Haben sich offenbar gut verstanden: Lawrow (l.) und Lapid

Haben sich offenbar gut verstanden: Lawrow (l.) und Lapid

Lapid spricht mit Lawrow über Syrien

In Moskau würdigt der israelische Außenminister Lapid die Rolle der UdSSR beim Sieg gegen die Nazis und warnt vor dem iranischen Atomprogramm. Sein russischer Amtskollege Lawrow zeigt Verständnis für Israels Militärschläge in Syrien.

MOSKAU (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) hat am Donnerstag in Moskau seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Dieser sprach anschließend von einer freundlichen und vertrauensvollen Atmosphäre.

Lapid legte zunächst einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten nieder. Er würdigte den Beitrag der Sowjetunion zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus: „Israel erkennt die Rolle der UdSSR beim Sieg über das Naziregime an und erinnert sich an sie“, sagte er gemäß einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums. „Dasselbe gilt für die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung von Vernichtungslagern und Ghettos, einschließlich das Ghettos von Budapest – es war das Ghetto meines Vaters.“ Der Vater, der mittlerweile verstorbene israelische Politiker Josef „Tommy“ Lapid, war damals 13 Jahre alt.

Unterstützung vor Staatsgründung gewürdigt

Auch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen mit Lawrow griff Lapid das Thema wieder auf: „Die Rote Armee befreite die Welt von Tyrannei und Rassismus. Sie befreite auch einen 13-jährigen Jungen im Ghetto. Drei Jahre später unterstützte das russische Volk die Gründung des Staates Israel.“

Der israelische Außenminister sprach auch über die Gefahren des iranischen Atomprogramms. Die Welt müsse den Iran um jeden Preis daran hindern, Nuklearwaffen zu erlangen, betonte er.

Lapid wies ferner auf mehr als eine Millionen Russisch sprechender Menschen hin, die heute in Israel leben. „Einer von ihnen ist unser Tourismusminister, Joel Kostia Rasvosov, der hier bei uns ist", ergänzte der Ersatzpremier. Rasvosov stammt ursprünglich aus der ostrussischen Stadt Birobidschan am Fluss Amur.

Lawrow: Israels Sicherheit als legitimes Interesse in Syrien

Der russische Außenminister Lawrow begrüßte die Normalisierung zwischen Israel und mehreren arabischen Ländern. Er bekundete Russlands Bereitschaft, den Übergang zu einem direkten Dialog zwischen Israelis und Palästinensern zu erleichtern.

Auf die Frage eines Medienvertreters, ob die beiden Minister die israelischen Angriffe in Syrien diskutiert hätten, entgegnete Lawrow laut Mitteilung seines Ministeriums: „Wir haben alle Aspekte des syrischen Friedensprozesses diskutiert. Die Lage ist schwierig und wird bislang nicht leichter. Vor allem, weil zu viele externe Akteure und deren Interessen in diese Prozesse involviert sind. Einige dieser Interessen sind legitim, wie Israels Sicherheit. Wir betonen immer, dass dies für uns eine der wichtigsten Prioritäten in der syrischen Sache ist, ebenso wie in anderen Konflikten.“

Zu unrechtmäßigen Interessen gehöre unter anderem die „illegale Besatzung eines bedeutenden Teils des syrischen Gebietes durch die Vereinigten Staaten und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die dem syrischen Volk gehören, einschließlich Kohlenwasserstoffe, Getreide und Wasser“. Auch die US-Politik, „die kurdischen Separatismus hinnimmt“, zählte er dazu.

Mit Bezug auf israelische Angriffe auf syrischem Gebiet sagte Lawrow: „Ich bekräftige, dass wir es stark ablehnen, dass sich die Syrische Arabische Republik in ein Theater der Konfrontation zwischen Drittländern verwandelt. Wir wollen nicht, dass syrisches Gebiet für Aktionen gegen Israel oder einen anderen benutzt wird.“ Militärvertreter diskutierten die praktischen Aspekte täglich intensiv. „Ich denke, das hat sich als nützlich herausgestellt. Heute sind wir übereingekommen, dass es fortgesetzt wird.“

Von: eh