Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sat, 19 Jun 2021 14:58:46 +0200 <![CDATA[Netzwerk von Schulen für Soziale Arbeit gegen Israel-Boykott]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/06/18/netzwerk-von-schulen-fuer-soziale-arbeit-gegen-israel-boykott/ Der „Internationale Verband der Schulen für Soziale Arbeit“ (International Association of Schools of Social Work) hat Bestrebungen zum Israel-Boykott abgelehnt. Mitglieder des Verbandes hatten die Unterstützung der BDS-Bewegung gegen Israel gefordert. In einer Mitteilung der Vorsitzenden Annamaria Campanini vom Montag heißt es, die Organisation wolle in Solidarität mit den Menschen sowohl in „Palästina“ als auch in Israel mithilfe von Sozialarbeit zum Frieden beitragen. Um sich für Menschenrechte einzusetzen, wolle der Verband Kollegen auf beiden Seiten involvieren und nicht einseitig handeln.

Von: mad

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Fri, 18 Jun 2021 15:39:00 +0200
<![CDATA[Briefmarkenausstellung verbindet Staaten des Abraham-Abkommens]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/06/18/briefmarkenausstellung-verbindet-staaten-des-abraham-abkommens/ JERUSALEM / ABU DHABI (inn) – Bei einer virtuellen Ausstellung soll die Zusammenarbeit zwischen Briefmarkenfreunden aus Israel, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten gefördert werden. Die „Philatelistische Ausstellung der Abraham-Abkommen“ zeigt Sammlungen von Briefmarken der drei Länder. Sie versteht sich als Teil der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen.

Der israelische Verein für Philatelie (Briefmarkenkunde) hat die Ausstellung organisiert. Aufgrund der Pandemie ist sie nur online zugänglich. Begonnen hat die Schau am Dienstag. Sie läuft bis zum 30. Juni.

Traditionelle Sammlungen und Postgeschichte

Zu sehen sind seltene und wertvolle Sammlungen von Briefmarken fünf verschiedener Kategorien. Eine Kategorie unter dem Titel „traditionelle Philatelie“ zeigt Briefmarken und Abbildungen von Postkarten und Briefen aus verschiedenen Ländern während eines bestimmten historischen Zeitabschnitts.

Eine andere Kategorie befasst sich mit der Geschichte und Entwicklung der Post. Dazu gehören unter anderem Briefe aus der Zeit des Osmanischen Reiches, die aus und in das Land Israel geschickt wurden. Außerdem gibt es Sammlerstücke von den Arabischen Emiraten zur Zeit des britischen Protektorats im 19. und 20. Jahrhundert.

Eine Expertenjury, bestehend aus erfahrenen Sammlern und Ausstellern, soll die Schau bewerten. Das Projekt hat den Kulturaustausch als Ziel. Die Veranstalter wollen es den drei Ländern ermöglichen, ihre wichtigsten Werte zu präsentieren sowie wichtiger geschichtlicher Ereignisse zu gedenken.

Von: mad

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Fri, 18 Jun 2021 15:18:00 +0200
<![CDATA[Siedler verlangen Fortführung der Baugenehmigungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/18/siedler-verlangen-fortfuehrung-der-baugenehmigungen/ JERUSALEM (inn) – Siedlerführer haben die Regierung aufgefordert, den Wohnungsbau im Westjordanland wieder voranzubringen. Der Vorsitzende des Jescha-Rates, David Elhanaji, beklagte in einem Brief an den neuen Premierminister Naftali Bennett (Jamina), dass die Behörden seit fünf Monaten keine Baugenehmigungen erteilt hätten. Der Begriff Jescha ist eine Abkürzung und steht für Judäa, Samaria und Gaza.

In dem Brief schrieb Elhanaji laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“: „Wir verlangen, dass die Bürger von Judäa, Samaria und dem Jordantal keine Diskriminierung erleiden, was die Freigabe von Plänen betrifft.“ Der Hohe Planungsausschuss solle daher so schnell wie möglich tagen – und künftig auch in den bislang üblichen regelmäßigen Abständen von drei Monaten.

Mit ihrem Schreiben können sich die Siedler mindestens der Sympathien des Regierungschefs sicher sein. Der 49-Jährige war selbst mit dem Siedlungsrat verbunden, im Jahr 2009 wurde er dessen Geschäftsführer. In dieser Position führte er den Kampf gegen den vom damaligen Premier Benjamin Netanjahu (Likud) verordneten zehnmonatigen Siedlungs-Baustopp.

Peace Now: 2020 war Rekordjahr

Nach Angaben von „Peace Now“ wurden im Jahr 2020 Pläne für rund 12.160 Bauten vorangebracht. Die siedlungskritische Organisation führt ihre Statistik seit 2012; das Jahr 2020 beschreibt sie als Rekordjahr. In diesem Zeitraum war es jedoch auch zu einer achtmonatigen Pause gekommen, in denen keine Baupläne für die nächste Planungsstufe freigegeben wurden.

Die Wachstumsrate jüdischer Einwohner im Westjordanland ist zuletzt leicht zurückgegangen, sie liegt aber regelmäßig über der Rate im Souveränitätsgebiet Israels. Im Jahr 2020 betrug sie 2,6 Prozent, 2016 waren es 3,59 Prozent. Derzeit leben rund 475.000 Siedler im Westjordanland.

Von: df

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Fri, 18 Jun 2021 13:46:00 +0200
<![CDATA[Israelnetz Magazin beleuchtet jüngsten Gaza-Konflikt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/06/18/israelnetz-magazin-beleuchtet-juengsten-gaza-konflikt/ Elf Tage dauerte die jüngste Konfrontation zwischen der Hamas und Israel. In der neuen Ausgabe 3/2021 des Israelnetz Magazins schildern Einwohner, wie sie die Angriffe erlebt haben – und es gibt eine erste Bilanz. Zudem blicken wir zurück auf die Amtszeit von Präsident Reuven Rivlin. Ein weiteres Thema sind die Auswirkungen zweier niederschlagsreicher Winter auf den See Genezareth. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441/5667700, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gern senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

Von: inn

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Fri, 18 Jun 2021 13:36:00 +0200
<![CDATA[Ehemaliger US-Botschafter Friedman soll Büro in Tel Aviv leiten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/06/18/ehemaliger-us-botschafter-friedman-soll-buero-in-tel-aviv-leiten/ Der neu gegründete Investitionsfonds „Liberty Strategic“ des ehemaligen US-Finanzministers Steven Mnuchin eröffnet ein Büro in Tel Aviv. Leiter dieses Büros soll der ehemalige US-Botschafter David Friedman werden, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Als Grund für den Standort Israel nannte Mnuchin unter anderem die außerordentlich gute Marktposition im Bereich Cybersicherheit und Finanz-Technologie. Trotz politischer Unsicherheiten sei der israelische Tech-Sektor stark geblieben, erklärte er. Friedman sagte, er wolle mit dieser Arbeit weiter zum Wachstum Israels beitragen.

Von: val

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Fri, 18 Jun 2021 12:41:00 +0200
<![CDATA[Libanesischer Armeechef bittet um internationale Finanzhilfe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/18/libanesischer-armeechef-bittet-um-internationale-finanzhilfe/ Der libanesische Armeechef Joseph Aun hat vor einem Zusammenbruch aller staatlichen Einrichtungen in seinem Land gewarnt, einschließlich des Militärs. Am Donnerstag sprach er auf einer Online-Konferenz, die Frankreich organisiert hatte. Unter anderen nahmen die USA, Russland und China teil. Aun sagte, die Armee sei „einziger Garant“ für Sicherheit und Stabilität im Libanon. Doch der Sold sinke immer mehr, so dass die Soldaten kaum ihre Familien ernähren könnten. Deshalb bat er die Weltmächte um finanzielle Unterstützung für den Zedernstaat.

Von: eh

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Fri, 18 Jun 2021 11:52:00 +0200
<![CDATA[Weniger Unterstützung für Israel bei jungen Evangelikalen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/18/weniger-unterstuetzung-fuer-israel-bei-jungen-evangelikalen/ Die Unterstützung junger Evangelikaler für Israel hat seit 2018 deutlich abgenommen. Dies berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“ mit Verweis auf eine US-Studie. Demnach unterstützen 2021 nur noch 33,6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die israelische Politik. 2018 waren es noch 69 Prozent gewesen. Die Unterstützung für einen palästinensischen Staat habe indes zugenommen. Während 2018 noch 35 Prozent diese Idee befürworteten, sind es derzeit 44,7 Prozent. Durchgeführt haben die Studie zwei Professoren der Universität von North Carolina. Insgesamt wurden 700 junge Evangelikale befragt.

Von: val

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Fri, 18 Jun 2021 11:43:00 +0200
<![CDATA[„Es ist Apartheid“ – oder doch einfach Selbstschutz?]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/06/18/es-ist-apartheid-oder-doch-einfach-selbstschutz/ Anfang Juni veröffentlichte die PLO („Palästinensische Befreiungsorganisation“) ein 50-seitiges Dossier mit dem Titel „It is Apartheid – the Reality of Israel’s Colonial Occupation of Palestine“. Das Papier soll deutlich machen, inwiefern „Israels kolonialistische Besatzung Palästinas“ Apartheid mit sich bringt.

Als „Apartheid“ wurde ursprünglich die staatlich organisierte Rassentrennung in Südafrika bis 1994 bezeichnet – getrennte Eingänge, Toiletten und Kantinen sowie massive gesetzliche und strukturelle Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung. Nachdem in den Osloer Verträgen die teilweise Selbstverwaltung der Palästinenser festgelegt worden war, begannen Kritiker in den Neunzigerjahren, die Lage in den Palästinensergebieten mit Südafrika zu vergleichen.

Apartheid – ein neues Wort in der Israelkritik

Mit der Zeit kam es immer mehr in Mode, Israel Apartheid vorzuwerfen. Nicht nur antizionistische Gruppen beteiligten sich daran, sondern beispielsweise auch der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) und erst kürzlich die Organisation „Human Rights Watch“.

Während der Apartheid-Vorwurf an Israel immer populärer wird, mehren sich auch die Stimmen, die ihn als das verstanden wissen wollen, was er ist: antisemitisch, und zwar hinsichtlich des doppelten Standards, der an Israel angelegt wird. Die jüngste Veröffentlichung der „Abteilung für Verhandlungsangelegenheiten“ der PLO ist ein gutes Beispiel dafür.

PLO als Opfer von Apartheid

Die PLO ist ein Zusammenschluss mehrerer palästinensischer (Terror-)Organisationen, von denen die Fatah die größte ist. PLO, Fatah und Palästinensische Autonomiebehörde (PA) sind in Personalunion miteinander verbunden. Sie wurden erst von Jasser Arafat und seit dessen Tod im November 2004 von Mahmud Abbas geleitet. Auf ihrer Homepage stellt besagte Verhandlungsabteilung der PLO den gescheiterten Friedensprozess als eine Abfolge von Zugeständnissen der Palästinenser dar, die allesamt von Israel abgeschmettert worden seien. Dabei scheiterte der gesamte Prozess schon an seinem ersten vermeintlich großen Sieg, der gegenseitigen Anerkennung von PLO und Israel in Oslo 1993.

Damals erkannte Israel die PLO als legitime Vertretung der Palästinenser an. Arafat verpflichtete sich mit seiner Unterschrift zur Anerkennung Israels und dazu, alle Vernichtungsabsichten aus der PLO-Charta zu entfernen. Während Israel das Abkommen kurz darauf in der Knesset ratifizierte, also in gültiges Recht goss, gab es auf palästinensischer Seite bis heute weder eine Ratifizierung noch eine Änderung der Charta. Diese Organisation, die nach wie vor auf die Vernichtung Israels ausgerichtet ist und durch Propaganda und finanzielle Anreize Terror unterstützt, stellt sich als Opfer israelischer Apartheid dar.

Im Vorwort wird beklagt, dass Israel sich von anderen Kolonialmächten dadurch unterscheide, dass es drei besonders schlimme Verbrechen miteinander kombiniere: „Besatzung, Kolonialismus und Apartheid“. Gewidmet werde die Ausarbeitung dem verstorbenen PLO-Generalsekretär Saeb Erekat und „allen Märtyrern Palästinas“.

„Wir müssen die Araber (nicht) vertreiben“

Als steiler Einstieg wird in der Einleitung des Dossiers Israels Gründungsvater David Ben-Gurion mit der Aussage zitiert: „Wir müssen die Araber vertreiben und ihren Platz einnehmen.“ Diesen Satz soll er 1937 in einem Brief an seinen Sohn Amos geschrieben haben. Das Original dieses handschriftlich verfassten Briefes ist in Israel im Militärarchiv einsehbar. An der betreffenden Stelle wurden mehrere Wörter gestrichen. Ursprünglich hieß es: „Wir wollen und müssen die Araber nicht vertreiben und ihren Platz einnehmen.“ Es ist unklar, ob Ben-Gurion die Streichungen selbst vorgenommen hat und damit eine Doppeldeutigkeit erzeugen wollte.

Jedoch wird im weiteren Verlauf des Briefes deutlich, welche Position er vertritt: „Bislang basierten all unsere Bestrebungen auf einer Annahme, die sich durch unsere Aktivitäten im Land bestätigt hat – dass es im Land genügend Platz für die Araber und uns selbst gibt. Aber wenn wir gezwungen sind, Gewalt anzuwenden – nicht um die Araber des Negev oder Transjordaniens zu enteignen, sondern um unser Recht zu gewährleisten, uns dort niederzulassen – dann werden wir kräftemäßig dazu in der Lage sein.“ Dieser Satz beschreibt Israels Haltung gegenüber allen seinen Nachbarn bis heute.

Ursache oder Wirkung?

In dem PLO-Papier steht nichts Neues und es ist nicht zu erwarten, dass es viel Aufmerksamkeit bekommt. Aber es fügt sich ein in eine Reihe mehr oder weniger populärer Ausarbeitungen und Behauptungen, die mit wachsendem Wahrheitsanspruch Israel der Apartheid bezichtigen.

Durchweg alle, die diese Meinung vertreten, machen einen grundlegenden Fehler: Sie blenden Israels Zwangslage als winziger Staat im Kampf gegen hochgerüstete Terrormilizen aus. Sie sehen nur „Mauer“, „Checkpoints“, „Trennung“, „Ungleichbehandlung“ und schließen daraus „Apartheid“. Sie verschweigen, dass all diese Maßnahmen Antworten auf jahrzehntelangen Terror und defensive Alternativen zu militärischen Offensiven sind. Ursache und Wirkung werden auf fatale Weise vertauscht.

Rückkehrrecht für palästinensische Demokraten

Die anonymen Autoren bemängeln in ihrem Bericht, dass „heute mehr als sieben Millionen palästinensischen Flüchtlingen in Drittländern ihr Recht auf Rückkehr“ verweigert werde. Dieses völlig unrealistische, herbeifabulierte Rückkehrrecht ist einer der Hauptpunkte, die dem Friedensprozess im Weg stehen. Denn während Israel ausschließt, dass sieben Millionen Urenkel von Flüchtlingen, die durch ein vom UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) verliehenes palästinensisches Sonderrecht ihren Flüchtlingsstatus vererbt haben, ins Kernland einmarschieren, machen die Palästinenser dies zur Vorbedingung für Verhandlungen.

Sie beschwören auch im vorliegenden Bericht eine Zukunft, in der sich Israel beziehungsweise Palästina nicht mehr als „jüdisch“, sondern als „demokratisch“ definiere. Wie sehr den Palästinensern Demokratie am Herzen liegt, wird überall da sichtbar, wo sie sich selbst verwalten: keine Wahlen, keine Partizipation, keine Freiheit unter einer Regierung, in der „Normalisierungsaktivitäten“ zwischen Palästinensern und Israelis bestraft werden.

Palästinensische Staatsbürger

Weiter wird beklagt, dass große rote Schilder Israelis den Zutritt zu Palästinensergebieten untersagten, da für sie Lebensgefahr bestehe. Wer hier „Apartheid“ schreit, hat Moral und Verstand verloren. Es folgt eine längere Abhandlung über Apartheid im Völkerrecht, immer davon ausgehend, dass Israel am laufenden Band Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehe und diese von den Nationen geahndet werden müssten.

Handlungen im Sinne der Apartheid gegen das palästinensische Volk hätten laut dem Text bereits 1948 begonnen und würden bis heute andauern. Die palästinensische „Staatsbürgerschaft“ sei den Palästinensern 1925 offiziell von den Briten verliehen und 1964 in der Charta der PLO bestätigt worden. Dieses Narrativ ist ähnlich originell wie die palästinensische Fußballmannschaft, die 1939 gegen Australien angetreten ist und immer wieder gern als Beweis für ein Palästina vor 1948 angeführt wird. Nur handelt es sich um jüdische Spieler von Makkabi Tel Aviv, deren Pässe sie als Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina auswiesen – genau wie alle anderen Einwohner inklusive Golda Meir. Die palästinensische Identität als die eines arabischen Volkes wurde tatsächlich erst in der PLO-Charta festgelegt.

Längst widerlegte Argumente wie der Wasserstreit und die Palästina-Landschwund-Karte werden wieder aufgewärmt. An plastischen Beispielen für Apartheid mangelt es der PLO nicht. Ein palästinensischer Brezelverkäufer sei vor dem Jaffator entfernt worden. Dass er keine Lizenz hatte ist dabei nicht so wichtig wie der Umstand, dass Arieh King vom Jerusalemer Stadtrat damit auch „den jüdischen Charakter der Stadt erhalten“ wollte. In einem Interview der Zeitung „Ha’aretz“ erklärt King diese auch in Israel umstrittene Aussage: „Man stelle sich vor, ein Jude würde an einem der Eingänge zur Al-Aqsa-Moschee im Monat Ramadan kalte Getränke verkaufen. Sie würden Schisch Kebab [der unkoschere Ausdruck hierfür wäre „Hackfleisch“] aus ihm machen.“

Apartheid auch gegenüber Gaza

Was den Gazastreifen betrifft, so halte Israel diesen unter „Militärbesatzung“ und verwehre den Einwohnern grundlegende Menschenrechte wie zum Beispiel Reisefreiheit. Der PLO und dem Rest der Welt ist nämlich entgangen, dass Israel sein Militär 2005 restlos aus Gaza abgezogen hat. Das Gebiet gilt nur deswegen immer noch offiziell als besetzt, weil Israel die militärische Stärke hätte, Gaza innerhalb kürzester Zeit dem Erdboden gleich zu machen. Nach dieser Definition würden allerdings viele militärisch überlegene Länder ihre Nachbarn „besetzt“ halten.

Weiter heißt es, Gaza sei „unbewohnbar“, das Gesundheitssystem sei dem Zusammenbruch nahe und die Bewohner litten unter „Massenarmut“, „Arbeitslosigkeit“ und einem Mangel an Wasser und Strom. Eine humanitäre Katastrophe in Gaza lässt sich besonders gut heraufbeschwören, wenn man es mit Israel vergleicht. Niemand wird behaupten, dass ein Leben unter der Herrschaft der Hamas erstrebenswert ist. Trotzdem schneiden die Palästinenser sowohl im Westjordanland als auch im Gazastreifen im internationalen Vergleich sehr gut ab im Hinblick auf Lebenserwartung, Kindersterblichkeit und Bildung. Es ist der direkten Nachbarschaft und dem Einfluss Israels zu verdanken, dass die Palästinensergebiete in diesen Punkten sogar die Türkei deutlich übertreffen. Würden die internationalen Hilfsgelder pro Kopf umgelegt, würden die Palästinenser zu den reichsten Menschen der Welt gehören.

Terroristen leiden unter Apartheid

Der Apartheid-Report erklärt weiter, dass Israel palästinensische Parlamentarier inhaftiert habe, darunter den Fatah-Leiter Marwan Barghuti, den Generalsekretär der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) Ahmed Sa‘adat und Chalida Dscharrar, die ebenfalls zur Volksfront gehört. Die PLO scheut sich nicht, die Verhaftung von Terroristen beziehungsweise Mitgliedern terroristischer Vereinigungen als Apartheid zu bezeichnen.

Die „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ ist nach der Fatah die zweitgrößte Fraktion innerhalb der PLO, also von Israels Verhandlungspartner für den Frieden. Sie zeichnete sich auch für den Terroranschlag im August 2019 verantwortlich, bei dem die 17-jährige Rina Schnerb getötet wurde. Die EU und die USA führen die Organisation auf ihren Listen terroristischer Vereinigungen.

Tragische Vorfälle

Danach werden Zivilisten aufgeführt, die von Israel willkürlich getötet worden seien. Darunter sind der geistig behinderte Ejad al-Hallaq und Achmed Erekat, die beide an Checkpoints von israelischen Soldaten erschossen wurden.

Solche Vorkommnisse, bei denen jemand fälschlicherweise für einen Terroristen gehalten wird oder die nicht abschließend aufgeklärt werden konnten, führen zu großen Diskussionen in der israelischen Bevölkerung, zu umfassenden Untersuchungen sowie Verurteilungen und Entschuldigungen vonseiten der Regierung. Es ist unfair, hier von Apartheid zu sprechen, während auf palästinensischer Seite jeder tote Jude gefeiert und Schulen nach Terroristen benannt werden.

Terrorrechtfertigung zum Abschluss

Es folgt eine Liste von Politikern und Organisationen, die Israel Apartheid vorgeworfen haben. Außerdem wird die internationale BDS-Bewegung gelobt, die zu Boykotten gegen Israel aufruft. Die PLO fordert Gegenmaßnahmen in Form von „Handelsbeschränkungen, Waffenembargos und wirtschaftlichen, politischen und diplomatischen Sanktionen gegen Israel“.

Drittstaaten sollten „gesetzgeberische Maßnahmen zum Verbot der Einfuhr illegaler Siedlungsgüter und -dienstleistungen erlassen, die zur Aufrechterhaltung und Fortsetzung des israelischen Apartheidregimes beitragen“. Solange die internationale Gemeinschaft dieser Verpflichtung nicht nachkomme, liege es in der Hand „der Zivilgesellschaft und den Menschenrechtsverteidigern, die Führung zu übernehmen“.

Von: Carmen Shamsianpur

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Fri, 18 Jun 2021 08:40:00 +0200
<![CDATA[Rivlin gibt Gewinner des Ehrenamtspreises bekannt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/17/rivlin-gibt-gewinner-des-ehrenamtspreises-bekannt/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat am Mittwoch die zwölf Gewinner des diesjährigen Ehrenamtspreises bekanntgegeben. Die Verleihung des Preises wird eine der letzten Amtshandlungen des 81-Jährigen sein. Seine Amtszeit endet am 9. Juli. Zwei Tage zuvor wird sein Nachfolger Jitzchak Herzog als 11. Staatspräsident des Landes vereidigt.

Zu den Preisgekrönten gehören sechs Einzelpersonen und sechs Organisationen.

  • Orna Schimoni

Die 80-Jährige verlor ihren Sohn Ejal während eines Kriegseinsatzes im Libanon. Zu seinem Gedenken gründete sie das Rehabilitationszentrum „Bet Ejal“. Dort werden Soldaten behandelt, die bei ihren Einsätzen Verletzungen davongetragen haben.

  • Odelja Fitossi

Die 42-Jährige setzt sich für die Integration und für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Außerdem ist sie Vorsitzende des Beratenden Ausschusses für die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen im Justizministerium. Sie ist die erste Vertreterin Israels, die im UN-Expertenausschuss für Menschen mit Behinderung sitzt.

  • Hasima Maher

Die 39-Jährige ist Vorsitzende des Vereins „Rav Kijum“ (Vielexistenz). Der Verein setzt sich für einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.

  • Miriam Indbag

Die 93-jährige Jerusalemerin arbeitet ehrenamtlich bei der Organisation „Birkat HaAretz“ (Segen des Landes). Die Organisation verpachtet Land. Einzelpersonen können sich einkaufen; die Bewirtschaftung des Landes übernimmt „Birkat HaAretz“. Einen Teil der Ernte erhalten dann die Besitzer. Der Rest wird verkauft. Die Organisation verspricht, religiöse Regeln zur Bewirtschaftung von Ackerland einzuhalten.

  • Eres Perlmutter

Der 53-Jährige hat die Website „Kol S'chut“ (Stimme des Rechts) gegründet. Dort informiert er über Bürgerrechte.

  • Tamara Kolitz

Die 41-Jährige aus Tel Aviv hat „Lema'anam – Physicians for Holocaust Survivors“ (Für sie – Ärzte für Holocaust-Überlebende) gegründet. Das medizinische Netzwerk kümmert sich seit April 2020 kostenlos um gesundheitliche Bedürfnisse von Holocaust-Überlebenden. Nach eigenen Angaben unterstützen mehrere Hundert Ärzte das Netzwerk ehrenamtlich.

  • „Ashuja'an Association for Juvenile Diabetes“

Die Organisation kümmert sich um arabische Kinder und Jugendliche, die an Diabetes erkrankt sind.

  • „Hoschen Education and Change“

Mit Hilfe von Begegnung und Bildung setzt sich die Organisation für Gleichheit und Inklusion der LGTBQ-Gemeinde ein.

  • „Tene Briut“

Die Organisation hilft äthiopisch-stämmigen Juden in Israel. Schwerpunkt der Arbeit ist die Gesundheits- und Bildungsarbeit.

  • „Friends"

Der Verband „Friends" leistet nicht-medizinische erste Hilfe.

  • „Kolna Jeruschalajim"

Der Verein versucht Gräben und Vorurteile zwischen den Bewohnern von Ost- und Westjerusalem zu überwinden.

  • „Medicine and Happiness"

Die Mitarbeiter unterstützen Patienten und deren Familien. Der Name bedeutet „Medizin und Freude“.

Von: mas

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Thu, 17 Jun 2021 14:37:00 +0200
<![CDATA[Jerusalem als „besetztes palästinensisches Gebiet“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/17/jerusalem-als-besetztes-palaestinensisches-gebiet/ LONDON (inn) – Britische Behörden haben einer in Jerusalem geborenen Israelin als Geburtsort „Besetzte palästinensische Gebiete“ in ihren Ausweis geschrieben. Das Innenministerium entschuldigte sich dafür und sprach von einem „Fehler“. Der Vorfall werde „dringend“ untersucht, sagte ein Sprecher der Behörde der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“.

Die betroffene Bürgerin, Ajelet Balaban, besitzt die israelische und britische Staatsbürgerschaft. Sie kam im Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg zur Welt. Dieses Gebiet stand auch in den Jahren zwischen der Staatsgründung Israels und dem Sechs-Tage-Krieg 1967 nicht unter jordanischer Kontrolle, sondern war eine israelische Exklave.

Balaban dachte bei Erhalt ihres Ausweises zunächst, sie habe beim Antrag einen Fehler gemacht – oder dass London nun eine neue Politik verfolgt. Für sie war der Vorfall auch vor dem Hintergrund des jüngsten Gaza-Konfliktes ein Schock. Balaban betreibt mit ihrem Mann eine Gewächshaus-Anlage im Süden Israels, die von einer Rakete getroffen wurde. Während des elftägigen Konfliktes mussten sie schließen. Kurz nach dieser unruhigen Zeit erhielt sie den Ausweis mit den falschen Angaben.

Eine Stadt mit Status

Am Status Jerusalems entzündet sich regelmäßig Streit. Israel sieht die gesamte Stadt als Hauptstadt des Landes, der überwiegende Teil der Weltgemeinschaft teilt diese Auffassung nicht; Großbritannien gehört dazu. Diese Länder vertreten in der Regel die Ansicht, Ostjerusalem solle Hauptstadt eines palästinensischen Staates werden.

Die USA hingegen hatten unter Präsident Donald Trump die israelische Sicht bekräftigt. Im vergangenen Oktober folgte die Erlaubnis, dass in Jerusalem geborene US-Bürger „Israel“ als Geburtsort in ihren Ausweis eintragen können.

Von: df

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Thu, 17 Jun 2021 13:59:00 +0200
<![CDATA[Golf-Länder: Raketenprogramm des Iran muss Teil der Verhandlungen sein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/17/golf-laender-raketenprogramm-des-iran-muss-teil-der-verhandlungen-sein/ Die sechs Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC) fordern einmal mehr, dass das Raketenprogramm des Iran bei den Neuverhandlungen zum Atomdeal eine Rolle spielt. Das sagten die Außenminister der Länder am Mittwoch bei einem Treffen in der saudischen Hauptstadt Riad. Die Verhandlungen laufen derzeit mit Unterbrechungen. Die USA waren unter Präsident Donald Trump im Mai 2018 aus dem Deal ausgetreten. Ein Kritikpunkt Trumps war der Umgang mit dem Raketenpogramm. Der Deal sieht vor, dass bei Einhaltung der Vorgaben die UN-Sanktionen gegen das Raketenprogramm im Oktober 2023 aufgehoben werden.

Von: df

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Thu, 17 Jun 2021 11:54:00 +0200
<![CDATA[Erstmals gehörlose Knessetabgeordnete vereidigt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/17/erstmals-gehoerlose-knessetabgeordnete-vereidigt/ Shirley Pinto ist als erste gehörlose Knessetabgeordnete vereidigt worden. Den Amtseid sprach die Jamina-Abgeordnete sowohl auf Hebräisch als auch in Gebärdensprache. Premierminister Naftali Bennett (ebenfalls Jamina) gratulierte nach der Vereidigung am Mittwoch persönlich. Zudem schrieb er auf Twitter: „Meine liebe Shirley, ich bin so stolz auf dich.“ Pinto setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Rechte und Chancen von Gehörlosen ein. Zudem ist die 32-Jährige Mitglied des Zionistischen Weltkongresses.

Von: val

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Thu, 17 Jun 2021 11:54:00 +0200
<![CDATA[Israels Mammut-Koalition]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/06/17/israels-mammut-koalition/ Nachdem Likud-Chef Benjamin Netanjahu kläglich scheiterte, durfte sich Jair Lapid (Jesch Atid) mit der Regierungsbildung versuchen. Von vornherein war klar, dass sein Unterfangen waghalsig ist: Für eine Koalition mit Stimmmehrheit musste er nicht nur viele Parteien, sondern echte ideologische Kontrahenten unter einen Hut bringen.

Trotz Zitterpartie hat Israel seit einigen Tagen eine neue Regierung, die aus zwei Linksparteien mit 13 Mandaten, zwei Mitte-Parteien mit 25 Abgeordneten sowie drei Parteien besteht, deren 20 Volksvertreter rechts vom Likud einzuordnen sind. Somit ist diese israelische Regierung in Strecken rechtskonservativer orientiert als die Regierungen, mit denen Netanjahu aufwartete.

Beim Rückblick in Israels 73-jährige Vergangenheit gibt es zwei markante Unterschiede: Zum einen sitzen die ultra-orthodoxen Parteien auf den Oppositionsbänken, was in Israel Seltenheitswert hat. Zum anderen ist nicht nur erstmals eine arabische Partei aus der Opposition ausgeschert, sondern sie wurde mit ihren vier Mandaten zum Königsmacher der Regierung. Dass es sich bei der Vereinigten Arabischen Liste, die in Israel unter ihrem Akronym Ra'am bekannt ist, um eine mit der Islamischen Bewegung zu identifizierende Partei handelt, macht dieses Novum umso aufsehenerregender.

Die neue Regierung hat in vielerlei Hinblick mit Superlativen aufzuwarten. Die präsentiert allerdings auch Netanjahu mit seinem Abgang. Er war zwölf Jahre in Folge Premier. Seine erste Amtszeit von 1996 bis 1999 hinzugerechnet, hat er sogar Israels langgedienten Staatsgründer David Ben-Gurion überflügelt.

Der rotierende Premier

Bereits 1986 erlebte Israel eine Premier-Rotation, als Schimon Peres die Amtsgeschäfte nach zwei Jahren an Jitzchak Shamir übergab. Die Rotation, die im Herbst 2021 mit dem Wechsel von Netanjahu zu Benny Gantz (Blau-Weiß) angestanden hätte, ist natürlich nicht mehr aktuell. Dennoch blickt Israel auf einen Chef-Wechsel mitten in der Legislaturperiode, da der neue Premier Naftali Bennett laut Koalitionsvertrag das Amt im August 2023 an Jair Lapid abtreten soll. Zwar bezweifeln viele, dass eine derart heterogene Koalition so lange Bestand haben wird. Doch trotzdem glaubt fast die Hälfte aller Israelis, dass „Bennett uns als Regierungschef positiv überraschen wird“.

Interessant ist gegenwärtig, dass Bennett für einige Premieren sorgt. Der 49-Jährige ist nicht nur der zweitjüngste Abgeordnete, der Regierungschef wurde, sondern ist als modern-orthodoxer Jude der erste Kippa-Träger in diesem Amt. Er ist Israels erster Premier, der von der national-religiösen Ideologie geprägt auf einen Wählerstamm unter den Siedlern blickt. Ebenfalls ungewöhnlich für Israel ist, dass der Vorsitzende einer der kleineren Parteien des Parlaments – Bennetts „Jamina“ errang lediglich sieben Mandate – als Premier amtiert.

Aufsehen erregte zudem, dass der Hightech-Multimillionär mit prestigevoller Militärvergangenheit zusammen mit seiner Ehefrau Gilat entschied, wegen der vier minderjährigen Kinder nicht in die Jerusalemer Premier-Residenz umzuziehen. Das sorgte bereits für Unmut unter seinen Nachbarn in Ra'anana nördlich von Tel Aviv, denn aus Sicherheitsgründen werden sie mit massiven Einschränkungen leben müssen.

Minister und Koalitionsmitglieder

Nicht nur Israels neuer Regierungschef bringt es auf mehrere Premieren, sondern auch das aus 27 Ministern bestehende Kabinett. Dazu gehört, dass gleich fünf als Parteivorsitzende amtierende Abgeordnete in den Netanjahu-Regierungen Ministerämter innehatten: Lapid, Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung), Bennett, Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu) und Gantz. Das erachten Beobachter als Vorteil bei der Regierungsübernahme.

Zwar sind in der im März gewählten Knesset erneut lediglich ein Viertel der 120 Abgeordneten Frauen, doch nicht weniger als 19 von ihnen gehören den nunmehr regierenden Koalitionsparteien an. Von ihnen wurde eine für Israel beispiellose Zahl von neun Frauen in Ministerämter ernannt. Gleich mehrere Ministerinnen stehen an der Spitze von prestigevollen Ämtern, zum Beispiel das Innen- und das Wirtschaftsministerium, was in Israel ebenfalls selten vorkommt.

Die geschichtsträchtigste Premiere

Den größten Wirbel verursachte jedoch eine Partei, die keine einzige Frau in ihren Reihen hat: Bei den vier Abgeordneten der Ra'am-Partei, die der Koalition als tolerierende Partei zur regierungsfähigen Mehrheit verhilft, handelt es sich um erzkonservative Muslime. Sie haben tiefgreifende ideologische Differenzen mit den meisten Koalitionspartnern. In ihr Weltbild passen ebenfalls weder die deklarierte Feministin Merav Michaeli, die an der Spitze der Arbeitspartei steht und das Verkehrsministerium leitet, noch der bekennende Homosexuelle Nitzan Horowitz (Meretz), der Gesundheitsminister wurde.

Die arabische Minderheit macht in Israel rund 21 Prozent aus. Nie zuvor war eine arabische Partei dazu bereit, sich an einer israelischen Regierung zu beteiligen. Allerdings unterstützten 1992 arabische Abgeordnete die Rabin-Regierung und arabische Parlamentarier empfahlen 2019 sowie im Frühjahr 2021 einen jüdischen Kandidaten zur Regierungsbildung.

Dass Ra'am als mit der Muslimbruderschaft verbandelte Partei die Regierungsunterstützung zudem mit einem förmlichen Abkommen verbriefte, berührte in Israel viele umso mehr, da die schwierigen Szenen der Unruhen zwischen Arabern und Juden kaum einen Monat zurückliegen. Das heißt allerdings nicht, dass die jüdische Gesellschaft nicht dennoch nachhaltige Zweifel hegt. Denn in genau jener Zeit ereignete sich auch die sicherheitspolitische Eskalation gegenüber dem Gazastreifen. Das stellte unter Beweis, wie groß der Spagat ist, der Ra'am abverlangt wird und wie angemessen die Bedenken der jüdischen Gesellschaft bezüglich Verlässlichkeit dieses Partners sind.

Doch die Araber sorgen für eine weitere Premiere: In Israels 73-jähriger Geschichte waren nur zwei Araber jemals Minister. In der neuen Regierung amtiert der Muslim Issawi Fredsch (Meretz) als Minister für regionale Kooperation an der Seite eines weiteren Vertreters einer israelischen Minderheit. Hamad Amar, der Parteimitglied von Israel Beteinu ist und der drusischen Gemeinschaft angehört, wurde Staatsminister im Finanzministerium. Die Sache rundet der Ra'am-Vorsitzende Mansur Abbas als stellvertretender Minister für arabische Angelegenheiten ab.

Was hält die Regierung zusammen?

Viele geben der Regierung geringe Überlebenschancen. Ihr wird nachgesagt, einziger Zusammenhalt sei das Ziel der „Entthronung Bibis“. Natürlich war das eines der zentralen Ziele, die diese Partner in den „Anti-Bibi-Block“ trieb. Doch es geht ihnen um mehr, als ausschließlich eine andere Person im Premiersessel.

Sie hat zusammengeschweißt, dass Israels ohnehin zerklüftete Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet und dass das öffentliche Leben in allen Sphären von Hetze, Verleumdung und Degradierung geprägt ist. Ihnen liegt an diesem Land, das viel zu lange ohne funktionstüchtige Regierung war. Sie wollen etwas bewegen, wollen brachliegende Themen in Angriff nehmen. Das reflektieren auch die Koalitionsabkommen. Soziale Themen sind wieder wichtig, ebenso wie Unterstützung von Minderheiten und Benachteiligten, aber auch die Förderung der vernachlässigten Peripherie. Sektoren wie Gesundheitswesen, Transportwesen und Wohnungsbau wird viel Augenmerk gewidmet, aber auch Fragen von Staat und Religion spielen eine Rolle.

Lapid war es, der den Ton vorgab. Kompromiss lautete der Slogan der Stunde, ideologisch einen Gang zurückschalten, um trotz Differenzen einen Nenner zu finden. Das bedeutet allerdings auch, dass in den Koalitionsabkommen für Israel gewichtige Themen schlichtweg ausgegrenzt wurden. Damit sind Gaza, Libanon, Iran, um nur einige wenige Stichworte zu erwähnen, nicht vom Tisch. Sie könnten diese Regierung schneller als gedacht vor eine Zerreißprobe, wenn nicht sogar vor ein jähes Ende stellen.

Von: Antje C. Naujoks

Antje C. Naujoks studierte Politologie an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Die freischaffende Übersetzerin lebt seit fast 35 Jahren in Israel, davon ein Jahrzehnt in Be‘er Scheva.

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Thu, 17 Jun 2021 11:44:00 +0200
<![CDATA[Drei Bewerber ziehen Kandidatur zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/17/drei-bewerber-ziehen-kandidatur-zurueck/ Bei der am Freitag anstehenden Präsidentschaftswahl im Iran sind drei Kandidaten aus dem Rennen; damit stehen nun noch vier Bewerber zur Wahl. Im Laufe des Mittwochs haben Alireza Sakani, Mohsen Mehralisadeh und Said Dschalili ihren Rückzug angekündigt. Letzterer begründete seine Entscheidung mit den Beliebtheitswerten des Favoriten Ibrahim Raisi. Dschalili forderte seine Unterstützer auf, für den ultrakonservativen Raisi zu stimmen. Viele Bewerber wurden bereits zuvor von der Wahl ausgeschlossen.

Von: mas

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Thu, 17 Jun 2021 11:29:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 17. Juni 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/06/17/nachrichten-vom-17-juni-2021/ Thu, 17 Jun 2021 11:01:00 +0200 <![CDATA[Hohe Zustimmung für Hamas nach Gaza-Eskalation]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/16/hohe-zustimmung-fuer-hamas-nach-gaza-eskalation/ Die Hamas ist aus der Gaza-Eskalation gestärkt hervorgegangen. Der Meinungsforscher Chalil Schikaki stellte jüngst fest, dass 53 Prozent der Palästinenser denken, die Islamisten verdienten es am meisten, das palästinensische Volk zu vertreten. Nur 14 Prozent sagen das über die Fatah. Bei einer Präsidentschaftswahl erhielte Mahmud Abbas derzeit nur 27, Hamas-Chef Ismail Hanije 59 Prozent. Schikaki spricht von einer „dramatisch“ zunehmenden Unterstützung, verweist aber auch darauf, dass dies nach früheren Konfrontationen ähnlich war. In einigen Monaten könnte die Zustimmung wieder zurückgehen.

Von: ser

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Wed, 16 Jun 2021 14:49:00 +0200
<![CDATA[Tel Aviv unter Top 50 des Globalen Bürgermeister-Wettbewerbs]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/06/16/tel-aviv-unter-top-50-des-globalen-buergermeister-wettbewerbs/ TEL AVIV (inn) – Tel Aviv hat es unter die Top 50 Städte des ersten Globalen Bürgermeister-Wettbewerbs (Global Mayors Challenge) geschafft. Ziel dieser Kampagne ist es, Städte weltweit in ihren Ideen zur Weiterentwicklung zu ermutigen und zu unterstützen. Ein Fokus liegt dabei auf dem Wiederbeleben der Städte in Zeiten einer Pandemie. Die Idee dazu stammt von der der US-Organisation „Bloomberg Philanthrophies“. Sie entstand auf Initiative des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Michael R. Bloomberg. Die 50 Finalisten zeigten, dass sie den Herausforderungen der Pandemie mit mutigen, innovativen und ambitionierten Ideen begegneten, erklärte Bloomberg.

Das Tel Aviver Projekt sieht vor, junge Menschen mehr in den Kultursektor miteinzubeziehen. In Zusammenarbeit mit den 13 größten Kulturinstitutionen möchte die Stadtverwaltung der jungen Generation die Chance bieten, sich in Theatern, Museen, Konzerthallen und vielen anderen Bereichen zu engagieren. Auch die „Tel-Aviv-Stiftung“ sitzt mit im Boot.

Siegesprämie und fachliche Unterstützung

Dieses Konzept soll die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Tel Aviver Kulturlandschaft sichern. Der Anteil der 18- bis 35-Jährigen in der Küstenmetropole liegt bei etwa 30 Prozent. „Ohne Kultur haben wir keine Nation, kein Land und auch keine Menschlichkeit. Wenn sich die junge Generation nicht engagiert, wird dies unwiderrufliche Konsequenzen für die Zukunft unserer Stadt haben.“, erklärte der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai (Die Israelis).

Von Juni bis Oktober geht der Wettbewerb nun in die finale Phase. Unterstützt von Experten der Bloomberg-Organisation sollen die Städte ihre Ideen und Konzepte weiter vorantreiben. An 15 der 50 Teilnehmer wird eine Siegesprämie von jeweils einer Million Dollar ausgezahlt. Zudem erhalten diese Städte weiterhin fachliche Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Projekte. Die Verkündung der Sieger ist für Anfang 2022 angesetzt.

Neben Tel Aviv sind auch Städte wie Paris, London oder Bilbao unter den Top 50. Aber auch außer-europäische Kandidaten wie Kapstadt oder Istanbul sind vertreten. Eine deutsche Stadt ist nicht dabei. Insgesamt hatten 631 Städte aus 99 Ländern an dem Wettbewerb teilgenommen. Voraussetzung dafür war eine Einwohnerzahl von mehr als 100.000 Menschen.

Von: val

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Wed, 16 Jun 2021 14:43:00 +0200
<![CDATA[Ehemaliger Außenstaatsminister zum US-Botschafter in Israel ernannt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/16/ehemaliger-aussenstaatsminister-zum-us-botschafter-in-israel-ernannt/ JERUSALEM / WASHINGTON (inn) – Der frühere Außenstaatsminister Thomas Nides soll neuer Botschafter der USA in Israel werden. Das gab das Weiße Haus am Dienstag bekannt. Demnach hat US-Präsident Joe Biden den 60-Jährigen für das Amt nominiert.

Thomas Nides ist stellvertretender Vorsitzender der US-Bank Morgan Stanley. Während der Präsidentschaft von Barack Obama (2009–2017) hatte Nides mehrere Regierungsposten inne. Er war zwischen 2010 und 2013 als Staatsminister für Management und Ressourcen im Außenministerium verantwortlich. Wie das Magazin „Stern“ berichtet, stemmte sich zu dieser Zeit der in einer jüdischen Familie geborene Nides gegen Versuche der Republikaner im US-Kongress, Hilfszahlungen für die Palästinenser zu stoppen.

Erdan gratuliert bereits

Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, gratulierte Nides am Dienstag zur Nominierung. Auf Twitter schrieb er: „Herzlichen Glückwunsch Thomas Nides. Ich freue mich darauf, die Beziehungen zwischen unseren Ländern zu fördern.“ Ziel müsse es sein, gemeinsam die Herausforderungen wie die Klima-Krise, Antisemitismus, den Umgang mit dem Iran und die Hamas anzugehen.

Bevor Nides sein Amt in Jerusalem antreten kann, muss er vom Senat bestätigt werden. Dort haben die Demokraten eine knappe Mehrheit. Seit März 2017 war David Friedman Botschafter in Israel.

Von: mas

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Wed, 16 Jun 2021 14:42:00 +0200
<![CDATA[Rivlin dankt Merkel für Israel-Unterstützung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/16/rivlin-dankt-merkel-fuer-israel-unterstuetzung/ In einem Online-Gespräch hat sich der scheidende Staatschef Reuven Rivlin am Dienstag von Angela Merkel verabschiedet. Dabei lobte er den beständigen Einsatz der Bundeskanzlerin für Israel. Sie habe sich stets um eine gute Beziehung nicht nur zwischen den Staaten bemüht, sondern auch um ein gutes Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis. Merkel drückte ihrerseits ihre Wertschätzung gegenüber dem Präsidenten aus und dankte ihm für die Vertiefung der deutsch-israelischen Beziehungen. Rivlin beendet seine Amtszeit am 9. Juli, ihm folgt Jitzchak Herzog.

Von: mad

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Wed, 16 Jun 2021 14:33:00 +0200
<![CDATA[Flaggenmarsch in Jerusalem, Ballon-Terror im Süden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/16/flaggenmarsch-in-jerusalem-ballon-terror-im-sueden/ JERUSALEM / GAZA (inn) – Terroristen aus dem Gazastreifen haben am Dienstag zahlreiche Feuerballons über die Grenze nach Israel geschickt. Dort lösten sie laut örtlichen Zählungen mehr als 20 Brände aus. Zudem kam es über einem Kibbutz zu einer Explosion. Medienberichten zufolge flohen mehrere Kinder von einem Spielplatz in einen nahegelegenen Schutzraum. Seit dem 21. Mai soll eigentlich eine Waffenruhe zwischen Israel und den Terrorgruppen in Gaza herrschen.

Für die Menschen im Süden sind die Ballons seit 2018 zu einer fast alltäglichen Bedrohung geworden. Anders als Raketen kommen sie ohne Vorwarnung und können vor allem für Kinder gefährlich werden, die glauben, dass es sich um normale Luftballons handelt. Darüberhinaus haben sie in der Vergangenheit viele Hektar Land verbrannt und dabei nicht zuletzt schwere finanzielle Schäden bei Landwirten verursacht.

Israel reagierte auf die Angriffe in der Nacht auf Mittwoch mit Luftschlägen gegen Ziele im Gazastreifen. Diese hätten als Treffpunkte für Hamas-Terroristen gedient, teilte die Armee via Twitter mit. Solche Militäroperationen kommen immer wieder vor und sind kein Hinweis auf eine erneute größere Eskalation nach dem massiven Raketenbeschuss im vergangenen Monat. Gleichwohl war es der erste israelische Militärschlag seit Einstellung der Kämpfe am 21. Mai.

Tänze vor dem Damaskustor

Die aktuellen palästinensischen Angriffe sind im Kontext des Flaggenmarsches zu sehen, der ebenfalls am Dienstag in Jerusalem stattfand. Die Hamas hatte im Vorfeld gedroht, mit Gewalt auf den Zug durch die Altstadt zu reagieren. Dass die Armee am Dienstag einige Batterien des Raketenabwehrsystems Eiserne Kuppel in Stellung brachte und zudem Flüge zum Tel Aviver Ben-Gurion-Flughafen auf eine nördliche Route umleitete, verbucht die Organisation als ihren Erfolg.

Eigentlich hatte der Marsch bereits Anfang Mai stattfinden sollen, wurde damals aber offiziell abgebrochen, wenngleich er bereits in vollem Gang war. Es war der Tag, an dem Terroristen mehrere Raketen auf Jerusalem abfeuerten. Wie vor einem Monat verbot die Polizei den Demonstranten auch dieses Mal, geschlossen durch das sogenannte Damaskustor und damit durch das muslimische Viertel zu ziehen. Die Teilnehmer durften sich aber vor dem Tor versammeln und dort tanzen und singen.

Kritiker sehen darin eine Provokation der Palästinenser. Israel betont hingegen die Demonstrationsfreiheit in der Stadt, die nach israelischem Recht Hauptstadt des Landes ist. An dem Zug nehmen vor allem Jugendliche teil, doch auch konservative und orthodox-rechte Politiker sind immer wieder präsent. Am Dienstag war auch der rechtsradikale Knessetabgeordnete Itamar Ben-Gvir (Otzma Jehudit) vor Ort.

Test für neue Regierung

Scharfe Reaktionen lösten Videos aus, auf denen zu sehen und zu hören ist, wie zahlreiche Teilnehmer „Mavet LaAravim“, also „Tod den Arabern!“ skandieren. Der Alternierende Premierminister Jair Lapid (Jesch Atid) nannte diese Jugendlichen „eine Schande für das Volk“ und sprach von einem „abscheulichen und unverzeihlichen“ Vorgang. Einige Teilnehmer nutzten den Marsch auch, um ihrem Unmut über die neue Einheitsregierung von Premierminister Naftali Bennett (Jamina) Ausdruck zu verleihen: auf Plakaten wurde der rechtskonservative Politiker als „Lügner“ bezeichnet.

Viele Medien hatten das Ereignis im Vorfeld zu einem ersten Test für die neue Regierung erklärt. Dahinter stand die Spekulation, nun könnten bereits die ersten Meinungsverschiedenheiten offen ausbrechen. Tatsächlich beurteilten die verschiedenen Parteien den Flaggenmarsch sehr unterschiedlich. Während Lapid dessen Genehmigung rechtfertigte, erklärte der Chef der an der Koalition beteiligten islamistischen Ra'am-Partei, Mansur Abbas, der Sicherheitsminister hätte den Zug verbieten sollen, da es sich um eine „hemmungslose Provokation“ handle.

Zu wirklichen Diskussionen zwischen den neuen Koalitionären kam es aber zumindest in der Öffentlichkeit nicht. Regierungschef Bennett selbst verlor zum Flaggenmarsch überhaupt kein Wort.

Von: ser

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Wed, 16 Jun 2021 14:21:00 +0200
<![CDATA[EU kritisiert Todesurteile in Gaza]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/16/eu-kritisiert-todesurteile-in-gaza/ Die Missionen der Europäischen Union in Jerusalem und Ramallah haben zwei Todesurteile der Hamas-Behörden im Gazastreifen kritisiert. Diese wurden am 7. und 13. Juni verhängt. Damit erhöhte sich die Anzahl seit Jahresbeginn auf sechs. In der EU-Erklärung heißt es, sie lehne die Todesstrafe unter jeglichen Umständen ab. Denn diese sei grausam und unmenschlich. Außerdem diene sie nicht der Abschreckung vor Kriminalität. Die Gesandtschaften forderten die Behörden in Gaza auf, sich einem Moratorium der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zur Aufhebung der Todesstrafe anzuschließen.

Von: eh

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Wed, 16 Jun 2021 11:19:00 +0200
<![CDATA[Innovationsbehörde: Gute Phase für Hightech-Industrie]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/06/16/innovationsbehoerde-gute-phase-fuer-hightech-industrie/ Die israelische Hightech-Industrie befindet sich in einem guten Zustand. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Regierungsbehörde für Innovationen hervor. So seien die Investitionen in diesen Sektor auch im Krisenjahr 2020 weiter gestiegen. Die Zahl der Neugründungen ist allerdings in den letzten Jahren zurückgegangen: Im Jahr 2020 gab es 520 Neugründungen, im Jahr 2014 waren es noch 1.400. Die Behörde deutet dies als Marktreifung: Es gibt mehr etablierte Unternehmen und weniger Übernahmen.

Von: df

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Wed, 16 Jun 2021 10:55:00 +0200
<![CDATA[Knesset erinnert an „Operation Salomo“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/16/knesset-erinnert-an-operation-salomo/ Die Knesset hat am Dienstag an die „Operation Salomo“ vor 30 Jahren erinnert. Im Mai 1991 hatten israelische Flugzeuge binnen 36 Stunden 14.325 äthiopische Juden aus Addis Abeba nach Israel gebracht. Die Militäroperation hatte die israelische Regierung aufgrund der politisch instabilen Lage in Äthiopien veranlasst. Die Initiative für die Gedenkfeier kam vom Likud-Abgeordneten Gadi Jevarkan. Er wanderte 1991 als Neunjähriger von Äthiopien nach Israel ein.

Von: eh

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Wed, 16 Jun 2021 10:54:00 +0200
<![CDATA[Angriff mit Motorradhelm gilt als Terroranschlag]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/15/angriff-mit-motorradhelm-gilt-als-terroranschlag/ JAFFA (inn) – Die Polizei hat einen Angriff auf einen Juden in Jaffa als Terroranschlag anerkannt. Ein Araber hatte ihn Anfang Mai mit einem Motorradhelm geschlagen und verletzt.

Der Angriff ereignete sich noch vor Beginn der Operation „Wächter der Mauern“. Laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ war der Jude in Jaffa auf dem Weg zum Strand und wollte sich umziehen. Der Araber ging mit dem Helm auf ihn zu und zischte ihn an: „Was stehst du neben einer Moschee herum?“ Daraufhin schlug er ihm ins Gesicht, er traf auch andere Körperteile. Dem Opfer und einem Freund gelang es, den Angreifer zu fotografieren, bevor dieser das Weite suchte.

Der Jude musste wegen seiner Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Bis heute hat er Schmerzen. Die Polizei wertet den Angriff als Terroranschlag mit nationalistischem Hintergrund. Damit hat das Opfer Anspruch auf staatliche Zuwendungen.

Vater und Sohn angegriffen

Fünf Tage nach dem Vorfall bedrängte der Motorradfahrer einen Juden und dessen Sohn, die mit einem Auto unterwegs waren. Er versperrte ihnen den Weg und stieß den Vater mit seinem Helm. Freunde des Angreifers kamen dazu. Sie besprühten die beiden Juden und deren Hunde mit Pfefferspray. Auch der Satz „Ihr seid Juden, euer Platz ist nicht hier“ war zu hören. Anschließend verschwanden die Angreifer. Möglicherweise wird auch dieser Fall als Terroranschlag eingestuft.

Von: eh

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Tue, 15 Jun 2021 13:55:00 +0200
<![CDATA[Israelische Stiftung bei UN-Sitzung für Behindertenrechte]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/15/israelische-stiftung-bei-un-sitzung-fuer-behindertenrechte/ NEW YORK (inn) – Die israelische Athena-Stiftung wird am Freitag eine Randveranstaltung bei der 14. UN-Sitzung für Behindertenrechte leiten. An der Sitzung nehmen etwa 180 Länder teil, die der UN-Behindertenrechtskonvention (CRPD) zugestimmt haben; sie beginnt am Dienstag. Die Athena-Stiftung ist auf Unterstützung von Lehrern durch technische Hilfsmittel spezialisiert. Sie hat zudem den Status eines Sonderberaters beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).

Die Randveranstaltung hat, wie auch die Hauptsitzung, unter anderem die Coronavirus-Pandemie zum Thema. Die Athena-Stiftung will Erfahrungen weitergeben, wie digitale Hilfsmittel den Sonderpädagogen während der Pandemie helfen. Zu Wort kommt unter anderen die israelische Schauspielerin Noa Tischbi, die auch in anderen Bereichen politisch bei den UN aktiv ist. Zum Sprecherkreis gehören außerdem Vertreter der Eltern, der Lehrer und der Wissenschaft.

Die Athena-Stiftung wurde 2006 gegründet und hat seither mehrere Initiativen für die technologische Ausrüstung von Lehrern auf den Weg gebracht. Im Jahr 2015 startete sie eine Initiative für die Verwendung von iPads in der Sonderpädagogik. Mithilfe dieser kostenlos zur Verfügung gestellten Geräte konnten etwa Autisten besser – oder überhaupt zum ersten Mal – mit ihrer Umwelt sprachlich kommunizieren.

Von: df

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Tue, 15 Jun 2021 13:21:00 +0200
<![CDATA[Frauen dürfen allein leben und reisen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/15/frauen-duerfen-allein-leben-und-reisen/ Saudi-Arabien hat unverheirateten Frauen das Recht auf ein eigenständiges Leben zuerkannt. Sie sind nun nicht mehr abhängig von einem männlichen Vormund und können ohne dessen Erlaubnis verreisen. Zuvor galt, dass eigenständig lebende oder ohne Einwilligung abwesende Frauen von ihren Familien angezeigt werden konnten. Für Saudi-Arabien ist das ein Meilenstein in der Geschichte der Frauenrechte. Das Land gilt als besonders rückständig – erst 2011 wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt, seit 2018 dürfen sie Auto fahren.

Von: mad

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Tue, 15 Jun 2021 13:14:00 +0200
<![CDATA[Keine Maskenpflicht mehr in Innenräumen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/15/keine-maskenpflicht-mehr-in-innenraeumen/ Ab dem heutigen Dienstag ist die Maskenpflicht auch in Innenräumen aufgehoben. Das gab das israelische Gesundheitsministerium bekannt. Ausnahmen bestehen für ungeimpfte Arbeiter oder Gäste, Flugreisende, Einzelpersonen, die auf dem Weg in die Quarantäne sind, sowie in Alten- und Pflegeheimen. Über eine Absetzung der Maskenpflicht in Schulen wird noch diskutiert. Seit dem 25. Mai liegt die Fallzahl der Schwererkrankten unter 50, aktuell bei 29. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle beläuft sich derzeit auf 221. Von Montag auf Dienstag wurden dem Gesundheitsministerium 25 Neuinfektionen gemeldet.

Von: val

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Tue, 15 Jun 2021 11:48:00 +0200
<![CDATA[Gründervater der israelischen Hightech-Industrie verstorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/06/15/gruendervater-der-israelischen-hightech-industrie-verstorben/ HAIFA (inn) – Sein ganzes Leben hat Usia Galil dem Unternehmertum in der Hightech-Industrie gewidmet. Mit seiner international agierenden Holding-Gesellschaft gab er den entscheidenden Anstoß für die Entwicklung vieler israelischer Unternehmen. Am 9. Juni ist Galil im Alter von 96 Jahren verstorben.

Geboren wird Usia Galil 1925 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Im Alter von 16 Jahren muss er jedoch fliehen. Kurz zuvor, im November 1940, war Rumänien dem Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan beigetreten. Die Beziehung zum nationalistischen Deutschland ist besonders eng. Unter der Führung von Ion Antonescu wird das Land ab 1941 dann endgültig zu einer Militärdiktatur umgebaut, in der auch die Ermordung und Vertreibung von Juden zur Agenda gehört.

Flucht nach Israel

Über Istanbul, Aleppo und Beirut gelangt Galil schließlich in das Mandatsgebiet Palästina. Dort macht er 1947 seinen Abschluss in Elektrotechnik an der Technischen Universität in Haifa (Technion). Ab 1948 ist er dann für die israelische Marine tätig, wird dort sogar zum Leiter der elektronischen Forschung. Mittels finanzieller Unterstützung durch die Marine wird ihm ein Studium in den USA ermöglicht. 1953 macht er an der Purdue Universität in West Lafayette (Indiana) seinen Master – ebenfalls in Elektrotechnik. Ebenso ein Absolvent dieser Universität ist der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong (1930–2012).

Ein Jahr nach seinem Abschluss kehrt Galil nach Israel zurück. Mit der Hilfe von Dan Tolkowsky, einem Offizier der israelischen Luftwaffe, gründet er 1962 die Holding-Gesellschaft „Eltron Electronic Industries“. Schwerpunkte werden unter anderem die Bereiche Telekommunikation, Medizintechnik sowie und Luft- und Raumfahrt.

Mitgründer von „Elbit Systems“

Im Jahr 1966 gründet Galil in Zusammenarbeit mit dem israelischen Verteidigungsministerium das Unternehmen „Elbit Computer“. Später wird daraus „Elbit Systems“, heute einer der größten Rüstungskonzerne Israels. Weitere millionenschwere Firmen wie das Elektronikunternehmen „Orbotech“ und das Medizintechnikunternehmen „Given Imaging“ folgen.

Insgesamt baut Galils Holding-Gesellschaft über 30 Firmen und Start-ups mit auf. Bis 1999 ist er selbst Geschäftsführer. Im Anschluss an seine Zeit bei „Eltron“ gründet er das Unternehmen „Usia Initiatives and Management“, das sich auf die Förderung von Jungunternehmern spezialisiert.

Träger des Israel-Preises

Für seine Verdienste wird Usia Galil mehrfach ausgezeichnet. 1997 ehrt ihn das Land mit seiner höchsten Kultur-Auszeichnung, dem Israel-Preis. Zudem erhält Galil Ehrendoktortitel an mehreren Universitäten, darunter auch das Weizmann-Institut für Wissenschaft in Rechovot und die Polytechnische Universität in New York.

Bei einer Rede, die er 2016 an seiner ehemaligen Universität in den USA hält, erklärte er, was ihn antreibt: „Ich bin immer interessiert an den Dingen, die wir tun können und vor allem an denen, die wir tun sollten, aber nicht immer tun.“ Sein Leben in Israel habe ihn zudem gelehrt, sich immer zu fragen, was man anders machen und welcher entscheidende Vorteil sich daraus ergeben könne.

Als Reaktion auf seinen Tod erklärte „Eltron“: „Er war ein Menschenfreund, der mit der Jugend verbunden war und alles mit Bescheidenheit und Menschlichkeit tat – eine Art, die heute nur noch selten zu finden ist.“ Mit seinen Visionen sei er seiner Zeit immer voraus gewesen. Sein Tod bedeute sowohl für Israel als auch für „Eltron“ im Besonderen einen traurigen Tag, hieß es weiter. Die Technion-Universität in Haifa würdigte ihn mit einem Video auf YouTube.

Von: val

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Tue, 15 Jun 2021 11:09:00 +0200
<![CDATA[EU-Abgeordnete fordern Untersuchung von UNRWA-Schulbüchern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/15/eu-abgeordnete-fordern-untersuchung-von-unrwa-schulbuechern/ Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten des EU-Parlamentes hat eine Untersuchung von Lehrmaterial des UN-Hilfswerkes für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) gefordert. Am Montag wandten sich die 26 Politiker in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In UNRWA-Schulen verwendete Lehrbücher riefen zu Gewalt auf und lehnten Frieden ab, heißt es darin. Zudem dämonisierten sie sowohl Israel als auch die Juden. Die EP-Abgeordneten prangerten die Verwendung von EU-Steuergeldern für solch hasserfülltes Schulmaterial an.

Von: eh

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Tue, 15 Jun 2021 10:55:00 +0200
<![CDATA[Juden in den USA und in Israel wissen wenig voneinander]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/15/juden-in-den-usa-und-in-israel-wissen-wenig-voneinander/ Juden in den USA und in Israel kennen einander kaum, sind aber einander zugeneigt. Das hat eine am Montag veröffentlichte Studie der Organisation „Amerikanisch-Jüdisches Komitee“ (AJC) ergeben. 61 Prozent der amerikanischen Juden gaben demnach an, über Israel keine bis wenig Kenntnis zu haben. Dennoch sagten 60 Prozent, Verbundenheit mit Israel gehöre zu ihrer Identität. 69 Prozent der Juden in Israel gaben an, ihr Bildungsstand bezüglich des Diaspora-Judentums sei „bei Null“ oder nicht umfassend. Drei Viertel sagten, eine starke Diaspora sei wichtig für die Zukunft des jüdischen Volkes.

Von: df

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Tue, 15 Jun 2021 10:51:00 +0200
<![CDATA[Der aktuelle Gaza-Konflikt und die deutsch-israelischen Beziehungen]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/06/15/der-aktuelle-gaza-konflikt-und-die-deutsch-israelischen-beziehungen/ Tue, 15 Jun 2021 08:25:00 +0200 <![CDATA[Hamas kritisiert Kongressabgeordnete Omar]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/14/hamas-kritisiert-kongressabgeordnete-omar/ GAZA (inn) – Die Hamas hat die demokratische Abgeordnete des US-Kongresses, Ilhan Omar, scharf kritisiert. Diese hatte die Terrorgruppe im Zusammenhang mit den USA, Israel und den Taliban genannt.

Am vergangenen Montag schrieb Omar auf Twitter über ein Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken: „Wir müssen das gleiche Niveau der Haftung und Gerechtigkeit für alle Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben. Wir haben unvorstellbare Gräueltaten gesehen, die von den USA, der Hamas, Israel, Afghanistan und den Taliban verübt wurden. Ich habe Außenminister Blinken gefragt, wo Menschen vor Gericht gestellt werden sollen.“

Als Erste kritisierten am Mittwoch jüdische Demokraten die Äußerung. Diese stütze Terroristen, warfen sie der Parteigenossin laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ vor.

Einen Tag später präzisierte Omar ihre Aussage, allerdings nicht auf Twitter: „Montag habe ich Außenminister Antony Blinken nach aktuellen Untersuchungen beim Internationalen Strafgerichtshof gefragt. Um es klarzumachen: im Gespräch ging es um bestimmte Vorfälle im Zusammenhang mit diesen IStGH-Fällen, nicht um einen moralischen Vergleich zwischen Hamas und den Taliban und den USA und Israel.“ Sie ergänzte: „Ich habe in keinster Weise Terror-Organisationen mit demokratischen Ländern mit gut ausgebauten Rechtssystemen gleichgestellt.“

Hamas: „Opfer mit Henker gleichgesetzt“

Die Hamas wiederum veröffentlichte am Freitag eine Stellungnahme, in der sie Omars Äußerungen als „sehr sonderbar“ bezeichnete: „Sie hat das Opfer mit dem Henker gleichgesetzt, als sie den Widerstand des palästinensischen Volkes, die israelischen Verbrechen in Palästina und die US-Aggression in Afghanistan als gleichwertig darstellte.“

Die Terrorgruppe verwies auf frühere Stellungnahmen der amerikanischen Politikerin mit somalischen Wurzeln und schrieb: „Die Hamas schätzt sehr Omars Haltungen, mit denen sie Gerechtigkeit und die Rechte der Unterdrückten in aller Welt unterstützt, vor allem anderen die gerechten Ansprüche des palästinensischen Volkes. Jedoch ist es inakzeptabel, einen solch unfairen Vergleich zu machen, der grundlegenden Normen von Gerechtigkeit und internationalem Recht widerspricht.“

Weiter heißt es in der Erklärung der Hamas, das palästinensische Volk lebe „seit mehr als sieben Jahrzehnten unter israelischer Besatzung“. „In dieser Zeit hat es unerträgliches Leid erfahren, und furchtbare Verbrechen wurden gegen es verübt. Die Palästinenser sind standhaft geblieben in ihrem Kampf um ihre Freiheit und Unabhängigkeit, habe jede mögliche Chance für einen gerechten Frieden angeboten und mehrere Zugeständnisse gemacht, um ihre Rechte durch friedliche Mittel im Kontext internationaler Legitimität zurückzuerlangen.“

Die „israelische Besatzung“ hingegen, von den jeweiligen US-Regierungen vollumfänglich unterstützt, habe sich geweigert, internationale Resolutionen einzuhalten. Sie habe ihre Aggression gegen das palästinensische Volk fortgesetzt. Dieses „hat das Recht, sich der israelischen Besatzung mit allen möglichen Mitteln entgegenzustellen, einschließlich des bewaffneten Widerstandes“, betonte die Hamas. Sie zitierte den „Anti-Apartheid-Revolutionär Nelson Mandela“: „Es ist immer der Unterdrücker, nicht der Unterdrückte, der die Art des Kampfes vorgibt.“

„Israel wies Initiativen der Hamas zurück“

Die Hamas hat nach eigener Aussage über die Jahre mehrere Initiativen angeboten, „um zivile Opfer zu vermeiden“. In dem Zusammenhang machte sie allerdings keine genauen Angaben, um welche Initiativen es sich handele. Sie merkte nur an, die erste sei von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin ausgegangen, die letzte vom Hamas-Führer in Gaza, Jahja Sinwar, während „der letzten israelischen Aggression gegen Gaza“. „Alle diese Vorschläge wurden von der israelischen Besatzung zurückgewiesen, die absichtlich auf Zivilisten und zivile Infrastruktur zielte, zuletzt beim elftägigen Ansturm auf Gaza.“

Zum Abschluss äußerte die Terrorgruppe die Hoffnung, dass Omar „und alle Verteidiger palästinensischer Rechte“ sich bemühten, eine „saubere und genaue Beschreibung der Situation“ zu liefern. Dies sei unabdingbar für eine faire Lösung der palästinensischen Probleme.

Von: eh

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Mon, 14 Jun 2021 14:58:00 +0200
<![CDATA[Haley: Israelis verdienen es, in ihren Häusern sicher zu sein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/14/haley-israelis-verdienen-es-in-ihren-haeusern-sicher-zu-sein/ Die ehemalige amerikanische Botschafterin für die Vereinten Nationen Nikki Haley hat am Wochenende bei einer Israelreise ihre Solidarität für das Land zum Ausdruck gebracht. Im Rahmen der evangelikalen Organisation „Christians United for Israel“ (Christen vereint für Israel) besuchte sie in Südisrael Betroffene von den jüngsten Raketenangriffen der Hamas. „Die Israelis verdienen, in ihren Häusern sicher zu sein“, sagte die US-Politikerin. Israel habe sich nur selbst verteidigt, während die Hamas gezielt Zivilisten angegriffen habe. Sie forderte, dass die Welt gemeinsam gegen Terrorgruppen vorgehe.

Von: mad

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Mon, 14 Jun 2021 14:27:00 +0200
<![CDATA[Bennett ist neuer Regierungschef Israels]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/14/bennett-ist-neuer-regierungschef-israels/ JERUSALEM (inn) – Der Chef der Partei Jamina, Naftali Bennett, ist der neue Regierungschef Israels. Die Knesset stimmte am Sonntagabend mit einer hauchdünnen Mehrheit von 60 zu 59 Stimmen – bei einer Enthaltung – für die neue Regierung mit acht Koalitionspartnern. Im Anschluss wurden die Minister vereidigt. Laut einem Rotationsabkommen übernimmt der Parteichef von Jesch Atid, Jair Lapid, nach zwei Jahren das Amt des Regierungschefs von Bennett.

In seiner Rede vor der Wahl dankte Bennett zunächst Benjamin Netanjahu für dessen „umfangreiche Errungenschaften“: „Als Premierminister stärkten Sie Israels politische und wirtschaftliche Kraft und seine Sicherheit.“ Doch nun stehe ein Generationenwechsel an; jede Generation müsse für sich die Herausforderungen angehen, die sich ihr stellten.

Bennetts Rede wurde mehrfach durch Geschrei aus den Reihen der Abgeordneten unterbrochen. Knessetsprecher Jariv Levin (Likud) verwies mehrere Politiker ihrer Plätze. Bennett deutete die Störgeräusche als Ausdruck für die Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft und stellte sie in einen historischen Kontext: Zweimal in der Geschichte habe Israel wegen interner Streitigkeiten seiner Führer seine Heimat verloren. Dies dürfe sich nicht wiederholen. „Ich bin stolz darauf, mich mit Menschen unterschiedlicher Meinungen zusammensetzen zu können.“

Netanjahu: Wir kommen wieder

Jesch-Atid-Chef Lapid gab sich mit Blick auf Netanjahu weniger versöhnlich: „Ich werde nicht die geplante Rede halten. Es gibt nur einen Grund, weshalb ich hier stehe: Ich möchte meine Mutter um Verzeihung bitten. Als sie zur Welt kam, gab es noch keinen Staat Israel, wir hatten kein Parlament. Ich wollte, dass sie stolz ist auf die israelischen demokratischen Abläufe. Stattdessen schämt sie sich für Sie, wie alle anderen israelischen Staatsbürger. Sie weiß auch, warum es Zeit ist, Sie zu ersetzen.“

Netanjahu erklärte in seiner Rede vor dem Votum, er wolle seine „Lebensaufgabe“ fortsetzen: Für die Sicherheit und den Wohlstand Israels zu sorgen. Die neue Regierung ist aus seiner Sicht schwach und der Iran werde das zu nutzen wissen. Zugleich gab sich Netajahu kämpferisch mit einer „Botschaft für die, die sich in Teheran, bei der Hisbollah und bei der Hamas freuen“: „Die Opposition in Israel wird eine laute und klare Stimme haben. Es gibt eine weitere Botschaft: Wir werden bald zurück sein.“ Für den letzten Satz griff er auf die englische Sprache zurück.

Feierlichkeiten und Gebete

Auf den Straßen Israels zeigten viele Menschen Freude über die neue Regierung, andere bekundeten ihren Widerwillen. Besonders in Tel Aviv feierten viele Menschen auf den Straßen. In Jerusalem kamen Hunderte an der Klagemauer zu einer Gebetsveranstaltung gegen die neue Regierung zusammen.

Indes erreichte Bennett bereits eine Reihe von Glückwünschen aus dem Ausland. Unter anderen gratulierten Deutschland, Indien, Großbritannien, Russland, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate zur Regierungsbildung. Alle Staats- und Regierungschefs bekundeten dabei ihren Willen, die Zusammenarbeit mit Israel zu stärken.

Der palästinensische Premier Mohammed Schtajje (Fatah) begrüßte am Montag vor der Kabinettssitzung den Machtwechsel in Israel. Mit Netanjahus Abgang ende einer der „schlimmsten Abschnitte“ in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Die neue Regierung sieht sich jedoch auf einem schwierigen Weg. Der neue Justizminister Gideon Sa'ar (Neue Hoffnung) gestand zu, es werde schwer sein, auf Kurs zu bleiben. Es werde nicht leicht sein, Mehrheiten zu erhalten.

Am Montag kamen die 27 Mitglieder des neuen Kabinetts zum traditionellen Photo mit dem scheidenden Staatspräsident Reuven Rivlin in die Präsidentenresidenz. Die Regierung besteht aus 19 Männern und 8 Frauen. Der Chef der arabischen Partei Ra'am, Mansur Abbas, wird stellvertretender Minister für arabische Angelegenheiten im Regierungsamt.

  • Naftali Bennett (Jamina): Regierungschef

  • Jair Lapid (Jesch Atid): Außenminister und Ersatzpremier

  • Benny Gantz (Blau-Weiß): Verteidigungsminister und stellvertretender Premier

  • Gideon Sa'ar (Neue Hoffnung): Justizminister und stellvertretender Premier

  • Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu): Finanzminister

  • Orna Bibavai (Jesch Atid): Wirtschaftsministerin

  • Elasar Stern (Jesch Atid): Geheimdienstminister

  • Karine Elharrar (Jesch Atid): Energieministerin

  • Meirav Cohen (Jesch Atid): Ministerin für soziale Gleichheit

  • Meir Cohen (Jesch Atid): Sozialminister

  • Joel Rasvosov (Jesch Atid): Tourismusminister

  • Pnina Tamano-Schata (Blau-Weiß): Einwanderungsministerin

  • Chili Tropper (Blau-Weiß): Kultur- und Sportminister

  • Orit Farkasch-HaCohen (Blau-Weiß): Wissenschaftsministerin

  • Joas Hendel (Neue Hoffnung): Kommunikationsminister

  • Jifat Schascha-Biton (Neue Hoffnung): Bildungsministerin

  • Se'ev Elkin (Neue Hoffnung): Bauminister und Jerusalem-Minister

  • Matan Kahana (Jamina): Religionsminister

  • Nir Orbach (Jamina): Siedlungsminister

  • Ajelet Schaked (Jamina): Innenministerin

  • Issawi Fredsch (Meretz): Minister für regionale Zusammenarbeit

  • Nitzan Horowitz (Meretz): Gesundheitsminister

  • Merav Michaeli (Meretz): Verkehrsministerin

  • Tamar Sandberg (Meretz): Umweltministerin

  • Omer Bar-Lev (Avoda): Minister für öffentliche Sicherheit

  • Nachman Schai (Avoda): Diasporaminister

  • Oded Forer (Israel Beiteinu): Landwirtschaftsminister

Von: df

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Mon, 14 Jun 2021 12:41:00 +0200
<![CDATA[Israelin Aschram gewinnt einmal Gold und zweimal Silber]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/06/14/israelin-aschram-gewinnt-einmal-gold-und-zweimal-silber/ Bei den diesjährigen Europameisterschaften der Rhythmischen Gymnastik hat die Israelin Linoy Aschram insgesamt drei Medaillen gewonnen. Im Wettbewerb mit den Keulen siegte die 22-Jährige vor der Russin Dina Awerina. Die Silber-Medaillen gewann Aschram mit Ball und Reifen. Gold ging in beiden Fällen an Awerina. Präsident Reuven Rivlin gratulierte der Gymnastin per Twitter und wünschte viel Erfolg für die Olympischen Spiele. Auch im Team war Israel während der Wettkämpfe im bulgarischen Warna erfolgreich: Ein Sieg konnte unter anderem in der Kombination von Reifen und Bändern verbucht werden.

Von: val

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Mon, 14 Jun 2021 12:30:00 +0200
<![CDATA[Hanije-Berater neuer Premierminister in Gaza]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/14/hanije-berater-neuer-premierminister-in-gaza/ In Gaza hat am Sonntag ein neuer Premierminister sein Amt angetreten. Das teilte die Hamas mit. Demnach übernahm Issam al-Da’alis den Posten von Mohammed Awad, der nach zwei Jahren zurückgetreten war. Al-Da’alis wurde vor kurzem ins Politbüro der Terrorgruppe gewählt. Zudem war er Berater von Hamas-Führer Ismail Hanije, der in Katar lebt. Er wurde 2007 nach dem Putsch erster Premierminister in Gaza. Auf Druck vom Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, wurde die Regierung in Gaza 2017 offiziell aufgelöst – als Beitrag für eine innerpalästinensische Versöhnung.

Von: eh

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Mon, 14 Jun 2021 10:46:00 +0200
<![CDATA[Präsidentschaftswahl im Iran]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/06/14/praesidentschaftswahl-im-iran/ Freie Wahlen hat der Iran nie erlebt, denn auch vor der Islamischen Revolution 1979 wurde das Land autoritär regiert – von der Dynastie der Pahlavi. Am 18. Juni werden alle iranischen Staatsbürger ab 18 Jahren zu den Wahlurnen gebeten. Doch die Politikverdrossenheit ist groß. Bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr lag die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent.

Das politische System des Iran: Staat und Religion sind eins

Ein Grundsatz der iranischen Verfassung ist, dass Staat und Religion eine Einheit bilden müssen. Es gibt somit keinerlei Trennung von politischen und klerikalen Kräften und auch keine Gewaltenteilung. Staatsreligion ist die Zwölfer-Schia, die größte Denomination im schiitischen Islam. Der Iran versteht sich als Schutzmacht der Schiiten weltweit, im Gegensatz zu den Sunniten, für die sich Saudi-Arabien verantwortlich fühlt.

Die Spaltung des Islam in diese beiden Gruppen geht auf Nachfolgestreitigkeiten nach dem Tod des islamischen Propheten Mohammed zurück. Die Zwölfer-Schiiten glauben an elf Imame, die Mohammeds rechtmäßige Nachfolger waren. Danach endet die Linie plötzlich. Die Lehre besagt, dass der elfte Imam einen kleinen Sohn gehabt habe, der zu seinem eigenen Schutz von Allah entrückt worden sei und auf seine Wiederkunft vorbereitet werde. Irgendwann am Ende der Zeit werde er dann – zusammen mit Jesus von Nazareth – einem ausgetrockneten Brunnen in Ghom entsteigen und seine Herrschaft antreten. Die Stadt liegt südwestlich von Teheran.

Die iranische Regierung ist in ihrem Selbstverständnis nur eine Übergangsregierung und ein Platzhalter für diesen zwölften Imam, den sogenannten „Mahdi“. Rund um den Brunnen wurde eine riesige Moschee errichtet, die gleichzeitig eine Pilgerstätte für die Schiiten und eine Empfangshalle für den Mahdi ist.

Herrschaft des Mahdi vorbereiten

Neben Machterhalt, Korruption, Gewaltherrschaft, Konkurrenzkämpfen mit den Sunniten und der Zerstörung Israels ist das vorrangige Ziel der iranischen Regierung, die Herrschaft des Mahdi vorzubereiten. Insofern ist der Iran eine Theokratie. Die Regierungsgewalt geht nicht vom Volk aus, sondern indirekt von Allah. Das politische System hierfür hat Ajatollah Ruhollah Chomeini im irakischen Exil ausgearbeitet. Alle Fäden der Macht im Iran nach der Revolution sollten in seinen Händen als oberstem geistlichen Rechtsgelehrten zusammenlaufen.

So kam es dann auch. Chomeini wurde Revolutionsführer, Religionsführer, Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Iran. Sein Nachfolger in diesen Ämtern wurde 1989 Ajatollah Ali Chamenei. Er ist es bis heute. Im Iran kann niemand gewählt werden und es können auch keine Beschlüsse gefasst werden, mit denen Chamenei nicht einverstanden ist. Theoretisch gibt es Instanzen, die ihn absetzen könnten. Aber diese Gremien werden vom Revolutionsführer selbst eingesetzt.

Die Parteienlandschaft des Iran besteht aus Gruppen, dienicht mit etablierten Parteien in der westlichen Welt vergleichbar sind. Sie haben weder ein Programm noch eine einheitliche Organisationsform, keinen Wahlkampf und keine Bekanntheit beim Wahlvolk. Es sind Gruppen, die häufig erst nach einer Wahl entstanden sind. Den Grundstamm bilden die Mitglieder des Kabinetts eines gewählten Präsidenten, die nach dessen Amtszeit seine politische Linie weiterverfolgen. Bei der nächsten Wahl unterstützen sie dann wieder einen Kandidaten, der aber nicht aus ihren eigenen Reihen kommen muss.

Bei den Kandidaten wird unterschieden zwischen Hardlinern und Reformern, wobei es irreführend ist, wenn die Begriffe so in die westliche Hemisphäre übertragen werden. Man kann sagen, dass Reformer Kandidaten sind, die die exakt gleichen Ziele mit geringfügig anderen Mitteln und einem freundlicheren Gesicht verfolgen. Der amtierende Präsident Hassan Rohani gilt im Westen nach wie vor als „moderat“, obwohl vieles an seiner Politik so manchen Hardliner in den Schatten stellt. Als Beispiel sei die Anzahl von Hinrichtungen genannt, die unter seiner Regierung noch gestiegen ist.

Eingeschränkte Wahlfreiheit von Anfang an

Für die anstehende Wahl haben sich rund 600 Personen zu einer Kandidatur entschlossen. 50 von ihnen waren Frauen. Es obliegt dem sogenannten Wächterrat im Iran, die Kandidaten auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Sie müssen völlig auf Regierungslinie und vorbildliche Muslime sein. Eine Frau hat keine Chance. In der Regel hatten die Kandidaten auch vorher schon hohe Posten im Staat und oft sogar bei den iranischen Revolutionsgarden inne. Ganze sieben Kandidaten von den 600 haben vor dem Wächterrat bestanden. Manche von ihnen tun sich durch auffällige Gebetsflecken an der Stirn hervor, die entstehen, wenn ein Muslim beim Gebet seinen Kopf besonders hart in einen möglichst rauen Boden rammt oder mit Schmirgelpapier und Farbe nachhilft.

Sowohl im Ausland als auch im Iran selbst hatten sich viele über den Ausschluss des einen oder anderen gewundert. Besonders gilt dies für die Kandidatur des früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und des Politikers Ali Laridschani, der als Favorit galt. Die Organisation „Stop the Bomb“ will eine iranische Atombombe verhindern. Sie stellt fest, dass Laridschani ein Befürworter der Atomdeals sei, während die verbliebenen Kandidaten „sich durch Gegnerschaft zum amtierenden Präsident Rohani und zum Nuklearabkommen profiliert“ hätten. In persischsprachigen Talkshows oppositioneller Medien (die sich alle im Ausland befinden) wurde außerdem vermutet, dass eine Präsidentschaft Laridschanis zu viel Macht in der Hand einer Familie bedeuten würde, da seine Brüder ebenfalls hohe Ämter bekleiden.

Es ist davon auszugehen, dass dem Wächterrat entweder egal ist, wer von den verbliebenen Kandidaten gewählt wird, oder Maßnahmen getroffen werden, um den Wunschkandidaten an die Macht zu bringen. Wie die Wahl 2009 gezeigt hat, schreckt das Regime nicht vor offensichtlicher Manipulation zurück. Allerdings hatte dies massive Proteste hervorgerufen, die als „Grüne Revolution“ in Erinnerung geblieben sind. In den sozialen Medien rufen die Iraner sich gegenseitig zum Wahlboykott auf. Es ist eine sehr geringe Wahlbeteiligung zu erwarten.

Eine Wahlpflicht besteht nicht im Iran. Trotzdem haben es ganze Berufszweige schwer, sich der Wahl zu entziehen. Denn die meisten Betriebe sind staatliche Einrichtungen, und eine Verweigerung der Stimmabgabe stellt die Loyalität gegenüber dem Staat infrage. Jede Stimmabgabe wird mit einem Stempel im Schnasnameh vermerkt, einer Art Familienbuch, das jeder Iraner besitzt und das auch als Geburts- und Heiratsurkunde fungiert. Somit ist einfach nachprüfbar, wer gewählt hat und wer nicht. Für viele könnte ein Wahlboykott zumindest am Arbeitsplatz Konsequenzen haben. Außerdem hat Ajatollah Chamenei im Staatsfernsehen als Reaktion auf die Aufrufe verkündigt, dass Wahlboykott eine „große Sünde“ sei, also eine Sünde, die Allah nicht vergeben könne. Es ist jedoch fraglich, ob sich auch nur ein einziger Nichtwähler von dieser Drohung abschrecken lässt.

International gesuchte Verbrecher als Präsidentschaftskandidaten

Als derzeitiger Favorit gilt Ibrahim Raisi, ein ultrakonservativer Politiker und Geistlicher. In vielen Staatsmedien wird er bereits als Gewinner gehandelt und es kam sogar schon zu Gratulationen. Bei der Bevölkerung hat er indes keine Sympathien. Raisi war maßgeblich beteiligt an der Hinrichtung tausender politischer Gefangener 1988 unter Chomeini. Wegen dieser und anderer Verbrechen steht er auf der Sanktionsliste der Europäischen Union und der USA. Würde er Präsident werden, wäre es interessant zu sehen, wie die EU und die Regierung von Joe Biden reagieren würden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Präsidentschaftskandidaten Mohsen Rezai. Er war während des Ersten Golfkriegs Führer der Revolutionsgarden und mitverantwortlich für den Tod tausender Kinder und Jugendlicher, die als „Minensucher“ an die Front geschickt wurden. Außerdem soll er 1994 der Hisbollah den Auftrag für den Anschlag auf eine Zentrale der jüdischen Gemeinde in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegeben haben, bei dem 85 Menschen starben. Interpol sucht ihn deswegen per internationalen Haftbefehl.

Während Demokraten sich fragen sollten, wie ernst ein Regime zu nehmen ist, das gleich mehrere international gesuchte Schwerverbrecher als Präsidentschaftskandidaten aufstellt, wird eben jener Rezai, der mutmaßliche Drahtzieher des schlimmsten Bombenattentats in Argentiniens Geschichte, bereits jetzt im Westen als „gemäßigter Konservativer“ gehandelt. Das verdankt er allein seiner „gemäßigten“ Rhetorik, wenn er zum Beispiel einräumt, dass der Holocaust durchaus stattgefunden haben könnte, oder in Erwägung zieht, Gespräche mit den USA zu führen. Die „Süddeutsche Zeitung“ führte 2009 unter dem Titel „Der Weg Ahmadinedschads führt in den Abgrund“ mit Rezai ein anheimelndes Interview, das sehr gut verdeutlicht, wie der Eindruck eines „Moderaten“ entstehen konnte: Auf seine Verbrechen wird zwar eingangs hingewiesen, aber sie erscheinen als Jugendsünden im Laufe eines Interviews, in dem er sich als umgänglicher Diplomat präsentieren durfte.

Wer auch immer am 18. Juni die „Wahl“ für sich entscheiden wird – eins ist sicher: Es wird keinen Einfluss auf die vorrangigen Ziele in der Innen- und Außenpolitik des Iran haben. Diese sind und bleiben der Export der Revolution, des schiitischen Islam und Terrors, die gewaltsame Unterdrückung jeglicher Opposition und der Kampf gegen Israel.

Die Präsidentschaftskandidaten im Überblick

Amir-Hossein Ghasisadeh

Front der Stabilität der Islamischen Revolution, extrem konservativ, gegründet 2012 um Ahmadinedschad; *1971, Sprecher seiner Partei

Abdolnaser Hemmati

Partei der Diener des Wiederaufbaus, gegründet 1996 um Rafsandschānī; *1956, War Zentralbankchef, hatte Vorsitz in staatlichen Medienanstalten, Banken und Versicherungen

Said Dschalili

Front der Stabilität der Islamischen Revolution; *1965, war Vorsitzender des Sicherheitsrates, Vize-Außenminister und Büroleiter Chameneis, außerdem Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen

Mohsen Mehralisadeh

Partei des Willens der iranischen Nation, Reformpartei gegründet 2001 um Chatami; *1956, war Vizepräsident unter Chatami, einziger Reformkandidat

Ibrahim Raisi

Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit, klerikal-konservativ, 1977 gegründet u.a. von Ali Chamenei und maßgeblich an der Revolution beteiligt; *1960, Geistlicher und ultrakonservativ. Wegen Menschenrechtsverletzungen auf der Sanktionsliste von EU und USA. Mitverantwortlich für Massenerschießungen 1988 unter Chomeini

Mohsen Rezai

Widerstandsfront des islamischen Iran, erzkonservativ, gegründet 2011; *1954, war Führer der iranischen Revolutionsgarde und Mitglied im Schlichtungsrat. Verantwortlich für Einsatz und Tod von Kindersoldaten und den Bombenanschlag auf eine jüdische Einrichtung in Buenos Aires 1994. Wird von Interpol per internationalen Haftbefehl gesucht.

Alireza Sakani

Vereinigung der Anhänger der Islamischen Revolution, gegründet 2008; *1965, besitzt zwei iranische Nachrichtenportale. Kandidierte schon 2013 und 2017, wurde aber beide Male vom Wächterrat disqualifiziert.

Von: Carmen Shamsianpur

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Mon, 14 Jun 2021 09:51:00 +0200
<![CDATA[Tausend Jahre altes Ei gefunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/06/11/tausend-jahre-altes-ei-gefunden/ JAVNE (inn) – Bei Ausgrabungen in Javne südlich von Tel Aviv haben Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde ein unversehrtes Hühnerei aus der Zeit vor rund 1.000 Jahren entdeckt. Das teilte die Behörde am Mitttwoch mit. Der Fund ist eine Seltenheit, da nur wenige antike Hühnereier in diesem guten Zustand vorliegen.

Der Ort der Entdeckung ist eine antike Senkgrube aus der islamischen Zeit. Bei der groß angelegten Ausgrabung unter der Leitung von Elie Haddad, Liat Nadav-Ziv und Jon Seligman haben die Forscher auch ein umfangreiches und vielfältiges Industriegebiet aus der byzantinischen Zeit freigelegt.

Archäologen staunen

„Eierschalenfragmente sind aus früheren Perioden bekannt, zum Beispiel in der Stadt David und in Caesarea und Apollonia“, sagt Lee Perry Gal von der Altertumsbehörde. Aber aufgrund der zerbrechlichen Schalen sind kaum ganze Hühnereier erhalten geblieben. Selbst auf globaler Ebene ist dies ein extrem seltener Fund“. Gal ist eine führende Expertin für Geflügel in der Antike. Sie erklärt weiter: „Bei archäologischen Ausgrabungen finden wir gelegentlich antike Straußeneier, die aufgrund ihrer dickeren Schale intakt geblieben sind.“

Die Grabungsleiterin Alla Nagorsky merkt an, dass selbst heute Eier in Supermarktkartons selten lange überleben. „Es ist erstaunlich, daran zu denken, dass dies ein tausend Jahre alter Fund ist. Der einzigartige Erhalt des Eies ist offensichtlich auf die Bedingungen zurückzuführen, unter denen es jahrhundertelang lag: Eingebettet in eine Senkgrube mit weichen menschlichen Ausscheidungen, die es konservierten.“

Religiöser Nahrungskodex

Die Geflügelzucht wurde vor 2.300 Jahren in Israel eingeführt, während der hellenistischen und frührömischen Periode. Für die islamische Periode – ab dem siebten Jahrhundert nach Christus – ist ein deutlicher Rückgang des Anteils an Schweineknochen bei Fundstellen in der Region zu verzeichnen. Das liegt am Verbot des Verzehrs von Schweinefleisch. „Die Familien brauchten einen Eiweißersatz, der nicht gekühlt und konserviert werden muss, und sie fanden ihn in Eiern und Hühnerfleisch“, erklärt Gal. „Leider hatte das Ei einen kleinen Riss im Boden, so dass der meiste Inhalt aus dem Ei ausgelaufen ist. Nur ein Teil des Dotters blieb übrig. Der wurde für eine spätere DNA-Analyse aufbewahrt.“

Trotz der extremen Vorsicht, mit der das Ei unter der erfahrenen Aufsicht eines Konservators freigelegt wurde, war die Schale des Eies gesprungen. Im Labor für organische Materialien der Altertumsbehörde versetzte der Konservator Ilan Naor das Ei wieder in den Zustand, in dem es gefunden wurde.

Wie das Ei in die Senkgrube gekommen ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Interessanterweise wurden aus der selben Grube noch weitere spannende Funde geborgen, darunter drei typische Knochenpuppen aus der islamischen Zeit, die vor rund 1.000 Jahren als Spielzeug verwendet wurden.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 11 Jun 2021 14:38:00 +0200
<![CDATA[Ex-Mossad-Chef gibt Einblicke in Geheimdienstarbeit]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/11/ex-mossad-chef-gibt-einblicke-in-geheimdienstarbeit/ JERUSALEM (inn) – In einem Fernsehinterview hat der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen, Einblicke in die Geheimdienstarbeit gegeben. In dem Gespräch sprach er über mehrere Mossad-Operationen im Iran. So beschrieb er detailliert, wie der Sprengstoff in die unterirdische Anlage in Natanz geschmuggelt wurde, bevor diese im April dieses Jahres bei einer Explosion beschädigt wurde.

Andeutungen machte er im Bezug auf iranische Atomwissenschaftler. So habe der Mossad den Wissenschaftler Mohsen Fachrisadeh jahrelang beobachtet und sei im November 2020 auch physisch in dessen Nähe gewesen. Im gleichen Monat wurde Fachrisadeh in der Nähe von Teheran getötet.

Auf die Frage, ob die Tötung von Feinden Israels richtig sei, antwortete Cohen: „Wenn eine Person eine Fähigkeit hat, die die Bürger Israels gefährdet, muss sie aufhören zu existieren.“ Allerdings sei es immer auch eine Option, die Person zu überzeugen, ihre Tätigkeit ruhen zu lassen. Im Gespräch mit „Kanal 12“ gab er ebenfalls Einblicke in die Mossad-Operation, bei der 2018 Unterlagen aus dem iranischen Atomarchiv entwendet wurden. Insgesamt seien bei dieser Operation 20 Agenten im Einsatz gewesen – keiner besaß einen israelischen Pass.

Signal an den Iran

Cohen erklärte, wie wichtig es war, die Beschaffung dieser Unterlagen der Welt zu präsentieren. Israel habe so mehrere Botschaften an das iranische Regime übermittelt: „Liebe Freunde, erstens, ihr wurdet infiltriert. Zweitens, wir beobachten euch. Drittens, die Zeit des Versteckens und der Lügen ist vorbei.“ Auf die Frage, was er nach dem Ausscheiden beim Mossad am meisten vermissen würde, antwortete Cohen: „Das Gefühl nach Abschluss einer erfolgreichen Mission“.

Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger Mossad-Chef so kurz nach dem Ende seiner Amtszeit ein derart ausführliches Interview gibt. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ vermutet, stand es dennoch unter der Kontrolle der Militärzensur. Deshalb habe Cohen oftmals im Gespräch nur Andeutungen gemacht oder sei nicht ins Detail gegangen.

Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst seit 2016. In dieser Zeit gab es immer wieder mysteriöse Brände und Explosionen in iranischen Atomanlagen, die Israel zugeschrieben wurden. Seit Juni ist der bisherige Stellvertreter David Barnea neuer Mossad-Chef. Nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Pause von drei Jahren dürfte Cohen sich für ein politisches Amt bewerben. Beobachter vermuten, dass er dann das Amt des Regierungschefs anstreben könnte. Im Interview sagte Cohen dazu nur, dass er im Moment nichts dergleichen plane. Allerdings könne er nichts ausschließen.

Von: mas

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Fri, 11 Jun 2021 14:32:00 +0200
<![CDATA[Hamas lobt Berichterstattung des katarischen Fernsehsenders „Al-Dschasira“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/11/hamas-lobt-berichterstattung-des-katarischen-fernsehsenders-al-dschasira/ Bei einem Besuch des „Al-Dschasira“-Büros im Gazastreifen haben Vertreter der Terrorgruppe Hamas die Berichterstattung des katarischen TV-Senders gelobt. Während der jüngsten Eskalation des Gaza-Konflikts habe sich der Sender für das „unterdrückte palästinensische Volk“ stark gemacht und damit ein „hohes Maß an Patriotismus“ bewiesen, erklärte der stellvertretende Hamas-Chef in Gaza, Chalil al-Haja. Gleichzeitig lobte Al-Haja auch die „hohe Professionalität“ des Senders. Aus diesem Anlass überreichten die Hamas-Vertreter den Journalisten am Donnerstag zudem eine Ehrenurkunde.

Von: val

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Fri, 11 Jun 2021 13:28:00 +0200
<![CDATA[McDonald's probiert es nochmal mit der Falafel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/06/11/mcdonalds-probiert-es-nochmal-mit-der-falafel/ Die Fastfood-Kette McDonald’s hat angekündigt, den McFalafel und den McKebab erneut in ihr Menü mitaufzunehmen – diesmal mit Pita-Brot. Bereits vor 10 Jahren hatte das Unternehmen eine ähnliche Idee umgesetzt. Damals waren die Gerichte mit dem mexikanischen Fladenbrot Tortilla angeboten worden. Da dieses Angebot nicht gut ankam, verschwand die Falafel wieder von der Karte. Inzwischen sei das Rezept verbessert worden, erklärte das Unternehmen. Auch der „Crispy Chicken" solle zukünftig im Fladenbrot angeboten werden. Ab dem 7. Juli sind die neuen Gerichte in israelischen Filialen erhältlich.

Von: val

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Fri, 11 Jun 2021 12:44:00 +0200
<![CDATA[Unruhen nach „Flaggenmarsch“ des Abgeordneten Ben-Gvir]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/11/unruhen-nach-flaggenmarsch-des-abgeordneten-ben-gvir/ In Ostjerusalem ist es am Donnerstag zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des israelischen Politikers Itamar Ben-Gvir (Religiöser Zionismus) und Arabern gekommen. Die Polizei nahm mindestens fünf Personen fest. Ben-Gvir war mit einer israelischen Flagge durch das Damaskustor der Altstadt gegangen. Die Aktion hatte er im Vorfeld angekündigt; er beschrieb sie als „persönlichen Protest“. Behörden hatten zuvor den für Donnerstag geplanten „Flaggenmarsch“ auf kommenden Dienstag verschoben. Zudem untersagten sie die ursprüngliche Route durch das muslimische Viertel zum Tempelberg.

Von: df

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Fri, 11 Jun 2021 12:01:00 +0200
<![CDATA[Infanterieoffizier nach Schüssen entlassen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/11/infanterieoffizier-nach-schuessen-entlassen/ Wegen eines nicht genehmigten Panzerangriffes auf palästinensische Bauern wurde ein Infanterieoffizier aus dem Militärdienst entlassen. Ihm droht darüber hinaus auch eine strafrechtliche Anklage. Bei dem Angriff mit einem Maschinengewehr aus dem Panzer heraus wurde ein Palästinenser verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Gazastreifen während des jüngsten Gaza-Konfliktes im Mai. Eine Untersuchung ergab nun, dass der Soldat professionelle Richtlinien verletzt habe. Generalstabschef Aviv Kochavi bezeichnete den Angriff als „ernsten Vorfall, der überhaupt nicht zu den Werten der Armee passt“.

Von: mas

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Fri, 11 Jun 2021 11:19:00 +0200
<![CDATA[Palästinensische Schulbücher hetzen weiter zu Gewalt auf]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/11/palaestinensische-schulbuecher-hetzen-weiter-zu-gewalt-auf/ BRÜSSEL (inn) – Antisemitische und anti-israelische Inhalte in palästinensischen Schulbüchern sind keine Neuheit. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang Studien erstellt. Auch die EU gab 2019 einen Bericht in Auftrag, der untersuchen sollte, welche genauen Inhalte in palästinensischen Schulbüchern gelehrt werden. Nun berichtet die „Bild“-Zeitung, der der Bericht nach eigener Aussage vollständig vorliegt, über die Ergebnisse. In einem am Mittwoch veröffentlichten Artikel kommt sie zu dem Schluss, antijüdische Ressentiments und die Verherrlichung von Gewalt seien in den Lehrbüchern weiterhin ein fester Bestandteil.

Auch wenn die Schulbücher den Standards der UNESCO entsprächen, werde ein „Narrativ“ des „Widerstands“ angewendet, zitiert „Bild“ die Forscher. In zahlreichen Beispielen zeige sich: Sowohl getötete palästinensische Zivilisten als auch Terroristen würden in den Schulbüchern als „Märtyrer“ bezeichnet. Der „palästinensische Befreiungskampf“ werde zudem als „Dschihad“ betrachtet.

Terroristen als Vorbilder geehrt

Das Lehrmaterial erwähnt zudem häufig die palästinensische Terroristin Dalal Mughrabi, die am Küstenstraßen-Anschlag von 1978 beteiligt war. Damals kamen 38 Israelis, darunter 13 Kinder, ums Leben. In den untersuchten Schulbüchern werde sie als „Vorbild“ dargestellt. Mughrabi habe durch ihre „heroische Tat das Land Palästinas mit ihrem reinen Blut gewässert“, heiße es in einem Arabisch-Lehrbuch für die fünfte Klasse. Auch Fatah-Führer Chalil al-Wasir, ebenfalls in das Attentat involviert, werde als „Märtyrer“ bezeichnet. Die von „Bild“ angeführten Beispiele sind mit Text- und Bildmaterial belegt.

Außerdem auffällig ist dem Bericht zufolge, dass lehrbuchübergreifend in fast allen Karten der Staat Israel nicht eingezeichnet sei. Auch anderweitig werden die aktuellen Verhältnisse verklärt. In einem Mathematikbuch für Sechstklässler stehe beispielsweise, die Wüste Negev sei ein „integraler Bestandteil des palästinensischen Landes“ – obwohl sie vollständig in israelischem Staatsgebiet liegt. Die israelische Seite werde zudem als „homogenes und gewaltätiges Kollektiv“ dargestellt, heißt es in dem Artikel.

Israelisches Außenministerium: Problem seit Jahren bekannt

Das israelische Außenministerium reagierte umgehend auf den Artikel: Die Anstachelung in palästinensischen Schulbüchern sei ein Thema, worauf Israel die EU bereits seit Jahren aufmerksam mache, hieß es in einer Presseerklärung. Mit ihrer aktuellen Politik verhindere die Europäische Union die Chancen einer Annäherung zwischen Israel und den Palästinensern. Zudem forderte das Ministerium die EU auf, sich für die Überarbeitung der Schulbücher einzusetzen.

Seit fast 25 Jahren beteiligt sich die EU an der Finanzierung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und an palästinensischen Entwicklungs- und Bildungsprojekten. Dementsprechend wird auch palästinensisches Bildungsmaterial mitfinanziert. Kritik daran, dass die EU so auch Antisemitismus und Aufwiegelung fördere, ist nicht neu.

Die von der damaligen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini initiierte Studie sollte Klarheit bringen. Untersucht wurden 156 Schulbücher und 16 Lehranweisungen, die das palästinensische Bildungsministerium zwischen 2017 und 2019 veröffentlicht hatte. Zudem prüfte das mit der Studie beauftragte Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchförderung auch 18 Bücher aus dem Jahr 2020. Die offizielle Veröffentlichung des Berichts durch die EU steht noch aus.

Von: val

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Fri, 11 Jun 2021 08:37:00 +0200
<![CDATA[Israelin trifft chinesischen Lebensretter im Internet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/10/israelin-trifft-chinesischen-lebensretter-im-internet/ Vor 13 Jahren rettete der Chinese Chiang Wei nach einem Erdbeben in Westchina der Israelin Ma’ajan Sebbag das Leben: Er trug die Verletzte zehn Stunden lang, bis er Rettungskräfte erreichte. Am Jahrestag haben sich die beiden auf Initiative des israelischen Konsulates in Chengdu wiedergesehen. Bei der Videokonferenz erhielt Chiang für die Lebensrettung eine israelische Medaille. Sebbag hatte sich zwei Tage in einem eingestürzten Haus befunden. Dann bat sie den ersten Chinesen, der ihr begegnete, um Hilfe – und erhielt sie. Bei dem Erdbeben im Mai 2008 kamen fast 90.000 Menschen ums Leben.

Von: eh

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Thu, 10 Jun 2021 14:48:00 +0200
<![CDATA[Fünfjähriger Eitan Biran aus Krankenhaus entlassen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/10/fuenfjaehriger-eitan-biran-aus-krankenhaus-entlassen/ Zweieinhalb Wochen nach dem Seilbahnunglück nahe des Lago Maggiore ist der fünfjährige Eitan Biran aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Israeli ist der einzige Überlebende der Tragödie. Bei dem Seilbahnabsturz Ende Mai starben insgesamt 14 Menschen, darunter fünf Israelis. Wie ein Anwalt mitteilte, wurde der Junge bereits darüber informiert, dass seine Familie bei dem Unglück ums Leben gekommen ist. Laut verschiedenen Medienberichten kann er sich jedoch nicht mehr an den Absturz erinnern.

Von: mas

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Thu, 10 Jun 2021 14:46:00 +0200
<![CDATA[Rivlin dankt Rumänien für Einsatz gegen Antisemitismus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/06/10/rivlin-dankt-rumaenien-fuer-einsatz-gegen-antisemitismus/ BUKAREST (inn) – Der scheidende israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat bei einem Besuch in Rumänien am Dienstag und Mittwoch dazu aufgerufen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu vertiefen. Mit Rivlin reisten etwa 50 Verteter israelischer Unternehmen an. Deren Ziel ist es, die Zusammenarbeit in verschiedenen Gebieten auszubauen, etwa beim Thema Cybersicherheit und Wasser.

Rivlins rumänischer Amtskollege Klaus Iohannis betonte bei einem Empfang, Rumänien setze sich für den Kampf gegen Antisemitismus, Fremdenhass und Hassrede ein. Dieses Thema besprach Rivlin auch bei einem Treffen mit jüdischen Religionsführern des Landes.

Bei dieser Gelegenheit dankte er Rumänien: Das Land gewährleiste den Schutz dieser Gemeinschaft. Dennoch seien antisemitische Vorfälle ein Grund zur Sorge. Erst vor kurzem wurden jüdische Gräber in der Stadt Ploiești geschändet. In diesem Zusammenhang wurden am Montag fünf junge Menschen festgenommen.

Rivlin legte zudem an der Holocaust-Gedenktstätte in Bukarest einen Kranz nieder. Der Publizist und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel (1928–2016), der in Rumänien zur Welt kam, hatte sich vor rund 15 Jahren für den Bau der Gedenkstätte eingesetzt. Im Jahr 2009 wurde sie eingeweiht. Bereits 2004 hatte Rumänien eine Mitverantwortung am Holocaust eingeräumt.

„Israel nicht im Konflikt mit Arabern“

Bei seinem Aufenthalt sprach Rivlin auch vor beiden Kammern des rumänischen Parlaments. Zu Beginn applaudierten ihm die Senatoren und Abgeordneten stehend. Rivlin betonte in seiner Rede, Israel sei wie alle Demokratien offen für Kritik. „Aber wir akzeptieren nicht Versuche, uns zu schwächen oder unser Existenzrecht zu unterwandern.“ Israel stehe nicht im Konflikt mit dem Islam oder mit Arabern, sondern kämpfe gegen die „dunklen Mächte, die den Staat Israel terrorisieren und zerstören wollen“. Explizit nannte er dabei den Iran.

Bei Rivlins Besuch hoben die verschiedenen Politiker hervor, dass Rumänien das einzige Land des Ostblocks gewesen ist, das die Beziehungen zu Israel nicht kappten: Sie bestehen seit dem Jahr der israelischen Staatsgründung, 1948. Rivlin bezeichnete Rumänien als „strategischen Partner, Verbündeten und Freund“. „Wir haben so viel mehr voneinander zu lernen, zu geben, einander kennenzulernen, zusammenzuarbeiten – ich hoffe, dass sich die mutige Freundschaft zwischen uns vertieft.“

Rivlins Aufenthalt in Rumänien war für einen früheren Zeitpunkt vorgesehen, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Am 9. Juli endet seine Amtszeit regulär nach sieben Jahren. Die Knesset wählte vergangene Woche Jitzchak Herzog zu seinem Nachfolger.

Von: df

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Thu, 10 Jun 2021 14:04:00 +0200
<![CDATA[Israel verbietet Handel mit Pelzen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/06/10/israel-verbietet-handel-mit-pelzen/ JERUSALEM (inn) – In Israel ist der Handel mit Pelzen zukünftig illegal. Umweltministerin Gil Gamliel (Likud) unterschrieb am Mittwoch eine entsprechende Anweisung. Das Verbot soll in sechs Monaten in Kraft treten. Gamliel sagte: „Für die Pelzindustrie werden weltweit Hunderte Millionen von Tieren getötet.“ Dabei werde unter „Anwendung unbeschreiblicher Grausamkeit Leid verursacht“. Die Verwendung der Pelze für die Modeindustrie bezeichnete die Ministerin als „unmoralisch und unnötig“. Pelzmäntel könnten nicht die „brutale und mörderische Industrie“ verdecken, die sie herstellt. Sie hoffe, dass die Unterzeichnung die israelische Modeindustrie tierfreundlicher mache.

Die Tierrechtsorganisation PETA begrüßte die Entscheidung der Ministerin und sprach von einem „historischen Sieg“. PETA bezeichnete das Verbot als „Frucht jahrelanger Lobbyarbeit von Tierschützern“ und verwies in einer Stellungnahme auf PETA-Ehrendirektorin Pamela Anderson. Die Schauspielerin hatte persönlich an Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) appelliert.

Ausnahmen für Orthodoxe

Kritiker bemängeln jedoch, dass das neue Gesetz nur symbolisch sei, denn es sieht Ausnahmen für wissenschaftliche Untersuchungen und religiöse Zwecke vor. Vor allem Letzteres ist in Israel weit verbreitet. Pelze werden vornehmlich von ultra-orthodoxen Juden als Kopfbedeckung genutzt, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“. Dieser sogenannte Schtreimel besteht aus den Schwänzen von Zobeln und Füchsen. Die Tradition stammt aus Osteuropa.

Von: mas

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Thu, 10 Jun 2021 13:54:00 +0200
<![CDATA[Hebräische Universität zählt weiterhin zu Top 200]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/06/10/hebraeische-universitaet-zaehlt-weiterhin-zu-top-200/ Laut einer aktuellen Rangliste von Hochschulen weltweit gehört die Hebräische Universität in Jerusalem weiterhin zu den 200 Besten. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie allerdings auf Platz 198 abgerutscht – vorher lag sie auf Platz 177. Vier weitere israelische Universitäten sind ebenfalls niedriger bewertet worden als im Vorjahr. Den einzigen Aufstieg verzeichnete die Bar-Ilan-Universität, die es erstmals unter die Top 500 geschafft hat. Die Platzierung hat das britische Unternehmen QS durchgeführt, das auf die Analyse von Hochschulen spezialisiert ist. Es ermittelt anhand verschiedener Kriterien den akademischen Ruf der Hochschulen.

Von: mad

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Thu, 10 Jun 2021 13:27:00 +0200
<![CDATA[Zwei palästinensische Offiziere und ein Terrorverdächtiger getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/06/10/zwei-palaestinensische-offiziere-und-ein-terrorverdaechtiger-getoetet/ DSCHENIN (inn) – Israelische Sicherheitskräfte haben in der Nacht zu Donnerstag im Westjordanland drei Palästinenser erschossen. Zwei gehörten dem Militärgeheimdienst der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an, der dritte war ein Terrorverdächtiger. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hauptquartier des Geheimdienstes in der Autonomiestadt Dschenin.

Nach Angaben der Grenzpolizei war eine Sondereinheit in Zivilkleidung auf der Suche nach zwei mutmaßlichen Mitgliedern der Terrorgruppe „Palästinensischer Islamischer Dschihad“. Von einem Fahrzeug aus beobachteten die Polizisten die Verdächtigen, die sich in einem Gebäude nahe des Hauptquartiers versteckten. Die palästinensischen Offiziere wussten offenbar nicht, dass es sich um eine Razzia handelte. Sie schalteten sich während der Verfolgungsjagd ein, es kam zu einem Schusswechsel.

Dabei starben der 23-jährige Leutnant Adham Jasser Aliwi aus Sawata bei Nablus und der 32-jährige Hauptmann Tajsir Issa aus Sanur bei Dschenin. Der dritte Tote wurde nach palästinensischen Angaben als Dschamil al-Amuri identifiziert. Er steht im Verdacht, für eine Angriffsserie auf israelische Sicherheitskräfte mitverantwortlich zu sein. Sein mutmaßlicher Komplize Wissam Abu Seid wurde verwundet und festgenommen.

PA kritisiert Israel

Die palästinensische Führung verurteilte den Vorfall. Der Sprecher von PA-Präsident Mahmud Abbas, Nabil Abu Rudeine, warnte vor einer gefährlichen Eskalation. Die „fortdauernden Praktiken und Verletzungen der palästinensischen Rechte durch die israelische Besatzung, die Angriffe und täglichen Tötungen“ könnten zu Spannungen führen. Für eine Eskalation und deren Folgen wäre dann die israelische Regierung verantwortlich. Abu Rudeine rief die internationale Gemeinschaft auf, Schutz für Palästinenser zu schaffen.

Indes wurde im Bezirk Dschenin ein Generalstreik ausgerufen. Anlass ist laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA die Trauer um die drei Getöteten.

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, war der Einsatz offenbar nicht mit den palästinensischen Sicherheitskräften koordiniert. Das ist sonst die Regel. Doch es kommt immer wieder zu Missverständnissen. Erst vor einem Monat hatten bei Nablus Soldaten auf zwei Geheimdienstoffiziere geschossen, die sie für Terroristen hielten. Einer von ihnen, Ahmad Daraghme, starb. Sein Kollege Mohammed al-Nubani wurde schwer verwundet.

Von: eh

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Thu, 10 Jun 2021 12:59:00 +0200