Altbundeskanzler Helmut Kohl bei einem Treffen mit dem früheren KEP-Geschäftsführer Wolfgang Baake

Altbundeskanzler Helmut Kohl bei einem Treffen mit dem früheren KEP-Geschäftsführer Wolfgang Baake

Netanjahu trauert um „einen der größten Freunde“ Israels

Die Nachricht vom Tod des Altbundeskanzlers Helmut Kohl hat bei Politikern weltweit Anteilnahme ausgelöst. Israels Premierminister Netanjahu nannte den Verstorbenen „einen der größten Freunde des Staates Israel“.

JERUSALEM (inn) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat seine „tiefe Trauer“ zum Tod von Altbundeskanzler Helmut Kohl geäußert. Dieser sei der Sicherheit des jüdischen Staates „vollkommen verpflichtet“ gewesen. „Seine Sympathie für Israel und den Zionismus ist bei vielen Treffen mit mir deutlich geworden, und in seiner entschlossenen Haltung für Israel, die er immer wieder in Europa und internationalen Foren gezeigt hat“, erklärte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros.

Helmut Kohl besuchte im Jahr 1984 als zweiter Bundeskanzler nach Willy Brandt den Staat Israel. Vor der Knesset sagte er damals: „Ich spreche zu Ihnen als jemand, der in der Nazi-Zeit nicht in Schuld geraten konnte, weil er die Gnade der späten Geburt und das Glück eines besonderen Elternhauses gehabt hat." Für diese Worte wurde er in Israel und Deutschland kritisiert.

Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, erklärte im Gespräch mit der „Deutschen Welle“ (DW), zu Beginn habe es zwischen der Regierung in Israel und der Bundesregierung unter Kohl viele Missverständnisse und Hemmungen auf beiden Seiten gegeben. „Aber dann haben sich die Beziehungen so gut entwickelt wie nie zuvor zwischen Deutschland und Israel“, sagte Primor. Und weiter: „Helmut Kohl hat Israel immer Vorrang gegeben. Er hat Israel sehr geschätzt. Er fand, Israel sei ein positives Land, ein Glücksfall für Deutschland in Sachen Wissenschaft und Forschung. Eigentlich galt das für viele Bereiche. Wir kooperieren heute dank Kohl in Sachen Wissenschaft und Forschung - noch mehr als mit den USA.“

Zweite Israelreise ein „Meilenstein“

1990 erhielt Kohl die Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv. Im Juni 1995 reiste Kohl erneut nach Israel und in den Nahen Osten. In Be‘er Scheva wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Ben-Gurion-Universität verliehen. Das Jerusalemer „Institut für Europäische Studien“ wurde in „Helmut-Kohl-Institut für Europäische Studien“ umbenannt. Die Reise wurde in der israelischen Presse als Erfolg gewertet. Kohl selbst sprach von einem „Meilenstein in den Beziehungen" zwischen Israel und Deutschland. Unter den Journalisten, die Kohl auf dieser Reise begleiteten, war auch der frühere Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake. Seine Erinnerungen an diesen Besuch lesen Sie in dem Artikel „Ein Mann der Geschichte lebt nicht mehr“.

Der langjährige CDU-Vorsitzende Helmut Kohl starb am Freitag in seinem Haus in Ludwigshafen im Alter von 87 Jahren. Er hat Deutschland von 1982 bis 1998 als Bundeskanzler regiert. Kohl war Wegbereiter für die Europäische Union. Als sein größter Erfolg gilt die deutsche Wiedervereinigung.

Von: dn

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