Kanye West an Spitze der Antisemitismus-Liste des Wiesenthal-Zentrums

Aus Sicht des Wiesenthal-Zentrums sind die antisemitischen Äußerungen des Rappers Kanye West besonders schlimm. Doch auch die documenta und Palästinenserpräsident Abbas erscheinen auf der Liste.
Von dpa

Foto: NRK P3, flickr | CC BY-NC-SA 2.0 Generic

Fiel im vergangenen Jahr durch antisemitische Äußerungen auf: Kanye West (Archivbild)

JERUSALEM (dpa) – Rapper Kanye West steht nach Einschätzung des Wiesenthal-Zentrums mit seinen Äußerungen an der Spitze der zehn schlimmsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2022. West, der sich heute Ye nennt, stehe auf Platz eins, weil er neben ständigen antisemitischen Äußerungen auch seinen enormen Einfluss in sozialen Medien dazu missbraucht habe, „Hass, Fanatismus und Ignoranz als Waffen einzusetzen“, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Wiesenthal-Zentrums. West habe dazu beigetragen, dass Judenhass Teil des Mainstreams in sozialen Medien geworden sei.

Auf Platz acht der Liste findet sich die 15. Ausgabe der Kunstausstellung documenta in Kassel. „In Deutschland werden die Tabus rund um Judenhass weiter gebrochen, angeheizt von Teilen der deutschen Regierung und einer Kunstelite, die den Einschluss antisemitischer Darstellungen bei der renommierten documenta durch eine Gruppierung erlaubte, die den Boykott Israels unterstützt“, hieß es.

Die documenta in Hessen war vor und während ihrer Laufzeit von immer neuen Antisemitismus-Vorwürfen erschüttert worden. Kurz nach der Eröffnung Mitte Juni wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt und abgebaut. Auch danach wurden Werke mit antijüdischen Stereotypen gefunden. In der Kritik stand das Kuratorenkollektiv der documenta, Ruangrupa, dem unter anderem eine Nähe zur Israel-Boykott-Bewegung BDS vorgeworfen wird.

UN-Menschenrechtsrat und Abbas auf der Liste

Das Wiesenthal-Zentrum kritisierte zudem, es gebe „Empathie, aber nicht genug Handeln“ angesichts antisemitischer Übergriffe in Deutschland und an anderen Orten auf der Welt. Auf der Liste erschienen zudem der UN-Menschenrechtsrat, dem Israel immer wieder unfaire Einseitigkeit vorwirft, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) und dessen Behörde, staatlich verordneter Israel-Hass im Iran sowie Antisemitismus an US-Universitäten. An letzter Stelle erscheint der Telegram-Kanal, der den Angaben zufolge von Antisemiten zum Verbreiten ihrer Hassbotschaften genutzt wird.

Das 1977 gegründete Wiesenthal-Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden. Es bemüht sich aber auch um die Förderung von Toleranz und kämpft in aller Welt gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.

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7 Antworten

  1. Dieser dumme, größenwahnsinnige Rapper…
    danach folgt UN?
    Mal ehrlich, dass uns soviel “ Menschen“ hassen, verleumden, terrorisieren, macht uns Juden nur stärker.
    Baruch HaShem.

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  2. Was soll diese seltsame Liste? Wem nützt sie? Wer hat Interesse an so etwas? Wer ist bitte schön Rapper Kanye West? Muß man ihn kennen? Muß man seine schwachsinnigen Texte kennen?

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    1. Leider ist der Judenhasser sehr bekannt.
      Solche Leute müssen ernst nehmen und beckampfen. Uno unmenschenrat ist schon länger antisemitisch und dass ist nicht neues. Und über vertrottelten Judenhasser Abass wiesen schon alle besched

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    2. Die Liste soll vielleicht einfach zeigen, dass Antisemitismus nicht irgendwo statt findet, sondern vor unseren Augen – z.B. in D und sogar von Institutionen.

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  3. israelnetz scheint das Wiesenthal-Zentrum in den USA und seine abstruse jährliche Hitparade noch ernstzunehmen. Jeder blamiert sich selbst am besten.

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    1. Als Blume letztes Jahr auf der Liste stand, hatten Sie aber kein Problem mit der „abstrusen Hitparade“

      Jeder blamiert sich selbst am besten, Herr Luley!

      7
  4. Wass soll man von diesem „Institut“ halten, das sogar einen Antisemitismus-Beauftragten auf die Liste der schlimmsten Antisemiten gesetzt hat? Gab es keine 10 echten Antisemiten im ganzen Jahr?

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