Schöne Scheine, zukünftig in neuer Aufmachung: Israelis halten bald neu gestaltete Geldscheine in den Händen.
Schöne Scheine, zukünftig in neuer Aufmachung: Israelis halten bald neu gestaltete Geldscheine in den Händen.

Kritik an neuen Geldscheinen

JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat neu gestaltete Geldscheine genehmigt. Ende des Jahres sollen sie in Umlauf kommen. Kritiker monieren, diese zeigten nur aschkenasische Juden. Premierminister Benjamin Netanjahu versuchte, mit einem eigenen Vorschlag zu beschwichtigen.

Die neuen 20-, 50-, 100- und 200-Schekel-Scheine zeigen die Portraits von Nathan Alterman (1910-1970), Leah Goldberg (1911-1970), Shaul Tchernichovsky (1875-1943) und Rachel Bluwstein, besser bekannt als „Rachel, die Dichterin“ (1890-1931). Sie alle wurden in Osteuropa geboren und siedelten im Lauf ihres Lebens in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina über.

Bereits im März 2011 hatte der Gouverneur der „Bank of Israel“, Stanley Fischer, die neuen Geldscheine vorgestellt (Israelnetz berichtete). Die Wahl fiel auf die vier Dichter, um „der jüngeren Generation der Israelis eine Wertschätzung für deren Beitrag zur israelischen Gesellschaft und dem Staat einzuträufeln“, hieß es damals seitens der Notenbank. Diese Entscheidung hat das Kabinett heute genehmigt, wie die israelische Zeitung „Ha‘aretz“ berichtet. In der zweiten Hälfte dieses Jahres sollen die 50- und 200-Schekel-Scheine in Umlauf kommen, Anfang 2014 die 20- und 100-Schekel-Scheine.

Da es sich bei den abgebildeten Personen ausschließlich um aschkenasische Juden handelt, kritisierten Politiker die neue Aufmachung der Geldscheine. „Es ist unzumutbar, dass man keinen Dichter unter den Misrachim (Juden, die aus muslimischen Ländern stammen) gefunden hat, um sie auf den Banknoten zu zeigen“, kritisierte Arjeh Deri, der Vorsitzende der Schass-Partei laut der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“. „Geld geschmückt mit dem Bild eines Misrachi ist nicht weniger wert“, stellte er klar.

Netanjahu versuchte, die Kritiker zu beschwichtigen. „Ich stimme denen zu, die sagen, dass es genug Platz gibt, um Vertreter der sephardischen Juden und anderer jüdischer Gemeinschaften zu zeigen.“ Für die nächste Serie schlug er vor, den Dichter Jehuda Halevi (12. Jahrhundert) abzubilden. Die Dichtkunst des Rabbis sehe er als „Werk eines Genies, das wichtig für unser Erbe ist“. Sicherlich gebe es auch weitere Vorschläge. Jeder sei eingeladen, seine Wünsche einzubringen, sagte Netanjahu laut Mitteilung seines Büros.

Von: df