Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 23 Oct 2019 17:47:40 +0200 <![CDATA[Juden- und christenfeindliche Plakate in der Türkei]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/23/juden-und-christenfeindliche-plakate-in-der-tuerkei/ In der türkischen Stadt Konya hängen juden- und christenfeindliche Plakate an Busstationen. Der Historiker und Islamwissenschaftler Daniel Pipes teilte ein entsprechendes Foto per Twitter. Auf dem Schild steht: „Verbünde dich nicht mit Juden und Christen. Gott leitet keine Übeltäter.“ Es ist ein Zitat aus dem Koran, Sure 5, Vers 51. Konya gilt als Hochburg der islamisch-konservativen Partei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan. In seinem Tweet warnt Pipes, die Türkei entwickle sich zu einem zweiten Iran.

Von: tk

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Wed, 23 Oct 2019 15:32:00 +0200
<![CDATA[Tschechisches Unterhaus verurteilt Israelboykott]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/23/tschechisches-unterhaus-verurteilt-israelboykott/ PRAG (inn) – Mit überwältigender Mehrheit hat das Unterhaus des tschechischen Parlaments eine Resolution gegen Antisemitismus und anti-israelische Boykottaufrufe verabschiedet. Bei der Abstimmung am Dienstag sprachen sich 120 Abgeordnete für den Vorschlag der oppositionellen christlich-demokratischen Fraktion aus, 20 lehnten ihn ab. Die Resolution ist nicht bindend, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.

Die Abgeordnetenkammer verurteilt „alle Manifestationen von Antisemitismus, der sich gegen Einzelpersonen, religiöse Einrichtungen, Organisationen und ebenso gegen den Staat Israel richtet, auch die Leugnung des Holocaust“. Gleichzeitig lehnt sie „jegliche Infragestellung des Rechtes auf Existenz und auf Selbstverteidigung für den Staat Israel“ ab. Die Resolution „verurteilt alle Aktivitäten und Äußerungen von Gruppen, die zu einem Boykott des Staates Israel, seiner Waren, Dienstleistungen oder Bürger aufrufen“.

Die Regierung wird aufgefordert, keine finanzielle Unterstützung für Gruppen anzubieten, die Israelboykott fördern. Auch solle sie ihre Bemühungen intensivieren, Antisemitismus zu verhindern. Eine weitere Forderung ist „bessere Sicherheit“ für Menschen und Einrichtungen, die Ziel antisemitischer Angriffe werden könnten.

Israel als strategischer Partner in Nahost

In der kurzen Diskussion vor der Abstimmung betonten Abgeordnete die historisch engen Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Israel. Der Vorsitzende der christlich-demokratischen Fraktion, Jan Bartošek, sagte, das Außenministerium habe bei der Formulierung der Resolution geholfen. „Ich bin überzeugt, dass Israel unser strategischer Partner und Verbündeter im Nahen Osten ist.“ In Europa gebe es „zunehmende Wellen von Antisemitismus“, das habe sich gerade wieder bei dem versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle gezeigt. Tschechische Politiker müssten sich klar gegen diesen Trend aussprechen.

In der tschechischen Abgeordnetenkammer gehören 58 von 200 Politikern den „Freunden Israels“ an. Damit ist es die größte Freundesgruppe im Unterhaus.

Katz: Resolution spiegelt Freundschaft zwischen den Ländern

Der israelische Botschafter in Prag, Daniel Meron, reagierte erfreut auf die Resolution: „Ich danke dem tschechischen Abgeordnetenhaus für seine unmissverständliche Verurteilung von Antisemitismus und die unverbrüchliche Unterstützung für Israel. Einmal mehr werden wir Zeugen der besonderen Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Israel sowie der tschechischen Ablehnung von jeglicher Form des Antisemitismus.“

Außenminister Israel Katz bedankte sich auf Twitter: Die Resolution „spiegelt die wahre Freundschaft zwischen unseren Ländern wider“, schrieb er – und rief andere Nationen auf, ähnliche Entscheidungen zu treffen.

Traditionelle Unterstützung für Israel

Der Widerstand gegen anti-israelischen Boykott begann in Tschechien bereits früh. Am 25. September 2010 klagte die Boykottbewegung BDS über den damaligen Regierungschef Václav Havel. Dieser unterstütze „eine internationale Kampagne, um eine sogenannte ‚Delegitimierung‘ Israels und die weltweite Boykottbewegung gegen Israel zu bekämpfen, die vom früheren spanischen Premierminister José María Aznar initiiert wurde“. Darauf hätten pro-palästinensische Gruppen in Tschechien mit einem offenen Brief reagiert.

Am 29. November 1947 stimmte die Tschechoslowakei für den UN-Teilungsplan und damit für die Gründung eines jüdischen Staates im Mandatsgebiet Palästina. Im Oktober 2016 verurteilte das tschechische Parlament eine UNESCO-Resolution, die eine jüdische Verbindung zu Jerusalem und dem Tempelberg verneinte. Im Mai 2017 lehnte Tschechien eine Resolution der UNESCO ab, die Israels Souveränität über Jerusalem leugnete. Auch forderte das Land ein Ende der finanziellen Unterstützung für die Kulturorganisation der Vereinten Nationen. Präsident Miloš Zeman eröffnete im November 2018 in Jerusalem ein „Tschechisches Haus“.

Von: eh

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Wed, 23 Oct 2019 15:04:00 +0200
<![CDATA[Netanjahus frühere Einheit feiert dessen Geburtstag]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/23/netanjahus-fruehere-einheit-feiert-dessen-geburtstag/ Der Trupp, den der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu von 1969 bis 1972 befehligte, hat am Dienstag dessen 70. Geburtstag gefeiert – und das eigene 50. Jubiläum. Die früheren Soldaten vom „Team Bibi“ trafen sich mit Netanjahu an der Kreuzfahrerburg Belvoir südlich des Sees Genezareth. Dabei erhielten sie Medaillen mit einer Inschrift. Der Trupp gehörte der Eliteeinheit Sajeret Matkal an. Deren Kommandeur war damals der spätere Armee- und Regierungschef Ehud Barak.

Von: df

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Wed, 23 Oct 2019 12:08:00 +0200
<![CDATA[Schild des Anstoßes bei pro-palästinensischer Demo]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/23/schild-des-anstosses-bei-pro-palaestinensischer-demo/ Am 25. September gab es am Brandenburger Tor in Berlin eine pro-palästinensische Kundgebung mit etwa 500 Teilnehmern. Es sei eine „folkloristische Tanz- und Musikveranstaltung für Palästina“, sagte der Veranstalter der Tageszeitung „Die Welt“. Arabische Sprechchöre seien zu hören gewesen: „Wir geben unsere Seelen und unser Blut für Palästina!“ Zwei palästinensische Rapper sollten auch auftreten, das wurde ihnen aber kurzfristig von der Berliner Innenverwaltung verboten.

Zwar liegt dieser Fall bereits einige Wochen zurück. Aber vor dem Hintergrund des Anschlags in Halle auf eine Synagoge gewinnt er neue Aktualität. Wie ernst meinen es deutsche Behörden und Politiker mit ihrer Solidarität mit Juden?

Denn: Am Rande der Kundgebung schauten einige Zaungäste dem Treiben zu. Unter ihnen Ruben Gerczikow, Vorstand der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier und zwei weitere Begleiter. Gerczikow hatte ein Pappschild dabei mit der Aufschrift „Kein Platz für Antisemitismus“, das schaute aus seinem Rucksack. Wie die „Welt“ weiter berichtete, verlangten Polizisten von Gerczikow, er müsse das Schild abgeben – oder gehen. Zudem seien an einer anderen Stelle am Rande der Kundgebung Demonstranten mit Israel-Fahnen von Polizisten weggeführt worden. Eine Einschränkung pro-israelischer Meinungsäußerungen, während israelfeindlicher Terror lautstark über den Pariser Platz schallen darf?

Überforderte Polizisten

Die Berliner Innenverwaltung weist dies zurück. Zu seiner eigenen Sicherheit sei Gerzcikow gebeten worden, zum Versammlungsort einer Israel-Unterstützungs-Demonstration am Holocaust-Mahnmal in der Nähe des Brandeburger Tors zu gehen. Grund dafür sei „eine hohe Emotionalisierung“ unter den pro-palästinensischen Demonstranten gewesen, teilte ein Sprecher der Innenverwaltung auf Anfrage von Israelnetz mit. Auch die Israelfahnenträger hätten Polizisten zum Versammlungsort der israelfreundlichen Demonstration begleitet. „Während dieser (Gegen)Versammlung wurden keine pro-israelischen Meinungsäußerungen unterbunden“, heißt es von der Berliner Behörde.

Wie haben es Augenzeugen erlebt? Israelnetz hat bei Engelmeier nachgefragt. Von 2013 bis 2017 gehörte sie dem Bundestag an und war Mitglied der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe. Sie leitet das Hauptstadtbüro des deutsch-jüdischen Sportverbandes Makkabi. Die Stimmung bei der pro-palästinensischen Kundgebung sei aufgeheizt gewesen, berichtete sie auf Anfrage. Sie und ihre Begleiter hätten sich das Geschehen anschauen wollen. Zwei junge Polizisten seien auf die Gruppe zugekommen und hätten Gerczikow wegen seines Schildes einen Platzverweis erteilt. „Wir haben das Schild nicht gezeigt, es war in seinem Rucksack und schaute ein bisschen heraus. Mir ist es gar nicht aufgefallen.“

Daraufhin habe sich ein Wortgefecht mit den Polizisten entwickelt. „In diesem Land herrscht Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Sie können uns keinen Platzverweis geben“, habe sie gesagt. Sie habe damit gedroht, den Innensenator, einen Parteifreund, wegen des Vorfalls zu kontaktieren. Schließlich hätten die Polizisten den Platzverweis zurückgenommen und darum gebeten, das Schild zu vernichten. Daraufhin habe es Gerczikow ihnen überlassen.

„Ich fand den Ton nicht angemessen“, sagte Engelmeier gegenüber Israelnetz. „Sie waren unfreundlich und haben patzig reagiert.“ Andere Polizisten seien lockerer gewesen. „Es war keine Schikane. Ich denke, sie wollten die Dinge regeln und waren mit der Situation überfordert.“ Falls es ihnen tatsächlich um die Sicherheit der Gruppe gegangen sei, hätte man es anders erklären können, ist sich Engelmeier sicher.

Mehr als Lippenbekenntnisse

Der Politikerin ist es wichtig, bei solchen Gelegenheiten wie der israelfeindlichen Demo „Gesicht zu zeigen“ und an der Seite der Juden zu stehen. „Es reicht nicht, immer nur etwas gegen Antisemitismus zu sagen und Lippenbekenntnisse abzulegen.“ Nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf die Synagoge in Halle vor zwei Wochen hatten zahlreiche Politiker ihre Solidarität mit Juden bekundet und Antisemitismus verurteilt.

Kritik daran übte unter anderem der ehemalige ARD-Nahostkorrespondent Richard C. Schneider: „Das ‚Wehret den Anfängen‘, das ‚Nie wieder!‘ ist längst zur Phrase geworden bei all den Gedenkveranstaltungen, die nur noch starres Staatsritual sind und nichts, aber auch gar nichts mit der gesellschaftlichen Realität zu tun haben. Die Gemeinplätze, die in solchen Reden von Politikern jeder Couleur abgelassen werden, stammen alle aus demselben Sprachbausteinkasten“, kritisierte er in einem Kommentar auf Zeit Online den Umgang der deutschen Öffentlichkeit mit antisemitischen Vorfällen. Er geißelt darin den „Aktionismus der Politiker, die – man staune! – auf einmal zu begreifen scheinen, dass es ein Problem gibt mit dem Antisemitismus in Deutschland“, während Warnungen von jüdischer Seite vorher abgewiegelt worden seien.

Gericht: „Nie wieder Israel“ ist zulässig

Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn erklärte: „Wir brauchen keine Mahnwachen. Versucht eine andere Gesellschaftspolitik, eine andere Sicherheitspolitik zu gestalten.“ Dabei gehe es nicht nur um den Kampf gegen Rechtsextremisten, sondern auch um linke und muslimische Extremisten, die eine Gefahr für Juden darstellten.

Indes hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Montag entschieden, dass die Parole „Nie, nie, nie wieder Israel“ keine Volksverhetzung ist. Die Polizei in Dortmund wollte diese Parole bei einer Demonstration von Rechtsextremen verbieten. „Im Lichte des Terroranschlags vom 9. Oktober 2019 in Halle und mit Blick auf das aktuelle politische Klima“ sah sie darin „einen antisemitischen und einschüchternden Charakter“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Das Gericht sah das anders: Mit dieser Aussage sei kein Straftatbestand erfüllt, urteilten die Richter, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Daher darf die Polizei diese Parole nicht verbieten.

Von: Jonathan Steinert

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Wed, 23 Oct 2019 11:17:00 +0200
<![CDATA[Jüdische und kurdische Organisationen starten Kampagne gegen „möglichen Genozid“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/23/juedische-und-kurdische-organisationen-starten-kampagne-gegen-moeglichen-genozid/ JERUSALEM (inn) – Jüdische und kurdische Organisationen schließen sich zusammen, um Kurden in Nordsyrien zu helfen. Am heutigen Mittwoch starteten sie eine Crowdfunding-Kampagne, die mindestens 100.000 Dollar für Nahrung, Wasser, Decken und andere Bedarfsgüter sammeln soll. Außerdem wollen sie den Kurden eine gemeinsame Unterstützungsbotschaft senden. Organisiert hat den Schulterschluss das Jerusalemer Internationale Rechtsforum, das sich sonst in erster Linie gegen die Israelboykottbewegung BDS engagiert. Die syrischen Kurden sahen sich in der vergangenen Woche mit einem Einmarsch türkischer Truppen konfrontiert.

Die Gründerin des Internationalen Rechtsforums, Jifa Segal, sagte gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“, Juden und Kurden verbinde die gemeinsame Geschichte, als Minderheiten im Nahen Osten von benachbarten arabisch-muslimischen Staaten verfolgt zu werden. Segal meint: „Was den Juden vor 70 Jahren passiert ist, hätte den Kurden vor 100 Jahren passieren sollen.“ Seitdem habe es nicht mehr viele Gelegenheiten für die Kurden gegeben, Unabhängigkeit oder wenigstens Sicherheit zu erlangen.

Die gemeinsame Botschaft der Organisationen werde hoffentlich genug Aufsehen erregen, um die Türkei von einem Massaker abzuhalten, sagte Segal. Zu den teilnehmenden 15 Organisationen gehören neben den Britischen Juristen für Israel, der Irisch-Israelischen Allianz oder der Schwedisch-Israelischen Allianz auch kurdische Vereinigungen aus Deutschland.

Von: tk

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Wed, 23 Oct 2019 11:09:00 +0200
<![CDATA[Israel hat 131.000 Millionäre und der Wohlstand wächst]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/10/22/israel-hat-131000-millionaere-und-der-wohlstand-waechst/ In Israel leben 131.000 Millionäre. Das ergab eine Studie der Bank Credit Suisse. In absoluten Zahlen steht Israel damit an 23. Stelle, nur knapp hinter dem bevölkerungsreichen Brasilien. Die USA beherbergen die meisten Millionäre: 18,6 Millionen, oder 44 Prozent weltweit. Der Prognose zufolge wird die Zahl in Israel bis 2024 auf 173.000 ansteigen – ein Plus von 32 Prozent. Das wäre ein schnelleres Wachstum als in den USA oder Großbritannien, aber ein langsameres als in Deutschland mit 38 Prozent. Die Studie ist die größte ihrer Art und erfasst weltweit 5,1 Milliarden Menschen.

Von: tk

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Tue, 22 Oct 2019 14:25:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu gibt Auftrag zur Regierungsbildung zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/22/netanjahu-gibt-auftrag-zur-regierungsbildung-zurueck/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montag – an seinem 70. Geburtstag – das Mandat zur Regierungsbildung zurückgegeben. Er führte ein entsprechendes Telefonat mit Staatspräsident Reuven Rivlin. Am Mittwochabend wäre die 28-tägige Frist abgelaufen.

Voraussichtlich wird jetzt der große Gegner Netanjahus, der ehemalige Armeechef und Vorsitzende der Partei Blau-Weiß Benny Gantz, mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Ihm stünden dann ebenfalls 28 Tage zur Verfügung, um eine mehrheitsfähige Koalition in der Knesset, dem israelischen Parlament, zusammenzustellen. Am Dienstagmorgen sagte er Reportern, er sei optimistisch, dass er eine Regierung bilden könne.

In einem am Montagabend veröffentlichten Kurzfilm erklärte Netanjahu seine Entscheidung: Er habe sich „heimlich und öffentlich“ bemüht, Koalitionspartner zu finden. Mit rechten und religiösen Parteien habe er schon Verträge unterschrieben. Doch bei der ungewöhnlich zersplitterten Zusammensetzung der Knesset reichte es nicht für eine absolute Mehrheit von 61 der insgesamt 120 Stimmen.

Hohe Forderungen

Die beiden großen Parteien, Likud und Blau-Weiß, verfügen zusammen über 55 Mandate. Entscheidend sind also die Stimmen von „Israel Beiteinu“ unter der Führung von Avigdor Lieberman oder der arabischen „Vereinigten Liste“. Ohne deren Stimmen lässt sich keine Koalition zusammenstellen.

Doch Lieberman stellt Bedingungen, die weder Netanjahu noch Gantz akzeptieren können. Der „Russe“ will wieder den Posten des Verteidigungsministers, den er unter Netanjahu schon innehatte. Doch zugleich will er grünes Licht, um den Gazastreifen zu erobern und die Herrschaft der Terror-Organisation Hamas zu zerschlagen. Dem stimmen weder Gantz noch Netanjahu zu. Beide denken an die Folgen einer erneuten Besatzung des feindseligen Gazastreifens; beiden ist klar, dass das unverantwortlich viele Menschenleben kosten würde.

Die „Vereinigte Liste“ wiederum gilt als nicht koalitionsfähig. Niemand traut ihr zu, sich im Falle palästinensischen Terrors oder gar eines Krieges mit dem Iran oder arabischen Ländern für das Überleben des jüdischen Staates Israel einzusetzen.

Der zweite Versuch

Die einzige denkbare Alternative wäre also eine „Große Koalition“. Doch Netanjahu beklagte sich in seinem Video über Gantz: Dieser sei keiner Einladung gefolgt und habe nicht einmal sein Verhandlungsteam geschickt. Jetzt, wo Gantz beauftragt werden könnte, entsteht eine neue Situation. Gantz erklärte, er wolle als erstes ein Gespräch mit Netanjahu ansetzen, um die Möglichkeit einer Großen Koalition auszuloten. Dem wird sich Netanjahu nicht verweigern können. Der Unterschied ist jedoch, dass nicht mehr Netanjahu der Bittsteller ist, sondern Gantz, während Netanjahu sich unterordnen müsste.

Wie schon während des schmutzigen Wahlkampfes und auch danach geht es eigentlich nicht um Mathematik, also um die Zahl der Mandate in der Knesset, sondern um das Ego der führenden Politiker. Niemand kann vorhersehen, wie sich die Dinge jetzt entwickeln werden. Wegen der Patt-Situation nach zwei Wahlgängen, im Frühjahr und erneut im September, ist sogar schon die Rede von einem dritten und vierten Wahlgang. Für Israel wäre das eine Katastrophe, nicht nur wegen der horrenden Kosten eines Urnenganges. Dessen Organisation kostet umgerechnet etwa 120 Millionen Euro.

Zwar hat Israel stets eine „Übergangsregierung“, die Entscheidungen treffen kann. Aber seit einem Jahr ist der Staat faktisch gelähmt, weil keine neuen Gesetze verabschiedet werden können. Besonders kritisch wird das, sobald ein neuer Staatshaushalt beschlossen werden muss.

Kein Politikwandel in Sicht

Sollte Gantz tatsächlich der Nachfolger von Netanjahu an der Spitze einer neuen Regierung werden, würde sich politisch nicht viel ändern. Als Netanjahu während des Wahlkampfes seinen Wählern versprach, das Jordantal zu annektieren, hatte Gantz schnell getwittert „Ich auch“, während die Europäer und die Vereinten Nationen sofort aufschrien, dass eine solche Annexion das „Ende der Zwei-Staaten-Lösung“ sei.

In Sachen Siedlungspolitik dürfte Gantz ähnlich denken und vorgehen wie Netanjahu. Sein Leben lang ist er ein Militär gewesen. Deshalb hat er vor allem die strategische Lage Israels im Blick. Die Siedlungen sind ein Garant dafür, dass Israel auch künftig keine 15 Kilometer breite „Auschwitzgrenze“ – so nannte es der frühere israelische Außenminister Abba Eban einst – nördlich von Tel Aviv haben werde. Die wäre nicht zu verteidigen.

Auch andere Siedlungen, darunter auf den Golanhöhen, spielen eine wichtige Rolle in der Militärstrategie Israels, solange es keine Friedensverträge mit Syrien und dem Libanon gibt. Deshalb ist auch nicht damit zu rechnen, dass es unter Gantz entscheidende Veränderungen bei den Bemühungen um eine Regelung mit den Palästinensern oder gar um einen vollständigen Rückzug aus dem Westjordanland mitsamt einer Aufgabe der Siedlungen dort geben könnte.

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 22 Oct 2019 13:52:00 +0200
<![CDATA[Siedler bewerfen Grenzpolizisten mit Steinen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/10/22/siedler-bewerfen-grenzpolizisten-mit-steinen/ Erneut haben Siedler am Montagabend im Westjordanland israelische Sicherheitskräfte angegriffen. Nahe der Siedlung Jitzhar warfen zehn Israelis Steine auf Grenzpolizisten. Seit Sonntag ist ein Bataillon zur Abschreckung nahe Jitzhar stationiert. Eine Zone beim Außenposten Kumi Ori wurde zum militärischen Sperrgebiet. Bereits in der Nacht zu Sonntag hatten etwa 30 Siedler nahe Jitzhar die Armee angegriffen. Zuvor hatte die Leitung von Jitzhar die Zusammenarbeit mit der Armee aufgekündigt. Anlass war eine Ausgangssperre gegen einen Bewohner wegen „extremistischer Gewalt“.

Von: eh

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Tue, 22 Oct 2019 13:40:00 +0200
<![CDATA[Israelische Vertreterin auf Sicherheitskonferenz in Bahrain]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/22/israelische-vertreterin-auf-sicherheitskonferenz-in-bahrain/ Eine ranghohe Vertreterin des israelischen Außenministeriums, Dana Bavenisti-Gabbai, hat am Montag an der „Arbeitsgruppe für See- und Luftsicherheit“ in Bahrain teilgenommen. „Das Treffen ist eine Gelegenheit zum Meinungsaustausch darüber, wie mit der iranischen Bedrohung umzugehen ist“, twitterte das bahrainische Außenministerium. Mitveranstalter der Konferenz sind Polen und die USA. An ihr nahmen 60 Staaten teil. Sie bildet eine Fortsetzung des sogenannten Warschau-Prozesses, der mit einer Konferenz in Polen Anfang des Jahres begann. Bahrain pflegt offiziell keine Beziehungen zu Israel.

Von: tk

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Tue, 22 Oct 2019 11:35:00 +0200
<![CDATA[Deutscher Lehrer will über Israel aufklären]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/22/deutscher-lehrer-will-ueber-israel-aufklaeren/ BERLIN (inn) – An Berliner Schulen gibt es immer häufiger antisemitische Vorfälle. Sie sollen sofort dem Senat gemeldet werden. Zudem sollen 170 Anti-Mobbing-Profis für einen friedfertigen Umgang miteinander sorgen. Der Berliner Lehrer Rainer Werner will aber vorher ansetzen: Er findet, dass die Schüler mehr über Israel wissen sollten. Das erklärt er in einem Essay der Tageszeitung „Die Welt“.

Vor allem Muslime vermittelten ihren Kindern, dass Juden ihre Feinde seien. Der Begriff „Jude“ habe im arabischen Kulturkreis den Status eines universellen Schimpfworts, das Abscheu und Verachtung schlechthin ausdrücke, schreibt Werner. Auffällig seien die Berührungspunkte dieser Thesen mit neonazistischem Gedankengut. Viele Muslime sprächen beim Holocaust von der „Propaganda der Ungläubigen“.

Dumpfe Vorurteile auch im Bildungsbürgertum

Werner, der Deutsch und Geschichte an einem Berliner Gymnasium unterrichtet, findet im antijüdischen und im neonazistischen Gedankengut identische Klischees über Juden vor. Etwa dass Juden Gesellschaftsbereiche beeinflussten und mit ihren Netzwerken die ganze Welt beherrschten. In Berlin boykottierten Menschen sogar die Discounter Lidl und Aldi, weil behauptet worden sei, dass die Geschäfte Juden gehörten. Solch „dumpfe Vorurteile“ begegneten Werner aber auch in „bildungsbürgerlichen, linksliberalen Elternhäusern“.

Dort höre er die Argumente, dass Israel Menschenrechte verletze, indem der Staat „Palästinenser in besetzten Gebieten unterdrückt“. Diese Ressentiments schlummerten in den den „Köpfen junger Menschen, die sich dem linksliberalen Spektrum zuordnen und sich für tolerant halten“. Werner sieht in der Kritik noch eine psychologische Komponente, die mit dem Holocaust zu tun habe.

„Schüler können Einzigartigkeit deutscher Schuld schwer akzeptieren“

Die Ereignisse des Holocausts schockierten und verunsicherten junge Menschen. Die Generation könne es nur schwer ertragen, sich „für ein singuläres Verbrechen vor über 70 Jahren in Haftung genommen zu fühlen. Es ist schwer, diesen jungen Menschen den Unterschied zwischen Schuld, die immer persönlicher Natur ist, und Verantwortung, die auf einem ganzen Volk lastet und nie endet, zu erklären“.

Werner weiter: „Schülern fällt es schwer, die Singularität der deutschen Schuld zu akzeptieren, weil sie glauben, dass sie junge Menschen davon abhält, sich vorbehaltlos mit der deutschen Nation zu identifizieren. Zur Entlastung zählen sie dann gerne die Verbrechen auf, die auf dem Schuldkonto anderer Nationen lasten.“ Eine Schuldentlastung durch Schuldzuweisung an andere, nennt Werner das. Schüler aus dem linksliberalen Milieu hegten keine „genuin antisemitischen Gefühle“. Die leidvolle Existenz des Staates Israel sei „der Stachel, der die Erinnerung an deutsche Verbrechen stets wachhält“.

Der Geschichtslehrer möchte über Israel aufklären und falsche Vorstellungen korrigieren. So habe Israel seine Unabhängigkeit „in fünf ihm aufgezwungenen Kriegen verteidigen“ müssen. Zudem sei es der einzige aller 192 Staaten der Vereinten Nationen, dem das Existenzrecht von anderen UN-Mitgliedsstaaten abgesprochen werde.

Gelegenheiten schaffen, um Empathie zu fördern

Deswegen möchte Werner den Existenzkampf unterstützen. Israel könne es den deutschen Kritikern nicht recht machen, „weil es die Schuld, die den Deutschen wegen ihrer Geschichte auf der Seele lastet, nicht tilgen kann“. Auch staatliches Wohlverhalten werde nicht dazu führen, „die Menschen, die sich nach der Entlastung von der Schuld der Vergangenheit sehnen, für sich zu gewinnen“.

Als Pädagoge wolle er deswegen neben sachlicher Aufklärung und rationaler Argumentation auf emotionale Reize setzen. Sein Vorschlag: Deutsche sollten mit israelischen Schulen und Kibbutzim kooperieren, um die menschliche Begegnung zu fördern: „Empathie kann nur entstehen, wenn man die Fremden kennenlernt und sich auf ihre Lebenswirklichkeit einlässt.“

Von: jbw

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Tue, 22 Oct 2019 10:56:00 +0200
<![CDATA[59 PA-kritische Webseiten gesperrt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/22/59-pa-kritische-webseiten-gesperrt/ Ein Gericht der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) hat 59 Webseiten sperren lassen. Die Entscheidung fiel am Donnerstag. Laut Begründung haben sie Symbole der PA verunglimpft und damit gegen das von Präsident Mahmud Abbas 2017 erlassene Gesetz zur Bekämpfung der Online-Kriminalität verstoßen. Dieses stellt Beeinträchtigung der „Integrität des palästinensischen Staates“ oder der öffentlichen Ordnung im Internet unter Strafe. Die Hamas wirft der PA vor, die Meinungsfreiheit einzuschränken und die Medien in ein „dunkles Zeitalter“ zurückzuführen.

Von: tk

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Tue, 22 Oct 2019 10:43:00 +0200
<![CDATA[Ein merkwürdiger Kontrapunkt]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2019/10/22/ein-merkwuerdiger-kontrapunkt/ Eine Analyse von Daniel Frick]]> Die Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im beschaulichen Bad Blankenburg läuft in der Regel ohne größeres mediales Aufsehen ab. In diesem Jahr schaffte sie es aber sogar in die „Bild“-Zeitung. Anlass war ein Vortrag von Hans-Jürgen Abromeit. Am 1. August hielt der inzwischen in den Ruhestand verabschiedete Greifswalder Bischof ein Seminar zu dem Thema „Zwei Völker – ein Land. Eine biblische Vision für Frieden zwischen Israel und Palästina“ – und provozierte damit Widerspruch.

Über das Gesagte hatte zunächst die christliche Nachrichtenagentur „idea“ berichtet. Die „Bild“-Zeitung sprach darauf aufbauend am 5. August von einer „Anti-Israel-Rede“. Der Grundgedanke dabei: Indem Abromeit für einen binationalen Staat als Friedenslösung warb, redete er der Abschaffung des jüdischen Staates Israel das Wort. Der Grünen-Politiker Volker Beck, vor Jahren Vorsitzender der Israel-Gruppe im Bundestag, stufte die Aussagen Abromeits zudem als „theologisch wirres Zeug“ ein. Unter anderem warf er ihm auf Twitter vor, sich in die Tradition der kirchlichen Enterbungslehre einzureihen. Und die Nord­kirche distanzierte sich gar von den Aussagen, indem sie diese zur „Privatmeinung“ des Bischofs erklärte.

Vortrag in bestimmter Absicht

Tatsächlich sind beim aufmerksamen Lesen des Redemanuskripts Lücken und Falschbehauptungen in der Darstellung des Konfliktes erkennbar – und zwar gerade dann, wenn es um Israel geht. Damit entsteht der Eindruck, dass es Abromeit, der auch Vorsitzender des kirchlichen Jerusalemvereins ist, darum gegangen ist, den Zionismus – und damit auch Israel als jüdischen Staat – in ein schlechtes Licht zu rücken.

Dass dieser Eindruck nicht weit hergeholt ist, zeigen auch die widersprüchlichen Äußerungen Abromeits. Im Vortrag selbst sagte er einleitend, ihm gehe es um einen „möglichst neutralen Standpunkt“. Die Hörer sollen also davon ausgehen: Hier spricht ein neutraler Beobachter, der alle Seiten berücksichtigt, um die Ursprünge des Konfliktes zu erklären. Im Interview der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ vom 5. September hört sich das dann aber anders an: Dort sagte Abromeit zunächst, seine Thesen seien bei den Besuchern der Allianzkonferenz „keinesfalls Mehrheitsmeinung“. Zum Beispiel begründe die Gruppe der Sächsischen Israelfreunde mit der Verheißung Gottes an Abraham „die Vertreibung der Palästinenser“. Er habe „einen Kontrapunkt setzen“ wollen, beschreibt Abromeit die Absicht seines Vortrages.

Auffällige Auslassungen

Nun ist es legitim, auch einmal „Kontrapunkte“ zu setzen. Festzuhalten ist aber, dass Abromeit dies im Vortrag so nicht kenntlich machte und stattdessen seinen Hörern Neutralität versprach. Darüber hinaus können sich die Sächsischen Israelfreunde in der Aussage nicht wiederfinden. Geschäftsführer Wilfried Gotter betonte gegenüber Israelnetz, Vertreibung niemals gerechtfertigt zu haben. „Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Juden und Nicht-Juden in Frieden miteinander leben müssen. Das ist die Ausrichtung der Bibel.“ Der Vorsitzende Lothar Klein spricht von einer „bösen Unterstellung“: „Wenn Abromeit aus der biblischen Landverheißung an Israel fälschlicherweise die Vertreibung der Palästinenser herleitet, zeugt es obendrein von schlechtem Stil, uns seine eigenen falschen Schlüsse in den Mund zu legen.“

Die genannte Absicht, einen Kontrapunkt zu setzen, liefert jedenfalls eine Erklärung dafür, wie es zu den Lücken in dem Vortrag kommt, wenn es um Israel geht. An einer Stelle spricht Abromeit etwa von der „Abriegelung“ des Gazastreifens; diese verhindere den Aufbau einer palästinensischen Zivilgesellschaft. Mit keinem Wort erwähnt er hierbei die Rolle Ägyptens, den Terror der Hamas oder den Umstand, dass Israel durch die Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs genau diesen Terror unterbinden möchte. Wer diesen Hintergrund nicht kennt, muss zur Auffassung kommen, Israel sei ein böswilliger Akteur, der die Bewohner des Gazastreifens grundlos drangsaliert.

Erst auf Nachfrage betont Abromeit, dass ein Beschuss israelischer Wohngebiete aus dem Gazastreifen durch nichts zu rechtfertigen sei, „auch nicht durch die Abriegelung des Gazastreifens“ – so als ob die „Abriegelung“ die Ursache des Terrors wäre. Im Übrigen habe er „immer gesagt, dass die Probleme von beiden Seiten, von der israelischen und der palästinensischen Seite, herrühren“.

Historische Ungenauigkeiten

Dass dies so nicht stimmt, zeigt das Beispiel des Gazastreifens. Auslassungen dieser Art sind aber nicht das einzige Mittel, dessen sich Abromeit bedient, um einen Kontrapunkt zu setzen. Dazu gesellen sich Behauptungen, die nicht den Tatsachen entsprechen – etwa dann, wenn er Zionisten den Spruch „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ in den Mund legt. Für Abromeit ist diese Auffassung einer der „Geburtsfehler“ des Zionismus. Nur haben sich die Zionisten diesen Spruch nie auf die Fahnen geschrieben. Er stammt vielmehr von britischen Theologen, ursprünglich vermutlich vom freikirchlichen Prediger Alexander Keith (1781–1880). Zionisten rechneten fest mit dem Zusammenleben mit anderen Volksgruppen – das ist in der Balfour-Erklärung ebenso ersichtlich wie später in der Unabhängigkeitserklärung.

Durch die Behauptung gelingt es Abromeit, den Zionismus mit seiner Ausrichtung auf den jüdischen Staat als etwas darzustellen, das dem Wesen nach ungerecht ist. Hinzu kommt, dass er eine Begrifflichkeit verwendet, die die Deutung zulässt, der Zionismus sei eine völkische Bewegung: Erst sagt er, das Ziel des Zionismus sei es gewesen, „homogene Siedlungsgebiete“ zu schaffen. Später erklärt er, völkische Bewegungen seien mit dem Ziel von „ethnisch homogenen Siedlungsgebieten“ und einer „monoethnischen Nation“ aufgetreten. Das Mittel der Wahl sei dabei häufig die „ethnische Säuberung“ gewesen – genau diese „ethnische Säuberung“ wirft Abromeit auch Israel vor.

Spachliche Anspielungen

Hinzu kommt, dass er dieses Denken auch in der Bibel angelegt sieht, genauer im 5. Buch Mose. Die dort vertretene Weltsicht bringt er mit „Ein Gott, ein Volk, ein Land“ auf den Punkt. Das erinnert an die Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Glauben“, der sich Christen verschrieben haben, die der Nazi-Ideologie zugewandt waren. Das 5. Buch Mose lässt sich so aber nicht zusammenfassen. Passagen, die von der Ausrottung der Völker im Land Kanaan sprechen, sind sicherlich schwierig und sollten auch nicht weggeglättet werden. Festzuhalten ist aber, dass hierbei das Kriterium der Ungehorsam gegen Gott ist und nicht völkischer Dünkel; die Androhung der Ausrottung gilt bei Ungehorsam ebenso für Israel.

Diese Deutung seiner Aussagen weist der Bischof zurück. Andererseits sorgte er im Vortrag auch nicht für die notwendige begriffliche Klarheit, um solchen Vorwürfen zuvorzukommen. Er selbst spricht lieber von „Nationalismus“ – wohl in dem Glauben, dies mache es besser. In Europa ist inzwischen eine Denkweise verbreitet, die alles als „Nationalismus“ diffamiert, was mit dem Eintreten für eine Nation zusammenhängt. Wenn er nun dieses Denken auf Israel überträgt, ist das nicht nur unpassend, es lässt auch Sensibilität vermissen: Das Eintreten für Israel als Nation bedeutet für dessen Bewohner in einer prinzipiell feindlich gesinnten Umgebung schlicht auch Überleben.

Was die „ethnischen Säuberungen“ anbelangt, zieht Abromeit als Gewährsmann Ilan Pappe heran. Dass der Historiker durchaus umstritten ist, ist Abromeit im Vortrag keine Erwähnung wert. Selbst im Kreis der Neuen Historiker, die die Staatsgründung Israels kritischer in den Blick genommen haben als ihre Vorgänger, ist Pappe mit seinen Thesen auf Skepsis gestoßen. So wirft ihm sein Kollege Benny Morris Einseitigkeit und methodische Mängel vor.

Problematische Theologie

Auch aus theologischer Sicht sind die Äußerungen Abromeits problematisch. Zur Bibelstelle Johannes 4,20 sagt er, „der räumlich-­materielle Aspekt des Alten Testaments“ werde im Neuen Testament „ganz aufgegeben“. „Das Neue Testament hebt nämlich die Bindung eines bestimmten Volkes an ein bestimmtes Land auf. Die im Alten Testament noch breit vertretene Auffassung, mit der Erwählung Israels verbinde sich auch der Anspruch auf das Land Israel, findet sich im Neuen Testament nicht, an keiner Stelle.“

Es dürften diese Aussagen sein, die Volker Beck dazu veranlasst haben, von einer Enterbungstheologie zu sprechen, also einer Denkweise, die die Verheißungen Gottes an Israel auf die Christen überträgt. Im Neuen Testament finden sich aber auch Bibelstellen, die eine „nationale Agenda“ nahelegen (etwa Lukas 1,68–75; Apostelgeschichte 1,6). Darauf angesprochen bleibt Abromeit bei seiner Sicht, nur fällt die Formulierung etwas weicher aus: „Nach christlichem Verständnis ist die alttestamentliche Verheißung des Landes nicht weggefallen, sondern transformiert worden.“

Damit fällt Abromeit hinter die Aussagen der EKD-Studie „Christen und Juden III“ aus dem Jahr 2000 zurück. Dort heißt es, dass „nach biblischem Befund Erwählung, Bund und dessen Landverheißung aufs Engste miteinander verknüpft sind“. Abromeit empfiehlt hingegen das höchst problematische Kairos-­Palästina-Dokument, das palästinensische Christen vor zehn Jahren verfasst haben und das durch unverblümte Einseitigkeit geprägt ist – etwa wenn es allein Israel die Schuld am Konflikt gibt und zum Israel-Boykott aufruft.

Der Charakter einer Konferenz

Es bleibt noch die Frage, warum so ein Seminar ausgerechnet auf der Allianzkonferenz gehalten wurde. Die Haltung Abromeits, etwa dessen Unterstützung des Kairos-Palästina-Denkens, ist leicht zu recherchieren und dürfte den Organisatoren bekannt gewesen sein. Jurek Schulz vom Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz betont, dass es normal sei, Redner unterschiedlicher Couleur einzuladen. Und er lobt Abromeits Bibelarbeit zum Hebräerbrief im Plenum der Konferenz.

Bezüglich des Israel-Vortrags gesteht er jedoch zu, dass hier Fairness gegenüber Juden und Israel fehlte; es handele sich um eine „sehr einseitige Darstellung zu Lasten Israels“. Dem Vortrag sei aber insofern etwas abzugewinnen, als es zu einer Diskussion über dessen Thesen gekommen sei. Wilfried Gotter sieht das anders. Er wirft ein, dass Bad Blankenburg eigentlich als glaubensstärkende Konferenz gedacht ist. „Da muss man nicht noch über Dinge streiten, über die man sich das ganze Jahr schon streitet.“

Beide Positionen mögen ihre Berechtigung haben. Das Seminar zeigt jedenfalls, dass es beim Themenkomplex Kirche und Israel noch viel zu klären gibt. Dabei kann es nur hilfreich sein, auf Einseitigkeiten zu verzichten.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 5/2019 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5 66 77 00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Tue, 22 Oct 2019 10:05:00 +0200
<![CDATA[„Friedensinsel“ in Gefahr]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/21/friedensinsel-in-gefahr/ „Stopp! Grenze voraus“, fordert ein grünes Schild zum Anhalten auf. „Militärisches Gebiet“, ist darunter zu lesen. Daneben ein stachliger Drahtzaun, an dem ein Weg entlang führt. Auf der anderen Seite der Grenze erhebt sich ein kleiner Hügel mit einem offenbar nicht besetzten Kontrollposten. Darauf weht eine jordanische Flagge im Wind. Das Gebiet macht einen kargen Eindruck. Die Sommertrockenheit hat ihre Spuren hinterlassen. Aber im Winter, das zeigen Bilder im Internet, gibt es hier sattgrüne Wiesen zu bestaunen.

Wir befinden uns rund zehn Autominuten südlich des Sees Genezareth. Hier löst der Jordan den Jarmuk als Grenzfluss zwischen Israel und Jordanien ab. „Naharajim“ nennen die Israelis diesen Ort daher; zu Deutsch: „zwei Flüsse“. Für die Jordanier trägt das Gebiet den Namen „Baqura“.

Auf den ersten Blick sieht es hier fast aus wie an einer ganz normalen israelischen Grenze. Ein einigermaßen außergewöhnliches Bild gibt allerdings das große Tor ab, das – geschmückt mit den verblassten Porträts des aktuellen jordanischen Königs Abdullah II. und seines Vorgängers Hussein – rund 100 Meter entfernt auf der anderen Seite des Zaunes mitten in der Landschaft steht. Ein Tor im israelischen Grenzzaun öffnet sich. Einige Personen treten heraus, begleitet von einem israelischen Soldaten. Obwohl es sich nicht um einen der drei großen israelisch-jordanischen Grenzübergänge handelt, ist der Zaun hier für Israelis passierbar – und das sogar ohne das eigentlich erforderliche Visum. Das liegt daran, dass Naharajim ein ziemlich außergewöhnlicher Ort ist.

Lösung auf Zeit

Als Israel und Jordanien in den 90er Jahren um einen Frieden rangen, stellte dieses Gebiet einen besonderen Streitpunkt dar. Beide Staaten beanspruchten es für sich. Im Friedensvertrag von 1994 fand man daher eine Regelung der besonderen Art: Naharajim wurde dem jordanischen Staatsgebiet zugeschlagen. Gleichzeitig aber erhielten die israelischen Kibbutzniks vor Ort das Recht, das Land weiterhin zu beackern. Sie sind hier bereits seit Jahrzehnten aktiv. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst insgesamt etwas weniger als einen Quadratkilometer.

Damit hatten die Vertragsparteien eine „Insel des Friedens“ geschaffen. So zumindest bezeichnen Israelis das Gebiet an Jarmuk und Jordan heutzutage. Es ist über die Jahre zu einer kleinen Touristenattraktion geworden. Auf Höhe des Kibbutz Aschdot Ja’akov weist ein Schild Autofahrern auf der Straße 90 den Weg zur Friedensinsel. Interessierte können das Areal in Begleitung eines Führers besichtigen und so jordanischen Boden betreten, ohne zuvor schriftlich eine Einreiseerlaubnis beantragen zu müssen.

So war es jedenfalls bisher. Schon in wenigen Tagen könnte hier jedoch Schluss sein mit israelischer Landwirtschaft und grenzüberschreitendem Tourismus. Die Sonderregelung für Naharajim hatte von Beginn an einen Haken, der Israel nun einholt: Sie gilt zunächst nur für 25 Jahre. Zwar soll sie dann laut Vertrag „automatisch um denselben Zeitraum“ verlängert werden. Allerdings haben beide Seiten zugleich das Recht, Einspruch dagegen zu erheben. Aus dem Wortlaut lässt sich allerdings schließen, dass man seinerzeit grundsätzlich von einer Verlängerung auszugehen schien.

Trotzdem hat König Abdullah II. im Oktober vergangenen Jahres fristgemäß angekündigt, dass Jordanien Annex I (b) – so heißt die Naharajim betreffende Klausel – 2019 auslaufen lassen will. Die israelischen Bauern würden damit ihr Land verlieren. Israelische Medienberichte nennen den 10. November als konkretes Datum. Betroffen ist neben Naharajim auch noch Zofar (arabisch Ghumar), ein größeres Gebiet, gut 50 Kilometer südlich des Toten Meeres, das einer wortlautidentischen Regelung unterfällt (Annex I (c)).

Innenpolitisches Kalkül

Seine Priorität sei es, zu tun, „was immer im Sinne Jordaniens und der Jordanier ist“, begründete der haschemitische König die Entscheidung. Zuvor hatte es in Jordanien Straßenproteste gegeben, zum Teil gegen den gesamten Friedensvertrag. Auch zahlreiche Parlamentarier drangen auf ein Ende der Zusatzvereinbarung. Politische Analysten sind sich einig, dass der innenpolitische Druck auf Abdullah ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein dürfte. Der Rest des Friedensabkommens sei davon jedoch nicht betroffen, betont das Königreich.

Dennoch kommt der Entscheidung eine starke Symbolwirkung zu, die über den rein wirtschaftlichen Nutzwert der betroffenen Gebiete hinausgeht. Denn Naharajim ist nicht erst seit 1994 ein besonderer Fall der jordanisch-israelischen Beziehungen. Noch weit vor der israelischen Staatswerdung kooperierten hier Jordanier und Zionisten miteinander. Es war ausgerechnet der Urgroßvater des jetzigen Königs, Emir Abdullah, der Ende der 20er Jahre ein sechs Quadratkilometer umfassendes, zu Transjordanien gehörendes Territorium dem ukrainischen Zionisten und Ingenieur Pinchas Rutenberg zur Verfügung stellte, um dort ein Wasserkraftwerk zu errichten. Zu dem verkauften Gebiet gehörte auch die heutige Friedensinsel. Schon damals hatte es innerjordanischen Widerstand gegeben.

Rutenberg, der „alte Mann von Naharajim“, ließ ab 1927 Dämme und Kanäle bauen. Nach etwa fünfjähriger Bauzeit wurde das Kraftwerk in Anwesenheit des Emirs eingeweiht. Es versorgte fortan nicht nur den Norden Palästinas mit Strom – sondern auch den Palast des Emirs. Die Reste der Anlage sind noch heute auf der Friedensinsel zu bestaunen.

Als sich im November 1947 abzeichnete, dass die Vereinten Nationen einen Teilungsplan für Palästina beschließen würden, war es das Haus Rutenbergs in Naharajim, das als Treffpunkt für ein geheimes Gespräch zwischen Golda Meir und dem inzwischen zum König gewordenen Abdullah diente. Die spätere Premierministerin und damalige Vertreterin der Jewish Agency konnte dem Jordanier hier die Zusage abringen, seine Arabische Legion nicht gegen einen jüdischen Staat in Bewegung zu setzen. Abdullah teilte mit den Juden den Großmufti von Jerusalem als gemeinsamen Gegner.

Später änderte der machtpolitisch kalkulierende König seine Haltung, es kam zum israelischen Unabhängigkeitskrieg. Rutenbergs Kraftwerk musste die Arbeit angesichts der Angriffe einstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Werk bereits einen guten Teil seiner einst immensen Bedeutung für die Stromversorgung Palästinas verloren.

Nicht immer ein Ort des Friedens

Zurück in die Gegenwart: Auf der israelischen Seite des Zaunes bei Naharajim sind inzwischen drei Israelis eingetroffen. Sie schauen auf eine Tafel und lesen einen hebräischen Text. Vor ihnen liegt ein kleiner Hang mit nur leichter Steigung. Sieben Hügel aus kleinen Steinen befinden sich darauf. Auf jedem Hügel steht ein Mädchenname, geschrieben mit gepflanzten Blumen. Es handelt sich um ein Denkmal, das an ein anderes, ebenso mit der Friedensinsel und der noch immer jungen jordanisch-israelischen Aussöhnung verbundenes Ereignis der jüngeren Geschichte erinnert.

Im März 1997 eröffnete in Naharajim ein jordanischer Soldat das Feuer auf eine israelische Schulklasse aus Beit Schemesch und tötete sieben Mädchen. Damals bewahrheitete sich, was US-Präsident Bill Clinton nicht einmal drei Jahre zuvor bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages prophezeit hatte: „Die Kräfte des Terror werden versuchen, Sie aufzuhalten.“ Doch Jordaniens König Hussein ließ sich nicht stoppen. Er stand weiterhin zu seinem Vertrag und besuchte die Familien der Getöteten in Israel. „Ihr Verlust ist mein Verlust“, drückte er ihnen sein Beileid aus. Die beispiellose Geste prägte sich in das Gedächtnis vieler Israelis ein.

Wasser gegen Land?

Die jetzige Entscheidung des Haschemiten-Reichs, sich Naharajim „zurückzuholen“, fügt der bis dato außergewöhnlichen Geschichte dieses Ortes nun also einen weiteren Aspekt hinzu. Als Rückabwicklung wollen die Jordanier ihren Entschluss nicht verstanden wissen: „Wir bewegen uns innerhalb der Bestimmungen des Friedensvertrages“, betonte Außenminister Ajman as-Safadi vor einem Jahr gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“. Das zeige doch gerade, „dass wir uns dem Friedensvertrag verpflichtet fühlen“, meinte der Minister.

Im Regionalrat Emek HaJarden, an dessen Gebiet Naharajim grenzt, wird derweil auch Kritik an der israelischen Regierung laut. Die habe nicht genug getan, um den Status quo der Friedensinsel zu erhalten. Zwar hatte Premierminister Benjamin Netanjahu unmittelbar nach der Ankündigung König Abdullahs erklärt, Verhandlungen aufnehmen zu wollen, um die Sonderregelung doch noch zu retten. Möglicherweise könne Israel Jordanien mehr Wasser anbieten, spekulierten Beobachter.

Anwohner hoffnungslos

Auf jordanischer Seite signalisierte man allerdings schnell, dass man es mit der Entscheidung ernst meint. Israelische Medienberichte in der vergangenen Woche, wonach Jordanien bereit sei, den Zugang der Bauern zumindest zur Zofar-Gegend im Süden noch einmal um einige Monate zu verlängern, wurden aus dem Königreich umgehend dementiert. Bereits vor etwa einem Monat hatte Israels Energieminister Juval Steinitz dementsprechend durchblicken lassen, dass die Regierung mit der Angelegenheit abgeschlossen hat. Laut eines Berichts des Armeeradios haben sich mehrere Bauern inzwischen selbst per Brief an den König gewendet. Darin bitten sie ihn um ein Treffen auf der Friedensinsel: „Zerstören Sie nicht unsere mehr als 70-jährige Verbindung zu unserem Agrarland“, erklären die Betroffenen. „Für uns ist es ein Desaster.“

An eine Wende scheint jedoch selbst vor Ort niemand mehr wirklich zu glauben. Anlässlich des jüdischen Festes Sukkot lud der örtliche Kibbutz kürzlich dazu ein, noch einmal nach Naharajim zu kommen und den Fuß auf die Friedensinsel zu setzen. Es handle sich „ohne Zweifel“ um die „letzte Chance, bevor das Abkommen endet“. Offenbar folgen viele Israelis diesem Aufruf: Bilder im Internet zeigten zahlreiche Autos, die sich in Richtung Friedensinsel bewegen.

Von: Sandro Serafin

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Mon, 21 Oct 2019 15:46:00 +0200
<![CDATA[Gouverneur der Zentralbank erhält Forschungspreis]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/10/21/gouverneur-der-zentralbank-erhaelt-forschungspreis/ JERUSALEM / DURHAM (inn) – Der Gouverneur der israelischen Zentralbank, Amir Jaron, hat den Ross-Preis für seine Forschungen zu langfristigen Risiken erhalten. Das teilte die Stiftung zur Förderung der Finanzforschung (FAFR) im amerikanischen Durham mit. Die Ehrung teilt sich der Finanzexperte mit Ravi Bansal von der Duke-Universität, die ebenfalls in Durham angesiedelt ist.

Konkret geht es um einen Aufsatz aus dem Jahr 2004, den die beiden Autoren in der Wissenschaftszeitschrift „Journal of Finance“ veröffentlicht haben. Darin gehen sie der Frage nach, wodurch Preisbewegungen bei Anlagen verursacht sind und welche Faktoren den Ertrag beeinflussen. Der amerikanische Ökonom Lars Hansen, der 2013 den Wirtschaftsnobelpreis gewann, nannte den Aufsatz „wahrhaft innovativ“: „Er fügt der Theorie der Anlagebewertung eine neue aufregende Perspektive hinzu.“

Jaron ist seit Ende 2018 als Nachfolger von Karnit Flug Gouverneur der israelischen Zentralbank. Er wuchs unter anderem in Ramat Gan auf und studierte an der Universität Tel Aviv. Seinen Doktortitel erhielt er 1994 an der Universität Chicago. Neben seinem Amt als Gouverneur hat er einen Lehrauftrag an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia.

Der Ross-Preis ist benannt nach dem 2017 verstorbenen Wirtschaftswissenschaftler und Finanzmathematiker Stephen A. Ross. Er wird seit 2008 alle zwei Jahre vergeben und ist mit 100.000 US-Dollar dotiert. Die Stiftung zur Förderung der Finanzforschung haben Schüler von Ross im Jahr 2006 gegründet.

Von: df

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Mon, 21 Oct 2019 14:38:00 +0200
<![CDATA[Kurden bitten Israel um Hilfe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/10/21/kurden-bitten-israel-um-hilfe/ Ein offizieller Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte hat Israel angesichts der türkischen Angriffe um Unterstützung für die Kurden gebeten: „Der Staat Israel muss auf ein Ende dieses Krieges hinarbeiten, der Frauen und Kinder tötet und Zivilisten aus ihren Häusern vertreibt“, erklärte er am Montag. „Ich bin sicher, dass das jüdische Volk die Lage des kurdischen Volkes am besten versteht, weil es derartige Gefahren in einem großen Teil seiner Geschichte durchlebt hat.“ Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat den türkischen Waffengang verurteilt und humanitäre Hilfe angeboten.

Von: eh

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Mon, 21 Oct 2019 14:01:00 +0200
<![CDATA[Bereits fünf Tage Proteste im Libanon]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/21/bereits-fuenf-tage-proteste-im-libanon/ Seit mehreren Tagen demonstrieren hunderttausende Libanesen gegen ihre Regierung. Sie werfen ihr Korruption vor und skandieren unter anderem: „Revolution!“ Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem die verschuldete Regierung neue Steuern einführen wollte. Besonderen Widerstand erregte eine geplante Abgabe für den Nachrichtendienst WhatsApp. Bisher gab es mindestens zwei Todesopfer. Am heutigen Montag hat Premierminister Saad al-Hariri in einer Rede reagiert und Reformen verkündet. Aus Sorge vor Ausschreitungen bleiben Schulen, Banken und Universitäten geschlossen.

Von: tk

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Mon, 21 Oct 2019 13:47:00 +0200
<![CDATA[„Wir brauchen ein arabisches Keren Hayesod“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/21/wir-brauchen-ein-arabisches-keren-hayesod/ Der Journalist Muwaffaq Matar hat in der palästinensischen Zeitung „Al-Hajat al-Dschadida“ zur Gründung einer Organisation aufgerufen, die arabischen Juden helfen soll, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Die Idee stamme von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der sie bereits 1982 in seinem Buch „Wir brauchen ein arabisches Keren Hayesod“ darlegte. Die Zionisten hätten die arabischen Juden mit falschen Versprechen zur Alija verführt. Viele wollten diese „Hölle“ wieder verlassen. Ihre Ausreise würde laut Abbas und Matar sowohl ihnen als auch der palästinensischen Sache helfen.

Von: tk

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Mon, 21 Oct 2019 11:52:00 +0200
<![CDATA[Abbas trifft in Tokio Premierminister Abe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/21/abbas-trifft-in-tokio-premierminister-abe/ Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat am Montag in Tokio den japanischen Premierminister Shinzo Abe getroffen. Er dankte den Japanern für deren Bemühungen, die Palästinenser und ihre „gerechte Sache“ zu unterstützen. Zudem wiederholte er die Beileidsbekundung anlässlich des Taifuns vor gut einer Woche. Anlass für den Japanbesuch ist die für Dienstag geplante Krönung von Kaiser Naruhito. Auch Israels Premier Benjamin Netanjahu hatte ursprünglich vor, an der Zeremonie teilzunehmen. Angesichts der Koalitionsverhandlungen sah er aber von der Reise ab.

Von: eh

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Mon, 21 Oct 2019 11:07:00 +0200
<![CDATA[Freude über die Tora]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/21/freude-ueber-die-tora/ Simchat Tora ist das Fest über die Freude der Gabe der Tora, der Weisung, also der fünf Bücher Mose. Es wird in der Bibel nicht erwähnt, hat sich aber im 14. Jahrhundert als Feiertag durchgesetzt. In Israel fällt Simchat Tora mit dem Schmini Atzeret zusammen, dem achten Tag des Laubhüttenfestes.

Dieses geht auf 3. Mose 23 und 4. Mose 29 zurück. Überall außerhalb Israels wird das Fest einen Tag später, am zweiten Tag des Schmini Atzeret, gefeiert. Anfangs wurden zu diesem Anlass vor allem Pijjutim gesungen, liturgische Gedichte, die die festgeschriebenen Gebetstexte ersetzen sollten.

Tanz mit der Tora

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts hat sich die Tradition durchgesetzt, dass die Gläubigen mit der handgeschriebenen Torarolle ihrer Synagoge durch ihre Gotteshäuser tanzen. Dabei wird das Rednerpult in der Synagoge siebenmal umrundet – Vorlage ist hier die biblische Geschichte, wie sie in Josua 6 beschrieben wird: Um die kanaanitische Stadt Jericho einzunehmen, sollten die Israeliten sechs Tage lang je einmal um Jericho marschieren und am siebten Tag die Stadt unter lautem Posaunenschall sieben Mal umrunden.

Bis heute tanzen Juden in Jerusalem mit ihrer Torarolle singend durch die Straßen und tragen die Schrift bis zur Klagemauer. Dieses Freudenfest geht oft über mehrere Stunden und wer es erlebt, dem wird deutlich, woher das Fest Simchat Tora seinen Namen hat.

In einem Jahr durch die Bibel

Bis zum Jahr 200 wurde die Tora in Israel in dreieinhalb Jahren durchgelesen. Danach legten die jüdischen Gelehrten im babylonischen Exil den Jahreszyklus fest. Bis heute wird in jüdischen Gotteshäusern in einem Jahr die gesamte Tora durchgelesen. Die fünf Bücher Mose sind in 54 Abschnitte geteilt, die sogenannten Paraschot HaSchavua, von denen je eine am Schabbat in der Synagoge gelesen wird.

Der letzte Wochenabschnitt stellt den kürzesten Teil dar und wird zu Simchat Tora gelesen. Wer ihn vorlesen darf, dem wird als Ehrentitel der „Bräutigam der Tora“ zugedacht. Anschließend liest ein anderer Mann den ersten Abschnitt aus dem ersten Buch Mose vor – er wird „Bräutigam von Bereschit“ beziehungsweise „Bräutigam des Anfangs“ genannt. Der Name bezieht sich damit auf das erste Wort sowie das erste Buch der Bibel.

Süßigkeiten und geistliche Speise

Das Gebot, in Laubhütten zu sitzen, gilt an Simchat Tora nicht mehr und auch die „vier Arten“ tragen Juden zum Morgengebet nicht mehr mit sich. Etwas Besonderes gibt es trotzdem: Aus Freude über die Tora werden in den Gottesdiensten Süßigkeiten an Kinder verteilt. Dieser Brauch ist bereits seit dem Mittelalter überliefert. Joni, ein ehemals religiöser Jerusalemer, teilt seine besonderen Erinnerungen an das Fest: „Als Kinder haben wir uns über die Bonbons gefreut, die uns zugeworfen wurden. Und dann durften wir mittanzen. Und als wir unsere Bar Mitzva hatten, durften wir den Toraschrein mit umrunden und die Wochenabschnitte lesen.“

Mit einem Augenzwinkern zitiert er aus Jeremia 15: „Als Erwachsene denken wir an den Vers: ‚Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost.‘“ Unabhängig davon, ob Simchat Tora diese Worte für sich in Anspruch nimmt, geht der Vers weiter: „Denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.“

Simchat Tora ist der letzte der Hohen Feiertage. Viele Israelis, die seit dem Jüdischen Neujahr fast durchgängig im Betriebsurlaub waren, nehmen ihre Arbeit wieder auf und auch die Schule beginnt wieder. Die vielen Aufgaben und Termine, die sich während der vergangenen Wochen angestaut haben, warten darauf, abgearbeitet zu werden. Und so ist auf der Straße nun zum vorerst letzten Mal „chag sameach“ (frohes Fest) zu hören, beziehungsweise: „ein fröhliches Nachdenken über die Gabe der Tora!“

Von: mh

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Mon, 21 Oct 2019 11:01:00 +0200
<![CDATA[Israelis greifen Armee an]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2019/10/20/israelis-greifen-armee-an/ In der Nacht zum Samstag haben etwa 30 Siedler eine Armeepatrouille in der Westbank angegriffen. Sie warfen Steine und zerstachen Autoreifen. Dies berichteten israelische Medien am Sonntagmorgen. Ein Soldat wurde leicht verwundet. Der Vorsitzende des Regionalrates von Samaria Jossi Dagan sowie die Bewohner der Siedlung Jitzhar zeigten sich bestürzt und verurteilten den Angriff scharf: „Wir alle schätzen die Arbeit unserer Soldaten und unserer Armee. Wir werden alles tun, dass die wenigen Extremisten keinen Platz in unserer Mitte finden.“

Von: mh

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Sun, 20 Oct 2019 09:27:00 +0200
<![CDATA[Pompeo zu Beratungen in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/18/pompeo-zu-beratungen-in-jerusalem/ Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den amerikanischen Außenminister Mike Pompeo am Freitag zu Beratungen in Jerusalem empfangen. Er dankte Pompeo für die amerikanische Unterstützung Israels. Die beiden begingen auch Netanjahus Laubhütte. Netanjahu lud zudem den Vizepräsidenten der USA, Mike Pence, in seine Laubhütte ein. Pence und Pompeo waren in dieser Woche in die Türkei gereist, um mit Präsident Recep Tayyip Erdogan den Waffenstillstand in Nordsyrien auszuhandeln.

Von: df

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Fri, 18 Oct 2019 14:53:00 +0200
<![CDATA[Auszeichnung für Verständigungsprojekt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/18/auszeichnung-fuer-verstaendigungsprojekt/ WASHINGTON (inn) – Die Gründerin des Herzinstituts NIR, Judith Richter, hat für ihren Beitrag zur israelisch-palästinensischen Verständigung eine Auszeichnung der amerikanischen Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) erhalten. In ihrem Institut lernen israelische, palästinensische und jordanische Jugendliche von Wissenschaftlern international führender Universitäten die Grundlagen der Kardiologie. Richter ist Gründerin und Inhaberin des Unternehmens Medinol, das medizinische Werkzeuge und Implantate wie Stents und Katheter herstellt.

Auf der Feier am Mittwoch zum 20-jährigen Bestehen des Instituts nahmen auch die ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton teil. Sie sprachen in einer Podiumsdiskussion über die Konflikte im Nahen Osten. Richter sagte, sie fühle sich tief geehrt. Die jungen Besucher ihres Instituts „studieren das Herz, indem sie einander ihre Herzen öffnen“. Sie glaube: „Wenn wir es schaffen, dass junge Leute im Nahen Osten zusammenkommen, um gemeinsam zu lernen, können wir es überall schaffen.“

Lange Zeit ein Geheimnis

Das Herzinstitut NIR wurde nach seiner Öffnung 1998 über viele Jahre geheimgehalten, bis 2010 die arabische Ausgabe des Nachrichtensenders BBC darüber berichtete. Die Teilnehmer durchlaufen ein zweijähriges Programm, in dem sie alle paar Monate an verschiedenen Orten in Jordanien, Israel und Europa die anderen Schüler treffen. Etwa 25 Prozent der bisher 800 Absolventen sollen sich später für einen medizinischen Beruf entschieden haben. Neben dem Unterricht verbringen die Jugendlichen freie Zeit miteinander. Laut dem Bericht der BBC simulieren sie auch Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern. Trotz unterschiedlicher Ansichten entstünden viele Freundschaften.

Die jordanische Organisation „Anti-Normalisierungskomitee“ verurteilte das Projekt nach seinem Bekanntwerden: Es ziele darauf, Israel in die Region zu integrieren und sei „zionistische Gehirnwäsche“.

Richter hingegen hofft, dass ihr Projekt auch in anderen Konfliktregionen Schule macht. Außerdem könnten Unternehmen, die in multikulturellen Kontexten arbeiten, davon lernen.

Von: tk

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Fri, 18 Oct 2019 14:43:00 +0200
<![CDATA[Viele Christen beim Jerusalem-Marsch]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/18/viele-christen-beim-jerusalem-marsch/ JERUSALEM (inn) – Beim diesjährigen Jerusalem-Marsch haben am Donnerstag zahlreiche Christen mitgemacht. Damit drückten sie ihre Unterstützung für Israel aus. Den Festumzug organisiert die Stadtverwaltung seit dem Jahr 1955. In diesem Jahr nahmen insgesamt 70.000 Menschen aus aller Welt teil, berichtet die Nachrichtenseite „Kippa“.

Israelis zeigten sich durch den zur Schau gestellten Zuspruch beeindruckt. „Großartig, großartig, einfach nur großartig!“, rief etwa Ruti. Die nationalreligiöse Jüdin ist sichtlich begeistert: „Diese Menschen kommen aus der ganzen Welt, um uns ihre Unterstützung zu zeigen.“

Die 25-jährige Jerusalemerin kommt jedes Jahr zum Stadtmarsch. „Das ist der Wahnsinn, was es sich diese Leute kosten lassen, um uns eine Freude zu machen.“ Ruti ist gar nicht mehr zu bremsen: „Das ganze Jahr hören wir von Antisemitismus in England, den USA und Deutschland. Und dann sowas! Und sogar aus Ägypten und dem Irak sind Menschen gekommen. Eigentlich müssten viel mehr von uns kommen, um diesen Leuten diese Liebe zurückzugeben. Ich möchte sie am liebsten alle umarmen. Das zu erleben, ist einfach nur ermutigend!“

Die Beteiligung der Christen erklärt sich auch durch die Veranstaltungen der Christlichen Botschaft in Jerusalem (ICEJ) zum Laubhüttenfest. In diesem Jahr sind nach deren Angaben 5.000 Christen aus fast 100 Ländern nach Israel gekommen. Das Laubhüttenfest ist das einzige jüdische Pilgerfest, zu dem die nichtjüdischen Nationen ausdrücklich eingeladen sind, wie es in der Bibel bei Sacharja 14,16 nachzulesen ist.

Von: df/mh

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Fri, 18 Oct 2019 13:57:00 +0200
<![CDATA[Erste Raketenschutz-Systeme an US-Armee ausgeliefert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2019/10/18/erste-raketenschutz-systeme-an-us-armee-ausgeliefert/ Die amerikanische Armee hat die ersten Systeme des israelischen Raketenschutzes Trophy erhalten. Die Lieferung ist Teil eines Abkommens über 500 Millionen US-Dollar. Trophy wird an Panzern angebracht; es erkennt Geschosse und zerstört sie. Die israelische Armee nutzt die vom Rüstungshersteller Rafael entwickelte Vorrichtung seit 2011. Die amerikanische ist die erste ausländische Armee, die den Raketenschutz übernimmt. Anfang 2019 kündigte die Bundeswehr an, bis 2023 17 Trophy-Systeme in die Leonard-2-Panzer zu integrieren.

Von: df

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Fri, 18 Oct 2019 11:47:00 +0200
<![CDATA[„US-Krankenhaus in Gaza wird Experimente an Palästinensern machen“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/18/us-krankenhaus-in-gaza-wird-experimente-an-palaestinensern-machen/ Die offizielle Zeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde, „Al-Hajat al-Dschadida“, verdächtigt die USA des Organhandels. Am 2. Oktober veröffentlichte sie einen Kommentar von Omar Hilmi al-Ghul über ein neues Feldkrankenhaus im Gazastreifen. Dieses hat die US-Organisation „Friendship“ gespendet, teilweise wird es von Katar finanziert. Al-Ghul schrieb, das Krankenhaus werde „Experimente an kranken Palästinensern vornehmen“. Möglicherweise werde es sich auch an Organhandel beteiligen. Es sei Teil eines „erniedrigenden Abkommens zwischen der Hamas und dem israelischen Kolonialstaat“.

Von: eh

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Fri, 18 Oct 2019 11:46:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser besuchen Laubhütte in Siedlung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/18/palaestinenser-besuchen-laubhuette-in-siedlung/ SCHAVEI SCHOMRON (inn) – Im Juni nahmen sie in Bahrain am internationalen Wirtschaftsgipfel teil, der zum US-Friedensplan gehört. Nun haben die Palästinenser in der Siedlung Schavei Schomron den Vorsitzenden des Regionalrates Samaria, Jossi Dagan, besucht. Anlass war das Laubhüttenfest Sukkot.

Zu den Gästen in Dagans Laubhütte gehörte einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge Scheich Abu Chalil Tamimi aus Ramallah. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern „für eine bessere Zukunft für uns, für unsere Kinder und für die kommenden Generationen. Dieser Dialog ist wichtig und wir müssen ihn fortsetzen und alle israelischen Führungspersönlichkeiten bitten, uns zuzuhören und zusammenzuarbeiten“.

Gastgeber und Gäste sprachen am Dienstag über die Entwicklung von Alternativen für eine regionale Koexistenz zwischen Siedlern und Palästinensern. Dagan sagte: „Der beste Weg, ein Leben Seite an Seite zu schaffen, liegt im Gespräch zwischen Führungspersönlichkeiten, die die wahren Bedürfnisse der beiden örtlichen Bevölkerungsgruppen kennen, der israelischen und der arabischen. Und nicht durch Versuche von entfernten Politikern aus Europa oder den Vereinigten Staaten, Politikern, die noch nie einen Fuß hierher gesetzt haben.“

Der größte Teil der Mitglieder der palästinensischen Delegation wollte weder namentlich genannt noch fotografiert werden. Denn sie müssten sonst um ihr Leben fürchten, weil sie eine Siedlung besucht haben. Das führte die Zeitung „The Algemeiner“ zu der Frage: „Wenn palästinensische Führer Frieden so sehr wollen, warum bedrohen sie dann Menschen, die mit Juden als normalen Menschen sprechen wollen?“

Scheichs wünschen Israelis ein frohes Fest

In jüngster Zeit gab es immer wieder Gespräche zwischen ranghohen Vertretern in Judäa und Samaria und örtlichen arabischen Anführern. Ziel sei es, gemeinsame regionale Probleme zu lösen sowie Zusammenarbeit und Koexistenz zu schaffen, schreibt „Yediot Aharonot“. Während des muslimischen Monats Ramadan war Dagan bei einem Fastenbrechen (Iftar) in Hebron.

Der Regionalratsvorsitzende merkte auf Facebook nach dem ungewöhnlichen Besuch in seiner Sukka an: „Ich hatte die Ehre, eine Delegation von Scheichs und örtlichen arabischen Führern, die am Bahrain-Workshop teilgenommen hatten, zu einer Mahlzeit anlässlich unseres Laubhüttenfestes zu Gast zu haben – aus Ramallah, Bethlehem und Hebron. Unter ihnen waren auch beduinische Führer.“ Dagan ergänzte: „Die ehrwürdigen Scheichs und Anführer wünschten den Bewohnern von Samaria und dem gesamten Volk Israel ein frohes Fest.“

Von: eh

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Fri, 18 Oct 2019 11:13:00 +0200
<![CDATA[Israel kritisiert Wahl Venezuelas in den Menschenrechtsrat]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/18/israel-kritisiert-wahl-venezuelas-in-den-menschenrechtsrat/ Israel kritisiert die Wahl Venezuelas in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Botschafter Danny Danon sagte nach der Entscheidung am Donnerstag: „Der Menschenrechtsrat fährt fort, Menschenrechte aufzugeben und arbeitet nun für den Schutz von Diktatoren und Kriegsverbrechen.“ Israel hat den venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Die sozialistische Diktatur erhielt 105 von 193 Stimmen. Auch Deutschland bekommt von 2020 bis 2022 einen Sitz in dem Gremium. Außenminister Heiko Maas (SPD) nannte dies einen „Vertrauensbeweis“.

Von: tk

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Fri, 18 Oct 2019 10:57:00 +0200
<![CDATA[Amnesty International stellt Israel an den Pranger]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/17/amnesty-international-stellt-israel-an-den-pranger/ Die Organisation Amnesty International hat am Dienstag ein Kurzvideo zu der Frage „Was sind die besetzten palästinensischen Gebiete?“ auf Facebook gepostet. Darin behauptet Amnesty unter anderem, Siedlungen seien illegal und Israel verletze „systematisch“ die Rechte der Palästinenser. Die Ursachen der Besatzung oder palästinensischer Terror bleiben unerwähnt. In dem Video wirft die Organisation Unterkunftsvermittlern wie Airbnb vor, von der Besatzung zu profitieren. Ein entsprechender Disput hatte im April sein vorläufiges Ende gefunden.

Von: df

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Thu, 17 Oct 2019 12:12:00 +0200
<![CDATA[Arabischsprachige Christen beten in Grabeskirche für Kurden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/17/arabischsprachige-christen-beten-in-grabeskirche-fuer-kurden/ JERUSALEM (inn) – Arabischsprachige Christen unterschiedlicher Konfessionen haben am Dienstagabend in Jerusalem für Kurden in Nordost-Syrien gebetet, die von der türkischen Offensive betroffen sind. Sie versammelten sich dafür in der Grabeskirche. Dazu eingeladen hatte die jüdisch-christliche Organisation „Jerusalemite Initiative“ (Jerusalemer Initiative).

In der Einladung auf Facebook hieß es, die Christen wollten Gott um Eingreifen bitten zugunsten der Kurden und Christen im Kampfgebiet – „mit übernatürlichen Wundern und göttlichem Schutz. Dass Regierungen handeln. Für ein friedliches Ende des syrischen Krieges“.

Bereits am Samstag hatte die Jerusalemer Initiative eine jüdisch-christliche Solidaritätskundgebung organisiert. Auch sie lenkte den Blick auf Kurden und Christen im Nordosten Syriens, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet.

Von: eh

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Thu, 17 Oct 2019 11:39:00 +0200
<![CDATA[Bibelquiz-Gewinner und Zweitplatzierte verloben sich]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/17/bibelquiz-gewinner-und-zweitplatzierte-verloben-sich/ JERUSALEM (inn) – Der Gewinner des Internationalen Bibelquiz‘ für Jugendliche 2018, Asriel Schilat, hat sich mit der damals zweitplatzierten Oria Cohen verlobt. Das gab er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ am Mittwoch bekannt. Bei dem Wettbewerb im April hatte Schilat eine Frage mehr beantworten können und damit knapp gewonnen.

Schilat stammt aus dem nordisraelischen Hatzor HaGlilit und studiert zur Zeit an der Ateret-Kohanim-Jeschiwa in Jerusalem. Cohen wohnt in Haifa und lernte an der religiösen Segula-Mädchenoberschule in Kiriat Motzkin. Beide waren zur Zeit des Wettbewerbes 17 Jahre alt.

Der langjährige Moderator des Wettbewerbs, Avschalom Kor, gratulierte dem Paar mit den Worten: „Es gibt nichts Großartigeres als die Liebe der israelischen Nation zum Buch der Bücher und die Liebe einer Braut und eines Bräutigams, die sowohl das Buch als auch einander lieben.“ Schilat bedankte sich und wünschte „allen Gratulanten viel Segen“.

Das Internationale Bibelquiz findet traditionell am israelischen Unabhängigkeitstag statt. An ihm nehmen Jugendliche jüdischer Religionsschulen aus aller Welt teil. 2018 war der Unabhängigkeitstag am 19. April.

Von: tk

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Thu, 17 Oct 2019 11:03:00 +0200
<![CDATA[Talentwettbewerb für junge Palästinenser in Gaza]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/10/17/talentwettbewerb-fuer-junge-palaestinenser-in-gaza/ Mit Unterstützung der Europäischen Union hat das Scharek-Jugendforum in Gaza einen Talentwettbewerb veranstaltet. Etwa 600 Palästinenser im Alter zwischen 13 und 35 Jahren hatten sich mit Videos beworben, 60 durften ihre Künste einer Jury vorführen. Von ihnen traten elf am Dienstag beim Gaza-Sommerfestival auf, drei erhielten eine Auszeichnung. Der EU-Gesandte in Jerusalem, Tomas Niklasson, sagte bei der Feier, die Jugend in Gaza habe seit 2007 viel verloren, aber nicht Stärke, Hoffnung oder Talent. Für den Wettbewerb stand der Hashtag #MyTalentisFree (Mein Talent ist frei).

Von: eh

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Thu, 17 Oct 2019 11:01:00 +0200
<![CDATA[Neues Israelnetz Magazin beschreibt das Leben russischer Juden in Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/10/17/neues-israelnetz-magazin-beschreibt-das-leben-russischer-juden-in-israel/ Vor 30 Jahren öffnete sich durch den Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch des Ostblocks auch eine Chance für Juden in der Sowjetunion: 1,1 Millionen kamen in der Folgezeit nach Israel. Wie es ihnen und ihren Nachkommen heute geht, erfahren Sie in der neuen Ausgabe 5/2019 unserer Zeitschrift „Israelnetz Magazin“. Lesen Sie außerdem, wie die AfD nach einer Haltung zum jüdischen Staat sucht. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441/56677-00, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Weitergeben zu.

Von: inn

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Thu, 17 Oct 2019 10:40:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 17. Oktober 2019]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2019/10/17/nachrichten-vom-17-oktober-2019/ Thu, 17 Oct 2019 10:26:00 +0200 <![CDATA[Die aktuellen Knesset-Fraktionen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/17/die-aktuellen-knesset-fraktionen/ JERUSALEM (inn) – Bei den September-Wahlen haben neun Listen den Einzug in die Knesset geschafft. Das Bündnis Jamina löste sich am vergangenen Donnerstag jedoch auf. Die „Neue Rechte“ und das „Jüdische Haus“ bilden nun eine jeweils eigene Fraktion mit drei beziehungsweise vier Sitzen.

Von: df

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Thu, 17 Oct 2019 08:23:00 +0200
<![CDATA[Aaronitischer Segen an der Westmauer]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/16/aaronitischer-segen-an-der-westmauer/ JERUSALEM (inn) – In jedem Morgengebet segnen Angehörige der Cohanim, des Priestergeschlechts, die jüdische Gemeinde. Seit 1970 geschieht das zweimal jährlich unter großem Interesse der Öffentlichkeit an der Klagemauer.

Geleitet wird der Segen derzeit von den beiden Oberrabbinern David Lau und Jitzchak Josef, sowie dem für die Klagemauer zuständigen Rabbiner Schmuel Rabinovitsch. Am Mittwochmorgen nahm auch wieder der Botschafter der USA, David Friedman, am Priestersegen teil. Auch er ist Cohen und hatte in der Vergangenheit von „einem großen Vorrecht“ gesprochen, ein Cohen zu sein „und eine Gelegenheit zu erhalten, das Volk Israel von der Klagemauer aus zu segnen“.

Der Birkat Cohanim, der Priestersegen, ist in 4. Mose 6 festgeschrieben. Als das Volk Israel in der Wüste lagerte, redete Gott mit Mose darüber, dass Aaron und seine Nachkommen Israel segnen sollten: „Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.“

Wenn die Cohanim den Segen aussprechen, bedecken sie ihre Köpfe und den Oberkörper mit dem Gebetsschal, erheben ihre Arme und stehen mit dem Rücken zur Gemeinde, in Richtung des Toraschreins. Der Kantor liest jedes einzelne Wort vor und die Cohanim wiederholen es. Weil der Segen aus drei Versen besteht, wird er auch als der „dreifaltige Segen“ bezeichnet.

„Warum sollten wir den Segen nicht mit Nichtjuden teilen?“

Die jüdische Tradition erwähnt Rabbi Jehuda HaChassid und sein Buch „HaChassid“, das er vor circa 700 Jahren schrieb. Dort wird von einer Zeremonie auf dem Ölberg gesprochen: „Wenn 300 Cohanim auf dem Ölberg stehen und den Priestersegen sprechen, wird der Messias ganz sicher kommen.“ Im Jahr 1970, während des Zermürbungskrieges, erinnerte sich Rabbiner Menachem Mendel Gafner mit seinen Freunden an diese Überlieferung. Sie überlegten, ob sie die öffentliche Segnung auf dem Ölberg oder an der Klagemauer abhalten sollten. Sie entschieden sich für die Klagemauer. Seitdem wird dort der Segen zu den Halbfeiertagen von Pessach und Sukkot über Lautsprecher übertragen.

Rabbi Gafner erinnerte an die Erneuerung der Pessachfeier unter König Hiskia. In 2. Chronik 30 steht im letzten Vers: „Und die Priester und die Leviten standen auf und segneten das Volk, und ihre Stimme wurde erhört, und ihr Gebet kam in Gottes heilige Wohnung im Himmel.“ Auch wenn der Segen zunächst den Juden zugesprochen ist, kommen auch viele Nichtjuden, um sich durch die Priester segnen zu lassen. Ein ultra-orthodoxer Jude sagt: „Die Priester sind die Gesandten Gottes. Durch sie empfangen wir seinen Segen. Warum sollten wir diesen nicht auch mit Nichtjuden teilen?“

Große Freude im Himmel

Ein anderer Pilger ist Juval, er ist aus dem Norden des Landes gekommen: „Der heiligste Ort im Judentum ist Jerusalem. Und in Jerusalem natürlich der Platz des ehemaligen Tempels. Die Westmauer ist dem Allerheiligsten am nächsten und wenn du es geschafft hast, hier, an der Klagemauer, diesen Segen zugesprochen zu bekommen, heißt das, dass eine große Freude im Himmel über dich herrscht“, sprudelt der fünffache Familienvater vor Freude. „Als ich meinem Sohn erzählte, dass wir zum Priestersegen nach Jerusalem fahren, fiel es ihm gar nicht schwer, früh aufzustehen und die lange Fahrt anzutreten.“

Der neunjährige Jakir nickt zustimmend, und sein Vater erklärt weiter: „Wenn dieser Segen laut über dem ganzen Volk ausgesprochen wird, hat das eine Wirkung für das Volk und für jeden Einzelnen. Der Segen bringt Frieden, sowie geistlichen und materiellen Wohlstand.“

Rut und Eitan sind aus Netivot gekommen: „Wir sind etwa zwei Stunden gefahren. Unsere vier Kinder haben wir zu Hause gelassen, hier ist zu viel los.“ Dass sie zu spät gekommen sind und den Segen verpasst haben, stört die jungen Leute nicht: „Ja, gerne hätten wir den Priestersegen empfangen, aber wir sind doch trotzdem nun zum Laubhüttenfest in Jerusalem. Gott hat uns schon gesegnet. Chag sameach, frohes Fest.“

Von: mh

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Wed, 16 Oct 2019 14:26:00 +0200
<![CDATA[Saudische Fußballer spielen erstmals im Westjordanland]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/10/16/saudische-fussballer-spielen-erstmals-im-westjordanland/ AL-RAM (inn) – Erstmals hat die saudi-arabische Fußball-Nationalmannschaft im Westjordanland gegen das palästinensische Team gespielt. Am Dienstag trennten sich die Mannschaften im Faisal al-Husseini-Stadion der Stadt Al-Ram nahe Jerusalem mit einem torlosen Unentschieden. Es war ein Qualifikationsspiel sowohl für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar als auch die Asienmeisterschaft 2023.

Das Ereignis bricht mit der Norm, denn die Saudis ließen ihre Spieler bisher nicht in den palästinensisch verwalteten Gebieten antreten. Grund ist, dass sie für die Einreise eine Erlaubnis Israels einholen müssen. Einige betrachten dies als Anerkennung Israels.

Unterstützung für wen?

Die Saudis reisten auf Einladung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an. Der Chef des palästinensischen Fußballverbandes, Dschibril Radschub, zeigte sich hocherfreut über die Austragung des Spiels. Es zeige Riads Unterstützung für die palästinensische Sache.

Die Israelboykottbewegung BDS hingegen teilte mit, sie könne sich den Schritt nur „im Kontext einer Normalisierung“ erklären und nannte dies „gefährlich“. Sie zieht Vergleiche zur Tendenz arabischer Staaten, israelische Sportler verschiedener Disziplinen die Teilnahme an Wettkämpfen auf ihrem Boden zu erlauben – wie beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Oman. Insgesamt sei eine Zunahme politischer Zusammenarbeit zu beobachten. Der Besuch des saudischen Teams sei „Teil der Versuche, das palästinensische Anliegen durch den US-israelischen sogenannten Deal des Jahrhunderts zu liquidieren“.

Der katarische Sender „Al-Dschasira“ zitiert und übersetzt zudem beispielhaft Kommentare palästinensischer Twitter-Nutzer. Einige schreiben unter dem Hashtag „Normalisierung ist Verrat“ Dinge wie: „Verdammt seien das saudische Team und diejenigen, die es eingeladen haben.“ Sie kritisierten auch den Besuch einiger arabischer Spieler auf dem Tempelberg unter dem Schutz israelischer Sicherheitskräfte.

Enormer Andrang

Der saudische Fußball-Chef Jasser al-Maschal sagte hingegen: „Ich habe schon viele Länder besucht, aber ich habe nirgends dieses Maß an Liebe, Wertschätzung und Gastfreundschaft erfahren wie in Palästina.“ Die 8.000 Tickets wurden kostenlos vergeben. Nach Schätzung des israelischen Senders „Kanal 12“ kamen aber circa 20.000 Zuschauer. Die Fans sangen laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Gott, Palästina und Jerusalem sind arabisch.“

„Palästina“ spielt für die WM-Qualifikation in Gruppe des asiatischen Fußballverbandes AFC. Angeführt wird diese zur Zeit von Usbekistan mit 6 Punkten aus drei Spielen, gefolgt von Saudi-Arabien (5). Die Palästinenser (4) rangieren auf dem dritten Platz. In die nächste Qualifikationsrunde kommen die Sieger der acht Gruppen sowie die vier besten Zweitplatzierten.

Von: tk

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Wed, 16 Oct 2019 14:20:00 +0200
<![CDATA[„Israel Trail“ führt an Massada vorbei]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2019/10/16/israel-trail-fuehrt-an-massada-vorbei/ ARAD (inn) – Der nationale Wanderweg, der durch ganz Israel führt, ist länger geworden. Am Dienstag gab die Gesellschaft für Naturschutz den neuen Abschnitt für die Öffentlichkeit frei. Er führt von Arad in der Wüste Juda bis zum Ramon-Krater.

„Die Veränderung hatte das Ziel, die Wüste Juda in die Route des Pfades aufzunehmen, wegen ihrer besonderen Landschaften und Stätten. Dazu gehören Massada und das Tote Meer“, zitiert die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ Itzik Ben Dov. Er koordiniert bei der Naturschutzgesellschaft die Kennzeichnung der Pfade.

Neue Route 50 Kilometer länger

Eine Verbindung zwischen den beiden Punkten gab es auch vorher schon, aber sie war deutlich kürzer: Für die 40 Kilometer veranschlagten die Verantwortlichen zwei Tage Wanderzeit. Die neue Strecke umfasst 90 Kilometer, damit verlängert sich die Gehzeit um zwei bis drei Tage.

Wer daran interessiert ist, kann jedoch auch die alte Route nutzen. Wegweiser an den beiden Ausgangspunkten im Norden und Süden informieren über die beiden Alternativen.

Der „Israel National Trail“ wurde 1995 eingeweiht. Die Initiative kam von der Gesellschaft für Naturschutz. Der Wanderweg führt vom Kibbutz Dan an der Nordgrenze bis nach Eilat am Roten Meer. Die Gesamtlänge beträgt etwa 1.100 Kilometer.

Von: eh

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Wed, 16 Oct 2019 11:56:00 +0200
<![CDATA[Erste Herbststürme führen zu Stromausfall]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/16/erste-herbststuerme-fuehren-zu-stromausfall/ Stürmisches Wetter und Regenfälle haben am Dienstag in mehreren Teilen Israels Stromausfälle verursacht. Betroffen waren vor allem die Region um Haifa und der Norden. Teilweise mussten die Bewohner viele Stunden warten, bis die Schäden repariert waren. Wegen des Laubhüttenfestes hatten viele Mitarbeiter der Stromgesellschaft frei. Am Strand von Sikim in der Nähe von Aschkelon wurden fünf Mitglieder einer Familie von einem Blitz getroffen. Ein 14-Jähriger erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Von: eh

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Wed, 16 Oct 2019 11:52:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu gratuliert Abij Ahmed zum Nobelpreis]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/16/netanjahu-gratuliert-abij-ahmed-zum-nobelpreis/ Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat seinem äthiopischen Amtskollegen Abij Ahmed zum Friedensnobelpreis gratuliert. Wie das Regierungsamt in Jerusalem am Dienstag mitteilte, lud Ahmed Netanjahu bei dem Gespräch zu einem Staatsbesuch nach Äthiopien ein. Erst Anfang September hatte Ahmed Israel besucht. Den Friedensnobelpreis erhielt der 43-jährige Christ für seine Initiative, den Krieg zwischen seinem Land und dem nördlichen Nachbarn Eritrea zu beenden.

Von: df

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Wed, 16 Oct 2019 11:40:00 +0200
<![CDATA[Linksjugend in NRW fordert Intifada]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/16/linksjugend-in-nrw-fordert-intifada/ Auf einer Solidaritätsdemonstration für die syrischen Kurden wurde am Samstag in Köln ein Banner mit der Aufschrift „Palästina, Kurdistan! Intifada, Serhildan“ gezeigt. Einige Twitter-Nutzer schrieben es zunächst der nordrhein-westfälischen Jugendorganisation der Partei „Die Linke“ zu. Die Gruppe reagierte in einer Pressemitteilung: Das Banner stamme nicht von ihr, dennoch „finden wir die Aussage doch sehr sympathisch“. Intifada und Serhildan bedeuteten „Kampf gegen Unterdrückung“ heißt es auf der Webseite.

Von: tk

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Wed, 16 Oct 2019 10:32:00 +0200
<![CDATA[Israel wird Land an Jordanien abgeben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/15/israel-wird-land-an-jordanien-abgeben/ JERUSALEM (inn) – Dutzende israelische Landwirte sehen einer unsicheren Zukunft entgegen. Sie wurden informiert, dass das Land, das sie seit Jahrzehnten bearbeiten, bald an Jordanien zurückgegeben werde. Dabei geht es um zwei Parzellen: Naharajim im Jordantal – im Arabischen bekannt als Baqura – und Zofar oder Ghumar, das in der Arava-Region im Süden Israels gelegen ist. Es handelt sich um insgesamt etwa 1.000 Dunam (247 Morgen). Zu diesen Enklaven gehört auch die „Insel des Friedens“, ein Park am Zusammenfluss von Jordan und Jarmuk.

Eine Sonderklausel im Friedensvertrag von 1994 zwischen den Ländern erlaubte es Israel, die Nutzung des Landes für 25 Jahre beizubehalten. Damit verbunden war die Maßgabe, dass der Pachtvertrag routinemäßig verlängert werde. Im Oktober 2018 kündigte König Abdullah II. jedoch inmitten innerer Unruhen in Jordanien Pläne zur Beendigung des Pachtvertrags an. Trotz Bemühungen der israelischen Regierung waren die Verhandlungen zur Gewährleistung des weiteren Zugangs zu den Gebieten erfolglos.

„Der Staat hat nicht für dieses Land gekämpft“

Oren Re'uveni, ein Plantagenbesitzer beim Kibbutz Aschdot Ja'akov Ihud, fünf Kilometer südlich des Sees Genezareth, gibt sich wenig optimistisch: „Ich glaube nicht, dass jemand eine Ahnung hat, was als nächstes kommt, und die Tatsache, dass es eine Übergangsregierung gibt, hilft der Situation nicht“, erklärt er mit Blick auf die Lage nach den Knessetwahlen.

Die Entscheidung Jordaniens, den Pachtvertrag nicht zu verlängern, sei in der Rückschau vorhersehbar gewesen: Jordanische Offiziere, die die Anlage bewachten, hätten den israelischen Bauern und ihren Arbeitern den Zugang zu dem Land verweigert. „Damals dachten wir einfach, die Jordanier würden ihre Muskeln spielen lassen. Wir wussten nicht, dass sie die Rückgabe des Landes verlangen würden. Im Nachhinein kann ich sagen, dass sie die Grundlagen dafür gelegt haben“, sagt Re'uveni.

Die lokalen Bauern hätten wegen der ungewissen Zukunft seit mehreren Jahren nur pflegeleichte Kulturen in Naharajim angebaut. „All die Jahre wussten wir, dass dieser Bereich eine politische Bedeutung hat, die weit über die Landwirtschaft hinausgeht, weshalb Israel ihn behalten musste. Plötzlich änderte die Regierung die Richtung komplett. Wir dachten, dass jetzt, da die Jordanier mehr Wasser aus Israel bekommen haben, das Problem gelöst sein würde, aber der Staat hat nicht für dieses Land gekämpft“, sagte er.

Israel hat sich im Rahmen des Friedensvertrags bereit erklärt, Jordanien, das unter einer Wasserkrise leidet, mit 45 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr zu versorgen. In den letzten Jahren wurde diese Menge auf 55 Millionen Kubikmeter Wasser erhöht. Angesichts der wachsenden Herausforderung, Flüchtlinge des Bürgerkriegs in Syrien aufzunehmen, hat Amman 2018 erneut an Israel appelliert, die Jahresquote auf 100 Millionen Kubikmeter zu erhöhen.

Politische Spiele denkbar

Der Leiter des Regionalrats des Jordantals, Idan Greenbaum, sieht ebenfalls wenig Grund für Optimismus: „Es gibt Gespräche mit den Jordaniern und wir hoffen, eine Einigung zu erzielen. Das israelische Außenministerium arbeitet mit dem jordanischen zusammen, und der Nationale Sicherheitsrat ist ebenfalls mit Amman im Gespräch, aber im Moment glaube ich nicht, dass die Erfolgsaussichten hoch sind.“ Weiter sagt er: „Es wäre bedauerlich, wenn das Land, das seit über 70 Jahren von den Aschdot-Kibbutzim bewirtschaftet wird, an die Jordanier abgetreten wird. Und es widerspricht dem Geist des Friedensvertrages zwischen König Hussein und Jitzchak Rabin. Wir sind mit diesem Land verbunden. In den härteren Zeiten der Vergangenheit gaben die Menschen ihr Leben, um dieses Land weiter zu bearbeiten“

Laut Greenbaum ist die jordanische Entscheidung ein Versuch, Israel in anderen Fragen unter Druck zu setzen, wie zum Beispiel der Erhöhung der jährlichen Wasserzuteilung. Israel hat auch ein gemeinsames Projekt mit Jordanien in die Länge gezogen: den Bau eines Kanals vom Roten Meer zum Toten Meer. Das Abkommen über den Kanal wurde 2013 unterzeichnet. Der Kanal soll dazu beitragen, die Wasserknappheit in Jordanien zu lindern und gleichzeitig das schrumpfende Tote Meer wieder aufzufüllen. Aber es muss noch umgesetzt werden.

Das Außenministerium lehnte es ab, eine Stellungnahme abzugeben, und verwies an den Nationalen Sicherheitsrat, der mit der Aushandlung der Angelegenheit mit dem Haschemitischen Königreich beauftragt ist. Eine diplomatische Quelle bestätigte, dass „tatsächlich diplomatische Gespräche zu diesem Thema stattfinden, an denen der Nationale Sicherheitsrat und das Außenministerium beteiligt sind. Natürlich kann das Thema nicht näher erläutert werden. Gleichzeitig finden Gespräche zwischen dem amtierenden Stabschef im Büro des Premierministers und den Leitern der Gemeinderäte statt“.

Eine beschlossene Sache

Seitens der jordanischen Regierung ist zu hören, dass das Land Anfang November unter Jordaniens Kontrolle kommen soll. Der jordanische Journalist Daud Kuttab hat das nach einer entsprechenden Anfrage erfahren. Laut Kuttab konzentrieren sich die laufenden Verhandlungen auf technische Fragen der Landabgabe. „Dieses Thema hat in Jordanien eine große politische Bedeutung“, erklärte er. „Die Leute setzten die Regierung unter Druck und warteten auf den Oktober. Soweit ich weiß, gab es keinen echten Versuch, über eine Verlängerung des Pachtvertrags zu verhandeln, und selbst wenn ein Versuch unternommen worden wäre, hätte die jordanische Regierung Nein gesagt.“

Der ehemalige israelische Botschafter in Amman, Oded Eran, ist ebenfalls der Ansicht, dass die Diskussion für Jordanien abgeschlossen ist: „An diesem Punkt haben die Jordanier beschlossen, das Abkommen, mit dem Israel beide Enklaven für weitere 25 Jahre behalten kann, nicht zu verlängern. Die Ländereien stehen unter jordanischer Herrschaft und wurden von Israel betreut. Jetzt müssen sie zurückgegeben werden.“

Jordanien habe diese Entscheidung vor einem Jahr getroffen, behauptet Eran und fügt hinzu, dass die Annexionserklärung des Jordantals von Netanjahu „zu einer hitzigen Diskussion im Parlament von Jordanien geführt hat. Einige Gesetzgeber hätten den König aufgefordert, den Friedensvertrag zu kündigen, aber das ist eine Absichtserklärung. Niemand will sie umsetzen“.

Erheblicher interner Druck

Eran zufolge betrachtet Jordanien die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu Israel weiterhin als zentrales Anliegen: „Aber die Regierung in Amman steht nach wie vor unter erheblichem internen Druck. Für König Abdullah ist die Entscheidung gegen die Verlängerung des Mietvertrages über Naharajim und Zofar ein Weg, um die Abgeordneten zu beruhigen, die sich dem Vertrag widersetzen, ohne ihn tatsächlich zu verletzen.“

Laut Re'uveni stellt die Reduzierung der israelischen Präsenz in der Region ein Sicherheitsrisiko dar. Denn wenn das Regime in Jordanien destabilisiert werden sollte, könnten feindliche Elemente leichter die Grenze überwinden und nach Israel eindringen.

„Wir alle wissen, wie die Dinge im Nahen Osten laufen. Plötzlich könnte ich aufwachen und der Islamische Staat oder andere feindliche Elemente werden meinen Kibbutz umgeben“, sagt Re'uveni. „Leute, die nicht hier wohnen, verstehen das nicht – sie halten es für lächerlich.“

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 15 Oct 2019 15:10:00 +0200
<![CDATA[Trump schwört Israel die Treue]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/15/trump-schwoert-israel-die-treue/ WASHINGTON (inn) – US-Präsident Donald Trump hat angesichts des amerikanischen Truppenabzugs aus Nordost-Syrien seine Unterstützung für Israel betont. Auf dem jährlichen Gipfel der „Werte-Wähler“ sagte er: „Wir stehen zu unserem engen Freund und Partner, dem Staat Israel.“ Führende US-Politiker der Demokraten wie Republikaner hatten Trump vorgeworfen, die verbündeten Kurden im Stich zu lassen und dem Einmarsch der Türkei preiszugeben. Dies sei ein besorgniserregendes Signal für andere Verbündete, insbesondere Israel.

Mit dem amerikanischen Truppenabzug erfüllt Trump ein Wahlkampfversprechen. In seiner Rede erklärte er: „Wir haben acht Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben, tausende amerikanische Soldaten haben ihr Leben gelassen, zehntausende wurden verwundet.“ Amerika wolle keinen weiteren 19-jährigen Krieg, in dem es die Polizei für ein ganzes Land spiele. „Der Einsatz in Syrien sollte zunächst 30 Tage dauern, mittlerweile sind wir dort zehn Jahre. Diese Kriege enden nie. Wir müssen unsere großartigen Soldaten aus diesen endlosen Kriegen zurückbringen.“

Trump gab zu, mit seiner Ansicht „ziemlich einsam“ dazustehen, sagte aber über die Kurden: „Vergessen Sie nicht: Sie kämpfen für ihr eigenes Land. Sie haben uns auch nicht geholfen, für unser Land zu kämpfen.“ Außerdem habe Amerika sie nicht im Stich gelassen: „Wir helfen ihnen.“

Gegen die Türkei, deren Truppen in Nordost-Syrien einmarschiert sind, verhängte Trump am Montag Sanktionen. Ein geplantes Handelsabkommen über 100 Milliarden Dollar wurde auf Eis gelegt und Zölle auf türkischen Stahl auf 50 Prozent angehoben. Wenn nötig, sollen weitere Strafmaßnahmen folgen. „Ich bin bereit, die türkische Wirtschaft zu zerstören, wenn die türkischen Führer diesen gefährlichen und zerstörerischen Weg weiter verfolgen“, sagte Trump. Vizepräsident Mike Pence soll in Kürze nach Ankara reisen, um zwischen Türken und Kurden zu vermitteln.

Türkei stößt auf Widerstand

Der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan will die Miliz YPG der halbautonomen Kurdenregion von seiner Grenze verdrängen. Die Türkei betrachtet sie als Terror-Organisation. Gegen die Schwesterorganisation, den militärischen Arm der Arbeiterpartei PKK, geht die Türkei auf eigenem Boden seit Jahren vor. Auf syrischer Seite soll entlang der Grenze eine sogenannte Sicherheitszone entstehen, in der syrische Flüchtlinge angesiedelt werden.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu schrieb auf Twitter: „Israel verurteilt die türkische Invasion in die kurdischen Gebiete scharf und warnt vor ethnischer Säuberung.“ Zugleich bot er humanitäre Hilfe an. Israelische Reservisten haben gar eine Petition gestartet, in der sie fordern: „Als Israelis und Juden dürfen wir nicht zusehen, wie eine andere Nation von Verbündeten verlassen wird und schutzlos ist.“ Für den Nachmittag des heutigen Dienstags haben israelische Veteranen einen pro-kurdischen Protest vor der türkischen Botschaft in Tel Aviv angekündigt. Am Samstag hatte bereits eine christlich-jüdische Gruppe in Jerusalem protestiert. Israel unterhält freundschaftliche Kontakte zu den Kurden und unterstützt ihre Unabhängigkeitsbestrebungen.

Auch die Europäische Union hat die türkischen Aktionen verurteilt. Mittlerweile hat sich die syrische Armee eingeschaltet, um den Kurden gegen die Türkei beizustehen.

Von: tk

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Tue, 15 Oct 2019 14:31:00 +0200
<![CDATA[Angeklagter nach Angriff auf israelischen Professor verurteilt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/15/angeklagter-nach-angriff-auf-israelischen-professor-verurteilt/ BONN (inn) – Das Bonner Amtsgericht hat am Montag einen 21-Jährigen mit palästinensischen Wurzeln zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Grund war ein Angriff auf einen israelischen Gastprofessor im Juli 2018. Der Angeklagte hatte den damals 50-jährigen Juden beschimpft, geschubst und ihm mehrmals die Kippa vom Kopf geschlagen. Das Motiv war antisemitisch.

Insgesamt muss der junge Mann für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Darin enthalten ist eine bestehende Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten, wie der „Bonner General-Anzeiger“ berichtet. Die Anklagepunkte lauten auf Volksverhetzung, Beleidigung, Nötigung und Schwarzfahren. Das Gericht folgte mit dem Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte höchstens vier Jahre gefordert.

Das Opfer des antisemitischen Angriffes ist der israelische Gastprofessor Jitzchak Jochanan Melamed, der im US-amerikanischen Baltimore lebt und Philosophie lehrt. Er war für einen Vortrag nach Bonn gekommen. Prekär an dem Vorfall im Bonner Hofgarten ist, dass die herbeigerufene Polizei offenbar zunächst Täter und Opfer verwechselte. Und so erschien der Israeli nicht beim Prozess, weil er kein Vertrauen zu deutschen Strafverfolgungsbehörden habe. Als Nebenkläger vertraten ihn seine Anwälte.

Israeli: Brutalität der Polizei schlimmer als der Angriff

Melamed hat in einer Stellungnahme scharf kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen vier Beamte im März einstellte. Er sieht sich als Opfer eines doppelten Angriffes: zuerst vom Angeklagten und dann von einer „Gang von vier Bonner Polizeibeamten“. Den ersten Angriff habe er als „unangenehm“ empfunden. Doch viel schlimmer sei die Brutalität der Bonner Polizisten.

Auch wirft der Israeli den deutschen Behörden vor, den Fall vertuschen zu wollen, indem sie Feindseligkeiten gegen Minderheiten und Immigranten schürten. Er habe aus der Auseinandersetzung mit den Polizisten ein blaues Auge davongetragen. Doch das sei fälschlicherweise dem Angeklagten angelastet worden.

Der Verurteilte leidet nach Auffassung medizinischer Experten unter psychischen Störungen. Diese seien möglicherweise durch Drogenkonsum verstärkt worden. Bei seinen Gesprächen mit Ermittlern trat ein tief sitzender Antisemitismus zutage. Unter anderem soll er gesagt haben: „Ich bin Hitler Nummer 2“ und „Ich steche alle Juden ab!“. Bei dem Angriff selbst schrie er laut Anklage: „Du bist Jude!“ und „Kein Jude in Deutschland“. Doch mittlerweile hat sich der 21-Jährige von seinen Äußerungen distanziert – auch, weil er in der Haft einen Juden kennengelernt habe. In der Verhandlung hat er gestanden, den Professor getreten und beschimpft zu haben.

Von: eh

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Tue, 15 Oct 2019 11:37:00 +0200
<![CDATA[„Deutsche Welle“ eröffnet Büro in Beirut]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/10/15/deutsche-welle-eroeffnet-buero-in-beirut/ Die „Deutsche Welle“ (DW) hat am Samstag ein Büro in Beirut eröffnet. Es soll dem Auslandsrundfunk als Basis für seine Aktivitäten im Nahen Osten dienen. Durch die Präsenz vor Ort sei der Sender in der Lage, „einen stärkeren Bezug zur Realität der Menschen zu schaffen, für die wir unser Programm machen“, sagte Programmdirektorin Gerda Meuer. Die Wahl sei auf den Libanon gefallen, weil die Pressefreiheit in dem Land gesetzlich verankert sei. An der Einweihung nahm der libanesische Informationsminister Dschamal Dscharra teil. Tags zuvor empfing Premier Saad al-Hariri die DW-Delegation.

Von: tk

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Tue, 15 Oct 2019 11:09:00 +0200
<![CDATA[Kritik an Antisemitismus-Beauftragtem Blume]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/15/kritik-an-antisemitismus-beauftragtem-blume/ Der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, steht in der Kritik. Er hatte einen Facebook-Post des Nutzers Alexander Omar Loh gelikt, in dem es hieß: „Zionisten, Nazis, Islamofaschisten und Radikale sollten sich schnell von meiner Freundschaftsliste verabschieden...!!!“ Auf Nachfrage des Publizisten Gerd Buurman sagte Blume, der Post sei nachträglich verändert worden; er halte Antizionismus für Antisemitismus. Die Aktivistin Malca Goldstein-Wolf weist darauf hin, dass der Begriff „Zionisten“ laut Bearbeitungsverlauf von Anfang an in dem Post zu lesen war.

Von: df

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Tue, 15 Oct 2019 10:46:00 +0200
<![CDATA[Aachener Kunstpreis für BDS-Unterstützer Walid Raad]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2019/10/14/aachener-kunstpreis-fuer-bds-unterstuetzer-walid-raad/ Der „Verein der Freunde des Ludwig Forums“ hat Walid Raad mit dem Aachener Kunstpreis gewürdigt. Der libanesisch-amerikanische Künstler erhält den Preis trotz seiner Unterstützung für die Israel-Boykottbewegung BDS und Antisemitismus-Vorwürfe gegen sich. Die Stadt Aachen hatte sich deswegen von der Preisverleihung zurückgezogen. Der Vorstandssprecher des Kunstvereins, Michael Müller-Vorbrüggen, erklärte im Deutschlandfunk, die Verantwortlichen hätten „nichts Stichhaltiges gegen Walid Raad gefunden“ und sich so für die Verleihung des Preises entschieden – auch ohne die Stadt Aachen.

Von: mab

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Mon, 14 Oct 2019 16:06:00 +0200
<![CDATA[Starker Tourismus von Januar bis September]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2019/10/14/starker-tourismus-von-januar-bis-september/ Israels Tourismusbranche hat einen weiteren Erfolg zu verbuchen. Von Januar bis September 2019 haben Israel insgesamt 3,5 Millionen Menschen besucht. Allein im vorherigen Monat kamen 437.000 Personen ins Heilige Land, berichtet das Zentrale Statistikbüro laut dem Wirtschaftsmagazin „Globes“. Der September ist ein beliebter Reisemonat für Urlauber. Viele Diaspora-Juden besuchen das Land für die Feiertage. Derzeit sieht es so aus, als könnte Israel 2019 den im Vorjahr aufgestellten Rekord von 4,1 Millionen Touristen überbieten.

Von: mab

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Mon, 14 Oct 2019 15:11:00 +0200
<![CDATA[Silber für israelischen Turner Dolgopyat]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2019/10/14/silber-fuer-israelischen-turner-dolgopyat/ Der israelische Turner Artem Dolgopyat hat am Samstag bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart Silber gewonnen. Für seine Bodenturnübung erhielt der 22-Jährige 15,200 Punkte. Nur der erst 19-jährige Überflieger Carlos Yulo von den Philippinen wurde besser bewertet (15,300). Den dritten Platz belegte der Chinese Xiao Ruoteng. Bereits vor zwei Jahren hatte Dolgopyat bei einer WM Silber gewonnen. Mit dem Erfolg in Stuttgart hat sich der Israeli für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert.

Von: eh

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Mon, 14 Oct 2019 15:01:00 +0200
<![CDATA[Rivlin bittet Putin um Begnadigung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/14/rivlin-bittet-putin-um-begnadigung/ MOSKAU / JERUSALEM (inn) – Ein russisches Gericht hat am Freitag eine 26-jährige Israelin zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Am 9. April war Na’ama Issachar an einem Moskauer Flughafen mit neun Gramm Cannabis erwischt worden, als sie auf einem Flug von Indien nach Israel umsteigen musste. Sie wurde zunächst wegen Drogenbesitzes festgenommen. Die Gefängnisstrafe wurde ihr jedoch wegen Drogenschmuggels auferlegt.

Rivlin appelliert an Putin

Am Sonntag appellierte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin an seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin. „Na’ama hat einen schweren Fehler begangen und ihr Vergehen gestanden“, schrieb er laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. „Aber im Falle einer jungen Frau ohne Vorstrafenregister wird die schwere Strafe, die verkündet wurde, einen zutiefst destruktiven Einfluss auf ihr Leben haben.“

Rivlin dankte Russland dafür, dass es geholfen hatte, den Leichnam des Soldaten Sacharia Baumel aufzuspüren. Die sterblichen Überreste des Verschollenen waren im April in Syrien entdeckt und nach Israel überführt worden. Weiter schrieb der Präsident: „Wegen der besonderen und individuellen Umstände von Na’ama Issachars Fall appelliere ich an Ihre Gnade und Ihr Mitleid mit einem Antrag auf Ihre persönliche Intervention, um ihr eine außerordentliche Begnadigung zu gewähren.“

Das israelische Außenministerium indes hat im Fall Issachar den russischen Botschafter einbestellt. Justizminister Amir Ochana nannte die Haftstrafe „nicht verhältnismäßig, nicht logisch und nicht angemessen“. Im August wurde die junge Frau in ein Gefängnis überführt, das weit von Moskau entfernt liegt. Telefonate, Verwandtenbesuche und Briefe sind ihr nicht mehr erlaubt. Auch muss sie auf koschere Mahlzeiten verzichten. Mittlerweile wurde allerdings bekannt, dass ihre Mutter sie besuchen durfte.

Israels Premier Benjamin Netanjahu versicherte am Samstag der Mutter Jaffa Issachar, er tue alles, um Na’amas Freilassung zu bewirken. „Netanjahu hat eine Änderung des Strafmaßes und eine Erleichterung von Na’amas Haftbedingungen beantragt“, hieß es aus seinem Büro. Leider habe die russische Staatsanwaltschaft dies noch nicht akzeptiert.

Möglicherweise spekuliert Russland auf Gefangenenaustausch

Issachars Familie geht davon aus, dass Russland mit der unverhältnismäßig hohen Strafe Druck auf Israel ausüben will. Denn 2015 haben die Israelis den russischen Hacker Alexej Burkow inhaftiert. Er wurde von Interpol gesucht, die USA haben um seine Auslieferung gebeten. Das Oberste Gericht hat diese im August verfügt. Burkow hat nach eigenen Angaben über einen Freund die Familie Issachar kontaktiert und sie gebeten, sich um einen Gefangenenaustausch zu bemühen.

Ein ranghoher diplomatischer Vertreter in Israel warnte am Sonntag vor Besuchen in Russland. Solange das Land versuche, einen Austausch herbeizuführen, sollten Israelis „zweimal überlegen“, bevor sie eine solche Reise anträten, hieß es gemäß hebräischen Medien. Das Büro des israelischen Premierministers teilte mit, es bestehe keine Chance, die Auslieferung zu verhindern.

Dass die Anklage von Drogenbesitz in -schmuggel verändert wurde, ist für die Familie verdächtig. Na’ama Issachar selbst beteutert, sie habe nicht vorgehabt, die russische Grenze zu überschreiten. Daher sei sie keine Schmugglerin. Die Staatsanwälte betonen hingegen, ihre Tasche habe sich in russischem Luftraum befunden.

Mutter: Hoffentlich keine „Dreyfus-Affäre 2.0“

Jaffa Issachar veröffentlichte am Sonntag einen offenen Brief an Putin auf Hebräisch und Russisch. Darin bekundet sie die Hoffnung, dass er in den kommenden Tagen eine Freilassung ihrer Tochter verfügen könne. Sie hoffe, dass der Präsident nicht hinter der Entscheidung stehe, die Haftbedingungen zu verschlechtern – und hinter der „antisemitischen“ Maßnahme, Anhörungen für die jüdischen Feiertage Rosch HaSchanah und Jom Kippur anzusetzen.

„Herr Putin, Na’ama kann nicht ein Faustpfand für eine Person sein, die möglicherweise Sicherheitsverstöße begangen hat, möglicherweise aber auch nicht“, schreibt die Mutter mit Bezug auf Burkow. „Das ist kein fairer Handel. Ich bin sicher, Sie möchten nicht, dass die Geschichte Sie als Führungspersönlichkeit verurteilt, die hinter dem Schauprozess stand, der Dreyfus-Affäre 2.0.“

Damit bezog sie sich auf den Prozess gegen den französischen Artillerie-Hauptmann Alfred Dreyfus Ende des 19. Jahrhunderts. Der Jude wurde fälschlich des Landesverrats beschuldigt und zur Verbannung verurteilt. Der Prozess löste antisemitische Ausschreitungen aus. Der österreichische Journalist Theodor Herzl erlebte den Judenhass damals in Paris mit – die Ereignisse waren ein Auslöser für die Entstehung des politischen Zionismus.

Von: eh

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Mon, 14 Oct 2019 14:51:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser boykottieren Israels Kälber]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/10/14/palaestinenser-boykottieren-israels-kaelber/ JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Israel reagiert verärgert auf ein Einfuhrverbot israelischer Kälber und Schafe in das Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Dieses begann laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ bereits Mitte September. „Israel wird keine Boykotte jeglicher Art gegen israelische Produkte zulassen“, erklärte am Samstagabend Generalmajor Kamil Abu Rukun von der Militärbehörde COGAT, welche die Aktivitäten der israelischen Regierung in den Palästinensergebieten koordiniert. Die PA erlaubt ihren Bauern derzeit nicht, die Nutztiere von ihren israelischen Kollegen zu erwerben.

Die israelische Seite will daraufhin vorerst den Import palästinensischer Agrarprodukte einschränken. Abu Rukun erklärt laut „Jerusalem Post“: „Aufgrund der einseitigen Entscheidung der Palästinensischen Autonomiebehörde, die die Wirtschaft beider Seiten in Mitleidenschaft zieht, und nach mehreren Untersuchungen zur Lösung des Problems auf verschiedenen Ebenen, habe ich davor gewarnt, dass wir, wenn sich die Situation nicht normalisiert, nicht viele palästinensische Agrarprodukte für die Einfuhr nach Israel zulassen werden.“

Israelische Produkte durch arabische Alternativen ersetzen

Der Regierungssprecher auf der anderen Seite, Ibrahim Melhem, erklärte am Samstag laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA, dass die Autonomiebehörde „das Recht hat, ihre Importquellen zu variieren, wie im Pariser Wirtschaftsabkommen festgelegt, und sie weiterhin versuchen wird, israelische Produkte durch arabische Alternativen zu ersetzen“.

Mehlem bekräftigte zudem die Entscheidung der PA, medizinische Dienstleistungen von Krankenhäusern in Ägypten und Jordanien zu beziehen – anstatt der von israelischen Hospitälern bereitgestellten. Das Kälber-Importverbot und die Entscheidung, die Verlegung in israelische Krankenhäuser einzustellen, seien Teil des Plans, sich wirtschaftlich von Israel zu lösen.

Das Zentralkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hatte vergangenen Oktober einen Beschluss gefasst, alle Beziehungen, auch die wirtschaftlichen, mit Israel abzubrechen. Weil es in den palästinensischen Autonomiegebieten seit 2007 kein funktionierendes Parlament gibt, ist der Beschluss jedoch nicht bindend. Bestenfalls ist er eine „Empfehlung“ für den allein-herrschenden Präsidenten Mahmud Abbas.

Ein Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen, wie sie in den Pariser Verträgen von 1994 festgelegt worden sind, würde katastrophale Folgen für die Autonomiegebiete haben, analysierte Nahost-Korrespondent Ulrich W. Sahm. Etwa 130.000 Palästinenser fahren täglich nach Israel oder in die Siedlungen, um dort ihren Unterhalt zu verdienen. Rund 80 Prozent der palästinensischen Produkte werden nach Israel exportiert. Zudem ist schwer vorstellbar, wie ein kompletter Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen aussehe: Denn alle Importe aus dem Ausland werden über israelische Häfen abgewickelt.

Von: mab

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Mon, 14 Oct 2019 14:15:00 +0200