Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Israelnetz - Neueste Nachrichten https://www.israelnetz.com 18 16 Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 18 Sep 2018 17:40:53 +0200 <![CDATA[Die Gnade des Schöpfers erleben]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/18/die-gnade-des-schoepfers-erleben/ Gottes Gnade gegenüber den Menschen steht im Mittelpunkt des Großen Versöhnungstages Jom Kippur. Juden feiern, dass der Schöpfer barmherzig ist und damit bereit, denen zu vergeben, die ihn darum bitten. Deshalb sind die Gottesdienste geprägt von den „Slichot“-Gebeten – den Bitten um Vergebung. Doch es geht auch darum, den Mitmenschen ihre Verfehlungen zu verzeihen.

Drei Wörter gibt es im Hebräischen für Vergebung: slicha, mechila und kappara. Im täglichen Leben ist in Israel oft „slicha“ zu hören, wenn jemand etwa um Verzeihung bittet für ein versehentliches Anrempeln im Gedränge. Das Wort „mechila“ kann neben der Vergebung auch das Graben eines Tunnels bedeuten, wenn beispielsweise Häftlinge auf solche Weise aus einem Gefängnis entfliehen. Übertragen heißt das: Wer einem Menschen vergibt, dass dieser ihn verletzt hat, ist von der damit verbundenen Last befreit. Der Ausdruck „kappara“ wiederum ist mit „kippur“ verwandt. Die Betonung liegt hier auf der Reinigung. Durch die Vergebung ist es so, als wäre die Tat nie geschehen. Das macht Versöhnung möglich.

Manche schlachten angesichts des Jom Kippur einen Hahn. Dieser geht quasi stellvertretend für den Menschen in den Tod. Die Zeremonie trägt den Namen „Kapparot“.

Bereits in den Tagen und Wochen vor Jom Kippur bestimmen das Streben nach Umkehr und die Slichot-Gebete das jüdische Leben. Viele versammeln sich nachts an der Klagemauer und in den Synagogen, um Gott um Vergebung für ihre Übertretungen zu bitten.

Festtag und Fasttag

Jom Kippur gilt als der Schabbat schlechthin. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang fasten Juden an diesem Tag. In der Synagoge wird das Buch Jona gelesen. Der biblische Prophet widersetzte sich Gottes Auftrag, den Menschen in Ninive eine Bußpredigt zu halten. Stattdessen bestieg er ein Schiff, das ihn möglichst weit in die westliche Gegenrichtung bringen sollte – nach Tarsis in Spanien. Doch Gott brachte ihn zur Umkehr, er predigte den Menschen in Ninive das Gericht, und sie ließen von ihren bösen Wegen ab. Die Stadt im heutigen Irak wurde nicht zerstört, weil Gott mit Gnade auf die Bußbereitschaft der Bewohner reagierte.

„Unter den Fasttagen nimmt der Versöhnungstag eine besondere Stellung ein, er ist Festtag und Fasttag zugleich.“ Dies schreibt der deutsch-jüdische Gelehrte Ismar Elbogen in seinem Buch „Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung“, dessen erste Auflage 1913 erschien. Der Jom Kippur am 10. Tag des Monats Tischrei schließt die zehn Bußtage zum Auftakt des jüdischen Jahres ab. In diesem Jahr beginnt er am Abend des 18. September.

In der von Joel Rappel herausgegebenen hebräischen Enzyklopädie „Mo’adei Jissrael“ (Die Feste Israels) heißt es: „Der zentrale Gedanke, der im Ursprung dieses besonderen Tages steht, ist die Gnade des Schöpfers des Menschen, der ihn aufruft, Buße zu tun und bereit ist, die Sünden desjenigen zu sühnen, der sich vor ihm reinigt.“

Slicha „bedeutet Verzeihung, die Vergebung von Sünden, die bei Gott zu finden ist (Psalm 130,4), die von seiner Barmherzigkeit erfleht wird (Daniel 9,9)“, merkt Elbogen an. „Gott hat den Menschen die Sündenvergebung verheißen und ihnen den Weg gewiesen, auf dem sie sie finden können. Er hat das Bußgebet gelehrt, das niemals ungehört verhallt; auf das Wort ‚Hilf, o Gott‘ antwortet er, so oft wir ihn anrufen (Psalm 20,10).“ So sagte denn auch der Jerusalemer Rabbi Jitzhak Naki gegenüber Israelnetz: „Es ist ein Tag der Freude, weil wir Sühne von Gott empfangen.“

Zusätzliche Gebete

Die meiste Zeit des Tages verbringen Juden im Gebet. Jom Kippur ist der einzige Tag, an dem sie fünf vorgeschriebene Gebete sprechen. Ohnehin üblich sind das Abendgebet (Aravit oder Ma'ariv), das Morgengebet (Schacharit) und das Nachmittagsgebet (Mincha). Wie auch an anderen Festtagen gibt es spezielle Zusatzgebete, die unter dem Begriff „Mussaf“ zusammengefasst werden. Einzigartig ist das Ne’ila-Gebet, das nach Mincha gesprochen wird. Es verdeutlicht unter anderem, dass der Mensch sich für ein Leben nach Gottes Geboten entscheiden kann.

In 3. Mose 23,26–32 heißt es: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, euch zu entsühnen vor dem HERRN, eurem Gott. Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden. Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt. Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.“

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 nach der Zeitrechnung betrat der Hohepriester am Jom Kippur das Allerheiligste. Er opferte einen Ziegenbock und schickte einen zweiten in die Wüste, nachdem er ihn symbolisch mit den Sünden des Volkes Israel beladen hatte. Nach dem Verlust des Heiligtums in Jerusalem ersetzten jüdische Gelehrte das Opfer durch Gebete. Viermal wirft sich ein Jude am Versöhnungstag zu Boden, sonst wird im Stehen gebetet.

Viele Juden tragen an dem Fasttag weiße Kleider. Das erinnert auch an den Tod, der jederzeit eintreffen kann. In der Textsammlung, die dem Talmud zugrunde liegt, der Mischna, heißt es: „Kehre einen Tag vor deinem Tod um“ (Sprüche der Väter 2,10). Da niemand seinen Todestag kennt, enthielt dieser Satz die Aufforderung, jeden Tag so zu leben, als würde man am nächsten Tag sterben. Die einheitliche Kleidung soll zudem die Einheit des Volkes betonen.

Wenn Sportler auf Wettkämpfe verzichten

Wie in der Bibel geboten, steht das öffentliche Leben in Israel an diesem Tag still. Deutlich mehr noch als an einem gewöhnlichen Schabbat verzichten Juden auf das Autofahren, außer in Notfällen. Die freien Straßen bevölkern Kinder mit Fahrrädern, Skateboards und Rollschuhen. Säkulare Onlinezeitungen teilen mit, sie würden ihre Berichterstattung nach dem Ende des Fastens wiederaufnehmen. Selbst viele Juden, die sich als weltlich einstufen, gehen am Jom Kippur in die Synagoge und fasten.

Immer wieder sorgen Sportler für Schlagzeilen, die sich weigern, am Versöhnungstag einen Wettkampf zu bestreiten. So brach der israelische Tennisprofi Dudi Sela im vergangenen Jahr ein Spiel vorzeitig ab, weil der Jom Kippur nahte. Er hatte die Organisatoren des Turniers in China vergeblich gebeten, das erste Spiel des Tages zu bekommen – dann hätte er es vor dem Fasttag beenden können. In diesem Jahr hat der israelische Reitsportler Rafael Dan Kramer seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft im US-Bundesstaat North Carolina abgesagt. Er will am Jom Kippur keinen Profisport betreiben. Das Turnier hätte ihm die Möglichkeit geboten, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren.

Unterschiedliche Bräuche

In der Zerstreuung haben Juden in verschiedenen Ländern besondere Traditionen entwickelt. So ist es bei Juden aus Babylonien, der Türkei und Griechenland üblich, vor dem Fasten ein besonderes, weißes Getränk zu sich zu nehmen. Die Karäer, die sich in der zweiten Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrtausends vom rabbinischen Judentum abgespalten haben, kleiden sich in Sack und Asche. Ferner beten sie barfuß. Ihr Gebet endet mit den Worten, die sonst aus der Liturgie für Pessach bekannt sind: „Nächstes Jahr in Jerusalem“.

Bei den Samaritanern ist niemand vom Fasten ausgeschlossen, selbst Kinder und stillende Frauen nicht. Das Leiden der fastenden Babys und Kinder sei ein großer Teil der Qualen der Jugendlichen und Erwachsenen, heißt es in der Enzyklopädie zu den Festen Israels. Das Gebet in der Synagoge währt vom Abend bis zum Abend. Eine Unterbrechung ist allein durch eine Beschneidung möglich. Nach dem Fasten kehren die Samaritaner nach Hause zurück. „Dort wartet ein großer Tisch, beladen mit allem Guten, wahrhaft ein königliches Mahl.“

Das traditionelle Widderhorn, der Schofar, verkündet das Ende des Feiertags. Gott besiegelt in diesem Augenblick nach jüdischer Auffassung sein Urteil über das weitere Leben der Betenden. Wie auch am Schabbat kennzeichnet das Havdala-Gebet, das zwischen Heiligem und Weltlichem trennt, den Beginn des Alltags. Nun beginnen die Fastenden wieder mit Essen und Trinken. Manche fangen schon an, die Laubhütte für das bevorstehende Sukkot-Fest zu bauen.

Jom-Kippur-Krieg: Überraschungsangriff am Fasttag

Vor 45 Jahren, am 6. Oktober 1973, griffen arabische Truppen während des hohen Feiertages Israel an. Trotz der Überraschung konnten die Israelis den Krieg am Ende für sich entscheiden. Er ging als Jom-Kippur-Krieg in die Geschichte ein, Araber nennen ihn „Oktoberkrieg“.

Von: Elisabeth Hausen

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Tue, 18 Sep 2018 14:19:00 +0200
<![CDATA[Palästinensischer Clan muss Stadt verlassen]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/18/palaestinensischer-clan-muss-stadt-verlassen/ HEBRON (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat 20 Familien in der Stadt Jatta im Westjordanland zwangsumgesiedelt. Zwischen ihnen und anderen Clan-Mitgliedern hatte es tödliche Streitigkeiten gegeben.

Die Familien wurden vom Süden des Westjordanlandes in eine Ortschaft bei Dschenin im Norden ins Exil geschickt. Die PA und lokale Vermittler hatten sich für diese Form der „traditionellen Rechtsprechung“ ausgesprochen.

Erst am 8. September waren bei einer Schießerei in Jatta ein Mann getötet und drei weitere Palästinenser verletzt worden. Die PA stationierte daraufhin Sicherheitskräfte in der Stadt, um weitere Gewalt zwischen den verfeindeten Familien zu verhindern. Hochrangige örtliche Vertreter hätten zudem versucht, die Verbreitung von Gerüchten in den sozialen Medien zu stoppen. Doch es seien Häuser angezündet worden und es habe Schießereien zwischen den Familien gegeben, sagte Rateb al-Dschabur, Koordinator des Nationalen Volkskomitees im Bezirk Hebron.

Entscheidung im Sinne der „Ethik des Islam“

Da sich der beschuldigte Clan weigerte, den Mörder zu nennen, sei ein traditioneller Rechtsspruch gefällt worden, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Demnach muss der gesamte Clan Jatta verlassen. Othman Schannaranan, ein Anwohner, schrieb dazu auf Facebook: Die Entscheidung sei im Sinne der „Ethik des Islam, des Adels der arabischen Tradition und der Reitervölker von Jatta und Hebron" getroffen worden.

Die „Jerusalem Post“ merkte zu dem Bericht an, obwohl die PA und ihre Sicherheitskräfte seit Jahren von westlichen Kräften geschult würden, halte sie an alten Traditionen fest. Gerade Reaktionen von jüngeren Palästinensern in den sozialen Netzwerken zeigten jedoch, dass diese solch ein Vorgehen als Kollektivbestrafung betrachteten.

Von: dn

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Tue, 18 Sep 2018 13:58:00 +0200
<![CDATA[Arabische Ablehnung Israels als Grund für Nahostkonflikt]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/18/arabische-ablehnung-israels-als-grund-fuer-nahostkonflikt/ Die texanische Schulbehörde will die Lehrpläne bezüglich des Unterrichts zum Nahostkonflikt ändern. Diese gelten für rund fünf Millionen Schüler an staatlichen Schulen. Sie sollen dann lernen, dass die „arabische Ablehnung des Staates Israel zum aktuellen Konflikt führte“. Das berichtet die Zeitung „Dallas Morning News“. Demnach gab es am Freitag eine vorläufige Abstimmung über diese und andere geplante Änderungen. Im November soll eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Von: eh

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Tue, 18 Sep 2018 13:58:00 +0200
<![CDATA[Russland gibt Israel Schuld für abgeschossenes Flugzeug]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/18/russland-gibt-israel-schuld-fuer-abgeschossenes-flugzeug/ Russland wirft Israel vor, eines seiner Flugzeuge als Schutzschild bei einem Angriff auf eine syrische Militäreinrichtung nahe der Hafenstadt Latakia benutzt zu haben. Montagnacht hat demnach die syrische Luftverteidigung mit einer S-200-Rakete das russische Aufklärungsflugzeug Iljuschin IL-20 abgeschossen. An Bord sollen 15 Soldaten gewesen sein. Vier israelische F-16-Kampfjets hätten sich bei ihrem Angriff hinter dieser russischen Maschine versteckt. Das israelische Militär bestreitet bisher den Vorgang. Russland und Israel sind in Syrien nicht direkt Verbündete, stimmen sich aber eng untereinander ab.

Von: mm

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Tue, 18 Sep 2018 13:46:00 +0200
<![CDATA[US-Regierung streicht Hilfen für Koexistenzprogramm]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/18/us-regierung-streicht-hilfen-fuer-koexistenzprogramm/ Die USA haben die letzten Hilfszahlungen für die Palästinenser gestrichen, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet. Mit umgerechnet 8,5 Millionen Euro unterstützten die USA bislang Koexistenzprogramme zwischen Israelis und Palästinensern. Nachdem die Regierung entschieden hatte, die Palästinenser nicht mehr zu unterstützen, musste nun auch die amerikanische Agentur für Internationale Entwicklung ihre Zahlungen beenden. Präsident Donald Trump hofft mit der Streichung der Hilfen die Palästinenser zu Friedensgesprächen zwingen zu können.

Von: tos

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Tue, 18 Sep 2018 12:27:00 +0200
<![CDATA[Israel lässt 1.000 Äthiopier einwandern]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/18/israel-laesst-1000-aethiopier-einwandern/ JERUSALEM / ADDIS ABEBA (inn) – Israel erlaubt rund 1.000 Äthiopiern des Stammes der „Falasch Mura“ die Einwanderung. Das hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag mitgeteilt. „Ich habe mich entschieden, ungefähr 1.000 Mitglieder der Gemeinschaft, deren Kinder bereits hier leben, nach Israel zu bringen“, sagte Netanjahu laut seinem Büro bei einem Ministertreffen.

Er habe Innenminister Arjeh Deri beauftragt, einen Entwurf dieser Regierungsentscheidung vorzulegen. „Mit hoher Wichtigkeit kümmern wir uns um diese kostbare Gemeinschaft, die Teil unseres Volkes und Teil unseres Staates ist“, sagte Netanjahu. Er sprach von „keiner einfachen Entscheidung“. In Israel ist wiederholt darüber diskutiert worden, inwiefern die Stammesmitglieder zum Judentum gehören.

Deswegen betonte Netanjahu auch, nur Stammesmitglieder nach Israel zu holen, die bereits ihre Familie im Land hätten. Die „Falasch Mura“ sind äthiopische Juden, deren Vorfahren im 19. Jahrhundert – in den meisten Fällen unter Zwang – zum Christentum konvertiert waren. In Äthiopien leben heute noch geschätzt 8.000 dieser Stammesmitglieder.

Äthiopische Gemeinde in Israel enttäuscht

Die Sprecherin der äthiopischen Gemeinde in Israel, Alisa Bodner, bezeichnete laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ die Entscheidung als „unglaubliche Enttäuschung“. Sie forderte Netanjahu auf, auch die Einreise der restlichen 8.000 Menschen zu ermöglichen. Das israelische Innenministerium sieht die „Falasch Mura“ nicht als Juden an. Deswegen gilt für sie auch nicht das Recht der Rückkehr, das jedem Juden auf dieser Welt die Einwanderung nach Israel erlaubt. Stattdessen werden die Äthiopier eine spezielle Erlaubnis von der Regierung benötigen.

Einige der Stammesmitglieder warten bereits seit 20 Jahren darauf, nach Israel einwandern zu dürfen. Ein Kritikpunkt der äthiopischen Vertreter lautet, dass die bisherige Einwanderung schlecht durchgeführt werde, weil dabei Familien auseinander gerissen wurden. 80 Prozent der äthiopischen Juden, die noch in Äthiopien leben, haben Angehörige ersten Grades in Israel.

Internationale Christliche Botschaft half

Im November 2015 hatte die israelische Regierung den Plan gefasst, die verbleibenden Äthiopier bis 2020 nach Israel zu holen. Damals fehlten aber die finanziellen Mittel im Staatsbudget, um die Familienzusammenführungen umzusetzen. Vergangenes Jahr startete dann das Finanzministerium den ersten Schritt, indem es einen Finanzierung der Einreise für 1.300 Äthiopier auflegte. Die Flüge der Stammesmitglieder nach Israel wurden von der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem mitfinanziert. Die besitzt ein Programm für die Unterstützung von jüdischer Immigration.

Der Premierminister reagierte am Montag auch auf Berichte, die Diskriminierungen in der südlich gelegenen Stadt Kiriat Gat dokumentierten: „Gestern hörte ich von rassistischen Äußerungen gegenüber äthiopischen Juden in Kiriat Gat. Wir sind nicht bereit, diesen oder irgendeinen Rassismus in Israel zu akzeptieren.“ In Israel leben aktuell rund 135.000 äthiopische Juden. 22.000 wurden per Luftbrücke in der Operation Moses 1984 und in der Operation Salomo 1991 nach Israel ausgeflogen. Ihre Integration gestaltet sich als schwierig. Es kam wiederholt zu rassistischen Übergriffen.

Von: mm

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Tue, 18 Sep 2018 11:56:00 +0200
<![CDATA[Index menschlicher Entwicklung: Israel in guter Position]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/18/index-menschlicher-entwicklung-israel-in-guter-position/ NEW YORK / JERUSALEM (inn) – Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jedes Jahr einen Index menschlicher Entwicklung. Da werden Faktoren wie Lebenserwartung, Schuljahre und nationales Einkommen pro Kopf einer Bevölkerung als Grundlage genommen, um die Staaten der Welt gemäß ihrem Entwicklungsstand einzuordnen. Manche Länder haben eine identische Indexnummer.

Weltweit führend, also das am höchsten entwickelte Land, ist gemäß diesem Index Norwegen. An zweiter Stelle folgt die Schweiz, dann Australien und Irland. Auf dem weltweit fünften Platz liegt Deutschland. Weitere Top-Ten-Staaten sind Island, Hongkong, Schweden, Singapur und die Niederlande. Gefolgt von Dänemark (11) und Kanada (12), die alle höher als die USA (13) liegen. Liechtenstein, Belgien (beide Rang 17), Japan (19) folgen neben weiteren europäischen Ländern. Nach Österreich (20) und Luxemburg (21) kommt schon Israel auf Rang 22 mit identischer Punktzahl wie Südkorea. Es folgen in der höchsten Kategorie noch Länder wie Spanien (26), Italien (28) und Polen (33), sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (34) vor Andorra (35).

„Staat Palästina“ im Mittelfeld

Das Mittelfeld führen die Philippinen (113) und Südafrika (113) an, vor Ägypten (115), gefolgt von Vietnam (116) und Bolivien (118). Als nächstes kommt der noch nicht ausgerufene, aber für die UNPD wohl schon real existierende „Staat Palästina“ (119), gefolgt von dem Irak (120). Der Gazastreifen wird nicht separat angegeben, sodass auch dort die Lebensumstände offenbar immer noch besser sind als in Marokko, Indien, Pakistan und etwa 70 Ländern bis zum Schlusslicht Niger auf Platz 189.

Neben der Platzierung 2018 ermöglicht die Statistik einen Vergleich mit 2017. Nicht verwunderlich sind die Abstiege in Syrien (155), Libyen (108) und dem Jemen (178) um jeweils 20 bis 27 Plätze.

Nicht kategorisiert wurden „andere Länder und Territorien“ wie Nordkorea, Monaco, San Marino, Somalia und Tuvalu.

Von: Ulrich W. Sahm

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Tue, 18 Sep 2018 09:57:00 +0200
<![CDATA[Schweiz und Israel reden über Finanzen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/17/schweiz-und-israel-reden-ueber-finanzen/ Israels Finanzminister Mosche Kahlon hat am Wochenende seinen Amtskollegen aus der Schweiz Ueli Maurer empfangen. Wie das Eidgenössische Finanzdepartment mitteilte, sprachen die beiden über gemeinsame Finanz- und Steuerthemen. Bereits am 4. September 2017 hatten die Länder sich auf eine Intensivierung ihrer Zusammenarbeit im Finanzsektor geeinigt. Weitere Vertreter von Schweizer Behörden und Banken begleiteten Maurer zu dem Treffen. Auch Premierminister Benjamin Netanjahu empfing den Eidgenössischen Finanzminister. Außerdem ist auch ein Treffen zwischen schweizerischen und palästinensischen Vertretern geplant.

Von: tos

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Mon, 17 Sep 2018 14:03:00 +0200
<![CDATA[40 Jahre kalter Friede mit Ägypten]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/17/40-jahre-kalter-friede-mit-aegypten/ KAIRO (inn) – Auf den Tag genau vereinbarten heute vor 40 Jahren der ägyptische Staatspräsident Anwar al-Sadat und Israels Premierminister Menachem Begin einen Friedensvertrag zwischen ihren Ländern. Die Einigung kam unter Vermittlung des US-Präsidenten Jimmy Carter zustande. Am 26. März 1979 wurde der Vertrag unterzeichnet. Für Sadat hatte der Friedensschluss fatale Folgen: Der Präsident fiel am 6. Oktober 1981 einem Attentat politischer Gegner zum Opfer.

Ein Neffe Sadats, der ehemalige Abgeordnete Mohammed Anwar Esmat Sadat, sagt heute über den Frieden: „Es gibt immer noch eine psychologische Barriere zwischen uns und dem israelischen Volk.“ Präsident Sadat „hatte großen Mut und eine Vision für die Zukunft“, aber der Friede sei immer „kalt“ geblieben, erzählt der Neffe gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Der Professor für Politikwissenschaften an der Universität Kairo, Mustafa Kamal Sajed, erklärte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, viele Ägypter begrüßten, dass es keinen Krieg mit Israel gebe. Dennoch blieben sie dem jüdischen Nachbarn weiter feindlich gesinnt. Ägyptens Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen mit Israel und die politische Normalisierung hätten nicht zu einer kulturellen oder allgemeinen Normalisierung geführt. Dieser beunruhigende, aber stabile Status quo spiegele sich auf den Straßen Kairos wider, so Sajed. Dort reduzierten viele Ägypter ihre Antipathie gegenüber Israel auf dessen Politik gegenüber den Palästinensern.

Keine Normalisierung der Beziehungen

Wer sich für eine Normalisierung einsetzt, hat es schwer. Dies bekommen vor allem Künstler oder Sportler zu spüren. Auf sie werde starker Druck ausgeübt, wie der Schriftsteller und Übersetzer ins Hebräische, Nael al-Tukhi, betont. Doch auch Politikern droht hier scharfer Gegenwind – trotz des Friedensvertrages. Zuletzt musste dies der Abgeordnete Tawfik Okascha erfahren. Er hatte den israelischen Botschafter im Februar 2016 zu einem Abendessen in sein Haus eingeladen. Von einem Kollegen wurde Okascha daraufhin mit einem Schuh beworfen. Im Parlament stimmten später zwei Drittel der Abgeordneten dafür, Okascha das Mandat zu entziehen. Ihm wurde vorgeworfen, mit dem Botschafter über sicherheitsrelevante Informationen gesprochen zu haben.

Der kalte Friede wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus. Die Touristenzahlen könnten boomen. Doch unter den 3,9 Millionen Urlaubern, die im vergangenen Jahr nach Israel kamen, waren nur rund 7.200 aus dem benachbarten Ägypten.

Von: dn

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Mon, 17 Sep 2018 13:26:00 +0200
<![CDATA[Palästinensischer Jugendlicher ersticht Juden im Westjordanland]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/17/palaestinensischer-jugendlicher-ersticht-juden-im-westjordanland/ JERUSALEM / RAMALLAH / JATTA (inn) – Eine Warnung der Eltern des Angreifers an die Behörden gab es im Vorfeld: Ein palästinensischer Jugendlicher hat am späten Sonntagvormittag im Westjordanland nahe der Gusch-Etzion-Kreuzung einen Israeli mit einem Messer erstochen. Das Opfer ist Ari Fuld, Vater von vier Kindern, aus der jüdischen Ortschaft Efrat in Judäa. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Trotz seiner Wunden jagte der 45-jährige Fuld seinen Angreifer und schoss auf ihn. Auch ein bewaffneter Zivilist schoss auf den flüchtenden Attentäter. Dieser wurde in einem moderaten Zustand mit zahlreichen Schussverletzungen ins Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg eingeliefert. Der Angriff ereignete sich vor einem Einkaufszentrum im Westjordanland, das von Israelis und Palästinensern besucht wird.

Zuvor hatten die Eltern des 17-jährigen Chalil Dsch. aus der Ortschaft Jatta südlich von Hebron sowohl Israel als auch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) informiert. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Der Vater hatte laut eines Vertreters der PA die palästinensischen Sicherheitskräfte unterrichtet, dass sein Sohn nach einem Streit am Sonntagmorgen verschwunden sei. Er hatte sich mit dem Jugendlichen darüber auseinander gesetzt, dass er zur Schule gehen solle. „Aber der Sohn weigerte sich und dann schlug der Vater seinen Sohn“, erklärte der PA-Vertreter.

Mutter warnte Soldaten vor geplantem Anschlag des Sohnes

Der Vater habe den Behörden allerdings nur vom Verschwinden berichtet und nicht, dass sein Sohn einen Anschlag plane. Deswegen informierten die palästinensischen Sicherheitskräfte auch nicht ihre israelischen Kollegen. „Wir wussten nicht, dass er plante, einen Messerangriff durchzuführen“, sagte der Offizielle der „Times of Israel“.

Doch die Mutter sei zum nahegelegenen Checkpoint Meitar gegangen und habe den Soldaten gesagt, dass ihr Sohn einen Anschlag plane, erklärt die israelische Armee. Das war ungefähr zu der Zeit gewesen, als tatsächlich der Angriff passierte. Laut Armee habe die Mutter keine genauen Angaben dazu gemacht, wann und wo ihr Sohn nach ihrer Einschätzung eine Attacke ausführen will.

Ehefrau: „Bist stets auf die Gefahr zugerannt, anstatt vor ihr wegzulaufen“

Bei der Beerdigung in der Nacht zum Montag nahmen Tausende Menschen Anteil und trauerten um den 45-jährigen amerikanisch-israelischen Juden. Fulds Familie will ihn als Helden in Erinnerung behalten – er habe sich pro-israelisch engagiert und sich für seine Familie und sein Land eingebracht. Seine Frau Miriam Fuld sagte: „Du bist stets auf die Gefahr zugerannt, anstatt vor ihr wegzulaufen, und du hast nie einen Kampf abgebrochen, weil du wusstest, dass du im Recht warst.“

Die israelische Armee führte eine Razzia im Elternhaus des jugendlichen Terroristen in Jatta durch. Die Truppen sollen zudem die Zerstörung des Gebäudes vorbereiten. Zudem befragten die Sicherheitskräfte Familienmitglieder des Angreifers.

Premier kondoliert Familie

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Knessetsprecher Juli Edelstein besuchten Sonntagnacht Angehörige des Terror-Opfers. Auf Twitter schrieb der Premier: „Ich traf heute Abend die wundervollen Eltern und Brüder des Helden Israels, Ari Fuld. Ich habe sie im Namen des ganzen Volkes Israel in ihrer schrecklichen Trauer umarmt. Wir leben von Helden wie Ari. Wir werden uns immer an ihn erinnern.“

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas (Fatah) zeigte sich „wütend“ über den Angriff. Er betonte allgemein gehalten, dass er Gewalt verurteile. Durch Gewalt würde jeder verlieren.

Die Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen und der palästinensische Islamische Dschihad hießen die Attacke am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung willkommen: „Wir begrüßen den Messerangriff in Bethlehem, der mit den Tötungen unseres Volkes während des Marschs der Rückkehr zusammenfiel“, zitiert die Zeitung „Jerusalem Post“. Und weiter hieß es: „Der Angriff macht deutlich, dass unser Volk die Jerusalemer Intifada fortsetzen möchte. Der Besatzung mit allen notwendigen Mitteln zu widerstehen, ist unser legitimes Recht.“

Der UN-Gesandte für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov, kondolierte den Angehörigen des Opfers. „Ich spreche der Familie von Ari Fuld, einem israelisch-amerikanischen Zivilisten, der gestern im Westjordanland erstochen wurde, mein Beileid aus“, twitterte er. „Jeder muss aufstehen und Terror verurteilen“, forderte Mladenov.

Von: mab

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Mon, 17 Sep 2018 12:57:00 +0200
<![CDATA[Belgien stellt Unterstützung für palästinensische Schulen ein]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/17/belgien-stellt-unterstuetzung-fuer-palaestinensische-schulen-ein/ BRÜSSEL (inn) – Belgien beendet seine Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Bildungsministerium. Das bestätigte Kooperationsminister Alexander De Croo am Freitag. Damit protestiert die Regierung gegen den Trend, Schulen nach Terroristen zu benennen.

Einem Bericht der Zeitung „Brussels Times“ zufolge war der Anlass für die Maßnahme die Umbenennung einer Schule bei Hebron im vergangenen Jahr. Belgien hatte den Bau der Einrichtung finanziert. Danach wurde sie nach der Terroristin Dalal Mughrabi benannt. Diese war 1978 an einer Geiselnahme in einem Bus beteiligt. Der Anschlag forderte 38 Menschenleben, unter den Toten waren 13 Kinder.

Belgien versuchte vergeblich, die palästinensischen Behörden dazu zu bewegen, die Umbenennung rückgängig zu machen. Doch stattdessen erhielten zwei weitere Schulen den Namen der Terroristin. Sie waren allerdings nicht mit belgischen Mitteln gefördert worden.

Dennoch bleibt Belgien in den palästinensischen Gebieten aktiv. Unter anderem wolle es das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge in Nahost (UNRWA) weiter unterstützen. Eine Zusammenarbeit werde es zudem in Bereichen wie der Verbesserung der Menschenrechte oder der Entwicklung im privaten Sektor geben, hieß es weiter.

Von: eh

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Mon, 17 Sep 2018 12:01:00 +0200
<![CDATA[DJs rufen über soziale Medien zu Israelboykott auf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/17/djs-rufen-ueber-soziale-medien-zu-israelboykott-auf/ Zahlreiche Musiker fordern über soziale Netzwerke einen Israelboykott. Wie die Tageszeitung „Ha’aretz“ berichtet, wollen sie Israel damit zu einem Politikwechsel bewegen. Unter dem Hashtag „#DJsForPalestine“ veröffentlichen sie Beiträge, in denen sie ankündigen, nicht mehr in Israel aufzutreten. Sie fordern von Israel, die „brutale Unterdrückung“ der Palästinenser zu beenden. Mit dabei sind Künstler wie „Caribou“, „The Black Madonna“ und „Ben UFO“. Vor kurzem hatte schon die Sängerin Lana del Rey ihren Auftritt auf dem Meteor Festival in Israel abgesagt.

Von: tos

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Mon, 17 Sep 2018 12:00:00 +0200
<![CDATA[Israeli bei Messerangriff getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/16/israeli-bei-messerangriff-getoetet/ Ein Palästinenser hat am Sonntagmorgen im Westjordanland einen Israeli erstochen. Der Angriff ereignete sich vor einem Einkaufszentrum nahe der Gusch-Etzion-Kreuzung, das von Israelis und Palästinensern besucht wird. Der 17-Jährige stach mit einem Messer auf den Juden ein. Das Opfer, ein 40-jähriger Mann aus der jüdischen Ortschaft Efrat in Judäa, erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der flüchtende Angreifer wurde von einem bewaffneten Zivilisten angeschossen.

Von: dn

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Sun, 16 Sep 2018 17:46:00 +0200
<![CDATA[Drei Palästinenser bei Zusammenstößen mit Soldaten getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/15/drei-palaestinenser-bei-zusammenstoessen-mit-soldaten-getoetet/ Bei Zusammenstößen mit Soldaten sind am Freitag an der Gaza-Grenze drei Palästinenser erschossen worden. Darunter ist auch ein 12-Jähriger. Über seinen Tod gibt es widersprüchliche Angaben. Laut Armee wurde der Junge von einem Stein getroffen, den Palästinenser geworfen hatten. Die Hamas macht Israel für den Tod verantwortlich. Palästinensischen Angaben zufolge war der Jungen mit Freunden an der Grenze, um Steine auf Soldaten zu werfen. Armeeangaben zufolge hatten sich mehr als 12.000 Palästinenser an verschiedenen Punkten am Grenzzaun versammelt. Sie verbrannten Reifen und warfen Steine sowie vereinzelt Brandbomben und Granaten auf Soldaten. Ein Armeeangehöriger wurde leicht verwundet. Die israelische Luftwaffe griff daraufhin Stützpunkte der Hamas an.

Von: dn

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Sat, 15 Sep 2018 21:04:00 +0200
<![CDATA[Spenden für Palästinenser um ein Drittel zurückgegangen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/spenden-fuer-palaestinenser-um-ein-drittel-zurueckgegangen/ Die Finanzhilfen für die Palästinensische Autonomiebehörde haben nachgelassen. Das teilte die Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf einen UN-Bericht mit. Während im Jahr 2008 noch umgerechnet 1,7 Milliarden Euro eingingen, erhalten die Palästinenser heute nur noch rund 615 Millionen Euro pro Jahr. Allein im Jahr 2017 seien die Spenden um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Auch der Stopp der Hilfen durch die USA trage dazu bei. Sie hatten zuvor noch 196 Millionen Euro bereitgestellt.

Von: tos

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Fri, 14 Sep 2018 15:00:00 +0200
<![CDATA[Älteste Bierbrauerei der Menschheit in Israel entdeckt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/09/14/aelteste-bierbrauerei-der-menschheit-in-israel-entdeckt/ HAIFA (inn) – Forscher haben den ältesten historischen Nachweis für die Bierbraukunst gefunden. Der Fund in der Höhle Rakefet im Karmelgebirge südlich von Haifa soll aus der Zeit vor 13.000 Jahren stammen. Das hat die Universität Haifa am Donnerstag laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ bekannt gegeben. Die Archäologen der Universität haben bei der Entdeckung mit Kollegen der amerikanischen Universität Stanford zusammengearbeitet.

Die Wissenschaftler analysierten in der Höhle, die vor 13.000 Jahren von der Kultur der Natufien benutzt wurde, drei Steinmörser und kleine Steinkammern. Mit einer Tiefe von nur 40 bis 60 Zentimetern dienten die in die Höhlendecke gegrabenen Kuhlen demnach dem Prozess des Bierbrauens von Weizen und Gerste – aber auch zur Lagerung von Essensvorräten.

Alkohol für Rituale

Die Natufien sind eine Kultur, die im östlichen Mittelmeerraum nach der letztem großen Eiszeit lebte. Dieser Zeitraum zwischen 12.500 und 10.000 Jahren vor Christus liegt noch vor dem Aufkommen der Landwirtschaft. Wenn es nach den Forschern geht, sind die Spuren in den Kammern der älteste archäologische Fund eines weizenbasierenden Brauprozesses. Die Menschen sammelten Pflanzen aus ihrer Umgebung, lagerten die gemälzte Saat und machten daraus das Bier für ihre Feste oder Rituale. Das nehmen zumindest die Wissenschaftler an, weil die Kammern in der Nähe von Höhlengräbern gefunden worden.

„Die Natufien in der Höhle Rakefet hören nie damit auf, uns zu überraschen“, sagt der Professor an der Universität Haifa Dani Nadel, der zu den Ausgräbern gehörte. „Wir haben hier eine Begräbnishöhle der Natufien für etwa 30 Personen freigelegt. Der Reichtum der Entdeckungen liegt in den Details.“ Die Entdeckung der Bierbrauerei trage zu einem „lebendigen und farbenfrohen Bild“ der Lebensweise dieser Kultur bei.

Hypothese des dreistufigen Brauprozesses

Neben Weizen- und Gerstenspuren fanden die Archäologen auch Reste von Hafer, Hülsenfrüchten und Lein. Die mikroskopische Untersuchung zeigte Überreste von Getreidestärke und deren Wandlung in Stärke, die beim Gärungsprozess vorkommt. Die Wissenschaftler entwickelten aufgrund der Funde die Hypothese von einem dreistufigen Brauprozess: Malzproduktion durch die Kornkeimung von Weizen- oder Gerstenstärke, die Erhitzung des gestampften Malzes und die Gärung durch die Hinzugabe von wilder Hefe.

„Die Alkoholherstellung und die Haltbarmachung von Nahrung gehörten zu den bedeutenden technischen Innovationen, welche die Menschheitsentwicklung vorangetrieben haben“, sagte die Professorin in Stanford, Li Liu. Es sei aufregend, diese Entdeckung zu präsentieren, weil sie die Entwicklung der Menschheit genauer beleuchtet. Die Forschungsergebnisse haben die israelischen und amerikanischen Wissenschaftler im „Journal für Archäologische Wissenschaft: Berichte“ veröffentlicht.

Die Höhle Rakefet wurde im Jahr 1956 entdeckt und archäologisch das erste Mal in den Jahren 1970 bis 1972 untersucht. Hier wurde ebenfalls ein Nachweis für eine der ersten Brotproduktionen in der Geschichte gefunden.

Von: mm

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Fri, 14 Sep 2018 14:57:00 +0200
<![CDATA[Israel beendet Hilfsprogramm für Syrer]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/14/israel-beendet-hilfsprogramm-fuer-syrer/ JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee hat ihr Hilfsprogramm für verletzte und geflüchtete Syrer im Grenzgebiet beendet. Grund dafür sei die Rückkehr syrischer Regierungstruppen in die Region, teilte die Armee am Donnerstag mit.

Seit dem Jahr 2013 hat Israel Syrern im vom Bürgerkrieg geplagten Nachbarland geholfen. 2016 rief die Armee das Programm „Gute Nachbarschaft“ ins Leben. In dessen Rahmen wurden nicht nur Syrer behandelt, die im Krieg verletzt wurden, sondern auch kranke Menschen. Insgesamt erhielten in den vergangenen fünf Jahren fast 5.000 syrische Bürger in israelischen Krankenhäusern medizinische Hilfe. Unter ihnen waren etwa 1.300 Kinder. Weitere 7.000 Syrer wurden direkt an der Grenze behandelt – in Feldkliniken der Armee.

Gemeinsam mit einigen Nichtregierungsorganisationen versorgte die Armee zudem geflüchtete Syrer im Grenzgebiet mit humanitären Gütern wie Lebensmittel, Kleidung und Zelten.

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf Armeeangaben berichtet, wurden seit 2013 rund 1.700 Tonnen Lebensmittel nach Syrien geliefert. Des weiteren gingen an das Nachbarland 1,1 Millionen Liter Kraftstoff, 26.000 Sets mit medizinischer Ausrüstung, 20 Generatoren, 40 Fahrzeuge, 630 Zelte, 350 Tonnen Kleidung, 49.000 Packungen Babynahrung sowie 8.200 Packungen Windeln.

Von: dn

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Fri, 14 Sep 2018 14:34:00 +0200
<![CDATA[ESC 2019 findet in Tel Aviv statt]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/09/14/esc-2019-findet-in-tel-aviv-statt/ Die Diskussion um den Austragungsort des Eurovision Song Contest 2019 in Israel ist beendet: Der Musikwettbewerb wird in Tel Aviv ausgetragen. Das hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) mitgeteilt, die den ESC veranstaltet. Israels Regierung hatte zunächst darauf bestanden, dass der Wettbewerb in Jerusalem stattfindet. Aus Sorge vor Boykott ließ sie diese Forderung jedoch fallen. Neben Jerusalem und Tel Aviv standen auch Haifa und Eilat zur Auswahl. Die EBU teilte mit, sie habe sich für Tel Aviv aufgrund deren „kreativer und überzeugender Bewerbung“ entschieden.

Von: dn

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Fri, 14 Sep 2018 12:34:00 +0200
<![CDATA[Die Spezialeinheiten der israelischen Armee]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/14/die-spezialeinheiten-der-israelischen-armee/ Sie gilt als die Lebensversicherung des jüdischen Staates: Die israelische Armee. Ihre Schlagkraft übertrifft diejenigen der Region. Für den militärischen Vorsprung Israels einzutreten, ist in den USA sogar ein Gesetz. Doch oftmals ist es nicht „die Armee“, die die Bewohner des Landes schützt, sondern viele kleine, spezialisierte Einheiten, die im Laufe der Jahre gegründet wurden, um sich der jeweiligen Bedrohung entgegenzustellen.

In den Jahrzehnten vor der Gründung Israels im Jahr 1948 kam es bereits zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den zionistischen Siedlern und der arabischen Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet Palästina. In den 1930er Jahren weiteten sich die Spannungen zu einem regelrechten Bürgerkrieg aus. Zu dieser Zeit prägte der britische Offizier Orde Wingate die spätere israelische Kriegsführung nachhaltig mit dem Aufbau der „Special Night Squads“ (SNS) – einer jüdischen Spezialeinheit zur Aufklärung und verdeckten Kriegsführung in arabischen Gebieten.

Getreu der Prämisse „Angriff ist die beste Verteidigung“ wurden nächtliche Überfälle tief in feindlichem Gebiet zum Markenzeichen der SNS. Obgleich die Einheit nur etwa ein Jahr lang operierte, begannen viele Schlüsselfiguren der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ihre militärische Karriere in den SNS, unter ihnen der General und Politiker Mosche Dajan. Daher ist Wingates Erbe bis heute wesentlicher Bestandteil israelischer Militärdoktrin, die sich durch einen Hang zum Unkonventionellen und einem ausgeprägten Offensivdrang auszeichnet.

Der Prototyp: Ariel Scharons Einheit 101

Im August 1953 gründete Ariel Scharon in direkter Anlehnung an die „Special Night Squads“ die berüchtigte Einheit 101. Israels Führung betraute die erste Spezialeinheit der Armee mit riskanten Überfällen in den arabischen Nachbarstaaten, die als Rückzugsraum der arabischen Terror- und Guerilla­organisationen dienten. Scharon und seine Kampfgefährten waren nicht zimperlich, sodass es bei den Operationen teilweise zu erheblichen zivilen Opfern kam. Daher integrierte Israels Militär die Einheit 101 im Januar 1954 in die neu gegründete Eliteeinheit der Fallschirmjäger.

Die Einheit 101 ist der Prototyp der israelischen Spezialeinheit. Sie führte innovative Offensiv- und Infiltrations­taktiken ein und ist bis heute das Vorbild israelischer Kommando-Operationen.

Sajeret Matkal – die Späher des Generalstabs

Sajeret Matkal steht unter der Leitung des Militärgeheimdienstes AMAN. Die Hauptaufgaben liegen in der Aufklärung und Einholung nachrichtendienstlicher Informationen hinter feindlichen Linien. Ab den 1970er Jahren kamen mit der Terrorbekämpfung und Geiselbefreiung im Ausland neue Aufgabenbereiche hinzu. Die Einheit hat großen Einfluss auf die Entwicklung des israelischen Militärs, weil sie als Experimentierplattform für Infiltrations- und Kommandotaktiken sowie Tarn- und Antiterror-Kampftechniken dient.

Größere Bekanntheit erlangte die Einheit durch die „Operation Thunderbolt“ (1976). Dabei befreiten Sajeret-Einheiten unter dem Kommando von Joni Netanjahu, dem Bruder von Israels aktuellem Premierminister Benjamin Netanjahu, mehr als 100 Geiseln aus dem 4.000 Kilometer entfernten Flughafen von Entebbe in Uganda. Tragischerweise überschattete der Tod Joni Netanjahus den Erfolg der Operation.

Anfangs war die Einheit streng geheim. Bis heute dürfen die Mitglieder sich nicht öffentlich zu erkennen geben und tragen keine Abzeichen. Rekruten durchlaufen eine fast zweijährige Ausbildung mit dem Schwerpunkt auf Nahkampf, Navigation, Tarnung, Aufklärung und Überlebenstraining in feindlichem Gebiet. Sajeret-Matkal-Veteranen gelangen oftmals in einflussreiche Positionen im Militär und der Politik. Ehud Barak, Israels am höchsten dekorierter Soldat, ist später zum Generalstabschef und Premierminister (1999-2001) aufgestiegen. Regierungschef Netanjahu ist ebenfalls Sajeret-Veteran.

Schajetet 13: Israels Marineeinheit

Die Marineeinheit Schajetet 13 ist für Infiltration, Terrorbekämpfung, Sabotage, maritime Aufklärung und Geiselbefreiung sowie die Übernahme feindlicher Schiffe zuständig. Sie ist in Land-, See- und Luftoperationen geübt und hat an fast allen größeren Militäroperationen Israels teilgenommen. Im Jom-Kippur-Krieg (1973) infiltrierten Kommandoeinheiten ägyptische Häfen und versenkten fünf ägyptische Kriegsschiffe. Anfang der 1980er Jahre wurde die Einheit insbesondere im Libanon und dem Kampf gegen die Hisbollah eingesetzt.

Typische Missionen dieser Zeit sind das Abfangen von Versorgungsschiffen der Terror­Organisation, das Sprengen von feindlichen Einrichtungen sowie das Anbringen von Sprengfallen. Größere Bekanntheit erreichte Schajetet 13 durch das Kapern von Schiffen, die während der sogenannten 2. Intifada (2000–2005) Waffen an die Palästinenser lieferten.

Schaldag

1976 gründete der Sajeret-Matkal-Offizier Muki Betzer Schaldag als direkte operative Lehre aus dem Jom-Kippur-Krieg: Die israelische Luftwaffe (IAF) hatte aufgrund der sowjetischen Boden-Luft-Raketen der Ägypter erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Eine Aufklärung und frühzeitige Neutralisierung der Stellungen hätte Israel erhebliche Vorteile verschafft. Schaldag sollte sich dieser Problematik annehmen.

Die erste Bewährungsprobe war der Erste Libanonkrieg 1982. Dabei gelang es Schaldag, die syrischen Luftabwehrstellungen weitgehend zu neutralisieren. In den folgenden Luftkämpfen gegen die syrische Luftwaffe konnte die IAF einen atemberaubenden Erfolg verbuchen und über 80 syrische Kampfflugzeuge über libanesischem Luftraum abschießen. Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich Schaldag zu einer luftgestützten Allzweck-Spezialeinheit, die zunehmend auch Terrorbekämpfungs- und Geiselbefreiungsoperationen übernimmt.

Kommando-Brigade Os

Seit Dezember 2015 fasst die Kommando-Brigade Os weitere Spezialeinheiten zusammen. Darunter befindet sich Duvdevan, die in den palästinensischen Gebieten operiert. Die Einheit ist insbesondere auf verdeckte Operationen spezialisiert und gehört zu den Mista’aravim-Kräften (wörtlich: arabisieren), deren Charakteristikum die Verkleidung als Araber und verdeckte Operationen in arabischen Gebieten sind. In der Ausbildung wird großer Wert auf das Erlernen der arabischen Sprache, Unterricht in den arabischen und islamischen Traditionen sowie typischen Verhaltensweisen gelegt. Darüber hinaus sind Egos (Anti-Guerilla-Einheit), Rimon (Wüstenkampf) und Maglan (Fernaufklärung und Kommandooperationen) in der Os-Brigade organisiert.

Die israelischen Spezialeinheiten genießen ein hohes Prestige innerhalb der Armee und haben Zugriff auf die fähigsten Rekruten. Während die Spezialeinheiten anfangs so geheim waren, dass die Kämpfer lediglich auf persönliche Empfehlungen aufgenommen wurden, stehen sie heute für freiwillige Rekruten offen, die ein mehrtägiges Auswahlverfahren (Gibbusch) durchlaufen müssen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spezialeinheiten der Welt rekrutieren sich die Angehörigen der israelischen Spezialeinheiten zum Großteil aus regulären Wehrdienstleistenden.

Schön anzuschauen, aber nicht spielentscheidend

Seit den 1970er Jahren setzt Israel alle seine Spezialeinheiten zunehmend für Operationen in der Terrorbekämpfung ein. Insbesondere gezielte Tötungen von Schlüsselakteuren sind ein Markenzeichen israelischer Terrorbekämpfung. Auch wenn die operativen Anforderungen der Missionen komplexer werden, bleiben Israels Spezialeinheiten den Kernprinzipien von SNS und Einheit 101 treu: offensive, taktisch elegante und wagemutige Überfälle.

Aller taktischen Klasse zum Trotz können die Operationen von Spezialeinheiten aber nur im Rahmen einer durchdachten Strategie ihr volles Potenzial entfalten. „Spezialeinsätze sind wie Dunkings während eines Basketballspiels: Sie sind schön anzuschauen, aber sie entscheiden nicht das Spiel“, gab der frühere stellvertretende Armeestabschef Generalmajor Usi Dajan einst zu bedenken.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 4/2018 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Marcel Serr ist Politikwissenschaftler und Historiker. Von 2012 bis März 2017 lebte und arbeitete er in Jerusalem – unter anderem als wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der israelischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Militärgeschichte des Nahen Ostens.

Marcel Serr

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Fri, 14 Sep 2018 11:27:00 +0200
<![CDATA[EU-Resolution gegen Abriss von Beduinendorf]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/14/eu-resolution-gegen-abriss-von-beduinendorf/ Das EU-Parlament hat am Donnerstag eine Resolution zu Israels geplanter Zerstörung des Beduinendorfes Chan al-Ahmar verabschiedet. Die EU ruft damit Israel auf, „die Politik der Zerstörung und der Zwangsräumung gegen die beduinischen Gemeinschaften“ zu stoppen. Außerdem verlangt das Parlament vorausschauend eine Kompensation von Israel für die „Zerstörung von EU-geförderter Infrastruktur“ in einer Höhe von 315.000 Euro. Israel betrachtet das Beduinendorf mit 180 Einwohnern östlich von Jerusalem als „illegal gebaut“ an.

Von: mm

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Fri, 14 Sep 2018 10:31:00 +0200
<![CDATA[Kaum Strafverfolgung von Korruption bei Export – Bestnoten für Israel]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/09/13/kaum-strafverfolgung-von-korruption-bei-export-bestnoten-fuer-israel/ BERLIN (inn) – Nur sieben von 44 Industriestaaten gehen konsequent gegen Korruption bei Exportgeschäften vor – darunter ist erstmals auch Israel. Das geht aus einem Bericht der OECD-Arbeitsgruppe gegen Bestechung, „Transparency International“ (TI), hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach verfolgen die meisten Länder den Kampf gegen Korruption beim internationalen Handel kaum oder gar nicht. Sieben Ländern wurde ein aktives Vorgehen bescheinigt. Dazu gehören neben Israel auch Deutschland, die Schweiz, Großbritannien, Italien, Norwegen und die USA. Der weltweite Export dieser Staaten macht 27 Prozent aus.

Grundlage für die Untersuchung ist eine Konvention der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie wurde von allen 36 OECD-Mitgliedern sowie acht weiteren Staaten unterzeichnet. Zusammen gehen von diesen Ländern 65 Prozent des weltweiten Exports aus. Ausgewertet wurde die Zahl der eingeleiteten Untersuchen, erhobenen Anklagen und abgeschlossenen Fälle zwischen 2014 und 2017. Das Vorgehen gegen Korruption wurde dann in vier Kategorien eingestuft: Aktiv, moderat, begrenzt sowie „kaum oder gar nicht“.

Schlechte Noten für Handelsriesen China

22 Staaten, die für rund 40 Prozent des internationalen Handels verantwortlich sind, schnitten besonders schlecht ab. Sie gehen kaum oder gar nicht gegen Unternehmen vor, die im Ausland ranghohe Mitarbeiter bestechen. Zu diesen Ländern zählten China und Indien. Beide gehören nicht zu den Unterzeichnern der OECD-Konvention. Doch auch Länder, die unterschrieben haben, finden sich auf der Liste. Unter ihnen sind Mexiko und Japan, aber auch EU-Staaten wie Dänemark, Finland, Polen und Belgien.

Israel gegenüber 2015 stark verbessert

Der letzte TI-Bericht war 2015 erschienen. Seitdem haben acht Länder ihr Vorgehen verbessert. Dabei sticht Israel besonders hervor: Zählte es vor drei Jahren noch zu den Ländern, die nicht oder kaum gegen Bestechung beim Export vorgingen, gehört es nun zu denjenigen, die aktiv Korruption bekämpfen.

Unter anderem wurde im Dezember 2016 in Israel ein erster Fall des Kampfes gegen Korruption im internationalen Handel erfolgreich zu den Akten gelegt. Das Magistratsgericht Tel Aviv verurteilte die Sicherheitsfirma NIP Global zu einer Strafe von umgerechnet rund einer Million Euro. Sie wurde für schuldig befunden, einen Regierungsvertreter im afrikanischen Königreich Lesotho bestochen zu haben. Seitdem seien zahlreiche weitere Ermittlungen und Untersuchungen eingeleitet worden, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. In vielen Fällen geht es um Bestechung hochrangiger Regierungsvertreter in Afrika.

von: dn

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Thu, 13 Sep 2018 14:43:00 +0200
<![CDATA[25 Jahre Osloer Verträge]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/13/25-jahre-osloer-vertraege/ Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm]]> Als sich Jitzhak Rabin, Schimon Peres und Jasser Arafat heute vor genau 25 Jahren auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hände schüttelten und US-Präsident Bill Clinton die nahöstlichen Kontrahenten gönnerhaft umarmte, brach im Konfliktherd, in Jerusalem, Ramallah, Tel Aviv und Gaza hysterische Freude aus. Palästinenser steckten Blumen in die Gewehrläufe israelischer Soldaten und Polizisten. Ungestraft schwenkten junge Palästinenser die bis dahin „verbotene“ Flagge der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Die Medien im Ausland redeten von einem „Friedensschluss“, obgleich die Osloer Verträge nur ein zeitlich begrenztes Interimsabkommen waren, zumal „Frieden“ nur zwischen Staaten geschlossen werden kann.

Während die Israelis fest daran glaubten, anerkannt worden zu sein und mit ihren Nachbarn im eigenen Land endlich in Ruhe und Frieden leben zu können, bereiteten sich Palästinenser im Ausland auf ihre Rückkehr in die Heimat vor, um kräftig am Aufbau ihrer „Nation“ mitzuhelfen.

Heute werden diese Osloer Verträge im Rückblick teilweise behandelt wie ein Albtraum. Beide Seiten machen sich gegenseitig die schlimmsten Vorwürfe, warum das Vertragswerk „gescheitert“ sei. Wie so oft zerfleischen sich die ehemaligen Architekten auf der israelischen Seite mit Beschuldigungen der eigenen Seite, während die Palästinenser konsequent nur die Israelis als Übeltäter und Verursacher eines historischen Betrugs sehen. Kaum einer wagt es, erst einmal die positiven Seiten aufzuzählen, um danach zu analysieren, was schiefgelaufen ist.

Die positive Seite

Das wichtigste Dokument war ein Briefwechsel zwischen Jasser Arafat und Jitzhak Rabin, dem damaligen Premierminister Israels. Nach eigenen Angaben habe der junge israelische Rechtsanwalt Joel Singer den entscheidenden Briefwechsel initiiert und vermittelt. Darin hat Israel erstmals die palästinensische „Terrororganisation“ PLO zur legitimen Vertreterin des „palästinensischen Volkes“ anerkannt. So hat Israel mit einer Unterschrift den PLO-Chef und „Erzterroristen“ salonfähig gemacht und dem namenlosen Volksstamm der Araber einen Eigennamen zugestanden. Umgekehrt versprach Arafat, alle Differenzen mit Israel „gewaltlos“ auszuhandeln. Damit hatte die PLO dem „Terror“ eine Absage erteilt und die „zionistische Einheit“ als Staat Israel anerkannt.

Allein diese Punkte kamen einem historischen Umbruch gleich. Sie waren die Voraussetzung für Israel, dass der legendäre Palästinenserführer Arafat aus dem Exil in Tunis in die Heimat zurückkehren durfte. In der Folge wurden eine „Autonomie“, also eine palästinensische Selbstverwaltung, eingerichtet. Mit allen staatlichen Symbolen, eigenen Gesetzen, Richtern, Gefängnissen, Polizeiuniformen und sogar Waffen ausgestattet, konnten sie von Israel ungestört ihren „Drang nach Unabhängigkeit“ ausleben.

Was schief ging

Die Hauptakteure können nicht mehr zu ihrer Sicht des Abkommens befragt werden oder Bilanz ziehen. Arafat und Peres sind gestorben. Rabin wurde ermordet. Bilanz zogen nun die jüngeren „Architekten“ der Verträge, darunter der heute 68-jährige israelische Anwalt Joel Singer.

Auf den historischen Bildern der Unterzeichnungszeremonie ist zu sehen, wie er seinem Chef und Außenminister Peres die Papiere zur Unterschrift reicht. Doch zuvor hatte er entscheidende Gespräche mit Arafat und den anderen Palästinensern geführt. Zudem vermittelte er zwischen den Intimfeinden Peres und Rabin. In der Tageszeitung „Ha'aretz“ hat Singer erstmals Bilanz gezogen und viele Details aus der Zeit der Verhandlungen preisgegeben. Neben Singer hat auch Jossi Beilin einen Blick zurück geworfen und das „Scheitern“ der Verträge analysiert.

Nebenbei offenbarten sie viele Details aus den internen Gesprächen, vor allem unter den israelischen Politikern. Entsprechend ihrer ausdrücklich linken politischen Sicht kritisieren sie die israelische Weigerung, problematische Themen wie Jerusalem oder die Flüchtlinge auszusparen. Die schlimmste israelische „Sünde“ sei die Weigerung gewesen, die Siedlungspolitik einzufrieren oder gar die Siedlungen abzureißen. Ein Fehler sei es gewesen, die Hamas-Organisation auszuklammern und Arafat volles Vertrauen zu schenken. Das seien wichtige Gründe für das Scheitern gewesen. Dass hier die Israelis eigene Interessen verfolgten, interessierte Singer und Beilin nicht. Singer erwähnt dann als wichtigen Grund für das Scheitern, dass „sie“ Rabin ermordet hätten.

Hier zeigt sich, wie diese Architekten wegen ihrer heutigen politischen Ansichten die damalige Wirklichkeit einfach ausblenden. Weder erwähnt Singer die Identität des Rabin-Mörders noch die politischen Umstände, die den rechtsgerichteten Jigal Amir dazu gebracht hatten, den Premier nach einer „Friedensdemonstration“ zu erschießen.

Fakt ist, dass Arafat schon bei seiner Rückkehr nach Gaza einen Vertragsbruch beging, indem er auf dem Rücksitz seiner von Daimler Benz gestifteten Mercedes Limousine zwei Terroristen einschmuggelte, deren Einreise Israel ausdrücklich verboten hatte. Dann hat Arafat mitsamt seinen bewaffneten Kämpfern in Israel eine präzedenzlose Terrorkampagne gestartet. Unter israelischen Rechten wuchs der Widerstand gegen die Osloer Verträge und gipfelte in der Ermordung Rabins. Im September 2000 entfesselte Arafat sogar einen von langer Hand seit Mai 2000 vorbereiteten „Krieg“ gegen Israel, die sogenannte Zweite Intifada, auch Al-Aksa-Intifada genannt. Weit über 1.000 Israelis wurden bei Terroranschlägen und Selbstmorattentaten ermordet.

Die Israelis wehrten sich und sind im April 2002 nach einem besonders brutalen Anschlag im Park-Hotel in Natanja sogar zeitweilig im Westjordanland in die Autonomiegebiete einmarschiert. 2005 haben sich die Israelis aus dem Gazastreifen völlig zurückgezogen, mitsamt den Siedlungen. Der „Dank“ dafür waren tausende Raketen auf israelisches Territorium, was dann zu zwei umfassenden Militäroperationen führte, den sogenannten „Gaza-Kriegen“ 2009 und 2014. Gleichzeitig führen die Palästinenser nicht nur mit Waffen, sondern vor allem mit diplomatischen Mitteln ihren „Krieg“ gegen Israel und inzwischen auch gegen die USA fort.

Sie boykottieren nicht nur Musikfestivals und Waren aus Israel. Als hätten sie Israel niemals anerkannt, bemühen sie sich darum, Israel aus der UNO rauszuwerfen und um Anerkennung des „Staates Palästina“, obgleich der bis heute aus guten Gründen nicht ausgerufen worden ist. Es erübrigt sich, hier alle Ereignisse der vergangenen 25 Jahre aufzuzählen. Es muss hier aber festgehalten werden, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bis heute existiert und dass die Osloer Verträge trotz Abstrichen und „Kriegen“ existieren. Sogar der vielgerügte Premierminister Benjamin Netanjahu hält bis heute an den Verträgen fest. Nachdem er zunächst vor über zehn Jahren verkündet hatte, die Verträge „abschaffen“ zu wollen, hätte er sie nach seiner Wahl erweitert, den Palästinensern Hebron und mehr Territorium übergeben als Rabin und Peres zuvor.

Warum halten alle an Oslo fest?

Für die Palästinenser ermöglichen die Verträge eine relative Unabhängigkeit und ein Leben in gewisser Freiheit, auch wenn innerhalb ihrer Herrschaftsgebiete alle Menschenrechte ausgeschaltet sind, darunter Pressefreiheit, Wahlen und Rechtsstaatlichkeit. Sie bekämpfen Israel mit allen Mitteln, sind aber vorsichtig, ihnen wichtige Elemente nicht infrage zu stellen. Sie erwarten fast kostenlose Strom- und Wasserlieferungen und verlassen sich auf das Einziehen von Steuern, die Israel dann auf die Konten der Autonomiebehörde überweist.

Das ist ein Grund, weshalb PA-Präsident Mahmud Abbas – 2006 für vier Jahre gewählt – bis heute nicht den Staat ausgerufen hat: weil das einer Aufkündigung der Verträge gleichkäme. Die Israelis wiederum sind froh, sich nicht um über drei Millionen Palästinenser kümmern zu müssen. Weder müssen sie die Verkehrspolizisten spielen, noch kümmern sie sich um zivile Angelegenheiten wie Schul- und Gesundheitswesen. Das erspart ihnen viel Geld und Ärger. Beide Seiten verlassen sich zudem darauf, dass die Weltgemeinschaft, allen voran die EU, das ganze problematische Unternehmen mit Milliardensummen finanziert, mehr als jede Entwicklungshilfe und Zuwendungen für die UNO.

Von: Ulrich W. Sahm

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Thu, 13 Sep 2018 14:40:00 +0200
<![CDATA[„Oslo hat palästinensische Situation verschlechtert“]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/13/oslo-hat-palaestinensische-situation-verschlechtert/ RAMALLAH / GAZA (inn) – Knapp drei Viertel der Palästinenser bewerten ihre heutigen Lebensbedingungen schlechter als in der Zeit vor dem Oslo-Friedensabkommen des Jahres 1993. Das hat eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah ergeben. Vor 25 Jahren reichten sich am 13. September der israelische Premierminister Jitzhak Rabin und der Palästinenserführer Jasser Arafat vor dem Weißen Haus die Hand zum Frieden. Der damalige Friedensprozess steht in Verbindung mit der norwegischen Hauptstadt Oslo. Dort fanden die ersten geheimen Verhandlungen zwischen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und Israel statt.

Zwei Drittel der Palästinenser glauben, dass die Abkommen nach Oslo den nationalen Interessen geschadet haben. Die negative Einstellung sieht die Umfrage unter anderem in der Zunahme von israelischen Siedlungen, dem Konflikt zwischen Hamas und Fatah und dem immer autoritärer werdenden palästinensischen Politiksystem begründet. Nicht alle Beteiligte der Umfrage waren zum Zeitpunkt von Oslo bereits geboren. Deswegen bat die Umfrage darum, die Einschätzung auch auf dem basieren zu lassen, was die Menschen über die Unterschiede gehört und gelesen haben.

Nur 13 Prozent der Palästinenser denken, dass sich durch das Friedensabkommen ihre Situation verbessert hat. Als wichtigsten Grund für das Scheitern von Oslo gaben die Befragten mit 36 Prozent an, dass es an der nicht gestoppten israelischen Besatzung und dem Siedlungsausbau gelegen habe. Fast ähnlich häufig wurde argumentiert, dass es zu wenig internationalen Druck auf Israel gegeben habe. 27 Prozent denken, dass es an den Palästinensern selbst gelegen habe.

Versäumnisse auf palästinensischer Seite

Die größte Versäumnisse auf der palästinensischen Seite seien, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) keine starken öffentlichen Institutionen aufgebaut habe. So sei es schwierig gewesen, die Korruption zu bekämpfen und das Gesetz einzuhalten. Der Fatah wurde vorgeworfen, eine ausschließende Politik betrieben zu haben. Auch, dass die Hamas und der „Islamische Dschihad“ durch Angriffe die Abkommen mit Israel boykottiert haben, wurde als Grund genannt.

Als in der Umfrage nach der Zwei-Staaten-Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt gefragt wurde, ohne detaillierte Bedingungen zu nennen, lehnte das die Mehrheit der Palästinenser ab. Dagegen gab es eine Mehrheit bei der Frage nach der Zwei-Staaten-Lösung, als ausformuliert wurde, dass dabei neben Israel auch ein palästinensischer Staat mit den Waffenstillstandslinien von 1949 als Grenzen und Ostjerusalem als Hauptstadt entstehen soll. Nur ein Viertel der Palästinenser bevorzugt eine Ein-Staat-Lösung, in der Palästinenser und jüdische Israelis die gleichen Rechte hätten.

An den PA-Präsidenten Mahmud Abbas war von amerikanischer Seite der Vorschlag herangetragen worden, dass es eine palästinensisch-jordanische Konföderation geben könnte. Zwei Drittel der palästinensischen Öffentlichkeit lehnen diese Lösungsidee ab. Sogar drei Viertel der Bevölkerung wären gegen eine Konföderation von Israel, den Palästinensern und Jordanien.

Von: mm

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Thu, 13 Sep 2018 13:42:00 +0200
<![CDATA[Nachrichten vom 13. September 2018]]> https://www.israelnetz.com/israelnetz-tv/2018/09/13/nachrichten-vom-13-september-2018/ Thu, 13 Sep 2018 11:57:00 +0200 <![CDATA[Tschechien bereitet Botschaftsverlegung nach Jerusalem vor]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/13/tschechien-bereitet-botschaftsverlegung-nach-jerusalem-vor/ Tschechiens Präsident Miloš Zeman und Premierminister Andrej Babis haben gemeinsam angekündigt, im November ein „Tschechisches Haus“ in Jerusalem zu eröffnen. Das sei der erste Schritt des Plans, die Botschaft des eigenen Landes von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Im Gebäude sollen Institutionen der Regierung wie das Zentrum des Außenministeriums, die Handels- und die Tourismus-Vertretung untergebracht sein. Präsident Zeman wird zur Eröffnung nach Israel kommen. Premierminister Babis, der die Entscheidungsgewalt hat, war bislang als Gegner der Verlegung aufgetreten.

Von: mm

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Thu, 13 Sep 2018 10:48:00 +0200
<![CDATA[Neue Trainingssimulationen für den Ernstfall]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/13/neue-trainingssimulationen-fuer-den-ernstfall/ JERUSALEM (inn) – Im vergangenen Jahr ist es für jeden Infanteriesoldaten verpflichtend geworden, als Teil seiner Ausbildung eine Trainingssimulation zu durchlaufen, die ihn zum Kampfsoldaten qualifiziert. In den Trainingsbasen des Militärs sind deshalb neue fortschrittliche Simulatoren aufgestellt worden, mit denen Kriegsbedingungen im Gazastreifen oder im Libanon nachgestellt werden können.

Das Training im Simulator ist laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ die Grundvoraussetzung, bevor die Soldaten überhaupt mit scharfer Munition üben dürfen. Zu den Standardszenarien gehören Messerangriffe und Rammangriffe mit Fahrzeugen, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder im Westjordanland aufgetreten sind.

Eine schon anspruchsvollere Aufgabe ist die Operation einer ganzen Militäreinheit in den Straßen Gazas gegen die Hamas. Es werden aber auch Untergrundangriffe auf die Hisbollah trainiert, wenn sich das Militär im Südlibanon bewegen sollte. Ebenso gibt es die Simulation eines Terroranschlags auf das Militärhauptquartier in Tel Aviv. Die Soldaten trainieren dabei den Ernstfall individuell oder in Gruppen mit voller Ausrüstung.

Es geht bei den Simulationen darum, die Realität des Militäreinsatzes so authentisch wie möglich darzustellen. Die Vibrationen der Waffen in den Übungen sind den echten Rückstößen nachempfunden. Gewicht und Größe der Waffen sind richtigen Waffen zum Verwechseln ähnlich. Diese Simulationssysteme gibt es seit acht bis neun Jahren auf der Kommandoebene der Landstreitkräfte. Dass jetzt aber alle möglichen Szenarien von einfachen Soldaten am Boden durchgespielt werden können, ist neu.

Von: mm

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Thu, 13 Sep 2018 10:22:00 +0200
<![CDATA[Netanjahu begrüßt Schließung von PLO-Büro in Washington]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/12/netanjahu-begruesst-schliessung-von-plo-buero-in-washington/ Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat die angeordnete Schließung des Büros der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Washington begrüßt. Dies sei eine „korrekte Entscheidung“, sagte der Regierungschef am Dienstagabend nach Ende des jüdischen Neujahrsfestes Rosch HaSchana. Israel unterstütze entsprechende Schritte der USA. Diese machten den Palästinensern deutlich, dass die Verweigerung von Verhandlungen und Angriffe auf Israel in internationalen Foren keinen Frieden bringen.

Von: dn

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Wed, 12 Sep 2018 12:45:00 +0200
<![CDATA[Flüge von Memmingen nach Tel Aviv]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/tourismus/2018/09/12/fluege-von-memmingen-nach-tel-aviv/ Der irische Billigflieger Ryanair bietet ab Ende Oktober Flüge zwischen Memmingen und Tel Aviv an. Laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin „Globes“ soll es Montag und Freitag je einen Hin- und Rückflug geben. Memmingen liegt 110 Kilometer westlich von München und ist damit die 24. Flugverbindung von Ryanair nach Israel. Für die Verbindung erhält die Fluggesellschaft 150.000 Euro vom israelischen Tourismusministerium. Das Ministerium zahlt diese Zuwendungen Fluganbietern, die eine völlig neue Verbindung nach Israel anbieten. Damit soll der Tourismussektor in Israel gestärkt werden.

Von: tos

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Wed, 12 Sep 2018 12:39:00 +0200
<![CDATA[PLO will Israel vor Internationalen Gerichtshof bringen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/12/plo-will-israel-vor-internationalen-gerichtshof-bringen/ JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Die Palästinenser haben sich an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gewandt. Es geht um den israelischen Plan, das Beduinendorf Chan al-Ahmar im Westjordanland abzureißen. Auch die Europäer haben etwas gegen dieses Vorhaben.

Wie die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, ist die Frist des Obersten Gerichts, den Abriss des Dorfes auszusetzen, Montagmitternacht ausgelaufen. Der Staat sieht das Dorf aus Zelten und Hütten von rund 180 Beduinen als „illegal gebaut“ an. Es habe keine staatliche Erlaubnis gegeben. Die abgelaufene Frist nähert die Spekulation einer baldigen Zerstörung. Das Dorf ist östlich von Jerusalem an einer Schnellstraße gelegen, die zum Toten Meer führt. Die Nähe zur Schnellstraße und die damit verbundene Gefährdung der Dorfbewohner sieht der Staat als zusätzlichen Abrissgrund.

Bewohner des Dorfes sagen, dass sie nicht freiwillig gehen werden. Seit den 1950er-Jahren, als noch Jordanien das Gebiet kontrollierte, gibt es dort Anwohner, die aus dem Negev wegziehen mussten. Sie argumentieren, dass sie keine Chance auf eine Erlaubnis zum legalen Aufbau einer Ortschaft hätten. Palästinenser würden in diesem Teil des Westjordanlandes „so gut wie nie“ entsprechende Genehmigungen erhalten, wo die Israelis die volle Kontrolle über zivile Angelegenheiten haben.

PLO spricht von „Kriegsverbrechen“

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, sagte am Dienstag in Ramallah: „Wir hoffen, dass eine offizielle richterliche Untersuchung so schnell wie möglich eröffnet wird.“ Die PLO drängt die Staatsanwältin des Internationalen Gerichtshof, Fatu Bensuda, sich mit Bewohnern von Chan al-Ahmar und palästinensischen Verantwortlichen zu treffen. „Wir sind entschlossen, unseren Kampf im UN-Sicherheitsrat, im Menschenrechtsrat und vor dem Internationalen Gerichtshof auszutragen“, sagte Erekat. Er bezichtigt Israel im Bezug auf das Beduinendorf der „Kriegsverbrechen“ und spricht von geplanten „ethnischen Säuberungen“.

Diese Entscheidung kann aufgrund der zeitlichen Nähe als direkte Reaktion auf die amerikanische Schließung des PLO-Büros in Washington gesehen werden. Der US-Sicherheitsberater John Bolton hatte im Zusammenhang mit der Schließung den Internationalen Gerichtshof gewarnt, Israel nicht an den Pranger zu stellen und sein Recht auf Selbstverteidigung einschränken zu wollen.

Auch Europa ist gegen Abriss

Israel sieht sich bereits internationalem Druck aus Europa ausgesetzt. Die EU hat vor den Konsequenzen gewarnt, welche ein Abriss des Beduinendorfes haben könnte. Im Europäischen Parlament soll darüber am Donnerstag debattiert werden. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte Dienstag, dass sein Land den Fall um Chan al-Ahmar aufmerksam beobachtet.

Das Dorf liege in einem „Bereich von strategischer Bedeutung für die Möglichkeit eines palästinensischen Staates und die Durchführbarkeit einer Zwei-Staaten-Lösung mit Jerusalem als Hauptstadt“. Le Drian warnte vor humanitären und politischen Konsequenzen der Zerstörung. Am Montag hatten Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien in einer gemeinsamen Verlautbarung ihre Unterstützung für das Beduinendorf ausgesprochen.

Von: mm

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Wed, 12 Sep 2018 12:27:00 +0200
<![CDATA[Arabische Liga unterstützt Protest gegen Nationalstaatsgesetz]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/12/arabische-liga-unterstuetzt-protest-gegen-nationalstaatsgesetz/ Am Dienstag haben sich die arabischen Knesset-Abgeordneten Ahmad Tibi und Dschamal Sahalka (Vereinigte Liste) mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, in Kairo getroffen. Die Abgeordneten suchen derzeit international nach politischer Unterstützung gegen das israelische Nationalstaatsgesetz, das im Juli verabschiedet wurde. Die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, dass Gheit das Gesetz als „rassistisch“ bezeichnet habe. Israel sei in der Vergangenheit ein demokratischer Staat gewesen. Aber der israelische Premier Benjamin Netanjahu habe mit dem Gesetz „Apartheids-Gesetzgebungen“ zugelassen.

Von: mm

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Wed, 12 Sep 2018 10:23:00 +0200
<![CDATA[Außergewöhnliches Museum porträtiert christliche Israelfreunde]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/09/12/aussergewoehnliches-museum-portraetiert-christliche-israelfreunde/ Viele Einrichtungen in Israel und im Ausland informieren über die mitunter sehr schwierigen Beziehungen zwischen Christen und Juden – und das ist auch nötig. Einen wohltuend anderen Schwerpunkt setzt indes das „Museum der Freunde von Zion“. Es wurde vor drei Jahren in einem Haus in Jerusalem eröffnet, das einst der Familie von Staatspräsident Reuven Rivlin gehörte. Die Ausstellung porträtiert Nichtjuden, die sich für Juden und Israel eingesetzt haben – in Vergangenheit und in Gegenwart.

„Ich glaube nicht, dass der jüdische Staat und der moderne Zionismus ohne den christlichen Zionismus möglich gewesen wären“, sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu 2012 bei der Wiedereinweihung der restaurierten historischen Windmühle in Jerusalem. Diese und ähnliche Aussagen prägen das Museum.

Christliche „Träumer“

In der „Halle der Träumer“ lernt der Besucher Christen kennen, die sich im 19. Jahrhundert für die Rückkehr der Juden nach Zion und für Jerusalem einsetzten. Zu ihnen gehört der Gründer des Roten Kreuzes und Mitbegründer des weltweiten CVJM, Jean Henry Dunant. Der Schweizer träumte von einer jüdischen Kolonie im damals osmanisch beherrschten Palästina. Theodor Herzl würdigte ihn seinerzeit als „christlichen Zionisten“.

Auch der amerikanische Professor für die hebräische Sprache George Bush befürwortete seinerzeit die Rückkehr der Juden ins verheißene Land. Er veröffentlichte 1844 einen Bestseller mit dem Titel „The Valley of Vision; or, The Dry Bones of Israel Revived“ („Das Tal der Vision, oder: Die trockenen Gebeine Israels wiederbelebt“). Dabei orientierte er sich an einer Vision des Propheten Hesekiel, den Gott aufforderte, Verstorbene wieder zum Leben zu erwecken. Unter den Nachfahren des Visionärs sind unter anderen zwei ehemalige US-Präsidenten.

Ein weiterer Christ aus den USA, William Blackstone, kam durch das Bibelstudium zu dem Schluss, dass das jüdische Volk ein angestammtes Recht auf seine biblische Heimstätte habe. In einer als „Blackstone Memorial“ bekannt gewordenen Petition forderte er die Amerikaner 1891 auf, sich aktiv an der Rückführung der Juden in Heilige Land zu beteiligen. Die antisemitischen Pogrome in Russland bestärkten ihn in seinem Bestreben, weil dadurch Juden akut in Lebensgefahr gerieten.

Ebenfalls in der Halle der Träumer hören die Besucher von der niederländischen Familie ten Boom. Auf der Webseite des Museums heißt es: „Die Geschichte von Willem und Elisabeth ten Boom und ihren Nachkommen ist eine bemerkenswerte, jahrhundertelange Erzählung von christlichem Gebet und Handeln, erfüllt von selbstloser und aufopferungsvoller Liebe zum jüdischen Volk und dem jüdischen Heimatland.“ Ab 1844 lud die Familie jede Woche Christen zum Gebet für Jerusalem, seine Bewohner und die Juden in der Diaspora ein – dies währte drei Generationen.

Judenretter als „Lichter in der Finsternis“

Auch bei der Würdigung von Menschen, die während der Scho'ah Juden retteten, spielt die niederländische Familie eine Rolle. Das Geheimversteck in Corrie ten Booms Schlafzimmer wird ebenso thematisiert wie die Deportation ins Konzentrationslager Ravensbrück. Mit der Verhaftung endete das wöchentliche Gebet für Israel. Weitere „Gerechte unter den Völkern“, die das Museum vorstellt, sind Oscar Schindler, die Polin Irena Sendler oder auch zwei Diplomaten: Chiune Sugihara aus Japan und Raoul Wallenberg aus Schweden. Eine anschauliche Präsentation stellt sie als „Lichter in der Finsternis“ dar. Juden, die durch ihre Hilfe überlebten, sind ebenfalls zu sehen.

In einem interaktiven Raum, der „Halle der Visionäre“, können Besucher auf einem Sensorbildschirm historische Persönlichkeiten dazu bringen, ihre Geschichte kundzutun: Wer die Wand berührt, begegnet unter anderen der englischen Königin Victoria, der „Halle der Visionäre“, dem britischen Außenminister James Balfour oder US-Präsident Woodrow Wilson.

Präsidenten für Botschaftsverlegung gewürdigt

Mit einer animierten Weltkarte dankt das Museum den Ländern, die am 29. November 1947 für den Teilungsplan der Vereinten Nationen und damit für den jüdischen Staat stimmten. Doch die Organisatoren widmen sich nicht nur der Vergangenheit. Und so verleiht das Museum den „Friends of Zion Award“ an Nichtjuden, die sich heute für Israel einsetzen. Berühmte Preisträger sind US-Präsident Donald Trump, der Präsident von Guatemala Jimmy Morales und das paraguayische Staatsoberhaupt Horacio Cartes. Diese drei Politiker hatten im Mai die Botschaften ihrer Länder nach Jerusalem verlegt.

Als sie das Museum einrichteten, rechneten Gründer Mike Evans und seine Mitstreiter damit, vor allem christliche Besucher zu empfangen. Doch zu ihrem Erstaunen sind etwa 50 Prozent der Gäste jüdisch. Mitglieder der Bewegung sind Tausende Nichtjuden in aller Welt, die Israel unterstützen. Dazu gehört nach Angaben der „Freunde von Zion“ eine „Armee von Bloggern“, die bereitstehe, wenn Israel Hilfe braucht.

Eine Schau zeigt die biblischen Wurzeln der Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land Israel. Sie beginnt mit Gottes Verheißung an Abraham und den beiden anderen Erzvätern, Isaak und Jakob. Moses Berufung am brennenden Dornbusch kommt ebenso vor wie die genannte Vision des Propheten Hesekiel. Da sagt Gott: „Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.“ (Hesekiel 37,12–13)

Die verschiedenen biblischen Persönlichkeiten haben auf ihre Berufung geantwortet: „Hier bin ich“. Besucher werden aufgefordert, sich darüber Gedanken zu machen, ob und wie auch sie Israel unterstützen wollen. Wer möchte, kann sich fotografieren lassen. Sein Bild wird dann Teil der Ausstellung – und er selbst damit ein Freund von Zion.

Von: Elisabeth Hausen

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Wed, 12 Sep 2018 09:57:00 +0200
<![CDATA[Domspatzen bitten in Yad Vashem um Vergebung]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/domspatzen-bitten-in-yad-vashem-um-vergebung/ JERUSALEM / REGENSBURG (inn) – In seiner mehr als 1.000-jährigen Geschichte war der international berühmte Chor der Regensburger Domspatzen noch nie in Israel. Jetzt besucht er seit dem 5. September das Heilige Land auf einer Pilger- und Konzertreise und setzt sich auch mit seiner Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander.

Mit einer Gruppenanzahl von 87 mitgereisten Mitgliedern sang der Chor an biblischen Orten wie Nazareth, Jerusalem, Bethlehem und am See Genezareth Lieder, die im Dom eigentlich für hohe christliche Feiertage wie den Karfreitag oder Weihnachten vorgesehen sind. Zur Reisegruppe kamen laut einer Mitteilung der Domspatzen noch 150 weitere Pilger hinzu, darunter Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde der Chormitglieder. Auch der Regensburger Bischof und Schirmherr des Chors, Rudolf Voderholzer, war mitgereist.

Der Chor, dessen Mitglieder zwischen elf bis 18 Jahre alt sind, gab auch ein Konzert in der Schule der Salvatorianerinnen in Nazareth und besuchte die deutsche Schmidt-Schule in Jerusalem. Dort trafen sie auf palästinensische Schülerinnen, die in einem Mädchenchor singen. „Mit der Reise geht für mich ein lang gehegter Traum in Erfüllung“, sagt Domkapellmeister Roland Büchner. Diese Erfahrung werde die Jungen in deren Persönlichkeit und Glauben bestärken.

Chor-Geschichte im Nationalsozialismus

Die Reise nach Israel war auch eine passende Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Chors auseinanderzusetzen. Das bot sich gerade beim Besuch der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Sonntag an. Die Domspatzen galten im Dritten Reich als Lieblingschor Adolf Hitlers. Er finanzierte dessen erste große Auslandsreise nach Südamerika im Jahr 1937. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges unterstützte er den Chor finanziell. Die Domspatzen traten 1938 beim Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg und zweimal auf dem Obersalzberg auf.

Die älteren Chormitglieder wünschten sich mehr Zeit im Museum von Yad Vashem. Die jüngeren wurden durch das Gelände geführt, um sie mit dem Thema nicht zu sehr zu überfordern. Sie besuchten die Kindergedenkstätte, wo fünf Kerzen mit Hilfe von Spiegeln symbolisch für die 1,5 Millionen ermordeten Kinder und Jugendliche der Scho'ah stehen. Die Domspatzen gestalteten vor Ort eine Gedenkfeier, die aus Gesang und Schweigen bestand. Im „Tal der Gemeinden“, wo alle jüdischen Gemeinden der Welt verzeichnet sind, sangen sie „Misere mei“ (Erbarme dich unser). Der Bußpsalm, den der italienische Priester und Komponist Gregorio Allegri vertont hat, ist ansonsten an Karfreitag im Dom zu hören.

„Gerade in Zeiten wie diesen ist es umso wichtiger, sich dieser Geschichte immer wieder zu erinnern und daraus zu lernen“, sagt der Vorsitzende des Vereins „Freunde des Regensburger Domchors“, Marcus Weigl. „Das möchten wir unseren Jungs mitgeben. Erst nach der Bitte um Vergebung kann es auch wieder Hoffnung auf Versöhnung und Frieden geben.“ Der Südwestrundfunk zitierte den 17-jährigen Domspatz Sebastian Ponnath zum Eindruck der Gedenkstätte: „Mit den ganzen Verbrechen, die unsere Vorfahren begangen haben, war das ein unbeschreiblich bewegendes Gefühl, den Psalm 51 zu singen, der ja eigentlich der Psalm mit der Bitte nach Vergebung ist.“

Die Domspatzen besuchten auch die palästinensische Universitätsstadt Bir Seit im Westjordanland und sangen in der Geburtskirche in Bethlehem gemeinsam mit den mitgereisten Pilgern „Heilige Nacht“. Am Mittwoch fliegt der Chor nach Deutschland zurück.

Von: mm

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Tue, 11 Sep 2018 15:39:00 +0200
<![CDATA[Zahl der Analphabeten unter Palästinensern deutlich gesunken]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/11/zahl-der-analphabeten-unter-palaestinensern-deutlich-gesunken/ RAMALLAH (inn) – Unter den Palästinensern gibt es immer weniger Analphabeten. Im vergangenen Jahr gab es rund 95.000 Palästinenser über 15 Jahre, die nicht lesen und schreiben konnten. Damit ist die Analphabetenrate von 13,9 Prozent im Jahr 1997 auf 3,3 Prozent 2017 gesunken. Das hat das Palästinensische Zentralbüro für Statistiken (PCBS) anlässlich des Weltalphabetisierungstags bekannt gegeben, der am 8. September begangen wurde.

Bei den Männern lag die Rate 1997 bei 7,8 Prozent. Im vergangenen Jahr konnten noch 1,7 Prozent der über 15-jährigen Palästinenser nicht lesen und schreiben. Bei den Frauen betrug der Anteil vor elf Jahren noch 20,3 Prozent. Er sank auf 5 Prozent im Jahr 2017.

Im Westjordanland war die Rate der Analphabeten mit 3,6 Prozent (62.736 Menschen) höher als im Gazastreifen mit 3 Prozent (32.714 Palästinenser). Dem PCBS zufolge ist die Analphabetenrate unter den Palästinensern eine der niedrigsten in der arabischen Welt. Dort lag sie 2016 bei 24,8 Prozent. Damit konnten 64,6 Millionen Araber im Alter ab 15 Jahren nicht lesen oder schreiben.

Rate bei über 65-Jährigen am höchsten

Am höchsten war der Anteil der Analphabeten bei den über 65-jährigen Palästinensern. In dieser Altersgruppe konnten rund 35 Prozent nicht lesen oder schreiben. Das waren 52.165 Menschen. Bei den Palästinensern im Alter zwischen 45 und 64 Jahren lag die Rate bei 4,5 Prozent (24.656 Personen). Unter den 30- bis 44-Jährigen waren es 1,3 Prozent (10.068). Die geringste Rate gab es unter den 15- bis 29-jährigen Palästinensern mit 0,6 Prozent (8.561).

Die meisten Analphabeten leben auf dem Land. Ihr Anteil betrug 4,8 Prozent (22.228 Palästinenser). In den sogenannten Flüchtlingslagern lag die Analphabetenrate bei 3,3 Prozent (7.898). In den Städten konnten 3,1 Prozent der Palästinenser nicht lesen und schreiben (67.324 Menschen).

Laut Angaben der UNESCO gibt es derzeit weltweit rund 750 Millionen Menschen über 15 Jahre, die nicht lesen und schreiben können. Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer, teilte anlässlich des Weltalphabetisierungstages mit: „Auch in Deutschland ist Analphabetismus ein Problem. Zwölf Prozent der Berufstätigen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben.“

Von: dn

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Tue, 11 Sep 2018 14:19:00 +0200
<![CDATA[Armee bietet Amnestie für Deserteure]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/11/armee-bietet-amnestie-fuer-deserteure/ Die israelische Armee bietet laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ allen im Ausland lebenden Deserteuren während der Festtage zum Jahreswechsel Amnestie. Bis zum 31. Oktober können Israelis, die ihren Wehrdienst nicht angetreten haben, straffrei das Land bereisen. Außerdem bietet die Armee die Möglichkeit an, die Angelegenheit zu klären. Auch Reservisten, die eine Einberufung versäumt haben, können demnach während dieser Frist ihren Fall straffrei bereinigen. Die gleiche Aktion hatte die Armee schon Anfang des Jahres zum Jubiläum der Staatsgründung angeboten.

Von: tos

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Tue, 11 Sep 2018 14:12:00 +0200
<![CDATA[USA lassen PLO-Büro in Washington schließen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/11/usa-lassen-plo-buero-in-washington-schliessen/ WASHINGTON (inn) – Die USA verstärken ihren Druck auf die Palästinenserführung: Nach der Streichung diverser Finanzhilfen hat die Regierung nun die Schließung des Büros der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Washington angekündigt.

Bereits Ende 2017 hatte Washington mit der Schließung gedroht. Das PLO-Büro sollte sich für Friedensgespräche mit Israel einsetzen. „Die PLO hat jedoch keine Schritte unternommen, um den Beginn direkter und bedeutungsvoller Verhandlungen mit Israel voranzubringen“, erklärte eine Sprecherin im Außenministerium, Heather Nauert. Die PLO habe stattdessen einen US-Friedensplan verurteilt, den sie noch nicht einmal gesehen habe. Washington habe daher beschlossen, das Büro zum jetzigen Zeitpunkt zu schließen.

Nauert ergänzte, die US-Regierung habe zudem Bedenken gegenüber der Absicht der Palästinenser, eine Untersuchung beim Internationalen Strafgerichtshof gegen Israel einzuleiten. Sie glaube weiterhin, dass direkte Verhandlungen der einzige Weg seien, um beiden Parteien voranzubringen. „Wir ziehen uns nicht aus unseren Bemühungen zurück, einen dauerhaften und umfassenden Frieden zu erreichen“, sagte die Sprecherin laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Palästinenser sehen „gefährliche Eskalation“

PLO-Generalsekretär Saeb Erekat kritisierte die Schließung scharf. Er sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und „kollektiven Bestrafung des palästinensischen Volkes“. Die USA schützten mit diesem Schritt „israelische Verbrechen und Angriffe gegen das Land und das Volk Palästinas sowie gegen Frieden und Sicherheit im Rest unserer Region“. Die Palästinenser würden sich den Drohungen der USA nicht ergeben, sagte Erekat weiter.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) boykottiert die US-Regierung, seitdem diese im Dezember Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat. Sie betrachtet Washington nicht mehr als neutralen Vermittler.

Die PLO ist ein Dachverband verschiedener palästinensischer Organisationen und Parteien. Sie hat die Vertretung aller Palästinenser zum Ziel. Größte Fraktion ist die Fatah. Vorsitzender ist der PA-Präsident Mahmud Abbas. Die islamistische Hamas ist kein Mitglied der PLO.

Von: dn

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Tue, 11 Sep 2018 11:18:00 +0200
<![CDATA[Brennende Reifen sollten Israel über das Meer treffen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/11/brennende-reifen-sollten-israel-ueber-das-meer-treffen/ Hunderte Palästinenser haben am Montag am Strand des nördlichen Gazastreifens Flöße mit brennenden Reifen vorbereitet. Sie sollten nach Israel geschickt werden. Davor hatten schon Dutzende Palästinenser versucht, mit Booten die israelische Seegrenze zu überwinden. Warnschüsse der Küstenwache bewegten sie zur Umkehr. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, dass zehn Palästinenser durch Schüsse verwunden worden seien. Das israelische Militär sagte, dass von den Soldaten nur neben die Boote gefeuert wurde. Außerdem seien Sprengsätze auf sie geworfen und brennende Reifen in Richtung der Soldaten geschickt worden.

Von: mm

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Tue, 11 Sep 2018 10:59:00 +0200
<![CDATA[Künstler fordern ESC-Boykott in Israel]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/09/10/kuenstler-fordern-esc-boykott-in-israel/ LONDON (inn) – Dutzende internationale Künstler haben zum Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) 2019 in Israel aufgerufen. Als Begründung nennen sie angebliche Menschenrechtsverletzungen gegen die Palästinenser.

Bislang 140 Kulturschaffende unterzeichneten ein Schreiben, das auf der Internetseite der britischen Zeitung „The Guardian“ veröffentlicht wurde. Unter ihnen ist Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters, der die anti-israelische Organisation „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“ (BDS) unterstützt. Weitere Unterzeichner sind der Sänger Helmut Lotti (Belgien), die Schriftstellerin A. L. Kennedy (Großbritannien) sowie die Musiker Nick Seymour (Australien) und Brian Eno (Großbritannien). Letzterer wurde jüngst wegen seines Einsatzes für die BDS-Bewegung von einem Düsseldorfer Musikfestival ausgeladen.

Auch Israelis unterzeichnen Aufruf

Auch sechs israelische Künstler sind auf der Liste vertreten. Aus Deutschland gibt es bislang keine Unterstützung für den Boykott-Aufruf.

Im Mai hatte die israelische Sängern Netta mit dem Lied „Toy“ den europäischen Musikwettbewerb in Portugal gewonnen. Dadurch wird der ESC 2019 in Israel ausgetragen.

Die Künstler rufen die Europäische Rundfunkunion (EBU) dazu auf, die Austragung des ESC in Israel zu streichen. Der Wettbewerb sollte stattdessen in ein anderes Land „mit einer besseren Menschenrechtsbilanz“ verlegt werden. In dem Schreiben heißt es: „Wir, die unterzeichnenden Künstler aus Europa und darüber hinaus, unterstützen den aufrichtigen Appell palästinensischer Künstler, den von Israel veranstalteten Eurovision Song Contest 2019 zu boykottieren. Solange die Palästinenser nicht Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen können, sollte es keine Geschäfte mit dem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verweigert.“

NDR lehnt Israel-Boykott ab

Der für die deutsche ESC-Beteiligung zuständige Leiter des Programmbereichs Fiktion & Unterhaltung beim NDR Fernsehen, Thomas Schreiber, wies Forderungen nach einem Boykott zurück. „Heute beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana, es zählt zu den wichtigsten Feiertagen für Juden in aller Welt. Aus diesem Anlass zum Boykott des Eurovision Song Contest in Israel aufzurufen beziehungsweise die EBU aufzufordern, dem israelischen Rundfunksender Kan das Recht auf die Ausrichtung des ESC zu entziehen, ist durchschaubar“, sagte Schreiber am Sonntag in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Der israelische Rundfunksender habe das Recht und die Pflicht zur Ausrichtung des Wettbewerbs übernommen. „Wir freuen uns auf den ESC 2019 in Israel“, fügte Schreiber hinzu.

Von: dn

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Mon, 10 Sep 2018 14:20:00 +0200
<![CDATA[Diagnose Hirntumor: Wie Avi Jaron sein eigenes Leben rettete]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2018/09/10/diagnose-hirntumor-wie-avi-jaron-sein-eigenes-leben-rettete/ Avi Jaron war 26 Jahre alt, als er 1993 mit dem Motorrad verunglückte. Bei einer Kernspintomografie entdeckten Ärzte einen Tumor in der Mitte seines Gehirns. „Du brauchst eine sofortige Operation, die Dich wahrscheinlich behindert, gelähmt, kognitiv gestört und epileptisch macht“, lautete die Diagnose.

Jaron, der damals Student der Elektrotechnik war, lehnte die Operation ab: „Ich weiß nicht, ob es Intuition oder reine Verleugnung war, aber diese Entscheidung rettete mir das Leben.“ Er begann, seinen Zustand zu erforschen, studierte Chemie und Anatomie. Er untersuchte, welche Technologien verfügbar waren und befragte Ärzte auf der ganzen Welt: in Israel, Europa und den Vereinigten Staaten. Schließlich fand er einen Arzt in New York, der den Tumor entfernen wollte. Aber der Arzt konnte das Geschwulst nicht vollständig entfernen, und der Tumor begann wieder zu wachsen.

Den zur Verfügung stehenden Endoskopen (dem chirurgischen Beobachtungswerkzeug zur Führung der chirurgischen Tätigkeit in minimal-invasiven Operationen) fehlte die erforderliche Wahrnehmung in drei Dimensionen. „Vielleicht wird jemand diese kleine stereoskopische Kamera in den nächsten fünf Jahren erfinden“, sagte der Arzt. „Zum Glück wächst dein Tumor langsam.“

Neuer Ansatz

Jaron machte sich daran, die Technologie selbst zu erfinden. Anstelle der in herkömmlichen Endoskopen verwendeten Mechanik baute er seine Erfindung auf einem kleinen Siliziumchip und Softwarealgorithmen auf. Das Design ähnelt den Augen eines Insekts. Jede Seite arbeitet unabhängig voneinander, um die 3D-Sicht zu erstellen. 1998 gründete Jaron die Firma Visionsense. Es dauerte zehn Jahre, bis aus seiner Idee ein kommerzielles Produkt wurde. Mittlerweile wird es bereits von Chirurgen auf der ganzen Welt verwendet und Jarons Unternehmen wächst stetig.

Heute ist Jaron 51 Jahre alt und gesund. Durch drei weitere Operationen in Deutschland, Israel und New York wurden Überbleibsel des Tumors entfernt. Inzwischen ist auch sein Führungsstil Teil von Wirtschaftslehrgängen an Universitäten, auch am berühmten Massachusetts Institute of Technology. Jaron selbst hält regelmäßig Vorlesungen an Universitäten oder auf medizinisch-technologischen Konferenzen. Er fördert zudem Unternehmer in diesem Fachbereich. Mit seiner umfassenden Erfahrung bei der Überwindung seines lebensbedrohlichen Gehirntumors unterstützt er ehrenamtlich Patienten mit akuten Gehirnerkrankungen.

Von: Ulrich W. Sahm

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Mon, 10 Sep 2018 13:59:00 +0200
<![CDATA[Rivlin: Juden müssen zusammenhalten]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/10/rivlin-juden-muessen-zusammenhalten/ JERUSALEM (inn) – Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat in seiner Neujahrsansprache Juden in aller Welt zur Einheit aufgerufen. „Ich weiß, wir leben in Zeiten, in denen manche die Dinge, die uns trennen, deutlicher erkennen, als die Dinge, die wir gemeinsam haben, sagte er am Samstag in einer Videobotschaft. Wenn wir nun dem Neujahr entgegengehen, lasst uns darüber nachdenken, was wir gemeinsam haben.“

Rivlin ergänzte, Juden müssten als Volk zusammenhalten. Es gehe darum, eine gemeinsame Zukunft zu bauen und eine bessere Welt entstehen zu lassen. Zugleich müssten Juden auch im Kampf gegen Anfeindungen zusammenstehen. „Wo auch immer wir leben, wir müssen stolz darauf sein können, Juden zu sein, und uns sicher dabei fühlen, dass als jüdisch anzuerkennen, was wir uns wählen. Der Staatspräsident mahnte aber auch Zusammenhalt im Land an. Israel vereine unterschiedliche Gesellschaftsgruppen: religiöse und säkulare, arabische und jüdische, links und rechts, jung und alt. „Lasst uns hoffen, dass wir uns dieses Jahr einander näher fühlen.“

Netanjahu: Das jüdische Volk hat Zukunft

Auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu rief Juden in aller Welt zur Einheit auf. Er pries den Staat Israel als Zeichen der Stärke des jüdischen Volkes, der nach den Schrecken des Holocaust geschaffen wurde. „Ich glaube an die Zukunft des jüdischen Volkes, an die Zukunft des jüdischen Staates.“ Juden in aller Welt teilten die Werte von Freiheit, Vielfalt, einer Streitkultur und Forschung. Auf dieser Basis leisteten Juden ihren Beitrag zur Verbesserung der Welt. Netanjahu lud alle Juden ein, Israel zu besuchen.

In einem zweiten Video nahm sich der Likud-Politiker selbst aufs Korn. Der Kurzfilm zeigt ihn, wie er einer Familie einen Überraschungsbesuch zum Fest abstattet und diese mit den angeblichen Errungenschaften der Regierung langweilt. Selbstverständlich kreuzt er mit selbstgekochtem Essen auf, weil ihm das vorgefertigte Essen ausgegangen ist – eine Anspielung auf die Vorwürfe gegen seine Frau Sara, sie habe teures Essen aus Restaurants bestellt anstatt die eigenen Küchenbelegschaft kochen zu lassen.

Sarif wünscht Frieden und Harmonie

Neben den israelischen haben auch Politiker in aller Welt Juden mit Glückwünschen bedacht. US-Präsident Donald Trump betonte dabei das „unfassbare Leid“, das Juden erlitten und überwunden hätten. „Trotz der Herausforderungen inspiriert uns deren Stärke und Beständigkeit.“

Der iranische Außenminister Muhammad Sarif wünschte „allen jüdischen Mitbürgern und Juden weltweit“ ein Jahr „voller Frieden und Harmonie“. Nach Angaben der Regierung lebten im Jahr 2012 etwa 8.760 Juden im Iran. Israel befürchtet derzeit, dass sich der Iran in Syrien militärisch festsetzt – ein Szenario, dass der jüdische Staat verhindern möchte. Wie zuletzt bekannt wurde, flog Israel daher in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 200 Luftangriffe auf iranische Ziele in Syrien.

14,7 Millionen Juden weltweit

Aus Anlass des Neujahrs hat die Einwandererorganisation Jewish Agency neue Zahlen zum jüdischen Volk vorgelegt. Demnach leben weltweit 14,7 Millionen Juden, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Das bedeutet einen Anstieg von 100.000 im Vergleich zum Vorjahr. Etwa 8,1 Millionen Juden leben außerhalb Israels, 6,6 Millionen im Land.

Die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels findet sich mit 5,7 Millionen Angehörigen in den USA, gefolgt von Frankreich mit 453.000 Juden und Kanada mit 391.000 Juden. In Deutschland leben 116.000 Juden. Die meisten Juden in einem arabischen Land finden sich in Marokko, dort leben 2.000 Juden. In Tunesien kommt die jüdische Gemeinschaft auf 1.000 Personen.

Von: df

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Mon, 10 Sep 2018 13:56:00 +0200
<![CDATA[USA kürzen Gelder für Krankenhäuser]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/10/usa-kuerzen-gelder-fuer-krankenhaeuser/ Die USA haben ihre Finanzhilfen von rund 25 Millionen Dollar für mehrere Krankenhäuser im Osten Jerusalems gestrichen. Die sechs Kliniken sind Hauptanlaufstelle für Palästinenser, die im Gazastreifen oder dem Westjordanland nicht ausreichend versorgt werden können. Ein Sprecher des palästinensischen Premierministers Rami Hamdallah nannte die Entscheidung „beschämend“. Sie werde sich „zerstörerisch“ auf das Leben von Patienten auswirken. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche betont, sein Land werde die Palästinenser erst dann wieder finanziell unterstützen, wenn diese Frieden mit Israel schließen.

Von: dn

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Mon, 10 Sep 2018 10:29:00 +0200
<![CDATA[Früherer Tourismusminister vorzeitig aus Haft entlassen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/10/frueherer-tourismusminister-vorzeitig-aus-haft-entlassen/ Der frühere Tourismusminister Stas Miseschnikow ist am Sonntag nach acht Monaten Haft vorzeitig entlassen worden. Der Israelische Begnadigungsausschuss gab im August einem entsprechenden Antrag statt. Der Israel-Beiteinu-Politiker hatte wegen Dienstvergehen eine Haftstrafe von 15 Monaten erhalten. Im Jahr 2010 förderte er als Tourismusminister ein Festival in Eilat und empfahl zugleich seine Freundin als Organisatorin. Bei dem Gerichtsprozess im Oktober 2017 gestand er zu, dass in diesem Fall ein Interessenkonflikt vorlag. Am 17. Dezember trat er seine Haft im Hermon-Gefängnis in Galiläa an.

Von: df

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Mon, 10 Sep 2018 10:29:00 +0200
<![CDATA[Zwei Palästinenser bei Zusammenstößen mit Soldaten getötet]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/08/zwei-palaestinenser-bei-zusammenstoessen-mit-soldaten-getoetet/ Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze ist am Freitagnachmittag ein 17-jähriger Palästinenser erschossen worden. Mehr als 90 weitere Palästinenser wurden verletzt, etwa 30 von ihnen durch Schüsse. Am Samstag erlag ein 16-Jähriger im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nach Angaben der israelischen Armee waren rund 7.000 Palästinenser an verschiedenen Punkten an die Grenze gekommen. Sie rollten brennende Reifen in Richtung israelischer Soldaten, warfen Brandbomben und Steine. Die Armee eröffnete das Feuer auf die Palästinenser, die versuchten, den Grenzzaun zu überwinden. Israel und die radikal-islamische Hamas verhandeln seit Wochen unter Vermittlung von Ägypten über eine Waffenruhe.

Von: dpa/dn

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Sat, 08 Sep 2018 13:01:00 +0200
<![CDATA[Israel baut Grenzanlage im Norden aus]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/sicherheit/2018/09/07/israel-baut-grenzanlage-im-norden-aus/ Israel hat jüngst seine neue Sperranlage an der Grenze zum Libanon vorgestellt. Es handelt sich dabei bislang um eine elf Kilometer lange Mauer. Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, soll die neun Meter hohe Anlage zunächst auf einem insgesamt 13 Kilometer langen Abschnitt fertig gestellt werden. Sie besteht aus einer sieben Meter hohen Mauer, auf der sich zwei Meter Zaun befinden. Die Anlage soll Scharfschützenangriffe und Infiltration durch die Hisbollah-Miliz verhindern. Die zuständige Behörde plant, die gesamte 130 Kilometer lange Grenze auf diese Weise zu sichern.

Von: tos

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Fri, 07 Sep 2018 14:48:00 +0200
<![CDATA[Unterstützung für Araber in Jerusalem]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/07/unterstuetzung-fuer-araber-in-jerusalem/ AMMAN (inn) – Jordanien weitet seine Unterstützung für die in Jerusalem lebenden Araber aus. Unter anderem sollen Gebühren für Reisepässe reduziert werden. Die für die Aufsicht der islamischen Stätten auf dem Jerusalemer Tempelberg zuständige Behörde, Wakf, soll zudem mehr Wachen und Verwalter erhalten.

Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, umfassen die Erleichterungen auch administrative Unterstützung. Die meisten der in Jerusalem lebenden Araber besitzen jordanische Pässe. Wenn diese erneuert werden müssen, brauchen sie dafür nun nicht mehr wie bislang nach Amman zu reisen. „Jetzt kann ein Palästinenser in Jerusalem das nächstgelegene jordanische Wakf-Büro aufsuchen, seinen Antrag stellen und der genehmigte Pass wird an sein Zuhause in Ostjerusalem geliefert“, erklärt der Leiter der jordanischen Passabteilung, Fawas al-Schahwan.

Die Gebühren für einen Reisepass würden von umgerechnet rund 240 Euro (200 Jordanische Dinar) auf etwa 60 Euro gesenkt. Damit zahlen die Araber Jerusalems für ihren Pass nun genau so viel wie jordanische Staatsbürger. Die Maßnahme sei von König Abdullah II. angeordnet worden, sagte Al-Schahwan.

Von: dn

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Fri, 07 Sep 2018 14:14:00 +0200
<![CDATA[„The Cakemaker“ als bester israelischer Film ausgezeichnet]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/09/07/the-cakemaker-als-bester-israelischer-film-ausgezeichnet/ ASCHDOD (inn) – Das Beziehungsdrama „The Cakemaker“ hat am Donnerstag in Aschdod den Ophir-Preis als bester israelischer Film gewonnen. Mit der Auszeichnung ist das Werk automatisch der israelische Vertreter beim Rennen um den Oscar 2019. Der Film erhielt auch weitere Preise, darunter für die Regie und das Drehbuch. Die Hauptdarstellerin Sarah Adler wurde ebenfalls ausgezeichnet.

In dem Film erzählt Regisseur und Drehbuchautor Ofir Raul Graizer die Geschichte des jungen deutschen Bäckers Thomas, der in Berlin eine Affäre mit dem israelischen Geschäftsmann und Familienvater Oren hat. Als Oren bei einem Autounfall in Israel stirbt, reist Thomas auf der Suche nach Antworten in das Land. Dort nähert er sich Orens Familie – seiner Frau Anat und seinem Sohn – an und wird Teil ihres Lebens.

Für die Rolle des Thomas hat Graizer den deutschen Schauspieler Tim Kalkhof gewonnen. In einem Interview mit dem Fachmagazin „Cineuropa“ sagte er, er sei eher zufällig auf den Heidelberger gestoßen. „Es war sofort klar, dass er viel Talent hat. Er ist kein großer Star, aber ich hoffe, dass er es einmal sein wird. Er wirklich verstanden, was ich wollte.“

Enttäuschung für „Flawless“

Als bester Schauspieler wurde bei der Preisverleihung im Zentrum für darstellende Künste in Aschdod Neve Zur ausgezeichnet. Er stellt in dem Film „Noble Savage“ („Edler Wilder“) einen 15-Jährigen mit Essstörungen dar. Schira Nass, die ebenfalls in dem Film mitwirkt, erhielt den Preis als beste Nebendarstellerin.

Der Film „Flawless“ über ein Transgender-Mädchen, dass sich vor dem Abschlussball unbdingt noch Brustimplantate kaufen will, war mit zwölf Nominierungen der Favorit des Abends. Am Ende erhielt er jedoch nur drei Preise für die beste Maske, Kostüme und die Schauspielerauswahl.

Kulturministerin nicht eingeladen

Bereits zum zweiten Mal infolge wurde Kulturministerin Miri Regev nicht zu der Preisveranstaltung eingeladen. Grund dafür ist ein geplantes Gesetz, mit dem die Likud-Politikerin kontrollieren könnte, welches Filmprojekt öffentliche Förderungen erhält. Künstler befürchten, dass dann nur Filme den Vorzug erhalten, die der politischen Sicht der Ministerin nicht entgegenstehen.

Bereits im Jahr zuvor zog Regev den Unmut der Israelischen Filmakademie auf sich, nachdem sie den Film „Foxtrot“ über israelische Soldaten kritisiert hatte. „Foxtrot“ wurde im vergangenen Jahr als bester Film ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung 2016 verließ sie aus Protest den Saal, als ein Lied auf Basis eines Gedichtes des palästinensischen Schriftstellers Mamud Darwisch vorgetragen wurde.

Von: df

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Fri, 07 Sep 2018 14:13:00 +0200
<![CDATA[Abbas warnt Israel vor Einigung mit Hamas]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/07/abbas-warnt-israel-vor-einigung-mit-hamas/ Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat Israel vor einem Abkommen mit der Hamas gewarnt. Ein solcher Schritt könnte Israel seine Beziehungen zur PA kosten, sagte Abbas. Das berichtet der Nachrichtendienst „Arutz Scheva“ unter Berufung auf die arabischsprachige Zeitung „Al-Hajat“. Die PA-Führung hat wiederholt die über ägyptische Vermittler geführten Verhandlungen über eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen regierenden Hamas kritisiert. Sie wirft der radikal-islamischen Organisation vor, die Gespräche zu nutzen, um sich als unabhängige Kraft zu etablieren.

Von: dn

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Fri, 07 Sep 2018 12:05:00 +0200
<![CDATA[USA: Botschaft in Jerusalem wäre Zeichen guter Beziehungen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/07/usa-botschaft-in-jerusalem-waere-zeichen-guter-beziehungen/ Die USA haben Paraguay gebeten, die israelische Botschaft in Jerusalem zu belassen. Vizepräsident Mike Pence telefonierte am Donnerstag mit dem paraguayischen Präsidenten Mario Abdo Benitez. Er sagte ihm, das Bekenntnis zu Jerusalem wäre ein Zeichen der guten Beziehungen zu den USA und zu Israel. Paraguay hatte am Mittwoch verkündet, seine Botschaft wieder nach Tel Aviv verlegen zu wollen. Israel reagierte darauf mit der Ankündigung, seine Botschaft in dem südamerikanischen Land zu schließen. Paraguay wiederum bat Israel, dieses Vorhaben zu überdenken.

Von: df

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Fri, 07 Sep 2018 11:08:00 +0200
<![CDATA[Israel will automatisches Parksystem für Fahrräder einführen]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/wirtschaft/2018/09/07/israel-will-automatisches-parksystem-fuer-fahrraeder-einfuehren/ Das israelische Verkehrsministerium hat ein Pilotprojekt ausgeschrieben, in dem es um ein automatisches Parksystem für Fahrräder geht. Das Projekt soll laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin „Globes“ ab 2019 an vier Bahnhöfen getestet werden. Die Systeme sollen bis zu 200 Fahrräder aufnehmen und die Räder maschinell einlagern können. Für den Kunden soll der Vorgang nur 15 bis 20 Sekunden dauern. Dieser Schritt ist nötig, weil zu viele Reisende ihre Räder mit in die Züge nehmen, wenn sie an den Bahnhöfen keinen Platz mehr finden.

Von: tos

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Fri, 07 Sep 2018 10:35:00 +0200
<![CDATA[Ernst und Freude zum Jahresbeginn]]> https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/09/07/ernst-und-freude-zum-jahresbeginn/ Ein Fest der Ernsthaftigkeit und ein Fest der Freude – so charakterisieren Juden ihr zweitägiges Neujahrsfest Rosch HaSchanah. Denn einerseits beginnen am 1. Tag des Monats Tischrei die zehn Bußtage, die mit dem Großen Versöhnungstag Jom Kippur enden. Andererseits gehört aber auch fröhliches Feiern dazu. Und so hat sich die Tradition nicht durchgesetzt, an Neujahr zu fasten.

Das biblische Buch Nehemia schildert, wie der Schriftgelehrte Esra dem Volk Israel aus der Tora vorliest. Die Israeliten reagieren erfreut, weinen aber auch. Dann heißt es: „Und Esra sprach zu ihnen: Geht hin und esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ (Nehemia 8,10) Diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und Festfreude beziehen jüdische Gelehrte auf Rosch HaSchanah. In dem Fall solle „heilig“ ausdrücken, dass der Tag anders und von den anderen Tagen abgesondert ist.

Der hebräische Name „Rosch HaSchanah“ bedeutet wörtlich „Haupt des Jahres“. In diesem Jahr beginnt das Fest am Abend des 9. September, Juden feiern damit die Erschaffung der Welt vor 5.779 Jahren. Genauer gesagt hat Gott laut der Tradition Adam und Eva an Rosch HaSchanah erschaffen. Am selben Tag habe der Mensch auch die erste Sünde begangen, indem er gegen das göttliche Verbot verstieß, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Zwar wurden Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben. Doch dadurch kam auch die Möglichkeit zur Reue und Umkehr in die Welt.

Ferner ist „Akedat Jitzchak“, die Bindung Isaaks, mit diesem Tag verbunden. Der Stammvater Abraham war bereit, seinen einzigen Sohn Isaak zu opfern, weil Gott dies geboten hatte (1. Mose 22). Die biblische Geschichte spielt bei dem Fest eine besondere Rolle.

Negative Vergangenheit wird gelöscht

Rosch HaSchanah gilt als Gerichtstag, an dem Gott das Urteil über Juden und Nichtjuden fällt. Es wird am letzten Bußtag – dem Jom Kippur – besiegelt. In diesem Zeitraum, der vom ersten bis zum zehnten Tag des jüdischen Monats Tischrei währt, besteht die Möglichkeit zur Selbstbesinnung, Reue und Bitte um Versöhnung. An den ersten Tagen des Jahres begrüßen Juden einander mit dem Wunsch: „Mögest du zu einem guten Jahr ins Buch des Lebens eingetragen und besiegelt sein“. Dieser Gruß bezieht sich auf das Buch, in dem Gott nach jüdischem Verständnis die Taten der Menschen notiert. Dazu heißt es in der von Joel Rappel herausgegebenen hebräischen Enzyklopädie „Mo’adei Jissrael“ (Die Feste Israels): „Je vollständiger und aufrichtiger der Akt der Buße ist, umso mehr ermöglicht er das Aufschlagen einer neuen Seite, auf der die gesamte negative Vergangenheit gelöscht ist, als wäre sie nie gewesen.“

Dass Gott zur Vergebung bereit ist, verdeutlicht die Tradition des „Taschlich“. Vor dem Nachmittagsgebet des ersten Tages von Rosch HaSchanah nehmen Juden kleine Steine in ihren Kleidertaschen mit und werfen sie in einen Fluss oder See, in dem es Fische gibt. Dies erinnert an Gottes Versprechen, die Sünden der einsichtigen Menschen zu vergessen: „Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ (Micha 7,19) Umkehr eines einzelnen Menschen kann an jedem Tag des Jahres geschehen, wenn jemand die Notwendigkeit empfindet. Aber als Tag mit nationalem Charakter erinnert Neujahr in besonderer Weise an diese Möglichkeit.

Die Bibel bezeichnet Rosch HaSchanah als „Tag des Posaunenschalls“ (4. Mose 29,1). An anderer Stelle ist die Rede von „Posauneblasen zum Gedächtnis“ (3. Mose 23,24). Das Widderhorn Schofar, das an Rosch HaSchanah geblasen wird, ruft zur Besinnung auf und dient dem Lob des Schöpfers. In der Synagoge dominiert die weiße Farbe, die für Reinheit steht. Viele Juden tragen weiße Kleidung.

Gott als König

Das Schofar symbolisiert Gottes Krönung zum König der Welt. Und so wird er in den Gebeten bevorzugt als „König“ angesprochen, was seine Autorität betonen soll. Durch den Einfluss der Kabbala lesen Juden auch den Psalm 47, der in besonderer Weise Gottes Königsherrschaft veranschaulicht. Wichtig ist, dass die Schöpfung kein einmaliger Akt bleibt, nach dem sich Gott zurückgezogen hat. Vielmehr bleibt er in Verbindung mit seinen Geschöpfen und lenkt die Welt. Da dies im Alltag mitunter in Vergessenheit gerät, soll das Fest diesen Aspekt neu in Erinnerung bringen.

Das jüdische Jahr richtet sich nach dem Mond. Es hat zwölf Monate und durchschnittlich 354 Tage. Alle zwei bis drei Jahre wird im Frühjahr nach dem Monat Adar ein zusätzlicher Monat „Adar II“ eingeschaltet, damit die Differenz zum Sonnenjahr ausgeglichen wird – das geschieht auch wieder im jetzt beginnenden Jahr 5779. Dadurch können die Juden ihre Feste in den passenden Jahreszeiten feiern. Die Tage beginnen jeweils mit dem Sonnenuntergang, denn im biblischen Schöpfungsbericht (1. Mose 1) heißt es: „und es ward Abend, und es ward Morgen ...“. In Psalm 55,18 betet David zudem: „Des Abends, morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören.“

Am Abend leiten das Anzünden der Kerzen sowie der Segen über den Wein, der Kiddusch, die feierliche Mahlzeit ein. Nach dem Segen über das Brot streuen Juden nicht – wie sonst üblich – Salz darauf. Stattdessen tauchen sie es an diesem Abend in Honig. Zum Festmahl gehören Äpfel, die ebenfalls mit Honig gegessen werden. Dies drückt die Hoffnung auf ein „süßes“ Jahr aus. Hinzu kommen andere Früchte wie Granatäpfel oder Datteln. Auch Fischgerichte gehören bei vielen Juden zum Fest, denn der Fisch gilt als Symbol der Fruchtbarkeit.

Vier Jahresanfänge

Das Wort „Tischrei“ stammt aus dem Babylonischen und heißt „Anfang“. Uneinigkeit herrschte allerdings lange Zeit unter den Gelehrten darüber, wann das jüdische Jahr beginnt. Insgesamt sind vier Jahresanfänge mit unterschiedlichen Bedeutungen und Schwerpunkten überliefert.

In 4. Mose 29,1 gebietet Gott den Israeliten: „Und am ersten Tag des siebenten Monats soll heilige Versammlung sein. Da sollt ihr keine Dienstarbeit tun; ein Tag des Posaunenblasens soll er für euch sein.“ Dieser Vers bezieht sich auf Rosch HaSchanah. Deshalb ist der Beginn des Jahres in Israel bis heute ein Feiertag, auch am zweiten Tag ruht die Arbeit. Der in der Bibel angesprochene siebente Monat ist der Tischrei, der im September oder Oktober des weltlichen Kalenders beginnt.

In der Textsammlung, die dem Talmud zugrunde liegt, der Mischna, heißt es: „Vier Jahresanfänge gibt es. Am 1. Nissan ist das Neujahr der Könige und der Wallfahrtsfeste. Am 1. Elul ist das Neujahr für den Zehnten beim Vieh. Rabbi Eleasar und Rabbi Schimon sagen: am 1. Tischrei. Am 1. Tischrei ist das Neujahr für die Jahre und die Schmittajahre und die Joveljahre, fürs Pflanzen und für Gemüse. Am 1. Schvat ist das Neujahr für den Baum, meint die Schule von Schammai – die Schule Hillels hingegen sagt: am 15. Schvat.“ (Mischna Rosch HaSchanah 1,1)

Termin für die Festlegung des Zehnten

Der 1. Nissan kommt ausdrücklich in der Bibel vor, als erster der Monate: „Im ersten Monat, das ist der Monat Nissan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, wurde das Pur, das ist das Los, geworfen vor Haman, von einem Tage zum andern und von Monat zu Monat, und das Los fiel auf den dreizehnten Tag im zwölften Monat, das ist der Monat Adar.“ (Ester 3,7) Am 15. Nissan beginnt Pessach, damit wurde einst die Wallfahrtssaison eröffnet. In 2. Mose 12,1–2 steht geschrieben: „Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen.“ Darauf folgen direkt die Regelungen für das Passahfest. Auch die Amtszeiten der biblischen Könige wurden ab diesem Monat gezählt.

Der Elul ist der sechste Monat, also der letzte vor dem Tischrei. Er hat in diesem Jahr am Abend des 11. August begonnen. Wie aus dem Mischnatext hervorgeht, gab es unter den Gelehrten unterschiedliche Ansichten darüber, ob der 1. Elul als besonderer Neujahrstag begangen werden soll. Konkret geht es darum, ab welchem Tag der Zehnte für das neugeborene Vieh berechnet wird.

Einig sind sich die Ausleger hingegen darüber, dass der 1. Tischrei das Neujahr für die Sabbatjahre (Schmittajahre) ist, in denen die Felder nicht bebaut werden sollen. Hinzu kommt das Joveljahr, also das Erlassjahr für die Schulden alle 50 Jahre (3. Mose 25,8–55).

Beim Neujahrsfest der Bäume hat sich letztlich Hillels Schule und damit der 15. Tag des Monats Schvat durchgesetzt. Am Halbfeiertag TU BiSchvat pflanzen Juden Bäume. Bei der Festlegung des Datums ging es konkret darum, ab wann die Früchte bei der Abgabe des Zehnten dem neuen Jahr zugerechnet werden. Der 15. Tag des Monats Schvat eignet sich gut dafür, weil in dieser Zeit die Regenzeit in Israel endet. Neue Früchte beginnen sich an den Bäumen zu formen.

Von: Elisabeth Hausen

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Fri, 07 Sep 2018 10:07:00 +0200
<![CDATA[Lieberman gibt amerikanisch-iranischem Sender ein Interview]]> https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2018/09/06/lieberman-gibt-amerikanisch-iranischem-sender-ein-interview/ TEL AVIV (inn) – Erstmals hat ein iranischer Journalist mit einem israelischen Verteidigungsminister ein Interview geführt. Es wurde am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht. Verteidigungsminister Lieberman stand Mehrad Mirdamadi Rede und Antwort. Er empfing ihn im Verteidigungsministerium in Tel Aviv.

Mirdamadi arbeitet für den Sender „Radio Farda“. Der Sitz des Senders ist in der tschechischen Hauptstadt Prag. Das Programm wird vom Kongress der Vereinigten Staaten finanziert. Es ist Teil des 1950 gegründeten Verbundes „RadioFreeEurope/Radio Liberty“, mit dem die USA im Kalten Krieg Einfluss auf Osteuropa nehmen wollten. Heute produziert der Verbund nach eigenen Angaben Sendungen in 25 Sprachen.

Lieberman: Syrien darf keine Armeebasis werden

Lieberman betonte in dem ins Persische übersetzte Interview, Israel habe allen politischen Willen zu verhindern, dass Syrien in eine gegen Israel gerichtete Armeebasis umgewandelt wird. „Daher werden wir jegliche iranische Militärpräsenz auf syrischem Territorium zerstören.“ Für die Zukunft hofft er jedoch, dass „vernünftige Leute“ im Iran an die Macht kommen, und Israel und der Iran wieder eine Zusammenarbeit beginnen können. „Beide Ländern können davon sehr profitieren.“

Die Ausstrahlung von Radio Farda erfolgt über Anlagen in den südhessischen Städten Biblis und Lampertsheim. Das Signal reicht bis in den Iran. Dort ist der Sender als illegal eingestuft. Über Störungen aus dem Iran ist in den jüngsten Jahren nichts bekannt geworden, berichtet der RBB-Sender „Radio 1“. Anlässlich der Sozialproteste im Iran hätten die USA die Sendezeiten zu Beginn des Jahres erweitert.

Auf Facebook hat der Sender 2,2 Millionen Likes erhalten. Auf Twitter folgen ihm rund 492.000 Personen.

Von: df

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Thu, 06 Sep 2018 14:47:00 +0200