An Blutspendeaktionen können sich nun auch äthiopischstämmige Juden beteiligen, die nicht in Israel geboren wurden
An Blutspendeaktionen können sich nun auch äthiopischstämmige Juden beteiligen, die nicht in Israel geboren wurden

Blutspendeverbot gegen äthiopische Juden aufgehoben

Israelis äthiopischer Abstammung dürfen bislang kein Blut spenden. Das Gesundheitsministerium hebt diese Bestimmung nun auf. Der Oppositionsführer freut sich über das Ende einer „rassistischen Politik“.

JERUSALEM (inn) – Blutspenden sind in Israel grundsätzlich willkommen. Allerdings sollten sich die Spender davor nicht längere Zeit in einer Region aufgehalten haben, in der Aids verbreitet ist. Bislang gehörten in diese Kategorie alle Mitglieder der äthiopischen Gemeinschaft, die nicht in Israel geboren wurden. Dies will das Gesundheitsministerium nun ändern.

Im Jahr 2013 veranstaltete die Knesset eine Blutspendeaktion. Die damalige Abgeordnete der Partei „Jesch Atid“, Pnina Tamano-Shata, durfte sich wegen ihrer äthiopischen Abstammung nicht beteiligen. Dabei lebt sie seit dem Alter von drei Jahren in Israel. Ein vom Gesundheitsministerium ernanntes Komitee gab im April 2015 Empfehlungen aus. Es riet einstimmig dazu, Israel solle Blutspenden von Bewohnern äthiopischer Abstammung akzeptieren, die über ein Jahrzehnt im Land leben. Die Empfehlungen wurden allerdings nicht veröffentlicht, schreibt die Tageszeitung „Ha‘aretz“.

Nun werden die Kriterien an die der meisten westlichen Länder angeglichen. Dort gelten die Länder südlich der Sahara außer Südafrika, Südostasien und die Karibik als Risikozonen. Wer mehr als ein Jahr in einem solchen Gebiet verbracht hat und kürzer als ein Jahr wieder in Israel ist, darf kein Blut spenden.

Herzog betont Bedeutung der äthiopischen Gemeinschaft

Oppositionsführer Isaak Herzog begrüßte die Entscheidung. Diese habe „eine institutionalisierte rassistische Politik gegen die äthiopische Gemeinschaft in Israel aufgehoben, die mehr als drei Jahrzehnte angedauert hat“. Gesundheitsminister Jaakov Litzman bringe damit das Unrecht an der äthiopischen Gemeinschaft in Ordnung, „die eine große und bedeutsame Rolle im Mosaik des jüdischen Volkes spielt“.

Das Verbot gilt seit 1996. Damals löste ein Bericht einen Sturm der Entrüstung aus, nach dem die Verantwortlichen der nationalen Blutbank Tausende Spenden von Israelis aus Äthiopien zerstört hätten. Seitdem erschien das Thema immer wieder in den Medien.

Gemäß der Onlinezeitung „Times of Israel“ will das Gesundheitsministerium auch die Beschränkungen für homosexuelle und bisexuelle Menschen lockern. Sie können dann Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang keinen homo- oder bisexuellen Geschlechtsverkehr hatten.

Israelis britischer Herkunft, die zwischen 1980 und 1996 im Vereinigten Königreich gelebt haben, dürfen ebenfalls nicht Blut spenden. Grund hierfür ist die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die menschliche Form des „Rinderwahnsinns“, die in jenen Jahren vermehrt in Großbritannien auftrat. (eh)

Von der Feuerstelle zum Gasherd (inn)

Israel baut raketensichere Blutbank (inn)

„Roter Davidsstern“ begrüßt „Blutspende-Partys“ (inn)

Von: eh

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige