Der israelische Verkehrs- und Geheimdienstminister Israel Katz ist besorgt, wenn er an die aktuellen Entwicklungen im Libanon denkt

Der israelische Verkehrs- und Geheimdienstminister Israel Katz ist besorgt, wenn er an die aktuellen Entwicklungen im Libanon denkt

Israelischer Geheimdienstminister fordert Druck auf Libanon

Der Rücktritt des libanesischen Premierministers Al-Hariri unterstreicht die Macht des Iran im Libanon. Das sagt der israelische Geheimdienstminister Katz und fordert deshalb Sanktionen gegen das Land.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz hat ein härteres Vorgehen gegen den Libanon gefordert. Im Interview der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ sprach er vor allem über den Rücktritt des libanesischen Premierministers Saad al-Hariri und die iranischen Drohungen, Regionen zu übernehmen, die Israel umgeben.

Der Umgang mit Al-Hariri hat laut Katz vor allem den wahren Charakter der Hisbollah offenbart: „Al-Hariri diente lediglich als Feigenblatt. Tatsächlich ist der Libanon die Hisbollah, die wiederum der Iran ist.“ Daher reiche es nicht, den Iran ausschließlich beim Atomabkommen unter Druck zu setzen. Die Welt müsse auch die Islamische Republik wegen ihrer Unterstützung von Terrorismus anprangern. Das betreffe gerade die Finanzierung und Bewaffnung der Hisbollah, aber auch anderer Terror-Organisationen.

Sanktionen gegen Libanon gefordert

Beim internationalen Atomabkommen mit dem Iran setzt Katz auf den Einfluss des US-Präsidenten Donald Trump: „Mit internationalem Druck können wir den Iran davon abhalten, sich Atomwaffen anzueignen.“ In Israel sei die allgemeine Haltung eindeutig, dem Iran diese Waffen nicht zu gestatten. Sein Land hoffe, dass die internationalen Bemühungen Früchte tragen. Aber letztlich werde Israel selbst sicherstellen, dass der Iran keine Nuklearwaffen in die Hände bekommt.

Über militärische Gegenmaßnahmen Israels wollte sich Katz nicht direkt äußern. Er sagte, dass Israel allgemein militärische Möglichkeiten besitze. Es gebe keinen Libanon, sondern nur die Hisbollah. Deswegen müssten Sanktionen den Libanon treffen, um die Hisbollah zu entwaffnen.

Schalicar: Wendepunkt im Nahen Osten

Der Abteilungsleiter im israelischen Ministerium für Nachrichtendienste, Arje Scharuz Schalicar, kommentierte den Rücktritt des libanesischen Premiers in der deutschen Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“. Symptomatisch stehe die Flucht Hariris nach Saudi-Arabien für den Machtwechsel im Libanon. Der libanesische Premier habe die Hisbollah als Staat im Staate kritisiert, fühlte sich bedroht und setzte sich nach Saudi-Arabien ab. Bereits sein Vater ist im Jahr 2005 bei einem Anschlag ums Leben gekommen.

Laut Schalicar hat sich die Terrormiliz Hisbollah mit der Unterstützung des Iran parallel zur libanesischen Armee zu einer zentralen Macht im Staat entwickelt. Die Hisbollah dominiere dabei die Konflikte mit dem libanesischen Militär. „Diese Entwicklung ist eine Katastrophe“, schrieb Schalicar, der einen „Wendepunkt im Nahen Osten“ gekommen sieht. Es könne jederzeit zwischen dem Iran und seinen Verbündeten zu einem Krieg mit Saudi-Arabien und seinen Verbündeten kommen. Israel könne sich, selbst wenn es wollte, nicht mehr aus diesem Konflikt heraushalten.

Arabische Länder empfehlen Ausreise aus dem Libanon

Die veränderte politische Situation im Libanon hat auch bei verschiedenen arabischen Ländern einen Eindruck hinterlassen: Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Donnerstag ihre Bürger angewiesen, nicht mehr in den Libanon zu reisen. Laut dem arabischen Sender „Al-Dschasira“ empfehlen sie ihren dortigen Bürgern auch eine umgehende Ausreise.

Von: mm

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