Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Fri, 19 Jan 2018 14:24:41 +0100 <![CDATA[Israel und Jordanien erzielen Vereinbarung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/israel-und-jordanien-erzielen-vereinbarung/ JERUSALEM (inn) – Israel und Jordanien haben ihren diplomatischen Streit beigelegt. Das bestätigten beide Seiten am Donnerstag. Den Berichten zufolge hat sich Israel für den Tod zweier jordanischer Bürger durch einen israelischen Wachmann öffentlich entschuldigt und „Bedauern“ zum Ausdruck gebracht. Die israelische Botschaft werde nun wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Das israelische Außenministerium betonte in einer Stellungnahme die Bedeutung der Beziehungen zum Nachbarland, mit dem Israel 1994 einen Friedensvertrag geschlossen hat. „Die beiden Länder werden sich bemühen, ihre Zusammenarbeit voranzubringen und den Friedensvertrag zu stärken.“

Der Zwist kam am 23. Juli 2017 nach einem Vorfall auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman auf: In einer Wohnung griff der 17-jährige Sohn eines Möbelgeschäftsinhabers einen israelischen Diplomaten an und verletzte diesen. Anlass war ein Streit um verspätete Fertigstellung von Möbelarbeiten. Der israelische Wachmann eröffnete das Feuer, verletzte den Angreifer, traf aber auch versehentlich den Geschäftsinhaber. Beide erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Entschädigung akzeptiert

Israel wird den Fall nach eigenen Angaben weiter juristisch untersuchen. Der Wachmann genießt diplomatische Immunität, weshalb eine Untersuchung durch jordanische Behörden nicht in Frage kam. Die jordanische Nachrichtenagentur „Petra“ berichtet, auch die betroffene Familie habe die Entschuldigung Israels sowie die Entschädigungszahlungen akzeptiert. Dem Bericht zufolge bezeichnete der Sprecher der jordanischen Regierung, Mohammed Momani, die Todesopfer als „Märtyrer“.

Im Zuge der Vereinbarungen legten die beiden Seiten auch einen weiteren Streit bei, der infolge der Tötung eines Richters aufgekommen war. Der Richter war 2014 an die Grenze zum Westjordanland gekommen und hatte dort versucht, israelische Soldaten anzugreifen. Diese eröffneten das Feuer, der 38-jährige Richter erlag seinen Verletzungen. Israel entschuldigte sich auch für diesen Vorfall und zahlt der Familie eine Entschädigung.

Von: df

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Fri, 19 Jan 2018 13:51:00 +0100
<![CDATA[Mehrheit im Bundestag für Antisemitismusbeauftragten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/19/mehrheit-im-bundestag-fuer-antisemitismusbeauftragten/ Mit großer Mehrheit hat der Bundestag einen entschlossenen Kampf gegen jede Form des Antisemitismus in Deutschland gefordert. Deutschland trage vor dem Hintergrund der Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden eine besondere Verantwortung, heißt es in dem Antrag, der von Union, SPD, FDP und Grünen gemeinsam eingebracht worden war. Auch die AfD stimmte für die Resolution, die Linke enthielt sich und sprach sich für weitere Beratungen im zuständigen Ausschuss aus.

In Deutschland gebe es „nach wie vor ein beschämendes Maß an Antisemitismus“, heißt es in der Resolution, die auf der Basis eines Expertenberichts formuliert worden ist. Der größte Teil antisemitischer Delikte sei weiterhin rechtsextrem motiviert. Durch Zuwanderung sei aber ein verstärkter Antisemitismus aus den Ländern Nordafrikas, des Nahen und Mittleren Ostens hinzugekommen.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder kritisierte besonders Übergriffe auf jüdische Mitbürger und das Verbrennen israelischer Flaggen wie kurz vor Weihnachten vor dem Brandenburger Tor in Berlin. „Da trauen sich Juden in Berlin nicht mehr auf die Straße und sich als Juden erkennen zu geben.“ Viele Juden in Deutschland trügen sich mit dem Gedanken, das Land wieder zu verlassen. Jüdisches Leben in Deutschland müsse sich frei und unbedrängt entfalten können. Es gebe aber viele Länder, in denen Hass auf Israel und Antisemitismus gepflegt würden. „Wir tragen eine besondere Verantwortung dafür, dass Antisemitismus in unserem Land nicht weiter wachsen kann“, betonte Kauder.

„Es gilt bei uns: Null-Toleranz gegenüber Antisemitismus“, sagte Alexander Dobrindt von der CSU. Wer bei uns Schutz suche, der müsse immer bereit sein, unsere jüdischen Mitbürger zu schützen. Wer zu uns komme, der müsse mit uns leben wollen. Dazu gehöre das klare Bekenntnis gegen Antisemitismus.

Vorwurf an die AfD: „Krasses Problem mit Antisemitismus“

Kerstin Griese (SPD) sagte, „Jude“ sei eines der häufigsten Schimpfwörtern auf Schulhöfen. „Antisemitismus gab und gibt es mitten unter uns.“ Deutschland brauche mehr couragierte Menschen, die dagegen aufstehen. Kritik an der israelischen Politik sei kein Antisemitismus, erklärte Griese.

Für die AfD sagte die Abgeordnete Beatrix von Storch: „Antisemitismus in jeder Form ist eine Schande.“ Die Bedrohung jüdischen Lebens durch Islamisten dürfe aber nicht statistisch verschleiert werden. In dieser Hinsicht sei der Islam der rote Elefant im Raum. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt warf der AfD vor, sie habe ein „krasses Problem mit Antisemitismus.“

Der FDP-Landesvorsitzende in Hessen, Stefan Ruppert, bezeichnete den Antisemitismus als Phänomen, das es in der gesamten Gesellschaft gebe. Er sprach sich für die FDP für das Existenzrecht Israels aus.

Petra Pau (Die Linke) betonte, dass der Kampf gegen Antisemitismus dränge. Sie nannte es „arrogant“, den Antrag nicht im Parlament zu verhandeln, sondern direkt abstimmen zu lassen. Daher enthielt sich die Linksfraktion in der Abstimmung.

Auch Überprüfung des Straf- und Versammlungsrechts

Der Bundestag verurteilte jede Form von Judenfeindlichkeit, also auch antisemitische Äußerungen und Übergriffe, die als vermeintliche Kritik an der Politik des Staates Israel formuliert würden. „Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit in Deutschland gewährt jedem Menschen das Recht auf friedliche Proteste, doch sie gibt keinen Raum für antisemitische Hetze und für Gewalt“, heißt es. „Das Existenzrecht und die Sicherheit Israels sind für uns nicht verhandelbar.“

In der Resolution wird die Bundesregierung aufgefordert, einen unabhängigen Antisemitismusbeauftragten zu berufen, der Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus koordinieren soll und Ansprechpartner für Belange jüdischer Gruppen sein soll. Wo dieser Beauftragte angesiedelt wird, etwa im Kanzleramt oder im Innenministerium, ist aber noch strittig.

Der Antrag der vier Fraktionen fordert auch eine Überprüfung des Straf- und Versammlungsrechts. Es müsse möglich sein, wirksam gegen das Verbrennen der israelischen Flagge und gegen antisemitische Ausschreitungen vorzugehen. Kauder will prüfen lassen, ob das Verbrennen von Israel-Flaggen in Deutschland verboten werden kann. Er betonte: „Wer sich antisemitisch äußert, der muss auch entsprechend öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden.“

Von: dpa/jea

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Fri, 19 Jan 2018 10:45:00 +0100
<![CDATA[Sicherheitskräfte schnappen Rabbiner-Mörder]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/18/sicherheitskraefte-schnappen-rabbiner-moerder/ DSCHENIN (inn) – Die vereinten Kräfte des israelischen Militärs und der Grenzpolizei vermelden einen Schlag gegen die Terroristen, die in der vergangenen Woche den Rabbiner Rasiel Schevach ermordet hatten. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es dabei zu einer Schießerei in Dschenin, bei der einer der Terroristen getötet und ein Soldat schwer verwundet wurde.

Die Polizei verhaftete laut des Nachrichtenportals „Arutz Scheva“ einen der Terroristen an einer Tankstelle. Ein zweiter Terrorist wurde demnach in der Nähe gefunden. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem der Terrorist tödlich verwundet wurde. Ein weiterer Terrorist versteckte sich in einem Haus, das die Sicherheitskräfte erst einkreisten und dann zu zerstören begannen. Letztlich wurde auch dieser Terrorist festgenommen. Während der zwölfstündigen Suchaktion warfen arabische Randalierer Steine und ganze Steinblöcke auf die Einsatzkräfte.

Medizinischer Zustand des Polizisten soll stabil sein

Zwei Grenzpolizisten wurden bei der Schießerei verletzt. Einer wurde mit leichten, der andere mit deutlich schwereren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand sei inzwischen aber stabil, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Laut des palästinensischen Gesundheitsministeriums war der getötete Terrorist Ahmed Dscharrar. Das sei der Sohn des Vize-Kommandanten der Hamas im Westjordanland, Nasser Dscharrar. Der Vater saß zwischen Ende der 1980er-Jahre und 1996 im israelischen Gefängnis. Zu seinen Aufgaben gehörte das Anwerben von Terroristen und das Organisieren der Selbstmordmissionen in der zweiten sogenannten Intifada. 2002 wurde er vom Militär bei einer Razzia in seinem Haus erschossen. Am Donnerstag veröffentlichte aber die Familie Dscharrar eine Verlautbarung, dass der Sohn während der Razzia geflohen und wohl auf sei.

Verteidigungsminister: „Keine Möglichkeit sich zu verstecken“

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu lobte das Militär und die Grenzpolizei für die Operation: „Wir kriegen jeden, der versucht, die israelischen Bürger zu verletzen. Der Staat wird sie in die Hände der Gerechtigkeit übergeben.“ Der Premier sendete auch Genesungswünsche an die verletzten Einsatzkräfte.

„Die Sicherheitskräfte haben eine komplizierte und erfolgreiche Operation in der vergangenen Nacht durchgeführt, um die Mörder von Rabbi Schevach zu fangen“, sagte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Er gratulierte den Polizisten für ihre Tapferkeit: „Die Terroristen haben hier keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Wir kriegen sie überall.“

Am 9. Januar war der Rabbiner Rasiel Schevach von Terroristen bei einem Autoangriff im Westjordanland erschossen worden. Seit dem Überfall hatte das israelische Militär mit dem Inlandsgeheimdienst eine Fahndung auf die Terrorzelle ausgerufen, bei der die Stadt Nablus und umherliegende Dörfer abgeriegelt wurden.

Von: mm

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Thu, 18 Jan 2018 14:27:00 +0100
<![CDATA[Soldat nach 31 Jahren im Koma gestorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/18/soldat-nach-31-jahren-im-koma-gestorben/ HOLON (inn) – Der israelische Soldat Avraham Adschami ist am Dienstag nach 31 Jahren im Wachkoma im Alter von 50 Jahren gestorben. Adschami hatte bei den israelischen Verteidigungsstreitkräften im Süden des Libanons gedient. 1987 explodierte eine Granate neben ihm. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht und lag seitdem im Wachkoma. Vor zwei Wochen erkrankte er an einer Lungenentzündung, die zu seinem Tod führte. Am Mittwoch fand die Beerdigung auf dem Militärfriedhof in Holon statt. Tausende nahmen daran teil.

Adschamis Freunde und Familie haben ihn laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ als schüchternen 19-Jährigen in Erinnerung, der „von allen geliebt wurde“. Seine Schwester, Metuka Aspir, beschreibt ihn als introvertiert und hilfsbereit. „Er hatte nie eine Freundin, weil er erst 19 war und 19 blieb. Er bekam dieses Privileg nicht.“ Sein Bruder Reuven sagte in seiner Grabrede, dass ihn seine Freunde liebten und es scheine, als ob er wirklich eine besondere Person gewesen sei. „Nach der Verletzung erzählten sie uns Dinge über ihn, die wir nicht wussten, weil er so schüchtern war. Er war keine gewöhnliche Person.“

„Unerträglicher Verlust“

Adschamis Kommandeur sagte, er habe eine immense innere Kraft gehabt und immer gelächelt. „Ich erinnere mich daran, wie wir einmal versuchten, ihn zu erziehen und ihm sagten, er solle aufhören zu lächeln. Er sagte ‚Okay‘, aber kam lächelnd zurück und sagte ‚Ich kann einfach nicht aufhören‘.“ Vizeminister für Diplomatie im Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu, Michael Oren, sagte, es sei für die Familie ein unerträglicher Verlust. „In meinem Namen und im Namen der Regierung wünsche ich Ihnen Frieden, Ruhe und Erholung, was sie nach all den Jahren so sehr verdienen.“

Israel schickte 1982 Truppen in den Südlibanon. Auslöser waren vermehrte Anschläge auf israelische Botschaften von Gruppen aus dem Libanon und Raketenbeschüsse auf Nordisrael vom Süden des Libanon. Der Großteil der israelischen Truppen ist 1985 wieder abgezogen. Nur im Süden des Libanon verweilten sie bis zum Jahr 2000.

Von: jea

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Thu, 18 Jan 2018 14:22:00 +0100
<![CDATA[Prozess im Burgas-Anschlag beginnt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/18/prozess-im-burgas-anschlag-beginnt/ SOFIA (inn) – Der Prozess um den Terroranschlag im bulgarischen Burgas auf einen israelischen Reisebus hat am Mittwoch in Sofia begonnen. Bei dem Anschlag am 18. Juli 2012 waren fünf Israelis und ein bulgarischer Busfahrer getötet worden. Die mutmaßlichen Täter sind flüchtig; ihnen soll in Abwesenheit der Prozess gemacht werden. Bulgarischen Behörden zufolge haben sie Verbindungen zur libanesischen Terror-Organisation Hisbollah.

Das Gericht ließ am Mittwoch Zeugen des Anschlages zu Wort kommen. Die nächsten Anhörungen sind für den 6. und 7. Februar vorgesehen. Der Prozess sollte eigentlich bereits im September 2016 beginnen. Es kam jedoch immer wieder zu Verzögerungen. So war am 15. November 2017 der Anwalt der Familie des getöteten Busfahrers nicht vor Gericht erschienen. Das berichtet die bulgarische Nachrichtenseite „Sofia Globe“.

Bei den Verhandlungen geht es auch um die Frage, ob es am Flughafen genügend Sicherheitsmaßnahmen gegeben habe. So seien an dem Tag nur zwei Grenzpolizisten mit einer Zwölf-Stunden-Schicht im Dienst gewesen, berichtet die „Bulgarische Nachrichtenagentur“. Zeugen sagten auch, dass es keine Kontrollen am Zugang zum Parkplatz des Flughafens gab.

Anschlag mit politischen Folgen

Bei dem Anschlag wurde einer der Attentäter getötet – unklar ist, ob die Terroristen das so beabsichtigt hatten. Die Behörden vermuten, dass die beiden Komplizen, Meliad Farah and Hassan Al-Hadsch Hassan, im Libanon untergetaucht sind. Sie werden von Interpol gesucht.

Infolge des Anschlages stufte die Europäische Union den militärischen Arm der Hisbollah im Jahr 2013 als Terror-Organisation ein. Mehrere Staaten – darunter Frankreich, Israel, Kanada und die USA – listen die gesamte Hisbollah als Terror-Organisation.

Von: df

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Thu, 18 Jan 2018 14:10:00 +0100
<![CDATA[Mitgefühl für irakische Terror-Opfer]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/18/mitgefuehl-fuer-irakische-terror-opfer/ Das israelische Außenministerium hat auf Facebook den Opfern der zwei großen Terrorangriffe im Irak Mitgefühl gezeigt. Es rief zu stärkeren Beziehungen zwischen Jerusalem und Bagdad auf, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. „Israel ist sehr besorgt und schockiert über die Tode der Unschuldigen durch die Terrorangriffe und hofft, dass Frieden und Stabilität in den Irak zurückkehren werden“, heißt es in dem Facebook-Post. 38 Menschen kamen am Montag bei den zwei Selbstmordattentaten in der irakischen Hauptstadt ums Leben. Tausende wurden verletzt.

Von: jea

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Thu, 18 Jan 2018 12:07:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 18. Januar 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/01/18/nachrichten-vom-18-januar-2018/ Thu, 18 Jan 2018 10:20:00 +0100 <![CDATA[USA kürzen Gelder für UNRWA]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/17/usa-kuerzen-gelder-fuer-unrwa/ WASHINGTON (inn) – Das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) erhält im Jahr 2018 weniger Geld aus Washington. Insgesamt sind umgerechnet etwa 102 Millionen Euro vorgesehen: Davon zahlen die USA zunächst nur 49 Millionen Euro und behalten 53 Millionen Euro ein. Das teilte das Außenministerium der UNRWA am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr hatten die USA der UNRWA insgesamt mehr als 286 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die USA sehen bei der UNRWA Reformbedarf, erklärte die außenpolitische Sprecherin Heather Nauert. Welche Reformen damit gemeint sind, sagte sie am Dienstag vor Journalisten nicht. Als zweiten Grund gab Nauert die Lastenverteilung an. Die USA seien in den vergangenen Jahren der größte Geldgeber der UNRWA gewesen. „Wir hätten es gerne, dass gerade Länder, die uns wegen unserer Politik gegenüber den Palästinensern kritisieren, mehr geben“, sagte Nauert.

Bereits am 2. Januar hatte Trump die Zahlungen der USA an die Palästinenser kritisiert. „Wir zahlen den Palästinensern Hunderte von Millionen Dollar im Jahr und erhalten keine Wertschätzung oder Respekt“, beklagte er. Die Palästinenser zeigten zudem keinen Friedenswillen.

UNRWA: Kürzung ist Gefahr für die Region

Die UNRWA sieht die Kürzung als eine „Krise“ und rief in einem „Krisenappell“ zu Spenden auf. „Die Würde und humanitäre Sicherheit von Millionen von palästinensischen Flüchtlingen steht auf dem Spiel“, sagte der UNRWA-Generalkommissar Pierre Krähenbühl. Die Kürzung wirke sich auch auf die Sicherheit des Nahen Ostens aus und fördere Radikalisierung.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, erklärte am Dienstag, er sei über die Maßnahme der USA nicht in Kenntnis gesetzt worden. Er bedauere sie jedoch.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon begrüßte hingegen die Entscheidung. „Die UNRWA haben immer wieder gezeigt, dass sie humanitäre Hilfe der internationalen Gemeinschaft missbraucht. Sie unterstützt anti-israelische Propaganda, verlängert das Leid der palästinensischen Flüchtlinge und fördert Hass“, sagte Danon der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Flüchtlinge mit Sonderstatus

Die UNRWA ist seit Mai 1950 aktiv und kümmert sich ausschließlich um palästinensische Flüchtlinge. Deren Zahl beläuft sich heute auf fünf Millionen. Anders als beim UN-Flüchtlingswerk UNHCR ist der Flüchtlingsstatus bei Palästinensern vererbbar. Kritiker sagen, nur dadurch werde das Flüchtlingsproblem am Leben erhalten.

Regelmäßig in die Kritik gerät auch der Unterricht an Schulen der UNRWA. So sei in Schulbüchern Israel nicht als Staat zu erkennen, heißt es in einer Studie aus dem vergangenen Jahr. Außerdem gebe es dort keinen Hinweis auf die historische Verbindung der Juden zum Land oder zu Jerusalem.

Einer israelischen Studie zufolge erhalten UNRWA-Flüchtlinge mit 206 Euro pro Kopf und Jahr viermal mehr Geld wie andere Flüchtlinge. Der ehemalige israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, schlug in diesem Zusammenhang vor, die beiden Flüchtlingsorganisationen UNRWA und UNHCR zu vereinen.

Von: df

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Wed, 17 Jan 2018 15:12:00 +0100
<![CDATA[Wer die Bibel verstehen will, muss das Heilige Land studieren]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/01/17/wer-die-bibel-verstehen-will-muss-das-heilige-land-studieren/ Ein Portrait von Marcel Serr]]> Dass impulsive Meinungsäußerungen zur Politik im Nahen Osten erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen können, ist eine Binsenweisheit. Das musste auch Gustaf Dalman (1855-1941) schmerzlich erfahren. „Tief betrübt“ sei er, äußerte der deutsche Theologe kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, „daß die Britische Regierung mit ihrer Absicht […] die deutsche Kulturarbeit in der Welt zu zerstören oder an sich zu bringen, und mit ihrem Feldzuge […] gegen unseren Nationalcharakter jedes wissenschaftliche und auch religiöse Zusammenwirken zwischen Deutschen und Briten auf unabsehbare Zeit unmöglich macht.“ Mit diesen Worten der Empörung erklärte Dalman seinen Austritt aus dem Palestine Exploration Fund (PEF), sie sollten ihm wenige Jahre später zum Verhängnis werden – doch dazu später mehr.

Gustav Dalman wurde 1855 in Niesky/Oberlausitz geboren und durch die pietistische Glaubensgemeinschaft der Herrnhuter Brüdergemeine ausgebildet. Nach einigen Jahren als Dozent am Theologischen Seminar in Gnadenfeld wurde es ihm dort geistig zu eng. Daher wechselte er an das von Franz Delitzsch gegründete Institutum Judaicum nach Leipzig, wo Theologen für die Mission vorbereitet wurden.

„Lernen durch Handeln“

Eine 15-monatige Reise ins Heilige Land 1899/1900 gab Dalmans Leben eine entscheidende Wendung. Die Exkursion löste eine Faszination aus, die ihn zeitlebens prägen sollte. Von der Topographie über die Flora und Fauna bis hin zum Studium der Sitten und Bräuche der Einheimischen – Dalmans Interesse am Land der Bibel war allumfassend. Er beließ es nicht beim Beobachten und Dokumentieren, sondern schlief in Beduinenzelten und lernte in landestypischer Weise zu weben und Brot zu backen. „Diese Weise des Studiums, stets an Menschen und Sachen statt an Manuskripten und Büchern, war nicht ohne Beschwerde…; ich hätte sie bis ins Unendliche fortsetzen wollen“, schrieb er in späteren Jahren.

Dalmans Interesse am Heiligen Land hatte aber auch eine spirituelle Komponente: Die Tatsache, dass die Bibel in der südlichen Levante entstanden war und sich die in den Büchern beschriebenen Ereignisse dort abspielten, sah Dalman als bewusste Entscheidung Gottes. Die Erwählung des Landes ging in seinen Augen nicht ohne Grund der des Volkes Israel und der Menschwerdung Jesu voraus: Da beides am selben Ort stattfand, verband sich im Heiligen Land Altes und Neues Testament – und damit auch Judentum und Christentum. Wenn die Theologie diesen Sachverhalt vernachlässigte, würde sie ihrer Grundlage entzogen.

Das Heilige Land als Forschungsgegenstand

Ganz dem Heiligen Land „verfallen“, zögerte Dalman nicht, als 1902 ein Direktor für das neu gegründete Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI) in Jerusalem gesucht wurde. Mit 47 Jahren stürzte er sich gemeinsam mit seiner Frau in das größte Abenteuer seines Lebens. In Jerusalem angekommen, baute er das Institut aus dem Nichts auf. Zunächst mietete er ein Haus in der Äthiopischen Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Conrad Schicks Tabor-Haus. Zwar handelte es sich dabei um ein repräsentatives Gebäude, doch von europäischen Standards war Jerusalem weit entfernt. Das Dach war chronisch undicht, die Zisterne nur wenige Meter von einer unzementierten Sickergrube für Abwasser entfernt. Selbst abgekochtes Wasser war daher ungenießbar. Alsbald war die gesamte Bewohnerschaft des Hauses an Malaria erkrankt.

Dalmans Forschungsinteresse bezog sich auf topografische und geografische Aspekte ebenso wie auf die Altertümer von der prähistorischen bis zur arabischen Zeit, schloss aber auch Sitten, Gebräuche und Arbeitsweisen der lokalen Bevölkerung und schließlich die Sprache ein. Er fasste diese verschiedenen Perspektiven zusammen und schuf mit der „Palästinawissenschaft“ ein neues Forschungsfeld, das er als Hilfswissenschaft der Theologie verstand.

„Die Vergangenheit in die Gegenwart hineindenken“

Ähnlich wie die Kenntnisse des Hebräischen und Griechischen unabdingbare Grundvoraussetzungen zum Verständnis der Bibel seien, so gelte dies auch für Kenntnisse über das Land der Bibel, so Dalman. Denn deren Texte seien in diesem Kontext verfasst worden. Mit anderen Worten: Wer die Bibel verstehen will, muss das Heilige Land in all seinen Facetten studieren. Diesem Ansatz folgend, legte Dalman verschiedenste Sammlungen an: von Steinen, Pflanzen, Hölzern, Tieren, Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens, Musikinstrumenten, Münzen, Gewändern und archäologischen Funden bis hin zu einer umfangreichen Fotosammlung.

Dieser ethnologische Ansatz basiert auf Dalmans grundlegender Idee, „die Vergangenheit in die Gegenwart hineinzudenken“. Nur durch das Studium der durch die Geschichte geprägten Gegenwart erschließe sich dem Wissenschaftler die Vergangenheit. Ganz in diesem Sinne schuf Dalman einen Lehrkurs. Dabei werden deutsche Wissenschaftler mit dem Alltagsleben, der Geschichte und Archäologie sowie der Topografie der südlichen Levante vertraut gemacht.

Hoch zu Ross – oder zu Esel

Der Lehrkurs dauerte drei Monate. Unter der Woche hielt der Direktor Vorlesungen über die Landeskunde sowie Archäologie und Geschichte Jerusalems. „In den Vorlesungen bequemen sich auch ›alte Herren‹, die längst in Amt und Würden stehen, zu fleißigem Nachschreiben und schülermäßigem Übersetzen“, hielt Dalman süffisant fest. An den Samstagen ritt die Gruppe aus, um das Land zu erkunden: „Jeden Sonnabend sieht man die acht Herren des Instituts hoch zu Ross oder zu Esel mit flatternden Kopftüchern und wehenden Mänteln über die felsigen Halden Judäas dahinreiten, um auf sechs- bis achtstündigem Ritt die weitere Umgebung Jerusalems kennen zu lernen.“

Der Höhepunkt jeden Lehrkurses war eine dreiwöchige Rundreise: „Und wie der Zug eines kleinen Beduinenclans ist es, wenn auf der großen Institutsreise 21 Menschen und 28 Tiere mit vier Zelten und dem nötigen Hausrat und Proviant sich einmal zur Karawane zusammenschließen. An kleinen und großen Abenteuern fehlt es auf den unebenen Pfaden Palästinas nicht ... Ein zugiges Zelt, ein feuchtes Nachtlager, ein störriges oder träges Reittier geben Gelegenheit, Kraft und Gesundheit zu stählen. Der Weckpfiff des Vorstehers vor Sonnenaufgang, auf den lebenslustige Stipendiaten wohl mit Hurra antworten, setzt dem Schlaf zuweilen eine unbarmherzige Grenze.“

Dalman pflegte einen asketischen Lebensstil und war trotz seines fortgeschrittenen Alters in einer ausgezeichneten körperlichen Verfassung. Er verlangte den Lehrkursteilnehmern eine entsprechend hohe physische Belastbarkeit ab, die jedoch häufig deren Fähigkeiten überstiegen. Kam es zu Unfällen oder krankheitsbedingten Ausfällen, wurde Dalman äußert ungehalten.

Das Imperium schlägt zurück

Nur in den Sommermonaten verließ Dalman sein geliebtes Heiliges Land für einen Heimaturlaub – so auch im Sommer 1914. Als Ende Juli der Erste Weltkrieg ausbrach, war an eine Rückkehr nach Jerusalem nicht mehr zu denken. Nach kurzem Zögern trat die Hohe Pforte auf Seiten der Mittelmächte gegen die Entente in den Krieg ein. Damit wurde auch das Heilige Land Schauplatz des Ersten Weltkrieges. Der Seeweg war blockiert, sämtliche anderen Transportmöglichkeiten militärischen Zwecken vorbehalten. Dalmans Forschungen vor Ort waren auf Eis gelegt.

Zunächst glaubte er noch an seine baldige Rückkehr: Einen Ruf an die Universität Greifswald lehnte er 1915 ab, denn „das Herz zieht nach Jerusalem“. Erst zwei Jahre später willigte er ein. Mittlerweile hatten die Briten unter General Edmund Allenby die türkisch-deutschen Linien bei Gaza durchbrochen und im Dezember 1917 Jerusalem erobert.

Erst 1921 konnte Dalman wieder an seine Wirkungsstätte zurückkehren. Mittlerweile hatten die Briten ihre Herrschaft in Palästina auf der Grundlage eines Völkerbundmandats etabliert. Dalman wollte die Arbeit als DEI-Direktor wiederaufnehmen. Grundsätzlich hatten die Briten nichts gegen das Wiederaufleben des Instituts einzuwenden – doch nicht verbunden mit der Person Dalmans. Die Vergangenheit holte ihn nun ein: Aufgrund seiner eingangs zitierten negativen Äußerungen über die Briten war er in führender Position nicht mehr willkommen.

Als Dalman der Tragweite seines Kommentars von 1914 gewahr wurde, versuchte er zurückzurudern: Die Mitgliedschaft im PEF habe er nur niedergelegt, um deutschen Patriotismus zu demonstrieren, argumentierte der Forscher verzweifelt. Es half nichts und so blieb ihm nur, sich um das Inventar des DEI und seine persönlichen Haushaltsgegenstände zu kümmern. Dalman organisierte den Transport eines Großteils seiner Sammlung nach Greifswald.

Die Konservierung des Heiligen Landes

Auch im „Exil“ blieb er seiner Leidenschaft treu: 1920 gründete er das Palästina-Institut in Greifswald, das seit 1925/26 seinen Namen trägt. Dalmans Ziel war es einerseits, die Theologiestudenten auf einen Aufenthalt im Heiligen Land vorzubereiten; andererseits sollte das Institut denen, die nicht in die südliche Levante reisen konnten, die Möglichkeit eröffnen, sich landeskundliche Kenntnisse anzueignen.

Dalmans ethnologische Studien schlugen sich in erster Linie in seinem opus magnum „Arbeit und Sitte in Palästina“ nieder. In diesem siebenbändigen Werk hielt er auf über 3.000 Seiten und rund 800 Abbildungen das Heilige Land vor dem Ersten Weltkrieg akribisch fest. Während er in seiner Zeit in Jerusalem das notwendige Material gesammelt und Feldforschung geleistet hatte, blieb ihm während seiner Zeit in Greifswald Gelegenheit zur Niederschrift. Er arbeitete bis kurz vor seinem Tod 1941 an dem Werk.

Bis heute haben Gustav Dalmans wissenschaftliches Werk und seine Sammlungen einen außergewöhnlichen Stellenwert unter Theologen, Ethnologen und Historikern. Es war ihm gelungen, das Palästina vor den radikalen Veränderungen des 20. Jahrhunderts, die mit der jüdischen Einwanderung und der britischen Mandatszeit einsetzten, zu konservieren und für die nachkommenden Generationen festzuhalten. Ob dies tatsächlich das Leben zu alt- und neutestamentlichen Zeiten abbildete, wird heute zwar eher bezweifelt. Doch Dalmans Studien sind nach wie vor eine einzigartige Quelle zur Erforschung des Heiligen Landes um die Jahrhundertwende.

Marcel Serr ist Politikwissenschaftler und Historiker. Von 2012 bis März 2017 lebte und arbeitete er in Jerusalem – unter anderem als wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der israelischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Militärgeschichte des Nahen Ostens.

Von: Marcel Serr

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Wed, 17 Jan 2018 12:46:00 +0100
<![CDATA[Chamenei: Saudis verraten Muslime]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/17/chamenei-saudis-verraten-muslime/ Irans höchster Führer Ajatollah Chamenei hat Saudi-Arabien am Dienstag Hochverrat gegenüber den Muslimen vorgeworfen. „Jeder sollte sich dessen bewusst sein: Es handelt sich um Verrat, sich mit dem Feind, einem Feind wie den Zionisten, zusammenzutun, und zugleich feindlich gegenüber den muslimischen Brüdern zu sein, wie es die Saudis heute tun“, sagte Chamenei laut seiner offiziellen Webseite vor Parlamentariern aus muslimischen Ländern. Der Iran rivalisiert mit Saudi-Arabien um den Einfluss im Nahen Osten. In der vergangenen Zeit häuften sich Berichte über eine Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien.

Von: jea

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Wed, 17 Jan 2018 11:56:00 +0100
<![CDATA[Israelischer Soldat wegen Hetze festgenommen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/17/israelischer-soldat-wegen-hetze-festgenommen/ Die Militärpolizei hat am Dienstag einen israelischen Soldaten festgenommen. Der Mann war verantwortlich für das Verteilen von Flyern im Einberufungsamt. Auf den Zetteln rief er dazu auf, den ermordeten Rabbiner Rasiel Schevach zu rächen, der vergangene Woche im Westjordanland durch einen palästinensischen Terroristen getötet wurde. Der Soldat wollte neue Rekruten für eine Spezialeinheit begeistern, welche durch eine Racheaktion die „nationale Ehre wiederherstellen“ sollte. Auf den Flyern war das Symbol des israelischen Militärs angebracht, um die Zettel wie offizielles Material aussehen zu lassen.

Von: mm

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Wed, 17 Jan 2018 11:36:00 +0100
<![CDATA[Solarstrom im Westjordanland]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/17/solarstrom-im-westjordanland/ Bis 2022 sollen rund 500 öffentliche Schulen im Westjordanland mit Solaranlagen ausgestattet werden, deren Leistung bei jeweils 35 Megawatt liegt. Das sieht ein zwischen dem palästinensischen Bildungsministerium und dem Palästinensischen Investitionsfonds geschlossenes Abkommen vor. Das Projekt wird auf fast 30 Millionen Euro beziffert und in dieser Größenordnung erstmalig im Westjordanland umgesetzt. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA am Dienstag.

Von: mh

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Wed, 17 Jan 2018 09:50:00 +0100
<![CDATA[Viel mehr Obdachlose als gedacht]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/16/viel-mehr-obdachlose-als-gedacht/ JERUSALEM (inn) – Wenn es um Obdachlose in Israel geht, gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen den Zahlen des Wohlfahrtsministeriums und des Verbands für Bürgerrechte in Israel. Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, seien es laut des Verbandes weniger als zehn Prozent der tatsächlichen Obdachlosen, denen das Ministerium hilft.

Im Jahr 2016 gab das Wohlfahrtsministerium an, sich um 1.872 Menschen ohne Obdach gekümmert zu haben. Der Verband für Bürgerrechte dagegen sagt, es gebe 25.000 Obdachlose im Land. Die Differenz entsteht durch die Definition des Status. Für das Ministerium müssen Menschen über 18 Jahre alt sein, auf der Straße leben und ein weiteres Kriterium erfüllen, wie zum Beispiel drogensüchtig zu sein oder eine mentale Erkrankung zu haben.

Wer alles nicht in der Statistik vorkommt

Die Kriterien des Ministeriums berücksichtigen aber laut dem Bericht des Bürgerrechtsverbandes weder Teenager noch Kinder. Auch frisch entlassene Häftlinge oder Menschen, denen Gerichte verordnet haben, sich von ihren Häusern und Wohnungen fern zu halten, sind danach nicht in der Statistik enthalten. Familien, die kein Zuhause haben, fielen ganz aus der Zählung heraus, weil sie zu der Zuständigkeit eines anderen Ministeriums gehörten.

Kritik übt der Bericht auch am Einsatz des Haushaltsbudgets des Wohlfahrtsministeriums. Die umgerechnet 3,5 Millionen Euro werden demnach nicht dafür ausgegeben, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu garantieren und sie dann gesellschaftlich zu rehabilitieren. Es sei anders herum: Das Budget werde ausgegeben, um die Menschen zuerst über ihre Rechte aufzuklären und sie in Rehabilitierungsprogramme zu setzen. Währenddessen seien sie aber noch ohne feste Unterkunft.

Von: mm

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Tue, 16 Jan 2018 15:31:00 +0100
<![CDATA[Destabilisiert Trumps Politik den Nahen Osten?]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/01/16/destabilisiert-trumps-politik-den-nahen-osten/ Eine Analyse von Gil Yaron]]> Als vor Monaten die erste Nahostreise des US-Vizepräsidenten Mike Pence geplant wurde, war sie noch als Wegbereiter des neuen Friedensplans für Israelis und Palästinenser gedacht, an dem das Weiße Haus tüftelt. Doch nachdem US-Präsident Donald Trump Jerusalem im Dezember als Hauptstadt Israels anerkannte und so die Palästinenser in Rage versetzte, ist von dieser Absicht nichts geblieben. Kein Palästinenser will Pence empfangen. Der wird nur Israelis, Jordanier und Ägypter treffen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte nun erneut deutlich, dass die Beziehungen mit den USA, seinem wichtigsten Geldgeber, in einer Krise stecken: „Möge Dein Haus über Dir einstürzen!“ verfluchte er Trump in einem der vielen Ausbrüche, mit denen er Sonntagabend eine zweieinhalb Stunden lange Tirade in Ramallah spickte. „Wir werden keine amerikanische Führung in einem Verhandlungsprozess mehr akzeptieren“, sagte er. Trumps Friedensplan sei nicht wie behauptet der „Deal des Jahrhunderts“, sondern die „Ohrfeige des Jahrhunderts“, so der Präsident und drohte: „Wir werden zurückschlagen.“

Kaum kaschierte Ohnmacht

Doch diese Warnung klingt hohl. Nach zwölf Jahren im Amt verbleiben Abbas weder Verbündete noch diplomatische Optionen. Nüchtern stellte der bald 83 Jahre alte Führer fest, dies könne seine letzte Rede vor dem Zentralkomitee seiner Fatah-Partei sein. Sie war ein Resümee, das bisweilen zur grotesken Abrechnung mit Widersachern und Partnern mutierte.

Abbas' Wut kaschierte kaum seine Ohnmacht. Die arabischen Staaten, die sich mit der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt arrangiert zu haben scheinen, schickte er: „zur Hölle!“. Von den Briten forderte er eine Entschuldigung für die Balfour-Deklaration aus dem Jahr 1917, die den Juden einen unabhängigen Staat versprach und eine der rechtlichen Grundlagen für die Gründung Israels ist. Auch Groll auf Europa wurde publik. Das habe Israel geschaffen, um sich der Juden auf Kosten der Araber zu entledigen und um „europäische Interessen in der Region zu wahren“. Folglich habe der Zionismus „nichts mit dem Judentum zu tun“.

Den Israelis warf er erneut vor, den Friedensprozess „ermordet“ zu haben, und dass sie „beängstigende Mengen von Drogen importieren, um unsere junge Generation zu zerstören“. Er geißelte die radikal-islamische Partei Hamas und den kleineren Islamischen Dschihad, seine innenpolitischen Rivalen, weil sie den Parteitag boykottierten. Der wurde so zum Sinnbild für die andauernde Spaltung des palästinensischen Volks, das im Gazastreifen von der Hamas regiert wird.

Zahlungen an Terroristen bleiben

Der meiste Zorn richtete sich aber gegen die USA, denen Abbas mehrere Absagen erteilte. Man werde die staatlichen Zahlungen an inhaftierte palästinensische Attentäter nicht wie von Washington gefordert einstellen: „Häftlinge und ihre Angehörigen sind unsere Söhne, und wir werden ihnen weiterhin Stipendien geben“, so Abbas. Israel und die USA monieren, diese Zahlungen spornten neue Attentäter an. Auf Trumps Drohung, er werde Hilfszahlungen an die Palästinenser einstellen, falls diese nicht umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren, erwiderte Abbas erbittert: „Verflucht sei Dein Geld!“ Sein Volk nähme „von niemand Befehle an, wir sagen allen ‚Nein’, wenn es um unsere Zukunft geht. Tausend Mal Nein!“

Abbas machte deutlich, was er nicht will. Doch was er anstrebt, blieb offen. Das Zentralkomitee der Fatah soll nun neue diplomatische Optionen erarbeiten. Doch es erhielt von Abbas eine altbekannte Marschrichtung: Er hielt an der Sicherheitskooperation mit Israel und am Dialog mit Israelis fest, und betonte: „Friedlicher Widerstand – ja, bewaffnete Intifada – nein!“. Statt auf die USA sollten die Palästinenser auf die internationale Staatengemeinschaft setzen, wie durch eine Klage am Strafgerichtshof in Den Haag, um die Siedlungen zum Kriegsverbrechen zu erklären. Doch nur wenige Palästinenser halten das für aussichtsreich. Der Oppositionspolitiker Mustafa Barghuthi forderte deshalb, der Zwei-Staaten Lösung endgültig den Rücken zu kehren.

Bedrohte Stabilität

Für die Bewohner des Gazastreifens sind solche Zukunftspläne indes irrelevante Spekulation. Ihnen droht eine humanitäre Katastrophe, falls Trump seine Drohung tatsächlich wahr macht und die Zahlungen an die UNRWA kürzt. Das 1949 von den Vereinten Nationen gegründete Hilfswerk kümmert sich weltweit um rund fünf Millionen Menschen, die Mehrheit von ihnen Nachkommen und Verwandte der rund 600.000 Palästinenser, die bei der Staatsgründung Israels zu Flüchtlingen wurden. Washington trug 2016 mit 355 Millionen US-Dollar rund 30 Prozent ihres Budgets. Nun wollen die USA die Beiträge angeblich um die Hälfte reduzieren. Das bedroht die Stabilität von Staaten, in denen viele UNRWA-Hilfsempfänger leben, wie Libanon oder Jordanien.

Für Gaza, wo 1,3 von 1,9 Millionen Menschen von der UNRWA unterstützt werden, wäre es indes eine Katastrophe. Schon heute liegt hier die Arbeitslosigkeit bei 50 Prozent, sind 95 Prozent des Trinkwassers ungenießbar. Täglich fließen Tonnen ungeklärter Abwässer ins Mittelmeer und verseuchen auch Israels Strände. Ohne die Hilfe von der UNRWA, so fürchten inzwischen israelische Experten, könnten Epidemien ausbrechen, die auch die Nachbarstaaten beträfen.

Israels Führung betrachtet Trumps Drohungen deshalb mit gemischten Gefühlen. Einerseits strebt Jerusalem die Abschaffung von UNRWA an, die das palästinensische Flüchtlingsproblem verewigt und in ihren Schulen zu Intoleranz erzieht. Andererseits fürchtet man drastische Schritte. Israels Militär warnt vor Aufständen im belagerten Landstrich, falls dessen Bevölkerung ohne diplomatische Optionen, ohne wirtschaftliche Perspektiven, und bar einer effektiven Führung verbleibe. Dann könnte die Hamas sich dazu gezwungen sehen, einen nutzlosen Krieg mit Israel vom Zaun zu brechen. Statt Frieden hätte Trump der Region dann Krieg beschert.

Von: Gil Yaron

Der Autor ist Nahost-Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“

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Tue, 16 Jan 2018 14:56:00 +0100
<![CDATA[PLO-Zentralrat hebt Anerkennung Israels auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/16/plo-zentralrat-hebt-anerkennung-israels-auf/ RAMALLAH (inn) – Der Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hat am Montag in Ramallah dafür gestimmt, die Anerkennung Israels aufzuheben. Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung der PLO zwar internationale Reaktionen provozieren werde. Es bleibe aber unklar, ob die Abstimmung verpflichtend ist.

Nach dem Beschluss soll die PLO die Anerkennung Israels so lange aussetzen, bis Israel „Palästina als Staat anerkennt“, die Annektierung Ostjerusalems aufgibt und seine Siedlungsaktivitäten stoppt. In einer Verlautbarung unterstützten die Delegierten auch Äußerungen des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas. Er sagte, dass die Zeit des Osloer Friedensabkommens von 1993, das die Grundlage der Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern bis heute definiert, um sei.

Bereits frühere Abstimmung war nicht bindend

Aber bereits eine frühere Abstimmung des PLO-Zentralrats im Jahr 2015 entschied, fortan in Sicherheitsfragen nicht mehr mit den Israelis zusammenzuarbeiten. Die Umsetzung dieses Ergebnis lässt bis heute auf sich warten. Wobei der Rat auch diese frühere Abstimmung am Montag neu bekräftigte.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas, die Israel als Staat nicht anerkennt, begrüßte die Entscheidung des PLO-Zentralrats. Der „Realitätstest“ für die Entscheidung sei aber erst umgesetzt, wenn dafür „notwendige Mechanismen“ installiert würden.

Netanjahu: Abbas hat „Maske von Gesicht gerissen“

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatte sich bereits vor der Entscheidung des PLO-Zentralrats zu Abbas' Rede am Sonntag geäußert. Der PA-Präsident habe sich mit seinen Äußerungen „die Maske vom Gesicht gerissen“. Die Rede zeige, dass „die Wurzel des Konflikts in der standhaften Weigerung der Palästinenser“ liege, den „jüdischen Staat in irgendwelchen Grenzen anzuerkennen“.

Das zweitägige Treffen des PLO-Zentralrats erfolgte als Reaktion auf die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump am 6. Dezember, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Palästinenser betrachten die Entscheidung des Weißen Hauses als Angriff auf ihr Bemühen, ein souveräner Staat zu werden.

Von: mm

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Tue, 16 Jan 2018 13:50:00 +0100
<![CDATA[„Terrortunnel für Hamas wichtiger als Warenübergang“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/16/terrortunnel-fuer-hamas-wichtiger-als-warenuebergang/ GAZA / JERUSALEM (inn) – Der militärische Arm der radikal-islamischen Hamas verwendet 100 Prozent seines Budgets für Terrorzwecke. Das hat der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman in einer Fraktionssitzung seiner Partei „Israel Beiteinu“ kritisiert. Anlass war die Entdeckung eines Angriffstunnels, der vom Gazastreifen aus sowohl in israelisches als auch in ägyptisches Gebiet hereinreichte. Er verläuft auch unterhalb des einzigen Warenüberganges zwischen Gaza und Israel, Kerem Schalom.

„Zuerst einmal soll die Hamas aufhören, Geld in Kriege und ins Töten von Menschen zu investieren und stattdessen in Entwicklung investieren“, sagte Lieberman einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge – und bezog sich auch auf die aktuelle humanitäre Krise in dem Küstenstreifen. „Der Haushalt des militärischen Zweiges der Hamas im Jahr 2017 betrug 260 Millionen Dollar. All diese 260 Millionen Dollar wurden für Tunnel und die Herstellung von Raketen investiert. Wenn sie 260 Millionen Dollar für ihr Wassersystem oder das Gesundheitssystem investierten, befänden sie sich an einem völlig anderen Ort.“

Trotz der prekären humanitären Lage setze die Hamas ihre Raketentests fort. Lieberman betonte zudem, dass etwa 100 Millionen Dollar der Gelder zur Terrorfinanzierung aus dem Iran stammten. „Diese 100 Millionen Dollar werden zwischen dem Islamischen Dschihad und der Hamas aufgeteilt. Das sagt auch etwas über die Friedensabsichten des Iran aus.“

Netanjahu: „Absurde Situation“

Nach der Zerstörung des Terrortunnels Samstagnacht hatte die Armee den Übergang Kerem Schalom am Sonntagmorgen vorübergehend geschlossen. Seit Montagabend ist er wieder in Betrieb. Ein Militärsprecher sagte angesichts der Wiedereröffnung: „Die Terror-Organisation Hamas trägt die Verantwortung für das Wohl ihrer Bürger. Jeder Versuch, die Bürger oder die Souveränität Israels zu schädigen, wird mit Stärke und Entschlossenheit beantwortet. Die israelische Armee wird weiter agieren, um die Bemühungen der Terror-Organisationen unter der Erde zu vereiteln, überall, wo es erforderlich ist.“

Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu äußerte sich bei seinem Staatsbesuch in Indien zu der Problematik: „Das Hauptproblem von Gaza ist nicht die Einfuhr und Ausfuhr von Waren – das Hauptproblem ist, dass die Hamas sich nicht um den Bau der grundlegenden Infrastruktur kümmert, die die Bevölkerung von Gaza benötigt, wie Strom, Wasser, Kläranlagen.“ Dass der Staat Israel sich um die grundlegendsten Lebensbedürfnisse kümmern müsse, welche die Hamas-Regierung schlicht ignoriere, bezeichnete er als „absurde Situation“.

„Wie ein Anschlag auf die Bewohner in Gaza“

Der Oberbefehlshaber des israelischen Gaza-Koordinationsbüros, Fares Atilla, merkte indes an: „Der Übergang Kerem Schalom stellt eine zentrale Lebensader für den Gazastreifen dar.“ Jede Schädigung des Grenzüberganges sei „wie ein Terroranschlag gegen die Bewohner des Gazastreifens“. Solange die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nicht das Wohl der Bewohner des Gazastreifens an die erste Stelle setzten, werde sich die finanzielle Krise verschärfen.

Der Kommandeur der südlichen Gaza-Brigade, Kobi Heller, betonte: „Das Schließen des Warenüberganges Kerem Schalom ist ein Schritt, den wir nicht unternehmen wollten. Aber die Hamas hat uns keine Wahl gelassen, sie ist der Souverän und hat die Verantwortung für das, was im Gazastreifen und von ihm aus geschieht. Das Graben eines Terrortunnels unter dem einzigen Warenübergang ist ein Beispiel dafür, dass die Hamas sich mit Terror beschäftigt und nicht mit dem Wiederaufbau des Gazastreifens.“

Von: eh

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Tue, 16 Jan 2018 13:48:00 +0100
<![CDATA[Bombe in Josefs Grab entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/16/bombe-in-josefs-grab-entdeckt/ Die israelische Armee hat am Dienstagmorgen eine Bombe am Eingang von Josefs Grab in Nablus entdeckt. Die Bombe war in einem Mobiltelefon integriert. Israelische Soldaten, Grenzwachen und Polizisten eskortierten nach Sicherstellung des Sprengsatzes schätzungsweise 1.000 jüdische Beter zum Grab. Laut Militärangaben bewarfen Anwohner der Stadt im palästinensischen Autonomiegebiet die Gruppe auf ihrem Rückweg mit Steinen. Dabei wurde keiner verletzt. Einer der Randalierer wurde festgenommen, wie die Online-Zeitung „The Times of Israel“ berichtet.

Von: jea

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Tue, 16 Jan 2018 11:59:00 +0100
<![CDATA[Neue Filme von Spielberg und Radcliffe im Libanon auf schwarzer Liste]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/01/16/neue-filme-von-spielberg-und-radcliffe-im-libanon-auf-schwarzer-liste/ Der Libanon setzt den neuen Steven-Spielberg-Film „Die Verlegerin“ auf die schwarze Liste. Dasselbe gilt für den australischen Film „Der Dschungel“, in dem der „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe die Hauptrolle spielt. „Der Dschungel“ basiert auf dem Roman des israelischen Schrifstellers Jossi Ghinsberg. Der amerikanische Filmemacher Spielberg steht eigentlich seit dem Jahr 1993 auf der schwarzen Liste des Libanon, als „Schindlers Liste“ in die Kinos kam. Die Schlussszene des Films ist in Israel aufgenommen. Trotzdem liefen seitdem viele neue Filme Spielbergs in libanesischen Kinos. Der Libanon erlaubt seinen Bürgern nicht, nach Israel zu reisen und hat auch die Einfuhr israelischer Waren generell verboten.

Von: mm

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Tue, 16 Jan 2018 11:14:00 +0100
<![CDATA[Libanesisches Kleid sorgt für Aufregung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/16/libanesisches-kleid-sorgt-fuer-aufregung/ Die israelische Schauspielerin Gal Gadot hat mit einem Kleid des libanesischen Designers Elie Saab für Aufregung gesorgt. Sie trug es vorige Woche bei einer Preisverleihung und posierte damit auf dem roten Teppich. Prompt lud der Designer ein Bild von Gadot mit seinem Kleid auf Instagram hoch und bezeichnete sie als „makellos“. Von seinen Fans erhielt er daraufhin Kritik mit der Aufforderung, das Bild zu löschen. Gadot steht vor allem wegen ihres ehemaligen Dienstes bei der israelischen Armee bei den Libanesen in der Kritik. Dies berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Von: jea

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Tue, 16 Jan 2018 10:03:00 +0100
<![CDATA[Katholische Bischöfe fordern Solidarität]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/15/katholische-bischoefe-fordern-solidaritaet/ Der Mainzer Weihbischof Udo Bentz hat zu einer „gelebten Solidarität“ mit den Christen im Nahen Osten aufgerufen. Am Sonntag besuchte er mit einer internationalen Bischofsgruppe eine katholische Gemeinde in Gaza. Erzbischof Stephen Brislin aus dem südafrikanischen Kapstadt sagte in seiner Predigt: „Wir kommen nicht nur, weil wir Frieden wünschen, sondern weil wir glauben, dass Frieden möglich ist.“ Nach dem Gottesdienst trafen sich die Bischöfe mit jungen Christen, die über ihre Lage berichteten. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven trieben viele von ihnen ins Ausland, hieß es laut des Senders „Domradio“.

Von: eh

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Mon, 15 Jan 2018 14:14:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu trifft indischen Premier Modi]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/15/netanjahu-trifft-indischen-premier-modi/ „Das ist der Anfang einer neuen Ära.“ Das hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei seinem Staatsbesuch in Indien gesagt. Der indische Regierungschef Narendra Modi hatte Netanjahu am Montagmorgen beim Präsidentenpalast in Neu-Delhi willkommen geheißen. Am zweiten Tag der Indien-Reise besuchte der israelische Premier mit seiner Frau Sara auch Mahatma Ghandis Grab. Am Donnerstag reist Netanjahu nach Mumbai, um mit Wirtschaftsvertretern zu sprechen und an zwei Gedenkzeremonien für die Terrorangriffe im Jahr 2008 teilzunehmen, bei denen 164 Menschen starben. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Indien waren im vergangenen Juli auf einem neuen Hoch angelangt, als Modi Netanjahu in Israel besuchte.

Von: mm

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Mon, 15 Jan 2018 13:41:00 +0100
<![CDATA[Trumps „Ohrfeige des Jahrhunderts“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/15/trumps-ohrfeige-des-jahrhunderts/ RAMALLAH (inn) – Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat US-Präsident Donald Trump beim Treffen des PLO-Zentralrats in Ramallah am Sonntagabend stark angegriffen. In seiner Rede nahm er laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ Bezug auf die Ankündigung Trumps, die finanzielle Unterstützung für die Palästinenser kürzen zu wollen: „Möge Ihr Haus ruiniert werden. Der Deal des Jahrhunderts ist zur Ohrfeige des Jahrhunderts geworden.“

Abbas zitierte Trumps Nachricht auf dem sozialen Netzwerk Twitter, wonach der US-Präsident drohte, den Palästinensern die finanziellen Hilfsmittel zu streichen, wenn sie nicht in den Friedensverhandlungen kooperieren würden. „Wann haben Sie das mit mir besprochen? Am Telefon? Im Fernsehen?“.

„Wir werden diesen Deal nicht akzeptieren“

Die Thematisierung der Stadt Jerusalem machte einen Großteil von Abbas' Rede aus: „Jerusalem ist unsere ewige Hauptstadt. Deswegen haben wir uns hier heute versammelt, um das Recht zu verteidigen.“ Die Palästinenser dürften nicht die Fehler der Jahre 1948 und 1967 wiederholen. Trump habe Jerusalem mit einer Twitter-Nachricht vom Tisch nehmen wollen. Aber die Palästinenser würden ihre Dörfer nicht verlassen. „Wir werden diesen Deal nicht akzeptieren“, sagte Abbas.

Israel sei für Abbas ein „Kolonialprojekt, das nichts mit den Juden zu tun“ habe. „Die Europäer wollten die Juden hierher bringen, um ihre Interessen in der Region sicher zu stellen“, sagte Abbas: „Sie haben die Niederlande, die damals die größte Flotte besaß, gebeten, die Juden zu transportieren.“ Der Präsident forderte auch die arabischen Staaten auf, Großbritannien wegen der Balfour-Deklaration zu verklagen.

Livni spricht von „extremistischer Rede“

Die Knesset-Abgeordnete Zippi Livni vom „Zionistischen Lager“ reagierte auf die Rede des PA-Präsidenten: „Das israelische Interesse hat sich nach der extremistischen Rede von Abu Masen (Abbas) nicht geändert: ein jüdischer, demokratischer und sicherer Staat. Abu Masen verzichtet auf einen palästinensischen Staat? Wir verzichten nicht auf einen stabilen Staat mit einer jüdischen Mehrheit und eine Grenze zwischen uns und ihnen. Dorthin muss man fortschreiten, mit oder ohne die Palästinenser.“

„Was wir am Sonntag von Mahmud Abbas gehört haben, war furchtbar“, sagte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Abbas sei zu den Ideen zurückgekehrt, die er bereits vor Jahrzehnten ausgedrückt habe. „Zu sagen, Israel ist das Resultat einer westlichen Verschwörung, um Juden in einem Land anzusiedeln, das der arabischen Bevölkerung gehört? Er vergisst dabei viele Dinge und sagte genau die Sachen, die dazu führten, dass er vor einigen Jahren wegen Antisemitismus und Holocaustleugnung angeklagt wurde“, sagte Rivlin.

An der zweitägigen Konferenz des PLO-Zentralrats nahmen weder die Hamas noch der „Islamische Dschihad“ teil. Beide sind nicht Teil der Palästinensischen Befreiungsorganisation. Aber ursprünglich war vorgesehen, dass sie dabei sind. Hamas und „Islamischer Dschihad“ entschieden sich allerdings dafür, die Veranstaltung zu boykottieren. Sie wollten im festgefahrenen innerpalästinensischen Friedensprozess nicht als „Feigenblatt“ dienen. Die Konferenz war wegen Trumps Entscheidung, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, einberufen worden.

Von: mm

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Mon, 15 Jan 2018 13:13:00 +0100
<![CDATA[Luftwaffe sprengt Angriffstunnel der Hamas]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/15/luftwaffe-sprengt-angriffstunnel-der-hamas/ RAFAH (inn) – Die Luftwaffe hat Samstagnacht einen Tunnel gesprengt, der vom Gazastreifen aus 180 Meter weit in israelisches Gebiet hereinragte. Der Gang sollte nach Angaben der israelischen Armee zu Terrorzwecken dienen. Die Hamas behauptet hingegen, er sei ausschließlich für den Schmuggel von Waren bestimmt gewesen.

Der Tunnel verlief von der Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze unterhalb des Warenüberganges Kerem Schalom zwischen dem Gazastreifen und Israel. Über dem Gang befinden sich auch Gas- und Treibstoffpipelines sowie ein israelischer Militärposten, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Die Armee teilte am Sonntag mit, es handele sich um einen Tunnel der radikal-islamischen Hamas, die im Gazastreifen herrscht.

„Israel greift keine Sanddünen an“

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bezeichnete den Tunnel als „eklatante Verletzung israelischer Souveränität“. Er fügte an: „Die Zerstörung des Netzwerkes von Angriffstunneln ist ein wesentlicher Teil unserer Politik, die strategischen Fähigkeiten der Hamas systematisch zu schädigen.“

Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Indien: „Es gibt Leute, die sagen, dass die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte Sanddünen angreifen – das ist nicht wahr. Wir haben auf Angriffe gegen den Staat Israel geantwortet, und zwar mit einem äußerst systematischen Angriff auf Infrastruktur, die gegen uns gerichtet ist. Die Hamas muss begreifen, dass wir diese Offensiven nicht zulassen werden.“

General: „Jüdisches Gehirn hat Lösung gefunden“

Indes teilte ein israelischer General mit, das Militär habe eine Lösung gefunden, durch die alle Hamas-Tunnel, die nach Israel führen, zerstört würden. Es sei mit dem Raktenabwehrsystem „Eisenkuppel“ vergleichbar: „Der israelische Erfindergeist hat gemeinsam mit dem jüdischen Gehirn eine Lösung für alle Terroristentunnel hervorgebracht“, sagte Joav Mordechai auf Arabisch dem TV-Sender „Alhurra“ mit Sitz in den USA. „Genauso wie es die ‚Eisenkuppel‘ für die Luft gibt, gibt es einen technischen Schirm aus Stahl unter der Erde. Ich möchte diese Botschaft an jeden senden, der gräbt oder sich den Tunneln zu sehr nähert: Wie Sie in den vergangenen zwei Monaten gesehen haben, bringen diese Tunnel nur Tod.“

Bereits am 30. Oktober hatte die Armee einen Tunnel des Islamischen Dschihad gesprengt. Dabei starben zehn Mitglieder der Terrorgruppe und zwei Hamas-Anhänger. Am 10. Dezember zerstörte das Militär einen Tunnel der Hamas, ohne dass Menschen zu Schaden gekommen wären.

Infolge der Entdeckung des neuen Angriffstunnels schloss Israel am Sonntag vorübergehend den Übergang „Kerem Schalom“. Täglich überqueren ihn mehrere Hundert Lastwagen. Armeeangaben zufolge wurden auf diesem Wege im Jahr 2017 mehr als eine halbe Million Tonnen Lebensmittel in den Gazastreifen geliefert. Hinzu kamen demnach 3,3 Millionen Tonnen Baumaterial und 12.000 Tonnen landwirtschaftliche Ausrüstung.

Von: eh

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Mon, 15 Jan 2018 11:40:00 +0100
<![CDATA[Palästinenser von ägyptischen Marinesoldaten getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/15/palaestinenser-von-aegyptischen-marinesoldaten-getoetet/ Die ägyptische Marine hat am Samstagmorgen einen palästinensischen Fischer getötet. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste des südlichen Gazastreifens. Bei dem Toten handelt es sich um den 33-jährigen Abdullah Ramadan Seidan, wie die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma’an“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Gaza berichtet. Die Ägypter hätten ihm mit scharfer Munition in die Brust geschossen. Aus der Marine hieß es laut der Nachrichtenseite „The Palestine Chronicle“, der Palästinenser sei in ägyptische Hoheitsgewässer eingedrungen.

Von: eh

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Mon, 15 Jan 2018 11:11:00 +0100
<![CDATA[Museumsbesichtigung ohne Israelreise?]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/15/museumsbesichtigung-ohne-israelreise/ JERUSALEM (inn) – Gemessen an seiner Einwohnerzahl hat Israel die höchste Anzahl von Museen weltweit. Zweifelsohne ist auch dieser Umstand ein Grund für den anhaltenden Tourismusboom im Land.

Das Kultur- und Sportministerium bietet seit kurzem die Möglichkeit, viele der in den Museen ausgestellten Objekte online zu betrachten. Die Sammlung umfasst mehr als 63.000 Fotos von Kunstwerken und Judaica sowie von archäologischen Artefakten und historischen Schriften.

Was nach einer großen Masse klingt, ist bei genauem Hinsehen jedoch enttäuschend wenig. Das wird vor allem im interessanten und vielseitigen Bereich der Kurzfilme verschiedener Museen deutlich, deren Anzahl sich auf wenige Dutzend beschränkt – auch für den Nutzer, der vom englischsprachigen in den hebräischen Teil wechselt.

Zusätzlich zu den in Israel ausgestellten Objekten, hat das Projekt mit Euopeana eine Partnerschaft, der europäisch-virtuellen Bibliothek, die das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. So können auch Ausstellungsstücke aus dieser Sammlung betrachtet werden.

Homepage muss nachbessern

Das Projekt war 2012 vom Kultur- und Sportministerium in Zusammenarbeit mit dem Büro des Premierministers sowie dem Büro für Jerusalem-Angelegenheiten ins Leben gerufen worden. Anfangs bot die Homepage lediglich eine Übersicht zu Museen in Israel, zu temporären und Dauerausstellungen sowie zu Sammlungsobjekten.

Die Plattform in ihrer neuen Form eignet sich gut für Interessierte oder dafür, einen ersten Eindruck über die historischen und archäologischen Schätze Israels zu bekommen. Doch viele Verlinkungen auf andere Seiten funktionieren nicht. Um einen würdigen Ersatz für Besuche in den zahlreichen Museen im Land zu bieten, sollte das Kulturministerium auf der Seite nochmal stark nachbessern.

Von: mh

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Mon, 15 Jan 2018 09:58:00 +0100
<![CDATA[Netanjahus Sohn in der Kritik]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/netanjahus-sohn-in-der-kritik/ JERUSALEM (inn) – Jair Netanjahu, Sohn des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu, steht derzeit in der öffentlichen Kritik. Auf einer Audioaufnahme ist zu hören, wie er den Sohn eines israelischen Geschäftsmannes und Gasmanagers, Nir Maimon, dazu auffordert, ihm Geld für eine Prostituierte zu leihen. Sein Vater habe dessen Vater immerhin ein 20-Milliarden-Dollar-Gas-Abkommen verschafft, sagte Jair Netanjahu.

Der TV-Sender „Kanal 2“ hatte die Aufnahme am Montag veröffentlicht. Über 14.000 Euro zahlte der Sender dafür. Jairs Bodyguard hatte die Szene vor zweieinhalb Jahren mitgeschnitten, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.

Jair Netanjahu führte sein Verhalten auf Alkoholeinfluss zurück. Er habe Unsinn über Frauen und andere Dinge gesagt, die besser nicht gesagt worden wären, äußerte er sich am Montag zu dem Vorfall. „Ich bereue die Bemerkungen und entschuldige mich bei jedem, der dadurch verletzt wurde. Die Dinge, die ich zu Maimon sagte, waren ein blöder Witz und wir haben nur Spaß gemacht, wie jeder sehen kann. Ich habe mich nie für das Erdgasabkommen interessiert und kannte keinerlei Details.“ Benjamin Netanjahu bekräftigte, dass Jair in keiner Weise in das Gasabkommen verwickelt sei.

Jair als „attraktives Ziel“

Der Regierungschef forderte infolge der Veröffentlichung einen besseren Schutz der Privatsphäre. Mit der Veröffentlichung sei aus einer Sicherheitsperspektive eine rote Linie überschritten worden. Justizministerin Ajelet Schaked und Tourismusminister Jariv Levin wollen künftig ein Gesetz erarbeiten, das derartige Aufnahmen unter Strafe stellt.

Die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ kam zu der Einschätzung, dass die Dinge, die Jair sagte, genau das repräsentierten, wer er sei: Ein 26-jähriger junger Mann, der keine Arbeit habe und auf Staatskosten lebe. Ähnlich kritisch äußerten sich weitere Medien. Die linksgerichtete „Ha'aretz“ sagt voraus, dass der Vorfall Netanjahu Wählerstimmen kosten könne, da viele Likud-Anhänger wertkonservativ seien. Die regierungsnahe Zeitung „Israel Hayom“ kritisierte hingegen die Sensationslust der Medien: Jair Netanjahu sei schon lange ein „attraktives Ziel“, die aktuelle Berichterstattung ein „geplanter medialer Terroranschlag“.

Von: jea

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Fri, 12 Jan 2018 16:05:00 +0100
<![CDATA[Außenposten soll ans Stromnetz angeschlossen werden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/12/aussenposten-soll-ans-stromnetz-angeschlossen-werden/ NABLUS (inn) – Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat angeordnet, den illegalen Außenposten Havat Gilad an das nationale Stromnetz anzuschließen. Mit der Maßnahme reagiert er auf den Mord an dem Rabbi Rasiel Schevach, der in dem Ort südwestlich von Nablus wohnte.

Der Außenposten ist derzeit nur provisorisch mit dem israelischen Stromnetz verbunden. Mit dem Anschluss würde der Strom zuverlässiger und auch mit einer höheren Spannung fließen. Die Maßnahme sehen Beobachter als Schritt zur Legalisierung der 2002 gegründeten Ortschaft. Bereits am Mittwoch teilte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu) mit, er lasse eine Legalisierung prüfen.

Unterstützung von Politikern

Die Bewohner des Außenpostens haben sich in den vergangenen Jahren mehrfach gegen Abrissmaßnahmen durch den israelischen Staat gewehrt. Der Gründer des Ortes, Mosche Zar, behauptet, das Land von Palästinensern gekauft zu haben. Palästinenser aus umliegenden Ortschaften bestreiten das jedoch.

Bildungsminister Naftali Bennett (HaBeit HaJehudi) forderte bei der Beerdigung des Rabbis am Dienstag Netanjahu auf, die Legalisierung vorzunehmen, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Prominente Politiker wie Knessetsprecher Juli Edelstein (Likud) und Kulturministerin Miri Regev (Likud) unterstützen die Bewohner ebenfalls in dem Anliegen.

Unterdessen geht die Suche nach den Terroristen weiter. In der Gegend um Nablus richtete die Armee am Donnerstag Straßenkontrollen ein. Als Reaktion kam es zu Unruhen zwischen Palästinensern und Soldaten. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser getötet. Die Armee gab lediglich bekannt, dass geschossen wurde.

Von: df

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Fri, 12 Jan 2018 14:29:00 +0100
<![CDATA[König Hussein, Vater eines jüdischen Kindes?]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/12/koenig-hussein-vater-eines-juedischen-kindes/ WASHINGTON / NEW YORK (inn) – Im vergangenen Jahr wurden von der US-Regierung die sogenannten Kennedy-Akten veröffentlicht – teils bis dato geheime Unterlagen aus der Amtszeit von Präsident John F. Kennedy. Daraus geht eine abenteuerliche Geheimdienst-Geschichte hervor, die sich offenbar während eines Amerika-Besuchs von Jordaniens König Hussein I. im Jahr 1959 zugetragen hat.

Hussein bereiste damals im Alter von 23 Jahren die USA, unter anderem besuchte er Los Angeles und New York. So schildert es die amerikanischen Zeitung „USA Today“, die sich intensiv mit den Akten befasst hat. Das Weiße Haus will unbedingt für gute Stimmung während des Besuchs sorgen, schließlich könnte sich der junge König zu einem wichtigen und mächtigen Verbündeten entwickeln. Entsprechend soll die Central Intelligence Agency (CIA) dafür gesorgt haben, dass Hussein auf seiner Reise angenehme Begegnungen mit einer Dame hatte.

So lernt Hussein auf einer Party die acht Jahre ältere jüdische Filmschauspielerin Susan Cabot kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb so gut, dass Hussein sie auch während seines Aufenthaltes in New York bei sich haben möchte, so die Akten.

Ein Mord sorgt für neue Gerüchte

Besonders pikant wird die Geschichte nach einem Zeitsprung. In den späten 80er Jahren steht der 25-jährige Timothy Scott Roman vor Gericht. Die Anklage: Er habe seine Mutter Susan Cabot im Schlaf brutal erschlagen.

Der Antwalt des jungen Mannes sagt vor Gericht aus, Cabot habe jeden Monat rund 1.500 US-Dollar aus dem jordanischen Königshaus erhalten. Das sah verdächtig nach Unterhaltszahlungen für ein gemeinsames Kind von Cabot und König Hussein aus, urteilten die Medien. Die „Los Angeles Times“ berichtete im Oktober 1989, das jordanische Königshaus wolle dazu keine Stellungnahme abgeben.

Wer Romans Vater ist, kann nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Roman wurde wegen Totschlags an seiner Mutter verurteilt. Im Prozess kam zutage, dass der kleinwüchsig geborene Mann über Jahre mit Wachstumshormonen vollgepumpt wurde, was zu einer Psychose geführt haben soll.

Von: mb

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Fri, 12 Jan 2018 14:17:00 +0100
<![CDATA[Autonomiebehörde kritisiert US-Gesandten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/12/autonomiebehoerde-kritisiert-us-gesandten/ Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat den US-Sondergesandten für internationale Verhandlungen, Jason Greenblatt, kritisiert. Grund sei, dass Greenblatt die Schuld für den Mord an einem jüdischen Familienvater ausschließlich einem „palästinenischen Terroristen“ angelastet habe. Der Diplomat habe außerdem festgestellt, dass die Glorifizierung solcher Mörder durch Palästinenser und Araber ein Hindernis zum Frieden sei, berichtet das Nachrichtenportal „Arutz Scheva“. Die PA warf dem Amerikaner Einseitigkeit und Voreingenommenheit vor, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA.

Von: mb

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Fri, 12 Jan 2018 11:17:00 +0100
<![CDATA[Gal Gadot wirbt für Revlon]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/01/12/gal-gadot-wirbt-fuer-revlon/ Hollywood-Star Gal Gadot ist das neue Gesicht einer Werbekampagne des US-amerikanischen Kosmetikunternehmens Revlon. Die Kampagne „Lebe mutig“ inspiriere Frauen dazu, sich selbst mit Leidenschaft, Optimismus, Stärke und Stil auszudrücken. „Wer könnte all diese Eigenschaften besser verkörpern als Gal Gadot“, heißt es auf der Webseite des Kosmetikunternehmens. Revlon sei eine Kult-Marke, ein Held der Frauen, sagte Gadot. Sie sei sehr erfreut darüber, nun Teil dieser Familie zu sein. Das Unternehmen veröffentlichte ein Video, das einen Blick hinter die Kulissen gewährt, wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet.

Von: jea

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Fri, 12 Jan 2018 08:38:00 +0100
<![CDATA[Nahostexpertin als Außenminsterin]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/11/nahostexpertin-als-aussenminsterin/ Von Raffael Reithofer]]> Seit dem 18. Dezember steht in Österreich das Regierungsbündnis der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Die FPÖ ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Sammelbecken ehemaliger Nationalsozialisten entstanden, distanziert sich heute aber vom Antisemitismus. Sowohl in Österreich als auch in Israel gibt es unterschiedliche Einschätzungen darüber, inwiefern die Distanzierung glaubwürdig ist.

Im gemeinsamen Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ findet sich ein „Bekenntnis zu Israel als jüdischem Staat mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung, die Israel in dauerhaft sicheren Grenzen und einen lebensfähigen palästinensischen Staat ermöglicht“. Außerdem soll die internationale Staatengemeinschaft unterstützt werden, um eine „Friedenslösung im Nahen Osten, mit besonderer Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen Israels“, zu finden.

Nichtsdestotrotz hat Israel verkündet, den Kontakt auf politischer Ebene zu den neuen FPÖ-Ministern vorerst zu boykottieren. Das betrifft auch die offiziell parteilose Außenministerin Karin Kneissl, die am 18. Januar 53 Jahre alt wird. Kneissl gilt als Nahostexpertin, spricht Arabisch – und hat mit einer strittigen Äußerung zum Zionismus die Debatte auf sich gezogen.

Frühes Interesse

Das Interesse für den Nahen Osten ist Karin Kneissl gleichsam in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater Gerhard war einst Pilot des jordanischen Königs Hussein, wodurch sie einen Teil ihrer Kindheit in Jordaniens Hauptstadt Amman verbrachte. In Vorbereitung auf ihre Matura (das österreichische Abitur) erwarb sie sich die ersten Grundlagen über den Nahostkonflikt. Noch als Schülerin schrieb sie dem damaligen libanesischen Präsidenten Amin Gemajel einen Brief – er antworte und mit der Zeit entwickelte sich eine persönliche Freundschaft zwischen den beiden.

Karin Kneissl studierte Jura und Arabistik in Wien, mit nur 23 Jahren promovierte sie – an der Hebräischen Universität in Jerusalem und an einer Universität in Amman. 1990 trat sie in den diplomatischen Dienst im österreichischen Außenministerium ein.

Danach arbeitete sie unter anderem als freie Journalistin und Lektorin an diversen Hochschulen und Akademien. Als Publizistin war Kneissl bekannt für ihre klaren Worte und kontroversen Aussagen.

Ein Nebensatz als Stein des Anstoßes

Bei der strittigen Äußerung handelt es sich um einen Nebensatz in Kneissls 2014 veröffentlichtem Buch „Mein Naher Osten“, in dem sie über ihre Erfahrungen im arabischen Raum und in Israel erzählt und das mit politischen Aussagen zum Nahen Osten und seinen Konflikten verbindet. Der Kontext ist die Erinnerung Kneissls an ihre Zeit an der Hebräischen Universität als junge Doktorandin 1988. Vierzig Jahre nach der Staatsgründung Israels war die Archivsperre im Büro des Premierministers aufgehoben worden und die junge Kneissl konnte als eine der ersten die Originalakten aus dem Umfeld David Ben-Gurions studieren, was sich für sie als „eine wahre Fundgrube“ erwies. Neben den Recherchen für ihre Doktorarbeit im Völkerrecht („Der Grenzbegriff der Konfliktparteien im Nahen Osten“) besuchte Kneissl aber auch einige Vorlesungen der Hebräischen Universität, darunter den Kurs von „Mosche Nissim, ein Nationalreligiöser [Israeli, Anmerkung der Redaktion], wie er im Buche steht“.

Ihre Erfahrung im Kurs mit dem bibelfesten Professor beschrieb sie als „Gehirnwäsche“: „Mir gefiel sein interdisziplinärer Zugang, zudem war er von allem, was er dozierte beziehungsweise beinahe predigte, tief überzeugt.“ Hier nun der strittige Satz: „Mehr als einmal fragte ich mich, wie ich reagiert hätte, wenn ich jüdische Vorfahren gehabt hätte. Wäre ich zum Beispiel im Land geblieben, hätte ich gar den Likud, also die Rechte gewählt? Der Unterricht und das gesamte Umfeld waren so ansprechend gestaltet, dass man sich als junger Mensch für diese Blut-und-Boden-Ideologie des Zionismus begeistern konnte.“

Und genau dieses vierteilige Bindestrichmonster „Blut-und-Boden-Ideologie“ hat die Nahostexpertin nun als Politikerin in die Bredouille gebracht. Der Begriff bezeichnet die Auffassung, dass ein Volk („Blut“) mit einem Staatsgebiet („Boden“) eine Einheit bildet. Im Dritten Reich wurde der Begriff zu einem zentralen Schlagwort, auch wenn er keine Erfindung des Nationalsozialismus ist. Auf Nachfrage erklärt Kneissl in der Politiksendung „Report“ des Österreichischen Rundfunks (ORF), dass ihre Beschreibung des Zionismus als „Blut-und-Boden-Ideologie“ keinesfalls im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus zu verstehen sei, sondern im Zusammenhang mit dem deutschen Nationalismus des 19. Jahrhunderts, durch den „Theodor Herzl, mit dem ich mich relativ eingehend in meiner Dissertation beschäftigt habe“, als Gründer der zionistischen Bewegung beeinflusst worden sei.

Durchweg differenzierte Expertin

Karin Kneissls Distanzierung von einem Vergleich des Zionismus mit dem Nationalsozialismus im ORF wirkt glaubwürdig, dennoch bleibt angesichts der Tatsache, dass sie den Zionismus in „Mein Naher Osten“ mit einem im Nationalsozialismus geprägten Begriff abwertet, ein schaler Nachgeschmack. Eine mehr als unglückliche Wortwahl jedenfalls – und dass österreichische, deutsche und israelische Medien in den letzten Wochen darüber berichtet haben, hat Kneissls Ansehen als Außenministerin sicherlich geschadet – noch bevor ihr bisheriger Karrierehöhepunkt als Außenministerin so richtig begonnen hat.

Dennoch wäre es falsch, Karin Kneissl – die sich als profunde Kennerin des Nahen Ostens in Österreich einen Namen gemacht hat – als Israelgegnerin zu bezeichnen. Im Allgemeinen ist sie eine durchweg differenzierte Expertin, die allerdings allein aufgrund ihres Werdegangs der arabischen Seite des Nahostkonflikts mehr abgewinnen kann als der israelischen. Nichtsdestotrotz hat die nunmehrige Politikerin „einen offenen Draht zu Israel und ist nicht dogmatisch“, wie es ein namentlich nicht genannter israelischer Beamter in der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“ ausdrückt.

Man darf also hoffen, dass eine österreichische Außenministerin, die den Nahen Osten durch und durch kennt, fließend Arabisch spricht und über Hebräischkenntnisse verfügt, bei aller berechtigten Kritik an ihren früheren Aussagen einen konstruktiven Beitrag zur europäischen Nahostpolitik leisten wird.

Von: Raffael Reithofer

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Thu, 11 Jan 2018 15:19:00 +0100
<![CDATA[Saudi lobt israelische Friedensbereitschaft]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/11/saudi-lobt-israelische-friedensbereitschaft/ LONDON (inn) – Der saudische Wissenschaftler Abdel-Hamed Hakim hat im Dezember Israel besucht. Was er dort erlebt hat, berichtete er im arabischsprachigen Programm der BBC. Der Blog Memri TV untertitelte den Clip für englischsprachige Nutzer – denn der Inhalt lässt aufhorchen.

„Die israelische Gesellschaft will Frieden“, sagte Hakim, der auf seiner Reise einen ehemaligen stellvertretenden Außenminister sowie Abgeordnete der Knesset und Aktivisten von Friedensorganisationen getroffen habe. „Die israelische Gesellschaft ist die einzige in der Region, in der die Bürger in der Wahlkabine ihren Wunsch nach Frieden ausdrücken können.“ Er habe sowohl Jerusalem als auch Ramallah besucht, berichtet Hakim. Man sei sich einig darin, dass mangelndes Vertrauen ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden sei. Friede sei nur über den Dialog zu erreichen.

Auf die Frage des TV-Moderators, ob Israel oder der Iran eine größere Bedrohung für Saudi-Arabien sei, antwortete Hakim, Saudi-Arabien habe einen starken politischen Kurs eingeschlagen, um die arabische Rolle in der Region zu stärken, und um den Nazi-Kurs des iranischen Regimes zu kontern. Das iranische Regime benutze die Religion des schiitischen Islam, um arabische Gesellschaften zu infiltrieren und die Region in „Arenen für Bürgerkriege“ zu verwandeln. Im Westjordanland und in Ramallah habe er die „erbärmlichen“ Lebensumstände der Palästinenser gesehen. Es müsse damit aufgehört werden, einen falschen Sieg in Gaza auszurufen. Das Blut, das dort vergossen werde, würde vom schiitischen Islam für die politischen Ziele des Iran instrumentalisiert. „Das ist ein falscher Sieg, und er wird erreicht über die Leichen der Palästinenser“, sagte Hakim.

Hakim ist Manager des Nahöstlichen Instituts für strategische und juristische Studien.

Von: mb

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Thu, 11 Jan 2018 15:01:00 +0100
<![CDATA[„Keiner kannte Jerusalem so gut wie er!“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/11/keiner-kannte-jerusalem-so-gut-wie-er/ Ein Portrait von Marcell Serr]]> „Es gab unter den europäischen Siedlern seiner Zeit im Lande keine zweite ähnlich hervorragende Persönlichkeit, niemanden, dessen Beitrag zur lokalen Erforschung von Jerusalem und dessen Umgebung dem seinen gleichgekommen wäre“, schreibt der israelische Historiker Haim Goren über Conrad Schick (1822–1901).

Als Architekt, Altertumswissenschaftler, Archäologe, Kartograph und Modellbauer hat Schick Jerusalem im ausgehenden 19. Jahrhundert wie kaum ein Zweiter geprägt.

1822 im württembergischen Bitz geboren, schlug Schick in jungen Jahren den Weg zum Missionar ein. In einer pietistischen Bildungseinrichtung in Korntal erlernte er neben Latein auch handwerkliche Fähigkeiten, die ihm zeitlebens zugutekommen sollten. Anschließend schloss sich Schick der Pilgermission St. Chrischona an, die 1840 von Christian Friedrich Spittler gegründet worden war.

Dieser sandte Schick mit 24 Jahren nach Jerusalem, um dort ein Brüderhaus zu etablieren (1846). In der Anfangszeit hielt er sich mit dem Bau und Verkauf von Kuckucksuhren über Wasser. Allerdings erwies sich dieses wirtschaftliche Konzept als wenig tragfähig im Heiligen Land.

Da sich Schick verliebt hatte und Spittler seinen Missionaren verordnet hatte, zölibatär zu leben, trat er 1850 der Londoner Judenmissionsgesellschaft bei. Fortan engagierte sich Schick in deren „Industriehaus“ – einer Handwerksschule für jüdische Jugendliche, dessen Direktor er 1857 wurde. Die Bildungseinrichtung befand sich auf dem Gelände der anglikanischen Christ Church, gegenüber der Jerusalemer Zitadelle in der Altstadt. Sein neuer Arbeitgeber erkannte rasch das Potenzial Schicks und ließ ihm viel Raum zur Entfaltung. Dieser glückliche Umstand ermöglichte Schicks einzigartigen Werdegang in Jerusalem.

„Strebsam und exakt“

In den 1860er Jahren stieg Conrad Schick zu dem lokalen Kenner der Topographie und Archäologie Jerusalems auf. So war er der natürliche Ansprechpartner für Charles W. Wilson (1836–1905), der zwei große Forschungsexpeditionen in Jerusalem durchführte. Wilson schrieb über Schick: „Überhaupt war er strebsam und exakt, und seine Kenntnis der natürlichen Topographie der Erdoberfläche, auf der die Stadt steht, war in vieler Hinsicht einzigartig.“ Schick kannte jede Ecke der Stadt und war daher mit Vermessungs- und Ausgrabungstechniken vertraut. Er sprach sowohl Englisch als auch Arabisch und kannte die einheimische Bevölkerung – der optimale Partner vor Ort.

Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Wilson entstand Schicks enge Kooperation mit dem britischen Palestine Exploration Fund (PEF), in dessen Zeitschrift er in den nächsten Jahren rund 200 Artikel veröffentlichte. Dabei war Schick kein Gelehrter im klassischen Sinne. Durch fleißiges und unermüdliches Selbststudium wurde er zu einem begabten Vermesser, Architekten und Forscher.

Ende der 1860er Jahre begann Schick nicht nur über Archäologie zu schreiben, sondern selbst Ausgrabungen durchzuführen. Er war der erste, der die Ruinen des Muristan systematisch untersuchte (im Umfeld der heutigen Erlöserkirche). Schicks Sachkenntnis führte auch dazu, dass er bei einer Reihe spektakulärer Entdeckungen beteiligt war, beispielsweise 1880 beim Fund der Siloah-Inschrift im Hiskia-Tunnel (Davidsstadt).

(Über-)motivierter Hobbyarchäologe?

Da Ausgrabungen in Jerusalem schon im 19. Jahrhundert politisch und religiös heikel waren, bemühte sich Schick jede Gruben- und Fundamentarbeit für Neubauten zu begleiten. So gab es Ende des 19. Jahrhunderts kaum ein archäologisches Projekt in Jerusalem, an dem Schick nicht auf die ein oder andere Weise beteiligt war.

Zuweilen schoss Schick bei seinen archäologischen Interpretationen allerdings über das Ziel hinaus. Wilson bemängelte, dass der Hobby-Ausgräber bei seinen Zeichnungen und Berichten gelegentlich nicht zwischen dem unterschied, was er tatsächlich sah, und was er zu finden erhoffte. So identifizierte Schick beispielsweise eine Mauer, die im Muristan, unweit der Grabeskirche entdeckt worden war, als Teil der Stadtbefestigung zu Zeiten Jesu.

Die deutschen Vertreter bezweifelten Schicks Urteil nicht, und so legte man beim Bau der deutsch-protestantischen Erlöserkirche (1893–98) den Grundstein symbolkräftig auf die vermeintliche Stadtmauer. Zur Einweihung des Gotteshauses am Reformationstag 1898 ließ es sich Kaiser Wilhelm II. nicht nehmen, persönlich nach Jerusalem zu reisen.

Rund 70 Jahre später sollten die Ausgrabungen des Deutschen Evangelischen Instituts des Heiligen Landes (DEI) ergeben, dass die fragliche Mauer in das 4. Jahrhundert nach Christus datiert – also viel zu jung war, um aus der Zeit Jesu zu sein.

Königlicher Modellbauer

Neben der altertumswissenschaftlichen Perspektive agierte Schick auch als Vermesser und Kartograph des zeitgenössischen Jerusalems. In Verbindung mit seinem Interesse an der Topographie sowie seinem Talent als Schreiner führte dies zu seinen einzigartigen Modellbauten. Sie verhalfen Schick zu weltweitem Ruhm – nicht zuletzt, weil sie aus Einzelteilen bestanden und daher leicht transportiert werden konnten.

Schicks Modelle waren nicht nur zum Anschauen – oft ließen sich die Dächer und Böden abnehmen und der Betrachter konnte das darunter Verborgene bestaunen. Besondere Erwähnung verdienen Schicks Modelle der Grabeskirche – unter anderem Auftragsarbeiten des osmanischen Gouverneurs und des Königs von Württemberg, der Schick für seine Modellbaukunst sogar einen Orden verlieh.

Darüber hinaus fertigte Schick Modelle des Felsendoms und des gesamten Tempelbergs an, die auch auf der Weltausstellung in Wien 1873 präsentiert wurden. Auch hier war es möglich, Bauten anzuheben und das Unterleben des gesamten Tempelbergs zu ergründen. Einige Schick-Modelle sind heute in der Christ Church, dem Paulus-Haus und dem DEI in Jerusalem zu besichtigen.

1877 zählte Schick zu den ersten Mitgliedern des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas, der nach Vorbild des PEF gegründet worden war. Bis zu seinem Tod veröffentlichte er regelmäßig in der Vereinszeitschrift ZDPV. Der Großteil seiner Artikel beschäftigte sich mit archäologischen Entdeckungen in Jerusalem und der Umgebung. Auch wenn sich nicht alle Theorien Schicks bewahrheitet haben, so genießt seine Forschung im Bereich der Kartographie Jerusalems bis heute einen hohen Stellenwert.

Außerdem berichtete er von der aktuellen Lage im Heiligen Land – von der Landwirtschaft bis hin zu den diversen Siedlungsprojekten in Palästina. 1886–87 verfasste Schick eine Artikelserie unter dem Titel „Sonst und Jetzt: Die Veränderungen in Jerusalem und dem Heiligen Lande in den letzten 50 Jahren“. In dieser weitgehend in Vergessenheit geratenen Serie beschreibt Schick die Entwicklung „seiner“ Stadt und vermittelt damit dem heutigen Leser einen lebendigen Eindruck von Jerusalem im 19. Jahrhundert.

Ferner setzte Schick sich als Architekt ein Denkmal in Jerusalem. Er war unter anderem am Bau des Lutherischen Gästehauses in der Altstadt, des Syrischen Waisenhauses, Talitha Kumi, des Neuen Tors zur Jerusalemer Altstadt, des Aussätzigenasyls Jesushilfe und seiner eigenen Residenz in der Prophetenstraße, des Tabor-Hauses, beteiligt. Außerdem war er maßgeblich an der Planung des Mea-Schearim-Viertels beteiligt, wo heute in erster Linie ultra-orthodoxe Juden leben.

Von allen verehrt

Seine letzte Ruhestätte fand Schick am 23. Dezember 1901 gemeinsam mit seiner Frau Friederike, die wenige Tage nach ihm starb, auf dem anglikanisch-preußischen Friedhof auf dem Zionsberg. Dr. Percy d'Erf Wheeler, ein Missionar, der die britischen Krankenhäuser in Jerusalem leitete, erklärte bei der Trauerfeier: „Kein Zeitgenosse kannte Jerusalem so gut wie er.“

Als Schick 1896 für seinen 50-jährigen Aufenthalt und sein Engagement in Jerusalem geehrt wurde, entgegnete er: „Mein Tun war nichts, außer Fehler zu machen. Es ist der Herr, der alles getan und ermöglicht hat. Sein Name sei gelobt.”

Dies zeigt, dass Schick in erster Linie ein gläubiger Christ war. Respekt genoss er dafür von allen Seiten. An seinem Begräbnis nahm eine große Trauergemeinschaft teil. In der hebräischen Presse hieß es: „Er wurde von allen Einwohnern Jerusalems geliebt und verehrt – unabhängig von der Religion – von Juden, Muslimen und Christen zugleich.“

Marcel Serr ist Politikwissenschaftler und Historiker. Von 2012 bis März 2017 lebte und arbeitete er in Jerusalem – unter anderem als wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der israelischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Militärgeschichte des Nahen Ostens.

Von: Marcel Serr

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Thu, 11 Jan 2018 14:58:00 +0100
<![CDATA[Israel sendet Hilfe nach Sambia]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/11/israel-sendet-hilfe-nach-sambia/ Israels größtes Krankenhaus Scheba in Ramat Gan hat am Freitag zwei Mediziner und einen Wassertechniker ins cholerageplagte Sambia gesendet. Über 60 Menschen sind dort seit dem Ausbruch der Krankheit im November 2017 gestorben. Mehr als 2.500 sind infiziert. Am Donnerstag soll eine zweite Delegation aus Israel in Sambia ankommen, wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet. „Die innnovative medizinische Expertise und Vorgehensweise unserer Mitarbeiter soll der Hilfe von Menschen aus Sambia gewidmet werden und so viele Leben wie möglich vor dem tragischen Ausbruch der Cholera bewahren“, sagte Scheba-Generaldirektor Jitzchak Kreiss.

Von: jea

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Thu, 11 Jan 2018 13:54:00 +0100
<![CDATA[Schabak: Mehr Sicherheitsvorfälle im Dezember]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/11/schabak-mehr-sicherheitsvorfaelle-im-dezember/ Die Zahl der „Sicherheitsvorfälle“ hat sich im Dezember gegenüber den Vormonaten verdreifacht. Das besagt eine Statistik des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schabak. Demnach kam es im Dezember zu 249 Vorfällen, gegenüber 84 im November und 71 im Oktober. Zu den Vorfällen gehören zwei Messerangriffe – bei einem wurde ein Wachmann schwer verwundet. In 219 Fällen geht es um das Werfen von Molotov-Cocktails auf Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Aus Sicht des Leiters des Schabak, Nadav Argaman, hat die Jerusalem-Entscheidung der USA am 6. Dezember zu der Erhöhung der Vorfälle beigetragen. Argaman erwartet für das kommende Halbjahr eine „hochgradig unruhige Phase“.

Von: df

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Thu, 11 Jan 2018 11:43:00 +0100
<![CDATA[100 Euro Strafe wegen Israel-Flagge]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/11/100-euro-strafe-wegen-israel-flagge/ Zwei Österreicher sollen 100 Euro Strafe zahlen oder wahlweise zwei Tage in Haft verbringen. Der Grund: Sie hatten am Rande einer anti-israelischen Demonstration im Dezember eine Israel-Flagge enthüllt, um ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat zu zeigen. Laut einer Strafverfügung der Landespolizeidirektion Wien sei dies äußerst provokant gewesen und habe „erheblichen Unmut und Provokationen unter den anwesenden palästinensischen Protestanten [sic!] erzeugt“. Einer der Beschuldigten will sich einen Rechtsbeistand suchen, berichtet die Zeitung „Der Standard“. Kritik an dem Strafbefehl kommt von der Jüdischen HochschülerInnenschaft (JÖH) und der Sicherheitssprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein.

Von: mb

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Thu, 11 Jan 2018 11:07:00 +0100
<![CDATA[Nachrichten vom 11. Januar 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/01/11/nachrichten-vom-11-januar-2018/ Thu, 11 Jan 2018 10:04:00 +0100 <![CDATA[Niederländischer Außenminister gegen BDS]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/10/niederlaendischer-aussenminister-gegen-bds/ Die niederländische Regierung will die anti-israelische Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) ebenso bekämpfen wie Antisemitismus. Das hat Außenminister Halbe Zijlstram am Mittwoch bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem versichert, wie die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ berichtet. Rivlin hatte zuvor gesagt: „Wir schätzen sehr den Umgang Ihrer Regierung mit Antisemitismus. Ich möchte auch betonen, dass BDS mancherorts Teil der Antisemitismuswelle ist.“ Die beiden Politiker sprachen zudem über die Bedrohung, die vom Iran ausgeht.

Von: eh

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Wed, 10 Jan 2018 15:50:00 +0100
<![CDATA[Protest gegen Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/10/protest-gegen-abschiebung-afrikanischer-fluechtlinge/ TEL AVIV (inn) – Aktivisten haben am Dienstagabend in Tel Aviv gegen die Abschiebung eritreischer und sudanesischer Migranten demonstriert. Die rund 200 Menschen gerieten laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ in ein Handgemenge mit Gegendemonstranten, welche die geplante Maßnahme der israelischen Regierung unterstützen.

Die Demonstration fand im Süden Tel Avivs statt, wo die Polizei die Straßen abgesperrt hatte. Seit der Bekanntgabe des Regierungsplans, die Migranten abzuschieben, hat sich dieser Teil der Stadt zum Zentrum des Protests und Gegenprotests entwickelt. Der Sprecher der Aktivisten, Jigal Rambam, erklärte: „Wir sind Pluralisten, 35.000 Menschen aus Afrika werden euch nicht stören.“ Israel habe schwarze Menschen noch nie gemocht. Rambam warf den Gegendemonstranten vor, gegen schwache Menschen ohne sozialen Status zu kämpfen: „Das ist eine Schande.“

Die Aktivisten wurden bei ihrem Protest von einigen Migranten unterstützt, welche die Abschiebung betrifft. „Yediot Aharonot“ zitiert einen Mann aus Eritrea namens Johnny: „Ich kann nicht in mein Land zurück. Wenn ich nach Schweden gehen könnte, würde ich das tun. Aber ich bin hier, weil ich keine Wahl habe. Lasst mich in Israel sein, weil ich sonst nirgendwo sein kann.“ Als Grund, nicht zurückzukönnen, gab er an, dass in seiner Heimat ein Diktator an der Macht sei.

Gegendemonstranten unterstützen Regierung

Die Gegendemonstranten nennen sich „Befreiungsfront von Süd-Tel Aviv“. Migranten wie Johnny werfen sie vor, Feiglinge zu sein, die Familie zurückzulassen und nicht für das eigene Land zu kämpfen. Die Position dieser Gruppe drückte ihre Sprecherin Scheffi Pas aus: „Wir kämpfen für die Regierung, um die Eindringlinge abzuschieben und um ihr Zeit für ihre Maßnahmen zu verschaffen.“ Die Befreiungsfront wolle jetzt ihre Kräfte auf die Wiederherstellung der Nachbarschaften und den Kampf gegen Menschen konzentrieren, die Asylsuchende in Tel Aviv unterstützen.

Durch die früher eher durchlässige südliche Grenze Israels sind etwa 27.000 Eritreer und 7.700 Sudanesen eingewandert. Zahlreiche dieser Migranten haben sich im Süden Tel Avivs angesiedelt. Das führte teilweise zu Vorbehalten unter den dort lebenden Israelis. Wegen der Masseneinwanderung hat das Land an der Grenze zu Ägypten einen Sicherheitszaun gebaut, der den Strom stoppte.

Geld und ein Flugticket nach Hause

Vergangenen Mittwoch hatte die Regierung den afrikanischen Migranten, die illegal in Israel leben, zum einen Geld für die Ausreise geboten. Umgerechnet rund 3.000 Euro und ein freies Flugticket in ihre Heimat oder ein Drittland sollen die Migranten bekommen. Zum anderen drohte die Regierung denjenigen mit Gefängnisstrafen, die sich ab April noch im Land aufhalten. Eine Großzahl dieser afrikanischen Migranten gibt als Grund der illegalen Einwanderung die Flucht vor dem Krieg, Verfolgung oder wirtschaftliche Not an. Israel behandelt die meisten der Migranten als Wirtschaftsflüchtlinge.

UN setzen auf Europa

Die Vereinten Nationen (UN) haben Israel aufgefordert, diesen Plan nicht umzusetzen und bieten stattdessen ihre Hilfe bei der Umsiedlung der Migranten an. Wie die Vertretungsstelle der UN für Flüchtlinge am Dienstag mitteilte, könnten einige dieser Migranten auf Europa und andere Länder der Welt verteilt werden. „In Europa haben Eritreer eine hohe Anerkennungsrate als Flüchtlinge, die vor Krieg und Verfolgung fliehen“, sagte der Hohe Kommissar der UN für Flüchtlinge, William Spindler.

Als Drittländer, in die Israel die Migranten abschieben will, haben Menschenrechtsgruppen Ruanda und Uganda ausgemacht. Beide Länder teilten vergangenen Freitag mit, dass sie bislang keinerlei Abmachungen mit Israel hätten, wonach sie afrikanische Flüchtlinge bei sich aufnehmen würden.

Von: mm

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Wed, 10 Jan 2018 12:03:00 +0100
<![CDATA[Netanjahu: Der Iran bedroht die ganze Welt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/10/netanjahu-der-iran-bedroht-die-ganze-welt/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat am Dienstag in Jerusalem die gemeinsamen Werte zwischen Israel und der NATO betont. Bei einem Arbeitsessen mit Botschaftern von Ländern, die dem Verteidigungsbündnis angehören, sagte er, die Zusammenarbeit mit der NATO sei „natürlich“, da Israel die einzige Demokratie in der Region sei.

Zu dem Treffen hatte der griechische Botschafter in Israel, Bikas Konstantinos, geladen. Auch er betonte nach Angaben des israelischen Außenministeriums die „großartige“ Zusammenarbeit. Netanjahu sagte, Israel habe durch seine Geheimdienstarbeit dabei geholfen, zahlreiche Terroranschläge in Europa zu verhindern.

Gemeinsam gegen Islamismus

Insbesondere helfe der jüdische Staat dabei, der Bedrohung durch den radikalen Islam zu begegnen. Dies gelte für den Kampf gegen den Islamischen Staat auf der Sinai-Halbinsel, aber auch für die Bedrohung durch den Iran. Das iranische Regime, betonte Netanjahu, wolle den militanten Islam in alle Welt exportieren. Dies betreffe auch Länder in Europa.

Vor diesem Hintergrund bat Netanjahu die Anwesenden, die Kooperation mit Israel zu verstärken. „Ein Angriff des radikalen Islam, aus welcher Richtung auch immer, auf irgendeine unserer Demokratien ist ein Angriff auf alle Demokratien.“

Israel ist kein Mitglied der NATO, aber ein Partner. Erst im November kam ein Abkommen zustande, in dem es um den Austausch von Geheimdienstinformationen geht. Seit September 2016 ist Israel mit einem ständigen Büro am NATO-Hauptsitz in Brüssel vertreten.

Von: df

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Wed, 10 Jan 2018 11:55:00 +0100
<![CDATA[Rabbi durch Schüsse ermordet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/10/rabbi-durch-schuesse-ermordet/ NABLUS (inn) – Palästinensische Angreifer haben am Dienstagabend in Samaria einen israelischen Autofahrer erschossen. Der 35-jährige Rasiel Schevach war in der Nähe des Außenpostens Havat Gilad bei Nablus unterwegs, als 22 Kugeln auf ihn abgefeuert wurden. Er wurde in ein Krankenhaus in Kfar Saba gebracht, konnte aber nicht wiederbelebt werden. Die Armee leitete eine Suche nach den Attentätern ein, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet.

Rasiel Schevach war Rabbi und Mohel, beschnitt also jüdische Knaben. Er hinterlässt seine Ehefrau Jael Schevach und sechs Kinder im Alter zwischen zehn Jahren und zehn Monaten. Der Rabbi arbeitete auch als Freiwilliger für den Rettungsdienst „Magen David Adom“. Die Witwe erzählte nach dem Anschlag, er habe sie noch angerufen und gesagt: „Man hat auf mich geschossen. Bestelle einen Krankenwagen.“ Sie ergänzte: „Ich bin immer noch entsetzt und erregt darüber, mit welcher Leichtigkeit man auf uns schießt.“

Der Knessetabgeordnete Bezalel Smotritsch (HaBeit HaJehudi) war am Abend in der Nähe des Tatortes unterwegs und hielt nach eigenen Angaben an, um zu helfen. „Herr Verteidigungsminister, das muss aufhören!“, appellierte er laut der Tageszeitung „Ma'ariv“ an Avigdor Lieberman. „Weisen Sie die Sicherheitskräfte an, mit strenger Hand zu agieren! Machen Sie den Palästinensern klar, dass sie für jede derartige Aktion einen hohen Preis zahlen müssen.“

Premierminister Benjamin Netanjahu kondolierte den Angehörigen in einer Mitteilung seines Büros. Er versicherte, die Sicherheitskräfte würden alles tun, um den „abscheulichen Mörder“ aufzuspüren.

Amerikanischer Botschafter: Klar, warum es keinen Frieden gibt

Die radikal-islamische Hamas indes bekundete Unterstützung für den Anschlag: „Wir preisen die heldenhafte Operation von Nablus, die eine Reaktion auf die Verstöße und Verbrechen der zionistischen Besatzung auf Kosten unseres Volkes im Westjordanland und in Jerusalem ist“, wird sie von der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zitiert.

Der US-Botschafter in Israel, Daniel Friedman, kritisierte auf Twitter die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA): „Ein israelischer Vater von sechs Kindern wurde letzte Nacht kaltblütig von palästinensischen Terroristen getötet. Die Hamas preist die Mörder und die PA-Gesetze werden ihnen finanzielle Belohnungen gewähren. Suchen Sie nicht weiter danach, warum es keinen Frieden gibt. Ich bete für die trauernde Familie Schevach.“

Deutsches Außenministerium: Wer den Anschlag begrüßt, schürt Gewalt

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte am Mittwochmorgen mit: „Der tödliche Anschlag gestern auf einen Bewohner eines israelischen Siedlungsaußenpostens im Westjordanland bestürzt uns sehr. Wir verurteilen diesen hinterhältigen Mord auf das Schärfste. Der Familie und den Angehörigen des Opfers gilt unser tiefstes Mitgefühl.“ Weiter heißt es: „Diejenigen, die dafür Verantwortung tragen oder diesen Anschlag begrüßen, schüren die Gewalt, die eine Lösung des Nahostkonflikts auf dem Verhandlungsweg erschwert.“

Der Rabbi wird am Mittwochmittag auf eigenen Wunsch in Havat Gilad beigesetzt.

Von: eh

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Wed, 10 Jan 2018 11:29:00 +0100
<![CDATA[Gold könnte Krebs bekämpfen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/01/10/gold-koennte-krebs-bekaempfen/ Israelische Forscher untersuchen, ob Gold Krebs bekämpfen könnte, weil es die Intensität der Strahlung erhöhen kann. Die Forscher zielen vor allem auf Krebs im Kopf- und Nackenbereich ab. „Ein Hauptproblem in der Behandlung von diesen Krebsformen ist ihr Widerstand gegen die traditionelle Strahlentherapie“, sagte der Leiter der Studie, Aron Popovzer. Etwa 40 Prozent der Patienten stürben, selbst nach agressiver Behandlung. Bei Versuchen mit Mäusen ist es den Forschern gelungen, dass sich kleine Partikel von Gold am Tumor festsetzten und dadurch die Strahlungskraft erhöhten. Nun planen die Forscher Versuche mit Menschen, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ meldet.

Von: jea

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Wed, 10 Jan 2018 10:56:00 +0100
<![CDATA[Mehr Israelis reisen ins Ausland]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2018/01/10/mehrisraelis-reisen-ins-ausland/ Im Jahr 2017 sind so viele Israelis wie nie zuvor ins Ausland gereist. Das Zentralbüro für Statistik verzeichnete 7,6 Millionen Ausreisen. Das sind etwa doppelt so viele wie im Jahr 2010 und 800.000 mehr als 2016. Vier Prozent der Ausreisen betrafen Israelis, die im Ausland leben. 2,2 Millionen Israelis verließen Israel im Jahr 2017 nur ein Mal. Das Durchschnittsalter der israelischen Reisenden beträgt 40 Jahre. 7,1 Millionen Ausreisen gingen über den Flughafen Ben-Gurion, über die Reiseziele machte das Zentralbüro am Dienstag keine Angaben.

Von: mh

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Wed, 10 Jan 2018 10:30:00 +0100
<![CDATA[Knesset verabschiedet Supermarkt-Gesetz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/09/knesset-verabschiedet-supermarkt-gesetz/ JERUSALEM (inn) – Bei der Frage der Ladenöffnungszeiten hat das israelische Innenministerium künftig das letzte Wort. Ein entsprechendes Gesetz hat die Knesset am frühen Dienstagmorgen mit knapper Mehrheit verabschiedet. Der Innenminister – derzeit Arje Deri von der strengreligiösen Schass-Partei – kann demnach städtische Regelungen kontrollieren und gegebenenfalls für ungültig erklären.

Das Gesetz enthält auch einige Ausnahmen. So ist das weitestgehend säkular geprägte Tel Aviv davon nicht betroffen. Auch Restaurants, Kaffeehäuser und Kneipen können geöffnet bleiben, ebenso Unterhaltungseinrichtungen wie Theater oder Konzerthallen. Dank eines Kompromisses dürfen auch Läden in Tankstellen am Schabbat öffnen. Ein Vorschlag, die Touristenhochburg Eilat auszunehmen, wurde am Sonntag abgewiesen.

Die Schass-Partei hatte den Gesetzesvorschlag eingebracht. Die Strengreligiösen nehmen schon länger Anstoß an den – aus ihrer Sicht – zahlreicher werdenden Verstößen gegen die Schabbat-Ruhe. So trat Gesundheitsminister Ja'akov Litzman Ende November zurück, weil die Regierung weiterhin Gleisarbeiten am Schabbat zulassen will. Im Gegenzug für die Ausnahmeregelungen in Tel Aviv hat die Knesset ebenfalls am Dienstag dafür gestimmt, dass Litzman als stellvertretender Gesundheitsminister weiterhin das Ministerium leiten kann.

List und Tücke

Die Opposition bemühte sich in der Debatte, die am Montagabend begann, die Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern. Sie versuchte es mit teils sinnlosen Verbesserungsanträgen, über die die Abgeordneten dann abstimmen mussten. An einer Stelle kam es zum Fauxpas: Ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag, Geschäfte für Küchenbedarf vom Gesetz auszunehmen, wurde angenommen, weil zwei Koalitionsabgeordete nicht anwesend waren. Der Koalitionsvorsitzende David Amsalem (Likud) musste den Innenausschuss einberufen, um den Vorschlag wieder aus dem Text zu nehmen.

Gegen ein Uhr nachts versuchte die Opposition, die Regierung kalt zu erwischen: Sie erkannte, dass sie im Plenum mehrheitlich vertreten war, schob die Debatte um die Verbesserungsvorschläge beiseite und drängte auf ein finales Votum. Justizministerin Ajelet Schaked (HaBeit HaJehudi) wehrte das Manöver ab, indem sie 40 Minuten aus der Unabhängigkeitserklärung vorlas, bis sich wieder genug Regierungsabgeordnete einfanden.

Politische Abstimmung

Auf diese Weise zog sich die Sitzung 15 Stunden und endete mit einem denkbar knappen Zuspruch von 58 zu 57 Stimmen. Die sechs Regierungsparteien stellen 67 von 120 Sitzen in der Knesset. Die Abgeordneten der Partei Israel Beiteinu verzichteten laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ geschlossen auf eine Zustimmung. Deren Vorsitzender, Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, sagte nach der Abstimmung, das Gesetz entfremde Menschen vom Judentum. „Das Judentum und die jüdische Tradition kennen keinen Religionszwang.“

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hatte vor der Abstimmung die Likud-Abgeordneten auf die politische Bedeutung des Gesetzes aufmerksam gemacht. „Wer gegen das Gesetz stimmt, ist für den Sturz der Regierung“, stellte er klar.

Die Vorsitzende der Oppositionspartei Meretz, Sahava Gal-On, zögerte nach der Verabschiedung nicht mit ihren Gegenmaßnahmen. Vor dem Obersten Gericht reichte sie noch am Dienstag eine Petition ein. Das Gesetz schränke die Religionsfreiheit der israelischen Bürger ein, die auch das Recht einschließe, nicht-religiös zu leben. „Es erlaubt dem Innenminister, der ganzen Nation seine Sicht aufzudrängen“, sagte sie laut der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Lose Handhabe

In Israel gibt es kein explizites Schabbat-Gesetz. Im Jahr 1951 legte die Knesset Arbeitszeiten und Ruhetage fest. Dieses Gesetz bestimmt den Schabbat als Ruhetag für jüdische Angestellte, für Muslime und Christen ist es der Freitag beziehungsweise der Sonntag.

Ansonsten ist es Kommunen erlaubt, einzelne Schabbat-Regelungen vorzunehmen. Verstöße dagegen werden jedoch selten geahndet: Zum Teil haben die Behörden keinen Überblick über Verstöße, oder sie gehen nur in Wohngebieten dagegen vor. Zum Teil nehmen Geschäfte die moderaten Strafgebühren in Kauf.

Von: df

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Tue, 09 Jan 2018 14:15:00 +0100
<![CDATA[Siamesische Zwillinge aus Gaza getrennt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/09/siamesische-zwillinge-aus-gaza-getrennt/ Saudische Ärzte haben am Sonntag siamesische Zwillinge aus dem Gazastreifen erfolgreich voneinander getrennt. Die Mädchen waren am Bauch und am Becken zusammengewachsen. Eines der Mädchen, Farah, war nach Angaben der Ärzte in Riad nicht lebensfähig, weil lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge nur rudimentär vorhanden waren. Sie wurde im Laufe des mehrstündigen Eingriffes für tot erklärt. Ihre Schwester Hanin habe die Operation hingegen überstanden, hieß es laut der Tageszeitung „Arab News“. Nach der Geburt im Oktober hatten Angehörige bei den israelischen Behörden den Antrag gestellt, für die komplizierte Operation nach Saudi-Arabien reisen zu dürfen.

Von: eh

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Tue, 09 Jan 2018 12:07:00 +0100
<![CDATA[Holocaust-Überlebende bekommt 100. Urenkelkind]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/01/09/holocaust-ueberlebende-bekommt-100-urenkelkind/ Ein israelisches Ehepaar freut sich über sein 100. Urenkelkind. Das Mädchen kam am Sonntag im Jerusalemer Scha'arei-Zedek-Krankenhaus zur Welt. Am Vortag war der 80 Jahre alte Urgroßvater Jehoschua Durchler wegen eines Magenleidens in die Klinik gebracht worden. Seine 79-jährige Ehefrau Rivka hat die Scho’ah in den Niederlanden überlebt. Drei Jahre wurde sie in den Häusern von Nichtjuden versteckt. Ihr Vater starb in Bergen-Belsen. 1945 wanderte sie ins Mandatsgebiet Palästina ein, wo sie Jehoschua kennenlernte. Die Beiden haben 14 Kinder und 120 Enkel, wie die Tageszeitung „Ma'ariv“ berichtet.

Von: eh

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Tue, 09 Jan 2018 11:09:00 +0100
<![CDATA[Hamdallah bittet Norwegen um Anerkennung „Palästinas“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/09/hamdallah-bittet-norwegen-um-anerkennung-palaestinas/ Der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Rami Hamdallah, hat Norwegen aufgerufen, „Palästina“ als Staat anzuerkennen. Seine Bitte trug er im Rahmen eines Treffens mit der norwegischen Außenministerin Ine Marie Eriksen Søreide am Montag in Ramallah vor. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. „Palästina“ solle laut Hamdallah Ostjerusalem als Hauptstadt haben. Eine solche Anerkennung würde die Zwei-Staaten-Lösung retten und eine klare Botschaft an die USA und Israel senden, dass es Unterstützung für diese Lösung gebe.

Von: mab

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Tue, 09 Jan 2018 11:01:00 +0100
<![CDATA[Britischer Außenminister Johnson für Jerusalem als gemeinsame Hauptstadt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/09/britischer-aussenminister-johnson-fuer-jerusalem-als-gemeinsame-hauptstadt/ Der britische Außenminister Boris Johnson hat sich am Montag in London mit seinem palästinensischen Amtskollegen Riad al-Malki getroffen. Dabei sprach sich der konservative Politiker laut Mitteilung seines Büros für Jerusalem als gemeinsame Hauptstadt von Israelis und Palästinensern aus. Johnson plädierte außerdem für die erneute Aufnahme von Friedensgesprächen mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung.

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Tue, 09 Jan 2018 10:51:00 +0100
<![CDATA[Herzog: Saudi-Arabien muss bei Jerusalem-Frage mitreden]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/01/09/herzog-saudi-arabien-muss-bei-jerusalem-frage-mitreden/ Saudi-Arabien muss bei der Jerusalem-Frage eine zentrale Rolle spielen, denn das Königreich beherberge die zwei heiligsten Orte des Islam. Das sagte der israelische Oppositionsführer Jitzchak Herzog am Dienstag in einem Interview der saudischen Tageszeitung „Elaph“. Der Avoda-Politiker betonte laut der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“ weiter, Jerusalem sei zwar unteilbar, doch genaue Stadtgrenzen könnten noch festgelegt werden.

Von: df

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Tue, 09 Jan 2018 10:46:00 +0100
<![CDATA[Mehr Angriffe aus dem Gazastreifen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/01/09/mehr-angriffe-aus-dem-gazastreifen/ Palästinenser im Gazastreifen haben 2017 insgesamt 35 Geschosse auf Südisrael abgefeuert. Das waren beinahe so viele Raketen und Granaten wie in den beiden Jahren zuvor zusammengerechnet. Als Reaktion beschoss die israelische Armee 59 Ziele im Gazastreifen. Im Westjordanland ist ein bedeutender Rückgang an Terrorangriffen zu verzeichnen. 2016 waren es 269, im vergangenen Jahr nur 99 Anschläge. Die Zahl der Verhaftungen ist hingegen um 15 Prozent gestiegen. Außerdem blieben Angriffe auf Menschenmengen wie der Lastwagenanschlag vor einem Jahr mit vier Toten bestehen, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ meldet. Die Gesamtzahl der Todesopfer betrug 2017 zwanzig Menschen.

Von: jea

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Tue, 09 Jan 2018 09:28:00 +0100