Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 21 May 2018 16:35:21 +0200 <![CDATA[Auf dem goldenen Pfad der Unabhängigkeit wandern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2018/05/21/auf-dem-goldenen-pfad-der-unabhaengigkeit-wandern/ Die israelische Küstenstadt Tel Aviv hat zum malerischen Strand, der vom Bauhaus-Stil geprägten Innenstadt, der blühenden Start-up-Szene, der lebendigen Nachtclub-Szene und den zahlreichen Märkten eine weitere touristische Attraktion hinzugewonnen: Seit dem 18. April können die Menschen aus aller Welt einem einen Kilometer langen goldenen Pfad folgen, um spielerisch israelischer Geschichte auf ihrem Weg durch die Stadt zu begegnen.

Der „Wanderweg der Unabhängigkeit“ führt den Interessierten in zehn Stationen von der Gründung der Stadt Tel Aviv im Jahr 1909 bis zu David Ben-Gurions Ausrufung der Unabhängigkeit des israelischen Staates im Jahr 1948. Die große Erkenntnis dieser praktischen, auch mit einem Eis in der Hand zu erledigenden Geschichtsstunde ist, in welcher kurzen Zeit die jüdische Einwanderergeneration des frühen 20. Jahrhunderts diesen Staat möglich gemacht hat.

Der goldene Weg, der durch den vier Kilometer langen Freiheitspfad (Freedom Trail) in Boston zur amerikanischen Revolution inspiriert wurde, startet auf dem Rothschild Boulevard 10. Dort steht die Nachbildung des ersten Kiosks, der im neugegründeten Tel Aviv 1909 errichtet wurde. 66 jüdische Familien riefen damals auf Sanddünen die Stadt ins Leben, die nach dem Roman „Altneuland“ des jüdischen Vordenkers Theodor Herzl benannt ist. Der Gründungsvater der zionistischen Bewegung beschreibt im Buch eine moderne jüdische Gesellschaft. Die ersten Bewohner waren allerdings gar nicht so sehr an dieser Utopie, sondern an ganz praktischen Einrichtungen wie Sanitäranlagen oder eben dem Kiosk interessiert, der sie mit den elementaren Artikeln versorgen konnte.

Mosaike des Propheten Jona

Eine richtige Pracht ist der zweite offizielle Punkt auf dem Weg, dessen goldener Ton nachts mit Lichtern zum Strahlen gebracht wird. Der Tel Aviver Künstler Nahum Gutman schuf den nach ihm benannten Mosaikbrunnen in den 1970er-Jahren. Da Tel Aviv zunächst ein Wohnviertel der Stadt Jaffa war, zeigen die farbigen Abbildungen Jahrtausende alte Geschichte: Neben dem Propheten Jona, der im Bauch des Wals zu sehen ist, gibt es auch den Hafen zu entdecken, wo Zedern aus dem Libanon für den Bau des Salomonischen Tempels in Jerusalem angeliefert wurden. Die Abbildungen reichen bis zur Unabhängigkeitserklärung Israels.

Wer sich die Zeit nimmt und an den sonnigen Tagen etwas Kühle sucht, ist gut beraten, wenn er sich gleich noch den in Sichtweite befindlichen Demokratie-Pavillon anschaut. Er gehört zwar nicht zu den offiziellen Stationen des Weges. Aber alle zehn Minuten gibt es dort kostenlos auf Hebräisch oder Englisch, je nach Präferenz der Besucher, eine 360-Grad-Videoshow zu sehen. Sie zeigt zu Ehren des 70. Unabhängigkeitstages die Evolution von Israel als demokratischer Staat. Auf den Bögen des Domes stehen Zitate aus der Unabhängigkeitserklärung.

Eines der letzten intakt gebliebenen Häuser des Jahres 1909 ist die Unterkunft von Akiva Arieh Weiss. Er war der erste Vorsitzende des Nachbarschaftsrates von Tel Aviv. Der Wanderweg zeigt den Besuchern als Stationen diverse Einrichtungen, die in den Anfängen den gesellschaftlichen Grundstein für Tel Aviv legten: das hebräische Herzlia-Gymnasium, welches die erste Oberschule des Landes war, auf der Hebräisch unterrichtet wurde; das 1926 errichtete Palatin Hotel, wo das erste Mal gegen das britische Mandat in Palästina demonstriert wurde; die Israel-Bank, auf dessen Gebäude, wo das Amt der britischen Einkommenssteuer saß, 1944 ein Anschlag der jüdischen Untergrundbewegung Irgun verübt wurde.

Große Synagoge unterstreicht jüdische Identität

Eine weitere Möglichkeit, sich abzukühlen und einfach mal inne zu halten, bietet die Große Synagoge von Tel Aviv. 1925 sollte der Bau die jüdische Identität der Stadt unterstreichen und religiöse mit säkular lebenden Juden vereinen. Neben dem Gebet oder dem Begehen von Feiertagen diente die Synagoge auch als Schutzraum für Opfer von Angriffen auf Juden.

Zwei kostenpflichtige Museen gibt es auf dem Pfad zu entdecken: Das Hagana-Museum erzählt von der gleichnamigen paramilitärischen Untergrundorganisation, aus der später die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte hervorgegangen sind. Das Museum befindet sich im historischen Zuhause von Elijahu Golomb, der die Hagana gründete. Damals war es das geheime Hauptquartier der Organisation. Das andere Museum ist der Unabhängigkeitssaal, der die letzte Station des Rundgangs darstellt. Der erste Bürgermeister Tel Avivs, Meir Dizengoff, verwandelte sein Zuhause 1930 in das Kunstmuseum der Stadt. Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion hier die Unabhängigkeit des israelischen Staates aus. Die Räumlichkeiten waren so bescheiden, dass das Philharmonische Orchester, das anschließend die Nationalhymne einspielte, im Stockwerk über dem Museumssaal untergebracht war.

Deutschsprachiges Erklärheft im Infocenter

„Es sind nicht die Häuser, Straßen oder Gärten, welche eine Stadt darstellen – sondern die Qualität ihrer Bewohner: die Sprache, die Liebe zur Arbeit und für das Schaffen, die Gleichheit, die Freiheit, der Glaube an unsere Kraft und der Wunsch, ein Leben in Würde und Eigenständigkeit zu führe.“ Das sagte Bürgermeister Dizengoff, der insgesamt 25 Jahre dieses Amt inne hatte und dessen Statue eine weitere Station des Weges ist, über seine Hoffnungen zum zukünftigen israelischen Staat. Dieses geglückte Streben lässt sich auf dem Wanderweg durch die Stadt eigentlich an jeder Ecke erfolgreich nachprüfen.

Am Informationscenter auf dem Rothschild Boulevard gibt es kleine Erklärhefte zum Wanderweg in acht Sprachen, darunter auch Deutsch. Für den Juni ist auch eine interaktive App für Smartphones angekündigt. Zweimal in der Woche gibt es von der Stadt aus organisierte Touren, bei denen die Besucher mitmachen können. Eine Empfehlung ist zum Beispiel auch, die neue Tom-Segev-Biografie über Staatsgründer David Ben-Gurion in den Wanderpausen quer zu lesen. Sie führt nochmal vor Augen, mit welchen Unwägbarkeiten sich die Gründer des späteren jüdischen Staates auseinanderzusetzen hatten. „Diese Stadt war ein Experiment. Sie war eines der wichtigsten Experimente in der 2.000-jährigen Geschichte der jüdischen Diaspora“, sagt der heutige Tel Aviver Bürgermeister Ron Huldai. Die Stadt sei der erste Schritt einer Erneuerung der Souveränität des jüdischen Volkes in seiner Heimat gewesen.

Von: Michael Müller

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Mon, 21 May 2018 12:39:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser im Gazastreifen entzündet sich selbst]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/20/palaestinenser-im-gazastreifen-entzuendet-sich-selbst/ Ein Palästinenser im Gazastreifen hat sich in der Nacht zum Sonntag selbst angezündet und fügte sich damit leichte Verletzungen zu. Passanten konnten Schlimmeres verhindern. Der 22-Jährige Angestellte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) beklagt Lohnausfälle und die damit verbundene Armut. Seine Frau erwartet das dritte Kind.

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Sun, 20 May 2018 14:01:00 +0200
<![CDATA[Zwei Palästinenser infolge von Schussverletzungen gestorben]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/19/zwei-palaestinenser-infolge-von-schussverletzungen-gestorben/ Zwei Palästinenser sind am Samstag infolge ihrer Schussverletzungen vom Anfang der Woche gestorben. Das teilte das Hamas-Gesundheitsministerium mit. Damit erhöht sich die Zahl der in dieser Woche Getöteten auf 64. Am Freitag haben etwa 1.000 Palästinenser die Proteste am Grenzzaun fortgesetzt, wie die israelische Armee mitteilte.

Von: df

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Sat, 19 May 2018 13:17:00 +0200
<![CDATA[Menschenrechtsrat für Gaza-Untersuchung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/18/menschenrechtsrat-fuer-gaza-untersuchung/ Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) will das Vorgehen der israelischen Armee am Gaza-Grenzzaun untersuchen. 29 Länder stimmten am Freitag für einen entsprechenden Ausschuss; die USA und Australien waren die einzigen Länder, die dagegen stimmten. 14 Länder enthielten sich des Votums, darunter Deutschland, Großbritannien und die Schweiz. Israel wies die Entscheidung zurück und warf dem UNHRC Heuchelei und Voreingenommenheit vor. Zweck der Untersuchung sei die Dämonisierung des jüdischen Staates. Man werde nicht mit dem Ausschuss zusammenarbeiten.

Von: df

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Fri, 18 May 2018 19:39:00 +0200
<![CDATA[Ein besonderes Geschenk von Gott]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/18/ein-besonderes-geschenk-von-gott/ „Ich glaube, dass die Bibel das beste Geschenk ist, das Gott den Menschen jemals gegeben hat.“ Diesen Satz des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln zitiert die jüdische Webseite „Aish.com“ im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wochenfest Schawuot. Denn es erinnert an die Gabe der Tora am Berg Sinai. Nach der jüdischen Überlieferung hatte Gott sie zuvor der gesamten Menschheit angeboten. Doch die anderen Völker verweigerten die Annahme. „Sie waren nicht bereit, von ihren Geboten gebunden oder von ihren Werten geführt zu werden“, merkt „Aish“ an.

Dabei betont das Portal die Vorzüge der Tora: „Kein anderes Gesetzbuch vermischt so künstlerisch Gesetze mit Geschichten, Regeln und Richtlinien mit den Leben historischer Persönlichkeiten.“ Der kraftvolle Einfluss der Tora liege in der Stärke der Beispiele der „Giganten unserer Vergangenheit“. „Die Erzählungen der Tora sind die notwendigen Illustrationen für die Möglichkeit ihrer Erfüllung.“

Biblische Anweisungen zum Fest

Die Bibel gebietet zu Schawuot: „Das Wochenfest sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte und das Fest der Lese, wenn das Jahr um ist.“ (3. Mose 34,22). Wenn die Bauern in Israel beginnen, den Weizen zu ernten, sollen die Juden also dieses Fest feiern. Auf Hebräisch heißt es „Chag HaSchawuot“ (Fest der Wochen). Der Name weist darauf hin, dass dieses Fest sieben Wochen nach Pessach begangen wird – am 6. und 7. Tag des Monats Siwan. Das ebenfalls genannte Fest der Lese ist im Herbst das Laubhüttenfest „Sukkot“.

Schawuot ist neben Pessach und Sukkot das dritte große Wallfahrtsfest. Dazu ist in 5. Mose 16,16–17 zu lesen: „Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist bei dir, vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die der HERR erwählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Wochenfest und zum Laubhüttenfest. Man soll aber nicht mit leeren Händen vor dem HERRN erscheinen, sondern ein jeder mit dem, was er zu geben vermag, nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.“

Die Bibel betont ferner, dass Juden an Schawuot keine Arbeit verrichten sollen – sie stellt das Fest in direkten Zusammenhang mit dem wöchentlichen Ruhetag Schabbat: „Am siebenten Tag aber soll heilige Versammlung sein; da sollt ihr keine Dienstarbeit tun. Und am Tag der Erstlinge, wenn ihr das neue Speisopfer dem HERRN opfert, an eurem Wochenfest, soll heilige Versammlung sein; da sollt ihr keine Dienstarbeit tun.“ (4. Mose 28,25f.) In diesem Jahr beginnt das Fest am Abend des 19. Mai.

Den Schöpfer preisen

Eine biblische Bezeichnung lautet „Chag HaKatzir“ (Fest des Erntens), ein weiterer Name ist „Chag HaBikurim“ (Fest der ersten Früchte). Am Schawuot-Fest danken Juden ihrem Gott für die ersten Früchte, die sie in diesem Jahr ernten durften. An den landwirtschaftlichen Bezug erinnert bis heute der Brauch, die Synagogen mit Blumen und frischem Grün zu schmücken.

Die israelische Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ schreibt dazu, das Grün lehre eine geistliche und eine ethische Lektion. „Geistlich erinnert es uns daran, dass die Segnungen der Welt, die von Gott kommen, ein Hauptgrund sind, um den Schöpfer zu preisen. Vom ethischen Standpunkt her erinnert es uns daran, dass die wertvollen Gaben der Natur gefährdet und aufs Spiel gesetzt werden, wenn wir in unserer Generation es nicht schaffen, sie wertzuschätzen und zu kultivieren.“

Nächtliches Torastudium

Weil sie dankbar sind für die kostbare Tora, studieren viele orthodoxe Juden während der ersten Nacht des zweitägigen Festes Gottes Wort. Eine Erklärung dafür lautet, das Volk Israel habe geschlafen, als Gott ihm am Morgen des 6. Tages des jüdischen Monats Siwan die Tora geben wollte. Diese Versäumnis solle durch das nächtliche Bibelstudium korrigiert werden.

Schawuot ist mit seinen zwei Tagen kürzer als die beiden anderen Wallfahrtsfeste, die jeweils eine Woche währen. Dazu merkte der Dortmunder Rabbiner Baruch Babaev Anfang Mai in der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ an: „Einer der Gründe, warum Schawuot nicht wie Pessach oder Sukkot eine Woche dauert, ist, dass das Getreide in der Zeit des Schawuotfestes reift und geschnitten werden muss.“

So erkläre sich auch der Brauch, warum das Buch Ruth ausgerechnet an diesem Fest gelesen wird, schrieb Rabbi Babaev weiter. „Es war nämlich die Zeit um Schawuot, als die mittellose Ruth auf Geheiß ihrer Schwiegermutter auf dem Feld von Boas die Nachlese mit anderen Armen sammelte. Dort wurde Boas auf sie aufmerksam und heiratete sie schließlich.“ Der berühmte Urenkel des Paares, König David, kam nach der Überlieferung am Schawuotfest auf die Welt kam und starb 70 Jahre später auch an einem Schawuotfest. Die Moabiterin Ruth hatte den jüdischen Glauben angenommen. Eine weitere Erklärung für die Verbindung zum Buch Ruth lautet deshalb, das Volk Israel sei mit der Annahme der Tora am Sinai geschlossen zum Judentum übergetreten.

Am Fest essen Juden traditionell Milchprodukte, dazu gehört der Käsekuchen. Im biblischen Hohenlied (4,11) heißt es: „Von deinen Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“ Jüdische Ausleger beziehen dies auf die Tora. Der Zahlenwert des hebräischen Wortes für „Milch“, „Chalaw“, ist 40. Dies erinnert an die 40 Tage und Nächte, die Mose auf dem Sinai verbrachte, bevor er dem Volk die Gebote übergeben konnte. Ferner ist überliefert, dass die Juden am Sinai alle Gebote und damit auch die Speisegesetze auf einmal erhielten. Da die Trennung von Fleisch und Milch für sie neu war, aßen sie vorsichtshalber anfangs nur Milchspeisen.

Dieses Jahr: Zeitgleich mit Pfingsten

Auch im Neuen Testament spielt das Wochenfest eine wichtige Rolle. Sieben Wochen nach dem Passahfest hatten sich zahlreiche Juden aus vielen Ländern in Jerusalem versammelt, um Schawuot zu feiern. Deshalb hatte Petrus bei seiner Pfingstpredigt (Apostelgeschichte 2) so viele Zuhörer – und eine große Zahl von ihnen ließ sich taufen, nachdem sie das Evangelium in einer für sie verständlichen Sprache gehört hatten. Demnach danken auch Christen an Pfingsten in gewisser Weise für Gottes Wort, das sie wie die Juden als besonderes Geschenk betrachten. In diesem Jahr fallen die beiden Feste zusammen. Muslime begehen zudem die ersten Tage ihres Fastenmonats Ramadan.

Von: Elisabeth Hausen

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Fri, 18 May 2018 13:41:00 +0200
<![CDATA[Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff in Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/18/sachsen-anhalts-ministerpraesident-haseloff-in-israel/ JERUSALEM (inn) – Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hat am Donnerstag einen sechstägigen Besuch in Israel beendet. Die Reise sei sehr wichtig gewesen, gerade in Zeiten, in denen viele zurückhaltend seien, erklärte der CDU-Politiker laut einer Mitteilung des Landesportals Sachsen-Anhalt.

„Gerade zum 70. Jahrestag der Gründung Israels ist es gut, dass wir die Kontakte pflegen und ausbauen.“ Es sei von großer Bedeutung, die Zusammenarbeit und die Begegnung zu unterstützen. Dadurch verbessere sich auch das Verständnis füreinander, so Haseloff. Bei seinem Besuch wurde Haseloff von der Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch, sowie von Vertretern aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung begleitet.

Entwicklung von Roboterarmen

Am Montag, dem 70. Jahrestag der Gründung Israels, war die Delegation zu Gast am Technion in Haifa. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die älteste Hochschule Israels wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ein erstes gemeinsames Projekt sei die Entwicklung von Roboterarmen für den Einsatz bei Tumor-Operationen.

Die deutsche Delegation informierte sich zudem über den Stand der Sanierung der Bauhaus-Häuser in Tel Aviv. Die Sanierung wird seit 2015 von der Bundesregierung gefördert.

In Jerusalem kamen Haseloff und Landtagspräsidentin Brakebusch mit israelischen Abgeordneten in der Knesset zusammen. Thema waren unter anderem die palästinensischen Massenproteste im Gazastreifen an der Grenze zu Israel. Der Ministerpräsident appellierte an alle Beteiligten, eine friedliche Lösung zu finden.

In der israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem informierten sich Haseloff und Brakebusch über das Projekt zur Digitalisierung der hier archivierten Dokumente der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Halberstadt. Die Akten wurden mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt ab 2015 digitalisiert und stehen online zur Verfügung.

Besuch in Yad Vashem

Zum Abschluss des offiziellen Programms besuchte die Delegation die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In der dortigen Internationalen Schule für Holocaust-Studien erhielt die Delegation einen Einblick in die weltweite Bildungsarbeit.

Von: dn

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Fri, 18 May 2018 13:19:00 +0200
<![CDATA[Schweizer Außenminister: UNRWA steht Frieden entgegen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/18/schweizer-aussenminister-unrwa-steht-frieden-entgegen/ BERN (inn) – Für den Schweizer Außenminister Ignazio Cassis ist das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) ein Hemmnis für den Frieden. Das Werk liefere „die Munition, den Konflikt weiterzuführen“, sagte der FDP-Politiker der „Luzerner Zeitung“ in einem Interview vom Donnerstag. So halte die UNRWA den Traum von der Rückkehr aufrecht; dies sei bei fünf Millionen palästinensischen Flüchtlingen jedoch „unrealistisch“.

Cassis stört sich auch am Begriff „Flüchtlinge“, der in diesem Fall nicht mehr zutreffe. „Wir sprechen von Familien der dritten Generation, die nicht in eigentlichen Lagern, sondern in Städten leben.“ Der 57-Jährige fordert daher eine grundsätzliche Beschäftigung mit der UNRWA. „Indem wir UNRWA unterstützen, halten wir den Konflikt am Leben. Es ist eine perverse Logik, denn eigentlich wollen alle den Konflikt beenden. Deshalb müsste die UNO-Generalversammlung sich wieder vertieft damit auseinandersetzen.“

Plädoyer für Integration

Die Entscheidung der USA, die Gelder für die UNRWA einzuschränken, ist für Cassis nachvollziehbar. Andere Fälle hätten gezeigt: „Fehlt das Geld, bewegt sich endlich etwas.“ Andererseits sei damit auch das Risiko verbunden, dass eine „Maschinerie“ zerfällt, die für Stabilität sorge. „Millionen von Palästinensern könnten auf die Straße gehen.“ Die Schweiz werde daher den USA in diesem Punkt nicht folgen. Sinnvoller sei es, Jordanien zu unterstützen, „um die Integration der palästinensischen Flüchtlinge zu fördern“.

Cassis war zu Beginn dieser Woche in Jordanien, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu verschaffen. Dabei legte er den Fokus laut „Luzerner Zeitung“ auf die 2,4 Millionen palästinensischen Flüchtlinge. In Jordanien leben zudem 660.000 syrische Flüchtlinge.

Die Schweiz ist mit umgerechnet 23 Millionen Euro der achtgrößte Geldgeber der UNRWA. Deutschland steht mit 61,3 Millionen Euro an dritter Stelle hinter den USA und der Europäischen Union.

Von: df

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Fri, 18 May 2018 12:46:00 +0200
<![CDATA[Über 100 Sprengsätze in sechs Wochen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/18/ueber-100-sprengsaetze-in-sechs-wochen/ In den vergangenen anderthalb Monaten haben Hamas-Aktivisten an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel mehr als 100 Sprengsätze gelegt. Das berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“ unter Berufung auf Angaben der Armee. Zudem haben Drohnen in dieser Zeit mehr als 150 Drachen heruntergeholt, die mit Brandsätzen oder Sprengkörpern bestückt waren und Israel treffen sollten. Das Militär will nun ein System entwickeln, das erkennt, wenn solche Branddrachen losgeschickt werden – ähnlich wie beim Abschuss von Raketen oder Granaten.

Von: eh

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Fri, 18 May 2018 11:15:00 +0200
<![CDATA[Iran-Deal erhalten und ausweiten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/18/iran-deal-erhalten-und-ausweiten/ Der Iran-Deal sei nicht perfekt, müsse aber erhalten werden. Darauf haben sich die europäischen Unterzeichner des Atom-Abkommens, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, am Donnerstag auf einem EU-Gipfel in Sofia geeinigt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, das Atomabkommen von 2015 müsse um einen Deal ergänzt werden, der über das Jahr 2025 hinausgeht. Der bisherige Deal endet nach zehn Jahren. Die EU-Vertreter beschlossen zudem die Vorbereitung eines Gesetzes, das europäische Unternehmen im Iran vor möglichen US-Sanktionen gegen Teheran schützen soll.

Von: dn

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Fri, 18 May 2018 11:12:00 +0200
<![CDATA[Ägypten öffnet Rafah-Übergang]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/18/aegypten-oeffnet-rafah-uebergang/ Für die Dauer des Fastenmonats Ramadan öffnet Ägypten den Rafah-Übergang zum Gazastreifen. Das hat Staatspräsident Abdel Fattah as-Sisi am Donnerstag angeordnet. Der Übergang ist sonst nur sporadisch geöffnet. Mitte Februar forderten Palästinenser Ägypten auf, ihn dauerhaft zu öffnen. Der Ramadan begann in den meisten muslimisch geprägten Ländern am Mittwochabend und endet Mitte Juni.

Von: df

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Fri, 18 May 2018 11:10:00 +0200
<![CDATA[„Süddeutsche Zeitung“ fördert antisemitische Vorstellungen zutage]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/sueddeutsche-zeitung-foerdert-antisemitische-vorstellungen-zutage/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Abstehende Ohren, eine lange, krumme Nase, dicke Lippen – so stellte der Karikaturist Dieter Hanitzsch den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu dar. In der Hand hält dieser Netanjahu eine Rakete mit Davidsstern. Ansonsten sieht er aus wie die Sängerin Netta Barzilai, die am Wochenende den Eurovision Song Contest gewonnen und für die nächste Runde nach Israel geholt hat. Entsprechend wiederholt der Regierungschef in der Karikatur ihre spontane Reaktion auf den Sieg: „Nächstes Jahr in Jerusalem“; im Hintergrund ist der Schriftzug der Veranstaltung zu sehen, der Buchstabe „v“ durch einen Davidsstern ersetzt.

Veröffentlicht hat diese Zeichnung am Dienstag die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) – die sich offenbar nicht scheut, eindeutig antisemitische, judenfeindliche Stereotype zu verbreiten. Beim Presserat sind mehrere Beschwerden deswegen eingegangen, in den Sozialen Medien gab es Proteste. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sprach gegenüber der Bild-Zeitung von einer „geschmacklosen Zeichnung“. Auch in der SZ-Redaktion wurde die Karikatur nach Angaben des Chefredakteurs Wolfgang Krach kontrovers diskutiert. Auf der Webseite der Zeitung ist sie nicht mehr zu sehen; Krach hat sich mittlerweile dafür entschuldigt.

Nicht so der Zeichner selbst. Gegenüber der „Jüdischen Allgemeinen“ sagte er, die Kritik treffe ihn nicht, er wolle die Politik Netanjahus auch als Deutscher kritisieren dürfen. Das darf er. Aber er tut es nicht. Er verbindet das klischeehafte Aussehen der Juden, ihre Spiritualität („Nächstes Jahr in Jerusalem“) und die angeblich kriegslüsterne Politik Israels. Mit anderen Worten: Juden können gar nicht anders, als kriegslüstern zu sein, es liegt in ihrem Blut, in ihrer Kultur, sie waren es also schon immer, und heute tun sie es eben mit ihrer Politik.

Öffentliche Debatte offenbar wirkungslos

Dass den verantwortlichen Redakteuren der SZ das alles nicht aufgefallen ist, ist kaum vorstellbar. Immerhin hat der Chefredakteur einen Fehler eingestanden. Aber ein solcher Fehler darf einem so einflussreichen, meinungsbildenden Blatt mit dem Anspruch, Qualitätsjournalismus zu liefern, nicht passieren. Es zeigt jedoch, dass antisemitische Bilder und Vorstellungen weit in der Gesellschaft, unter Intellektuellen, in der bürgerlichen Mitte – getarnt als „Israel-Kritik“ – verbreitet sind. Dafür braucht es keine Skandal-Rapper und Skandal-Preisverleihungen wie die des „Echo“ vor wenigen Wochen. Umso frappierender ist es, dass die massive öffentliche Debatte über selbige anscheinend nicht dazu geführt hat, sensibler und empfindlicher zu werden für offen antisemitische Äußerungen.

Gerade der Zeitpunkt, an dem die Karikatur erschien, sollte zu denken geben. Die Israelis feiern das 70-jährige Jubiläum ihres Staates, die Palästinenser gedenken desselben Ereignisses als der „Nakba“, der „Katastrophe“. Die USA haben ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt, an der Grenze zum Gazastreifen gibt es die gewalttätigsten Auseinandersetzungen seit Langem, zwischen Iran und Israel gibt es offene Feindseligkeiten. In dieser komplexen und eskalierenden Situation brauchen gerade Journalisten die Fähigkeit, genau hinzuschauen, sachlich und analytisch zu beobachten – und zu kritisieren. In diesem Kontext antisemitische Bilder zu verbreiten ist das genaue Gegenteil davon. Es trägt nur dazu bei, Israel- und Judenfeindschaft zu rechtfertigen und salonfähig zu machen.

Von: Jonathan Steinert

Hinweis: Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die „Süddeutsche Zeitung“ bereits am Mittwoch die Zusammenarbeit mit Dieter Hanitzsch beendet. Das berichtet die „taz“. „Grund hierfür sind unüberbrückbare Differenzen zwischen Herrn Hanitzsch und der Chefredaktion darüber, was antisemitische Klischees in einer Karikatur sind“, sagte SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach.

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Thu, 17 May 2018 16:43:00 +0200
<![CDATA[Gaza-Bewohner: Hamas will mit Protesten von sich ablenken]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/gaza-bewohner-hamas-will-mit-protesten-von-sich-ablenken/ GAZA (inn) – Ein Palästinenser aus dem Gazastreifen hat bekundet, wie die Hamas die Proteste am Grenzzaun organisiert. Die Armee hatte den Mann im Zuge der Proteste am Dienstag festgenommen. Er versuchte, den Grenzzaun zu überwinden.

In dem Video sagte er: „Die Hamas sandte uns Facebook-Botschaften und Texte, und in den Moscheen riefen sie ‚Geht, geht zum Zaun’, und sie verteilten entsprechende Handzettel.“ Die Hamas organisiere die Proteste, „damit die Leute nicht wegen ihnen ausrasten. Sie sagen, ‚Anstatt dass sie auf uns wütend werden, senden wir sie zum Zaun, damit sie ihre Wut dort rauslassen können’“. Frauen und Kinder würden angewiesen, ganz nahe an den Grenzzaun heranzugehen, da die Armee nicht auf sie schießen würde.

Die Hamas hat die Proteste am Dienstagabend für beendet erklärt. Nach Angaben der Terror-Organisation sind am Montag und Dienstag 62 Palästinenser getötet worden, 50 davon seien Mitglieder der Hamas.

Von: df

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Thu, 17 May 2018 14:05:00 +0200
<![CDATA[Ramadan – Fasten und Speisen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/17/ramadan-fasten-und-speisen/ Es ist 3.15 Uhr. In einem Schlafzimmer in Ostjerusalem klingelt der Wecker. Bassam, vierfacher Vater und Kfz-Mechaniker, steht auf. Seine Frau Amal trinkt ein Glas Wasser, serviert Bassam ein Frühstück, und legt sich wieder schlafen. Bassam isst Datteln, Feigen und Joghurt. Dazu trinkt er etwa einen Liter Wasser. Das gibt ihm die nötige Energie für den vor ihm liegenden Tag. Während Bassam Weißbrot in Olivenöl tunkt, erklärt er: „Für den Zeitpunkt des morgendlichen Fastenbeginns gilt der Vers aus dem Koran: ‚… Esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt! Hierauf haltet das Fasten durch bis zur Nacht!‘“ Damit zitiert er Sure 2,187.

Um 3.26 Uhr ertönt der Muezzinruf, Bassam verrichtet sein rituelles Morgengebet und legt sich wieder schlafen. Um 7 Uhr steht er erneut auf, kleidet sich an und geht zur Arbeit. Als Bassam gegen 18 Uhr zurück nach Hause kommt, ist bereits seine Schwester mit Familie eingetroffen. An den Decken rotieren die Ventilatoren, in der drückenden Hitze bieten sie eine willkommene Erfrischung.

Ein Monat der Extreme

Die Frauen stehen in der Küche, die Kinder spielen fröhlich im elterlichen Schlafzimmer. Während Bassam und sein Schwager müde plaudern, folgen sie der Ansprache eines Imams im Fernsehen. Sie warten auf den Muezzinruf, der das Fastenbrechen verkündet. Die Frauen tischen währenddessen im Esszimmer warme Speisen auf. Beide Familien versammeln sich um den Tisch, und als aus dem Fernsehen im Wohnzimmer endlich der erlösende Ruf vom Muezzin der Al-Aksa-Moschee ertönt, stürzen sich alle auf das bereitgestellte Wasser.

Am ersten Tag des Fastenmonats im Jahr 2018 endet das Fasten um 19.31 Uhr, in den kommenden Tagen wenige Minuten später. Nachdem der Durst gestillt ist, verspeisen die Verwandten in ausgelassener Stimmung das Festmahl. Man isst und unterhält sich bis spät in die Nacht.

Bassam erklärt: „Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Er ist der einzige Monat, der im Koran erwähnt ist.“ Dort heißt es in Sure 2,185: „(Fastenzeit ist) der Monat Ramadan, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herab gesandt worden ist, und (die einzelnen Koranverse) als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Und wer von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten.“

Bassam lacht, als er den besonderen Monat erklärt: „Eigentlich trügt der Begriff Fastenmonat: Denn wir essen in diesem Monat oft weit mehr als im Rest des Jahres. Klar ist es schwer, tagsüber auf vieles zu verzichten. Vor allem auf Wasser. Besonders in dieser heißen Jahreszeit. Trotzdem ist der Ramadan ein fröhlicher Monat: Viele Verwandte und Nachbarn kommen zu Besuch, wir unternehmen Ausflüge und es gibt immer Festspeisen.“ Seine Frau Amal ergänzt selbstbewusst: „Das stimmt, allein von den Resten könnte eine zusätzliche Familie satt werden.“

Nicht jeder muss fasten

Bassam erklärt, dass laut Koran Kinder, Kranke, Reisende und Schwangere von der Fastenpflicht ausgenommen sind. „Die können dann die Tage zu einem anderen Zeitpunkt nachholen. Weil das Fasten im Ramadan eine der ‚fünf Säulen‘, gewissermaßen der fünf Grundprinzipien, des Islam ist, wird es aber fast von der ganzen Bevölkerung praktiziert. Selbst Muslime, die von der Pflicht ausgenommen sind, fasten dann vielfach.“

In Sure 2,185 heißt es: „Und wenn einer krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm) eine entsprechende Anzahl anderer Tage (zur Nachholung des Versäumten) auferlegt. Allah will es euch leicht machen, nicht schwer. Macht darum (durch nachträgliches Fasten) die Zahl (der vorgeschriebenen Fastentage) voll und preist Allah dafür, dass er euch rechtgeleitet hat! Vielleicht werdet ihr dankbar sein.“ Bassam schüttelt verständnislos den Kopf: „Kinder, Schwangere und Kranke sollten wirklich nicht fasten. Im Ramadan gibt es so viele Notfälle in den Krankenhäusern wie sonst nie.“

Über die Bestimmung des Beginns des Monats Ramadan gibt es Diskussionen: Es kommt vor, dass der Beginn des Fastenmonats erst wenige Tage vorher bekanntgegeben wird. Die islamische Tradition berichtet, dass die Mondsichel am Himmel sichtbar sein muss. Diese bestimmt dann den islamischen Monatsanfang. Sobald der abnehmende Mond nicht mehr zu sehen ist, geht der Monat zu Ende. Das ist auch der Grund, warum sich islamische Gelehrte lange Zeit durch Verdienste in der Astronomie verdient machten.

Bassam weiß: „Bis heute gibt es Diskussionen unter Muslimen und in islamischen Ländern darüber, ob für die Bestimmung des Monatsanfangs tatsächlich der Halbmond zu sehen sein muss oder ob die mathematisch und durch Satelliten berechneten Zeiten nicht viel genauer sind.“ Auch die Festzeiten der Bibel konnten ursprünglich nicht genau im Voraus berechnet werden, sondern wurden erst durch genaue Beobachtung der Natur unmittelbar bei ihrem Eintreten bestimmt.

Bassam kaut genüsslich an einem Hähnchenschenkel. Der Araber erklärt: „Der Begriff Ramadan kommt aus dem Arabischen und ist von der Bedeutung ‚starke Sommerhitze‘ abgeleitet. Muslime haben in den ersten Jahrzehnten noch versucht, ihr Mondjahr durch Schaltmonate mit dem Sonnenjahr gleichzusetzen. Daher fiel der neunte Monat immer auf den Sommer. Heute wandert der Ramadan gleichzeitig durch die Jahreszeiten und fällt dadurch manchmal auf die Wintermonate. Dann sind die Tage kürzer und es ist natürlich leichter zu fasten.“ Weit nach Mitternacht macht sich der Besuch auf den Heimweg. Bassam und seine Familie gehen schlafen. Solange bis der Wecker wenige Stunden später klingelt, um ans Essen zu erinnern und sich für den bevorstehenden Tag zu rüsten.

Die „Nacht der Kraft“

In der Nacht zum 27. Ramadan versammeln sich Muslime zum Gebet in der Moschee zur „Lailat al-Kadr“, zur „Nacht der Kraft“ beziehungsweise „Nacht der Bestimmung“. Im Jahr 2018 fällt dieses Datum auf den 11. Juni. Die bedeutenden Moscheen in Mekka und Medina sind besonders beliebte Orte für diesen Anlass. Aber auch Jerusalem und der Tempelberg, beziehungsweise „das edle Heiligtum“, wie Muslime diesen zu nennen pflegen, ist ein beliebtes Ziel.

Nach koranischem Bericht ist „im Ramadan der Koran als Rechtleitung für die Menschen herab gesandt worden“ (Sure 2,185). Die 97. Sure heißt „al-Kadr, „die Bestimmung“. Sie lautet: „Wir haben ihn (den Koran) in der Nacht der Bestimmung herabgesandt. Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Die Engel und Gabriel kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn herab, mit göttlichem Befehl und Befugnis. Sie ist voller Heil, bis die Morgenröte sichtbar wird.“ Außerdem scheint sich Sure 44,2 auf diese Nacht zu beziehen: „Wir haben sie in einer gesegneten Nacht hinabgesandt. Und wir haben (die Menschen damit) gewarnt.“

So kommt es, dass manche Muslime ihr tägliches rituelles Gebet in dieser Nacht in der Moschee verrichten und sich unmittelbar danach auf den Heimweg begeben. Andere bleiben mehrere Stunden und viele beten die ganze Nacht hindurch. Um den Segen der 1.000 Monate zu bekommen, ist es wichtig, dass man in dieser Nacht der Pflicht zum Gebet überhaupt nachkommt. Auch Muslime, die sonst selten ihr Pflichtgebet verrichten, besuchen in dieser Nacht eine Moschee.

Ein Mann ist überzeugt: „Wenn ich in dieser Nacht bete, werden mir viel mehr Sünden vergeben als sonst. Das Gebet in dieser Nacht ist soviel wert wie sonst tausend Monate.“ Er unterhält sich mit seinem Nachbarn: „Eigentlich wissen wir nicht genau, ob es tatsächlich der 27. Ramadan war, vielleicht war es auch ein anderer Tag, aber der 27. hat sich durchgesetzt.“ Eben weil das Datum nicht genau festgelegt ist und theoretisch auch an jedem anderen ungeraden Datum der letzten zehn Tage des Ramadan liegen könnte, halten einige Muslime es für besonders verdienstvoll, die letzten zehn Nächte in ihrer örtlichen Moschee zu verbringen.

Von: Merle Hofer

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Thu, 17 May 2018 13:03:00 +0200
<![CDATA[Nur zwölf Tote keine Hamas-Mitglieder]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/17/nur-zwoelf-tote-keine-hamas-mitglieder/ Von den 62 Toten der Unruhen am Montag und Dienstag entlang der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen waren 50 Mitglieder der Hamas. Das hat ein hoher Offizieller der Organisation, Salah Bardawil, gegenüber dem palästinensischen TV-Sender „Baladna“ erklärt. Nur zwölf Tote seien Zivilisten gewesen. Damit widerlegt Bardawil Vorwürfe, Israel verübe ein „Massaker“ an friedlichen, unbewaffneten Zivilisten. Offenbar treffen die israelischen Scharfschützen genau jene Aktivisten der Hamas, die im Schatten der Massendemonstrationen Bomben am Grenzzaun legen oder die israelischen Anlagen beschädigen. Die Aussage bestätigt auch, dass es sich nicht um „spontane Demonstrationen“ handelt, sondern um eine von der Hamas gelenkte Protestkundgebung gegen Israel.

Von: uws

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Thu, 17 May 2018 12:58:00 +0200
<![CDATA[USA und arabische Staaten sanktionieren Hisbollah]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/17/usa-und-arabische-staaten-sanktionieren-hisbollah/ Die USA haben am Mittwoch Sanktionen gegen den Führer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, erlassen. Die Maßnahme wendet sich auch gegen Mitglieder des Schura-Rats, des obersten Entscheidungsgremiums der Terror-Organisation. Dem Schritt schlossen sich Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Die Länder gehören dem 2017 von den USA errichteten Zentrum für Bekämpfung von Terrorfinanzierung (TFTC) an. US-Finanzminister Steven Mnuchin teilte mit, durch diese Maßnahme werde die „falsche Unterscheidung“ zwischen dem politischen und dem militärischen Flügel der Hisbollah aufgehoben.

Von: df

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Thu, 17 May 2018 11:56:00 +0200
<![CDATA[Eli Avivi gestorben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/17/eli-avivi-gestorben/ NAHARIA (inn) – Der dienstälteste Präsident der kleinsten Nation der Welt ist tot: Im Alter von 88 Jahren ist Eli Avivi verstorben. Nördlich von Naharia, nahe der Grenze zum Libanon, hatte er vor einem halben Jahrhundert auf einem 1,4 Hektar großen Strandgelände den Staat Achsivland ausgerufen. Sein Land hatte eine eigene Flagge (Seejungfrau) und Hymne (Meeresrauschen). Es gab nur zwei ständige Einwohner: Präsident auf Lebenszeit Eli Avivi und seine 71 Jahre alte Frau Rina.

Avivi war 1930 in Persien geboren und kam als Zweijähriger in das britische Mandatsgebiet Palästina. In einem verlassenen arabischen Dorf lebte er zunächst von Fischfang. Er errichtete seinen Staat, als Israel 1971 begann, sein „Strandgut“ in einen Nationalpark zu verwandeln.

Achsivland war in den 1970er Jahren ein begehrtes Ziel von Hippies und Rucksackreisenden. Aber es gab auch „Staatsgäste“, darunter berühmte israelische Schriftsteller und sogar die italienische Filmschauspielerin Sophia Loren.

Avivi betrieb ein „Standesamt“. Bei ihm konnte man „in 5 Minuten eine Ehe schließen“ und sich „in 2 Minuten wieder scheiden lassen“. Obgleich ihm und seinem Staat jegliche internationale Anerkennung versagt blieb, verteilte er Pässe an jeden, der Bürger seines Staates werden wollte. Mit Eli Avivi ist ein exotisches und sehr berühmtes Kuriosum Israels verschwunden.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 17 May 2018 11:32:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser ziehen Gesandte aus EU-Staaten ab]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/17/palaestinenser-ziehen-gesandte-aus-eu-staaten-ab/ Die palästinensische Führung hat ihre Vertreter aus Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien abgezogen. Die Botschafter dieser Länder hatten am Sonntag an einem Empfang anlässlich der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem teilgenommen. Aus dem palästinensischen Außenministerium hieß es, die Teilnahme der Diplomaten an der Feier stelle „eine schwerwiegende Verletzung internationalen Rechts und verschiedener UN-Resolutionen“ dar.

Von: dn

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Thu, 17 May 2018 11:01:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 17. Mai 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/nachrichten-vom-17-mai-2018/ Thu, 17 May 2018 11:00:00 +0200 <![CDATA[Keine Verletzten bei palästinensischen Angriffen auf israelische Wohnhäuser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/17/keine-verletzten-bei-palaestinensischen-angriffen-auf-israelische-wohnhaeuser/ Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwochnachmittag Wohnhäuser in der südisraelischen Kleinstadt Sderot beschossen. Bei den Angriffen wurde niemand verletzt, aber es entstand Sachschaden. Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht als Reaktion vier Ziele der radikal-islamischen Hamas im nördlichen Gazastreifen. Darunter war Armeeangaben zufolge eine Waffenfabrik. Bereits früher waren Soldaten an der Grenze beschossen worden. Israel reagierte ebenfalls mit Angriffen auf Hamas-Stützpunkte, schreibt die Zeitung „Ha’aretz“.

Von: eh

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Thu, 17 May 2018 10:38:00 +0200
<![CDATA[Proteste am Grenzzaun vorerst beendet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/16/proteste-am-grenzzaun-vorerst-beendet/ GAZA / RAMALLAH (inn) – Mit deutlich weniger Teilnehmern haben die Palästinenser im Gazastreifen am Dienstag ihre Proteste am Grenzzaun fortgesetzt. Die israelische Armee sprach von etwa 4.000 Demonstranten – am Montag waren noch, organisiert von der Hamas, 40.000 Menschen auf die Sperranlage zumarschiert. Am Dienstagabend gegen 18 Uhr Ortszeit rief die Hamas alle Palästinenser auf, das Grenzgebiet zu verlassen. Bereits eine Stunde später war dort kein Demonstrant mehr zu sehen, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Auch bei den Protesten am Dienstag kam es zu Auseinandersetzungen mit Soldaten. Demonstranten warfen Steine und Brandbomben, Armeeangehörige reagierten mit Schüssen. Dabei wurden zwei Palästinenser getötet. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten seit Montag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auf 62. Acht Minderjährige seien durch Schüsse ums Leben gekommen. Armeeangaben zufolge waren 24 der Getöteten Mitglieder der Hamas oder des Islamischen Dschihad.

Palästinensischer Arzt: Baby starb wohl nicht durch Tränengas

Zudem war die Rede von einem acht Monate alten Baby, Laila Ghandur, das Tränengas eingeatmet habe und daran gestorben sei. Ein palästinensischer Arzt in Gaza zog dies allerdings in Zweifel. Er sagte der Nachrichtenagentur AP, das kleine Mädchen sei schon vorher ernsthaft erkrankt gewesen. Die Familie gab laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ an, in dem Durcheinander sei Laila von Verwandten an den Grenzzaun mitgenommen worden. Sie habe sich mit ihrer Großmutter nahe des Zaunes aufgehalten.

Indes begann die Armee am Mittwoch, sich mit zahlreichen Sprengsätzen zu befassen, die Palästinenser im Schutze der Massenproteste am Grenzzaun gelegt hatten. Das Militär veröffentlichte ein Video. Darin ist zu sehen, wie Soldaten drei Terroristen erschießen. Diese hatten Granaten, Messer, Zangen und Sprengsätze bei sich, mit denen sie teilweise schon die Truppen angegriffen hatten. Auf israelischer Seite wurde jedoch niemand verletzt. Ferner hätten Demonstranten mit scharfer Munition auf Soldaten geschossen, die Armee habe darauf mit Panzerfeuer reagiert. Weiter hieß es, insgesamt seien am Montag 150 Drachen mit Brandsätzen oder Sprengsätzen heruntergeholt worden. Einen kleinen Teil habe die Hamas abgeschossen, weil sie die Praxis ablehne, Branddrachen nach Israel zu schicken.

Waren am Montag noch rund 2.700 Palästinenser bei den Massenprotesten verletzt worden, so gab das Militär die Zahl der am Dienstag Verwundeten mit 160 an. Auch im Westjordanland veranstalteten Palästinenser an diesem Tag Kundgebungen. Anlass war der 70. Jahrestag der „Nakba“ – mit diesem arabischen Wort für „Katastrophe“ bezeichnen Palästinenser die israelische Staatsgründung. Um Mitternacht ertönten Sirenen in Städten wie Ramallah oder Nablus. Vereinzelt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften. Nach Angaben der Armee nahmen 1.300 Palästinenser an „gewaltsamen Randalen“ teil, unter anderem mit Steinen und Brandbomben. Der Palästinensische Rote Halbmond zählte 264 Verletzte, die allermeisten durch Tränengas. Auch ein Grenzpolizist und ein Soldat wurden verwundet.

Südafrikanischer Protest gegen Israel

Indes marschierten am Dienstag in Kapstadt Tausende Südafrikaner durch die Straßen und forderten ein Ende des Blutvergießens im Gazastreifen. Gemäß der Nachrichtenagentur WAFA nahmen an der Demonstration Politiker und religiöse Vertreter teil, unter ihnen Juden, Christen, Muslime und Hindus.

Die Massenproteste im Gazastreifen richten sich gegen die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. Die Teilnehmer fordern ein Recht auf Rückkehr für Palästinenser an die Orte in Israel, aus denen ihre Vorfahren vor 70 Jahren vertrieben wurden. Der nächste Marsch sei für den 5. Juni geplant, gab der Leiter des Organisationskomitees, Chaled al-Batsch, bekannt. An diesem Tag jährt sich zum 51. Mal der Ausbruch des sechstägigen Krieges, in dem Israel den Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen und Ostjerusalem eroberte.

Von: eh

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Wed, 16 May 2018 15:50:00 +0200
<![CDATA[Das Leben gefeiert]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/16/das-leben-gefeiert/ JERUSALEM (inn) – Fast 6.000 Menschen aus aller Welt sind am Dienstagnachmittag im Jerusalemer Saker-Park zusammengekommen, um sich auf den anschließenden „Marsch der Nationen“ vorzubereiten. Mit Wortbeiträgen, Musik und Grußworten wollten sie ihre Solidarität mit Israel und dem jüdischen Volk deutlich machen.

Der Marsch war sichtbarer Ausdruck von dem, was die dreitägige Konferenz des „Marches der Nationen - Vereint, um Licht zu sein“ zum Ziel hatte: Die Aufarbeitung der Holocaust-Vergangenheit, Versöhnung zwischen den Nachkommen der Täter- und Opfergeneration sowie ein sichtbares Zeichen für Israel und gegen Antisemitismus setzen.

Die Tübingerin Bärbel Pfeiffer berichtete auf der Bühne: „Als Ingenieur war mein Großvater daran beteiligt, das Konzentrationslager Auschwitz aufzubauen. Er war für die 16 Kilometer Elektrozaun verantwortlich und baute an den Gaskammern mit.“ Mit ihrem Mann und ihren Kindern war sie nach Israel gekommen, um zu bezeugen: „Heute stehen wir als ganze Familie hier, um zu sagen: So etwas darf sich nie wiederholen. Israel, wir lieben dich und stehen an deiner Seite.“

„Bedingungslos“ möchte auch Afshin Shamsianpur zu Israel stehen. Der Iraner kam vor wenigen Jahren als Flüchtling nach Deutschland und kam in Tübingen zum Glauben an die Bibel. In seiner Gemeinde kam sein negatives Israelbild ins Wanken. Bei seiner Hochzeit im Oktober 2017 mit Carmen Matussek sang die Hochzeitsgesellschaft die israelische Nationalhymne „HaTikva“ auf Farsi. Weil er als Iraner kein Visum für Israel bekam, wurde sein Zeugnis in einer Videobotschaft in den Stadtpark übertragen: „Ich erkläre, dass es keinen weiteren Holocaust am jüdischen Volk durch den Iran geben wird. Ich stehe zu Israel, dem Gott Israels und dem jüdischen Volk.“

Außer dem Bürgermeister Nir Barkat grüßte auch der Parlamentsabgeordnete Jehuda Glick die Besucher im Stadtpark: „Ich hoffe, dass zum nächsten Marsch der Nationen 100.000 Menschen kommen. Gott segne euch und Jerusalem.“ Gemeinsam mit dem Gründer der Bewegung Jobst Bittner führte er den anschließenden Marsch an. Auf die Frage, was er in diesem Moment denke, sagte Glick begeistert: „Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Worte sind zu klein, um auszudrücken, was ich fühle. Christen aus aller Welt kommen hierher, um uns zu zeigen, dass sie an unserer Seite stehen - so etwas hat die Welt noch nicht gesehen.“

Reaktionen der Jerusalemer

Tal, eine nationalreligiöse Israelin schaute sich mit ihrer Mutter und den zwei Kindern die Veranstaltung von außen an: „Wir wohnen direkt an dieser Straße. Einordnen, was hier passiert, kann ich nicht. Aber als dritte Generation von Holocaustüberlebenden berührt es mich, dass so viele Christen hierher kommen, um uns zu sagen, dass sie heute anders denken und zu uns stehen.“ Was sie dazu sage, dass viele der Teilnehmer Nachfahren von Nazis seien? „Wie gesagt, es ist schwer einzuordnen. Wichtig ist aber doch, dass sie erkannt haben, dass ihre Großeltern falsch lagen. Und dass sie selbst nun ihre Kinder in einem anderen Geist erziehen.“

Ein israelisch-amerikanischer Journalist begleitete den Marsch bis zum Ende von außen mit: „Nach allem, was wir in den vergangenen 24 Stunden an grundlosen Anschuldigungen an Israel gesehen haben, ist es ergreifend zu sehen, wie so viele Menschen, vor allem Deutsche und Polen, hierher kommen, um Israel und seinen Bürgern ihre Unterstützung zeigen.“ Der Mittvierziger war sichtlich gerührt: „Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass sie keine eigenen Interessen zu verfolgen scheinen. Ich habe schon so viele seltsame Dinge erlebt, wie zum Beispiel Christen, die sich mit einer Kippa bekleidet zum Schabbatgottesdienst in die Synagogen begeben und dort das Neue Testament verteilen. Doch auf dieser Veranstaltung habe ich keine Missionare gesehen. Sie haben uns Israelis einfach nur gezeigt, dass sie zu uns stehen.“

Das Leben feiern

Etwa 1.500 Holocaustüberlebende folgten der Einladung zum „Fest für das Leben“ am Abend in das Freiluftamphitheater Sultan’s Pool. Sie, ihre Familien und die zahlreichen Besucher aus aller Welt tanzten zu den Liedern des israelischen Sängers Gad Elbaz. Sie bewunderten einen bunten Tanz koreanischer Christen sowie grandiose Musikeinlagen des israelischen Geigers Sanya Kroiter.

Organisiert war der Abend in Zusammenarbeit mit dem „Marsch des Lebens e.V.“ und der Helping Hand Coalition, die sich um die Belange von Holocaustüberlebenden kümmert. Präsident Reuven Rivlin grüßte die Teilnehmer in einer Videobotschaft. Außerdem sprach Josch Reinstein, der dem „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset vorsteht, welcher sich für Beziehungen zu christlichen Freunden Israels einsetzen möchte. Reinstein zitierte aus Psalm 126: „Da wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan! Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“ Als er am Nachmittag die bunte Parade durch die Stadt ziehen sah, habe er gespürt, dass sich dieses Wort erfüllt habe: „Danke, dass ihr zu Israel steht. Eure Unterstützung bezeugt die Wahrheit der Bibel. Durch euren Glauben wird unser Glauben gestärkt.“ Es bewege ihn zu sehen, wie Menschen nicht nur die Sünden ihrer Vorväter bekennen, sondern wie sie dieses tun, indem sie sich heute an die Seite Israels stellen.

Bittner bedankte sich bei allen Teilnehmern und rief in Anspielung auf Jesaja 60,1 dazu auf: „Macht euch auf und werdet Licht! Wartet nicht, sondern werdet Teil der globalen Bewegung ‚Marsch des Lebens‘!“

Die Bewegung Marsch des Lebens wurde von Jobst und Charlotte Bittner und der Tübinger Gemeinde TOS 2007 ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Nachkommen deutscher Wehrmachts- und SS-Angehöriger veranstalten sie Gedenk- und Versöhnungsmärsche an Orten des Holocaust in Europa. In mehr als 350 Städten und 20 Nationen haben bisher Märsche des Lebens stattgefunden. Im April gab es den Marsch des Lebens rund um den israelischen Holocaust Jom HaScho'ah in 50 verschiedenen Städten weltweit statt. In Berlin war es in diesem Jahr bereits das vierte Mal.

Von: mh

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Wed, 16 May 2018 15:00:00 +0200
<![CDATA[Sicherheitsrat tagt zur Lage im Gazastreifen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/16/sicherheitsrat-tagt-zur-lage-im-gazastreifen/ NEW YORK (inn) – Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hat sich bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage im Gazastreifen klar hinter Israel gestellt. Sie machte allein die Hamas für die jüngste Eskalation der Gewalt und die Toten in dem Gebiet verantwortlich. „Die Hamas freut sich über die Ergebnisse von gestern“, erklärte Haley am Dienstag bei der Sitzung in New York.

Keines der 15 Mitglieder des Sicherheitsrates hätte bei einer solchen Bedrohung seiner Grenzen so zurückhaltend reagiert wie Israel, sagte die Diplomatin laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die Hamas habe die Demonstranten aufgerufen, die Grenze zu stürmen. „Ich frage meine Kollegen hier im Sicherheitsrat: Wer von uns würde solche Aktionen an unseren Grenzen dulden? Niemand. […] Tatsächlich zeigt die Geschichte einiger Länder hier, dass sie wesentlich weniger zurückhaltend reagiert hätten“, fügte Haley hinzu.

Die Botschafterin verließ den Raum, bevor der palästinensische Botschafter Riad Mansur, der als Gast geladen war, eine Rede halten durfte. Er warf Haley Rassismus vor und nannte ihre Ansprache „provokativ“. Die Palästinenser hätten das Recht, als Familien gegen die Besatzung zu demonstrieren, betonte er. „Stoppt das Massaker an unserem Volk. Der Rat darf nicht schweigen“, appellierte Mansur. Er forderte internationalen Schutz für die Palästinenser.

Israel fordert Kritik an Hamas

Israels Botschafter Danny Danon erklärte vor dem Rat, „dies waren keine Demonstrationen oder Proteste, das waren gewaltsame Unruhen“. Die Palästinenser hätten immer wieder versucht, den Grenzzaun zu durchbrechen mit dem Ziel, Israelis zu entführen oder zu töten. Er forderte den Sicherheitsrat auf, die Hamas zu kritisieren. Diese missbrauche die Bevölkerung als Schutzschilde und ziehe „Tod dem Frieden“ vor.

Wenn es um die Sicherheit Israels gehe, dann schweige die Welt zu oft, kritisierte Danon. „Was würden sie tun, wenn ein Mob ihre Grenze mit Sprengsätzen und Waffen angreift?“, fragte er in die Runde.

Sowohl Haley als auch Danon kamen erst zur Sitzung, nachdem die anderen Mitglieder bereits eine Schweigeminute für die mehr als 60 im Gazastreifen getöteten Palästinenser abgehalten hatten. Um das Gedenken hatte die polnische UN-Botschafterin und derzeitige Ratsvorsitzende Joanna Wronecka gebeten.

Formelle Verurteilung

Die Sondersitzung war auf Antrag Kuwaits einberufen worden. Die Mitglieder einigten sich auf eine formelle Verurteilung Israels. Die Armee habe mit unverhältnismäßiger Gewalt reagiert. Die USA, die ein Vetorecht haben, hatten zuvor den Erlass einer Resolution sowie eine UN-Untersuchung der Vorfälle im Gazastreifen verhindert.

Der UN-Menschenrechtsrat kündigte unterdessen für Freitag eine Sondersitzung zur Lage im Gazastreifen an.

Von: dn

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Wed, 16 May 2018 14:14:00 +0200
<![CDATA[Israelischer Botschafter „gedemütigt“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/16/israelischer-botschafter-gedemuetigt/ Der israelische Botschafter in der Türkei, Eitan Na'eh, ist am Mittwoch durch übermäßige Kontrollen am Flughafen aus israelischer Sicht gedemütigt worden. Das türkische Fernsehen war zur Stelle, um den Vorgang zu filmen. Israel bestellte daraufhin den verbliebenen türkischen Vertreter ins Außenministerium ein und kontrollierte diesen ebenfalls intensiv. Die Türkei hatte Na'eh gebeten, das Land eine Zeit lang zu verlassen; am Dienstag riefen beide Staaten auch ihre jeweiligen Generalkonsulare dazu auf, dies zu tun. Der Diplomatenstreit entzündete sich an den jüngsten Vorgängen am Gazagrenzzaun.

Von: df

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Wed, 16 May 2018 14:12:00 +0200
<![CDATA[Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/16/guatemala-eroeffnet-botschaft-in-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Nach den USA hat auch Guatemala seine diplomatische Vertretung von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Präsident Jimmy Morales eröffnete am Mittwochmorgen feierlich die Botschaft. Zusammen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu durchtrennte er ein blau-weißes Band.

„Es ist kein Zufall, dass Guatemala seine Botschaft in Jerusalem eröffnet, zwei Tage nach den USA. Ihr seid immer unter den ersten“, sagte Netanjahu bei der Feier laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Er erinnerte daran, dass Guatemala als zweites Land nach den USA den am 14. Mai 1948 gegründeten Staat Israel anerkannt hatte.

Der Premier wies darauf hin, dass es in Israel eine Straße gibt, die nach dem früheren guatemaltekischen Botschafter Garcia Granados benannt ist. Dieser habe vor 71 Jahren eine entscheidende Rolle gespielt, als es darum ging, die lateinamerikanischen Länder davon zu überzeugen, für den UN-Teilungsplan zu stimmen. Der sah die Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina vor.

Obwohl die beiden Länder so weit entfernt voneinander seien, teilten sie viele gemeinsame Ziele und Werte, sagte Netanjahu weiter. Er kündigte einen Ausbau der bilateralen Beziehungen an. Seinen nächsten Besuch in Lateinamerika wolle er in Guatemala beginnen, sagte der Premier. Ein Datum für die Reise nannte er noch nicht.

„Liebe zwischen Brüdern“

Präsident Morales bezeichnete die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als eine „Liebe zwischen Brüdern“. Die beiden Staaten seien für immer vereint. Er sprach von einer „mutigen Entscheidung“ seines Landes. Die Botschaftsverlegung sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft beider Völker.

Die guatemaltekische Botschaft befindet sich im Jerusalemer Malha-Technologie-Park. Botschafterin Sara Solís Castañeda sprach von einem „historischen Tag“, da ihr Land das erste in Lateinamerika sei, das Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkennt. Zudem sei es das erste Land weltweit gewesen, das überhaupt seine Botschaft in Jerusalem hatte – 1956.

Dem Beispiel Guatemalas folgten damals viele lateinamerikanische Staaten. Sie alle schlossen die diplomatischen Vertretungen jedoch 1980 wieder und zogen nach Tel Aviv. Grund war ein neues israelisches Gesetz, das Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt erklärte. Der UN-Sicherheitsrat hatte daraufhin alle Mitglieder der Vereinten Nationen aufgefordert, ihre Botschaften aus Jerusalem zu verlegen.

In der kommenden Woche will auch Paraguay seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen.

Von: dn

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Wed, 16 May 2018 12:59:00 +0200
<![CDATA[Hamas lehnt israelische Hilfsgüter ab]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/16/hamas-lehnt-israelische-hilfsgueter-ab/ Israel hat Dienstagnacht den von Palästinensern weitgehend zerstörten Warenübergang Kerem Schalom zum Gazastreifen wieder geöffnet. Zuvor hatte die Hamas die Demonstranten erfolgreich aufgerufen, das Grenzgebiet zu räumen. Am Mittwochmorgen verweigerte die Terrorgruppe die Annahme medizinischer Hilfsgüter, die zwei Lastwagen der israelischen Armee transportierten. Lieferungen des Kinderhilfswerkes UNICEF und der Palästinensischen Autonomiebehörde wurden hingegen angenommen. Ägypten wiederum kündigte an, der Grenzübergang Rafah werde vorerst offen bleiben. Dies berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“.

Von: eh

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Wed, 16 May 2018 12:44:00 +0200
<![CDATA[Abbas beruft PLO-Gesandten aus USA ab]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/16/abbas-beruft-plo-gesandten-aus-usa-ab/ Als Reaktion auf die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem hat Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas den Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Washington, Hussam Somlot, zurückbeordert. Chefunterhändler Saeb Erekat sagte dem palästinensischen Fernsehen am Dienstag, dass die Amerikaner nicht länger als „Partner und Vermittler“ fungieren könnten. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, sagte Erekat: „Wir werden nicht mehr mit ihnen zusammensitzen. Sie sind nicht länger Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.“

Von: mh

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Wed, 16 May 2018 09:57:00 +0200
<![CDATA[Jerusalemer Fußballverein will sich nach Trump benennen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/sport/2018/05/15/jerusalemer-fussballverein-will-sich-nach-trump-benennen/ Der israelische Fußball-Erstligist „Beitar Jerusalem“ will sich umbenennen in „Beitar Trump Jerusalem“. Auf seiner Facebook-Seite erklärte der Verein, US-Präsident Donald Trump habe „echte Liebe für das israelische Volk und seine Hauptstadt bewiesen“. Mit der Umbenennung wolle er Trump ehren, so der Club. Nach geltenden Vorschriften dürfte die Umbenennung allerdings nicht genehmigt werden. Eine Benennung ist aktuell nur im Gedenken an Verstorbene möglich. Der Fußballverein gilt als rechtsextrem. Er war immer wieder in die Schlagzeilen geraten, wegen rassistischer Ausfälle seiner Fans gegen Araber. Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ ist er der einzige Verein der Liga, der noch nie einen arabisch-muslimischen Spieler hatte.

Von: dn

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Tue, 15 May 2018 15:35:00 +0200
<![CDATA[Präsident Morales in Israel gelandet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/15/praesident-morales-in-israel-gelandet/ Der guatemaltekische Staatspräsident Jimmy Morales ist am Dienstag in Israel eingetroffen. Das meldet die israelische Zeitung „Ma’ariv“. Anlass für die Reise ist der Umzug der Botschaft seines Landes von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Eröffnung ist für den morgigen Mittwoch geplant. Morales hatte den Schritt im Dezember angekündigt, wenige Tage nach US-Präsident Donald Trump. Die amerikanische Botschaft in Jerusalem wurde am Montag eröffnet.

Von: eh

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Tue, 15 May 2018 15:14:00 +0200
<![CDATA[Internationale Kritik an Botschaft in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/15/internationale-kritik-an-botschaft-in-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem stößt weltweit auf Kritik. Der Präsident der Palästina-Kommission der Afrikanischen Union, Mussa Faki Mahamat, äußerte am Dienstag seine tiefe Besorgnis über die Lage in den palästinensischen Gebieten. Die Verlegung der diplomatischen Vertretung könne die Spannungen nur weiter erhöhen. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA betonte er die Solidarität der AU mit dem palästinensischen Volk „in seiner legitimen Forderung nach einem unabhängigen und souveränen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt“.

Russland sprach der Nachrichtenagentur dpa zufolge von einer Gefahr für den Frieden in der Region. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag in Paris, der Schritt verstoße gegen das internationale Recht und die Resolutionen des Sicherheitsrats und der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land übte ebenfalls scharfe Kritik an der Eröffnung der Botschaft. In einer Mitteilung von Bischof Sani Ibrahim Asar heißt es gemäß WAFA: „Dieser Schritt ist eine Verletzung internationalen Rechtes und hebt Jahrzehnte der Außenpolitik bezüglich Israels und Palästinas auf.“ Asar ergänzte: „Jerusalem ist eine ganz besondere Stadt, heilig für drei Religionen, und deshalb sollte sie ein Ort von Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung sein.“ Seine Kirche wolle „zwei lebensfähige und souveräne unabhängige Staaten“ sehen, die Seite an Seite mit vereinbarten Grenzen lebten, und „mit Jerusalem als gemeinsamer Stadt für Christen, Juden und Muslime“ – mit freiem Zugang für alle zu allen heiligen Stätten.

Abbas: Botschaft ist ein illegaler Außenposten

Im Gazastreifen kam es am Montag zu blutigen Protesten mit zahlreichen Toten. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, rief deshalb drei Tage der Trauer aus. Die Botschaft bezeichnete er als „amerikanischen Siedlungsaußenposten in Ostjerusalem“. Jerusalem und die Flüchtlingsfrage seien von den Verhandlungstischen entfernt worden. Dies sei ein „amerikanischer Schlag“, fügte er hinzu.

Seltene Einigkeit herrschte unterdessen in den USA. Nicht nur der republikanische Präsident Donald Trump freute sich – von Washington aus – über die Eröffnungsfeier. Auch der Vorsitzende der Demokraten, der New Yorker Senator Chuck Schumer nannte den Schritt „längst überfällig“. Er applaudierte Trump zu dessen Entscheidung, wie die Tageszeitung „New York Times“ berichtet.

Von: eh

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Tue, 15 May 2018 15:10:00 +0200
<![CDATA[Eskalation im Gazastreifen – eine traurige Bilanz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/15/eskalation-im-gazastreifen-eine-traurige-bilanz/ GAZA / JERUSALEM (inn) – Der Montag war einer der blutigsten Tage für die Palästinenser seit den Kämpfen zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen 2014. 58 tote und mehr als 2.700 verletzte Palästinenser – das ist die Bilanz der gewaltsamen palästinensischen Proteste gegen Israel und die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem.

Die israelische Armee sprach von bisher beispiellosen Zusammenstößen mit Palästinensern am Grenzzaun. Die Gewaltbereitschaft sei deutlich höher gewesen als bei den Protesten in den vergangenen Wochen. So habe es laut Brigadegeneral Ronen Manelis drei versuchte Angriffe bewaffneter Palästinenser auf Soldaten gegeben. Zwölf organisierte Kleingruppen hätten an verschiedenen Stellen versucht, den Grenzzaun zu beschädigen. Unter den getöteten Palästinenser seien mindestens 24, die an diesen terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen sein sollen.

Israelische Flugblätter über Gaza

Israels Luftwaffe hatte vor den Protesten am Montagmorgen Flugblätter über dem Gazastreifen abgeworfen. Darin warnt das Militär die Bevölkerung davor, das Sperrgebiet am Grenzzaun zu betreten oder den Zaun zu beschädigen. Auf den arabischsprachigen Zetteln heißt es weiter, die Hamas versuche, ihre zahlreichen eigenen Fehler zu verstecken und gefährde das Leben der Palästinenser in Gaza.

Dennoch folgten Tausende Palästinenser den Aufrufen der Hamas an die Grenze. Die Hamas-Führung hatte für Montag einen Generalstreik ausgerufen, damit möglichst viele Menschen an der Demonstration teilnehmen können. Etwa 40.000 Palästinenser beteiligten sich an dem Protest – deutlich weniger, als sich die Hamas erhoffte. Diese hatte auf eine Beteiligung von rund 100.000 Menschen gesetzt. Die Demonstranten zündeten Autoreifen an, bewarfen Soldaten mit Brandsätzen und zerstörten die letzten noch intakten Einrichtungen am Grenzübergang Kerem Schalom. Die israelische Armee reagierte mit Tränengas und schoss auf die Palästinenser, die Aufforderungen ignorierten und sich trotz Warnungen an den Grenzzaun begaben oder versuchten, diesen zu beschädigen.

Minister empfiehlt gezielte Tötung von Hamas-Führern

Noch ist unklar, ob die Hamas die Proteste fortsetzen wird. Ursprünglich waren sie bis zum 14. Mai geplant, dem Jahrestag der Staatsgründung Israels. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, hat die Armee mittlerweile der Hamas damit gedroht, die gezielte Tötung ihr Führer wieder aufzunehmen, sollte die radikal-islamische Organisation weiter Proteste an der Grenze organisieren. Für dieses Vorgehen sprach sich auch der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, am Dienstag im Gespräch mit der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ aus.

Demonstrationen im Westjordanland

Die Proteste am Montag beschränkten sich nicht nur auf den Gazastreifen. Auch im Westjordanland demonstrierten Tausende Palästinenser unter anderem in Ramallah und am Kalandia-Übergang bei Jerusalem. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem. Berichte über Zusammenstöße mit Soldaten gab es nicht.

Die israelischen Sicherheitskräfte sind auch am heutigen Dienstag in höchster Alarmbereitschaft. Sie erwarten weitere gewaltsame Proteste, da Araber am 15. Mai den Tag der „Nakba“, der sogenannten Katastrophe der israelischen Staatsgründung, begehen. Dabei erinnern sie an die Flucht und Vertreibung während des Unabhängigkeitskrieges 1948 und 1949.

Internationale Kritik

Die Eskalation der Lage an der Grenze zum Gazastreifen rief zahlreiche internationale Reaktionen hervor. Vor allem das Vorgehen der israelischen Armee stieß auf Kritik. Politiker weltweit forderten beide Seiten, vor allem aber Israel, zu Zurückhaltung auf. Südafrika und die Türkei zogen aus Protest ihre Botschafter aus Israel ab. Ankara warf der Regierung in Jerusalem einen „Genozid“ an den Palästinensern vor.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) will eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragen. Man wolle Schutz für das palästinensische Volk unter israelischer Besatzung, sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat am Montag laut der Nachrichtenagentur dpa. Er teilte zudem gemäß „Yediot Aharonot“ mit, die PA habe sich entschieden, Israel aufgrund seiner Siedlungspolitik vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verklagen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief beide Seiten zu „allergrößter Zurückhaltung“ auf. Israel müsse das Recht auf friedliche Demonstrationen respektieren und bei der Anwendung von Gewalt den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren, ließ sie am Montag in Brüssel laut dpa mitteilen. Die Hamas und die Anführer der Demonstration im Gazastreifen müssten wiederum sicherstellen, dass die Proteste absolut friedlich blieben.

Bundesregierung mahn „Prinzip der Verhältnismäßigkeit“ an

Das Bundesaußenministerium zeigte sich in einer Stellungnahme besorgt über die Eskalation. In der Erklärung heiß es: „Das Recht auf friedlichen Protest muss auch in Gaza gelten. Gleichzeitig haben wir immer deutlich gemacht: Dieses Recht darf nicht missbraucht, zum Vorwand genommen oder ausgenutzt werden, um die Lage zu eskalieren, Gewalt zu üben oder andere dazu anzustacheln. Israel hat das Recht, sich zu verteidigen und den Zaun gegen ein gewaltsames Eindringen zu sichern. Aber es gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Dies schließt auch ein, dass scharfe Munition nur dann zum Einsatz kommt, wenn andere, schwächere Methoden der Abschreckung nicht zum Ziel führen und konkrete Bedrohungen bestehen.“

Aus dem chinesischen Außenministerium verlautete am Dienstag: „Wir verurteilen Gewaltakte gegen Zivilisten und fordern die Palästinenser und Israelis, insbesondere die israelische Seite, auf, Zurückhaltung zu üben und weitere Spannungen und Eskalationen zu vermeiden“.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron verurteilte „die Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten“ und beklagte „die große Zahl ziviler palästinensischer Opfer in Gaza“. Er forderte alle Verantwortlichen zu Zurückhaltung und Deeskalation auf.

USA verhindern Untersuchung durch UN

Einzig die USA machten allein die Hamas für die Eskalation und die Toten verantwortlich. Sie verhinderten am Montag eine Erklärung des UN-Sicherheitsrates, in der eine unabhängige Untersuchung der Gewalt im Gazastreifen gefordert wurde. Auf Antrag Kuwaits wird der Rat am heutigen Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Israels Justizministerin Ajelet Schaked verteidigte unterdessen das Vorgehen der Soldaten. Diese handelten im Einklang mit den Vorgaben. „Die Hamas opfert die Bevölkerung für politische Zwecke, aber die Armee kann mit der Situation umgehen. Ich hoffe, sie (die Palästinenser) haben die Botschaft gestern verstanden und die Lage gerät nicht außer Kontrolle“, erklärte Schaked am Dienstag laut „Times of Israel“. Die enorme internationale Kritik an Israel bezeichnete die Ministerin als „unerfreulich“. Allerdings habe Israel damit viel Erfahrung und könne damit umgehen.

Von: dn

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Tue, 15 May 2018 13:55:00 +0200
<![CDATA[Bibelstudium in der Knesset]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/15/bibelstudium-in-der-knesset/ JERUSALEM (inn) – Etwa 140 Christen und Juden haben sich anlässlich des Jerusalem-Tages getroffen, um in der Bibel zu lesen und voneinander zu lernen. Gastgeber war Knessetmitglied Jehuda Glick (Likud), der dem Ausschuss für die Ermutigung zum Bibelstudium in der Knesset vorsteht. Zusammen mit Pastor Jim Garlow aus Kalifornien, der in der Vergangenheit auch als Berater von US-Präsident Donald Trump tätig war, der Schindler Gesellschaft sowie die Initiative Israel365 hatte der Rabbiner in das Parlamentsgebäude eingeladen. Außerdem waren Ehrengäste der US-Delegation geladen, die zur Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angereist waren.

Auch die ehemalige US-Senatsabgeordnete Michele Bachmann war unter den Gästen. In einem Grußwort bat sie um Vergebung „für die schreckliche und arrogante Art, wie Christen – inklusive mir selbst – Juden gesehen und behandelt“ hätten. Im Jahr 2015 hatte sie Juden dazu aufgerufen, zum Christentum zu konvertieren, um „das Ende der Tage“ herbeizuführen. Vor den Zuhörern sprach Bachmann sehr persönlich: „Je mehr ich die Bibel lese, desto mehr merke ich, dass es um das Land Israel und sein Volk geht. So wie ich sehe, dass Gott an seinem Volk wirkt, verändert er auch mein Herz. Ich bitte das jüdische Volk dafür um Entschuldigung, was wir ihm angetan haben. Und ich bitte Gott um Vergebung dafür, dass meine Worte Schaden angerichtet haben“.

„Wir kommen im Geist der Demut“

Garlow sagte: „Wir Christen sind vor allem hier, um zu lernen, nicht um zu lehren. Wir stehen zu Israel, weil uns die Bibel sagt, dass Gott uns segnet, wenn wir Israel segnen. Weil es sein Plan ist, die Juden zurück in ihre Heimat zu bringen, unterstützen wir Gottes wunderbaren Plan.“ Garlow berichtete von seinem Studium der Kirchengeschichte: „Es gab einen wesentlichen Teil, der fehlte: die Geschichte der Verfolgung von Juden durch Christen.“ Die Christen im Raum rief er auf, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. „Wir kommen im Geist der Demut und Zerbrochenheit und bitten euch um Vergebung.“

Die Schindler Gesellschaft ist von Rosemary Schindler Garlow und ihrem Mann Jim gegründet worden. Schindler Garlow ist eine Verwandte von Oskar Schindler. Die Gruppe von Christen hält fortlaufend Bibelgesprächsgruppen im Kongress der USA sowie der Vereinten Nationen ab.

Die Initiative Israel365 steht unter der Leitung von Rabbi Tuly Weisz und setzt sich für ein stärkeres Miteinander zwischen Juden und den Nationen ein. Weisz zeigte sich erfreut über das Treffen: Juden würden häufig Jesaja 2,3 zitieren: „Von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem“. Doch häufig übersähen sie dabei den vorhergehenden Vers übersehen: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen.“ Er ergänzte: „Wir laufen auf einem schmalen Pfad und versuchen, ihn in eine achtspurige Autobahn zu auszuweiten. Wir befinden uns im Goldenen Zeitalter der jüdisch-christlichen Beziehungen.“

Psalm 48 erinnert an Zion

Anlässlich des Jerusalemtages legten Glick, Rabbi Oriel Einhorn und Rabbinerin Shani Taragin Bibelstellen aus, die sich mit der Bedeutung Jerusalems beschäftigten.

Glick wies auf die Struktur des Psalms 48 hin: Dieser sei zwischen Psalm 47 und 49 angeordnet, die darüber sprechen, dass Gott der Gott der Nationen ist. Doch Psalm 48 spreche von „der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge“. Das Herzstück des Psalms seien die vier Worte „Stadt des HERRN Zebaoth“. Glick sagte: „Vor 3.000 Jahren geschrieben, scheinen mir diese Worte, als seien sie vor 51 Jahren geschrieben. Im Hebräischen erkennen wir: Vor den vier zentralen Worten stünden im Hebräischen 51 Worte und danach ebenso. Jeder, der 1967 bei der Befreiung Jerusalems dabei war, selbst die, die nicht gläubig waren, haben die Wunder gesehen und mussten mit Vers 12 bekennen: ‚weil du recht richtest‘."

Der Psalm sei in drei Teile aufgeteilt: die ersten drei Verse hätten 24 Wörter, die letzten drei Verse ebenso, zusammen würden es also 48 Wörter. „48 steht für das hebräische Wort moach, mem-chet, Gehirn.“ Wer die Position der Buchstaben im hebräischen Alphabet addiere, komme auf die Zahl 48, die wiederum dem Zahlenwert des Wortes „Zion“ entspräche. In der Mitte stünden acht Verse mit 58 Wörtern. Dieser Zahlenwert wiederum entspreche dem Wort „deine rechte Hand“ aus Vers 11. Glick erklärte den verwunderten Zuschauern: „Ich möchte gar nicht zu sehr in die Gematria eingehen“ – und spielte auf die jüdische Technik der Interpretation von Worten mit Hilfe von Zahlen an. „Aber ich möchte auf die Struktur des hebräischen Textes hinweisen. Der Psalm 48 soll uns an Jerusalem erinnern.“

Dass die Stadt seit 1967 unter jüdischer Regierung stehe, Israel am Samstagabend den Eurovisionssieg errungen habe und am Montag die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegt werden solle – „all das mag uns erscheinen, als sei es auf unsere tollen Bemühungen zurückzuführen. Doch der Psalm sagt uns: Es geht nicht um euch. Erinnert euch daran: Es geht um Zion, den Ort, den Gott erwählt hat, um seine göttliche Präsenz zu zeigen. Es geht um Gott und seine großen Taten. Das bringt uns zu einer demütigen Haltung, und nimmt uns allen Stolz im Herzen. Es geht um den Tempelberg, auf dem Gott seine Präsenz zeigen möchte.“

„Jeru-Schalem“ ist nicht teilbar

Einhorn erklärte, dass Jerusalem in der Bibel 621 Mal explizit erwähnt sei. In den fünf Mose-Büchern werde jedoch nur auf die Stadt hingewiesen, ohne direkt auf sie Bezug zu nehmen, damit keiner der zwölf Stämme einen Anspruch auf sie erheben könne. Auch heute gehöre Jerusalem niemandem. Die wahre Bedeutung Jerusalems sei in Jesaja 1,27 erklärt: „Zion muss durch Gericht erlöst werden und, die zu ihr zurückkehren, durch Gerechtigkeit.“ Wer Besitzanspruch auf Jerusalem erhebe, verliere die Stadt.

Jerusalem stehe für Würde, Freiheit und Unabhängigkeit der Menschen und soziale Verantwortung. Einhorn sagte den erstaunten Zuhörern: „So wie sich das Wort Jeru-Schalem nicht trennen lässt, lässt sich auch das Land nicht teilen.“ Jeruschalajim sei ein geistlicher Ort für Wachstum und Erleuchtung und, wie schon geschrieben stehe, „ein Ort der Anbetung für alle Nationen“ (Jesaja 56,7). Daher sollten die Nationen zusammenstehen, damit es in Jerusalem Frieden geben kann und dieser in die Nationen ausstrahlt.

Von: mh

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Tue, 15 May 2018 13:51:00 +0200
<![CDATA[„Jeder Tag ist ’48“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/jeder-tag-ist-48/ Der Holocaust der Juden in Europa wird im Hebräischen als Scho‘ah, Unheil oder Katastrophe, bezeichnet. Davon abgeleitet legten die Araber den Begriff Nakba, Katastrophe, für das Phänomen der geflohenen Araber aus Palästina fest.

Als Israel seine Staatsgründung ausrief, verließen mehr als 700.000 Araber ihre Häuser und gingen in die benachbarten arabischen Länder. Diese hatten versprochen, sich der „Juden in Palästina anzunehmen“. Wenn das erledigt sei, könnten die Geflüchteten wieder ihre Häuser beziehen, inklusive derer, in denen die Juden wohnten. Doch die Juden gewannen den Krieg und ließen Araber, die sich zum Kriegsende in den feindlich-arabischen Nachbarstaaten befanden, nicht in ihre Häuser zurück.

Heute gibt es mehr als fünf Millionen Palästinenser, die als Flüchtlinge gelten. Darüber, wie es zur Flucht der Araber kam und in welchem Ausmaß Juden den Arabern Unrecht antaten, streiten sich Historiker bis heute. Die Fälle, in denen jüdische Soldaten der arabischen Zivilbevölkerung im Rahmen des Krieges Gewalt antaten, liegen jedoch weit unter dem, was immer wieder behauptet wird.

Eine israelische Organisation, „Zochrot“, dokumentiert auf ihrer Homepage die bekannten Ereignisse: In Filmen, Augenzeugenberichten, Landkarten und Fotos wird die Flucht der Araber von 1948 thematisiert. Trotzdem bleibt die genaue Zahl der Ereignisse im Dunkeln. Und doch ist fast jeder Palästinenser heute überzeugt, dass seine Vorfahren damals von den Juden gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Zeitzeugen sollen in Jerusalem zu finden sein, in Israel und im Westjordanland. Ein Muhtar, der Ortsvorsteher eines Jerusalemer Stadtteils, ein Fremdenführer und ein Mitarbeiter des UN-­Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) versichern einstimmig: „Es gibt sie noch“. Wo genau ich diese finde, können sie mir nicht sagen. Der palästinensische Reiseleiter Samir versicherte mir am Telefon, er bringe mich mit Zeitzeugen von 1948 zusammen. „Meine Mutter ist in einem Flüchtlingslager aufgewachsen. Vielleicht kann sie berichten.“

Geschäftsschädigende Wahrheit

Samir arbeitet eng mit Israelis zusammen und führt regelmäßig Touren für Besucher aus aller Welt in der Westbank durch. Die Gruppen trifft er nie in Israel, obwohl er jeden Monat mindestens einmal nach Jerusalem kommt: „Ich bekomme eine besondere Genehmigung wegen meines Geschäfts. Aber das müssen die Gruppen ja nicht wissen. Wenn sie mich auf der anderen Seite treffen, verstehen sie viel besser, was Besatzung bedeutet.“

Als wir uns treffen, ist von der Mutter keine Rede mehr. „Sie ist erst nach ‘48 geboren“, lautet seine knappe Antwort. „Doch schade, dass du meine Großmutter nicht mehr kennengelernt hast. Sie hätte dir erzählen können.“ Dann erzählt er selbst von den Geschichten, die er von seiner Großmutter als Kind zu hören bekam: „Sie erzählte uns, wie sie aus Angst vor den Juden ihr Dorf verlassen hätten. Wie schön es dort gewesen sei. Natürlich wussten wir, dass sie die Geschichte ausschmückte, dass sie übertrieb, auch wenn sie beim Erzählen weinte, obwohl das Ereignis Jahrzehnte zurücklag. Doch wir Kinder liebten es, ihr immer wieder zuzuhören.“

Seinen richtigen Namen möchte er lieber nicht genannt wissen. Das könne sich geschäftsschädigend auswirken. Doch versichert er: „Deutsche buchen ganz besonders gern meine Touren. Und sie mögen, was ich ihnen zu erzählen habe.“ Er zeige ihnen das „wirkliche Palästina“. Und er versteht sich als Sprachrohr der einfachen Palästinenser. „Die Nakba – das ist doch eigentlich immer. Wir leben die Vertreibung jeden Tag.“

„Das Problem ist der Zionismus“

Mit Samir ist ein Treffen in Ahmads Haus vereinbart. Dort wollen wir seinen Bruder treffen. „Der kennt ganz viele Geschichten von Leuten, die diese Zeit miterlebt haben“, versichern mir Ahmad und Samir. Doch weil der Bruder auf sich warten lässt, entspinnt sich ein Gespräch mit Ahmad, einem UNRWA-Mitarbeiter. Vielleicht kommt es letztlich gar nicht darauf an, ob man die Ereignisse selbst miterlebt hat oder nur Geschichten weitererzählt, die man in den vergangenen Jahrzehnten in der Nachbarschaft gehört hat? „Schau“, beginnt Ahmad: „Du suchst nach Menschen, die 1948 dabei waren. Doch die Wirklichkeit ist komplizierter. 1948 ist für uns jeden Tag. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an das Haus zurückdenke, das meine Eltern damals verlassen mussten.“ Seine Frau Dana pflichtet ihm bei. Sie tischt süßlichen Kaffee auf, der in der arabischen Welt so gern getrunken wird.

Ahmad hätte kein Problem, mit den Juden zusammenzuleben, „das Problem ist der Zionismus“. Was das genau sei? „Eine politische Strömung, die die Vernichtung der Araber zum Ziel hat.“ Das wüssten alle, und auch die Nachrichten auf Facebook würden das bestätigen, ergänzt Dana. „Dabei sollten die Juden am besten alle in die Länder zurückgehen, aus denen sie ursprünglich gekommen sind. Sie wohnen ja erst seit kurzem hier.“ Stolz berichten viele Palästinenser, dass ihre Vorfahren vor zweihundert, dreihundert oder fünfhundert Jahren aus Saudi-Arabien, dem Jemen oder vor hundert Jahren aus Armenien gekommen sind. Dass auch nicht alle Palästinenser schon immer in Palästina gelebt hätten, sieht Dana nicht als Widerspruch.

Samir fasst in Worte, wovon heute die meisten Palästinenser überzeugt sind: „Unsere Kultur ist Jahrtausende alt. Und jeder weiß doch, dass wir unter den Arabern die gebildetsten sind.“ Übrigens verrät auch Samirs Nachname, dass er ursprünglich kein Araber ist. Darauf angesprochen grinst er: „Meine Familie ist mit den Kreuzfahrern ins Land gekommen. Und wahrscheinlich kamen sie aus Spanien oder Italien.“

Ob Ahmad an die UNRWA glaube? „Auf keinen Fall“, sagt er, der selbst seit 15 Jahren als Sozialarbeiter für UNRWA arbeitet. „Sie haben uns verraten. Sie sollten sich dafür einsetzen, dass wir in unsere Häuser zurückkehren können.“ Für Ahmad ist klar: Eine Lösung kann nur sein, dass er das Haus seiner Familie von 1948 zurückbekommt. „Sa-na’ud“, „Wir kehren zurück“, ist ein viel zitierter Slogan, der von Palästinensern weltweit am Leben erhalten wird, selbst wenn diese längst in anderen Staaten leben und deren Staatsbürgerschaft besitzen.

Außerdem bewahren viele Familien auch den Schlüssel ihrer alten Häuser auf, als Symbol, dass sie jederzeit bereit sind, dorthin zurückzukehren. Nachgemachte Schlüssel lassen sich heute auch auf arabischen Märkten für wenig Geld erwerben, doch die Botschaft ist klar. Schlüssel und der Ruf nach „awda“, der „Rückkehr“, werden in den Familien lebendig gehalten, in Schulen und Sommerlagern wird dieser Ruf noch verstärkt, und UNRWA-Mitarbeiter stehen fast geschlossen hinter diesen unrealistischen Forderungen. Eine Normalisierung und Integration der Palästinenser in die jeweilige Gesellschaft ist so also gar nicht möglich.

Palästinenser klein gehalten

Palästinenser, vor allem die in den Flüchtlingslagern, werden von der arabischen und westlichen Welt finanziell und ideell in ihrer Opferrolle gehalten und gestärkt. Weder erwähnt jemand die Drohungen der arabischen Nachbarstaaten von 1948, den neu gegründeten Staat Israel zu vernichten. Noch wagt jemand einen Erklärungsversuch, warum die Nachfahren der etwa 120.000 Araber, die damals in Israel blieben, heute im jüdischen Staat als Bürger vor dem Gesetz gleich sind, und warum Israel das einzige Land ist, das es geschafft hat, seine arabischen Flüchtlinge zu integrieren und daher keine Flüchtlingslager benötigt. Eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Geschehnissen um die Staatsgründung Israels ist begrüßenswert. Dazu gehört das Hinterfragen des unkritischen Narrativs der Palästinenser jedoch ebenso wie das Brechen des Schweigens über das Tabuthema der jüdischen Flüchtlinge.

Noch habe ich die versprochenen Zeitzeugen nicht getroffen und auch Ahmads Bruder ist nach zweieinhalb Stunden nicht gekommen – doch Samir gibt mir Telefonnummern von Basel in Galiläa und Muhammad in Haifa: „Sie kennen auf jeden Fall Leute, die von 1948 berichten können.“ Ich bin gespannt, sie kennenzulernen und ihnen zuzuhören.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 2/2018 des Israelnetz Magazins. Diese besondere Themenausgabe befasst sich mit dem 70-jährigen Bestehen des Staates Israel. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: Merle Hofer

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Tue, 15 May 2018 12:06:00 +0200
<![CDATA[Amerikanische Botschaft in Jerusalem eröffnet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/15/amerikanische-botschaft-in-jerusalem-eroeffnet/ JERUSALEM (inn) – Politiker, Diplomaten und Geistliche haben am Montagnachmittag die Botschaft der USA in Jerusalem offiziell eingeweiht. Dabei durften biblische Bezüge nicht fehlen.

In dem Festzelt bei dem Jerusalemer US-Konsulat im beschaulichen Viertel Arnona waren 800 geladene Gäste versammelt. Zwischen dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dem Staatspräsidenten Reuven Rivlin saßen die Trump-Berater, Schwiegersohn Jared Kushner und seine Frau Ivanka, Trumps Tochter. Netanjahu und Kushner trugen beide einen knallroten Schlips. Ivankas Gewand wirkte wie ein Hochzeitskleid.

Ein bedeutsamer Zusatz

Gemäß amerikanischer Sitte präsentierten bunt uniformierte Marines erst einmal die Flaggen zum Gesang der amerikanischen Hymne. US-Botschafter David Friedman verkündete die Zeremonie zur Eröffnung der „US-Botschaft in Jerusalem, Israel“. Der Zusatz „Israel“ hatte politische Bedeutung, denn in der Stadt Jerusalem geborene Amerikaner oder Israelis erhielten in ihren Geburtsurkunden und Pässen bisher nur die Ortsbezeichnung „Jerusalem“, ohne Angabe des Staates Israel.

Ein evangelikaler Pastor mit verschlossenen Augen und ein Rabbiner mit Rauschebart und schwarzem Hut auf dem Kopf beteten die Geschichte Jerusalems herunter, seit Abraham über David und Salomo bis zum Staatsgründer David Ben-Gurion. Sie lobten den „großartigen“ US-Präsidenten Donald Trump und den „mutigen“ Premier Netanjahu.

Etwas nüchterner sprach der stellvertretende US-Außenminister John Sullivan über den Frieden, der nun von Jerusalem ausgehe. Es folgte eine Videobotschaft von Präsident Trump. Dieser erwähnte die Tatsache, dass Israel als souveräne Nation wie jeder andere Staat seine Hauptstadt bestimmt habe, in dem Fall den Standort Jerusalem. Das sei schon 1950 geschehen. „Möge Gott Israel und die USA segnen“, schloss er seine kurze Ansprache.

Äthiopische Sängerin mit „Halleluja“

Botschafter Friedman lud dann den amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin und die Trump-Tochter Ivanka ein, das Schild der Botschaft zu enthüllen. Der Botschafter erzählte danach die Geschichte eines äthiopischen Ehepaares, das sich durch die Wüste des Sudan zu Fuß auf den Weg nach Israel machte. Eine israelische Militärmaschine habe das Paar gerettet. Die beiden ließen sich in Sderot nieder, wo es Raketen der Hamas aus dem Gazastreifen regnete. So stellte Friedman die äthiopische Sängerin Chagit Jassow vor, die „Halleluja“ auf Englisch und Hebräisch vortrug, einen Psalm Davids, der den ersten Tempel in Jerusalem erträumt habe.

Als nächster wurde Staatspräsident Rivlin eingeladen, dessen Familie schon sieben Generationen lang in Jerusalem lebt und der wie kein anderer israelischer Politiker eine enge Verbindung zu Jerusalem habe. Rivlin erwähnte, dass die Juden seit 3.000 Jahren in ihren Gebeten Jerusalem die Treue gehalten hätten. Abschließend dankte er Trump dafür, sein Versprechen eingehalten zu haben, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen.

Kushner erklärte, er sei „stolz, heute in der Hauptstadt des Herzens des jüdischen Volkes zu sein“. Im Dezember habe Präsident Trump erklärt, die „Wahrheit anzuerkennen“. Es entspreche der „Wahrheit“, Jerusalem als die Hauptstadt Israels zu würdigen. Kushner zählte die gemeinsamen Werte auf, die beide Länder teilen: Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Frauenrechte und vieles mehr. Der Berater erwähnte seine Großeltern, die Holocaustüberlebende gewesen seien. Botschafter Friedman sagte, dass viele Überlebende sich nicht hätten vorstellen können, dieses Ereignis der Botschaftseröffnung zu ihren Lebzeiten noch zu erleben.

Netanjahu hielt als letzter Redner eine vielbeklatschte Rede. Auf Hebräisch erzählte er, wie er als Kind in dieser Gegend in den Feldern herumlief, aber nur bis zu den Schildern „Vorsicht Grenze“. Abschließend sprach noch ein Baptistenpastor einen Segen, wobei er den Staat Israel als die „einzige Fackel des Friedens im Nahen Osten“ bezeichnete.

Provisorische Unterkunft

Das endgültige Botschaftsgebäude in Jerusalem ist noch nicht errichtet. Es gibt Pläne, aber es ist noch nicht einmal klar, wo der riesige Komplex mit Sicherheitsmauern und vielen Büros entstehen soll. Im Augenblick wird erwogen, die Diplomaten im riesigen benachbarten Diplomat-Hotel einziehen zu lassen. Die USA haben das ab 1963 errichtete und 1967 eröffnete Hotelgebäude schon 2014 erworben. Diesen unschönen Kasten haben die Israelis demonstrativ an der Grenze zum UNO-Niemandsland und zum jordanisch besetzten Ostjerusalem auf ihrem Gebiet errichtet, um Präsenz zu zeigen. Fälschlich wurde zum Beispiel in der „Süddeutschen Zeitung“ behauptet, dass das Konsulat und das Diplomat-Hotel in dem von „Jordanien beanspruchten“ Gebiet lägen. Das Hotel wurde in den 1990er Jahren als Aufnahmezentrum für frisch eingewanderte Juden aus Äthiopien verwendet. Nachdem sie über das Land verteilt waren, wurde das Gebäude in ein Altersheim für eingewanderte Russen umgewandelt. Bald sollen nun amerikanische Diplomaten einziehen.

Vom Konsulat aus kann man an klaren Tagen, etwa nach Regen, bis zum Toten Meer und den roten Bergen Jordaniens schauen. Im Vordergrund, in unmittelbarer Nachbarschaft, befinden sich der Kibbutz Ramat Rachel und das ehemals jordanische Dorf Zur Bacher. Zu Füßen des Hügels erstreckt sich das Viertel Armon Hanatziv, das nach 1967 von den Israelis im „Niemandsland“ der UNO zwischen dem jüdischen Westen und dem arabischen Osten errichtet worden ist. Knapp zu sehen ist auch noch das UNO-Hauptquartier in Jerusalem, im ehemaligen Herrscherpalast des britischen Gouverneurs während der Mandatszeit, die am 14. Mai 1948 endete.

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 15 May 2018 11:01:00 +0200
<![CDATA[Israel feiert Netta Barzilai für Sensationssieg beim ESC]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/05/14/israel-feiert-netta-barzilai-fuer-sensationssieg-beim-esc/ LISSABON / JERUSALEM / TEL AVIV (inn) – Es gleicht einer Sensation: Trotz Boykottaufrufen der BDS-Bewegung und kritischer Berichterstattung über Israel gewinnt die Sängerin Netta Barzilai für ihr Land den Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon. Dass dieser Sieg nicht selbstverständlich ist, machte die experimentelle Künstlerin direkt in ihren Dankesworten in der Nacht zum Sonntag klar: „Vielen Dank, dass ihr Unterschiedlichkeit gewählt habt! Vielen Dank, dass ihr Unterschiede akzeptiert! Danke, dass ihr Vielfalt feiert!“ Ihr Lied „Toy“ (Spielzeug) landete mit 529 Punkten – und riesigem Abstand – auf der „Pole-Position“. Damit gewinnt der jüdische Staat zum vierten Mal den Wettbewerb. Fast 100 Punkte waren die Differenz zur Zweitplatzierten Eleni Foureira aus Zypern mit „Fuego“ (436 Punkte).

„Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat.“ Netta Barzilai

Nun feiert ganz Israel und hieß Netta – wie sie sich als Künstlerin nennt – am Montag bei ihrer Rückkehr herzlich willkommen. Sie landete mit einer „El Al“-Maschine am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Die 25-Jährige sagte bei ihrer Ankunft: „Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat.“ Dutzende Fans und Fotografen begrüßten sie. Als ihr Gewinn bekanntgegeben wurde, hatte die Künstlerin gesagt: „Nächstes Jahr in Jerusalem“, ein traditioneller Wunsch, der am Schluss des jüdischen Sederabends ausgesprochen wird.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu beglückwünschte Netta erst via Twitter: „Netta, Sie sind ein wahrer Schatz. Sie haben dem Staat Israel viel Ehre gebracht. Nächstes Jahr in Jerusalem!" Anschließend telefonierte er mit der Gewinnerin noch in der Siegesnacht. „Netta, Sie sind wunderbar!“, sagte er ihr. Sie sei „Israels beste Botschafterin“. Er freue sich auf sie: „Wir warten auf Sie, wir lieben Sie!“ „Danke, Bibi, danke!“, antwortete sie und nannte Netanjahu bei seinem Spitznamen.

Auf dem Weg zur montäglichen Kabinettssitzung machte Netanjahu den „Chicken-Move“, eine Bewegung, die Hühner beim Flügelschlagen nachahmt. Diese Bewegung machte Netta in ihrem Musikvideo und beim ESC-Auftritt. In dem Lied ahmt die Sängerin unter anderem Hühnergegacker nach. Der Premier postete das Video auf Twitter und schrieb anstatt „Boker Tov“, was „Guten Morgen“ heißt, „Boker Toy", in Anspielung auf Nettas Lied.

Gal Gadot: „Stimmt für Netta ab!“

Die international bekannte israelische Schauspielerin Gal Gadot motivierte auf Instagram ihre mehr als 19 Millionen Follower, für Netta anzurufen und SMS zu senden: „Stimmt für Netta ab!“ Sie postete ein Bild der Sängerin, das überschrieben war mit dem Slogan „Yes she can!“ – übersetzt „Ja, sie kann es!“ oder „Ja, sie schafft es!“ Die Worte sind in leicht abgewandelter Form der Motivationsspruch, den der ehemalige US-Präsident Barack Obama in seinem Wahlkampf nutzte: „Yes, we can!"

Exklusiver Einblick in Jerusalemer Wohnzimmer: So feiern Israelis ESC-Sieg:

Gadot gratulierte im Anschluss Netta via Instagram: „Ich freue mich so für dich.“ Weiter schreibt die „Wonder Woman“-Darstellerin: „Du repräsentierst das wahre Wunder in Frauen: so viel Wahrheit, Selbstbewusstsein und Talent. Du stehst für Verschiedenheit und bringst ein frisches, schönes Licht in die Welt.“ Gadot bedankte sich auch bei allen, die für Netta abgestimmt haben.

Konzert auf dem Rabin-Platz

Um ihren Fans „Dankeschön“ zu sagen, tritt die Sängerin am Montagabend auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv auf – dort, wo zwei Tage zuvor die Menschen begeistert Nettas Sieg feierten. Über Facebook kündigte sie ihren Auftritt für 19.30 Uhr israelischer Zeit an.

Nach dem Sieg feierten Menschen in der Nacht von Samstag auf Sonntag und bis in die frühen Morgenstunden in ganz Israel. Aus fahrenden und hupenden Autos ertönte das Siegeslied „Toy“. Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv schwenkten Menschen israelische Fahnen, sangen und tanzten, sie sprangen sogar in das Wasserbecken auf dem Platz.

Mit diesem Gewinn bewies die ESC-Gemeinde, dass das Politische keine Rolle bei diesem Wettbewerb spielen soll. Das ist jedoch nicht immer so: In der Vergangenheit passierte es mehrmals, dass Interpreten aufgrund von politischen Aktivitäten ihrer Länder starken Gegenwind und Buhrufe erhielten. Der ESC will zudem Vielfalt repräsentieren. Und so ist es auch möglich, dass ein Mann im Abendkleid und Vollbart – Conchita Wurst im Jahr 2014 – den Wettbewerb gewinnt. Dies gefällt nicht jedem – und auch die aktuelle Gewinnerin stößt teils auf Ablehnung.

Klare Botschaft in Nettas Lied

Auch Israel hatte schon besondere Künstler auf der Bühne stehen – und siegte: Genau vor 20 Jahren gewann Dana International mit ihrem Song „Diva“ für den Contest. Die heute 46-Jährige hatte damals für Furore gesorgt, denn die Transsexuelle wurde als Mann namens Scharon Cohen geboren, und ließ sich vor circa 25 Jahren umoperieren. Sie wurde zu einer Art Galionsfigur der israelischen Schwulen- und Lesbenszene. Sie ebnete den Weg für außergewöhnliche Kandidaten. Ultra-orthodoxe Juden und weitere Konservative sprachen sich damals gegen ihre Teilnahme bei dem Musikereignis aus. Sie trat trotz Kritik auf, gewann den Wettbewerb (ehemals Grand Prix) und brachte die Show nach Jerusalem.

Im Song setzt Netta auf eine klare Botschaft: Frauen sind kein Spielzeug und es geht nicht um das Aussehen und Schönheitsideale, sondern um die inneren Werte. In „Toy" heißt es: „Look at me, I'm a beautiful creature. I don't care about your modern-time preachers. [...] I'm not your toy, you stupid boy.“ Das bedeutet: „Schaut mich an, ich bin ein schönes Geschöpf. Prediger der modernen Zeit sind mir egal. [...] Ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge.“

Positive Rückmeldung aus der arabischen Welt

Die arabischsprachige Facebookseite des israelischen Außenministeriums postete das „Toy“-Video auf der Plattform. Es gab neben einigen Hass-Nachrichten viele positive Rückmeldungen. Der Leiter des arabischen Zweigs der digitalen Diplomatiesparte des israelischen Außenministeriums, Jonatan Gonen, erklärte laut der Tageszeitung „Ha'aretz", dass sich viele Frauen etwa aus Marokko lobend zu Wort gemeldet haben, obwohl die Seite wenige weibliche Follower habe.

Europapolitiker rufen zum Boykott auf

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman münzte die Botschaft des Liedes für eine politische Erklärung um. Er schrieb, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad lernen soll, „was heute vor sich geht“. Er solle dem Ajatollah Chamenei, dem obersten Führer des Irans sagen, dass er „nicht dessen Spielzeug“ sei. Der Iran habe in Syrien „nichts zu suchen“.

Zwei Europaparlamentarier aus Irland haben nach Nettas Sieg dazu aufgerufen, den ESC 2019 zu boykottieren. Lynn Boylan, Mitglied der linksgerichteten „Sinn Féin“-Partei, schrieb auf Twitter: „Israel gewinnt den ESC. Also lasst uns BDS 2019 erfolgreicher werden als je zuvor.“

Von: mab

LISSABON / JERUSALEM / TEL AVIV (inn) – Es gleicht einer Sensation: Trotz Boykottaufrufen der BDS-Bewegung und kritischer Berichterstattung über Israel gewinnt die Sängerin Netta Barzilai für ihr Land den Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon. Dass dieser Sieg nicht selbstverständlich ist, machte die experimentelle Künstlerin direkt in ihren Dankesworten in der Nacht zum Sonntag klar: „Vielen Dank, dass ihr Unterschiedlichkeit gewählt habt! Vielen Dank, dass ihr Unterschiede akzeptiert! Danke, dass ihr Vielfalt feiert!“ Ihr Lied „Toy“ (Spielzeug) landete mit 529 Punkten – und riesigem Abstand – auf der „Pole-Position“. Damit gewinnt der jüdische Staat zum vierten Mal den Wettbewerb. Fast 100 Punkte waren die Differenz zur Zweitplatzierten Eleni Foureira aus Zypern mit „Fuego“ (436 Punkte).

„Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat.“ Netta

Nun feiert ganz Israel und hieß Netta – wie sie sich als Künstlerin nennt – am Montag bei ihrer Rückkehr herzlich willkommen. Sie landete mit einer „El Al“-Maschine am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Die 25-Jährige sagte bei ihrer Ankunft: „Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat.“ Dutzende Fans und Fotografen begrüßten sie. Als ihr Gewinn bekanntgegeben wurde, hatte die Künstlerin gesagt: „Nächstes Jahr in Jerusalem“, ein traditioneller Wunsch, der am Schluss des jüdischen Sederabends ausgesprochen wird.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu beglückwünschte Netta erst via Twitter: „Netta, Sie sind ein wahrer Schatz. Sie haben dem Staat Israel viel Ehre gebracht. Nächstes Jahr in Jerusalem!" Anschließend telefonierte er mit der Gewinnerin noch in der Siegesnacht. „Netta, Sie sind wunderbar!“, sagte er ihr. Sie sei „Israels beste Botschafterin“. Er freue sich auf sie: „Wir warten auf Sie, wir lieben Sie!“ „Danke, Bibi, danke!“, antwortete sie und nannte Netanjahu bei seinem Spitznamen.

Auf dem Weg zur montäglichen Kabinettssitzung machte Netanjahu den „Chicken-Move“, eine Bewegung, die Hühner beim Flügelschlagen nachahmt. Diese Bewegung machte Netta in ihrem Musikvideo und beim ESC-Auftritt. In dem Lied ahmt die Sängerin unter anderem Hühnergegacker nach. Der Premier postete das Video auf Twitter und schrieb anstatt „Boker Tov“, was „Guten Morgen“ heißt, „Boker Toy", in Anspielung auf Nettas Lied.

Gal Gadot: „Stimmt für Netta ab!“

Die international bekannte israelische Schauspielerin Gal Gadot motivierte auf Instagram ihre mehr als 19 Millionen Follower, für Netta anzurufen und SMS zu senden: „Stimmt für Netta ab!“ Sie postete ein Bild der Sängerin, das überschrieben war mit dem Slogan „Yes she can!“ – übersetzt „Ja, sie kann es!“ oder „Ja, sie schafft es!“ Die Worte sind in leicht abgewandelter Form der Motivationsspruch, den der ehemalige US-Präsident Barack Obama in seinem Wahlkampf nutzte: „Yes, we can!"

Exklusiver Einblick in Jerusalemer Wohnzimmer: So feiern Israelis ESC-Sieg:

Gadot gratulierte im Anschluss Netta via Instagram: „Ich freue mich so für dich.“ Weiter schreibt die „Wonder Woman“-Darstellerin: „Du repräsentierst das wahre Wunder in Frauen: so viel Wahrheit, Selbstbewusstsein und Talent. Du stehst für Verschiedenheit und bringst ein frisches, schönes Licht in die Welt.“ Gadot bedankte sich auch bei allen, die für Netta abgestimmt haben.

Konzert auf dem Rabin-Platz

Um ihren Fans „Dankeschön“ zu sagen, tritt die Sängerin am Montagabend auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv auf – dort, wo zwei Tage zuvor die Menschen begeistert Nettas Sieg feierten. Über Facebook kündigte sie ihren Auftritt für 19.30 Uhr israelischer Zeit an.

Nach dem Sieg feierten Menschen in der Nacht von Samstag auf Sonntag und bis in die frühen Morgenstunden in ganz Israel. Aus fahrenden und hupenden Autos ertönte das Siegeslied „Toy“. Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv schwenkten Menschen israelische Fahnen, sangen und tanzten, sie sprangen sogar in das Wasserbecken auf dem Platz.

Mit diesem Gewinn bewies die ESC-Gemeinde, dass das Politische keine Rolle bei diesem Wettbewerb spielen soll. Das ist jedoch nicht immer so: In der Vergangenheit passierte es mehrmals, dass Interpreten aufgrund von politischen Aktivitäten ihrer Länder starken Gegenwind und Buhrufe erhielten. Der ESC will zudem Vielfalt repräsentieren. Und so ist es auch möglich, dass ein Mann im Abendkleid und Vollbart – Conchita Wurst im Jahr 2014 – den Wettbewerb gewinnt. Dies gefällt nicht jedem – und auch die aktuelle Gewinnerin stößt teils auf Ablehnung.

Klare Botschaft in Nettas Lied

Auch Israel hatte schon besondere Künstler auf der Bühne stehen – und siegte: Genau vor 20 Jahren gewann Dana International mit ihrem Song „Diva“ für den Contest. Die heute 46-Jährige hatte damals für Furore gesorgt, denn die Transsexuelle wurde als Mann namens Scharon Cohen geboren, und ließ sich vor circa 25 Jahren umoperieren. Sie wurde zu einer Art Galionsfigur der israelischen Schwulen- und Lesbenszene. Sie ebnete den Weg für außergewöhnliche Kandidaten. Ultra-orthodoxe Juden und weitere Konservative sprachen sich damals gegen ihre Teilnahme bei dem Musikereignis aus. Sie trat trotz Kritik auf, gewann den Wettbewerb (ehemals Grand Prix) und brachte die Show nach Jerusalem.

Im Song setzt Netta auf eine klare Botschaft: Frauen sind kein Spielzeug und es geht nicht um das Aussehen und Schönheitsideale, sondern um die inneren Werte. In „Toy" heißt es: „Look at me, I'm a beautiful creature. I don't care about your modern-time preachers. [...] I'm not your toy, you stupid boy.“ Das bedeutet: „Schaut mich an, ich bin ein schönes Geschöpf. Prediger der modernen Zeit sind mir egal. [...] Ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge.“

Positive Rückmeldung aus der arabischen Welt

Die arabischsprachige Facebookseite des israelischen Außenministeriums postete das „Toy“-Video auf der Plattform. Es gab neben einigen Hass-Nachrichten viele positive Rückmeldungen. Der Leiter des arabischen Zweigs der digitalen Diplomatiesparte des israelischen Außenministeriums, Jonatan Gonen, erklärte laut der Tageszeitung „Ha'aretz", dass sich viele Frauen etwa aus Marokko lobend zu Wort gemeldet haben, obwohl die Seite wenige weibliche Follower habe.

Europapolitiker rufen zum Boykott auf

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman münzte die Botschaft des Liedes für eine politische Erklärung um. Er schrieb, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad lernen soll, „was heute vor sich geht“. Er solle dem Ajatollah Chamenei, dem obersten Führer des Irans sagen, dass er „nicht dessen Spielzeug“ sei. Der Iran habe in Syrien „nichts zu suchen“.

Zwei Europaparlamentarier aus Irland haben nach Nettas Sieg dazu aufgerufen, den ESC 2019 zu boykottieren. Lynn Boylan, Mitglied der linksgerichteten „Sinn Féin“-Partei, schrieb auf Twitter: „Israel gewinnt den ESC. Also lasst uns BDS 2019 erfolgreicher werden als je zuvor.“

Von: mab

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Mon, 14 May 2018 15:38:00 +0200
<![CDATA[Heidelberger Studierendenrat gegen Israelboykott]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/05/14/heidelberger-studierendenrat-gegen-israelboykott/ Der Studierendenrat der Universität Heidelberg unterstützt keine Veranstaltungen mehr, die die anti-israelische Boykottbewegung BDS fördern. Einen entsprechenden Positionsantrag haben die Mitglieder mit knapper Mehrheit angenommen. Demnach will der StuRa „nach seinen Möglichkeiten, Aufklärungs- und Bildungsarbeit durchführen, um die Durchsetzung der BDS-Forderungen nach Boykott, De-Investment und Sanktionen gegen Israel zu verhindern, da diese in ihrer Gesamtheit als antisemitisch und antiaufklärerisch zu verstehen sind”.

Von: eh

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Mon, 14 May 2018 14:57:00 +0200
<![CDATA[Dutzende Palästinenser bei Protesten an Gaza-Grenze getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/14/dutzende-palaestinenser-bei-protesten-an-gaza-grenze-getoetet/ An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen kommt es seit dem frühen Montagmorgen zu heftigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und Soldaten. Dabei wurden bis zum Nachmittag 37 Palästinenser getötet. Drei von ihnen hatten versucht, am Grenzzaun eine Bombe zu legen. Mehr als 40.000 Palästinenser haben sich versammelt, um gegen die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem zu protestieren. Die Demonstranten zündeten Autoreifen an und warfen Brandsätze und Steine auf die Soldaten. Die regierende Hamas hat am Montagmorgen zu einem Generalstreik in dem Küstengebiet aufgerufen und Palästinenser zu den Massenprotesten an der Grenze aufgefordert.

Von: dn

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Mon, 14 May 2018 14:46:00 +0200
<![CDATA[Äthiopische Juden mit dem Herzen in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/14/aethiopische-juden-mit-dem-herzen-in-jerusalem/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat die äthiopischen Juden gewürdigt, die auf dem langen, gefährlichen Weg nach Israel umkamen. Er sprach am Sonntag während der jährlichen Gedenkstunde an die Einwanderung aus Äthiopien auf dem Jerusalemer Herzlberg. Zahlreiche Juden waren in den 1980er Jahren in den Sudan geflohen, wo israelische Flugzeuge sie nach Tel Aviv brachten.

Ihr Leiden brachte Netanjahu auf den Punkt: „Vielleicht kann die gesamte Geschichte in einer kleinen Notiz erzählt werden, die auf einem der Gräber hinterlassen wurde: ‚Mein Leib ist hier, aber mein Herz ist in Jerusalem‘.“ Er fügte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ an: „Das jüdische Volk kann so viel von Ihnen lernen. Von Liebe zu Jerusalem, von Entschlossenheit und Willenskraft, von gegenseitiger Verantwortung.“

In seiner Rede ging Netanjahu auch auf den im Gazastreifen vermissten äthiopischstämmigen Israeli Avraham (Avera) Mengistu ein. Der Zivilist wird seit mehr als dreieinhalb Jahren von der Hamas festgehalten. Der Regierungschef versprach, alles zu tun, um ihn zurückzuholen. Staatspräsident Reuven Rivlin teilte mit, er habe diesbezüglich den äthiopischen Präsidenten Mulatu Teschome bei seinem Besuch in Addis Abeba um Hilfe gebeten.

Heute leben etwa 140.000 äthiopische Juden in Israel. Viele von ihnen kamen mit geringer Schulbildung ins Land. Deshalb sind Probleme wie Arbeitslosigkeit und Armut in der Minderheit verbreitet.

Kabinettssitzung: Politiker würdigen Botschaftsumzüge

Am Sonntag wurde in der israelischen Hauptstadt der „Jom Jeruschalajim“ begangen. Dieser Jerusalem-Tag erinnert an die Wiedervereinigung der Stadt nach dem Sechs-Tage-Krieg vor 51 Jahren. Anlässlich des Gedenktages hielt das israelische Kabinett seine wöchentliche Sitzung im Museum der Biblischen Länder ab. Netanjahu bezeichnete den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem als „historisches Ereignis“. Auch die ebenfalls im Mai geplanten Verlegungen der Botschaften von Guatemala und Paraguay erwähnte er positiv, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Der Minister für Jerusalem-Angelegenheiten, Se’ev Elkin, sagte, die Regierung wolle rund 580 Millionen Euro investieren, um den Umzug ausländischer Botschaften nach Jerusalem zu fördern. „Dieser Schritt schließt sich der Verlegung von Ministerien nach Jerusalem an, der historisch ist“, ergänzte er.

Auch in diesem Jahr zogen Tausende Menschen mit israelischen Flaggen durch die Jerusalemer Altstadt an die Klagemauer. Dort gedachten sie der Eroberung Ostjerusalems von den Jordaniern im Juni 1967. Seitdem können Juden wieder an der ehemaligen Westmauer des 70 nach Christus zerstörten Tempels beten. Den Tempelplatz selbst besuchten am Sonntag mehr als 1.600 Juden.

Von: eh

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Mon, 14 May 2018 14:45:00 +0200
<![CDATA[Israels Staatsgründung am 14. Mai 1948]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/14/israels-staatsgruendung-am-14-mai-1948/ Viele Menschen eilen Tag für Tag an dem milchigweißen, fast fensterlosen Flachdachbau am Rothschild-Boulevard 16 in Tel Aviv vorbei. Doch kaum einer schenkt dem unscheinbaren Gebäude, um das ein paar Palmen herumstehen, Beachtung. Und die Millionen Touristen zieht es sowieso in der Regel eher nach Jerusalem, an den See Genezareth, den Jordan oder zum Toten Meer und in die Wüste im Süden – dort, wo Mose, Abraham, König David und Jesus ihre historischen Spuren hinterließen. Dabei wurde hier im Herzen Tel Avivs vor genau siebzig Jahren buchstäblich Geschichte geschrieben: Am 14. Mai 1948 setzten die 24 anwesenden der insgesamt 37 Mitglieder des provisorischen Staatsrates im Erdgeschoss ihre Unterschriften unter die Unabhängigkeitserklärung. Es war der offizielle Start der bewegten Geschichte des Staates Israel.

Alles geschieht in großer Hektik und Eile an diesem Maitag vor 70 Jahren. Es ist bereits 16 Uhr. Und den Staatsgründern bleiben nur wenige Stunden, um erstmals seit Jahrtausenden wieder ein offizielles jüdisches Gemeinwesen zu proklamieren: Um Mitternacht soll unwiderruflich das britische Völkerbund-Mandat für Palästina erlöschen. Es geht darum, neue politische Fakten zu schaffen, wie es die Vereinten Nationen gefordert hatten. Eigentlich soll auch ein Staat für die in Palästina lebenden Araber entstehen – aber alle arabischen Nachbarstaaten haben kategorisch abgelehnt, weil sie den Judenstaat verhindern wollen.

Doch etliche Probleme, mit denen sich die jüdischen Staatsgründer an diesem Tag herumschlagen, sind viel profaner: Nur mit Mühe gelingt es ihnen, dem Versammlungsort einen würdigen Anstrich zu verpassen. An den Wänden des damaligen Museums für Moderne Kunst hängen freizügige Aktgemälde europäischer Meister – die müssen schnell weg. Und kurz bevor die historischen Fotos mit den zwei Davidstern-Flaggen und dem Portrait des Zionismus-Begründers Theodor Herzl im Hintergrund geschossen werden, legen die Sitzungsteilnehmer auf dem Podium schnell noch ihre staubigen Arbeits- und Freizeitklamotten ab und schlüpften in ihre Festgarderobe.

Streit um den Gottesbezug

Kurz vor der Unterschriftszeremonie verliest David Ben-Gurion, live vom Radio übertragen, die 979 Wörter der Unabhängigkeitserklärung. Er muss alles von Notizzetteln ablesen, weil die Urkunde noch nicht fertig ist. Nach 33 Minuten erklärt er lapidar: „Der Staat Israel ist gegründet!“ Ein einfacher, klarer Satz, um den bis zur letzten Minute gerungen wurde. Denn die aus aller Welt angereisten Parteienvertreter, Repräsentanten jüdischer Organisationen, Künstler, Journalisten, Schriftsteller und Rabbiner hatten zuvor gestritten wie die Kesselflicker. Vor allem über den Namen. „Judäa“, „Judenstaat“ oder „Ivri“ hießen die Kandidaten. Ben-Gurion macht kurzen Prozess und sagt: Israel soll der Staat heißen. Ganz am Schluss droht totales Scheitern. Denn die sozialistisch-säkularen Vertreter lehnen den von den Religiösen verlangten Bezug auf den „Gott Israels“ ab.

Mosche Schapira, ein gläubiger Realpolitiker, findet die Lösung: Alle unterschreiben die Staatsgründungsurkunde in der ausdrücklichen „Zuversicht auf den Fels Israels“ (hebräisch: Zur Israel), der in der Tora als Synonym für Gott verwendet wird (1. Mose 49,24). Einig sind sich die Unterzeichner auch darin, dass das jüdische Volk nicht nur „im Lande Israel“ entstanden ist, sondern dass es schon in der orientalischen Antike an diesem Ort „eine nationale und universelle Kultur“ ausprägte und „der Welt das Ewige Buch der Bücher“ schenkte.

„Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft.“

Geradezu innovativ sind auch nach heutigen Maßstäben die politischen Botschaften, die die israelischen Staatsgründer vor sieben Jahrzehnten an alle Menschen in der Region, die Völker und Staaten in der Nachbarschaft und in alle Welt aussandten: Der neue Staat will sich auf „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels“ stützen. Und er will „seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen“. Inmitten „mörderischer Angriffe“ bietet der jüdische Staat allen Arabern im Land „volle bürgerliche Gleichberechtigung“ und entsprechende politische Vertretung in den Organen des Staates an. Und nicht zuletzt: „Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft.“ Gemeinsam wolle man den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens fördern.

Unmittelbar nach der Zeremonie eilt Ben-Gurion ins militärische Hauptquartier. Die Lage hat sich zugespitzt: Kaum ist das britische Mandat nach Mitternacht abgelaufen, da erklären Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak dem neu gegründeten israelischen Staat den Krieg.

Von: Christoph Irion

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Mon, 14 May 2018 13:56:00 +0200
<![CDATA[Der andere „Jom Jeruschalajim“]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/der-andere-jom-jeruschalajim/ JERUSALEM (inn) – „Jerusalem ist die Hauptstadt der Toleranz“, ist Haggai Schalev überzeugt. Er ist einer der Initiatoren des „anderen Jerusalem-Tages“. „In einer Stadt wie Tel Aviv, wo mehr als 90 Prozent der Leute das gleiche denken, ist es nicht schwer, von Toleranz zu sprechen. Die wirkliche Herausforderung liegt hier in Jerusalem, wo Menschen und Völker mit so unterschiedlichen Hintergründen zusammentreffen und miteinander leben.“

Zu oft werde der Jerusalem-Tag, der die Wiedervereinigung der Stadt im Jahr 1967 feiert, damit verbunden, ein Tag der Extremisten zu sein. Dabei wird Jerusalem von seinen Bewohnern überwiegend positiv gesehen: „Ja klar gibt es Spannungen hier, aber insgesamt kommen wir doch gut miteinander zurecht“, sagt ein arabischer Händler der Altstadt. Als Berater und Coach in der Geschäftswelt sieht Schalev sich als „Experte für Veränderungen“.

Auch er habe in den vergangenen Jahren am sogenannten „Flaggenmarsch“ durch Jerusalem teilgenommen. „Die radikalen Kräfte, die in den Nachrichten zu sehen sind, wenn sie durch die Altstadt ziehen und ‚Tod Muhammad‘ rufen, sind überhaupt nicht repräsentativ. Jerusalemer sind tolerant. Und etwa 98 Prozent der Jerusalemer kommen sehr gut miteinander aus. Ich bin auch prinzipiell für den Flaggenmarsch. Aber ich dachte: ‚Da muss es noch etwas anderes geben‘. Also überlegten wir, dass man Veranstaltungen bieten könnte, zu denen interessierte Bewohner kommen.“

Bürgerbewegung mit Erfolg

„Der andere Jerusalemtag“ soll eine Bewegung der Bürger sein. „Wir haben lediglich angeboten, einen Rahmen zu bieten.“ Eine Initiative ist „Jeruschalmim laden Jeruschalmim ein“. Dabei finden Vorträge in öffentlichen und privaten Räumen statt. Schalev sagt: „Wir führen diese Veranstaltungen nun zum dritten Mal in Folge durch. Und die Tatsache, dass wir bereits mehr als 80 Veranstaltungen anbieten, zeigt uns, dass der Bedarf in der Bevölkerung groß ist.“

Die Themen der Vorträge, die von Samstag bis Sonntagabend angeboten wurden, waren vielschichtig: Jossi, ein ehemaliger ultra-orthodoxer Jude, berichtet von seinem Ausstieg aus der ultra-orthodoxen Welt und dem Leben in einer säkularen Mehrheitsgesellschaft, auf das er nicht vorbereitet war. „Niemand war damals da, um mir zu helfen. Ich war allein.“ Ein Besucher, säkularer Jude, sagt: „Du hättest zu mir kommen sollen. Ich hätte dir geholfen.“ Jossi sagt: „Du warst aber nicht da.“

Eine amerikanische Journalistin erzählt von ihrem Projekt, ein Jahr in der Altstadt zu wohnen. Ein ultra-orthodoxer Politiker spricht im Wohnzimmer einer Meretz-Mitarbeiterin, die in der Stadtverwaltung arbeitet. Ein Flüchtling aus Darfur erzählt seine Geschichte und mit welchen Problemen er heute zu kämpfen hat. Ein Start-Up-Unternehmer berichtet über die Herausforderungen von jemenitischen Kindern.

„So oft leben wir nebeneinander her, jeder lebt in seiner ‚Blase‘“, sagt ein junger Mann, der zu einem der Vorträge gekommen ist. „Wir wissen so wenig voneinander. Diese Initiative bietet Möglichkeiten, einander kennenzulernen und Vorurteile abzubauen.“

Von: mh

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Mon, 14 May 2018 12:25:00 +0200
<![CDATA[Europäische Diplomaten boykottieren Botschaftseröffnung]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/14/europaeische-diplomaten-boykottieren-botschaftseroeffnung/ „Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.“ Dieses Zitat aus der Bibel hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag vor der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem getwittert. Am Sonntagabend hatte der Regierungschef bereits eine 250-köpfige US-Delegation empfangen. Ihr gehören unter anderen Finanzminister Steven Mnuchin sowie der Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, mit seiner Ehefrau Ivanka an. Die meisten EU-Botschafter boykottieren die Veranstaltung. Lediglich die Botschafter Tschechiens, Rumäniens, Ungarns und Österreichs nehmen an der Feier teil. Die US-Botschaft in Jerusalem soll am heutigen Nachmittag im Beisein von rund 800 Gästen eröffnet werden.

Von: dn

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Mon, 14 May 2018 11:36:00 +0200
<![CDATA[Norwegen: Boykott von Siedlungsprodukten legal – aber nicht hilfreich]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/05/14/norwegen-boykott-von-siedlungsprodukten-legal-aber-nicht-hilfreich/ Das norwegische Außenministerium hat erklärt, dass der Boykott von israelischen Siedlungsprodukten legal ist. Gleichzeitig sehe die Behörde ihn als nicht angebracht an. „Die Regierung hält es für nicht hilfreich, Israels Produkte zu boykottieren, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen“, zitiert die Zeitung „Yediot Aharonot“ aus dem amtlichen Dokument. Es ist die Antwort auf die Bitte des Gouverneurs des Bezirks Tromsø, über die aktuellen Entwicklungen von Untersuchungen aufgeklärt zu werden. 2016 begannen Untersuchungen der Behörde, nachdem die Städte Tromsø and Trondheim Boykottmaßnahmen zuließen. Der damalige Außenminister Børge Brende kritisierte dies damals; Norwegens Regierung sei gegen jede Form des Boykotts.

Von: mab

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Mon, 14 May 2018 11:28:00 +0200
<![CDATA[„Grenze zu Gaza ist keine Heilige Kuh“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/12/grenze-zu-gaza-ist-keine-heilige-kuh/ GAZA (inn) – Es ist das erste Pressegespräch, das Jahja Sinwar, seit 2017 Chef der islamistischen „Widerstandsbewegung“ Hamas in Gaza, gibt. Etwa vierzig Journalisten aus aller Welt sind der Einladung zum Gespräch mit dem Hamas-Chef gefolgt. Bisherige Anfragen internationaler Medien wurden abgelehnt. Dass er sich nun doch den Journalisten stellt, erklärt Sinwar so: „Wir leben in einer entscheidenden Zeit. Und Sie als Pressevertreter können der Welt mitteilen, wie es in Gaza aussieht.“

Dass die Journalisten erst zwei Stunden nach dem vereinbarten Termin in sein Büro gekommen sind, scheint Sinwar nicht aus der Ruhe zu bringen. Schwer bewaffnete Sicherheitsleute sichern das Gebäude und das umliegende Gelände ab. Die Journalisten bekommen zwei Minuten, um Fotos zu schießen. Danach werden ihnen alle elektronischen Geräte abgenommen. „Ich persönlich mag keine Kameras, auch deswegen lade ich euch zu einem Gespräch ohne Fotoapparate, Kameras, Handys und Aufnahmegeräte ein“, sagt Sinwar. „Vielleicht seid ihr auf diese Weise auch besser in der Lage, die Situation in Gaza einzuordnen und von hier zu berichten.“ Möglicherweise ist es auch diese Scheu vor Fotoapparaten, die Sinwar in der Weltöffentlichkeit zu einem fast Unbekannten macht. Selbst in Israel kennen viele seinen Namen nicht. Von israelischen Analysten wird er oft als militanter Hardliner bezeichnet.

Seine Gäste begrüßt Sinwar im Empfangsraum bei bereitgestelltem arabischem Kaffee und Gebäck freundlich-distanziert auf Arabisch. In Sinwars Wesen liegt etwas Unbeugsames und Bestimmtes. Neben den Journalisten sind etwa 25 Hamas-Mitarbeiter und Aktivisten anwesend. Sinwar sitzt mit seinem Dolmetscher und einem weiteren Mitarbeiter hinter einem großen Schreibtisch. Über ihm ist ein riesiges Hochglanzfoto von Jerusalem zu sehen, das einen Blick vom Ölberg auf Al-Aqsa-Moschee und Felsendom sowie auf die Altstadt zeigt. Die neuen Gebäude der Jerusalemer Weststadt belegen die Aktualität des Fotos. An den Seiten sind zwei palästinensische Flaggen aufgestellt sowie große runde Embleme, die das Symbol der Hamas abbilden. An den Wänden hängen auf großen beleuchteten Glasflächen gedruckte Bilder des Hamas-Gründers Ahmad Jassin sowie des islamistischen Predigers Izz ad-Din al-Qassam, nach welchem der militärische Flügel der Hamas benannt ist.

Sinwars Dolmetscher übersetzt das Gespräch ins Englische: „Wir schätzen die wichtige Arbeit, die Sie tun. Im Nahen Osten werden Sie auch die vierte Autorität genannt.“ Sinwar spricht von seiner Enttäuschung, dass so viele Journalisten „auf israelischer Seite“ stünden. „Wir wollen friedliche Märsche, doch viele Medien haben den israelischen Narrativ übernommen. Wir fordern gar nicht, dass Sie auf unserer Seite stehen, aber wir wollen von Ihnen neutrale Berichte.“ Sinwar beschreibt die Lage im Gazastreifen: Die Jugend habe keine Hoffnung mehr. „Unsere Situation ist ungerecht und wir sind permanent unterdrückt. Doch wir, die Menschen von Gaza, sind stark und widerstandsfähig.“

Künftige Ereignisse wegweisend

Neben der allgemeinen Lage in Gaza möchte Sinwar mit den Journalisten auch über die Ereignisse der kommenden Tage reden. Seit Ende März findet allwöchentlich der „Marsch der Rückkehr“ an der Grenze von Gaza zu Israel statt. Für den 14. und 15. Mai sind weitere Märsche geplant. Auf den 14. Mai ist die Botschaftsverlegung der USA von Tel Aviv nach Jerusalem terminiert, am 15. Mai begehen die Palästinenser den 70. Gedenktag an die „Nakba“, die „große Katastrophe“, wie sie die Staatsgründung Israels bezeichnen. Sinwar macht deutlich: „Niemand, weder ich noch einer der anderen politischen Führer, kann absehen, was am 14. und 15. Mai passieren wird.“ Doch die Art der Ereignisse zu Beginn der kommenden Woche werde für die Zukunft der Region ausschlaggebend sein. „Die Protestmärsche können wir nicht stoppen. Wir unterstützen sie, vielleicht führen wir sie sogar an.“

Sinwar wiederholt sich öfter, betont mehrfach, dass die Palästinenser ein unterdrücktes Volk seien. Die kommenden Proteste seien daher mit der Situation „eines eingesperrten Tigers“ zu vergleichen, „der wild in alle Richtungen rennt“. Niemand wisse, in welche Richtung er gehen und wie er sich verhalten werde. Die Besatzung der „Zionisten“ sei ein großes Übel und müsse durchbrochen werden. Den Nachbarstaat Ägypten erwähnt er mit keinem Wort.

Zwei Drittel der Bewohner des Gazastreifens sind Nachkommen von Arabern, die 1948 in der Zeit um die Staatsgründung Israels aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina geflohen sind. Diese ruft die Hamas nun auf, zurück in ihre Häuser zu gehen. Der Zaun zu Gaza sei keine Grenze, denn der „zionistische Feind hat seine Grenzen noch nie deutlich gemacht“. Deshalb „ist die Grenze auch kein Tabu und keine Heilige Kuh. Wo liegt eigentlich das Problem, wenn Zehntausende oder auch Hunderttausende Palästinenser diesen Zaun nach Israel stürmen würden?“

Sinwars Rede ist gut vorbereitet. Er sagt Sätze wie: „Der Gazastreifen ist eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann“ und „Wir ziehen vor, auf ruhige Weise um unsere Rechte zu kämpfen, doch wenn man uns dazu zwingt, werden wir auch andere Mittel anwenden“. Er vergleicht die Beziehung der Menschen in Gaza zu den Israelis mit der eines israelischen Sicherheitshäftlings: „Wir haben uns erhoben, um an die Gefängniswand zu schlagen und zu verdeutlichen, dass wir nicht akzeptieren, langsam dahinzusiechen. Wir wollen uns für bessere Lebensbedingungen einsetzen.“

Wenn Sinwar diesen Vergleich benutzt, weiß er, wovon er spricht, denn er selbst war mehr als 25 Jahre in israelischen Gefängnissen für Entführungen und den Mord an israelischen Soldaten inhaftiert. Bei einem Gefangenenaustausch 2011 mit Israel kam er frei. Nun spricht er mehrfach aus: „Israelische Sicherheitshäftlinge haben keine Rechte. Wir mussten damals in den Hungerstreik treten, um einfache Dinge zugestanden zu bekommen, wie beispielsweise einen Stift oder ein Notizbuch.“ Trotzdem sei das Leben in den israelischen Gefängnissen teilweise leichter erträglich gewesen als das der Bewohner von Gaza. Sinwar ist überzeugt: „Die einzigen Gespräche zwischen Palästinensern und Israelis finden zur Zeit in den Gefängnissen statt.“

"Unsere Proteste stellen keine Bedrohung dar"

Auch bei den Fragen der Journalisten bleibt Sinwar ruhig. Etwa, als ein amerikanischer Journalist nach dem Verbleib der vielen Hilfsgelder fragt und warum diese nicht in in den Häuserbau der Zivilbevölkerung gesteckt würden, sondern vielmehr in Raketen und Tunnel. Sinwar lächelt kaum merklich. Er ist bestimmt, als er antwortet: „Als Journalist müssen Sie natürlich so fragen, doch aus Ihrer Frage verstehe ich, dass Sie parteiisch sind. Ich versichere Ihnen aber, dass nicht ein einziger Dollar, der für humanitäre Zwecke gespendet wurde, in die militärischen Ausgaben der Hamas ging.“

Die Verantwortung für den Ausgang der aktuellen Protestmärsche sieht Sinwar bei den Israelis: „Viel wird an der Reaktion der Besatzer liegen, denn unsere Leute am Zaun stellen für niemanden eine Bedrohung dar.“ Er spricht von durchgehend friedlichen Demonstranten: „Viele der Demonstranten gehören militärischen Einheiten an und wissen Waffen zu gebrauchen. Doch sie entschieden sich, sie niederzulegen, um friedlich zu protestieren.“ Gleichzeitig sagt er selbstbewusst, dass die Hamas-Führer bereit seien, gemeinsam mit den Demonstranten ihr Leben zu geben.

Kein Wort sagt er zu brennenden Autoreifen an der Grenze, fliegenden Feuerdrachen nach Israel oder auf Soldaten gerichtete Steinschleudern. Die Israelis haben mehrfach deutlich gemacht: Die Armee wird Israels Grenze verteidigen – wer versucht, den Zaun zu überqueren oder zu beschädigen, muss mit Geschossen rechnen, nach ignorierten Warnungen auch mit harter Munition. Seit Ende März gibt es auf palästinensischer Seite Tausende von Verwundeten und nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Gaza 53 Tote.

Nach mehr als zwei Stunden bleibt für Nachfragen keine Zeit mehr. Die meisten Journalisten fahren zurück nach Israel. Auf dem Weg zum Grenzübergang werden sie auf Schritt und Tritt von Hamas-Leuten begleitet. Sinwars Worte klingen schal nach: „Unsere Ziele wollen wir mit friedlichen Mitteln erreichen“ und „Wir sind Freiheitskämpfer, keine Terroristen“. Seiner Aussage nach sollten die geplanten Märsche weniger blutig werden und ohne „dass es zu einer großen Zahl von Märtyrern und Verwundeten kommt“. Doch Tatsache ist, dass jeder tote Palästinenser, der der Weltpresse präsentiert werden kann, für die Hamas einen Sieg darstellt. Denn im Gegensatz zu dem jetzigen Hamas-Chef in Gaza sind die Angehörigen der toten Demonstranten alles andere als kamerascheu.

Von: mh

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Sun, 13 May 2018 01:40:00 +0200
<![CDATA[Palästinenser zerstören letzten Warenübergang nach Gaza]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/12/palaestinenser-zerstoeren-letzten-warenuebergang-nach-gaza/ GAZA (inn) – Die Proteste im Gazastreifen sind am Freitagabend außer Kontrolle geraten. Palästinensische Randalierer haben die Anlagen im Warenübergang Kerem Schalom zwischen Israel und dem Gazastreifen eigenhändig zerstört. Fließbänder, Sicherheitskameras und vor allem der Terminal für Benzin, Dieselöl und Kochgas wurden verbrannt und zerschlagen.

Die den Gazastreifen kontrollierende Hamas-Organisation wollte nicht eingreifen, nach eigenen Angaben, „um Blutvergießen zu verhindern“. Am Samstagnachmittag verkündete Israel, den Übergang aus Sicherheitsgründen „bis auf Weiteres“ zu schließen. Nun können keinerlei Waren mehr in den Küstenstreifen mit etwa zwei Millionen Einwohnern transportiert werden, nicht einmal lebensnotwendige Medikamente oder Nahrungsmittel. Damit ist der Gazastreifen offiziell von der Außenwelt abgeschnitten.

Geschichte der mutwilligen Zerstörung

Die mutwillige Zerstörung der Grenzübergänge durch die Hamas hat eine lange Geschichte. Bis zum Ausbruch der sogenannten Zweiten Intifada im Herbst 2000 wechselten täglich Zehntausende Palästinenser aus dem Gazastreifen zur Arbeit nach Israel. Doch wegen Selbstmordattentaten und anderen Terroranschlägen sperrten die Israelis ihre Grenze.

Nahe dem bis heute bestehenden Eres-Übergang für Diplomaten, Journalisten und palästinensische Patienten auf dem Weg zu Krankenhäusern in Israel gab es bis 2004 ein blühendes gemeinsames Industriegebiet. Israelische Investoren und Produzenten hatten dort Werkstätten errichtet, in denen Tausende Palästinenser aus dem Gazastreifen Arbeit fanden. Die palästinensischen Arbeiter fanden dort Beschäftigung und erhielten den im Gazastreifen üblichen Lohn, während die Israelis von den niedrigeren Löhnen profitierten.

Nachdem keine Gastarbeiter mehr nach Israel eingelassen wurden, war der Hamas diese Kooperation mit den Israelis ein Dorn in Auge. Sie beschoss die 183 Betriebe mit Raketen und sorgte für eine Schließung des Industrieparks. 5.000 Palästinenser wurden arbeitslos. Nachdem beobachtet worden war, wie Palästinenserführer Jasser Arafat 2004 mit seinem Privatjet mehrmals in der Woche illegal Waffen nach Gaza transportiert hatte, wurde der Dahanijah-Flughafen durch Israel zerstört.

Ägypten hält seinen Grenzübergang in Rafah an der elf Kilometer langen gemeinsamen Grenze seit 2007 weitestgehend verschlossen. Der Hafen von Gaza ist gesperrt, weil die Israelis keine Möglichkeit sahen, den Waffenschmuggel durch Frachtschiffe zu unterbinden.

Auch auf den Grenzübergang Eres gab es mehrere Anschläge. Einmal warteten dort hunderte Christen in einem Saal, nachdem Israel ihnen eine Sondergenehmigung für die Einreise zu Weihnachten gegeben hatte. Eine Rakete der Hamas durchschlug das Dach, explodierte aber nicht. Dieser Anschlag hätte den wenigen verbliebenen Christen im Gazastreifen das Leben gekostet. Trotz mehrerer weiterer Mordanschläge ist Eres für Menschenverkehr immer noch offen.

Warenterminal Karni

Der riesige Terminal Karni war zunächst der einzige Weg, Waren von und nach Gaza zu transportieren. Treibstoffe und andere Flüssigkeiten wurden durch „Löcher“ in der Betonwand gepumpt, indem Lastwagen auf beiden Seiten vorfuhren. Die Lastwagenfahrer konnten sich nicht sehen, sondern kommunizierten per Telefon. Für den Transport von Weizen gab es Fließbänder und gepanzerte Schleusen für anderen Warenverkehr. Doch die Hamas griff diesen Terminal mit Autobomben, Selbstmordattentätern und Raketen an.

Weil die Israelis nicht mehr die Sicherheit ihrer Mitarbeiter garantieren konnten, wurde Karni 2011 geschlossen. Die Hamas wollte die Schließung von Karni aus wirtschaftlichen Gründen. Damals gab es noch die Schmugglertunnel zwischen dem ägyptischen Sinai und dem Gazastreifen. Die Hamas zog dort Zölle ein, was sie bei den aus Israel importierten Waren nicht tun konnte.

Kerem Schalom

Der letzte Warenterminal zwischen Israel und dem Gazastreifen, in Kerem Schalom, nahe der ägyptischen Grenze ganz im Süden des Gazastreifens, wurde 2010 für 20 Millionen Euro eingerichtet. Als er fertig war, rumpelten täglich bis zu 900 Lastwagen und schwere Sattelschlepper über die engen Landstraßen. Auf Israels Autobahnen konnte man lange bewachte Konvois mit arabischen Kennzeichen aus Jordanien und Katar sehen, währende einige mit türkischen Flaggen geschmückt waren. So gelangten Spenden aus der arabischen Welt in den Gazastreifen. Die Lieferungen gingen sogar während der Militäroperationen, der sogenannten „Gaza-Kriege“ 2009 und 2014, weiter. Israel lieferte Strom, obgleich die Hamas mit Raketen das Rutenberg-Kraftwerk bei Aschkelon beschossen hat und mehrere Masten von Hochspannungsleitungen zerstörte.

Doch nachdem jetzt randalierende Palästinenser aus dem von der Hamas-Organisation kontrollierten Gazastreifen mit Kerem Schalom den letzten verbliebenen Warenübergang eigenhändig zerstört haben, weiß zur Zeit niemand, auf welchem Weg künftig die zwei Millionen Bewohner des Küstenstreifens mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Waren versorgt werden können.

Von: Ulrich W. Sahm

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Sun, 13 May 2018 01:29:00 +0200
<![CDATA[Versuch einer Analyse]]> https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2018/05/11/versuch-einer-analyse/ Israel und der Iran haben seit der Revolution der Mullahs 1979 im Iran einander ausschließende „Narrative“ – politische Staatsideologien mit strategischen Zielen. Jenseits praktischer wirtschaftlicher Interessen oder anderer Bestrebungen, friedlich mit seinen Nachbarn auszukommen und sich zu seinem eigenen Vorteil zu entwickeln, beinhaltet ein solches Narrativ Elemente, die andere kaum nachvollziehen können. Diese Narrative können positiv oder negativ gefasst sein. In dem einen Fall will man primär das Eigene aufbauen und sichern, in dem anderen Fall das Fremde oder Andere zerstören oder vernichten.

Ein drastisches Beispiel für ein negatives Narrativ lieferten die Nazis, die sich mit ihrer Ideologie die ganze Welt untertan machen und nebenbei die Juden ausrotten wollten. Solche Vorstellungen können sich auf lautstarkes Gröhlen am Stammtisch beschränken. Sie können aber genauso zu einem Weltkrieg führen, der am Ende die eigene Zerstörung nach sich zieht. Was passiert, hängt von Pragmatikern ab, die vielleicht noch einen gewissen Sinn für die Wirklichkeit haben, jenseits der propagierten Staatsideologie. In Diktaturen haben solche „Pragmatiker“ nur geringe Chancen, weil sie als „Schwarzseher“ die Ideologen an der Macht infrage stellen und deren Politik als „Wahnvorstellung“ bloßstellen.

Kein Platz für Israel in der „Umma“

Der Iran pflegte unter dem Schah „normale“ Beziehungen mit Israel und lieferte dem jüdischen Staat sogar ein Viertel seines Ölbedarfs. Sowie Ajatollah Chomeini aus dem Pariser Exil zurück nach Teheran gekommen war und den Staat zu einer religiös dominierten Diktatur umformte, wurde Israel aus Sicht des Iran wegen radikal-muslimischer Vorstellungen zu einem „Erzfeind“, der kein Existenzrecht mitten in der „Umma“, der islamischen Gemeinschaft, habe. Also betrieb Iran fortan mit verbalen Hieben und schließlich mit militärischen Mitteln die Auslöschung Israels.

Umgekehrt verfügt auch Israel über ein ideologisches Narrativ. Seine Staatsideologie wird „Zionismus“ genannt. Es handelt sich dabei um eine weltliche Unabhängigkeitsbewegung des jüdischen Volkes mit dem Ziel, in einem eigenen Staat ohne Unterdrückung und Verfolgung leben zu können. Diese Unabhängigkeitsbewegung ging vor genau 70 Jahren in Erfüllung, als David Ben-Gurion den Staat Israel ausrief. Seitdem sollte man nicht mehr von „Zionismus“ reden, sondern von israelischer Politik, genauso wie es deutsche, russische oder amerikanische Politik gibt, ungeachtet einer jeweiligen „Ideologie“ wie Kommunismus, Kapitalismus oder anderer „Ismen“.

Gleichwohl gelten im Staat Israel Grundsätze. Dazu gehört die Fürsorge für alle Juden in der Welt, denen jederzeit die sofortige Einwanderung ins Land offensteht. Von diesem „Recht“ haben immer wieder Juden profitiert und Israel mit Einwanderungswellen überschwemmt. Erwähnt seien hier die rund eine Million Juden aus der arabischen Welt kurz nach der Staatsgründung, oder die eine Million Russen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa. Zurzeit kommen immer wieder Franzosen, Ukrainer, Äthiopier und Juden aus anderen Ländern, in denen der Antisemitismus neue Blüten treibt.

Die Erben der Nazis in der arabischen Welt und in Europa

Die Erinnerung an den Holocaust, den Völkermord an den Juden durch die Nazis, hat Israel gezwungen, ein hochgerüsteter Staat zu werden. Denn Hitlers Träume einer Vernichtung „aller“ Juden wurden nach 1945 mit fast wortgleichen Formulierungen von der arabischen Welt übernommen und mit gescheiterten Kriegen immer wieder umgesetzt: 1948, 1967 und 1973. Die Idee eines eliminatorischen Antisemitismus, die völlige physische Auslöschung aller jüdischen Menschen, war ursprünglich dem Islam fremd und wurde vor allem durch den Mufti von Jerusalem, Hadsch Amin el-Husseini, ab 1941 mit seinen Rundfunksendungen von Berlin in die arabische Welt getragen. Zuvor waren Juden zwar unterdrückt, verachtet und mit unmäßigen Steuern belegte Bürger zweiter Klasse, aber der traditionelle politische Islam hatte den Völkermord nicht im Programm.

Selbst im „aufgeklärten“ Europa wird Israel nicht als „normaler“ Staat akzeptiert, wie Dutzende andere nach dem 2. Weltkrieg „künstlich“ entstandene Staaten. Rechte streiten den Juden den Status eines Volkes ab und halten deshalb Israel für ein „illegales Gebilde“. Linke berufen sich auf ihre Interpretation des Völkerrechts und betrachten Israel als illegales Produkt eines westlich imperialistischen Kolonialismus. Sowohl Rechte als auch Linke können dabei Allianzen untereinander und mit dem politischen Islam eingehen (Querfront).

Israel setzt sich zur Wehr

Wer welche Argumente gegen die Existenz des jüdischen Staates hervorbringt, ist den Israelis letztlich gleichgültig. Ob die nun unter einer Paranoia leiden oder unter „posttraumatischem Stress“, spielt in der politischen Praxis auch keine Rolle. Tatsache ist, dass sie täglich durch feindliche Propaganda daran erinnert werden, keinen Platz auf Erden zu haben. Doch statt sich ihrem „Schicksal“ hinzugeben und zu jammern, was ihnen in den letzten 2.000 Jahren nie geholfen hat, rüsteten sie auf und wehren sich gewaltsam gegen jede Attacke.

Anti-israelische Politik

Im Augenblick gilt der Iran als der gefährlichste Feind Israels, mitsamt der Absicht, den Staat zu vernichten. Dabei betreibt Teheran eine anti-israelische Politik auf vielen Ebenen. Der Iran war verantwortlich für mehrere schwere Terroranschläge gegen jüdische und israelische Ziele in Argentinien. Raketen und andere Waffen werden an Terror-Organisationen wie die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon geliefert, die sich einen ständigen Kleinkrieg gegen Israel liefern.

Mit Waffenschmuggel und Unterstützung für die aufständischen Huthis im Jemen betreibt der Iran strategische Interessen gegen sunnitisch-arabische Staaten. Und schließlich nutzt er den Zustand der Auflösung im bürgerkriegsgeplagten Syrien, um direkten Zugang zum Mittelmeer zu erlangen und um Israel auf den Golanhöhen direkt zu bedrohen.

Israels „rote Linien“

Die gegenseitigen militärischen Auseinandersetzungen derzeit rund um die Golanhöhen sind letztlich Detailfragen. Israel hat klare „rote Linien“ verkündet. Dazu gehört, dass Waffenschmuggel an die Hisbollah im Libanon und die Errichtung von iranischen Militärposten auf der grenznahen syrischen Seite nicht akzeptabel seien und bekämpft würden. Sollte der Iran nachweislich wieder sein Atomprogramm aufnehmen, wäre auch das für Israel ein existenzieller Grund, den Iran direkt anzugreifen.

Niemand weiß, was der Iran plant, ob er die Konfrontation mit Israel will, oder sich wieder zurückzieht. Doch nur davon hängt ab, ob es zu dem befürchteten „flächendeckenden Nahostkrieg“ kommt.

Wobei die Angst vor einem „künftigen“ Flächenbrand schon ziemlich zynisch ist, denn in Syrien, dem Irak, dem Jemen, im ägyptischen Sinai oder in Libyen ist es auch ohne jüdische Beteiligung alles andere als friedlich.

Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass Israel ohne jeden Grund oder Anlass einen Krieg gegen den Iran startet. Denn im Unterschied zum Iran will Israel lediglich sich selbst absichern und nicht das andere Land auslöschen.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 11 May 2018 14:09:00 +0200
<![CDATA[USA verhängen Sanktionen gegen Iran]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/05/11/usa-verhaengen-sanktionen-gegen-iran/ Nach ihrer Aufkündigung des Atom-Deals mit dem Iran hat die US-Regierung am Donnerstag erstmals neue Sanktionen gegen Teheran verhängt. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) soll die Geldversorgung der Revolutionsgarden unterbrochen werden, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. US-Präsident Donald Trump kündigte zudem an, alle aufgrund des Abkommens ausgesetzten Sanktionen sollen in Kürze wieder in Kraft treten. Die USA stufen die iranischen Revolutionsgarden, eine paramilitärische Organisation, als Terror-Organisation ein.

Von: dn

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Fri, 11 May 2018 12:13:00 +0200
<![CDATA[Viel Verständnis für Israels Reaktion auf iranische Angriffe]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/11/viel-verstaendnis-fuer-israels-reaktion-auf-iranische-angriffe/ JERUSALEM (inn) – Iranische Streitkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag von Syrien aus israelische Militärposten auf den Golanhöhen angegriffen. Etwa 20 Raketen hätten die Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, abgefeuert, teilte die israelische Armee mit. Vier der Geschosse wurden von der israelischen Raketenabwehr abgefangen. Die anderen schlugen noch auf syrischem Staatsgebiet ein.

Israels Luftwaffe beschoss daraufhin mehr als 50 iranische Militärziele in Syrien. Dabei wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fünf syrische Soldaten und 18 Kämpfer syrischer Verbündeter getötet. Die syrische Armee sprach hingegen von drei Toten.

Laut dem israelischen Armeesprecher Jonathan Conricus gehörten die Luftangriffe zu den größten, die Israel je gegen iranische Ziele unternommen habe. Wie Conricus laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, hat Israel Russland vor dem Beschuss informiert.

Israels Verteidigungsministers Avigdor Lieberman erklärte auf einer Konferenz in Herzlia: „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation, aber wir müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein.“ Er fügte hinzu, es handele sich um einen punktuellen Konflikt Israels mit den iranischen Al-Quds-Brigaden. Lieberman zufolge hat die Luftwaffe fast die komplette iranische Infrastruktur in Syrien getroffen.

Bahrain verteidigt Israel

Die Reaktion Israels auf den iranischen Beschuss stieß international auf Verständnis. Bahrain verteidigte die israelischen Luftangriffe: „Solange der Iran die Region destabilisiert und Länder mit seinen Truppen und Raketen verletzt, hat jedes Land in der Region, einschließlich Israel, das Recht, sich zu verteidigen, und Quellen der Gefahr zu zerstören“, schrieb Bahrains Außenminister Chalid Bin Ahmed al-Chalifa am Donnerstag auf Twitter. Bahrain hat keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Wie Saudi-Arabien betrachtet es den Iran als Feind.

Bundesregierung: „Angriffe sind schwere Provokation“

Die Bundesregierung reagierte besorgt auf die iranischen Angriffe. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte dazu: „Mit großer Sorge sehen wir Berichte über iranische Raketenangriffe auf israelische Armeeposten in der vergangenen Nacht. Diese Angriffe sind eine schwere Provokation, die wir auf das Schärfste verurteilen. Israel hat, das haben wir immer betont, ein Recht auf Selbstverteidigung.‎“ Zugleich sei entscheidend, dass es jetzt nicht zu einer weiteren Eskalation komme. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte den iranischen Präsidenten Hassan Rohani in einem Telefonat dazu auf, zur Deeskalation in der Region beizutragen. Sie verurteilte die Angriffe auf Israel.

Die britische Premierministerin Theresa May betonte in einem Telefonat mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ebenfalls Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen die „iranische Aggression“.

Die Europäische Union und die USA erklärten ebenfalls, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen. Die Berichte über die iranischen Angriffe auf Israel seien höchst besorgniserregend, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini laut der Tageszeitung „Ha'aretz“. Aus dem Weißen Haus hieß es, die iranischen Revolutionsgarden trügen die volle Verantwortung für die Konsequenzen ihrer rücksichtslosen Aktionen. Die Angriffe auf Israel seien „inakzeptabel und hochgefährlich für den gesamten Nahen Osten“.

Russlands stellvertretender Außenminister und Sondergesandte für Nahost, Michail Bogdanov, erklärte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, Russland sei besorgt. Es habe Kontakt zu beiden Seiten aufgenommen und fordere Zurückhaltung von allen Parteien.

UN warnen vor Flächenbrand

UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einem „neuen Flächenbrand“ in der Region. Er rief die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten und Provokationen auf, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet.

Israels UN-Botschafter Danny Danon fordert die Vereinten Nationen unterdessen auf, den iranischen Angriff zu verurteilen. Die internationale Staatengemeinschaft dürfe nicht zuschauen, wenn ein „tyrannisches Regime einen souveränen Staat angreift und wiederholt die Existenz eines UN-Mitgliedsstaates bedroht“. Israel sei nicht an einer Eskalation der Lage interessiert. Es werde jedoch auch nicht zulassen, dass der Iran eine militärische Präsenz in Syrien aufbaue, deren Ziel es sei, Israel anzugreifen und die ohnehin fragile Situation in der Region weiter zu verschlechtern.

Netanjahu: „Iran hat rote Linie überschritten“

Das israelische Sicherheitskabinett kam am Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Premierminister Netanjahu erklärte, der Iran habe mit den Angriffen eine rote Linie überschritten. „Ich habe dem Assad-Regime eine klare Botschaft übermittelt: Unsere Aktion richtet sich gegen iranische Ziele in Syrien. Wenn jedoch das syrische Militär gegen uns handelt, werden wir dagegen vorgehen. Genau das ist gestern passiert – die syrischen Militärbatterien haben Boden-Luft-Raketen gegen uns abgefeuert und deshalb haben wir sie angegriffen“, sagte Netanjahu laut „Yediot Aharonot“. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, zu verhindern, dass sich der Iran in Syrien niederlässt.

Syrien verurteilt Israel

Das syrische Außenministerium verurteilte den israelischen Beschuss. „Israels direkte Einmischung, nach Jahren der geheimen Unterstützung terroristischer Gruppen, stellt den Beginn einer neuen Stufe der Aggression dar“, heißt es in einer Erklärung.

Iran unterstellt Israel Lügen

Die Regierung in Teheran warf Israel unterdessen vor, es habe den iranischen Angriff auf die Golanhöhen erfunden, um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen. Ein Sprecher des Außenministeriums, Bahram Ghassemi, kritisierte zudem die Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Damit würde Israel grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben.

Von: dn

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Fri, 11 May 2018 12:11:00 +0200
<![CDATA[Jerusalem hat 900.000 Einwohner]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/11/jerusalem-hat-900000-einwohner/ JERUSALEM (inn) – Etwa 88 Prozent der jüdischen Einwohner Jerusalems sind zufrieden mit ihrem Leben, im Vergleich zu 49 Prozent der arabischen Einwohner. Diese Zahlen hat das Zentrale Statistikamt aus Anlass des Jerusalem-Tages, der am Sonntag begangen wird, veröffentlicht.

Den Zahlen zufolge leben in Jerusalem 900.000 Einwohner. Etwa 62 Prozent davon setzen sich aus Juden und anderen Ethnien oder Religionen zusammen, während Araber 38 Prozent ausmachen. Unter den Juden Jerusalems verstehen sich ein Drittel als ultra-orthodox.

Indes sehen die meisten Israelis, 72 Prozent, den Jerusalem-Tag als „normalen Tag“. Dabei neigen religiöse oder politisch rechts eingestellte Juden eher dazu, den Tag zu begehen. Nur 13 Prozent der Ultra-Orthodoxen sehen den „Jom Jeruschalajim“ als „normalen Tag“. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Politik des jüdischen Volkes, einer 2002 gegründeten Denkfabrik.

Die Frage der Teilung

In einer weiteren Umfrage ist das Ergebnis ambivalent ausgefallen. Demnach sind 97 Prozent der Araber in Ostjerusalem gegen ein Jerusalem in den derzeitigen Stadtgrenzen. Andererseits sind ebenfalls 97 Prozent gegen eine Teilung der Stadt.

Der Politikwissenschaftler Dan Miodownik von der Hebräischen Universität Jerusalem, der die Umfrage durchgeführt hat, erklärte in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Jerusalem Post“, was es mit dem Ergebnis auf sich hat: Die Antwort auf die erste Frage spiegele das Nationalgefühl wider, die zweite sei Ausdruck von praktischen Erwägungen. „Sie sorgen sich darum, wie eine Teilung das Alltagsleben beeinflussen könnte, und was mit den Dingen passiert, die sie am meisten wertschätzen, wie Bewegungsfreiheit, Arbeitsmöglichkeiten und Dienstleistungen, die sie erhalten.“

Die jüdischen Bewohner in Westjerusalem sind mehrheitlich dafür, Jerusalem in den derzeitigen Stadtgrenzen und unter israelischer Kontrolle zu belassen; nur 13 Prozent sprachen sich dagegen aus. Gegen eine dritte Option – Jerusalem zwar zu teilen, beiden Seiten aber Zugang zu gewähren – waren 43 Prozent der arabischen und 69 Prozent der jüdischen Bewohner. Jüdische Einwohner Ostjerusalems wurden bei der von der Europäischen Union finanzierten Umfrage nicht einbezogen.

Von: df

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Fri, 11 May 2018 11:56:00 +0200
<![CDATA[Israel in 140 Episoden]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/05/11/israel-in-140-episoden/ Eine Buchrezension von Elisabeth Hausen]]> Politische Ereignisse, Persönlichkeiten, gesellschaftliche Stimmungen und Entwicklungen: Anhand dieser Aspekte fasst die Journalistin Andrea von Treuenfeld das 70-jährige Bestehen des Staates Israel in 140 Episoden zusammen. Ihr Buch trägt den Titel „Israel. Momente seiner Biographie“.

Begeistert von Israel

Im Vorwort schreibt die Autorin, Israels 70 „Lebensjahre“ seien „geprägt durch eine extreme Vielschichtigkeit“. In den Streiflichtern versucht sie, diese Vielfalt zum Ausdruck zu bringen. So begegnen dem Leser prägende Persönlichkeiten wie Staatsgründer David Ben-Gurion, der erste Staatspräsident Chaim Weizmann oder der legendäre Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek. Aber auch Organisationen, die für die israelische Geschichte relevant sind, stellt von Treuenfeld vor. Viele Beiträge umfassen gerade einmal eine Seite. Trotzdem gelingt es ihr, wichtige Informationen zu vermitteln und Hintergründe zu verdeutlichen.

Wie karg die ersten Jahre des jungen Staates waren, versinnbildlicht das Ministerium für Rationierung, das im April 1949 gegründet wurde. Der Rationierung widmet sich die Autorin unter der hebräischen Bezeichnung „Zena“. Dabei weist sie darauf hin, dass auch die Frau des Regierungschefs von den Maßnahmen betroffen war. Hintergrundinformationen streut sie auch in Episoden über bestimmte Gebäude wie die Knesset oder das Österreichische Hospiz in der Jerusalemer Altstadt ein.

Begeisterung und Bewunderung für Israel sind der Journalistin deutlich abzuspüren. Dies wird unter anderem deutlich bei der Schilderung der Rettungsaktion „Fliegender Teppich“ für jemenitische Juden. Überhaupt nimmt das Thema Einwanderung einen großen Raum ein. Gleichzeitig greift von Treuenfeld kritische Themen wie das bis heute nicht aufgeklärte Verschwinden jemenitischer Kinder nach der Masseneinwanderung auf. Auch das Jerusalem-Syndrom kommt vor. Zwei Episoden widmet sie dem Thema Homosexualität und Transgender.

Irritierende Jahreszahlen

Etwas verwirrend ist mitunter die Zuordnung der Jahreszahlen. Oft bezieht sich von Treuenfeld auf Ereignisse des jeweiligen Jahres oder das Gründungsdatum einer Organisation. Aber dann taucht plötzlich im Jahr 1960 Theodor Herzl auf. Denn der Abschnitt über den Begründer des politischen Zionismus ist 100 Jahre nach seinem Geburtstag angesiedelt. Andere Persönlichkeiten werden wiederum in ihrem Todesjahr vorgestellt.

Auch lange Sätze erschweren mitunter das Verständnis der Texte. So lautet der erste Absatz der Erklärung zur Organisation „B'Tselem“ (1989): „Spätestens seit der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel während seiner Israelreise im April 2017 mit Vertretern von Breaking the Silence* und B’Tselem zusammentraf und damit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu* so verärgerte, dass dieser ein geplantes Gespräch kurzfristig absagte, ist das Israelische Informationszentrum für Men-schenrechte in den besetzten Gebieten, wie sich B’Tselem bezeichnet, auch außerhalb des Landes bekannt.“

Für das Jahr 1987 beschreibt von Treuenfeld den Beginn der „Intifada“: „Aufgemischt von der neugegründeten Hamas-Bewegung, die von dem meisten europäischen Staaten als terroristische Organisation eingestuft wird (ihr Ziel ist die Vernichtung Israels), entluden sich Frust und Verzweiflung der Jugendlichen.“ Dass die angestrebte Vernichtung Israels in Klammern steht, erweckt den Eindruck, es sei aus ihrer Sicht kein Anlass, die Hamas als Terrorgruppe einzustufen. Möglicherweise ist das aber auch dem Platzmangel geschuldet, wobei dieser Eintrag überdurchschnittlich lang ist.

Seltsam verkürzt mutet auch die Schlussfolgerung an, die im Zusammenhang mit dem Oslo II-Abkommen von 1995 erfolgt: „Sowohl die israelische Rechte als auch die extreme Hamas betrachteten das Abkommen als Verrat. Die Folgen waren ein Ausbau der Siedlungen auf der einen Seite und Terrorangriffe auf der anderen.“ Vermutlich kann sie keinen Fall nennen, in dem der Ausbau von Siedlungen direkt zu Todesopfern führte. Bei Terrorangriffen hingegen ist das gewünscht und passierte auch in jener Zeit oft.

Differenzierte Darstellung

Dass sie auch komplizierte Sachverhalte in wenigen Sätzen darstellen kann, zeigt die Journalistin hingegen etwa bei der Schilderung der Sperranlage gegen den Terror. Sie weist in dem Eintrag zum Jahr 2002 sowohl auf die Kritik und die Einschränkungen für die Palästinenser hin als auch darauf, dass die Anlage zum größten Teil aus Zaun besteht. Auch die Ursache aus israelischer Sicht, nämlich die Abwehr von Terroristen, fehlt hier nicht. Bei der Episode aus demselben Jahr zu Dschenin gelingt es ihr, anzumerken, dass der Vorwurf eines „Massakers“ durch israelische Soldaten später in einem UN-Bericht widerlegt wurde.

Differenziert ist auch die Erklärung unter dem Stichwort „Zweite Intifada“ zum Jahr 2000. Darin bringt sie sogar die Information unter, dass der vielkritisierte Besuch des damaligen Premierministers Ariel Scharon auf dem Tempelberg mit der muslimischen Verwaltung abgestimmt war. Und als von Treuenfeld über den Tod von Palästinenserführer Jasser Arafat im November 2004 berichtet, weist sie darauf hin, dass der Vorwurf einer Vergiftung durch Israel nach der Exhumierung widerlegt wurde. Diese Differenzierung zeugt von der Begabung der Autorin. Auch die Feststellung, dass die Hadassa-Klinik Terror-Opfer und Attentäter gleichermaßen behandelt, bestätigt diesen Eindruck.

Andrea von Treuenfeld hat sich bereits früher mit dem Thema Israel befasst. Mit dem aktuellen Büchlein ist es ihr gelungen, die 70-jährige Geschichte des Staates Israel in kleinen Portionen recht umfassend zu erzählen. Sie geht auch hinter die Gründung im Jahr 1948 zurück und bringt die Vorgeschichte. Dabei fließt natürlich ihre Meinung ein, die nicht jeder Leser immerzu teilen wird. Dennoch und trotz der mitunter komplizierten Sprache ist das Buch Israelreisenden, die das Land noch nicht kennen und sich einen Überblick verschaffen wollen, als Einstiegslektüre durchaus zu empfehlen.

Andrea von Treuenfeld: „Israel. Momente seiner Biographie", Gütersloher Verlagshaus, 224 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-579-08711-5

Von: Elisabeth Hausen

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Fri, 11 May 2018 11:53:00 +0200
<![CDATA[Israel beschießt iranische Ziele in Syrien]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/05/10/israel-beschiesst-iranische-ziele-in-syrien/ Iranische Streitkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag von Syrien aus israelische Militärposten angegriffen. Etwa 20 Raketen hätten die Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, auf die Golanhöhen abgefeuert, teilte die Armee mit. Israels Luftwaffe beschoss daraufhin mehr als 50 iranische Militärziele in Syrien. Dabei wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fünf syrische Soldaten und 18 Kämpfer syrischer Verbündeter getötet. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte auf einer Konferenz in Herzlija: „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation, aber wir müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein.“ Er fügte hinzu, es handele sich um einen punktuellen Konflikt Israels mit den iranischen Quds-Brigaden.

Von: dn

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Thu, 10 May 2018 11:31:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 10. Mai 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/05/10/nachrichten-vom-10-mai-2018/ Thu, 10 May 2018 11:19:00 +0200