Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 21 Sep 2021 04:45:21 +0200 <![CDATA[Alle sechs entflohenen Häftlinge wieder in Gefangenschaft]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/20/alle-sechs-entflohenen-haeftlinge-wieder-in-gefangenschaft/ DSCHENIN (inn) – Israelische Sicherheitskräfte haben am Sonntag die letzten beiden aus dem Gilboa-Gefängnis entflohenen Häftlinge gefasst. Die beiden Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Dschihad wurden bei Tagesanbruch in einem Haus in Dschenin zusammen mit zwei Gehilfen festgenommen. Zwei Wochen nach dem Ausbruch befinden sich damit alle sechs Entflohenen wieder in Haft.

Bei der Aufspürung der Gesuchten haben mehrere Zweige der Sicherheitskräfte mitgewirkt. So lieferte die Luftwaffe Aufklärungsbilder und leitete die Bodenkräfte bei der Festnahme. Die Polizei setzte die Anti-Terror-Einheit ein. Laut Darstellung der Armee haben sich die Gesuchten ergeben, als sie von Sicherheitskräften umgeben waren.

Festnahme im Morgengrauen

Bereits am Abend davor hatten sich Soldaten zunächst nach Dschenin begeben, um mögliche bewaffnete Terroristen von der Festnahmeaktion abzulenken. In den vergangenen Tagen hatten Terroristen des Islamischen Dschihad und der Fatah gedroht, Israel würde „einen hohen Preis“ zahlen, sollte es zu einem Festnahmeversuch kommen.

Kurz zuvor hatte der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Omar Barlev (Arbeitspartei), in einem TV-Interview bewusst eine Falschangabe gemacht: Er sagte, die Polizei suche einen der Verdächtigen auf israelischem Staatsgebiet. Ein Sprecher bestätigte später laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“, dass dies eine Täuschung war.

Als am Sonntagmorgen dann weitere Soldaten für die Festnahme dazustießen, kam es zu leichten Zusammenstößen mit Einwohnern; auf palästinsischer Seite wurden drei Personen verwundet.

Die beiden festgenommenen Terroristen heißen Iham Kamamdschi und Munadil Naifjat. Die vier anderen, Mahmud al-Arida, Mohammed al-Arida, Jaqub Qadiri und Sakaria el-Subeidi, wurden bereits am 11. September gefasst.

Bennett: Von einer Panne zum Erfolg

Der israelische Premier Naftali Bennett (Jamina) dankte den Leitern der Sicherheitsdienste für ihre professionelle Arbeit: „Das Ereignis begann mit einer großen Panne. Aber Sie haben vereinigte Kräfte auf den Weg gebracht, bis die Mission beendet war.“

Der Ausbruch gilt als der schwerwiegendste in der israelischen Geschichte. Die sechs Häftlinge sind durch einen Tunnel aus dem Gilboa-Gefängnis entkommen. Es liegt rund 13 Kilometer südöstlich von Afula und gilt als das sicherste Gefängnis des Landes.

Von: df

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Mon, 20 Sep 2021 13:50:00 +0200
<![CDATA[Israelische Botschaft und jüdische Gemeinde danken deutschen Behörden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/20/israelische-botschaft-und-juedische-gemeinde-danken-deutschen-behoerden/ Nach dem verhinderten Anschlag auf die Synagoge in Hagen vom Mittwochabend hat sich der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff bei den zuständigen Behörden bedankt. Am Freitag schrieb er auf Twitter: „Meine tiefe Dankbarkeit gilt den deutschen Behörden für ihr schnelles und wirksames Handeln zur Verhinderung eines furchtbaren Anschlags auf die Synagoge Hagen an unserem heiligsten Tag, JomKippur.“ Am Montag dankte auch die jüdische Gemeinde von Hagen der Polizei für den Einsatz zum Schutz der Synagoge. Ein 16-jähriger Syrer sitzt wegen mutmaßlicher Terrorpläne in Untersuchungshaft.

Von: eh

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Mon, 20 Sep 2021 13:50:00 +0200
<![CDATA[Hamas kritisiert Ra'am-Abgeordneten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/20/hamas-kritisiert-raam-abgeordneten/ Die Terrorgruppe Hamas hat Äußerungen eines Abgeordneten der arabischen Ra’am-Partei, Walid Taha, verurteilt. Dieser sagte am Samstag in einem Interview, seine Partei werde auch im Falle eines neuen Gaza-Konfliktes in der Koalition bleiben. „Wenn wir die Koalition verlassen haben, wird dann die nächste Regierung Gaza Gutes tun?“, fragte er. Ra’am wolle auch bei Krieg und Frieden Einfluss haben. Die Hamas kritisierte am Sonntag Tahas „zögerliche Äußerungen“. Diese seien ein „nationaler und moralischer Fehltritt“. Sie zeugten von einer „Trennung von der palästinensischen arabischen Identität“.

Von: eh

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Mon, 20 Sep 2021 13:26:00 +0200
<![CDATA[Israeli aus jordanischer Haft nach Israel gebracht]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/20/israeli-aus-jordanischer-haft-nach-israel-gebracht/ Der israelische Geschäftsmann Jechiel Chaivi ist in einem jordanischen Gefängnis an COVID-19 erkrankt. Aufgrund eines Unfalls in der Vergangenheit hat der 65-Jährige eine geschädigte Lunge und konnte sich nicht impfen lassen. Nachdem seine Erkrankung bekannt wurde, stellte die israelische Botschaft einen offiziellen Antrag auf Freilassung aus humanitären Gründen. Schließlich ließ Jordanien ihn gegen eine Kaution von rund 270.000 Euro frei. Sein Zustand ist kritisch. Anlass für seine Inhaftierung war eine Auseinandersetzung mit jordanischen Geschäftspartnern.

Von: cs

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Mon, 20 Sep 2021 11:59:00 +0200
<![CDATA[Israel erhöht Marinepräsenz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/20/israel-erhoeht-marinepraesenz/ JERUSALEM (inn) – Israel hat seine Aktivitäten im Roten Meer „exponentiell“ erhöht. Das sagte der ehemalige Marine-Chef Eli Scharwit. Raketenfregatten und U-Boote, die noch vor wenigen Jahren nur sporadisch im Roten Meer unterwegs waren, setze Israel jetzt kontinuierlich ein.

Der Iran ist maßgeblich an der Ausrüstung der Terror-Organisationen Hamas und Hisbollah beteiligt. Beide bedrohen Israel auch an dessen Mittelmeerküste. Die Hisbollah verfügt über ein Arsenal an Seezielflugkörpern und auch die Hamas hat ein Marinekommando. Mit ihrer Ausrüstung können sie weitgehend unbemerkt entlang der Küste unter Wasser auf israelisches Gebiet eindringen. Während des militärischen Konflikts im Mai hatte die Hamas versucht, Israel mit einer Unterwasserdrohne anzugreifen. Außerdem nutzt sie die Mittelmeerküste als Testgebiet für ihr Raketen. Laut Scharwit sei „das Meer das größte Testgelände in Gaza“.

Erdgasplattformen schützen

2010 hat Israel vor seiner Küste Erdgasfelder entdeckt und 2019 mit der Förderung begonnen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Marine besteht seither darin, die Erdgasplattformen vor Terroranschlägen zu schützen. Die Hisbollah und damit der verlängerte Arm des Iran wäre im Falle eines Krieges in der Lage, die Bohrinseln mit Raketen anzugreifen. Viele Waffenlieferungen an Hamas und Hisbollah erfolgen auf dem Seeweg. Einige konnte die Marine in der Vergangenheit abfangen.

Das Rote Meer ist für den jüdischen Staat eine wichtige Handelsroute. Dort gibt es direktere Berührungspunkte mit dem Iran. Wegen der wachsenden Bedrohung hat Israel seine Marinepräsenz in den vergangenen drei Jahren vervielfacht. Im April dieses Jahres gab es im Roten Meer einen Minen-Angriff auf ein iranisches Schiff, von dem aus die Revolutionsgarden militärisch operiert haben sollen. Israel habe sich gegenüber den USA für den Angriff verantwortlich erklärt. Für eine Reihe weiterer mysteriöser Explosionen auf iranischen Frachtschiffen konnte bislang keine Ursache gefunden werden.

Scharwit antwortete ausweichend auf Fragen nach israelischer Verantwortung. Nachdem er mehr als 35 Jahre bei der israelischen Marine und fünf Jahre deren oberster Kommandeur war, geht der Sohn marokkanischer Einwanderer in diesem Jahr in den Ruhestand.

Von: cs

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Mon, 20 Sep 2021 11:53:00 +0200
<![CDATA[Israelische Baseballer gewinnen EM-Silber]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/09/20/israelische-baseballer-gewinnen-em-silber/ Das israelische Baseball-Team hat bei der Europameisterschaft im Piemont am Sonntag Silber gewonnen. Im Finale in Turin verlor die Mannschaft gegen den Titelverteidiger, die Niederlande, mit 4:9 Punkten. Der zweite Platz ist das beste Ergebnis für eine israelische Auswahl, die erst zum zweiten Mal an einer Europameisterschaft teilnahm. Die Olympischen Spiele in Tokio waren für das israelische Team mit einem fünften Platz noch enttäuschend verlaufen. Während die Olympia-Auswahl größtenteils aus amerikanischen Israelis bestand, kamen die EM-Teilnehmer größtenteils aus Israel.

Von: df

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Mon, 20 Sep 2021 10:57:00 +0200
<![CDATA[Drei Sorten Zweige und eine Zitrusfrucht als Symbol für jüdische Einheit]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/20/drei-sorten-zweige-und-eine-zitrusfrucht-als-symbol-fuer-juedische-einheit/ „Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, und sollt das Fest dem HERRN halten jährlich sieben Tage lang. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, dass sie im siebenten Monat so feiern.“ So heißt es in 3. Mose 23,40–41 zum Laubhüttenfest Sukkot, das in diesem Jahr am Abend des 20. September beginnt.

Aus der biblischen Anweisung mit den Früchten ist der Brauch der „Vier Arten“ entstanden: Jeder Mann sollte einen Palmzweig, drei Myrtenzweige und zwei Bachweidenzweige zu einem Feststrauß zusammenbinden. Als vierte Art kommt der Etrog, eine Zitrusfrucht, hinzu. Jeden Tag außer am Schabbat sprechen Juden einen Segen darüber: „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns geheiligt hat durch Seine Gebote und uns geboten hat, den Feststrauß zu nehmen!“

Feststrauß symbolisiert Einheit

Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz in Deutschland (ORD) schreibt über dieses Gebot, die Mitzwa der „Vier Arten“ – „Arba Minim“ – symbolisiere nationale Einheit. „Etrog und Lulaw (Palmzweig) sind das volle Leben in Glück und Gottesliebe. Myrte und Bachweide repräsentieren die menschlichen Schwächen.“

Außerdem weist die ORD darauf hin, dass die „Arba Minim“ die Einheit des Volkes Israel symbolisieren: „Der Etrog hat einen süßen Geschmack und einen herrlichen Duft; die Früchte der Dattelpalme, von der Lulaw stammt, schmecken, haben aber keinen Duft; die Myrte hat Duft aber keinen Geschmack; die Bachweide hat weder Geschmack noch Duft.“

Weiter heißt es bei den Rabbinern, so verhalte es sich nach Aussage der Weisen auch mit den Juden: „Einige besitzen Torakenntnisse und sind wohltätig; einige besitzen Torakenntnisse, sind aber nicht wohltätig; einige sind wohltätig, besitzen aber keine Torakenntnisse; einige, wie die Bachweide, besitzen weder Torakenntnisse, noch sind sie wohltätig.“ Die Schlussfolgerung lautet: „Gott bindet die Vier Arten (die vier Arten von Juden) in einem einzigen Band der Brüderlichkeit zusammen, damit jeder dem anderen vergebe und Vergebung suche.“

Erinnerung an Wüstenwanderung

Juden feiern das Laubhüttenfest ab dem 15. Tag des Monats Tischrei, also zwei Wochen nach dem Neujahrsfest Rosch HaSchanah. In der Bibel heißt es dazu unter Verwendung einer alten Zählweise der Monate: „Am fünfzehnten Tage dieses siebenten Monats ist das Laubhüttenfest für den HERRN, sieben Tage lang. Am ersten Tage soll eine heilige Versammlung sein; keine Dienstarbeit sollt ihr tun. Sieben Tage sollt ihr dem HERRN Feueropfer darbringen. Am achten Tage sollt ihr wieder eine heilige Versammlung halten und sollt Feueropfer dem HERRN darbringen. Es ist eine Festversammlung; keine Dienstarbeit sollt ihr tun“ (3. Mose 23,34–36).

Während der Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten lebte das Volk Israel laut des biblischen Berichtes 40 Jahre lang in Zelten. Daran erinnern Juden bis heute mit Sukkot: Eine Woche lang verbringen sie möglichst viel Zeit in Hütten, die sie dafür errichten und phantasievoll dekorieren.

Das Fest folgt direkt auf die zehn „furchtgebietenden Tage“ der Buße, mit denen das jüdische Jahr beginnt – fünf Tage nach dem Großen Versöhnungstag Jom Kippur. Im Mittelpunkt von Sukkot steht die Freude. So heißt es etwa in 5. Mose 16,14: „Du sollst fröhlich sein an deinem Fest, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, der Levit, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die in deiner Stadt sind.“ Deshalb ist auch die Bezeichnung „Sman Simchateinu“ (Zeit unserer Freude) gebräuchlich. Die Verbindung zur Bußzeit zeigt, dass sich im Judentum Gottesfurcht und Freude ergänzen.

In der Zeit der beiden Jerusalemer Tempel war Sukkot nach Pessach und dem Wochenfest Schawuot das dritte große Wallfahrtsfest. Während der gesamten Festwoche fügen Juden das Hallel-Gebet, den großen Lobgesang, in das Morgengebet ein. In der Synagoge gibt es jeden Tag eine Prozession um das Rednerpult (Bima) mit dem Feststrauß und dem Etrog, am letzten Tag findet sie siebenmal statt.

Gebet um Regen beginnt

Eine weitere Bezeichnung für Sukkot lautet „Fest des Wassers“. Nach jüdischer Überlieferung entscheidet Gott am letzten Tag des Laubhüttenfestes endgültig über die Regenmenge für die kommende Regenzeit. Mit diesem Tag beginnen Juden, täglich um Regen zu beten. Den Sommer über bitten sie Gott entsprechend um Tau.

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels wurde ein Wassergussopfer dargebracht. Diese Tradition greift Jesus auf, als er zum Laubhüttenfest den Jerusalemer Tempel besucht: „Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht“ (Johannes 7,37–29).

Sukkot ist aber auch ein Dankesfest für die Obsternte und die Weinlese. Ein anderer Name lautet: „Fest des Einsammelns“. Dazu gebietet Gott in 3. Mose 23,39: „Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn ihr die Früchte des Landes einbringt, sollt ihr ein Fest des HERRN halten sieben Tage lang. Am ersten Tage ist Ruhetag und am achten Tage ist auch Ruhetag.“

Regeln für die Sukka

Wer eine Laubhütte baut, beachtet bestimmte Regeln: Sie muss mindestens drei Wände haben. Das Dach sollte aus Zweigen bestehen. In der Sukka soll mehr Schatten als Sonne sein, die Sterne müssen sichtbar sein. Viele Häuser in Israel haben versetzte Balkons, weil eine Sukka nicht unter einem Dach errichtet werden darf.

In kalten Gefilden reicht es aus, die Mahlzeiten in der Laubhütte einzunehmen – außer bei sehr ungemütlichem Wetter. Wer eine Reise unternimmt und keine Sukka zur Verfügung hat, ist von dieser Pflicht befreit. Frauen müssen nicht in der Laubhütte sitzen, dürfen aber ebenso wie Männer den entsprechenden Segensspruch sagen, wenn sie es tun: „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns durch Seine Gebote geheiligt und uns geboten hat, in der Laubhütte zu wohnen.“

Entsprechend der biblischen Weisung ist im jüdischen Staat Israel der erste Tag des Festes ein gesetzlicher Feiertag. Danach gibt es Halbfeiertage. Schüler haben Ferien, Läden sind kürzer geöffnet als an gewöhnlichen Werktagen. Am achten Tag – in diesem Jahr am 28. September – ist das Abschlussfest Schemini Atzeret. In Israel fällt es mit Simchat Tora, dem Fest der Freude über die Tora, zusammen. Es ist ebenfalls ein staatlicher Feiertag. Juden in der Diaspora feiern Simchat Tora einen Tag nach Schemini Atzeret.

Von: Elisabeth Hausen

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Mon, 20 Sep 2021 10:54:00 +0200
<![CDATA[Hoher Schutz für Ältere durch Drittimpfung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/09/17/hoher-schutz-fuer-aeltere-durch-drittimpfung/ JERUSALEM (inn) – Eine Auffrischungsimpfung gegen das Corona-Virus erhöht den Schutz vor einer Ansteckung bei älteren Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler aus Israel im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht haben. Demnach habe es bei zweifach Geimpften mehr als zehnmal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben, wie bei Menschen mit einer Auffrischungsimpfung.

Die Studie basiert auf Daten von mehr als einer Million Israels über 60 Jahren. Alle Studienteilnehmer wurden mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft. Durchgeführt haben die Studie das Weizmann-Institut (Rechovot), das Gesundheitsministerium, die Hebräische Universität in Jerusalem und das Scheba-Krankenhaus.

„Sehr sehr ordentliche Schutzwirkung“

Gegenüber dem deutschen Nachrichtensender „ntv“ erklärte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dass ihn diese Ergebnisse nicht überraschen. Der zehnfach höhere Antikörperspiegel durch die Drittimpfung sei bereits vorher bekannt gewesen. Die Studie zeige nun aber, dass sich dieser theoretische Wert „in eine sehr sehr ordentliche Schutzwirkung übersetzt“. Das bedeute konkret einen „deutlich besseren“ Schutz vor Infektionen. Watzl wies darauf hin, dass die Studie keine Nebenwirkungen untersucht habe. Bislang seien in Israel aber keine Fälle bekannt, die auf auffälligere Nebenwirkungen schließen lassen. Ebenfalls liefert die Studie keine Ergebnisse, wie lang die Drittimpfung die hohe Wirksamkeit garantiert.

In Israel haben bereits fast drei Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Aktuell sind den Behörden 83.708 aktive Fälle bekannt; davon gelten 654 als ernst. Seit Beginn der Pandemie sind 7.465 Israelis im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Von: mas

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Fri, 17 Sep 2021 14:26:00 +0200
<![CDATA[EU-Parlament fordert Boykott der Expo in den Emiraten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/17/eu-parlament-fordert-boykott-der-expo-in-den-emiraten/ STRASSBURG (inn) – Das Parlament des Staatenverbundes Europäische Union hat den Mitgliedsländern empfohlen, nicht an der diesjährigen Weltausstellung in den Vereinigten Arabischen Emiraten teilzunehmen. In einer am Donnerstag in Straßburg verabschiedeten Resolution führen die Parlamentarier Menschenrechtsverletzungen gegen den Blogger und Aktivisten Ahmed Mansur ins Feld.

Für die Resolution stimmten 383 Abgeordnete (55 Prozent), 47 waren dagegen (0,06 Prozent) und 259 enthielten sich (37 Prozent). Von den insgesamt 705 Abgeordneten waren 689 zugegen.

Emiratische Behörden hatten Mansur 2017 verhaftet wegen angeblicher Veröffentlichung von Falschinformationen. Ein Jahr später erhielt er eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren. Im Juli dieses Jahres wies die Organisation „Human Rights Watch“ (HRW) auf einen Brief des 51-Jährigen hin, in dem er Misshandlung und einen ungerechten Gerichtsprozess beklagt. Demnach befindet er sich größtenteils in Isolationshaft, ihm stehen weder Bett noch Matratze zur Verfügung. Bereits im Januar hatte HRW im Verbund mit dem in Beirut ansässigen „Golf-Zentrum für Menschenrechte“ in einem Bericht auf Menschenrechtsverletzungen gegen Mansur hingewiesen.

Freilassung gefordert

Die EU-Parlamentarier verurteilen die Inhaftierung Mansurs und anderer Personen, die nur wegen der Wahrnehmung ihrer Menschenrechte im Gefängnis sitzen. Sie fordern deren Freilassung und bis dahin eine Besserung der Haftbedingungen. Zudem appellieren sie an die Mitgliedsstaaten, sich nicht an der Weltausstellung zu beteiligen, „um ihre Missbilligung der Menschenrechtsverletzungen zu signalisieren“.

Die Expo beginnt am 1. Oktober und endet am 31. März. Sie war ursprünglich für 2020 angesetzt, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. Nach Angaben des Veranstalters zeigen sich dort 191 Nationen, darunter Israel, alle EU-Mitgliedsstaaten, die Schweiz und der Vatikan.

Von: df

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Fri, 17 Sep 2021 14:19:00 +0200
<![CDATA[Zwölfjähriger getötet, Elfjähriger schwer verletzt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/17/zwoelfjaehriger-getoetet-elfjaehriger-schwer-verletzt/ Bei einem Autounfall am Donnerstag ist ein zwölfjähriger Junge ums Leben gekommen. Er war mit dem Fahrrad unterwegs. Israelischen Medienberichten zufolge stand der Autofahrer unter Einfluss von Alkohol. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er soll bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet worden sein. Ebenfalls am Donnerstag wurde ein Elfjähriger bei einem anderen Verkehrsunfall schwer verletzt. Insgesamt musste der Rettungsdienst während Jom Kippur 2.583 Menschen behandeln. Am heiligsten Tag des Judentums wurden außerdem acht Kinder geboren.

Von: mas

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Fri, 17 Sep 2021 13:30:00 +0200
<![CDATA[Iran hält Überwachungskameras bei Zentrifuge für unnötig]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/17/iran-haelt-ueberwachungskameras-bei-zentrifuge-fuer-unnoetig/ Der Iran hat sich für die Entfernung von Überwachungskameras an der Zentrifuge von Karadsch gerechtfertigt. Zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde auf deren Fehlen aufmerksam gemacht. Der Leiter des Atomprogrammes, Mohammed Eslami, sagte am Mittwoch, die Parteien des Atomabkommens hätten ihre Verpflichtungen nicht erfüllt. Deshalb habe kein Bedarf für Kameras bestanden. Er fügte hinzu, zwei Überwachungskameras seien bei einer „terroristischen Operation“ beschädigt worden. Dies führte er nicht näher aus. Im Juni hatte der Iran Israel beschuldigt, die Stätte angegriffen zu haben.

Von: eh

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Fri, 17 Sep 2021 11:00:00 +0200
<![CDATA[Bennett gehört zu den einflussreichsten Menschen 2021]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/17/bennett-gehoert-zu-den-einflussreichsten-menschen-2021/ NEW YORK (inn) – Der israelische Premier Naftali Bennett (Jamina) ist zu einem der 100 einflussreichsten Menschen 2021 bestimmt worden. Das amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ wählte ihn unter die 20 wichtigsten Führungsfiguren der Welt. In seiner Gesellschaft befinden sich der amerikanische Präsident Joe Biden, dessen Vorgänger Donald Trump sowie der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und aktuelle italienische Regierungschef Mario Draghi. Außerdem tauchen in der Kategorie „Führungsfiguren“ der neue iranische Präsident Ebrahim Raisi und der Taliban-Führer Abdul Ghani Baradar auf.

Im Begleittext zur Auszeichnung von Bennett schreibt der Vorsitzende der Ra’am-Partei, Mansur Abbas, dass Bennett es geschafft habe, „in einem politischen Feuersturm bis dahin unvorstellbare Bande zwischen Israels Linken und Rechten, Arabern und Juden, Religiösen und Säkularen zu knüpfen“. Dies sei letztendlich eine Frage des Mutes gewesen.

Aktivisten ausgezeichnet

In der Kategorie „Ikonen“ listet das „Time“-Magazin die Geschwister Muna und Mohammed El-Kurd. Ihre Online-Postings im Frühjahr haben ihnen eine große Reichweite verschafft. Sie berichteten aus ihrem Alltag im Ostjerusalemer Stadtviertel Scheich Dscharrah. Als Begründung für die Aufnahme in die Liste schreibt das Magazin, dass die arabischen Geschwister so zu einer Veränderung der Rhetorik im Konflikt beigetragen haben.

Eine weitere Aktivistin aus dem Nahen Osten befindet sich ebenfalls in der Kategorie „Ikonen“: Die Iranerin Nasrim Sotudeh kämpft als Anwältin für die Rechte von Frauen und setzt sich für zum Tode verurteilte Jugendliche ein. Mehrfach saß sie wegen ihrer Arbeit bereits im Gefängnis.

Von: mas

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Fri, 17 Sep 2021 10:55:00 +0200
<![CDATA[Erster Synagogengottesdienst seit 74 Jahren]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/16/erster-synagogengottesdienst-seit-74-jahren/ MANAMA (inn) – Die kleine jüdische Gemeinde in der bahrainischen Hauptstadt Manama zählt knapp 50 Menschen. Damit ist sie trotz der geringen Anzahl nicht nur die größte, sondern die einzige jüdische Gemeinde in der Golfregion. Hier steht auch die einzige Synagoge. Bis vor Kurzem war sie allerdings heruntergekommen und verwaist. Die Juden trafen sich nur im privaten Bereich.

Im Dezember 1947 kam es in Manama im Zuge der Unruhen im Mandatsgebiet Palästina zu einem Pogrom. Arabische Männer zogen durch das Wohngebiet der Juden und drangen in Häuser und Geschäfte ein. Die Bewohner hatten sich vorher in Sicherheit gebracht, so dass der wütende Mob nur eine jüdische Frau fand. Die Araber ermordeten sie auf der Stelle. An diesem Tag wurde auch die Synagoge zerstört. Über die Hälfte der Juden Bahrains verließ daraufhin das Land. Es blieben etwa 600. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 flohen auch sie. Die wenigen verbliebenen Juden haben die Synagoge notdürftig restauriert, aber nie wieder in Betrieb genommen.

Gemeinde sucht einen Rabbiner

Im vergangenen Monat dann hielt der Vorsteher Ebrahim Nonu in der frisch renovierten und eingerichteten Synagoge einen ersten Schabbat-Gottesdienst ab. Die Abrahahm-Abkommen zwischen Israel und einigen arabischen Staaten, darunter Bahrain, sind der Grund für die Wiederbelebung. Die Stimmung ist gut. Den meist älteren bahrainischen Juden winkt die Möglichkeit, Verwandte in Israel wiederzusehen oder von dort Besuch zu empfangen.

Nur ein Rabbiner fehlt noch, damit die Gemeinde wieder vollständig ist. Nonu wünscht sich einen jungen. Außerdem schmiedet er Pläne, neben der Synagoge eine jüdische Schule zu eröffnen. Nach so vielen Jahrzehnten soll jüdisches Leben in der Region wieder gedeihen.

Laut einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ trinken die Gemeindemitglieder bei ihren Gottesdiensten Traubensaft zum Brot. An einem Mangel an Alkohol dürfte das nicht liegen. In vielen muslimischen Ländern ist Alkohol zwar verboten, aber leicht erhältlich. In Bahrain wird er völlig legal verkauft, auch an Araber []. Es ist eines der liberalsten arabischen Länder. Die Voraussetzungen für einen Neustart des Synagogenlebens dürften gut sein.

Von: cs

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Thu, 16 Sep 2021 13:50:00 +0200
<![CDATA[„Frommer Lockdown“ zu Jom Kippur]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/16/frommer-lockdown-zu-jom-kippur/ JERUSALEM (inn) – Am Dienstag wurde zum Abschluss der 15-Uhr-Nachrichten angekündigt, dass der Sendebetrieb erst wieder am Mittwoch um 20 Uhr israelischer Ortszeit aufgenommen werde. Bis dahin sind die Israelis nachrichtentechnisch von sich selbst und von der Welt völlig abgeschnitten. Am Großen Versöhnungstag Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, darf gemäß biblischer Regeln kein „Feuer gemacht“ werden, also nicht einmal Licht an- oder ausgeknipst werden, weil dabei ein Funke entsteht. In Israel machen da alle Juden mit, gleichgültig ob orthodox oder atheistisch eingestellt.

Traditionell fährt an diesem Tag auch kein Auto. Die Autobahnen sind wie leergefegt. Kinder nutzen die Zeit, um laut quietschend auf den sonst mit Staus gefüllten Autobahnen und Durchgangsstraßen Fahrrad zu fahren. Im ganzen Land herrscht an diesem Tag ansonsten eine gespenstische Stille. Selbst bei Nachbarn, wo sonst obsessiv Fußball geschaut wird und das Gebrüll die Sportreporter die ganze Gegend beschallt, ist der überdimensionale Fernseher schwarz und ausgeschaltet.

Wachpersonal an Nahtstellen zwischen jüdischen und arabischen Vierteln

In Jerusalem und in anderen „gemischten“ Städten wurden Tausende Polizisten und Geheimdienstleute zusammengezogen. Sie sollen an den Nahtstellen zwischen arabischen und jüdischen Vierteln darüber wachen, dass sich kein Araber mit seinem Auto in die jüdischen Viertel „verirrt“.

Während es bei den Rundfunkfrequenzen nur piepst, sieht man im Fernsehen eine Tafel mit dem Wunsch einer „guten Unterschrift“ in Gottes „Buch des Lebens“. Das bezieht sich auf die Überlieferung, nach der Gott am Jom Kippur entscheidet, wessen Name in seinem Buch genannt wird. Hinzu kommt ein Hinweis, dass der Sendebetrieb erst am Mittwoch um 20 Uhr wieder aufgenommen werde. Eine Ausnahme bildet eine akute Gefahrensituation: Sollte etwa, wie 1973 geschehen, am Versöhnungstag ein Krieg ausbrechen, würden die Israelis über eine „stille Welle“ im Radio gewarnt.

Eigentlich endet der Jom Kippur am Mittwoch schon gegen 18:30 Uhr mit dem Sonnenuntergang. Die weiteren anderthalb Stunden wurden wohl hinzugefügt, damit die Techniker und Reporter von ihrem Zuhause in die Studios gelangen können.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 16 Sep 2021 12:07:00 +0200
<![CDATA[Deutschland gibt Palästinensern 100 Millionen Euro]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/16/deutschland-gibt-palaestinensern-100-millionen-euro/ Deutschland hat den Palästinensern Entwicklungshilfe in Höhe von 100 Millionen Euro für die nächsten beiden Jahre zugesagt. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA infolge der jährlichen Beratungen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem deutschen Ministerium für Entwicklung. Die Gelder sollen unter anderem palästinensischen Gemeinschaften in der Zone C des Westjordanlandes zugutekommen, wo Israel für Sicherheit und Verwaltung zuständig ist. Weitere Förderprojekte betreffen demnach die Bereiche Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Bildung.

Von: df

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Thu, 16 Sep 2021 11:26:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 16. September 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/09/16/nachrichten-vom-16-september-2021/ Thu, 16 Sep 2021 11:24:00 +0200 <![CDATA[Israelisches Außenministerium führt 99 Interviews am Stück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/16/israelisches-aussenministerium-fuehrt-99-interviews-am-stueck/ JERUSALEM (inn) – Unter dem Motto „Talking Peace“ (Über Frieden sprechen) hat das israelische Außenministerium 15 Stunden lang ohne Unterbrechung Interviews geführt. Anlass war der erste Jahrestag des Abraham-Abkommens.

Ministeriumssprecher Lior Haiat, der alle Interviews führte, beendete den Marathon am Dienstag um 23 Uhr. Er führte insgesamt 99 Interviews mit Gesprächspartnern aus sechs Kontinenten. Nach Angaben des Außenministeriums entspricht dies einem Weltrekord. Die meisten Interviewgäste schalteten sich online dazu.

Einer der vielen Teilnehmer war Bahrains Botschafter in Israel, Chaled al-Dschalahma, der wenige Stunden zuvor sein Beglaubigungsschreiben an Präsident Jitzchak Herzog übergeben hat. Al-Dschalahma versprach, dass Bahrain ein „aufrichtiger und starker Partner“ sein wolle. Sein Wunsch für die Zukunft seien „herzliche Beziehungen“ zwischen den beiden Ländern. Zudem lud er alle Israelis ein, das Nationalmuseum, die UNESCO-Weltkulturstätten Bahrains, sowie die frisch sanierte Synagoge in Manama zu besuchen. Rückblickend auf seine ersten beiden Wochen in Israel sagte Al-Dschalahma: „Ich war beeindruckt. Die Menschen waren neugierig, freundlich und sehr entgegenkommend.“

Von: mas

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Thu, 16 Sep 2021 11:14:00 +0200
<![CDATA[Herzog empfängt Paralympioniken]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/09/16/herzog-empfaengt-paralympioniken/ „Sie haben dem ganzen Volk Israel sehr glückliche Momente beschert.“ Mit diesen Worten dankte Israels Präsident Jitzchak Herzog am Dienstag Israels paralympischen Athleten bei einem Empfang. Diese hatten bei den Paralympischen Spielen in Tokio insgesamt neun Medaillen errungen, darunter sechs goldene. Herzog bezeichnete die Sportler als Inspiration: „Sie gewinnen immer wieder, weil Sie daran glauben.“ Die Sportler hätten gezeigt, dass mit „Willenskraft, Entschlossenheit, harter Arbeit und Beharrlichkeit“ viel erreicht werden könne.

Von: mas

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Thu, 16 Sep 2021 10:47:00 +0200
<![CDATA[Mann nach Stechangriff durch Palästinenser schwer verletzt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/16/mann-nach-stechangriff-durch-palaestinenser-schwer-verletzt/ Ein Palästinenser hat am Mittwochnachmittag einen Mann mit einem Schraubendreher in Jaffa schwer verletzt. Das Opfer kam in das Wolfson-Krankenhaus in Tel Aviv. Über dessen Identität gibt es noch keine gesicherten Angaben. Die Polizei sprach von einem Einwohner aus Jaffa, der Rote Davidsstern von einem Einwohner aus Ostjerusalem. Der Angreifer hielt sich nach Angaben der Polizei illegal in Israel auf. Er wurde infolge der Tat verhaftet.

Von: df

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Thu, 16 Sep 2021 10:42:00 +0200
<![CDATA[Weiter unter neuen Vorzeichen]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/09/15/weiter-unter-neuen-vorzeichen/ Ein Jahr ist eine zu kurze Zeit für eine umfassende Bilanz. Noch werden Möbel gerückt in den neuen Botschaften, die die beteiligten Länder wechselseitig eröffnet haben. Aber es zeichnen sich erste Erfolge, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven ab.

Erfolge

Offensichtlich sind die Abkommen, die Israel im vergangenen Jahr mit arabischen Regierungen geschlossen hat, weit mehr als nur ein strategisches Sicherheitsbündnis gegen den Iran. Besonders im wirtschaftlichen Sektor kann sich in Zukunft ein großes Potenzial entfalten. In der Vergangenheit gab es in allen betroffenen Ländern Gesetze, die Handel mit Israel unter Strafe stellten. Wirtschaftliche Zusammenarbeit war nur unter der Hand möglich – inoffiziell oder illegal.

Inzwischen sind alle Boykott-Gesetze aufgehoben. Besonders zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist eine regelrechte Euphorie zu spüren, die neuen Chancen voll auszuschöpfen. Das Geschäftsvolumen hat sich in kürzester Zeit vervielfacht. Schon studiert der erste Emirati an der Universität Herzlia. Ein Hochschulabkommen hat dies ermöglicht. Solche Kooperationen hat es mit Ägypten und Jordanien noch kaum gegeben. Dabei haben die beiden Länder schon vor Jahrzehnten Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet.

Auch ihre erste große Bewährungsprobe haben die neuen Bündnispartner schon hinter sich: Trotz der heftigen Kämpfe zwischen Israel und der Hamas im Mai hat keines der Länder auch nur einen Teilrückzug angetreten.

Herausforderungen

Jedes Land bringt seine eigenen Herausforderungen mit. In Marokko beispielsweise stehen die traditionell guten Beziehungen des Königshauses zu Israel einer ablehnenden Bevölkerungsmehrheit gegenüber. Das ist zwar in den VAE und Bahrain ähnlich, aber die kleinen Golfstaaten haben weniger mit politischer Opposition zu kämpfen als die bevölkerungsreichen Länder in Nordafrika. Laut einer Studie der „Anti Defamation League“ von 2014 liegt der Zustimmungswert zu antisemitischen Aussagen in der Bevölkerung von Marokko, den VAE und Bahrain bei 80 Prozent. Zum Sudan liegen keine Werte vor, aber es dürfte ähnlich sein. Hier zeigt sich eine Schwäche der Abkommen: Es sind Verträge auf Regierungsebene, die noch gar keine Rückschlüsse auf die Beziehungen zwischen den Völkern zulassen. Am Montag trafen sich die UN-Botschafter der beteiligten Länder zu einer kleinen Jubiläumsfeier in New York. Der sudanesische Vertreter fehlte. Dass er der Einladung nicht gefolgt ist, lässt sich auf massiven Widerstand im Innern zurückführen.

Das Beispiel der VAE zeigt, dass eine Normalisierung auch auf persönlicher Ebene zumindest angestrebt wird. Aber Direktflüge zwischen Tel Aviv und Abu Dhabi bergen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken für Israel. Gleichzeitig zeigen eben jene Direktflüge einen weiteren Knackpunkt: Saudi-Arabien. Die sunnitische Hegemonialmacht hat zwar selbst kein Abkommen unterzeichnet, aber die Friedensschlüsse von Bahrain und den VAE mit Israel befürwortet. Sonst wäre es gar nicht erst zu Gesprächen gekommen, und Überflugrechte hätten israelische Passagiermaschinen dann auch nicht bekommen.

Die Freude aus Europa über die Abraham-Abkommen war von Anfang an eher verhalten. Zum einen hatten die Länder der EU jahrelang gepredigt, dass ein Frieden mit der arabischen Welt erst dann möglich sein würde, wenn der Konflikt mit den Palästinensern im Sinne einer „Zwei-Staaten-Lösung“ beigelegt sei. Die „verfrühten“ Abkommen haben das Gegenteil bewiesen. Zum anderen wurden die Verträge ausgerechnet von zwei missliebigen „Hardlinern“ ausgehandelt: Donald Trump und Benjamin Netanjahu. Dem damaligen amerikanischen Präsidenten und dem israelischen Premier hätte man alles zugetraut, nur keinen Frieden. Entsprechend skeptisch waren die Reaktionen.

Tatsächlich wird sich erst noch herausstellen müssen, wie tragfähig die Abkommen auch unter der Regierung von Joe Biden sein werden. Denn entscheidende Teile seiner Politik unterscheiden sich maßgeblich von der bisherigen. Trump hatte den arabischen Ländern für die Friedensschlüsse großzügige Zugeständnisse gemacht. So hat er etwa Marokkos Souveränität über die Westsahara anerkannt – ein Schritt, den Biden bislang nicht rückgängig gemacht hat, aber auch sicher nicht gegangen wäre. Den Sudan hat Trump kurzerhand von der Lister terrorfördernder Staaten gestrichen. Und er ist eine harte Linie gegen den Iran gefahren. Das hat die Annäherung arabischer Länder an die USA und Israel begünstigt. Präsident Biden hingegen will sogar die Atomverhandlungen wieder aufnehmen. Der gleichzeitige Abzug von US-Truppen aus Afghanistan und womöglich noch weiteren Ländern im Einflussbereich des Iran ist für die arabischen Bündnispartner so besorgniserregend wie für Israel. Nur hätten sie im Unterschied zum jüdischen Staat Möglichkeiten, sich mit dem Iran gutzustellen – allerdings auf Kosten der Abraham-Abkommen.

Zukunftsperspektiven

Es ist nicht abzusehen, wo die Friedensbemühungen in einem Jahr stehen werden. Entscheidend wird aber sein, in welchem Maße sie von Anreizen aus den USA abhängen. Trumps Politik wird nicht weiterverfolgt. Sie wäre auf Dauer auch nicht tragfähig gewesen. Israel muss zeigen, dass eine Aussöhnung auch ohne amerikanische Bestechung mehr Vorteile als Nachteile bringt.

Vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit hat Israel viel zu bieten. Die VAE sind dafür ein guter Partner. Aus Saudi-Arabien ist keine Annäherung an den Iran zu erwarten, und so wird das saudische Königshaus wohl weiter passiv unterstützend hinter den Abkommen stehen. Bislang halten sich die Saudis an den Grundsatz ihrer Friedensinitiative von 2002, Israel erst dann offiziell anzuerkennen, wenn ein unabhängiger palästinensischer Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt gegründet wurde. Allerdings sind sie schon einen ersten Schritt davon abgerückt, indem sie die kleinen Golfstaaten zum Frieden mit Israel quasi vorausgeschickt haben.

Der Konflikt um die Zukunft der Palästinenser kann sich erst entspannen, wenn der Rest der Welt aufhört, ihn künstlich zu schüren. Wenn Saudi-Arabien den Weg in ein Abkommen findet, wäre damit eine große Tür für weitere islamische Länder geöffnet. Wenn der Hamas der Geldhahn abgedreht wird und die arabischen Staaten in der UNO eine realistische Haltung zum Konflikt einnehmen, werden auch zwischen Israel und den Palästinensern wieder Verhandlungen möglich sein.

Von: Carmen Shamsianpur

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Wed, 15 Sep 2021 14:59:00 +0200
<![CDATA[Erster bahrainischer Botschafter bei Präsident Herzog]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/15/erster-bahrainischer-botschafter-bei-praesident-herzog/ JERUSALEM (inn) – Der erste bahrainische Botschafter in Israel, Chaled Jussuf al-Dschalahma, hat am Dienstag sein Beglaubigungsschreiben an Staatspräsident Jitzchak Herzog überreicht. Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor hatten die beiden Länder die Abraham-Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnet. An der Zeremonie am 15. September 2020 beteiligten sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate.

Herzog empfing zunächst die neuen Botschafter von Mexiko, Estland, Spanien, Griechenland und dem Vatikan. Zuletzt kam der bahrainische Diplomat an die Reihe. Nachdem der Präsident dessen Urkunde entgegengenommen hatte, hielten die beiden ein diplomatisches Treffen ab. Angestoßen wurde aus Rücksicht auf den muslimischen Gast mit Orangensaft, wie die „Jerusalem Post“ berichtet.

Nach dem Treffen erklärte Herzog vor der Presse: „Mutige Staaten unternehmen mutige Schritte. Die Abraham-Abkommen waren Frucht sowohl von Vision als auch von Macht.“ Die Beziehung zwischen Bahrain und Israel sei „ein Vorbild für den gesamten Nahen Osten“. Er hoffe, dass weitere Staaten dem Beispiel folgen würden. Das Staatsoberhaupt betonte, dass der Iran für beide Länder eine Bedrohung darstelle.

„Schritte in eine Zukunft von Frieden und Sicherheit“

Al-Dschalahma übermittelte persönliche Grüße von König Hamad Bin Isa al-Chalifa und Kronprinz Salman Bin Hamad al-Chalifa. Er bezeichnete es als „große Ehre“, Bahrains erster Botschafter in Israel zu sein. Friede sei die strategische Entscheidung des Königreiches. „Seine Majestät der König glaubt, dass Dialog, Verständnis und Vertrauensbildung vornehme Grundsätze und die Hauptgrundlagen für eine Zusammenarbeit zwischen Nationen und Völkern sind.“

Der Botschafter wünschte den israelischen Bürgern „Gesundheit, Wohlergehen, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand“. Er ergänzte mit Bezug auf die Abkommen: „Dies sind nicht nur mutige und historische Schritte. Es sind riesige Schritte in eine Zukunft von Frieden, Sicherheit und Wohlstand für uns alle.“

Der Präsident fragte Al-Dschalahma, was er in seiner Jugend über Israel gelehrt worden sei: „Waren Sie feindselig oder gleichgültig?“ Der Diplomat entgegnete: „Feindselig.“ Dies habe sich allerdings nicht aktiv ausgewirkt. „Wir hatten keinen Dialog – kein Verständnis dafür, was Israel ist.“

Al-Dschalahma war am 31. August in Israel eingetroffen. Eine Wohnung hat er noch nicht gefunden. Aber er und seine Ehefrau erführen „großzügige Gastfreundschaft“, sagte er. „Und wir genießen gutes Essen. Wir nehmen von allem etwas.“ Herzog erwiderte: „Warten Sie, bis Sie Gefilte Fisch probiert haben. Dann werden wir wissen, dass Sie es ernst meinen.“

Von: eh

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Wed, 15 Sep 2021 14:50:00 +0200
<![CDATA[Wenn Spiritualität den Materialismus ersetzt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/15/wenn-spiritualitaet-den-materialismus-ersetzt/ Zehn Tage der Buße und Umkehr läuten das jüdische Jahr ein. Sie münden am 10. Tischrei in den Großen Versöhnungstag Jom Kippur, der in diesem Jahr am Abend des 15. September beginnt. Aus diesem Anlass befasst sich die Nachrichtenseite „Algemeiner“ mit der Bedeutung der Zahl Zehn im Judentum.

Besonders bekannt sind die Zehn Gebote. Doch bevor das Volk Israel sie am Berg Sinai erhielt, erlebte es die ägyptische Sklaverei – und die Ägypter erlitten zehn Plagen. Ebenfalls auf diese Zahl bezogen ist der Zehnte, also der Anteil am Einkommen, den Juden Gott zur Verfügung stellen sollen. Viele Christen haben diese Tradition übernommen. Der Beitrag nennt auch die zehn Söhne des Judenhassers Haman, der den persischen König Ahasveros dazu aufstachelte, ein Massaker an der jüdischen Bevölkerung zuzulassen. Doch die jüdische Königin Esther stimmt ihren Mann um. Das Purimfest erinnert an diese Begebenheit.

Dass für einen Gottesdienst zehn religionsmündige Juden anwesend sein müssen, leitet sich aus der Geschichte des Erzvaters Abraham ab: Vor der Zerstörung der sündigen Städte Sodom und Gomorrha verhandelte er mit Gott und bat ihn, sie zu verschonen, wenn sich dort 50 Gerechte fänden. Gott willigte ein und ließ sich auf zehn Gerechte herunterhandeln, danach wandte er sich ab (1. Mose 18,22–33). Die Zahl der zehn Gottesdienstteilnehmer heißt auf Hebräisch „Minjan“.

Ninive als Vorbild

Jom Kippur gilt als der Schabbat schlechthin. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang fasten die meisten Juden an diesem Tag. In der Synagoge wird das Buch Jona gelesen. Der biblische Prophet widersetzte sich Gottes Auftrag, den Menschen in Ninive eine Bußpredigt zu halten. Stattdessen bestieg er ein Schiff, das ihn möglichst weit in die westliche Gegenrichtung bringen sollte – nach Tarsis in Spanien. Doch Gott brachte ihn zur Umkehr, er predigte den Menschen in Ninive das Gericht, und sie taten Buße. Die Stadt im heutigen Irak wurde nicht zerstört, weil Gott mit Gnade auf die Bußbereitschaft der Bewohner reagierte.

In 3. Mose 23,26–32 steht geschrieben: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, euch zu entsühnen vor dem HERRN, eurem Gott. Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden. Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt. Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.“

Bitte um Vergebung als Akt der Nächstenliebe

Die zehn Bußtage bieten Juden Gelegenheit, Gott und ihre Mitmenschen für Verfehlungen um Vergebung zu bitten. „The Algemeiner“ bringt dies in Zusammenhang mit dem Gebot aus 3. Mose 19,18: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Zudem verweist die Nachrichtenseite auf den antiken Gelehrten Hillel den Älteren, der sagte: „Tu deinem Nächsten nichts an, was dir selbst verhasst ist. Das ist die Grundlage der Tora, der Rest ist Kommentar.“ (Babylonischer Talmud, Schabbat 31a).

Im Hebräischen gibt es drei Wörter für Vergebung: slicha, mechila und kappara. Im täglichen Leben ist in Israel oft „slicha“ zu hören, wenn jemand etwa um Verzeihung bittet für ein versehentliches Anrempeln im Gedränge. Das Wort „mechila“ kann neben der Vergebung auch das Graben eines Tunnels bedeuten, wenn beispielsweise Häftlinge auf solche Weise aus einem Gefängnis entfliehen. Übertragen heißt das: Wer einem Menschen vergibt, dass dieser ihn verletzt hat, ist von der damit verbundenen Last befreit. Der Ausdruck „kappara“ wiederum ist mit „kippur“ verwandt. Die Betonung liegt hier auf der Reinigung. Durch die Vergebung ist es so, als wäre die Tat nie geschehen. Das macht Versöhnung möglich.

Manche schlachten angesichts des Jom Kippur einen Hahn. Dieser geht quasi stellvertretend für den Menschen in den Tod. Die Zeremonie trägt den Namen „Kapparot“.

Zu der Wortwurzel gehört auch die Bezeichnung „kaporet“, wie „The Algemeiner“ anmerkt. Damit ist die Bedeckung der Bundeslade im Heiligtum gemeint. Das davon abgeleitete Wort „kofer“ wiederum bezieht sich auf die Bedeckung der Arche Noah und des Altars im Tempel. Daher rühre eine Art geistliche Bedeckung (Kuppel), sie trenne das Heilige vom Alltäglichen: den Versöhnungstag vom Alltag, die Spiritualität vom Materialismus. Die Kopfbedeckung jüdischer Männer, bekannt als „Kippa“, spiegelt demnach eine geistliche Kuppel wider.

Ein Land steht still

Die meiste Zeit des Versöhnungstages verbringen Juden im Gebet. Jom Kippur ist der einzige Tag, an dem sie fünf vorgeschriebene Gebete sprechen. Ohnehin üblich sind das Abendgebet (Aravit oder Ma'ariv), das Morgengebet (Schacharit) und das Nachmittagsgebet (Mincha). Wie auch an anderen Festtagen gibt es spezielle Zusatzgebete, die unter dem Begriff „Mussaf“ zusammengefasst werden. Einzigartig ist das Ne’ila-Gebet, das nach Mincha gesprochen wird. Es verdeutlicht unter anderem, dass der Mensch sich für ein Leben nach Gottes Geboten entscheiden kann.

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 nach der Zeitrechnung betrat der Hohepriester am Jom Kippur das Allerheiligste. Er opferte einen Ziegenbock und schickte einen zweiten in die Wüste, nachdem er ihn symbolisch mit den Sünden des Volkes Israel beladen hatte. Nach dem Verlust des Heiligtums in Jerusalem ersetzten jüdische Gelehrte das Opfer durch Gebete. Viermal wirft sich ein Jude am Versöhnungstag zu Boden, sonst wird im Stehen gebetet.

Wie in der Bibel geboten, steht das öffentliche Leben in Israel an Jom Kippur still. Deutlich mehr noch als an einem gewöhnlichen Schabbat verzichten Juden auf das Autofahren, außer in Notfällen. Selbst viele Juden, die sich als weltlich einstufen, fasten und beten am Jom Kippur.

Richtlinien zur Vermeidung von Unfällen

Die freien Straßen bevölkern Kinder mit Fahrrädern, Skateboards und Rollschuhen. Doch dabei kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Organisation „BeTerem“ sorgt sich um die Sicherheit von Jungen und Mädchen. Nach ihren Angaben wurden von 2010 bis 2016 an den Versöhnungstagen in Israel 470 Kinder verletzt. Vor zwei Jahren starb der achtjährige Itaj Margie, als er von einem Auto überfahren wurde. Den Fahrer verurteilte ein Gericht zu neun Jahren Haft.

Um die Zahl der Unfälle einzudämmen, hat das Wirtschaftsministerium in diesem Jahr Richtlinien für Jom Kippur veröffentlicht. Da heißt es laut der Zeitung „Jerusalem Post“, auf Fahrrädern, Rollern, Inlinern und Skateboards müsse ein Warnhinweis zum zulässigen Höchstgewicht angebracht werden. Außerdem sind Schutzhelme Pflicht. Wenn Kinder auf den Straßen unterwegs sind, muss ein Erwachsener Aufsicht führen.

Das traditionelle Widderhorn, der Schofar, verkündet das Ende des Feiertags. Dieses hat viele symbolische Bedeutungen. So gilt es als moralischer Weckruf. Es steht für Optimismus, Bestimmung oder Demut. In der Bibel ist zu lesen, wie Abraham statt seines Sohnes Isaak einen Widder opferte (1. Mose 22). Und als das Volk Israel am Sinai die Zehn Gebote empfing, war der Schofar zu hören. Das Instrument erinnert auch an die Eroberung Jerichos unter Josuas Führung (Josua 6) und an Gideons Sieg über die zahlenmäßig übermächtige midianitische Armee (Richter 7).

Nach jüdischer Auffassung besiegelt Gott am Ende des Jom Kippur, wenn der Schofar ertönt, sein Urteil über das weitere Leben der Betenden. Deshalb wünschen Juden einander vor dem Versöhnungstag „Gmar chatima tova“ – eine gute Einschreibung in das Buch des Lebens. Wie auch am Schabbat kennzeichnet das Havdala-Gebet, das zwischen Heiligem und Weltlichem trennt, den Beginn des Alltags. Nun beginnen die Fastenden wieder mit Essen und Trinken. Manche fangen schon an, die Laubhütte für das bevorstehende Sukkot-Fest zu bauen.

1973: Überraschungsangriff am Fastentag

Ein schmerzliches Kapitel ihrer Geschichte verbinden Israelis mit dem Jom Kippur vor 48 Jahren: Am 6. Oktober 1973 griffen arabische Truppen während des hohen Feiertages Israel an. Trotz der Überraschung konnten die Israelis den Krieg am Ende für sich entscheiden. Er ging als Jom-Kippur-Krieg in die Geschichte ein, Araber nennen ihn „Oktoberkrieg“.

Von: Elisabeth Hausen

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Wed, 15 Sep 2021 12:31:00 +0200
<![CDATA[WDR setzt Start von „Quarks“ mit Moderatorin El-Hassan aus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/15/wdr-setzt-start-von-quarks-mit-moderatorin-el-hassan-aus/ Die Journalistin Nemi El-Hassan wird vorerst nicht das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks moderieren. Das gab der Sender am späten Dienstagnachmittag in einer Presseerklärung bekannt. „Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer“, weswegen eine „sorgfältige Prüfung“ geboten sei, heißt es darin. Der WDR betonte in der Stellungnahme, dass El-Hassan sich „klar gegen Antisemitismus, Hass und Gewalt“ positioniere. EL-Hassan ist in die Kritik geraten, nachdem am Montag bekannt wurde, dass sie 2014 am antisemitischen Al-Quds-Marsch teilgenommen hat.

Von: mas

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Wed, 15 Sep 2021 11:50:00 +0200
<![CDATA[Geldstrafe gegen Hamas verhängt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/15/geldstrafe-gegen-hamas-verhaengt/ Das Jerusalemer Bezirksgericht hat am Montag die Terror-Organisation Hamas wegen der Morde an drei Talmudschülern im Sommer 2014 zu einer Geldstrafe verurteilt. Diese beträgt umgerechnet rund 10 Millionen Euro und soll an die Familien von Naftalie Frenkel, Gil-Ad Scha'ar und Ejal Jifrach ausgezahlt werden. Die Morde führten damals zur Militär-Operation „Starker Fels“ gegen Terrorziele im Gazastreifen. Die Familien hatten ursprünglich 130 Millionen Euro gefordert. Die Organisation Schurat HaDin, die die Klage im Namen der Familien einreichte, kündigte Berufung an.

Von: df

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Wed, 15 Sep 2021 10:59:00 +0200
<![CDATA[Ida Nudel in Israel gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/15/ida-nudel-in-israel-gestorben/ Die jüdische Bürgerrechtlerin Ida Nudel ist am Dienstag mit 90 Jahren verstorben. Der am Schwarzen Meer geborenen Ökonomin war Anfang der 1970er Jahre die Ausreise aus der Sowjetunion verweigert worden. 1978 hängte sie ein Banner von ihrem Balkon mit der Aufschrift „KGB – geben Sie mir ein Visum“ und wurde daraufhin ins sibirische Exil geschickt. Erst 1987 erhielt sie die Erlaubnis, nach Israel zu gehen. Präsident Jitzchak Herzog nannte Nudel am Dienstag ein „Symbol des Heldentums Israels“. Sein Vater Chaim hatte die Dissidentin vor mehr als 30 Jahren im jüdischen Staat in Empfang genommen.

Von: ser

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Wed, 15 Sep 2021 10:30:00 +0200
<![CDATA[WDR zieht trotz Islamismus-Vorwurf vorerst keine Konsequenzen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/09/14/wdr-zieht-trotz-islamismus-vorwurf-vorerst-keine-konsequenzen/ Am Montagmorgen hat ein Bericht der „Bild“-Zeitung eine Islamismus-Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Ärztin und Journalistin Nemi El-Hassan. Die „Bild“-Zeitung wirft El-Hassan, die ab Oktober das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ moderieren soll, die Relativierung islamistischer Gewalt und Israelhass vor.

Das Boulevard-Medium bezieht sich dabei unter anderem auf ein Video der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) aus dem Jahr 2015. Darin erklärt El-Hassan: „Dschihad heißt, menschlich zu sein und zu bleiben“. Ihr eigener Dschihad bedeute, „freundlich und geduldig zu sein“. Fachkundige, die Dschihad mit Islamismus in Verbindung bringen, bezeichnet sie in dem Video als selbsternannte „Islamexperten“, die „nur ihre eigene Unwissenheit verwalten“ und mit Vorurteile, die Gesellschaft spalten würden.

Zudem nahm El-Hassan 2014 am antisemitischen Al-Quds-Marsch in Berlin teil. Nach Informationen der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurde dort unter anderem „Sieg Heil“ gerufen, der Holocaust verharmlost und zur „Vergasung“ von Juden aufgerufen.

WDR kündigt Gespräche an

Auf Nachfrage von Israelnetz erklärte der WDR, „jetzt“ von El-Hassan über ihre Teilnahme am Al-Quds-Marsch informiert worden zu sein. Aktuell befinde man sich im Austausch mit El-Hassan und könne vor Abschluss der Gespräche keine weiteren Fragen beantworten. Der WDR verwies zudem auf eine Stellungnahme auf den Sozialen Kanälen von El-Hassan. Darin distanziert sie sich von den antisemitischen Äußerungen des Al-Quds-Marsches. Von solchen Parolen und den Angriffen auf Juden habe sie erst im Nachhinein gehört. Auch habe sie sich erst im Nachgang mit den Hintergründen der Demo auseinandergesetzt. Deswegen sei es „ein Fehler“ gewesen, an der Demo teilzunehmen, resümiert die Journalistin.

Zum Video und dem Vorwurf der Relativierung von Islamismus äußert sich der WDR wie folgt: „Die Redaktion verfolgt die Diskussion auf Twitter zu dem aus dem Kontext gerissenen Ausschnitt des sechs Jahre alten Videos der Bundeszentrale für politische Bildung. In dem vollständigen Beitrag kann sie keine Relativierung erkennen.“

Große Empörung

Auf Twitter löste derweil El-Hassan einen Sturm der Entrüstung aus. Die Präsidentin der Jüdischen Studierenden Union Deutschland, Anna Staroselski, bezeichnete das Vorgehen des WDR als „no go“. Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour fragte, wie eine solche Person eine Wissensendung moderieren könne.

Die deutsch-jüdische Organisation WerteInitiative hat sich in einem offenen Brief an den WDR gewandt und eine transparente Aufarbeitung der Personalie El-Hassan gefordert. Die Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlichte diese auf ihrer Website.

Der ehemalige Grünen-Politiker Volker Beck schrieb: „Wer den Al-Quds-Marsch unterstützt, unterstützt eine Veranstaltung des iranischen Regimes und befindet sich nicht innerhalb der freiheitlich demokratischen Grundordnung.“

Der Ausdruck „Al-Quds“ bedeutet „die Heilige“. Es ist die arabische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. Der Al-Quds-Tag wurde vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1979 ins Leben gerufen. Er findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan statt. Seit Jahren wird er auch in mehreren europäischen Städten begangen.

Von: Martin Schlorke

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Tue, 14 Sep 2021 15:04:00 +0200
<![CDATA[Zwei Tote bei Flugzeugabsturz]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/14/zwei-tote-bei-flugzeugabsturz/ ATHEN (inn) – Beim Absturz eines Kleinflugzeuges in Griechenland ist am Montag ein israelisches Ehepaar ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich vor der Insel Samos nahe der Türkei. Offenbar hatte das einmotorige Flugzeug vom Typ Cessna 172 technische Probleme und war vom Radar verschwunden. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf griechische Medien. Die beiden Leichen wurden von der Küstenwache geborgen und sollen nach Israel überführt werden.

Bei den Unfallopfern handelt es sich um Chaim und Esti Geron. Die beiden 69-Jährigen waren am Nachmittag von Haifa abgeflogen. Chaim Geron hatte als Zeuge in einem der Korruptionsprozesse gegen den früheren Regierungschef und heutigen Oppositionsführer Benjamin Netanjahu (Likud) ausgesagt.

Anfangs gab es vier Verfahren gegen den Likud-Politiker, die „Akte 3000“ wurde mittlerweile eingestellt. Geron wurde im Zusammenhang mit der „Akte 4000“ als Zeuge aufgerufen. Dabei wird Netanjahu Machtmissbrauch vorgeworfen, als er von 2014 bis 2017 gleichzeitig Regierungschef und Kommunikationsminister war. Konkret geht es um die Förderung geschäftlicher Interessen von Schaul Elovitsch, dem Investor der Telekommunikationsgesellschaft Besek.

„Gericht legt fest, ob etwas kriminell ist“

Geron hatte in der Vergangenheit verschiedene hohe Positionen in dem Ministerium inne. Unter anderem war er Generaldirektor für Technik und Zulassung. Zu seinem Erscheinen vor Gericht sagte er im Mai 2020 dem Radiosender „103FM“, er habe über Glasfaserinfrastruktur in Israel, die Kommunikationsindustrie und Telefondienste ausgesagt. Auf die Frage, ob er jemals Zeuge einer kriminellen Aktivität im Ministerium geworden sei, antwortete er: „Nur das Gericht kann festlegen, ob etwas kriminell ist oder nicht.“

Der Prozess gegen Netanjahu wurde am Montag nach dreimonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Dabei war erneut der ehemalige Leiter der Nachrichtenseite „Walla“, Ilan Jeschua, vorgeladen. Er hatte im April erzählt, wie das Amt des Premierministers die Berichterstattung von „Walla“ beeinflusst habe. Gerons Tod indes dürfte den Prozess nicht beeinträchtigen, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

Von: eh

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Tue, 14 Sep 2021 13:39:00 +0200
<![CDATA[Herzog: Die Bibel fasziniert mich]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/14/herzog-die-bibel-fasziniert-mich/ Der israelische Präsident Jitzchak Herzog hat am Sonntag die Macher des Bibellese-Projektes „929“ eingeladen. Zu den Teilnehmern der Runde gehörte auch die Oberste Richterin Esther Hajut. Herzog betonte, er liebe die Bibel und fühle sich ihr mit ganzer Seele verbunden. Ein Teil der Faszination bestehe darin, dass die Texte so viele Deutungen zuließen. Auf diese Weise seien viele Lesergruppen angesprochen. „Diese Freiheit, sich auf den alten hebräischen Text zu beziehen und ihm neue Bedeutungen einzuhauchen, ist erstaunlich. Ich fand sie immer anziehend.“

Von: df

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Tue, 14 Sep 2021 10:59:00 +0200
<![CDATA[Palästinensische Lehrerin unter Top 50]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/14/palaestinensische-lehrerin-unter-top-50/ Bei der Auszeichnung „Global Teacher Prize 2021“ hat es eine palästinensische Lehrerin unter die Top 50 geschafft. Insgesamt gab es mehr als 8.000 Nominierungen aus 121 Ländern. Nesrin Qutaina unterrichtet in Hebron Naturwissenschaften und Mathematik. Sie setzt auf Kreativität und spielerisches Lernen. So sollen ihre Schülerinnen Lieder über Mathematik singen. Auf YouTube teilt sie ihre Erfahrungen, mehr als 12.000 Menschen folgen ihr. Der Preis der Varkey-Stiftung und der UNESCO ist mit 1 Million Euro dotiert. 2016 gewann ihn die palästinensische Lehrerin Hanan al-Hrub.

Von: eh

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Tue, 14 Sep 2021 10:48:00 +0200
<![CDATA[„Grundlage für tiefe Beziehungen in der Zukunft“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/14/grundlage-fuer-tiefe-beziehungen-in-der-zukunft/ SCHARM EL-SCHEICH (inn) – Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat am Montag den israelischen Premier Naftali Bennett (Jamina) in Scharm el-Scheich willkommen geheißen. Bennett sprach im Anschluss von einem „sehr wichtigen und sehr guten Treffen“ und ergänzte: „Wir haben die Grundlage für tiefe Beziehungen in der Zukunft gelegt.“

Bennett betonte außerdem laut Mitteilung des Regierungsamtes die wichtige Bedeutung Ägyptens für die Sicherheitslage mit Blick auf den Gazastreifen. Ferner sei der Friede mit Ägypten die Basis dafür, dass Israel immer mehr in Beziehungen mit den Ländern der Region trete.

Al-Sisi für „umfassenden Frieden“

Das Treffen ist das erste zwischen israelischen und ägyptischen Staatenlenkern seit einem Jahrzehnt. Al-Sisi lud Bennett im August dazu ein. Zuletzt hatte der damalige Premier und jetzige Oppositionsführer Benjamin Netanjahu (Likud) den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak (1928–2020) im Januar 2011 getroffen, damals auch in Scharm El-Scheich. Wenige Wochen später wurde Mubarak gestürzt. In den Jahren danach soll es jedoch immer wieder zu geheimen Arbeitstreffen zwischen den Staatenlenkern gekommen sein, weiß die Nachrichtenseite „Times of Israel“.

Das ägyptische Präsidialamt teilte mit, Al-Sisi habe gegenüber Bennett seine Unterstützung für einen „umfassenden Frieden im Nahen Osten“ bekräftigt. Dieser basiere hinsichtlich der Palästinenser auf einer „Zwei-Staaten-Lösung“. Zugleich sei es im Lichte anhaltender Verhandlungen wichtig, dass es zwischen Israel und den Palästinenern ruhig bleibt.

Zahlungsmechanismus angelaufen

In den Tagen vor dem Treffen hatten palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen allerdings wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Dabei lief am Montag das neu vereinbarte Finanzierungsprogramm für den Gazastreifen an. Über die Vereinten Nationen soll demnach Geld aus Katar in den Gazastreifen gelangen und bedürftigen Familien zugute kommen. Israel will durch diesen Mechanismus sicherstellen, dass das Geld nicht in die Hände von Terroristen gelangt.

Meldungen in den vergangenen Tagen, dass Banken der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bei dem Mechanismus nicht mitmachen, scheinen hinfällig. Jedenfalls bestätigte das Büro des UN-Sonderbeauftragten für den Nahost-Friedensprozess, Tor Wennesland, am Sonntag, dass der Mechanismus startet.

Zu den weiteren Themen bei dem Treffen gehörten einige regionale Angelegenheiten: Die Rolle der Türkei im libyschen Bürgerkrieg sowie die Spannungen zwischen Ägypten und Äthiopien und wegen der „Großen äthiopischen Renaissance-Talsperre“. Ägypten befürchtet aufgrund des Bauprojekts, das im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll, Wassermangel am Nil.

Von: df

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Tue, 14 Sep 2021 10:29:00 +0200
<![CDATA[Vier entlaufene Terroristen wieder aufgespürt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/13/vier-entlaufene-terroristen-wieder-aufgespuert/ NAZARETH (inn) – Nach dem Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Gilboa haben israelische Sicherheitskräfte vier der sechs am Montag entlaufenen Häftlinge wieder gefasst. Dies geschah auf israelischem Staatsgebiet. Nun konzentriert sich die Suche nach den beiden flüchtigen Terroristen auf das Gebiet um Dschenin im Westjordanland.

Beim Aufspüren der vier Häftlinge halfen den Sicherheitskräften auch Hinweise aus der arabisch-israelischen Bevölkerung. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Jaqub Qadiri und Mahmud al-Arida wurden am späten Freitagabend in Nazareth gefasst. Beide gehören dem „Palästinensischen Islamischen Dschihad“ an.

Al-Arida gilt als Drahtzieher hinter dem Ausbruch. Er wurde unter anderem wegen Angriffen, bei denen Soldaten starben, zu lebenslanger Haft verurteilt. Qadiri sitzt in Haft, weil er 2004 einen Israeli ermordete. Beide waren 2014 an einem Ausbruchsversuch beteiligt.

Am Samstag konnten Sicherheitskräfte nahe Schibli-Umm al-Ghanam die Terroristen Sakaria el-Subeidi und Mohammed al-Arida festnehmen. Die Ortschaft liegt östlich von Nazareth, am Fuße des Berges Tabor. Mohammed al-Arida ist der jüngere Bruder des mutmaßlichen Drahtziehers. Er befindet sich seit 2002 wegen verschiedener Terrorvergehen in Haft. El-Subeidi wird unter anderem Mord zur Last gelegt. Er gehört zu den Kommandeuren der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden, einer Untergruppe der Fatah vom palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Verwandte eines Flüchtigen festgenommen

Noch auf freiem Fuß befinden sich hingegen Iham Kamamdschi und Munadil Naifjat. Letzterem wird Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe – dem Islamischen Dschihad – vorgeworfen. Er floh aus der Verwaltungshaft, die terroristischen Aktivitäten vorbeugen soll. Kamadschi wiederum ermordete 2006 einen 18-jährigen Israeli. Ein Bruder und ein Cousin Kamadschis wurdenim Rahmen der Suche laut palästinensischen Medienberichten vorläufig festgenommen.

Indes äußerte sich die Kommissarin des Gefängnisdienstes, Katy Perry, zu der gelungenen Flucht aus dem Gilboa-Gefängnis. Im vergangenen Jahrzehnt seien 300 Ausbruchsversuche vereitelt worden, sagte sie am Montag vor dem Knessetausschuss für öffentliche Sicherheit. Verhöre mit den Wiederverhafteten ergaben derweil, dass sie bei dem Ausbruch keine Hilfe von außen erhalten hatten.

Hamas: Entkommene werden Teil eines Häftlingsdeals

Palästinenser betrachten die Entflohenen weiterhin als „Helden“. Aus der Hamas hieß es, die sechs Häftlinge würden Teil eines neuen Deals für einen Gefangenenaustausch. Sie würden mit erhobenen Häuptern freigelassen, prophezeite ein Sprecher des bewaffneten Hamas-Flügels, Abu Obeida, am Samstag im Fernsehen.

„Dass die Helden des Freiheitstunnels wieder verhaftet wurden, kann nicht die Wahrheit ihrer ehrenhaften Arbeit oder die Größe der Schande und der Blamage verbergen, die den israelischen Sicherheitsbetrieb befallen hat“, zitiert die Webseite „Days of Palestine“ den Sprecher. „Wenn die Helden des Freiheitstunnels es diesmal geschafft haben, sich unterirdisch zu befreien, versprechen wir ihnen und unseren freien Häftlingen, dass sie bald oberirdisch befreit werden, so Allah will.“

Von: eh

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Mon, 13 Sep 2021 15:03:00 +0200
<![CDATA[Überlebender des Seilbahnunglücks nach Israel gebracht]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/13/ueberlebender-des-seilbahnungluecks-nach-israel-gebracht/ Der einzige Überlebende des Seilbahnunglücks in Italien, der mittlerweile sechsjährige Eitan Biran, ist von seinem Großvater mütterlicherseits, Schmuel Peleg, nach Israel gebracht worden. Am Samstag erstattete die Tante Aja Biran-Nirko, die sein gesetzlicher Vormund ist, Anzeige wegen „Entführung“. Dem widerspricht die andere Tante, Gali Peleg. Sie sagte, Eitan sei heimgekommen. Die Verwandten der Mutter in Israel hätten nichts über seinen Zustand erfahren. Eitan hatte bei dem Unfall seine Eltern, den kleinen Bruder und die Großeltern väterlicherseits verloren. Die Familie lebte in Italien.

Von: eh

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Mon, 13 Sep 2021 12:25:00 +0200
<![CDATA[Knesset-Medaille für letzten Babi-Jar-Überlebenden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/13/knesset-medaille-fuer-letzten-babi-jar-ueberlebenden/ JERUSALEM (inn) – Der letzte bekannte Überlebende des Massakers von Babi Jar in der Ukraine hat am Sonntag eine Anerkennungsmedaille der Knesset erhalten. Knessetsprecher Mickey Levy überreichte sie aus Anlass des 80. Jahrestages an Michael Sidko, der damals sechs Jahre alt war.

Levy sagte dazu, er habe Sidko versichert, dass das Gedenken an dessen Familie und die anderen Todesopfer immer gewahrt bleiben werde. Bei der Zeremonie waren auch der Vorsitzende der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dajan, und der amtierende Vorsitzende der Jewish Agency, Ja'akov Hagoel, zugegen.

Ein Gedenken der Namen

Derzeit ist die Errichtung eines Gedenkzentrums in Kiew geplant. Es soll 2023 eröffnet werden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Natan Scharanski, forderte bei der Zeremonie in der Knesset zu einem Besuch der Gräuelstätte in der Ukraine auf. Er versicherte Sidko, dass die Namen seiner Familie beim offiziellen Gedenken in Kiew im Oktober genannt werden.

Bei dem Massaker am 29. und 30. September 1941 in der Kiewer Schlucht Babi Jar (auch: Babin Jar) ermordeten die Nationalsozialisten etwa 33.700 Juden. Dies gilt als größte einzelne Mordaktion an jüdischen Menschen im Zweiten Weltkrieg. Bis November 1943 erschossen die Nazis dort zwischen 70.000 und 100.000 Juden, sowjetische Kriegsgefangene, Partisanen und Roma.

Sidko wurde Zeuge, wie die Nazis seine Mutter, seinen kleinen Bruder Volodja und die Schwester Clara erschossen. Er und sein Bruder Grischa wurden „verschont“; offenbar waren sie für Zwangsarbeit oder medizinische Experimente ausgewählt. Später wurden die beiden gerettet, weil ein polnischer Nachbar die beiden Jungen als seine Söhne ausgab.

Von: df

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Mon, 13 Sep 2021 12:25:00 +0200
<![CDATA[Das iranische Kabinett]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/09/13/das-iranische-kabinett/ Insgesamt 19 Männer hat der iranische Präsident seinem Parlament als Minister vorgeschlagen. Einer von ihnen, der ein eher „unwichtiges“ Amt als Bildungsminister bekleiden sollte, wurde abgelehnt. Er habe zu wenig Fachwissen. Es ist anzunehmen, dass dieses Prozedere einen Anschein von Demokratie erwecken soll. Tatsächlich hat nämlich das Parlament bei der Besetzung wenig mitzureden, ebenso wenig wie der Präsident selbst.

Denn auch hier gilt, dass der oberste geistliche Führer des Iran, Ali Chamenei, das letzte Wort hat. Die Wahl der „wichtigen“ Kabinettsmitglieder wie Außen-, Innen- und Verteidigungsminister wird von vornherein mit ihm abgestimmt. Aber auch auf den anderen Posten hätte niemand eine Chance, der ihm nicht genehm ist. Raisi hat jetzt drei Monate Zeit, um eine neue Person für das Bildungsministerium vorzuschlagen. Vielleicht wird es ja eine Frau. Damit würde der Präsident eines seiner Wahlversprechen einlösen. Unmöglich ist das nicht. In der zweiten Amtszeit von Mahmud Ahmadinedschad (2009–2013) hatte es bereits eine Gesundheitsministerin gegeben.

Das Kabinett ist mit einem Durchschnittsalter von knapp über 50 das jüngste in der Geschichte der Islamischen Republik. Kaum ein Minister bringt Regierungserfahrung mit. Dafür zeichnen sich viele durch enge Verbindung zur Revolutionsgarde aus. Indem Raisi ihre Kommandeure in die Regierung holt, will er womöglich verhindern, dass diese „Armee der Wächter der Islamischen Revolution“ ein Eigenleben entwickelt.

Innenminister

Ein ehemaliger Kommandeur der Auslandstruppe der Revolutionsgarden, Ahmad Vahidi (63), ist der neue iranische Innenminister. Gegen ihn liegt ein internationaler Haftbefehl vor, weil er 1994 bei dem Anschlag auf das jüdische Zentrum in Buenos Aires beteiligt gewesen sein soll. Unter Ahmadinedschad war Vahidi Verteidigungsminister. Er steht wegen Menschenrechtsverletzungen auf der Sanktionsliste der USA.

Außenminister

Neuer Außenminister wird Hossein Amir Abdollahian (57). Er war Botschafter in Bahrain und bis 2016 stellvertretender Außenminister für arabische und afrikanische Angelegenheiten. Abdollahian ist bestens vernetzt mit den Revolutionsgarden, aber auch nach Syrien, in den Irak und den Jemen, mit der Hisbollah im Libanon und mit der Hamas. Als Bahrain und Israel im Herbst 2020 einen Friedensvertrag schlossen, twitterte Abdollahian in Bezug auf Regierungsvertreter Bahrains, diese würden am Ende „das Schicksal der zionistischen Schweine teilen. Verräter an Al-Quds und Palästina werden keine Zukunft haben.“ Der Westen blick mit Sorge auf den neuen Gesprächspartner in den Atomverhandlungen. Aber es zeichnet sich ab, dass dafür in Zukunft der Oberste Nationale Sicherheitsrat zuständig sein wird.

Ölminister

Dschavad Udschi (54) wird neuer Ölminister. Auch dieses wichtige Amt wird nicht ohne vorherige Absprache mit dem Revolutionsführer besetzt. Er war früher bereits stellvertretender Ölminister und Geschäftsführer eines staatlichen Gasunternehmens.

Minister für Straßenbau

Das Amt für Bau und Infrastruktur untersteht in Zukunft Minister Rostam Kasemi (57). Er war früher Ölminister und ebenfalls ein Kommandeur in der Revolutionsgarde.

Informationsminister

Ismail Chatib (50) wird das Ministerium für Nachrichtenwesen leiten. Das bedeutet, dass er für den Geheimdienst zuständig ist. Künftige Anschläge und Morde im Ausland werden über seinen Schreibtisch gehen. Auch er wurde von Ajatollah Ali Chamenei persönlich für den Posten bestimmt.

Gesundheitsminister

Neuer Gesundheitsminister wird Bahram Einollahi (63). Er ist treu der Regierungslinie gegen westliche Corona-Impfstoffe. Dabei sterben im Iran mangels Impfungen zur Zeit täglich rund 700 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Sportminister

Der iranische Minister für Sport heißt Hamid Sadschadi Hasawe (52). Er steht fest zur Tradition seines Landes, iranische Athleten bei Wettkämpfen nicht gegen israelische Sportler antreten zu lassen. Denn das würde einer Anerkennung Israels als Land gleichkommen. Er nannte Israel ein „Kindermörder- und Besatzungsregime“.

Weitere Neubesetzungen

Auch andere hohe Posten wurden im Sinne der neuen „Hardliner“-Regierung neu besetzt. Raisi ernannte Rolam Hossein Esmaili zu seinem Stabschef. Sein Name steht ebenso auf westlichen Sanktionslisten wie der von Mohammed Mochber, Raisis Vizepräsident. Mit Ali Schamchani wurde ein weiterer Garde-Kommandeur ernannt. Er wird Chef des Sicherheitsrates. Und auch die Präsidentschaftskandidaten, die kurz vor der Wahl zugunsten Raisis ihre Kandidatur zurückgezogen haben, werden nicht leer ausgehen. Einer von ihnen, Alireza Sakani, wurde am 2. September Bürgermeister von Teheran.

Von: Carmen Shamsianpur

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Mon, 13 Sep 2021 11:28:00 +0200
<![CDATA[Lapid gedenkt des 11. September]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/09/13/lapid-gedenkt-des-11-september/ Der israelische Außenminister Jair Lapid hat am Sonntag des Terroranschlags vom 11. September vor 20 Jahren gedacht. Bei der Zeremonie vor dem Außenministerium in Jerusalem senkten Marine-Soldaten, die bei der US-Botschaft stationiert sind, eine amerikanische Flagge auf Halbmast. Lapid erklärte, die Terroristen seien gescheitert: Die Menschen in den USA hätten weder ihre Werte noch ihren Lebenswandel aufgegeben. Israel teile mit den USA diese Werte, darunter Freiheit und Toleranz. Daher sei ein Angriff auf Amerika ein Angriff auf Israel.

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Mon, 13 Sep 2021 10:57:00 +0200
<![CDATA[„Eigentlich hatte ich frei an diesem 11. September“]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/09/11/eigentlich-hatte-ich-frei-an-diesem-11-september/ ehemalige Chefredakteur von Israelnetz, Christoph Zörb, erinnert sich an die redaktionellen Herausforderungen an jenem Tag.]]> Als ich den Fernseher einschaltete, stürzte gerade ein Turm des World Trade Centers in sich zusammen und begrub die Südspitze Manhattans unter einer Wolke aus Staub. Wolfgang Baake (Geschäftsführer Christlicher Medienverbund KEP, Anm. d. Red.) hatte kurz vorher aus dem Auto angerufen. In Amerika habe es offenbar Terroranschläge gegeben. In New York und Washington. Auf das World Trade Center, das Pentagon und (so hieß es fälschlicherweise zuerst) auch auf das State Department. Das amerikanische Außenministerium hatten Wolfgang Baake und ich erst vier Wochen zuvor mit einer Gruppe internationaler Journalisten besucht.

Eigentlich hatte ich frei an diesem 11. September. Aber es war klar, dass ich in die Israelnetz-Redaktion musste. Anders als die Fernsehsender, die live die Bilder kommentierten und den ein oder anderen Experten zuschalteten, wollten wir die Dinge einordnen in den Kontext des Nahen Ostens. Doch ich merkte bald: Das war ein Ding der Unmöglichkeit in diesen ersten Stunden. Viele Fragen waren offen, zu viele Informationen waren noch unter dem Staub und Dreck der Anschlagsorte verborgen.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Telefonate zwischen Wetzlar und Jerusalem hin und her gingen an diesem Nachmittag und Abend. Es waren sehr viele. Uns allen war klar, dass da etwas Ungeheuerliches geschehen war.

Wir haben an diesem Abend hauptsächlich die Berichterstattung von „Arutz Scheva“ und der „Jerusalem Post“ mit Quellenangabe in unsere Meldungen eingebaut. Über Araber in Nordisrael und Samaria, die vor Freude über die Anschläge Süßigkeiten verteilten (was stimmte) und einen jüdischen Architekten, der eine fünfstellige Zahl von Toten allein in New York befürchtete (was, Gott sei Dank, nicht stimmte). Was hätten wir auch sonst tun können?

Christoph Zörb (52) war von Mai 1994 bis Dezember 2002 beim Christlichen Medienverbund KEP (heute: Christliche Medieninitiative pro) in Wetzlar tätig. Er war zudem Mitbegründer und erster Chefredakteur von Israelnetz.

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Sat, 11 Sep 2021 15:57:00 +0200
<![CDATA[20 Jahre nach dem 11. September träumt der Westen von moderaten Taliban]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2021/09/10/20-jahre-nach-dem-11-september-traeumt-der-westen-von-moderaten-taliban/ Die Geldgeber und Verhandlungspartner in Form von EU, USA und UNO verfolgen mit Spannung die Ereignisse in und um Kabul. Dass die Taliban ihren Herrschaftsbereich nach dem Abzug aller westlichen Truppen ausbauen würden, war abzusehen. Die blitzartige, kampflose und umfassende Machtübernahme kam jedoch für viele überraschend. Ebenso überraschend war, wie „moderat“ sich die Taliban in ihren ersten öffentlichen Auftritten gaben: Frauen sollten sich zwar verschleiern, aber arbeiten und zur Schule gehen dürfen. Beamte der vorherigen Regierung hätten keine Verfolgung zu befürchten, ebenso religiöse und ethnische Minderheiten.

Würden sich diese Versprechungen als tragfähig erweisen, würde zum ersten Mal in der Geschichte der Beweis erbracht, dass das islamische Recht, die Scharia, als Grundlage eines Staates mit allgemeinen Menschenrechten vereinbar ist. Darauf hoffen viele im Westen, um Wirtschaftsbeziehungen pflegen zu können und internationale Hilfen nicht einstellen zu müssen.

Doch das neue, freundliche Gesicht der Taliban widerspricht ihren fundamentalen Glaubenssätzen, nach denen Frauen und Andersgläubige weniger Rechte haben und schnell ihr Recht auf Leben verwirken können. Unter der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 standen Frauen unter Hausarrest. Selbst zum Arztbesuch durften sie nur mit männlicher Begleitung gehen. Aber da sie nicht arbeiten durften, auch nicht im medizinischen Bereich, und Männer keine Frauen berühren durften, war eine Behandlung quasi ausgeschlossen und sie starben an den einfachsten Krankheiten.

Der 11. September hat sich seit 2001 bis heute jährlich wiederholt. Im Schnitt ist die durchschnittliche Zahl an Terror-Opfern in Afghanistan pro Jahr sogar höher gewesen. Nur waren die Ermordeten keine Amerikaner, sondern afghanische Zivilisten – tausende jedes Jahr, Tendenz eher steigend als abnehmend. Aus taktischen Gründen versuchen nun die Terroristen, ihre blutdurstigen Rekruten solange stillzuhalten, bis ihr „Islamisches Emirat Afghanistan“ und sie als Herrscher offiziell anerkannt werden. Aber schon jetzt bröckelt die Fassade nur allzu offensichtlich. Da werden Listen geführt und Journalisten aufgespürt. Frauen werden wieder aus dem öffentlichen Leben verbannt. Eine soll hingerichtet worden sein, weil sie nach dem Gusto der Gotteskrieger nicht gut gekocht hatte.

Verhandeln um jeden Preis

Trotz solcher Berichte will der demokratische Westen scheinbar unbedingt mit den Taliban verhandeln. Dazu behilft er sich mit dem Konstrukt eines Kampfes zwischen radikalen und „gemäßigten“ Terroristen – so wie er im Iran an ein Tauziehen zwischen „Hardlinern“ und „Reformern“ glaubt. Jahrzehntelange Worte, Taten und zugrundeliegende Ideologien werden einfach ausgeblendet. Um nach dem Abzug der amerikanischen Truppen einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten, wurde der sogenannte „Doha-Prozess“ in Gang gesetzt – der Name bezieht sich auf die katarische Hauptstadt. Die damalige Regierung Afghanistans sollte sich mit den Taliban arrangieren.

Zuvor hatten die USA am 29. Februar 2020 ein Abkommen mit dem Titel „Bringing Peace to Afghanistan“ (Frieden nach Afghanistan bringen) unterzeichnet. Und zwar mit den Taliban. Um als Friedenspartner anerkannt zu werden, sollten die Taliban sich unter anderem von nicht näher genannten „terroristischen Gruppen“ distanzieren. Nicht etwa von Terror. Auch nicht vom Handel mit entführten, versklavten jungen Frauen. Oder vom Völkermord an der afghanischen Volksgruppe Hasara. Das Abkommen wurde parallel zu Mord, Verstümmelung und Menschenhandel unterzeichnet, ausdrücklich unterstützt vom deutschen Auswärtigen Amt.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich noch im Juni 2021 zuversichtlich, dass die Taliban an Verhandlungen nicht vorbeikommen würden. Sie müssten „zur Kenntnis nehmen“, erklärte Maas, „dass es kein ‚Zurück ins Jahr 2001‘ geben wird.“ Dagegen stände eine selbstbewusste afghanische Zivilgesellschaft. Nur besteht diese Zivilgesellschaft zu über 60 Prozent aus verarmten, verängstigten Analphabeten. Etwa doppelt so viele Frauen wie Männer können nicht lesen und schreiben. Sie sind ungefähr so selbstbewusst wie die ebenso schlecht bezahlte wie ernährte afghanische Armee, die nach dem Abzug der US-Truppen nicht einmal mehr eine Luftwaffe besaß. Afghanische Zivilisten werden sicher nicht den Taliban die Stirn bieten. Waren sie doch jahrelang das Hauptangriffsziel der Terroristen. Regelmäßig waren die Hälfte bis drei Viertel der afghanischen Terror-Opfer Zivilisten.

Nein – wenn jemand die afghanische Zivilbevölkerung vor einer drohenden Terrorherrschaft schützen könnte, dann wäre es der demokratische Westen. Der müsste dazu nicht nur klare Kante gegen die Taliban zeigen, sondern auch gegen Pakistan, von wo die Taliban existenzielle Unterstützung erhalten. Nur gilt Pakistan gleichzeitig als unabkömmlicher NATO-Partner, „insbesondere in Bezug auf Afghanistan, wo ein gemeinsames Interesse an der Bekämpfung des Extremismus“ bestehe. Der Widerspruch könnte größer kaum sein. Die Formulierung entstammt dem Einleitungssatz über die Beziehungen zu Pakistan auf der offiziellen Webseite der NATO. Pakistan hat zwar bis 2014 den ISAF-Truppen Transit-Rechte gewährt. Sonst hätten sie sich einen anderen Nachschubweg für ihren Afghanistan-Einsatz suchen müssen. Aber hätte Pakistan den Taliban nicht mit Geld, Ausbildung, Rückzugsmöglichkeiten und sogar tausenden pakistanischen Soldaten geholfen, hätte es den Einsatz vielleicht gar nicht gegeben.

Zwei Regierungen in Afghanistan

Heute sind die Taliban zweifellos die stärkste Kraft in Afghanistan und somit „ernstzunehmen“. Sie arbeiten auf Hochtouren daran, sich als alternativlos darzustellen. Die blutigen Anschläge der Terror-Organisation „Islamischer Staat“ am Flughafen in Kabul im August kamen in dieser Hinsicht nicht ungelegen. Zum einen finden die Taliban im IS eine Terror-Organisation, von der sie sich „distanzieren“ können, zum anderen können sie in dessen Schatten ihren Nimbus der „moderaten“ Terroristen stärken.

Fast wäre die Anerkennung des Emirats eine Leichtigkeit, säße da nicht noch ein legitimer Nachfolger des geflüchteten Präsidenten im Pandschir-Tal nördlich von Kabul. Dort organisiert der afghanische Vize Amrullah Saleh mit den verbliebenen Soldaten den Widerstand gegen die Taliban. In einem handschriftlichen Brief an den „Spiegel“ bezeichnete er den Doha-Prozess als den „Anfang vom Ende“. Das Emirat der Taliban werde er niemals anerkennen. Er steht einer Übermacht gegenüber, aber „Patrioten“ seien bereit, „das höchste Opfer zu bringen“. An den Westen gewandt weist er darauf hin, dass es „immer noch eine Lösung“ gebe: „Drohen Sie Pakistan mit konkreten Sanktionen, fordern Sie eine politische Lösung. Erkennen Sie die legitime Herrschaft des nationalen Widerstands in Pandschir an und bieten Sie diesem Ihre moralische und politische Unterstützung an.“ Es ist allzu unwahrscheinlich, dass es zu diesem Schritt kommen wird. Die kampfeswillige, aber schwache Opposition gegen den Terror empfängt normalerweise keine nennenswerte Unterstützung. Nicht die Kurden gegen den IS, nicht die iranischen Demonstranten gegen das Mullah-Regime, nicht die frustrierten Palästinenser gegen die Hamas, und auch nicht die neue, legitime afghanische Regierung gegen die Taliban.

Das derzeit letzte Lebenszeichen von Saleh ist eine Videobotschaft vom 3. September. Er dementierte darin Nachrichten, laut denen die Taliban das Pandschir-Tal restlos eingenommen hätten und er nach Tadschikistan geflohen sei. Die Situation sei schwierig. Die Taliban hätten Telefon und Strom abgestellt und das Tal von der Versorgung abgeschnitten. Sie würden Männer aus Pandschir über die Minenfelder führen und als „Räumwerkzeuge“ einsetzen. Aber der Nationale Widerstand werde sich dem Terror nicht beugen.

Derweil haben die Taliban am Dienstag ihre neue Regierung vorgestellt. Ganz an der Spitze stehen Top-Terroristen. Die USA habe Millionensummen auf sie ausgesetzt. Ein Sprecher der Taliban ließ verlautbaren, sie seien gerne bereit, sogar mit Amerika zu sprechen. Die Amerikaner seien willkommen, wenn sie in Afghanistan Wiederaufbau-Hilfe leisten wollten. Die USA zeigen sich nicht gänzlich abgeneigt. Ein Sprecher des Außenministeriums teilte mit, die Regierung werde die Taliban an ihren Taten, nicht ihren Worten messen. Außerdem bedauere sie, dass keine Frauen im Kabinett der Terroristen säßen – als würde eine Frauenquote im Terror-Regime einen Unterschied machen. Egal, wie viele Kämpfer noch im Pandschir-Tal ausharren: Sie werden bald aufgerieben sein. Dann steht den Verhandlungen nichts mehr im Wege.

Antisemitismus ausgeblendet

Die Ereignisse in Afghanistan bestärken Israel darin, die Kontrolle über das Westjordanland zu behalten und sich in Fragen der Grenzsicherung nicht auf internationale Truppen zu verlassen. Sie bestärken aber auch die Hamas und andere Terrorgruppen in der Hoffnung, dass sich Islamismus gegen westliche Kräfte durchsetzen kann. Und genau das ist die fatale Botschaft des Westens an den Islamismus: „Unser Selbstschutz geht vor. Wir bekämpfen den Terror nur im eigenen Land. Solange ihr uns in Ruhe lasst, könnt ihr machen, was ihr wollt. Wir behandeln euch dann als ernstzunehmenden Global Player und als Gesprächspartner.“

Die westliche Welt ist weder hilflos noch ahnungslos. Der Terror ist für sie schlichtweg bedeutungslos, solange er nicht sie selbst betrifft. Diese Rechnung wird am Ende nicht aufgehen. Nur eine finanz- und logistikstarke Gruppe kann einen Anschlag wie 9/11 ausführen. Und sie wird es auch. Dabei geht es längst nicht nur um die Taliban in Afghanistan. Es ist das gleiche Prinzip bei der Hisbollah im Libanon, den Revolutionsgarden im Iran, der Hamas im Gazastreifen und weniger publik auch im Westjordanland. Terroristen schwingen sich zu Staatsoberhäuptern empor und werden dort international anerkannt.

Selbst wenn die Hamas und die Hisbollah ganz oder teilweise als Terrorgruppen eingestuft werden, bleiben Hintertüren für Verhandlungen offen. Solange die Islamisten nur ihre eigene Bevölkerung ausnehmen und terrorisieren, sind sie dabei völlig ungestört. Im Gegenteil: Sie empfangen sogar Hilfsgelder für die verarmten Untertanen und finanzieren damit ihre Waffenprogramme. Bei Hamas und Taliban ist dies gemeinhin bekannt. Die Taliban finanzieren sich außerdem durch exzessiven Drogen-, Sex- und Menschenhandel. Niemand kann ernsthaft glauben, die bewaffneten bärtigen Schlächter könnten sich über Nacht „gemäßigt“ haben.

Große Gefahr für Israel

Besonders gefährlich ist diese naive Hoffnung für Israel. Denn es steht ganz oben auf der Abschussliste aller islamistischen Gruppen. Bei den Taliban ist das nicht so offensichtlich wie bei Hamas und Hisbollah, die direkt an Israels Grenzen operieren. Der Einflussbereich der Taliban scheint auf Afghanistan beschränkt zu sein – natürlich abgesehen von der engen Verbindung zu Pakistan. Dabei ist der Antisemitismus das verbindende Element, wenn nicht gar der Kern aller islamistischen Gruppen über theologische Grenzen hinweg.

Das World Trade Center wurde 2001 als vermeintliche Schaltzentrale eines „internationalen Finanzjudentums“ angegriffen. Antony Summers und Robin Swan beschreiben in ihrem Buch „The Eleventh Day“ den Hass auf Israel als den Faktor, der die Mörder vereint habe. Die USA seien als Schutzmacht Israels angegriffen worden. Osama Bin Laden selbst hatte in einer Erklärung mit dem Titel „Dschihad gegen Juden und Kreuzfahrer“ sein antisemitisches Weltbild offengelegt: Das Ziel der USA sei es, durch Kriege Israel zu dienen und von der Besatzung Jerusalems und dem Mord an den dortigen Muslimen abzulenken. Es sei die Pflicht eines jeden Muslims, die Amerikaner und ihre Verbündeten zu töten und die Al-Aqsa-Moschee zu befreien. Ganz in diesem Sinne haben die Taliban im Zuge ihrer „Regierungsbildung“ angekündigt, mit allen Ländern außer Israel Beziehungen pflegen zu wollen.

Im Laufe des israelisch-palästinensischen Konflikts hat der Westen eingeübt, den Vernichtungsantisemitismus islamistischer Terrorgruppen herunterzuspielen oder auszublenden. Auch die eher nationalistisch als islamistisch strukturierte Fatah, die Israel als Friedenspartner präsentiert wird, trägt ihren Judenhass offen zur Schau. Palästinenserchef Mahmud Abbas (Fatah) würde – wäre er deutscher Staatsbürger – im Gefängnis sitzen. Wegen Holocaustleugnung und Mitgliedschaft bezieungsweise Unterstützung terroristischer Vereinigungen. Aber in Bezug auf Israel gelten andere Maßstäbe.

2013 hat der damalige US-Außenminister John Kerry Israels ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) eingeladen, sich ein Modell für eine mögliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts anzuschauen. Nach diesem Modell könne Israel sich aus dem Westjordanland zurückziehen und es den USA überlassen, die Terroristen in Schach zu halten. Die geheime Reise sollte nach Afghanistan gehen. Netanjahu hat dankend abgelehnt.

Erinnerung an israelische Erfahrungen in Libanon und Gaza

Israel ist eines der wenigen, wenn nicht das einzige Beispiel eines Landes, das feindliche Terrorgruppen so weit unter Kontrolle hält, dass für die Bürger des Landes ein Leben in Freiheit und Demokratie noch möglich ist. Die böse „Überraschung“ in Afghanistan ist eine Erfahrung, die Israel in abgewandelter Form mit verheerenden Folgen bereits zweimal hinter sich hat: Nach dem militärischen Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 und dem Gazastreifen 2005 hat sich das hinterlassene Machtvakuum mit Terror gefüllt. Die Hisbollah im Libanon und die Hamas in Gaza konnten sich seitdem zu schlagkräftigen Terrorarmeen entwickeln. Der Schutz der Menschen in Israel ist eine immense Herausforderung. Diese Herausforderung wird weiter wachsen, je mehr der Westen terroristische Strukturen auf der Welt zulässt und gleichzeitig Israel sogar für Defensivmaßnahmen wie Mauern und Checkpoints verurteilt.

Der Fall Afghanistans ist auch ein Sieg für den Iran, dessen Führung sich ähnliche Szenarien für Syrien und den Irak wünscht: Dass die Amerikaner abziehen, die Länder dem Chaos überlassen und der Iran seinen Einflussgürtel um Israel enger ziehen kann. Die iranische Führung hat sich nach bitteren Streitigkeiten in der Vergangenheit mit den Taliban ausgesöhnt und unterstützt offen deren Emirat. Auch Russland und China sind nicht abgeneigt. Die Fronten, die sich hier auftun, betreffen längst nicht nur Afghanistan, sondern bedrohen Israel und die gesamte freie Welt. Trotzdem wird bald Ruhe einkehren. Nämlich dann, wenn ein paar symbolische „Ortskräfte“ ausgeflogen wurden und mit den letzten Soldaten auch die letzten Kameras aus Kabul abziehen. Die Regierungen von den USA, Deutschland und anderen beteiligten Ländern sowie die Gesellschaften, die sie vertreten, werden zur Tagesordnung übergehen. Bis sie sich irgendwann zu erpressbar gemacht haben oder der nächste islamistische Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt „passiert“.

Von: Carmen Shamsianpur

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Fri, 10 Sep 2021 15:30:00 +0200
<![CDATA[Lapid spricht mit Lawrow über Syrien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/10/lapid-spricht-mit-lawrow-ueber-syrien/ MOSKAU (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) hat am Donnerstag in Moskau seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Dieser sprach anschließend von einer freundlichen und vertrauensvollen Atmosphäre.

Lapid legte zunächst einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten nieder. Er würdigte den Beitrag der Sowjetunion zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus: „Israel erkennt die Rolle der UdSSR beim Sieg über das Naziregime an und erinnert sich an sie“, sagte er gemäß einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums. „Dasselbe gilt für die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung von Vernichtungslagern und Ghettos, einschließlich das Ghettos von Budapest – es war das Ghetto meines Vaters.“ Der Vater, der mittlerweile verstorbene israelische Politiker Josef „Tommy“ Lapid, war damals 13 Jahre alt.

Unterstützung vor Staatsgründung gewürdigt

Auch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen mit Lawrow griff Lapid das Thema wieder auf: „Die Rote Armee befreite die Welt von Tyrannei und Rassismus. Sie befreite auch einen 13-jährigen Jungen im Ghetto. Drei Jahre später unterstützte das russische Volk die Gründung des Staates Israel.“

Der israelische Außenminister sprach auch über die Gefahren des iranischen Atomprogramms. Die Welt müsse den Iran um jeden Preis daran hindern, Nuklearwaffen zu erlangen, betonte er.

Lapid wies ferner auf mehr als eine Millionen Russisch sprechender Menschen hin, die heute in Israel leben. „Einer von ihnen ist unser Tourismusminister, Joel Kostia Rasvosov, der hier bei uns ist", ergänzte der Ersatzpremier. Rasvosov stammt ursprünglich aus der ostrussischen Stadt Birobidschan am Fluss Amur.

Lawrow: Israels Sicherheit als legitimes Interesse in Syrien

Der russische Außenminister Lawrow begrüßte die Normalisierung zwischen Israel und mehreren arabischen Ländern. Er bekundete Russlands Bereitschaft, den Übergang zu einem direkten Dialog zwischen Israelis und Palästinensern zu erleichtern.

Auf die Frage eines Medienvertreters, ob die beiden Minister die israelischen Angriffe in Syrien diskutiert hätten, entgegnete Lawrow laut Mitteilung seines Ministeriums: „Wir haben alle Aspekte des syrischen Friedensprozesses diskutiert. Die Lage ist schwierig und wird bislang nicht leichter. Vor allem, weil zu viele externe Akteure und deren Interessen in diese Prozesse involviert sind. Einige dieser Interessen sind legitim, wie Israels Sicherheit. Wir betonen immer, dass dies für uns eine der wichtigsten Prioritäten in der syrischen Sache ist, ebenso wie in anderen Konflikten.“

Zu unrechtmäßigen Interessen gehöre unter anderem die „illegale Besatzung eines bedeutenden Teils des syrischen Gebietes durch die Vereinigten Staaten und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die dem syrischen Volk gehören, einschließlich Kohlenwasserstoffe, Getreide und Wasser“. Auch die US-Politik, „die kurdischen Separatismus hinnimmt“, zählte er dazu.

Mit Bezug auf israelische Angriffe auf syrischem Gebiet sagte Lawrow: „Ich bekräftige, dass wir es stark ablehnen, dass sich die Syrische Arabische Republik in ein Theater der Konfrontation zwischen Drittländern verwandelt. Wir wollen nicht, dass syrisches Gebiet für Aktionen gegen Israel oder einen anderen benutzt wird.“ Militärvertreter diskutierten die praktischen Aspekte täglich intensiv. „Ich denke, das hat sich als nützlich herausgestellt. Heute sind wir übereingekommen, dass es fortgesetzt wird.“

Von: eh

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Fri, 10 Sep 2021 15:29:00 +0200
<![CDATA[Warum Israelis in Berlin leben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/10/warum-israelis-in-berlin-leben/ Eine Rezension von Martin Schlorke]]> Warum ziehen Israelis nach Berlin? Dieser Frage widmet sich die 30-minütige rbb-Dokumentation „Echtes Leben: Heimat gesucht! Israelis in Berlin“. Doch bereits die erste Person, die im Film vorgestellt wird, hat keine typische Biografie. Nirit zog bereits 1987 nach Berlin, beziehungsweise Westberlin – also lange bevor Berlin sich so großer Beliebtheit bei jungen Israelis erfreute, wie heute. In ihrer neuen Heimat sei sie damals als Jüdin wahrgenommen worden, erzählt sie. Diese Identitätszusschreibung war neu für sie. In Israel sei sie dagegen nur als Israelin wahrgenommen worden. Bis heute hadert sie mit der neuen Zuschreibung. Denn obwohl Nirit als eine der versiertesten Stadtführer für jüdischen Themen gilt, ist ihr persönlich das Judentum fremd.

Ihr 22-jähriger Sohn Joel entdeckt dagegen gerade sein Jüdisch-Sein. Das führt innerhalb der Familie zu regelmäßigen Diskussionen. Joel erklärt, seine Mutter habe Angst, dass er strenggläubig werden könnte. Joel selbst ist in Deutschland geboren, besitzt aber auch die israelische Staatsbürgerschaft. Er arbeitet im Bundestag als Besucherbetreuer. Auch dort wird er regelmäßig auf seine jüdische Identität angesprochen. Ein Thema, das er ungern mit Fremden besprechen will.

Gründe für Berlin gibt es viele

Protaginsten sind auch Dory und Moshe. Das homosexuelle Paar kam erst vor zwei Jahren von Tel Aviv nach Berlin. Zuvor lebten sie in Paris. Die beiden Israelis verstehen sich als Migranten und fühlen sich in dieser Rolle wohl. Berlin mache es Migranten wie ihnen einfach, erklären sie. Grundsätzlich würden sie aber nicht an einen Ort gehören, sondern an alle Orte. Heimat ist für Dory und Moshe auch die hebräische Literaturszene der Stadt, in der sie als Promis gelten. In der Doku begibt sich Dory auf Ahnensuche nach seiner aus Berlin stammenden Familie – und wird fündig. Für ihn mache die Tatsache, dass seine Vorfahren in Berlin begraben liegen, die Stadt ebenfalls zur Heimat.

Die Doku macht ganz praktisch sichtbar, welche Vielzahl an Faktoren Berlin zur spürbaren Heimat von Israelis werden lässt: Studium, neue Freunde, der Wohlfühlfaktor eines weltoffenen und toleranten Berlins oder die eigene Familiengeschichte. Fast schon ungewohnt, aber dafür umso angenehmer, ist zudem die Tatsache, dass die Doku jüdisches und israelisches Leben in Deutschland beleuchtet, ohne dass der Holocaust oder Antisemitismus eine Rolle spielen. Klar ist allerdings auch: Es gibt unzählig viele weitere Gründe für Israelis, Berlin als eine neue Heimat anzunehmen.

Die Dokumentation „Echtes Leben: Heimat gesucht! Israelis in Berlin“ wird am Sonntag, 12. September, ab 17:30 Uhr, in der ARD ausgestrahlt. Anschließend ist sie in der Mediathek abrufbar.

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Fri, 10 Sep 2021 15:09:00 +0200
<![CDATA[Weltverband sperrt algerischen Judoka für 10 Jahre]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/09/10/weltverband-sperrt-algerischen-judoka-fuer-10-jahre/ Die Internationale Judo-Föderation (IJF) hat den algerischen Sportler Fethi Nourine für zehn Jahre gesperrt. Das gab der Verband am Donnerstag bekannt. Die Sperre gilt ab sofort und betrifft neben Nourine auch dessen Trainer Amar Benikhlef. Noruine hatte sich im Rahmen der Olympischen Spiele geweigert, gegen den Sudanesen Mohamed Abdalrasool anzutreten, um nicht in der nächsten Runde auf den Israeli Tohar Butbul zu treffen. Aus Sicht der IJF steht das Verhalten des Algeriers „im totalen Gegensatz zur Philosophie“ des Verbands. Nourine erklärte dagegen, stolz auf seine Entscheidung zu sein.

Von: mas

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Fri, 10 Sep 2021 11:29:00 +0200
<![CDATA[Herzog lädt zu Bußgebet ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/10/herzog-laedt-zu-bussgebet-ein/ In Vorbereitung auf den Versöhnungstag Jom Kippur hat Israels Staatspräsident Jitzchak Herzog am Donnerstag zu einem Slichot-Gebet eingeladen. In der Synagoge seiner Residenz wies er darauf hin, dass dieses Bußgebet in der Mehrzahl formuliert ist: „Wir und unsere Väter haben gesündigt.“ Dazu lieferte Herzog eine Erklärung: „Die jüdische Beichte, die in der 1. Person Plural vorgetragen wird, umarmt den Sünder und sagt: ‚Du hast gesündigt, aber du bist immer noch ein Teil von uns. Wir alle sind schuldig.‘“ Jom Kippur ist in diesem Jahr am 16. September, die neun Tage davor sind jüdische Bußtage.

Von: eh

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Fri, 10 Sep 2021 11:16:00 +0200
<![CDATA[Suche nach Häftlingen geht weiter]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/09/09/suche-nach-haeftlingen-geht-weiter/ JERUSALEM (inn) – Israelische Sicherheitskräfte sind weiter bemüht, die sechs am Montag geflohenen Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis Gilboa in Gewahrsam zu nehmen. Die Abriegelung der Palästinensergebiete wurde deswegen bis Samstag um Mitternacht verlängert. Warenübergänge sind aber seit Mittwochabend wieder geöffnet. Zudem veranlasste der Generalstabschef Aviv Kochavi die Aufstockung der an der Suche beteiligten Sicherheitskräfte.

Neben Spezialkräften der Armee, Polizeieinheiten und dem Inlandsgeheimdienst Schabak sind auch Einheiten zur Unterstützung aus der Luft an der Suche beteiligt. Unklar ist allerdings, in welchem Gebiet sich die Flüchtigen aufhalten. Nach Angaben der „Jerusalem Post“ könnten sich die geflohenen Häftlinge auch nach Jordanien abgesetzt haben. Der Polizeisprecher Eli Levy erklärte, dass die Sicherheitskräfte alles unternehmen würden, um die Flüchtigen zu fangen.

Gewalttätige Auseinandersetzungen

Am Mittwoch traf sich Premierminister Naftali Bennett (Jaminia) mit Vertretern israelischer Sicherheitsinstitutionen zu einer Lagebesprechung. Daran nahmen Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß), der Minister für öffentliche Sicherheit, Omer Barlev (Avoda), und weitere hochrangige Vertreter israelischer Sicherheitsbehörden teil. Anschließend warnte Bennett vor der Dynamik innerhalb der palästinensischen Gesellschaft, die durch die Häftlinge entstehen könnte. Israel sei aber auf jedes Szenario vorbereitet, erklärte Bennett.

Welche Dynamiken Bennett damit meinte, zeigte sich am Mittwochabend. Im Westjordanland fanden mehrere Solidaritätskundgebungen für die Flüchtigen statt. Nahe Hebron und in Bethlehem ist es dabei zu Angriffen von Demonstranten auf israelische Sicherheitskräfte gekommen. In der Nähe von Ramallah wurden Soldaten mit „scharfen Geschossen“ attackiert, berichten israelische Medien.

Zu Angriffen auf Sicherheitskräfte kam es auch in Gefängnissen. Dazu hatten ebenfalls palästinensische Terrorgruppen aufgerufen. In Ketziot und Rimon setzten Häftlinge ihre Gefängniszellen in Brand.

Von: mas

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Thu, 09 Sep 2021 15:00:00 +0200
<![CDATA[Wie sich Frauen in der israelischen Gesellschaft behaupten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/09/wie-sich-frauen-in-der-israelischen-gesellschaft-behaupten/ BERLIN (inn) – Die eine war die erste Bürgermeisterin in Israel, die andere hat bereits in jungen Jahren Erfahrung in der Diplomatie. Bei der Friedrich-Naumann-Stiftung kommen die frühere Gesundheitsministerin Jael German und die arabische Menschenrechtlerin Bissan Salman zu einem Videogespräch zusammen. Beide betonen, dass die Unterstützung aus ihrem Umfeld für ihre Karriere sehr wichtig gewesen sei.

Den englischen Webtalk am Mittwoch moderiert Britta Weck. Sie zitiert zur Einführung aus der israelischen Unabhängigkeitserklärung von 1948, die eine Gleichheit der Rechte unabhängig vom Geschlecht vorsieht. Die Gründerväter und -mütter hätten sicherstellen wollen, dass Frauen gleichberechtigt sind. Doch nicht immer stimme die Theorie mit der Praxis überein.

Jael German ist aus Herzlia zugeschaltet. Die 74-Jährige wurde 1998 Bürgermeisterin dieser Stadt, als erste Frau in Israel erhielt sie einen solchen Posten. Damals vertrat sie die linksgerechtete Meretz-Partei. 2013 kandidierte sie für „Jesch Atid“ vom heutigen Außenminister Jair Lapid für die Knesset. Sie erhielt den dritten Listenplatz und wurde Gesundheitsministerin. Ende 2014 endete ihre Amtszeit wegen der Auflösung der Knesset. Danach war sie in der Opposition, 2020 legte sie ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen nieder. Vor einem Monat wurde sie zur neuen Botschafterin für Frankreich ernannt, nach eigenen Angaben fühlt sie sich dafür fit genug.

Bissan Salman lebt derzeit in London, wo sie an der renommierten „School of Economy“ in Wirtschaftswissenschaft ihr Masterstudium absolviert hat. Die 28-Jährige stammt aus Ramle, dort besuchte sie eine „sehr konservative“ christlich-orthodoxe Privatschule, wie sie in dem Gespräch sagt. Studiert hat die Araberin auch an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan bei Tel Aviv. Sie war bisher unter anderem politische Beraterin für die japanische Botschaft in Israel.

Unerwartet zwei Drittel der Wählerstimmen

German erzählt von ihrem Start in die Politik, der sehr hart gewesen sei. Doch nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den Bürgermeisterposten kamen zuerst Glückwünsche von Frauen, und dann auch von Männern. Zu Beginn des Wahlkampfes wurden ihr 2 Prozent der Stimmen zugetraut, letztlich erhielt sie 67 Prozent – und blieb mehr als 13 Jahre lang Bürgermeisterin.

Auf die Frage, was sie zum politischen Engagement gebracht habe, spricht German von einer persönlichen Tragödie: Ihr Sohn fiel beim Armeedienst, sie trauerte ein Jahr. Danach habe sie gedacht, es müsse einen Sinn haben, dass „ein 19-Jähriger geht und ich hier bleibe“. Deshalb wollte sie etwas Bedeutungsvolles tun, einen Unterschied machen: ein besseres Leben für jeden ermöglichen – für Frauen, Araber, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, Alte. Den einzigen Weg dorthin sah sie in der Politik. Zunächst trat sie der radikal-säkularen Partei Schinui bei, 1993 kam sie für Meretz in den Stadtrat von Herzlia.

Rezept: Mut und Selbstvertrauen

German wandte sich in der nationalen Politik zu, weil Lapid sie 2013 ansprach: Er gründe eine neue Partei. Sie habe in Herzlia einen Wandel bewirkt. Ob sie sich das auch für Israel vorstellen könne. „Jesch Atid“ erhielt bei den anschließenden Wahlen 19 der 120 Knessetsitze. Als der Parteichef sie dann fragte, welchen Ministerposten sie anstrebe, meldete sie sich fürs Gesundheitsministerium. Dieses Amt habe damals niemand gewollt, es habe als hart gegolten. Sie habe die Herausforderung angenommen, Israels Gesundheitssystem zu verbessern. Ihre Amtszeit als Ministerin wertet sie im Rückblick als kurz, aber erfolgreich.

Mut und Selbstvertrauen seien das Rezept, mit dem Frauen Karriere machen könnten, ergänzt die Politikerin. „Kein Mann auf der Welt wird ein neues Amt ablehnen. Frauen denken immer, sie seien nicht gut oder gebildet genug.“ Doch sie müssten ein Amt ohne Zögern annehmen. Als sie Bürgermeisterin wurde, fühlte es sich so an, „als wäre ich in einen Ozean gesprungen“. Doch sie sei bald an die Wasseroberfläche gekommen und habe die Aufgabe als faszinierend empfunden.

„Zwei Gewichte auf den Schultern“

Salman weist darauf hin, dass sie als arabische Christin in Israel zu einer „Minderheit in der Minderheit“ zähle. Zwei Gewichte lasteten auf ihren Schultern, weil sie Frau und Araberin sei. Sie führe also einen doppelten Kampf, auch wegen des „palästinensischen Teils ihrer Identität“. In Israel werde sie zuerst als Araberin wahrgenommen und dann als Frau.

Zu dem politischen Engagement haben sie unter anderen ihre Eltern inspiriert. Sie arbeiteten in einer Behörde, die für Beziehungen zwischen Arabern und Juden zuständig ist. Schon früh habe sie den Wunsch gehabt, Verantwortung für ihr Volk und ihr Land zu übernehmen. So gebe sie die „Geschichte über die palästinensische Minderheit in Israel“ weiter. Dass sie sowohl von ihrer Familie als auch von der Schule Unterstützung für ihre angestrebte Laufbahn erhielt, bezeichnet sie als „ungewöhnlich“ und als „wichtige Zutat für den Erfolg“. In der Oberschule wurde sie auf internationale Kongresse eingeladen, wo sie auch Vorträge hielt. Derzeit ist sie Direktorin für Entwicklung und Außenbeziehungen bei der Regionalen Organisation für Frieden, Wirtschaft und Sicherheit (ROPES).

Mehr Einsatz für das gleiche Ziel

Einig sind sich die beiden Gesprächsteilnehmerinnen darüber, dass Angehörige von Minderheiten sich immer mehr anstrengen müssen als Vertreter einer Mehrheit. Im Wissen, dass Araber „Bürger zweiter Klasse“ seien, habe sie härter für gleiche Möglichkeiten gearbeitet, sagt Salman. Als sie vor zehn Jahren die Schule abschloss, seien alle aus der Klasse an die Universität gegangen: „Wir wissen, dass Bildung unser Mittel zum Erfolg ist.“

Die junge Frau ist mit den drei Sprachen Arabisch, Hebräisch und Englisch aufgewachsen. Sie hat einen Traum: dass Arabisch offizielle Sprache im israelischen Schulsystem wird. Die jüngste Veränderung mit den neuen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Ländern zeige, dass Arabisch an Bedeutung gewinne.

Der Webtalk mit den beiden Israelinnen ist Teil einer Reihe der Friedrich-Naumann-Stiftung: „Frauen an der Spitze ...“ Dabei sollen Frauen vorgestellt werden, die in verschiedenen Ländern Spitzenpositionen einnehmen. Die Stiftung will den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmen besonders hervorheben.

Von: eh

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Thu, 09 Sep 2021 14:47:00 +0200
<![CDATA[Arizona trennt sich von „Ben & Jerry’s“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/09/arizona-trennt-sich-von-ben-amp-jerrys/ Der US-Bundesstaat Arizona will keine Investitionen mehr in den Speiseeis-Hersteller „Ben & Jerry’s“ tätigen. Das gab das Finanzministerium am Dienstag bekannt. Hintergrund ist ein Gesetz in Arizona. Dieses untersagt, dass staatliche Einrichtungen Geld in Unternehmen investieren dürfen, die Israel boykottieren. Bisher hatte Arizona in den Mutterkonzern von „Ben & Jerry’s“, Unilever, jährlich 121 Millionen Euro investiert. Im Juli hatte der Speiseeis-Hersteller angekündigt, seine Waren nicht mehr in den sogenannten „israelisch besetzten palästinensischen Gebieten“ zu verkaufen.

Von: mas

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Thu, 09 Sep 2021 11:57:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 09. September 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/09/09/nachrichten-vom-09-september-2021/ Thu, 09 Sep 2021 11:36:00 +0200 <![CDATA[Schüler in Jerusalem lernen Kampftechnik „Krav Maga“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/09/schueler-in-jerusalem-lernen-kampftechnik-krav-maga/ JERUSALEM (inn) – Die Stadt Jerusalem soll sicherer werden. Deshalb erhalten dort Schüler demnächst Unterricht in der Kampftechnik „Krav Maga“. Dieser soll sie auf mögliche Gefahrensituationen vorbereiten, wie die Stadtverwaltung im August mitteilte.

Einem Bericht der Zeitung „Jerusalem Post“ zufolge ist der Kampfsport mit dem neuen Schuljahr Teil des Lehrplanes. Das Projekt trägt den Titel: „Krav Maga und Identifizieren von Risiken – Jerusalem zu einer sicheren Stadt machen“

Schutz gegen sexuelle Gewalt

Schüler der 9. und 10. Klassen in der israelischen Hauptstadt sollen Krav Maga lernen. Im Mittelpunkt steht der Schutz gegen sexuelle Gewalt. Ziel ist es, dass die Jugendlichen Situationen von sozialem Druck erkennen, die zu einem gefährlichen sexuellen Verhalten führen könnten.

In den vergangenen Jahren haben solche Übergriffe zugenommen. So wurde im August 2020 ein 16-jähriges Mädchen in einem Hotel in Eilat Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Daran beteiligten sich etwa 30 Männer.

Der hebräische Ausdruck „Krav Maga“ heißt wörtlich „Kontaktkampf“. Die Methode für Selbstverteidigung und Kampf wurde in der israelischen Armee entwickelt und kommt im Wehrdienst vor. Krav Maga konzentriert sich auf echte Situationen im israelischen Leben, wie etwa sexuelle oder terroristische Angriffe.

Von: eh

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Thu, 09 Sep 2021 10:57:00 +0200
<![CDATA[Israeli bei Unfall in der Ukraine getötet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/09/israeli-bei-unfall-in-der-ukraine-getoetet/ Ein Israeli ist bei einem Busunfall in der Ukraine am frühen Donnerstagmorgen ums Leben gekommen. Der Vater von zehn Kindern war zu Rosch HaSchanah zusammen mit 30.000 weiteren chassidischen Juden in die Stadt Uman gepilgert; dort befindet sich das Grab des Rabbi Nachman (1772–1810). Auf dem Rückweg zum Kiewer Flughafen verlor der Fahrer eines Minibusses die Kontrolle. Das Fahrzeug stieß mit einem anderen Bus zusammen. Ersthelfer des israelischen Rettungsdienstes United Hatzala, die wegen des Pilgerfestes im Land waren, konnten ihm nicht mehr helfen.

Von: df

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Thu, 09 Sep 2021 10:46:00 +0200
<![CDATA[Israelisches Radteam trainiert Sportlerinnen aus Ruanda]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/09/08/israelisches-radteam-trainiert-sportlerinnen-aus-ruanda/ KIGALI (inn) – Einmal wie Profis trainieren. Dieser Traum ist für acht ruandische Amateurradfahrerinnen in Erfüllung gegangen. Das israelische Profiteam „Israel Start-Up Nation“ hat die Sportlerinnen des „Bugesera Cycling Team“ acht Tage in ihrer ostafrikanischen Heimat besucht. Im Gepäck hatten sie neben Ausrüstung wie Trikots und Räder auch jede Menge Fachexpertise.

Zwischen den Trainingseinheiten gab es Vorträge zur richtigen Ernährung, dem Erstellen von Trainingsplänen und die Auswertung von Trainingsdaten. „Wir haben so viel gelernt und erfahren“, sagte die Teilnehmerin Laila Uwingabiri. Sie habe sich wie eine professionelle Radfahrerin gefühlt und soviel Neues erfahren, dass sie zwei Notizbücher gefüllt habe, berichtet sie auf der Webseite von „Israel Start-Up Nation“.

50 Räder für Kinder

Die Idee für dieses besondere Trainingslager hatte der in Ruanda tätige israelische Geschäftsmann Shaul Hatzir gemeinsam mit dem israelischen Radteam. Mit dem Projekt „#RacingForChange“ („Radfahren für Veränderung“) hatte er bereits in der Vergangenheit ein ähnliches Trainingslager organisiert. Neben dem Frauenteam erhält auch die Bevölkerung des Bezirks Bugesera im Osten des Landes Unterstützung. „Israel Start-Up Nation“ spendete insgesamt 50 Fahrräder.

Die Koordinatorin des Frauenradteams, Liliane Kayirebwa, sagte, dass mit dieser Spende das Team weiter vergrößert werde. Die Kinder könnten nun einfach zum Vereinsgelände kommen und sich ein Rad, inklusive Ausrüstung, ausleihen. Bei dem ersten offenen Training hätten rund 50 Kinder aus der Region das Angebot angenommen.

Von: mas

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Wed, 08 Sep 2021 14:44:00 +0200
<![CDATA[Mobileye künftig auf Münchens Straßen unterwegs]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/09/08/mobileye-kuenftig-auf-muenchens-strassen-unterwegs/ MÜNCHEN (inn) – Intel und sein israelisches Unternehmen Mobileye haben am Dienstag auf der Mobilitätsmesse IAA Mobility in München erstmals ein neues autonom fahrendes „Robotaxi“ vorgestellt. „Die Zukunft ist hier“, sagte der aus Deutschland stammende und früher für Daimler und Volkswagen aktive Mobileye-Manager Johann Jungwirth, nachdem er das Fahrzeug und dessen „Gehirn“ im Kofferraum präsentiert hatte: einen Computer, der nur wenig Platz wegnimmt.

Das orangefarbene Elektroauto soll bereits ab 2022 in München und Tel Aviv zum Einsatz kommen. In der bayerischen Landeshauptstadt kooperiert Mobileye dafür mit dem internationalen Mobildienstleister Sixt. Laut „Manager Magazin“ gehen hier 25 Fahrzeuge an den Start. Kunden können dann über verschiedene Apps eine Fahrt buchen. „Anfangs werden Sicherheitsfahrer an Bord sein, doch im Laufe des Jahres 2022 werden wir sie rausnehmen", wird Jungwirth von „Focus Online“ zitiert. Einige Genehmigungen müssen noch eingeholt werden.

Mobileye-Chef: Deutsche Vorreiterrolle

Mobileye, das bereits im vergangenen Jahr autonomes Fahren in München getestet hat, profitiert in Deutschland von einer neuen bundesgesetzlichen Regelung, die im Juli in Kraft getreten ist. Mit dieser hat die Politik auch Fahrzeugen der sogenannten Stufe 4, also autonomen Wagen ohne Sicherheitsfahrer, den Betrieb ermöglicht. Von Intel gab es dazu am Dienstag viel Lob. Mobileye-Chef Amnon Schaschua erklärte zudem, mit Partnern wie Sixt könne sein Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge „auf der ganzen Welt“ Realität werden lassen: „Wir freuen uns deshalb sehr, dass Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnimmt.“

Das Auto selbst ist ein Modell des chinesischen Herstellers NIO, ausgerüstet mit der Technologie zum autonomen Fahren aus Israel. Laut Mobileye basiert das System des Unternehmens auf drei Säulen. Die erste Säule bilden demnach Kameras und Lidar- sowie Radar-Sensoren, die rund um das Auto angebracht sind, die Umgebung wahrnehmen und dabei unabhängig voneinander operieren – „wahre Redundanz“ nennt Mobileye das und meint damit, dass durch zwei seperate Systeme die Sicherheit gesteigert wird. Die zweite Säule ist ein Kartensystem, die dritte Säule ein Sicherheitssystem. Laut Intel ist das Robotaxi das erste selbstfahrende Fahrzeug, das alle Funktionen der drei Mobileye-Säulen einsetzt.

Mobileye wurde 1999 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Jerusalem. 2017 einigte sich das Unternehmen mit Intel auf eine Übernahme für rund 15 Milliarden US-Dollar. Es entwickelt Fahrerassistenz- und Selbstfahrtechnologien. Laut eigener Auskunft werden diese von mehr als 25 Autoherstellern weltweit genutzt. Mehr als 300 Automodelle und mehr als 60 Millionen Fahrzeuge sind demnach bereits mit Mobileye-Technologie ausgestattet.

Von: ser

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Wed, 08 Sep 2021 14:40:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser bei Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/09/08/palaestinenser-bei-weltkonferenz-der-parlamentspraesidenten/ Der Palästinensische Nationalrat ist bei der Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten vertreten, die am Dienstag und Mittwoch in Wien tagt. Laut der Nachrichtenagentur WAFA hielt Delegationsleiter Asam al-Ahmad auch eine Rede zu nachhaltiger Entwicklung, in der er anprangerte, dass die „Besatzung“ diese konterkariere. Die Palästinenser könnten keine unabhängige Wirtschaft aufbauen, obwohl sie über Fähigkeiten verfügten. Der Nationalrat ist das Parlament der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (PLO), nicht zu verwechseln mit dem Legislativrat, dem Parlament der Autonomiebehörde.

Von: ser

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Wed, 08 Sep 2021 14:29:00 +0200