Mädchen an einer Schule für Beduinen im Negev. Auch die Strenge der Eltern entscheidet, wie weit sie es im Berufsleben bringen werden
Mädchen an einer Schule für Beduinen im Negev. Auch die Strenge der Eltern entscheidet, wie weit sie es im Berufsleben bringen werden

Australische Finanzspritze für Beduinen im Negev

SYDNEY / JERUSALEM (inn) – Die Beduinen in der Wüste Negev bekommen eine unerwartete Finanzspritze: Ein australischer Milliardär will in die Schulbildung der muslimischen Minderheit investieren.

Der Geschäftsmann Harry Oscar Triguboff, der reichste Bürger Australiens, will Beduinen aus dem Negev unterstützen. Bereits 2011 gründete er das „Triguboff-Institut“ mit Sitz in Jerusalem, das zahlreiche gemeinnützige Projekte in Israel fördert. Im kommenden September soll nun eine hochqualifizierte weiterführende Schule für Beduinen eröffnen.

„Das Ziel ist es, den Beduinen dabei zu helfen, sich in die israelische Gesellschaft zu integrieren“, erklärte Schalom Norman, Vorsitzender des Triguboff-Istituts, gegenüber der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“. Dass die Schule von einer Frau geleitet wird, solle beduinischen Eltern die Entscheidung erleichtern, ihre Töchter auf die Schule zu schicken. In der beduinischen Stammesgesellschaft haben Frauen häufig keinen leichten Zugang zu höherer Bildung, obwohl Israel versucht, die allgemeine Schulpflicht auch für Beduinen umzusetzen.

Die neue Schule wird neben der Stiftung auch von anderen Nichtregierungsorganisationen, der Regionalverwaltung und von staatlicher Seite unterstützt. Zunächst sollen dort 120 Schüler lernen, später sollen mehr als 400 Schüler Platz finden, dafür ist ein Internatbereich geplant.

„Mehrheit der Beduinen will sich integrieren“

Für Norman stellt es kein Problem dar, dass Schüler aus unterschiedlichen Stämmen die Schule besuchen sollen – einen Versuch sei es wert. Mehr als 2.000 Beduinen studierten in Hebron und Dschenin und seien somit dem Lehrplan der Hamas ausgesetzt. Dies sei ein weiterer Grund, Bildungsmöglichkeiten für Beduinen in Israel zu schaffen: „Die meisten der Beduinen wollen sich integrieren“, ist Norman überzeugt.

Beduinen sind Muslime, die sich meist als Araber, nicht aber als Palästinenser bezeichnen. In der israelischen Negev-Wüste leben mehr als 200.000 Beduinen. Sie wohnen in teilweise illegal errichteten Ansiedlungen. Die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu investiert mehrere Millionen Schekel in den beduinischen Sektor im Negev, um Perspektiven zu bieten. (mb)

Beduinen sind Titelthema der in Kürze erscheinenden Ausgabe 3/2016 des Iaraelnetz Magazins. Bestellen Sie das Magazin kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151 oder online.

Von: mb

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