Zwei Soldaten müssen hinter Gitter, weil sie palästinensische Gefangene gequält haben
Zwei Soldaten müssen hinter Gitter, weil sie palästinensische Gefangene gequält haben

Soldaten wegen Folter von Palästinensern verurteilt

TEL AVIV-JAFFA (inn) – Das Militärgericht in Jaffa hat zwei Soldaten des ultra-orthodoxen „Netzah Jehuda“-Bataillons zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Beide wurden für schuldig befunden, inhaftierte Palästinenser misshandelt zu haben.

Das Militärgericht in Jaffa hat am Dienstag einen Soldaten zu neun Monaten Haft verurteilt. Der Angehörige des ultra-orthodoxen Bataillons „Netzah Jehuda“ hat laut Urteil in zwei Fällen gefesselte Palästinenser gequält. Beide Vorfälle ereigneten sich im vergangenen Oktober. Der Soldat erhielt zudem eine sechsmonatige Bewährungsstrafe.

Wie die Tageszeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf die Militärstaatsanwaltschaft berichtet, hatten mehrere Soldaten des Bataillons nahe der Autonomiestadt Dschenin im Westjordanland einen verdächtigen Palästinenser verhaftet. Sie verbanden ihm die Augen und fesselten ihn. Dann schlugen sie ihn. Der Verurteilte habe den Palästinenser mehrmals mit einem Elektroschocker gequält. Als der Gefesselte ihn bat, aufzuhören, habe der Soldat die Voltzahl erhöht. Einige Tage später habe der Verurteilte einen bei Tulkarm verhafteten Palästinenser auf ähnliche Weise misshandelt.

Misshandlung mit Mobiltelefon gefilmt

Im Zusammenhang mit den Taten wurden drei weitere Soldaten verhaftet. Zwei von ihnen wurden wieder freigelassen. Sie hätten sich nicht an der Folter beteiligt, hieß es laut den Ermittlungsergebnissen. Der dritte Armeeangehörige hatte die Übergriffe mit seinem Mobiltelefon gefilmt. Auf dem Video sei auch zu sehen, wie er selbst den Palästinenser trete und schlage. Der Soldat wurde vom Militärgericht in Jaffa vergangene Woche zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Beide Verurteilten hätten während der Taten gelacht. Das Gericht sprach von einem brutalen, erniedrigendem und widerlichen Vorgehen. Ihr Lachen zeige, dass die Täter weder Respekt vor dem Opfer noch vor sozialen Werten hätten. (dn)

Von: dn

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