Eines der Boote wurde von der israelischen Marine aufgehalten (Archivbild)

Eines der Boote wurde von der israelischen Marine aufgehalten (Archivbild)

Marine hindert Fischerboote an Fahrt nach Zypern

„Marsch der Rückkehr“ auf See: Drei Schiffe machen sich vom Gazastreifen aus nach Zypern auf. Eines hält die israelische Marine auf. Die beiden anderen kehren auf Geheiß der Hamas zurück.

GAZA (inn) – Die israelische Marine hat am Dienstag ein palästinensisches Fischerboot abgefangen, das die Seeblockade gegen den Gazastreifen brechen wollte. An Bord waren 17 Palästinenser. Als die Israelis sie aufhielten, befanden sie sich laut der Webseite des katarischen Senders „Al-Dschasira“ außerhalb der Zone, in der Israel Fischerei erlaubt. Demnach teilten die Aktivisten mit: „Wir sind links, rechts, vorne und hinten von israelischen Kriegsschiffen umzingelt. Wir stecken in der Mitte fest. Wir sind alle sicher und bitten um eure Gebete.“

Als die Marine das Schiff übernahm, kam es zu keinerlei gewaltsamen Zwischenfällen. Die Palästinenser wollten den Hafen der zyprischen Stadt Limassol ansteuern. Unter ihnen sind auch Bewohner des Gazastreifens, die bei Zusammenstößen mit der Armee beim „Großen Marsch der Rückkehr“ verwundet wurden. Sie wollten sich in der Türkei medizinisch behandeln lassen. Die Israelis durchsuchten das Boot und die Passagiere, um sie dann zum Hafen der israelischen Stadt Aschdod zu eskortieren. Armeeangaben zufolge standen Ärzte zur Verfügung, falls jemand eine unmittelbare Versorgung benötigte. Die Palästinenser sollten in den Gazastreifen zurückgebracht werden, schreibt die Tageszeitung „Ha'aretz“.

Das Fischerboot war indes nicht allein unterwegs Richtung Zypern. Gemäß der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA wurde es von zwei weiteren Schiffen begleitet, die jedoch nicht die Seeblockade brachen. Nach Angaben der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“ hatte die im Gazastreifen herrschende Hamas sie daran gehindert, ihre Fahrt fortzusetzen. „Al-Dschasira“ berichtet, die Küstenwache habe die Schiffe angewiesen, die Grenze der erlaubten Zone nicht zu überschreiten, da sie eine israelische Reaktion befürchtete.

An Mavi Marmara vor acht Jahren erinnern

Die Flottille sollte nach Angaben der Organisatoren den „Marsch der Rückkehr“ auf dem Meer fortführen. Deshalb gab es zum Auftakt eine offizielle Eröffnungszeremonie an der Küste. Daran nahmen Vertreter der Gruppen Hamas, Islamischer Dschihad und „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) teil. Es handele sich um eine zivile Aktion, betonten die Palästinenser. Sie hätten nach internationalen Gesetzen jedes Recht, den Gazastreifen auf dem Seeweg zu verlassen. Das Datum hatten die Aktivisten in Erinnerung an einen Vorfall vor acht Jahren gewählt: Am 31. Mai 2010 hatten mehrere Schiffe versucht, von der Türkei aus die Seeblockade zu brechen. Bei Zusammenstößen mit Soldaten auf der Mavi Marmara kamen seinerzeit zehn zum Teil gewaltbereite Teilnehmer der Flottille ums Leben.

Aus der Armee hieß es zur aktuellen Aktion: „Die Terror-Organisation Hamas, die hinter dem Versuch steht, die Seeblockade zu verletzen, versucht, eine zynische Show zu zeigen. Diese wird letztlich den Bürgern von Gaza und der Hilfe schaden, die durch Israel und andere Länder in den Gazastreifen gebracht wird.“ Im März hatten israelische Sicherheitskräfte zehn Fischer festgenommen, die einen Anschlag auf ein Marineschiff planten.

Von: eh

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