporter erzählen, dass sie über die Pläne der Armee keine Minute früher berichten durften, obwohl sie schon Bescheid wussten.

Kriegsgegner können beruhigt sein, denn vorerst wird nicht scharf geschossen und menschliche Opfer gibt es auch keine. Bisher ist der neue „Krieg“ geografisch beschränkt und spielt sich lediglich auf einem Feld westlich des winzigen Dorfes Metulla ab – zwischen der „Blauen Linie“ und den nur 50 Meter von der Grenze zum Libanon entfernten Häusern am Rand der nördlichsten israelischen Ortschaft.

„Blaue Linie“ nennt die UNO diese Grenze zwischen Israel und dem Libanon, nachdem sie ihren genauen Verlauf im Juni 2000 vermessen hat, um festzustellen, ob Israel sich tatsächlich „vollständig“ aus dem Süden des Nachbarstaates zurückgezogen habe. Gleichwohl gibt es bis heute Streitigkeiten, weil der Libanon dieser Grenzziehung nicht zustimmt und behauptet, dass Israel an einigen Stellen immer noch libanesisches Territorium besetzt halte.

„Gewaltiger Truppenaufmarsch“

Seit der Aufteilung des Nahen Ostens zwischen Briten und Franzosen 1916, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, ist nicht nur diese Grenze umstritten. Das kann jederzeit von der einen oder anderen Seite als Anlass genommen werden, in den Krieg zu ziehen. Diesmal hat die UNO jedoch so exakte Arbeit geleistet, dass die „Blaue Linie“ an einer Stelle sogar quer durch das Grab eines „Heiligen“ führt. Auf der libanesischen Seite wird der muslimische Heilige Scheich Abad verehrt. Auf der israelischen Seite liegt da Rabbi Aschi. Zwischen zwei Dritteln der Leiche des libanesischen Scheich Abad und einem Drittel des israelischen Rabbi Aschi trennt nun ein hoher Zaun.

Die jetzige Militäroperation begann damit, dass ein Feld an der Grenze zum „militärischen Sperrgebiet“ erklärt wurde. Die Bauern, die dort Apfelbäume pflegen, durften nicht mehr ihre Felder bestellen. Dem folgte laut Medienberichten ein „gewaltiger Truppenaufmarsch“. Am Vormarsch waren Bulldozer, Bohrmaschinen und anderes Baugerät beteiligt. Im ganzen Norden Israels wurde die Armee wegen der Militäroperation in den höchsten „Alarmzustand“ versetzt. Einige wenige Reservisten wurden eingezogen, vor allem Bauingenieure.

Der „Feind“ waren weder schießende Soldaten noch Panzer oder Abschussrampen der über 100.000 im Libanon bei der Hisbollah eingelagerten Raketen. Mit genauer Zieltechnik können sie angeblich jeden Punkt in Israel treffen. Der Feind bestand zunächst aus „Gerüchten“ von Einwohnern Metullas, die unter ihren Häusern unklare Erschütterungen bemerkt und gewisse Geräusche gehört hätten. Seit mindestens vier Jahren prüfen Experten des Militärs diese Behauptungen, aber erst jetzt kamen sie ihnen auf die Spur: Im Felsen tief unter den Häusern von Metulla entdeckten sie einen Tunnel, den die Hisbollah angeblich unter der Grenze hinweg nach Israel hinein grabe.

Armee schon länger informiert

Die Hisbollah-Miliz hatte vor einigen Tagen selber einen Hinweis zu dem Projekt geliefert. Sie behauptete, nach Ausbruch des nächsten Krieges sogar Teile von Galiläa im Norden Israels erobern zu können. Dazu müssten freilich Kämpfer nach Israel eindringen. Da die Grenze oberirdisch bewacht und befestigt ist, kann das aber nur unterirdisch geschehen, also durch Angriffstunnel, wie sie die Hamas im Gazastreifen bis tief in israelisches Gebiet gegraben hat.

Auch ohne die Warnungen der Hisbollah anhand von Videofilmchen waren Israels Militär- und Regierungsspitze offenbar schon seit einiger Zeit umfassend informiert. Nach dem plötzlichen Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Liberman und den nachfolgenden Drohungen von Ministern, die Regierung zu stürzen, hatte Premierminister Benjamin Netanjahu über eine „kritische Bedrohungssituation“ gesprochen. In einer solchen Zeit sei es „unverantwortlich“, eine Regierungskrise auf die Spitze zu treiben oder Neuwahlen auszurufen. Niemand verstand, worum es ging. Denn gerade erst war doch eine akute Krise im Gazastreifen entschärft worden. Nach einem gescheiterten tödlichen Kommandounternehmen der Israelis und 400 auf Israel abgeschossenen Raketen der Hamas war wieder Ruhe eingekehrt. Rätselraten löste auch der überstürzte Flug des Premiers nach Brüssel aus, um sich dort drei Stunden lang zu einem Gespräch mit US-Verteidigungsminister Mike Pompeo zu treffen.

Erst nach der Rückkehr Netanjahus kam die überraschende Mitteilung des Militärsprechers, dass „Krieg ausgebrochen“ sei, freilich mit der Betonung darauf, dass sich das Kriegsgeschehen allein auf der israelischen Seite der Grenze abspiele, mit Bohrmaschinen und anderem Werkzeug, um dort vermutete Tunnel zu entdecken.

Libanon beschwert sich bei UNO

Am Dienstagmittag dann verlautete, dass man nahe dem libanesischen Dorf Kafr Kila einen etwa zwei Meter hohen Tunnel entdeckt habe, der in der Tiefe von über 20 Metern etwa 40 Meter weit in israelisches Gebiet hineinreiche und nun zur Zerstörung vorbereitet werde. Laut Armeeangaben startet der Tunnel auf libanesischer Seite unter einem zivilen Gebäude. Die Armee veröffentlichte ein Video, das zwei Männer in einem Tunnel zeigt, die von einem israelischen Armee-Roboter aufgeschreckt werden. Man handele, bevor die Tunnel zu einer direkten Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten werden könnten, erklärte Armee-Chef Gadi Eisenkot. Weiter hieß es, dass sich die angekündigte Militäroperation noch dutzende Kilometer und auf weitere unterirdische Gänge ausweiten werde, nämlich entlang der ganzen Grenze zum Libanon. „Wir sind erst an Tag eins dieser Operation“, betonte ein Armee-Sprecher.

Die Tunnel seien Teil einer „Anstrengung von einer Breite und Tiefe, wie wir es noch nicht gesehen haben“, kommentierte Netanjahu, der seit dem Rückzug Liebermans auch als Verteidigungsminister fungiert. „Und er ist auch Teil eines regionalen und globalen Terrorismus, angeführt vom Iran.“ Die Islamische Republik habe den Bau der Tunnel aktiv unterstützt. Letztlich sieht Israel die Verantwortung für sämtliche Terroraktivitäten, die von libanesischem Boden ausgehen, jedoch bei der libanesischen Regierung.

Die zieht unterdessen Truppen an der Grenze zusammen und wirft Israel vor, nach „eingebildeten Tunneln“ zu suchen. Eine entsprechende Beschwerde sei schon bei der UNO eingereicht worden, um eine Entschärfung der „Krise“ mit dem Einsatz von UNO-Truppen herbeizuführen. Denn die israelische Suche nach Tunnels nahe der Grenze verstoße eindeutig gegen die während des „Libanon-Krieges“ von 2006 verabschiedete UNO-Resolution 1701. Umgekehrt wirft Israel der Hisbollah vor, mit dem Bau der Tunnel dieselbe Resolution und damit letztlich Israels Souveränität verletzt zu haben.

Ähnlich sieht es das Weiße Haus in Washington. Die Amerikaner unterstützen Israels „Recht auf Selbstverteidigung“. „Außerdem rufen wir den Iran und alle seine Verbündeten dazu auf, die regionale Aggression und Provokation zu stoppen, die eine inakzeptable Bedrohung für Israel darstellen“, sagte der Nationale Sicherheitsberater John Bolton. Auch aus dem russischen Außenministerium hieß es, Israel dürfe sich zweiffellos selbst verteidigen. Allerdings hoffe man, dass die Armee bei ihrem Vorgehen nicht gegen UNO-Resolutionen verstoße.

Von: Ulrich W. Sahm

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Wed, 05 Dec 2018 14:35:00 +0100
<![CDATA[Schach-Weltmeisterschaft nicht in Saudi-Arabien]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2018/12/04/schach-weltmeisterschaft-nicht-in-saudi-arabien/ Der Internationale Schachverband (FIDE) hat den Austragungsort für die kommende Weltmeisterschaft im Schnell-Schach verlegt. Vorausgegangen war ein Protest von israelischen Sportlern, die keine Visa von den saudischen Behörden erhalten haben. Neuer Austräger für die am 25. Dezember beginnende Weltmeisterschaft ist Russland. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“. Bereits im vergangenen Jahr hat Saudi-Arabien israelische Schachspieler nicht ins Land gelassen. Sanktionen gab es dafür allerdings nicht.

Von: mas

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Tue, 04 Dec 2018 13:28:00 +0100
<![CDATA[Israel geht gegen Hisbollah-Tunnel vor]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/04/israel-geht-gegen-hisbollah-tunnel-vor/ METULLA (inn) – Die israelische Armee hat damit begonnen, Terrortunnel der Hisbollah zu zerstören. Das teilte sie am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr Ortszeit mit. Ziel der Militäroperation „Nördlicher Schutzschild“ sei es, die Tunnel „offenzulegen und zu neutralisieren“. Die Armee operiere dabei nur in israelischem Gebiet, nicht im Libanon, betonte Armeesprecher Jonathan Conricus. „Wir werden handeln, bis alle Bedrohungen gegen unsere Zivilisten entschärft sind.“

Der Eingang der Terrortunnel befinde sich innerhalb von Wohnhäusern, betonte Conricus weiter. Von dort aus führten sie in israelisches Gebiet. Auf diese Taktik habe sich die Hisbollah seit 2006 konzentriert, nach dem Ende des sogenannten Zweiten Libanonkrieges. Im Jahr 2012 habe Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah den Plan bekanntgegeben, Galiläa zu erobern. Die Terrortunnel seien Teil dieses Planes und sollten dazu dienen, Israel zu infiltrieren.

Gegen Mittag gab die Armee einen ersten Erfolg bekannt: Ein Terrortunnel bei Metulla, einem Dorf an der Grenze zum Libanon, sei offengelegt worden. Die Ingenieur- und Kampfeinheiten bereiteten nun dessen Zerstörung vor.

Der israelische Regierungschef und Verteidigungsminister Benjamin Netanjahu sagte am Dienstag nach Beginn der Operation, die Armee werde auch „weitere Schritte“ unternehmen, um Israel zu schützen – darunter auch Geheimaktionen. Eine offizielle Reaktion der Hisbollah gab es bis Mittag nicht.

Von: df

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Tue, 04 Dec 2018 12:47:00 +0100
<![CDATA[Schatz mit Goldmünzen in Caesarea gefunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/12/04/schatz-mit-goldmuenzen-in-caesarea-gefunden/ CAESAREA (inn) – In der alten römischen Hafenstadt Caesarea herrschte Panik im Jahr 1101: Die Kreuzfahrer rückten an, um die Stadt zu erobern. Der Bewohner eines Hauses aus der Abassidenzeit schnappte sich einen Bronzetopf mit Keramikdeckel, um darin sein ganzes Vermögen zu sammeln: 24 Goldmünzen und einen goldenen Ohrring. Damit die wertvollen Münzen nicht herausfallen, legte er noch einen Keramikdeckel darauf, ehe er den Schatz in einer Nische in einem Wasserloch gut versteckte.

Was mit dem Hausbesitzer dann passierte und wie er hieß, ist nicht bekannt. Jedenfalls kam er nie zurück, um sein Vermögen wieder aus dem Wasserloch hervorzuholen. Erst jetzt, 900 Jahre später, entdeckten Archäologen zwischen zwei Steinen im Caesarea-Naturpark den seltenen Schatz.

Die Forscher verglichen den Fund mit Abbildungen von Münzen aus der Zeit und konnten sie identifizieren. Dank der Goldstücke konnte auch der Zeitraum datiert werden, in dem der Schatz versteckt worden ist: eine konvexe Goldmünze „nomisma histamenon“ des byzantinischen Kaisers Michael VII. Doukas (1071–1079 nach Christus) und eine Goldmünze „nomisma“ des byzantinischen Kaisers Romanos III. (1028–1034). Eine oder zwei dieser Goldmünzen entsprachen dem Jahresgehalt eines einfachen Bauern. Der wohlhabende Besitzer scheint an internationalem Handel beteiligt gewesen zu sein, zumal einige Münzen in Caesarea nicht im Umlauf waren, sondern aus fernen Ländern stammten.

Besitzer kam vermutlich bei Massaker ums Leben

Die Grabungsleiter Peter Gendelman und Mohammed Hatar von der Israelischen Altertumsbehörde erklärten: „Die Münzen stammen vom Ende des 11. Jahrhunderts und ermöglichen es, den Schatz mit der Eroberung der Stadt durch die Kreuzritter im Jahr 1101 zu verbinden, einem der dramatischsten Ereignisse in der mittelalterlichen Geschichte der Stadt. Zeitgenössischen schriftlichen Quellen zufolge wurden die meisten Einwohner von Caesarea von der Armee von Baldwin I. (1100–1118), dem König des Kreuzritterreichs Jerusalem, massakriert. Es ist anzunehmen, dass der Besitzer des Schatzes und seine Familie bei dem Massaker ums Leben kamen oder in die Sklaverei verkauft wurden und daher nicht in der Lage waren, ihr Gold zurückzuholen.“

Weiter sagten die Archäologen: „Der Hort ist ein stiller Beweis für eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte von Caesarea – die gewaltsame Eroberung der Stadt durch die Kreuzritter. Jemand versteckte sein Vermögen und hoffte, es zurückzuholen – aber er kam nie zurück.“

Der zufällige Fund wurde wenige Tage vor dem jüdischen Lichterfest Chanukka gemacht, das in diesem Jahr in die Adventszeit fällt. Aus dem Anlass wurde im alten Hafengelände eine Sonderausstellung vorbereitet. Dabei werden die Goldmünzen den zahlreichen Besuchern des beliebten Nationalparks während der Feiertage präsentiert.

Großangelegtes Ausgrabungsprojekt

Im Mittelpunkt der Ausgrabungs- und Konservierungsaktivitäten des Caesarea-Projekts steht die Fassade des alten zentralen öffentlichen Gebäudes der Stadt. Es war Teil einer Anlage, die König Herodes vor mehr als zwei Jahrtausenden seinem römischen Gönner, Kaiser Augustus, und der Göttin Roma gewidmet hatte. Der neu entdeckte Schatz wurde in dieser Gegend gefunden, unterhalb der Westfassade des herodischen Tempels. Michael Karsenti, Generaldirektor der Gesellschaft zur Entwicklung Caesareas, kommentierte dies: „Mit seiner Entdeckung haben wir sofort unsere Ressourcen mobilisiert, und dieser seltene Fund wird ab heute für die Dauer des Chanukka-Festes im Hafen von Caesarea ausgestellt.“

Diese wichtige Entdeckung wurde in der Nähe des Fundortes von zwei weiteren Schätzen aus der gleichen Zeit gemacht. Der erste, ein Topf aus Gold- und Silberschmuck, wurde in den 1960er Jahren entdeckt. Der zweite, eine Sammlung von Bronzegefäßen, wurde in den 90er Jahren gefunden. Diese Schätze sind derzeit im Israel-Museum in Jerusalem ausgestellt.

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 04 Dec 2018 12:26:00 +0100
<![CDATA[Abbas dankt Vatikan für Unterstützung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/04/abbas-dankt-vatikan-fuer-unterstuetzung/ Papst Franziskus hat am Montag den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas im Vatikan empfangen. Bei der Audienz dankte Abbas für die Unterstützung der „gerechten palästinensischen Sache“. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Der Vatikan teilte mit, die beiden hätten über die „guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Palästina“ gesprochen. Der Papst habe „die positive Rolle der Christen und die Aktivität der Kirche in der palästinensischen Gesellschaft“ betont. Mitte November hatte Israels Präsident Reuven Rivlin eine Papstaudienz erhalten.

Von: eh

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Tue, 04 Dec 2018 11:36:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu und Pompeo einig über Iran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/04/netanjahu-und-pompeo-einig-ueber-iran/ BRÜSSEL (inn) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat sich am Montagabend mit US-Außenminister Mike Pompeo getroffen. Bei dem Gespräch in Brüssel ging es vor allem um die Bedrohung, die aus Sicht der beiden Politiker vom Iran ausgeht. Vorher entzündeten sie die Lichter für den zweiten Abend des Chanukkafestes.

Washington sei entschieden, „sich der Gesamtheit der Drohungen des iranischen Regimes entgegenzustellen“, sagte Pompeo laut der Nachrichtenseite „i24news“. In einer Mitteilung seines Ministeriums hieß es, er habe „die Verpflichtung der Vereinigten Staaten gegenüber Israels Sicherheit und dem absoluten Recht auf Selbstverteidigung“ betont.

Netanjahu dankte den USA zum Auftakt des Gespräches für die „starke“ Haltung gegenüber dem Iran. Zudem schickte er eine Warnung in Richtung Libanon: Wenn das Nachbarland nicht dagegen vorgehe, dass fortschrittliche Waffen an die vom Iran unterstützte Hisbollah geliefert würden, dann werde Israel militärisch einschreiten.

Bei dem Gespräch waren auch Sicherheitsexperten wie der Mossad-Chef Jossi Cohen zugegen. Netanjahu schrieb anschließend auf Facebook: „Dies war ein wichtiges Treffen, bei dem wir über Wege diskutiert haben, wie wir zusammenarbeiten können, um die iranische Aggression in der Region einzudämmen – in Syrien, im Irak, im Libanon und in anderen Gebieten.“

Beerdigung von Ex-Präsident Bush: Treffen vorverlegt

Pompeo hatte sich in Europa mit ranghohen Diplomaten der NATO-Länder getroffen. Ursprünglich war das Gespräch mit Netanjahu für Mittwoch anberaumt. Doch wegen der Beerdigung des früheren Präsidenten George H.W. Bush beendet der Außenminister seine Europareise früher als geplant, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Indes wird Israel mit einem Luftschlag in Syrien am Sonntag in Verbindung gebracht. Die Hisbollah-Miliz veröffentlichte ein Video, in dem sie vor Angriffen im Libanon warnte. Mittlerweile hat Israel bekanntgegeben, dass die Verteidigungsstreitkräfte an der israelisch-libanesischen Grenze gegen Terrortunnel der Miliz vorgehen. Die Operation trägt den Namen „Magen Zefoni“ – „Nördlicher Schutzschild“.

Von: eh

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Tue, 04 Dec 2018 11:09:00 +0100
<![CDATA[Anti-israelische Resolutionen angenommen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/03/anti-israelische-resolutionen-angenommen/ NEW YORK (inn) – Die UN-Generalversammlung hat am Freitag in New York sechs Resolutionen angenommen, die sich mit Israel und der Lage der Palästinenser beschäftigen. Die Abstimmungen erfolgten anlässlich der jährlichen Debatte um „Die Palästinafrage und die Situation im Nahen Osten“.

Die von arabischen Staaten eingebrachten Resolutionen trugen unter anderem Titel wie „Friedliche Lösung der Palästinafrage“, „Jerusalem“ oder „Der syrische Golan“. Letztere wurde mit 99 zu 10 Stimmen angenommen, 66 Staaten hatten sich enthalten, darunter auch Deutschland. In dem Dokument wird Israel aufgefordert, sich von den Golanhöhen zurückzuziehen. Die Anwendung israelischen Rechts in dem Gebiet wird für „null und nichtig“ erklärt.

Die USA, Kanada, Australien, die Marshallinseln, Mikronesien, Nauru und Israel stimmten als einzige Staaten gegen alle sechs Resolutionen.

EU kritisiert Sprachwahl

Unter anderem in der Resolution zu Jerusalem, wird – wie bereits in früheren Texten – die jüdische Verbindung zum Jerusalemer Tempelberg ignoriert. Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, haben die EU-Mitgliedsstaaten zwar auch für diese Resolution gestimmt. Allerdings hätten sie eine ungewöhnliche Warnung ausgesprochen: „Die EU betont, dass die Sprache die Wichtigkeit und die historische Bedeutung der heiligen Stätten von Jerusalem für die drei monotheistischen Religionen widerspiegeln und religiöse und kulturelle Empfindlichkeiten respektieren muss“, heißt es in einer Erklärung, die bei den UN verlesen wurde.

Die Kritik richtet sich dagegen, dass der Jerusalemer Tempelberg in den Resolutionen ausschließlich mit seinem muslimischen Namen „Haram al-Scharif“ bezeichnet wird. In der Erklärung heißt es weiter, die zukünftige Sprachwahl werde sich auf die kollektive Unterstützung der EU für weitere Resolutionen auswirken.

Von: dn

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Mon, 03 Dec 2018 14:37:00 +0100
<![CDATA[Sechs Menschen zum Tode verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/12/03/sechs-menschen-zum-tode-verurteilt/ Ein Gericht der im Gazastreifen regierenden Hamas hat fünf Palästinenser und eine in dem Küstenstreifen lebende Israelin zum Tode verurteilt. Sie sollen mit Israel kollaboriert haben. Das gab das Innenministerium der Hamas am Montag auf seiner Internetseite bekannt, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Fünf der Verurteilten sollen erhängt, einer erschossen werden. Acht weitere Palästinenser wurden zudem wegen Spionage für Israel zu harter Arbeit verurteilt. Wann die Todesurteile vollstreckt werden sollen, wurde nicht bekannt gegeben.

Von: dn

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Mon, 03 Dec 2018 14:34:00 +0100
<![CDATA[Fast jeder fünfte Israeli hat Behinderung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/03/fast-jeder-fuenfte-israeli-hat-behinderung/ JERUSALEM (inn) – Israel bemüht sich um eine stärkere Integration der mehr als einer Million behinderten Menschen im Land. Das erklärte am Montag die Kommission für gleiche Rechte für Menschen mit Behinderung – und legte eine Erhebung dazu vor. Laut der Statistiken sei es jedoch noch „ein langer Weg, um vollständige Gleichstellung zu erreichen“, zitiert die Tageszeitung „Jerusalem Post“ Avrahami Torem zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Er ist Kommissar für Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen.

In Israel leben rund 1,5 Millionen behinderte Menschen. Das entspricht 18 Prozent der Bevölkerung. 790.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter sind betroffen, sowie 500.000 Menschen, die 65 Jahre und älter sind.

Die Art der Einschränkungen unterscheidet sich durchaus: So haben etwa 42 Prozent der behinderten Menschen in Israel Schwierigkeiten mit dem Gehen, 13 Prozent sind mit Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten konfrontiert. Jeweils acht Prozent der Betroffenen haben Probleme beim Sehen beziehungsweise Hören.

Beschäftigungsquote gestiegen

Das Justizministerium berichtet zudem, dass die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. 2017 waren 48 Prozent der Menschen mit schweren Behinderungen beschäftigt. Sechs Jahre vorher waren es nur 32 Prozent. Zum Vergleich: Die Beschäftigungsquote von Menschen ohne Behinderungen liegt derzeit bei 79 Prozent.

22 Prozent der behinderten Menschen im erwerbsfähigem Alter haben einen akademischen Abschluss. Das sind ein Dutzend Prozent weniger als Menschen ohne Einschränkung. Bei ihnen hat ein Drittel (34 Prozent) einen Universitätsabschluss.

Von: mab

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Mon, 03 Dec 2018 13:14:00 +0100
<![CDATA[„Es tut mir sehr leid“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/03/es-tut-mir-sehr-leid/ Der ehemalige CNN-Reporter Marc Lamont Hill hat sich für seine Aussage: „Palästina vom Fluss bis zum Meer“ entschuldigt. In einer Stellungnahme betonte er, dass die Forderung in seiner Rede vor den UN „nicht den Wunsch nach Israels Zerstörung“ ausdrücken sollte. Vielmehr wollte er zu mehr Gerechtigkeit zwischen Jordan und Mittelmeer aufrufen. Er sei „fassungslos und traurig“ über die Reaktionen. Sein Ziel sei es gewesen, für eine „radikale politische Veränderung“ zu plädieren, um die Menschenrechte der Palästinenser zu stärken. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Von: mas

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Mon, 03 Dec 2018 11:52:00 +0100
<![CDATA[Mehrheit der Juden in Israel entzündet Chanukka-Kerzen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/03/mehrheit-der-juden-in-israel-entzuendet-chanukka-kerzen/ Die meisten jüdischen Israelis halten die Chanukka-Traditionen ein. Laut einer Umfrage der israelischen Denkfabrik „Jewish People Policy Institute“ (JPPI) entzünden rund 73 Prozent der Juden im Land täglich die Kerzen zum Lichterfest. Etwa zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) gaben an, sie machten ihren Kindern Geschenke. Die Mehrheit, 79 Prozent, erklärte zudem, sie esse das traditionelle Chanukka-Gebäck Sufganiot. Die frittierten Teilchen ähneln den deutschen Berlinern oder Pfannkuchen.

Von: dn

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Mon, 03 Dec 2018 11:29:00 +0100
<![CDATA[Israel unterstützt Gemeinden an Gaza-Grenze finanziell]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/12/03/israel-unterstuetzt-gemeinden-an-gaza-grenze-finanziell/ Israels Regierung stellt Wirtschaftshilfen für Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen zur Verfügung. Mit dem Zweijahresplan „Stärkung der zivilen Widerstandsfähigkeit“ bestätigte am Sonntag Premierminister Benjamin Netanjahu umgerechnet rund 166 Millionen Euro Unterstützung. Der Vorstoß kommt nach gewaltsamem Aufruhr terroristischer Gruppen im Küstenstreifen, in deren Zug hunderte Raketen im Süden Israels einschlugen. Netanjahu sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Die Widerstandskraft der Bewohner der Gaza-Region ist eine wichtige Komponente der nationalen Stärke. [...] Die Bewohner sind standhaft und wir unterstützen sie.“

Von: mab

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Mon, 03 Dec 2018 10:36:00 +0100
<![CDATA[Vor Ort: Erstes Frauenhaus Israels]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/12/03/vor-ort-erstes-frauenhaus-israels/ Von: Jörn Schumacher

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Mon, 03 Dec 2018 10:16:00 +0100
<![CDATA[Warum Frieden möglich bleibt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/12/03/warum-frieden-moeglich-bleibt/

Israelnetz: Frau Dr. Johannsen, in Ihrer täglichen Arbeit forschen Sie über Prozesse, die bei kriegerischen Auseinandersetzungen zu Konfliktlösungen führen. Wie kommt es dazu, dass es Ihrer Ansicht nach seit der Staatsgründung 1948 aus Sicht der Friedensforschung keine israelischen Friedensstifter gab?

Margret Johannsen: Es gab bislang keine Stifter eines friedensförderlichen Prozesses. Auch das Oslo-Abkommen von Jitzchak Rabin, Schimon Peres und Jasser Arafat war kein friedensträchtiger Prozess. Die Vorstellungen von Rabin und Arafat über eine Lösung des Konflikts gingen zu weit auseinander. Der Oslo-Vertrag hat – so wie er formuliert ist – keine Brücken geschlagen, sondern so viel offen gelassen, dass selbst hier nicht von Friedensstiftung die Rede sein kann.

An dieser Stelle könnte unser Interview zu Ende sein. Wo sehen Sie dennoch Konzepte, die zu einem dauerhaften Frieden führen können?

Ich würde in der Vorgeschichte der Gründung des Staates Israels besonders einen prominenten Namen nennen wollen: Martin Buber. Er hatte die Vision von einer friedlichen Koexistenz in einer föderalen Staatlichkeit, also ein Gemeinwesen von Juden und Arabern im heutigen Israel. Beide Völker haben enge Bindungen an dieses Land, die sie nicht aufgeben können. Wenn man das akzeptiert, kann ein Anspruch auf das ganze Land, das den anderen ausschließt, nicht zum Frieden führen. Sondern dann muss man sich das Land im Sinne eines föderalen Staats teilen.

Schon die Zweistaatlichkeit scheiterte bislang an der Zerrissenheit beider Bevölkerungsgruppen in dieser Frage. Wie kann dann eine föderale Einstaatlichkeit denkbar sein?

Ich halte das für das einzige Modell, das zum Frieden führt. Die Ansprüche auf das Land schließen sich zum Teil aus. Es ist immer möglich beispielsweise auf dem Tempelberg (Har HaBait beziehungsweise Haram al-Scharif) die Zugänge so zu gestalten, dass die Reibungsfläche abnimmt. Hier waltet eine praktische Vernunft. Das Problem ist, dass die Ansprüche auf Alleinigkeit bestehen bleiben; zwar nicht von allen, aber doch von wirkmächtigen Akteuren und Gruppierungen. Sie stellen die Berechtigung der Ansprüche der anderen Seite wiederkehrend in Frage.

Gibt es weitere namhafte Befürworter einer solchen Einstaatenlösung?

Eine zweite Person, die ich hier nennen würde, ist Hannah Arendt. Auch sie träumte von einem föderalen Staat für Araber und Juden. Interessanterweise hielt sie das alleinige Zusammenleben von Juden und Arabern für nicht zukünftsträchtig. Sie bezog daher weitere Staaten in eine Mittelmeerunion mit ein. Sie wollte diese Bipolarität vermeiden. Das ist ein kluger Gedanke! Es ist nie dazu gekommen, aber Hannah Arendt und Martin Buber hatten beide ein friedliches Zusammenleben beider Völker vor Augen.

Wodurch kam es aus Ihrer Sicht weder zur Zweistaaten- noch zur Einstaatenlösung?

Zum Teil waltet noch immer der Anspruch: „Wir waren hier zuerst!“. Doch dieser Satz ist ohnehin ein Rezept für Krieg oder Konflikt. „Wir waren zuerst hier!“ ist schlichtweg dumm. Denn in der Menschheitsgeschichte ist Migration ein völlig normaler Vorgang. Es gibt klimatische Veränderungen in der Welt, wirtschaftliche, kriegerische – und Migration ist die Antwort auf diese Veränderungen. Darum tragen die Vorschläge von Hannah Arendt und Martin Buber dieser natürlichen Entwicklung in gewisser Weise Rechnung: Sie bestehen nicht auf dem Erstgeburts- oder Erstwohnrecht. Das scheint mir sehr aufklärerisch.

Welche weiteren Strategien zur Konfliktlösung kennen Sie aus Ihrer Forschungsarbeit am IFSH?

Ein ähnliches Konzept des Miteinanders forcierte Dan Bar On mit seinem Konzept „Storytelling in Conflict“ in den Jahren 2006 bis 2008. Er ließ Kinder von Opfern auf israelischer und palästinensischer Seite erzählen. Seine Hoffnung setzte er auf die aussöhnende Wirkung von wechselseitigem Verständnis durch das Teilen von Erinnerung. Allerdings ist das bisher nur auf der individuellen Ebene gelungen. Der Schritt zur politisch-kollektiven Ebene wäre noch zu gehen. Und die Zweistaatenlösung von IPCRI, der ältesten israelisch-palästinensischen Friedenorganisation, beschreibt eine faire Aufteilung des Landes mit territorialem Tausch, klugem Grenzregime und fairer Aufteilung Jerusalems. In der Realität zeigen sich all diese Konzepte jedoch als machtlos. Sie können weder Zugang zu Entscheidungsträgern noch langfristige Erfolge aufzeigen.

Wie sähe eine föderale Struktur nach Hannah Arendt aus?

Die föderale Struktur, die Hannah Arendt ansprach, kennen wir bereits aus funktionierenden Staaten: Bosnien-Herzegowina, Belgien oder Deutschland selbst. Der deutsche Einheitsstaat mit seiner föderalen Struktur wird laut Grundgesetz Artikel 20 als nicht änderbar dargestellt. Das heißt, wenn es Multinationalitäten gibt, ist eine föderale Struktur eigentlich das beste aller Dinge – besonders wenn ein Staat so klein ist. Das Lernen, miteinander auszukommen, hat auch bereits stattgefunden: 20 Prozent der Israelis sind arabische Israelis. Da gibt es viel zu kritisieren an der sozialpolitischen und infrastrukturellen Realisierung, insgesamt zeigt es sich aber als möglich.

Jedoch scheinen die Wunden, Vorurteile und Ansprüche so tief.

Die jetzigen Verhältnisse der auf Macht basierten israelischen Landnahme hinterlassen im Grunde genommen bei einer Zweistaatenlösung den einen möglichen Staat, nämlich den arabischen, in einer nicht regierbaren und nicht lebensfähigen Form. Aber auch eine Auflösung der jüdischen Besiedlung der Westbank und Wiederansiedlung im Kernstaat wäre im Grunde genommen unmenschlich, unzivilisiert und unbarmherzig. Ich kann nicht sehen, warum ein gemeinsamer Staat für alle nicht möglich sein sollte.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Maria Köpf

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Mon, 03 Dec 2018 09:56:00 +0100
<![CDATA[Seit September: 90 Neuinfektionen in Israel diagnostiziert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/30/seit-september-90-neuinfektionen-in-israel-diagnostiziert/ HAIFA (inn) – Im Rambam-Krankenhaus in Haifa werden derzeit 136 Menschen behandelt, die an Aids erkrankt sind. Die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Viele der Patienten stammen aus Äthiopien oder den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Das geht aus einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ anlässlich des Welt-Aids-Tages hervor, der am 1. Dezember begangen wird.

Demnach sind rund 37 Prozent der HIV-Patienten Einwanderer aus Äthiopien. In dem ostafrikanischen Land leben laut „Jerusalem Post“ etwa 610.000 Menschen mit Aids. 29 Prozent der Patienten mit der Immunschwäche im Rambam-Hospital stammen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Der Direktor des Aids-Instituts am Rambam-Krankenhaus, Eduardo Schachar, appellierte anlässlich des Welt-Aids-Tages an die Israelis. „Heute gibt es neue Medikamente, bahnbrechende Behandlungen, umfassende Studien und ganz neue Behandlungskonzepte, die die Krankheit chronisch und behandelbar machen“, sagte der Mediziner. Es gebe dennoch viele Menschen in Israel, die sich aus Selbstgefälligkeit, Unwissenheit oder Scham nicht testen beziehungsweise behandeln ließen. „Die Botschaft ist klar und wichtig: Lassen Sie sich untersuchen – für Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen“, appellierte Schachar.

Allein seit September sei in Israel bei 90 Menschen das HI-Virus diagnostiziert worden, heißt es in dem Bericht weiter. 60 dieser Patienten hätten bis zu ihrer Einweisung ins Krankenhaus nicht gewusst, dass sie AIDS haben.

Weltweit rund 37 Millionen Aids-Kranke

Einem Bericht des israelischen Gesundheitsministeriums zufolge waren im Jahr 2016 mehr als 10.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebten im vergangenen Jahr weltweit 36,9 Millionen Menschen mit Aids. Die meisten von ihnen, 25,7 Millionen, lebten in Afrika, etwa 2,3 Millionen in Europa.

Von: dn

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Fri, 30 Nov 2018 14:35:00 +0100
<![CDATA[„Freies Palästina vom Fluss bis zum Meer“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/30/freies-palaestina-vom-fluss-bis-zum-meer/ NEW YORK (inn) – Der Aktivist Marc Lamont Hill hat anlässlich des „Internationalen Tages der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ bei den Vereinten Nationen gesprochen. Der geladene Redner forderte ein „freies Palästina vom Fluss bis zum Meer“. Mit diesem von palästinensischen Extremisten bekannten Slogan sorgte er außerhalb der Vereinten Nationen für großen Protest. Der Fernsehsender CNN, für den Hill bislang als Kommentator auftrat, reagierte noch am Donnerstag. In einer Mail hieß es, dass Marc Lamont Hill nicht länger unter Vertrag stehe.

In seiner Rede bezeichnete Hill außerdem den Gazastreifen als das „größte Freiluftgefängnis der Welt“. Er warf Israel vor, die Freiheit der Palästinenser immer weiter einzuschränken, weil sie keine Juden seien und gegen die „ethnische Säuberung“ aufbegehren. Er als Amerikaner schäme sich, weil die Steuergelder „zu dieser Realität beitragen“.

Hill forderte die Staatengemeinschaft auf, sich an den Aktionen der anti-israelischen Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) zu beteiligen. Man müsse einen solchen Weg so lange gehen, bis ein palästinensischer Staat errichtet sei. Dieser solle sich an den „Grenzen von 1967“ orientieren. Außerdem forderte Hill die Umsetzung des Rechts auf Rückkehr.

Abschließend warb er für eine internationale Akzeptanz jeder Art des Widerstandes gegen Israel. Er verglich die Lage der Palästinenser mit dem Kampf der schwarzen Bevölkerung gegen die Apartheid in den USA. Auch dieser sei nicht gewaltlos gewesen. Man müsse das „Recht eines besetzten Volkes anerkennen“. Für seine Aussagen erhielt er Applaus.

Kaum Kritik

Schockiert zeigte sich die Direktorin von „Human Rights Voices“ (Menschenrechts-Stimmen), Anne Bayefsky. Obwohl sie diesen Gedenktag der Vereinten Nationen schon immer kritisch beobachtet habe, sei diese Rede ein „besonders obszöner UN-Moment“ gewesen, sagte sie laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“. Dieser zeige das „wahre anti-israelische und anti-jüdische Wesen der Vereinten Nationen“. Ihre Kritik richtete sich auch gegen einzelne Zuhörer der Rede. So habe der senegalesische Botschafter Cheikh Niang dem Redner für seine „eleganten Worte“ gedankt.

Der Kritik schloss sich auch die Vizepräsidentin für internationale Angelegenheiten der „Anti-Defamation League“ (DFL), Scharon Nazarian, an. Sie bezeichnete den Auftritt Hills als „Schande“.

Anders als CNN verhielt sich Hills zweiter Arbeitgeber. Die Temple University in Philadelphia, wo Hill Professor für Medien und Kommunikation ist, akzeptiere „sein verfassungsmäßig geschütztes Recht“ auf freie Meinungsäußerung. Hill habe nicht für die Universität, sondern als Privatperson gesprochen.

Von: mas

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Fri, 30 Nov 2018 13:18:00 +0100
<![CDATA[Ein militärischer Sieg und eine wundersame Ölvermehrung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/30/ein-militaerischer-sieg-und-eine-wundersame-oelvermehrung/ Das Chanukkafest erinnert an einen militärischen Sieg, der ohne göttliches Eingreifen schwerlich möglich gewesen wäre: Im 2. vorchristlichen Jahrhundert eroberten Hellenisten den Jerusalemer Tempel und weihten ihn dem griechischen Hauptgott Zeus. Juden, die den Götzendienst nicht guthießen, formierten sich zum Widerstand. Sie versteckten sich in den Bergen und sammelten sich um einen Mann namens Jehuda Makkabi (Judas Makkabäus), der die Führung von seinem verstorbenen Vater Mattatias übernommen hatte. Obwohl die Makkabäer in der Unterzahl waren, konnten sie im Jahr 165 vor der Zeitrechnung den Tempel zurückerobern. Bis heute heißen viele jüdische Sportvereine „Makkabi“ – dahinter steckt der Wunsch, die Sportler mögen ähnlich heldenhaft sein wie seinerzeit die Makkabäer.

Das hebräische Wort „Chanukka“ bedeutet „Einweihung“. Am 25. Tag des Monats Kislew weihten sie das Heiligtum in Jerusalem wiederum dem Gott Israels. Doch sie stießen auf ein neues Problem: Die Menora, das ewige Licht, wäre beinahe erloschen. Denn das reine, heilige Öl hätte normalerweise nur noch für einen einzigen Tag gereicht. Doch die eine Flasche reichte für acht Tage, bis das neue Öl fertig war.

Wegen dieses Wunders zünden Juden an einem Leuchter acht Tage lang jeden Abend ein Licht mehr an. Der Chanukkaleuchter, die Chanukkia, hat neun Arme. Die neunte Kerze ist der „Schamasch“ (Diener), mit dessen Hilfe die anderen Lichter entzündet werden. In diesem Jahr beginnt das Fest am Abend des 2. Dezember.

Mischna ignoriert Ölwunder

Erstaunlicherweise findet sich in der Mischna, also der dem Talmud zugrunde liegenden Textsammlung, kein Hinweis auf das Ölwunder. Die Mischna wurde um 200 nach Christus von Rabbi Jehuda NaNassi fertiggestellt. Eine volkstümliche Deutung für die Auslassung bietet das 1891 erstmals in Lemberg gedruckte Buch „Ta'ame HaMinhagim“, das sich mit jüdischen Bräuchen befasst. Sie nimmt Bezug auf die Abstammung Jehuda HaNassis.

In dem Buch heißt es: „Unser heiliger Lehrer, der die Mischna geordnet hat, war aus dem Geschlecht des Königs David (über ihm sei Friede), das Chanukkawunder aber wurde durch das Haus der Makkabäer vollbracht, die die Herrschaft ergriffen hatten, obwohl sie nicht aus dem Geschlecht Davids waren. Dies verdross unseren heiligen Lehrer, und als er die Mischna vermöge des heiligen Geistes schrieb, ließ er das Wunder in seinem Werke aus.“ Hier wird also ein Konkurrenzdenken zwischen den Nachkommen Davids und den Makkabäern als Erklärung herangezogen.

Obwohl die Mischna das Wunder nicht erwähnt, steht es heute im Zentrum der Feiertage. Zum Lichtzünden gehört eine bestimmte Liturgie. Sie beginnt mit dem Segensspruch: „Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, der uns durch Seine Gebote geheiligt hat und uns geboten hat, das Chanukkalicht zu zünden.“ Weiter heißt es: „Diese Kerzen zünden wir an wegen der Wunder und der Wundertaten und der Heilstaten und der Kriege, die Du unseren Vätern getan hast – in jenen Tagen und in dieser Zeit.“

Zum Lichtzünden ist grundsätzlich jeder Jude verpflichtet. Die Chanukkia soll an einem Fenster stehen, damit das Wunder bekannt gemacht wird. Benutzt werden Öllämpchen oder Wachskerzen. Entgegen dem heutigen Trend ist es aber nicht möglich, mit elektrischen Leuchtern das Gebot zu erfüllen.

Torastudium trotz Unterdrückung

Zur Unterdrückung durch den hellenistischen König Antiochus gehörte auch das Verbot, die Tora zu studieren, den Sabbat zu halten und Jungen zu beschneiden. Gesetzestreue Juden, die sich dem nicht beugen wollten, waren auf der Hut:. Wenn sie in den heiligen Schriften lasen und unerwartet ein Staatsbeamter erschien, versteckten sie laut der Überlieferung die Bücher und taten so, als würden sie spielen. Daran erinnert bis heute der Dreidel, ein besonderer Kreisel.

Das Ölvermehrungswunder inspirierte die Juden zu den Speisen, die sie an Chanukka bevorzugt essen. Beliebt sind Sufganiot (Krapfen) und Latkes (Kartoffelküchlein). Während des Festes wird normal gearbeitet. Nur die Kinder in Israel haben Ferien, für sie gibt es auch Geschenke.

Von: Elisabeth Hausen

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Fri, 30 Nov 2018 12:47:00 +0100
<![CDATA[Pilatus-Inschrift auf Ring entziffert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/11/30/pilatus-inschrift-auf-ring-entziffert/ JERUSALEM (inn) – Archäologen haben in einem vor 50 Jahren gefundenen Ring den Namen Pontius Pilatus entziffert. Sie mutmaßen, dass er dem berühmten römischen Prokurator gehörte, der Jesus von Nazareth hinrichten ließ. „Ich kenne keinen anderen Pilatus aus dieser Zeit und der Ring zeigt, dass er eine Person von Statur und Reichtum war“, sagt Professor Danny Schwartz von der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Pontius Pilatus war der 5. Römische Gouverneur in Judäa. Er regierte in den Jahren 26 bis 36. Ob er diesen Ring, ein Status-Symbol, selber getragen hat, oder ob damit einer seiner Beamten offizielle Dokumente durch Aufdruck „unterschrieb“, weiß man nicht.

Den Ring selbst fand der israelische Archäologe Gideon Förster 1968 auf dem Herodion-Hügel östlich von Bethlehem. Aber erst jetzt wurde das Fundstück ordentlich gesäubert. Dank Spezialkameras lüftete der Ring sein Geheimnis: Neben dem Bild eines Weingefäßes war in griechischer Schrift der Name „Pilatus“ in das Metall geprägt.

Plausibler Fundort

Der Fundort auf dem Herodion ist kein Zufall. König Herodes, der von 73 vor Christus bis 4 nach Christus lebte, war ein Vasall der Römer und deswegen in der Bevölkerung recht unbeliebt. Östlich von Bethlehem ließ er einen Hügel künstlich aufschütten, um in den weithin sichtbaren Kegelberg eine Festung hineinzubauen. An der nördlichen Flanke wurde neben einem Theater und einem römischen Bad auch eine Art Tempel errichtet. Im Mai 2007 hat hier der israelische Archäologe Ehud Netzer das Grabmal des Königs Herodes mitsamt dem mutwillig zerstörten Sarkophag gefunden. Herodes hatte den Ort ausgewählt, um sicher vor seinen Häschern zu sein. Zudem erlaubte der Standort des Grabmals einen Blick auf Jerusalem.

Da Herodes enge Beziehungen mit den römischen Besatzern pflegte, verwundert es nicht, dass dort auch der Siegelring des Prokurators gefunden worden ist. Der obere Teil des Komplexes, die in den Kegel hineingebaute Burg, wurde weiterhin von römischen Beamten genutzt, die damals über Judäa herrschten. Wahrscheinlich hat Pilatus den Herodion als Verwaltungszentrale der Zentralregierung genutzt.

Berühmte Persönlichkeit

Dass es Pontius Pilatus wirklich gab, lässt sich historisch nachweisen. Nicht nur das Neue Testament und der zeitgenössische Historiker Josephus Flavius erwähnen ihn. In Caesarea, der größten römischen Hafenstadt an der Mittelmeerküste, hat man den Sockel einer Säule oder einer Statue entdeckt mit dem eingemeißelten Namen „Pontius Pilatus“. Dieser steinerne „Beweis“ befindet sich heute im Jerusalemer Israel-Museum, zwischen anderen Ausstellungsstücken aus der Zeit Jesu und den Anfängen des Christentums.

Um die Rolle der Römer und der Juden bei der Kreuzigung Jesu rankten sich in den vergangenen Jahrhunderten Missverständnisse. Als Vertreter des römischen Kaisers war nur Pontius Pilatus befugt, Todesurteile auszusprechen. Obgleich also ein Römer, oder wie man heute sagen würde, ein „Italiener“, den historischen Befehl zur Kreuzigung jenes Predigers aus Galiläa ausgesprochen hat, redete die christliche Kirche, mit dem Vatikan an der Spitze, fast 2.000 Jahre lang davon, dass die Juden „Gottesmörder“ seien. Der oberste Rat der Juden, Sanhedrin genannt, hatte gar keine Befugnis, Todesurteile auszusprechen oder gar zu vollziehen.

Aus Sicht der Römer war Jesus des Hochverrats und des Aufstandes gegen die römische Herrschaft schuldig. Deshalb ließ Pilatus auf die Schmähschrift an seinem Kreuz den Spruch „Jesus von Nazareth, König der Juden“ nageln. Die Original-Tafel wurde im 3. Jahrhundert in einer Grotte unter der Grabeskirche gefunden und wird heute in Rom in der Kirche Santa Maria de Gerusaleme aufbewahrt. Es gibt Hinweise, dass diese Reliquie das Original ist.

Ulrich W. Sahm

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Fri, 30 Nov 2018 12:36:00 +0100
<![CDATA[Polizei verhindert Heirat eines 13-jährigen Mädchens]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/30/polizei-verhindert-heirat-eines-13-jaehrigen-maedchens/ Am Freitagmorgen haben Einheiten der Polizei im Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim eine Hochzeit von Ultra-Orthodoxen unterbunden. Nach Informationen der israelischen Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ sind sowohl die Braut als auch der Bräutigam minderjährig. Die Polizei nahm mehrere Personen fest. Das 13-jährige Mädchen wurde vor zwei Monaten von ihrem Vater als vermisst gemeldet. Man vermutet, dass die Mutter sie bis zur Hochzeit versteckte. In Israel beträgt das Mindestalter für Eheschließungen 18 Jahre. Erst Anfang November hat die Knesset, unter Protest der Ultra-Orthodoxen, dieses um ein Jahr erhöht.

Von: mas

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Fri, 30 Nov 2018 12:23:00 +0100