Ein Jahr lang musste Ahmed Dawabscha im Medizinischen Zentrum Scheba behandelt werden
Ein Jahr lang musste Ahmed Dawabscha im Medizinischen Zentrum Scheba behandelt werden

Palästinensisches Anschlagsopfer aus Krankenhaus entlassen

Der wegen Brandwunden nach einem Terroranschlag behandelte palästinensische Junge Ahmed Dawabscha ist am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Seine Großvater dankt den israelischen Ärzten für ihre medizinische Versorgung.

TEL HASCHOMER (inn) – Der sechsjährige Palästinenser Ahmed Dawabscha ist nach fast einem Jahr aus dem Medizinischen Zentrum Scheba in Tel HaSchomer entlassen worden. Dawabscha hatte bei einem Anschlag durch jüdische Extremisten am 31. Juli 2015 auf das Haus der Familie in Duma schwere Brandwunden erlitten. Seine Eltern und sein kleiner Bruder starben an ihren Verletzungen.

Der Großvater des Jungen Hussein Dawabscha dankte den Ärzten für die Behandlung der Verbrennungen zweiten und dritten Grades: „Sie sind die besten Ärzte in der Welt und sie haben Ahmeds Leben gerettet.“ Dennoch habe er gemischte Gefühle. Einerseits sei er froh über Ahmeds Entlassung. Andererseits sei er immer noch wütend darüber, was seiner Familie angetan wurde.

Der Leiter der Kinderstation betonte die gemeinsamen Bemühungen von Ärzten, Familie und Freiwilligen bei der Behandlung und der Unterstützung. „Ahmeds Behandlung war sehr intensiv und nahm das gesamte Ärzteteam in Anspruch.“ Ahmed war zunächst drei Wochen auf der Intensivstation gewesen. Im Lauf des Jahres musste er zehnmal operiert werden, dazu gehörten mehrere Hauttransplantationen. Trotzdem wird Ahmed auch jetzt noch mehrmals in der Woche für die weiterführende Behandlung ins Krankenhaus müssen.

Unterdessen hat die arabische Organisation „Misaan“ mit Sitz in Nazareth die israelische Polizei und die Staatsanwaltschaft aufgefordert, Hassposts auf Facebook zu untersuchen, die sich gegen den Jungen richten. Nach dessen Entlassung fanden sich Einträge wie „Es ist eine Schande, dass er nicht auch verbrannt ist“, schrieb ein Nutzer laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Polizei äußerte sich dazu nicht, teilte jedoch mit, Vorfällen dieser Art generall nachzugehen.

Die beiden jüdischen Extremisten, die hinter dem Brandanschlag stecken, wurden Anfang des Jahres angeklagt. Bereits im September vergangenen Jahres hatte die israelische Organisation „Tag Meir“, die sich gegen Rassismus wendet, eine Spendenkampagne eröffnet, um den Jungen zu unterstützen. (mrp)

Von: mrp

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