In französischer Hand: das Eingangstor zu den „Gräbern der Könige“

In französischer Hand: das Eingangstor zu den „Gräbern der Könige“

„Grab der Könige“ wieder eröffnet

Das „Grab der Könige“ nördlich der Altstadt kann wieder besucht werden. Es befindet sich unter französischer Souveränität, der Status ist aber umstritten.

JERUSALEM (inn) – Das französische Konsulat in Jerusalem hat am Donnerstag das „Grab der Könige“ in Ostjerusalem wieder für Besucher geöffnet. Die Stätte, etwa 800 Meter nördlich der Altstadt gelegen, war seit 2010 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Zukünftig können Interessierte das Grab dienstags und donnerstags besuchen. Dazu ist eine Vorab-Registrierung mit einer Gebühr von umgerechnet etwa 2,50 Euro notwendig. Das Grab selbst ist laut der Nachrichtenseite „Arab News“ allerdings nicht betretbar. Lediglich die Ritualbäder und das antike Fries über dem Eingang können betrachtet werden.

Ursprünglich sollte das Grab bereits am 27. Juni eröffnet werden. Als ultra-orthodoxe Juden darin jedoch ohne vorherige Anmeldung beten wollten, wurde es wieder geschlossen.

Streit um Souveränität

Der Status des Grabes ist umstritten. Die jüdische Gruppe „Stiftung des Grabes der Könige“ stellt den französischen Souveränitätsanspruch infrage. Am 15. Mai hat sie einen entsprechenden Gerichtsprozess in Gang gebracht. Dabei will sie den Punkt vorbringen, dass die Jüdin Berthe Amélie Bertrand die Stätte 1878 erworben hat. Ihre Erben übertrugen die Stätte zwar auf die französische Regierung, allerdings unter der Maßgabe, gläubigen Juden den Zugang zu ermöglichen.

Die Bezeichnung „Grab der Könige“ geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Der französische Forscher Louis Félicien de Saulcy (1807–1880) vermutete, dass hier die jüdäischen Könige begraben sind. Tatsächlich ist es das Grab der Königin Helene von Adiabene. Ihr Sarkophag befindet sich allerdings im Pariser Louvre.

In französischer Hand: das Eingangstor zu den „Gräbern der Könige“

Von: df

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