Die Tourismusbranche sieht großes Potenzial in Urlaubsangeboten speziell für Haredim.
Die Tourismusbranche sieht großes Potenzial in Urlaubsangeboten speziell für Haredim.

Haredim im Urlaub: Auftanken im Heimatland

JERUSALEM (inn) – Mehr als die Hälfte der ultra-orthodoxen Israelis bevorzugt den Urlaub im eigenen Land. Das geht aus einer Studie der staatlichen Werbeagentur für das israelische Tourismusministerium hervor. Die Tourismusbranche sieht großes Potential im Ausbau von Ferienangeboten speziell für Ultra-Orthodoxe.

65 Prozent der Haredim bleiben auch in ihren Ferien gern in Israel, anstatt ins Ausland zu verreisen. In diesem Jahr machten 57 Prozent der Ultra-Orthodoxen Urlaub im eigenen Land, 60 Prozent von ihnen fuhren in den Norden des Landes. Rund 30 Prozent der Urlauber informierten sich außerdem im Internet über ihre Urlaubsziele, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ von den Ergebnissen der Studie. Viele Haredim fahren zudem einmal pro Jahr mit der ganzen Familie in den Urlaub.

Populärste Reiseziele der Strenggläubigen sind der Norden Israels und Jerusalem. Besonderes beliebt seien Gebiete, die einerseits Erholung in der Natur, andererseits auch touristische Attraktionen böten. Gern fahren Haredim auch an Orte, wo Unterhaltungsangebote, koschere Einrichtungen und Gebetsplätze zu finden sind. Das südliche Israel und die Touristenmetropole Eilat seien weniger beliebt.

Die Studie ergab außerdem, dass Haredim gerne Bildungsurlaube verbringen und ihre Ferien als Zeit des Auftankens sehen. Was die Ausstattung der Ferienunterkunft angeht, hätten moderne und traditionelle Strenggläubige ähnliche Bedürfnisse: Allen seien gutes und reichliches Essen, Whirlpool, Wellness und eine Atmosphäre wichtig, die ausländisches Flair verströme. Trotz des Abschaltens vom Alltag seien als Unterkünfte Hotels wichtig, die auf die besonderen Bedürfnisse Ultra-Orthodoxer eingerichtet seien.

Trend zum Inlandstourismis

„Das Tourismusministerium sieht großes Potential im ultra-orthodoxen Markt“, sagte Tourismusminister Usi Landau. Die Ergebnisse der Studie ständen in Übereinstimmung mit dem Trend zum Inlandstourismus im vergangenen Jahr.

Seine Behörde kündigte an, den ultra-orthodoxen Bereich auszubauen. Tourismusangebote für Haredim würden bereits speziell beworben. Nun sollten auch touristische Einrichtungen im Süden des Landes ermutigt werden, ihre Angebote für Strenggläubige attraktiver zu machen. Nach Angaben von „Yediot Aharonot“ führe Landau bereits Gespräche, um ultra-orthodoxe Fremdenführer professionell auszubilden.

Das Tourismusministerium habe zudem umgerechnet etwa 83.000 Euro für eine Radiokampagne und koscheres Internet ausgegeben. Derzeit werde ein Video produziert, das Südisrael als Ferienregion für Haredim bewerbe. Weitere 10.000 Euro sollen für die Vermarktung touristischer Informationen für Haredim aufgewendet werden.

Von: sz

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