Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Thu, 04 Jun 2020 10:26:07 +0200 <![CDATA[Neue Anweisungen für Soldaten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/06/04/neue-anweisungen-fuer-soldaten/ Künftig ist es Soldaten verboten, Diebe zu verfolgen. So lautet eine neue Anweisung des israelischen Militärs. Bei den zahlreichen Diebstählen durch Beduinen in der Negev-Wüste in israelischen Militärlagern müssten die Soldaten umgehend die Polizei verständigen. Aufgabe der Armee sei es, Diebstähle zu verhindern, nicht die Diebe zu verfolgen, zitierte die israelische Zeitung "Jerusalem Post" das Militärdokument. Am Dienstag war es erneut zu einem Diebstahl gekommen. Als Soldaten versuchten, die Beduinen zu stoppen, sei ihr Armeefahrzeug von zahlreichen Jeeps umringt worden.

Von: mh

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Thu, 04 Jun 2020 09:04:00 +0200
<![CDATA[Oberrabbiner besucht Familie von erschossenem Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/06/03/oberrabbiner-besucht-familie-von-erschossenem-palaestinenser/ JERUSALEM (inn) – Der aschkenasische Oberrabbiner von Jerusalem, Arje Stern, hat am Dienstagabend die Familie des getöteten Palästinensers Ijad al-Halaq besucht. Vertreter der Stadt Jerusalem begleiteten den Rabbiner. Er traf sich auch mit muslimischen Religionsführern. Der 32-jährige Al-Halaq war am Samstag von der israelischen Polizei erschossen worden. Es stellte sich heraus, dass der geistig Behinderte unbewaffnet war. Stern drückte gegenüber der palästinensischen Familie sein Mitgefühl aus.

Der neue Sicherheitsminister Amir Ochana bedauerte die Tragödie ebenfalls. Er warnte jedoch davor, die beteiligten Polizisten vorzeitig zu verurteilen. Die Beamten müssten „innerhalb von Sekunden folgenschwere Entscheidungen treffen, in einer von Terror durchtränkten Gegend, in der sie ständiger Lebensgefahr ausgesetzt sind“. Laut einem Fernsehbericht des Senders „Kanal 12“ hat Ochana einen geplanten Besuch bei der Familie abgesagt, nachdem der Vater des Opfers auf Facebook ein Video mit der Botschaft postete, er wünsche keine Besuche von israelischen Regierungsvertretern.

Auch Verteidigungsminister Benny Gantz brachte seine Trauer zum Ausdruck und versprach, der Fall werde schnell untersucht. Al-Halaq war in der Altstadt erschossen worden. Die Polizisten geben an, er habe einen verdächtigen Gegenstand bei sich getragen und nicht auf Zurufe reagiert. Anscheinend hielt Al-Halaq nur sein Mobiltelefon in der Hand und verstand die Polizisten nicht. Ein Beamter steht nun unter Hausarrest, ein anderer kam unter Auflagen vorerst frei.

Israelis fordern Gerechtigkeit

In Jerusalem protestierten am Dienstag mehr als 100 und in Tel Aviv mindestens 200 Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Dabei stellten viele eine Verbindung her zu der Tötung des Afroamerikaners George Floyd. Er war in der US-Stadt Minneapolis gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihn minutenlang mit einem Knie zu Boden drückte. Protestler hielten Plakate mit der Aufschrift „Das Leben Schwarzer zählt“ in den Händen. Einige erinnerten an Solomon Teka. Der äthiopischstämmige 19-jährige Israeli war vor einem Jahr durch einen Warnschuss eines Polizisten außer Dienst ums Leben gekommen. An den Demonstrationen beteiligten sich sowohl Äthiopier als auch Israelis anderer Herkunft.

Von: tk

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Wed, 03 Jun 2020 14:27:00 +0200
<![CDATA[Fünf Jordanier wegen Terrorplänen gegen Israelis angeklagt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/06/03/fuenf-jordanier-wegen-terrorplaenen-gegen-israelis-angeklagt/ In Jordanien müssen sich fünf Verdächtige wegen anti-israelischer Terrorpläne vor Gericht verantworten. Wie ein Vertreter der jordanischen Justiz der Nachrichtenagentur AP sagte, wollten sie Attentate gegen israelische Ziele im Westjordanland verüben. Geplant waren unter anderem Selbstmordanschläge auf Busse. Die angeklagten Jordanier wurden im Februar festgenommen. Einer von ihnen war 2007 im Gazastreifen. Dort erlernte er die Herstellung von Sprengsätzen.

Von: eh

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Wed, 03 Jun 2020 13:25:00 +0200
<![CDATA[USA: Langsamer mit der Annexion]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/06/03/usa-langsamer-mit-der-annexion/ JERUSALEM / WASHINGTON (inn) – Die USA halten Israel an, mit der Annexion langsam zu machen. Das geht aus Berichten über ein Videogespräch vom Montag zwischen dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu und dem amerikanischen Regierungsberater Jared Kushner hervor. Netanjahu habe am Folgetag Bürgermeistern von Siedlungen mitgeteilt, die USA seien „nicht mehr so enthusiastisch“.

Teilnehmer des Siedlertreffens teilten laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ mit, dieses sei „hitzig“ verlaufen. Ein Kritikpunkt ist, dass laut dem im Januar vorgestellten US-Plan 15 Siedlungen als Enklaven in einem zukünftigen palästinensischen Staat existieren würden. Netanjahu betonte bei dem Treffen, er sei dem Trump-Plan verpflichtet, sofern die Palästinenser ihre Gegnerschaft dazu aufgeben. Der Vorsitzende des Siedlungsrates Beit El, Schai Alon, sagte der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ nach dem Treffen, er rechne nicht mehr mit einer Annexion im Juli. Er hoffe aber, dies geschehe vor den US-Wahlen am 3. November.

Zweigleisiger Vorgang

Die Annexion gehört zum Programm der neuen Regierung. In den vergangenen Wochen hatten sich zahlreiche Staaten, darunter etwa Frankreich oder Jordanien, gegen diesen Schritt ausgeprochen. Der jordanische Außenminister Ajman Safadi wiederholte am Dienstag die Drohung, eine Annexion würde „schwerwiegende Folgen“ haben. Am Dienstag warnte auch die norwegische Außenministerin Ine Marie Eriksen Söreide Israel vor dem Schritt. Norwegen leitet derzeit den 1993 gegründeten UN-Verbindungsausschuss für Spenden, die an die Palästinenser gehen (AHLC).

Israel bereitet die Annexion indes weiter vor. Am Montag wies Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) die Armee an, sich auf mögliche Szenarien in diesem Zusammenhang vorzubereiten. Einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Radiosenders „Reschet Bet“ zufolge will Netanjahu seinen eigenen Annexionsplan der Knesset zur Abstimmung vorlegen. Grundlage sei der US-Plan, doch anders als dieser sehe Netanjahus Plan keinen palästinensischen Staat vor. Netanjahus Büro teilte dazu mit, der Premier „setzt sich für Verhandlungen auf Grundlage des Trump-Plans ein und macht zugleich mit seinem Souveränitätsplan weiter“.

Von: df

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Wed, 03 Jun 2020 11:56:00 +0200
<![CDATA[Bildungsminister will keine „unnötige Panik“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/06/03/bildungsminister-will-keine-unnoetige-panik/ Der Schulbetrieb für die Klassen 7–12 geht auf Anordnung des Premierminister-Büros trotz steigender Infektionszahlen vorerst weiter. Dies geschieht trotz einer gegenteiligen Empfehlung des neuen Gesundheitsministers Juli Edelstein. Bildungsminister Joav Gallant warnte hingegen vor „unnötiger Panik“. Seit Montag sind 72 neue Corona-Fälle aufgetreten. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg damit auf 2.055. Von den Patienten müssen 29 beatmet werden. Bisher sind 290 Menschen wegen COVID-19 gestorben. Unter Schülern und Lehrpersonal sind 255 Menschen erkrankt, 4.925 befinden sich in Quarantäne.

Von: tk

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Wed, 03 Jun 2020 11:34:00 +0200
<![CDATA[Zwei Knessetabgeordnete bei Gedenken an Mavi-Marmara-Vorfall]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/06/03/zwei-knessetabgeordnete-bei-gedenken-an-mavi-marmara-vorfall/ Zwei Knessetabgeordnete des arabischen Bündnisses „Vereinigte Liste“ haben am Samstag an Gedenkveranstaltungen zur Gaza-Flottille vor zehn Jahren teilgenommen. Dort wurde der getöteten Aktivisten gedacht. Sami Abu Schahada sprach bei einer Kundgebung am Hafen von Jaffa. Er trug ein T-Shirt mit einer Landkarte, auf der Israel als „Palästina“ bezeichnet ist. Seine Parteigenossin Aida Tuma-Sliman sagte, die Flottille mit der Mavi Marmara habe die Aufmerksamkeit der Welt auf sich ziehen wollen. Israel habe sich wegen der Toten entschuldigt und eine Entschädigung geleistet.

Von: eh

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Wed, 03 Jun 2020 10:40:00 +0200
<![CDATA[Preisgekrönte Kurz-Doku als Abrufvideo verfügbar]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/06/03/preisgekroente-kurz-doku-als-abrufvideo-verfuegbar/ Der Kurz-Dokumentarfilm „In Jerusalem” aus dem Jahr 1963 ist derzeit zum Ausleihen bei vimeo verfügbar. Der Film des brasilianisch-israelischen Regisseurs David Perlov zeigt Beobachtungen der Stadt vor ihrer Wiedervereinigung. Er gilt als einer der poetischsten Filme, die in Israel produziert wurden, und als Meilenstein des israelischen Dokumentarfilms. 1963 wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig mit der Bronzemedaille ausgezeichnet.

Von: dn

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Wed, 03 Jun 2020 10:00:00 +0200
<![CDATA[„Tödliche Schüsse auf Palästinenser zeigen Rassismus bei Polizei“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/06/02/toedliche-schuesse-auf-palaestinenser-zeigen-rassismus-bei-polizei/ JERUSALEM (inn) – Nach dem Tod eines Palästinensers bei einem Polizeieinsatz in der Jerusalemer Altstadt schlagen die Wogen hoch. Der Knessetabgeordnete Ahmad Tibi machte am Montag einen „tief verwurzelten Rassismus“ bei der israelischen Polizei für den Vorfall verantwortlich. Er ist einer der Vorsitzenden des arabischen Bündnisses „Vereinigte Liste“.

Am Samstag hatten Polizisten in der Nähe des Löwentores das Feuer auf den Palästinenser eröffnet. Nach ihrer Darstellung trug er einen verdächtigen Gegenstand bei sich, den sie für eine Schusswaffe hielten. Als sie ihn zum Stehenbleiben aufforderten, floh er in einen Abstellraum für Mülleimer. Beamte schossen auf ihn und verwundeten ihn tödlich.

Anschließend stellte sich heraus, dass der Getötete autistisch veranlagt war. Es handelt sich um den 32 Jahre alten Ijad al-Halaq. Er war unbewaffnet. Seine Betreuerin, die ihn begleitete, sagt, sie habe den Polizisten erzählt, dass er behindert sei und sie nicht verstehe. Doch das hätten die Beamten ignoriert.

Al-Halaq befand sich auf dem Weg zu einer Fördereinrichtung in der Altstadt, als er mit den Polizisten zusammenstieß. Sein Vater Cheiri Hajak vermutet, dass der Gegenstand das Mobiltelefon seines Sohnes war: „Wir sagen ihm jeden Morgen, er soll sein Telefon in der Hand behalten, damit wir in Kontakt mit ihm treten und sicherstellen können, dass er sicher in der Bildungseinrichtung angelangt ist“, erzählte er der israelischen Rundfunkanstalt „Kan“. Die Familie äußerte am Montag, sie glaube nicht, dass Israel die Polizisten belangen werde – schließlich sei ihr Opfer palästinensisch.

Racheparolen bei Trauermarsch

An Al-Halaqs Beerdigung nahmen am Sonntagabend Hunderte Araber teil. Sie marschierten durch Ostjerusalem und skandierten Racheslogans wie „Chaibar, Chaibar, Juden, Mohammeds Armee kehrt zurück“ oder „Auf die Straßen, Revolutionäre“. Damit bezogen sie sich auf einen Vorfall aus dem 7. Jahrhundert: Damals hatten Muslime unter Führung der Propheten Mohammed Juden aus der Stadt Chaibar im heutigen Saudi-Arabien vertrieben und viele massakriert.

Bereits vor der Beerdigung hatte es in Jerusalem und Tel Aviv Proteste gegen israelische Polizeigewalt gegeben. Manche Transparente stellten einen Bezug zu dem schwarzen Amerikaner George Floyd her. Dieser starb, als in Minneapolis in den USA ein Polizist auf ihm kniete, bis ihm die Luft ausging.

Die beteiligten Polizisten gaben widersprüchliche Berichte über die Vorgänge beim Löwentor ab. Der Kommandeur sagte, er habe einen Untergebenen aufgefordert, das Feuer einzustellen. Das habe dieser nicht befolgt. Der Polizist dementiert die Darstellung.

US-Botschafter und israelische Politiker bekunden Bedauern

Der Botschafter der USA in Jerusalem, David Friedman, äußerte am Dienstag sein Bedauern über den Vorfall: „Wir sind alle betrübt über den Tod von Ijad al-Halaq an diesem Wochenende“, schrieb er auf Twitter. „Wir bekunden seiner Familie und denjenigen, die diesen tragischen Verlust betrauern, unser tiefstes Mitgefühl.“

Auch der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz bekundete bereits am Sonntag sein Bedauern und kondolierte den Angehörigen. Dem schloss sich der Minister für öffentliche Sicherheit, Amir Ochana, an.

Der Abgeordnete Tibi wiederum wirft Ochana vor, durch eine Äußerung möglicherweise das Feuer angefacht zu haben. Denn er habe Polizeibeamten gesagt, dass das Blut eines jeden, der ihre Sicherheit bedrohe, über ihn komme. „Wenn man so leicht auf eine hilflose Person schießt, gibt es einen Grund“, deutete der arabische Politiker laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ an. Al-Halaq „hat nicht einen Polizisten angegriffen, er wurde von ihm angegriffen“.

Von: eh

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Tue, 02 Jun 2020 15:00:00 +0200
<![CDATA[Popstar Dua Lipa teilt anti-israelischen Post]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/06/02/popstar-dua-lipa-teilt-anti-israelischen-post/ LONDON (inn) – Die britische Popsängerin Dua Lipa hat auf Instagram einen Beitrag des Filmemachers Vin Arfuso geteilt, in dem dieser Israel anklagt. Arfuso behauptet: „Die großen, bösen harten Typen der israelischen Streitkräfte genießen es, Kinder zu schlagen und zu erschießen.“

Des Weiteren behauptet er, israelische Soldaten trügen T-Shirts, die schwangere palästinensische Frauen zeigten. Auf deren Bäuche seien Scharfschützengewehre gerichtet und die Aufschrift dazu laute: „Ein Schuss, zwei Tote.“ Aber da die Palästinenser ja alle Terroristen seien, gebe dies keinen Anlass zur Sorge, lautet der spöttische Kommentar des Verfassers.

Der Text behauptet, „Fake-Christen“ in den USA hätten zusammen mit israelischen „Fake-Juden“ die Hamas erschaffen, um mit Verweis auf die Organisation „ethnische Säuberung und Mord“ zu rechtfertigen. Das Posting erschien als Reaktion auf die mutmaßlich vorsätzliche Tötung an dem Afroamerikaner George Floyd im amerikanischen Minneaplois durch einen weißen Polizisten. Er enthielt Hashtags wie „Kampf für Gerechtigkeit“ und begann mit den Worten: „Da momentan alle in der Stimmung sind, über Menschenrechte zu reden …“ Der Beitrag wurde inzwischen gelöscht.

Lipa stammt aus London und hat kosovo-albanische Wurzeln. Ihrem Instagram-Kanal folgen weltweit 46,6 Millionen Menschen. Die Künstlerin hat bisher 36,6 Millionen Tonträger verkauft und zweimal den Grammy-Preis gewonnen. Kontakt zu Vin Arfuso bekam sie durch ihren Partner Anwar Hadid, Bruder der Models Bella und Gigi Hadid. Deren Vater ist der palästinensischstämmige Immobilienhändler Mohamed Hadid. Auch die Hadids sind bereits durch israelkritische Kommentare aufgefallen.

Von: tk

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Tue, 02 Jun 2020 14:12:00 +0200
<![CDATA[Außenministerium erhält Tausende Nachrichten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/06/02/aussenministerium-erhaelt-tausende-nachrichten/ In den vergangenen Wochen haben mehrere Tausend nichtjüdische Iraner Asylanfragen an das israelische Außenministerium gestellt. Sie baten um Hilfe bei der Flucht aus dem Iran und die Möglichkeit, in den jüdischen Staat einwandern zu dürfen. Die Anfragen erreichten die farsi-sprachige Seite des Ministeriums. Als Grund für den Ansturm werden die schlechte wirtschaftliche Lage und die Corona-Krise gesehen. Ein Mitarbeiter des Ministeriums, Jonatan Gonen, führte das Interesse der Iraner auch darauf zurück, dass Israel ein freies, demokratisches und in vielen Bereichen führendes Land sei.

Von: dn

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Tue, 02 Jun 2020 12:31:00 +0200
<![CDATA[Mehr Neuinfektionen – viele Schulen schließen wieder]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/06/02/mehr-neuinfektionen-viele-schulen-schliessen-wieder/ Die Zahl neuer COVID-19-Infektionen ist in Israel wieder angestiegen. Stand Montagabend gab es 206 Ansteckungen innerhalb einer Woche. Davon entfallen 70 Prozent auf das Rehavia-Gymnasium in Jerusalem. Daraufhin wurden 18 Bildungseinrichtungen geschlossen. Rund 6.000 Menschen müssen für 14 Tage in Quarantäne. Erst am 17. Mai hatten Schulen wieder geöffnet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt nun bei 2.006. Bislang wurden in Israel 17.219 Corona-Infektionen registriert. Von den Patienten müssen 30 beatmet werden. Genesen sind 14.915. Es hat 287 Todesfälle gegeben.

Von: tk

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Tue, 02 Jun 2020 11:48:00 +0200
<![CDATA[„Indien ist einer unserer engsten Verbündeten“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/06/02/indien-ist-einer-unserer-engsten-verbuendeten/ Israels Botschafter in Indien, Ron Malka, hat die Beziehungen der beiden Länder zueinander gelobt. Indien gehöre zu Israels engsten Verbündeten. Vertrauen und Respekt füreinander seien groß, so dass die Bereitschaft bestehe, neue Technologien zu teilen. Laut Malka arbeiteten beide Länder derzeit an einem Freihandelsabkommen. Indien sei zudem auch ein strategischer Partner, während Israels Beziehungen zu China rein wirtschaftlicher Natur seien. Indien sei offener als China, sagte der Diplomat im Gespräch mit der indischen Nachrichtenseite „The Print“.

Von: dn

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Tue, 02 Jun 2020 11:19:00 +0200
<![CDATA[Dem Mythos auf der Spur]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/06/02/dem-mythos-auf-der-spur/ Eine Rezension von Martin Schlorke]]> Vor knapp 2.000 Jahren verschanzten sich 967 jüdische Aufständische in der Felsenfestung Masada. Sie waren die letzten, die sich noch nicht den Römern gebeugt hatten, als ihr Anführer, Eleasar Ben Jair, eine folgenschwere Entscheidung traf – die Selbsttötung aller Rebellen. Die verbliebenen Männer töteten erst ihre Frauen und Kinder, bevor sie von zehn ausgelosten Kämpfern ebenfalls getötet wurden. Anschließend brachten sich auch die zehn Männer um. So berichtet es jedenfalls der antike jüdische Historiker Flavius Josephus, der zur Zeit des Jüdischen Krieges lebte. Diesen Massenmord, der endgültig das Ende des jüdischen Aufstandes besiegelt und den Mythos Masada begründet hat, untersucht die amerikanische Archäologin Jodi Magness in ihrem Buch „Masada. Der Kampf der Juden gegen Rom“.

Magness studierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, unter anderem bei Jigael Jadin, einem der bekanntesten Archäologen Israels und Politiker. Unter Menachem Begin war er stellvertretender Premierminister. In den sechziger Jahren unternahm er gründliche Ausgrabungen auf dem Festungsplateau. Diese teils spektakulären Funde stellt Magness den Lesern knapp, aber dafür umso lebhafter vor. Dabei hat sie immer den aktuellen Forschungsstand im Blick. So sei die Entdeckung von jüdischen Ritualbädern ein klarer Beleg dafür, dass die Aufständischen großen Wert auf die Einhaltung jüdischer Reinheitsvorschriften legten. Angenehm für den Leser sind die ausführliche Bebilderung der Funde und skizzierte Grundrisse von Masada und anderen Bauprojekten des Herodes.

Magness selbst leitete Ausgrabungen in der Umgebung von Masada, um mehr über die römische Belagerung zu erfahren. Ihre Funde geben spektakuläre Einblicke in das Vorgehen und die Logistik des römischen Militärs.

Der Mythos lebt

An dieser Stelle könnte das Buch enden. Vorgeschichte und Kontext des Jüdischen Kriegs sowie eine lebhafte Erzählung der römischen Belagerung, inklusive des Falls der letzten Hochburg der Aufständischen, informieren den Leser sehr fundiert über die historischen Geschehnisse. Doch Masada sei mehr als nur eine antike Festung mit ihrer besonderen Geschichte. Masada beeinflusse bis heute die Geschichte des modernen jüdischen Staates, stellt die Autorin fest.

Im Buch erklärt Magness sehr gut nachvollziehbar und neutral, dass nicht wirklich nachgewiesen werden könne, „ob der Massenmord tatsächlich stattgefunden hat“. Die gefundenen archäologischen Überreste könnten unterschiedlich interpretiert werden. Diese Interpretationen gepaart mit politischen und nationalistischen Interessen seien es schließlich auch gewesen, die den Mythos geboren haben. Ein Beispiel: Die hochgefeierten Aufständischen gehörten zur Gruppe der Zeloten und wären als „jüdische Terroristen“ besser beschrieben. Neben dem bewaffneten Kampf gegen Rom, hätten sie ebenfalls jüdische Dorfbewohner angegriffen.

Doch vielmehr stehe Masada in den vergangenen Jahrzehnten als ein Symbol für Juden, die sich einem mächtigen Feind gegenübersahen, zusammenhielten und den Kampf für ihre Heimat nicht aufgaben. Dieses Motiv hatte vor allem nach der Staatsgründung Israels Hochkonjunktur. Die Erzählweise sei sehr ähnlich, nur das der Feind nicht aus Rom kam, sondern um Israel herum lagert.

Als kleines Schmankerl lädt Magness den Leser auf den letzten Seiten des Buches zu einem Rundgang auf Masada ein. Was kann es Besseres geben, als eine geführte Tour von einer der führenden Archäologen in Israel?

Jodi Magness: „Masada. Der Kampf der Juden gegen Rom“, wbg Theiss, 400 Seiten, 36 Euro, ISBN 9783806240771

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Tue, 02 Jun 2020 08:27:00 +0200
<![CDATA[Polizei erschießt Palästinenser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/05/30/polizei-erschiesst-palaestinenser/ Israelische Grenzpolizisten haben am Samstagmorgen in der Jerusalemer Altstadt einen Palästinenser erschossen. Der Mann habe ein verdächtiges Objekt bei sich geführt. Als die Sicherheitskräfte den Mann angesprochen hatten, sei dieser weggelaufen. Daraufhin habe einer der Polizisten ihn erschossen. Eine Waffe sei nicht gefunden worden. Die Familie des 32-jährigen Toten gab an, der Mann sei geistig behindert gewesen. Wie israelische Medien berichten, hat die Polizei eine Untersuchung eingeleitet. Um die Lage zu deeskalieren, ist die Altstadt vorerst abgesperrt.

Von: mh

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Sat, 30 May 2020 09:05:00 +0200
<![CDATA[Zehn Jahre Mavi-Marmara-Vorfall]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/05/29/zehn-jahre-mavi-marmara-vorfall/ Mavi Marmara ist der Name einer türkischen Fähre. Vor zehn Jahren, am 31. Mai 2010, machte das kleine Schiff weltweite Schlagzeilen. Die Auswirkungen rund um den Vorfall dauern bis heute an und haben die Kräfteverhältnisse im ganzen Nahen Osten gründlich durcheinandergewürfelt.

Die extremistische türkische Organisation IHH schickte die Mavi Marmara zusammen mit sechs weiteren kleineren Schiffen von Istanbul mit Hilfsgütern und internationalen „Friedensaktivisten“ an Bord in Richtung Gazastreifen, um die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade zu durchbrechen. Erwartungsgemäß schickte Israel seine Marine, um die Mavi Marmara zu stoppen und in den israelischen Hafen Aschdod umzuleiten zwecks Kontrolle der Hilfsgüter.

Bewaffneter Widerstand

Doch die IHH-Aktivisten verweigerten den Marine-Soldaten den Befehl zu stoppen. Daraufhin beschlossen die Israelis, das Schiff zu entern und gewaltsam daran zu hindern, weiter Kurs auf Gaza zu nehmen. Israelische Elitesoldaten wurden von Hubschraubern auf das Deck der Mavi Marmara abgeseilt. Dabei wurde auf die Soldaten auch geschossen. Denn wie sich herausstellte, gab es Waffen an Bord des „humanitären Hilfsschiffes“. Die IHH-Aktivisten waren bereit, mit Waffengewalt einen israelischen „Angriff“ auf ihr Schiff abzuwehren.

Unter Deck fanden die Israelis dann ein ganzes Waffenarsenal. 40 der 590 Menschen an Bord leisteten Widerstand. Dabei wurden neun türkische Aktivisten getötet, während zehn israelische Soldaten verletzt wurden, einer von ihnen schwer. Ein zehnter Aktivist erlag später seinen Verletzungen. Vor Ablegen dieser „Gaza-Freiheits-Flottille“ hatte Israel die Türkei gewarnt, die geplante „Provokation“ zu stoppen.

Nach dem Vorfall hagelte es internationale Empörung. Die UNO untersuchte die Ereignisse und verurteilte Israel. Die Blockade des Gazastreifens sei eine „illegale Kollektivbestrafung“ und beim Kapern der Mavi Marmara sei übermäßige Gewalt eingesetzt worden, hieß es. Ein israelischer Untersuchungsausschuss kam zu entgegengesetzten Schlüssen.

Die Hilfsgüter entpuppten sich dann als teilweise unbrauchbar: Die „Mavi Marmara“ wurde im Hafen von Aschdod entladen, zur Ladung gehörten Rollstühle, Spielzeug und Mineralwasser. Das israelische Gesundheitsministerium beschlagnahmte jedoch einen Teil der mitgeführten Medikamente, weil deren Gültigkeitsdatum abgelaufen war.

Beziehungen zur Türkei dauerhaft geschädigt

Um die Beziehungen mit der Türkei wenigstens etwas zu retten, entschuldigte sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu im Mai 2013 telefonisch beim damaligen türkischen Regierungschef und jetzigen Präsidenten Recep Tayyep Erdogan – allerdings nur für „unbeabsichtigte operative Fehler“. Ebenso überwies Israel 20 Millionen US-Dollar Entschädigung für die getöteten Aktivisten. Trotz der Normalisierung im Juni 2016 gab es keine Rückkehr zu den guten Beziehungen vor dem Zwischenfall.

Die Türkei war das erste und lange Zeit einzige islamische Land, das Israel anerkannt hatte und diplomatische Beziehungen pflegte. Ebenso gab es eine enge militärische Zusammenarbeit. Während Israel den Türken Waffen und Drohnen verkaufte, durften israelische Piloten über den Weiten Anatoliens trainieren. Israel ist so winzig, dass Piloten mit ihren schnellen Düsenflugzeugen binnen Sekunden an Grenzen stoßen, im wörtlichen Sinne. Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor war die relative geografische Nähe. Das ermöglichte es den Israelis, zu Tausenden an die Küste im Süden der Türkei zu fliegen und billigen Kurzurlaub zu machen. Das alles endete abrupt nach dem Mavi-Marmara-Vorfall.

Inzwischen entfremden sich die beiden Nationen auch wegen ihrer jeweiligen politischen Bestrebungen. Die Türkei besinnt sich zunehmend auf ihr Erbe als Osmanisches Reich. Um ihren Status als nahöstliche Weltmacht wiederherzustellen, solidarisiert sich die Türkei eher mit den Feinden Israels wie dem Islamischen Staat oder der Hamas. Ebenso pflegt die Türkei gute Beziehungen zum Iran, dem Erzfeind Israels. Einen Nebenschauplatz bilden die Kurden, die nach Unabhängigkeit streben und sich auch deshalb mit Israel verbündet haben, während die Türkei die Kurden seit Jahrzehnten bekriegt.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 29 May 2020 14:44:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu trauert um französischen Politiker]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/29/netanjahu-trauert-um-franzoesischen-politiker/ Premier Benjamin Netanjahu hat der Familie des französischen Parlamentsabgeordneten Claude Goasguen sein Beileid ausgesprochen. Der 75-Jährige war am Donnerstag an den Folgen von Covid-19 gestorben. Netanjahu nannte den langjährigen Politiker einen „wunderbaren Freund des Staates Israel“. Gasgouen hatte sich immer wieder gegen Antisemitismus und für Israel eingesetzt. 2016 erschien er mit Kippa im Parlamentsgebäude, 2017 forderte er die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt. Im vergangenen Jahr sagte er: „Ich bin absolut solidarisch mit Israel und bedaure, dass ich selbst kein Jude bin.“

Von: ser

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Fri, 29 May 2020 14:13:00 +0200
<![CDATA[Der „Nahostkonflikt“ in einem Satz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/29/der-nahostkonflikt-in-einem-satz/ FREIBURG (inn) – Ein kurzer Artikel der in Freiburg im Breisgau ansässigen „Badischen Zeitung“ hat in dieser Woche Kritik ausgelöst. Die Vorwürfe: Bagatellisierung von Judenhass und eine problematische Darstellung des israelisch-arabischen Konfliktes. Sogar der Antisemitismusbeauftragte Baden-Württembergs schaltete sich ein.

Was war passiert? Eine Kulturredakteurin hatte auf gerade einmal 27 Zeilen den Versuch unternommen, den Antisemitismus-Begriff zu erklären – kindergerecht, denn der Text erschien in der für Schulkinder gedachten Rubrik „Erklär’s mir“. Nachdem die Autorin zunächst auf den mittelalterlichen Judenhass eingegangen und dann zur Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gekommen war, schrieb sie: „Nach dem Krieg bekamen die Juden endlich ein Land, in dem sie leben können.“ Dann folgte der Satz: „Der Staat Israel hat dafür die Palästinenser vertrieben und behandelt sie schlecht.“ Das Erklärstück endet mit den Worten: „Kritik an der Politik Israels zu üben, ist nicht automatisch Antisemitismus, obwohl viele deutsche Politiker das so sehen.“

„Verkürzt und falsch dargestellt“

Nach der Veröffentlichung löste der Artikel schnell „teils heftige Kritik“ aus, wie die Zeitung selbst feststellen musste. „Selten haben wir eine solche verkürzte Darstellung gelesen, was einer Gefahr der Bagatellisierung von Antisemitismus Vorschub leistet“, schrieb etwa die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) bei Twitter. Auch den Landesantisemitismusbeauftrage Michael Blume erreichten nach eigenen Angaben „empörte Reaktionen aus dem ganzen Bundesgebiet“. Er übte auch an der Darstellung Hitlers als „krankhaft“ Kritik, da dessen Hass auf diese Weise weggedeutet worden sei. Blume rief schließlich bei der Zeitung an. Es sei ein „sehr gutes, kritisches und konstruktives“ Telefonat gewesen, sagte er danach. Das erlebe er oft anders.

Das Blatt selbst, das eine Auflage von deutlich über 100.000 Stück hat, veröffentlichte nach dem Telefonat eine Stellungnahme. Darin weist der Politik-Ressortleiter Dietmar Ostermann darauf hin, dass sich auf 27 Zeilen „ein solch komplexes Thema sicherlich nicht in aller Tiefe behandeln“ lasse. „Gleichwohl können wir nachvollziehen, dass einige Passagen des Textes zu Irritationen geführt haben. Insbesondere die Hintergründe und Ereignisse bei der Staatsgründung Israels waren nicht nur verkürzt, sondern falsch dargestellt. Dies bedauern wir.“ Blume sieht darin eine „deutliche“ Erklärung. Der Text selber war auch im Internet noch am Freitagmittag nicht geändert, sondern nur mit der Stellungnahme versehen.

Von: ser

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Fri, 29 May 2020 13:44:00 +0200
<![CDATA[Evangelische Kirche „besorgt“ um Friedensprozess]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/29/evangelische-kirche-besorgt-um-friedensprozess/ HANNOVER (inn) – Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die israelische Regierung am Donnerstag aufgefordert, die Annexionspläne ruhen zu lassen. Stattdessen sollten die politischen Verantwortlichen auf beiden Seiten wieder Verhandlungen aufnehmen. Im Falle einer Annexion befürchtet die EKD, dass die Gewalt in der Region „neu aufflammen könnte“.

Mit dem Thema befasste sich die Evangelische Mittelost-Kommission (EMOK) unter Leitung von Bischof i. R. Markus Dröge. Dieser stuft die geplante Annexion als „völkerrechtswidrig“ ein. „Eine Friedenslösung kann nur auf dem Verhandlungsweg und nur unter Wahrung von Recht und Gerechtigkeit und unter Achtung der geltenden Menschenrechts- und Völkerrechtsnormen erreicht werden“, sagte Dröge laut einer Mitteilung der EKD.

Ebenso wie die EMOK plädiert auch der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, für eine Zwei-Staaten-Lösung als Ziel der Verhandlungen. Diese Lösung müsse „die vorbehaltlose Anerkennung des Existenzrechts Israels durch alle Seiten“ beinhalten. Sie müsse außerdem ein sicheres Leben der Menschen in Israel und in einem palästinensischen Staat ermöglichen.

PA fordert Siedlungsboykott

Israel hat nach einer Übergangszeit von mehr als 500 Tagen seit Mitte Mai eine neue Regierung. Zu deren Programm gehört die Annexion von Siedlungen und des Jordantales. Aus israelischer Sicht ist die Kontrolle des Jordantales entscheidend für die militärische Abwehr eines möglichen Angriffs von Osten. Auch Siedlungen wurden nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 mit Blick auf die Sicherheit errichtet. In den Ortschaften leben mittlerweile mehr als 460.000 Menschen, die sich als Israelis verstehen. Viele Palästinenser finden in den Siedlungen oft bessere Arbeit als in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA).

Die Einschätzung, eine Annexion wäre „illegal“, wird von vielen Regierungen geteilt. Daneben gibt es aber auch Stimmen, die mit Blick auf die Bestimmungen von San Remo vor 100 Jahren Israel das Recht zuerkennen, im Westjordanland – biblisch als Judäa und Samaria bezeichnet – Ortschaften zu errichten. Dieser Sicht haben sich auch die USA im November angeschlossen.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat als Reaktion auf die israelischen Annexionspläne sämtliche Abkommen mit Israel für beendet erklärt. Offiziell tritt die PA für ein Ende der israelischen Besatzung und für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Vor diesem Hintergrund forderte sie angesichts der Annexionspläne die Weltgemeinschaft auf, Siedlungen zu boykottieren und Abkommen mit Israel zu überdenken.

Gewalt und Hetze

Vor Ausbruch der Corona-Krise musste sich Israel vor allem mit Gewaltakten aus dem Gazastreifen auseinandersetzen. So feuerten Terroristen regelmäßig Raketen auf den jüdischen Staat; im November waren es hunderte Geschosse binnen eines Tages. Ein anderes Mittel des Terrors waren Brandballons und -drachen, die in Israel Natur und Felder vernichteten.

Die Corona-Krise nutzte die Autonomiebehörde indes, um gegen Israel zu hetzen. In mehreren Cartoons in dem offiziellen PA-Blatt „Al-Hajat al-Dschadida“ wird Israel als Coronavirus dargestellt, das Palästinenser tötet. Im offiziellen Fernsehen sprachen PA-Vertreter Israel das Existenzrecht ab und sehen ganz Israel als „Palästina“.

Von: df

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Fri, 29 May 2020 13:27:00 +0200
<![CDATA[Jüdische Inschriften wiedergefunden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2020/05/29/juedische-inschriften-wiedergefunden/ Zwei antike Steine mit hebräischen und persischen Texten sind im Iran wieder aufgetaucht. Die beiden Inschriften wurden im vergangenen Sommer von einem jüdischen Friedhof gestohlen. In einer Kooperation der iranischen Polizei mit der Organisation für Kulturerbe, Handwerk und Tourismus konnte der Diebstahl aufgeklärt werden. Der Leiter der Forschungseinrichtung, Schahram Amiri, sagte am Mittwoch, dass es sich beim Diebesgut um 400 und 1.000 Jahre alte Texte handelt. Die Aufklärung des Verbrechens sei möglich gewesen, weil die Diebe die Steine noch nicht außer Landes gebracht hätten.

Von: mas

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Fri, 29 May 2020 11:31:00 +0200
<![CDATA[Schulen und Universitäten öffnen wieder]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/29/schulen-und-universitaeten-oeffnen-wieder/ Alle israelischen Schulen und Hochschulen dürfen ab Sonntag wieder ihren Normalbetrieb aufnehmen. Das gab die Regierung am Donnerstag bekannt. Voraussetzung ist die Einhaltung aller Hygienerichtlinien des Gesundheitsministeriums. Dazu gehören Abstandsregeln und das Tragen von Gesichtsmasken. Nach dem Corona-Ausbruch in einer Jerusalemer Oberschule hat sich die Zahl der Infizierten dort auf 18 erhöht. Bislang wurden in Israel 16.887 Corona-Infektionen registriert. Von den Patienten müssen 36 beatmet werden. Genesen sind 14.727. Es hat 283 Todesfälle gegeben.

Von: mas

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Fri, 29 May 2020 11:04:00 +0200
<![CDATA[Armeechef ehrt schwerverletzten israelischen Soldaten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/05/28/armeechef-ehrt-schwerverletzten-israelischen-soldaten/ Armeechef Aviv Kochavi hat einem Soldaten, der vor zwei Wochen bei einem Anschlag ein Bein verlor, eine Auszeichnung überreicht. Am Mittwoch besuchte er den 20-jährigen Schadi Ibrahim am Krankenbett. Der Soldat aus dem drusischen Dorf Sadschur sollte die Urkunde kurz nach dem Anschlag in einer Zeremonie erhalten. Aufgrund seiner schweren Verwundungen konnte er nicht daran teilnehmen. Am 14. Mai hatte ein palästinensischer Autofahrer bei Hebron israelische Soldaten gerammt. Der Angreifer wurde erschossen.

Von: eh

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Thu, 28 May 2020 14:33:00 +0200
<![CDATA[Milchprodukte zum Wochenfest]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/28/milchprodukte-zum-wochenfest/ Das Wochenfest Schawuot geht auf eine Anordnung aus 2. Mose 34,22 zurück: „Das Wochenfest sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Lese, wenn das Jahr um ist.“ Im nächsten Vers heißt es: „Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels.“ Darum gilt Schawuot neben dem Laubhüttenfest und Pessach als eines der jüdischen Pilgerfeste. Schawuot bezeichnet das Ende der Omerzählung und wird am 6. des jüdischen Monats Sivan begangen.

Das Fest hat mehrere Bezeichnungen. So wird es in 2. Mose 23,16 „Chag HaKazir“, „Fest der Ernte“, genannt. Neben Blumen verwenden Juden auch gerne Ährenbündel als Dekoration für Haus und Synagoge. In 4. Mose 28 wird das Fest als „Jom HaBikkurim“, also „Tag der Erstlingsfrüchte“, bezeichnet. Damit bildet es den Abschluss der Frühlingsfeste. Es gilt auch als Erntedankfest, weil zu dieser Zeit in Israel der erste Weizen geerntet wird.

Zudem ist in 2. Mose 32 beschrieben, wie Gott dem Volk Israel die Steintafeln mit den Zehn Geboten am Berg Sinai gab, obwohl sie das Goldene Kalb angebetet hatten. Nach der jüdischen Überlieferung geschah das am Wochenfest, und so nennen es gläubige Juden bis heute auch das Fest der Gabe der Tora. Im Talmud ist auch vom „Azeret“ die Rede, von der feierlichen Versammlung. In den Synagogen wird in Erinnerung an die zweite Gabe der Tora 2. Mose 19 und 20 gelesen, in denen beschrieben ist, wie das Volk der Israeliten sich am Sinai sammelt und auf die Gabe der Tora vorbereitet wird.

Der jüdischen Überlieferung nach wurde der biblische König David an Schawuot geboren und ist siebzig Jahre später gestorben. Weil er der Urenkel der Moabiterin Ruth ist, und es zur Zeit der Getreideernte spielt, ist Schawuot eng mit ihrer Geschichte verknüpft. Das Buch besteht nur aus vier Kapiteln und so wird es im Synagogengottesdienst komplett gelesen. Weil Rut den Gott ihrer Schwiegermutter angenommen hat, sprechen manche Ausleger davon, dass auch sie die Tora zu dieser Zeit empfangen hat.

Gottes Wort studieren

Zu Schawuot ist üblich, dass Gläubige die Nacht bis zum Morgengebet in der Synagoge oder in den Toraschulen lernend verbringen. Sie halten eine „Tikkun Chazot“, eine Nachtwache. Dabei studieren immer mindestens zwei Gläubige die Tora zusammen oder hören die ganze Nacht über Vorträge ihrer Rabbiner oder anderer Gelehrter.

Traditionell werden zum Fest milchige Speisen verzehrt. Eine Erklärung für diesen Brauch ist, dass die Tora mit Milch verglichen wird, die das Volk Israel wie ein kleines Kind in sich aufnimmt. Im Hohelied heißt es „Honig und Milch ist unter deiner Zunge“. Jüdische Ausleger glauben, dass hier von der Tora die Rede ist.

Jeder hebräische Buchstabe entspricht gleichzeitig einer Zahl. Der Zahlenwert der Buchstaben für Chalav, Milch, ergibt 40. Daher gehen andere Ausleger davon aus, dass die Milch für die 40 Tage steht, die Mose auf dem Berg Sinai war und die er brauchte, um die Tora auswendig zu lernen. Eine weitere Auslegung besagt, dass es 40 Generationen waren von dem Tag, als Mose auf den Berg Sinai ging, um die Tora, das geschriebene Wort, zu empfangen, bis zu den Rabbinern, die die „mündliche Tora“ festschrieben.

In diesem Jahr werden die Lerngruppen in Israel an vielen Orten etwas kleiner ausfallen. Manche Rabbiner haben schon vor dem Feiertag online Vorträge und Lerngruppen abgehalten. Adi Romem, eine Religionswissenschaftlerin, sagte in einem der virtuellen Treffen: „Es ist doch kein Zufall, dass das Buch Ruth mit der Erwähnung einer großen Hungersnot beginnt und diese ausgerechnet mit einem Mann aus Bethlehem, dem ‚Haus des Brotes‘, in Zusammenhang gestellt wird.“ Andere Rabbiner sprechen davon, dass Schawuot für Brot und Leben steht. „Doch vor allem in einer Zeit der Pandemie, wie wir sie gerade erleben, wird deutlich, wie sich Menschen nach mehr sehnen. Wir brauchen das Brot, um zu überleben. Doch die geistlichen Dinge geben uns Antwort auf den Sinn des Lebens.“

Warum das Fest nicht vorzeitig anfangen darf

Eitan wohnt im Jerusalemer Viertel Nachlaot und ist am Donnerstagmittag mit Kochen beschäftigt. „Bei uns in Israel dauert Schawuot ja nur einen Tag. Aber weil es in diesem Jahr auf einen Freitag fällt, sind es de facto zwei Tage.“ Der Endzwanziger stammt aus einer religiösen Familie. Schon lange ist er nicht mehr gläubig, die religiösen Feste sind ihm trotzdem wichtig.

Und so bereitet er koscheres Essen für die nächsten Tage zu: „Heute Abend treffe ich mich mit Freunden zum Abendessen. Danach lernen wir zusammen Texte, die von der Bedeutung des Wochenfestes handeln. Morgen Mittag treffe ich mich mit den gleichen Leuten bei einem anderen Freund. Wieder essen und lernen wir zusammen. Am Freitagabend gehe ich zu anderen Freunden, um den Beginn des Schabbat zu feiern. Ich laufe fast eine Stunde zu ihnen, zum Schlafen komme ich wieder nach Hause. Am Schabbatmorgen bin ich mit meiner Familie verabredet.“ Zum Ausruhen werde er nicht kommen, aber besonders nachdem die vergangenen Feste stark von den Kontaktverboten geprägt waren, sei er froh, wieder unter Menschen gehen zu können.

Zu Schawuot weiß der Tourguide eine Anekdote. „Wusstet ihr eigentlich, dass es verboten ist, das Schawuotfest eine Stunde früher zu beginnen?“ Eitans Mitbewohner schauen ihn verständnislos an: „Nun ja, von der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, her gesehen, darf man den Schabbat auch schon einige Zeit vor dem offiziellen Anfang, also vor dem Sonnenuntergang, beginnen.“ Er freut sich sichtlich über die verwirrten Gesichter: „Aber zu Schawuot ist geboten, dass man ‚sieben ganze Wochen‘ halten soll. Deshalb muss man die in Gänze zu Ende bringen, bevor man das Fest beginnt.“

Tatsächlich – in 3. Mose 23 ist vom Schwingopfer die Rede. Ab Vers 15 heißt es dort: „Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Schabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen. Bis zu dem Tag nach dem siebten Schabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speisopfer dem HERRN opfern. Ihr sollt aus euren Wohnungen zwei Brote bringen als Schwingopfer, von zwei Zehnteln feinstem Mehl, gesäuert und gebacken, als Erstlingsgabe für den HERRN.“

Von: mh

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Thu, 28 May 2020 13:56:00 +0200
<![CDATA[Israel wollte Diplomatin im Sudan retten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/28/israel-wollte-diplomatin-im-sudan-retten/ JERUSALEM / KHARTUM (inn) – Der erste Flug zwischen dem Sudan und Israel geschah in medizinischer Absicht. Das ist am Mittwoch bekannt geworden. Die Regierung in Jerusalem entsandte laut einem Bericht des Fernsehsenders „Kanal 13“ ein Ärzteteam, um die am Coronavirus erkrankte ugandische Politikberaterin Najwa Gadaheldam zur Behandlung nach Israel zu bringen. Das Team kam allerdings zu spät, Gadaheldams Zustand war bereits zu kritisch für einen Transport. Inzwischen ist sie verstorben.

Gadaheldam gilt als Schlüsselfigur bei den Verhandlungen zwischen dem Sudan und Israel. Offiziell befinden sich die beiden Länder im Krieg. Zuletzt gelang jedoch eine Annäherung. So traf der israelische Premier Benjamin Netanjahu Anfang Februar bei einem Besuch in Uganda den sudanesischen Übergangspremier Abdel Fattah al-Burhan.

Telefonische Unterredung

Erst am Sonntag gab Netanjahu in der ersten Sitzung der neuen Regierung bekannt, dass er mit Al-Burhan telefoniert hat. Dabei wünschte er seinem Gesprächspartner ein frohes Fest des Fastenbrechens, das das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert. Es liegt nahe, dass die beiden auch über den Gesundheitszustand von Gadaheldam gesprochen haben.

Der Flug wäre vorerst wohl geheim geblieben, wenn israelische Medien ihn am Dienstag nicht auf der Fachseite „Flight Radar“ entdeckt hätten. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch unklar, was es damit auf sich hatte.

Von: df

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Thu, 28 May 2020 13:08:00 +0200
<![CDATA[Nachrichtenagentur AP entlässt palästinensischen Kameramann]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/28/nachrichtenagentur-ap-entlaesst-palaestinensischen-kameramann/ BETHLEHEM (inn) – Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat einem erfahrenen palästinensischen Kameramann gekündigt: Ijad Hamad aus Bethlehem. Er führt die Entscheidung auf eine „Beschwerde“ der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zurück. Denn er habe deren Sicherheitskräfte kritisiert, sagte der 63-Jährige am Mittwoch der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“.

Anlass für seine Kritik war demnach die Festnahme eines palästinensischen Journalisten, Anas Hawwari, der auch geschlagen worden sei. Daraufhin initiierten mehrere Medienschaffende eine Kampagne, um seine Freilassung zu fordern. Bei einer Protestaktion vorige Woche in Bethlehem hielt Hamad ein Transparent mit den Worten: „Präsident Mahmud Abbas, ich fordere Schutz von den Sicherheitskräften.“ Anschließend habe er Drohungen von PA-Sicherheitsbeamten erhalten. Sie hätten darauf hinwirken wollen, dass er entlassen wird, erzählte Hamad in dem Gespräch mit der Zeitung.

Der Palästinensische Journalistenverband (PJS) kritisierte in einer Stellungnahme die „willkürliche Entlassung“ des Kameramannes. Er rief die AP auf, die „unfaire und ungerechte Entscheidung“ zurückzunehmen. Hamad selbst war überrumpelt: „Ich arbeite seit 20 Jahren für die AP. Ich habe viele Ereignisse im Westjordanland, im Gazastreifen und in mehreren arabischen Ländern dokumentiert. Die Entscheidung war eine Überraschung für mich und meine Kollegen.“

Ein palästinensischer Berichterstatter schrieb in den Sozialen Medien: „Ijad Hamad zahlt den Preis dafür, dass er palästinensische Journalisten gegen die repressiven Maßnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde verteidigt.“ Hingegen gab ein ranghoher Vertreter der PA-Sicherheitskräfte gegenüber der „Jerusalem Post“ an, er habe keinerlei Kenntnis von einer Beschwerde bei der Nachrichtenagentur. Der AP-Bürochef für Israel und die palästinensischen Gebiete, Joe Federman, reagierte auf eine Anfrage der Zeitung mit den Worten: „Wir kommentieren keine persönlichen Angelegenheiten.“

Hamad kritisierte auch israelische Sicherheitskräfte

Hamad hält mit seiner Meinung auch nicht hinterm Berg, wenn es um Israel geht. Im Dezember 2018 kritisierte er gegenüber dem „Palestinian News Network“, einem Zusammenschluss palästinensischer Journalisten: Die „israelischen Besatzungsbehörden“ hätten ihr Vorgehen gegen Journalisten eskaliert. Sie setzten scharfe Munition, Tränengaskanister und Blendgranaten ein, um ihre Karrieren zu zerstören und sie daran zu hindern, über Misshandlung von Journalisten und den Palästinensern allgemein zu berichten.

In dem Interview sprach der Kameramann von „täglichen Verbrechen der Armee“. Das israelische Militär gehe gezielt gegen palästinensische Journalisten in Jerusalem, Ramallah und Gaza vor. Internationale Organisationen, die sich um Menschenrechte und Pressefreiheit bemühten, müssten dagegen ihre Stimme erheben.

Von: eh

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Thu, 28 May 2020 12:30:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 28. Mai 2020]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2020/05/28/nachrichten-vom-28-mai-2020/ Thu, 28 May 2020 11:53:00 +0200 <![CDATA[Netanjahu kondoliert Opferfamilie]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/05/28/netanjahu-kondoliert-opferfamilie/ Im Gedenken an den Soldaten Amit Jigal, den ein Palästinenser durch einen Stein getötet hat, lässt die Familie Buchstabe für Buchstabe eine Tora-Rolle schreiben. Am Mittwoch beteiligte sich auch der israelische Premier Benjamin Netanjahu an dem Projekt. Er sagte: „Ich bin froh über das Recht, hier einen Buchstaben in die Tora im Gedenken an Amit zu schreiben. Das ist etwas, das alles verbindet.“ Derartige Projekte sind nicht unüblich; so ließ eine Talmudschule eine Tora-Rolle im Gedenken an die 2006 von der Terrormiliz Hisbollah getöteten Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev schreiben.

Von: df

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Thu, 28 May 2020 11:39:00 +0200
<![CDATA[Weniger als 2.000 aktive Fälle]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/28/weniger-als-2000-aktive-faelle/ Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Israel ist am Donnerstag auf unter 2.000 gefallen. Aufgrund des anhaltenden positiven Trends treten daher weitere Lockerungen in Kraft. So darf die Fußballliga am Samstag ihre Saison fortsetzen. Derweil musste eine Jerusalemer Oberschule schließen, nachdem drei Schüler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Der Schulbetrieb soll digital weitergeführt werden. Bisher wurden in Israel 16.793 Infektionen registriert. Von den Patienten müssen 38 beatmet werden. Genesen sind 14.570. Es hat 281 Todesfälle gegeben.

Von: mas

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Thu, 28 May 2020 10:35:00 +0200
<![CDATA[Erstmals gewinnt ein Israeli den renommierten Shaw-Preis]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/05/27/erstmals-gewinnt-ein-israeli-den-renommierten-shaw-preis/ Der Shaw-Preis für Mathematik geht 2020 zu gleichen Teilen an Alexander Beilinson von der Universität Chicago und an David Kaschdan von der Hebräischen Universität Jerusalem. Sie erhalten ihn für ihren „tiefgreifenden Beitrag zur Darstellungstheorie sowie zu vielen weiteren Bereichen der Mathematik“. Kaschdan ist der erste Israeli, der den Preis erhält. Er wurde 1946 in Moskau geboren, emigrierte für eine Zeit in die USA und lebt seit 2002 in Israel. Der Shaw-Preis wird in Hongkong vergeben und gilt als „Nobelpreis des Ostens“. Er ist mit umgerechnet gut einer Million Euro dotiert.

Von: tk

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Wed, 27 May 2020 17:07:00 +0200
<![CDATA[Neues Gerät erinnert Eltern an Kinder im Auto]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/27/neues-geraet-erinnert-eltern-an-kinder-im-auto/ JERUSALEM (inn) – Damit Eltern ihre kleinen Kinder nicht im Auto vergessen, bietet die Hilfsorganisation „Jad Sarah“ (Sarahs Denkmal) ein Hilfsmittel an. Das kleine Gerät beginnt zu piepen, wenn jemand ein Fahrzeug abschließt und sich mehrere Meter davon entfernt, während sich das Baby noch drinnen befindet.

In den vergangenen Jahren hat in Israel die Zahl der Fälle zugenommen, bei denen Eltern ihre Kinder im Auto vergaßen. Die Organisation „Beterem“ befasst sich mit der Sicherheit von Kindern. Nach ihren Angaben wurden seit 2015 insgesamt 507 Mal Kinder versehentlich in Fahrzeugen eingeschlossen. Von diesen Fällen endeten 17 tödlich, berichtet die Zeitung „Ma'ariv“ unter Berufung auf die Studie.

Die Erfindung von „Jad Sarah“ heißt auf Hebräisch „Taf-Zefa“. Das Wort „Taf“ bedeutet „kleine Kinder“, „Zafzefa“ ist eine Signalpfeife. Das Gerät besteht aus zwei Teilen: Einer wird in der Nähe des Babys angebracht, der andere hängt am Schlüsselbund. „Jad Sarah“ gibt die „Taf-Zefa“ in ihren Filialen kostenlos an interessierte Eltern aus, wie die Organisation auf ihrer Webseite mitteilt.

Von: eh

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Wed, 27 May 2020 14:19:00 +0200
<![CDATA[BDS-Aktivisten stellen in Wien „Schikanierung“ von Palästinensern nach]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/27/bds-aktivisten-stellen-in-wien-schikanierung-von-palaestinensern-nach/ WIEN (inn) – Am Wiener Viktor-Adler-Platz haben anti-israelische Aktivisten am Samstag nach eigenen Angaben versucht, auf „menschenunwürdige Behandlung“ der Palästinenser durch Israel aufmerksam zu machen. Augenzeugen sahen darin eine nachgespielte „Hinrichtung“. So deuteten sie es gegenüber österreichischen Medien wie der Zeitung „Heute“. In der Favoritenstraße mimte ein Mann vor einer Wand knieend einen Palästinenser, während zwei Darsteller mit imitierten Maschinenpistolen auf ihn zielten. Dabei trugen sie Militäruniformen mit israelischem Abzeichen.

Ein Schild wies die Aktivisten als Anhänger der Bewegung für Boykott und Sanktionen gegen Israel (BDS) aus. Diese unterstellt dem jüdischen Staat Völkermord und spricht ihm die Legitimation ab. Experten stufen BDS als antisemitisch ein. Der Deutsche Bundestag schloss sich der Einschätzung im Mai 2019 an, ebenso der österreichische Nationalrat Anfang 2020. Alle österreichischen Parteien lehnen die Bewegung ab. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) ruft seit 2018 zur Unterstützung von BDS auf.

Von: tk

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Wed, 27 May 2020 13:06:00 +0200
<![CDATA[Chinesische Botschaft verurteilt Karikatur auf ihrem Twitterkonto]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/27/chinesische-botschaft-verurteilt-karikatur-auf-ihrem-twitterkonto/ Die chinesische Botschaft in Frankreich hat eine gegen die USA und Israel gerichtete Karikatur verurteilt, die auf ihrem Twitterkonto veröffentlicht wurde. Darauf ist ein Sensenmann in eine amerikanische Flagge gehüllt. Das Sensenblatt zeigt die israelische Flagge. Er hat den Irak, Libyen, Syrien, die Ukraine und Venezuela niedergemäht. Nun steht er vor der Tür von Hongkong. Darüber steht auf Französisch: „Wer ist der Nächste?“. Die Botschaft teilte mit, das Twitterkonto sei gefälscht worden. Sie halte sich „an den Grundsatz der Wahrhaftigkeit, Objektivität und Rationalität von Informationen“.

Von: eh

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Wed, 27 May 2020 12:26:00 +0200
<![CDATA[Sorgen um Wohnung und psychische Probleme]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/05/27/sorgen-um-wohnung-und-psychische-probleme/ Ein Siebtel aller Israelis hat Angst, seine Wohnung zu verlieren. Zudem gibt jeder Fünfte an, psychisch unter der Corona-Krise zu leiden. Knapp die Hälfte der Israelis berichtet von finanziellen Verlusten. Das zeigen Daten des Israelischen Zentralbüros für Statistik. Die Regierung lockert die Kontaktbeschränkungen derzeit schrittweise. Seit Mittwochmorgen dürfen Restaurants und Hotels wieder Gäste empfangen. Bisher wurden in Israel 16.757 Infektionen registriert. Von den Patienten müssen 33 beatmet werden. Genesen sind 14.457. Es hat 281 Todesfälle gegeben.

Von: tk

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Wed, 27 May 2020 11:07:00 +0200
<![CDATA[Erster Direktflug von Israel in den Sudan]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/27/erster-direktflug-von-israel-in-den-sudan/ Erstmals ist ein Flugzeug aus Israel auf direktem Weg in den Sudan geflogen. Darauf macht die Zeitung „Yediot Aharonot“ aufmerksam. Sie beruft sich auf die Flugdaten-Seite „Flight Radar“. Die Maschine startete demnach am Dienstagmorgen vor 9 Uhr vom Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv und landete nach 11 Uhr in der sudanesischen Hautpstadt Khartum; am Abend kehrte sie zurück. Der Zweck des Fluges ist nicht bekannt. Der Sudan hatte im Februar bekanntgegeben, die Beziehungen zu Israel normalisieren zu wollen. Im März erlaubte die Regierung in Khartum dann Direktflüge von und nach Israel.

Von: df

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Wed, 27 May 2020 10:40:00 +0200
<![CDATA[Zimmer mit Aussicht]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/27/zimmer-mit-aussicht/ „Bei der Einreise nach Israel hat sich die Person direkt in eine staatliche Isolationseinrichtung zu begeben, und zwar für eine Dauer von 14 Tagen.“ Der letzte Satz auf meiner Einreisegenehmigung, ausgestellt am 25. April 2020 vom israelischen Außenministerium, ist unmissverständlich: Ich muss für zwei Wochen in vorsorgliche Corona-Quarantäne. Was seit einigen Tage durch die Medien geistert, soll nun für mich Realität werden. Ich bin gespannt, was da auf mich zukommen wird.

Dabei waren schon die letzten Monate alles andere als normal. Seit Mitte März kommt das öffentliche Leben in Israel mehr oder weniger zum Erliegen: Touristen müssen das Land verlassen, Schulen, Märkte, Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen (außer Supermärkte, Apotheken und Banken), der Flugverkehr wird fast komplett eingestellt, sogar der Tempelberg und die Grabeskirche werden geschlossen. Man darf sich nur noch 100 Meter von der Wohnung entfernen. Und dann kommt irgendwann der totale Lockdown: Ein Land steht still.

Seit fünf Jahren lebe und arbeite ich in Israel. Die letzten Wochen vor dem Osterfest verbringe ich im „Home Office“ in meiner Wohnung in Jerusalem. Dann kommt von der Deutschen Botschaft der Hinweis, dass es noch eine Ausreisemöglichkeit mit einem Flug über Minsk nach Berlin gibt. Ich suche erst einmal Minsk auf der Landkarte und buche dann kurz entschlossen ein Ticket, um Ostern mit der Familie in Deutschland zu verbringen. Für eine Wiedereinreise nach Israel ist nun eine Sondergenehmigung notwendig, in der ich mich verpflichten muss, in ein sogenanntes Quarantäne-Hotel zu gehen.

Im Hotelzimmer eingesperrt

Von Deutschland zurück nach Israel. Als ich gegen Mitternacht am Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv ankomme, merke ich sofort, dass alles anders läuft als sonst. Direkt nach dem Aussteigen aus der Maschine werden alle Passagiere vom Militär einzeln befragt, die Körpertemperatur wird überprüft, Namen werden mit Listen abgeglichen. Wir werden in Gruppen von etwa 20 Personen aufgeteilt und zum Gepäckband geführt. Ein Offizier erklärt uns, dass wir nun mit Bussen in ein Quarantäne-Hotel nach Ein Bokek am Toten Meer gebracht werden.

Im Bus höre ich um mich herum hebräische, arabische, russische Wortfetzen, irgendwo weiter hinten auch Deutsch. Dann geht es los, zwei Stunden mit hohem Tempo durch die dunkle Nacht. Als wir in Ein Bokek aussteigen, empfangen uns wieder Uniformierte in Schutzanzügen. Die Hotellobby ist mit Schutzwänden abgetrennt, am Eingang gibt es Handdesinfektion, Handschuhe, Trinkwasser und unsere Zimmerkarten. Alles scheint gut vorbereitet zu sein. Ein Offizier teilt uns mit, dass wir die nächsten 14 Tage unsere Zimmer nicht verlassen dürfen. Essen werde vor die Zimmertür gestellt, wer sich krank fühlt, solle die Rezeption anrufen. Na prima – das kann ja heiter werden. Als ich mich um 3 Uhr morgens auf dem Hotelflur von meinen drei mitreisenden Arbeitskollegen verabschiede, hört sich das schon seltsam an: „Wir sehen uns dann in zwei Wochen.“ In der kurzen Nacht träume ich wirres Zeug, das mich an Szenarien aus düsteren Filmen erinnert.

Kein Zimmerservice

Als ich morgens den Vorhang aufziehe, erwartet mich eine tolle Aussicht: Swimmingpool, Palmen, Strand, das Tote Meer und dahinter das jordanische Bergland. Wie im Urlaub. Das Hotelzimmer sieht aus, wie Hotelzimmer eben aussehen. Es gibt einen Heißwasserkocher, einen Kühlschrank, einen kleinen Balkon. Eher ungewöhnlich sind der Stapel Handtücher, eine Rolle Müllsäcke, Spülmittel und Putzlappen. Dank Google-Übersetzer kann ich auch das hebräische Infoblatt verstehen: Es gibt keinen Zimmerservice, frische Bettwäsche wird donnerstags vor die Tür gelegt, die benutzte Bettwäsche bitte in Säcke packen und – wie auch den Müll – vor die Tür legen. Ich öffne die Tür und finde mein Frühstück – für uns wurde ja Vollpension gebucht.

Was nimmt man mit, wenn man zwei Wochen in einem Zimmer eingesperrt wird? Meine Vorbereitungen waren da eher einfach: Meine Arbeitsmaterialien fürs Home Office und für Video-Meetings habe ich sowieso dabei, außerdem habe ich noch eine Tube Waschmittel, löslichen Kaffee und genug Lesestoff eingepackt. Mental stelle ich mich auf einen geregelten Arbeitstag ein, der große Wandfernseher bleibt ausgesteckt. Mit meinen drei Arbeitskollegen richte ich schnell die WhatsApp-Gruppe „Quarantäne“ ein – und dann kann sie losgehen, die Quarantäne-Zeit.

Wie persönlich darf ich eigentlich in so einem Quarantäne-Bericht für unbekannte Leser sein? Werde ich mich in zwei Wochen „Stubenarrest“ in einen merkwürdigen Waldschrat verwandeln, ohne es selbst zu merken? Verliert man irgendwie den Bezug zur Normalität in der Außenwelt? Soll ich schreiben, dass ich an manchen Tagen 1,2 Kilometer im Zimmer gelaufen bin?

Relativ schnell merke ich, dass die Isolation nicht spurlos an einem vorübergeht, sowohl mental als auch körperlich. Als Kollegen merken wir, wie unterschiedlich wir damit umgehen und wie das die eigene Stimmung beeinflusst. Zwei Wochen ohne große Bewegung, nur auf dem Stuhl sitzen oder auf dem Bett liegen, wie soll das gehen? Mit wie vielen zusätzlichen Kilos werde ich das Zimmer verlassen?

Sonnenaufgang bewundern und Morgengymnastik

Ich setze mir einen festen Tagesablauf: Um 5.30 Uhr stehe ich auf, genieße auf dem Balkon die Ruhe und den Vogelgesang und schaue mir den Sonnenaufgang über den jordanischen Bergen an. Meiner Frau und einem Freund sende ich jeden Morgen einen besonderen WhatsApp-Gruß. Dann wird es mir schnell zu warm auf dem Balkon. In der nächsten halben Stunde sind YouTube-Übungen zum Dehnen und Bewegen angesagt. Das habe ich vorher noch nie gemacht. Aber ich muss sagen, es tut mir ausgesprochen gut und wird zu einer Gewohnheit, die ich nicht mehr missen möchte.

Nach dem Frühstück kommt die Arbeitszeit und so geht es mit Pausen durch bis zum späten Nachmittag. Am Abend wird die Internet-Verbindung oft so schwach (Hochbetrieb im Hotel-WLAN), dass für mich Lesezeit angesagt ist und mein Tag nicht so spät endet.

Ich gewöhne mir an, dass ich jeden Tag mindestens drei Liter Wasser trinke (ich bin ja immer in der Nähe der Toilette) und dass ich von dem reichhaltigen Essen viel zurück vor die Tür stelle, also wegwerfe, auch wenn das eigentlich komplett gegen meine Erziehung geht.

Nach der ersten Woche merke ich, dass der tägliche Thunfisch mit Oliven eigentlich ganz gut zum Frühstück schmeckt, dass ich mich auf die Isolation einstelle und bisher noch nicht mit mir selbst rede. Für mich ist es dabei hilfreich zu wissen, dass meine Kollegen in der Nähe sind und wir gemeinsam durch diese Zeit gehen.

Wiedersehen mit den Kollegen: 45 Minuten Freigang

Alle paar Tage bekomme ich einen Anruf von Nurit, der freundlichen Frau vom israelischen Heimatfrontkommando. Sie fragt mich, ob alles in Ordnung sei und ob ich Krankheitssymptome hätte. Nachdem in den Medien berichtet wird, dass es in Quarantäne-Hotels zu Suizidversuchen gekommen ist, häufen sich die Anrufe von Nurit. In der zweiten Woche überrascht sie mich mit einer Einladung zu einem Fitness-Zoom-Meeting mit Coach Daniel für alle „Quarantäne-Gäste“.

Zwei Tage danach kommt mein persönliches Highlight: Ich habe 45 Minuten Freigang im Hof und werde dabei meine Kollegen treffen! Ich ertappe mich dabei, dass ich mich wie ein kleines Kind darauf freue und aufgeregt bin. Nach einem großen Hallo auf dem Hof laufen wir – mit sozialer Distanz und unter den Augen der Uniformierten - immer im Kreis. Ich muss an Gefängnisszenen aus irgendwelchen amerikanischen Spielfilmen denken. Es fühlt sich tatsächlich komisch an, wieder unter Menschen zu sein. Zurück im Zimmer meine ich Erleichterung zu verspüren, wieder in normaler Umgebung zu sein.

Dann kommt der letzte Anruf von Nurit: Nach 14 Tagen geht morgen die Quarantäne für mich zu Ende, und ein Bus wird mich nach Jerusalem bringen. Ich werde fast etwas sentimental bei dem Gedanken, „mein Zimmer“ nun endgültig zu verlassen. Sollte ich später vielleicht mit meiner Frau einmal einen Kurzurlaub hier im Zimmer 241 buchen? Oder kommt nur ein Schrat auf so einen Gedanken?

Kann Einsamkeit auch gut sein?

Auf der Busfahrt hinauf nach Jerusalem lasse ich die Gedanken schweifen: Wann werde ich jemals wieder so viel Zeit mit mir allein verbringen müssen? Und diese Landschaft am Toten Meer: Wie unterschiedlich und vielfältig können doch die Farben, das Wetter- und Wolkenspiel, die Stimmungen sein. Und was für biblische Personen waren hier nicht schon alle unterwegs: Abraham und Lot, Rahab und Josua, Elia und Elisa, David und Johannes. Sie alle sind hier dem Gott Israels begegnet. In den vergangenen Tagen habe ich ein Buch mit frühen Pilgerberichten aus dem Heiligen Land gelesen. Was war diese Region doch über die Jahrhunderte hindurch Sehnsuchtsort vieler Menschen. Und wie hat Gott in der Geschichte nicht oft die Einsamkeit von Menschen genutzt, um ihnen besonders zu begegnen. Kann Einsamkeit auch gut sein?

Am Zentralen Busbahnhof in Jerusalem werde ich jäh aus meinen Gedanken gerissen und in die Gegenwart zurückgeholt. Ich steige aus und stehe plötzlich wieder mitten im lauten Menschengetümmel. Ich muss erst einmal tief durchatmen. Ich traue mich nicht, mit dem Bus nach Hause zu fahren, zum Glück holt mich eine Bekannte ab. War ich wirklich so lange weg ...?

PS: Am letzten Tag meiner Isolation hat die israelische Regierung beschlossen, die Quarantäne-Regelung für Einreisende ab sofort aufzuheben. Die Kosten der Quarantäne wurden komplett vom Staat Israel getragen.

Von: Dirk Poppendieker

Der Autor ist stellvertretender Leiter der deutschen Auslandsschule „Schmidt-Schule“ in Jerusalem.

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Wed, 27 May 2020 10:30:00 +0200
<![CDATA[CDU Hamburg pocht auf Betätigungsverbot für Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/26/cdu-hamburg-pocht-auf-betaetigungsverbot-fuer-hisbollah/ HAMBURG (inn) – Die Hamburger CDU hat das Verbot einer islamischen Einrichtung gefordert, die der radikal-islamischen Hisbollah nahesteht. In der Kleinen Anfrage weist sie auch auf die israelfeindliche Haltung der libanesischen Miliz hin.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator, schreibt in der Kleinen Anfrage: „Das Islamische Zentrum Hamburg e.V. (IZH) wird seit vielen Jahren vom Verfassungsschutz (LfV) beobachtet, da sein propagiertes Gesellschaftsverständnis im Widerspruch zu den Prinzipien und Werten der freiheitlich demokratischen Grundordnung steht.“

Weiter heißt es, die demokratiefeindliche Gesinnung des IZH werde nicht nur durch das Hamburger LfV bestätigt, auch die Bundesregierung komme zu folgendem Schluss: „Die inhaltlichen Positionen des IZH ergeben sich aus der Verbindung des IZH zur Islamischen Republik Iran, vor allem durch die vom ‚Büro des Revolutionsführers‘ vorgenommene Entsendung des jeweiligen Leiters des IZH.“ Die Inhalte der Verfassung der Islamischen Republik Iran seien nicht mit den Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland vereinbar.

„Friedliches Zusammenleben der Menschen in Gefahr“

Gladiator merkt ferner an, dass das IHZ regelmäßig am antisemitischen Al-Quds-Marsch teilnehme. Dennoch habe der rot-grüne Senat bisher keine Konsequenzen gezogen. Auch der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg, SCHURA, habe das IZH nicht ausgeschlossen. „Die fortschreitende religiöse Intoleranz und Ablehnung der Demokratie beim IZH ist und bleibt eine ernsthafte Gefahr für das friedliche Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens in unserer Stadt“, warnt der CDU-Politiker.

Die Anfrage geht auch auf die Reaktion auf den Beschluss der Bundesregierung zum Betätigungsverbot der Hisbollah und die damit verbundenen Razzien ein: „Mit einem Offenen Brief vom 5. Mai 2020 beschwerte sich das aus dem Iran gesteuerte IZH beim Bundespräsidenten über Durchsuchungen bei Vereinen in Dortmund, Münster, Bremen und Berlin, die mit der Terror-Organisation Hisbollah in Verbindung gebracht werden. Es warf der Polizei mangelnden Respekt vor islamischen Heiligtümern, den Moscheen und dem Koran vor.“

Für die CDU-Fraktion sei dies „absolut inakzeptabel“: „Anstatt sich von der radikal-islamischen Terror-Organisation Hisbollah zu distanzieren, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt hat, kritisiert das IZH Ermittlungsaktivitäten deutscher Sicherheitsbehörden gegen schiitische Moscheevereine, die unter Terrorverdacht stehen.“

Der Hamburger Senat habe angekündigt, die Entwicklungen des IZH in dieser Hinsicht aufmerksam verfolgen, was die Akzeptanz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung angehe. „Dies reicht gerade in Anbetracht der neuesten Entwicklungen nicht mehr aus“, schreibt Gladiator. Solange das IZH Mitglied der SCHURA sei, müsse der Staatsvertrag mit diesem Rat ausgesetzt werden.

DIG: Anti-israelische Hetze Hauptgrund für Hisbollah-Verbot

Ähnliche Forderungen wie die CDU-Fraktion erhebt auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) in der Hansestadt. Sie wendet sich in einem Offenen Brief an die Koalitionspartner SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Darin wünscht sie Erfolg für Koalitionsverhandlungen. Gleichzeitig bittet sie die Parteien, das Thema dabei zu berücksichtigen. Mit Hinblick auf das Betätigungsverbot der Hisbollah schreibt die Organisation: „Der Hauptgrund des Verbots ist die Hetze dieser Vereinigung fundamentalistischer Schiiten gegen Israel.“

Auch in Hamburg gebe es Hisbollah-Anhänger, die unter anderem im „Islamischen Zentrum Hamburg“ verkehrten, heißt es weiter. Die DIG nimmt ebenfalls Bezug auf die Einschätzung des Verfassungsschutzes, der das Zentrum als wichtigste propagandistische und organisatorische Einrichtung des iranischen Regimes in Europa betrachte. „Es gilt unsere offene, bunte und demokratische Gesellschaft zu stärken und zu schützen“, betonen die Verfasser.

Abschließend schreibt die Deutsch-Israelische Gesellschaft: „Wir fordern SPD und Grüne als Koalitionspartner zudem auf, sämtliche Kontakte und offizielle Dialogformate zu Islamverbänden und Moscheegemeinden, die Hass und Hetze gegen Andersgläubige sowie antisemitische und antiisraelische Propaganda verbreiten und Kriegsverherrlichung in Gotteshäusern betreiben, einzustellen. Wir erwarten die gleiche Distanzierung vom religiösen Extremismus wie vom politischen Extremismus.“

Unterstützung erhält die DIG unter anderen von der Vorsitzenden des Vereins säkularer Islam Hamburg, Necla Kelek, und dem 2. Vorsitzenden der Alevitischen Gemeinde Hamburg, Ercan Degirmenci. Auch die Jüdische Studierenden Union Deutschlands, die „WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen e.V.“ und die Iranische Menschenrechtsinitiative Hamburg haben sich dem Appell angeschlossen.

Von: eh

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Tue, 26 May 2020 14:57:00 +0200
<![CDATA[Sechsjähriger macht archäologischen Fund]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/05/26/sechsjaehriger-macht-archaeologischen-fund/ RE’IM (inn) – Ein sechsjähriger Israeli hat ein seltenes, etwa 3.500 Jahre altes Tonplättchen gefunden. Das teilte die Israelische Altertumsbehörde (IAA) am Montag mit. Imri Elja aus dem Kibbutz Nimri fand das Täfelchen bei einem Ausflug mit seinen Eltern zur Ausgrabungsstätte Tel Dschemmeh nahe dem südisraelischen Kibbutz Re’im in der Wüste Negev. Die IAA erkannte nach einer Untersuchung, dass es sich um einen bisher einmaligen Fund handelt.

Das 2,80 mal 2,80 Zentimeter kleine Artefakt stamme wahrscheinlich aus der späten Bronzezeit zwischen 1500 und 1200 vor Christus. Es zeigt eine Szene, in der ein Mann einen Gefangenen vor sich herführt. Der Häftling ist offenbar nackt und die Arme sind ihm hinter dem Rücken zusammengebunden. Auf der Rückseite sind noch die Fingerabdrücke des Künstlers zu erkennen.

Demonstrative Dominanz

Die Archäologen Sa'ar Ganor, Itamar Weißbein und Oren Schmueli erklären in der Pressemitteilung: „Die auf dem Täfelchen dargestellte Szene nimmt Bezug auf Siegesparaden. Daher sollte sie als Geschichte verstanden werden, die die Macht des Herrschers über seine Feinde darstellt. Es eröffnet ein visuelles Fenster zum Verständnis für Kämpfe um die Vorherrschaft zur kanaanitischen Zeit im Süden des Landes.“

Die gezeigte Pose solle zweifelsohne die Demütigung des Gefangenen ausdrücken. Zudem würden anscheinend ethnische Unterschiede der beiden Männer abgebildet. Der Sieger trägt krauses Haar und hat rundere Gesichtszüge. Der Abgeführte wirkt dünner und hat ein längliches Gesicht. Zu jener Epoche stand Kanaan unter ägyptischer Herrschaft. Gleichzeitig war es wiederum in Stadtstaaten zersplittert, wie Gaza, Aschkelon oder Lachisch – jeder mit seinem eigenen König. Die Ausgrabungsstätte in Tel Dschemmeh wird mit der Stadt Jurza in Verbindung gebracht, die damals eine der mächtigsten war.

Für seine Entdeckung erhielt Imri Elja das Zertifikat für gute Bürgerlichkeit: „Antiquitäten sind unser kulturelles Erbe und jeder Fund fügt ein Puzzleteil zur Geschichte unseres Landes hinzu“, sagte Pablo Betzer von der IAA. „Die Überreichung des Täfelchens an die Altertumsbehörde deutet auf eine gute Erziehung und gute Bürgerlichkeit auf Seiten Imris und seiner Eltern. Gut gemacht!“

Von: tk

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Tue, 26 May 2020 13:20:00 +0200
<![CDATA[Israel fordert Löschung von Chameneis Twitter-Konto]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/26/israel-fordert-loeschung-von-chameneis-twitter-konto/ JERUSALEM / TEHERAN (inn) – Die israelische Strategieministerin Orit Farkasch-Hacohen hat den Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag aufgefordert, das Konto des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei umgehend zu sperren. Dieser hatte am Freitag auf der Plattform die Vernichtung Israels angedroht. Tweets dieser Art würden gegen die Twitter-Leitlinien verstoßen, begründete Farkasch-Hacohen ihr Ansinnen.

In einem Brief an Twitter-Chef Jack Dorsey schrieb die Blau-Weiß-Politikerin: „In den vergangenen Tagen hat Chamenei eine Reihe antisemitischer Tweets gepostet und darin die Zerstörung des Staates Israels und des jüdischen Volkes gefordert. Das kann nicht ignoriert werden.“ Chamenei hatte Israel unter anderem mit einem Krebsgeschwür verglichen. Farkasch-Hacohen erklärte weiter: „Chamenei benutzt sein Twitter-Konto, um Hass gegen das jüdische Volk und gegen den Staat Israel zu verbreiten.“

Oberrabbiner von Teheran: Zionismus widerspricht Judentum

Unterdessen hat sich der Oberrabbiner von Teheran, Jehuda Gerami, mit einer kritischen Botschaft „an Zionisten und vor allem an (den israelischen Premier Benjamin) Netanjahu“ gewandt. Gerami spricht in seinem Amt für die jüdische Gemeinschaft im Land. Zum anti-israelischen „Al-Quds-Tag“ sagte er am Freitag im Staatsfernsehen: „Ihr Zionisten solltet wissen, dass ihr nicht das jüdische Volk repräsentiert. Ihr repräsentiert nur die Idee einer politischen Bewegung. Deren Ideen und Werte widersprechen den Ideen und Werten unserer heiligen Lehren und der jüdischen Religion.“

Gerami hatte im Januar auch die Tötung des Kommandeurs der Revolutionsgarden, Kassem Soleimani, verurteilt. Dazu sagte der israelische Radiojournalist Rani Amrani vom persischsprachigen Sender „RadioRan“, Juden im Iran müssten bei solchen Bekundungen mitmachen. So nähmen sie auch am anti-israelischen „Al-Quds-Tag“ Teil aus Angst, angegriffen zu werden. „In ihren Herzen lieben sie Israel. Sie sind in einer Lage, in der sie beweisen müssen, dass sie keine Verbindung zum Zionismus haben“, erklärte Amrani laut der israelischen Zeitung „Israel Hajom“. Amrani gelangte 1991 als 14-Jähriger auf dem Fluchtweg nach Israel.

Nach Informationen des Jüdischen Weltkongresses leben im Iran derzeit bis zu 20.000 Juden, nach anderer Zählung nur 9.000. Vor der Revolution 1979 waren es bis zu 100.000. Viele flohen damals, weil sie erlebten, wie der Geschäftsmann und damalige Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, Habib Elghanian, wegen seiner Kontakte nach Israel im Mai 1979 hingerichtet wurde. Elghanian baute mit seinen Brüdern 1964 etwa das erste Hochhaus im Diamantviertel von Ramat Gan, das Schimschon-Hochhaus.

Von: df

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Tue, 26 May 2020 13:16:00 +0200
<![CDATA[Wirtschaft hat im ersten Quartal stark gelitten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2020/05/26/wirtschaft-hat-im-ersten-quartal-stark-gelitten/ Die israelische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2020 um 7,1 Prozent eingebrochen. Das ergeben Daten des Zentralen Büros für Statistik vom Montag. Demnach ist die Corona-Krise wirtschaftlich verheerender für das Land als die Finanzkrise 2008. Der private Konsum ging in allen Bereichen zurück. Nur der Verbrauch von Essen, Getränken und Tabak stieg – um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bisher hat Israel 16.743 COVID-19-Infektionen gemeldet. Von den Patienten müssen 30 beatmet werden. Bereits genesen sind 14.362. In Verbindung mit dem Virus hat es 281 Todesfälle gegeben.

Von: tk

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Tue, 26 May 2020 11:05:00 +0200
<![CDATA[Brandballons fliegen wieder nach Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/05/26/brandballons-fliegen-wieder-nach-israel/ Terroristen im Gazastreifen haben am Montag mindestens drei Bündel Brandballons nach Israel fliegen lassen. Die Aktion geht auf die Terrornetzwerk „Ahfad al-Nasser“ zurück. Damit verbunden war die Forderung, medizinische Güter nach Gaza zu schicken. Zuletzt kam es Ende April zu Vorfällen mit Brandballons, davor im Februar. Das israelische Gesundheitsministerium setzt ein Sonderteam ein, das bei einem möglichen Ausbruch des Coronavirus im Gazastreifen aktiv wird. Das Team sorgte im Verbund mit der Weltgesundheitsorganisation auch für die Einfuhr von Material für ein Feldkrankenhaus.

Von: df

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Tue, 26 May 2020 10:58:00 +0200
<![CDATA[Asiatische Löwen bringen zwei Junge zur Welt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/05/26/asiatische-loewen-bringen-zwei-junge-zur-welt/ Zwei Asiatische Löwen sind kürzlich im Biblischen Zoo in Jerusalem zur Welt gekommen. Ihre Eltern Gir und Jascha waren vor einigen Jahren aus Schweden und Deutschland nach Israel gebracht worden. Hintergrund war das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für gefährdete Arten. Es war die erste Geburt Asiatischer Löwen in einem israelischen Zoo. Im Gegensatz zu den Afrikanischen Löwen sind sie vom Aussterben bedroht. Nur noch etwa 500 dieser Raubtiere leben in Indien in freier Wildbahn, 200 Asiatische Löwen sind weltweit in Zoos untergebracht.

Von: eh

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Tue, 26 May 2020 10:32:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu vor Gericht]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/25/netanjahu-vor-gericht/ JERUSALEM (inn) – Als erster amtierender Regierungschef Israels ist Benjamin Netanjahu am Sonntag in einem Strafprozess gegen ihn vor Gericht erschienen. Vor dem Beginn der Verhandlung wiederholte er vor Journalisten seine Anschuldigung, es handele sich bei dem Verfahren um einen „politischen Coup“, der dem Willen des Volkes widerspreche. „Ich stehe hier mit erhobenem Haupt. Ich werde den Staat Israel weiter führen“, betonte Netanjahu laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Netanjahu wird wegen Betrugs, Vertrauensbruchs und Bestechung angeklagt. Unter anderem soll er in verschiedenen Fällen Gefälligkeiten für positive Berichterstattung geleistet haben. Auch die drei Mitangeklagten erschienen am Sonntag im Jerusalemer Gerichtssaal: Der Herausgeber der Tageszeitung „Yediot Aharonot“, Arnon Moses, der Investor des Netzbetreibers Besek, Schaul Elovitsch, sowie dessen Ehefrau Frau Iris Elovitsch. Aufgrund der Corona-Beschränkungen verfolgten die Journalisten den Prozessauftakt live über Bildschirme im Gerichtsgebäude.

Die vier Angeklagten bestätigten, dass sie die Anklagepunkte gelesen und verstanden hätten. Zuvor hatte Netanjahu vergeblich beantragt, zum Auftakt des Prozesses nicht im Sitzungssaal erscheinen zu müssen. Hingegen einigten sich Richter und Anwälte darauf, dass die vier Angeklagten beim nächsten Verhandlungstermin am 19. Juli nicht anwesend sein müssten. Dies werde erst wieder bei der Beweisaufnahme nötig. Die Gerichtsferien in Israel dauern vom 11. bis zum 31. August. Daher ist mit einem weiteren Auftritt Netanjahus vor Gericht nicht vor dem Herbst zu rechnen.

Proteste gegen Generalstaatsanwalt Mandelblit und gegen Netanjahu

Vor dem Gebäude hatten sich Unterstützer des Regierungschefs versammelt. Mit Musik protestierten sie gegen das israelische Justizsystem. Sie zogen Vergleiche mit dem Prozess gegen den französischen General Alfred Dreyfus am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Jude wurde ungerechtfertigt wegen Landesverrats verurteilt.; der Prozess löste ein Debatte über Antisemitismus aus. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Generalankläger Avichai Mandelblit.

Konkreten Beistand hatte Netanjahu direkt vor Prozessbeginn von einer Gruppe Holocaustüberlebender erhalten. „Wir sind gekommen, um Sie in diesen schweren Tagen zu unterstützen. Und um Ihnen gute Energie zu bringen“, sagte einer der Überlebenden. Ein anderer versicherte: „Wir beten für Sie!“ Netanjahu dankte den Unterstützern zu Tränen gerührt, heißt es auf der Nachrichtenseite „Breaking Israel News“.

Vor seiner Residenz in der Balfour-Straße wiederum formierten sich Proteste gegen den Premierminister. Die dortigen Demonstranten riefen Netanjahu zum Rücktritt auf. Das Wort „Crime Minister“, also „Verbrechensminister“, statt „Primeminister“ war auf Transparenten und Mundschutzen zu sehen.

Von: eh

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Mon, 25 May 2020 14:23:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu dankt Mossad]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/25/netanjahu-dankt-mossad/ Premierminister Benjamin Netanjahu hat dem israelischen Auslandsgeheimdienst für die Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus gedankt. Am Sonntagabend traf er sich in Jerusalem mit Mossad-Chef Jossi Cohen. Unter dessen Leitung hatte der Geheimdienst medizinische Güter und Schutzausrüstung nach Israel gebracht. Bis zum Montag wurden in Israel 16.720 Infizierte registriert, 14.203 Betroffene sind genesen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit Freitag um einen auf 280. Im Gazastreifen starb am Wochenende eine 77-jährige Infizierte. Es war dort der erste Todesfall seit Ausbruch der Pandemie.

Von: eh

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Mon, 25 May 2020 14:13:00 +0200
<![CDATA[Israelische Politiker danken Muslimen für Zurückhaltung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/25/israelische-politiker-danken-muslimen-fuer-zurueckhaltung/ RAMALLAH (inn) – Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat den Muslimen im Land für ihre Zurückhaltung während des Fastenmonats Ramadan in der Corona-Krise gedankt. Es habe keine Massengebete gegeben. Die kollektive Verantwortung der muslimischen Bürger habe sich ausgezahlt, schrieb Gantz auf Arabisch bei dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er wünschte allen Muslimen in Israel ein frohes Fest des Fastenbrechens.

Das dreitägige Fest, Eid al-Fitr, markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan. Auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin grüßte die Muslime anlässlich der Feiertage. In einer Videobotschaft lobte er die arabisch-muslimischen Führer im Land, die zur Eindämmung des Virus und der Sorge um Gesundheit und Sicherheit aller Israelis beigetragen haben.

Der neue Außenminister Gabi Aschkenasi schloss sich den Gratulanten an. Er wünschte allen Muslimen in Israel und weltweit ein gesegnetes und friedliches Eid al-Fitr.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas äußerte in seiner Festansprache die Hoffnung, das kommende Jahr möge zur Gründung eines Palästinenserstaates mit Ostjerusalem als Hauptstadt führen.

Unterdessen sah sich die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) am Sonntag gezwungen, einige Beschränkungen anlässlich der Corona-Krise zurückzunehmen. In Teilen des Westjordanlandes hatten Palästinenser am Wochenende mitunter gewaltsam demonstriert und die Erlaubnis gefordert, zum Eid al-Fitr in den Moscheen beten zu dürfen. Das Gebet ist eine der wichtigsten religiösen Pflichten an dem Fest.

„Mini-Intifada“ gegen Corona-Beschränkungen

Die PA hatte in der vergangenen Woche angeordnet, Moscheen und die meisten Geschäfte während der Festtage geschlossen zu halten. Aufgrund der Proteste ließ die Behörde jedoch einige Moscheen in Hebron, Nablus, Tulkarm, Bethlehem und Dschenin für Gebete wieder öffnen. An anderen Orten waren die Gläubigen weiterhin angehalten, öffentliche Plätze oder Fußballstadien für das Gebet zu nutzen.

Im Flüchtlingslager Deheische bei Bethlehem brachen Demonstranten die Tür zu einer Moschee auf, um in dem Gebäude beten zu können. Ein Einwohner Hebrons, Abdullah Dschulani, sprach von einer „Mini-Intifada gegen die harten Beschränkungen durch die palästinensische Regierung“. „Die Menschen empfinden diese Maßnahmen als übertrieben. Wenn Menschen in Einkaufszentren gehen dürfen, warum können sie dann nicht in ihren Moscheen beten?“, fragte der Palästinenser.

Ein Verkäufer aus Bethlehem, Bilal al-Hadsch, begrüßte die Lockerungen nach den Protesten. Er sagte gegenüber der Zeitung „Jerusalem Post“: „Viele Geschäfte in der Stadt öffneten am Samstagabend trotz des Lockdowns. Die wirtschaftliche Lage hier ist sehr schlecht, denn Bethlehem war seit Beginn der Corona-Krise abgeriegelt.“

In Jerusalem blieb die Al-Aqsa-Moschee durch die islamische Behörde Waqf geschlossen. Die israelische Polizei löste eine illegale Demonstration gegen die Schließung auf.

Schtaje kündigt Ende der Einschränkungen an

Am Montag kündigte der palästinensische Premierminister Mohammed Schtaje an, die Beschränkungen im Westjordanland schrittweise aufzuheben. Dies sei möglich, da die Pandemie in den Gebieten relativ glimpflich verlaufe. So sollen öffentliche Verkehrsmittel wieder eingesetzt sowie Moscheen, Kirchen, Geschäfte, Parks, Restaurants und Cafés schrittweise geöffnet werden. Sollten die Infektionen jedoch wieder steigen, müssten die Einschränkungen erneut verhängt werden, warnte Schtaje laut der Nachrichtenagentur dpa.

Von: dn

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Mon, 25 May 2020 13:44:00 +0200
<![CDATA[Unterirdische Räume nahe der Klagemauer entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2020/05/25/unterirdische-raeume-nahe-der-klagemauer-entdeckt/ JERUSALEM (inn) – Archäologen haben einen Komplex von drei unterirdischen Räumen nahe der Klagemauer freigelegt. Für die Wissenschaftler ist dies der erste Fund dieser Art. Die Räume sind unter dem „Strauss-Gebäude“ an der Nordseite des Klagemauer-Platzes gelegen. In dem Strauss-Gebäude befinden sich öffentliche Toiletten und der Eingang zu den Klagemauer-Tunneln.

Die unterirdische Anlage wurde vor der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Christus gegraben. Ihr Zweck bleibt allerdings ein Rätsel. Den Wissenschaftlern stellt sich die Frage, warum derart viel Mühe investiert wurde, um durch das dortige Felsgestein zu graben. Ausgrabungsleiter Barak Monnickendam-Givon nennt laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ drei Möglichkeiten: Die Räume dienten als Vorratskeller, als Wohnraum oder als Fluchtraum bei Belagerungen.

Lagernischen und Kochgeschirr

Bemerkenswert an dem Fund ist, dass zwar unterirdische Räume aus dieser Zeit bekannt sind. Doch meist handelt es sich um Ritualbäder oder Gräber. In diesem Fall finden sich jedoch Nischen für die Lagerung oder für Laternen. In den Räumen stießen die Archäologen auf Kochgeschirr, Öllampen und ein Becher aus Stein. Da der Ort bereits damals zum Stadtgebiet zählte, ist eine Nutzung als Grab ausgeschlossen.

Die Räume befinden sich auf unterschiedlichen Ebenen und sind durch Treppen verbunden. Zwei der Räume messen einen Fläche von 2,5 Mal 2,5 Metern, ein weiterer Raum 2,5 Mal 4 Meter. Die Ausgrabungen gehen an diesem Bereich weiter. „Es ist sehr viel Arbeit im Gange“, meint Monnickendam-Givon.

Von: df

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Mon, 25 May 2020 13:43:00 +0200
<![CDATA[Erstmals seit 10 Jahren: Israelisches Flugzeug landet in der Türkei]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/25/erstmals-seit-10-jahren-israelisches-flugzeug-landet-in-der-tuerkei/ Die Corona-Krise sorgt einmal mehr für einen ungewöhnlichen Flug: Nachdem erstmals überhaupt eine Maschine aus den Emiraten am Dienstag in Israel gelandet war, setzte am Sonntag die erste israelische Maschine seit zehn Jahren in der Türkei auf. Der Dreamliner der Fluglinie El Al soll medizinische Ausrüstung nach New York bringen. Vor zehn Jahren führte die Erstürmung des Schiffes Mavi Marmara zu einer politischen Krise zwischen der Türkei und Israel. Diese ist inzwischen behoben, Flüge zwischen den Ländern betreiben jedoch nur türkische Linien.

Von: df

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Mon, 25 May 2020 11:17:00 +0200
<![CDATA[Vor 20 Jahren: Israel zieht sich aus dem Libanon zurück]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2020/05/23/vor-20-jahren-israel-zieht-sich-aus-dem-libanon-zurueck/ Israel startete am 24. Mai 2000 – also vor genau 20 Jahren – seinen Rückzug aus dem Südlibanon, der bereits am nächsten Morgen um 3 Uhr beendet war. Eine militärische Spitzenleistung ohne Verletzung eines einzigen Soldaten. Gleichzeitig wechselten 6.000 Angehörige der mit Israel verbündeten Miliz Südlibanesische Armee nach Israel, wo sie Asyl beantragten und zunächst in einem Zeltlager am See Genezareth versorgt wurden. Eine 22-jährige Besatzung hatte ihr zunächst friedliches Ende genommen.

Israels Premierminister Ehud Barak bezeichnete diesen 24. Mai als historischen Tag und verband ihn mit der Hoffnung auf Entspannung in der Region. Ganz sicher war er seiner Sache allerdings nicht. Denn er machte zugleich die Regierungen in Beirut und Damaskus dafür verantwortlich, sollten vom Libanon aus Gewalttaten gegen Israel verübt werden. In der Tat füllte die vom Iran unterstützte Hisbollah das militärische Vakuum im Südlibanon aus und verstärkte ihren Kampf gegen Israel.

Die arabischen Staaten gratulierten dem Libanon zu diesem Sieg, hielten sich aber zunächst mit verbalen Attacken gegen Israel zurück.

Palästinenser im Libanon sollten gegen Grenze marschieren

Ganz anders die radikalen Palästinensergruppen. Ramadan Abdallah Schallah erklärte für den Islamischen Dschihad: „Der Sieg der Hisbollah beweist, dass der bewaffnete Kampf der einzige Weg zur Befreiung ist.“ Ahmed Dschabril von der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) erklärte vollmundig, er würde am liebsten 300.000 im Libanon lebende Palästinenser gegen die israelische Grenze marschieren lassen. „Lasst die Israelis doch das Feuer auf Kinder, Frauen und Alte eröffnen …“

In den gleichen Chor stimmten die Hisbollah-Kämpfer am Grenzzaun Israels ein und riefen den Israelis auf der anderen Seite zu: „Wir wollen keinen Frieden mit euch! Wir werden euch von dem Land verjagen, auf dem ihr steht.“

Drei gefährliche Automatiken

Durch den Rückzug Israels aus dem Libanon ist der Frieden in Nahost nicht sicher geworden, ganz im Gegenteil. Die Propaganda der Palästinenser stellte auf drei gefährliche Automatiken ab:

  • 1. Der Rückzug Israels aus dem Libanon sei die erste militärische Niederlage seit Gründung des Staates Israel. Dieser Staat sei verletzlich und besiegbarer geworden.

  • 2. Der militärische Sieg der Hisbollah beweise, dass Israel nur auf Gewalt reagiere. Der militante Kampf gegen Israel müsse daher verstärkt werden.

  • 3. Israel habe das besetzte ägyptische Land vollständig zurückgeben müssen. Es habe auch das besetzte jordanische Land vollständig zurückgeben müssen (was aber nie geschehen ist). Auch der Golan werde vollständig an Syrien zurückgegeben. Demzufolge müsse auch das gesamte palästinensische Land an die Palästinenser zurückgegeben werden, Israel also von der Landkarte verschwinden.

Auch für die israelische Regierung und die israelische Öffentlichkeit war der Rückzug aus dem Libanon weniger als symbolischer Auftakt einer neuen Friedensinitiative gedacht, sondern eher die Reaktion auf wachsende Widerstände gegen die langandauernde Besatzungspolitik im Südlibanon. Israel marschierte 1978 kurzzeitig im Südlibanon ein, um dort die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zu bekämpfen – aus eigenem Interesse, aber auch auf Bitten dortiger Einwohner. Weil die PLO ihre Machtbasis dort aber weiter ausbaute, marschierte Israel 1982 nochmals ein. Und seit diesem Jahr waren dort 950 israelische Soldaten ums Leben gekommen. Die israelische Bevölkerung hatte immer weniger Verständnis für diese „Blutopfer“ Israels.

Vor allem die Mütter von israelischen Soldaten hatten durch ergreifende Demonstrationen den Widerstand gegen die Besetzung des Südlibanon verstärkt. Deshalb wurde der Rückzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon zwar von der Mehrheit der Israelis gebilligt, was sich am kurzfristigen Hochschnellen der Sympathiewerte Baraks auch ablesen ließ. Aber auch in Israel galt dieser Rückzug eher als Flucht statt als Lösung eines politischen Problems.

Doppelter Rückschlag

Das Jahr 2000 brachte jedenfalls zwei weitere Rückschläge für alle, die am Gelingen eines Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern interessiert waren. Zwei Ereignisse, die sich ohne den Rückzug Israels aus dem Südlibanon wohl kaum so ereignet hätten.

Im Juli hatte US-Präsident Bill Clinton den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Jasser Arafat und den israelischen Premierminister Barak zu Friedensgesprächen in den Sommersitz des US-Präsidenten, nach Camp David, eingeladen. Dieses Dreiertreffen ging als Camp David II in die Geschichte ein und sollte wohl den positiven Geist von Camp David I aus dem Jahre 1979 fortführen. Damals war es US-Präsident Jimmy Carter gelungen, mit dem ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin positive Schritte zu einem Frieden zwischen Ägypten und Israel zu gehen.

Der positive Geist von Camp David I reichte für Camp David II nicht aus. Obwohl Barak den Palästinensern nach israelischer Berechnung 90 Prozent der Westbank und nach palästinensischer Berechnung 80 Prozent der Westbank sowie ein zusätzliches Gebiet des Negev für einen eigenen Staat angeboten hatte, lehnte Arafat dieses Angebot brüsk ab. Die Gespräche endeten praktisch ergebnislos.

Arafat: Gewalt effizienter als Verhandlungen

Für Clinton lag die Schuld bei Arafat. Nicht wenige Israelis zweifelten allerdings, ob Barak sein Angebot, hätte Arafat dies angenommen, politisch in der Knesset überlebt hätte. Tatsache ist, dass Arafat vor Camp David II auf einem Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah öffentlich erklärt hatte: „Nach dem Rückzug Israels aus dem Libanon ist für mich klar, dass wir mit Gewalt mehr als durch Verhandlungen mit Israel erreichen.“

Das Scheitern der Verhandlungen und die damit verbundenen Hoffnungslosigkeiten führten zum Ausbruch der „zweiten Intifada“ am 28. September 2000, und diese hielt Israelis, Palästinenser und die Welt fünf Jahre in Angst und Schrecken. In Israel führte dieser Gewaltausbruch zu einem Rechtsruck, der Barak aus dem Amt fegte und Ariel Scharon am 7. März 2001 ins Premierminister-Amt führte.

Die Geschichte des Nahen Ostens ist die Geschichte gescheiterter Friedenschancen. Der Rückzug aus dem Libanon eröffnete eine dieser Chancen, die nicht zum Frieden, sondern zu neuer Gewalt führte.

Von: Johannes Gerster

Johannes Gerster ist Ehrenpräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Von 1997 an leitete er neun Jahre lang das Jerusalemer Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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Sat, 23 May 2020 11:45:00 +0200
<![CDATA[119 Neueinwanderer aus Äthiopien angekommen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2020/05/22/119-neueinwanderer-aus-aethiopien-angekommen/ JERUSALEM (inn) – Trotz des Coronavirus immigrieren weiterhin Juden nach Israel. 119 Einwanderer aus Äthiopien haben am Donnerstag den Ben-Gurion-Flughafen erreicht. Begrüßt wurden sie vom Vorsitzenden der Jewish Agency, Jitzchak Herzog, und der neuen Einwanderungsministerin, Pnina Tamano-Schata. Die Politikerin ist das erste Regierungsmitglied in der Geschichte Israels, das in Äthiopien geboren wurde. Sie bezeichnete es als „ein großes Privileg“, die Neueinwanderer willkommen heißen zu können.

Die Ministerin zeigte sich vor allem wegen des besonderen Datums erfreut. Neben dem Jerusalem-Tag wird am heutigen Freitag in Israel an die äthiopischen Juden erinnert, die auf den Weg nach Israel starben. Herzog betonte ebenfalls die tiefere Bedeutung des Tages: „Wir werden der Tausenden gedenken, die von Jerusalem träumten und auf dem Weg dorthin umkamen. Und wir arbeiten unermüdlich daran, noch mehr Menschen den Traum vom Umzug nach Jerusalem zu erfüllen.“

Ermöglicht wurde die Einreise durch ein vom Ministerium für Einwanderung und der Jewish Agency gecharterten Sonderflug. Bereits in der ersten Wochenhälfte erreichten 111 Juden aus der Ukraine und 41 russische Juden Israel. Das Ministerium rechnet derweil mit einer massiven Welle an Neueinwanderern als Folge der Corona-Pandemie.

Der Ursprung des Gedenktages für die verstorbenen Äthiopier liegt in den 1980er Jahren. Etwa 4.000 Äthiopier kamen damals auf der beschwerlichen Reise nach Israel durch die sudanesische Wüste ums Leben.

„Es wird keinen Baustopp in Jerusalem geben“

Anlässlich des Jerusalem-Tages hat Israels Premier Benjamin Netanjahu in einer Videobotschaft am Donnerstabend betont, dass es „keinen Baustopp in Jerusalem“ geben wird. Er stehe zum „religiösen Zionismus“, ebenso wie viele Minister seiner neuen Regierung.

Der amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, gratulierte ebenfalls am Donnerstag in einer Videobotschaft zum Jerusalem-Tag. „Heute sind wir alle Jerusalemer und danken Gott, dass wir die Wiederherstellung dieser alten Stadt, die von König David vor etwa 3.000 Jahren zur Hauptstadt Israels gemacht wurde, miterlebt haben."

Der Jerusalem-Tag, „Jom Jeruschalajim“, erinnert an die Wiedervereinigung der Stadt nach dem Sechs-Tage-Krieg im Sommer 1967. Der Ostteil Jerusalems gehörte bis dahin zu Jordanien. Im Sechs-Tage-Krieg wurde er von Israel erobert. Die Stadt wurde nach 19-jähriger Teilung wieder vereinigt. Seitdem haben Juden wieder Zugang zur Altstadt und damit auch zur Klagemauer, dem letzten erreichbaren Rest eines der beiden biblischen Tempel.

Von: mas

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Fri, 22 May 2020 14:43:00 +0200
<![CDATA[Iran droht wieder mit Vernichtung Israels]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2020/05/22/iran-droht-wieder-mit-vernichtung-israels/ JERUSALEM / TEHERAN (inn) – Iranische Spitzenpolitiker äußern immer wieder ihren Wunsch, Israel zu zerstören und „von der Landkarte zu wischen“. Mit entsprechenden Karikaturen oder Festivals bekräftigen sie ihr Ansinnen. Diese offen ausgesprochene Politik des Iran ist einer der Gründe für die wiederholten Warnungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu vor den Vereinten Nationen und bei fast allen politischen Gästen aus dem Ausland.

Jüngstes Beispiel sind die Twitter-Äußerungen des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei in dieser Woche. Am Mittwoch sprach er von der „Auslöschung des zionistischen Regimes“. Zum heutigen anti-israelischen Al-Quds-Tag – in Israel wird zeitgleich der Jerusalem-Tag begangen – veröffentlichte er eine Serie von 25 Tweets. Darin schrieb er unter anderem: „Das zionistische Regime ist tödlich, ein Krebsgeschwür und ein Schaden für die Region. Es wird ohne Zweifel entwurzelt und zerstört werden.“

Israel: Niemand sollte uns auf die Probe stellen

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu wies die Äußerungen am Freitagabend zurück. Wer Israel mit Vernichtung drohe, setze sich ebendieser Gefahr aus, schrieb Netanjahu auf Twitter. Der israelische Verteidigungsminister und frühere Armeechef Benny Gantz sieht in der iranischen Drohung ein „Zeichen der Schwäche“. Er erklärte weiter: „Als jemand, der mit der iranischen Sache vertraut ist, und der die operativen Fähigkeiten der israelischen Armee vorbereitet hat, würde ich niemandem raten, uns auf die Probe zu stellen.“

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo verglich Chameneis Äußerung mit dem Aufruf Adolf Hitlers zum Völkermord. „Diese Verdorbenheit sollte jegliche Auffassung entkräften, der Iran gehöre zur Gemeinschaft der Nationen. Wir stehen mit Deutschland und Israel gegen diese älteste und bösartigste Form des Hasses und sagen ‚Nie Wieder‘.“

EU: Sicherheit Israels von höchster Bedeutung

Auf den Tweet vom Mittwoch hatten zuvor bereits andere westlichte Politiker reagiert. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell teilte mit, er verurteile die Äußerung, Israel „zu bekämpfen“, und zwar „auf das Schärfste“. „Die Sicherheit Israels ist von höchster Bedeutung und die EU wird Israel zur Seite stehen.“ Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schrieb: „Wenn Chamenei dazu aufruft, Israel zu ‚eliminieren‘, gefährdet er Frieden und Sicherheit für alle von uns. Die Sicherheit Israels ist für uns nicht verhandelbar.“

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, kritisierte Borrell jedoch. Dessen Äußerungen gingen nicht weit genug, dort sei nur von einem „Bekämpfen“ Israels die Rede. „Chamenei stellte nicht nur Israels Daseinsberechtigung in Frage, er schrieb ausdrücklich von der ‚Auslöschung‘ des zionistischen Regimes. Die Bedeutungsschwere dieser Bemerkung ist nicht in der EU-Reaktion erkennbar, die mehr als nur Worte sein sollte.“

Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Bijan Djir-Sarai, forderte angesichts der Äußerungen Chameneis eine „neue Iran-Strategie“. An Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) gewandt stellte er die Frage: „Wie lange will man noch die aggressive Politik des Mullah-Regimes tolerieren?“

Cyberangriffe auf Webseiten

Es bleibt allerdings nicht bei den verbalen Gefechten. In letzter Zeit eskalieren die gegenseitigen Cyberangriffe zwischen Israel und dem Iran. Nach Angaben von israelischen Experten steckte der Iran hinter einem umfassenden Angriff auf die israelischen Wasseranlagen. Offenbar wurde der Angriff rechtzeitig bemerkt und erfolgreich abgewehrt. Es sei kein Schaden entstanden.

Kurz darauf, am 9. Mai, soll Israel gemäß einem Bericht der „Washington Post“ einen massiven Angriff auf iranische Häfen unternommen haben. Bei dieser Attacke seien auch keine bemerkenswerten Schäden entstanden. Israelische Militärs haben diesen Angriff andeutungsweise bestätigt und behauptet, dass die Störungen „bewusst und geplant“ geringgehalten worden seien.

Mediale Vernichtungsfantasien

Beim israelischen Rundfunk meldeten sich unterdessen mehrere Unternehmen mit der Klage, dass ihre Webseite vom Iran gehackt worden sei. Die offiziellen Stellen hätten ihnen nicht helfen können.

Eine der gehackten Seiten gehört der israelischen Organisation „Regavim“, die sich für Siedlerrechte einsetzt. Inzwischen ist die Seite wieder hergestellt, doch stundenlang war sie nicht aufrufbar. Stattdessen stand dort auf Hebräisch und Englisch vor schwarzem Hintergrund: „The countdown of Israel destruction has begun since a long time ago“ (Der Countdown der Zerstörung Israel hat schon vor langer Zeit begonnen). Mit einem Link kam der Nutzer zu einem Film mit Luftaufnahmen von Tel Aviv und Haifa. Explosionen sind dann zu hören, während die eben gezeigten Hochhäuser in Flammen stehen und schließlich einstürzen.

Ähnliche Filmchen, meist nur kurze Sequenzen, wurden schon vor Jahren an israelische Empfänger geschickt. Einmal war ein Mosaik mit der Inschrift „Holocaust“ zu sehen, während feindliche Flugzeuge angeflogen kamen und Atombomben über Tel Aviv abwarfen. Dazu hieß es, dass sich die Juden Israels auf einen zweiten Holocaust vorbereiten sollten.

Von: df / Ulrich W. Sahm

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Fri, 22 May 2020 13:46:00 +0200
<![CDATA[Autonomiebehörde verweigert Annahme der Hilfsgüter aus den Emiraten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/05/22/autonomiebehoerde-verweigert-annahme-der-hilfsgueter-aus-den-emiraten/ Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nimmt die Hilfsgüter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nicht an. Die Lieferung sei nicht mit der PA abgestimmt gewesen, sagte Gesundheitsministerin Mai Kaila am Donnerstag. Die PA wolle zudem nicht als Vehikel dienen für die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und arabischen Ländern. Am Dienstag war eine Maschine der Fluglinie Etihad mit 16 Tonnen an medizinischer Ausrüsung für den Kampf gegen das Coronavirus auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv gelandet. Die Hilfsgüter sollen nun komplett in den Gazastreifen gehen.

Von: df

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Fri, 22 May 2020 11:37:00 +0200
<![CDATA[Israel verlängert Einreisesperre für ausländische Besucher bis zum 15. Juni]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2020/05/22/israel-verlaengert-einreisesperre-fuer-auslaendische-besucher-bis-zum-15-juni/ Israels strenge Grenzkontrollen bleiben weiter bestehen. Nicht-israelischen Passinhabern ist es bis 15. Juni nicht möglich, ins Land zu reisen. Israelis müssen sich nach einer Rückkehr aus dem Ausland weiterhin in 14-tägige Selbstquarantäne begeben. Das gab die israelische Flughafenbehörde am Mittwoch bekannt. Indes geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Insgesamt wurden 16.683 Fälle registriert, 13.724 Betroffene sind genesen, 36 Patienten werden derzeit beatmet. Stand Freitagmittag sind 279 Infizierte gestorben.

Von: mas

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Fri, 22 May 2020 11:15:00 +0200