Anti-israelische Demonstration in Berlin: Der Hass auf Israel und der auf Juden allgemein gehen Hand in Hand. Beides wird in islamischen Ländern oft schon in der Kinderstube eingetrichtert.

Anti-israelische Demonstration in Berlin: Der Hass auf Israel und der auf Juden allgemein gehen Hand in Hand. Beides wird in islamischen Ländern oft schon in der Kinderstube eingetrichtert.

Antisemitismus ist wachsendes Problem in Europa

In Frankreich wird eine jüdische Großmutter erstochen, in Berlin jüdische Schüler bedroht: Antisemitismus ist wieder ein großes Problem in Europa. Gut, wenn Politiker ehrlich ansprechen, um welche Art von Judenhass es sich meist handelt. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Hassverbrechen gegen Juden sind in Frankreich leider nichts Neues, doch diese Tat schockiert besonders: Am Freitag wurde die 85-Jährige Jüdin Mireille K. in ihrer Wohnung erstochen, anschließend wurde Feuer gelegt. Die Polizei nahm zwei junge Männer fest und spricht von einem antisemitischen Motiv. Die ermordete Großmutter hat den Holocaust überlebt, aber nicht Paris 2018. Nur ein Jahr zuvor folterte ein radikaler Muslim die 65-jährige Jüdin Sarah H. und warf sie anschließend aus dem Fenster ihrer Pariser Wohnung.

Derart grausame Fälle haben sich in Deutschland Gott sei Dank noch nicht ereignet. Doch auch hierzulande ist Antisemitismus das Thema der Woche: „Seit Jahren mehren sich antisemitische Vorfälle an Schulen, insbesondere von muslimischer Seite“, analysiert der Berliner Tagesspiegel. Auslöser der Debatte ist der Fall einer Grundschülerin, die wegen ihrer jüdischen Familie von muslimischen Schulkameraden mit dem Tod bedroht worden war, weil sie nicht an Allah glaube.

Es ist erfreulich, dass sich Außenminister Heiko Maas (SPD) deutlich zu diesem Skandal positioniert hat: „Wenn ein Kind antisemitisch bedroht wird, ist das beschämend und unerträglich. Jeder Form von Antisemitismus müssen wir uns entschieden entgegenstellen“, sagte er am Montag in Jerusalem. Es stimmt aber gleichzeitig hat ist es aber auch richtig, wenn die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder diese Worte kritisch aufgreift. Sie erklärte, dass ein Satz wie „Jeder Antisemitismus ist inakzeptabel“ bei Leuten den Verdacht wecke, für dumm verkauft zu werden. „Denn damit wird sich wieder darum herum gemogelt, auszusprechen, dass wir zumindest an unseren Schulen vor allem ein Problem mit dem eingewanderten Antisemitismus mit muslimischen Hintergrund haben und nicht so sehr mit dem alten dumpfen rechtsradikalen Antisemitismus“, sagte die CDU-Politikerin der Bild-Zeitung.

Der Begriff „importierter Antisemitismus“ hat sich etabliert

Solche Worte sind keine Verharmlosung von rechtsradikalem Judenhass, sondern eine ehrliche Problembeschreibung. Antisemitismus muss angeprangert werden, wo immer er zu finden ist: In Teilen der AfD genauso wie in Teilen der Linkspartei, in Teilen der Palästina-begeisterten kirchlichen Friedensbewegung genauso wie unter jungen Muslimen. Aber besonders auffällig ist nun einmal derzeit das durch den beispiellosen Flüchtlingsstrom aus überwiegend islamischen Ländern multiplizierte Problem des importierten Antisemitismus – eine Formulieung, die sich etabliert hat.

Das muss ehrlich angesprochen werden – inklusive der Diskussion, welche Lösungen und Konsequenzen sich daraus ergeben könnten. Es ist schrecklich, dass Antisemitismus wieder ein großes Problem in Europa und Deutschland geworden ist. Gut, wenn wenigstens offen darüber diskutiert wird.

Von: Moritz Breckner

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