Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 19 Nov 2018 02:06:08 +0100 <![CDATA[Netanjahu ignoriert Regierungskrise]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/11/18/netanjahu-ignoriert-regierungskrise/ Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm]]> Eigentlich erwarteten die Israelis Aufklärung zu der Regierungskrise, nachdem mehrere Minister mit dem Austritt aus der Regierungskoalition gedroht hatten und klar war, dass Premier Benjamin Netanjahu die notwendige Mehrheit im Parlament verlieren würde. Sein Sturz galt schon als ausgemacht. Offen war nur noch, ob Neuwahlen im März oder erst im April stattfinden sollten.

Doch in seiner live übertragenen Presseerklärung am Sonntagabend ging Netanjahu auf die Krise gar nicht ein. Seine Kadenz werde bis November 2019 andauern und solange werde er auf seinem Posten bleiben, sagte er selbstsicher.

Mit ermüdend vielen Details schilderte er seine eigenen Heldentaten in den Kriegen und als Kämpfer von Eliteeinheiten. Er habe mehrfach das eigene Leben riskiert, nur um Israels Sicherheit und die Existenz des Staates zu retten. Auch als Außenminister habe er große Erfolge zustande gebracht. Das Land sei völlig isoliert gewesen und pflege heute beste Beziehungen mit „allen Supermächten“, mit Staaten in Afrika und Asien und sogar mit vielen Ländern in der arabischen Welt.

Vorwurf: Andere Minister machen „kleinliche Politik“

Nach seiner Rede behaupteten israelische Analytiker, dass Netanjahu eine „Wahlkampfrede“ gehalten habe, obgleich er baldige Neuwahlen ausgeschlossen habe und mit keinem Wort auf die aktuelle Krise mit seiner Koalition eingegangen sei. Seit dem Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Liberman haben andere Minister ultimative Forderungen gestellt, um von ihnen gewünschte Posten zu ergattern. Netanjahu warf jenen Ministern vor, eine „kleinliche Politik“ zu betreiben, anstatt das Wohl des Staates im Blick zu behalten.

Immerhin deutete er scharfen Kritikern aus der Bevölkerung an, möglicherweise doch eine umfassende Aktion gegen den Gazastreifen zu planen. Es werde Opfer geben, sagte er. Aber jetzt, wo er das Amt des Verteidigungsministers bekleide, wolle er das Problem des ständigen Beschusses Israels durch die Hamas im Gazastreifen „in Angriff nehmen“. Er verriet jedoch nicht, wann und wie er das vollbringen wolle.

Von: Ulrich W. Sahm

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Sun, 18 Nov 2018 20:44:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu vehement gegen Neuwahlen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/18/netanjahu-vehement-gegen-neuwahlen/ Israels Premier Benjamin Netanjahu hat sich am Sonntagabend klar gegen vorgezogene Parlamentswahlen ausgesprochen. In einer derart komplizierten Sicherheitslage „stürzt man keine Regierung“, sagte er in einer Presseerklärung in Tel Aviv. In so einer Zeit seien Neuwahlen verantwortungslos. Er habe sein gesamtes Leben der Sicherheits Israels gewidmet. Nach dem Rücktritt von Avigdor Lieberman hat Netanjahu vorerst das Amt des Verteidigungsministers übernommen. Direkt vor seiner Ansprache hatte ein Treffen mit Finanzminister Mosche Kachlon ohne Ergebnis geendet. Mehrere Fraktionen fordern Neuwahlen.

Von: eh

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Sun, 18 Nov 2018 19:33:00 +0100
<![CDATA[Neun anti-israelische Resolutionen verabschiedet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/17/neun-anti-israelische-resolutionen-verabschiedet/ Die UN-Generalversammlung hat am Freitag ihre jährliche Resolution gegen die israelische Besatzung der Golanhöhen mit 151 zu 2 Stimmen verabschiedet. Erstmals votierten die USA dagegen, anstatt sich wie in früheren Jahren zu enthalten. Die zweite Gegenstimme kam von Israel. Zudem nahm die Versammlung acht weitere anti-israelische Resolutionen an, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Dabei ging es unter anderem um israelische Bautätigkeit in Ostjerusalem und dem Westjordanland. Deutschland stimmte für acht der Resolutionen und enthielt sich einmal.

Von: eh

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Sat, 17 Nov 2018 15:13:00 +0100
<![CDATA[Kultrezepte aus Tel Aviv]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/17/kultrezepte-aus-tel-aviv/ Eine Rezension von Dana Nowak]]> Seit fast 30 Jahren lebt Reuven Rubin in Tel Aviv. Er hat die Verwandlung von einer „schäbig anmutenden Stadt, die außer einigen Falafelbuden kulinarisch wenig vorzuweisen hatte“, in eine junge, dynamische Metropole miterlebt. Sein Fazit: „Schlecht essen zu gehen ist in dieser Stadt fast unmöglich.“ Israelis seien anspruchsvoll und bewerteten neue Restaurants kritisch, schreibt Rubin in seinem Vorwort zum Buch „Tel Aviv. Die Kultrezepte“. So überlebe von 17 neugegründeten Restaurants nur eines die ersten zwei Jahre.

Für sein Buch hat er zahlreiche traditionelle und moderne Rezepte gesammelt. Darunter sind Neuinterpretationen bekannter Gerichte wie Schawarma, aber auch Klassiker wie Falafel oder das Auberginenmus Baba Ganusch. So bunt und international wie Tel Aviv sind auch die Rezepte: Da gibt es „Polnischen Kartoffelsalat“ und „Chraime – Marokkanisches Fischragout“. Sowohl für Fleischliebhaber als auch für Vegetarier ist etwas dabei. Auch Rezepte für Drinks und Süßspeisen sind enthalten, wie der Rosencreme-Pudding mit Waldbeeren von Starkoch Tom Franz. Alle Rezepte sind gut zum Nachkochen erklärt, enthalten Zeitangaben und Tipps zum Anrichten. Fast alle Zutaten sind in Deutschland gut erhältlich. Wenn sie zu exotisch sind, wie der türkische Ziegenfrischkäse „Tulum Penyniri“, werden Alternativen angeboten.

Ein kulinarischer Streifzug quer durch die Stadt

Zusammen mit dem Fotografen Arnold Pöschl hat sich Rubin auf Streifzug durch die verschiedenen Viertel und Ecken Tel Avivs begeben: Vom Alten Norden, über den Rothschild Boulevard, Sarona – die ehemalige Kolonie der Templer, bis in den Süden. Kurze Erklärungen, teils mit geschichtlichen Hintergründen, und stimmungsvollen Fotos vermitteln einen Eindruck von den jeweiligen Stadtteilen. Dazu stellt der Autor 25 Restaurants, Bars und Cafés vor. Das Besondere: Verschiedene Protagonisten aus diesen Lokalen haben Rubin für das Kochbuch Rezepte aus ihrer Speisekarte verraten.

Das Buch ist auf jeden Fall eine Bereicherung vor allem für Liebhaber der mediterranen und orientalischen Küche. Regional eingrenzen lassen sich die Rezepte aber nicht. Wie Rubin schon in seinem Vorwort schreibt: „Die bunte Mischung von Einwohnern aus über 70 Nationen hat auch die Esskultur maßgeblich geprägt.“ Aber auch wer die kulinarische Szene Tel Avivs besser kennenlernen möchte und Tipps zum Ausgehen sucht, wird seine Freude an dem Werk haben. Die Fotos der Stadt, der Menschen und der Gerichte sind eine Freude für das Auge.

Reuven Rubin, Arnold Pöschl: Tel Aviv. Die Kultrezepte, Christian, 240 Seiten, 32,99 Euro, ISBN-13: 978-3-95961-254-8

Von: Dana Nowak

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Sat, 17 Nov 2018 14:42:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu bleibt keine Wahl]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/11/16/netanjahu-bleibt-keine-wahl/ Eine Analyse von Ulrich W. Sahm]]> JERUSALEM (inn) – Am Sonntag sollen die Parteispitzen der Regierungskoalition in Israel zusammentreten und einen Termin für vorgezogene Neuwahlen absprechen. Das ergab sich nach einem zweistündigen Gespräch zwischen Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) und Bildungsminister Naftali Bennett (Jüdisches Haus) am Freitag. Infolge des überraschenden Rücktritts von Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu) vom Posten des Verteidigungsministers, weil die Regierung einen „schweren“ Schlag gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas verweigert hatte, hatte Bennett ultimativ den Posten für sich gefordert. Andernfalls werde er mit seiner Partei aus der Koalition austreten.

Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, ob Israel auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen mit einem vernichtenden Militärschlag und einer Eroberung des Küstenstreifens antworten oder aber einem von Ägypten ausgehandelten Waffenstillstand zustimmen sollte. In der israelischen Bevölkerung nimmt der Widerstand gegen die „lasche“ Regierungspolitik zu: die Hamas mit Lieferungen von Baumaterial, Millionen US-Dollar und politischen Zugeständnissen zu belohnen, während gleichzeitig allein in der vergangenen Woche mehr als 460 Raketen niedergingen, einen Mann töteten und über 80 in ihren Wohnhäusern verletzten.

Befürchtung: Waffenstillstand wird nicht halten

Netanjahu befolgt eine „gemäßigte“ Politik, weil ein umfassender Krieg zahlreiche Menschenleben kosten und Israel zwingen würde, wieder die zwei Millionen feindseligen Bewohner dort beherrschen zu müssen. Die Erfahrung lehrt die Bewohner nahe der Grenze, dass die Hamas sich auf Dauer nicht an den Waffenstillstand halten wird, solange sie gewiss sein kann, von Israel keinen tödlichen Schlag gegen ihre Herrschaft befürchten zu müssen. Gegner dieser Politik beklagen, dass Israel so die „Abschreckung“ verloren habe, was auch die Hisbollah im Libanon und andere feindselige Gruppen zu einem Schlag gegen Israel animieren könne.

Offenbar hat sich Netanjahu geweigert, dem Ultimatum von Bennett Folge zu leisten, woraufhin klar war, dass die Regierung stürzen würde. Obgleich die Kadenz seiner Regierung noch bis Ende 2019 andauern sollte, wird jetzt über Neuwahlen im Frühjahr abgestimmt werden.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 16 Nov 2018 15:00:00 +0100
<![CDATA[UNRWA-Haushalt fast komplett]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/16/unrwa-haushalt-fast-komplett/ Das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) hat seine Finanzierungskrise nahezu überwunden, das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Entstanden sei der finanzielle Engpass, nachdem US-Präsident Donald Trump die amerikanischen Zahlungen eingestellt hat, erklärte der Vorsitzende der UNRWA Pierre Krähenbühl. Mittlerweile habe man die Lücke von 446 Millionen Dollar auf 64 Millionen Dollar verkleinern können. Einen Teil dazu hat kürzlich die tschechische Regierung beigetragen. Außenminister Tomas Petříček bestätigte bei einem Besuch in Ramallah eine Spende von 220.000 Euro an das Hilfswerk.

Von: mas

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Fri, 16 Nov 2018 12:28:00 +0100
<![CDATA[Israels Botschafter in Baku ist christlicher Araber]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/16/israels-botschafter-in-baku-ist-christlicher-araber/ JERUSALEM / BAKU – Der christliche Araber George Deek wird Israels Botschafter in Aserbaidschan. Das gab das israelische Außenministerium am Donnerstag bekannt. Damit ist er der erste christliche Araber, der dieses Staatsamt bekleidet. „Wir sind stolz auf diese Ernennung, die perfekt die Integrationsfähigkeit von Israelis mit unterschiedlichen Hintergründen als Repräsentanten des Staates symbolisiert“, sagte der Pressesprecher des Außenministeriums, Emmanuel Nahschon.

In Aserbaidschan ist der Großteil der Bevölkerung muslimisch geprägt. Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ betont, ist das Land für Israel von enormer Bedeutung: Zum einen liege es an der iranischen Grenze, zum anderen liefere es dem jüdischen Staat 40 Prozent seines Öls. Außerdem sei es für Israel einer der größten Waffenmärkte auf der Welt.

Bislang war Deek im Außenministerium ranghoher Berater des Generaldirektors Juval Rotem. Im Jahr 2008 begann seine Karriere im Ministerium. Von 2009 bis 2012 sammelte er Erfahrung als stellvertretender Leiter der Botschaft in Nigeria. Von 2012 bis 2015 war er stellvertretender Leiter der israelischen Botschaft in Norwegen. Während der Operation „Starker Fels“ 2014 fungierte er zwischenzeitlich als kommissarischer Botschafter.

Großeltern wanderten illegal aus dem Libanon ein

Mit 25 Jahren begab sich Deek laut der Nachrichtenseite „Jewish Chronicle“ schon in den Diplomatendienst, nachdem er sich als Anwalt ausprobiert hatte. „Mit 14 Jahren ging ich auf eine jüdische Schule. Als einziger Araber in meiner Klasse wurde ich die Stimme der Palästinenser“, erzählte Deek im Jahr 2015 der Nachrichtenseite. Aber wie seine Klassenkameraden ihm zuhörten, habe auch er ihren Meinungen und Haltungen gelauscht. „Es fühlte sich natürlich an, mich für Araber wie Juden einzusetzen, weil wir gemeinsame Ängste und Ziele teilen“, sagte Deek über seine Schulzeit.

Seine Großeltern haben den Christen, der in Jaffa aufwuchs, dazu inspiriert, Brücken zu seinen jüdischen Mitmenschen zu bauen. Sie verließen den Libanon während des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948. Seinem Großvater sei aufgefallen, dass die Israelis nicht alle Araber töteten. Also habe er für seine Familie entschieden, illegal nach Israel einzuwandern. „Mein Großvater machte etwas Unglaubliches: Er kam nach Israel, lebte unter seinen Feinden und machte sie zu seinen Freunden“, sagte Deek.

„Es gibt keine Zweifel daran, dass das, was 1948 passierte, niederschmetternd für die Palästinenser war. Sie wurden aus ihren Häusern verdrängt, erlitten einen großen Verlust und wurden über die Welt verteilt“, sagte er. Aber die Frage sei, was man mit dieser Tragödie anfange. „Wenn sich eine Gruppe als Opfer definiert, wird sie nicht länger verantwortlich für schreckliche Verbrechen gemacht. Wenn zum Beispiel Menschen Terrorismus rechtfertigen, weil sie sagen, es sei einfach eine Reaktion, dann ist das eine tragische Perspektive“, erklärte Deek. Die einzige Möglichkeit, die Vergangenheit zu überwinden, sei eine bessere Zukunft zu schaffen. Das sei nur mit der Investition in Bildung, Wirtschaft und in die Jugend möglich.

Deek ist nicht der erste arabische Botschafter Israels. Das war Ali Jahja, der 1995 israelischer Botschafter in Finnland wurde und auch als Botschafter in Griechenland tätig war. Der neue Botschafter in Aserbaidschan ist auch als Redner bei den Organisationen „StandWithUs“ und „AIPAC“ gefragt, die sich für Israel einsetzen.

Von: mm

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Fri, 16 Nov 2018 12:26:00 +0100
<![CDATA[Einmalig in der Welt: Das „Government Press Office“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/16/einmalig-in-der-welt-das-government-press-office/ Von: Jörn Schumacher

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Fri, 16 Nov 2018 10:29:00 +0100
<![CDATA[Streit zwischen Australien und Malaysia]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/16/streit-zwischen-australien-und-malaysia/ Ein diplomatischer Streit ist zwischen Australien und Malaysia entstanden. Der australische Premier Scott Morrison hatte im Wahlkampf einen Umzug der australischen Botschaft nach Jerusalem versprochen. Malaysia, dessen Bevölkerung zu 60 Prozent muslimisch ist, äußerte seine Besorgnis. Am Freitag warf jetzt der australische Finanzminister Josh Frydenberg dem malaysischen Premier Mahathir Mohamad vor, sich in der Vergangenheit wiederholt anti-jüdisch geäußert zu haben: „Er hat Juden als hakennasig bezeichnet und die Zahl der Menschen in Frage gestellt, die im Holocaust ermordet wurden.“

Von: mm

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Fri, 16 Nov 2018 10:28:00 +0100
<![CDATA[Österreicher vermittelte zwischen Israel und Hamas]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/16/oesterreicher-vermittelte-zwischen-israel-und-hamas/ Die derzeitige Krise in Israel, darunter der Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und die Spekulationen über Neuwahlen, hat ein Österreicher indirekt mitverursacht: Martin Schlaf. Das berichtete der 2. Kanal des israelischen Fernsehens. Der Wiener Milliardär sei ein „persönlicher Freund“ von Lieberman und habe versucht, einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen auszuhandeln. Dabei habe er auch „eigene Vorschläge“ eingebracht. Die Information wurde weder von Lieberman noch vom Büro des Premierministers bestätigt.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 16 Nov 2018 10:10:00 +0100
<![CDATA[„Bevölkerungswachstum kann zu Problem werden“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/11/16/bevoelkerungswachstum-kann-zu-problem-werden/ JERUSALEM (inn) – Bis zum Jahr 2065 wird die israelische Bevölkerung auf 20 Millionen Menschen anwachsen. Das besagt laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ die Prognose des Schoresch-Instituts der Tel Aviver Universität. Demnach wäre Israel dann der am dichtesten bevölkerte Staat unter allen OECD-Ländern.

Mit 8,9 Millionen Einwohnern zählt Israel aktuell schon zu den OECD-Staaten mit der höchsten Einwohnerdichte. Hinter Belgien, den Niederlanden und Südkorea landet das Land auf Platz vier. In der Prognose für 2065 kommt Israel auf 922 Einwohner pro Quadratkilometer. Das wäre das Zweieinhalbfache des aktuellen Werts.

Israel besitzt mit durchschnittlich 3,1 Kindern die höchste Geburtenrate unter den Industrienationen. Der Präsident des Schoresch-Instituts, Dan Ben-David, sieht mit diesem eigentlich erfreulichen Wert Probleme auf den jüdischen Staat zukommen. Er warnt Israel deswegen vor Überbevölkerung, niedriger Arbeitsproduktivität und einem immer größer werdenden Spalt zwischen Arm und Reich.

Das größte Problem sieht Ben-David im Verhältnis von der sich noch nicht im arbeitsfähigen Alter befindlichen Bevölkerung und der arbeitenden Bevölkerung. Israel habe da mit 64,2 Prozent bereits jetzt den höchsten OECD-Wert. Diese wirtschaftliche Herausforderung wird laut des Professors noch zunehmen, da die Geburtenrate bei Haredim-Familien bei knapp unter sieben Kindern liegt. Nach den Daten des Zentralen Statistikamts kommen muslimische Frauen auf 3,3 Kinder, religiöse und traditionelle Juden auf 3 sowie Drusen, Christen und säkulare Juden auf 2 Kinder im Schnitt.

Arbeitsdruck auf zu wenigen Schultern verteilt

Dabei sieht der Wissenschaftler folgende Herausforderung: Der Anteil der Israelis, die sich zwar im arbeitsfähigen Alter befinden, aber trotzdem nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen, ist größer als in den meisten anderen OECD-Ländern. „Der Druck auf den Schultern derjenigen, die arbeiten, ist hoch und wird in der Zukunft noch höher werden“, sagt Ben-David.

Bei Prüfungen der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten landete Israel in den Jahren 2011 bis 2014 im internationalen Vergleich auf dem sechstletzten Platz. Arabischsprachige Schüler hätten unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Kinder der Haredim hätten gleich gar nicht an den Prüfungen teilgenommen. Auch lernten die meisten von diesen nicht die elementaren Fächer. „Die Bevölkerungsgruppen mit der größten Geburtenrate in Israel erhalten eine Bildung, die es ihnen nicht ermöglichen wird, die Entwicklung der Wirtschaft zukünftig voranzubringen“, sagt Ben-David.

Von: mm

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Fri, 16 Nov 2018 09:50:00 +0100
<![CDATA[Der Weg deutscher Marken nach Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/15/der-weg-deutscher-marken-nach-israel/ BERGISCH GLADBACH (inn) – Dass deutsche Marken und Produkte heute in Israel reichlich vertreten sind, ist aufgrund der Geschichte nicht selbstverständlich. Bis es soweit war, vergingen Jahrzehnte. Der Prozess reichte von schroffer Ablehnung über Duldung bis zur letztlichen Akzeptanz.

Eine Ausstellung in Bergisch Gladbach widmet sich derzeit diesem Thema. Unter dem Motto „Made in Germany – Deutsche Marken in Israel“ zeigt sie die einzigartige Erfolgsgeschichte der deutsch-israelischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen am Beispiel bekannter Marken und Unternehmen. Dabei informiert sie die Besucher in vier Abschnitten: Anfänge, Gemischte Gefühle, Akzeptanz und Partnerschaft. Die Anfänge reichen zurück bis zur Präsenz deutscher Marken im damaligen Osmanischen Reich und späteren britischen Mandatsgebiet Palästina vor der Machtergreifung Hitlers. Text- und Bildtafeln werden durch historisches Filmmaterial ergänzt.

„Es ist eine Geschichte von kaufmännischem Geschick und gefühlsgeladener Spannung, von Empathie und Missverständnis, vom dauernden Navigieren zwischen wirtschaftlichem Kalkül, politischem Druck und menschlichen Emotionen“, schreiben die Präsidentin der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung Hildegard Müller und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hellmuth Königshaus in einer Infobroschüre zur Ausstellung.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Mittwoch unter anderem vom Geschäftsführer der Israelisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, Grischa Alroi-Arloser. Er erinnerte anhand von Beispielen daran, dass Israel nach dem Holocaust zunächst nichts mehr mit Deutschland zu tun haben wollte. So habe in den ersten israelischen Pässen gestanden, „dieser Pass ist gültig für alle Länder dieser Welt mit Ausnahme Deutschlands“. Als Erich Kästners Buch „Pünktchen und Anton“ ins Hebräische übersetzt wurde, sei die Handlung von Berlin nach Bern verlegt worden, „weil man seinen Kindern in Israel nichts über Berlin vorlesen wollte“, sagte Alroi-Arloser.

Heute sei das anders. Auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv prangten große Werbeplakate des Sonnenbrillenlabels „Carolina Lemke Berlin“. Doch den Hersteller gibt es in Deutschland nicht. Es ist ein israelisches Unternehmen, das mit Berlin wirbt, weil die Stadt mittlerweile so beliebt bei Israelis sei. Diesen Weg, von absoluter Ablehnung bis hin zu Etikettenschwindel durch Werbung mit deutschen Namen, versuche die Ausstellung nachzuzeichnen.

FDP-Chef Lindner: Produkte belegen gelungene Aufarbeitung

Unter den Rednern war zudem FDP-Chef Christian Lindner. Er verwies darauf, dass sowohl Adolf Hitler also auch Reichsführer SS Heinrich Himmler Mercedes fuhren und der Volkswagen von Hitler selbst in Auftrag gegeben worden war. Dass deutsche Marken auf einem israelischen Markt Erfolge erzielt haben, sage viel mehr aus als nur, dass gute Produkteigenschaften zu diesem Erfolg führten, sagte Lindner. „Es sagt auch nichts aus über vertrieblerische Fähigkeiten, sondern das ist ein Beleg dafür, dass das israelische Volk willens und in der Lage war, über Jahrzehnte dem Volk der Täter, der Todfeinde und Mörder wieder die Hand zu reichen.“

Während in den 1960er und 70er Jahren die deutsche Herkunft von Marken verschwiegen und als europäisch angegeben wurde, sei in den 80er und 90er Jahren offener mit deutschen Produkteigenschaften und Werten geworben worden. Dies sei „nicht nur ein Zeichen für die Bereitschaft unserer israelischen Partner, zu Kooperation zurückzufinden, sondern es ist auch ein Beleg dafür, dass im Deutschland nach 1949 die Aufarbeitung unserer Geschichte und die Übernahme von Verantwortung für diese Geschichte gelungen ist“.

Er sei in diesem Jahr zum ersten Mal in Israel gewesen, erzählte Lindner. Besonders Tel Aviv mit seiner kulturellen Vielfalt und dem vibrierenden Innovationsgeist habe ihn fasziniert. Seiner Ansicht nach könne Deutschland von Israel mindestens zwei Dinge lernen: Zum einen die Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen. Der FDP-Politiker zitierte dazu den früheren israelischen Präsidenten Schimon Peres: „Wir haben keine Ressourcen, also müssen wir uns unseres Verstandes bedienen und etwas wagen.“ Diese Worte könnten auch ein Ansporn für Deutschland sein, das in eine gewisse Wohlstandsstagnation geraten sei.

„Israelische Lebensfreude nach Deutschland holen“

Beeindruckt habe ihn in Israel die „komprimierte Lebensfreude“, in einem Staat mit dieser Geschichte, mit durchaus auch ökonomischem Problemen, mit Bedrohung durch Terror und Krieg. Deutschland lebe umzingelt von Freunden, sei ein hochentwickelter Sozialstaat mit enorm viel Kapital, und „trotzdem ist die Stimmung bei uns immer moll“. „Lasst uns ein bisschen von der israelischen Lebensfreude nach Deutschland holen“, appellierte Lindner.

Die Ausstellung wird im Rahmen der „Deutsch-Israelischen Kulturtage Bergisch Gladbach 2018“ gezeigt. Sie ist noch bis zum 25. November im Bocker Saal, Wirtshaus am Bock, Bergisch-Gladbach zu sehen. Veranstalter sind die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Deutsch-Israelische Wirtschaftsvereinigung.

Wanderausstellung zur Geschichte Israels

Parallel ist eine zweite Ausstellung zur jüdischen Geschichte im Land Israel zu sehen. Auf bebilderten Infotafeln und anhand von Landkarten wird die Geschichte Israels erklärt: Von Abraham bis zur Gegenwart, von der Entwicklung des jungen Staates als Pioniergesellschaft zur Start-up-Nation. Themen sind unter anderem der UN-Teilungsplan, die arabischen und jüdischen Flüchtlinge und „40 Jahre Friedensprozess“ mit Auszügen aus Reden des damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat und des israelischen Premiers Menachem Begin. Zudem werden „Meilensteine aus 70 Jahren Staat Israel“ aufgezeigt. Herausgeber der Wanderausstellung ist die Israelische Botschaft in Berlin.

Von: Dana Nowak

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Thu, 15 Nov 2018 15:19:00 +0100
<![CDATA[Rivlin betont Bedeutung der Beziehungen zum Vatikan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/15/rivlin-betont-bedeutung-der-beziehungen-zum-vatikan/ Papst Franziskus hat am Donnerstag im Vatikan den israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin empfangen. Dieser wies darauf hin, dass die Hamas israelische Zivilisten und die sterblichen Überreste zweier Soldaten im Gazastreifen festhalte. Deren Rückführung sei eine Voraussetzung für eine Regelung mit den Palästinensern. „Die Hamas sorgt immer wieder für eine Verschlimmerung der Lage, indem sie die Not der Bewohner des Gazastreifens zynisch ausnutzt“, ergänzte Rivlin. Auf Facebook betonte er, die Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan seien für die Staaten von großer Bedeutung.

Von: eh

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Thu, 15 Nov 2018 14:30:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu: „Unsere Feinde haben um einen Waffenstillstand gebettelt“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/15/netanjahu-unsere-feinde-haben-um-einen-waffenstillstand-gebettelt/ SDE BOKER (inn) – Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung für Staatsgründer David Ben-Gurion seine Entscheidung bekräftigt, keine weiteren Kampfhandlungen im Gazastreifen vorzunehmen. Mit Blick auf Ben-Gurion sagte er in Sde Boker, auch dieser habe unbeliebte Entscheidungen gefällt, die sich im Laufe der Zeit aber als richtig erwiesen hätten.

Anlass für das jährliche Gedenken ist Ben-Gurions Todestag. Er starb am 1. Dezember 1973, das Gedenken richtet sich jedoch nach dem jüdischen Kalender und wird daher am 6. Tag des jüdischen Monats Kislev begangen.

Netanjahu betonte in seiner Rede weiter, in normalen Zeiten müssten Führer auf die Herzen der Menschen hören. Doch in Krisenzeiten könne die Öffentlichkeit bei den Entscheidungen nicht immer mit eingebunden werden. „In diesen Augenblicken ist Führerschaft nicht immer eine einfache Sache.“ Netanjahu versicherte den Menschen im Süden, deren Stimmen zu hören: „Sie durchdringen mein Herz.“ Aber als Regierungschef habe er das Gesamtbild im Blick behalten. „Unsere Feinde haben um einen Waffenstillstand gebettelt, und sie wissen genau, warum.“

Proteste gegen Waffenstillstand

Im Süden des Landes hatte es am Montag- und Dienstagabend Proteste gegen den Waffenstillstand gegeben. Menschen versammelten sich auf den Straßen und versperrten die Zugangsstraßen nach Aschkelon oder Sderot mit brennenden Reifen. Sie forderten ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Raketenbedrohung. Ein Junge sagte in einem Interview des israelischen Fernsehsenders „Kan“, das Leben sei in den vergangenen Tagen „eigentlich eine Existenz des Krieges“ gewesen.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte aus Protest gegen den Waffenstillstand am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt. „Ich könnte den Bürgern im Süden nicht in die Augen schauen“, begründete er den Schritt. Am Donnerstagmorgen reichte er bei Netanjahu das Rücktrittsersuch ein.

Für Unmut sorgte eine Äußerung des israelischen Ministers für regionale Zusammenarbeit, Zachi Hanegbi. Der Likud-Politiker bezeichnete des Raketenfeuer als „kleineren Vorfall“, da die Terroristen „nur“ die Städte im Süden, jedoch nicht Tel Aviv ins Visier genommen haben. Netanjahu verurteilte dies. „Es gibt keinen Unterschied zwischen Hamas-Feuer auf Bürger des Südens und Feuer gegen irgendeine andere Region in Israel.“ Hanegbi entschuldigte sich am Donnerstag für die Äußerung.

Terroristen aus dem Gazastreifen hatten von Montagnachmittag bis Dienstagnachmittags etwa 460 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Dabei starb ein Palästinenser aus der Gegend von Hebron, der sich in der Küstenstadt Aschkelon aufhielt. Er wurde am Mittwoch bei Hebron beerdigt.

Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad hatte das Raketenfeuer als „natürliche Antwort“ auf die Tötung eines Hamas-Kommandeurs bezeichnet. Dieser wurde bei einer Militäroperation getötet, dabei starb auch ein israelischer Offizier.

Umfrage: Likud bleibt mit Abstand vorne

Nicht nur viele Menschen im Süden sind unzufrieden mit dem Vorgehen der Regierung. Laut einer am Mittwochabend veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Fernsehsenders „Kanal 2“ sind 74 Prozent der Israelis nicht damit einverstanden, wie Netanjahu mit der Sicherheitslage umgegangen ist. Ein ähnliches Bild zeigt ein eine „Kan“-Umfrage: Demnach denken 65 Prozent, Netanjahu habe „sehr schlecht“ oder „schlecht“ gehandelt.

Dennoch würde Netanjahus Likud-Partei bei Wahlen mit 29 von 120 Sitzen die stärkste Partei werden; aktuell hat sie 30. Im Vormonat erreichte der Likud bei der Umfrage allerdings noch 32 Sitze. Zweitstärkste Kraft wäre die Oppositionspartei Jesch Atid mit 18 Sitzen (aktuell 11). Das arabische Parteienbündnis Vereinigte Liste würde auf 12 Sitze kommen und damit einen verlieren. Das Zionistische Lager verlöre mehr als die Hälfte der Sitze: Zur Zeit ist die Partei mit 24 Abgeordneten in der Knesset vertreten, laut der Umfrage erhielte sie nur noch 11 Sitze. Damit wäre sie gleichauf mit der Partei Jüdisches Haus von Bildungsminister Naftali Bennett, die aktuell 8 Sitze hat.

Die Partei Kulanu von Finanzminister Mosche Kachlon kommt in der Umfrage auf 8 Sitze (aktuell 10). Liebermans Partei Israel Beiteinu erhielte 7 Sitze und würde damit 2 hinzugewinnen. Die beiden ultra-orthodoxen Parteien Schass und Vereinigtes Tora-Judentum erhielten 6 und 7 Sitze (aktuell 7 und 6). Die linksgerichtete Meretz-Partei gewönne einen Sitz und käme auf 6. Die Abgeordnete Orly Levy-Abekasis würde 5 Sitze für ihre Partei erlangen – dazu müsste die frühere Israel-Beiteinu-Abgeordnete diese aber erst noch gründen.

Von: df

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Thu, 15 Nov 2018 13:37:00 +0100
<![CDATA[PLO begeht Unabhängigkeitstag]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/15/plo-begeht-unabhaengigkeitstag/ Am 15. November 1988 rief die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) den Staat „Palästina“ aus. Mit der damaligen Proklamation „verkündete die palästinensische Führung ihre Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung“, hat die palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi zum diesjährigen 30. Jubiläum erklärt. In ihrem Statement beschwor Aschrawi weiterhin „die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit“ gegen ein „gewalttätiges Israel“. Sie forderte die Staatengemeinschaft auf, Israel für seine „systematische Politik der Vertreibung, Zerstörung und Unterdrückung“ zu sanktionieren.

Von: mas

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Thu, 15 Nov 2018 12:28:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 15. November 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/11/15/nachrichten-vom-15-november-2018/ Thu, 15 Nov 2018 10:48:00 +0100 <![CDATA[Schlüsselhalter der Grabeskirche droht Tod]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/15/schluesselhalter-der-grabeskirche-droht-tod/ Seit fast 1.000 Jahren halten zwei muslimische Familie den Schlüssel zum wichtigsten christlichen Heiligtum, der Grabeskirche. Die Familie Dschudeh „besitzt“ den klobigen Schlüssel, während ein Mitglied der Familie Nusseibeh die Aufgabe hat, den Schlüssel entgegen zu nehmen und das Tor aufzuschließen. Diese „Sitte“ wurde eingerichtet, weil in der Grabeskirche sechs christliche Konfessionen und Kirchen, darunter Griechen, Armenier, Syrer, Kopten und andere das Sagen haben und sich auf fast nichts einigen können. Deshalb wurde beschlossen, dass Moslems den Schlüssel zum einzigen Tor des Gotteshauses halten.

Der 55-jährige Adeeb Dschudeh begibt sich, zunächst mit seinem Vater, seit seinem achten Lebensjahr täglich zu dem Tor – mit dem Eisenschlüssel in der Tasche. Ohne ihn könnten weder die im Gotteshaus ständig lebenden Mönche und Priester, noch die Pilger die Grabeskirche betreten oder verlassen. Auch weil Dschudeh der Spross einer der ältesten bekannten muslimisch-arabischen Familien Jerusalems ist, war er stets hoch angesehen und unter den Basarhändlern bestens bekannt. Doch jetzt droht ihm der Tod. Dschudeh kann sich nicht mehr unbefangen in seiner Heimatstadt bewegen.

Käufer überweist Geld auf karibisches Konto

Im Jahr 2012 hatte er sein Haus zum Verkauf für rund 2,5 Millionen Dollar angeboten. Dschudeh sprach mit verschiedenen palästinensischen Stellen, darunter den Verwaltern muslimischen Eigentums, der Waq-Behörde. Doch entweder hatten sie nicht die genannte Summe zur Verfügung oder wollten das Haus im muslimischen Viertel nicht erwerben. Am Ende meldete sich ein wohlbekannter palästinensischer Geschäftsmann aus den USA. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bestätigte Dschudeh, dass der Mann „sauber“ sei. Das Geld wurde ihm über eine Bank in den karibischen Inseln überweisen, angeblich weil der Käufer „Steuern sparen“ wollte.

Kaum war das Geschäft vollendet, zogen Juden in das Haus ein. Die Nachbarn waren empört und Dschudeh wurde „Volksverrat“ vorgeworfen. In der PA wird Landverkauf an Juden mit dem Tode bestraft. Kürzlich wollte keine Moschee im Land einen jungen Mann ordentlich begraben, weil er im – nicht bewiesenen – Verdacht stand, Land an Juden verkauft zu haben. Er war bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Alle anderen Toten jenes Verkehrsunfalls auf der Autobahn entlang des Jordans wurden mit allen Ehren in der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem aufgebahrt.

Die israelische Tageszeitung „Ha'aretz“ hat viele Namen der möglichweise in dieses Geschäft verwickelten Palästinenser veröffentlicht, darunter Mohammed Dahlan, ein ins Exil verbannter Rivale des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. So wurde angedeutet, dass Adib Dschudeh vielleicht ein Opfer der Machtkämpfe um die Nachfolge von Abbas geworden sein könnte.

Seine erweiterte Familie kündigte an, ihm den Schlüssel zur Grabeskirche abnehmen zu wollen, „bis die Angelegenheit des Hausverkaufs aufgeklärt ist“. Künftig solle ein anderes Familienmitglied den Schlüssel aufbewahren, um die uralte Tradition um das Tor der Grabeskirche fortzusetzen. Dschudeh muss jetzt sehr vorsichtig sein, behauptet aber, nicht gewusst zu haben, dass am Ende „israelische Siedler“ sein Haus übernommen hätten. Gegenüber der Zeitung sagte er: „Gott weiß, dass ich unschuldig bin.“

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 15 Nov 2018 09:50:00 +0100
<![CDATA[Wie reagiert die arabische Welt in den Sozialen Medien?]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/14/wie-reagiert-die-arabische-welt-in-den-sozialen-medien/ JERUSALEM (inn) – Eine Analyse von sozialen Netzwerken in der arabischen Welt zeigt, dass die Reaktionen auf die aktuelle militärische Eskalation zwischen Israel und der Hamas feindlicher gegenüber dem jüdischen Staat ausgefallen ist als in früheren Auseinandersetzungen. Die Studie, die der Onlinezeitung „Times of Israel“ seit Dienstag vorliegt, stammt vom israelischen Außenministerium.

„Eine Mehrzahl der Online-Benutzer rechtfertigen den massiven Raketenangriff auf Israel wegen der Tatsache, dass Israel zuerst eine Operation im Gazastreifen durchführte“, heißt es im Bericht. Damit nimmt das Außenministerium Bezug auf die missglückte Mission des israelischen Militärs, bei der ein israelischer Offizier und sieben Palästinenser getötet wurden.

Rechtfertigung von Bus-Angriff

Diverse arabische Internetnutzer haben demnach auch den Raketenbeschuss auf einen israelischen Bus an der Grenze zum Gazastreifen gerechtfertigt. In der Argumentation wurde wiederholt genannt, dass es am Montag kein Angriff auf Zivilisten, sondern ein Angriff auf ein militärisches Ziel gewesen sei, weil auch viele Soldaten im Bus gesessen hätten.

Insgesamt hat das israelische Militär seit Sonntag 14 Palästinenser getötet. Neben der missglückten Operation passierte das bei Luftschlägen, die eine Reaktion auf den Raketenbeschuss aus Gaza waren. Eine Hamas-Rakete tötete dabei einen Palästinenser in Aschkelon. Beim Raketenbeschuss wurden mehr als hundert Israelis verwundet. Laut des Berichts hätten sich aber arabischsprachige Internetnutzer mehr Verletzte auf israelischer Seite gewünscht.

„Gleichzeitig gibt es keine große Sympathie für die Hamas, insbesondere in Ländern, in denen sie als Terror-Organisation angesehen wird“, schreibt das Außenministerium. Über die Reaktionen arabischer Journalisten heißt es: Viele haben über die Vorkommnisse in und um Gaza berichtet. Besonders in Ägypten habe es „sehr feindliche Berichte“ über Israel gegeben. Arabische Journalisten kritisierten demnach auch ihre eigenen Regierungen, weil sie zu wenig Interesse für die Ereignisse gezeigt hätten.

Auch Solidarität für Israel

Die Analyse zeigt aber auch, dass es Äußerungen von Unterstützung für Israel und die Verurteilung der Hamas, die als der Gehilfe des Irans agiere, gab. Nur gebe es „nicht viele“ solcher Kommentare. Die verschiedenen arabischsprachigen Accounts des Außenministeriums erlebten einen regen Zulauf in den Tagen der Eskalation. Viele Kommentare gegenüber Israel seien negativ gewesen. Jedoch habe es auch viele persönliche, nicht öffentliche Nachrichten über die sozialen Netzwerke gegeben, in denen Unterstützung für den jüdischen Staat ausgedrückt worden sei.

Von: mm

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Wed, 14 Nov 2018 15:24:00 +0100
<![CDATA[USA setzen 5 Millionen Dollar auf Terrorfunktionäre aus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/14/usa-setzen-5-millionen-dollar-auf-terrorfunktionaere-aus/ Das US-Außenministerium hat 5 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Lokalisierung hochrangiger Funktionäre von Terror-Organisationen beitragen. Bei den Gesuchten handelt es sich um den Hamas-Funktionär Salih al-Aruri sowie um die Hisbollah-Funktionäre Chalil Jussif Mahmud Harb und Hajtham Ali Tabatabai. Der Aufruf erfolgt im Rahmen des Programms „Belohnung für Gerechtigkeit“. Dieses sei ein „effektives Werkzeug in unserem Kampf gegen internationalen Terrorismus“, sagte Michael Evanoff vom Büro für diplomatische Sicherheit. Seit 1984 seien im Rahmen des Programms mehr als 150 Millionen Dollar ausgezahlt worden.

Von: ser

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Wed, 14 Nov 2018 13:43:00 +0100
<![CDATA[Verteidigungsminister Lieberman tritt zurück]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/14/verteidigungsminister-lieberman-tritt-zurueck/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt. Als Hauptgrund gab er die „schwache Reaktion“ auf den jüngsten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen an. Der Waffenstillstand, der seit Dienstagnachmittag gilt, sei eine „Kapitulation vor dem Terror“. Israel erkaufe sich so zwar kurzfristig Ruhe, dies schade langfristig aber der Sicherheit des Landes, teilte der Chef der Partei Israel Beiteinu auf einer Pressekonferenz am Mittag mit.

Der Rücktritt wird binnen 48 Stunden nach Einreichung des offiziellen Rücktrittsschreibens amtlich. Vorerst übernimmt Regierungschef Benjamin Netanjahu das Verteidigungsressort. Der Likud-Chef ist bereits Außen- und Gesundheitsminister – letzteres eher formal, da der stellvertretende Gesundheitsminister Ja'akov Litzman die Geschäfte führt. Die Partei Jüdisches Haus drängt nun darauf, Bildungsminister Naftali Bennet das Amt des Verteidigungsministers zu geben.

Mit dem Rücktritt Liebermans scheidet auch dessen Partei Israel Beiteinu aus der Koalition aus. Immigrationsministerin und Parteikollegin Sofa Landver werde ihr Amt ebenfalls aufgeben, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Mit dem Ausstieg hätten die Regierungsparteien wieder nur eine Mehrheit von 61 der 120 Stimmen im Parlament. Israel Beiteinu war im Mai 2016 der Regierung beigetreten.

Am Nachmittag hieß es, Netanjahu diskutiere im engen Kreis die neue politische Situation. Dabei sei es das „primäre Ziel zu sehen, ob es möglich ist, die Koalition zu stabilisieren und mit ihr weiterzumachen“, zitierte die Nachrichtenseite „Walla“ aus dem Umfeld Netanjahus.

Umstrittener Waffenstillstand

Die Regierung hatte am Dienstag eine Waffenruhe, die auf Betreiben Ägyptens zustande kam, faktisch akzeptiert. Das Sicherheitskabinett tagte am Dienstag mehrere Stunden im Verteidigungsministerium in Tel Aviv. Offiziell hieß es danach, die Regierung habe die Armee angewiesen, mit den Operationen „je nach Notwendigkeit“ fortzufahren.

Über den genauen Verlauf der Sitzung gibt es unterschiedliche Berichte. Zunächst hieß es, das Sicherheitskabinett habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, keine weiteren Kampfhandlungen vorzunehmen. Dem widersprachen kurze Zeit später Lieberman und auch Bennett – es habe mindestens vier Gegenstimmen gegeben. Einer dritten Version zufolge hatte Netanjahu gar nicht erst abstimmen lassen, sondern selbst festgelegt, dass Israel auf weitere militärische Handlungen verzichtet.

Neuwahlen gefordert

Infolge des Rücktritts forderte Oppositionsführerin Zippi Livni (Zionistisches Lager) den Rücktritt der ganzen Regierung. In Fragen der Sicherheit sei diese gescheitert, schrieb sie auf Twitter, und forderte Neuwahlen. „Wir werden zur Sicherheit zurückkehren und Frieden machen.“ Ihr Parteichef Avi Gabbai zeigte sich angesichts des Rücktritts erfreut; nun müsse aber auch Netanjahu gehen. „Er ist derjenige, der versprochen hat, das Hamas-Regime zu unterhöhlen, und wurde dann zur Versicherung der Politik von (Ismael) Hanije und (Jahja) Sinwar“, sagte er mit Blick auf die beiden Hamas-Führer.

Die Hamas selbst deutet den Rücktritt des „Kriegsministers“ als „Eingeständnis der Niederlage und politischen Sieg für das palästinensische Volk“. Das sagte der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri laut einer Mitteilung der Terror-Organisation.

Proteste im Süden

Mit seiner Meinung zur Politik Netanjahus ist Lieberman nicht allein. Nachdem die Waffenruhe bekannt geworden war, gingen am Dienstagabend in Sderot etwa 500 Menschen auf die Straßen und riefen „Bibi muss weg!“ – „Bibi“ ist der Spitzname Netanjahus. Bei dem Protest verbrannten sie auch Reifen und zankten sich mit der Polizei. Ein Protestler forderte eine Offensive im Gazastreifen: „Es ist besser, wir leiden in den Bunkern und sie setzen dem ein für alle mal ein Ende.“

Von: df

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Wed, 14 Nov 2018 12:51:00 +0100
<![CDATA[Brief von Einstein versteigert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/14/brief-von-einstein-versteigert/ Ein Brief des Physikers Albert Einstein ist am Dienstag in Jerusalem für 24.800 Euro versteigert worden. Das Schriftstück stammt aus dem Jahr 1922 und ist an seine Schwester Maja adressiert. Darin nehme Einstein Bezug auf die Schwierigkeiten der Juden in Deutschland, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“. Weiter warne er darin vor „wirtschaftlich und politisch düsteren Zeiten“, die Deutschland bevorstünden. Diese Prognose sei das Besondere in dem Brief, sagte Meron Eren, Mitbegründer des Auktionshauses Kedem. „Er sieht bereits zehn Jahre vorher, wie es in Deutschland aussehen wird."

Von: mas

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Wed, 14 Nov 2018 12:15:00 +0100
<![CDATA[Frühe Jesus-Abbildungen entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/11/14/fruehe-jesus-abbildungen-entdeckt/ BE'ER SCHEVA (inn) – „Plötzlich sah ich ein Auge. Und dann erschien Jesu Gesicht.“ Die Szene klingt wie eine wundersame Bekehrung zum Christentum. Doch handelt es sich um eine archäologische Entdeckung in Schivta, im Süden Israels.

Die „wundersame Erleuchtung“ kam der Kunsthistorikerin Emma Ma'ajan-Fanar, als sie die Apsis von einer der drei alten Kirchen in Schivta genauer untersuchte. „Sein Gesicht steht genau da und schaut uns an“, sagte sie, als sie das Wandbild ein Jahrhundert nach der Entdeckung und Freilegung des Kirchengebäudes bemerkte.

Schivta liegt im Herzen des Negev, etwa 40 Kilometer südwestlich von Be'er Scheva. Das Dorf wurde im 2. Jahrhundert vor Christus gegründet und überlebte etwa 650 Jahre. In der frühislamischen Zeit wurde Schivta verlassen.

Kaum Jesus-Abbildungen aus dem alten Israel

Das erste stark erodierte Gemälde von Jesus in Schivta war in der südlichsten Kirche bemerkt worden. Es zeigte Jesu Verklärung, aber sein Gesicht überdauerte die Jahrhunderte nicht. Das zweite Bild zeigt Jesu Taufe und sein Gesicht.

Die Evangelien beschreiben nicht das Aussehen Jesu. Alle Darstellungen sind spätere Künstlerimpressionen. Während Darstellungen von Jesus in alten Klöstern und Kirchen anderswo reichlich vorhanden sind, hat man im alten Israel praktisch nichts gefunden. Überhaupt haben nur wenige frühchristliche Kunstwerke im Heiligen Land überlebt.

Das neu entdeckte Gesicht aus dem Schivta des 6. Jahrhunderts zeigt Jesus mit kurzem lockigem Haar, einem langen Gesicht und einer verlängerten Nase, während im Westen Jesus meistens mit fließendem Langhaar und Bart dargestellt wurde.

Die Ruinen von Schivta wurden erstmals 1871 vom Linguisten und Entdecker Edward Henry Palmer gefunden und haben seitdem viel archäologische Aufmerksamkeit erregt. Aber die Archäologen von einst haben wohl die Wandmalereien nicht beachtet. Das jetzt bemerkte Wandbild ist stark beschädigt und weist jahrhundertelange Schmutzschichten auf. Frühere Archäologen dachten, sie hätten etwas gesehen, aber diese Sichtung wurde nie verfolgt, sagt die Kunsthistorikerin. Sie war mehrmals vor Ort und hatte es ebenfalls nicht bemerkt.

„Ich war zur richtigen Zeit da, am richtigen Ort mit dem richtigen Lichtwinkel, und plötzlich sah ich Augen“, sagt Ma'ajan-Fanar. „Es war das Gesicht Jesu bei seiner Taufe, das uns ansah.“ Ihr Mann, Dror Ma'ajan, machte hochauflösende Fotos von der Stätte. So wurde das seit über 1.500 Jahren verlorene Bild sichtbar: „Wir können ihn jetzt wirklich sehen.“

Jesu Aussehen variiert

Wie Jesus aussah, war Gegenstand von heftigen wie sinnlosen Debatten, da es keine zeitgenössischen Beschreibungen seines Aussehens gibt. Das älteste bekannte Jesusbild fand man im syrischen Dura an der Grenze zum Iran. Es wird auf die Zeit von 233 bis 256 datiert. Vor etwa 1.800 Jahren war Dura eine multikulturelle Metropole, in der Juden, Heiden und Christen alle Gotteshäuser für sich beanspruchten.

Eine Wandmalerei im Baptisterium der Dura-Europos-Kirche zeigt Jesus als den treuen Hirten, der ein Schaf auf seiner Schulter trägt, im ausgesprochen östlichen Stil. Diese Bilder überlebten, weil Mitte des 3. Jahrhunderts die Stadt zerstört wurde, aber die Wandmalereien mit Sand und Steintrümmern aufgefüllt wurden. So blieben sie erhalten. Die Schivta-Bilder entsprechen dem östlichen Stil.

Im Allgemeinen wird Jesus mit braunen Augen dargestellt, basierend auf der allgemeinen (und wahrscheinlich richtigen) Annahme, dass er ausgesehen haben muss wie die Menschen im Nahen Osten vor 2.000 Jahren. Tatsächlich war aber die Küsten-Levante von blauäugigen Menschen bevölkert. Vor etwa 6.500 Jahren kamen arische Migranten aus dem Iran und der Südtürkei. Sie vermischten sich mit den Einheimischen. Deshalb hätten Jesu Augen von blau über haselnussgrün bis braun sein können.

Was sein Haar betrifft, so ist sein Stil in der christlichen Kunst eine Frage von Zeit und Ort – und das unter der Annahme, dass er kein Kahlkopf war. In den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde Jesus auf vielfältige Weise dargestellt: mit kurzen Haaren, langen Haaren, bärtig oder rasiert. Es gab kein Konsensbild. Zum Beispiel zeigen Katakomben in Rom aus dem 4. Jahrhundert Jesus mit kurzen Haaren. So auch die Bilder Jesu, wie sie koptische Christen in Ägypten und frühe Byzantiner in Syrien gezeichnet hatten. Im 6. Jahrhundert wurde Jesus im Westen mit langen Haaren und Bart gezeichnet, während er im Osten noch einige Zeit kurze Haare trug.

Weitere Figuren entdeckt

Die Fotos der Apsis von Schivta seien für Laien nicht sehr hilfreich, merkte Ma'ajan-Fanar weiter an. Die Wandgemälde müssten restauriert werden, was Zeit und viel Geld benötige. In der Zwischenzeit könne man in der Apsis stehen und Verfärbungen sowie rote Linien sehen. Die Hightech-Fotografie half, in der Antike gezeichnete Gesichtszüge zu zeigen und zwei weitere Figuren zu erkennen.

Eine Figur wurde als Johannes der Täufer interpretiert. Er ist groß gezeichnet, während der junge Jesus kleiner dargestellt ist, wie in der byzantinischen Kunst üblich. Das Wandbild befand sich im Baptisterium, nahe dem Taufbecken, was diese Interpretation nahelegt. Die genaue Datierung der Kirchen in Schivta und die Wandmalereien bedarf noch einer Bestätigung.

Das zweite Bild von Jesus in Schivta wurde vor einem Jahr bemerkt. Es ist außergewöhnlich, weil es die „Verklärung“ Jesu zeigt, göttlich strahlend, beim Besteigen des Berges Tabor (alias Kfar Tavor). Bis zum vergangenen Jahr waren nur zwei Darstellungen seiner Verklärung bekannt: Eine im italienischen Ravenna und die andere im Katharinenkloster auf dem Sinai. Dann, im vergangenen Jahr, wurde ausgerechnet in Schivta ein drittes Bild gefunden. Ma'ajan-Fanar meint, dass die frühchristlichen Künstler diese Szene durchaus aufgegriffen hätten, doch die Bilder hätten nicht überlebt.

Nähe von Moschee und Kirche kein Ausdruck von Toleranz

Aus der islamischen Zeit stammt eine Moschee nahe der südlichen Kirche. Einige betrachten ihre Nähe als Beweis für religiöses Zusammenleben und Toleranz. Tepper hält das für eine „sentimentale Interpretation“. Denn die Moschee sei vermutlich errichtet worden, nachdem die Kirche schon verlassen war. „Es gibt undatierte arabische Graffiti in der nördlichen Kirche", sagt Tepper. Arabische Graffiti wurden auch in anderen alten Kirchen im Negev gefunden. Sie beweisen nicht unbedingt ein gutes Zusammenleben.

Die gesamte Anlage erlebte im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert ihren Untergang, durch Erdbeben oder andere Naturkatastrophen. Übrig blieben nur Ruinen und zwei verwitterte Gemälde von Jesus.

Möglicherweise gibt es noch weitere Bilder, aber die müssten erst noch entdeckt werden. Tatsache ist, dass die Jesus-Abbildungen ein halbes Jahrhundert lang nicht ausgemacht worden sind, obgleich sie nach der Freilegung der Kirchenreste zugänglich waren. Erst mit Spezialkameras wurden die verwitterten Striche und Farben wieder sichtbar.

Von: Ulrich W. Sahm

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Wed, 14 Nov 2018 12:11:00 +0100
<![CDATA[Mosche Lion wird Bürgermeister von Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/14/mosche-lion-wird-buergermeister-von-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Mosche Lion hat die Bürgermeisterwahl in Jerusalem gewonnen. Der konservative Kandidat setzte sich in der Stichwahl am Dienstag knapp gegen seinen säkularen Kontrahenten Ofer Berkovitsch durch. Laut vorläufigen Zahlen erhielt Lion rund 51,5 Prozent der Stimmen. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde Berkovitsch das Rennen machen.

„Jerusalem hat sich sich für Einigkeit, Gemeinschaftlichkeit, für das Gute entschieden“, erklärte Lion laut der Tageszeitung „Ha'aretz“ in der Nacht vor Unterstützern. „Ich will – mit Gottes Hilfe – ein Bürgermeister aller Jerusalemer sein“, bekräftigte der Kandidat, der viele Stimmen aus der ultra-orthodoxen Wählerschaft bekommen haben dürfte.

Berkovitsch spricht von Unregelmäßigkeiten

Sein Gegenkandidat Berkovitsch deutete unterdessen an, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben haben könnte. „Unser Team untersucht die Ergebnisse sehr genau“, zitiert die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ den 35-jährigen Aktivisten. Berkovitsch sprach von Vorgängen, die „am Rande der Illegalität“ seien. Trotz der absehbaren Niederlage erklärte er, dass „wir die Grundlagen für eine neue israelische Hoffnung gelegt haben“.

Im Vorfeld der zweiten Runde hatten viele prominente Politiker ihre Unterstützung für Lion bekundet, darunter der scheidende Bürgermeister Nir Barkat. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Innenminister Arieh Deri (Video) hatten von Anfang an intensiv für den ehemaligen Generaldirektor im Büro des Premierministers geworben. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) hatte hingegen keine weitere Wahlempfehlung ausgesprochen, nachdem sein Kandidat Se'ev Elkin bereits in der ersten Runde ausgeschieden war.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die Wahlen wurden medial von der angespannten Sicherheitslage in Südisrael überlagert. Die Wahlbeteiligung lag in der Hauptstadt bei rund 31,5 Prozent, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Im ersten Wahlgang hatten noch etwas mehr Menschen an dem Urnengang teilgenommen. Medienberichten zufolge gab auch Premierminister Netanjahu seine Stimme nicht ab, da er sich den ganzen Tag in Sicherheitsberatungen befand.

Nicht nur in Jerusalem wurde am Dienstag gewählt. Insgesamt fanden in über 50 Kommunen Stichwahlen statt. Im Regionalrat Hof Aschkelon, der am Montag unter massivem Raketenbeschuss gestanden hatte, waren die Wahlen kurzfristig verschoben worden.

Von: ser

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Wed, 14 Nov 2018 12:07:00 +0100
<![CDATA[„Museum der Freunde von Zion“ zeichnet US-Pastor aus]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/14/museum-der-freunde-von-zion-zeichnet-us-pastor-aus/ Das „Museum der Freunde von Zion“ hat am Dienstag den amerikanischen Pastor John Hagee in Jerusalem ausgezeichnet. Er ist der Gründer der Organisation „Christians United for Israel“ (Christen für Israel vereint), die drei Millionen Mitglieder in den USA hat. Der Museumsgründer Mike Evans ehrte Hagee, der 100 Mitglieder mit nach Israel gebracht hatte, für sein „standfestes Einstehen“ für das jüdische Volk und dessen Staat. Seit 2015 arbeitet Hagee mit dem Museum gemeinsam daran, die Geschichte von Christen und Nichtjuden zu erzählen, die sich für die zionistische Bewegung eingesetzt haben.

Von: mm

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Wed, 14 Nov 2018 10:21:00 +0100
<![CDATA[Mehr Israelis beantragen polnischen Pass]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/13/mehr-israelis-beantragen-polnischen-pass/ Seit 2002 haben 28.736 Israelis erfolgreich einen polnischen Pass beantragt. Allein in den Jahren 2015 bis 2017 erhielten 10.820 israelische Staatsbürger die polnischen Papiere. Die Zahlen wurden im Zuge des 100-jährigen Jubiläums zu Polens Unabhängigkeit, am vergangenen Sonntag, veröffentlicht. Demnach ist trotz des umstrittenen Holocaust-Gesetzes die Zahl der israelischen Passempfänger im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Vor allem die damit verbundene Unionsbürgerschaft der Europäischen Union sei neben Visafreiheiten der entscheidende Beweggrund, berichtet die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“.

Von: mas

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Tue, 13 Nov 2018 12:19:00 +0100
<![CDATA[Hinter der Maske des Friedens gegen Israel]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/11/13/hinter-der-maske-des-friedens-gegen-israel/ Ein Gastbeitrag von Marc Neugröschel]]> Die sprichwörtlichen „99 Luftballons“ aus dem gleichnamigen Lied der Sängerin Nena gelten als Sinnbild der Arglosigkeit: als Antithese zu zerstörerischem Kriegsgerät. In der Tat wäre bis vor einigen Monaten wohl niemand auf die Idee gekommen, Ballons mit Krieg, Feuer und Zerstörung in Verbindung zu bringen. Statt dessen hätte man sie wohl eher mit den fröhlichen Augen spielender Kinder oder ausgelassenen Gästen einer Geburtstagsfeier assoziiert.

Doch seit im März unter dem Motto „Marsch der Rückkehrer“ eine Serie regelmäßiger, gewalttätiger Ausschreitungen im Gazastreifen begonnen hat, gehört es zur Routine militanter Palästinenser, Brandsätze mit Hilfe von Ballons und Drachen in israelisches Territorium fliegen zu lassen. 3.000 Hektar Land sind aufgrund der Angriffe mit diesen fliegenden Brandsätzen mittlerweile verbrannt. Darunter Waldflächen und Naturschutzgebiete, die Lebensraum für viele Tierarten waren.

Existenzen von Landwirten und Imkern wurden zerstört. Und auch die Anwohner der israelischen Gemeinden und Kibbutzim in der Nähe des Gazastreifens müssen sich seit dem nicht nur vor Raketen und Mörsergranaten, sondern auch vor brennenden Ballons und Drachen in Acht nehmen. Erst kürzlich landete ein fliegender Brandsatz auf dem Spielplatz eines Kindergartens. „Wie soll ich den Kindern erklären, dass es verboten ist, einen Luftballon anzufassen?“, fragte eine Kindergärtnerin, die für eine Nachrichtensendung interviewt wurde.

Für den palästinensischen Kampf gegen Israel ist diese Kriegsführung mit Symbolen der Harmlosigkeit bezeichnend. Bereits Palästinenserführer Jasser Arafat verstand es, Aktionen, die letztendlich die Vernichtung des jüdischen Staates zum Ziel hatten, als Kampagnen für Menschenrechte, gegen Rassismus und gegen Imperialismus zu verkaufen. Dass die palästinensische Terror-Organisation Hamas den „Marsch der Rückkehrer“ als friedliche Demonstration für die Rechte der Palästinenser bezeichnet und ihn gleichzeitig für eine paramilitärische Kampagne gegen Israel instrumentalisiert, passt in dieses Muster.

„Wir betonen, dass dieser Marsch friedlich ist“, zitierte die Deutsche Welle im März Chalil al-Haja, der die Hamas im Palästinensischen Legislativrat vertritt. Im April präsentierte sich der Hamas-Führer Ismail Hanije bei einem öffentlichen Auftritt in Gaza vor einem Banner mit den Portraits von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela, drei Ikonen des gewaltlosen Widerstandes. Dort verkündete er, der Marsch der Rückkehrer sei „friedlich und zivilisiert“. Doch nur wenige Minuten später, noch während der gleichen Ansprache, bezeichnet er die Proteste als „tödliche Waffe gegen Israel“ – sie würden nicht aufhören, bis sie ihr Ziel erreicht hätten und die Palästinenser nach ganz „Palästina“ zurückgekehrt seien.

Keine Anerkennung Israels

Damit proklamiert der Hamas-Führer einen palästinensischen Anspruch auf das gesamte Territorium des heutigen Staates Israel und somit die Forderung nach dem Ende des jüdischen Staates. Um auch keinen Zweifel an der Bedeutung seiner Worte zu lassen, betonte Hanije außerdem explizit, dass er den Staat Israel nicht anerkenne.

Vor einigen Tagen nun gab die Hamas den paramilitärischen Charakter der Proteste – wenn auch nur indirekt – erneut zu. Im Rahmen von ägyptisch moderierten Verhandlungen zu einer Waffenruhe hat die Terror-Organisation jetzt erklärt, dass sie die gewalttätigen Ausschreitungen und Angriffe im Rahmen des Marsches der Rückkehrer graduell reduzieren wolle, wenn Israel 5.000 Arbeitsvisa für Anwohner des Gazastreifens ausstelle und Gazas Fischereizone um 14 Seemeilen erweitere. Außerdem solle Ägypten seine Einfuhrbeschränkungen für Güter in den Gazastreifen lockern und die Führung von Verhandlungen zu einem Gefangenenaustausch zwischen der Hamas und Israel in Aussicht stellen. Das berichtete die libanesische Zeitung „Al-Akhbar“.

Reduktion der Angriffe als Lockmittel

Weiterhin wird über die Einrichtung eines Seeweges zwischen dem Gazastreifen und Zypern gesprochen. Auch die kürzliche Einfuhr von 15 Millionen Dollar Bargeld aus Katar nach Gaza über Israel wird im Zusammenhang mit den derzeitigen Waffenstillstandsverhandlungen gesehen. Die Hamas stellt also eine graduelle Reduktion der Angriffe gegen Israel als politisches Lockmittel in Aussicht und droht gleichzeitig damit, die Gewalt fortzusetzen, wenn Israel ihren Forderungen nicht nachkommt. Damit gesteht die Terror-Organisation nicht nur die Existenz der gewalttätigen Angriffe ein, sondern gibt gleichzeitig zu verstehen, dass sie die Attacken kontrolliert und diese, je nach ihrer politischen Interessenlage, reduzieren oder auch intensivieren kann.

Doch auch ohne dieses Zugeständnis ist die Fadenscheinigkeit von der Behauptung der friedlichen Proteste offensichtlich. So wie das Aufsteigen-lassen fliegender Brandsätze gehört auch das Werfen von Steinen, Sprengkörpern und Brandbomben beim Marsch der Rückkehrer zur Routine. Dazu kommt das Anzünden von Autoreifen. Der Rauch, der durch das brennende Gummi erzeugt wird und die Sicht vernebelt, dient als Schutz für militante Aktivisten, die gewaltsam versuchen, die Sperranlage zu durchbrechen, welche den Gazastreifen von Israel trennt und vor allem auch dazu dient, israelische Zivilisten vor Anschlägen von Terroristen aus Gaza zu schützen.

Eine Gruppe vermummter Männer aus Gaza, die sich selbst als „Zaunschneider-Einheit“ bezeichnet, präsentierte sich im April mit Drahtscheren in der Hand im von der Hamas betriebenen Fernsehsender „Al-Aqsa“ und verkündete dort, dass sie die Sperranlage durchbrechen werden, um „Palästina“ von Juden zu befreien. Das Nahost-Medien-Forschungsinstitut „MEMRI“ (Kurzfassung für Middle East Media Research Institute) hat die Sendung aufgezeichnet und mit englischen Untertiteln ins Internet gestellt.

Erst am vergangenen Freitag gelang es einem dieser Terroristen wieder einmal, die Sperranlage zu durchbrechen. Er setzte daraufhin ein Gewächshaus im israelischen Bezirk Hof Aschkelon, nordwestlich des Gazastreifens, in Brand.

Bei den Randalierern, die regelmäßig auf den Zaun losgehen, handelt es sich zum Teil um Mitglieder der sogenannten Isadin-al-Kassam-Brigaden, einer paramilitärischen Einheit der Hamas. Aus Verhören von Palästinensern, denen es gelungen ist, den Zaun zu durchbrechen und die dann auf israelischer Seite von Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen wurden, weiß man, dass sie für solche Aktionen von der Hamas bezahlt werden.

Bezahlte Teilnehmer

Überhaupt lässt sich die Hamas die Ausschreitungen an der Sperranlage etwas kosten. Die Terror-Organisation hat extra einen Fahrdienst organisiert, der die Einwohner des Gazastreifens regelmäßig zu den Randalen fährt. Wer einen der Busse besteigt, wird dafür von der Hamas mit einer monatlichen Zahlung von 100 israelischen Schekel (umgerechnet etwas mehr als 25 Euro) belohnt. Im von Arbeitslosigkeit geplagten Gazastreifen können viele dieses Geld gut gebrauchen. Insbesondere ermuntert die Hamas Frauen dazu, zu den Protesten zu fahren – aus dem einfachen Grund, dass die in der Regel ihre Kinder mitbringen.

Wer bei den Ausschreitungen eine leichte Verletzung davonträgt, wird mit umgerechnet rund 180 Euro entschädigt. Für schwere Verletzungen gibt es etwa 440 Euro. Bei Todesfällen erhalten die Hinterbliebenen umgerechnet knapp 2.650 Euro. Dennoch greifen westliche Medien das palästinensische Narrativ vom „friedlichen Protest“ gerne auf. So berichtete zum Beispiel die britische Tageszeitung „The Independent“ Ende März von „Israels unbarmherziger Reaktion auf Gazas friedlichen Marsch der Rückkehrer“.

Dies ist bei weitem aber nicht das erste Mal, dass palästinensische Terror-Organisationen geplante paramilitärische Kampagnen als arglose Proteste und spontane Volksaufstände verklären. Während palästinensische Selbstmordattentäter in iranisch finanzierten Trainingslagern von langer Hand indoktriniert und auf ihre tödlichen Missionen vorbereitet wurden, bezeichnete die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) diese Terroranschläge gerne als spontanen Ausdruck des Zornes eines entrechteten palästinensischen Volkes.

Die Hamas professionalisierte die Taktik, sich als Opfer gewalttätiger Auseinandersetzungen zu inszenieren, die sie selber anzettelt. Dazu gehört, dass sie ihre militärische Infrastruktur, ihre Raketen und ihre Munition mit Vorliebe in Kindergärten und Krankenhäusern deponiert. Wenn die israelische Armee dann genau gegen jene Waffenlager vorgeht, zeigt die Hamas selbstgerecht mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger auf die vermeintlich bösen Israelis, die zivile Einrichtungen angreifen würden. So wird die Weltgemeinschaft gegen Israel aufgebracht, um den jüdischen Staat zu delegitimieren. Dabei ist es tatsächlich die Hamas, die Zivilisten und vor allem auch Kinder und Kranke auf perfideste Weise als menschliche Schutzschilde in militärischen Auseinandersetzungen missbraucht.

Muster aus der Psychologie

Man könnte sagen, dass palästinensische Terror-Organisationen das Muster der passiven Aggressivität, das man eigentlich nur aus der Psychologie kennt, zu einer Kriegstaktik entwickelt haben. Palästinensische Gruppen warnen regelmäßig davor, dass sich die Wut der palästinensischen Bevölkerung in gewalttätigen Übergriffen entladen könnte, wenn Israel nicht ihren politischen Forderungen nachkommt.

Die gezielte Drohung mit Gewalt wird so hinter einer Warnung vor einer sozialen Dynamik versteckt. Geplante Angriffe werden als spontane Reaktionen eines wütenden Volkes verklärt. Westliche Medien und Politiker, die dieses Narrativ immer wieder unkritisch aufgreifen und replizieren, machen sich dabei mitschuldig. Nicht nur an den Angriffen und Delegitimierungskampagnen gegen Israel. Sondern vor allem auch am Leid der Palästinenser, die von Terror-Organisationen wie der Hamas in einem Krieg gegen die Existenz des Staates Israel verheizt werden, und denen man lieber Geld bezahlt, um ihre Gesundheit und ihr Leben bei paramilitärischen Angriffen gegen den jüdischen Staat aufs Spiel zu setzten, anstatt diese Mittel für die wirtschaftliche Entwicklung des Gazastreifens zu nutzen.

Von: Marc Neugröschel

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Tue, 13 Nov 2018 12:15:00 +0100
<![CDATA[Bande schmuggelt über tausend Palästinenser nach Europa]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/13/bande-schmuggelt-ueber-tausend-palaestinenser-nach-europa/ MADRID / PARIS (inn) – Die spanische und französische Polizei haben zusammen einen Schmuggelring ausgehoben, der mehr als tausend Palästinenser aus dem Libanon nach Europa gebracht hat. Wie die Nachrichtenseite „Deutsche Welle“ berichtet, gaben sie unter betrügerischen Vorgaben an, Asyl zu suchen.

Mit der Unterstützung von Europol sind laut der spanischen Polizei neun Mitglieder der Schmugglerbande festgenommen – darunter auch der Anführer der Gruppe. Sie stammen aus der französischen Stadt Amiens. Für 8.000 Euro pro Kopf schafften sie Palästinenser zum Madrider Flughafen. Nach Schätzungen der Polizei hat die Bande seit diesem Januar rund 1.200 Palästinenser geschmuggelt und damit rund 9 Millionen Euro verdient.

„Anstatt sich den administrativen Vorgaben des Asylantrags zu fügen, wurden sie von der Gruppe dann mit Kleinbussen nach Belgien und Deutschland gebracht“, sagt die spanische Polizei, die dem Ganzen anhand der angestiegenen Zahlen der Asylanträge durch Palästinenser auf die Spur kam. Nach den Ergebnissen der Ermittler stellten die wenigsten ihren Asylantrag in Spanien.

Im Libanon habe die Schmugglergruppe die Palästinenser kontaktiert und mit falschen Reisedokumenten versehen. Sie seien dann von Beirut nach Äthiopien und von dort nach Brasilien und Bolivien gebracht worden. Auf dem Rückflug in den Libanon machten die Reisenden einen Transit-Halt in Spanien, wo sie vorgaben, Asyl zu beantragen.

Von: mm

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Tue, 13 Nov 2018 11:49:00 +0100
<![CDATA[Street-Art-Künstler Banksy wirbt für „Palästina“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/13/street-art-kuenstler-banksy-wirbt-fuer-palaestina/ Der Street-Art-Künstler Banksy hat auf der weltgrößten Tourismusbörse in London eine Nachbildung der Sperranlage zum Westjordanland veröffentlicht. Auf den Mauerteilen befinden sich zwei Engel, die für Israel und „Palästina“ einstehen und versuchen, die Mauer aufzuhebeln. Am palästinensischen Stand machte das Kunstwerk Werbung für Banksys Hotel in Betlehem. Lob erhielt er dafür von der palästinensischen Tourismusministerin Rula Maajah. Die israelische Kunstsammlerin Batia Ofer kritisierte die am Stand dazu verteilten Poster, auf denen steht: „Besuchen Sie das historische Palästina. Das israelische Militär mochte es so sehr, dass es nie wieder gegangen ist.“ In Ofers Augen spricht die Aktion Israel das Existenzrecht ab.

Von: mm

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Tue, 13 Nov 2018 10:26:00 +0100
<![CDATA[Raketenfeuer auf Israel: Ein Mann getötet, mehrere Verletzte]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/12/raketenfeuer-auf-israel-ein-mann-getoetet-mehrere-verletzte/ GAZA (inn) – Vom Montagnachmittag bis zum Dienstagabend haben Terroristen aus dem Gazastreifen mehr als 460 Geschosse auf Israel abgefeuert. In einer ersten Welle am Nachmittag verzeichnete die Armee zunächst 200 Raketen, um kurz nach 22 Uhr sprach sie von 300 Geschossen. In der Nacht und im Verlauf des Dienstages kamen etwa 160 dazu. Unter anderem wurde dabei die Küstenstadt Aschkelon getroffen.

Bei den Angriffen wurde ein 48-Jähriger Mann in Aschkelon getötet, eine 40-jährige Frau schwer verwundet. Die ersten Medienberichtete bestätigten sich: Bei dem Getöteten handelt es sich um einen Palästinenser aus dem Gebiet Hebron. Er war Bauarbeiter und hinterlässt eine Frau – die bei dem Angriff verletzt wurde – und sechs Kinder. Ebenfalls in Aschkelon wurde eine 60-jährige Frau schwer verwundet. In der Zeit zwischen 16:30 Uhr bis 01:15 Uhr behandelten die Ärzte 53 Menschen, rund die Hälfte wegen Stresssymptomen. Zudem wurden durch das Raketenfeuer zahlreiche Wohnhäuser beschädigt. Das Abwehrsystem Eisenkuppel fing mehr als 100 Raketen ab.

Die Angriffe begannen am Nachmittag mit einer Panzerabwehrrakete, die einen Armeebus traf. Etwa 50 Soldaten waren bereits ausgestiegen, doch der Fahrer befand sich noch darin, als die Rakete einschlug. Der Soldat kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Seine Familie wurde benachrichtigt.

Als Reaktion auf das Raketenfeuer flog die Luftwaffe Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen. Laut Armee nahmen die Piloten bis zum frühen Dienstagmorgen mehr als 160 Ziele der Hamas und des Islamischen Dschihad ins Visier, darunter Terrortunnel, Waffenproduktionsstätten und Beobachtungsposten. Nach palästinensischen Angaben kamen dabei vier Palästinenser ums Leben.

Am Abend zerstörte die Luftwaffe ein Gebäude in Gaza-Stadt, in dem sich der Hamas-Fernsehsender „Al-Aqsa“ befand. Der Sender habe über Jahre hinweg Propaganda und Hetze verbreitet, hieß es bei der Armee dazu. Um kurz nach 1 Uhr Ortszeit teilte die Armee mit, den Hauptsitz der militärischen Aufklärung der Hamas zerstört zu haben.

Angriff als Vergeltung

Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad gab am Nachmittag bekannt, das Raketenfeuer sei eine „natürliche Antwort“ auf die Tötung des Hamas-Kommandeurs Nur Barake am Sonntag. Am Abend hieß es weiter, man sei „nicht an einer militärischen Eskalation interessiert“, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtete. Infolge der Zerstörung des Fernsehsenders teilte die Terrorgruppe dann aber mit, sie werde „die Reaktion ausweiten“.

Am Abend beriet sich Regierungschef Benjamin Netanjahu mit Vertretern des Sicherheitsapparates in Tel Aviv. Die Armee hat die Truppen im Süden verstärkt und zusätzliche Eisenkuppel-Batterien aufgestellt. Die meisten Städte im Süden des Landes, darunter auch Be'er Scheva, sagten den Schulbetrieb für den Dienstag ab.

Weltgemeinschaft: Eskalation vermeiden

Die Weltgemeinschaft hat unterdessen das Raketenfeuer auf Israel verurteilt. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz schrieb noch am Montagabend auf Twitter, der Beschuss müsse sofort gestoppt werden. Die Angriffe lösten keine Probleme im Gazastreifen. „Österreich setzt sich voll und ganz für die Sicherheit Israels ein.“

Der tschechische Außenminister Tomáš Petříček verurteilte am Dienstag die Angriffe der Hamas und des Islamischen Dschihad, ebenso wie sein litauischer Amtskollege Linas Linkevicius. Auch Frankreich verurteilte die Angriffe „auf das Schärfste“, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.

Die deutsche Regierung in Berlin meldete sich am Dienstagvormittag zu Wort und veruteilte den Raketenbeschuss „auf das Schärfste“. In den vergangenen zwei Wochen hätten Vermittlungsbemühungen zur Entspannung geführt. Umso wichtiger sei es nun, alles zu tun, „damit nicht eine Konfliktspirale in Gang kommt“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Bereits am Montagabend hatte die die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, eine Twitternachricht des EU-Botschafters in Israel, Emanuele Giaufret retweetete. Dieser nannte die Angriffe auf Zivilisten „nicht akzeptabel“. Wasum-Rainer mahnte zudem, jede weitere Eskalation müsse vermieden werden.

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Jason Greenblatt, sicherte Israel Unterstützung zu. „Israel ist wieder einmal dazu gezwungen, militärisch zu handeln und seine Bürger zu beschützen“, schrieb er auf Twitter. Mit Blick auf den getöteten Palästinenser ergänzte er: „Die Handlungen der Hamas zeigen einmal mehr, dass Palästinenser ihr egal sind. Sie ist nur daran interessiert, sie für ihre politischen Zecke zu gebrauchen. Sogar palästinensisches Leben scheint für die Hamas keine Rolle zu spielen.“

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, rief alle Seiten zur maximalen Zurückhaltung auf. Der UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, teilte mit, eng mit Ägypten und „allen anderen Beteiligten“ zusammenzuarbeiten, um eine weitere Esakalation zu vermeiden. Die israelische Regierung lehnte am Dienstag Gespräche um eine Waffenruhe laut der „Times of Israel“ zunächst ab.

Am Nachmittag meldeten palästinensische Medien, dass eine Waffenruhe um 15:30 Uhr Ortszeit in Kraft treten sollte, die vor allem auf ägyptische Bemühungen zurückzuführen sei. Nichtsdestotrotz ging der Raketenbeschuss zunächst weiter. Eine Sitzung des israelischen Sicherheitskabinett endete am Nachmittag nach sechs Stunden. Der Nachrichtensender „i24 News“ berichtete am Abend, das Kabinett habe für einen Waffenstillstand gestimmt, die Armee bleibe aber in Alarmbereitschaft.

Dieser Artikel wurde zuletzt am Dienstag, 13. November, um 17:05 Uhr aktualisiert.

Von: df

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Mon, 12 Nov 2018 19:41:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu bei Gedenkzeremonie in Paris]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/12/netanjahu-bei-gedenkzeremonie-in-paris/ PARIS (inn) – Die freundliche Aufnahme beim internationalen Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges zeugt von Israels guter Stellung in der Welt. Diese Ansicht hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Paris geäußert. Gemeinsam mit mehr als 70 Staatsschefs aus aller Welt nahm er 100 Jahre nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes an einer Zeremonie am Triumphbogen teil.

Laut einer Mitteilung seines Büros sprach Netanjahu von einer „sehr bewegenden und bedeutsamen Zeremonie“. Er wies darauf hin, dass das Ende des Ersten Weltkrieges auch ein Wendepunkt in der Geschichte des Zionismus gewesen sei. Einerseits sei die jahrhundertelange ottomanische Herrschaft in Eretz Israel zerbrochen und dadurch Raum entstanden für das britische Mandat, das später die Gründung des Judenstaates ermöglichen sollte. Andererseits hätten Hunderttausende Juden in den Armeen des Weltkriegs gekämpft. Das habe das Entstehen einer jüdischen Kampftruppe möglich gemacht, die später eine der Grundlagen der israelischen Armee dargestellt habe.

Der israelische Regierungschef dankte dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron für die Einladung zu „dieser wichtigen Veranstaltung“ und fügte an: „Ich denke, es gibt kein besseres Zeugnis für die Stellung des Staates Israel in der Welt als die Weise, in der wir bei dieser Veranstaltung empfangen wurden, und den Ort, an dem wir empfangen wurden.“ Damit bezog sich Netanjahu auch auf ein festliches Mittagessen im Elysée-Palast. „Ich sehe darin zuerst einen großen Beifall für Israel und seine Errungenschaften.“ Die Mahlzeit habe ihm viele Treffen mit Staatsführern ermöglicht, die ihr Interesse bekundet hätten, die Beziehungen zu Israel zu vertiefen.

Gespräche mit Merkel und Putin

Netanjahu sprach am Rande des Mittagessens unter anderen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und mit US-Präsident Donald Trump. Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führte er das erste Gespräch seit dem Abschuss eines Flugzeuges in Syrien am 18. September, für dessen Folgen Russland indirekt Israel verantwortlich macht. Gegenüber Journalisten sagte Netanjahu anschließend, das „Gespräch war sehr gut und sachlich; ich würde sagen, es war sehr wichtig“. Einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge gab er jedoch keine Einzelheiten über den Inhalt preis.

Ursprünglich wollte sich Netanjahu noch mit Macron treffen. Doch nach dem Tod eines israelischen Offiziers bei einem Feuergefecht im Gazastreifen brach er seinen Besuch in Paris vorzeitig ab und flog bereits Sonntagnacht nach Israel zurück.

Von: eh

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Mon, 12 Nov 2018 15:29:00 +0100
<![CDATA[Tausende aus Felsenstadt Petra evakuiert]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/12/tausende-aus-felsenstadt-petra-evakuiert/ Nach sintflutartigen Regenfällen mussten Sicherheitskräfte am Freitag die Felsenstadt Petra in Jordanien evakuieren. Mehr als 3.500 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In Teilen der UNESCO-Welterbestätte stand das Wasser bis zu vier Meter hoch. In anderen Gegenden Jordaniens kamen durch Überschwemmungen am Wochenende zwölf Menschen ums Leben. Am Sonntag war von den Wassermassen in der Felsenstadt nichts mehr zu sehen und Petra wurde wieder geöffnet. Erst Ende Oktober hatte Israel Rettungskräfte nach Jordanien entsandt, als mehr als 20 Teilnehmer eines Schulausflugs ertrunken waren.

von: dn

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Mon, 12 Nov 2018 13:35:00 +0100
<![CDATA[Gegen Antisemitismus in Berlin]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/12/gegen-antisemitismus-in-berlin/ BERLIN (inn) – Hunderte Demonstranten haben sich am Samstagabend zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor versammelt. Sie demonstrierten „Gegen Antisemitismus, für Israel und für Jerusalem“. 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels, 80 Jahre nach der Reichspogromnacht und in Zeiten wachsenden Hasses sei es Zeit für solch eine Kundgebung, erklärten die Veranstalter. Sie gehen von etwa 700 Teilnehmern aus.

Es gebe einen „wachsenden Bedarf für eine praxisorientierte Ausbildung zur Identifikation und Bekämpfung von Antisemitismus auf exekutiver Ebene sowie eine solide Bildungsarbeit an Schulen bezüglich historischer, religiöser und gesellschaftlicher Aspekte des Antisemitismus sowie der Entwicklung des modernen Staates Israel“. Dies teilten die Veranstalter der Kundgebung in einer Pressemitteilung mit.

Die Redner forderten die Bundesregierung auf, die Beziehungen zum Iran, „dessen Regierung offen zur Auslöschung Israels aufruft“, zu prüfen. Zudem solle sie sich für „Sanktionen zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms“ einsetzen.

Arje Scharuz Schalicar, Mitarbeiter im israelischen Ministerium für Nachrichtendienst, war eigens zu diesem Termin aus Israel angereist. Er berichtete von seiner Kindheit in Berlin, während der er mehrfach angefeindet wurde, weil er Jude ist. „Auch heute ist es unsere Aufgabe, gegen Judenhass aufzustehen. Deutschland darf es nicht hinnehmen, dass der Iran sein Atomprogramm ausbaut, um Israel zu vernichten.“

Unverhoffter Einsatz eines israelischen Politikers

Einen freien Abend wollte eigentlich Knessetmitglied Jechiel Bar, stellvertretender Sprecher des israelischen Parlaments, in Berlin verbringen. „Plötzlich sah ich so viele israelische Flaggen unter dem Brandenburger Tor“, erzählte Bar. „Da sagte ich zu meinem Mitarbeiter: Komm, da müssen wir hin.“ Spontan hielt der Oppositionspolitiker von der Zionistischen Union eine Rede: „Vor 80 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ich als Jude hier stehe“, sagte er den versammelten Demonstranten. „Mein Großvater ist Holocaustüberlebender aus Polen. Was würde er sagen, wenn er wüsste, dass ich heute nicht nur als Jude, sondern auch als Politiker des jüdischen Staates an diesem historischen Ort eine Rede halte? Zwischen damals und heute gibt es noch einen Unterschied: Heute gibt es einen starken jüdischen Staat, der Juden aus aller Welt eine Heimat bietet. Diese Sicherheit müssen wir erhalten.“

Josias Terschüren, Direktor Öffentlichkeitsarbeit der „Initiative 27. Januar“ und Pressesprecher der Kundgebung, fasste zusammen: „In Zeiten wie diesen sind wir als Zivilgesellschaft gefordert, unseren Standpunkt öffentlich deutlich zu machen und unsere Anliegen zu vertreten. Wir sind dankbar für die guten deutsch-israelischen Beziehungen und möchten gerne unseren Teil dazu beitragen, sie noch besser zu machen. Dazu gehört für uns die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, die historisch und juristisch begründet und somit legitim und echtem Frieden zuträglich wäre. Daneben fordern wir ausdrücklich die eindeutige Abkehr von der bisherigen wohlwollenden Außen- und Wirtschaftspolitik gegenüber dem Iran, der Israel offen, unverhohlen und existenziell bedroht.“

Terschüren ergänzte, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die nukleare Bewaffnung des Iran jüngst zu Recht als „reale Gefahr für Israel” bezeichnet, die es zu verhindern gälte. „Da dürfen wir nicht tatenlos danebenstehen und uns am unzulänglichen Atomabkommen festklammern.“

Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Aufgerufen hatten die Organisationen „Christen an der Seite Israels“, „Initiative 27. Januar“, die „ICEJ Deutschland“ sowie der „Marsch des Lebens“.

Von: mh

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Mon, 12 Nov 2018 13:06:00 +0100
<![CDATA[Offizier bei Militäroperation im Gazastreifen getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/12/offizier-bei-militaeroperation-im-gazastreifen-getoetet/ GAZA (inn) – Bei einer Militäroperation im Gazastreifen ist ein Offizier am Sonntagabend getötet worden. Die Armee hielt die Nachricht zunächst unter Verschluss und informierte erst die Familie. Um kurz vor 2 Uhr Ortszeit setzte sie dann die Öffentlichkeit in Kenntnis. Dabei teilte sie auch mit, dass ein weiterer Offizier verletzt wurde. Er kam in ein Krankenhaus in Be'er Scheva. Am Morgen erlangte er sein Bewusstssein wieder; sein Zustand ist inzwischen stabil.

Offenbar kam es zu der Tötung, weil das Geheimkommando der Armee aufgeflogen ist. In einem zivilen Volkswagen seien die Soldaten etwa drei Kilometer tief in den Gazastreifen bei Abu Schanam eingedrungen. Sie seien teilweise als Frauen verkleidet gewesen. Sie hätten vor dem Haus des Hamas-Kommandeurs Nur Barake geparkt – angeblich um ihn zu töten oder zu entführen. Die Armee widersprach jedoch dieser Darstellung. Eine Entführung oder Tötung sei nicht Ziel der Operation gewesen, sondern lediglich „die Stärkung der Sicherheit Israels“, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus.

Unruhige Nacht

Wie es in Medienberichten weiter hieß, hätten die Leibwächter des Hamas-Kommandeurs das verdächtige Auto der Israelis beobachtet und eine Verfolgungsjagd gestartet. Als das Kommando gestoppt und die Insassen aufgefordert wurden, sich auszuweisen, sei es zum Feuerwechsel gekommen, bei dem der Offizier getötet wurde. Die israelische Luftwaffe griff ein. Mit Raketen wurden der Kommandeur und sechs seiner Leibwächter getötet. Dem Kommando gelang es, wieder auf israelisches Territorium zurückzukehren.

In der Nacht registrierte die Armee zudem 17 Geschosse, die bis 5:15 Uhr Ortszeit aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden. Über Schäden wurde nichts bekannt; nach Angaben der Armee kam das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel dreimal zum Einsatz. Am Montag fiel in der Region um den Gazastreifen die Schule aus; Bahnverbindungen südlich von Aschkelon wurden geschlossen. Am Ben-Gurion-Flughafen wurden die Routen für den Anflug geändert.

Wegen der Eskalation im Gazastreifen flog der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu noch in der Nacht von Paris nach Israel zurück. Netanjahu hatte an den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs teilgenommen; aufgrund der vorzeitigen Abreise musste ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emanuel Macron ausfallen.

„Israel steht tief in seiner Schuld“

Am Montagnachmittag kamen Tausende zur Beerdigung des Getöteten, den die Armee aus Gründen der Geheimhaltung nur „M.“ nannte. Der 41-Jährige hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Präsident Reuven Rivlin und Kommunikationsminister Ajub Kara wohnten der Beerdigung bei. Auf Twitter schrieb Rivlin am Morgen, er sei „schockiert und betrübt“ angesichts der Nachrichten.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman betonte, Israel habe einen vielbegabten Soldaten verloren, „dessen Beitrag zur Sicherheit Israels noch viele Jahre geheim bleiben wird“. Netanjahu sagte, eines Tages werde die ganze Geschichte seines Heldentums bekannt werden. „Die israelischen Bürger stehen tief in seiner Schuld.“ Der Vater des Getöteten sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Ich hoffe, dass dies der letzte Verlust für Israel ist.“

Von: Ulrich W. Sahm / df

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Mon, 12 Nov 2018 12:55:00 +0100
<![CDATA[Holocaust-Studien sollen auf den Lehrplan]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/12/holocaust-studien-sollen-auf-den-lehrplan/ Marokkos König Mohammed VI. will das Thema Holocaust in den Lehrplan integrieren. „Man muss unseren Kindern die Geschichte in all ihrer Pluralität beibringen. Sie muss die glorreichen Momente der Menschheit und auch ihre dunkelsten Momente darstellen“, sagte der König. Der marokkanische Bildungsminister Said Amsasi betonte, dass nur Bildung die Macht habe, gegen Antisemitismus zu kämpfen. Das berichtet die Nachrichtenseite „Le Desk“. Positive Reaktionen kamen aus Israel. Knessetmitglied Michael Oren gratulierte via Twitter dem König zu der Entscheidung, die eine „moralische Nachricht an die Welt“ sei.

Von: mas

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Mon, 12 Nov 2018 12:35:00 +0100
<![CDATA[Palästinenser kritisieren Hollywood-Stars]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/12/palaestinenser-kritisieren-hollywood-stars/ Palästinenser haben Hollywood-Stars wegen deren Unterstützung für die israelische Armee kritisiert. Stars wie Gerard Butler, Andy Garcia und Ashton Kutcher hatten am 1. November an einer Benefizveranstaltung in Los Angeles mit mehr als 1.200 Gästen teilgenommen. Dabei kamen 60 Millionen US-Dollar zusammen. Das Magazin „Middle East Eye“ (London) zitiert einen Organisator des „Marsches der Rückkehr“, Ahmad Abu Artema: „Die israelische Armee wird diese Gelder nutzen, um mehr Patronen und mehr Bomben zu kaufen, nur um mehr Zivilisten zu töten.“ Kritik kam auch aus dem Westjordanland.

Von: eh

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Mon, 12 Nov 2018 11:47:00 +0100
<![CDATA[Jair Netanjahu klagt gegen Taxifahrer]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/12/jair-netanjahu-klagt-gegen-taxifahrer/ Der Sohn des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, Jair Netanjahu, hat am Sonntag beim Amtsgericht Tel Aviv Klage gegen den Taxifahrer Ro'i Rosen eingereicht. Rosen hatte im Jahr 2015 ein Gespräch zwischen Jair und einem Freund heimlich mitgeschnitten und die Aufnahme dann an „Kanal 2“ weitergegeben. Der Fernsehsender veröffentlichte die Aufnahme zu Beginn des Jahres. Jair sieht den Vorgang als unerlaubten Eingriff in seine Privatsphäre. In dem mitgeschnittenen Gespräch bat er seinen Freund um Geld für eine Prostituierte; später führte er die Äußerung auf Alkoholeinfluss zurück.

Von: df

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Mon, 12 Nov 2018 11:41:00 +0100
<![CDATA[Tausende feiern Israel und das „Reich Gottes“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/10/tausende-feiern-israel-und-das-reich-gottes/ BERLIN (inn) – Was bedeutet heute die Aussage „Dein Reich komme!“ aus dem „Vater unser“-Gebet für Christen, das Land Israel und die gesamte Welt? Dieser und anderen Fragen gingen von Donnerstag bis Samstag mehr als 1.200 Teilnehmer auf dem dritten Gemeinde-Israel-Kongress in Berlin nach. Über den Internet-Livestream von Gott24.tv waren allein am Donnerstag 3.300 weitere Zuschauer virtuell dabei. 40 christliche Organisationen und Werke – darunter auch Israelnetz – begleiteten die Konferenz mit Ständen. Einer der emotionalen Höhepunkte war am Freitag der öffentliche Gedenkabend zur Reichspogromnacht mit Holocaust-Überlebenden.

Der israelische Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, schickte ein Grußwort an die Kongressteilnehmer am Donnerstag: „Ihre Unterstützung ist nicht nur für Israel, sondern auch für ein vereintes Jerusalem, wo jeder seine Religion ausüben kann.“ Der Botschafter sprach über den diesjährigen Regierungsbesuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Jerusalem und betonte, dass es gerade die christliche Gemeinschaft im Nahen Osten sei, die derzeit aufblühe.

Knesset-Abgeordneter Glick in Berlin

„Israel hat mehr als 23.000 Israelis in Kriegen verloren“, sagte der israelische Knesset-Abgeordnete Jehuda Glick am Donnerstag über den noch jungen jüdischen Staat. „Das passierte an einem Tag in Auschwitz“, erinnerte er im Zusammenhang mit dem anstehenden Jahrestag der Reichspogromnacht. Die Stärke der Liebe in der Konferenzhalle heute sei aber hundertmal stärker als der Hass von damals. Um das Wunder der heutigen Zeit zu unterstreichen, erinnerte Glick an zwei Prophetien in der Bibel: Gott habe gesagt, er werde die Juden über die ganze Welt verstreuen. Aber er habe auch gesagt, dass er die Juden wieder aus allen Nationen nach Hause führen werde. Genau diese unmöglich scheinenden Prophetien seien in Israel erfüllt worden.

Als weiteres Wunder beschrieb der Likud-Politiker die Tausenden Menschen, die in der Kongresshalle in Berlin oder vor dem Internet saßen und den Gott Israels priesen. Glick betrachtet die Zahl 70 immer im Verhältnis von Juden und Nichtjuden. Nach dem 70. Jahr im Babylonischen Exil habe der Perserkönig Kyros II. die Juden Jerusalem wieder aufbauen lassen. Im 70. Jahr der israelischen Staatsgründung – und da spielte Glick auf die Botschaftsverlegung der USA an – beginne die Welt wieder, Jerusalem anzuerkennen. „Jeder Jude, der heiratet, schwört, dass, wenn er Jerusalem vergesse, ihm seine Hand abfaulen solle“, sagte Glick. Mit dem jüdischen Gebetsbuch beteten Juden drei Mal am Tag, dass Jerusalem wieder aufgebaut werde.

Der Israeli, der in Berlin auch sein neues Buch „Kommt und zieht hinauf“ bewarb, das jetzt auf Deutsch erschienen ist, erinnerte sich selbst daran, dass Anlass der Konferenz das Königreich Gottes war. „Die Welt muss sich mit Jerusalem verbinden. Der Prophet Jesaja sagt, dass alle Nationen nach Jerusalem kommen und den einzig wahren Gott erkennen werden. Jesus hat zu der Welt gesagt, dass es nur einen Gott gibt. Der Prophet Mohammed hat gesagt, dass es nur einen Gott gibt.“ Heute strömen in den Augen Glicks tatsächlich alle Nationen nach Jerusalem. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu telefoniere mit den USA und Russland, mit Deutschland und Frankreich.

Sein eigenes Leben bezeichnete Glick auch als großes Wunder. Vor vier Jahren sei er bei einer Veranstaltung gleich viermal angeschossen worden – von jemandem, der ihn für einen Gegner der Al-Aqsa-Moschee hielt. Die Ärzte hätten ihm nur geringe Überlebenschancen gegeben. „Aber irgendwie haben Millionen Menschen für mich gebetet“, sagte Glick. Nicht, weil er besonders sei, sondern weil der Mensch, der auf ihn schoss, ihn zu einem Symbol für die Verbindung von Jerusalem gemacht habe. „Wir sind alle Instrumente in einem großen Konzert. Gott hat die Juden nicht ausgewählt, weil wir überlegen wären. Wir sind nur gesegnet, wenn wir die Nationen segnen“, sagte Glick. Gott habe dafür die Stadt des Schaloms gewählt.

Christen sollen dem jüdischen Volk näher kommen

Harald Eckert von dem Werk „Christen an der Seite Israels“ (CSI) befand das Motto des Kongresses, „Dein Reich komme!“, als ein „gewaltiges Thema“. Es sei Teil des Vaterunser und gleichzeitig ein zutiefst jüdisches Gebetsanliegen. „Wir Christen verbinden es mit der Erwartung, dass Jesus wiederkommen möge in die Stadt Davids, nämlich Jerusalem.“ Evangelikale seien im Bewusstsein aufgewachsen, dass das Königreich Gottes im Heiligen Geist wiederzufinden sei. Eckert nannte das die „inwendige Dimension des Reichs Gottes“. Die äußere Dimension sei die Frage, wann das Reich für Israel anbrechen werde. Über die inwendige Dimension sollen Christen dem jüdischen Volk näher kommen.

„Wir wurden auf dem Berg eingepflanzt, weil es dort nicht viele messianische Juden gab. Vor 27 Jahren waren wir in der Gemeinde 15 Menschen, heute sind wir ein Netzwerk von unterschiedlichen Organisationen.“ So beschrieb am Donnerstag in einer Zweistunden-Predigt Peter Tsukahira seine Mission von Gott in Israel. Über sich sagt er, er sehe aus wie ein Japaner, klinge wie ein Amerikaner, sei aber ein israelischer Staatsbürger. Denn der messianische Pastor wanderte aus Boston nach Haifa aus. Der 68-Jährige, der am Abend vom Theologen Johannes Gerloff ins Deutsche übersetzt wurde, verliebte sich zur Zeit von Woodstock und der Flower-Power-Bewegung in eine jüdische Amerikanerin. Nachdem Gott klar zu ihnen gesprochen habe, seien sie 1987 nach Israel gezogen.

Messianischer Pastor sieht Wandel

Tsukahira will in Israel sowohl Juden als auch Araber mit seinen Worten vom Evangelium erreichen. „Wir sehen aktuell einen Wandel in den Organisationen und Gemeinden, die für Israel einstehen. Als Menschen, die Zion lieben, wollen wir dem israelischen Volk und der Nation unsere Liebe zeigen“, sagte der Pastor. Sehr freute er sich darüber, dass israelische Führungskräfte in der Politik heute öffentlich sagen, dass evangelikale Christen die besten Freunde Israels weltweit seien.

„Momentan sind wir der jüngste und kleinste Stamm in Israel“, erzählte Tsukahira. „Wir müssen dort um Anerkennung kämpfen. Deswegen ist es wichtig, dass ihr auch zu euren messianischen Brüdern und Schwestern steht.“ Aber es sei auch wichtig, als Christ das Alte Testament genauso wertzuschätzen wie das Neue Testament. „Mir ist klar geworden, dass es so ist, als käme man in einem Film, aber nicht am Anfang, sondern plötzlich in der Mitte. Man bekommt noch irgendwie heraus, wer die Hauptfiguren sind. Aber es fehlen die Motivationen und die Details des Reiches Gottes. Das Reich fängt mit dem Volk namens Israel an.“ Er habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Israel das Vorbild für das Königreich Gottes sei. Gott habe ein Volk für alle anderen Völker ausgewählt.

Thema Alijah im Mittelpunkt

Am Freitag stand die Alijah, die Einwanderung nach Israel, im Mittelpunkt des Kongresses. Erfrischend erzählte zum Beispiel die aus der Ukraine eingewanderte Orly Wolstein ihre Lebensgeschichte. „Ich stehe hier nicht als Mitarbeiterin der Jewish Agency, sondern als ein Zeugnis von der Alijah und als Beispiel der Zusammenarbeit von jüdisch-christlichen Organisationen“, sagte Wolstein. Als jemand aus der dritten Generation von Holocaust-Überlebenden in Berlin vor den deutschen Teilnehmern stehen zu können, empfinde sie als Wunder. Sie wuchs in der Ukraine auf. Der alleinerziehenden Mutter einer Tochter wurde bei der Einwanderung nach Israel von der Organisation „Christen an der Seite Israels“ geholfen.

Dass sie mit ihrer Tochter ausgerechnet am 11. November 2011 im Flugzeug nach Tel Aviv saß, hält sie für ein Zeichen Gottes. Die beiden zogen in einen Kibbutz. Vergangenes Jahr holte sie noch ihre Mutter aus der Ukraine dazu. Bei der Einwandererorganisation Jewish Agency arbeitet sie in einem Projekt, das ukrainische Einwanderer in 44 verschiedene Kibbutzim vermittelt und betreut. Eigentlich sollte diese Abteilung vor vier Jahren geschlossen werden, weil das nötige Geld fehlte. Dann seien aber christliche Organisationen eingesprungen und hätten das Projekt finanziell unterstützt. Wolstein strahlte eine große Dankbarkeit, aber auch Zuversicht aus, dass ihr Leben in die richtigen Bahnen gelenkt wurde.

Gedenken an Reichspogromnacht

Eine der einprägsamsten Veranstaltungen war sicherlich der Freitagabend, an dem der Reichspogromnacht gedacht wurde. Die Organisation Zedakah und „Zeugen der Zeitzeugen“ hatten sich eine so einfache wie wirkungsvolle Idee für das Gespräch mit Holocaust-Überlebenden ausgedacht. Der 89-jährige Herr Aron wurde an der Hand der neunjährigen Carina auf die Bühne geführt, weil er 1938, als Scheiben von jüdischen Geschäften im Dritten Reich eingeschmissen und Synagogen angezündet wurden, genau so alt gewesen war. Der 84-jährige Herr Michalski hatte den 4-jährigen Timon an seiner Seite.

Herr Aron wuchs als Einzelkind behütet in Berlin auf. Sein Vater war Diplomkaufmann. In der Reichspogromnacht hatte er schon geschlafen. Sein Vater weckte ihn und sagte, dass es brennen würde. Herr Aron dachte zuerst, dass der „Feind“ gekommen sei, von dem er bei den Fliegerübungen in seiner Volksschule gehört hatte. Er erinnert sich, dass er sich mit seinem Vater den roten Himmel angeschaut hat.

In der Schule erhielten er und die sechs anderen jüdischen Kinder Briefe und wurden aufgefordert, nach Hause zu gehen. Bei seiner Mutter habe er dann angefangen zu weinen, erzählte Herr Aron. Er sei sich keiner Schuld bewusst gewesen. Seine Mutter öffnete den Brief und sagte, dass er keine Schuld habe. „Man hat dich nach Hause geschickt, weil du jüdischen Glaubens bist“, sagte seine Mutter. Er habe das Judentum nur durch die hohen Feiertage gekannt und habe kein Hebräisch gekonnt.

Scho'ah-Überlebender brachte Berliner Polizei Bürotechnik

Aufrichtige Skatfreunde, mit denen sein Vater im Ersten Weltkrieg gedient hatte, warnten die Familie nach der Reichspogromnacht, nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Herr Aron erzählte aus seinem bewegten Leben, wie sein Vater versuchte, in die USA auszureisen, wie sie dann nach Shanghai kamen, wo er den zionistischen Gedanken aufgriff. Als illegaler Einwanderer kam er nach Palästina unter britischem Mandat, kämpfte als Pilot im Unabhängigkeitskrieg Israels und arbeitete anschließend in der israelischen Polizei. So kam er auch wieder nach Deutschland, als er in den 1980er-Jahren der Berliner Polizei auf Wunsch des Oberbürgermeisters die neuartige Bürotechnik aus Israel näherbrachte. Heute sei er sehr aktiv in der jüdischen Gemeinde Berlins.

Für Herrn Michalski, der in Görlitz aufwuchs, war der Abend in Berlin bereits die dritte Veranstaltung des Tages. Weil er nicht mehr so gut sprechen könne, ließ er seine Frau seine Geschichte erzählen. Herrn Michalskis Mutter war Jüdin, sein Vater Katholik. Mit vier Jahre habe er die Reichspogromnacht überhaupt nicht mitbekommen. Eine der Folgen davon war aber, dass er sich von seinem Kindermädchen trennen musste, das er heiß und innig liebte. Es gab einen SS-Mann, der gegen seinen Vater so hetzte, dass der sein Geschäft aufgeben musste. Sein Vater ging von Görlitz nach Berlin, Michalski und seine Mutter reisten nach Breslau. Er erinnert sich, dass er als Jude im Kindergarten nicht mit den anderen Kinder spielen durfte. Dass die Familie überlebte, konnte nur durch die Hilfe verschiedener Personen passieren: zum Beispiel das Kindermädchen, das ihn und seinen Bruder versteckte, ein Zeuge Jehovas oder ein befreundeter Polizist, die alle ihr Leben aufs Spiel setzten.

Aktueller Antisemitismus in Berlin

Michalskis Ehefrau berichtete auch von aktuellem Antisemitismus in Deutschland. Das Paar sind die Großeltern des jüdischen Schülers, der als „Junge von Friedenau“ in die Schlagzeilen kam. Sie schilderte, wie sie ihren Enkel bei einer gemeinsamen Reise mit auf die selbe Flüchtlingsroute nahmen, die Herr Michalski im Zweiten Weltkrieg ging. Im Schulunterricht sammelte die Klasse des Enkels die Gotteshäuser der verschiedenen Religionen. Die Synagoge wurde vergessen. Da meldete sich der Enkel und ergänzte. Seine Lehrerin habe ihn dann gefragt, ob er Jude sei, was er bejahte. Sein bester türkischstämmiger Freund habe ihm daraufhin die Freundschaft gekündigt. Schüler aus höheren Klassen hätten ihn verprügelt, es habe sogar eine Scheinhinrichtung gegeben. „Wir gingen damit an die Öffentlichkeit, weil das Problem nicht in der Schule ernst genommen wurde“, erzählte Frau Michalski. Andere jüdische Familien hätten sich dann auch getraut, etwas zu antisemitischen Übergriffen zu sagen.

Bei der Veranstaltung waren insgesamt 14 Holocaust-Überlebende aus Berliner Gemeinden. Sie erhielten einen aus Holz gefertigten hebräischen Buchstaben „Chai“, der für das Leben steht. Die Holocaust-Überlebende Frau Gorban, die seit 26 Jahren wieder in Berlin lebt und in der Reichpogromnacht fünf Jahre alt war, sagte auf der Bühne: „Das darf es in Deutschland nie wieder geben. Wir sind gewohnt, dass jüdische Kindergärten und Schulen von der Polizei beschützt werden müssen. Aber das sollte nicht so sein.“

Die Holocaust-Überlebende Frau Genin zeigte sich vom Abend „tief beeindruckt“. Nachdem sie im Jahr 1939 aus dem Dritten Reich nach Australien geflohen war, kam sie 1958 wieder zurück – und zwar in die DDR. Da stieß sie unter Mitschülern auf Desinteresse und Verdrängung, was die Scho'ah anging. Aber seit 1989 stellt sie ein größeres Bewusstsein dafür in Deutschland fest. „Ich habe die Hoffnung, dass wir jetzt gerade im öffentlichen Bewusstsein einen Umbruch erleben“, sagte Frau Genin, die sich in den vergangenen Tagen über gute Dokumentationen zum Thema im Fernsehen gefreut hatte.

Kritik an öffentlich-rechtlichen Sendern

„Menschen sollen sich auf Liebe und nicht auf Hass konzentrieren“, wünschte sie sich. Deswegen kritisierte sie auch den Deutschlandfunk und die öffentliche-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die den Hass gegenüber Israel mit ihrer Berichterstattung beförderten: „Zuerst kommt die Nachricht, dass Israel attackiert hat, dann erst die Erwähnung, dass davor Raketen aus Gaza auf Israel geschossen wurden. Ich finde das eine solche Frechheit“, sagte Genin.

Der israelische Sänger Yoed Sorek begleitete mit zwei Kollegen den Abend musikalisch. Sie spielten mit Akkordeon und Klarinette unter anderem das jüdische Lied „Es brennt“, das 1938 angesichts eines Pogroms in Polen geschrieben wurde. Ein Grußwort des EVP-Spitzenkandidaten, Manfred Weber, wurde auch verlesen. Darin formulierte er Europa als Ausweg aus dem Hass, den es im Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Am Samstag sprach der Theologe und Journalist Johannes Gerloff in seiner Bibelarbeit anhand der Apostelgeschichte über „Das Reich für Israel“. Am Samstagnachmittag waren die Teilnehmer eingeladen, am Brandenburger Tor bei einer Demonstration gegen Antisemitismus und für Israel und Jerusalem teilzunehmen.

Das Christliche Forum für Israel (CFFI) organisierte die Konferenz, die auf dem Campus der Gemeinde auf dem Weg veranstaltet wurde. Das CFFI ist ein Dachverband für Israelwerke und dient der Vernetzung von Israelfreunden auf nationaler Ebene. In den Jahren 2006 und 2013 gab es die ersten beiden Gemeinde-Israel-Kongresse. Die Moderatoren des Kongresses waren Luca Hezel von Israel Connect (IC) und Wilfried Gotter von den Sächsischen Israelfreunden, der es verstand, mit Humor und Witz die ernsten Thematiken gelegentlich aufzulockern.

Von: Michael Müller

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Sat, 10 Nov 2018 13:12:00 +0100
<![CDATA[Jugendliche protestieren vor der Knesset]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/09/jugendliche-protestieren-vor-der-knesset/ JERUSALEM (inn) – Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat sich mit Schülern solidarisiert, die gegen den Brandballonterror im Gebiet um den Gazastreifen protestieren. Am Donnerstag empfing er sie am Eingang von Jerusalem und marschierte mit ihnen in Richtung Knesset. Etwa 100 Jugendliche der Kampagne „Schwarzer Süden“ waren am Sonntag in Sderot losmarschiert. Auf dem Weg in die Hauptstadt schlossen sich ihnen noch rund 6.000 Mitstreiter an.

Rivlin sagte mit Bezug auf das Raketenwarnsystem „Rote Farbe“: „Ich verspreche euch: Wir werden nicht, ja dürfen nicht zulassen, dass die Sirenen ‚Rote Farbe‘ zur Routine werden.“ Er ergänzte laut einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“: „Ich bin gekommen, um mit euch zu laufen im Namen von jedem Bürger Israels, der euch folgt und im Geiste mit euch läuft.“ Die Teilnehmer der Protestaktion bewiesen Liebe zum Land Israel. „Wir hören euren Ruf, und er bricht uns das Herz.“

Die Jugendlichen besuchen die Klassen 10 bis 12 der „Scha'ar HaNegev“-Schule. In einem Video, das sie vor dem 90 Kilometer langen Marsch veröffentlichten, sagten die Initiatoren, 81 Städte an der Grenze zum Gazastreifen sähen nicht mehr aus wie früher. Insgesamt seien durch palästinensische Angriffe mit Drachen und Ballons bereits 3.200 Hektar verbrannt worden.

Der Marsch endete am Donnerstagabend im Rosenpark nahe der Knesset. Mittlerweile waren Schüler aus dem gesamten Land hinzugekommen. Auch Hinterbliebene, die vor vier Jahren bei der Militäroperation „Starker Fels“ einen Angehörigen verloren hatten, schlossen sich der Kundgebung in Jerusalem an.

Appell an die Regierung

Einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge waren die Jugendlichen von der Gaza-Grenze auf dem Weg nach Jerusalem widrigen Bedingungen ausgesetzt: Regen, Schlamm und nächtlicher Kälte. Ihr Protest steht unter dem Motto: „Lasst uns in Frieden aufwachsen“. Während der Kundgebung riefen Schüler die Regierung auf, zu handeln, damit wieder Ruhe einkehre.

Die Zwölftklässlerin Ro'i Rachaf aus dem Kibbutz Mefalsim sagte im Gespräch mit „Yediot Aharonot“: „Unsere Botschaft ist, dass wir eine Veränderung wollen. Wir haben genug von der aktuellen Sicherheitslage. Seit wir geboren sind, leben wir zwischen Krieg und Krieg. Wir wollen im Gürtel um den Gazastreifen in Frieden aufwachsen. Die Veränderung liegt in den Händen der israelischen Führung und deshalb marschieren wir zur Knesset.“

Die Schulen beteiligen sich nicht an der Aktion, da sie nicht auf Kosten der Unterrichtszeit Schüler zu so einem Marsch ermutigen können. Doch haben Lehrer und Schulleiter keinen der Jugendlichen daran gehindert, nach Jerusalem zu marschieren.

Von: eh

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Fri, 09 Nov 2018 15:04:00 +0100
<![CDATA[15 Millionen Dollar in den Gazastreifen geschmuggelt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/09/15-millionen-dollar-in-den-gazastreifen-geschmuggelt/ Der Vorsitzende des Katarer Komitees für den Wiederaufbau des Gazastreifens, Mohammed al-Emadi, hat die Grenze nach Gaza am Donnerstagabend mit drei Koffern voller Geld überquert. Das berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“. Das Geld ist offiziell für Beamtengehälter bestimmt. Unklar ist, warum Al-Emadi mit dem Geld den Grenzübergang passieren konnte. Oppositionsführerin Zippi Livni warf Premierminister Benjamin Netanjahu vor, er hätte sein Einverständnis gegeben, um „kurzfristig Frieden zu erkaufen“. Im Vorfeld hatte die Hamas die Gelder als Bedingungen für einen Waffenstillstand gefordert.

Von: mas

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Fri, 09 Nov 2018 13:51:00 +0100
<![CDATA[Neue Botschafter Ägyptens und Jordaniens nehmen ihre Arbeit auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/09/neue-botschafter-aegyptens-und-jordaniens-nehmen-ihre-arbeit-auf/ JERUSALEM (inn) – Die neuen Botschafter Ägyptens und Jordaniens haben am Donnerstag dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin ihre Beglaubigungsschreiben überreicht. Damit treten die Diplomaten offiziell ihren Dienst an. Die beiden bekräftigten die Friedensverträge ihrer jeweiligen Länder mit Israel. Zugleich mahnten sie, der Friedensprozess mit den Palästinensern müsse vorankommen.

Rivlin empfing die Botschafter jeweils einzeln. Er lobte dabei die Friedensverträge als Anker der Stabilität für die Region. Er brachte jedoch auch seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die Beziehungen zwischen den Ländern freundschaftlicher werden – sowohl auf zwischenmenschlicher als auch auf Regierungsebene.

Der ägyptische Repräsentant Chaled Asmi traf bereits am Sonntag in Israel ein. Zuletzt leitete er die Abteilung für Terrorabwehr im ägyptischen Außenministerium. Er löst Hasem Chairat nach zweieinhalb Jahren ab. Asmi ist der siebte ägyptische Botschafter in Israel. Die beiden Staaten schlossen 1979 einen Friedensvertrag.

Friede mit Spannungen

Der Jordanier Ghassan Madschali hält sich seit Oktober in Israel auf. Er war zuvor Botschafter in Spanien. Sein Vorgänger in Israel, Walid Obeidat, bekleidete den Posten fünf Jahre lang.

Zwischen Israel und Jordanien besteht seit 1994 ein Friedensvertrag. Zuletzt kam es jedoch zu diplomatischen Spannungen aufgrund eines tödlichen Vorfalls in der israelischen Botschaft in Amman. Im Januar erzielten die beiden Seiten eine Einigung. Im Oktober sorgte Jordanien durch die Ankündigung, einen Pachtvertrag mit Israel nicht verlängern zu wollen, für Irritationen.

Von: df

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Fri, 09 Nov 2018 13:22:00 +0100
<![CDATA[Wirtschaftsminister Cohen nach Bahrain eingeladen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/09/wirtschaftsminister-cohen-nach-bahrain-eingeladen/ Der israelische Wirtschaftsminister Eli Cohen hat in der vergangenen Woche eine Einladung zu der Ministerkonferenz „Startup Nations“ in Bahrain erhalten. Das berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ am Freitag unter Berufung auf das Außenministerium. Die Konferenz soll im April 2019 stattfinden. Sie geht auf eine Initiative der Weltbank zurück. Israel pflegt keine offiziellen Beziehungen mit Bahrain. Zuletzt besuchten jedoch mehrere israelische Politiker wie Israel Katz die Golfregion. Das werten Beobachter als Zeichen der Annäherung zwischen Israel und der arabischen Welt.

Von: df

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Fri, 09 Nov 2018 11:37:00 +0100
<![CDATA[Keine Ehrung für französischen Nazikollaborateur]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/09/keine-ehrung-fuer-franzoesischen-nazikollaborateur/ Frankreich verzichtet darauf, den Nazikollaborateur Philippe Pétain beim Gedenken an den Waffenstillstand vor 100 Jahren zu ehren. Das sagte Präsident Emmanuel Macron, nachdem er ihn wegen seiner Erfolge im Ersten Weltkrieg als „großartigen Soldaten“ gewürdigt hatte. Dies stieß auf Kritik beim israelischen Bildungsminister Naftali Bennett. Es sei „inakzeptabel, anzudeuten, dass frühere Taten solche Gräuel mildern“, sagte er mit Bezug auf Pétains Rolle in der Vichy-Regierung. Macron betonte, man müsse zwischen den Beiträgen im Ersten Weltkrieg und den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg unterscheiden.

Von: eh

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Fri, 09 Nov 2018 11:05:00 +0100
<![CDATA[Vor Ort: In der Redaktion von i24news]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/09/vor-ort-in-der-redaktion-von-i24news/ Von: Jörn Schumacher

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Fri, 09 Nov 2018 10:30:00 +0100
<![CDATA[Zwei deutsche Judenretter geehrt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/11/08/zwei-deutsche-judenretter-geehrt/ Die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem hat zwei deutsche Judenretter posthum als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff überreichte am Mittwoch die Auszeichnung an die beiden Kinder des Schauspielers Hans Söhnker und an eine Urgroßnichte des Juristen Heinz Gützlaff. Söhnker hatte mehrere Juden in seinem Wochenendhaus vor den Nationalsozialisten versteckt, unter ihnen den jüdischen Orthopäden Kurt Hirschfeldt. Diesem verhalf Gützlaff zu einer lebensrettenden falschen Identität, indem er ihm seine eigene Kennkarte überließ.

Von: eh

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Thu, 08 Nov 2018 16:14:00 +0100
<![CDATA[Belgien will „Staat Palästina“ anerkennen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/08/belgien-will-staat-palaestina-anerkennen/ Die belgische Regierung will den „Staat Palästina auf Grundlage der Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt“ anerkennen. Das teilte der palästinensische Gesandte in Belgien und bei der EU, Abdul Rahim al-Farra, am Donnerstag mit. Außenminister Didier Reynders habe zugleich die Ablehnung des israelischen Siedlungsbaus bestätigt, sagte er laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA. Bereits am Mittwoch hatte der palästinensische Außenminister Riad al-Maliki nach einem Treffen mit Reynders angekündigt, Belgien wolle den Status der palästinensischen Vertretung aufwerten.

Von: eh

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Thu, 08 Nov 2018 15:59:00 +0100
<![CDATA[Kein Fortschritt in der Haltung zu Israel]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/11/08/kein-fortschritt-in-der-haltung-zu-israel/ Ein Kommentar von Daniel Frick]]> Für viele ist es ein Fest der Demokratie und der Vielfalt: Zum ersten Mal überhaupt sind zwei Musliminnen als Abgeordnete in den amerikanischen Kongress eingezogen. Die eine, Raschida Tlaib, hat palästinensische Wurzeln, die andere, Ilhan Omar, ist als Kind mit ihrer Familie aus Somalia geflüchtet. Beide vertreten die Demokratische Partei, die gemeinhin als die „fortschrittliche“ gilt im Gegensatz zu den „konservativen“ Republikanern.

Dass die beiden im Kongress ihre Stimme einbringen, dürfte man tatsächlich als Fortschritt feiern. Doch die beiden verbindet nicht nur ihre Religion, ihr Geschlecht oder ihre Parteizugehörigkeit, sondern auch eine fragwürdige Sicht auf Israel. Und in dieser Hinsicht ist ihr Wahlsieg alles andere als „fortschrittlich“.

Aus ihrer Verachtung für Israel machen die beiden keinen Hehl. Während Politiker spontane Dankesreden nach Wahlsiegen nutzen, um ihre politischen Ziele noch einmal zu bekräftigen, nutzte Tlaib sie, um indirekt gegen den jüdischen Staat auszuteilen: Ihre Familie im Westjordanland habe sich so viele Jahre „entmenschlicht“ gefühlt. Umso stolzer, betonte Tlaib, sei sie nun auf ihren Sieg. Diesen feierte sie im Übrigen nicht mit einer amerikanischen, sondern mit einer palästinensischen Fahne.

„Israel hypnotisiert die Welt“

Ihre Glaubensgenossin Ilhan Omar wird mit Bezug auf Israel noch deutlicher: „Israel hat die Welt hypnotisiert, möge Allah die Menschen aufrütteln und ihnen helfen, die bösen Taten Israels zu sehen“, schrieb sie am 16. November 2012 auf Twitter. Und am 31. Mai dieses Jahres stellte sie klar: „Aufmerksamkeit auf das israelische Apartheid-Regime zu lenken bedeutet beileibe nicht, Juden zu hassen.“ Am selben Tag ergänzte sie nach Protesten ironisch: „Wenn Muslime etwas Schlechtes über die israelische Regierung sagen, müssen sie Juden hassen.“

Dabei merkt sie selbst offenbar nicht, dass die Wendung „Israel hat die Welt hypnotisiert“ alles andere als sachliche Kritik an der Regierung ist. Sie dämonisiert den Staat Israel. Vor diesem Hintergrund klingt das Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung im Zuge des Wahlkampfes schal. Und die Anerkennung der Existenz Israels kam dabei auch etwas gequält heraus: „Es wird für uns wichtig sein, Israels Platz im Nahen Osten und den legitimen Ort des jüdischen Volkes innerhalb dieser Region anzuerkennen.“ Wann es soweit ist, hat sie nicht gesagt, aber vermutlich ist die Zeit erst dann gekommen, wenn Israel aufhört, „die Welt zu hypnotisieren“.

Diese Äußerungen zeigen: Wahrer Fortschritt bestünde für die Demokraten derzeit eigentlich nicht in der Frage, wie viele Frauen für sie im Kongress sitzen oder welcher Herkunft diese sind. Sondern ob sie in der Lage sind, auf plumpe und dämonisierende Äußerungen zu Israel zu verzichten. Wer sich für die Zwei-Staaten-Lösung ausspricht, sollte sich zuerst von fragwürdigen Tweets in der Vergangenheit distanzieren – schon um der eigenen Glaubwürdigkeit willen.

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Thu, 08 Nov 2018 14:35:00 +0100
<![CDATA[Yad Vashem zeigt Onlineausstellung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/11/08/yad-vashem-zeigt-onlineausstellung/ JERUSALEM (inn) – Am 9. November jährt sich zum 80. Mal die Nacht, die von den Nazis beschönigend als „Reichskristallnacht“ bezeichnet wurde. Damals steckten Deutsche und Österreicher Synagogen in Brand oder zerstörten die Inneneinrichtung der Gebetshäuser. Sie plünderten und zerstörten jüdische Geschäfte. Zahlreiche Juden wurden ermordet oder verhaftet. Die Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem hat zum Jahrestag eine Onlineausstellung konzipiert.

Zu der Schau gehören Videos mit englischsprachigen Zeitzeugenberichten. So erzählt eine Frau, die 1930 geboren wurde, wie sie als Kind die Pogromnacht erlebte. Bilder zeigen Artefakte, die das Pogrom überdauert haben, wie eine Torarolle oder ein Liederbuch. Auch Fotos von den Geschehnissen der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sind zu sehen, etwa von der Wiener Stadttempel-Synagoge. Die Ausstellung ermöglicht es Interessierten, sich ein umfassendes Bild von der Pogromnacht zu machen.

Von: eh

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Thu, 08 Nov 2018 13:38:00 +0100
<![CDATA[Gespräch zwischen Regierungschefs]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/11/08/gespraech-zwischen-regierungschefs/ In einem Telefongespräch am Mittwoch hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu der deutschen Kanzlerin Angela Merkel eine weitere Zusammenarbeit zugesichert. Er wolle daran festhalten, „die gemeinsamen Ziele zu erreichen“. Außerdem dankte er Merkel für ihren Beitrag zur Sicherheit Israels. Anlass für das Telefonat war Merkels Ankündigung, 2021 nicht mehr für das Kanzleramt zu kandidieren. Dies teilte Netanjahus Büro mit.

Von: mas

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Thu, 08 Nov 2018 11:59:00 +0100
<![CDATA[Palästinenser beschuldigen ägyptische Marine]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/11/08/palaestinenser-beschuldigen-aegyptische-marine/ Ein palästinensischer Fischer ist am Mittwoch im Mittelmeer durch mehrere Schüsse getötet worden. Der Vorfall ereignete sich auf Höhe der Stadt Rafah, die an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten liegt. Das Innenministerium in Gaza machte die ägyptische Marine für den Tod des 30-jährigen Mustafa Chalil Abu Odeh verantwortlich. Eine Quelle im ägyptischen Militär dementierte dies hingegen laut der Zeitung „Jerusalem Post“, ohne die Äußerung näher auszuführen.

Von: eh

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Thu, 08 Nov 2018 11:42:00 +0100
<![CDATA[Schiffe in der Wüste]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/11/08/schiffe-in-der-wueste/ BE'ER SCHEVA (inn) – Wissenschaftler sind in einer 2.000 Jahre alten Zisterne auf Gravuren gestoßen, die Schiffe darstellen. Die Gravuren wurden bei einer archäologischen Ausgrabung der Israelischen Altertumsbehörde in Be'er Scheva entdeckt. Die Ausgrabung ist Teil der Vorbereitungen für den Bau des zukünftigen Stadtteils Rakafot.

Zuerst sah die Zisterne, etwa 5 mal 5,5 Meter groß und 12 Meter tief, wie eine große Senke aus. Nach der ersten Prüfung wurde eine gut behauene und verputzte Treppe freigelegt, die in die Tiefe der Zisterne führt. Im Putz der Zisternenwände erkannten die Ausgräber Davida Eisenberg-Degen und Avischai Levi-Hevroni dünn gravierte Linien. Obwohl viele der Linien verwittert waren, wurde deutlich, dass Boote, ein Seemann und Tiere dargestellt sind. 13 Schiffe wurden seinerzeit in den Putz der Zisternenwände eingraviert. Die Schiffe zeigen technische Details und Proportionen, die auf Wissen im Schiffbau hinweisen.

Die Form der Zisterne sowie die Technik des Hauens und Verputzens deuten darauf hin, dass die Zisterne aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus stammt und wahrscheinlich zur Wohnung einer römischen Stätte in etwa 800 Meter Entfernung gehörte. Obwohl sie mit Sedimenten gefüllt war, ist offensichtlich, dass die Zisterne bis vor kurzem gepflegt und gereinigt wurde, also in Betrieb war. Die Sedimentfüllung umfasste Keramikscherben, Munitionshüllen und Waffenteile aus dem Ersten Weltkrieg.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 08 Nov 2018 11:21:00 +0100