Sicherheitsminister Erdan hält eine Lockerung des Waffengesetzes für notwendig

Sicherheitsminister Erdan hält eine Lockerung des Waffengesetzes für notwendig

Israel lockert Waffengesetz

Nach einer neuen Bestimmung ist es für Hunderttausende Israelis leichter, eine Waffenerlaubnis zu erhalten. Sicherheitsminister Erdan rechtfertigt das mit Verweis auf die Terrorgefahr.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Sicherheitsminister Gilad Erdan hat am Montag das Waffengesetz gelockert. Die Neuerung erleichtert laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ Hunderttausenden von Militärveteranen den Zugang zu Schusswaffen.

Mehr als 600.000 Israelis betrifft die Gesetzesänderung. Die Veteranen müssen für einen Waffenschein nur noch einen zufriedenstellenden Gesundheitszustand und eine polizeiliche Berechtigung vorweisen können. Bislang durften selbst Soldaten mit Kampferfahrung einen Waffenschein nur dann haben, wenn sie im Westjordanland lebten oder einer sicherheitsbezogenen Arbeit nachgingen.

Erdan glaubt an mehr Sicherheit

Erdan erlaubt allen Offizieren ab dem Rang eines Leutnants und Unteroffizieren mit dem Rang eines Stabsfeldwebels das Tragen einer Waffen, auch nachdem sie ihren Reservedienst abgeschlossen haben. „Viele Zivilisten haben während eines Terroranschlags Leben gerettet. In einer Zeit von einsamen Wölfen ist die Unterbindung einer solchen Attacke umso wahrscheinlicher, je mehr bewaffnete und trainierte Bürger vor Ort sind“, sagte der Likud-Politiker.

Auch Freiwillige in bestimmten Positionen der Polizei sowie Mitarbeiter des Rettungsdienstes werden nach der neuen Politik eine Feuerwaffe bei sich tragen dürfen. Zudem sollen Bürger, die für zehn oder mehr Jahre einen privaten Waffenschein besitzen, ihre Waffen weiter tragen dürfen, ohne einen Test absolvieren zu müssen.

„Amerikanische Verhältnisse“

Der Knesset-Abgeordnete Dov Henin vom Parteienbündnis „Vereinigte Liste“ kritisierte dieses Vorgehen scharf: „Willkommen in der Kriegszone. Mehr Waffen bedeuten mehr Gewalt, Unfälle, Verletzte und Tote.“ Weniger sichtbare Waffen in der israelischen Öffentlichkeit wären dagegen die richtige Strategie. Die Idee sei ein „schlechter Import“ aus den USA. „Es ist besser, diese Politik zu stoppen, bevor es in Israel Schulmassaker gibt“, sagte Henin.

Von: mm

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