Möglicherweise ist in Israel ein Ende der „Ananas-Krise“ in Sicht

Möglicherweise ist in Israel ein Ende der „Ananas-Krise“ in Sicht

Palästinenser freuen sich über historische Ananas-Ernte

Ananas ist in Israel beliebt, aber derzeit sehr teuer. Eine Lösung könnte von unerwarteter Seite kommen: Im Westjordanland können erstmals palästinensische Landwirte die saftigen Früchte ernten – in guter Qualität, wie ein israelischer Journalist festgestellt hat.

TULKARM (inn) – „Wer von uns hat nicht zweimal oder sogar noch öfter überlegt, bevor er die saftige Ananas aus dem Regal nahm und damit zum Zahlen an die Kasse ging?“ Mit dieser Frage leitet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ einen hebräischen Artikel ein, in dem sie zunächst auf die hohen Preise für die beliebten Früchte eingeht: umgerechnet zwischen 7 und 12 Euro, je nach Größe und Jahreszeit. Dann lenkt Autor Elior Levy den Blick ins Westjordanland, genauer gesagt in die Außenbezirke der Autonomiestadt Tulkarm – denn dort hat er einen palästinensischen Visionär getroffen.

Thair Abd al-Kader gehört zu den Besitzern der ersten palästinensischen Farm, auf der Ananas angebaut wird. „Ich bin nach Thailand und nach Malaysia gefahren, um neue Möglichkeiten zu untersuchen, und plötzlich dachte ich, dass es keinen Grund gibt, warum wir nicht bei uns im Westjordanland Ananas anbauen sollten“, erzählte er der israelischen Zeitung. Und so begannen Bauern vor zwei Jahren mit dem Anbau von 4.000 Ananaspflanzen auf einer Fläche von 500 Quadratmetern. Nun freuen sie sich über die erste Ernte.

Levy kommentiert sie mit den Worten: „Heute stehen wir möglicherweise vor dem Beginn einer neuen süßen Wirklichkeit.“ Eine schnelle Geschmacksprobe von mehreren Früchten „brachte eindeutige Ergebnisse – die Ananas ist schmackhaft, sehr süß und voller Saft, und das ist ziemlich überraschend, handelt es sich doch um die erste derartige Ernte von Bauern, die noch die besten Anbausysteme kennenlernen“. Im Einzelhandel sollen die Früchte für umgerechnet 5 bis 6 Euro verkauft werden – also sind sie preiswerter als die Ananas, die derzeit in Israel erhältlich ist.

Die Pflanzen werden in Gewächshäusern angebaut. „Die Region Tulkarm und Kalkilia ist warm und feucht“, sagt Abd al-Kader. „Viel Bewässerung ist nicht nötig – das ist eine ausgezeichnete Region zum Anbau von Ananas.“ Er und seine Teilhaber träumen davon, die Früchte auf der Gesamtfläche von 25.000 Quadratmetern anzubauen. Eine israelische Einzelhandelskette hat für diesen Fall bereits ihre Fühler ausgestreckt und Interesse an der Ernte bekundet.

Beitrag zu Ruhe und Sicherheit

Der israelische Offizier Samir Muadi von der landwirtschaftlichen Abteilung der Zivilverwaltung findet lobende Worte für die Initiative: „Die Zusammenarbeit zwischen der Zivilverwaltung und den palästinensischen Landwirten ist fruchtbarer denn je. Die Früchte sind schmackhaft und dienen als wirtschaftlicher Motor, der zur Entwicklung der gesamten Region beiträgt, und als Auswirkung davon auch zu Ruhe und Stabilität bei der Sicherheit.“

Von: eh

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