Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sat, 16 Jan 2021 07:05:16 +0100 <![CDATA[Bonsai-Garten von König Herodes entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/01/15/bonsai-garten-von-koenig-herodes-entdeckt/ JERICHO (inn) – In einem Garten des Winterpalastes von König Herodes haben Archäologen Hinweise auf besondere Zierpflanzen gefunden. In dem königlichen Garten in Jericho wurden Bonsai-Versionen von Kiefern, Zypressen, Zedern, Oliven und anderen Bäumen gezüchtet. Das berichtet das Archäologiefachmagazin „Strata“.

Die Wissenschaftler untersuchten versteinerte Pollen, die sie in Bodenproben des Gartens gefunden haben. Laut der Leiterin des archäologischen Labors an der Universität in Tel Aviv, Dafna Langgut, sind Pollen das haltbarste organische Material: Es kann in fossiler Form hunderttausende Jahre überleben. Darüber hinaus seien Pollen verschiedener Arten unter dem Mikroskop sehr gut zu unterscheiden und dadurch bestimmbar.

In den Bodenproben erwarteten die Wissenschaftler eigentlich Pollen von Zierpflanzen wie Rosen und anderen Blumen. Sie hofften Pflanzen zu finden, die für die Herstellung des rätselhaften Afarsemon-Balsams genutzt wurden. Das parfümierte Öl war in der gesamten antiken Welt bekannt und begehrt. Bekannt ist nur, dass für die Herstellung Pflanzen dienten, die rund um das Tote Meer angebaut wurden.

Pflanzenzucht als politisches Statement

Langgut sei von der Entdeckung der Bonsai-Pollen so überrascht gewesen, dass sie anfangs vermutete, die Proben seien kontaminiert gewesen, sagte sie gegenüber der Zeitung „Ha'aretz“. Gezüchtet wurden die Pflanzen in kleinen Töpfen, die die Gärtner einfach bewässern konnten. Geschicktes Beschneiden der Bäume haben schließlich zu einer Verzwergung der Bäume geführt.

Direkt neben dem Fundort der Töpfe hätten wahrscheinlich große Dattelpalmen gestanden, erklärt die Wissenschaftlerin. Das habe den Effekt der kleinen Bäume verstärkt. Generell sei das Ziel des Königs gewesen, seine Gäste zu beeindrucken: „Herodes war ein Größenwahnsinniger. Er wollte die Natur genauso kontrollieren wie seine Untertanen.“ Er habe so die Botschaft gesendet: „Ich kann sogar die Natur nach meinem Willen verändern.“

Darüber hinaus vermutet Langgut, dass Herodes mit Hilfe des Gartens kulturelle Nähe und Lehnstreue zu den Römern zeigen wollte. Im 1. Jahrhundert vor Christus seien Bonsai-Bäume überall im Römischen Reich in Mode gewesen.

Von: mas

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Fri, 15 Jan 2021 14:28:00 +0100
<![CDATA[Sheldon Adelson auf dem Ölberg beigesetzt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/15/sheldon-adelson-auf-dem-oelberg-beigesetzt/ Der verstorbene jüdisch-amerikanische Kasino-Mogul und pro-israelische Großspender, Sheldon Adelson, ist auf dem Ölberg in Jerusalem beigesetzt worden. Die Beerdigung fand am Freitag im engsten Familienkreis statt. Am Donnerstag hatten seine Ehefrau Miriam Adelson und der israelische Premier Benjamin Netanjahu die sterblichen Überreste am Ben-Gurion-Flughafen empfangen. Eine amerikanische und eine israelische Flagge umhüllten den Sarg. Adelson war ein wichtiger Unterstützer Netanjahus. Jener würdigte ihn als „jüdischen Patrioten“. Adelson war am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Von: tk

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Fri, 15 Jan 2021 14:05:00 +0100
<![CDATA[„Historischer“ Energiegipfel mit arabischen Ländern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/15/historischer-energiegipfel-mit-arabischen-laendern/ JERUSALEM (inn) – Erstmals in der Geschichte des Nahen Ostens haben am Donnerstag die Energieminister der Staaten Ägypten, Bahrain, Israel, Marokko, Sudan, Vereinigte Arabische Emirate und USA gemeinsam getagt. Marokko und der Sudan waren bei diesem Format neu dabei. Neben dem Thema Energie besprachen die zuständigen Minister bei der Videokonferenz auch Fragen zur Sicherheit und Infrastruktur.

Der israelische Energieminister Juval Steinitz (Likud) sprach laut der Verteilzeitung „Israel Hajom“ von einer „historischen Wegmarke“. Das im Januar 2019 gegründete Erdgasforum des östlichen Mittelmeeres (EMFG) wirke dabei als Wegbereiter. Es diene dazu, weitere Partnerschaften im Bereich alternative Energiequellen, Forschung und Zusammenschluss von Stromnetzen zu gründen.

Israel hatte im September vergangenen Jahres Abkommen zur Normalisierung mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen. Zuletzt kamen der Sudan und Marokko dazu. Seither haben die betreffenden Staaten zahlreiche Abkommen zum wirtschaftlichen und kulturellen Austausch vereinbart.

Von: df

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Fri, 15 Jan 2021 12:29:00 +0100
<![CDATA[Vorwurf: „Rabbiner stacheln jüdische Kinder zum Mord auf“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/15/vorwurf-rabbiner-stacheln-juedische-kinder-zum-mord-auf/ RAMALLAH (inn) – Ein als „Militärexperte“ vorgestellter Palästinenser hat schwere Vorwürfe gegen Rabbiner erhoben. Im offiziellen Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sagte er zunächst, sie riefen zum Töten von Nichtjuden auf. Später verschärfte er diese Aussage noch, wie die Organisation „Palestinian Media Watch“ (PMW) festgestellt hat.

Am 6. Januar wurde die verschärfte Äußerung im Fernsehen gesendet. Der „Experte“ Wassef Erekat sagte: „Die Juden, die israelischen Rabbis, indoktrinieren die jüdischen Kinder: ‚Tötet jeden, der nicht jüdisch ist.‘ Sie indoktrinieren die jüdischen Kinder: ‚Tötet die palästinensischen Kinder.‘“ Eine Spezifizierung der allgemeinen Anklage oder irgendeinen Beleg führte er nicht an.

PMW: In Wirklichkeit ist es umgekehrt

PMW hat das arabische Video mit englischen Untertiteln versehen. Die Organisation weist darauf hin, dass es eher umgekehrt ist: Immer wieder werden palästinensische Kinder aufgehetzt, Juden zu töten.

Einen konkreten Fall nennt PMW auch. Demnach hatte erst am 3. Januar der Fatah-Vertreter Abbas Saki solche Angriffe gelobt. Als Beispiel erzählte er von einem Vorfall aus der Zeit der „Ersten Intifada“ Ende der 1980er Jahre: Ein palästinensischer Junge habe einem amerikanischen Journalisten gesagt, er wolle mit dem Stein in seiner Hand Juden „abschlachten“, weil sie seinen Onkel getötet hätten.

Von: eh

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Fri, 15 Jan 2021 12:15:00 +0100
<![CDATA[Zwei Millionen Menschen geimpft]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/15/zwei-millionen-menschen-geimpft/ Eine Kindergärtnerin aus Ramle ist die zweimillionste Person, die in Israel geimpft wurde. Sie erhielt die Dosis am Donnerstag in Gegenwart von Premierminister Benjamin Netanjahu und Gesundheitsminister Juli Edelstein. Währenddessen wurden im Laufe des Donnerstags 9.172 Corona-Neuinfizierte registriert. Die Rate der positiven Tests ist im Vergleich zum Mittwoch nur leicht gesunken. Sie betrug am Donnerstag 7,6 Prozent. In einem ernsten Zustand befinden sich 1.097 Patienten, 263 müssen beatmet werden. Im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind bislang 3.869 Israelis.

Von: mas

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Fri, 15 Jan 2021 11:22:00 +0100
<![CDATA[Als irakische Raketen Israel trafen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/01/15/als-irakische-raketen-israel-trafen/ Vor 30 Jahren begann die Militäroperation „Wüstensturm“, nachdem der Irak im August 1990 in Kuwait einmarschiert war. Am 15. Januar 1991 lief ein Ultimatum ab, einen Tag später begannen die Alliierten ihre Offensive. Während des Krieges feuerte der Irak auch etwa 38 Raketen auf Israel ab. Bei den 19 Angriffen starben zwei Zivilisten. Etwa 70 weitere Todesopfer gab es durch Herzinfarkte und durch einen falschen Gebrauch von Gasmasken. Diese verteilte die israelische Armee an die Bevölkerung. Der Zweite Golfkrieg endete mit einem Waffenstillstand, der am 11. April 1991 in Kraft trat.

Von: eh

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Fri, 15 Jan 2021 11:10:00 +0100
<![CDATA[Die meisten Einwanderer ziehen nach Tel Aviv]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/15/die-meisten-einwanderer-ziehen-nach-tel-aviv/ Menschen, die nach Israel einwandern, lassen sich bevorzugt in Tel Aviv nieder. Das zeigt eine Auswertung des Rathauses. Im vergangenen Jahr zogen demnach mit 2.305 Neuisraelis rund 10 Prozent aller Einwanderer in die Küstenstadt. Ausschlaggebend dafür sei die tolerante Atmosphäre, die Arbeitsmöglichkeiten und das Nachtleben, erklärte der Leiter der städtischen Einwanderungsbehörde, Amir Dor. Tel Aviv ist das dritte Mal in Folge das vorrangige Ziel der Neuankömmlinge. An zweiter Stelle kommt Jerusalem, gefolgt von der Küstenstadt Netanja.

Von: df

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Fri, 15 Jan 2021 10:57:00 +0100
<![CDATA[Israels Botschafter trifft marokkanische Amtskollegin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/14/israels-botschafter-trifft-marokkanische-amtskollegin/ Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, hat sich am Mittwoch mit seiner marokkanischen Amtskollegin Zohour Alaoui getroffen. Issacharoff bezeichnete das Treffen als „große Freude“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit in Berlin, um die „Beziehungen in dieser neuen Zeit des regionalen Dialogs und der Normalisierung zu vertiefen und zu erweitern“. Hintergrund der Zusammenkunft ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen der beiden Länder.

Von: mas

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Thu, 14 Jan 2021 15:36:00 +0100
<![CDATA[Israel lobt Handbuch der Europäischen Kommission]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/14/israel-lobt-handbuch-der-europaeischen-kommission/ JERUSALEM / BRÜSSEL (inn) – Israel hat die Veröffentlichung eines Handbuches für die praktische Anwendung der „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ begrüßt. Hinter der Definition steht die Internationale Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA). Das 48-seitige Handbuch hat die Europäische Kommission publiziert. Erstellt wurde es von einer deutschen Organisation: der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Es ist unter dem englischen Titel „Handbook for the practical use of the IHRA Working Definition of Antisemitism“ erschienen.

Das israelische Außenministerium bekundete der EU-Kommission seine Anerkennung. Konkret lobte es die „kompromisslose Verpflichtung, das hässliche und gefährliche Phänomen des Antisemitismus zu bekämpfen, das weiter zunimmt“.

Das Handbuch hat nach Angaben der Autoren mehrere Ziele: So soll es die „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ mit Beispielen erklären und sie in den Kontext wirklicher antisemitischer Vorfälle und Verbrechen stellen. Zudem will es gute Praktiken für die Anwendung der Definition illustrieren.

Die Verfasser stellen am Anfang kurz vor, wo die IHRA-Definition zur Anwendung kommt. Das geschieht bereits in verschiedenen Ländern bei der Schulung von Polizisten, Juristen, Pädagogen, Beamten oder Menschenrechtlern. Wichtig sei die Definition auch für die Kategorisierung antisemitischer Vorfälle sowie bei Entscheidungsprozessen etwa von Regierungen, Justiz oder zivilgesellschaftlichen Organisationen.

„Israel als Ersatz für jüdische Kollektivität“

Bei den einleitenden Worten zur Arbeitsdefinition ist ein Zitat hervorgehoben, das sich auf Israel bezieht: „Manifestationen können das Abzielen auf den Staat Israel einschließen, der als jüdische Kollektivität angesehen wird. Doch Kritik an Israel, die ähnlich ist wie die an irgendeinem anderen Land, kann nicht als antisemitisch betrachtet werden.“

Dazu heißt es in dem Handbuch: „In bestimmten Formen der antisemitischen Äußerung kann Israel als Ersatz für eine angenommene jüdische Kollektivität dienen. Statt Israel zu ‚kritisieren‘ wie irgendeinen anderen Staat, drücken manche Formen von Antisemitismus direkten Hass ausschließlich gegen Israel aus oder wollen bei der Kritik jenes Landes doppelte Standards anlegen.“

Dabei würden oft antisemitische Ausdrücke verwendet, ergänzen die Verfasser. „Es ist antisemitisch, Juden für soziale Probleme, Konflikte oder Krisen verantwortlich zu machen, die nicht vom Verhalten von Juden herrühren, sondern nur als mit ihnen verbunden aufgefasst werden. Antisemitismus kann sich auch als Hass gegen Israel als ‚kollektiven Juden‘ im Kontext von wirklichem oder angeblichem Verhalten manifestieren.“

Geplante Vorlesung über angebliche jüdische Herrschaftspläne

Beispiele von antisemitischen Vorfällen aus verschiedenen europäischen Ländern illustrieren, in welchem Formen sich Judenhass äußern kann. So habe 2018 eine private Businessschule in Prag eine Vorlesungsreihe über „Geheimgesellschaften“ geplant. Dabei habe sie auch „die Ältesten von Zion“ eingeschlossen – und deren angebliches Programm, „alle nicht-jüdischen Völker und Staaten ohne Ausnahme zu zerstören“.

Genannt werden auch Ausprägungen des Antisemitismus wie die Leugnung der Scho’ah oder Versuche, dem Staat Israel das Existenzrecht abzusprechen. Doppelte Standards kommen ebenso zur Sprache wie das Verwenden von Symbolen, die aus dem klassischen Judenhass bekannt sind.

Wenn Israel mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt wird

Ein weiteres Thema sind Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Zeit des Nationalsozialismus: „In dieser Form der sogenannten ‚Täter-Opfer-Umkehrung‘ werden die Opfer des Holocaust, also die Juden, nun als Nazi-ähnliche Täter von Massengräueltaten und Völkermord dargestellt“, merken die Autoren an. Unter anderem lägen die Ursprünge hiervon in der Propaganda und dem Antizionismus der Sowjetzeit. „Diese Formen des Antisemitismus haben das Ziel, den Eindruck zu erwecken, dass Israel, Israelis oder Juden mit Gewalt aufgehalten werden müssten, wie die Nazis.“

Doch das Handbuch bleibt nicht bei Beispielen für negative Vorfälle stehen. Es geht auch auf Situationen ein, in denen die Definition bereits angewandt wurde. Lobende Erwähnung findet Baden-Württemberg: „Die IHRA-Arbeitsdefinition wird von pädagogischen Behörden wie dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung und der Landeszentrale für politische Bildung aktiv benutzt und gefördert.“

Eine Checkliste für gute Praktiken rundet die Broschüre ab. Das israelische Außenministerum kam zu dem Schluss: „Das Handbuch ist ein äußerst wichtiges Dokument, das behilflich sein wird, die Anwendung der IHRA-Definition als zentrales Element im Kampf gegen Antisemitismus zu unterstützen.“

Von: eh

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Thu, 14 Jan 2021 14:57:00 +0100
<![CDATA[Deutschland stellt Ermittlungen wegen U-Boot-Deals ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/14/deutschland-stellt-ermittlungen-wegen-u-boot-deals-ein/ BOCHUM (inn) – Die Staatsanwaltschaft Bochum hat ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von deutschen U-Booten nach Israel eingestellt. In einer Stellungnahme teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit, dass sich „gegen konkrete inländische Personen kein hinreichender Tatverdacht bezüglich strafrechtlich relevanten Handelns“ ergeben habe.

Die Bochumer Behörde nahm Anfang 2019 die Ermittlungen gegen Unbekannt auf. Im Raum stand der Verdacht von Korruptionsdelikten. Anlass war die „Auswertung der internationalen Presseberichterstattung“. Nach Angaben der Sprecherin sei die Entscheidung, die Ermittlungen zu beenden, bereits Ende 2020 gefallen.

Hintergrund ist der Verkauf mehrerer U-Boote durch ThyssenKrupp zwischen 2009 und 2017 an die israelische Regierung. Der Verkauf wurde von der deutschen Bundesregierung abgesegnet und mit Steuergeldern subventioniert.

Umfeld von Netanjahu im Verdacht

Der U-Boot-Deal wird auch in Israel seit Jahren juristisch untersucht und ist als „Fall 3000“ bekannt. Die israelische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechlichkeit, Geldwäsche, Betrug und Untreue. Von den Ermittlungen ist das direkte Umfeld von Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) betroffen.

Von: mas

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Thu, 14 Jan 2021 14:33:00 +0100
<![CDATA[Sondergesandter für den Persischen Golf ernannt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/14/sondergesandter-fuer-den-persischen-golf-ernannt/ Der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi hat den Diplomaten Zvi Heifetz zum Sondergesandten für Golfstaaten ernannt. Der 64-Jährige war unter anderem Botschafter in Österreich und in China. Nun ist er verantwortlich für die Einrichtung von insgesamt drei diplomatischen Vertretungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. Außerdem soll er die Beziehungen zwischen Israel und den Golfstaaten fördern. Heifetz gilt als erfahrener Diplomat und als Mann der Tat. Dies war ausschlaggebend für seine Berufung.

Von: eh

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Thu, 14 Jan 2021 14:30:00 +0100
<![CDATA[Israel: Sicherheitsrat muss sich mit iranischer Bedrohung befassen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2021/01/14/israel-sicherheitsrat-muss-sich-mit-iranischer-bedrohung-befassen/ NEW YORK (inn) – Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan will den Sicherheitsrat dazu bewegen, mehr gegen die „böswilligen Aktivitäten“ des Iran zu unternehmen. In einem Schreiben vom Dienstag erklärte er, Teheran destabilisiere den Nahen Osten und gefährde den Weltfrieden.

Erdan rief den Sicherheitsrat dazu auf, sich mit diesem Thema in einer Dringlichkeitssitzung zu befassen. Dabei nahm er Bezug auf die Ankündigung des Iran, die Uran-Anreicherung auf 20 Prozent zu erhöhen. „Diese Entscheidung zeigt einmal mehr, dass der Iran seine Nuklearambitionen nie zurückgestellt hat.“

Im 2015 verabschiedeten Atomdeal ist eine Anreicherung von maximal 3,67 Prozent festgelegt. Diesen Wert hat der Iran bereits überschritten. Ab einem Wert von 20 Prozent gilt Uran als „hochangereichert“; eine Verwendung für Atomwaffen ist grundsätzlich möglich, gilt aber nicht als praktikabel. Für den effektiven Einsatz in einer Waffe ist eine Anreichung von 80 bis 90 Prozent nötig.

„Genozidale Politik“

Erdan nannte in seinem Schreiben auch einen Gesetzesvorschlag im iranischen Parlament, der die aktuelle und zukünftige Regierungen zur Zerstörung Israels bis zum März 2041 aufruft. Der zu Beginn des Jahres eingebrachte Vorschlag gilt als Reaktion auf die Tötung des iranischen Kommandeurs der Al-Quds-Brigade, Kassem Soleimani, ein Jahr zuvor. „Solch eine genozidale Rhetorik und Politik unterstreicht die schwere Bedrohung, die ein unbehelligtes iranisches Regime darstellt.“

Darüber hinaus betätige sich der Iran als Waffenlieferant in der Region. Damit verstoße er gegen Resolutionen des Sicherheitsrates. Die Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen habe Raketen aus iranischer Herstellung erhalten. Die libanesische Terror-Miliz Hisbollah verfüge über 150.000 Raketen.

Von: df

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Thu, 14 Jan 2021 14:17:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 14. Januar 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/01/14/nachrichten-vom-14-januar-2021/ Thu, 14 Jan 2021 13:50:00 +0100 <![CDATA[Erneut mehr als 9.000 Neuinfizierte]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/14/erneut-mehr-als-9000-neuinfizierte/ In Israel wurden im Laufe des Mittwochs 9.388 Corona-Neuinfeizierte registriert. Es ist bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 9.000 Neuansteckungen. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 120.000 Israelis auf das Virus getestet. Die Positivrate liegt bei 7,9 Prozent. In einem ernsten Zustand befinden sich 1.063 Patienten. Im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind bislang 3.826 Israelis. Die vorläufige Auswertung einer Impfstudie zum Wirkstoff von Biontech/Pfizer macht derweil Hoffnung. Demnach ist das Infektionsrisiko 14 Tage nach der ersten Impfung um 50 Prozent zurückgegangen.

Von: mas

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Thu, 14 Jan 2021 13:21:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu verteidigt umstrittene Wahlkampf-Äußerung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/14/netanjahu-verteidigt-umstrittene-wahlkampf-aeusserung/ Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch im mehrheitlich arabischen Nazareth um Wählerstimmen geworben. Dabei äußerte er sich erneut zu seiner umstrittenen Warnung im Wahlkampf 2015, Araber würden „in Horden“ wählen gehen. Die Äußerung wurde ihm als Rassismus ausgelegt. Doch er habe nur vor der Wahl arabischer Parteien gewarnt, sagte Netanjahu. Im vergangenen Jahr hätten ebendiese Parteien die Normalisierung mit arabischen Ländern abgelehnt. Aber durch die Normalisierung seien Juden und Araber einander näher gekommen – dies wünsche er sich auch für Israel.

Von: df

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Thu, 14 Jan 2021 11:55:00 +0100
<![CDATA[Kasino-Milliardär und Israel-Unterstützer Sheldon Adelson gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/13/kasino-milliardaer-und-israel-unterstuetzer-sheldon-adelson-gestorben/ MALIBU (inn) – Der jüdisch-amerikanische Multimilliardär und Israel-Unterstützer Sheldon Adelson ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren „nach langer Krankheit“ im kalifornischen Malibu. Das teilte sein Unternehmen Las Vegas Sands am Dienstag mit. Adelson litt am Non-Hodgkin-Syndrom, einer Krebserkrankung des Lymphsystems.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) kondolierte „mit gebrochenem Herzen“: „Sheldon war einer der größten Spender in der Geschichte des jüdischen Volkes. Er gab für den Zionismus, für Siedlungen und den Staat Israel.“ Adelson sei ein „jüdischer Patriot“ gewesen. Netanjahu lobte Adelsons „Scharfsinnigkeit, ehrliches Denken und starke Persönlichkeit“: „Ich muss sagen, dass ich viele wundervolle Menschen kennengelernt habe. Aber dieser Gigant, eine Persönlichkeit wie Sheldon, tritt nur einmal in einer Generation auf.“

Der israelische Abgeordnete und ehemalige Minister auf verschiedenen Positionen, Naftali Bennett (Jamina), versicherte, Adelson werde in die jüdischen Geschichtsbücher eingehen. „Sheldon Adelson war kein praktizierender Jude, aber seine heroischen Taten für den (jüdischen) Staat und das Volk waren gottgefällig.“ Viele weitere Politiker und Personen der israelischen Öffentlichkeit brachten Trauer und Respekt zum Ausdruck.

Vermögender Philanthrop

Adelson wurde 1933 in einem ärmlichen Vorort von Bosten geboren. Seine Eltern waren jüdische Einwanderer aus dem Russischen Reich. Nach Tätigkeiten als Kreditvermittler und Finanzberater arbeitete er sich zu einem der erfolgreichsten Kasino- und Immobilienmogule des Landes hoch. Das „Forbes“-Magazin listete ihn im November 2020 auf Platz 28 der reichsten Menschen der Welt, mit einem Vermögen von rund 33,5 Milliarden Dollar.

Der Unternehmer gehörte zu den bedeutendsten Geldgebern für jüdische und israelische Organisationen. Im Jahr 2006 spendete Adelson 25 Millionen Dollar für die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Zwei Jahre später gab er der Birthright Israel Foundation, die jungen Diaspora-Juden eine kostenlose Reise nach Israel ermöglicht, 34 Millionen Dollar. Seit 2007 soll er für Birthright laut Medienberichten hunderte Millionen Dollar gespendet haben.

Die „Bibi-Zeitung“

Zugleich galt Adelson als einer der größten Unterstützer Netanjahus. So rief er im Jahr 2007 die Gratiszeitung „Israel Hajom“ ins Leben. Mitte 2010 überholte sie mit einem Marktanteil von 35 Prozent „Yediot Aharonot“ als meistgelesene Zeitung. Als Grund für das Projekt gab Adelson die aus seiner Sicht unfaire Berichterstattung über Netanjahu in Medien wie „Yediot Aharonot“ an. „Israel Hajom“ gilt bis heute als inoffizielles Sprachrohr Netanjahus. Die linksgerichtete „Ha’aretz“ schlug einst spöttisch vor, sie in „Bibi-Zeitung“ umzubenennen. Bibi ist Netanjahus Spitzname.

In seinem Heimatland, den USA, stand Adelson der Republikanischen Partei nahe. So unterstützte er im Wahlkampf 2012 den Republikaner Mitt Romney und kündigte an, bis zu 100 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen aufzuwenden, um eine Wiederwahl Barack Obamas zu verhindern. Zudem betrieb der Kasino-Mogul Lobby-Arbeit gegen das Atomabkommen mit dem Iran. Zu seinen kontroversen Vorschlägen gehörte ein nuklearer Präventivschlag gegen die Islamische Republik als Verhandlungstaktik.

Einfluss auf US-Politik

Im Jahr 2016 unterstützte Adelson die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps. Für die Feierlichkeiten bei dessen Amteinführung spendete er fünf Millionen Dollar. Adelson soll als eine treibende Kraft Trump überzeugt haben, die US-Botschaft 2018 nach Jerusalem zu verlegen. Wenig später kaufte Adelson das ehemalige Botschaftsgebäude in Tel Aviv für 67 Millionen Dollar. Viele sehen darin die Absicht, eine Rückverlegung der Botschaft zu erschweren.

Sheldon Adelson war seit 1991 in zweiter Ehe mit der zuvor verwitweten Medizinerin Miriam Adelson verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder. Miriam Adelson nennt ihren verstorbenen Ehepartner in einem eigenen Nachruf die „Liebe meines Lebens“. Sheldon Adelson wird in Israel beigesetzt.

Von: tk

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Wed, 13 Jan 2021 15:12:00 +0100
<![CDATA[„Neues Hauptquartier von Al-Qaida im Iran“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/13/neues-hauptquartier-von-al-qaida-im-iran/ Das internationale Terrornetzwerk Al-Qaida („Das Fundament“) hat im Iran ein neues operatives Hauptquartier gefunden. Dies sagte der scheidende US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag vor Journalisten. Der Iran helfe Al-Qaida auch durch die Ausstellung von Reisedokumenten. Der iranische Außenminister Dschavad Sarif dementierte die Vorwürfe. Die Verantwortlichen der Anschläge vom 11. September 2001 seien vornehmlich aus Nahoststaaten mit guten Beziehungen zu Pompeos Regierung gekommen, sagte er. Dazu gehörten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Von: eh

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Wed, 13 Jan 2021 14:48:00 +0100
<![CDATA[Hamas dankt Dahlan für Hilfslieferungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/13/hamas-dankt-dahlan-fuer-hilfslieferungen/ GAZA (inn) – Die Terror-Organisation Hamas hat dem palästinensischen Politiker Mohammed Dahlan indirekt für die Beschaffung von medizinischer Ausrüstung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gedankt. Explizit erwähnte sie Dahlans „Demokratischen Reformblock“, eine Strömung innerhalb der Fatah-Partei.

Dahlan hatte sich Medienberichten zufolge um die Hilfslieferung bemüht. Sie gelangte am Sonntag über Ägypten in den Gazastreifen und umfasst unter anderem Corona-Tests und Beatmungsgeräte. Erstmals befindet sich nun auch ein Gerät zur Herstellung von Flüssigsauerstoff im Gazastreifen.

Pragmatischer Ansatz

Im Gazastreifen liegt die Rate positiver Testergebnisse derzeit bei rund 20 Prozent. 213 Patienten befinden sich wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus, 117 sind schwer erkrankt. Insgesamt sind die Zahlen seit Ende Dezember rückläufig. Am heutigen Mittwoch kehrten die Klassen 1 bis 6 wieder in die Schulen zurück.

Die Annahme der Hilfen werten Beobachter als neuen pragmatischen Ansatz der Hamas vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Die Hamas hatte den Emiraten vorgeworfen, durch die Normalisierung mit Israel die Palästinenser verraten zu haben.

Politisches Gewicht

Der frühere Gaza-Sicherheitschef der Autonomiebehörde Dahlan lebt im Exil, nachdem er sich 2011 mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas überworfen hatte. Seit einigen Jahren wohnt er in den Emiraten und berät die dortige Regierung. Der 59-Jährige soll auch an der Normalisierung mit Israel beteiligt gewesen sein.

Auf dem Papier ist Dahlan immer noch Abgeordneter seiner Heimatstadt Chan Junis. Im Jahr 2016 entzog Abbas ihm die Immunität. Das Korruptions-Gericht der Autonomiebehörde verurteilte Dahlan im selben Jahr in Abwesenheit zu drei Jahren Haft. Er soll Gelder in Höhe von 16 Millionen Euro veruntreut haben.

Von: df

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Wed, 13 Jan 2021 14:46:00 +0100
<![CDATA[Der nächste Anti-Netanjahu]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/13/der-naechste-anti-netanjahu/ Eine seiner ersten Herausforderungen überstand Gideon Sa’ar bei keinem geringeren als David Ben-Gurion. Als kleiner Junge lebte er mehrere Jahre mit seiner Familie – der Vater ein aus Argentinien eingewanderter Arzt, die Mutter von zentralasiatisch-jüdischer Abstammung – im Negev-Kibbutz Sde Boker, der Heimat des Staatsgründers. Dieser konfrontierte ihn einmal mit geographischen Fragen. Zunächst überfordert, lernte der junge Gideon die Hauptstädte der Welt auswendig. Ben-Gurion fragte ihn ab. Es war die erste kleine Prüfung seines Lebens, wie Sa’ar sagt. Und er bestand sie.

Ungleich größer ist die Aufgabe, mit der sich Gideon Sa’ar heute, ein halbes Jahrhundert später, konfrontiert sieht. Nach den nächsten Knesset-Wahlen Ende März will der 54-jährige Politiker selbst das werden, was Ben-Gurion einst als erster war: Premierminister Israels. Er wäre der zwölfte nach dem Staatsgründer.

Déjà-vu-Erlebnis

Sa’ar will das Potential der unzufriedenen Israelis abschöpfen, die der Führerschaft von Langzeit-Premier Benjamin Netanjahu überdrüssig sind. Viele haben das Gefühl, der Regierungschef stelle seine privaten Angelegenheiten über das Wohl des Staates, und geben ihm nicht zuletzt eine erhebliche Mitschuld an der anhaltenden politischen Blockade und vier Wahlen binnen zwei Jahren. Ihnen will Sa’ar mit seiner im Dezember gegründeten Partei „Neue Hoffnung“ (Tikva Chadascha) eben dies geben: eine Aussicht auf politischen Wandel.

Sa’ar ist ein weiterer Anti-Netanjahu, und er gefällt sich offenbar in der Rolle. Eine Koalition mit dem Likud-Chef hat er ausgeschlossen. Zudem kündigte er als erstes Gesetzesvorhaben eine Begrenzung der Amtszeit des Regierungschefs auf acht Jahre an – Netanjahu ist bereits seit über elf Jahren ununterbrochen im Amt.

Für den politischen Beobachter ist es ein kleines Déjà-vu-Erlebnis, hatte sich doch bei den vergangenen drei Wahlen Benny Gantz als erbitterter Gegner Netanjahus aufgebaut – bis er im April einknickte und doch mit „Bibi“ kooperierte. Nun fällt seine blau-weiße Partei ob der katastrophalen Vorstellung ihres Vorsitzenden auseinander und muss gar um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Es scheint, als versuche Sa’ar in die sich auftuende Lücke vorzustoßen.

Von Netanjahu gefördert

Doch im Mitte-Links-Spektrum, dank dessen Zustimmung Gantz bei den vorvergangenen Wahlen im September 2019 sogar an Netanjahu vorbeiziehen konnte, dürfte er damit nur begrenzt reüssieren. Denn anders als der frühere Armee-Chef ist Sa’ar fest auf der entgegengesetzten Seite des politischen Spektrums, im rechtskonservativen Lager, verwurzelt. Bereits als Teenager wurde der Tel Aviver (!) in der national gesinnten Techija-Partei aktiv, die sich 1979 als Abspaltung vom Likud Menachem Begins gegründet hatte. Die neue Partei störte sich am Friedensschluss mit Ägypten, in dessen Folge israelische Staatsbürger aus dem Sinai zwangsevakuiert wurden.

Die Partei löste sich Anfang der 90er Jahre auf, Sa’ar fand sich im Likud ein. Ausgerechnet Netanjahu holte ihn 1999 als Kabinettssekretär in sein unmittelbares Umfeld. Auch unter Ariel Scharon arbeitete er in dieser Position, bevor er 2003 erstmals in die Knesset einzog. Als Netanjahu 2009 seine zweite Amtszeit als Premier antrat, machte er Sa’ar zum Bildungsminister. Vier Jahre später wurde er Innenminister.

Beliebt im Likud

In beiden Positionen hinterließ Sa’ar, der vierfacher Vater und in zweiter Ehe mit einer Journalistin verheiratet ist, konservative Duftmarken. So setzte er etwa die staatliche Anerkennung der im Westjordanland liegenden und schon allein deswegen kritisierten Universität Ariel durch. Als Innenminister fuhr er eine dezidiert restriktive Migrationspolitik. In anderen Fragen zeigte er sich indes liberaler, dehnte etwa das Anrecht auf Einwanderung auch auf nicht-jüdische Partner in einer homosexuellen Beziehung aus.

An der Likud-Basis stieg Sa’ar zu einem der beliebtesten Politiker auf. Zweimal holte er bei parteiinternen Vorwahlen für die Knesset-Liste („Primaries“) die meisten Stimmen. Das Verhältnis zu Netanjahu aber verschlechterte sich schon vor langer Zeit. Der Premierminister lasse es nicht zu, dass Konkurrenten neben ihm hochkommen, ist immer wieder von Beobachtern zu hören. Dass Sa’ar einmal Regierungschef würde werden wollen, ist seit Jahren bekannt. Im Dezember 2019 forderte er „Bibi“ offen bei der Likud-Vorsitzendenwahl heraus, unterlag dabei jedoch deutlich. Als Netanjahu dann im Mai eine Regierung bildete, gab er Sa’ar keinen Ministerposten. Im Dezember 2020 verließ der so Ausgebootete die Partei und warf seinem einstigen Chef vor, einen „Personenkult“ zu betreiben.

Rechtskonservativ, aber moderat im Ton

Netanjahu und Sa’ar verbindet eine mehr persönliche als politische Abneigung, denn was ihre inhaltlichen Positionierungen anlangt, liegen sie nicht weit auseinander. Tendenziell stehe Sa’ar jedoch weiter rechts als Netanjahu, sagen viele. Vor einem Jahr warf er dem Premierminister „endlose Konzessionen“ gegenüber den Palästinensern vor. Er selbst hält die Zwei-Staaten-Lösung für „eine Illusion“ – was nicht nur rechter, sondern wohl allgemein Mainstream in Israel ist.

Auch Kritik am israelischen Justizsystem – ein zentrales Thema der israelischen Rechten – bedient Sa’ar. Anders als Netanjahu ist er vom Fach: In den 90er Jahren arbeitete der studierte Jurist gut ein Jahr lang als Assistent des Generalstaatsanwaltes. Und als er Innenminister war, kippten Richter wiederholt seine restriktiven Einwanderungsregeln. Sa'ar sieht darin einen „Hyperaktivismus“ der Justiz. Er möchte das Rechtssystem „anpassen, ohne es zu zerstören“. Hinter dieser Formel steckt offenbar der Versuch, sich von den eher wild anmutenden Attacken Netanjahus auf die Gerichtsbarkeit abzugrenzen.

Kann das reichen?

Mit diesem Programm lockt Sa’ar vor allem jene Wähler an, die mit Netanjahus Politik zwar an sich zufrieden sein können, sich jedoch an dessen Auftreten zunehmend stören. Beispielhaft dafür steht Se’ev Elkin, der lange als Netanjahu-nah galt, aber nun zu Sa’ar übergelaufen ist. Netanjahu sei „eine Gefahr“, weil er Entscheidungen auf Grundlage seiner privaten Interessen treffe, sagt der Ex-Minister und meint den laufenden Korruptionsprozess des Premiers. Elkin ist nicht der einzige Likudnik, der sich inzwischen bei Sa'ar eingefunden hat.

Ob das am Ende reicht, ist jedoch fraglich. Wer über die vergangenen zwei Jahre hinweg den Überlebenskünstler und „Magier“ Netanjahu beobachtet hat, dem wird es schwer fallen, an eine Übernahme der Balfour-Straße – des Amtssitzes des Premiers – durch Sa’ar zu glauben. In Umfragen wurde die Hoffnungs-Partei zwar umgehend auf Platz zwei hinter Netanjahu katapultiert. Durch Zusammenschlüsse anderer Parteien kann sich an dieser Reihenfolge aber noch einiges ändern. Klar ist, dass Sa’ar alleine nicht am Likud wird vorbeiziehen können. Eine breite Anti-Netanjahu-Koalition linker, zentristischer und rechter Parteien steht sowohl rechnerisch, als auch ideologisch auf der Kippe, wenn man überhaupt daran glauben mag.

Eines aber hat Sa’ar bereits erreicht: Offensichtlich wegen der Corona-Pandemie hatten die Umfragen Netanjahu lange Zeit eine komfortable Knesset-Mehrheit prognostiziert, die er bei den vergangenen drei Wahlen noch stets verfehlt hatte. Nach Sa’ars Parteigründung wird es für den Premier wieder schwerer, eine Mehrheit mit den ihm ergebenen rechten Parteien zu erreichen. „König Bibi“ wird auch dieses Mal wieder kämpfen müssen. Mit Attacken auf seinen einstigen Gefährten hält er sich bislang aber noch zurück.

Von: Sandro Serafin

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Wed, 13 Jan 2021 14:00:00 +0100
<![CDATA[Palästinensisches Präsidialkomitee für Kirchenangelegenheiten verurteilt Angriff]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/13/palaestinensisches-praesidialkomitee-fuer-kirchenangelegenheiten-verurteilt-angriff/ Das Präsidiale Komitee für Kirchenangelegenheiten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PCC) verurteilt den Diebstahl eines Schreins aus dem Jerusalemer katholischen Altenheim „Home Notre Dame des Douleurs“. Der mit Ornaten dekorierte Kasten enthielt Hostien. Weil die Diebe entdeckten, dass das Material des Kastens nicht wertvoll sei, ließen sie ihn im Garten liegen. Der PCC-Vorsitzende Ramsi Chury teilte palästinensischen Medien mit: „Es ist nicht der erste Angriff gegen muslimische und christliche Sakralorte.“ Schuld sei die „Israelische Besatzungsmacht“.

Von: mh

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Wed, 13 Jan 2021 12:35:00 +0100
<![CDATA[Israel will Scho'ah-Überlebende weltweit impfen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/13/israel-will-schoah-ueberlebende-weltweit-impfen/ Israel will Scho’ah-Überlebenden in aller Welt eine Impfung gegen das Coronavirus ermöglichen. Das gab das Diasporaministerium bekannt. Die Organisation „Schalom Corps“, die ein internationales Netzwerk von ehrenamtlichen Juden betreibt, soll die Abläufe koordinieren. Ministerin Omer Jankelevitsch sagte: „Es ist unsere kollektive Verpflichtung, diese wertvolle aber verletzliche Bevölkerung im Geiste der gegenseitigen Verantwortung zu retten.“ In Israel haben schon mehr als 1,9 Millionen Menschen die erste Impfdosis erhalten. Im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind bislang 3.770 Israelis.

Von: eh

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Wed, 13 Jan 2021 12:03:00 +0100
<![CDATA[Silber und Bronze für israelische Judoka in Katar]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/01/13/silber-und-bronze-fuer-israelische-judoka-in-katar/ Der israelische Judoka Baruch Schmailove hat bei den Doha-Masters in Katar die Silber-Medaille in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm erreicht. Sein Team-Kollege Sagi Muki, der 2019 Weltmeister geworden war, holte in der Klasse bis 81 Kilogramm Bronze. In zwei weiteren Klassen befinden sich Israelis noch im Rennen. Frauen schafften es nicht aufs Treppchen. Israel und Katar unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen.

Von: ser

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Wed, 13 Jan 2021 10:45:00 +0100
<![CDATA[Gantz bezeichnet Koalition mit Netanjahu als „Fehler“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/12/gantz-bezeichnet-koalition-mit-netanjahu-als-fehler/ Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) bereut es, mit Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) eine Koalition eingegangen zu sein. Er sagte am Montag: „Ich habe einen Fehler begangen, indem ich Netanjahu die Hand schüttelte.“ Der ehemalige Oberbefehlshaber der Armee war vor zwei Jahren mit dem Versprechen in die Politik gegangen, nicht mit Netanjahu zusammenzuarbeiten. Angesichts der Corona-Pandemie habe er es dennoch getan, „weil Israel im Krieg war und ich ein Soldat bin“. Im Dezember zerbrach die Koalition an einem ungelösten Haushaltsstreit.

Von: tk

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Tue, 12 Jan 2021 15:55:00 +0100
<![CDATA[Deutschland, Frankreich, Ägypten und Jordanien beraten über Nahost-Friedensprozess]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/12/deutschland-frankreich-aegypten-und-jordanien-beraten-ueber-nahost-friedensprozess/ KAIRO (inn) – Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) hat am Montag seine Amtskollegen aus Frankreich, Ägypten und Jordanien in Kairo getroffen. Laut dem Auswärtigen Amt beriet sich Maas mit Jean-Yves Le Drian, Sami Schukri und Nasser Dschudeh über „mögliche Schritte für eine Wiederannäherung zwischen Israelis und Palästinensern“.

In einer gemeinsamen Erklärung bestehen die vier Minister auf eine „Zwei-Staaten-Lösung“ als „unabdingbare Voraussetzung für einen umfassenden Frieden in der Region“. Die Grundlage dafür seien die „Grenzen vom 4. Juni 1967“. Die Gesprächspartner berufen sich zudem auf Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, „nach denen alle Siedlungsaktivitäten, einschließlich derer in Ostjerusalem, einzustellen sind“, ebenso wie „die Beschlagnahme palästinensischer Gebäude und Grundstücke“.

Zudem betonen die Minister, es sei wichtig, „den Charakter“ der „besetzten Gebiete einschließlich Ostjerusalem“ zu bewahren. Der Status quo der „heiligen Stätten“ dürfe nicht verändert werden.

Rolle der USA

Die Gesprächspartner verweisen zudem auf die besondere Rolle der USA für einen etwaigen Nahost-Friedensprozess. Seit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem boykottierte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Trump-Regierung. Laut Außenminister Riad al-Maliki sind die Palästinenser bereit, mit der Biden-Regierung zusammenzuarbeiten. Der deutsche Außenminister Maas hatte bereits Hoffnungen auf eine gute internationale Zusammenarbeit mit der künftigen US-Regierung unter dem gewählten Präsidenten Joe Biden zum Ausdruck gebracht. Noch-Präsident Donald Trump habe „Trümmer“ hinterlassen.

Dennoch heben die Außenminister in ihrer Erklärung die „Bedeutung“ der kürzlich geschlossenen Friedensverträge zwischen arabischen Staaten und Israel hervor. Durch Vermittlung der US-Regierung hatten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, der Sudan und Marokko diplomatische Beziehungen zum jüdischen Staat aufgenommen. Die Palästinensische Autonomiebehörde hatte die Friedensverträge als „Verrat“ am palästinensischen Volk verurteilt.

Das „Kleeblatt“

PA-Präsident Mahmud Abbas hatte im September eine „internationale Friedenskonferenz“ unter Aufsicht des Nahost-Quartetts angemahnt. Dieses besteht aus den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, den USA und Russland. Die jüngsten Gespräche des sogenannten „Kleeblatts“ aus Deutschland, Frankreich, Ägypten und Jordanien sollen zur Vorbereitung dafür dienen. Das Format entstand im Februar 2020 am Rande Münchner Sicherheitskonferenz. Im Juli verurteilten die vier Länder gemeinsam die Pläne Israels zur Ausweitung seiner Souveränität auf Teile von Judäa und Samaria.

Von: tk

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Tue, 12 Jan 2021 15:06:00 +0100
<![CDATA[Schtaje kritisiert Emirate]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/12/schtaje-kritisiert-emirate/ Der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mohammed Schtaje, hat arabische Länder für die Einfuhr von Produkten aus den israelischen „Kolonien“ verurteilt. Er bezog sich auf eine Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate, Siedlungsprodukte für den Import zuzulassen. Dies ignoriere das „Verbrechertum der Besatzung“, sagte Schtaje am Montag. Zudem zeige die Entscheidung eine Gleichgültigkeit gegenüber der Ungerechtigkeit, der Palästinenser ausgesetzt seien. Er werde arabische Firmen, die Handel mit Siedlungen treiben, vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen.

Von: eh

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Tue, 12 Jan 2021 14:52:00 +0100
<![CDATA[Boykott mit vernichtendem Argwohn]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2021/01/12/boykott-mit-vernichtendem-argwohn/ Eine Rezension von Marc Neugröschel]]> Das Kürzel „BDS“ steht für „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“, der Name jener umstrittenen Kampagne, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Staat Israel wirtschaftlich und kulturell zu isolieren. In ihrem neuen Buch „Die Israel-Boykottbewegung: Alter Hass in neuem Gewand“ untersuchen die Autoren Alex Feuerherdt und Florian Markl die historischen Ursprünge und politischen Ziele dieser Initiative. Dabei gelingt es ihnen, den oft zurückgewiesenen Antisemitismusvorwurf gegen BDS sachlich und fundiert zu begründen.

Die Autoren kommen zu einem eindeutigen Urteil: BDS ist antisemitisch und verfolgt das Ziel, den Staat Israel zu beseitigen. Der Untertitel des Buches, „Alter Hass im neuen Gewand“, resümiert dieses Fazit. Demnach propagiert BDS eine Abwandlung von Jahrtausende altem Judenhass. Doch so rigoros diese Bewertung auch klingen mag, so sachlich, nüchtern und differenziert ist die Analyse, von der sie hergeleitet wird. Damit leistet das Buch einen wichtigen Beitrag für ein besseres Verständnis der oft emotional geführten Debatte über die BDS-Bewegung. Zudem bietet es seinen Lesern aufschlussreiche Einblicke in Hintergründe des arabisch-israelischen Konflikts.

Historisches Vorbild

So wird in den sieben Kapiteln deutlich, dass BDS nur die jüngste Episode in einer langen Geschichte arabischer Boykottkampagnen gegen Juden und den Staat Israel ist. Bereits im Dezember 1945, also nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und noch vor der Gründung des Staates Israel, verabschiedete die damals neu gegründete Arabische Liga eine Resolution. Diese forderte ihre Mitglieder dazu auf, den Konsum von und Handel mit von Juden hergestellten Waren zu verweigern.

Nach dem gescheiterten Versuch, die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 auf militärischem Wege zu verhindern, griffen die arabischen Staaten erneut auf das Mittel des Wirtschaftsboykotts zurück und versuchten damit, dem soeben erst entstandenen jüdischen Staat die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu rauben. Dabei gingen sie äußerst aggressiv vor: Mit der Blockade des Suez-Kanals versuchte Ägypten zu verhindern, dass Israel auf dem Seeweg Güter importieren oder exportieren konnte. Das in Syriens Hauptstadt Damaskus ansässige Zentrale Boykottbüro der Arabischen Liga legte es darauf an, internationale Unternehmen durch Erpressungsversuche daran zu hindern, in Israel zu investieren. Mit unterschiedlichem Erfolg drohte es damit, Firmen wie Coca-Cola, American Express, den Autobauer Ford oder die Hotelkette Hilton aus der arabischen Welt zu verbannen.

Ziele verschleiert

BDS schafft es dabei, seine Ziele zu verschleiern. So heißt es im Gründungsaufruf, dass „die Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes“ beendet werden müsse. Die eigentliche Bedeutung dieser Forderung wird deutlich, wenn man in Betracht ziehe, dass viele Unterstützer der BDS-Bewegung den gesamten jüdischen Staat, und nicht nur die jüdischen Siedlungen im Westjordanland, als besetztes arabisches Land ansehen. Die Forderung nach einer Beendigung der „Besatzung“ wäre demnach erst dann erfüllt, wenn der jüdische Staat gänzlich von der Landkarte verschwunden wäre.

Als Verschleierung lasse sich auch die Vorgabe ausmachen, BDS sei eine zivilgesellschaftliche Initiative für die Rechte der Palästinenser. Tatsächlich sei die BDS-Bewegung aber nicht von protestierenden Palästinensern auf den Straßen von Ramallah oder Gaza auf den Weg gebracht worden, sondern von Delegierten arabischer Staaten und des Iran bei der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus im Jahr 2001 im südafrikanischen Durban. Bei diesem Kongress sollte es eigentlich um den Kampf gegen Rassismus und die Rechte von unterdrückten Minderheiten gehen. Doch den Delegierten gelang es, den Kongress zu einer antisemitischen Hetzveranstaltung umzufunktionieren. Die Abschlusserklärung der Konferenz verunglimpft Israel als Apartheid-Staat und fordert dessen „totale Isolierung“.

Genau dies, schreiben Feuerherdt und Markl, versuche die BDS-Kampagne nun umzusetzen. Wie wenig das mit „palästinensischen Rechten“ zu tun hat, zeige der Umstand, dass die Delegitimierung Israels oft auf Kosten der Palästinenser geschieht. Zum Beispiel dann, wenn BDS darauf hinwirke, dass im Westjordanland ansässige israelische Produktionsstätten schließen: Dies treibe palästinensische Arbeitnehmer damit in die Arbeitslosigkeit.

Rechteforderung als Strategie

Der Appell, die „Grundrechte der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels auf völlige Gleichheit anzuerkennen“, wie er ebenfalls im Gründungsaufruf zu finden ist, verschleiere wiederum die Tatsache, dass jüdische und arabische Bürger des Staates Israel rechtlich gleichgestellt sind, auch wenn es sicherlich Formen von sozialer Diskriminierung gibt, wie sie auch von Minderheiten in anderen Ländern erfahren werden. Die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung, sagen Feuerherdt und Markl, verbreite somit ein falsches Bild von der Realität im jüdischen Staat, um ihn auf diese Art und Weise als Apartheid-Staat zu schmähen. Dies wiederum sei Teil der Delegitimierungsstrategie, mit der BDS die Existenzberechtigung des Staates Israel in Frage zu stellen versucht.

Die dritte zentrale Forderung im Gründungsaufruf ist die nach einem sogenannten „Recht auf Rückkehr“ für palästinensische Flüchtlinge nach Israel. Der Flüchtlingsstatus, der laut dieser Forderung zur „Rückkehr“ nach Israel berechtigen soll, werde jedoch auch Millionen von Arabern zugesprochen, die weder auf dem Territorium des heutigen Staates Israel geboren wurden noch dort aufwuchsen. Hinter dieser Forderung verberge sich somit letztendlich die Strategie, die demographische Grundlage des jüdischen Staates zu erodieren. Damit laufen alle drei Kernforderungen der BDS-Bewegung, direkt oder indirekt, auf das Ziel hinaus, den jüdischen Staat zu beseitigen.

Schaden durch Verleumdung

Der Antisemitismus der BDS-Bewegung zeigt sich aber nicht nur in dem Versuch, die Existenz des jüdischen Staates zu beenden, sondern vor allem auch darin, ihn zum Sinnbild dessen zu stilisieren, was schlecht in der Welt ist. Wesensmerkmal des Antisemitismus ist es immer schon gewesen, dass er Juden die Schuld an allem gibt, was von unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten jeweils als die größten Probleme der Menschheit gesehen wurde. Mal war das der Kommunismus, dann wiederum, paradoxerweise, der Kapitalismus. „In Zeiten christlicher Vorherrschaft“, so zitieren Feuerherdt und Markl den kürzlich verstorbenen britischen Oberrabbiner Jonathan Sacks, „galten die Juden als Gottesmörder; im Zeitalter der Aufklärung als Verkörperung überkommener, rückständiger Religiosität; für die Nazis wiederum waren sie die ‚Gegenrasse‘, von deren Vernichtung nicht weniger als die Rettung Welt abhänge.“

Dieses Muster, führen Feuerherdt und Markl aus, setze sich heutzutage darin fort, dass dem jüdischen Staat „die schlimmsten Verbrechen vorgeworfen [werden], darunter eben bevorzugt Apartheid“. Der Schaden, der Israel durch diese Form der Verleumdung entstehe, wiege schwerer als die eher begrenzten Auswirkungen von BDS auf die israelische Wirtschaft. Die eigentliche Gefahr bestehe darin, dass Forderungen, Ziele, Methoden und Vokabular der Boykottkampagnane von einflussreichen Akteuren geteilt würden. Dies beschädige das Ansehen des jüdischen Staates bei wichtigen politischen Institutionen wie den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. Letztere, schreiben Feuerherdt und Markl, distanziere sich zwar offiziell von BDS, finanziere aber dennoch Gruppierungen und Organisationen, welche „BDS zum Programm haben“.

Und so schließt das Buch mit einem Plädoyer gegen die politische und finanzielle Unterstützung von BDS, die formale Missbilligungen der Boykott-Kampagne zu konterkarieren drohe. Feuerherdt und Markl gelingt es, den Antisemitismusvorwurf gegen die BDS-Bewegung fundiert und verständlich zu begründen. Auch wenn das Buch eine klare Position vertritt, trägt es somit zu einer Versachlichung der Debatte um die BDS-Bewegung bei, die oft von Phrasendreschereien und Moralisierungen geprägt ist.

Marc Neugröschel ist freier Journalist und Soziologe. Er lebt in Jerusalem und promoviert an der Hebräischen Universität zum Thema Antisemitismus in Sozialen Medien.

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Tue, 12 Jan 2021 14:41:00 +0100
<![CDATA[Etwa sieben Prozent der Israelis beherrschen kein Hebräisch]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/12/etwa-sieben-prozent-der-israelis-beherrschen-kein-hebraeisch/ JERUSALEM (inn) – Fast drei Viertel der israelischen Bürger ab 20 Jahren sprechen sehr gut Hebräisch. Das geht aus einer Studie des Zentralen Statistikbüros zum „Tag der Hebräischen Sprache“ hervor. Sie bezieht sich auf das Jahr 2019.

Von den Teilnehmern gaben 72 Prozent an, sehr gut Hebräisch zu sprechen. Hinzu kommen 13 Prozent mit guten, 8,2 Prozent mit mittelmäßigen sowie 7,4 Prozent mit schwachen oder überhaupt keinen Kenntnissen.

Arabische Bevölkerung: Deutlich geringere Kenntnisse

Unter den Arabern beträgt der Anteil der Befragten mit der Antwort „sehr gut“ 32 Prozent. Hingegen sprechen 43 Prozent der arabischen Israelis Hebräisch mittelmäßig, schwach oder gar nicht. Unter den arabischen Männern haben 67 Prozent gute oder sehr gute Sprachkenntnisse, bei den Frauen sind es nur 46 Prozent.

Von den Teilnehmern, die 65 oder älter sind, sprechen 58 Prozent sehr gut Hebräisch, bei den 20- bis 44-Jährigen sind es 78 Prozent. 16 Prozent der Über-64-Jährigen haben schwache oder gar keine Kenntnisse. Sehr gut hebräische Texte lesen können in dieser Altersgruppe 80 Prozent der Juden und 33 Prozent der Araber. 8,6 Prozent der Juden und 50 Prozent der Araber sind dazu nicht in der Lage.

Von: eh

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Tue, 12 Jan 2021 14:10:00 +0100
<![CDATA[B'Tselem wirft Israel „Apartheid“ vor]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/12/btselem-wirft-israel-apartheid-vor/ Die israelische Organisation B’Tselem hat erstmals Israel als „Apartheid-Staat“ verunglimpft. „Eine Regierung beherrscht jeden und alles zwischen Fluss und Meer“, schrieb Exekutivdirektor Hagai El-Ad dazu Dienstag in der britischen Zeitung „Guardian“. Israel wolle die Überlegenheit des jüdischen gegenüber dem palästinensischen Volk fördern. „Das ist Apartheid.“ Der Juraprofessor Eugene Kontorovich wies gegenüber der „Jerusalem Post“ darauf hin, dass sich „Apartheid“ auf ein bestimmtes Verbrechen in Südafrika beziehe. Da der Vorwurf gegen kein anderes Land geäußert werde, sei er antisemitisch.

Von: eh

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Tue, 12 Jan 2021 12:41:00 +0100
<![CDATA[„Kan“: Kosten für Impfungen bei rund 260 Millionen Euro]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/12/kan-kosten-fuer-impfungen-bei-rund-260-millionen-euro/ Israel zahlt für die Impfung der Bevölkerung umgerechnet rund 260 Millionen Euro an die Pharmaunternehmen Pfizer und Moderna. Das berichtete der öffentlich-rechtliche Sender „Kan“ am Montag. Bei der Summe ist die vollständige Impfung mit zwei Spritzen einberechnet. Bezogen auf die Über-16-Jährigen ergeben sich damit Kosten von rund 35 Euro pro Einwohner. Bis Monatsende will Israel 1,8 Millionen Bürger vollständig geimpft haben. Unterdessen liegt die Rate der positiven Testergebnisse bei 7,1 Prozent und bewegt sich damit trotz Lockdowns im oberen Mittelfeld.

Von: df

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Tue, 12 Jan 2021 11:33:00 +0100
<![CDATA[Höchstes Haushaltsdefizit der Geschichte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/01/12/hoechstes-haushaltsdefizit-der-geschichte/ Das israelische Finanzministerium hat für das Jahr 2020 das höchste Haushaltsdefizit seiner Geschichte gemeldet. Die staatlichen Ausgaben überstiegen die Erträge umgerechnet um rund 41,7 Milliarden Euro – dreimal so viel wie 2019. Das entspricht 11,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Prozentual ist das Defizit eines der höchsten weltweit. Das Bruttoinlandsprodukt sei 2020 jedoch nur um 3,3 Prozent eingebrochen, weniger als anfangs befürchtet. Bei weiterhin rascher Beimpfung erwartet die Zentralbank für 2021 ein Wirtschaftswachstum von 6,3 Prozent.

Von: tk

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Tue, 12 Jan 2021 11:20:00 +0100
<![CDATA[Forscher befürchten großes Erdbeben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/01/11/forscher-befuerchten-grosses-erdbeben/ JERUSALEM (inn) – Israelische Wissenschaftler haben unter dem Boden des Toten Meeres bisher einzigartige Bohrungen durchgeführt. In ihrer nun veröffentlichten Studie warnen sie vor einem großen Erdbeben in der Region.

Die neuen Erkenntnisse zeigen: In der Gegend um das Tote Meer kommt es etwa alle 130 bis 150 Jahre zu einem Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richterskala. Es hat jedoch auch Zeiten gegeben, in denen zwischen zwei Beben nur wenige Jahrzehnte lagen.

Zuletzt gab es in der Region im Jahr 1927 ein Erdbeben der Stärke 6,5. Dabei kamen 500 Menschen ums Leben. Die in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Forschungsergebnisse ließen darauf schließen, dass mit einem ähnlich starken Erdbeben „zu unseren Lebzeiten, in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten“ zu rechnen sei, heißt es in einer Erklärung der Universität Tel Aviv.

Wissenschaftler: „Wir müssen ständig darauf vorbereitet sein“

Bislang sei die Wissenschaft zudem davon ausgegangen, dass es etwa alle 10.000 Jahre in der Region um das Tote Meer zu einem Beben der Stärke 7,5 oder höher gekommen sei. Die neuen Forschungen zeigten jedoch, dass es alle 1.300 bis 1.400 Jahre solche starken Beben gab, zuletzt im Jahr 1033. Dies bedeute, dass in den kommenden Jahrhunderten mit ähnlich starken Erdbeben zu rechnen sei.

Professor Schmuel Marco von der Universität Tel Aviv erklärt dazu: „Ich möchte keinen Alarm auslösen, aber wir leben in einer tektonisch aktiven Zeit. Die geologische Aufzeichnung lügt nicht und es wird ein schweres Erdbeben in Israel geben.“ Eine genaue Vorhersage sei nicht möglich, „aber leider muss ich sagen, dass ein Erdbeben, das Hunderte von Opfern fordern wird, in den kommenden Jahren eintreten wird“, sagt der Wissenschaftler. Dies könne „in zehn Jahren oder in mehreren Jahrzehnten sein, aber es könnte auch nächste Woche sein, und wir müssen ständig darauf vorbereitet sein“.

Bohrungen geben Aufschluss über 200.000 Jahre Erdbeben-Geschichte

Mit den Bohrungen hatten die Forscher bereits im Jahr 2010 begonnen. Dabei bohrten sie in der Mitte des Toten Meeres mehrere hundert Meter unter dem Meeresboden. Dies ermöglicht eine Analyse der Geologie des Toten Meeres von rund 220.000 Jahren. Durchgeführt wurden die Bohrungen unter der Schirmherrschaft der internationalen Organisation „International Continental Scientific Drilling Program“ (ICDP). Diese führt weltweit tiefe Bohrungen in Seebetten durch, um das antike Klima der Erde und andere Umweltveränderungen zu untersuchen.

Professor Marco fasst zusammen, wie die Wissenschaftler zu ihren Forschungsergebnissen gelangten: Da das Tote Meer der tiefste Punkt der Erde ist, flössen jedes Jahr im Winter mit Sedimenten angereicherte Sturzfluten in das Gewässer. Die Sedimente lagerten sich am Grund des Gewässers in verschiedenen Schichten ab. Eine dunkle Schicht von etwa einem Millimeter Dicke repräsentiere das Winterflut-Sediment und eine hellere Schicht, ebenfalls ungefähr einen Millimeter dick, repräsentiere die erhöhte Verdunstung von Wasser während der Sommermonate. Immer zwei Schichten stünden für ein neues Jahr.

Im Falle eines Erdbebens würden die Sedimente durcheinander gewirbelt. Mithilfe von Gleichungen und Rechenmodellen, die die israelischen Forscher speziell für diese Studie entwickelt hatten, konnten sie anhand der geologischen Aufzeichnungen die Geschichte der Erdbeben im Zeitverlauf rekonstruieren.

Von: dn

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Mon, 11 Jan 2021 13:45:00 +0100
<![CDATA[Katholiken feiern Taufgedenken am Jordan]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/11/katholiken-feiern-taufgedenken-am-jordan/ KASR AL-JAHUD (inn) – Erstmals seit mehr als 50 Jahren hat die katholische Kirche am Sonntag an der mutmaßlichen Taufstelle Jesu eine Prozession zum Gedenken an die Taufe Jesu durchgeführt. Der Ort namens Kasr al-Jahud (Burg der Juden) war in den Jahrzehnten zuvor wegen zahlreicher Landminen ein Sperrgebiet. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Zahl der Teilnehmer auf 50 beschränkt.

Der katholische Provinzvertreter (Kustos) Francesco Patton sprach von einem „sehr wichtigen Tag für uns“. Erstmals seit 54 Jahren und drei Tagen habe die Kirche wieder die Gelegenheit, das Taufgedenk-Fest an Ort und Stelle zu feiern, sagte er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. An der Stätte haben verschiedene christliche Strömungen Gebäude errichtet. Den katholischen Franziskanern gehört eine Kapelle, die Johannes dem Täufer gewidmet ist.

Denkwürdige Stätte

Der Ort, etwa zehn Kilometer östlich von Jericho gelegen, erfreute sich seit dem 19. Jahrhundert bei christlichen Pilgern großer Beliebtheit. Bei den Kriegen von 1967 und 1973 war die Gegend jedoch ein Schlachtfeld. Etwa 6.500 Landminen wurden dort platziert, der Zutritt war seither verboten. Im Jahr 2018 begannen die Beseitigungsarbeiten. Nach den Worten Pattons drängte insbesondere der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin darauf. Die israelische Armee entminte das Gebiet im Verbund mit der britischen Organisation HALO Trust.

Katholiken gedenken der Taufe Jesu am Sonntag nach Epiphanias. Die Zeremonie ist relativ neu: In seiner heutigen Form ist das Fest seit 1970 im liturgischen Kalender verankert. Das Gedenken selbst hat ältere Traditionen. Die Taufe ist in allen vier biblischen Berichten über das Leben Jesu erwähnt; sie gilt als Beginn seines öffentlichen Wirkens.

Von: df

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Mon, 11 Jan 2021 13:40:00 +0100
<![CDATA[Erste Israelis erhalten die zweite Dosis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/11/erste-israelis-erhalten-die-zweite-dosis/ Premier Benjamin Netanjahu hat am Samstag als erster Israeli die zweite Impfdosis erhalten. Der Biontech-Impfstoff muss drei Wochen nach der ersten Spritze ein zweites Mal injiziert werden. Inzwischen haben mehr als 1,8 Millionen Israelis die erste Dosis erhalten. Das sind 20 Prozent der Bevölkerung, mehr als in jedem anderen Land. Ab Dienstag können sich die über 55-Jährigen das Vakzin verabreichen lassen. Derweil meldet Israel erstmals mehr als 1.000 schwerwiegende Corona-Erkrankungen. Derzeit sind es 1.044 bei 69.861 aktiven Fällen. Bisher sind 3.671 Israelis mit COVID-19 gestorben.

Von: tk

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Mon, 11 Jan 2021 11:57:00 +0100
<![CDATA[„Ein Miteinander ist möglich“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/11/ein-miteinander-ist-moeglich/ In seinem geräumigen Wohnzimmer steht Asriel Simchoni vor einem großen Bücherregal: „Irgendwo hier muss er sein, der Koran.“ Der religiöse Jude sucht zwischen den zahlreichen Kommentaren jüdischer Gelehrter. Im obersten Regal wird er schließlich fündig. „Mein Vater hat Bücher geliebt. Er hat mir auch dieses Buch geschenkt. Schau, hier siehst du es: ‚Der Koran, aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt von Josef Rivlin‘, dem Vater unseres heutigen Präsidenten.“ Freudig schlägt er das Buch auf und liest daraus vor. Dazu erklärt er: „Im Gegensatz zu den Eltern vieler meiner Freunde hat mein Vater uns nicht verboten, im Koran oder im Neuen Testament zu lesen.“

Diese Prägung kommt ihm heute zugute: Simchoni lebt in der Siedlung Ofra, die in unmittelbarer Nähe der arabischen Ortschaften Ejn Jabrud und Silwad liegt. Er ist ein Siedler der ersten Stunde. Geboren ist Simchoni 1946 im Jerusalemer Buchari-­Viertel, einem der ersten Viertel außerhalb der Altstadtmauern. „Ich bin die vierte Generation im Land und gehöre zu den Sepharden“, den orientalischen Juden. Als sein Urgroßvater in den 1880er Jahren aus Turkmenistan ins verheißene Land kam, zählte er zu den Gründern des Buchari-Viertels. „Bis heute ist das von ihm gebaute Gebäude sehr präsent im Viertel und beherbergt eine der größten jüdischen Hochschulen, die Kamnitz-Jeschiva.“

Dass Simchoni religiöser Jude ist, wird bereits an seinem Hauseingang deutlich. In Stein gehauen sind die Worte aus Psalm 135: „Wenn ich dich vergesse, Jerusalem, so verdorre meine Rechte“. Weitere Bibelverse sind in großen Lettern an den Wohnzimmerwänden angebracht. Selbst ist Simchoni noch nie im Ausland gewesen, bringt aber eine große Offenheit für seine Mitmenschen und Andersdenkende zum Ausdruck: „In den zwei Jahren vor unserer Bar Mitzva ging mein Vater mit mir und meinen Geschwistern an jedem Schabbat in eine andere Synagoge in den Gottesdienst. Wenn mir der Gottesdienst irgendwo nicht gefiel, sagte mein Vater: ‚Dann gehen wir dort nächste Woche nochmal hin.‘ Manchmal hatten wir weit zu laufen, aber dadurch habe ich einen großen Weitblick bekommen.“

Sephardisch-aschkenasische Ehe

Als Asriel 1973 Varda, eine Jüdin mit nordeuropäischen Wurzeln, heiratete, war es trotzdem nicht immer einfach. Sie erzählt: „Weitgehend habe ich die Bräuche der Sepharden übernommen, aber natürlich war es vor allem anfangs nicht immer einfach, dass ich Aschkenasin war und er Sepharde. Heute bin ich aber in jeder Hinsicht eine Sephardin.“ Ihr Mann wirft lachend ein: „Zumindest fast. Denn du gehst in eine aschkenasische Synagoge.“ Ernster fügt er hinzu: „Aber, Gott sei Dank, unsere Tochter ist mit einem Jemeniten verheiratet und unser Sohn mit einer Aschkenasin. Wir wollen jedem Menschen mit Offenheit begegnen, ganz gleich seiner politischen oder religiösen Ausrichtung.“

Asriel berichtet: „Nach unserer Hochzeit zogen wir nach Kiriat Jovel. Aber schon bald wollten wir nicht mehr in der Stadt wohnen und suchten nach einem Jischuv. Als ich 1975 zum ersten Mal nach Ofra kam, gab es hier keine Erde. Nur Felsen. Es war so unheimlich still wie auf einem Friedhof. Man könnte fast sagen, es war eine ohrenbetäubende Stille, es gab keine Bäume, nicht einmal Vogelgezwitscher.“

Ein kahles Land

„Als ich nach Ofra kam, wohnten etwa 15 Familien hier. Wir begannen, mit LKW Erde heranzukarren. Zunächst kam ich einmal die Woche als Freiwilliger, um Wache zu halten. Am 19. Februar 1976 zogen wir dann nach Ofra. Ich erinnere mich an diesen Tag, als wäre es mein Geburtstag. Varda war schwanger mit unserem ersten Kind, der Jischuv war wenige Monate alt.“ Simchoni strahlt, wenn er sich an diese Gründerzeit erinnert: „Als mein Vater uns hier im Februar 1976 zum ersten Mal besuchte, war er so glücklich! Es war, als wären ihm Flügel gewachsen.“ Er geht mit großen Schritten durchs Wohnzimmer: „So ging er über diese Erde. Er sagte mir: ‚Dein Urgroßvater war ein Pionier und nun bist auch du Pionier, weil du außerhalb von Jerusalem siedelst.‘“

Heute hat Ofra rund 4.000 Einwohner. Der Ort ist knapp 30 Kilometer nördlich vom Jerusalemer Stadtzentrum gelegen, direkt an der Straße 60, die das nördliche Westjordanland mit der Hauptstadt verbindet. Die Atmosphäre ist idyllisch, Kinderlachen allgegenwärtig. Es gibt mehrere Kindergärten und Grundschulen, sogar eine weiterführende Mädchenschule. „Ursprünglich war Ofra das Lager für die jordanische Legion“, erzählt Asriel über die Zeit vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967, als Jordanien das Gebiet kontrollierte. „Das Tal neben dem Tel Chatzor, wo das Militär stationiert war, hatte einen großen Vorteil: Man konnte die Straße entlangfahren, ohne dass man die Militärbasis sehen konnte. Die Jordanier hatten Häuser gebaut, sie aber nie fertiggestellt, sodass niemand drin gewohnt hatte. Wir jungen Israelis bezogen nun diese halbfertigen Bauten, in denen der Fußboden aus Felsen bestand.“

Simchoni tritt vor die Tür und zeigt auf den gegenüberliegenden kahlen Hügel: „Schau, genauso sah Ofra damals aus.“ Es habe einen beduinischen Wächter gegeben, der war noch von König Hussein aus Jordanien eingesetzt. Das Dorf war voller Müll und Gestank. „Als wir kamen und aufräumten, freuten sich die Beduinen aus der Gegend.“ Varda erzählt: „Zu den Beduinen hatten wir gute Beziehungen. Wir kauften bei ihnen ein. Sie begrüßten uns stets und waren sehr herzlich.“ Lange sei es überhaupt nicht klar gewesen, ob „das Siedlungsprojekt“ weitergehen könne. „1977, als Schimon Peres übergangsweise Premierminister war, gingen einige von uns zu ihm, um seine Erlaubnis einzuholen. Er gab keine Erlaubnis, hinderte aber auch nicht am Weiterbau. Wahrscheinlich wollte er sich nicht unbeliebt machen und dachte, wir würden den schwierigen Lebensbedingungen ohnehin nicht lange standhalten.“

Respekt für die Nachbarn

Wenn Simchonis an die ersten Jahre in der Siedlung denken, denken sie immer wieder auch an die guten Beziehungen zu den arabischen Nachbarn: „Wir bauten im Ort eine Feldschule auf, ein Programm, für das Schüler zu uns kommen, um eine praktische Ausbildung als Ergänzung zum theoretischen Unterricht zu erhalten. Uns war wichtig, dass die Schüler lernten, Rücksicht auf ihre Umwelt zu nehmen. Zum Beispiel durften sie niemals die bestellten Felder betreten oder die Früchte der Araber pflücken. Bei uns lernten sie auch, auf die Friedhöfe der umliegenden Beduinenstämme achtzugeben, die für ungeübte Augen oft nicht erkennbar sind. Die Araber achteten uns dafür. Oft luden sie uns auf einen Kaffee ein.“

Asriel erinnert sich gern an die Zeit: „Oft kamen sie, um uns Trommeln, Zupfinstrumente, selbstgebaute Flöten oder anderen Krimskrams anzubieten. Unsere Leute kauften das gerne.“ Damals sei die Atmosphäre eine andere gewesen, die Beziehungen freundschaftlich. „Ich weiß nicht, ob sie uns wirklich mochten“, sinniert Asriel. „Aber sie waren immer freundlich und immer wieder hörten wir von Arabern, die sagten: ‚Es ist Gottes Wille, dass ihr auf diesem Land wohnt. Er hat euch diese Erde gegeben. Es ist gut, dass ihr hier seid.‘“

Sie hatten einen Wächter, aber eigentlich nie wirkliche Grenzen. Wie in allen Siedlungen üblich, ist auch Ofra heute umzäunt und die Einfahrt nur durch eine Schranke möglich. „Damals kamen die Araber, um in unserem kleinen Laden einzukaufen. Wir lernten von ihnen und sie von uns. Wir kannten uns mit Namen. Die Probleme begannen dann nach einigen Jahren, als Juden, die dafür bezahlt wurden, zu den Arabern kamen und ihnen sagten, wir Siedler hätten ihnen ihr Land weggenommen. Plötzlich redeten auch unsere arabischen Nachbarn von der ‚Besatzung‘. Die, die am lautesten von Menschenrechten redeten, säten eigentlich Zwietracht.“

Asriel ist zwar Landwirt, arbeitete aber viele Jahre auf dem Bau. Auch dort hatte er zahlreiche Kontakte zu Arabern. „Ich stellte fest, dass Arabisch viele Parallelen zu Hebräisch aufweist, also lernte ich etwas Arabisch. Durch die Sprache bekam ich eine Verbindung zu den Menschen. Ich fragte sie auch immer wieder nach neuen Wörtern, das brachte mir Respekt ein. Wir aßen gemeinsam, auch das hat Gemeinschaft geschaffen.“

Araber auf Suche nach einem Schwiegersohn

Varda erinnert ihren Mann lachend an einen der Arbeiter aus Bethlehem: „Erinnerst du dich, dass er dir deine Tochter zur Frau geben wollte?“ Asriel erzählt: „Da war diese große Baustelle. Wir waren etwa 400 Arbeiter. Und eines Tages lud mich der Vorarbeiter zum Kaffee ein und sagte: ‚Ich habe dich beobachtet. Du bist ein guter Mann. Ich möchte, dass du meine Tochter heiratest.‘ Ich wusste, das ist eine große Ehre. Aber es war mir unangenehm, ich war doch längst verheiratet! Also sagte ich ihm: ‚Aber hier sind so viele Muslime. Ich bin Jude. Warum willst du ausgerechnet mich zum Schwiegersohn?‘ Er sagte: ‚Wo ist das Problem: Ich glaube an Muhammad und du an Mosche. Aber wir beide essen kein Schweinefleisch. Ich sehe, wie du mit den Menschen hier umgehst. Du bist ein guter Mann.‘ Ich versuchte nochmals abzulehnen: ‚Aber ich bin doch schon verheiratet!‘ Da sagte er: ‚Na und? Bist du Sepharde oder Aschkenase? Ihr Sepharden habt doch keinen Rabbi Gerschom, der euch verboten hätte, mehr als eine Frau zu nehmen.‘“

Dieser Mann habe recht gehabt: „Mein eigener Urgroßvater hatte mehrere Frauen. Ich war fasziniert, dass dieser Araber so viel über uns wusste! Er arbeitete als Steinmetz und war ein sehr fleißiger Mann. Ich fragte ihn, warum er diese schwere Arbeit tue. Er sagte mir: ‚Ich bin ein vermögender Mann. Ich habe Geld, Land, einen Laden, einen LKW und vermiete Häuser. Aber ich weiß, dass ich, wenn ich nicht mehr arbeiten würde, sterben würde.‘ Mir hat diese Arbeitsmoral stark imponiert.“

Varda ergänzt: „Natürlich war zwischen uns Juden und den Arabern nicht immer alles einfach. Aber wir haben immer wieder erlebt: Ein Zusammenleben ist möglich.“

Vom Wehrdorf zum Friedenshindernis

Zwischen 1950 und 1967 war das biblische Kernland Judäa und Samaria von Jordanien annektiert – die Völkergemeinschaft akzeptierte dies nie. Im Sechs-Tage-Krieg eroberte Israel dieses Land – nach und nach begannen Juden dort zu siedeln. Deutsche Leitmedien wie „Spiegel“ und „Zeit“ bezeichneten die Ansiedlungen zunächst verständnisvoll als „Wehrdörfer“ und berichteten durchweg positiv über sie und ihre Bewohner, die „Neuzeit-Pioniere“. Israel habe die Argumente auf seiner Seite, notierte etwa die „Zeit“ im September 1967, „solange arabische Nationalisten weiterhin den revolutionären Volkskrieg predigen, solange weiterhin Bombenleger und Hammeldiebe Israels Grenzen unsicher machen“. Seit Ende der 70er Jahre werden die Siedlungen in der europäischen Presse fast durchweg als „Friedenshindernis“ bezeichnet. Juden verwenden oft den neutralen Begriff „Jischuv“, „Ansiedlung“.

Von: mh

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 6/2020 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Mon, 11 Jan 2021 10:31:00 +0100
<![CDATA[Menschenrechtsorganisationen kritisieren Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/08/menschenrechtsorganisationen-kritisieren-israel/ JERUSALEM (inn) – Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen Israel vor, den Palästinensern keine Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. In einer am 22. Dezember veröffentlichten Erklärung heißt es, dass Israel „rechtliche Verpflichtungen“ gegenüber den Palästinensern habe. Diese würden die Bereitstellung „qualitativ hochwertiger Impfstoffe für Palästinenser, die unter israelischer Besatzung und Kontrolle leben“, umfassen. Unterzeichnet wurde diese Erklärung unter anderem von Amnesty International sowie den israelischen Organisationen B’Tselem und Gischa.

Die Organisationen fordern weiter, dass Israel für die Einhaltung der Kühlketten und der notwendigen Infrastruktur Sorge tragen müsse. Darüber hinaus müsse es verhindern, dass in den Palästinensergebieten der Impfstoff Sputnik V aus russischer Produktion verwendet wird. Solange dieser keine Zulassung in Israel habe, könne er auch nicht den Palästinensern verabreicht werden. Die palästinensischen Behörden hatten bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den russischen Impfstoff zu kaufen.

Palästinenser wollen keine Zusammenarbeit

Allerdings ist in den palästinensischen Gebieten die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) für die Gesundheitsversorgung und andere Bereiche der zivilen Verwaltung verantwortlich. Dazu gehört auch die Planung und Durchführung von Impfkampagnen. Noch am 21. Dezember betonten Mitarbeiter des palästinensischen Gesundheitsministeriums gegenüber der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“, dass keine Zusammenarbeit mit den Israelis geplant sei: „Wir arbeiten selbst daran, Impfstoffe aus verschiedenen Quellen zu erhalten. (...) Wir haben unsere eigene Regierung und ein eigenes Gesundheitsministerium.“

Auf Nachfrage der deutschen Tageszeitung „taz“ antwortete das palästinensische Gesundheitsministerium nicht. Die Journalisten wollten wissen, ob es neben einer Zusammenarbeit bei Covid-19-Tests auch eine im Bereich der Impfstrategien gibt.

Am Dienstag teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit, dass erst im Februar mit dem russischen Impfstoff gerechnet werden könne. Der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, Steven Höfner, hatte bereits Ende Dezember die Erwartungen gedämpft: Die erhofften vier Millionen Impfdosen könnten die Russen nicht zeitnah liefern.

Israel sind rechtlich die Hände gebunden

Am Mittwoch bekräftige Amnesty International derweil ihre Vorwürfe: „Die israelische Regierung muss aufhören, ihre internationalen Verpflichtungen als Besatzungsmacht zu ignorieren, und sicherstellen, dass die unter Besatzung lebenden Palästinenser (...) gleichberechtigt und fair mit COVID-19-Impfstoffen versorgt werden.“ Der Geschäftsführer von Human Rights Watch, Kenneth Roth, bezeichnete auf Twitter Israels Haltung gegenüber den Palästinensern als „diskriminierende Behandlung“.

Gegenüber der „taz“ erklärte der israelische Jurist Daniel Pomerantz, dass Israel sich rechtlich gesehen gar nicht in die palästinensische Impfstrategie einmischen dürfe. 1995 einigten sich Israelis und Palästinenser im Oslo-II-Abkommen darauf, dass die PA für die Gesundheitsversorgung verantwortlich sei. Israel dürfe daher die Verwendung des russischen Impfstoffes gar nicht verhindern. Darüber hinaus bietet Israel Palästinensern in Ostjerusalem, die eine israelische Krankenversicherung haben, ebenfalls den Impfstoff an.

Von: mas

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Fri, 08 Jan 2021 15:01:00 +0100
<![CDATA[Antiker Grabstein mit griechischer Inschrift entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/01/08/antiker-grabstein-mit-griechischer-inschrift-entdeckt/ Mitarbeiter der israelischen Naturparkbehörde haben im Nitzana-Nationalpark an der israelisch-ägyptischen Grenze einen rund 1.400 Jahre alten Grabstein gefunden. Das runde Artefakt aus byzantinischer Zeit trägt die griechische Inschrift: „Die selige Maria, die ein makelloses Leben führte“. Der Todestag ist auf den 9. Februar datiert. Der Stein wurde bei Aufräumarbeiten in dem in der Wüste Negev gelegenen Park entdeckt.

Von: dn

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Fri, 08 Jan 2021 12:44:00 +0100
<![CDATA[Israelis entdecken neue Bienenart]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2021/01/08/israelis-entdecken-neue-bienenart/ Israelische Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem haben eine neue Bienenart entlang der Mittelmeerküste entdeckt. Eigentlich untersuchte das Forscherteam die Auswirkungen von Bestandserhaltungsmaßnahmen auf die lokale Bienenpopulation. Die nun entdeckte Art soll ausschließlich in den Sanddünen der Küstenebene leben. Die bereits am 27. November veröffentlichte Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass Maßnahmen positive Effekte auf die Bienenvölker haben. Als Hommage an den bekannten israelischen Bienenforscher Achik Dorchin wurde die Bienenart Lasioglossum dorchini getauft.

Von: mas

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Fri, 08 Jan 2021 11:52:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu verspricht über 16-Jährigen Impfung bis Ende März]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/08/netanjahu-verspricht-ueber-16-jaehrigen-impfung-bis-ende-maerz/ Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat allen Israelis über 16 Jahren eine Impfung gegen das Coronavirus bis Ende März zugesagt. Mit dem Hersteller Pfizer gebe es eine entsprechende Vereinbarung für die Lieferung von Impfdosen. Am Donnerstag waren zudem 100.000 Dosen des im Land neu zugelassenen Moderna-Impfstoffs eingetroffen. Laut dem Gesundheitsministerium haben bis zum Freitagmorgen etwa 1,7 Millionen Israelis die erste Spritze erhalten. Rund 70 Prozent der über 60-Jährigen seien mittlerweile geimpft.

Von: dn

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Fri, 08 Jan 2021 11:50:00 +0100
<![CDATA[Gendern in der Knesset]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/08/gendern-in-der-knesset/ JERUSALEM (inn) – Die hebräische Grammatik kennt ein Maskulinum und ein Femininum. Ein Neutrum kennt sie nicht, dafür aber einen Dual, eine Zweizahl. Personen- oder Berufsbezeichnungen, die Männer wie Frauen gleichermaßen bezeichnen, werden im generischen Maskulinum genannt. Semitische Sprachen sind viel stärker geschlechtsspezifisch geprägt als etwa das Deutsche. So ist es für Nicht-Muttersprachler anfangs schwer, neben Substantiven auch Verben geschlechtsspezifisch zu konjugieren und gar Pronomen wie „du“ und „Sie" beziehungsweise „dein und Ihr" an das Geschlecht anzupassen. Dieses Element ist sowohl dem Bibelhebräisch als auch dem Neuhebräisch gemein.

Im Sommer 2019 sorgte die Grafikdesignerin Michal Schumer in Israel für Schlagzeilen, als sie ein neues Alphabet für die hebräische Sprache vorstellte: „Als Grundlage für ein Hebräisch, das ein Multi-Gender-Hebräisch ermöglicht, habe ich das hebräische Alphabet genommen. Doch um eine nicht geschlechtsspezifische Sprache zu ermöglichen, habe ich zusätzliche Buchstaben erfunden.“ Die Facebookseite „Multi-Gender-Hebräisch“ haben etwa 8.000 Mitglieder abonniert. In ihrer Beschreibung heißt es: „Das Multi-Geschlechter-Hebräisch ist eine neue Reihe von hebräischen Buchstaben, die das Lesen und Schreiben einer Sprache erleichtern, die mehrere Geschlechter umfasst." Es mache „Frauen in der hebräischen Sprache präsent und bildet einen sprachlichen Raum für nicht-binäre Identitäten“.

Auf ihrer Homepage alefalefalef hat Schumer Vorlagen ihrer „neuen Sprache“ zur Verfügung gestellt, von denen sie hofft, dass Organisationen und Orte des öffentlichen Lebens diese übernehmen. Dadurch soll sich das Bewusstsein in der Öffentlichkeit schärfen „für eine Sprache, die nicht nur Männern vorbehalten ist“.

Knessetausschuss übernimmt Alphabet

Neuerdings sind ihre Schöpfungen nicht nur in einzelnen Stadtverwaltungen, Firmen oder Schulen zu sehen, sondern auch in der Knesset. In einem Raum des Ausschusses zur Förderung von Frauen und Gleichstellung der Geschlechter sind dort die beiden Wörter „Herzlich willkommen“ an der Wand geschrieben. Auf Hebräisch heißt das „b’ruchim haba’im“, „gesegnet seien die Kommenden“. Die Endung „im“ in beiden Worten ist die maskuline Form und ist hier als generisches Maskulinum zu verstehen. Wären ausschließlich Frauen zu begrüßen, würde das die feminine Form „ot“ anzeigen, sodass es heißen müsste „b’ruchot haba’ot“. Schumer hat den vorletzten Buchstaben, das Jot, mit einem Strich nach unten verlängert - sodass sich zusätzlich ein o lesen lässt - und das „m“ so umgestaltet, dass es sich mit ein bisschen Gewöhnung als „t“ lesen lässt.

Der Abgeordnete Oded Forer, der seit Juni 2020 Vorsitzender des Frauen-Förderungs-Ausschusses ist, wirbt für ein neues Verständnis von Sprache: Auf seinem Facebookprofil schrieb er zu Beginn der Woche einen Beitrag unter der Überschrift „Sprache formt die Wirklichkeit“: „Wir nutzen den Tag der Hebräischen Sprache im Ausschuss zur Förderung von Frauen und der Gleichstellung der Geschlechter. Die Verwendung der Sprache ist eines der Werkzeuge zur Selbstdefinition eines jeden Mitglieds (weibliche Form). Die Gleichheit zwischen den Geschlechtern muss auf eine Art beginnen, mit der wir uns ausdrücken. Die Multi-Gender-Schreibweise ist ein weiterer Weg, um eine Veränderung zu bewirken, die Frauen einen Platz im öffentlichen Leben gibt. Besonders in dieser Zeit hat die Sprache eine große Bedeutung in der Gesellschaft.“

Er schließt seinen Post mit den Worten: „Sprache bringt eine Agenda voran.“ Diese Agenda bringt Schumer auf ihrer Internetseite treffend auf den Punkt: „Alle Männer und Frauen sind gleich. Wer wagt es, für mich zu entscheiden, wer ich bin.“

Viele reagieren mit Unverständnis

Anlass für das Anbringen des neuen Schriftzuges war der 5. Januar beziehungweise viel mehr der 21. Tag des jüdischen Monats Tevet: Dies ist der Tag der Hebräischen Sprache. Dieser wird in Israel am Geburtstag von Elieser Ben-Jehuda begangenen. Er hatte Ende des 19. Jahrhunderts die hebräische Sprache wiederbelebt. Forer und Schumer freuen sich: „Wir wollen Frauen auch in der Sprache sichtbar machen. Und auch denen, die sich weder als Mann noch als Frau verstehen, eine Möglichkeit geben, sich auszudrücken.“

Viele Israelis sind entsetzt über diesen anderen Zugang, auch, weil er das Selbstverständnis der biblischen Sprache infrage stellt. Manche sehen damit sogar einen Angriff auf das Judentum selbst. Was Ben-Jehuda zum „Multi-Gender-Hebräisch“ gesagt hätte, kann letztlich nur vermutet werden.

Von: mh

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Fri, 08 Jan 2021 10:32:00 +0100
<![CDATA[Ungarisch-israelische Turnerin feiert 100. Geburtstag]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/01/08/ungarisch-israelische-turnerin-feiert-100-geburtstag/ Ágnes Keleti wird 1921 in Ungarns Hauptstadt Budapest geboren. Dort lebt sie – gemeinsam mit ihrer Schwester – als Kind jüdischer Eltern. Bereits mit vier Jahren beginnt sie mit dem Turnen. Keleti hat großes Talent. Im Alter von 16 Jahren gewinnt sie ihren ersten Meistertitel, zehn weitere werden folgen. Als 1939 der Zweite Weltkrieg beginnt, kann sie ihren Sport zunächst weiter ausüben. Die Ungarn, die mit Nazi-Deutschland verbündet sind, haben dennoch kein Interesse an der Ausgrenzung und Deportation ihrer Juden. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als Hitler nach Meinungsverschiedenheiten mit Ungarns Machthaber Miklós Horthy im Frühjahr 1944 das Land besetzt. Das „Unternehmen Margarethe“ gelingt. In der Nacht vom 18. auf den 19. März 1944 marschieren deutsche Truppen in Richtung Budapest.

Unter der Leitung von Adolf Eichmann treiben die Nazis nun auch in Ungarn die „Endlösung“ voran. Zuerst wird für alle Juden das Tragen eines gelben Sterns verpflichtend. Kurz danach beginnt im ländlichen Raum die Ghettoisierung. Bereits im Mai werden die ersten Abtransporte nach Auschwitz veranlasst. Zwischen 400.000 und 500.000 Juden verlieren während der deutschen Besatzung in Ungarn ihr Leben. Unter ihnen ist auch Keletis Vater und ein Großteil ihrer Familie. Mutter und Schwester überleben in einem sogenannten Schutzhaus des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg.

Vater und Großteil der Familie in Auschwitz ermordet

Keleti selbst kann sich mit Hilfe falscher Papiere als christliches Dienstmädchen tarnen. In einem kleinen ungarischen Dorf arbeitet sie für eine Familie, die mit den Nazis sympathisiert. Weil sie dem Gerücht, verheiratete Frauen würden nicht deportiert, Glauben schenkt, heiratet sie 1944 den ungarischen Turner István Sárkány. Die Ehe wird wenige Jahre später geschieden. Während der Schlacht um Budapest 1944/45 wird sie dazu gezwungen, Leichen in Massengräbern zu verscharren. Im Dezember 1944 war die Hauptstadt von der Roten Armee und ihren rumänischen und ukrainischen Verbündeten eingeschlossen worden. Nach erbitterten Kämpfen, zehntausenden toten Soldaten und Zivilisten, kapitulieren die Deutschen im Februar 1945. Auf die deutsche folgt nun die sowjetische Besatzung.

Nach Ende des Krieges nimmt Ágnes Keleti ihre Turnkarriere wieder auf. Den ersten großen internationalen Auftritt hat sie beim 2. Weltweiten Festival für Jugend und Studenten, einem Vorgänger der Weltsportspiele der Studenten, im Jahr 1949. Dort gewinnt sie vier Goldmedaillen und holt einmal Silber. Nachdem sie die Olympischen Spiele 1948 in London verletzungsbedingt verpasst, ist sie vier Jahre später Teil der ungarischen Olympiamannschaft. Im Alter von 31 Jahren gewinnt Keleti in Helsinki vier Medaillen, darunter eine goldene im Bodenturnen. Damit wird sie die erste Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Ihre nächsten großen sportlichen Erfolge feiert Keleti 1952 bei den Turn-Weltmeisterschaften in Rom. Wieder gewinnt sie Gold, diesmal am Stufenbarren. Zudem erhält sie Bronze am Balken und Silber mit der Mannschaft.

Vierfache Olympiasiegerin 1956 bei Spielen in Melbourne

Den Höhepunkt ihrer Karriere landet sie bei den Olympischen Spielen 1956 im australischen Melbourne. Gleich viermal kürt sich Keleti zur Olympiasiegerin. Sie gewinnt Gold im Bodenturnen, am Schwebebalken sowie am Stufenbarren und in Rhythmischer Sportgymnastik mit der Mannschaft. Ergänzt wird dieser Erfolg durch drei Silbermedaillen.

Insgesamt gewinnt Ágnes Keleti zehn Olympia-Medaillen. Die Hälfte davon ist golden. Mit dieser Leistung gehört sie bis heute zu den erfolgreichsten Frauen der Olympia-Geschichte. Zudem ist sie die erfolgreichste jüdische Sportlerin aller Zeiten. Gemäß dieser Erfolge wird Keleti in unzählige Ruhmeshallen aufgenommen, darunter die „Hall of Fame des jüdischen Sports“ und die „Hall of Fame des internationalen Frauensports“. Im Jahr 2004 wird sie in Ungarn außerdem zur „Sportlerin der Nation“ erklärt.

Nach den Olympischen Spielen von Melbourne beendet die damals 35-Jährige ihre Turnkarriere. Doch anstatt in ihre Heimat zurückzukehren, beantragt sie gemeinsam mit 40 weiteren ungarischen Athleten in Australien Asyl. Der Hintergrund: Während der Spiele hatte in Ungarn ein Volksaufstand begonnen. Große Teile der Bevölkerung stellen sich gegen die sowjetische Besatzung und fordern die Unabhängigkeit ihres Landes. Es kommt zu blutigen Gefechten mit mehreren tausend Toten. Die Sowjets behalten letztendlich die Überhand.

Leben und Wirken in Israel

Bereits nach wenigen Monaten kehrt Keleti 1957 zurück nach Europa. Noch im selben Jahr wird sie von einem israelischen Abgesandten zur Makkabiade, der größten internationalen jüdischen Sportveranstaltung, in Tel Aviv eingeladen. Zusammen mit Mutter und Schwester beschließt sie daraufhin die Auswanderung nach Israel. Von nun an arbeitet sie als Sportlehrerin am Wingate Institut, einer Sporthochschule in Netanja. Dort lernt sie auch ihren zweiten Ehemann, Robert Biro, kennen. Die beiden heiraten und bekommen die Söhne Daniel und Rafael. Keleti wird zudem Trainerin der israelischen Turnmannschaft. 2017 erhält sie die höchste Kulturauszeichnung des Staates Israel, den sogenannten Israel-Preis.

Nach vielen Jahrzehnten in Israel zieht die inzwischen über 90-jährige Ágnes Keleti schließlich zurück in ihre Geburtsstadt Budapest. Dort lebt sie bis heute. Anlässlich ihres 99. Geburtstags wird sie 2019 vom Fernsehsender „Africanews“ besucht. Auf die Frage nach ihrer Vergangenheit antwortet sie: „Welche Vergangenheit? Es geht um die Zukunft. Das ist es, worauf es ankommt.“ Dazu passt auch, dass die israelischen Turnmeisterschaften der Frauen ab diesem Jahr ihren Namen tragen sollen.

Von: Valerie Wolf

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Fri, 08 Jan 2021 09:20:00 +0100
<![CDATA[Tel Aviver Marathon als digitales Ereignis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2021/01/07/tel-aviver-marathon-als-digitales-ereignis/ Die Teilnahme am Marathon von Tel Aviv ist dieses Jahr überall in der Welt möglich. Dafür stellen die Organisatoren eine App zur Verfügung. Als Termin haben sie den Zeitraum vom 19. bis 25. Februar vorgesehen. Amateure und Profis können eine entsprechende Strecke in ihrer Region auswählen. Das Motto lautet: „Alle laufen getrennt miteinander“. Neben der Marathondistanz stehen der Halbmarathon, 10 Kilometer und 5 Kilometer zur Auswahl. Die Anmeldung erfolgt online. Sieger werden wegen der unterschiedlichen Bedingungen vor Ort nicht gekürt.

Von: eh

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Thu, 07 Jan 2021 14:40:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu dankt US-Finanzminister für erfolgreiche Mission]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/07/netanjahu-dankt-us-finanzminister-fuer-erfolgreiche-mission/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) hat der US-Regierung für ihren Beitrag zur Normalisierung mit dem Sudan gedankt. Am Donnerstag empfing er in Jerusalem Finanzminister Steven Mnuchin. Dieser war direkt von der sudanesischen Hauptstadt Khartum nach Israel geflogen.

„Sie waren letzten Oktober hier, als Sie den Finanzminister der Vereinigten Arabischen Emirate bei einem wahrhaft historischen Anlass begleiteten: dem ersten offiziellen Besuch eines emiratischen Politikers in Israel“, sagte Netanjahu auf einer Pressekonferenz mit Mnuchin. „Diesmal kommen Sie zu uns nach einem erfolgreichen Besuch in Khartum, bei dem der Sudan formell die Abraham-Abkommen unterzeichnete.“ Netanjahu äußerte seinen Dank an US-Präsident Donald Trump und dessen Regierung auch wegen der Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Marokko.

Mnuchin hatte mit der Finanzministerin der sudanesischen Übergangsregierung Hiba Ahmed auch eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem ostafrikanischen Land nach 27 Jahren wieder Zugang zu Geldern der Weltbank ermöglicht: jährlich 1 Milliarde Dollar. Denn als Gegenleistung für die Normalisierung mit Israel haben die USA den Sudan von der Liste der terrorfinanzierenden Staaten gestrichen. Der sudanesische Justizminister Nasreldin Abdelbari setzte dann seine Unterschrift unter die Abraham-Abkommen mit Israel.

Mnuchin: Mit Golfstaaten über Abraham-Abkommen sprechen

Von Israel reist Mnuchin am Donnerstagabend weiter und besucht vier Golfstaaten: Katar, Saudi-Arabien, die Emirate und Kuwait. Auch dort will er über die Abraham-Abkommen sprechen. Die erste Station seiner Reise war Ägypten.

Netanjahu und Mnuchin dankten sich gegenseitig für die gute Zusammenarbeit. Der scheidende amerikanische Minister stellte weitere Israelreisen in Aussicht – allerdings werde er dann als Privatmann kommen, sagte er im Hinblick auf den bevorstehenden Amtswechsel im Weißen Haus.

Der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) lobte die Unterzeichnung im Sudan ebenfalls: Sie sei ein „wichtiger Schritt, um regionale Normalisierungsabkommen im Nahen Osten voranzubringen“, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Er dankte der US-Regierung „für ihre beständigen Bemühungen, Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu fördern“ und ergänzte: „Ich hoffe, dieses Abkommen wird bald Fortschritt in den Dialog und die Normalisierung zwischen Israel und dem Sudan bringen und die Entwicklung von Beziehungen zwischen unseren Ländern fördern“.

Von: eh

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Thu, 07 Jan 2021 14:39:00 +0100
<![CDATA[Israelische Politiker verurteilen Angriff auf US-Kongress]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/07/israelische-politiker-verurteilen-angriff-auf-us-kongress/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) hat Donnerstagmorgen die Erstürmung des US-Kongresses verurteilt. Der Angriff sei das „komplette Gegenteil“ von amerikanischen und israelischen Werten. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem amerikanischen Finanzminister Steve Mnuchin in Jerusalem sagte Netanjahu, dass die amerikanische Demokratie „seit Generationen eine Quelle der Inspiration für die Welt und für Israel“ sei. Er zweifle nicht, dass die amerikanische Demokratie siegen werden, denn das habe sie immer getan.

Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) schrieb auf Twitter: „Die Bilder aus Washington verletzen die Herzen aller, die an Demokratie glauben.“ Außerdem forderte er von allen politischen Entscheidungsträgern die Wahrung von Rechtsstaatlichkeit, die Achtung demokratischer Verfahren und einen respektvollen Diskurs.

„Amerika muss wieder zum Vorbild für Demokratien werden“

Der Oppositionsführer Jair Lapid (Jesch Atid-Telem) drückte bereits am Mittwoch auf Twitter sein Entsetzen aus: „Ich bin tief betrübt und schockiert von den Bildern aus den Vereinigten Staaten. Meine Gedanken sind heute Abend bei all meinen Freunden in Washington. Wir hoffen, dass Ordnung wiederhergestellt und die Machtübergabe abgeschlossen wird.“ Amerika müsse wieder ein Vorbild für Demokratien in aller Welt werden.

Angst vor weiteren Ausschreitungen äußerte Einwanderungsministerin Pnina Tamano-Schata (Blau-Weiß): „Was jetzt in den USA geschieht, könnte in einem schweren Blutvergießen enden.“ Energieminister Juval Steinitz (Likud) bezeichnete die Ereignisse in Washington als „schockierend, beunruhigend und erschreckend“.

Ahmed Tibi (Vereinigte Liste) verglich die „skandalösen Bilder“ aus Washington mit dem Wesen des Faschismus: „Eine Regierung, die das Ende einer regelbasierten Weltordnung unterstützt hat, kommt zum Ende, indem sie gegen die Regeln, die sie selbst aufgestellt hat, aufhetzt.“ Aus seiner Sicht würde Netanjahu genauso handeln.

Am Mittwochnachmittag waren tausende Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump erst vor dem Parlamentssitz in Washington aufmarschiert und anschließend ins Gebäude eingedrungen. Die beiden Kongresskammern mussten ihre Sitzung abrupt beenden. Dort wollten die Abgeordneten die Präsidentschaftswahlergebnisse zertifizieren.

Von: mas

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Thu, 07 Jan 2021 14:09:00 +0100
<![CDATA[Ägyptischer Außenminister spricht mit Amtskollegen von Israel und PA]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/07/aegyptischer-aussenminister-spricht-mit-amtskollegen-von-israel-und-pa/ Der ägyptische Außenminister Samih Schukri hat am Mittwochmorgen mit seinem israelischen Amtskollegen Gabi Aschkenasi und dem Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Riad al-Maliki, gesprochen. Laut dem ägyptischen Außenministerium sollten die separaten Telefonate Gespräche zwischen Deutschland, Frankreich, Ägypten und Jordanien vorbereiten. Diese sollen wiederum den Weg für eine Friedenskonferenz unter Aufsicht des Nahost-Quartetts ebnen. Es besteht aus den Vereinten Nationen, den USA, Russland und der EU. Das Format hatte PA-Präsident Mahmud Abbas vorgeschlagen.

Von: tk

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Thu, 07 Jan 2021 11:59:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 07. Januar 2021]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2021/01/07/nachrichten-vom-07-januar-2021/ Thu, 07 Jan 2021 11:50:00 +0100 <![CDATA[Durchschnittsalter der Corona-Toten sinkt auf 78,5 Jahre]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/07/durchschnittsalter-der-corona-toten-sinkt-auf-785-jahre/ In den vergangenen Wochen ist das Durchschnittalter der im Zusammenhang mit Corona verstorbenen Israelis auf 78,5 Jahre gesunken. Im September lag der Wert noch bei 80,4 Jahren. Außerdem gab das Gesundheitsministerium an, dass in der vergangenen Woche pro Tag durchschnittlich 32 Israelis in Folge einer Corona-Erkrankung verstorben sind. Im Dezember gab es 18 tägliche Todesfälle. Als Reaktion auf die steigenden Neuinfektionen und Todeszahlen hat die Knesset am Mittwochabend einem neuerlichen Lockdown zugestimmt. Dieser tritt ab Donnerstag um Mitternacht in Kraft.

Von: mas

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Thu, 07 Jan 2021 11:13:00 +0100
<![CDATA[Mehr als 1.000 neue arabische Rekruten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/07/mehr-als-1000-neue-arabische-rekruten/ JERUSALEM (inn) – Mehr als 1.000 Araber haben im vergangenen Jahr einen Dienst bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften angetreten. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ unter Berufung auf die Personalabteilung berichtet. In Israel gibt es keine Wehrpflicht für Nichtjuden.

Araber arbeiten beim Militär unter anderem als Fahrer oder Ärzte. Um nichtjüdische Minderheiten für den freiwilligen Militärdienst zu gewinnen, hat die Armee verschiedene Projekte initiiert. So bietet sie etwa mit dem Programm „Botschafter in Uniform“ eine kurze Grundausbildung an, die ein paar Wochen dauert.

Anfragen aus Feindesland

Zudem informieren die Streitkräfter Araber, Beduinen und Drusen konkret über den Dienst. Auf diese Weise haben sie etwa 4.000 Interessenten angesprochen, 1.200 wurden für relevant befunden. Bereits 250 befänden sich im Rekrutierungsprozess, sagte ein Armeevertreter dem Blatt.

„Etwa 700 haben aus arabischen Staaten angerufen, darunter von Ländern wie dem Libanon und Syrien, vielleicht als Teil des Wandels, den die Region durchmacht“, ergänzte er. „Wir konnten es kaum glauben. Als Reaktion eröffneten wir ein Rekrutierungsbüro am Eingang zum Stützpunkt Michve Alon in Galiläa.“ Dort können Interessierte ihr Hebräisch verbessern. „Diese Vertretung kann bis zu 2.500 Menschen pro Jahr für die Armee rekrutieren.“

Von: eh

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Thu, 07 Jan 2021 10:32:00 +0100
<![CDATA[Sudan unterzeichnet Abraham-Abkommen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2021/01/06/sudan-unterzeichnet-abraham-abkommen/ Der Sudan hat das Abraham-Abkommen über diplomatische Beziehungen mit Israel unterzeichnet. Der US-Finanzminister Steven Mnuchin und der sudanesische Justizminister Nasreldin Abdelbari unterzeichneten das Dokument am Mittwoch in Khartum. Sudan folgt damit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, die das Abkommen Mitte September unterschrieben. Die Regierung erklärte, es diene der „Toleranz und dem Frieden“ im Nahen Osten. Der Sudan hatte einer Normalisierung mit Israel im Oktober prinzipiell zugestimmt. Im Gegenzug wollen die USA das Land von ihrer Terror-Liste streichen.

Von: tk

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Wed, 06 Jan 2021 16:07:00 +0100
<![CDATA[Weniger Soldaten-Suizide bei insgesamt niedrigen Todeszahlen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/06/weniger-soldaten-suizide-bei-insgesamt-niedrigen-todeszahlen/ JERUSALEM (inn) – Im vergangenen Jahr sind 28 israelische Soldaten gestorben. Das ist die zweitniedrigste Zahl seit der Staatgründung im Jahr 1948. Nur ein Soldat verlor sein Leben durch einen feindlichen Angriff. Die häufigste Todesursache bleibt Suizid.

Mindestens neun Armeeangehörige haben sich 2020 das Leben genommen. Das sagte der Leiter des Personaldirektion, Moti Almos, laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Bei einer zehnten mutmaßlichen Selbsttötung ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Nur 2019 hatte es weniger tote Soldaten gegeben. Damals starben zwölf durch Suizid.

Andere Todesursachen

2020 ist jedoch das Jahr mit den wenigsten toten Zivilisten oder Soldaten durch feindliche Angriffe – nämlich drei. Amit Ben-Jigal ist der einzige Armeeangehörige, der bei einer Militäroperation starb. Er wurde bei einer Razzia in Jabed im Westjordanland getötet. Die beiden anderen Toten, die Zivilisten Rabbi Schai Ohajon und Esther Horgen, wurden Opfer von Terror-Attentaten.

Die zweithäufigste Todesursache unter Soldaten machen Autounfälle aus. Sechs Uniformierte kamen dadurch ums Leben. Weitere fünf Soldaten starben durch Krankheit, jedoch keiner von ihnen wegen COVID-19. Ein Luftwaffenoffizier und sein Kadett starben bei einem Flugzeugabsturz. Die Ursache dafür wird noch untersucht. Zwei weitere Waffenträger kamen durch Arbeitsunfälle zu Tode. Bei drei weiteren ist die Ursache noch unklar. Dazu zählt die erwähnte vermutete Selbsttötung.

Programme gegen Suizid

Bei sieben von den neunen, die sich das Leben nahmen, sei zuvor keine derartige Gefährdung bekannt gewesen, erklärte Almos. Zwei hätten hingegen Warnsignale gezeigt. Acht der neun waren Männer, fünf von ihnen in Kampfeinheiten. Laut Almos seien wahrscheinlich vier Selbsttötungen verhindert worden, indem Soldaten, die von ihrer Einheit verschwunden waren, schnell ausfindig gemacht wurden. Noch vor einigen Jahren wäre dies so nicht geschehen.

Wenn ein Soldat vermisst wird, könne er etwa über sein Handy aufgespürt werden. Im Gegensatz zu früher könne dieses Instrument nahezu augenblicklich eingesetzt werden, wenn Kommandeure es für nötig halten.

Die israelischen Streitkräfte unterhalten verschiedene Präventionsprogramme gegen Suizid. Ihre Suizidrate liegt unter der in der Gesamtbevölkerung. Die Rate ist auch niedriger als in Armeen anderer Staaten.

Von: tk

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Wed, 06 Jan 2021 14:54:00 +0100
<![CDATA[Erdbeermangel führt zu Teuerung und Schmuggel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2021/01/06/erdbeermangel-fuehrt-zu-teuerung-und-schmuggel/ JERUSALEM (inn) – Aufgrund von Ernteausfällen herrscht in Israel derzeit ein Mangel an Erdbeeren. Dadurch sind die Früchte teurer als üblich. Das israelische Nachrichtenmagazin „i24 News“ spricht von bis zu 20 Euro pro Kilogramm.

Ein Landwirt gab in dem Bericht an, dass die Ernte im Vergleich zu den Vorjahren um 70 Prozent zurückgegangen ist. Ursache dafür seien die ungewöhnlich warmen Monate September und Oktober. Der September war laut der Zeitung „Ha'aretz“ der bei Weitem heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Tagestemperaturen lagen drei bis fünf Grad über dem Schnitt. Der September war zudem heißer als der Juli und der August; das kam bislang nur im Jahr 1986 vor.

Die Erdbeersaison in Israel geht in der Regel von November bis Mai. Der Bauernverband hofft, dass sich die Lage in spätestens drei Wochen normalisiert.

Gefährliche Früchte

Der aktuelle Mangel führt auch zu illegalen Einfuhren aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Die Schmuggler profitieren dabei von den billigen Einkaufspreisen bei den Palästinensern und den hohen Verkaufspreisen in Israel. Im Dezember stellte das Landwirtschaftsministerium acht Tonnen dieser Erdbeeren sicher. Am vergangenen Freitag nahm die Grenzpolizei in Bethlehem einen Verdächtigen fest, der 100 Kilogramm Erdbeeren von Hebron nach Jerusalem schmuggeln wollte.

Allerdings erzielen die Palästinenser Ernteerfolge mit dem Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien in schädlichen Mengen. Davor warnt der Chefermittler beim Landwirtschaftsministerium, Roy Kliger. Seine Behörde habe in den Erdbeeren Spuren von Chemikalien gefunden, die für den Anbau verboten sind.

Von: df

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Wed, 06 Jan 2021 13:47:00 +0100