Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 15 Dec 2019 11:58:38 +0100 <![CDATA[„Außenpolitischen Einfluss der Bundesrepublik nicht überschätzen“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/13/aussenpolitischen-einfluss-der-bundesrepublik-nicht-ueberschaetzen/ FRANKFURT/MAIN (inn) – „Deutschland muss klarer Position beziehen, an erster Stelle gegenüber Terror – denn Terror ist das Element, das im Nahen Osten den Konflikt trägt.“ Diese Ansicht hat die Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Frankfurt, Claudia Korenke, am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main geäußert. Zur Debatte in der Bildungsstätte Anne Frank stand die Frage: „Welchen Beitrag kann Deutschland zur Konfliktlösung im Nahen Osten leisten?“ Mitdiskutanten waren Johannes Becke von der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg sowie die in Ostjerusalem lebende Pfarrerin Gabriele Zander. Moderiert wurde das Gespräch von Maria Coors vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Korenke betonte: „Deutschland sollte sich einmischen. Wir sollten uns überall dort auf der Welt einmischen, wo Unrecht geschieht, und zwar im Rahmen dessen, was uns möglich ist.“ Die Vizepräsidentin der Bundes-DIG forderte zudem, Deutschland müsse aufhören, Geschäfte mit dem Iran zu machen, da dieser die Vernichtung Israels zum Ziel habe. „Wir stehlen uns hier politisch zu sehr aus der Verantwortung.“

Becke warnte unterdessen davor, den außenpolitischen Einfluss der Bundesrepublik zu überschätzen. Er habe nicht den Eindruck, dass Deutschland eine eigene Nahostpolitik verfolge. Diese sei vielmehr eng abgestimmt mit der Politik der europäischen Mächte. Für Deutschland sei die Region in erster Linie ein Absatzmarkt für den Waffenhandel. Er sehe die Bundesrepublik nicht in der Position, den Nahost-Konflikt zu lösen.

Bildungsprogramm zum Thema Israel und Nahost

Allerdings könne seiner Ansicht nach die deutsche Zivilgesellschaft etwas bewegen. Es sei jedoch nicht immer hilfreich, wenn Deutsche meinten, sie müssten zu Detailfragen der israelisch-palästinensischen Grenzziehung eine Meinung haben. Oft werde vergessen, dass die israelische und die palästinensische Zivilgesellschaft sehr viel vielfältiger sei, als das manche deutsche Diskurse glauben ließen.

Becke betonte zudem die Notwendigkeit eines deutschen Bildungsprogramms für Multiplikatoren zum Thema Israel und Nahost. An deutschen Schulen trauten sich Lehrer häufig nicht, über Israel und Palästina zu sprechen. Becke wies darauf hin, dass es in Israel eine reichhaltige Bildungslandschaft für deutsche Sprache und Literatur gebe. In der deutschen Wissenschaftslandschaft sei die Beschäftigung mit dem Staat Israel hingegen nur eine kleine verkümmerte Nische. Für Judaisten sei das Thema zu modern, für Islamwissenschaftler zu jüdisch.

Angerissen wurde auch die Rolle deutscher Kirchen und Religionsgemeinschaften in Israel. Zander wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in den Büroräumen der Jerusalemer Erlöserkirche auch der Bischof der palästinensischen Christen sitze. Mit dieser palästinensischen Gemeinde gebe es einen Partnerschaftsvertrag. Sie fühle sich Israel und den Palästinensern verbunden. Es sei auch die Position der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), beide Seiten im Blick zu haben und für eine Zwei-Staaten-Lösung einzutreten.

Vorbehalte gegen Israel auf dem Kirchentag

Korenke brachte an dieser Stelle eine persönliche Erfahrung mit Christen aus der Praxis ein. Die DIG sei in der Öffentlichkeit immer wieder auch mit Infoständen präsent, beispielsweise auf dem Kirchentag. Vor den Auftritten bei der kirchlichen Veranstaltung habe sie am meisten Angst. Die Gespräche dort mit Besuchern am Stand seien „fast immer aggressiv, fast immer anti-israelisch“. In den Diskussionen, die sie häufig auch mit Pfarrern führe, sei oft kein Durchkommen möglich. „Hier gibt es einen grundsätzlichen Vorbehalt gegenüber Israel.“

Becke stimmte der DIG-Vizepräsidentin zu. Man habe es hier mit einer bestimmten Generation zu tun, die langsam in Rente geht. In dieser Generation gebe es eine große Begeisterung für die Dritte-Welt-Bewegung und die Befreiungstheologie, „man verbeißt sich sehr schnell in Israel-Palästina-Fragen“. Aber es sei in der evangelischen Kirche auch ein massives Gegengewicht, ein engagiertes Milieu, vorhanden, das diese Problematik kenne. Dieses müsse mehr Unterstützung finden.

Ostjerusalem in Israel?

Zander wies darauf hin, dass die Debatten auf dem Kirchtag, die in das Palästina-Solidaritäts-Spektrum gehörten, nicht Teil der offiziellen Veranstaltung seien. „Das ist etwas, das sich aus Protest dagegen formiert hat, dass der Kirchentag zu wenig palästinensische Vertreterinnen und Vertreter einlädt“ – so habe sie das wahrgenommen.

Die Pfarrerin ist Leiterin des „Evangelischen Pilger- und Begegnungszentrums“ der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung auf dem Ölberg in Jerusalem. Sie hatte bereits vor der Podiumsdiskussion von ihrer Arbeit in Israel erzählt. Kurzfristig war sie für den erkrankten ehemaligen Leiter des ARD-„Hauptstadt“-Studios in Tel Aviv, Richard C. Schneider, eingesprungen. Der sollte zum Thema „Alltag im Ausnahmezustand. Mein Blick auf Israel“ einen Vortrag halten. Vorgestellt wurde Zander als Israelkennerin. Sie wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass sie sich schwer damit tue, bei ihrer Adresse in Ostjerusalem als Land „Israel“ anzugeben, da der Status der Stadt nach internationalem Rechtsverständnis nicht geklärt sei.

Zander: Bundestagsbeschluss zu BDS schwer nachvollziehbar

Bei ihren Ausführungen äußerte sich Zander unter anderem kritisch zum Bundestagsbeschluss vom Mai, der die Israel-Boykott-Bewegung BDS als antisemitisch einstuft. Dieser sei für sie nicht ganz nachvollziehbar. Von palästinensischer Seite aus sei der Aufruf zum Boykott ein legitimes Mittel, auch wenn es BDS-Unterstützer mit antisemitischen Motiven geben sollte, sagte Zander. Sie erklärte weiter: „Vor Ort gibt es ja nicht viele Mittel, mit denen sich die Palästinenserinnen und Palästinenser gegen die Besatzung wehren können. Gewalt ist kein Mittel und rechtlich kommt man auch nicht weiter.“

Auch politisch hätten die Palästinenser keine gute Vertretung, was auch an der eigenen Regierung liegen mag. Deshalb riefen zivilgesellschaftliche Akteure zum Boykott auf. „Dass das dann hier als antisemitisch verurteilt wird, wird der Situation in Palästina sicher nicht gerecht.“

Die Pfarrerin äußerte zudem die Einschätzung: „In beiden Gesellschaften wird Kritik zunehmend weniger geduldet, in Palästina wie in Israel.“ Nach dem Vortrag wurden zahlreiche kritische Stimmen aus dem Publikum laut. Sie bemängelten, dass Zander schwierige Themen nur angerissen habe und einseitig Israel kritisiere. In diesem Zusammenhang räumte die Referentin ein, dass es Kritikern in „Palästina“ schlimmer ergehe und diese zum Teil im Gefängnis sitzen. Das sei in Israel nicht der Fall.

„Von Israel enttäuscht“

Die vom Publikum kritisierte recht einseitige Verurteilung Israels begründete Zander mit persönlicher Enttäuschung. Sie sei 1986 mit sehr viel Liebe für das Land nach Israel gegangen. Es schmerze sie, zu beobachten, was in Israel passiere, weil das Land eine Demokratie ist. Früher habe es eine größere Friedensbewegung im Land gegeben, auch sei Kritikern eher das Wort erteilt worden. Das sei heute nicht mehr so.

Die Tagung „Israelbilder, deutsche Perspektiven auf den Nahost-Konflikt“ begann bereits am Mittwochabend mit einer Diskussion über die Frage „Ist objektive Berichterstattung über den Nahost-Konflikt möglich?“.

Von: Dana Nowak

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Fri, 13 Dec 2019 15:51:00 +0100
<![CDATA[Libanon empfindet iranisches Verhalten als übergriffig]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/13/libanon-empfindet-iranisches-verhalten-als-uebergriffig/ BEIRUT (inn) – Libanesische Regierungsmitglieder haben verärgert auf Drohungen des iranischen Revolutionsgarden-Kommandeurs Mortesa Korbani reagiert. Der hatte verkündet, „Tel Aviv vom Libanon aus einzuäschern“ und dabei nicht eine einzige Rakete vom eigenen Territorium abzufeuern. Diese Bemerkungen seien „eine Missachtung der libanesischen Souveränität“ und daher „unglücklich und inakzeptabel“, sagte Verteidigungsminister Elias Bu Saab. Das Land erfreue sich freundschaftlicher Bande mit dem Iran, die jedoch die eigene Entscheidungsfindung in „keiner Art und Weise“ verletzen dürften.

Der geschäftsführende Informationsminister Dschamal al-Dscharra nannte die Äußerungen „unverantwortlich“ und „arrogant“. Weiter sagte er: „Der Iran kann sich auf jede Art verteidigen, die er bevorzugt, aber der Libanon ist nicht der Briefkasten der Revolutionsgarden oder eine Arena für fremde Akteure.“

Hisbollah nicht beherrschbar

Im Oktober, als die Proteste in Israels nördlichem Nachbarn hochkochten, soll unbestätigten Berichten der arabischen Zeitung „Al-Dscharida“ zufolge der Kommandeur der Revolutionsgarden, Kassem Sulaimani, in den Libanon gereist sein. Das Regime habe sich vorbehalten, in den Aufstand einzugreifen, der sich auch gegen den Einfluss der vom Iran unterstützten Terror-Organisation und Regierungspartei Hisbollah richtete.

In einem Interview des amerikanischen Nachrichtensenders CNBC sagte Premier Saad al-Hariri, der inzwischen zurückgetreten aber übergangsweise weiter im Amt ist, er betrachte die schiitischen Miliz als „regionales Problem“. Israel mache sein Land für Aktionen der Hisbollah verantwortlich, er habe aber nur begrenzte Möglichkeiten, sie zu kontrollieren.

Von: tk

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Fri, 13 Dec 2019 15:32:00 +0100
<![CDATA[Gaza-Christen dürfen zu Weihnachten nicht nach Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/13/gaza-christen-duerfen-zu-weihnachten-nicht-nach-israel/ Zum diesjährigen Weihnachtsfest ist es Christen aus dem Gazastreifen nicht genehmigt, die religiösen Orte in Jerusalem oder Bethlehem zu besuchen. Das teilte die zuständige Armeebehörde mit Verweis auf Sicherheitsgründe am Donnerstag mit. Den betroffenen Personen ist lediglich eine Auslandsreise erlaubt. Unter den insgesamt rund zwei Millionen Bewohnern des Gazastreifens leben rund 1.100 Christen, zumeist griechisch-orthodoxen Glaubens. In den vergangenen Jahren durften sie zur Weihnachts- oder Osterzeit mit einer entsprechenden Erlaubnis nach Israel und in das Westjordanland reisen.

Von: df

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Fri, 13 Dec 2019 13:22:00 +0100
<![CDATA[BDS-Aktivisten attackieren Araber und Juden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/13/bds-aktivisten-attackieren-araber-und-juden/ Aktivisten der Israel-Boykott-Bewegung BDS haben am Dienstag eine Diskussion zwischen spanischen Abgeordneten und jüdischen sowie arabischen Bewohnern des Westjordanlandes gestürmt und die Teilnehmer physisch attackiert. Thema der Diskussion war die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, Siedlungsprodukte zu kennzeichnen. Der Leiter des Regionalrats von Samaria, Jossi Dagan, rief den Störenfrieden bei deren Rausschmiss hinterher: „Ihr liebt keine Araber, sondern ihr hasst nur die Juden. Das ist euer wahres Gesicht. Ihr solltet euch alle schämen.“

Von: stm

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Fri, 13 Dec 2019 12:45:00 +0100
<![CDATA[Eilat verbietet Plastik am Strand]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2019/12/13/eilat-verbietet-plastik-am-strand/ Der Stadtrat von Eilat hat am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das Müll vom Strand verbannen soll. Umgerechnet 190 Euro Strafe stehen dort fortan auf die Nutzung von Wegwerfprodukten aus Plastik, Aluminium oder Papier. Bürgermeister Meir Jitzchak Halevi bezeichnete es als Eilats Pflicht, seine natürlichen Ressourcen zu bewahren. Insbesondere, da der Strand als einer der schönsten der Welt gelte. Wegwerfprodukte stellten eine Gefahr für Meerestiere dar und verschandelten den Touristenmagneten. Eilat folgt damit als erste Stadt in Israel Ländern aus der EU sowie Kanada und den USA.

Von: tk

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Fri, 13 Dec 2019 11:53:00 +0100
<![CDATA[Israelis spenden für syrische Flüchtlinge]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/13/israelis-spenden-fuer-syrische-fluechtlinge/ Hunderte Israelis haben Decken, Kleidung und Schuhe für Flüchtlinge in Syrien gespendet. Die Aktion des „Israelischen Fonds für Unicef“ soll den Menschen helfen, den kalten Winter besser zu überstehen. Die Organisation stellte auch Medizin, Lebensmittel und Tabletten für die Wasseraufbereitung zur Verfügung. Das israelische Außenministerium zitiert einen nicht namentlich genannten Spender mit den Worten: „Ein Kind ist ein Kind, egal wo.“ Es dankte allen Israelis, die sich an der Spendenaktion beteiligt hatten. Israel und Syrien befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand.

Von: dn

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Fri, 13 Dec 2019 10:32:00 +0100
<![CDATA[„Und so wird es sein bis zum Ende der Zeit“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/13/und-so-wird-es-sein-bis-zum-ende-der-zeit/ Die Atmosphäre ist gespannt, die Galerie der Knesset gut gefüllt. David Ben-Gurion tritt ans Rednerpult. Es ist der 13. Dezember 1949. „Für den Staat Israel hat es und wird es immer nur eine Hauptstadt geben – Jerusalem, die Ewige“, wird das Nachrichten-Bulletin der „Jewish Telegraphic Agency“ den Premierminister am folgenden Tag zitieren und gleichzeitig mitteilen: „Das Büro des Premierministers wird nach Jerusalem verlegt und das israelische Parlament wird in ungefähr zehn Tagen in der Heiligen Stadt zusammenkommen“. Die Stadt, die seit Tausenden Jahren im Mittelpunkt jüdischer Sehnsüchte steht, ist nun die Haupstadt des gerade einmal anderthalb Jahre alten modernen Judenstaates.

Aus Sorge davor, die Vereinten Nationen zu brüskieren, haben Israels Anführer lange gezögert, diesen Schritt zu gehen. Im UN-Teilungsplan vom 29. November 1947, der die israelische Staatsgründung international legitimierte, war für Jerusalem ein besonderer Status festgelegt worden. Aus der Stadt der drei Weltreligionen soll ein „Corpus seperatum unter einem internationalen Sonderregime“ werden, heißt es in einem Teil des Plans, der sich ausschließlich mit Jerusalem befasst. Ein Treuhandrat würde dann im Namen der UN die Verwaltungsaufgaben wahrnehmen.

Ben-Gurion will die Teilung

Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits 1937 hat sich die Peel-Kommission der britischen Mandatsmacht dafür ausgesprochen, Jerusalem keinem Staatsgebiet zuzuschlagen. Die zionistischen Führer lehnten ab und schlugen stattdessen eine Teilung vor, wobei sie die heiligen Stätten unter britischer Gewalt sehen wollten. Mindestens ein Teil Jerusalems sollte aber in jedem Fall israelische Hauptstadt werden. „Ben-Gurion war bereit, die Altstadt und ihre Umgebung zu opfern, damit Stadtteile im Westen die Haupstadt des Judenstaates werden konnten“, erklärt der Tel Aviver Historiker Motti Golani. „Erstmals kam die Idee der Teilung Jerusalems auf die internationale Agenda – als eine ‚zionistische Idee‘, nicht eine britische oder arabische“, merkt er an. Doch Briten und Araber lehnten ab.

Als der Plan des neutralen Jerusalems 1947 von den UN wiederaufgegriffen wird, beugt sich die Jewish Agency als Vertretung des Jischuw, also der im Lande lebenden Juden, dem internationalen Willen zunächst. Zu diesem Zeitpunkt leben etwa 100.000 Juden in Jerusalem, mehr als Muslime und Christen zusammen. „Es war der Preis, der für unsere Eigenstaatlichkeit gezahlt werden musste“, rekapituliert Ben-Gurion die Entscheidung später im Rückblick. „Wenn die Araber den Plan akzeptiert hätten, hätten wir uns daran gehalten.“

UN-Resolution befeuert israelische Entscheidung

Doch es kommt anders. Unmittelbar nach der israelischen Staatsgründung greifen die arabischen Armeen den jüdischen Staat an. Die UN bleiben jedoch weiterhin bei ihrer Haltung, dass Jerusalem nicht israelische Hauptstadt werden könne. Die israelische Staatsführung bleibt zunächst vorsichtig in ihrem Vorgehen. Sie strebt eine Aufnahme in die UN an und will die internationale Staatengemeinschaft nicht vor den Kopf stoßen. Immerhin: der Oberste Gerichtshof wird bereits im September 1948 in der Heiligen Stadt installiert. Im Februar 1949 kommt auch die Knesset das erste Mal und als Ausnahme in Jerusalem zusammen. Als sich im Herbst 1949 – inzwischen ist Israel bereits UN-Mitglied – abzeichnet, dass die Vereinten Nationen in einer weiteren Resolution die Pläne zur Internationalisierung Jerusalems bekräftigen könnten, zieht Ben-Gurion die Reißleine.

Am 5. Dezember 1949 tritt er in einer kurzfristig einberufenen Sitzung vor die Knesset und sagt sein Land offiziell vom UN-Teilungsplan los, den die arabische Seite so offensichtlich gebrochen hatte. „Die UN haben nichts getan, als Nationen, die UN-Mitglieder sind, der Resolution vom 29. November 1947 den Krieg erklärten“, kritisiert der Premierminister. „Daher sind wir nicht länger an die UN-Resolution gebunden, aus unserer Sicht ist sie null und nichtig.“

Am Standpunkt der Vereinten Nationen ändert das nichts mehr. Am 9. Dezember nehmen 38 Staaten der Generalversammlung eine von Australien eingebrachte Resolution an und bekräftigen damit ihre ständige Haltung zu Jerusalem. 14 stimmen dagegen, 7 enthalten sich. Überzeugte Unterstützer der Resolution sitzen vor allem im Vatikan, den Staaten Lateinamerikas und der Sowjetunion. Die israelische Regierung reagiert am 11. Dezember mit der Entscheidung, Jerusalem zur faktischen Hauptstadt zu machen. Ausgerechnet die UN hatten dem jüdischen Staat damit die Gelegenheit gegeben, die israelische Souveränität auf Jerusalem auszuweiten, bemerkt Historiker Golani.

Schnelle Forderung nach Verlegung der US-Botschaft

Zwei Tage nach der Kabinetts-Entscheidung steht Ben-Gurion dann am Rednerpult der Knesset. Die Entscheidung der UN weist er als „absolut undurchführbar“ zurück. Dennoch lädt er – zum Leidwesen mehrerer Oppositionspolitiker, darunter Menachem Begins – die Organisation ein, die Heiligen Stätten zu beaufsichtigen. Eines aber ist für ihn unverrückbar: Seit 3.000 Jahren sei Jerusalem Israels Hauptstadt gewesen – „und so wird es sein bis zum Ende der Zeit“. Am 23. Januar 1950 ruft auch die Knesset mit einem Beschluss Jerusalem als Hauptstadt aus.

Bereits wenige Tage nach Ben-Gurions Rede fordert der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas die US-Regierung dazu auf, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Fast 70 Jahre später soll seine Bitte erhört werden – wiederum gegen den Willen einer überwiegenden Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft, die Jerusalem bis heute nicht als israelische Hauptstadt anerkennt.

Von: Sandro Serafin

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Fri, 13 Dec 2019 10:31:00 +0100
<![CDATA[Europäische Union und Dänemark finanzieren palästinensische Gebäude]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/12/europaeische-union-und-daenemark-finanzieren-palaestinensische-gebaeude/ Die Europäische Union und die Palästinensische Autonomiebehörde haben am Mittwoch zwei Mehrzweckgebäude für Ortschaftsräte im Westjordanland eingeweiht. Sie befinden sich in den Dörfern Al-Ma’asara und Mi’allah, die im Bezirk Bethlehem, die zur Zone C gehören. Diese wird von Israel verwaltet. Der Leiter der politischen Sektion der EU, Simone Petroni, sagte bei der Einweihung: „Indem wir in Projekte in der Zone C investieren, investieren wir in den zukünftigen Staat Palästina.“ Die EU hat 310.000 Euro beigesteuert. Dänemark beteiligte sich mit 215.000 Euro an dem Projekt.

Von: eh

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Thu, 12 Dec 2019 16:12:00 +0100
<![CDATA[Israelisches Radsport-Team verpflichtet drei Deutsche]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/12/12/israelisches-radsport-team-verpflichtet-drei-deutsche/ Das neugegründete israelische Radsport-Team „Israel Start-up Nation“ macht sich mit drei deutschen Fahrern auf den Weg in die Saison 2020. Das gab das Team am Mittwoch während seiner Präsentation bekannt. André Greipel, Rick Zabel und Nils Politt verstärken das international besetzte Team im kommenden Jahr. Neben sportlichen Erfolgen wolle „Israel Start-up Nation“ ein „offenes, pluralistisches, demokratisches und vor allem sicheres Israel, das offen ist für Juden, Christen und Muslime“ präsentieren, erklärte Teambesitzer Sylvan Adams.

Von: mas

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Thu, 12 Dec 2019 15:24:00 +0100
<![CDATA[Muslimischer Generalmajor Hakrusch: „Israel bietet Gleichheit“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/12/muslimischer-generalmajor-hakrusch-israel-bietet-gleichheit/ GENF (inn) – „Die Türen sind offen“ – mit diesen Worten hat der muslimische Generalmajor der israelischen Nationalpolizei, Dschamal Hakrusch, die Gäste auf der Weltkonferenz gegen Diskriminierung und Rassismus der Vereinten Nationen in Genf begrüßt. Dabei nahm er Bezug auf die Möglichkeiten, die der Staat Israel seinen arabischen Bürgern biete – und wie er persönlich davon profitiert habe.

Er selbst sei wie viele andere Araber aufgewachsen: Abgeschottet in einem kleinen Dorf und in Gemeinschaft mit anderen Muslimen. Doch nach der Schule habe er den Traum in sich getragen, ein Botschafter für sein Volk und seine Generation zu sein. So sei der Wunsch entstanden, Polizist zu werden. Obwohl der Weg dahin nicht einfach gewesen sei, habe er stets auf seinem Ziel beharrt. Hilfe bekam er dabei vor allem von der Polizei selbst, die ihn „professionell und emotional“ unterstützt habe.

Ihm sei damals bereits bewusst gewesen, welches Vertrauen nötig war, sensible Daten bezüglich der israelischen Sicherheit mit einem muslimischen Araber zu teilen. Dass er aber mit diesen Daten betraut wurde, sieht er als Beweis, dass „die israelische Polizei eine anständige Institution ist, die jedem Bürger des Landes, unabhängig von seinem Hintergrund oder seiner Religion, Türen öffnet“. Aber auch andere Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Universitäten böten jedem die gleichen Möglichkeiten.

Polizei als Integrationsbeschleuniger

In seiner Rede erklärte Hakrusch, dass es eine Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten der arabischen Bevölkerung und deren Wahrnehmung gebe. Er setze sich deshalb mit den Behörden dafür ein, dass noch mehr arabische Bürger als Polizisten arbeiten. 2016 wurde dafür extra die Gründung einer Sondereinheit beschlossen, die Hakrusch nun leitet. So entstehe mehr Sicherheit im Land und gleichzeitig mehr Beschäftigung und Integration.

Von: mas

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Thu, 12 Dec 2019 15:23:00 +0100
<![CDATA[„Israelbilder“: Einigkeit über deutsche Berichterstattung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/12/israelbilder-einigkeit-ueber-deutsche-berichterstattung/ Wer sich in den Saal der Goethe-Universität Frankfurt setzen kann, hat es geschafft. Draußen gibt der Winter an diesem Dezemberabend mit heftigem Schneeregen seinen Einstand. Endlich im Trockenen angekommen, zeigt sich jedoch, dass die Witterung von der Veranstaltung „Israelbilder – Deutsche Perspektiven auf den Nahostkonflikt“ ihren Tribut fordert: Der ehemalige Leiter des ARD-„Hauptstadt“-Studios in Tel Aviv, Richard Chaim Schneider, hat wegen Erkältung absagen müssen. Für ihn springt die Abteilungsleiterin für Politik und Gesellschaft des Hessischen Rundfunks, Esther Schapira, als Diskutantin ein, doch sie verspätet sich. Sobald sie durch die Tür kommt, legt sie ihre durchnässte Jacke ab, setzt sich und es geht los. Als Moderatorin fungiert Maria Coors vom Veranstalter der Diskussionsrunde, der Bildungsstätte Anne Frank.

Die beiden Mitdiskutanten sind der Direktor besagter Bildungsstätte, der Israeli Meron Mendel, und die Journalistin Gilda Sahebi, die unter anderem für die Zeitung „taz“ schreibt und zweitweise auch für die ARD in Tel Aviv arbeitete. Die Stimmung auf dem Podium wirkt freundschaftlich: Die Moderatorin duzt Mendel und Sahebi. Eine Kollegin vom Hessischen Rundfunk, die die Tontechnik an diesem Abend organisiert und die Diskussion aufzeichnet, meldet sich mit der Bitte, doch bitte auf das „Sie“ zurückzugreifen – andernfalls wirke es merkwürdig auf die Radio-Hörer.

Berichtet wird erst, wenn Israel sich wehrt

Die formelle Anrede kann im folgenden Gespräch nicht über große Nähe der Meinungen auf dem Podium hinwegtäuschen. Es besteht Einigkeit darüber, dass die deutsche Berichterstattung über Israel voreingenommen und verzerrt sei. Schapira zitiert den Lyriker Wolf Biermann, der einst die „Besserwisserei der Wenigwissenden“ monierte. Wer am wenigsten über Israel wisse, habe oft die stärkste Meinung darüber. Die Medien bedienten dabei ein gewisses Framing (Deutungsraster): „Sie wissen, dass es für negative Israel-Schlagzeilen Applaus gibt.“

Mendel pflichtet ihr bei und sagt, dass die ihm eigentlich nicht genehme „Springer-Presse“ als einziges Organ in Deutschland gute Israel-Berichterstattung betreibe. Bei „Bild“ und „Welt“ müssten die Journalisten schriftlich bestätigen, dass sie pro-israelisch seien. „Warum kann nicht zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung auch so transparent sein und offenlegen, dass ihre Journalisten pro-palästinensisch sind – was auch immer das dann heißen mag?“, fragt der Israeli.

Auch die iranisch-stämmige Sahebi beklagt doppelte Standards: Sie wünsche sich, dass über Israel berichtet wird, wie über jedes andere Land. Im Iran seien kürzlich 500 bis 600 regierungskritische Demonstranten getötet worden: „In den Medien hierzulande hört man davon kaum etwas. Man stelle sich nur vor, was los wäre, wenn das in Israel passieren würde.“ Auf die Frage, wie Nachrichten über Israel entstünden, sagt Schapira, dass sie schon Wetten damit gewonnen habe, dass deutsche Medien erst über Raketen aus dem Gazastreifen berichten, sobald Israel zurückschlägt.

Ein energischer Zwischenruf

Mendel fügt hinzu, dass Bildsprache große Wirkung entfalte, wenn etwa israelische Panzer gezeigt werden, die sich gegen Zivilisten richten: „Die Bilder lösen eine unterbewusste Solidarisierung mit den Schwächeren aus.“ Dabei spiele es keine Rolle, dass diese Panzer vielleicht nur zum Einsatz kommen, um eigene Zivilisten zu schützen. Gerade Palästinenser beherrschten diese Manipulation exzellent. Mendel mutmaßt zudem, dass gerade bei Deutschen damit eine „Schuldabwehr“ bedient werde, nach dem Motto: Die Juden sind nicht besser als die Nazis. Damit suche man sich selbst zu entlasten.

Bei so viel pro-israelischer Einigkeit auf dem Podium wirkt ein Zwischenruf aus dem etwa 50- bis 60-köpfigen Publikum wie eine plötzliche Rückkehr in die Realität: „Waren Sie schon einmal in Beirut?“, ruft jemand aufgebracht. Moderatorin Coors unterbindet dies augenblicklich mit dem Hinweis, dass später noch Fragen gestellt werden dürften.

Zum Thema Bildsprache fügt Schapira noch hinzu, dass das ARD-Studio in Tel Aviv sein Material aus dem Gazastreifen von palästinensischen Kameramännern geliefert bekomme. Die Mitarbeiter müssten sich auch auf deren Hintergrundinformationen verlassen. Deutsche Zuschauer dächten bei den Beiträgen jedoch, da berichte ein „zuverlässiger westlicher Reporter, der alles selbst gesehen hat“. Diese hätten jedoch keine Zeit, alle Informationen zu überprüfen. Die Zuschauer hätten ja auch kein Verständnis, wenn über einen Vorfall erst einen Monat später berichtet wird. Im Medienwettbewerb gehe es um Schnelligkeit. So gesehen trage das Publikum eine Mitschuld: „Es ist zu willig.“ Gemeint ist die Haltung, israelkritische Inhalte bereitwillig anzunehmen.

Palästinensischer Judenhass wird nicht ernstgenommen

In der Fragerunde zum Schluss meldet sich der Zwischenrufer noch einmal zu Wort: Diesmal ganz folgsam am Mikrofon. Es zeigt sich, dass er nicht Ablehnung, sondern Zustimmung ausdrücken wollte. Mit dem Verweis auf „Beirut“ meinte er, wie hochgerüstet die Hisbollah dort ist. Zudem frage er sich: „Warum zeigen die Medien nicht die Palästinenser am Grenzzaun mit Hakenkreuz-Abzeichen oder thematisieren Abbas‘ Vernichtungswillen, den er in seiner Diplomarbeit zeigt?“ Schapira ist ganz auf seiner Seite: Die Palästinenser würden „patronisierend wie ein romantisches Eingeborenenvolk“ dargestellt. Aufrufe zur Judenvernichtung wie in der Hamas-Charta würden nicht ernstgenommen, so als seien das harmlose „orientalische Übertreibungen“.

Es scheint an diesem Abend des 11. Dezembers überflüssig, dass die Journalistin betont: „Die Palästinenser meinen das genauso, wie sie es sagen“. Ebenso überflüssig scheint in dieser Runde ihr abschließender Wunsch nach mehr Ausgewogenheit in der Israel-Berichterstattung. Bei den Mitdiskutanten und dem Publikum rennt sie offene Türen ein. Wer sich einen fairen Umgang mit dem jüdischen Staat wünscht, finden hier für zwei Stunden ein warmes Refugium. Es ist wie ein gut geheizter Raum nach einem Schneegestöber. Kalt und stürmisch wird es schnell genug wieder: Es reicht der erste Schritt nach draußen.

Von: Timo König

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Thu, 12 Dec 2019 15:21:00 +0100
<![CDATA[Knesset beschließt Neuwahlen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/12/knesset-beschliesst-neuwahlen/ JERUSALEM (inn) – Die Knesset hat in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag ihre Auflösung beschlossen, weil eine Regierungsbildung abermals scheiterte. 96 Abgeordnete stimmten dafür, sieben dagegen. Damit sind die Israelis am 2. März aufgerufen, wieder wählen zu gehen.

Erstmals in der Geschichte des jüdischen Staates tritt nun der Fall ein, dass auch nach zwei Wahlgängen keine Regierung steht. Schon das Scheitern der Regierungsbildung Ende Mai, nach den April-Wahlen, war historisch – nie zuvor musste es aus diesem Grund zu Neuwahlen kommen.

Um Mitternacht war die „Gnadenfrist“ von 21 Tagen abgelaufen, in der die Abgeordneten das Mandat hatten, eine Regierung zustande zu bringen. Dazu hätte ein Abgeordneter die mehrheitliche Unterstützung seiner Amtskollegen gebraucht. Bereits am 20. November war Blau-Weiß-Chef Benny Gantz mit der Regierungsbildung gescheitert. Zuvor bemühte sich Likud-Chef Benjamin Netanjahu erfolglos und gab das entsprechende Mandat am 21. Oktober ab.

Komplizierte Gespräche

Die Gespräche zur Regierungsbildung scheiterten an mehreren Faktoren: Die Abgeordneten von Blau-Weiß sahen es kritisch, einen Premier zu unterstützen, der sich wie Benjamin Netanjahu Korruptionsklagen erwehren muss. Andere sehen den Chef von „Israel Beiteinu“, Avigdor Lieberman, als Hindernis. Lieberman zeigte sich hart gegenüber den religiösen Parteien, die Netanjahu wiederum im Boot haben wollte.

Laut einer Umfrage geben 41 Prozent der Israelis Netanjahu die Schuld, dass eine Regierungsbildung gescheitert ist. Rund ein Viertel findet, dass Lieberman dafür verantwortlich ist. 5 Prozent sehen Gantz als den entscheidenden Faktor, der zur aktuellen Entwicklung führte.

Von: df

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Thu, 12 Dec 2019 14:27:00 +0100
<![CDATA[Unmut über verzögerte Hilfsgelder aus Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/12/unmut-ueber-verzoegerte-hilfsgelder-aus-israel/ Guatemala ist enttäuscht, weil Israel zugesagte Hilfsgelder noch nicht überwiesen hat. Damit sollen 45 Häuser für Opfer eines Vulkanausbruches finanziert werden. Zur Grundsteinlegung vor einem Jahr war die Ehefrau des Premiers, Sarah Netanjahu, vor Ort. Sie sagte ebenso finanzielle Unterstützung zu wie Botschafter Matanja Cohen. Das Thema wurde in den vergangenen Wochen in guatemaltekischen Medien diskutiert. Aus dem israelischen Außenministerium hieß es auf Anfrage der Zeitung „Yediot Aharonot“, die Bürokratie in dem mittelamerikanischen Land sei schuld an der Verzögerung.

Von: eh

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Thu, 12 Dec 2019 11:53:00 +0100
<![CDATA[Trump will gegen Antisemitismus an Universitäten vorgehen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/12/trump-will-gegen-antisemitismus-an-universitaeten-vorgehen/ US-Präsident Donald Trump hat bei der Chanukka-Feier des Weißen Hauses eine Anordnung erlassen, mit der er Antisemitismus an amerikanischen Schulen und Universitäten bekämpfen möchte. Universitäten sollen Bundesgelder vorenthalten werden, wenn sie nicht entschieden gegen Antisemitismus vorgehen. „Das bösartige, von Hass gefüllte Gift des Antisemitismus muss überall und immer, wenn es auftaucht, verurteilt und bekämpft werden“, erklärte Trump. Der israelische Außenminister Israel Katz dankte Trump und bekundete seine Hoffnung, dass weitere Länder ähnliche Maßnahmen ergreifen.

Von: mas

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Thu, 12 Dec 2019 11:06:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 12. Dezember 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/12/12/nachrichten-vom-12-dezember-2019/ Thu, 12 Dec 2019 10:57:00 +0100 <![CDATA[Knesset löst sich um Mitternacht automatisch auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/11/knesset-loest-sich-um-mitternacht-automatisch-auf/ Die letzte Frist für eine Regierungsbildung ist fast verstrichen: Um Mitternacht israelischer Ortszeit löst sich die Knesset auf, wenn nicht in letzter Minute eine Koalition zustande kommt. Als neuen Wahltermin legten die Abgeordneten den 2. März 2020 fest. Es wäre der dritte Wahlgang innerhalb eines Jahres. Premierminister Benjamin Netanjahu vom Likud appellierte an seinen wichtigsten Herausforderer Benny Gantz vom Mitte-Links-Bündnis Blau-Weiß, es sei „noch nicht zu spät“ für eine große Koalition. Gantz weigert sich wegen der Korruptionsvorwürfe, mit dem Premier eine Regierung zu bilden.

Von: tk

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Wed, 11 Dec 2019 15:22:00 +0100
<![CDATA[Israelischer Abgeordneter: „Israel ist schlimmer als Apartheid“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/11/israelischer-abgeordneter-israel-ist-schlimmer-als-apartheid/ JERUSALEM (inn) – Der Knessetabgeordnete Ofer Cassif hat Israel vorgeworfen, eine schlimmere Trennung zu praktizieren als während der Apartheid in Südafrika. Er reagierte damit am Dienstag auf einen Politiker der Partei „Neue Rechte“, der sich vehement gegen einen solchen Vergleich ausgesprochen hatte. Anlass war der Internationale Tag der Menschenrechte, der am 10. Dezember begangen wird.

„Der Abgeordnete Matan Kahane hat vorhin gesagt, dass es schändlich sei, Israel mit Apartheid zu vergleichen“, zitiert die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ Cassif. „Ich denke, er hat recht. Wie Mandelas Enkel erst vor zwei Monaten sagte, ist Israel schlimmer als Apartheid! Und dafür verantwortlich sind Matan Kahanes Freunde.“ Cassif ist der einzige Jude in der Hadasch-Fraktion, die zum arabischen Bündnis „Vereinigte Liste“ gehört.

Hebron als Beispiel

„Schauen Sie, was in Hebron passiert, eine Trennung, die schlimmer ist als die damals im Apartheid-Regime“, ergänzte Cassif. „Straßen für Juden und Straßen für Araber, und jetzt wollen sie auch noch den Markt zerstören, um ein Viertel nur für Juden zu errichten. Gibt es also Raum, um über Apartheid zu sprechen?“

Der israelische Politiker verwies neben Nelson Mandelas Enkel auf den Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu: Dieser habe ebenfalls gesagt, dass in Israel eine Politik der Apartheid herrsche. Sie spiegele sich nach Tutus Aussagen etwa in der Enteignung angestammter palästinensischer Ländereien wider.

Cassif stößt mit seinen Äußerungen immer wieder auf Kritik. So verglich er Israel bereits mit Nazideutschland. Vor den Parlamentswahlen am 9. April wollte der Zentrale Wahlausschuss ihn ausschließen. Doch das Oberste Gericht hob diese Entscheidung auf.

Einen Hintergrundartikel über die Situation der Araber in Israel finden Sie in der Ausgabe 6/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: eh

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Wed, 11 Dec 2019 14:42:00 +0100
<![CDATA[Ein Viertel der Israelis lebt in Armut]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/11/ein-viertel-der-israelis-lebt-in-armut/ JERUSALEM (inn) – Armut stagniert in Israel während der vergangenen sechs Jahre auf einem hohen Niveau und ist zuletzt sogar leicht gestiegen. Das besagt der Armutsbericht der Sozial-Organisation Latet (Geben). Demzufolge leben 2,3 Millionen Israelis und damit 25,5 Prozent der Bevölkerung in Armut. Eine Million von ihnen sind Kinder. Das heißt, dass unter Kindern sogar ein Drittel von Armut betroffen ist.

Zudem zeigt der Report, auf was Sozialhilfeempfänger verzichten müssen: 87 Prozent der Familien können ihren Kindern keine Nachhilfestunden und außerschulische Bildung ermöglichen. 59 Prozent der Familien gaben an, ein oder mehrere Kinder unter drei Jahren aus Geldgründen nicht in die Kinderkrippe zu geben. Die staatliche Kinderbetreuung beginnt in Israel erst ab drei Jahren.

Der „Alternative Armutsbericht“ von Latet versteht sich als Gegenstück zum Armutsbericht der Regierung, den die staatliche Sozialversicherung Bituach Le'umi herausgibt. Dieser betrachtet nur das Einkommen. Latet hingegen untersucht fünf Bereiche: Wohnsituation, Bildung, Gesundheit, Lebensmittelversorgung und die Fähigkeit, Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Der Regierungsbericht für 2018 wird erst am Ende dieses Monats veröffentlicht. Der Vorjahresbericht hatte 21 Prozent der israelischen Bevölkerung und 29,6 Prozent der Kinder als arm eingestuft. Die Zahlen fielen somit niedriger aus als die von Latet.

Kritik an Regierung

Der Geschäftsführer von Latet, Eran Weintrob, übt harsche Kritik an der israelischen Regierung: „Ständige Neuwahlen, ein handlungsunfähiges Parlament und eine Übergangsregierung, die keine großen Beschlüsse fassen kann, haben uns ein ganzes Jahr gekostet.“ Er fügt hinzu: „Ohne einen Regierungsplan und langfristige Strategien kann Armut nicht überwunden werden.“

Um auf das Versagen der Politik aufmerksam zu machen, verkaufte die Organisation gegen eine Spende von 10 Schekeln (rund 2,60 Euro) auf dem Tel Aviver Wochenmarkt symbolische Konservendosen. Auf ihnen waren die Gesichter verschiedener israelischer Politiker, wie etwa das von Premierminister Benjamin Netanjahu, zu sehen. Bei den „Inhaltsangaben“ stand: „Voller Konservierungsstoffe“. Die leeren Dosen sollten verdeutlichen, dass die Politiker die Armut im Land „konservieren“. Latet fungiert als Dachverband für über 180 lokale Organisationen, betreibt die größte Tafel in Israel und unterstützt mehr als 60.000 Bedürftige.

Von: tk

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Wed, 11 Dec 2019 14:37:00 +0100
<![CDATA[Niederlande nehmen UNRWA-Zahlungen wieder auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/11/niederlande-nehmen-unrwa-zahlungen-wieder-auf/ Die Niederlande wollen sich wieder an der Finanzierung des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) beteiligen. Das Land hatte die Zahlungen im Juli suspendiert und damit auf Berichte über Machtmissbrauch und Vetternwirtschaft bei der UNRWA reagiert. Nach UN-Angaben geht es um einen Betrag von jährlich 13 Millionen Euro zwischen 2019 und 2021. Außerdem stelle das Land für 2019 einmalig 6 Millionen Euro bereit. Durch die Entscheidung sei es der UNRWA möglich, „entscheidende humanitäre Hilfe für den Rest des Jahres 2019“ bereitzustellen, hieß es aus dem Hilfswerk.

Von: ser

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Wed, 11 Dec 2019 12:52:00 +0100
<![CDATA[Ostjerusalemer sollen bei palästinensischen Wahlen mitmachen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/11/ostjerusalemer-sollen-bei-palaestinensischen-wahlen-mitmachen/ RAMALLAH / JERUSALEM (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat Israel offiziell um Erlaubnis gebeten, Bewohnern Ostjerusalems die Teilnahme an den angedachten Wahlen zu ermöglichen. Das teilte der Minister für Zivilangelegenheiten, Hussein al-Scheich, am Dienstag in Ramallah mit. Die Einwohner sollen sowohl wählen als auch kandidieren können.

Ostjerusalem gehört zum israelischen Staatsgebiet. Die meisten Araber dort besitzen jedoch nicht die Staatsbürgerschaft. Sie verfügen lediglich über eine dauerhafte Wohngenehmigung in Form eines blauen Ausweises. Damit können sie allerdings nicht an Knessetwahlen teilnehmen. Grundsätzlich haben sie die Möglichkeit, die israelische Staatsbürgerschaft zu beantragen; die meisten lehnen dies ab. Die Osloer Verträge sehen einen Mechanismus für die Beteiligung dieser Einwohner an palästinensischen Wahlen vor.

Ein Termin für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen steht noch nicht fest. PA-Präsident Mahmud Abbas hatte im September vor der UN-Generalversammlung Wahlen „in naher Zukunft“ angekündigt. Auch die Terror-Organisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, hat sich dazu prinzipiell bereit erklärt. Der Zwist zwischen den beiden Gruppierungen hat sich in der Vergangenheit immer wieder als Hindernis erwiesen, sowohl für die Durchführung von Wahlen als auch für die Bildung einer Einheitsregierung. Die bislang letzten Präsidentschaftswahlen fanden im Januar 2005 statt, die letzten Parlamentswahlen Januar 2006.

Von: df

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Wed, 11 Dec 2019 12:22:00 +0100
<![CDATA[Teilnahme an Weltausstellung in Dubai bestätigt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/11/teilnahme-an-weltausstellung-in-dubai-bestaetigt/ Das Außenministerium hat am Dienstag bestätigt, dass Israel an der Weltausstellung Expo 2020 in Dubai teilnimmt. Der Generaldirektor des Ministeriums, Juval Rotem, unterschrieb bei einem Aufenthalt in dem Emirat eine entsprechende Vereinbarung. Außenminister Israel Katz begrüßte den Schritt: „Unsere Teilnahme gibt Israel die außerordentliche Möglichkeit, unsere Fähigkeiten und Errungenschaften zu präsentieren“, schrieb er auf Twitter. Bereits im September wurden Pläne für den Pavillon bekannt. Die Ausstellung eröffnet am 20. Oktober.

Von: df

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Wed, 11 Dec 2019 12:12:00 +0100
<![CDATA[Stahlsäule vor Reichstag muss entfernt werden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/11/stahlsaeule-vor-reichstag-muss-entfernt-werden/ Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ muss eine Stahlsäule vor dem Reichstag entfernen, weil dafür keine Genehmigung vorliege. Das verfügte das Bezirksamt Berlin Mitte am Montag. Die Gruppe behauptet, in der Säule befinde sich die Asche von Menschen, die im Holocaust ermordet wurden. Das stieß auf heftige Kritik. Die Gedenksäule soll vor Konservatismus warnen, der seinerzeit den Weg für den Nationalsozialismus geebnet habe – konkret geht es um eine mögliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD. Das Bezirksamt hat der Künstlergruppe eine Frist bis zum 20. Dezember gesetzt.

Von: eh

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Wed, 11 Dec 2019 10:29:00 +0100
<![CDATA[Mehrheit der Israelis befürwortet Schabbat-Busse]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/11/mehrheit-der-israelis-befuerwortet-schabbat-busse/ Ein Großteil der Israelis unterstützt die neuen öffentlichen Busverbindungen im Großraum Tel Aviv. Vor gut zwei Wochen haben mehrere Städte erstmals Nahverkehr am wöchentlichen jüdischen Ruhetag eingeführt. 71 Prozent der Israelis sind dafür, unter säkular eingestellten sogar 94 Prozent. Ablehnung erfährt die Maßnahme hingegen von 97 Prozent der Ultra-Orthodoxen und von 73 Prozent der anderen religiös eingestellten Juden. An den ersten beiden Wochenenden haben jeweils etwa 10.000 Menschen das Transportangebot genutzt. Andere israelische Städte wie Ramat Gan wollen nun folgen.

Von: tk

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Wed, 11 Dec 2019 09:27:00 +0100
<![CDATA[Ehemaliger Minister Scharanski erhält jüdischen Preis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/10/ehemaliger-minister-scharanski-erhaelt-juedischen-preis/ Den renommierten Genesis-Preis für das Jahr 2020 erhält der israelische Menschenrechtsaktivist und ehemalige Politiker Natan Scharanski. Die globale, jüdische Auszeichnung soll Personen ehren, die einen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Menschheit, jüdischen Werten, oder Israel geleistet haben. Der Leiter der „Jewish Agency“, Jitzchak Herzog, bezeichnete Scharanski als Symbol für die jüdische Freiheit. Er habe maßgeblich an der Stärkung des jüdischen Staates und der jüdischen Identität mitgewirkt. Die Preisverleihung ist am 18. Juni.

Von: stm

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Tue, 10 Dec 2019 16:33:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu trifft christliche Politiker]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/10/netanjahu-trifft-christliche-politiker/ JERUSALEM (inn) – Bei einem Treffen mit 25 Politikern aus aller Welt hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag die besondere Verbindung Israels mit christlichen Unterstützern herausgestellt. Es gebe zwei Arten von Freundschaften: Solche, die auf Werten beruhen und solche, die auf Interessen fußen. Manchmal gebe es Überschneidungen. Was die Freundschaft mit der Stiftung der Verbündeten Israels angehe, sei aber zu betonen, dass sie „in allererster Linie auf gemeinsamen Werten beruht“.

Netanjahu bestärkte die Minister und Parlamentarier bei dem Treffen in Jerusalem darin, auf der „Seite der Wahrheit“ zu stehen: „Auch, wenn Israel attackiert und diffamiert wird, kennen Sie die Wahrheit. Es gibt keinen Ersatz für die Wahrheit, wenn man mit Lügen konfrontiert wird.“

Zudem lobte der Premier die Verlautbarung des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo, israelische Siedlungen im Westjordanland nicht per se als illegal anzusehen. „Wir sind keine Besatzer in einem fremden Land. Dies ist unser Heimatland, seit der Patriarch Abraham vor 3.500 Jahren hierher kam. Das Wort ‚Jude‘ kommt von dem Wort ‚Judäa‘“, sagte Netanjahu.

Nie wieder stumm zusehen

Die Mitglieder der pro-israelischen Organisation überreichten Netanjahu eine Erklärung mit ihren jeweiligen Unterschriften, die besagt: „Nie wieder werden Nationen angesichts von Boykotten gegen das jüdische Volk stumm bleiben.“ Es ist eine Reaktion auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, dass Produkte von den Golanhöhen oder aus dem Westjordanland als nicht israelisch gekennzeichnet werden müssen.

Die Unterstützungszusage unterzeichneten der Außenminister der venezolanischen Interimsregierung, Julio Borges, der estnische Bevölkerungsminister, Rinna Solman, der rumänische Verteidigungsminister Gabriel Les und der gewählte Präsident von Guatemala, Alejandro Giamattei. Des Weiteren waren Parlamentsabgeordnete aus Finnland, Schweden, Kolumbien, der Slowakei, Südafrika, Sierra Leone, Sambia, Litauen, Spanien, Australien, Wales, dem US-Bundesstaat South Carolina und der Europäischen Union dabei. Die meisten von ihnen sind evangelikale Christen.

Von: tk

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Tue, 10 Dec 2019 13:36:00 +0100
<![CDATA[Jerusalemer Oberrabbiner besuchte Bahrain]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/10/jerusalemer-oberrabbiner-besuchte-bahrain/ JERUSALEM / MANAMA (inn) – Der sephardische Jerusalemer Oberrabbiner Schlomo Amar ist am Montag von einem ungewöhnlichen Besuch in Bahrain zurückgekehrt. Er hatte in dem Königreich an einer interreligiösen Konferenz teilgenommen. Dort traf er Vertreter aus Ägypten, Indien, Italien, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Russland, Thailand und den USA.

Bei dem Aufenthalt kam es auch zu einem Gepräch mit dem bahrainischen König Hamad Bin Issa al-Chalifa. Diesem wünschte Amar den „Segen von Jerusalem, der zu einer festen Beziehung mit dem Staat Israel führt“. Bei der Konferenz betonte der Oberrabbiner laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, die Länder des Nahen Ostens wollten Frieden mit Israel. Die Staatenlenker sollten ihn ohne Furcht voranbringen.

Hoffnung auf Annäherung

Amar, der von 2003 bis 2013 der sephardische Oberrabbiner Israels war, gab außerdem seiner Hoffnung Ausdruck, dass ein Besuch in diesen Ländern in Zukunft ohne besondere Sicherheitsvorbereitungen ablaufen könne. Der bahrainische König hatte ihn zu der Konferenz eingeladen, das israelische Außenministerium war mit den Sicherheitsvorkehrungen betraut.

Israel unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Bahrain. Die Politiker beider Staaten tauschen sich jedoch regelmäßig aus – auch öffentlich. Das Land war im Sommer Gastgeber für die von den USA initiierte Nahost-Friedenskonferenz. Andererseits treten nach wie vor Probleme auf, wenn Israelis das Land besuchen wollen.

Von: df

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Tue, 10 Dec 2019 12:30:00 +0100
<![CDATA[Jordanier wegen anti-israelischer Anschlagspläne verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/10/jordanier-wegen-anti-israelischer-anschlagsplaene-verurteilt/ Ein jordanisches Gericht hat am Montag einen 33-Jährigen wegen anti-israelischer Anschlagspläne zu acht Jahren Haft verurteilt. Laut Anklageschrift wollte er das Feuer auf die israelische Botschaft in Amman eröffnen. Ziel sei es gewesen, „möglichst viele Israelis zu töten“. Im Juli 2018 wurde der Jordanier festgenommen. Er wollte mit dem Anschlag auf die Entscheidung der USA reagieren, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Zudem wurde ein 27-jähriger Jordanier zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte damit gedroht, israelische Soldaten an der Grenze anzugreifen.

Von: eh

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Tue, 10 Dec 2019 11:59:00 +0100
<![CDATA[Israelische Sicherheitsfirma soll Juwelenraub untersuchen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/10/israelische-sicherheitsfirma-soll-juwelenraub-untersuchen/ Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt, das Sicherheitskonzept des bestohlenen Museums zu begutachten: die „CGI- Gruppe“ unter der Leitung des ehemaligen Inlandgeheimdienstchefs Ja’akov Jakob Peri. „Es besteht die Möglichkeit, dass mit Insider-Wissen gehandelt wurde“, sagte er bei einem „Bild“-Interview. Seine genaue Rolle bei der Aufklärung des millionenschweren Coups möchte der Sicherheitsexperte nicht preisgeben. Der spektakuläre Raubzug im Dresdner Residenzschloss ist seit rund drei Wochen ungeklärt.

Von: stm

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Tue, 10 Dec 2019 11:51:00 +0100
<![CDATA[Heftige Regenfälle und Überschwemmungen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/10/heftige-regenfaelle-und-ueberschwemmungen/ Seit zwei Tagen gehen Unwetter über Israel nieder. Energieversorgungsunternehmen verzeichneten am Sonntag 188 Blitzeinschläge – sonst liegt der Durchschnitt für den ganzen Monat Dezember bei 76. Aschdod, Aschkelon und das Umland von Tel Aviv meldeten Überschwemmungen. Mehrere Menschen mussten aus Autos und Häusern gerettet werden. Innerhalb eines Tages stieg der Pegel des Sees Genezareth um einen halben Zentimeter. Am heutigen Dienstag wird noch örtlicher Starkregen, etwa in der judäischen Wüste, erwartet. Noch vor drei Wochen verzeichnete Israel Rekordhitze und Dürre.

Von: tk

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Tue, 10 Dec 2019 11:24:00 +0100
<![CDATA[Der Mythos Arafat lebt]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2019/12/10/der-mythos-arafat-lebt/ Von Ulrich W. Sahm]]> Am 14. Oktober vor 25 Jahren gab das Komitee in Oslo bekannt, dass der Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jasser Arafat, zusammen mit dem israelischen Premierminister Jitzchak Rabin und dessen engstem Vertrauten, Schimon Peres, den Friedensnobelpreis erhält. Gewürdigt wurde damit das „Osloer Abkommen“.

Ein Jahr zuvor, am 13. September 1993, ging ein Bild durch die Presse, das weltweit gefeiert wurde: Der israelische Premier im zivilen Anzug, der Palästinenserführer in Uniform, dahinter US-Präsident Bill Clinton mit ausgebreiteten Armen. Die Welt befand sich in einem Rausch. Viele wollten glauben, dass nun einer der „ältesten“ und unlösbarsten Konflikte der Welt mit einem „Friedensabkommen“ beendet sei. Dass Arafat die Uniform nie auszog, sollte sich allerdings als symptomatisch erweisen. In den Folgejahren bin ich ihm immer wieder begegnet und konnte erleben, wie das System Arafat funktionierte.

Bei genauem Hinschauen handelte es sich bei den Osloer Verträgen nicht um einen „Friedensvertrag“ – denn Frieden wird zwischen kriegführenden Staaten geschlossen. In diesem Fall handelte es sich um eine gegenseitige Anerkennung zwischen der PLO und dem Staat Israel. Dabei stand ein Gewaltverzicht im Vordergrund.

Gleichzeitig wurde Arafat die Rückkehr nach Gaza mitsamt seinen bewaffneten Kämpfern aus dem tunesischen Exil zugesichert, ebenso wie die Errichtung einer palästinensischen „Selbstverwaltung“ – später „Autonomie“ genannt. Das Vertragswerk stellt einen Zwischenschritt dar und gilt daher als „Interimsvertrag“. Um eine Unterschrift der Vertragspartner zu erreichen, wurden die schwierigsten Fragen ausgespart, darunter der Status Jerusalems, die palästinensischen Flüchtlinge und die künftigen Grenzen.

Die Palästinenser träumen noch immer von einem eigenen Staat. Doch ein Staat wird in den bisherigen Abkommen nicht einmal erwähnt. Und die Israelis müssen bis heute den Terror bekämpfen, als gäbe es keine Verträge.

Welt in Euphorie

Der mutmaßlich 1929 in Kairo geborene Arafat hieß mit vollem Namen Mohammed Jasser Abdel Rahman Abdel Ra‘uf Arafat al-Qudwa al-Husseini. Der Mann war zur Freude der Fotografen ein wandelndes Propaganda-Symbol: Auch bei der Preisverleihung am 10. Dezember in Oslo trug er wie üblich seine armeegrüne Uniformjacke und das zu einer symbolischen Palästinakarte gefaltete „Palästinensertuch“. Doch anstelle seiner sonst oft, unter anderem mit Pfadfinderabzeichen „ordensgeschmückten“ Brust hatte sich Arafat zur Feier des Tages nur drei Symbole an seine Uniform gepinnt, darunter eine Plakette mit der Abbildung des Felsendoms in Jerusalem. Die Knöpfe seiner Uniform waren mit einem Wappenadler geschmückt.

Nach der feierlichen Unterzeichnung des Vertrags in Washington im Beisein von US-Präsident Clinton herrschte Euphorie. Ich befand mich damals beim American Colony Hotel in Ostjerusalem, einem Treffpunkt von Israelis und Palästinensern, Spionen, Diplomaten und anderen. Junge Palästinenser kamen und steckten Blumen in die Gewehrrohre der dort wachhabenden israelischen Grenzschutzsoldaten. Eine neue Welt war entstanden. Die Palästinenser freuten sich auf die baldige Rückkehr ihrer Ikone Arafat, und die Israelis waren sich gewiss, von nun an Ruhe zu haben. Sie sollten sich gründlich irren.

Die Show hatte eine Vorgeschichte: Arafat hatte sich gründlich verzockt. Er hatte sich 1990 mit Saddam Hussein solidarisiert und den irakischen Einmarsch in Kuwait bejubelt. Das hatte schwerwiegende Folgen: Zum einen stoppten die reichen arabischen Ölstaaten ihre finanzielle Unterstützung der PLO. Zum anderen zwang Kuwait etwa 450.000 Palästinenser dazu, das Land binnen weniger Tage zu verlassen. Arafat brauchte also dringend neue Erfolge und neue Geldgeber.

Eingeschleuste Terroristen

Das Autonomieabkommen ermöglichte ihm nach 27 Jahren Exil die Heimreise. Am 1. Juli 1994, einem Freitag, kehrte Arafat nach „Palästina“ zurück. Er reiste in einer ihm von Mercedes geschenkten gepanzerten Limousine aus Ägypten an. In Gaza fiel den dort präsenten israelischen Sicherheitsleuten auf, dass der nur 1,60 Meter große Arafat in dem Auto wie ein „Hüne“ wirkte. Sie entdeckten, dass auf dem Rücksitz zwei oder drei „Terroristen“ lagen, denen Israel die Einreise verweigert hatte. Arafat hatte sie ins Land geschmuggelt, indem er sich einfach auf sie setzte.

Das war schon bei seiner Ankunft der erste „Vertragsbruch“, dem noch viele weitere folgen sollten. Die Israelis wollten jedoch keine Spielverderber sein, und ließen diesen Zwischenfall durchgehen. Was mit jenen Männern passiert ist, wurde nicht berichtet.

Treffen mit Arafat

Arafat etablierte sein Hauptquartier am Strand von Gaza in einem üppigen neuen Gebäude. Dort habe ich ihn zum ersten Mal getroffen, als eine deutsche Delegation die Stadt besuchte. Im Speisesaal war ein Tisch quer für die Honoratioren aufgestellt. Von ihm gingen drei lange Tischreihen für Journalisten, Delegationsmitglieder und andere Gäste ab. Strategisch suchte ich mir einen Platz nur einen Meter von Arafat entfernt.

Kellner des American Colony Hotels in Jerusalem tischten auf. Sie brachten ein leckeres Hühnerschnitzel als Hauptspeise. Ich versuchte, den Gesprächen am Tisch der Honoratioren zu lauschen, konnte aber akustisch nichts verstehen. Hungrig machte ich mich an das Schnitzel. Kaum hatte ich ein Stück aufgegabelt, verspürte ich einen Schmerz in der Schulter. Arafat hatte eine Banane gegriffen und hielt sie wie eine Pistole. Damit prügelte er auf meine Schulter ein. Erschrocken schaute ich auf: „Mr. President?“ Der eingefleischte Vegetarier sah mich an und sagte, ich sollte kein Fleisch essen.

Mehrfach besuchte ich Arafat zudem in der Mukata in Ramallah, seinem späteren Hauptquartier. Auf dem riesigen Kabinettstisch hatte er vor seinem schwarzen ledernen Lesepult Geschenke seiner Besucher aufgestellt. Es war eine unbeschreibliche Ansammlung von Kitsch aus aller Welt. Neben Weihnachtsmännern in Folie lag da als Briefbeschwerer das Modell einer Lufthansa-Boeing auf einem Stapel Din-A-4 Seiten. Arafat las keine Zeitungen, sondern nur einzelne ausgewählte fotokopierte Artikel.

Einmal fuhr ich mit anderen Journalisten zu seinem Büro, nachdem die Israelis 2002 infolge eines palästinensischen Selbstmordanschlags auf das Parkhotel in Netanja einmarschiert waren und die Mukata umstellt hatten. Der Anschlag hatte zahlreiche Tote gefordert, darunter Holocaust-Überlebende, die das Passahfest gefeiert hatten. Später entdeckten die Israelis im beschlagnahmten Archiv der PLO einen von Arafat unterzeichneten Bestellzettel mit Quittung für jene Sprengstoffjacke, mit der der Anschlag ausgeführt worden war.

Wir fuhren damals in gepanzerten deutschen Diplomatenwagen vor. Israelische Panzer richteten ihre Kanonenrohre auf unsere Limousinen. Ein deutscher Diplomat verhandelte mit den Israelis und schließlich wurden wir durchgelassen.

Im Innenhof der Mukata prüften israelische Soldaten unsere Taschen. Alles wurde beobachtet von Andreas Michaelis, damals deutscher „Botschafter“ bei den Palästinensern und heute Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Endlich durften wir den mit Sandsäcken bewehrten Eingang zum Treppenhaus passieren, das zum Kabinettssaal Arafats hinaufführte. Seit Monaten waren die Stufen nicht mehr geputzt worden. Alles war unbeschreiblich dreckig.

Ich sah einen Wächter, der im Schein einer Nachttischlampe seine Zeitung las. Im Kabinettssaal brannte nur eine Notleuchte. Als wir den ziemlich finsteren Saal betraten, meinte ein Journalistenkollege ironisch: „Drück' nur nicht den Lichtschalter … “ Am anderen Ende des Tisches lief versehentlich noch ein Fernseher, verbrauchte also Strom. Als wir ankamen, riefen Palästinenser erschreckt: „Television“. Augenblicklich wurde der Apparat ausgeschaltet.

Viel Show für die Presse

Arafat begrüßte jeden von uns einzeln mit einem warmen, weichen Handschlag und einem breiten Lächeln. Als wir alle am Tisch saßen, entschuldigte er sich für die Notbeleuchtung. Die Israelis hätten ihm den Strom abgeschaltet. Das war eine glatte Lüge, aber für Arafat war alles eine großartige Show. Dann erzählte er uns von „Dscheningrad“. Die Israelis hätten ein fürchterliches Massaker mit Tausenden Toten in Dschenin angerichtet. Auch das erwies sich als Propaganda, als später die offiziellen Zahlen veröffentlicht wurden. Nach einigen Minuten wurden die Journalisten rausgeschickt, damit sich die deutsche Delegation vertraulich mit Arafat unterhalten konnte. Wir Journalisten wurden über eine Brücke ins Nebenhaus geführt. Dort brannten alle Neonleuchten und man brachte uns kühle Getränke aus funktionierenden Kühlschränken.

Ein letztes Mal besuchte ich zusammen mit anderen Journalisten eine Kabinettssitzung Arafats in dem anderen Gebäude. Alles war frisch gestrichen und sehr sauber. Arafat tagte mit seinen palästinensischen Untertanen. Nur das schmutzige Treppenhaus zu seinem Kabinettssaal sollte ausländische Besucher von seinem Opferstatus überzeugen.

Uniformierte fragten streng, ob wir ein Handy dabeihatten. Das mussten wir abgeben. Die „Sicherheitsleute“ warfen keinen Blick in unsere große Tasche, in der wir ein Maschinengewehr oder Handgranaten hätten mitbringen können. Kurz zuvor hatte Israel den Bombenbauer Jichieh Ajasch im Gazastreifen mit Hilfe eines Handy umgebracht. Deswegen betrachteten Arafats Sicherheitsleute allein Handys als Waffe. Ohne Taschenkontrolle betraten wir den Saal, in dem Arafat unter einem Bild des Jerusalemer Felsendoms mit seinem Kabinett tagte.

Am 11. November 2004 starb Jasser Arafat in Paris. Nach seinem Tod besuchten wir Journalisten noch einmal mit dem österreichischen Nationalratspräsidenten Andreas Khol die Mukata. Die Palästinenser führten uns durch den bis dahin versperrten Korridor zu Arafats Privatgemächern. Neben einem großen Doppelbett und Mahagonischränken stand da noch ein Übungsfahrrad, mit dem sich Arafat fit hielt. Das Badezimmer war konzipiert wie in einem Luxus-Hotel.

Heute ist alles ein Museum zu Arafats Gedenken. Aber als sein Schlafzimmer zeigen Medien gerne eine enge kleine Kammer mit einem Eisenbett. Das war einst vielleicht die Kammer eines seiner Leibwächter. So wird der Mythos eines genügsamen Arafats auch posthum mit „Fake News“ gefüttert.

Verschwundene Gelder

Übrigens war die Rechnung aufgegangen: Der hochdotierte Friedensnobelpreis war der Auftakt zu sprudelnden neuen Einnahmen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) legte 2003 in Dubai einen Bericht über „Ökonomische Leistungen und Reformen unter Konfliktbedingungen“ vor. Daraus ging hervor, dass zwischen 1995 und 2000 mehr als 900 Millionen Dollar für die Autonomiebehörde „verschwanden“ – vom palästinensischen Finanzministerium an unbekannte Ziele transferiert. Allein weisungsbefugt war Arafat. Ihm bescheinigte das amerikanische Magazin „Forbes“, er sei mit 900 Millionen Dollar Privatvermögen einer der reichsten Staatsmänner dieser Welt.

Ein Bericht des Bundesnachrichtendienstes hat aufgezeigt, wie Arafat seine schwarzen Kassen füllte: Für Gehälter palästinensische,r Lehrer, Ärzte und Polizisten zahlte die EU in Dollar, Arafat leitete das Geld in Schekel weiter – unter Abzug einer Provision von 25 Prozent. „Arafat bombt, Europa zahlt“, titelte die Wochenzeitung „Die Zeit“ 2002. Besser ließ sich das Phänomen nicht zusammenfassen.

Der Mythos Arafat lebt weiter. Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat es sich im Mai 2017 nicht nehmen lassen, sich vor dem Grab des berühmtesten Kopftuchträgers der Welt zu verneigen. Eine Prüfung der Geldströme nach „Palästina“ wird bis heute vermieden.

Eine kürzere Fassung dieses Artikels finden Sie auch in der Ausgabe 6/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Tue, 10 Dec 2019 08:08:00 +0100
<![CDATA[Merkel: „Ich verneige mich vor den Opfern“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/09/merkel-ich-verneige-mich-vor-den-opfern/ Jürgen Sterzenbach hat die Delegation begleitet und schildert seine Eindrücke.]]> Die Sonne scheint hell, aber sie wärmt nicht, als Angela Merkel am vergangenen Freitag zum ersten Mal Auschwitz besucht, den dunkelsten Ort der Menschheitsgeschichte. Die Bundeskanzlerin würdigt die einzigartige Bedeutung der Gedenkstätte in einer einfühlsamen Rede, in der sie an die Opfer der Scho'ah erinnert und anmahnt, keinen Antisemitismus zu dulden.

Der Besuch Merkels in Auschwitz hat große Aufmerksamkeit hervorgerufen. Vor ihr waren als Bundeskanzler Helmut Schmidt (1977) und zweimal Helmut Kohl (1989 und 1995) hierher gereist. Nun war fast ein Vierteljahrhundert lang kein Regierungschef aus Deutschland mehr an diesem ehemaligen Konzentrations- und Massenvernichtungslager, das zu einem Synonym für den Holocaust geworden ist.

Gestiftetes Gedenken

Offizieller Anlass für die Reise der Bundeskanzlerin war das zehnjährige Bestehen der Stiftung Auschwitz-Birkenau. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gebäude, Baracken, Ruinen und Zäune vor dem Verfall zu schützen. Auch will sie die vielen Dokumente und Habseligkeiten aus dem Besitz der Häftlinge restaurieren und konservieren, die auf dem riesigen Areal gefunden wurden und gefunden werden. Bei den Restaurierungsarbeiten kommen immer wieder neue Gegenstände zutage.

Die Stiftung war 2009 auf Initiative des inzwischen verstorbenen polnischen Außenministers Władysław Bartoszewski gegründet worden, der selbst politischer Häftling in Auschwitz war. Sie wird von zahlreichen Ländern unterstützt, die in einen Stiftungsfonds einzahlen, aus dem die notwendigen Arbeiten für den Erhalt der Gedenkstätte finanziert wird. Deutschland hat bei der Gründung 60 Millionen Euro dazu beigetragen und stellt nun nochmals den gleichen Beitrag zur Verfügung.

Wie sinnvoll und wertvoll die Arbeit der Stiftung ist, machen der gute Zustand des rund 80 Jahre alten Areals und die hohen, kontinuierlich steigenden Besucherzahlen deutlich. Mehr als zwei Millionen Menschen aus aller Welt besuchen jährlich die Gedenkstätte. Am Ende dieses Jahres werden es knapp 2,3 Millionen Besucher sein, im Durchschnitt täglich rund 6.300, davon viele junge Menschen.

Zeugnisse des Grauens

Auch an diesem bitterkalten Dezembertag bilden sich Schlangen vor dem Eingang zu Auschwitz I, dem ältesten Teil und sogenannten Stammlager. Gruppe um Gruppe zieht durch das Gelände. Führungen in allen Sprachen finden statt, es herrscht ein lebhaftes Treiben. Dann, am späteren Vormittag, wird es stiller, der Einlass wegen des Staatsgastes vorübergehend geschlossen. Schließlich befinden sich nur noch Sicherheitsmitarbeiter, Journalisten, Fotografen und Kameraleute auf dem Gelände. Mehr als 100 Journalisten aus aller Welt haben sich akkreditiert, um über den Besuch zu berichten. Sie warten hinter dem Tor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“, wo die ersten offiziellen Fotos und Filmaufnahmen von den Besuchern gemacht werden.

An der Seite Merkels gehen der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki und der Direktor der Gedenkstätte und Stiftungspräsident Piotr Cywiński durch das Tor. Ihnen folgen der Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein sowie Repräsentanten jüdischer Organisationen.

Am Eingang passieren sie eine Schautafel, die an das Lagerorchester erinnert, das laut Aussagen von Überlebenden wunderschön gespielt hat, wenn die zur Zwangsarbeit bestimmten Häftlinge morgens und abends durch das Tor gingen. Jetzt hört man das mechanische Surren und Klicken Dutzender Kameras, die den Moment festhalten.

Die Bundeskanzlerin besichtigt mehrere Blöcke des Stammlagers, in denen die Dauerausstellung untergebracht ist. Die original erhaltenen Einrichtungen sowie die zahlreichen Dokumente und Gegenstände belegen, was hier in den Jahren 1940 bis 1945 geschehen ist. Hinter Glas aufgetürmte Berge von Brillen, Koffern, Kleidung, Schuhen, Blechgeschirr, Rasierpinseln, Haarbürsten und zwei Tonnen Haare, die ermordeten Frauen abgeschnitten wurden, um sie industriell weiterzuverwerten – allesamt Zeugnisse des unbeschreiblichen Grauens, das hier stattgefunden hat.

Am Ende des Rundgangs durch Auschwitz I findet eine Zeremonie zu Ehren der Opfer statt. Angela Merkel und Mateusz Morawiecki legen an der berüchtigten Schwarzen Wand in einem Innenhof des Todesblocks, an der Tausende KZ-Häftlinge erschossen wurden, sichtlich bewegt Kränze nieder und verneigen sich vor den Toten.

Appell wider das Vergessen

Anschließend fährt der Konvoi mit den Besuchern in den drei Kilometer entfernten Lagerkomplex Auschwitz II-Birkenau. Hier haben die Massenvernichtungen stattgefunden, hier wurden die Juden aus den Viehwaggons, in denen sie zusammengepfercht oft Tausende von Kilometern zurückgelegt hatten, selektiert und die meisten von ihnen direkt in die Gaskammern geschleust. Das riesige Gelände veranschaulicht die ungeheuren Dimensionen des nationalsozialistischen Verbrechens. Insgesamt wurden damals 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa nach Auschwitz deportiert, nur 200.000 haben überlebt. Einige wenige von ihnen sind heute noch am Leben und können als Zeitzeugen von den Nazi-Gräueln berichten.

Einer dieser Zeitzeugen ist der 87-jährige Bogdan Bartnikowski, mit dem Angela Merkel an diesem Tag in der sogenannten Sauna zusammentrifft, wo eine Gedenkfeier anlässlich des Stiftungsjubiläums stattfindet. Bartnikowski war zwölf Jahre alt, als er mit seiner Mutter im August 1944 von Warschau nach Auschwitz gebracht wurde. Er war nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands gegen die Deutschen festgenommen worden, weil er als Laufbursche für die Widerstandskämpfer tätig war. In der „Sauna“ wurden damals die angekommenen Häftlinge desinfiziert und registriert.

Bartnikowski bekam die Nummer 1192731 auf den Arm tätowiert. Er berichtet, wie er sich geschämt hat, als er sich vor allen Leuten ausziehen musste, wie er sich im Lager danach sehnte, seine Mutter wiederzusehen, die von ihm getrennt in einer weit entfernten Baracke untergebracht worden war, und wie ihm die SS-Aufseher sagten, der einzige Weg aus dem Lager in die Freiheit führe durch den Schornstein.

Seine Schilderungen und seine Anwesenheit bei dieser Feierstunde machen eindringlich bewusst, wie wichtig das Erinnern ist und welche besondere Bedeutung die Gedenkstätte Auschwitz hat. Dies betont der polnische Regierungschef in seiner Ansprache, denn „wenn die Erinnerung geht, ist es, als hätten wir zum zweiten Mal die Menschen verletzt, die hier die Hölle erlebt haben“, sagt Morawiecki.

Merkel: Kein Schlussstrich, keine Relativierung

Als dann Merkel spricht, gehen ihre ersten Worte in den Geräuschen der Fotokameras fast unter. „Heute hier zu stehen und als deutsche Bundeskanzlerin zu Ihnen zu sprechen, fällt mir alles andere als leicht“, beginnt die Bundeskanzlerin ihre Rede, in der sie die richtigen Worte und den richtigen Ton findet, um über etwas zu sprechen, worüber man kaum sprechen kann.

„Ich empfinde tiefe Scham angesichts der barbarischen Verbrechen, die hier von Deutschen verübt wurden – Verbrechen, die die Grenzen alles Fassbaren überschreiten. Vor Entsetzen über das, was Frauen, Männern und Kindern an diesem Ort angetan wurde, muss man eigentlich verstummen“, sagt sie, und dann: „Schweigen darf nicht unsere einzige Antwort sein. Dieser Ort verpflichtet uns, die Erinnerung wachzuhalten. Wir müssen uns an die Verbrechen erinnern, die hier begangen wurden, und sie klar benennen.“ Genau dies hat sie getan, auch indem sie klar benennt, dass Auschwitz 1939 als Teil des Deutschen Reichs annektiert worden war: „Auschwitz war ein deutsches, von Deutschen betriebenes Vernichtungslager. Es ist mir wichtig, diese Tatsache zu betonen. Das sind wir Deutschen den Opfern schuldig und uns selbst.“

Merkel bekennt sich klar zur Verantwortung Deutschlands, den Opfern ein würdiges Andenken zu bewahren. Und sie richtet den Blick auf heute, spricht von dem „blühenden jüdischen Leben in Deutschland“ und den „vielfältigen und freundschaftlichen Beziehungen“ zu Israel, die sie „alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, sondern als „ein großes Geschenk“ sieht, das „gar einem Wunder gleicht“. Die Bundeskanzlerin sieht dies jedoch aktuell bedroht durch „besorgniserregenden Rassismus, eine zunehmende Intoleranz, eine Welle von Hassdelikten“. Sie sorgt sich um „einen gefährlichen Geschichtsrevisionismus“ und „den Antisemitismus, der jüdisches Leben in Deutschland, in Europa und darüber hinaus bedroht“.

Dann zitiert sie den italienischen Autor Primo Levi, der Auschwitz überlebt hat: „Es ist geschehen. Folglich kann es wieder geschehen.“ Und appelliert: „Daher dürfen wir unsere Augen und Ohren nicht verschließen, wenn Menschen angepöbelt, erniedrigt oder ausgegrenzt werden ... Wir alle tragen Verantwortung. Und zu dieser Verantwortung gehört auch das Gedenken. Wir dürfen niemals vergessen. Einen Schlussstrich kann es nicht geben – und auch keine Relativierung.“

Nach der Feierstunde besucht die Delegation weitere Stätten des Birkenau-Geländes. Am Mahnmal bei den Ruinen der Krematorien gedenken Merkel und Morawiecki gemeinsam mit Bartnikowski und zwei weiteren Zeitzeuginnen der Opfer der Massenvernichtung. Anschließend gehen sie durch die eisige Kälte bis zur Rampe, an der ein einziger Waggon an die Züge erinnert, in denen die Menschen nach Auschwitz transportiert wurden, zu dem einzigen Zweck, sie zu vernichten. „Ich verneige mich vor den Opfern der Scho'ah, ich verneige mich vor ihren Familien“, schloss Angela Merkel ihre Rede.

Der Besuch war ein würdiges Ereignis. Und die Botschaft, die er an uns alle aussenden sollte ist die, Auschwitz zu besuchen, die Erinnerung wach zu halten und für die heute lebenden Jüdinnen und Juden einzutreten, überall auf der Welt.

Jürgen Sterzenbach ist Mitglied im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Düsseldorf.

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Mon, 09 Dec 2019 14:54:00 +0100
<![CDATA[Hamas-nahe Palästinenser veranstalten Konferenz in Berlin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/09/hamas-nahe-palaestinenser-veranstalten-konferenz-in-berlin/ BERLIN (inn) – Hunderte Menschen haben sich am Wochenende in Berlin zur „Konferenz der Palästinenser in Europa“ getroffen. Organisiert hatten das Treffen zwei Gruppen, die laut Bundesamt für Verfassungsschutz der Hamas nahe stehen – namentlich das „Palästinensische Rückkehr-Zentrum“ und die „Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland“. Der Verfassungsschutz stuft die Konferenz als „größte Propaganda-Veranstaltung der Hamas in Europa“ ein. Die Hamas strebt die Vernichtung des jüdischen Staats an und nennt den Holocaust „die größte Lüge der Geschichte“.

Im Vorfeld hatten zahlreiche Organisationen und Personen einen Appell unterzeichnet, der ein Verbot des Treffens forderte. Darunter waren der Grünen-Politiker Volker Beck, die Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung und die Jüdische Studierendenunion.

Auch der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, bat die Stadt Berlin, die Konferenz zu untersagen. In der „Bild“-Zeitung warnte er: „Dies ist kein Treffen, um Brücken des Friedens zwischen Israel und den Palästinenser zu bauen, sondern ein Treffen, um Unnachgiebigkeit und Feindseligkeit zu bewahren.“ Der US-Botschafter in Deutschland Richard Grenell twitterte: „Wir haben unsere Besorgnis darüber ausgedrückt.“

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) ließ im Vorfeld über seinen Sprecher mitteilen: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von den politischen Inhalten dieser Veranstaltung und würden sie am liebsten in unserer Stadt verbieten.“ Die Voraussetzungen für ein präventives Versammlungsverbot seien jedoch nicht gegeben. Dabei spiele auch eine Rolle, dass die Hamas in Deutschland nicht verboten sei.

„Keine Verbindung zur Hamas“

Die Veranstalter streiten Verbindungen zur im Gazastreifen regierenden Hamas ab. Der Vorsitzende der Palästinensischen Gemeinde Berlin, Ghassan Abusamra, sagte: „Es gibt viele unterschiedliche Richtungen bei der Konferenz, aber niemand steht der Hamas nahe.“ Der Vorsitzende des „Palästinensischen Rückkehr-Zentrums“ aus London, Majed Al-Zeer, bezeichnet die Vorwürfe gegenüber „Bild“ als „Unsinn“ und beteuerte: „Wir haben keinerlei Verbindungen nach außerhalb Europas.“

Auf dem offiziellen Logo der Konferenz ist ganz Israel mit einer palästinensischen Flagge bedeckt. Die Organisatoren fordern ein Rückkehrrecht für sechs Millionen Palästinenser in das heutige Israel. Der jüdische Staat lehnt dies ab, da er fürchtet, dass dies seine Existenz bedrohen würde. Laut Verfassungsschutz operieren in Deutschland etwa 300 Hamas-Mitglieder, davon allein 70 in Berlin.

Von: tk

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Mon, 09 Dec 2019 13:30:00 +0100
<![CDATA[Käufer von Nazi-Artefakten zu Gast bei Rivlin]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/12/09/kaeufer-von-nazi-artefakten-zu-gast-bei-rivlin/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat am Sonntag einen libanesisch-stämmigen Geschäftsmann empfangen, der Hitler-Artefakte kaufte, um sie Israel zu übergeben. Bei einer Auktion in München hatte Abdallah Chatila vor zwei Wochen Gegenstände im Wert von 600.000 Euro ersteigert, darunter einen Zylinder Adolf Hitlers, eine silberbeschlagene Ausgabe des Buchs „Mein Kampf“, die Hermann Göring gehörte, und die Schreibmaschine von Hitlers Sekretärin. Chatila gehört zu den 300 reichsten Schweizern.

Nach eigener Aussage wollte er durch den Kauf verhindern, dass die Gegenstände für Neonazi-Propaganda missbraucht werden. Ursprünglich habe er sie zerstören wollen, übergab sie dann aber der israelischen Stiftung „Keren Hayesod“.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz dankte Rivlin Chatila für dessen „Akt der Gnade“ und die „gerade in dieser Zeit sehr wichtige“ Spende, da Neonazismus auf dem Vormarsch sei. Chatilas Tat zeige der Welt, wie die Verherrlichung von Hass und Hetze gegen andere Völker bekämpft werden könne. „Es war eine wahrhaft menschliche Tat“, sagte Rivlin.

Yad Vashem nimmt sich der Artefakte an

Chatila berichtete, er bekomme dafür Hass-Botschaften aus seinem Geburtsland, die ihn als Verräter beschimpfen. Er sei zudem davor gewarnt worden, in den Libanon zurückzukehren. Ihn bekümmere das wenig, weil er sowieso nicht dorthin reise. Seine Eltern besuchten das Land jedoch regelmäßig und befänden sich nun in einer erschwerten Situation.

Mit Bezug auf Adolf Hitler sagte Chatila: „Er ist das personifizierte Böse – für alle, nicht nur für die Juden, sondern auch für Christen und die ganze Menschheit.“ Nach der gewonnenen Auktion sei er zu dem Entschluss gekommen, kein Recht zu haben, über den Verbleib der Gegenstände zu entscheiden. Daher habe er sie in die Obhut einer jüdische Organisation gegeben. Keren Hayesod wiederum will sie der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem anvertrauen.

Der Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Schalev, sagte: „Wir glauben, dass die Artefakte in Museen oder öffentliche Sammlungen und nicht in Privathände gehören.“ Daher unterstütze Yad Vashem auch nicht den Handel mit diesen Gegenständen. Die Versteigerung hatte in Israel einige Kritik hervorgerufen. Zur Zeit befinden sich die Nazi-Hinterlassenschaften noch in Deutschland. Es ist nicht bekannt, wann sie an Yad Vashem überführt werden.

Von: tk

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Mon, 09 Dec 2019 13:21:00 +0100
<![CDATA[Luxemburg drängt auf Anerkennung „Palästinas“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/09/luxemburg-draengt-auf-anerkennung-palaestinas/ In einem Brief an den EU-Außenbeauftragten Josep Borrell hat der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn die Anerkennung eines palästinensischen Staates durch alle EU-Mitglieder gefordert. Es sei Zeit, darüber eine EU-weite Debatte zu starten, schrieb er. Die Anerkennung des Rechts der Palästinenser auf einen eigenen Staat sei nicht gegen Israel gerichtet. Der einzige Weg, die Zwei-Staaten-Lösung zu retten, sei es, eine „gerechte Situation“ zwischen Israel und den Palästinensern zu schaffen. Voraussichtlich wird das Thema bei der nächsten Sitzung der EU-Außenminister im Januar diskutiert.

Von: stm

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Mon, 09 Dec 2019 11:29:00 +0100
<![CDATA[Keine Helfer, kein Geld, keine Pappkartons für mögliche Neuwahlen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/09/keine-helfer-kein-geld-keine-pappkartons-fuer-moegliche-neuwahlen/ JERUSALEM (inn) – Am 11. Dezember läuft die gesetzliche Frist für die Knesset zur Bildung einer Regierung ab. Wenn sich die Abgeordneten nicht auf einen Kandidaten für das Amt des Premierministers einigen, muss sich das Parlament am Mittwoch auflösen. Doch ein Ende des Chaos ist nicht in Sicht. Niemand glaubt mehr, dass sich die beiden Spitzenkandidaten, Benjamin Netanjahu und Benny Gantz, in letzter Minute doch noch auf eine „Große Koalition“ mit Rotation an der Spitze einigen.

Alle anderen Varianten, mit Hilfe der kleineren Parteien noch eine regierungsfähige Mehrheit in der Knesset zu erlangen, können mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden. Jenseits aller politischen Streitereien und der Anklage wegen Korruption gegen den amtierenden Premier Netanjahu gibt es auch noch eine Reihe von praktischen Hindernissen für das schnelle Abhalten von Neuwahlen.

Die Direktorin des Zentralen Wahlausschusses, Orli Adas, erklärte bei einer Pressekonferenz in der Knesset, dass sie unmöglich bis zum frühestmöglichen Zeitpunkt am 25. Februar einen dritten Urnengang organisieren könne: „Wir haben kein Personal, keine Büros, keine Ausrüstung. Die Lagerräume sind leer und es gibt kein Geld.“

Außerdem müssten neue blaue Pappkartons mit aufgedrucktem Staatswappen in China bestellt werden. Denn die Wahlurnen der vergangenen Parlamentswahlen könnten nicht wiederverwendet werden, wenn sie zerrissen oder bekritzelt worden sind. Doch die Chinesen hätten ihr schon signalisiert, wegen des chinesischen Neujahrsfestes am 25. Januar zeitnah keine neuen Kartons in den vorgeschriebenen Maßen herstellen zu können.

Adas berichtete weiter, dass sie nur über 40 Mitarbeiter verfüge, jedoch mindestens 40.000 Helfer benötige, um im ganzen Land die Wahllokale mit gesetzlich vorgeschriebenen Urnen und erfahrenen Spezialisten auszustatten: „Wir haben nicht die professionellen Arbeiter, die wissen, was Wahlarbeit ist.“ Weil die Knesset wegen der politischen Patt-Situation seit Monaten nicht „funktioniert“, gebe es niemanden, der ihr die benötigten Finanzen bereitstellen könnte, um das bestehende Defizit zu stopfen.

Vorsitzender für den Wahlausschuss gesucht

Weiter sagte Adas, dass es nicht möglich sei, die allgemeinen Wahlen so schnell wieder durchzuführen, weil die Parteien Zeit brauchen, um ihre Wahllisten zusammenzustellen. Zudem müsse der Oberste Gerichtshof darüber entscheiden, ob die Kandidaten rechtlich qualifiziert sind, um zu kandidieren. „Die Zeiten können nicht verkürzt werden“, betonte Adas. Da Israel ein Rechtsstaat ist, kann niemand entscheiden, Wahlen ohne vorgeschriebene Wahlurnen und entsprechend ausgebildetes Personal in den landesweit mehr als 10.000 Wahllokalen durchzuführen, von denen 1.549 barrierefrei für Behinderte sein müssen.

Der Wahlausschuss wird auch einen neuen Vorsitzenden brauchen, nachdem der Richter des Obersten Gerichtshofs Hanan Melzer erklärt hatte, dass es „keine Chance“ gebe, dass er das Amt zum dritten Mal antrete.

Nach israelischem Recht muss der Leiter des Zentralen Wahlausschusses ein Mitglied des Obersten Gerichtshofs sein, das von den anderen Richtern gewählt wird. Doch bisher hat kein anderer Richter des Obersten Gerichts Interesse an der Position bekundet.

Am Montag wurde bekannt, dass als neuer möglicher Wahltag der 2. März 2020 festgelegt wurde. Unter den Abgeordneten gab es heftigen Streit um dieses Datum. Laut Gesetz muss der Wahltag auf einen Dienstag fallen. Doch in die Zeit rund um die vorgeschriebenen 90 Tag nach Auflösung der Knesset fallen alle Dienstage auf gesetzliche oder andere Feiertage.

Von: Ulrich W. Sahm

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Mon, 09 Dec 2019 11:22:00 +0100
<![CDATA[Guatemala will Haltung zu Siedlungsbau prüfen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/09/guatemala-will-haltung-zu-siedlungsbau-pruefen/ Der gewählte Präsident Guatemalas, Alejandro Giammattei, will die Haltung seines Landes zum Siedlungsbau überprüfen. Denkbar sei es, den USA zu folgen und den Siedlungsbau als grundsätzlich legal zu betrachten. Das sagte er am Sonntag bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem. Außerdem wolle er die libanesische Miliz Hisbollah als Terror-Organisation einstufen, sobald er im Amt sei. Guatemala hatte im Mai 2018 seine Botschaft nach Jerusalem verlegt. Giammattei wird sein Amt nach dem Wahlsieg im August voraussichtlich Mitte Januar antreten.

Von: df

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Mon, 09 Dec 2019 10:38:00 +0100
<![CDATA[Tschechien kauft Iron Dome-Ausrüstung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/06/tschechien-kauft-iron-dome-ausruestung/ Vertreter des israelischen und des tschechischen Verteidigungsministeriums haben am Donnerstag einen Rüstungsvertrag unterzeichnet. Gegenstand des 137 Millionen Euro schweren Abkommens sind acht Exemplare des mobilen Luftverteidigungsradars. Dieses kommt auch im Raketenabwehrsystem Iron Dome zum Einsatz. Die Geräte sollen bis 2023 in Betrieb gehen und seien mit den NATO-Systemen kompatibel. „Damit erwerben wir ein kampferprobtes Spitzensystem“, sagte der tschechische Verteidigungsminister Lubomir Metna.

Von: stm

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Fri, 06 Dec 2019 15:06:00 +0100
<![CDATA[Norwegisches Parlament fordert Einstellung von Zahlungen an Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/06/norwegisches-parlament-fordert-einstellung-von-zahlungen-an-palaestinenser/ Mitglieder des norwegischen Parlaments und Abgeordnete der Regierungsparteien fordern eine Beendigung der Hilfszahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA). Grund seien die gewalttätigen und antisemitischen Inhalte der Schulbücher in den Palästinensergebieten. In einem Schreiben verlangen die Politiker einen sofortigen Stopp der Zahlungen, bis eine „zufriedenstellende Verbesserung der Unterrichtsmaterialien“ erkennbar sei. Aktuell unterstützt die norwegische Regierung die PA mit 21,6 Millionen Euro pro Jahr.

Von: mas

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Fri, 06 Dec 2019 14:56:00 +0100
<![CDATA[USA und Israel wollen bei Verteidigung enger zusammenarbeiten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/06/usa-und-israel-wollen-bei-verteidigung-enger-zusammenarbeiten/ LISSABON (inn) – Israel und die USA wollen in der Verteidigung enger zusammenarbeiten. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu vereinbarte am Mittwoch in Lissabon mit dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo Schritte zu einem entsprechenden Abkommen. Das Treffen nannte Netanjahu im Anschluss „entscheidend für die Sicherheit Israels“.

Im jüdischen Staat kamen zuletzt auch kritische Stimmen zu so einem Abkommen auf. Der Chef der Partei Blau-Weiß, Benny Gantz, fürchtet etwa, dadurch würde die Abhängigkeit Israels von den USA zu groß. Netanjahu betonte vor diesem Hintergrund, das Abkommen in voller Zusammenarbeit mit der Armee und den Sicherheitskräften anzugehen, „und die volle Handlungsfreiheit für die USA und für die israelische Armee sicherzustellen“.

Die beiden Politiker thematisierten auch die Bedrohung durch den Iran. Ein weiterer Gesprächspunkt war eine mögliche Annexion des Jordantals. Pompeo sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, Israel habe das „volle Recht“, einen solchen Schritt zu gehen. Zuletzt hatten die USA erklärt, den Siedlungsbau grundsätzlich als legal zu betrachten. Netanjahu betonte, derzeit sei kein Zeitplan dafür vorgesehen. Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in Israel sei es auch unmöglich, dies umzusetzen: „Diese Dinge sind viel leichter, wenn man eine Regierung hat.“

Gerüchte über Normalisierung mit Marokko

Für Pompeo war Lissabon eine Zwischenstation auf dem Weg vom NATO-Gipfel in London nach Marokko. Zwischenzeitlich verbreiteten israelische Medien die Nachricht, Pompeo wolle in Rabat über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko reden. Ein solcher Schritt stehe „kurz bevor“, berichtete der Sender „Kanal 12“.

Das amerikanische Außenministerium dementierte allerdings diese Berichte. Die Normalisierung habe nicht auf der Themenliste gestanden, sagte ein Sprecher laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Donnerstag. In Israel sei lediglich etwas zu den Medien durchgesickert, und dies zum Zeitpunkt, als Pompeo auf dem Weg nach Marokko gewesen sei.

Bei seinem Aufenthalt in Lissabon traf Netanjahu auch seinen portugiesischen Amtskollegen Antonio Costa. Dabei beglückwünschte er Portugal zur Mitgliedschaft bei der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA). Portugal war der Allianz am Mittwoch beigetreten, zuvor war das Land Beobachterstaat. Netanjahu rief Portugal zudem auf, gemeinsam mit den USA Druck auf den Iran auszuüben.

Von: df

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Fri, 06 Dec 2019 14:46:00 +0100
<![CDATA[Ehemalige Miss Irak bedauert Umgang mit jüdischen Flüchtlingen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/06/ehemalige-miss-irak-bedauert-umgang-mit-juedischen-fluechtlingen/ NEW YORK (inn) – Die israelische UN-Mission hat am Mittwoch der Vertreibung der Juden des Nahen Ostens und Nordafrikas gedacht. Bei dem Treffen im UN-Hauptquartier in New York sprach die „Miss Irak“ von 2017, Sarah Idan, über ihre Begegnungen mit jüdischen Flüchtlingen. Einige irakische Juden habe sie im vergangenen Jahr in Jerusalem besucht. Da sie selbst in Bagdad geboren wurde, habe sie sich mit ihnen sehr verbunden gefühlt, erklärte Idan vor Botschaftsvertretern und UN-Beamten. Umso schockierter sei sie gewesen, als sie die irakischen Pässe mit dem Verweis „Einweg-Ausreise – keine Rückkehr erlaubt“ sah. Sie schäme sich für diesen Umgang.

Weiterhin erklärte Idan, dass aufgrund von Antisemitismus „das 3.000 Jahre alte Kapitel jüdischen Lebens im Irak, dem Nahen Osten und Nordafrika abrupt und traumatisch“ geendet habe.

Resolution für jüdische Flüchtlinge gefordert

Drastische Worte fand auch der israelische UN-Botschafter Danny Danon. Er warf den Vereinten Nationen vor, jüdischen Flüchtlingen ihre Rechte zu verweigern, um sie so „aus der Geschichte zu streichen“. Dies sei eine „antisemitische und historische Ungerechtigkeit“. Daher fordere er eine Resolution, die sicherstelle, dass eben diese Rechte anerkannt werden, zitiert ihn die Nachrichtenseite „Jewish Press“.

In den Jahren nach der Staatsgründung Israels flohen etwa 850.000 Juden aus den arabisch und islamisch geprägten Ländern oder wurden vertrieben. Viele ließen alles zurück oder wurden enteignet. Ein Bewusstsein in der Weltöffentlichkeit für das Schicksal der orientalischen Juden ist jedoch kaum vorhanden. Selbst in Israel gibt es erst seit 2014 einen Gedenktag für die jüdischen Flüchtlinge aus der arabischen Welt.

Von: mas

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Fri, 06 Dec 2019 14:19:00 +0100
<![CDATA[Armee simuliert Krieg gegen Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/06/armee-simuliert-krieg-gegen-hisbollah/ Die israelische Armee hat eine einwöchige Übung beendet, in der sie einen Krieg gegen die libanesische Hisbollah-Miliz simulierte. Hunderte Soldaten und Reservisten nahmen an dem Training im Jordantal teil, das am Sonntag begonnen hatte. Es sei die bislang größte Übung ihrer Art gewesen, sagte Kommandeur Udi Amir gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Zum Einsatz kamen neu erworbene Waffen- und Computersysteme. Laut der Armee hat die Hisbollah ihre Präsenz an der Grenze zu Israel verstärkt. Israel schätzt, dass die Miliz über ein Arsenal von rund 130.000 Raketen verfügt.

Von: dn

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Fri, 06 Dec 2019 11:49:00 +0100
<![CDATA[Asche von Holocaust-Opfern vorm Reichstag]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/12/05/asche-von-holocaust-opfern-vorm-reichstag/ BERLIN (inn) – Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ hat am Montag eine temporäre Gedenkstätte an die Nazi-Diktatur vorm Deutschen Reichstag errichtet. In dieser 2,5 Meter hohe Stele befindet sich ein Bohrkern aus dem Umfeld eines der vielen nationalsozialistischen Vernichtungslager – darin sollen sich menschliche Überreste von Opfern des Holocaust befinden. Mit der Gedenksäule wolle man vor Konservatismus warnen. Dieser sei es gewesen, der den Weg in den Nationalsozialismus geebnet habe. Die Künstler befürchteten, dass die CDU heute den gleichen Fehler begehen könnte, wenn sie mit der AfD zusammenarbeite.

Die Kunstaktion stieß in den vergangenen Tagen auf breite Kritik. So betonte eine Regierungssprecherin, dass die Bundesregierung die Kunstfreiheit achte. Sollte es sich aber bewahrheiten, dass sich in der am Reichstagsgebäude aufgestellten Gedenksäule Asche von Holocaustopfern aus Auschwitz befinde, wäre das „pietätlos und geschichtsvergessen“. Unverständnis zeigte ebenfalls der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein. Er bezeichnete es als „erschütternd“, dass Künstler zu „solch drastischen Mitteln“ greifen müssen. Sie würden so religiöse Gesetze von Minderheiten verletzen und trügen zu einer „Verrohung der Gesellschaft bei“.

Im Judentum müssen die sterblichen Überreste vollständig begraben und respektvoll behandelt werden. Jüdische Gräber sind für die Ewigkeit. Sie dürfen weder verlegt, noch eingeebnet oder neu vergeben werden. Diese Störung der Totenruhe kritisierte ebenfalls der Zentralrat der Juden in einem Tweet.

Aktion verstoße gegen Gesetz

Volker Beck, ehemaliges Mitglied des Bundestages und Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien an der Ruhr-Uni-Bochum, hat daher nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen das „Zentrum für politische Schönheit“ gestellt. Gemäß §168 des Strafgesetzbuchs sei die Aktion eine strafbare Verletzung der Totenruhe.

Etwas zurückhaltender äußerte sich die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. In einer Stellungnahme hieß es, dass „eine respektvolle künstlerische Darstellung des Themas legitim sein kann“. Allerdings dürfe in keiner Weise das Andenken des Holocaust „beleidigt, herabgesetzt oder entweiht werden“. Daher rufe man die Künstler auf, die Erinnerung an Opfer und Überlebende zu respektieren.

Schuldeingeständnis: „Haben einen Fehler gemacht“

Nach der großen Welle der Kritik hat das „Zentrum für politische Schönheit“ eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. In einer Stellungnahme heißt es, dass den Künstlern nichts ferner liege, als „die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen“. Man bedauere, den „zentralen Wirkungsaspekt“ der Arbeit im Vorfeld nicht erkannt zu haben.

Das Künstlerkollektiv hat daraufhin das Kernstück der Gedenksäule verhüllt. Weiterhin wurde die Internetseite für die Aktion „Sucht nach uns!“ abgeschaltet. Eine für Samstag geplante Kundgebung findet nun nicht statt.

Beim weiteren Vorgehen mit der in der Stele befindlichen Asche bietet nun die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland ihre Hilfe an. In einem Schreiben zeigt sich die Konferenz „bestürzt“, mahnte aber auch zu schnellem Handeln. Um die ewige Ruhe wiederherzustellen, müsse man die Asche mit den menschlichen Überresten schnellstmöglich wieder bestatten. Dies solle am besten noch vor Beginn des Schabbats am Freitagabend geschehen.

Aktion ist „großartig“

Zustimmung bekamen die Künstler von Lea Rosh. Die Vorsitzende des Fördervereins „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ bezeichnete die Aktion als „großartig“. Erinnerungskultur sei kompliziert. Deswegen gebe es keine einfachen Antworten.

Ähnlich äußerte sich der Historiker Götz Aly. Gegenüber dem MDR erklärte er, dass der bisherige Umgang mit Massengräbern und Kriegsverbrechen „würdelos“ sei. Im Nationalsozialismus sollten die Opfer entpersonifiziert werden. Dies geschehe durch den schlechten Umgang mit den Überresten der Ermordeten bis heute. Die meisten Massengräber seien nicht gekennzeichnet. Auf diesen Missstand habe das „Zentrum für politische Schönheit“ aufmerksam gemacht – das finde er gut.

Von: mas

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Thu, 05 Dec 2019 15:28:00 +0100
<![CDATA[Europäische Länder: Iran verletzt Atomabkommen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/12/05/europaeische-laender-iran-verletzt-atomabkommen/ Deutschland, Frankreich und Großbritannien werfen dem Iran vor, den Bau von Raketen mit nuklearen Sprengköpfen voranzutreiben. Damit verstoße Teheran gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates aus dem Jahr 2015. Die UN-Botschafter der drei Länder riefen Generalsekretär António Guterres dazu auf, den Sicherheitsrat über diese Entwicklung zu informieren. Das Schreiben gelangte am Mittwoch an die Öffentlichkeit. Der israelische Außenminister Israel Katz plädierte vor diesem Hintergrund für eine von den USA angeführte Militärkoalition zwischen dem Westen und den arabischen Ländern.

Von: df

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Thu, 05 Dec 2019 14:01:00 +0100
<![CDATA[Mosaikboden zeigt frühe Wandlung von Synagogen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2019/12/05/mosaikboden-zeigt-fruehe-wandlung-von-synagogen/ Archäologen haben im Gebiet der antiken Stadt Madschdulia im Golan farbige Mosaikreste auf dem Boden einer Synagoge aus dem 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Laut Ausgrabungsleiter Mechael Osband stellt die Synagoge einen Mix aus dem Synagogentyp der zweiten Tempelperiode und dem späteren Typ der byzantinischen Periode dar. Ersterer wurde hauptsächlich zum Torastudium genutzt, später hätten die Synagogen als Gebetshallen gedient und seien schmuckreicher ausgestattet gewesen. Somit sei der nun gefundene Mosaikboden der erste Beweis für die frühe Wandlung der Synagogennutzung im Golan.

Von: stm

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Thu, 05 Dec 2019 13:43:00 +0100
<![CDATA[In Brüssel nichts Neues]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/05/in-bruessel-nichts-neues/ Am Sonntag hat der neue EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sein Amt angetreten. Der Spanier folgt damit der Italienerin Federica Mogherini, die seit 2014 EU-Außenbeauftragte war. In ihrer Zeit kam es zu erheblichen Spannungen in den Beziehungen zu Israel. Markantes Beispiel ist der Streit um die Kennzeichnung von Siedlungsprodukten im Jahr 2015.

Dass die Beziehungen unter Borrell besser werden, darf bezweifelt werden. Aus einschlägigen Äußerungen lässt sich eine eher kühl-belehrende Haltung zu Israel herauslesen. Als spanischer Außenminister sagte der Sozialdemokrat dem Politikmagazin „Politico“ im Februar dieses Jahres: „Der Iran will Israel auslöschen. Das ist keine neue Nachricht. Damit muss man leben.“

Dieser Satz ist auf mehreren Ebenen erstaunlich: Der Chef­diplomat eines europäischen Landes zeigte sich bereit, die Auslöschung Israels als eine Selbstverständlichkeit hinzunehmen, um dem Iran entgegenzukommen. Und diese Haltung wird auch auf EU-Ebene keineswegs geschmäht: Sie ist unproblematisch, wenn es um die Verteilung wichtiger EU-Posten geht. Bei den Anhörungen im EU-Parlament Anfang Oktober sah sich jedenfalls kein Abgeordneter dazu veranlasst, bezüglich dieses Satzes bei dem 72-Jährigen nachzufragen. Und das vor dem Hintergrund des Narrativs, das sich die EU selbst gegeben hat: Dass das „Zusammenwachsen Europas“ als „Friedensprojekt“ eine Antwort auf die Gräuel des Zweiten Weltkriegs ist. Nun droht ein Staat erneut mit Gewalt, dieses Mal nicht gegen Juden, sondern gegen den jüdischen Staat – und auf EU-Ebene scheint dies salonfähig zu sein.

Preise für die Sicherheit

Borrell hat früher auch andere Töne gegenüber Israel angeschlagen. Im Jahr 2005 sprach er als EU-Parlamentspräsident in der Knesset. Dabei erwähnte er, dass er den Sommer 1969 in einem Kibbutz verbrachte. Er betonte die besondere Verantwortung der EU „für die Existenz Israels als jüdischer Staat und als Demokratie, die mit ihren Nachbarn in Frieden und Sicherheit lebt“. Er begrüßte zudem die damals geplanten Wahlen zum palästinensischen Parlament und den in jenem Sommer anstehenden israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen – und er forderte, dass Israel dies einmal auch für das Westjordanland nachhole: „Das ist der Preis, den Israel für seine eigene Sicherheit zu zahlen hat.“

Inzwischen ist bekannt, dass bei den Wahlen die radikal-islamische Hamas siegreich war und der Rückzug aus dem Gazastreifen keinen Frieden, sondern Raketenterror mit sich brachte. Diese und andere Entwicklungen halten Borrell nicht davon ab, weiter auf altbekannte Lösungsansätze zurückzugreifen: Am Atomabkommen mit dem Iran will er trotz der Verstöße Teherans festhalten. Und auch die Zwei-Staaten-Lösung ist weiterhin Favorit, zumal die EU-Außenpolitik unter Mogherini diese bereits als „einzige“ Lösung charakterisiert hat. Bei den Anhörungen sah sich Borrell zu der Klarstellung veranlasst, es sei „nicht anti-israelisch oder antisemitisch“, diese Lösung einzufordern. Ähnlich wird er auch bei der Frage der Kennzeichnung von Siedlungsprodukten denken. Rückendeckung dafür gibt es: Der Europäische Gerichtshof hat dieses Verfahren Mitte November bestätigt.

Von: Daniel Frick

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 6/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Thu, 05 Dec 2019 12:32:00 +0100
<![CDATA[Tel Aviv: Angesagter Ort für Feinschmecker]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/12/05/tel-aviv-angesagter-ort-fuer-feinschmecker/ Tel Aviv gehört für die BBC zu den zehn Orten mit dem besten Essen. Laut einem Bericht des britischen Senders ist die Veganer-freundliche Kultur der Grund für die gute Platzierung. In den letzten Jahren habe sich die Stadt enorm gesteigert und sich selbst zur „veganen Welthauptstadt“ ernannt. Auch die renommierte Organisation „The World’s 50 Best“ hat acht israelische Restaurants und Bars auf dem Radar. Zu diesen zählt zum Beispiel das „Machneyuda“-Restaurant auf dem Machane-Jehuda-Markt in Jerusalem, welches direkt die lokalen Produkte verarbeitet.

Von: stm

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Thu, 05 Dec 2019 11:59:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 05. Dezember 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/12/05/nachrichten-vom-05-dezember-2019/ Thu, 05 Dec 2019 11:47:00 +0100 <![CDATA[Behörde warnt vor dramatischem Temperaturanstieg in den kommenden Jahren]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2019/12/05/behoerde-warnt-vor-dramatischem-temperaturanstieg-in-den-kommenden-jahren/ JERUSALEM (inn) – Der Meteorologische Dienst Israels hat in seinem neusten Bericht am Dienstag vor den Folgen des Klimawandels für den jüdischen Staat gewarnt. Die Veröffentlichung erfolgte im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Madrid. Dort ist Israel dieser Tage unter anderen durch Energieminister Juval Steinitz vertreten. Der Bericht fällt laut Einschätzung der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ pessimistischer aus als die vorigen Versionen. Demnach wird der Temperaturanstieg die Landwirtschaft schädigen und bei Menschen schwere Krankheiten verursachen.

Der Prognose zufolge wird die Temperatur bis 2050 um mindestens 1,2 Grad Celsius ansteigen. Außerdem soll sich der Regenfall zwischen 2071 und 2100 um 15 bis 25 Prozent verringern. Zugleich werde bei Unwettern mehr Regen in kürzerer Zeit fallen. Dies sei ein „bestehender Trend, der voraussichtlich anhalten wird“. Zwischen 1950 und 2017 sei die Durchschnittstemperatur in Israel bereits um 1,4 Grad geklettert, dabei habe es 2,5 Zentimeter weniger Niederschlag gegeben.

Selbst für den optimistischen Fall, dass der jüdische Staat umgehend Gegenmaßnahmen einleitet, sei noch eine Erwärmung um 0,9 Grad zu erwarten. Zudem würden die Sommermonate im Schnitt sogar um 2,2 Grad heißer. Die Hitze werde somit bis tief in die Nächte reichen.

Schäden für Mensch, Tier und Umwelt

Mit Blick auf die Umwelt erwarten die Forscher, dass Flüsse und Feuchtgebiete austrocknen. Besonders betroffen sei der See Genezareth. Waldbrände würden sich häufen. Außerdem könnten sich Migrationsströme von Tieren ändern und schädliche Arten präsenter machen. Durch Insekten, die Krankheiten wie etwa das West-Nil-Virus übertragen, sei die öffentliche Gesundheit bedroht. Luftverschmutzung werde zu Atemwegserkrankungen führen. Auch eine Zunahme psychischer Krankheiten sei infolge sengender Hitze zu erwarten.

Nicht zuletzt werde die Trockenheit Getreideanbau und Viehzucht erheblich beeinträchtigen. Durch einen Anstieg des Meeresspiegels könnte Infrastruktur entlang der Küsten beschädigt werden, wie etwa Entsalzungsanlagen oder Häfen. Versicherungskosten würden wegen Extremwettergefahr steigen.

Von: tk

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Thu, 05 Dec 2019 11:14:00 +0100
<![CDATA[Neues Israelnetz-Magazin räumt mit anti-israelischen Vorurteilen auf]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/12/05/neues-israelnetz-magazin-raeumt-mit-anti-israelischen-vorurteilen-auf/ Das neue Israelnetz-Magazin geht in der Titelgeschichte auf die Behauptung ein, Israel sei ein Apartheid-Staat. Woher rührt diese Beschuldigung und stimmt sie mit der Wirklichkeit überein? Außerdem berichtet der Journalist Ulrich W. Sahm von seinen Begegnungen mit dem ehemaligen Palästinenserführer Jasser Arafat sowie darüber, wie dieser die Welt täuschte und trotzdem bis heute verehrt wird. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

Von: tk

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Thu, 05 Dec 2019 11:01:00 +0100
<![CDATA[Israelkritische Studenten wissen kaum etwas über Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2019/12/05/israelkritische-studenten-wissen-kaum-etwas-ueber-israel/ Der Politologe Ron Hassner von der Universität Kaliforniens in Berkeley hat herausgefunden, dass ein Großteil seiner Studenten nicht über den Nahostkonflikt Bescheid weiß. Befragt wurden 230 Personen, die angaben, sich stark für die „israelische Besatzung“ zu interessieren. 75 Prozent der Teilnehmer konnten die „besetzten Gebiete“ geografisch nicht einordnen. 84 Prozent der Befragten wussten nicht, in welchem Jahrzehnt diese „Besatzung“ begann. Mehr als 80 Prozent schätzten die Größe der israelischen Bevölkerung falsch ein. Die Angaben reichten von 100.000 bis 150 Millionen Einwohnern.

Von: mas

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Thu, 05 Dec 2019 10:58:00 +0100