Der Traum von „Palästina“ ist wach, die Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung wird jedoch kleiner.
Der Traum von „Palästina“ ist wach, die Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung wird jedoch kleiner.

Weniger Unterstützung für Zwei-Staaten-Lösung

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Die Zwei-Staaten-Lösung hat sowohl bei Israelis als auch bei Palästinensern an Beliebtheit verloren, zeigt eine Umfrage. Außerdem herrscht weiterhin Misstrauen gegenüber den Absichten des jeweils anderen.

Bei den Israelis ist die Begeisterung für eine Zwei-Staaten-Lösung von 62 Prozent im Juni vergangenen Jahres auf nun 51 Prozent gesunken. Bei den Palästinensern sind ebenfalls nur noch 51 Prozent für diese politische Lösung. Im Juni 2014 waren es 54 Prozent. Das zeigt eine Umfrage des „Palästinensischen Zentrums für Politik und Meinungsforschung“ (PSR) und der Hebräischen Universität Jerusalem unter 1.200 Palästinensern und 802 Israelis.

Gefühl existenzieller Bedrohung

Zudem denken 56 Prozent der Palästinenser, Israel wolle auf lange Sicht seine Grenzen auf das gesamte Gebiet zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer ausweiten und alle arabischen Einwohner vertreiben. 25 Prozent der Palästinenser sind überzeugt, Israels Ziel sei die Annektierung des Westjordanlandes und das Verwehren jeglicher politischer Rechte für dort lebende Palästinenser. Umgekehrt meinen 43 Prozent der Israelis, die Palästinenser wollten Stück für Stück den Staat Israel einnehmen und die jüdische Bevölkerung so weit wie möglich vernichten. 18 Prozent der Israelis denken, einziges Ziel der Palästinenser sei die Eroberung des Staates Israel.

Dass Israel vorhabe, sich wieder auf die „Grenzen von 1967“ zurückzuziehen, nachdem die Sicherheit Israels garantiert sei, denken 9 Prozent der Israelis. 33 Prozent meinen, der jüdische Staat wolle sich zumindest aus Teilen der Gebiete, die derzeit unter israelischer Kontrolle stehen, zurückziehen – vorausgesetzt, die Sicherheit Israels sei gewährleistet. 18 Prozent sind überzeugt, Israel wolle das Westjordanland annektieren, ohne den dort lebenden Palästinensern politische Rechte einzuräumen. 14 Prozent gehen zusätzlich davon aus, dass der jüdische Staat dann vorhabe, die dort lebenden Palästinenser zu vertreiben.

Zudem befürworten 38 Prozent der Israelis den Abbau von Siedlungen im Westjordanland als Teil der Friedensvereinbarung. 54 Prozent sind dagegen.

Furcht vor Übergriffen im Alltag

Auf beiden Seiten gehen nur wenige davon aus, dass es in nächster Zeit zu weiteren Friedensverhandlungen kommen wird. Bei den Israelis sind es 6 Prozent, bei den Palästinensern 27 Prozent. 28 Prozent der Israelis und 29 Prozent der Palästinenser glauben zwar an Friedensverhandlungen, befürchten jedoch, dass vorher bewaffnete Übergriffe stattfinden werden. Dass es ausschließlich zu solchen Angriffen kommen wird, darum sorgen sich 43 Prozent der Israelis und 20 Prozent der Palästinenser.

Weiterhin fürchten sich 56 Prozent der Israelis vor arabischen Übergriffen im Alltag. 41 Prozent machen sich darüber keine Sorgen. Bei den Palästinensern sorgen sich hingegen 79 Prozent vor israelischen Angriffen und lediglich 21 Prozent machen sich keine Sorgen, dass ihre Familien oder ihr Besitz zu Schaden kommen könnte. (sz)

Von: sz

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