Freundschaftliches Treffen in Jerusalem: Netanjahu empfängt Haley

Freundschaftliches Treffen in Jerusalem: Netanjahu empfängt Haley

Haley: Der Ton hat sich verändert

Bei ihrem Israel-Besuch erhält die amerikanische UN-Botschafterin Haley lobende Worte von Premier Netanjahu und Staatspräsident Rivlin. Die Diplomatin gibt sich aber bescheiden.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat der UN-Botschafterin Nikki Haley für ihren Einsatz für Israel gedankt. Im Verbund mit US-Präsident Donald Trump habe Haley „neue Standards“ gesetzt, betonte Netanjahu am Mittwoch bei einem Treffen mit der Diplomatin in seinem Amtssitz. Der Einsatz für Israel sei letztlich ein Einsatz für die Vereinten Nationen, „wie sie ursprünglich gedacht waren“.

Haley bringe eine Politik des gesunden Menschenverstandes ein, sagte Netanjahu weiter. „Sie haben das einfache Wort ‚Wahrheit’ eingeführt.“ Das mache einen großen Unterschied aus. „Ich habe das Gefühl, dass das ganze Lügengerüst in sich zusammenfällt.“

Aussonderung Israels angesprochen

Haley pflichtete dem bei und sagte, aus ihrer Sicht werde sich die Haltung zu Israel bei den Vereinten Nationen verändern. „Ich denke, sie wissen, dass sie nicht weiter so reagieren können, wie sie es bislang taten. Sie spüren, dass sich der Ton geändert hat.“

Die Diplomatin sprach auch ihren Auftritt beim UN-Menschenrechtsrat in Genf an. Dort hatte sie unter anderem beklagt, dass das Gremium aufgrund von „Punkt 7“ der Agenda Israel als einziges Land immer thematisiert. „Einige waren davon peinlich berührt“, sagte Haley, ohne genauere Angaben zu machen. „Sie gestehen zu, dass es keinen Sinn ergibt.“

Rivlin: Der Weg ist noch lang

Bereits zuvor hatte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin Haley empfangen. Auch er dankte Haley für ihren Einsatz. „Israel ist nicht länger der Prügelknabe der Vereinten Nationen“, sagte er laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Nichtsdestotrotz sei es noch ein langer Weg, um eine gerechte Behandlung Israels bei den UN zu erreichen. Als Beispiel nannte Rivlin die Resolutionen der Kultur-Organisation UNESCO, die die jüdische Geschichte in Jerusalem leugnen.

Haley sagte, es sei aufregend, in Israel zu sein. Sie sei dankbar für Unterstützung der Israelis. Sie fühle sich jedoch auch ein wenig schuldig, „denn alles, was ich bei den Vereinten Nationen getan habe, war, die Wahrheit zu sagen“. Während ihres Aufenthaltes wolle sie „die Geschichte aufsaugen, die Schönheit und die Tradition, die alle mit der Magie Israels verbunden sind“.

Von: df

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